Trotz Verbotsschildern mit Kinderwagen auf Baustelle am Haselbacher See unterwegs

LMBV bittet darum, auf die Beschilderung zu achten und die Sperrungen zu respektieren

Leipzig. Trotz Verbotsschildern und ausgewiesenen Wegeumleitungen werden derzeit auf der Baustelle im nordöstlichen Bereich des Haselbacher Sees wiederholt Radfahrer und Fußgänger angetroffen. Teilweise werden, von versteckten Neben- und Schleichwegen kommend, Kinderwagen über die Baustelle geschoben – vorbei an schweren Baugeräten wie Baggern und Raupen. Den ungebetenen Baustellen-Gästen ausweichen müssen aber auch LKW-Fahrer, die benötigtes Baumaterial anliefern.

Deshalb appellieren das Sanierungsunternehmen und die Baufirma noch einmal eindringlich an die Vernunft der Bürger, die vor Ort ausgewiesenen Umleitungen zu nutzen und die Baustelle nicht zu betreten. Sie bringen sich und andere in Gefahr.
Derzeit werden im nordöstlichen Bereich des Haselbacher Sees vier Steilanstiege ertüchtigt beziehungsweise abgeflacht. Deshalb muss in diesen Arealen der Rundweg temporär gesperrt werden. Umleitungen für Fußgänger und Radfahrer sind ausgeschildert.

Voraussichtlich Anfang Juli 2020 kann der Rundweg in diesen Bereichen wieder genutzt werden. Die vier Wegeabschnitte befinden sich nordöstlich auf der sächsischen Seite des Sees, besitzen eine Gesamtlänge von circa 660 Metern und erstrecken sich auf dem circa 1,2 Kilometer langen Teilabschnitt des gesperrten Rundweges. Der Haselbacher See liegt circa 30 Kilometer südlich von Leipzig in der Nähe der Ortschaften Regis-Breitingen (Freistaat Sachsen) sowie Haselbach und Wintersdorf in Thüringen.


Arbeiten der Bergbausanierer an den Ufern des Großräschener Sees gehen voran

Eindrucksvolle Fotos von der Böschungsgestaltung am See

Drohnenaufnahme der Stadt Großräschen vom künftigen Stadtstrand am See

Großräschen. Die Arbeiten am Großräschener See gehen weiter voran. Nachdem am Stadtstrand von Großräschen gut 20.000 Kubikmeter Sand aufgetragen wurden, begann man nun mit der Erweiterung der Zufahrtsstraße durch die Firma Hoch- und Tiefbau Nagora.

Des Weiteren werden Stützmauern und ein Parkplatz gebaut sowie Zugänge zum Strand geschaffen. Die verkehrstechnische Erschließung des Stadtstrandes am Nordufer des Großräschener Sees erfolgen im Rahmen der §4-Maßnahmen im Auftrag der Stadt Großräschen.

An der Nordböschung wird zudem die Filterbrunnenverwahrung weitergeführt, die 2019 begann. Insgesamt sind circa 130 Filterbrunnen zu sichern. Zu den Arbeiten gehört auch der Rückbau von Leitungen sowie weitere Beräumungsarbeiten. Die notwenige Verwahrung ist bis Ende dieses Jahrs geplant.

An dem der Stadt gegenüberliegendem Ufer, der Westböschung, sowie an der Südböschung beim Senftenberger OT Sedlitz, werden vorhandene Erosionsrinnen weiter aufgefüllt und die Böschung sicher endgestaltet. Hierfür werden Gräben zur Wasserableitung hergestellt und die Fläche anschließend rekultiviert. Die in ihrem Umfang größte Maßnahme am Großräschener See soll voraussichtlich Ende dieses Jahres enden.

Fotos: Steffen Rasche für LMBV


Fördergerüst und Halde bei Nienstedt im Abendlicht – Tolles Foto von Danny Bodenstab

Wissenswertes zur Förderung in den Schachtanlagen "Koenen 1 & 2" und zum Abbau des Kupferschieferflözes

Niederröblingen (Helme)/Sondershausen. Die beiden hier abgebildten Fotos hat Danny Bodenstab von der Fa. SCHACHTBAU NORDHAUSEN GmbH dem Sanierungsbereich KSE und der Unternehmenskommunikation der LMBV zur Verfügung gestellt.

