Bundestagsabgeordnete Caren Lay informierte sich erneut zum Lausitzer Seenland

Scheibe-See diesmal im Mittelpunkt der Lausitz-Sommertour der Abgeordneten

Hoyerswerda | Senftenberg. Am 31. August 2020 informierte sich die
Bundestagsabgeordnete Caren Lay (Linke) bei ihrer jährlichen
Lausitz-Sommertour diesmal zum Scheibe-See.

Als Gesprächspartner standen neben der MdL Antonia Mertsching unter
anderem Spreetals Bürgermeister Manfred Heine (parteilos) und
Hoyerswerdas Oberbürgermeister-Kandidatin Dorit Baumeister sowie Daniel
Just (GF des ZV LSS) und Marcus Heberle (TV LS) und Karsten Handro
(LMBV-Abteilungsleiter Projektmanagement Ostsachsen) zur Verfügung, die
jeweils aus ihren Funktionen heraus  über die aktuelle Situation am
LMBV-Bergbaufolgegewässer bei Hoyerswerda berichteten und sich der
Diskussion stellten.

Dabei ging es u.a. um den Stand des von der LMBV bei der
Landesdirektion Sachsen für die Herstellung des Scheibe-Sees
eingereichten Planfeststellungsverfahrens sowie weitere geplante
Entwicklungen am Bergbaufolgesee, darunter eine vorzubereitende
Einsatzstelle für ein Wasserbehandlungsschiff am Südwestufer. Neben der
intensiv und erfolgreich vorangetriebenen kommunalen Erschließung am
westlichen Ufer war die vom ZV LSS vorgesehene rund 28 Meter hohe
Landmarke am Westufer von besonderem Interesse. In der Diskussion wurden
die mangelnde Finanzkraft der Seenland-Kommunen, die derzeit
unterschiedlichen Ausprägungen der Seenland-Schifffahrtsregeln in
Sachsen und Brandenburg sowie das Thema „Wohnen am Wasser“ tangiert.


Erster Spatenstich mit ZV LSS für den Wasserwanderrastplatz Geierswalder See

Franziska Richter, Hauptamtsleiterin der Gemeinde Elsterheide, der Bautzener Landrat Michael Harig, Daniel Just, Geschäftsführer des Zweckverbands Lausitzer Seenland und Gerd Richter, Bereichsleiter Sanierung Lausitz bei der LMBV (v.l.n.r.)

Senftenberg/Geierswalde. Die Arbeiten der LMBV und
des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen (ZV LSS) im Rahmen der
§4-Maßnahmen am Geierswalder See gehen weiter. Der am Donnerstag, den
27.08.2020, vollzogene erste Spatenstich für das künftige
Multifunktionsgebäude war auch ein Zeichen für die weitere Erschließung
des entstehenden Wasserwanderrastplatzes. Dieser wird im Auftrag des ZV
LSS durch die LMBV geplant und umgesetzt.

Der Bautzener Landrat Michael Harig dankte allen Beteiligten für ihre
Zusammenarbeit. Erst dadurch sei die Verwirklichung des Großprojektes
möglich. Daniel Just, Geschäftsführer des Zweckverbandes LSS, betonte
die Bedeutung des öffentlichen Wasserwanderrastplatzes. Er gilt als
Schlüsselprojekt und dient der Entwicklung des Standortes Geierswalder
See. LMBV-Bereichsleiter Sanierung Lausitz Gerd Richter sprach ebenfalls
den Beteiligten seinen Dank aus und gab einen kurzen Überblick über die
bisherigen LMBV-Maßnahmen am Geierswalder See.

Hierzu zählt unter anderem die Sicherung der Böschung mittels rund
8.000 Tonnen Wasserbausteinen unterhalb des Hotel „Der Leuchtturm“. Die
rund 30 geladenen Gäste konnten sich im Anschluss an den Spatenstich
über den neu entstehenden Wasserwanderrastplatz informieren. Er ergänzt
die bereits seit 2007 an der Südböschung, unterhalb des
Leuchtturm-Hotels, verankerte Schwimmsteganlage für Boote.

Direkt neben dem Segel- und Inklusionszentrum des 1.
Wassersportvereins Lausitzer Seenland e.V. entsteht ein modernes
Multifunktionsgebäude. In dessen Erdgeschoss werden sich Sanitäranlagen
für Gäste mit Duschen und Toiletten befinden. Zudem wird das Büro des
Hafenmeisters in das Gebäude verlegt. Eine Besonderheit im Gebäude ist
die gemeinsame Wache der Wasserschutzpolizei der Bundesländer
Brandenburg und Sachsen. Zudem gehört zum Gebäude eine große Terrasse
mit Blick auf den Geierswalder See.

