Fortschritt auf Lausitzer Baustellen der Bergbausanierer an Bergbaufolgeseen

Kaimauer und Hochbau am künftigen Sanierungsstützpunkt am Sedlitzer See kommen voran

Senftenberg. Das sonnige Mai-Wetter ermöglicht einen guten Baufortschritt auf verschiedenen Baustellen der LMBV in der Lausitz. Hier einige Impressionen vom 27.05.2020. Zu sehen sind u.a. die Baustelle des Auftragnehmers STRABAG am Nordufer des Sedlitzer Sees, wo die Spundwand-Kaimauer und der künftige Sanierungsstützpunkt entstehen.

Zwei §4-Vorhaben in Projektträgerschaft der LMBV gedeihen ebenfalls: Am Ufer des Großräschener Sees wächst der von der Kommune beauftragte Parkplatz für den künftigen Stadtstrand, auch als Ilsestrand bezeichnet. Gleiches gilt für den künftigen SEE-Strand bei Lieske, für den sich der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg als Auftraggeber verantwortlich zeigt.

Postkarten-Wetter in der Lausitz


MDR-Interview im Goitzsche-Wald mit Revierförster Uwe Häfker — SENDETERMIN 3.6.

Robinie als Baum des Jahres - eine relativ anspruchslose Pionierbaumart

Leipzig/Bitterfeld-Wolfen. Die Robinie ist der Baum des Jahres 2020. Vor dem Hintergrund der diesjährigen Dürre und ihren Folgen für den Waldumbau in Deutschland interessiert sich das MDR-Fernsehen, Redaktion Exakt, für die älteren Robinienbestände im Goitzsche-Gebiet bei Bitterfeld-Wolfen.
Am 12. Mai 2020 berichteten LMBV-Förster Uwe Häfker sowie Ramona Niklisch, die frühere Försterin, vor Ort über ihre Erfahrungen mit dieser gebietsfremden Baumart, die seit der DDR-Zeit zur Rekultivierung gepflanzt worden ist. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen wie: Wieso ist der Baum so klimarobust? Wie verhält er sich bei Waldbränden? Wie nimmt die Tierwelt den Baum an?
Ausgestrahlt wird der Fernsehbeitrag am 3. Juni 2020 bei MDR exakt um 20:15 Uhr. Für das freundliche Bereitstellen der Fotos vom Dreh mit Uwe Häfker und Ramona Niklisch dankt die LMBV Dr. Heidi Mühlenberg von der Redaktion bzw. dem Produktionsteam.

Impressionen vom Goitzschewald-Dreh (Fotos: Produktionsteam für LMBV)


Bergbautypisches Relikt im Jubiläumsjahr am länderübergreifenden Lappwaldsee aufgestellt

Erstes FLÖZerfest soll 2021 am Grenzkohlepfeiler stattfinden

Harbke/Helmstedt. Das für den 24. Mai 2020 vorbereitete 1. FLÖZerfest am Lappwaldsee wurde wegen der Corona-Pandemie auf den 30. Mai 2021 verschoben. Auch der stattdessen geplante nicht-öffentliche kleine Festakt am Seeufer in Harbke musste abgesagt werden.

Um den für die Region so wichtigen Termin dennoch zu würdigen, ließen die Bergbauträger Helmstedter Revier GmbH (HSR) und LMBV zusammen mit dem Planungsverband Lappwaldsee am 19. Mai 2020 im Bereich des ehemaligen Grenzkohlepfeilers am Seeufer in Harbke – ohne Publikum – ein Relikt des Tagebaus auf einer LMBV-Fläche aufstellen.

Es handelt sich um eine ca. 10 Meter lange stählerne Auflaufbrücke, einen Teil des ehemaligen Kohle-Förderbandträgers. Es wurde so abgelegt, dass es mit dem Aufgang des Wassers nach und nach untergehen wird. An dem von HSR zur Verfügung gestellten Anlagenteil will der Planungsverband Lappwaldsee künftig zu besonderen Veranstaltungen ein Seil mit einem Wetterballon installieren lassen.