Sie zeigen die Spitzkegelhalde und das Fördergerüst Nienstedt des Bernard Koenen-Schachtes 2 bei Nienstedt in der Gemeinde Allstedt in Sachsen-Anhalt.

Die Schachtanlage "Bernard Koenen" bei Niederröblingen bestand bis zum Ende der Produktion am 10. August 1990 aus den Schächten "Bernard Koenen 1" in Niederröblingen als dem Hauptschacht und den Flucht- und Wetterschächten "Bernard Koenen 2" in Nienstedt in der Gemeinde Allstedt im Land Sachsen-Anhalt sowie dem Bohrschacht Mönchpfiffel. Der Bernard Koenen-Schacht 2 war außerdem Förderschacht für taubes Gestein.

An den ehemaligen Bergbau erinnern neben den Spitzkegelhalden das letzte erhalten gebliebene Fördergerüst einer großen Schachtanlage in Nienstedt, ein Doppelbock-Fördergerüst von 51 Metern Höhe, sowie auf dem Gelände des Schachtes in Niederröblingen ein Denkmal aus Förderwagen.

Die heute noch an den Standorten Niederröblingen und Nienstedt weithin sichtbaren Halden entstanden während der Betriebszeit der Schächte. Die Halde des Koenen-Schachtes 1 weist eine Höhe von 125 Meter über Gelände auf und enthält auf einer Fläche von 14 Hektar etwa 13,2 Millionen Tonnen Gestein.

Die Halde des Schachtes 2 in Nienstedt erreicht eine Höhe von 100 Metern und weist bei elf Hektar Fläche einen Inhalt von 9,4 Millionen Tonnen Haldenmaterial auf. Das Haldenmaterial bestehe zum überwiegenden Teil aus Zechsteinkalk. Es seien alle in der Grube angetroffenen Gesteine enthalten, auf der Halde des Schachtes 1 auch in größeren Mengen Steinsalz. Die Halde in Nienstedt weise wegen der dort verstürzten oberkarbonen Gesteine aus den Auffahrungen zum Baufeld Osterhausen einen deutlich rötlichen Farbton auf.

Das Betriebsgelände des Bernard Koenen-Schachtes 1 wird bis in die Gegenwart von dem Bergbau- und Tiefbauunternehmen BST Mansfeld GmbH & Co KG genutzt, das versucht, an diesem Standort die bergmännischen Traditionen zu erhalten und auch wieder Berglehrlinge ausbildete. Das Gelände des Schachtes in Nienstedt teilten sich zeitweise bis zu drei mittelständische Unternehmen.

Zur Geschichte der bergbaulichen Anlagen in Nienstedt

Doppelbock-Fördergerüst - Foto: D. Bodenstab

Die untertägige Verbindung zwischen den Bernard Koenen-Schächten 1 und 2 wurde in der 8. Sohle bereits am 19. Juni 1959 hergestellt. Die Auffahrung der Flucht-und Wetterverbindung zum Thomas Münzer-Schacht in Sangerhausen, der auch im August 1990 still gelegt wurde, erreichte erst im Januar 1961 im Niveau der 6. Sohle ihr Ziel.

Der Abbau des Kupferschieferflözes zur Erzgewinnung begann am 1. September 1958 in der 9. Sohle (587 Meter unter Normalnull bzw. 725 Meter unter dem Gelände) mit dem traditionellen Huntestreb-Verfahren. Modernere Technologien wie der Einsatz des Plattenbandes, des Einschienenförderers (1959) oder des Geradstrebes (1960) wurden nach und nach eingeführt und verbesserten die Arbeitsbedingungen vor Streb erheblich.

Später vervollständigten der hoch mechanisierte Schälschrapperstrebbau (1969) und der vereinzelt eingesetzte Strebbruchbau (1979) die Palette der Abbauverfahren. Aus dem Grubenfeld der Schachtanlage "Bernard Koenen" wurden seit 1958 insgesamt 13,9 Millionen Tonnen Erz mit einem Metallinhalt von 315.800 Tonnen Kupfer und 1.579 Tonnen Silber gefördert. Dabei wurden im Jahre 1967 mit 747.300 Tonnen Erz und einem Metallinhalt von 18.863 Tonnen Kupfer und 94,3 Tonnen Silber die höchste Jahresförderung der Schachtanlage überhaupt erreicht.