Im Umfeld entstehen, in unmittelbarer Nähe zum See, Stellplätze für
Caravans, Wohnmobile und Zelte. Auch die bereits vorhandene
Bootseinlassstelle wird um einen barrierefreien Beladungssteg sowie
Landliegeplätze für 22 Sportboote samt Trailern erweitert. Die
Barrierefreiheit auf dem gesamten Wasserwanderastplatz ist dem ZV LSS
ein wichtiges Anliegen und soll in allen Maßnahmen, soweit wie möglich,
umgesetzt werden.


Workshop zur Eisenbelastung der Pleiße vermittelt Bearbeitungsstand des Gesamtprojekts

Vertreter von Kommunen, Behörden und Bürgerinitiative sowie Sanierungsträger im fachlichen Diskurs

Leipzig/Neukieritzsch. Am 27. August 2020 informierten Vertreter des Regionalen Planungsverbandes Leipzig-Westsachsen, der Landestalsperrenverwaltung sowie der LMBV in einer gemeinsamen Folgeveranstaltung die Workshop-Teilnehmer über den aktuellen Untersuchungsstand und die neuen Erkenntnisse zur Gewässergüteverbesserung der Pleiße. Es handelt sich dabei um den 5.
Workshop seit 2017. Um den hygienischen Anforderungen unter Beachtung der Teilnehmerzahl gerecht zu werden, fand die Beratung im Bürgerbegegnungszentrum der Gemeinde Neukieritzsch statt.

Zunächst gab Prof. Dr. Andreas Berkner vom Regionalen Planungsverband als Einladender und Moderator eine kurze Einführung mit Standortbestimmung zum erreichten Sachstand. Im Anschluss erläuterten LMBV-Mitarbeiter Rolf Schlotmann und Benno Janisch den aktuellen Untersuchungs- und Bearbeitungsstand zu möglichen Lösungsansätzen aufbauend auf den Erkenntnissen aus dem letzten Workshop im August 2019. Bei der zurzeit in Erstellung befindlichen Machbarkeitsstudie zur Maßnahme der In-situ-Sulfatreduktion wird untersucht, ob der Lösungsansatz der mikrobiell induzierten Eisenretention geeignet ist, um das exfiltrierende Eisen der Kippe Witznitz zu fixieren und somit den Eintrag in die Pleiße dauerhaft zu reduzieren.

Des Weiteren berichtete die LMBV zur abgeschlossenen Vorplanung der Teileinleitung Wyhra in den Hainer See. Im Ergebnis der Vorplanung wurde die ermittelte Vorzugsvariante als Maßnahme zur „Nutzung von Wasser der Wyhra zur Beschaffenheitssteuerung Hainer See“ bei der Landesdirektion Sachsen als zuständige Genehmigungsbehörde angezeigt, welche im Ergebnis einer allgemeinen Vorprüfung des Einzelfalls eine Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung feststellte. Die weitere Bearbeitung und Planfortschreibung ist in Abstimmung mit der Landesdirektion Sachsen sowie der Landestalsperrenverwaltung vorgesehen. Es wurde vereinbart, in der vorgesehenen, behördlich geforderten Langzeitbewirtschaftungssimulation u. a. eine Kompletteinleitung der Wyhra in den Hainer See bis zu einer noch  festzulegenden Durchflussobergrenze zu untersuchen.

Die Maßnahme zur Verlegung der Pleiße außerhalb des Kippenbereichs als Ort des Haupteiseneintrages und die Durchleitung der Pleiße durch die Witznitzer Seen wurde unter Verweis auf den in Erstellung befindlichen Vorhabens- und Sanierungsplan für die Oberflächenwasserkörper Pleiße-4a und Pleiße-4b (Bereich von Regis-Breitingen bis Leipzig) unter Leitung des sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) eingestellt.

Einen weiteren Tagesordnungspunkt stellte der voranschreitende Strukturwandel und der daraus resultierende Einfluss auf die Wasserhaushaltsgrößen mit ihrer zeitlichen Einordnung im Betrachtungsraum dar. Hierzu gab Prof. Dr. Andreas Berkner eine kurze Ausführung mit Ausblick auf zukünftig zu erwartende Veränderungen durch den politisch beschlossenen Kohleausstieg mit ihren Auswirkungen auf das Mitteldeutsche Braunkohlerevier.

Die Workshop-Teilnehmer verständigten sich darauf, das nächste Treffen in Abhängigkeit des Fortschritts der laufenden Untersuchungen durchzuführen. Zwischenzeitlich soll der Teilnehmerkreis in geeigneter Form über den  Bearbeitungsstand informiert werden.