An ihm kann dann der geplante Endwasserstand des Lappwaldsees von Weitem abgelesen werden, denn es besteht keine freie öffentliche Zugänglichkeit in den Tagebau beziehungsweise zum Relikt. Nach Ende der Seeflutung könnte der Träger als Ziel für Tauchgänge im See dienen.

Hintergrund: Durch den Tagebau zwischen dem niedersächsischen Helmstedt und dem sachsen-anhaltinischen Harbke zog sich einst die innerdeutsche Grenze. Entsprechend des Verlaufes der innerdeutschen Grenze entstand dort der sogenannte Grenzkohlepfeiler. Dort, wo in den Jahren 1976 bis 1986 auf dem Höhepunkt der Ost-West-Konfrontation grenzüberschreitend Kohle abgebaut wurde, entsteht nun der „grenzenlose“ Lappwaldsee.

Anlässlich des 30. Jahrestages der Deutschen Einheit sollte ab diesem Jahr jährlich ein Erlebnistag in diesem historischen Bereich stattfinden. Um die Verbindung zum Bergbau zu kommunizieren und dem Fest ein Alleinstellungsmerkmal zu geben, wurde der Name „FLÖZerfest“ gewählt.

Die Sanierung und Flutung des künftigen Lappwaldsees steht noch am Anfang. Die beteiligten Bergbauunternehmen nehmen zunächst ihre bergrechtlichen Verpflichtungen zur Wiedernutzbarmachung und zur Herstellung der öffentlichen Sicherheit wahr. Die Kommunen erarbeiten parallel ein länderübergreifendes Konzept, um den Bergbaufolgesee zu einem Naherholungs- und Tourismusgebiet auszubauen.

Impressionen vom Aufstellen


Eisenminderungsmaßnahmen an der Spree bisher im Umfang von mehr als 58 Mio. € realisiert

Für das Umsetzen des Barrierekonzeptes im Süd-Spreegebiet, für Investitionen sowie Aufwendungen für den lfd. Betrieb werden im folgenden Jahrzehnt ca. 20 bis 25 Mio. € pro Jahr nötig

Senftenberg. Der Leiter der LMBV-Projektgruppe Gewässergüte Fließgewässer Lausitz, Sven Radigk, hat kürzlich Fragen der Sächsischen Zeitung mit vielfältigen Antworten untersetzt, die hier dem wesentlichen Inhalt nach wieder gegeben werden.

Der Schwerpunkt der Eisenbelastungen liege demzufolge weiterhin im Spreegebiet Südraum in Ostsachsen. Hier sind ca. drei Kilometer der Kleinen Spree von Burgneudorf bis Spreewitz und sieben Kilometer der Großen Spree, beginnend am Wehr Ruhlmühle in Neustadt/Spree (OT Döschko) bis Spreewitz, durch die Exfiltration von bergbaulich beeinflusstem Grundwasser in die v. g. Fließgewässer stark eisenbelastet. Nach dem Zusammenfluss von Kleiner und Großer Spree wurden im Jahr 2019 am Gütepegel in Zerre durchschnittliche und aktuelle Eisen-gesamt-Konzentrationen von ca. 7,0 mg/L gemessen. Dies bedeutet bei einem derzeitigen Niedrigwasserabfluss von ca. 6 m³/s eine Eisenfracht von rund 6.000 kg pro Tag, die von Sachsen nach Brandenburg abfließen und dabei das Stadtgebiet von Spremberg passieren.

