Region: Kommunale Ausschreibung von Flächen zur touristischen Nutzung am Bärwalder See

Boxberg sucht Investoren für den Hotel- und Gastronomiebereich sowie den Freizeitsport und verkauft Grundstücke dazu

Boxberg. Im Boxberger Amtsblatt Nummer 7 | 2020 der Gemeinde
Boxberg/O.L. wurde ein Exposé einer öffentlichen Ausschreibung von
touristisch zu nutzenden Grundstücken (Beherbergung, Freizeitanlagen) am
Boxberger Ufer des größten Binnensees im Freistaat Sachsen
bekanntgemacht.

Mit seinen drei Sandstränden ist der LMBV-Bergbaufolgesee nicht nur
bei Badegästen, sondern auch bei Wassersportlern sehr beliebt. Zur
Steigerung der Attraktivität am Bärwalder See werden Investoren für den
Hotel- und Gastronomiebereich sowie den Freizeitsport gesucht. Die
Gemeinde stellt dafür geeignete Grundstücke zur Verfügung.

Der Verkehrswert der beiden Grundstücke liegt laut Gemeinde bei
250.770 € bzw. 175.200 €. Die Verkaufsobjekte liegen im Uferbereich von
Boxberg/O.L. Die kompletten Ausschreibungsunterlagen und auch konkrete
Angaben aus dem Bebauungsplan finden Sie unter folgendem Link der
ausschreibenden Gemeinde: https://www.baerwalder-see.eu/de/aktuelles/aktuelle-meldungen.html


Brandenburgs Wirtschaftsminister Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach bei LMBV zu Gast

Bergbausanierung bleibt ein wichtiger Bestandteil des Strukturwandels in der Lausitz

Senftenberg. Der Sprecher der Geschäftsführung der LMBV Bernd
Sablotny begrüßte am 29. Juli 2020 den Minister für Wirtschaft, Arbeit
und Energie des Landes Brandenburg, Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach,
persönlich zusammen mit dem LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz Gerd
Richter an der LMBV-Baustelle für den künftigen Sanierungsstützpunkt
bzw. des kommunalen Gewerbegebietes am Nordufer des Sedlitzer Sees. Dort
wurde der Minister über die vielfältigen Aspekte der Arbeit des
Bergbausanierers informiert.

Im Mittelunkt standen die Ufersicherungsarbeiten an dem
Bergbaufolgesee – bei noch sechs Meter unter dem künftigen
Zielwasserstand liegenden Seewasserspiegel. Der künftige Hallenstandort
für das Wasserbehandlungsschiff wurde ebenso vorgestellt. Die
Bürgermeister der Stadt Welzow und der Stadt Senftenberg informierten
über die städtischen Vorhaben im Lausitzer Seenland. Betont wurde die
Bedeutung und das Zusammenwirken von
Wiedernutzbarmachung/Bergbausanierung und regionalen Anliegen zur
wirtschaftlichen und touristischen Stärkung der Region für die Zeit nach
dem Bergbau und der bereits gelebte Strukturwandel seit Mitte 1990er
Jahre.

Der Minister ließ sich ebenfalls von der LMBV die Arbeitsweise des
derzeit auf dem Sedlitzer See arbeitenden Sanierungsschiffes „Klara“ bei
einer Inspektionsfahrt erläutern. Den Abschluss fand der Arbeitsbesuch
am Hafen der Stadt Senftenberg, die einen positiven Eindruck des von
Touristen und Einheimischen gut besuchten Bergbaufolgesees vermittelte. Fotos: Steffen Rasche und Dr. Uwe Steinhuber für LMBV

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Impressionen vom LMBV-Besuch


Lausitzer Bundestagsabgeordneter bei Bergbausanierer zu Arbeitsgespräch

MdB Dr. Klaus-Peter Schulze zu Gast bei LMBV-Geschäftsführer B. Sablotny

Senftenberg. Am 23.07.2020 weilte das Mitglied des Bundestages Dr. Klaus-Peter Schulze zu einem Arbeitsbesuch bei der LMBV. Er wurde vom Sprecher der Geschäftsführung, Bernd Sablotny und vom Sanierungsbereichsleiter Lausitz, Gerd Richter, empfangen. Der Abgeordnete und vormalige Bürgermeister der Stadt Spremberg begleitet die Bergbausanierung bereits seit vielen Jahren. Zu den beiderseits interessierenden Themen gehörten die Maßnahmen der LMBV zur Eisenminderung in der Spree ebenso wie die derzeitige Trockenheit in der Lausitz und die damit verbundene Wasserknappheit im Jahr 2020 sowie die Arbeit der Flutungszentrale der LMBV. Dr. Schulze wurde von der Mitarbeiterin Patricia Herrmann begleitet.