Die Belegschaftsstärke betrug im gesamten Produktionszeitraum bis 1989 durchschnittlich 3.677 Personen, wobei in den Jahren von 1966 bis 1977 immer über 4.000 und im Jahr 1967 maximal 4.721 Personen beschäftigt waren. Anschließend nahm die Belegschaftsstärke bis zum Jahr 1989 kontinuierlich bis auf 3.457 Beschäftigte ab.

Das Grubenfeld wies bei Einstellung des Bergbaus am 10. August 1990 eine insgesamt abgebaute Fläche von 1,42 Quadratkilometern und einen bergmännisch geschaffenen Hohlraum von etwa 6,3 Millionen Kubikmeter auf. Im Zuge der nach der Abbaubeendigung erforderlichen Verwahrung der Gruben wurden die Schächte von der damaligen GVV - heute Sanierungsbereich KSE der LMBV - verfüllt und das Grubenfeld über Bohrungen mit Helmewasser geflutet. Diese Vorhaben wurden im Jahr 1996 abgeschlossen.

Quellen: Webseite des Ortes Nienstedt - http://nienstedt06542.weebly.com/die-kupferfoumlrderung.html sowie Berichte der Mitteldeutschen Zeitung | Unser Dank gilt zudem für die Fotos vom März 2020 an Danny Bodenstab von der Fa. SCHACHTBAU NORDHAUSEN GmbH


Unterzeichnen eines Fischerei-Pacht-Vertrages für Geierswalder See vor Abschluss

Wegen Corona-Pandemie erfolgt das Unterschriften-Einholen im Umlaufverfahren bis Ende Mai 2020

Der Geierswalder See 2019

Senftenberg/Elsterheide. Die Unterzeichnung eines Fischereipachtvertrages für den Geierswalder See war ursprünglich in einem öffentlichkeitswirksamen gemeinsamen Termin aller Vertragsbeteiligten Ende März vorgesehen. Dieser Termin fiel jedoch den Kontaktbeschränkungen infolge der Corona-Pandemie zum Opfer. Die Unterzeichnung des Vertrages wurde daher als Umlaufverfahren zwischen den Vertragspartnern unter Beteiligung der Fischereibehörden des Freistaates Sachsen und des Landes Brandenburg auf den Weg gebracht. Die Landesgrenze zwischen den beiden Bundesländern verläuft durch den Bergbaufolgesee.

Das Vorliegen des vollständig unterzeichneten Vertrages wird bis Ende Mai 2020 erwartet, so Evelyn Künzler, Bereichsleiterin Flächenmanagement der LMBV auf Nachfrage. „Die Freigabe des Geierswalder Sees für das Angeln bedarf mit Wirksamkeit des Vertrages dann zwar noch einiger (länderübergreifender) Abstimmungen und praktischer Vorbereitungen; sie rückt damit aber in greifbare Nähe und dürfte im Verlaufe des Sommers 2020 Realität werden“, präzisiert der u.a. mit den Verhandlungen beauftragte zuständige LMBV-Abteilungsleiter Flächenmanagement Lausitz, Jörg Lietzke.

Für den Partwitzer See wird zum Erreichen eines vergleichbaren Standes noch einige Zeit ins Land gehen, so die Flächenmanagement-Verantwortlichen. Hier seien zunächst fischereiliche Untersuchungen und in deren Ergebnis eine Klassifizierung des Gewässers erforderlich, bevor die LMBV eine Fischereiverpachtung aktiv angehen kann. Dies wird nicht vor dem Jahr 2022 geschehen.


MLUK: Ausgeprägte Trockenheit: Schwieriges Wasserbewirtschaften in Spree & Schwarzer Elster

Ab Mai wird Abgabe der Talsperre Spremberg von aktuell 7 m³/s auf max. 10 m³/s zum Stützen der Spree angehoben

Talsperre Spremberg - Archivfoto Staumauer

Potsdam/Cottbus. Die länderübergreifende „Ad-hoc-AG Extremsituation“
hat in ihrer 15. Beratung zum Wochenbeginn die Abflussverhältnisse in
den Einzugsgebieten von Spree und Schwarzer Elster angesichts der
langanhaltenden Trockenperiode bewertet.