Diese Eisenfracht wird dann, durch die Maßnahmen der LMBV im Zulauf der Spree zur Talsperre Spremberg, in deren Vor- und Hauptsperre um ca. 90 Prozent reduziert, sodass am Ablauf des Stausees am Pegel Bräsinchen unkritische Eisen-gesamt-Konzentrationen von ca. 0,5 mg/L gemessen werden, die nachfolgend die „Unterlieger“ (hier vor allem: das Stadtgebiet Cottbus und das UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald) nicht mehr gefährden. Link zum Jahresbericht 2019:

Im Zeitraum von 2013 bis 2019 hat die LMBV im Spreegebiet Nord- und Südraum, in Brandenburg und Ostsachsen, im Projekt mit der Nr. 184 und dem Titel „Bergbaulich beeinflusste Grundwasserbeschaffenheit Lausitz“ (Eisenminderungsmaßnahmen | „Braune Spree“) insgesamt 58,8 Mio. € an Fremdleistungen beauftragt und realisiert. Insofern sind in der Rückschau der vergangenen sechs Jahre durchschnittlich 10 Mio. € pro Jahr aufgewendet worden.

Zurzeit (2020) und in den folgenden zehn Jahren von 2021 bis 2030 werden die Investitionen sowie die Aufwendungen für den laufenden Betrieb der bereits installierten Anlagen, jedoch insbesondere zur Umsetzung des Barrierekonzeptes im Spreegebiet Südraum in Ostsachsen, auf voraussichtlich ca. 20 bis 25 Mio. € pro Jahr anwachsen.

Im Zeitraum von 2014 bis 2019 hat die LMBV auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz ein Pilot- und Demonstrationsvorhaben zur Eisen- und Sulfatreduktion durch Bakterien, die mit Stoffeinträgen (hier: Glyzerin, Stickstoff und Phosphor) „gefüttert“ werden, durchgeführt. Bei der Vermehrung der Bakterien durch Zellteilung wird Sauerstoff reduziert und dadurch gelöstes Eisen und Sulfat als Eisensulfid-Verbindung im Untergrund festgelegt.  

Die Ergebnisse im v. g. Langzeitversuch auf einer Länge von 100 Meter waren grundsätzlich positiv. Das Pilot-Verfahren ist jedoch für die Spreesanierung auf Belastungsabschnitten von 10 km (siehe oben) nicht geeignet. Zurzeit erfolgt für dieses Verfahren im Hinblick auf ein Folgeprojekt in Mitteldeutschland, die Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie zur „Mikrobiell induzierten Eisenretention im Grundwasser-Anstrom der Pleiße am Standort Kippe Witznitz II“ im Auftrag der LMBV.

Bei der chemischen Wasserbehandlung von eisenhaltigen Wässern in technischen (z.B. MWBA Neustadt) oder naturräumlichen (z.B. Vorsperre Bühlow) Anlagen wird zielgerichtet (durch pH-Wertanhebung) die Fällungsreaktion von Klarwassereisen (Fe2+) in partikuläres Eisenhydroxid (Fe[OH]3) induziert.

Dabei entsteht ein voluminöser, wässriger Eisenhydroxidschlamm (EHS) der überwiegend (> 90 %) nicht toxisch (also ungiftig) ist und somit als nicht gefährlicher Abfall gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG), einer stofflichen Verwertung (z.B. als Zuschlagstoff zur Ersatzbaustoffherstellung) zugeführt werden muss statt durch ein Beseitigungsverfahren (z.B. Deponierung) entsorgt zu werden. Weitere Hinweise sind hier zu finden: Umgang der LMBV mit EHS

Beispiele der LMBV-Eisenminderungs-Projekte an der Spree im Südraum


Position unverändert: Akute Verschärfung der Sulfatproblematik wird derzeit nicht gesehen

Sulfatkonzentrationen im Spreeverlauf werden regelmäßigen von der AG Flussgebietsbewirtschaftung begutachtet

Senftenberg. Die Sulfat-Konzentrationen im Spreeverlauf werden in regelmäßigen Abständen von der AG Flussgebiets-Bewirtschaftung begutachtet. In dieser sind neben den Vertretern der Ministerien und Fachbehörden der Länder Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt auch die sächsische Landestalsperren-Verwaltung, die LMBV und die LEAG vertreten.

