MLUK: Mindestabflüsse an Spree und Schwarzer Elster wieder erreicht, so Ad hoc-AG

Bewirtschaftungsprozesse der wichtigen Lausitzer Vorfluter normalisieren sich

Cottbus. In ihrer vorerst letzten Sitzung stellten die Experten der
Ad-hoc-AG „Extremsituation“ am 23.11.2020 fest, dass seit Mitte Oktober
die Mindestabflüsse in der Spree eingehalten werden und die Talsperren
in Sachsen und Brandenburg aufgrund der seitdem gefallenen Niederschläge
über 50 Prozent gefüllt sind.

In der Schwarzen Elster führt der trockengefallene Abschnitt zwischen
Kleinkoschen und der Mündung der Rainitza wieder Wasser. Der Stauraum
des Speicherbeckens Niemtsch (Senftenberger See) konnte
ebenfalls zu fast 50 Prozent wieder aufgefüllt werden. Im Ergebnis der
Beratung der Ad-hoc-AG wurde festgelegt, dass die reguläre
Wasserbewirtschaftung in den Einzugsgebieten von Spree und Schwarzer
Elster prinzipiell wiederaufgenommen werden kann.

Spree

Im Oktober lagen die Niederschläge sowohl im sächsischen als auch im
brandenburgischen Einzugsgebiet der Spree deutlich über den
durchschnittlichen, mittleren Monatsniederschlägen. Die Zuflüsse zu den Talsperren Bautzen und Quitzdorf
stiegen entsprechend. Die Talsperre Bautzen ist aktuell zu knapp 60
Prozent gefüllt (Stand 18.11.2020). Der Betriebsraum der Talsperre
Quitzdorf steht zurzeit mit rund 31 Prozent zur Verfügung.

Der Wasserstand der Talsperre Spremberg stieg
aufgrund der weiterhin relativ hohen Zuflüsse von bis zu 11,5 Kubikmeter
pro Sekunde auf aktuell 91,28 Meter Normalhöhennull (NHN, Stand
23.11.2020). Die Talsperre Spremberg ist damit zu knapp 60 Prozent
gefüllt. Die Abgabe der Talsperre Spremberg verbleibt weiterhin auf 7,2
Kubikmeter pro Sekunde, da aufgrund von Baumaßnahmen an der Talsperre
Spremberg bis Ende Dezember ein Stauziel von 91,50 Meter NHN nicht
überschritten werden soll. Des Weiteren wurde im November begonnen im
Spreewald den Winterstau anzusteuern.

Zurzeit werden am Unterpegel Leibsch 10,4 Kubikmeter pro Sekunde und
am Pegel Große Tränke (Berlin) 11,7 Kubikmeter pro Sekunde gemessen,
damit werden die erforderlichen Mindestabflüsse in der Spree
überschritten. Sollten sich die Abflüsse in der Spree weiterhin stabil
verhalten, wird voraussichtlich auch bald wieder die Flutung des Cottbusser Ostsees
fortgesetzt werden können. Die einleitbaren Mengen legt das Landesamt
für Umwelt fest und passt diese je nach Wetter und Abfluss an die
Situation täglich an.

Schwarze Elster

Im Schwarze-Elster-Gebiet bewirkten die Niederschläge im Oktober,
dass zum einen der gesamte Verlauf der Schwarzen Elster wieder Wasser
führt und dass zum anderen in das Speicherbecken Niemtsch (Senftenberger
See) Wasser eingeleitet werden konnte. Der Wasserstand des Speicherbeckens Niemtsch
stieg auf 98,69 Meter NHN, das entspricht einem Füllstand von 48
Prozent. Durch die geringen Niederschläge im November sind die Abflüsse
in der Schwarzen Elster wieder gesunken. Zur Schonung des
Wasserdargebotes im Speicherbecken Niemtsch stützt zurzeit die LMBV-Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza die Schwarze Elster.

Aufgrund der Entspannung der Niedrigwassersituation in den
Einzugsgebieten der Spree und Schwarzen Elster beendete die Ad-hoc-AG
„Extremsituation“ nun die Extrembewirtschaftung und formulierte weitere
Empfehlungen zur Wasserbewirtschaftung der Winterperiode. Vorsorglich
ist bereits eine Sitzung der Ad-hoc AG für Ende März 2021 zur
abschließenden Bewertung der Entwicklungen im Spree- und Schwarze
Elstergebiet anberaumt.

Alle Akteure der Wasserbewirtschaftung Sachsens, Berlins, Brandenburgs sowie der LMBV-Flutungszentrale Lausitz
arbeiten weiterhin gemäß den länderübergreifend abgestimmten
Bewirtschaftungsgrundsätzen eng zusammen. Diese Grundsätze geben Rang-
und Reihenfolge der Wasserbevorteilung im Spree- und
Schwarze-Elster-Gebiet vor. Die Mindestabflüsse und die Wiederauffüllung der Speicher zu sichern, hat dabei die höchste Priorität. Quelle: MLUK v. 25.11.2020 / redigiert


Bau der Behandlungsanlage Ruhlmühle ein Jahr nach Baustart weit vorangeschritten

Eisenminderungsanlagen der Bergbausanierer an der Spreeaue bis 2021 komplett

Senftenberg | Neustadt | Ruhlmühle. Die Bauarbeiten an der modularen Wasserbehandlungsanlage (MWBA) Ruhlmühle „biegen auf die Zielgerade ein“, so die LMBV-Zuständigen.