Neben dem persönlichen Kennenlernen war Klaus-Peter Schulze die Thematisierung des Lausitzer Wasserhaushaltes wichtig, denn dieser bereitet Schulze als Mitglied des Umweltausschusses große Sorgen. Die aktuellen Wassermengen vieler Bergbaufolgeseen oder auch der Spree hängen ganz entscheidend von der Einspeisung gehobenen Grubenwassers aus den Tagebauen ab. „Es muss also geklärt werden, wie der Wasserhaushalt in der Lausitz nach dem Kohleausstieg erhalten werden kann“, so Schulze. Nach seiner Auffassung sollten, wie auch bereits in Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern des Bundesumweltministeriums sowie des Umweltbundesamtes betont, "unbedingt die bereits bestehenden und gut funktionierenden Strukturen der LMBV in den Prozess des Erhalts des Wasserhaushaltes eingegliedert werden".

Der Lausitzer Politiker ist u.a. Ehrenbergmann der LMBV. Geboren wurde er am 3. Juli 1954 in Döbern, studierte von 1975 bis 1979 in Potsdam, machte dort seinen Abschluss als Diplomlehrer für Biologie und Chemie. Von 1979 bis 1982 war er Lehrer. 1982 bis 1985 erfolgte seine Aspirantur an der Zentrale für Wasservogelforschung der DDR zur Bearbeitung ethologischer Fragestellungen und 1985 seine Promotion zum Dr. rer. nat.. 1990 bis 1994 war er Amtsleiter und Dezernent im Landratsamt Spremberg, 1994 bis 2002 Beigeordneter des Landrates im Landkreis Spree-Neiße sowie von 2002 bis 2013 Hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Spremberg. Seit 2013 ist das CDU-Mitglied Dr. Klaus-Peter Schulze Abgeordneter des Deutschen Bundestages für den Wahlkreis 64.


Aktuelle Luftbildaufnahmen von der Bergbausanierung aus dem Jahr 2020

Faszinierende Blicke auf die LMBV-Bergbaufolge-Landschaften im Osten Deutschlands

RDV-Bagger am RL Greifenhain - Kippenböschungsverdichten am Atdöberner See

Senftenberg/Leipzig/Sonderhausen. Im Auftrag der LMBV war in den Sommermonaten der Fotografenmeister Peter Radke erneut im Hubschrauber unterwegs, um Sanierungs- und Verwahrungsprojekte der Bergbausanierung in den Revieren abzulichten.

Dabei überflog der Fotograf u.a. die Pinge bei Altenberg, die Halden im Mansfelder Land wie auch die Rütteldruckverdichter am Gräbendorfer See oder den Seilbagger am Klinger See. Eindrucksvoll sind auch Bilder von den verschiedenen Bergbaufolgeseen, wobei einige bereits weit entwickelt und andere noch in der Sanierungs- und Flutungsphase sind. Ob es der Große Goitzschesee bei Bitterfeld, der Bischdorfer See bei Lübbenau, der künftige Ilsestrand am Großräschener See oder der Biedermeierstrand am Hayner Ufer und die Sportbucht am  Schladitzer See nördlich von Leipzig ist - sie alle sind Hingucker, Bergbaufolgeseen made by LMBV.

PS: Die berühmte Altenberger Pinge ist ein beeindruckendes Zeugnis der Bergbaugeschichte in Europa. Verursacht durch den Zusammenbruch von unterirdischen Grubenbauen entstand ein Einsturztrichter von beachtlichen Ausmaßen - etwa 400 Meter Durchmesser und 130 Meter Tiefe. 1545 und 1578 stürzten Teile des Grubenbaus ein, was zu mehreren Tagebrüchen führte. Trotzdem wurde der unkontrollierte Erzabbau bis zum großen Pingenbruch am 24. Januar 1620 fortgesetzt. Nach diesem Bruch schlossen sich die betroffenen Gruben zur »Zwitterstocks-Gewerkschaft« zusammen und bauten fortan die Bruchmassen ab. Erst nach 1990 endete der Zinnbergbau in Altenberg und fiel in die Verantwortung der GVV, heute LMBV.

