LMBV: Bergbausanierer verzichtet aufgrund Corona-Pandemie auf Barbarafeier 2020
Senftenberg. Aufgrund der aktuellen Entwicklung der
Corona-Pandemie in Deutschland entschied sich die LMBV, ihre für Anfang
Dezember in Cottbus geplante traditionelle Barbarafeier in diesem Jahr
nicht durchführen.
Seit Gründung des Unternehmens vor 25 Jahren nutzt die LMBV in
Fortsetzung altehrwürdiger bergbaulicher Traditionen alljährlich die
Gelegenheit, um mit den Partnern der Bergbausanierung, Vertretern von
Kommunen, Landkreisen, Bundes- und Landesinstitutionen sowie
Auftragnehmern und Mitarbeitern der LMBV anlässlich des Tages der
Heiligen Barbara am 4. Dezember Bilanz über die erreichten Ergebnisse zu
ziehen, einen Ausblick auf die bevorstehenden Aufgaben zu geben und
allen Beteiligten für ihren Anteil an der geleisteten Arbeit zu danken.
In diesem Jahr sollte sich der Fokus der Barbarafeier insbesondere
auf das 25jährige Bestehen des Unternehmens richten. Die im September
2020 geplante Veranstaltung zum Unternehmensjubiläums musste bereits
abgesagt werden. Zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligten sowie zur
Vermeidung einer weiteren Verbreitung des Coronavirus ist die
Entscheidung zur Absage der Veranstaltung aber notwendig.
Sanierungsarbeiten in Rositz/Schelditz in LMBV-Projektträgerschaft gehen voran
Rückbau belasteter Wohnhäuser hat begonnen
Rositz/Schelditz. Nachdem im Oktober 2019 die
Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund den offiziellen Startschuss
zur Sanierung des Altlastenprojektes im Rositzer Ortsteil Schelditz gab,
laufen die Sanierungsarbeiten kontinuierlich weiter.
Im Juni 2020 begann nun der Abriss von acht weiteren belasteten
Gebäuden in der Straße der Chemiearbeiter und der Talstraße. Darunter
befindet sich auch der angrenzende Wohnblock Straße der Chemiearbeiter
Nr. 2 bis 8. Voraussichtlich bis zum Jahresende werden die Arbeiten an
diesem Objekt abgeschlossen.
Rückbaugrundstücke, die sich südlich der Talstraße und westlich der
Brücke zum Pflaumenberg befinden, werden begrünt und sollen langfristig
als Überschwemmungsflächen für den Petzagraben zur Verfügung stehen.
Demgegenüber ist auf der Fläche zwischen der B 180 und dem höher
gelegenen Garagenhof die Errichtung der zum Komplex der
Wasserbaumaßnahmen gehörenden Grundwasser-Reinigungsanlage vorgesehen.
Erst im Jahr 2021 können dagegen die Rückbauarbeiten auf den
Grundstücken abgeschlossen werden. Ursache ist das Auffinden geschützter
Zauneidechsen in den Gärten und auf unversiegelten Flächen bei einer
Begehung im August 2020. Durch das Befahren dieser Flächen mit
Baumaschinen würde eine Gefährdung dieser Tiere eintreten. Ihre aus
Artenschutzgründen erforderliche Umsiedlung kann frühestens im April
nächsten Jahres beginnen.
Zeitgleich mit der Vorbereitung des Rückbaus erfolgte von Juli 2019
bis März 2020 zunächst die Baugrunderkundung und geotechnische
Untersuchung zur Planung der komplexen Sanierungsvarianten. Notwendig
waren hier u. a. Trockenbohrungen sowie die Errichtung von zahlreichen
Grundwasser- und Gütemessstellen. Parallel dazu erfolgten
Raumluftmessungen, bodenphysikalische Laboruntersuchungen sowie
Untersuchungen der Grundwasserbeschaffenheit. Deren Resultate dienen
dazu, die laufende Entwurfsplanung aller vorgesehenen Sicherungselemente
weiter zu präzisieren.
Die geplanten Gefahrenabwehrmaßnahmen für das gesamte Gebiet
Rositz/Schelditz umfassen neben den Objektsicherungen auch
Flächenmaßnahmen, insbesondere die Umverlegung des Gerstenbaches, die
Anhebung der Talstraße, den Einbau einer Wasserhaushaltsschicht, die
Verlegung von Drainagen sowie die Grundwasserreinigung und Ableitung in
den Gerstenbach. Nach gegenwärtigen Stand der Planung und Erkundung ist
unter Berücksichtigung von zwei sehr komplexen
Planfeststellungsverfahren mit einem Abschluss der investiven Maßnahmen
im Jahr 2027 zu rechnen.