Durch bauzeitliche Anpassungen u.a. zum Schutz der Anlage gegen ein
100jähriges Hochwasser am Altarm der Spree waren nicht vorgesehene
Leistungen zusätzlich zu erbringen. Die Anlage sollte ursprünglich zum
Jahresende 2020 fertiggestellt und anschließend in die Bewirtschaftung
durch einen Betreiber überführt werden. Bedingt durch die COVID-19
Pandemie und damit verbundener Lieferengpässe bei (u.a. ausländischen)
Ausrüstungsherstellern haben sich zudem teilweise Bauleistungen zur
Errichtung der Anlage zeitlich etwas verschoben.

Weiterhin wurde aufgrund des anstehenden Wasserchemismus ergänzend
noch ein hilfreicher kathodischer Korrosionsschutz für die wesentlichen
Anlagenteile - zur Vermeidung von Materialdickenverlusten und den damit
einhergehenden Tragfähigkeitsverlusten – mit geplant. Auch diese
ergänzende Ausstattung der Anlage wird derzeit integriert. Diese
modulare Wasserbehandlungsanlage wird In Abhängigkeit der genannten
Ergänzungen und Einschränkungen aller Voraussicht nach Ende des 1.
Quartals 2021 in Betrieb genommen und in einen planmäßigen Probe- und
Einfahrbetrieb bis Ende Dezember 2021 überführt, an den sich ab Januar
2022 der Regelbetrieb anschließen soll.

Emsiges Geschehen auf der MWBA-Baustelle nahe der Spree-Ruhlmühle

Die MWBA Neustadt/Spree der LMBV wurde im November
2019 abgenommen und wird demgemäß seit ca. einem Jahr eingefahren. Bei
Eingangskonzentrationen von ca. 320 mg/L aus dem
Grundwasser-Abfanggraben Neustadt (Spree) reduziert die Anlage - mit
einem Wirkungsgrad von ≥ 90% - das behandelte Klarwasser auf
durchschnittlich 5 mg/L Eisen-gesamt als Ablaufwert in die Große Spree.
Die Anlage in Neustadt wird seit ihrer Fertigstellung dauerhaft, mit
saisonalen Schwankungen des zulaufenden Wassers, derzeit mit ca. 15 l/s,
aus dem Neustädter Graben, betrieben

Die MWBA Burgneudorf der LMBV musste im Jahr 2020 in
einem weiteren Nachjustierungsschritt verfahrenstechnisch optimiert
werden. Die Wasserbehandlungsanlage befindet sich derzeit bereits mit
einer der beiden Prozessstraßen wieder im Betrieb. Aufgrund der
Verdreifachung der Eisenkonzentration im Grundwasseranstrom zur Kleinen
Spreeaue, der Azidität sowie des Sauerstoffbedarfs bezüglich der zu
behandelnden Grundwässer, mussten die Reaktionscontainer der MWBA
umgebaut bzw. nachgerüstet werden. Die Anpassung betrifft chemisch die
Erhöhung der Neutralisations- und Oxydationsleistung (d. h. den
Kalkeintrag und die Belüftungsleistung), in Verbindung mit der
hydraulisch erforderlichen Erhöhung der Mischenergieerzeugung (zur
Kalklösung bei Trockendosierung) sowie der Turbulenzsteigerung (zur
Wasserumwälzung) in den Reaktionscontainern der modularen Anlage.

Diese verfahrenstechnischen Optimierungen werden voraussichtlich im
Dezember 2020 mit der Abnahme der Gesamtanlage, bestehend aus dem 10er
Brunnenriegel, den Rohrleitungssystemen zur Rohwasser-Überleitung und
Klarwasser-Ableitung sowie der fertiggestellten modularen,
containergestützten Wasserbehandlungsanlage nach ca. vier Jahren Bauzeit
abgeschlossen sein. Im Januar 2021 könnte dann die gesamte MWBA
Burgneudorf aufgrund der stark erhöhten Eisenabscheidung mit daraus
resultierenden Eisenhydroxidschlamm(EHS)-Anfall- bzw. Entsorgungsmengen
in einen dreischichtigen Einfahrbetrieb überführt werden.

LMBv-Eisenminderungsanlagen an der Spreeaue - hier im Überblick


Ausbau der Kleinen Spree — Wesentliche Arbeiten im Abschnitt III voraus. Ende 2020 fertig

5,4 km langer Streckenabschnitt der Kleinen Spree wird bis 2022 ertüchtigt

Ausbau der Kleinen Spree in Burgneudorf - Blick nach Norden

Senftenberg | Burgneudorf. Auf dem insgesamt ca. 5,4 km langen
Streckenabschnitt der Kleinen Spree, der sich in ca. drei gleich lange
Abschnitte (Abschnitt I; II und III) untergliedert, werden die
wesentlichen Flussausbaumaßnahmen im Abschnitt III voraussichtlich im
Jahr 2020 im Auftrag der LMBV von den Auftragnehmern fertiggestellt.