Wegen der weiterhin angespannten Situation wird die seit Juni
vergangenen Jahres regelmäßig tagende Arbeitsgruppe mit Mitgliedern aus
Brandenburg und Sachsen ihre Treffen fortsetzen.

Bedingt durch extrem geringe Niederschlagsmengen im April 2020 –
lediglich 5 Prozent der mittleren Niederschlagsmenge sind bisher
gefallen – und der jahreszeitlich zunehmenden Verdunstung sind die
Abflussverhältnisse weiterhin auf niedrigem Niveau; sie zeigen zum Teil
bereits erste fallende Tendenzen.

Während die brandenburgischen Speicher, Talsperre Spremberg und
Speicherbecken Niemtsch, das Speicherziel nahezu erreicht haben, war in
den sächsischen Talsperren Bautzen und Quitzdorf aufgrund der
hydrologisch-meteorologischen Situation eine vollständige
Wiederauffüllung nicht möglich.

Aktuelle Berechnungen zeigen, dass voraussichtlich nur 7 Millionen
Kubikmeter Wasser zur Niedrigwasseraufhöhung der Spree aus den
sächsischen Speichern zur Verfügung stehen werden. Dies würde lediglich
35 Prozent der unter normalen Bedingungen zur Verfügung stehenden
Wassermenge (20 Millionen Kubikmeter) entsprechen.

Aufgrund der akuten hydrologisch kritischen Situation tritt der
Ad-hoc-AG „Extremsituation“ ab sofort wieder 14-tägig zusammen. Da alle
weiteren Maßnahmen von der meteorologischen Situation abhängig sind,
können keine belastbaren Ausblicke hinsichtlich zukünftiger
Einschränkungen für das Jahr 2020 gegeben werden.

In den Einzugsgebieten der Spree und Schwarzen Elster ist bereits
jetzt ein äußerst sparsamer und gewissenhafter Umgang mit den begrenzten
Wasserressourcen angeraten. (Quelle: PM des MLUK v. 28.04.2020)

Spree

Durch die trockene Witterung war im unteren Spreegebiet die normale Bewirtschaftung weiterhin nicht umsetzbar. Der Abfluss in der Spree am Unterpegel Leibsch beträgt aktuell 3,54 Kubikmeter pro Sekunde und liegt damit drastisch unter dem mittleren Abfluss für den Monat April von 22,3 Kubikmetern pro Sekunde.

Im Sinne eines sparsamen Umgangs mit dem zur Verfügung stehenden Wasserdargebot wurde durch die „Ad-hoc-AG Extremsituation“ festgelegt, dass der Mindestwasserabfluss am Pegel Leibsch UP vorübergehend von 4,5 Kubikmeter pro Sekunde auf 2,5 Kubikmeter pro Sekunde herabgesetzt wird.

Die Talsperre Spremberg hat einen aktuellen Beckenwasserstand von 91,95 m NHN (Normalhöhennull). Ab Anfang Mai wird die Abgabe der Talsperre Spremberg von aktuell 7 Kubikmeter pro Sekunde auf 9,0 bis maximal 10 Kubikmeter pro Sekunde zur Stützung der Spree angehoben.

Schwarze Elster

An der Schwarzen Elster bleibt die Lage auf einem sehr niedrigen Niveau unverändert. Der Wasserstand im Speicher Niemtsch (Senftenberger See) konnte durch die konsequente Einspeicherung auf aktuell 98,93 Meter NHN gehalten werden.

Der Abfluss der Schwarzen Elster am Pegel Biehlen wird zusätzlich zur Abgabe aus der Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza, mit cirka 0,2 Kubikmeter pro Sekunde aus dem Speicher Niemtsch gestützt. Ziel ist es, zur Sicherung der Wasserqualität, den Abfluss am Pegel Biehlen unterhalb von Senftenberg mindestens zwischen 0,7 bis 1,0 Kubikmeter pro Sekunde zu halten.

Der mittlere Abfluss für diesen Pegel liegt im April normalerweise bei rund 2,9 Kubikmetern pro Sekunde. Die Sanierung am Senftenberger See wurde durch die LMBV fristgemäß beendet. Seit Anfang April ist der Senftenberger See wieder zur Nutzung freigegeben.