Wohnbebauung an der Goitzsche
Verichtung der Inselufer im künftigen Cottbuser Ostsee
Windräder nahe des Bischdorfer Sees

LMBV-Luftbilder 2020 v. P. Radke


MLUK: Niederschläge helfen nur punktuell – weiterhin Niedrigwasser an Spree u. Elster

Länderübergreifende Ad-hoc-Arbeitsgruppe „Extremsituation“ kam am 20. Juli zum 21. Mal zusammen

Senftenberg. In der jüngsten länderübergreifenden Ad-hoc-Arbeitsgruppe „Extremsituation“, die diesmal in Senftenberg am 20.07.2020 zum 21. Mal zusammenkam, wurden länderübergreifend Maßnahmen abgestimmt, um den angespannten Abflussverhältnissen in den Einzugsgebieten von Spree und Schwarzer Elster zu begegnen. Das wechselhafte Wetter der letzten Wochen führte bisher nur lokal und kurzfristig zur Entspannung.

Daher muss weiterhin umsichtig mit den schwindenden Wasserreserven umgegangen werden. Doris Mischke, Leiterin der LMBV-Flutungszentrale, vertrat diesmal wieder die LMBV in diesem länderübergreifenden Arbeitsgremium - im Foto links.

FZL-Leiterin Doris Mischke

Situation an der Spree

Nachdem sich der Abfluss am Pegel Leibsch UP Anfang Juli noch stabilisierte, sanken die Abflüsse nach dem sommerlichen, zweiten Juliwochenende deutlich. Am 15. Juli konnte am Pegel Leibsch nur noch ein Abfluss von 0,32 Kubikmeter pro Sekunde verzeichnet werden. Um dieser kritischen Situation entgegenzuwirken wurden kurzfristig Fischaufstiegsanlagen und mehrere Spreeausleitungen verschlossen. Mit der schnellen Maßnahmenumsetzung durch die Gewässerunterhaltungsverbände verbesserten sich die Abflussverhältnisse am Ausgang des Spreewaldes wieder. Aktuell (20.07.2020) liegt der Abfluss am Pegel Leibsch UP bei 1,7 Kubikmeter pro Sekunde. Der mittlere Abfluss für den Monat Juli von 7,6 Kubikmetern pro Sekunde (Zeitreihe 1991-2017) wird weiter deutlich unterschritten. Die Niedrigwassersituation bleibt somit weiterbestehen.

Die Talsperre Spremberg erhielt in den vergangenen Wochen nur noch einen niedrigen Zufluss von etwa 6 Kubikmeter pro Sekunde. Zur Stützung des unteren Spreegebietes müssen jedoch weiter über 7 Kubikmeter pro Sekunde abgegeben werden. Der Wasserstand fällt daher täglich um 2 bis 3 Zentimeter und beträgt aktuell 90,89 Meter NHN (Normalhöhennull, Stand 20.07.2020). Das Absenkziel für den Monat Juli wurde somit bereits um 11 Zentimeter unterschritten.

Im Oberlauf der Spree und den sächsischen Zuflüssen bleibt die Niedrigwassersituation durch ausbleibende Niederschläge weiter sehr angespannt. Die Talsperre Bautzen ist aktuell noch zu 66 Prozent gefüllt, und es wurde mit der Niedrigwasseraufhöhung für Brandenburg begonnen. Die Talsperre Quitzdorf kann in diesem Jahr kein Wasser für das Niedrigwasseraufhöhen bereitstellen. Im Speicherbecken Bärwalde stehen noch 21 Prozent des Speichervolumens zur Verfügung. Das noch nutzbare Volumen wird bedarfsgerecht eingesetzt und kann voraussichtlich auch bis September in geringem Maße zur Stützung der Abflüsse in der Spree verwendet werden. Die verbleibenden Reserven in den Talsperren und Speichern werden weiterhin soweit wie möglich schonend eingesetzt.

Situation an der Schwarzen Elster

An der Schwarzen Elster hat sich die angespannte Situation von Anfang Juli weiter verschärft. Am Pegel Neuwiese (Sachsen, zwischen Hoyerswerda und Senftenberg) werden nur noch ca. 43 Liter pro Sekunde gemessen (Stand 20.07.2020). An der Landesgrenze zu Brandenburg führt die Schwarze Elster kein Wasser mehr.