Dieser Abschnitt endet in Spreewitz mit der Einmündung in die Spree
und beginnt ca. 1,8 km stromauf an der Verkehrswegebrücke über die
Kleine Spree. In diesem Abschnitt befinden sich noch zwei Bereiche, in
denen Versorgungsleitungen für die Einhaltung von Mindestabständen der
herzustellenden Gewässersohle tiefergelegt werden müssen. Diese
Maßnahmen werden im Jahr 2020 begonnen und voraussichtlich im Jahr 2021
abgeschlossen. Zu diesem Leitungsbestand zählt die
Trinkwasserhaupt-Versorgungsleitung DN 600 bei Station 0+640 km und eine
Trinkwasserleitung bei Station 1+229 km.

Weiterhin erfolgen im Bauabschnitt II, der sich bis zur Brücke über
die Kleine Spree in Burgneudorf erstreckt, derzeit begleitende
Wegebaumaßnahmen und die Herstellung von Entwässerungsflächen für den
Aushub aus dem Flussausbau und der Voraushub für die
Gewässerprofilierung. Voraussichtlich wird dieser Flussabschnitt im 1.
Quartal 2022 fertiggestellt. In diesem Abschnitt befinden sich zwei
herzustellende Brückenbauwerke, zu denen gegenwärtig die
Planungsleistungen durchgeführt werden.

Der Flussausbau im Abschnitt I bis zur Kleine Spreebrücke in
Burghammer soll - aus heutiger Sicht - ebenfalls im Jahr 2022
fertiggestellt werden.


Sanierungsfortschritt am Restloch Nachterstedt immer sichtbarer

Erdbautechnische Sicherung des Hauptrutschungskessels abgeschlossen

Leipzig | Seeland. Bei einer gemeinsamen Begehung am Südufer des
Concordia Sees informierten LMBV-Abteilungsleiter Dietmar Onnasch und
LMBV-Projektmanager Mathias Siebert am 17.11.2020 die Bürgermeisterin
Heidrun Meyer sowie die ansässigen Stadt- und Ortschaftsräte über den
erfolgreichen Abschluss der erdbautechnischen Sicherungsarbeiten am 2009
entstandenen Hauptrutschungskessel. Ebenfalls anwesend waren der
Landrat Markus Bauer und der Landtagsabgeordnete Detlef Gürth. Die
Veranstaltung fand ausschließlich im Freien statt, die behördlichen
Hygieneauflagen wurden eingehalten.

Nachdem im Jahr 2019 die Sanierungsmaßnahmen der LMBV im ehemaligen
Tagebau Nachterstedt so weit vorangeschritten waren, dass der nördliche
Teil des künftigen Concordia Sees wieder für eine beschränkte
öffentliche Nutzung freigegeben wurde, konnte mit dem im Oktober 2020 erfolgten Fertigstellen der erdbautechnischen Sicherung des Hauptrutschungskessels von 2009 eine weitere bedeutende Etappe in der Sanierung des Tagebaus durch die Bergbausanierer abgeschlossen werden.

Der ehemalige Rutschungskessel im Bereich der zurückgebauten Siedlung
am Ring präsentiert sich mit seinen flachen Böschungen, Zwischenebenen –
der Bergmann spricht dabei von Bermen – und Rampen nun so, wie er
später durch die Öffentlichkeit genutzt werden kann. Von der LMBV werden
zudem noch befestigte Wirtschaftswege gebaut. Das Areal erfährt neben
der bereits ausgeführten Begrünung eine lockere Bepflanzung mit Bäumen
und Sträuchern.

Im Jahr 2021 werden die Sanierungsarbeiten im Auftrag der LMBV im Bereich der Halde 3,
unterhalb des russischen Ehrenfriedhofes, fortgesetzt. Die von der
Böschungsbewegung in Mitleidenschaft gezogenen Areale werden abgeflacht
und bis in Höhe der späteren Uferlinie mit einer Steinschüttung
gesichert. Die bei der Verflachung anfallenden Erdmassen werden zur
Südwestböschung transportiert und dort zum Auffüllen des
Rutschungskessels von 2016 eingesetzt. Der Abschluss der Erdarbeiten zur
Sicherung aller durch die Rutschungsbewegungen von 2009 und 2016 in
Mitleidenschaft gezogenen Böschungen wird nach jetzigem Planungsstand
Anfang 2023 erreicht sein.