Spree - Symbolbild

Aufgrund der derzeitigen Niedrigwassersituation trifft sich die Ad-Hoc-Arbeitsgruppe-Extremsituation der AG Flussgebietsbewirtschaftung im zweiwöchigen Rhythmus, um über Maßnahmen zur Wassermengen- und Wassergütebewirtschaftung zu sprechen und notwendige Maßnahmen festzulegen. Grundsätzlich ist es auch richtig, dass die geringe Wasserführung der Spree in der Konsequenz auch eine höheren Sulfatkonzentration mit sich bringt. Derzeit ist jedoch die Mengenproblematik vorrangig. Eine akute Verschärfung der Sulfatproblematik wird derzeit nicht gesehen.

Aus Sicht der LMBV ist die Situation im Wasserwerk Briesen in den zurückliegenden Monaten und Jahren, trotz der Niedrigwassersituationen, bisher nicht kritisch gewesen. Auch während der letzten beiden Trockenjahre hat die FWA Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft mbH ihren Versorgungsauftrag erfüllen können, so LMBV-Pressesprecher Dr. Steinhuber. Eine kürzlich von verschiedenen Seiten angesprochene und als notwendig angesehene Gefährdungseinschätzung dient nach Kenntnis der LMBV dazu, abzuklären, unter welchen Bedingungen das Wasserwerk Briesen tatsächlich Probleme bekommen könnte.

Dies bestätigte auch der Prokurist der Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft mbH Michael Scheel laut MOZ online v. 19.05.2020 in einem Artikel von Frank Groneberg wie folgt: „…es müsse auch niemand befürchten, dass die Versorgung mit Trinkwasser gefährdet sei, weil das Wasserwerk in Briesen seinen Betrieb einstellen müsste, wie vergangene Woche zu hören war. "Es gibt keinen Grund dafür, zu befürchten, dass das Wasserwerk in Briesen in diesem Jahr abgeschaltet werden müsste", beruhigt er.

"Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser ist sicher." Damit das so bleibt, müsse aber das Problem mit der Sulfatbelastung endlich gelöst werden. Aktuell liegt sie bei 210 Milligramm je Liter (mg/l) Trinkwasser und damit noch immer unter dem in der deutschen Trinkwasserverordnung festgelegten Grenzwert von 250 mg/l…“ Quelle: MOZ „Sulfatbelastung: Wasserwerk Müllrose könnte sofort saniert werden“

"Ein langfristig weiterer Anstieg der Sulfatfrachten wird nach Expertenmeinung nicht erwartet“, so LMBV-Pressesprecher Dr. Uwe Steinhuber auf Nachfrage.

Hintergrund: Der aktive sowie der stillgesetzte Braunkohlenbergbau in der Lausitz tragen aus Grubenwasser-Reinigungsanlagen, aus der Kühlturmabflut von Braunkohlenkraftwerken, aus Bergbaufolgeseen und durch diffuse Grundwasserzutritte in Gebieten des Grundwasserwiederanstiegs Sulfat in die Spree ein. Das Bundesunternehmen LMBV als Projektträgerin der Bergbausanierung ist jedoch hinsichtlich der Sulfateinträge in der Lausitz nicht nur Teil des Problems, sondern vor allem Teil der Lösungen: da es derzeit keine großtechnisch einsetzbaren Technologien zur Sulfat-Abreicherung gibt, kann momentan nur durch Verdünnen ein Senken der Sulfatkonzentrationen in den Vorflutern erreicht werden.