Impressionen von Spree und Schwarzer Elster (mit Archivaufnahmen aus 2019)


Sicherungsmaßnahmen an der B 97 werden im Kippenumfeld im Sommer 2020 ergänzt

Erweitern der Vertikaldrainagen an der B 97 bei Spreetal in der Zeit vom 01.07.2020 bis 31.08.2020 vorgesehen

Senftenberg/Schwarze Pumpe. Zum Erhöhen der geotechnischen Sicherheit im
Bereich der Geschwindigkeitsbegrenzung der Bundesstraße 97
(Tempo-30-Zone) wird zwischen dem Abzweig S 130 nach Burgneudorf und der
Landesgrenze Sachsen/Brandenburg (Ortslage Spreetal) an der Tieflage F
die bestehende Anlage aus Vertikaldrainagen mit weiteren
Drainageelementen ausgestattet, verlängert und auf der Nordostseite der B
97 durch eine neue Anlage ergänzt.

Diese Maßnahme dient dem funktionalen Erhalt der bereits eingebauten Sicherungselemente und stellt eine mittelfristige Sicherung dar. Insgesamt sollen beidseitig der B 97 ca. 1.800 Stück Vertikaldrainagen mit einer Gesamtlänge von ca. 27.300 Meter eingebaut werden.
Die Vertikaldrains werden im Westen der B 97 auf einer Fläche von 1.730
m² eingebracht und im Osten ebenfalls auf einer Fläche von 1.730 m², gesamt 3.470 m².
Die Drains werden in den Kippenboden eingedrückt. Weiterhin werden
umfangreiche Erkundungen im Untergrund des Straßenkörpers der B 97
durchgeführt und ein System zur dauerhaften Setzungsmessung an der B 97
installiert.

Notwendige Vorarbeiten an der B 97 wie das Holzen, das Installieren
und Einbinden von zusätzlichen Porenwasserdruckmessgebern sowie das
Einrichten eines Probefeldes an einem adäquaten Standort wurden bereits
realisiert. Die nun geplanten Arbeiten sollen entsprechend behördlicher
Abstimmung in den Sommerferien der Länder Sachsen und Brandenburg in der Zeit vom 01.07.2020 bis 31.08.2020
in einem als äußerst sensiblen einzuordnenden Kippenareal ausgeführt
werden. Daher sind zum Schutz von Personen und Öffentlichkeit Sperrungen der B 97 unumgänglich.

Es sind halbseitige Straßensperrungen von ca. drei Wochen im Juli
2020 für weitere Beräumung, Rodung, Geländeregulierung und anschließend
ca. fünf Wochen Straßenvollsperrung für das Erkunden des Straßenkörpers
und das Einbringen der Vertikaldrainagen notwendig. Die erforderliche Umfahrungstrasse
wird vom zuständigen Straßenverkehrsamt vorab bekannt gegeben und
ausgeschildert werden. Langfristig ist zudem eine dauerhafte Sicherung
der B 97 für den Grundwasserendstand durch abschnittsweisen Ersatzneubau
notwendig und vorgesehen. PM 12/2020

Bereich der Geschwindigkeitsbegrenzung an der Bundesstraße 97 (Tempo-30-Zone)

Fotos vom VD-Probefel: CDM Smith


Wiederkehrende Sachbeschädigung an Pumpstation bedroht Naturschutz im RL Zechau III

Permanente Wasserableitung der LMBV in Vorfluter dient dem Erhalt der Biotope

Leipzig/Kriebitzsch. Seit nunmehr 20 Jahren läuft am so genannten Restloch III im ehemaligen Tagebau Zechau eine Pumpanlage, um den Wasserstand künstlich auf +178,5 m NHN zu halten. Nötig ist dies zum Erhalt des dort 1990 ausgewiesenen Naturschutzgebietes. Denn würde man das dauerhafte Abpumpen des zulaufenden Grund- und Oberflächenwassers einstellen, kletterte der Wasserspiegel des Tagebaurestlochs im Mittel bis auf +193,10 m NHN und Teile der Böschungen – und damit auch der schützenswerten Biotope – würden überflutet werden.

Vor vier Jahren kam es zu ersten Sachbeschädigungen im Bereich von Pumpe, Rohren, Kabeln und Schildern. Diese wiederholen sich mehrfach jährlich kurz nach der jeweiligen Instandsetzung der Anlage. Selbst Stromkabel mit zusätzlicher Schutzberohrung oder extra im Wasser versenkte Rohre wurden durchtrennt bzw. angestochen. Zuletzt wurde am 11. April 2020 eine Wildschutzkamera, die zur Sicherung der Pumpstation angebracht worden war, gestohlen und das Stromkabel im Schaltschrank beschädigt. Auch Vandalismusschäden wie Graffitis gegen vermeintliche Umweltzerstörung sind zu verzeichnen.