Vergleichsfotos vom Hauptrutschungskessel vor und nach der LMBV-Sanierung (LMBV/Peter Radke 2009, LMBV/Christian Horn 2020)

Aus Anlass der fertiggestellten erdbautechnischen Sicherung des
Hauptrutschungskessels hat die LMBV die Geschehnisse nach dem
Böschungsereignis von 2009 bis zum heutigen Sanierungsfortgang auch in
einer Fachdokumentation zusammengefasst. Beginnend mit
dem Böschungsbruch über die umfassende Ursachenforschung und die
Erkundungsmaßnahmen bis hin zur Sicherung des Geländes sind die
Planungsschritte und Beschreibungen von ausgesuchten Teilprojekten
nachlesbar. Aber auch zur touristischen Nutzung und zum Weiterführen des
Wasserrechtlichen Planfeststellungsverfahrens zum Herstellen des
Concordia Sees wurden vielfältige Informationen zusammengetragen und für
eine fachtechnisch interessierte Leserschaft aufgearbeitet.

Die etwa 200 Seiten starke Publikation „Die Sanierung des Tagebaus
Nachterstedt nach der Böschungsbewegung von 2009“ kann über den
folgenden Link heruntergeladen werden.

Informationsaustausch an Tagesanlagen, Hauptrutschungskessel und südwestl. Rutschungskessel am 17.11.2020


Zusätzliche Absperrungen am Sperrgebiet Schlabendorf-Süd ausgebaut

Zuwegungen in den Sperrbereich zusätzlich mittels Zäunen und Verwallungen verbaut

Senftenberg | Fürstlich Drehna | Zinnitz. Auch wenn das
Landschaftsbild auf den LMBV-Kippenflächen des ehemaligen Tagebaues
Schlabendorf-Süd ein idyllisches Naturbild vermittelt, so bestehen dort
nicht sichtbare Gefahren.

Es kam im gesperrten Tagebaugelände mehrmals in den zurückliegenden
Jahren zu unerwarteten Bodenbewegungen und Grundbrüchen größeren
Ausmaßes. Diese Ereignisse haben ihre Ursache in den besonderen
bodenmechanischen Eigenschaften des Schlabendorfer Kippenbodens (locker
gelagerte, gleichförmige Lausitzer Sande) im Zusammenhang mit dem hohen
Grundwasserstand.

Aufgrund des sehr hohen geotechnischen Gefährdungspotentials ist die
gesamte Kippenfläche als Sperrgebiet ausgewiesen, was ein
Betretungsverbot für die Öffentlichkeit bedeutet. Ein Betreten durch den
Bergbausanierer LMBV bzw. durch beauftragte und besonders eingewiesene
Personen findet nur bei absoluter Notwendigkeit und unter größtmöglichen
Sicherheitsanforderungen statt. Die Sperrbereichsgrenze ist auf der
gesamten Länge durch eine regelmäßige Beschilderung „Sperrbereich –
Betreten verboten – Lebensgefahr“ für jedermann kenntlich gemacht.

Trotz der Hinweisschilder wird der Sperrbereich, mit steigender
Tendenz, durch unbefugte Personen betreten und befahren. Zwischen dem
Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) und der LMBV mbH
wurde daraufhin vereinbart, die Zuwegungen in den Sperrbereich
zusätzlich mittels Zäunen und Verwallungen abzusperren.

Bis zum Abschluss der Sicherung der Kippenflächen bleibt das Betreten
der Sperrbereiche ausdrücklich untersagt, da es jederzeit und
unvorhersehbar zu Bodenbewegungen kommen kann, die eine akute
Lebensgefahr darstellen. Personen könnten verschüttet, eingeklemmt oder
zerquetscht werden, Fahrzeuge könnten umstürzen oder in plötzlich
entstehenden Wasserflächen versinken, in Waldbereichen bestehe die
Gefahr von umstürzenden Bäumen. Aufgrund der bestehenden Gefährdungen
weist die LMBV erneut darauf hin, die örtlichen Sperrschilder und
Kennzeichnungen zu beachten und den Sperrbereich nicht zu betreten.

Gefahren auf ungesicherten Kippen


Bauvorbereitung für Probefeld West am Speicherbecken Borna läuft planmäßig

Bereits Schäden durch Diebstahl und Vandalismus auf Baustelle

Leipzig/Borna. Derzeit laufen die bauvorbereitenden Maßnahmen zur
geotechnischen Sanierung des Speichers Borna in Projektträgerschaft der
LMBV. Ziele des Vorhabens sind die Beseitigung der Gefahren für die
öffentliche Sicherheit, den Erhalt der Hochwasserschutzfunktion sowie
die restriktionsfreie Speichernutzung. Begonnen wurde mit den
Baumaßnahmen im sogenannten Probefeld West südlich des Speicherbeckens.
Folgende Arbeiten laufen 2020 bis 2022 in diesem Bereich:

  • temporäre Erweiterung Sperrbereich für Probefeld West
  • Herstellung der Zuwegung, Montageplatz und Baustelleneinrichtung
  • Aufrüstung Trägergerät und Rütteltechnik
  • Herstellung der Zufahrtsrampe in den Innenkippenbereich
  • Herstellung der Testbereiche stopfende Rütteldruckverdichtung unter
    Anwendung verschiedener Stopfmaterialien und Rütteltechnologien
  • Herstellung der Testbereiche schonende Sprengverdichtung unter Anwendung verschiedener Sprengtechnologien
  • Auswertung Ergebnisse als Grundlage für die Planung Hauptsanierung

Mit der Ausführung der Leistungen hat die LMBV ein regionales
Unternehmen des Sanierungsbergbaus beauftragt. Die Arbeiten werden durch
ein Projektteam aus verschiedensten Fachexperten begleitet und
überwacht. Dazu gehören der Sachverständige für Geotechnik, die
Bauoberleitung, die örtliche Bauüberwachung, eine geotechnische
Fachbegleitung, eine ökologische Baubegleitung und ein Sicherheits- und
Gesundheitsschutzkoordinator.