In Fortführung der transparenten Informationspolitik werden die neuen Erkenntnisse im Gesamtprojekt, d. h. abgeschlossene Untersuchungen bzw. Berichte, wie gewohnt auf folgenden Internetseite dargestellt:  https://www.lmbv.de/index.php/loesungen-fuer-die-pleisse.html.

Anwesend waren die Bürgermeister der Gemeinde Neukieritzsch und der Städte Böhlen und Rötha sowie Vertreter der Städte Borna und Markkleeberg. Des Weiteren gehörten zum Teilnehmerkreis Vertreter der Bürgerinitiative Kahnsdorfer See, des Landratsamtes Landkreis Leipzig, des Zweckverbands Planung und Erschließung Witznitzer Seen, des Regionalen Planungsverbands Leipzig-Westsachsen, der Blauwasser GmbH, der Blauland GmbH und des Sanierungsträgers LMBV.


Bärwalder See gewinnt durch bereits zehn schwimmende Häuser an Attraktivität

Sachsen Ministerpräsident überzeugt sich vom Baufortschritt der Investition - Das Seenland erobert damit weiter den Tourismusmarkt

Senftenberg | Boxberg. Am Bärwalder See errichtet die Firma FHG
Floating House GmbH aus Berlin eine Anlage für bis zu 26 Hausboote und
schwimmende Ferienhäuser am größten See Sachsens. Der Bärwalder See, ein
Bergbaufolgesee der LMBV, gewinnt durch bereits zehn schwimmende Häuser
weiter an Attraktivität.

Ein Projekt dieser Dimension laufe etwa fünf Jahre – drei zur
Vorbereitung und zwei Jahre für den Bau, so die FHG anlässlich des
Besuchs von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer am 24. August
2020. „Die Eröffnung der ersten schwimmenden Häuser am Bärwalder See
sind ein besonderes Highlight und stärken die touristische Entwicklung
in der Region.“ Hier lasse sich die einzigartige Natur rund um Sachsens
größten See auf ganz besondere Weise erleben, so M. Kretschmer später
bei Twitter.

Seit mehreren Jahren – nach Bewilligung des aufgestellten B-Planes –
trieb der Investor das Vorhaben kontinuierlich weiter voran. 2019 konnte
das erste Musterhaus zu Wasser gelassen werden. Geschäftsführer Ulf
Sybel lobte insbesondere die Zusammenarbeit mit den holländischen
Herstellern der Hausboote, aber auch mit der planungsrechtlich
zuständigen Gemeinde Boxberg und dem See-Eigner LMBV. Die Produktion der
ersten schwimmenden Häuser für den Bärwalder See begann im September
2019. Die schwimmenden Häuser bieten eine Gesamtwohnfläche von exakt 67
Quadratmetern, davon 44 Quadratmeter Wohn- und Nebenräume, dazu eine
Terrasse am Bug des Schiffes, eine Bewegungsfläche am Heck sowie eine
große Terrasse auf dem Oberdeck. Die winterfesten Häuser kosten etwa
317.000 Euro pro Stück.

Rund 7,6 Mio. Euro wurden bisher laut Sybel in das Vorhaben
investiert und rund 100 ganzjährig zu mietende Überachtungsbetten damit
entstehen – vergleichbar mit einer mittelständischen Hotelinvestition.
Alle Arbeiten an Land, wie die Medienerschließung, begannen im April
2020. Damit beauftragt waren neben dem Planungsbüro Sweco in Rietschen
Unternehmen der Region in den Gewerken Sanitär und Heizung, Metallbau,
Elektrik und Tiefbau. Lediglich der Auftrag für Wasserbau ging an eine
Spezialfirma außerhalb der Region. Mehr als 35 regionale und
überregionale Partnerunternehmen wirkten mit am Entstehen der neuen
Anlage.

Die meisten der schwimmende Häuser wurden ab etwa 290.000 Euro an
Erwerber aus ganz Deutschland verkauft, die teilweise ihre Häuser in
eine zentrale Vermietung einbringen. Vertraglich gebundener Dienstleiter
für das Beherbergungsgeschäft ist einer Pächter des unweit gelegenen
Marina Campingplatzes M. Schmidt. „Die meisten Investoren vermieten die
Häuser gleich als Ferienhaus weiter, kommen so auf bis zu 180
Übernachtungen im Jahr“, so Sybel. Die Preise sollen um 150 Euro pro
Nacht und Haus liegen. Mit Floatinghouses.de
wurde zudem die „größte Buchungswebsite für schwimmende Häuser und
Hausboote“ geschaffen. Die Firma HouseAway ist für die Vermietung für
den Standort Bärwalder See im Lausitzer Seenland zuständig.