Die Stützung des Abflusses der Schwarzen Elster im Raum Senftenberg erfolgt zu einem großen Teil aus der LMBV-Wasserreinigungsanlage Rainitza mit bis zu 700 Liter pro Sekunde mit dem Ziel, am Pegel Biehlen einen Mindestabfluss zu sichern, der die Wasserqualität und insbesondere den pH-Wert unterhalb von Plessa stabilisieren soll. Aktuell beträgt der Abfluss am Pegel Biehlen 0,516 Kubikmeter pro Sekunde (Stand 20.07.2020). Der mittlere Abfluss für diesen Pegel liegt im Juli normalerweise bei rund 1,78 Kubikmetern pro Sekunde.

Da der Abfluss am Pegel Biehlen in den vergangenen Wochen mehrfach unter 0,5 Kubikmeter pro Sekunde gefallen ist, erfolgt zusätzlich eine moderate Stützung durch die Abgabe aus dem Speicherbecken Niemtsch (Senftenberger See). Der Wasserstand des Speicherbecken Niemtsch liegt aktuell bei 98,62 Meter NHN (20.07.2020) und fällt um ca. 0,5 Zentimeter pro Tag. Quelle: MLUK Presseinformation v. 23. Juli 2020 / redigiert UST


Region: Vortragsreihe und Buchbände zum mitteldeutschen Landschaftswandel

Auftaktveranstaltung unter dem Titel "Gewässer sind Landschaft"

Leipzig. In diesem Jahr der Industriekultur in Sachsen läuft zwischen Juli und November die Vortragsreihe „Wasserwege und Industriekultur“ im Alten Verladebahnhof im Leipziger Stadtteil Plagwitz. Das dortige Vereinshaus des Wasser-Stadt-Leipzig e. V. bot den gemeinsam mit dem Industriekultur Leipzig e. V. organisierten Veranstaltungen das passende Ambiente. Ursprünglich war die Vortragsreihe unter dem Titel „Gewässer sind …“ zur Leipziger World Canals Conference 2020 konzipiert worden und die Auftaktveranstaltung sollte in das Lesefest „Leipzig liest“ während der Buchmesse im März eingebunden werden. Durch die Pandemie verschob sich der Veranstaltungsbeginn auf den Sommer.

Trotz geänderter Rahmenbedingungen war der erste Vortrag „Gewässer sind Landschaft“ bestens besucht: Der Geologe und Autor Dr. habil. Frank W. Junge präsentierte zusammen mit dem Sax-Verlag die gesamte Buchreihe „Landschaftswandel“ im Mitteldeutschen Seenland, in dem auf 736 Seiten zahlreiche Abbildungen, Fotografien, Karten und Schnitte vereinigt worden sind. Birgit Röhling, Verlagsinhaberin, erinnerte eingangs an den Geologen Prof. Dr. Lothar Eißmann, der das Buchprojekt konzipiert hatte und im Juli 2019 noch vor dem Erscheinen der Sonderausgabe verstorben war. Beide Geologen hätten eine „große Idee miteinander umgesetzt“ und in den Büchern zum Süden, Norden und Westen des mitteldeutschen Seenlandes ein einzigartiges Fotoarchiv geschaffen. Walter Christian Steinbach vom DokMitt e. V. gehörte zu den Grußwortrednern und würdigte die Buchtrilogie samt Vorgängerband als „Bibel fürs Neuseenland“. Das Kompendium von Lothar Eißmann/Frank W. Junge vereint im Schuber „Das Mitteldeutsche Seenland“ und „Die Erde hat Gedächtnis“. Es ist erhältlich unter der ISBN 978-86729-242-9. 

Weitere Vorträge sollen folgen, u. a. „Vom Kanupark bis VINETA – Der Gewässerverbund zwischen Störmthaler und Markleeberger See als verbindendes Element im Tagestourismus“ aus Sicht von Peter Krümmel, Bergbau-Technik-Park e. V., sowie „Landschafts- und Strukturwandel – vom aktiven Braunkohlenbergbau zum Leipziger Neuseenland“ von Prof. Andreas Berkner, Regionaler Planungsverband Leipzig-Westsachsen.

Impressionen von der Veranstaltung


Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe zu Gast

Erfahrungsaustausch zwischen LMBV und BGR-Experten

Senftenberg/Hannover. Der Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Prof. Dr. Ralph Watzel war am 13. Juli 2020 mit Mitarbeitern, darunter dem Abteilungsleiter Prof. Dr. Thomas Himmelsbach sowie PD Dr. habil. Christoph Neukum sowie Stabsmitarbeiterin Claudia Blume zu einem Arbeitsbesuch in der Lausitz beim Bergbausanierer LMBV. Sie wurden von Dr. Peer Hoth vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) begleitet.