Bislang entstand der LMBV, dem für die bergbauliche Sanierung des Restlochkomplexes zuständigen Unternehmen, ein Sachschaden von 30.000 Euro. Keine der präventiv getroffenen Sicherungsmaßnahmen des Betreibers führte zum störungsfreien Weiterbetrieb der Pumpanlage. Um Hinweise zur Aufklärung wird gebeten. Des Weiteren bittet die LMBV darum, die großflächig angebrachte Sperrbeschilderung auf dem Territorium zu beachten. Sie dient der öffentlichen Sicherheit im ehemaligen Bergbaugelände.

In einem Pressegespräch mit der Journalistin Dana Weber von der Osterländer Volkszeitung Altenburg am 23. April 2020 informierte LMBV-Mitarbeiterin Susanne Fechner über die Rahmenbedingungen der Sanierung: Gemäß bergrechtlicher Anordnung des Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) aus dem Jahr 2000 ist die LMBV dazu verpflichtet, den Zwangswasserstand zu halten. Gleichzeitig muss sie auch die geotechnische Sicherheit im Restloch Zechau gewährleisten. Alle Sanierungsleistungen laufen in enger Abstimmung mit dem Flächeneigentümer ThüringenForst und der Unteren Naturschutzbehörde. Wegen der hohen Naturschutzauflagen können die aufwändigen Baumaßnahmen beispielsweise nur im Winter durchgeführt werden und es müssen jeweils ökologische Ausgleichsmaßnahmen erbracht werden. Die Entlassung des Geländes aus der Bergaufsicht kann erst nach Abschluss aller Sanierungsmaßnahmen entsprechend Abschlussbetriebsplan erfolgen.

Restloch Zechau II (links) und Restloch Zechau III mit Pumpanlage - Archiv-Foto: LMBV/Radke

Historie: Kurz nach der Stilllegung des Tagebaus Zechau im Jahr 1959 forstete man einige Randareale des Restlochs auf und sanierte ein Jahrzehnt später Teile der Böschungen. Im Bereich des ehemaligen Tagebaus entstanden die drei Restlöcher Zechau I, II und III, die zusammen eine Fläche von rund 227 Hektar einnehmen. Die Restlöcher I und II dienten zur Einspülung von Kohletrübe und Asche, während das Restloch III nur bis 1967 in dieser Form genutzt wurde und anschließend als Klarwasserbecken fungierte. Der Wasserspiegel wurde hier mithilfe einer Pumpstation künstlich trocken gehalten und der Tagebausee erreichte nie seine volle Größe. So konnten sich auf den Kippen und Böschungen zahlreiche geschützte Arten und ökologisch wertvolle Lebensraumtypen entwickeln. Verschiedene Schachtelhalmarten, acht Orchideenarten, wie Frauenschuh oder Sumpf-Sitter, und viele weitere seltene Spezies aus der Gruppe der Pilze, Moose, Schmetterlinge und Molche siedelten sich im Restlochkomplex an.

Diese Häufung seltener Pflanzen und bedrohter Tiere führte 1990 zur Ausweisung des Naturschutzgebietes „Tagebau Zechau”, das sich über 160 Hektar ausdehnt und fast den gesamten Bereich der Restlöcher II und III sowie die angrenzenden Böschungssysteme umfasst. Darüber hinaus wurde das Tagebaurestloch zusätzlich als FFH-Gebiet „Restloch Zechau“ (FFH steht für Fauna, Flora und Habitat – also Tiere, Pflanzen und Lebensräume) deklariert. Solche Areale gehören zum europaweiten Schutzgebietssystem zur Bewahrung der natürlichen Biodiversität „Natura 2000”. Die Erkundung der Landschaft um das Restloch ist daher nur im Rahmen geführter Begehungen möglich.