Die Boxberger hatten sich vorab das Projekt an der Goitzsche,
ebenfalls ein von der LMBV gefluteter Bergbaufolgesee, angeschaut. So
was konnten sich die Kommune hier in der Lausitz am Bärwalder See
ebenfalls gut vorstellen, betonte Boxbergs Bürgermeister Achim Junker.
FHG habe bereits 160 „Wasserhäuser“ deutschlandweit errichten lassen.
Ulf Sybel mahnte u.a. die noch immer fehlende Fahrgastschifffahrt an.
Wenig begeistert ist der Investor von den Plänen der Landesdirektion,
den Naturschutzbereich inmitten des Bergbaufolgesees auszuweiten und
adressierte dies an die anwesende Präsidentin des Landesdirektion
Sachsen, Regina Kraushaar. Sachsens größter Binnensee sei mit seinen
beliebten weitläufigen Sandstränden nicht nur bei Badegästen, sondern
auch bei Anglern, Seglern und nun auch Eignern Mietern, beliebt.

Die FHG bietet schwimmende Urlaubsangebote an drei weiteren
Bergbaufolgeseen der LMBV an. Der Geiseltalsee ist ein Tagebaurestsee im
südlichen Sachsen-Anhalt. Der Bergbaufolgesee entstand im Zuge der
Wiedernutzbarmachung im früheren Braunkohleabbaugebiet Geiseltal
nordöstlich von Mücheln. Weitere Angebote hat FHG auch am Großen
Goitzschesee, der aus dem ehemaligen Braunkohlentagebau Goitzsche in
Sachsen-Anhalt hervorgegangen ist. Dieser Tagebaurestsee gehört zum
Bitterfelder Bergbaurevier. Der Gräbendorfer See, niedersorbisch
Grabicański jazor, ist ein 450 ha großer rekultivierter Tagebausee der
LMBV im Lausitzer Seenland im Land Brandenburg. Sein Flutungsende war
2007 erreicht worden, 2019 konnte die Bergaufsicht für das künstliche
Gewässer enden.

Impressionen von der FHG-Einweihungsveranstaltung


Aufsichtsrat des Unternehmens tagte diesmal im Südraum von Leipzig

95. Aufsichtsratssitzung im 25. Jubiläumsjahr des Bergbausanierers

Befahrungsgruppe am Hafen Zwenkau

Leipzig | Großpösna. Am 19. August 2020 trat der Aufsichtsrat der LMBV
zu seiner 95. Sitzung in Großpösna unter Beachtung der noch geltenden
Corona-Hygienevorschriften zusammen. Die Beratung stand unter Leitung
von Ministerialrat a.D. Dr. Ulrich Teichmann, der den Vorsitz innehat.

Der Veranstaltung vorgelagert war eine Informationstour durch den
Südraum von Leipzig. Die LMBV-Geschäftsführung und beauftragte
LMBV-Mitarbeiter informierten die Räte über laufende und künftige
Sanierungsvorhaben im Bereich Mitteldeutschland, darunter an der
Baustelle für den in Planung befindlichen Harthkanal zwischen Zwenkauer
See und Cospudener See.

Der LMBV-Aufsichtsrat besichtigte auch die benachbarte
BAB-72-Baustelle in Begleitung des sächsischen LASUV bei Rötha, die
teilweise über Kippenflächen des vormaligen Tagebaus Espenhain führt.
Hier errichtet eine ARGE den Abschnitt 5.1 von der B 95 / B 176 bei
Borna bis zur B 95 bei Rötha über eine Länge von 9,5 km. Die Planungen
für diesen Abschnitt liefen seit November 2004. Die 2020 noch bestehende
7,2 km lange Endlücke - beginnend an der Anschlussstelle Espenhain Nord
- ist bis voraussichtlich 2026 im Bau. Alle Fotos: Christian Bedeschinski für LMBV

LMBV-Informationen zum Harthkanal-Vorhaben am Zwenkauer See
Impressionen von der Tour der Räte


TV LS: Neue Rätselradtour für Familien um Senftenberger See und Geierswalder See

Rätselradtour lädt Familien mit Kindern im Grundschulalter ein, den spektakulären Wandel vom Bergbaurevier zum Wasserparadies auf dem Drahtesel zu erleben

Senftenberg. Welche Bezeichnung hat der Koschener Kanal in der
Sprache der Bergbausanierer, die aus der ehemaligen Kohlegrube den
Senftenberger See geschaffen haben?