Die Wissenschaftler wurden herzlich vom Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny, am Sitz des Unternehmens in Senftenberg begrüßt. Im Rahmen von Fachgesprächen, an denen der Bereichsleiter Technik, Eckhard Scholz sowie der Sanierungsbereichsleiter Lausitz, Gerd Richter, teilnahmen, wurden beiderseits interessierende Fragen besprochen und bei einer anschließenden Befahrung von Lausitzer Sanierungsbaustellen und Bergbaufolgeseen vertieft. So informierten sich die Experten u.a. am Ableiter vom Sedlitzer See, am Gewässerbehandlungsschiff „Klara sowie und am Großräschener See über Sanierungsstrategien der Bergbausanierer.

Impressionen vom Arbeitsbesuch der BGR-Vertreter in der Lausitz


Offizieller Spatenstich für Hochbau der Wasserbehandlungsanlage Plessa erfolgt

Der gemeinsame Spatenstich für den Start des Hochbaus der künftigen WBA Plessa

Plessa. Mit dem offiziellen Spatenstich in Plessa begannen am 10. Juli 2020 die Arbeiten für die neue Wasserbehandlungsanlage der LMBV. Mit ihrer Errichtung am Zusammenfluss von Floß- und Hammergraben, am östlichen Ortseingang in Plessa an der B 169, wurde Anfang April dieses Jahres die Bietergemeinschaft WKS Technik GmbH und Otto Heil GmbH & Co. KG beauftragt. Zuvor erfolgte das Setzen der 955 Meter langen Dichtwand um die Anlage durch die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) WBA Plessa, bestehend aus den Firmen BAUER Spezialtiefbau GmbH, AMAND Bau Sachsen GmbH & Co. KG und BERGER Grundbautechnik GmbH. Diese schützt die Baustelle und später die WBA Plessa vor aufsteigendem Grundwasser aus dem feuchten Niederungsgebiet der Schwarzen Elster.

Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, verwies in seinem Grußwort auf die lange Bergbaugeschichte des Großraumes Lauchhammer‒Plessa. Damit verbunden ist auch der vor über 150 Jahren beginnende Eingriff in den Wasserhaushalt. „Mit dem offiziellen Baustart für die Errichtung der Wasserbehandlungsanlage Plessa setzen wir einen ganz wesentlichen Meilenstein für die Bewältigung der bergbaulichen Hinterlassenschaften in der Region.“ Bernd Sablotny dankte dem Bund, vertreten durch Michael Röder vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, sowie dem Land Brandenburg und der anwesenden Gesa Dähnhardt von der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg als Finanziers dieses Projekts.

Im Anschluss schritten Bernd Sablotny, Gerd Richter (LMBV-Bereichsleiter Sanierung Lausitz), Anja Heller (Allgemeine Stellvertreterin des Amtsdirektors Plessa), Gesa Dähnhardt, Michael Röder sowie die beiden Geschäftsführer der ausführenden Baufirmen, Christoph Heil (Otto Heil GmbH & Co. KG) und Petra Räuber (WKS Technik GmbH) zum Spatenstich.

Die rund 4,5 Hektar große Anlage wird nach ihrer Inbetriebnahme die Schwarze Elster vor einem Eiseneintrag, insbesondere aus dem Hammergraben und Floßgraben, und einer damit einhergehenden Versauerung schützen. Eine Wasserbehandlung der einzelnen kleinen Gewässer in der sogenannten Kleinen Restlochkette wäre technisch zu aufwendig und erzielt durch weiter zuströmendes Grundwasser nur kurzfristig einen Erfolg. Während des Anlagenbaus wird das Wasser aus dem Hammergraben über eine insgesamt 430 Meter lange Rohleitung umgeleitet.

In der dreistraßigen Anlage werden künftig bis zu 1,6 Kubikmeter Wasser pro Sekunde behandelt. Der pH-Wert wird dadurch von circa drei auf 6,5 bis 8,5 angehoben. Die Eisenfracht soll zukünftig so von durchschnittlich 60 mg/l auf unter drei mg/l reduziert werden. Von der Planung bis zum Regelbetrieb der Wasserbehandlungsanlage Plessa sind 80 Millionen Euro veranschlagt. Das Bauende ist für Ende 2021 anvisiert. Danach folgt ein einjähriger Einfahr- und Probebetrieb.