Aktuell wurden die Zuwegungen geschaffen und ausgebaut. Es wurde der
Montage- und Lagerplatz angelegt. Die Baustelleneinrichtung wurde
aufgebaut und es wurden die Erkundungsarbeiten und bauvorbereitende
Arbeiten im Bereich der Innenkippe begonnen.

Bereits zu diesem Zeitpunkt sind dreimal Diebstahl und Vandalismus in
Verbindung mit unbefugten Zutritt zu Sperr- und Baustellenbereich
registriert wurden. Aus Gründen der Schadensminimierung hat sich der
Auftragnehmer entschlossen eine zusätzliche Baustellensicherung zu
veranlassen. Seit dieser Woche ist ein komplexes System der Zutritts-
und Videoüberwachung innerhalb des abgesperrten Baubereiches
installiert. Im Falle eines unbefugten Eindringens in den gesicherten
Bereich wird ein stiller Alarm ausgelöst und die Polizei informiert,
welche dann vor Ort kommt.

Nach derzeitigen Erkenntnissen geht die LMBV davon aus, dass bereits
im Dezember 2020 mit den ersten Rüttelarbeiten im Bereich der
zukünftigen Zufahrtsrampe zum Probefeld West begonnen werden kann.

 

Hintergrund

Zur Beseitigung der Verflüssigungsgefahr ist eine Stabilisierung der
Kippenböden mittels Verdichtung notwendig. Zum Einsatz kommen am
Speicherbecken Borna die Stopfende Rütteldruckverdichtung (SRDV) sowie
die Schonende Sprengverdichtung (SSPV). Im Bereich der Innenkippe des
Speichers werden derzeitig die gewählten Sanierungstechnologien für den
westlichen Bereich im Rahmen eines Probefeldes zunächst getestet.
Währenddessen kann es in den Arbeitsbereichen zu unbeabsichtigten
Verflüssigungen und Setzungsfließen kommen. Infolgedessen können Massen
in das Speicherbecken fließen und auf der Wasserfläche Schwallwellen
entstehen lassen. Diese gefährden Personen und Gegenstände, die sich auf
der Wasserfläche sowie im Uferbereich befinden. Um diese Gefährdung
auszuschließen, erfolgte mit Beginn der Sanierungstätigkeit 2020 die
Einrichtung eines erweiterten Sperrbereiches für das sogenannte
Probefeld West. Für dieses gilt ein absolutes Betretungs- und
Befahrungsverbot. Das Baden und Angeln sowie das Befahren der
Wasserfläche ist seit Januar 2020 untersagt. Die von der Kreisstraße
7932 führenden Zufahrt auf dem Dammfahrweg zählt in diesem Zeitraum zum
geotechnisch gefährdeten Bereich und kann von Unbefugten nicht genutzt
werden.

Bauvorbereitende Maßnahmen seit August 2020


Arbeiten zum Errichten der LMBV-Laugenleitung ab Menteroda auf der Zielgeraden

Künftiges Ableiten anfallender Laugen von der Halde in Menteroda zum zentralen Laugenstapelbecken in Wipperdorf

Sondershausen | Volkenroda. Auf Anfrage der Thüringer Allgemeinen
Zeitung informierte der LMBV-Sanierungsbereich Kali-Spat-Erz kürzlich
zum Stand des Anbindens der künftigen Laugenableitung von Menteroda an
die von Sollstedt nach Wipperdorf zum zentralen Laugenstapelbecken in
Wipperdorf bereits gelegte LMBV-Rohrleitung.

Bisher wurden die Haldenabwässer der Halde in Menteroda zum Verwahren
der Grubenbaue Volkenroda genutzt. Nach dem Verschluss der Schächte
Ende der 1990 Jahre erfolgt bisher das weitere Verwahren des ehemaligen
Kalibergwerkes Volkenroda mit Haldenabwässern der Halde in Menteroda
durch eine gesteuerte Flutung derzeit noch über die 1.055 m tiefe
Bohrung bei Urbach.

Auf der Grundlage der eingeleiteten Mengen und des langjährigen
geomechanischen und seismischen Monitorings wird das Ende dieser
Flutungsphase im Laufe des Jahres 2021 erwartet. Danach schließt sich
eine langfristige Beobachtungs- und Auswertungsphase sowie die der
Verschluss. der vorhandenen Bohrungen an.

Die Leitungsverlegung von Menteroda zum Anbindepunkt an die von
Sollstedt nach Wipperdorf zum zentralen Laugenstapelbecken in Wipperdorf
verlaufende Leitung ist zu ca. 95 Prozent baulich abgeschlossen und ein
Großteil der in Anspruch genommenen Flächen wiederhergestellt bzw.
bereits wieder in Benutzung (z. B. durch die Landwirtschaft).