Mit solchen Fragen konfrontiert das Maskottchen des Lausitzer
Seenlandes Interessierte. Ob in Bergmannskluft oder im Neoprenanzug,
immer macht das Maskottchen Pit eine gute Figur. Neuerdings ziert Pit
auch einen neuen Flyer zu einer Rätselradtour. Sie lädt Familien mit
Kindern im Grundschulalter ein, den spektakulären Wandel vom
Bergbaurevier zum Wasserparadies auf dem Drahtesel zu erleben. Die 37 km
lange Tour führt um den Geierswalder See und Senftenberger See.

An acht Stationen fordert Pit die Kinder auf, eine Rätselfrage aus
dem Flyer zu beantworten. An markanten Orten wie einer Baggerschaufel
oder einem Schleusenwärterhaus erfahren sie so spielerisch Wissenswertes
zum Braunkohletagebau, zu abgebaggerten Orten und zur Flutung der Seen.
Die Route verläuft entlang der flachen, weitestgehend autofreien
Radrundwege um den Geierswalder See und den Senftenberger See.

Familien mit jüngeren Kindern können sie problemlos in zwei Etappen
von 19 und 18 Kilometern aufteilen. Wer mit dem korrekt ausgefüllten
Flyer in den Tourist-Informationen Senftenberg und Hoyerswerda sowie im
touristischen Informationspunkt am Stadthafen Senftenberg vorbeikommt,
erhält ein kleines Geschenk. Sechs Fahrradvermietungen in Senftenberg
und am Senftenberger See verleihen Fahrräder.

Der Flyer ist in den Tourist-Informationen Senftenberg und
Hoyerswerda sowie im touristischen Informationspunkt am Stadthafen
Senftenberg erhältlich. Außerdem kann er unter www.lausitzerseenland.de
als PDF heruntergeladen werden. Quelle: PM des ZV LS

Promo-Foto v. Tourismusverband Lausitzer Seenland / Fotografin Nada Quenzel: Familiäres Radeln am Senftenberger See


„Farbe statt Festakt“ – 25jähriges Jubiläum der LMBV steht im September an

Doch alle Feierlichkeiten und Events wurden Corona-bedingt abgesagt. Dafür heißt es nun „Gute Taten statt Feiern“

"Farbe statt Festakt" - Neuer Lok-Anstrich

Senftenberg. Der Bergbausanierer LMBV begeht in den kommenden Wochen
seinen 25. Geburtstag. Doch alle Feierlichkeiten und Events wurden
Corona-bedingt abgesagt. Dafür heißt es nun „Gute Taten statt Feiern“.

Dazu wurde beispielsweise das Erneuern des verblassenden
Farbanstriches einer ehemaligen LMBV-Grubenlok – ein Erinnerungsrelikt,
welches heute der Stadt Senftenberg gehört – unmittelbar an der B 96 am
Ortausgang der OSL-Kreisstadt unter dem Motto „Farbe statt Festakt“
veranlasst. Ursprünglich war im September 2020 in Berlin ein Festakt der
LMBV mit Bundesvertretern und den Ministerpräsidenten der ostdeutschen
Braunkohleländer geplant, der jedoch in der geplanten Form angesichts
der Coronapandemie nicht mehr so durchführbar war.

Zu den Aktivitäten rund um das 25jährige Jubiläum der LMBV gehören
das Erstellen einer Übersichts-Chronik, die einige wesentliche
Meilensteine der Bergbausanierung festhält, ebenso wie das Entwickeln
von 25 Lentikularkarten zu 25 ausgewählten Bergbaufolgeseen bzw.
Sanierungs- und Verwahrprojekten. Diese „Wackelkarten“-Motive machen den
vollzogenen Landschaftswandel in den Revieren auf eigene Art erlebbar.
Im Rahmen der Landesausstellung Brandenburg in Potsdam zum Tag der
Deutschen Einheit unter dem Leitmotto „Auf zu neuen Ufern“ wird auch ein
LMBV-Container mit großformatigen Orthofotos und Bildern vom
Strukturwandel in der Lausitz ab 5. September 2020 zu sehen sein.

Wer sich selbst einen Eindruck von den vielen Umbrüchen in den
ehemaligen Tagebaulandschaften machen will, dem sei auch die LMBV-Reihe
„Wandlungen und Perspektiven „an Herz“ gelegt. Hier sind bereits zweimal
25 Broschüren in den zurückliegenden Jahren erstellt worden, die fast
alle Tagebaugebiete in der Lausitz und in Mitteldeutschland
in Verantwortung der LMBV historisch aufgearbeitet und mit ihren
Entwicklungen darstellen. Die Septemberausgabe der Unternehmenszeitung „konkret
wird im „Format 5x5“ insbesondere Mitarbeiter zu Wort kommen lassen,
die bereits fünf, zehn, fünfzehn, zwanzig oder fünfundzwanzig für die
Firma aktiv sind.