Funktionsprinzip der Wasserbehandlungsanlage Plessa

Das Oberflächenwasser aus dem Floß- und Hammergraben wird oberhalb der Wehranlage über das Entnahmepumpwerk zur Eisenoxidation in das Reaktionsbecken geleitet. Durch die Zugabe von Kalkmilch wird die Eisenoxidation angeregt. Ein dem oxidierten Oberflächenwasser zugegebenes Flockungshilfsmittel sorgt dafür, dass der Eisenhydroxid-Rohschlamm (EHS) sich anschließend in den am Hammergraben entlang angeordneten Sedimentationsbecken absetzt. Über eine Ablaufleitung wird das an der Oberfläche abgezogene Klarwasser über eine Ablaufturbine zur Energierückgewinnung wieder in den Hammergraben eingeleitet.

Das EHS-Pumpwerk befördert den zurückgebliebenen Rohschlamm zur EHS-Aufbereitung. Dieser wird in den drei stationären Schlammeindickern durch die erneute Zugabe von Flockungshilfsmitteln konzentriert. Anschließend erfolgt die Schlammentwässerung und abschließend dessen Konditionierung mithilfe weiterer Flockungshilfsmittel und/oder Flugasche. Der dadurch hinsichtlich seiner Konsistenz transportfähige EHS wird schließlich auf LKWs verladen und einer Verwertung oder Entsorgung zugeführt.

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Bildunterschrift: Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny; Anja Heller, Stellvertreterin des Amtsdirektors Plessa, Michael Röder vom Bundesumweltministerium, die Geschäftsführer Christoph Heil von der Otto Heil GmbH und Petra Räuber (WKS Technik GmbH), Gesa Dähnhardt (Gemeinsame Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg des MIL) sowie LMBV-Bereichsleiter Sanierung Lausitz Gerd Richter (von rechts) beim gemeinsamen Spatenstich. Foto: Steffen Rasche für LMBV

Eindrücke vom Spatenstich (Fotos: Filmart Potsdam, Steffen Rasche)


MDR-Doku über Ferropolis auf der Halbinsel Golpa-Nord am 14. Juli im TV

MDR-Reihe "Der Osten - Entdecke wo Du lebst" stellt Veranstaltungsarena und seine Geschichte vor

Ferropolis| Gräfenhainichen. Angesicht der Corona-Beschränkungen muss
sich die Veranstaltungsarena Ferropolis auf der Halbinsel Golpa-Nord
wieder neu erfinden. Die MDR-Reihe "Der Osten - Entdecke wo Du lebst"
stellt regelmäßig solch interessante Orte vor, erzählt ungewöhnliche
Geschichten vom Leben in Mitteldeutschland und nimmt die Zuschauer mit
auf Entdeckungsreise durch ihre Heimat. Am 14. Juli 2020 wird um 21.00
Uhr der 45minütige Film von Petra Bertram zu „Ferropolis - Die Stadt aus
Eisen“ gesendet. Die Dimension der Technik und der Maschinen sowie der
umgebende ehemalige LMBV-Bergbaufolgesee beeindrucken noch immer.

Vor 25 Jahren wurde die "Stadt aus Eisen" mit Unterstützung der
Treuhand und auch der LMBV bzw. MBV gegründet, mitten im Bitterfelder
Braunkohlerevier auf dem Gelände des ehemaligen LMBV-Tagebaus
Golpa-Nord. Ein Veranstaltungsort sollte Ferropolis werden, der
Besucher, Geld und Zukunft in die Region lockt, aber auch die
Lebensgeschichten der Bergarbeiter und Bergarbeiterinnen bewahrt. ihn.
Ein bisschen fühlte sich an wie in einem romantischen Gemälde, "wo Ruine
und Natur und Landschaft eine besondere Kraft entfalten", so
Geschäftsführer Thies Schröder im Film. Ferropolis sei nach dem Ende der
DDR und dem Tagebau-Aus gewissermaßen aus der Krise entstanden,
erinnert Schröder. Er kämpft nun mit seinem Team dafür, dass die "Stadt
aus Eisen" auch die Pandemie überdauert; nicht nur als Kulisse für
Konzerte, sondern als Monument einer Ära.