Impressionen vom Pressegespräch am Restlochkomplex Zechau - Fotos: LMBV


Spundwand für künftige Kaimauer am Sanierungsstützpunkt am Sedlitzer See begonnen

Bohlen-Einrammen für Anlegestelle am Nordufer-Sanierungsstützpunkt beim Gewerbegebiet gestartet

Sedlitzer Nordufer: Rammarbeiten für Kai an Einlassstelle und Sanierungsstützpunkt

Senftenberg/Lieske. Auf der Baustelle der LMBV und der Stadt Senftenberg am Nordufer des Sedlitzer Sees hat der Auftragnehmer STRABAG kürzlich mit dem Einbau von Bohlen begonnen. Dazu kommt ein Ramm- und Bohrgerät vom Typ LRB 155 mit Hydraulikhammer zum Einsatz. Die Fa. Liebherr gibt für dieses raupengestützte Gerät mit einem 612-PS-Motor bei einer Mäklerlänge von bis zu 24 Meter ein Dienstgewicht von etwa 66 Tonnen an.

Auf einer Fläche von 30 Hektar entsteht am Nordufer ein neues Gewerbegebiet der Stadt Senftenberg, welches aus Mitteln des Bundes und des Landes Brandenburg im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur –GRW Infrastruktur“ gefördert wird. Der Kai für die Einlassstelle und den Sanierungsstützpunkt der LMBV ergänzt das künftige Gebiet für wasseraffines Gewerbe und Dienstleistungen am Nordufer des Sedlitzer Sees.

Zur Schaffung einer Rammebene war zunächst eine Vorschüttung entlang der Spundwandachsen herzustellen. Diese überdeckt im Bereich der Einlassstelle teilweise die vorhandene Kliffsicherung. Nach der Rammung wird die Vorschüttung wieder entfernt. Die Teile der Vorschüttung, die seeseitig unterhalb der Höhenkote von 95,0 m NHN auf der Kliffsicherung liegen und ohne eine Befahrung der Kliffsicherung nicht erreichbar sind, verbleiben auf der Kliffsicherung, um diese nicht zu beschädigen.

Mit der Ramme entsteht eine ca. 290 Meter lange, rückverankerte Spundwand. Die ca. 250 Einzel- und Doppel-Spundbohlen haben insgesamt ein Gewicht von ca. 600 Tonnen und eine Ansichtsfläche von ca. 4.000 m². Die einzelnen Bohlen sind bis zu ca. 15 Meter lang und binden im Endzustand bis zu ca. 9 Meter in den Untergrund ein. Die Rammung erfolgt auf einer extra dafür hergestellten Rammebene.

Für die gesamte Kaianlage wird eine 290 Meter lange Uferwand mit Spundwänden errichtet. Die Spundwände werden an den äußeren Flügeln als unverankerte Wand ausgebildet. Im Bereich mit zu erwartenden bzw. eingeplanten Verkehrslasten werden die Spundwände rückverankert. Die Verankerung erfolgt durch eine Gurtung und Horizontalanker in verschiedenen Höhen und mit rückwärtigen Ankerwänden. Die Stahl-Anker sind 2,85 bis 23,65 Meter lang. Die Ankerwände sind ebenfalls Spundwände und haben als Doppelstahlbohle eine Länge von bis zu 2,20 Meter.

Der obere Abschluss der Spundwand wird auf einer Länge von ca. 230 m mit einem Betonholm ausgebildet. Die übrigen Spundwände im westlichen Flügelbereich und an der Sliprampe erhalten eine Abdeckung als Stahlholm. Die Spundwände, Anker, Gurtungen und Holme werden werkseitig vollständig mit einem Korrosionsschutz ausgestattet und geliefert. Es wird zudem ein Beschichtungssystem nach der Liste der zugelassenen Systeme für Binnengewässer verwendet, welches eine Zulassung in Verbindung mit den chemischen Verhältnissen des Grund- und Seewassers, hier insbesondere dem derzeit noch geringen pH-Wert von um die 3,0 im Bergbaufolgesee und in Verbindung mit dem gleichzeitigen Betrieb einer Kathodischen Korrosionsschutzanlage besitzt.