Spree-Impressionen F.: P. Radke| LMBV


Initialneutralisation des Sedlitzer Sees wird voraussichtlich im Juni 2020 beginnen

Blick ins Lausitzer Seenland: Künftiger Sedlitzer See im Hintergrund des Fotos

Senftenberg/Sedlitz. Das Tagebaurestloch Sedlitz wird voraussichtlich ab Juni 2020 im Auftrag der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) bekalkt.
Diese Initial-Neutralisation erfolgt mit dem LMBV-eigenen Gewässerbehandlungsschiff „Klara“, das bereits auf dem Partwitzer See im Einsatz war. Die Maßnahme wird voraussichtlich bis Ende September 2020 durchgeführt.
Rund 10.000 Tonnen so genannter Branntkalk werden dann in den Sommermonaten in das Bergbaufolgegewässer eingebracht, pro Tag werden es rund 150 Tonnen sein.
Das Schiff wird an der temporären Einlassstelle (Löschwasserentnahme) am Westufer bei Sedlitz zu Wasser gelassen und befüllt. Dazu ist es notwendig, dass täglich bis zu sieben Silofahrzeuge durch den Ort Sedlitz fahren und den Kalk anliefern.

Bilck vom Rostigen Nagel hinüber zum Sedlitzer See

Impressionen vom Sedlitzer See


Borna: Espenhain-Ausstellung „Innenansichten eines Kombinats“ lädt erneut zum Besuch ein

Museum der Stadt Borna ist mit Ausstellung wieder geöffnet

Borna. Die ursprünglich bis Ende Mai 2020 geplante Sonderausstellung im Museum der Stadt Borna mit Werksfotografien aus dem VEB Braunkohlenveredelungswerk Espenhain ist seit 22. Mai wieder offen. Im März konnten die Fotos nur an drei Tagen gezeigt werden, aber die Resonanz war mit 270 Besuchern überwältigend. Daher wurde die Ausstellung bis zum 31. Juli 2020 verlängert. Nun hoffen die Macher der Ausstellung - das Soziokulturelle Zentrum KuHstall e. V. Großpösna und das Museum der Stadt Borna - auf die Wiederentdeckung durch weitere Besucher.


Weltbienentag am 20. Mai – Wild- und Honig-Bienen in den Bergbaufolge-Landschaften

Bergbausanierer LMBV hat neun Standorte für Honigbienen regionalen Imkern zur Verfügung gestellt – Wilde schwarze Mauerbiene kommt in der Lausitz nur in ehemaligen Tagebauen Schlabendorf und Seese vor

Senftenberg/Leipzig. Untersuchungen ergaben, dass beispielsweise im „Naturparadies Grünhaus“, einer Bergbaufolgelandschaft der Tagebaue Kleinleipisch/Klettwitz, welches durch die NABU-Stiftung betreut wird, u.a. insgesamt elf wertgebende, nicht parasitisch lebende Bienenarten vorkommen.

So auch die spezialisierte Dünen-Seidenbiene und die auf Abbruchkanten und Steilhänge angewiesene Gebänderte Pelzbiene. In Sachsen wurden in den Bergbaufolgelandschaften bis zu 98 vom Aussterben bedrohte und stark gefährdete Arten nachgewiesen, in Sachsen-Anhalt waren es 68 Arten. Dazu zählen auch solche, die regional bereits als ausgestorben bzw. verschollen gelten.

Winterimpression vom Ufer des Schlabendorfer Sees nahe Wanninchen im Sanierungsbereich Lausitz

Neben den Wildbienen, die in den Bergbaufolgelandschaften einen idealen Lebensraum finden, gibt es auf den Flächen der ehemaligen Tagebaue auch Standorte, die regionalen Imkern für Honigbienen zur Verfügung gestellt werden. Derzeit gibt es diesbezüglich acht Nutzungsverträge im mitteldeutschen Raum und einen aktiven Vertrag der Lausitz. Anfragen von Imkern werden grundsätzlich positiv beantwortet, sofern es sich um begehbare Flächen außerhalb geotechnischer Sperrbereiche handelt.

Bergbaufolgelandschaften des Braunkohlenbergbaus bieten auch für die kleinen, leicht zu übersehenden Arten große Chancen. Die großen, oft unzerschnittenen Nachbergbau-Flächen, die Armut an Nährstoffen und die relative Störungsarmut gegenüber der normalen Kulturlandschaft sind die Voraussetzungen für das Vorkommen hunderter, häufig gefährdeter und selten gewordener Tier- und Pflanzenarten. Insbesondere für Insekten und Spinnen sind es geradezu ideale Lebensräume. Die Lebensraummosaike aus offenen Flächen, Gras- und Buschflächen, kleinen Steilkanten und Hängen und schließlich Waldflächen unterschiedlichster Dichte und Struktur bieten eine große Vielfalt an Nahrungs- und Brutplätzen.