Was kann Ferropolis den Bergleuten in anderen Braunkohle-Regionen,
denen mit dem beschlossenen Kohleausstieg das gleiche Schicksal
bevorsteht, weitergeben? Das zeigt die 45minütige Reportage von Petra
Bertram. Normalerweise finden in Ferropolis bei Gräfenhainichen im
Sommer Großkonzerte wie das Melt!-Festival mit bis zu 30.000 Besuchern
statt. Die fielen im Jahr 2020 bisher wegen der Pandemie aus. Anfang
Juli gab Geschäftsführer Thies Schröder bekannt, das
Veranstaltungsgelände sei daher akut von Insolvenz bedroht. Ferropolis
fehlten vierhunderttausend Euro Umsatz. Insbesondere seien die laufenden
Kosten vor allem zum Erhalt der Industriedenkmäler eine
Herausforderung.

Noch kurz vor der Pandemie seien rund 350.000 Euro in der erhalt die
"Stadt aus Eisen" investiert worden. Denn an den Tagebau-Großgeräten wie
der "Medusa" oder dem „Mosquito“ nage der Zahn der Zeit, der Rost. Mit
einem Autokino-Event wurde der Corona-Zeit getrotzt. Als Vorfilm und
Auftaktfilm lief u.a. der von der LMBV in Zusammenarbeit mit der Fa.
FilmArt Potsdam erstellte Filme „Von der Goitsche zur Goitzsche – Vom
Tagebau zur LandArt“ aus dem Jahr 1999. So waren dann am 5. Juli 2020 ab
ca. 19.00 Uhr in Dauerschleife auch die Bilder von der LMBV und FilmArt
auf der Kinoleinwand zu sehen. Der Anziehungsmagnet für die Gäste war
aber der Hauptfilm in Spielfilmlänge „Gundermann“.

Fotos: LMBV-Archiv - Fotografen R. Bär, P. Radke und C. Bedeschinski für LMBV


LMBV: Weiterer Bergbaufolgesee für Angelei und Fischerei verpachtet und geöffnet

Ab 8.7.2020 mit Angelerlaubnis der Brandenburger und sächsischen Verbände als Pächter des Seeherstellers und Eigners LMBV ist der Geierswalder See für Angler nutzbar

Senftenberg/Geierswalde. Fünf Angel- und Fischereiverbände aus
Sachsen und Brandenburg hatten am 8. Juli 2020 an den Geierswalder See,
einem Bergbaufolgesee der LMBV, eingeladen. Anläßlich des kürzlich im
Umlaufverfahren unterzeichneten Pachtvertrages zwischem dem
Bergbausanierer und einer ARGE “Lausitzer Seenland“ konnte nun ein
weiterer Bergbaufolgesee für Angelei und Fischerei verpachtet und
geöffnet werden.

Der Geierswalder See, auch als Speicherbecken Koschen bekannt, ist
ein sich noch in Herstellung befindliches, künstliches Gewässer, das zur
sogenannten bergbaulichen Restlochkette Sedlitz, Skado, Koschen gehört,
bei dem der Betrieb noch unter Bergaufsicht steht. Die Sanierung des
ehemaligen Tagebaus Koschen ist nahezu abgeschlossen. Es wird ein
Gewässer hergestellt, welches künftig überwiegend der Erholung, d.h. für
Baden, Segeln, Angeln usw. dienen wird, aber auch in Teilbereichen
wertvolle Naturschutzfunktionen erfüllt.

Der größte Teil des Gewässers befindet sich im Freistaat Sachsen – im
Landkreis Bautzen liegen 532 ha. Etwa 15 Prozent der Gewässerfläche
gehören zum Land Brandenburg und liegen im Landkreis
Oberspreewald-Lausitz; das sind rund 98 ha. Der See liegt im südlichen
Kernbereich des „Lausitzer Seenlands“. Einige Uferbereiche im Norden und
Westen liegen im Naturschutzgebiet „Sorno-Rosendorfer-Buchten“. Rund
509 ha der bereits vorzeitig vielfältig genutzten Wasserfläche des Sees -
aufgrund des Gemeingebrauchs und der Schiffbarkeit - sollen nun ab Juli
2020 auch fischereilich genutzt werden können.

Auf Grundlage der Gewässerrahmenvereinbarungen zwischen der LMBV und
dem Freistaat Sachsen bzw. zwischen der LMBV und dem Land Brandenburg
werden die länderbezogenen Bereiche des Gewässers nach Beendigung der
Sanierung an das jeweilige Bundesland übergeben. Vor diesem Hintergrund
wurde auf der Grundlage der Bestimmungen der Fischereigesetze des
Freistaates Sachsen (SächsFischG) sowie des Landes Brandenburg
(BbgFischG) das Fischereiausübungsrecht ausgeschrieben.