Gegenwärtig laufen die Installationsarbeiten für die Ausrüstungen in
den zur Leitung gehörenden 20 Schachtbauwerken, entsprechende
Wiederherstellungs-, Verfüll- und Rückbauarbeiten sowie die
Programmierung und Installation der Mess- Steuer- und Regeltechnik für
den Betrieb der Anlage.

Die letzten, noch ausstehenden Tiefbauarbeiten wie die Querung der
Bahnstrecke Halle - Kassel und die Errichtung des Anbindepunktes werden
im ersten Quartal 2021 durchgeführt. Die Inbetriebnahme der Leitung wird
entsprechend aktuellem Stand voraussichtlich gegen Ende des ersten
Quartals 2021 erwartet, so dass ein gleitender Übergang zwischen Ende
des Flutens und der Überleitung nach Wipperdorf erfolgen kann. Fotos: KSE


Geotechnischer Beirat 2020 führt wieder Koryphäen der Geotechnik zusammen

GTB der LMBV tagt erneut beim Bergbausanierer

Senftenberg. Unter Leitung des LMBV-Bereichsleiters Technik Eckhard
Scholz versammelten sich auf Einladung des Bergbausanierers am 5.
November 2020 die Mitglieder des Geotechnischen Beirates des
Unternehmens in der Lausitz.

Der fachliche Austausch zu schwierigen Fragen der Lausitzer
Innenkippen versammelte u.a. Fachleute und Koryphäen der Geotechnik aus
ganz Deutschland in Senftenberg, darunter Prof. Dr.-Ing. Wolfram Kudla
von der TU Bergakademie Freiberg, Prof. Dr. Rolf Katzenbach von der TU
Darmstadt, Falk Hoffmann, Fa. G.U.B., Dr. Jürgen Keßler, vormals
Beratende Ingenieure für Umweltgeotechnik und Grundbau GmbH, Kai
Reinhardt, Prokurist der BIUG, Dr. Alfred Vogt, Geotechniker, Gutachter
Matthias Götz vom Erdbaulabor Leipzig, Dr.-Ing. Holger Mansel, Prokurist
der IGBW Ingenieurbüro für Grundwasser GmbH, Franziska Uhlig-May,
Leiterin Geotechnik der LEAG sowie Kathy Sommer, Leiterin Geotechnik
Lausitz der LMBV und Dr. Robert Böhnke, Leiter Geotechnik
Mitteldeutschland sowie die Geotechnikerinnen Katja Mühlig und Beate
Lucke.

Kathy Sommer beim Vortrag

Die Fachleute waren vom Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, Bernd
Sablotny, gemeinsam mit den LMBV-Prokuristen Eckhard Scholz und Dirk
Sonnen herzlich zu dieser Beiratssitzung 2020 begrüßt worden. Im
Ergebnis des Lausitzer Rutschungsereignisses bei Bergen auf der
Innenkippe Spreetal im Jahr 2010 und dem erkannten Handlungsbedarf wurde
damals unmittelbar mit der Gründung eines Beirats den neuen
Innenkippen-Herausforderungen Rechnung getragen und das Monitoringsystem
Langzeitstandsicherheit ausgeweitet sowie fortgeschrieben.

Die LMBV hatte ganz zeitnah schon 2010 zu ihrer fachlichen
Unterstützung diesen „Geotechnischen Beirat“ etabliert, der sich aus
anerkannten Wissensträgern aus der Wissenschaft und Forschung sowie der
Praxis zusammensetzt. Er tagte im zurückliegenden Jahrzehnt mehrmals zu
verschiedenen inhaltlichen Schwerpunkten, aus deren Fachdiskussionen
sich diverse neue Hinweise und Vorgaben für die praktischen
geotechnischen Sanierungsarbeiten ergaben. Es gilt nach wie vor,
eventuell vorhandene Wissens- und Kenntnislücken weiter zu
identifizieren und zu schließen. Foto: Steffen Rasche für LMBV

GTB der LMBV - Tagung 2020 - Fotos: Steffen Rasche für LMBV


B 97-Abschnitt zwischen Hoyerswerda und Schwarze Pumpe wieder frei

Senftenberg/Spreetal. Der seit Mitte August 2020
beschädigte B97-Abschnitt zwischen Hoyerswerda und Schwarze Pumpe wurde
im Auftrag der LMBV in den zurückliegenden Wochen instandgesetzt und ist
seit dem 5. November für den öffentlichen Verkehr wieder nutzbar. Drei
Wochen eher als anvisiert.

Gerd Richter, LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz, gab am
Donnerstagnachmittag gemeinsam mit Vertretern der Straßenverkehrsbehörde
des Landkreises Bautzen, des Landesamts für Straßenbau und Verkehr
(Lasuv) und Spreetals Bürgermeister Manfred Heine nach erfolgter Abnahme
die Straße frei.