So sind die Bergbaufolgelandschaften das Zuhause mehrerer in Deutschland hochgradig gefährdeter Wildbienenarten. Neben einzeln lebenden Arten gibt es unter ihnen auch in Brutkolonien nistende oder wie die Honigbiene auch staatenbildende Arten. Parasitisch lebende Kuckucksbienen sammeln dagegen keine Nahrung, sondern schmuggeln ihre Eier in die Brutzellen anderer Arten.  Zwei vom Aussterben in Deutschland bedrohte Arten sind die die Samthummel und die Schwarzbürstige Mauerbiene.

Letztere kommt in blütenreichen Säumen und Lichtungen von Wäldern der Lausitz einzig im Bereich der ehemaligen Tagebaue Schlabendorf-Seese vor. In den Bergbaufolgelandschaften sind diese Lebensräume regelmäßig vorhanden, so dass die Schwarzbürstige Mauerbiene eine gute Chance hat, sich wieder im Lausitzer Revier auszubreiten und damit ihr Vorkommen zu stabilisieren.

Es gibt übrigens etwa 50 verschiedene mitteleuropäische Arten der Mauerbiene. Eine der häufigsten und mit am weitesten verbreitete Art ist die Rote Mauerbiene, in der Fachsprache als "Osmia rufa" bezeichnet. Sie ist neun bis 14 Millimeter groß, hat einen schwarzen Kopf, der bei den Weibchen schwarz, bei den Männchen weiß behaart ist, und einen rötlichbraunen Körper.

Fotos: Dr. C. Saure für NaturschutzFonds Brandenburg | Ralf Donat, Siemann-Stiftung, für LMBV| Christian Bedeschinski für LMBV, Bergbaufolgelandschaft bei Wanninchen | Peter Radke Luftbild für LBMV | STMUV Bayern


Ausgabe 03/2020 der Unternehmens-Zeitschrift “konkret” Mitte Mai erschienen

Senftenberg/Leipzig/Sonderhausen. Blickt man zurück in die vergangenen Wochen und wagt einen Ausblick auf Kommendes, so wird eines klar: Es sind bewegte Zeiten, in denen auch die Mitarbeiter der LMBV und der von ihr beauftragten Firmen und Institutionen tätig sind.

Das belegt auch die neue Ausgabe der „LMBV konkret“ einmal mehr. Im Editorial würdigt der heutige LMBV-Prokurist und Bereichsleiter Technik Eckhard Scholz die nun schon seit 20 Jahren andauernde Erfolgsgeschichte der Flutungszentrale Lausitz, die er mit aufgebaut hat.

Gewaltig wirken auf Außenstehende die Spundbohlen für die künftige Kaimauer am Sedlitzer See, die in diesen Tagen eingerammt werden: dort entsteht am Nordufer eine Anlegestelle für den Sanierungsstützpunkt der LMBV und das in Erschließung befindliche Gewerbegebiet der Stadt Senftenberg.

Auf dem von der LMBV mit geschaffenen Weinberg am Ufer des Geiseltalsees begann kurz vor Ostern die Winzerfamilie Reifert östlich der Altanlage mit ergänzenden maschinellen Pflanzarbeiten. Auf insgesamt 5,1 Hektar wurden weitere Rebstöcke des "Goldenen Steigers" am Geiseltalsee gepflanzt. Als Würdigung für die gute Zusammenarbeit mit der LMBV während der letzten zwei Jahrzehnte blieb es Dietmar Onnasch, langjähriger LMBV-Abteilungsleiter Projektmanagement Sachsen-Anhalt, vorbehalten, den letzten Rebstock zu setzen. Am 16. April 2020 pflanzte er einen Grauburgunder-Setzling mit Schaufel und Wassereimer.