Bauschild vom künftigen Gewerbegebiet der Stadt Senftenberg am Sedlitzer Nordufer

Impressionen vom Nordufer


Ausbauarbeiten an Kleiner Spree i. A. der LMBV vom Auftragnehmer HAGN UT begonnen

Nach langwieriger Munitionsverdachtssuche konnte Ausbauvorhaben baulich beginnen

Senftenberg/Spreetal. An dem rund 5,4 Kilometer langen Abschnitt der Kleinen Spree zwischen dem Auslauf vom Restloch Burghammer bis zur Einmündung in die Spree haben die genehmigten erdbaulichen Maßnahmen der LMBV im April 2020 beginnen können. Auftragnehmende Firma ist hier die HAGN Umwelttechnik GmbH aus Sulzemoos. Eine ökologische Baubegleitung wird durch die Fachfirma SWECO sichergestellt.

Zunächst laufen derzeit nach Herstellen einer Baustraße sowie von Entwässerungsplätzen im nördlichen Bauabschnitt III erste Entschlammungsarbeiten. Dabei wird mit einem Bagger mit angeschlossener Saugpumpe die teilweise EHS-belastete Kolmationsschicht ausgesaugt. Das Baggergut wird in große geotextile Geotubes eingeleitet und nach einem ca. vierwöchigen Trocknungsprozess fachgerecht beprobt und entsorgt.

Es folgen dann abschnittsweise erdbauliche Maßnahmen zum Herstellen des Flussprofils. Dazu wird die Sohle auf ca. 5 bis 6 Meter verbreitert und die Sohlschichten u.a. mit Grobkies neu aufgebaut. Dabei entsteht durchgängig auch eine Niedrigwasserrinne. Auf ca. einem Kilometer wird zudem das Profil aufgeweitet und naturnah ausgebaut. Die Arbeiten sollen im Wesentlichen bis 2021 umgesetzt werden. Es folgt noch der separat auszuschreibende Ersatzneubau von zwei Brückenbauwerken für die Realisierung in 2021. Nach den Ausbauarbeiten sind standorttypische Ersatzpflanzungen vorgesehen.

Der Ausbau der Kleinen Spree wurde im März 2018 planfestgestellt. Er dient vorrangig der Erhöhung des Durchflusses von bisher ca. vier Kubikmeter/Sekunde auf sieben Kubikmeter/Sekunde innerhalb des langfristigen Bergbausanierungs-Projektes „Speichersystem Lohsa II“. Seit Herbst 2018 liefen bereits bauvorbereitende Maßnahmen in enger Abstimmung mit der Kommune Spreetal und den Anliegern. Es folgten 2019 archäologische Grabungen durch das Landesamt für Archäologie Sachsen sowie eine aufwendige Kampfmittelsondierung entlang des Flusslaufes bis März 2020, bei der bereits in der Kleinen Spree u.a. mittels Bagger Materialien zur Munitionsverdachtsprüfung an den Ufern von den Kampfmittelbeseitigern abgelegt wurde.

Bereits entschlammter Flussabschnitt der der Kleinen Spree bei Spreewitz

Impressionen von der Baustelle im Abschnitt III - Fotos: Uwe Steinhuber


Vereins-Regattastrecke am Dreiweiberner See wird errichtet

Lohsa. Am Dreiweiberner See wird derzeit eine Regattastrecke mit automatischer Startanlage für muskelbetriebene Sportboote errichtet. Hintergrund der Maßnahme ist die aus geotechnischen Gründen erforderlich gewordene Sperrung des Knappensees, an dem der Wassersportverein "Am Blauen Wunder" e.V. Dresden ursprünglich seinen Sitz hatte.

Um diesem eine Weiterarbeit zu ermöglichen, wurde der Nordstrand des Dreiweiberner Sees im Rahmen einer LMBV-§4-Maßnahmen mit der Gemeinde Lohsa soweit ertüchtigt, dass ein Vereinsgebäude entstehen konnte, das 2017 fertiggestellt werden konnte. Nun ergänzt der Verein wiederum in einem §4-Teilprojekt diese Maßnahme durch eine neue Regattastrecke, durch motorisierte Begleitfahrzeugtechnik und durch den vom Knappensee an den Dreiweiberner See umgesetzten Bootssteg.

Die Regattastrecke soll, wie bereits am Knappensee praktiziert, auch am neuen Standort für die Austragung internationaler Wettkämpfe geeignet sein. Die Projektträgerschaft für diese Maßnahme ist von der LMBV mbH auf den Wassersportverein "Am Blauen Wunder" e.V. übertragen worden, da dieser auch der Folgenutzungsträger für die Regattastrecke ist.