Alle Beteiligten hatten sich um eine schnellstmögliche Reparatur des
beeinträchtigen Straßenabschnittes bemüht. Gerd Richter dankte vor Ort
allen involvierten Behörden, Ingenieurbüros und Straßenbaufirmen und
Mitarbeitern, die diese vorfristige Freigabe ermöglicht hatten, für ihr
Engagement und insbesondere der Gemeinde Spreetal und ihren Bürger für
das Verständnis für die Umleitungsphase.

Nach der nun erfolgten Straßenreparatur kann die B 97 jetzt wieder
unter den bestehenden Verhaltensregeln genutzt werden: Die Signalanlage,
die bei Eintritt eines Ereignisses sofort auf Rot schaltet, und die
bestehende Geschwindigkeitsbeschränkung werden wieder in Betrieb
genommen. Neu sind dabei die optischen Leiteinrichtungen in der
Straßenmitte und am Rand der 30-er Zone. Diese sollen die
Geschwindigkeitsbegrenzung unterstützen.

„Diese nun umgesetzte Maßnahme stellt damit eine mittelfristige
Sicherung dieses Straßenabschnitts dar“, unterstrich Bernd Sablotny,
Sprecher der Geschäftsführung der LMBV bereits im Oktober. Als
langfristige Lösung ist die Sanierung der jetzigen B 97-Trasse
vorgesehen. Von einer Verlegung der Trasse wird aufgrund der
geotechnischen Situation abgesehen. Der Zeitrahmen für die
Straßensanierung der B 97 wird unter Vollsperrung mit 5 bis 10 Jahren
eingeschätzt. Für die Vorbereitung der Maßnahme werden mehrere Jahre
benötigt. In dieser Zeit werden auch die Fragen der Umleitungen geklärt.

Hintergrund: Die Bundesstraße 97 zwischen
Hoyerswerda und Schwarze Pumpe war seit dem 07. Juli 2020 planmäßig auf
einer Länge von ca. drei Kilometer für Arbeiten der LMBV voll gesperrt.
Es handelte sich um einen Abschnitt auf locker gelagerter Kippe des
einstigen Tagebaus Spreetal. Im Juli und August 2020 waren parallel zur
Fahrbahn auf 220 Meter zusätzliche 1.800 Vertikaldrains mit
Spezialtechnik im Auftrag der LMBV bis zu 15 Meter in den umgebenden
Kippenboden gedrückt worden. Diese Vertikaldrains sollen mithelfen, die
1964 über Kippenbereiche des Tagebaus Spreetals geführte und nur
geringfügig verdichtete Straße im Bereich einer Tieflage zusätzlich zu
sichern.

Ein beauftragter Sachverständiger für Geotechnik hatte im Zuge
der LMBV-Arbeiten am 18. August 2020 ungleichmäßige Setzungen der
Fahrbahnen um bis zu vier bis sechs Zentimeter und aufgetretene Risse im
Straßenkörper registriert. Das Eindrücken von Vertikaldrains hatte zu
lokalen Verdichtungen des Bodens und zu Setzungen und Mitnahmesetzungen
bis unter den Straßenkörper auf Grund der lockeren Lagerung unter der
Straße geführt.

Es wurde nun in den zurückliegenden Wochen der Versatz und die
Anschlussbereiche gefräst. Auf diese Fläche wurde ein Glasfaserflies
aufgebracht, auf welches eine Asphaltbinderschicht und zum Abschluss
eine Asphaltdeckschicht aufgetragen wurde. Die Banketten wurden an die
neue Höhe angepasst, die Fahrbahnmarkierung aufgetragen und die
Verkehrszeichen aufgestellt.

Fotos: LMBV/Rasche


MIL|LBGR|LK OSL: Pappelweg in Lauchhammer: Eigentümer über Absiedlungzeitraum informiert

Potsdam | Lauchhammer. Zu den Ergebnissen eines neuerlichen
Gutachtens für das Gebiet Pappelweg in Lauchhammer hat am 3. November
2020 auf Einladung des Bürgermeisters der Stadt Lauchhammer, Roland
Pohlenz, eine Informationsveranstaltung für die Eigentümer und Anwohner
im Bereich des Pappelwegs in Lauchhammer stattgefunden. Hierbei
informierten das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR)
und der Landkreis Oberspreewald-Lausitz gemeinsam mit dem Ministerium
für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg und dem Bergbausanierer
LMBV zu den geotechnischen Untersuchungsergebnissen für den Bereich des
Wohngebietes Pappelweg in Lauchhammer.