Die Maßnahmen zur Reduzierung der Eisenfracht in der Spree haben auch 2019 eine sehr gute Wirkung erzielt, konnte Sven Radigk, Leiter der LMBV-Projektgruppe Gewässergüte Fließgewässer Lausitz den Jahresbericht zum „Monitoring der Eisenbelastung der Spree und der Talsperre Spremberg“, der jüngst fertiggestellt wurde, resümieren. Verfasst wurde dieser Bericht vom LMBV-Fachgutachter Dr. Wilfried Uhlmann vom Dresdener Institut für Wasser und Boden (IWB).

Vorbereitungen für Abdichtungsmaßnahmen haben an weiteren Gebäuden begonnen – Ziel der LMBV ist die nachhaltige Sicherung von Gebäuden in Delitzsch gegen ansteigendes Grundwasser. Keller von Wohn- und Geschäftshäuser in der Ritterstraße und der Badergasse sollen in den kommenden Monaten durch den Einbau einer Schwarzen Wanne nachhaltig gegen das aufsteigende Grundwasser im Auftrag der LMBV gesichert werden.

Der Rückbau der rund 65 Kilometer langen Flutungsleitung im Südraum Leipzig i.A. der LMBV schreitet weiter voran. Im Bereich der Weißen Elster, in der Nähe der Ortschaft Kleindalzig, wurde Ende April ein 150 Meter langes Teilstück der Ringleitung erfolgreich aus einem Düker gezogen. Bislang wurden rund 12 Kilometer der nun nicht mehr benötigten Ringleitung abgebaut.

An anderer Stelle wird derzeit an einer neuen Leitung gebaut, nämlich an der Haldenlaugenleitung Menteroda-Wipperdorf. In der Ortslage Friedrichsrode konnte kürzlich mit dem Bau eines großen Speicherschachtes für die Laugenleitung begonnen werden. Dieser Speicherschacht dient zukünftig der Zwischenspeicherung der Lauge für Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten an dieser Leitung. "Insgesamt sind bereits 10,8 Kilometer der insgesamt mehr als 12,4 Kilometer langen künftigen Laugenleitung erstellt", so zuständige Bereichsleiter Jörg Domnowski.


Spreestraße K 8481 wieder vorfristig halbseitig freigegeben und befahrbar

Senftenberg/Neustadt (Spree). Am Nachmittag des 15.05.2020 konnte die Vollsperrung der K 8481 vierzehn Tage vorzeitig aufgehoben werden - geplant war die Sperrung bis zum 29.05.2020. Die weiterführenden Arbeiten der Filterbrunnenverwahrung finden gemäß der Verkehrsrechtlichen Anordnung der Straßenverkehrsbehörde mit halbseitiger Sperrung statt.

Die vorzeitige Aufhebung ist der schnellen fachgerechten Arbeit der Bohrgesellschaft Landsberg GmbH geschuldet, so die auftraggebende LMBV.

Hintergrund: Für diese Filterbrunnen-Nachverwahrung auf LMBV-Flächen im Randbereich des Tagebaus Nochten war vom 30. März 2020 bis einschließlich 29. Mai 2020 eine Vollsperrung der K 8481 zwischen dem Abzweig Grubenwasserreinigungsanlage (GWRA) Tzschelln und der S 130 geplant gewesen.

Die Sperrung erfolgte dabei in zwei Etappen. In der ersten Etappe war der Abschnitt der K 8481 zwischen dem Abzweig Ruhlmühle und der S 130 bis Mitte April betroffen. Danach erfolgte die Sperrung innerhalb der 2. Etappe vom Abzweig Ruhlmühle bis zur GWRA Tzschelln.

Die LMBV und ihre Auftragnehmer sind weiter bemüht, die Beeinträchtigungen durch die noch laufenden Arbeiten möglichst gering zu halten.