Erfolgreich umgesetzte LMBV-Projekte


MDR-Dreh an Drainage-Baustelle auf Kippe an der B 97 bei Schwarze Pumpe bzw. Spreetal

Erweitern der Vertikaldrainagen (VD) an der B 97 in der Tempo-30-Zone bei Spreetal

Senftenberg | Spreetal. Auf Bitten des MDR-Sachsenspiegel drehte am
17. August 2020 ein MDR-Team unter Leitung von Rico Herkner an der
komplett gesperrten Bundestraße 97 vor Schwarze Pumpe.

Hier bringen Spezialisten der SGL Spezial- und
Bergbau-Servicegesellschaft Lauchhammer mbH und der holländischen
Subfirma Cofra Ground Improvement Specialist im Auftrag der LMBV mit
einem Spezialgerät tausende Meter Vertikaldrainagen in den Kippenboden
zu beiden Seiten des gesperrten Bundesstraßenabschnitts ein.

Zum Erhöhen der geotechnischen Sicherheit im Bereich der
Geschwindigkeitsbegrenzung der Bundesstraße 97 (Tempo-30-Zone) wird
zwischen dem Abzweig S 130 nach Burgneudorf und der Landesgrenze
Sachsen/Brandenburg (Ortslage Spreetal) an der Tieflage F die bestehende
Anlage aus Vertikaldrainagen mit weiteren Drainageelementen
ausgestattet, verlängert und auf der Nordostseite der B 97 durch eine
neue Anlage ergänzt. Langfristig ist zudem eine dauerhafte Sicherung
dieses B 97-Bereichs für den Grundwasserendstand durch abschnittsweisen
Ersatzneubau notwendig und vorgesehen.

Bisher haben die Bergbausanierer bereits mehr als 500 Löcher im Boden
mit den textilen Kunststoff-Wasserdruckableitern bis zu 15 Meter in den
unverdichteten Kippenboden gedrückt, so Abteilungsleiter Karsten
Handro. Insgesamt sollen alle 1.800 Vertikaldrainagen im Boden versenkt
sein. Diese Maßnahme dient dem funktionalen Erhalt der bereits
eingebauten Sicherungselemente und stellt eine mittelfristige Sicherung
dar. Weiterhin wurden umfangreiche Erkundungen im Untergrund des
Straßenkörpers der B 97 durchgeführt und ein System zur dauerhaften
Setzungsmessung an der B 97 installiert. (Stand 20.08.)

MDR-Dreh an der VD-Baustelle


Illegales Befahren eines Bergbaufolgesees und Insel-Campen unter Lebensgefahr

Unvorsichtige Paddler und leichtsinnige Camper mit Feuerwehrbooten ans Ufer begleitet


Senftenberg | Lohsa. 5 Personen und 2 Hunde wurden am 11.08.2020 auf
einer gesperrten und rutschungsgefährdeten Insel im LMBV-Speicherbecken
Lohsa II gesichtet. Da die ungesicherte Insel im Sperrbereich liegt,
wurden die Sperrbereichs-Verletzer von der Feuerwehr und der Polizei am
Vormittag des 12.08.2020 mit zwei Feuerwehrbooten an Land begleitet.
Berg- und Ordnungsbehörden wurden über den Vorfall informiert. Die
Kriminalpolizei ermittelt nun nach Medienberichten wegen
Landfriedensbruch. "Der Campingausflug dürfte nach Einschätzung der
Polizei den Personen außerdem teuer zu stehen kommen", so das
Hoyerswerdaer Tagesblatt in der Sächsischen Zeitung.

Schraffiert: Sperrbereich Lohsa II

Zur Historie der gewollt ungesicherten Inseln im Bergbau-Speicherbecken Lohsa II

Im Jahr 1984, nach über drei Jahrzehnten wurde der Tagebau Lohsa
stillgelegt, die beiden Förderbrücken außer Betrieb genommen und in den
Tagebau Bärwalde umgesetzt. Im Jahr 1984 wurde ein großer Teil an die
Nationale Volksarmee der DDR als militärisches Übungsgelände übergeben.
Mit dem Ende der DDR und der NVA war diese Nutzungsoption obsolet.