Im Ergebnis einer Ausschreibung im Jahr 2019 wurde das
Fischereiausübungsrecht von der LMBV an die Arbeitsgemeinschaft (ARGE)
zur Förderung, Erhaltung und Pflege des Fischbestandes und der Gewässer
im „Lausitzer Seenland“ vergeben. Dazu wurde ein Pachtvertrag mit dieser
ARGE geschlossen, zu der der AVE, der LVSA, der SLFV; der LFVB sowie
der LAVB gehören. Der Pachtvertrag läuft zunächst über 15 Jahre bis Ende
2035.

Als Vertreter dieser Arbeitsgemeinschaft “Lausitzer Seenland“ aus den
fünf Verbänden, welche nun am Geierswalder See
fischeiausübungsberechtigt ist, begrüßte stellvertretend der Präsident
des AVE, BZ-Vize-Landrat Udo Witschas die zahlreich geladene Vertreter
sächsischer und Brandenburger Ministerien, Verbände und Landkreise, um
gemeinsam mit Vertretern der LMBV als Seeherstellerin, Eignerin und
Verpächterin des Fischereirechtes die Freigabe offiziell zu besiegeln.
Er sparte in seinem Begrüßungsworten nicht mit Lob für das Engagement
der LMBV zum Herstellen solcher nachnutzbaren Gewässer.

Für die Brandenburger Verbände sprach MdL Günter Baaske, Präsident
des Landesanglerverbandes Brandenburg und begrüßte das gemeinschaftliche
Vorgehen. Er wurde u.a. begleitet vom Hauptgeschäftsführer des
Landesanglerverbandes Brandenburg Andreas Koppetzki und MOL-Landrat
Gernot Schmidt, Präsident des LFVB. Auch Bautzens Landrat Michael Harig
war wie auch der Verbandvorsteher des ZV LSB Detlef Wurzler und der
Geschäftsführer des ZV LSS Daniel Just der Einladung gefolgt.

Für die LMBV verwies der Abteilungsleiter Umweltschutz/Rekultivierung
Michael Stärke auf die Wiedernutzbarmachungs-Verpflichtung der LMBV.
Die Ergebnisse der langjährigen Arbeit der Bergbausanierer beim
Herstellen von neutralen Bergbaufolgeseen, die ab einem bestimmten
Zeitpunkt auch der Hegeverpflichtung unterliegen, sind nicht nur am
Geierswalder See auszumachen. Auch für den Dreiweibener See, den
Bärwalder See, den Berzdorfer See sowie den Gräbendorfer See konnten
Regelungen zwischen LMBV und Verbänden in der Lausitz erreicht werden.
Die gute Zusammenarbeit mit den Verbänden ist u.a. auch am Zwenkauer See
und am Störmthaler See bereits für die Nutzer spürbar.

Ab 15.00 Uhr des 08.07.20202 darf das frisch freigegebene Gewässer im
Lausitzer Seenland unter Beachtung der geltenden Regelungen beangelt
werden. Angeln dürfen vorerst nur Mitglieder des LVSA sowie des LAVB.
Mitglieder des LAVB benötigen zudem ein gültiges Fangbuch bzw.
Erlaubnisschein des LVSA. Gastangelkarten können vorerst nicht
ausgegeben werden. Dies ist jedoch für die Zukunft vorgesehen. Anläßlich
der Veranstaltung erfolgt zudem noch ein gemeinsammer symbolischer
weiterer Fischbesatz mit Schleien im See.

Fakten: Der Geierswalder See der LMBV wird in seiner
Endkontur einmal folgende Ausmaße haben: max. Nord-Südausdehnung: ca.
3.400 m, max. Ost-Westausdehnung: ca. 3.300 m; Seefläche bei max. 
Wasserstand + 101,0 m NHN ca. 630,0 ha.

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WinWin-Situation für Bergbausanierer und Nachnutzer:
Gemeinsam am Geierswalder See waren die Präsidenten aus Brandenburg wie
MOL-Landrat G. Schmidt (Präsident LFVB) und MdL G. Baaske (Präsident
LAVB) und die sächsischen AVE-Präsidenten Witschas und Friedrich
Richter, Präsident SLFV, die zusammen einen symbolischen Schlei-Besatz
des Bergbaufolgesees vornahmen (Foto oben).

Gemeinsam zum Erfolg für das Angeln und Fischen am Bergbaufolgesee