Die Sanierungsarbeiten begannen 2019 an der ehemaligen
HO-Verkaufsstelle. Dabei handelte es sich um jenen Teilbereich, von dem
bisher regelmäßig die stärkste Luftbelastung für das angrenzende
Wohngebiet ausging. Nach den Abrissarbeiten am Gewerbeobjekt wurde die
Baugrube temporär verfüllt und begrünt.
Hintergrund
Das Altlastenprojekt Rositz-Schelditz ist deutschlandweit
beispiellos. Die Kombination aus unterschiedlichen Ursachen und
Zuständigkeiten sorgte für jahrelanges Ringen um eine rechtssichere
Lösung. Schadstoffe aus der im II. Weltkrieg mehreren Bombardierungen
ausgesetzten ehemaligen DEA-Raffinerie und aus dem am selben Standort
später betriebenen Teerverarbeitungswerk befanden sich über Jahrzehnte
in mehreren Metern Tiefe im Boden. Mit dem Grundwasserstrom wurden sie
nach Schelditz verlagert und mit dem Grundwasserwiederanstieg nach oben
gedrückt. Ursache für den allgemeinen Grundwasserwiederanstieg ist unter
anderem die schrittweise Einstellung des Braunkohlebergbaus und die
Außerbetriebnahme seiner Entwässerungselemente.
Der Freistaat Thüringen und die LMBV hatten sich nach intensiver
Abstimmung darauf verständigt, die großflächige Sanierung gemeinsam zu
finanzieren. Eine entsprechende Vereinbarung war am 16. Februar 2018 von
LEG-Geschäftsführer Andreas Krey sowie den LMBV-Geschäftsführern Klaus
Zschiedrich und Dr. Hans-Dieter Meyer im Beisein der Thüringer
Umweltministerin Anja Siegesmund unterzeichnet worden. Insgesamt
investieren Bund und Land ca. 14,7 Millionen Euro in die Maßnahme.
Das Übereinkommen zur nachhaltigen Abwehr der Gefahren durch den
Grundwasserwiederanstieg berücksichtigt auch den Ankauf nicht mehr
nutzbarer Immobilien. Sieben private Wohnhäuser, ein ehemaliges
Gewerbeobjekt und ein Wohnblock der Wohnbaugesellschaft Rositz sind
durch den Wiederanstieg von kontaminiertem Grundwasser mit Schadstoffen
belastet. Sie sind deswegen nicht mehr nutzbar und müssen zurückgebaut
werden.
Abriss der Wohnhäuser - Fotos: Christian Bedeschinski für LMBV
Bereits ein Drittel der Kippenböschung von Neumanns Grube in Hosena verdichtet
Senftenberg | Hosena. Die Verdichtungsarbeiten an
der Kippenböschung der Neumanns Grube in Hosena, Ortsteil von
Senftenberg, gehen zügig voran. Seit September wurde bereits ein Drittel
der bisher ungesicherten Fläche im Auftrag der Lausitzer und
Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft durch die Firma ECOSOIL
gesichert.
Zum Einsatz kommt hierfür amphibische Technik, die vom Wasser aus die
insgesamt rund 45.000 Kubikmeter Massen mittels leichter
Rütteldruckverdichtung in Tiefen von bis zu acht Metern stabilisiert.
Allein für den Seebereich wurden fast 2.700 Ansatzpunkte definiert, an
denen der Rüttler zum Einsatz kommt. Der Wasserstand in der Neumanns
Grube wird während den Arbeiten permanent überwacht. Die
Verdichtungsarbeiten sind bis Ende dieses Jahres geplant.
Im Frühjahr nächsten Jahres beginnt anschließend der Bau des 70 Meter
langen Notüberlaufes zwischen Neumanns Grube und Germaniateich. Dieser
wird jeweils um ein Ein- und Auslaufbauwerk ergänzt, welche von einer 50
Zentimeter starken Granitsteinmauer eingefasst werden. Der Notüberlauf
dient zukünftig dem Wasserausgleich zwischen den beiden Gewässern.
Auch die im Februar geholzte Fläche wird 2021 wieder aufgeforstet und
bepflanzt. An diese Arbeiten schließen sich Pflegeleistungen für die
Fläche an, die voraussichtlich bis Ende 2022 andauern werden. Die Kosten
für die Sanierungsmaßnahme liegen bei rund einer Millionen Euro.
Hintergrund:
Neumanns Grube, auch Grube C oder Neumannsteich genannt, ist ein
ehemaliger Glassand-Tagebau in Hosena. Die LMBV sicherte in den
vergangenen Jahren bereits die Hosenaer Restlöcher Sondergrube und Werk 4
und führte Rekultivierungsarbeiten z.B. am Schilfteich, Klammersteich,
dem benachbarten Clubteich und Germaniateich durch.
Der Rüttler arbeitet auf der Wasserfläche von Neumanns Grube
Mittels amphibischer Technik wird Neumanns Grube gesichert