Das Erfordernis der Sanierung der im Urzustand hinterlassenen
Bergbaufolgelandschaft kam auf die Tagesordnung. Besondere Schwerpunkte
sind dabei Maßnahmen zur Schaffung eines ausgeglichenen Wasserhaushalts,
zur Herstellung der Standsicherheit der Böschungen, zur naturnahen
Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft und zu deren Einbindung in das
regionale Umfeld. Darüber hinaus muss die Sanierung die Voraussetzungen
zur Erfüllung der künftigen wasserwirtschaftlichen Funktionen des
Speichers Lohsa II schaffen.

Durch die Flutung des Restlochs des ehemaligen Tagebaus Lohsa
entsteht der Wasserspeicher Lohsa II und damit ein neues
landschaftliches Element im Gebiet zwischen den Städten Hoyerswerda und
Weißwasser. Mit einer Wasserfläche von rund 1.081 Hektar, die in
Abhängigkeit von der Einstauhöhe schwankt, wird, entwickelt sich der See
zum bedeutendsten Bestandteil eines wasserwirtschaftlichen
Speichersystems. Im Ergebnis der Flutung der beiden ehemaligen Tagebaue
Lohsa und Dreiweibern wird der durch den Bergbau entstandene
Grundwasserabsenkungstrichter in diesem Raum maßgeblich wieder
aufgefüllt.

Seit 1997 wurde das Restloch des ehemaligen Tagebaus Lohsa im
Probestau bei Ende 2016 geflutet. Die Beendigung der Füllung des
Speicherbeckens hängt von den verfügbaren Niederschlagsmengen ab. Mit
Erreichung des unteren Stauziels erreichte der Speicher eine
Wasserfläche von rund 1.081 Hektar und mit 37 Mio. Kubikmeter Volumen
und befindet sich Einstauregime.

Um dies zu erreichen, waren in der Vergangenheit umfangreiche
Sanierungsmaßnahmen notwendig. Die Jahrzehnte währende Tagebautätigkeit
hat ein Gebiet hinterlassen, das in seiner Komplexität hohe
Anforderungen an die Sanierung durch die LMBV stellte. Mehr als zehn
Kilometer gekippte und 14 Kilometer gewachsene Böschungsbereiche umgaben
das Restloch Lohsa. Inmitten des Tagebaus lagerte die Innenkippe, die
vor 1984 durch die Abraumförderbrücke geschüttet und mit dem Anstieg des
Wasserstandes zu einer Insel mitten im ehemaligen Tagebau wurde.

Die Kippen bestanden aus Material der Tagebaue Lohsa, Scheibe und
Bärwalde und neigten durch die Sättigung mit dem aufsteigenden
Grundwasser zur Verflüssigung, d. h. zu plötzlichen Rutschungen. Aus
diesem Grund waren die Kippenflächen, die an die tiefliegenden
wassergefüllten Bereiche angrenzten, für die Öffentlichkeit gesperrt.
Zwei grundlegend verschiedene Varianten zur Sanierung der Innenkippe
wurden in Betracht gezogen. Die erste sah einen vollständigen Abtrag der
rund 300 Hektar großen Kippe bis zwei Meter unter den niedrigsten
Wasserstand vor. Die zweite setzte auf das Ausbaggern tiefer
Schutzgräben, um mit dem Anstieg des Wassers die „Kippeninsel“
abzuschotten.

Die Entscheidung fiel aus ökologischer, aber auch zeitlicher Sicht
zugunsten der zweiten Variante, da für erstere der Grundwasserspiegel
über Jahre hätte abgesenkt werden müssen, um den Großgeräten die nötige
Standsicherheit zu bieten. Die Notwendigkeit der Innenkippensanierung
wurde angesichts einer gewaltigen Rutschung im Jahr 2002, die große
Teile der Kippenlandschaft nachhaltig veränderte, deutlich. Ungefähr 30
Millionen Kubikmeter Erdmassen kamen dabei auf der Innenkippe, die
teilweise schon unter Wasser stand, in Bewegung. Bagger, die zu dieser
Zeit dort arbeiteten, wurden hochgehoben, während um sie herum alles
wegrutschte. Nach wenigen Minuten war das Schauspiel vorbei. Abgeknickte
Bäume und schwarze Spuren der nach oben gedrückten Erdmassen überzogen
das Gebiet.

Die Insel, zu der die Innenkippe durch das ansteigende Wasser
geworden war, wurde in der Folgezeit zu einem Vorranggebiet für Natur
und Landschaft erklärt. Der Schutzgraben zwischen der Insel und dem
„Festland“ ist später aus Sicherheitsgründen noch einmal vertieft
worden. Grundbrüche sind im Bereich der Innenkippe nach wie vor nicht
ausgeschlossen, was sich im Jahr 2011 erneut zeigte. Der Boden sank bei
diesem Ereignis auf einer Fläche von rund 800 mal 400 Metern um mehrere
Meter ein.