Wie bereits auf der Einwohnerveranstaltung am 25. Juni 2020
angekündigt, haben das Landesbergamt und der Landkreis im Zuge des
Verfahrens ein weiteres, speziell geohydrologisches Gutachten
beauftragt. Widerlegt wurde damit die zwischenzeitlich bestehende
Befürchtung, die sofortige Beendigung aller Nutzungen müsse angeordnet
werden. Die gutachterliche Einschätzung lautet ungeachtet dessen, dass
die Absiedlung der Grundstücke im Hinblick auf die Gefahr der
Bodenverflüssigung des Untergrundes nach wie vor geboten ist. Nach
Ausschöpfung aller denkbaren Ermittlungen und Prüfungen mit
entsprechenden Sachverständigengutachten besteht demnach Einigkeit bei
den zuständigen Ordnungsbehörden, dass der Standsicherheitsgefahr nicht
anders als nur durch eine Absiedlung zu begegnen ist. Eine Sanierung und
damit Stabilisierung des Baugrunds unter den Gebäuden ist nicht
möglich. Wie lange das bestehende und nicht weiter verminderbare
Restrisiko noch tragbar ist, war Gegenstand ausgiebiger fachlicher
Erörterungen des Landkreises und des Landesbergamts mit verschiedenen
Gutachtern und Vertretern der LMBV. Im Ergebnis empfehlen das
Landesbergamt und der Landkreis als zuständige Ordnungsbehörden den
Anwohnern und Gartennutzern, im Interesse ihrer eigenen Sicherheit
möglichst schnell – jedoch spätestens bis zum Ende des Jahres 2022 –
umzuziehen.

Landrat Siegurd Heinze: „Auch das neuerliche Gutachten ändert nichts
an der Tatsache, dass es, wie schon bei der Grubenteichsiedlung und der
Wilhelm-Külz-Straße in Lauchhammer keine Alternative dazu gibt, den
Standort Pappelweg dauerhaft aufzugeben. Ich bedaure diesen Umstand
zutiefst und habe Verständnis für die Sorgen der betroffenen Anwohner.
Der Landkreis wird gemeinsam mit dem Landesbergamt als zuständige
Ordnungsbehörden weiterhin alles dafür tun, Lösungen für die betroffenen
Bürgerinnen und Bürger zu finden. Ich appelliere vor dem Hintergrund
der latent bestehenden Gefährdung an die betroffenen Bürgerinnen und
Bürger, im Interesse ihrer eigenen Sicherheit möglichst zeitnah zu
handeln.“ Gerd Richter, LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz: „Die LMBV
wird sich im Auftrag von Bund und Land Brandenburg um die weitere
Umsetzung der Entschädigungsfragen kümmern. Dazu gab es im Anschluss an
die Bürgerversammlung persönliche Gespräche mit den Eigentümern, die zu
weiteren vorabgestimmten Gesprächsterminen führen werden. Ziel ist eine
vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Pappelweg-Anwohnern bei voller
Unterstützung aller am Prozess Beteiligter.“

Roland Pohlenz, Bürgermeister der Stadt Lauchhammer: „Die von allen
Anwohnern bzw. Grundstückseigentümern lang erwartete weitere
gutachterliche Bewertung der Situation am Pappelweg hat nicht nur die
unumgängliche Notwendigkeit der Absiedlung bekräftigt, sondern zugleich
den zuständigen Behörden ermöglicht, eine klare Aussage zum noch
verfügbaren Zeitrahmen bis zur endgültigen Aufgabe des Wohnstandortes zu
definieren. Gleichzeitig bin ich jedoch froh, dass die von mir mehrfach
geäußerte Bitte, die Betroffenen nicht länger im Unklaren zu lassen,
erfüllt worden ist. Ich werde weiterhin alles dafür tun, dass der noch
verfügbare Zeithorizont genutzt wird, um eine einvernehmliche Lösung
zwischen den Betroffenen und den Entscheidern des Landes und des Bundes
zu finden.“ Jan Drews, Abteilungsleiter Gemeinsame Landesplanung
Berlin-Brandenburg (GL) im Infrastrukturministerium des Landes
Brandenburg (MIL): „Das Land Brandenburg hat ein großes Interesse daran,
dass alle Beteiligten gemeinsam Lösungen für die betroffenen Anwohner
finden. Wir sind uns bewusst, mit welchen Härten die notwendige
Absiedlung für sie verbunden ist. Die gestrige Informationsrunde der
zuständigen Behörden mit den Betroffenen hat hierfür eine gute
Arbeitsgrundlage geschaffen.“

Hintergrund: Das heutige Stadtgebiet von Lauchhammer ist durch
intensiven, lange währenden Braunkohlenbergbau geprägt. In und um die
ehemaligen Ortschaften der heutigen Stadt Lauchhammer wurden bereits
Mitte des 19. Jahrhunderts kleinere Tiefbaugruben betrieben. Ab Ende des
19. Jahrhunderts entstanden die ersten kleineren Tagebaue. Aufgrund der
sich weiter entwickelnden umliegenden Großtagebaue und der damit nahezu
dauerhaften Absenkung des Grundwassers wurden Siedlungen für die
Bergleute unter anderem auf gekippten Flächen im heutigen Stadtgebiet
errichtet. Seit Beendigung des Bergbaus Anfang der 1990er Jahre steigt
das Grundwasser wieder an. Damit verbunden sein können Vernässungen von
Gebäuden, aber auch Gefährdungen im Zusammenhang mit möglichen
Verflüssigungen im Untergrund, die bis hin zum Geländeeinbruch eine
Gefahr für die darauf befindlichen Gebäude darstellen.

Quelle: PM des MIL und des Landkreises OSL v. 04.11.2020