Auch an den gekippten Randböschungen des Tagebaus Lohsa und an der
Außenkippe Bärwalde, die im Osten an das Restloch angrenzt, waren durch
die LMBV umfangreiche Maßnahmen zur Sicherung zu realisieren. Um flache
und somit sichere Böschungen zu schaffen, wurden steile,
rutschungsgefährdete Abschnitte abgespült. Konnte eine flache
Böschungsneigung wegen der örtlichen Gegebenheiten nicht erreicht
werden, so wurde das Ufer mit Geotextilien und Steinen befestigt. In
grundwasserführenden Kippenbereichen kamen die Spreng- aber auch die
Rütteldruckverdichtung zum Einsatz, um sogenannte versteckte Dämme, die
ein Abrutschen der Kippenböschungen verhindern, herzustellen. Auf
Kippenflächen in der Nähe künftiger Uferzonen wurde die Trittsicherheit
mit Vibrationswalzen geschaffen.


MDR-Dreh beim Bereich KSE an Schächten in Wimmelburg und Großörner

Kurzreportage zu Wasserhaltungen und Schächten der LMBV für MDR-Sendung „Sachsen-Anhalt heute“ entstanden

MDR-Autor Sven Stephan mit Sven Bauer und Heiko Grabowski beim Fachsimpeln

Wimmelburg. Am 10. August 2020 drehte ein Filmteam des MDR an den
Standorten in Wimmelburg sowie Großörner des Bereiches Kali-Spat-Erz
einen Beitrag zum Grubenwassermanagement der LMBV im Mansfelder Revier.
Im Nachsorgebetrieb Niederröblingen übt die LMBV zudem auch die
Kontrolle und Nachsorge von bereits verwahrten Schächten aus.

Auf Bitten des für den MDR tätigen Filmautors Sven Stephan erläuterte
Sven Bauer, Abteilungsleiter Verwahrung, die Aufgaben der LMBV zunächst
am Beispiel des W-Schachtes Wimmelburg in der Maschinenstraße und
später rund um die Wasserhaltung des Schlüsselstollens. Er wurde dabei
unterstützt vom zuständigen LMBV-Projektmanager Heiko Grabowski und
seinen Mitarbeitern Peter Lange und Sven Strube, die vor der Kamera als
Wasserprobennehmer, als Anschläger und als Fördermaschinist fungierten.

Das MDR-Team zeigte sich beeindruckt von der vermutlich ältesten noch
in Betrieb befindlichen Fördermaschine am W-Schacht. Eine Vielzahl von
Kontrollaufgaben im Untertagebereich des W-Schachtes sind gemäß
Sonderbetriebsplan noch regelmäßig durchzuführen: monatliche Messung des
Anstauniveaus der Mansfelder Mulde, visuelle Kontrollen des
bergmännisch befahrbaren Hohlraumsystems auf First- und Stoßabschalungen
und der Zustand der sogenannten Sohlendurchbrüche zum Erkennen von
Verformungen, Brüchen und Setzungen der Verfüllmassen, nivellitische
Kontrolle von Meßpunkten und Gipsmarkenbeobachtung und
Rißbreitenmessung. Sven Bauer erklärte anhand eines alten Risswerkes
u.a. die Geologie des Mansfelder Landes und die nach 1990 an die LMBV
übergegangenen Schachtanlagen, die noch in bergrechtlicher Verantwortung
der LMBV stehen und u.a. für Inspektionen und Revisionen
aufrechterhalten werden müssen.

Für den Erhalt und Betrieb des LMBV-Abschnitts des Schlüsselstollens
werden derzeit noch zwei Schachtanlagen unterhalten. Mit dem Einstieg in
den Freieslebenschacht 2 bei Großörner nahe Leimbach demonstrierten die
LMBV-Mitarbeiter beispielhaft das umfangreiche Portfolio der noch
vielfältigen Untertage-Aufgaben des Bereiches Kali-Spat-Erz im
Nachsorgebetrieb Niederröblingen, zu denen auch hydrologische und
hydrochemische Untersuchungen gehören. Zweimal jährlich wird
beispielsweise über den Freieslebenschacht ein Abschnitt des
Schlüsselstollens per Boot kontrolliert und dessen Zustand dokumentiert.

Der Filmbeitrag soll voraussichtlich am 17. August 2020 in der Sendung „MDR Sachsen-Anhalt heute“ ab 19.00 Uhr laufen.


Impressionen vom Drehtag