Jahresrückblick zur Bergbausanierung I – gespiegelt in Überschriften der Regionalzeitungen

I. Quartal 2020

Senftenberg | Sonderhausen |Leipzig. Nachfolgend soll ein Jahresrückblick zur Bergbausanierung – gespiegelt in den Überschriften
der Regionalzeitungen in den LMBV-Revieren – gegeben werden. Die Auswahl erfolgte selektiv aus Sicht der LMBV-Unternehmenskommunikation. Hier Teil I

 

Januar 2020

„Großbaustelle Blunodamm“ lautete eine Überschrift der LR-Ausgabe Hoyerswerda v. 27.01.2020 und erklärte das LMBV-Vorhaben zum Bau des Überleiters 3. Mit „Ferienhaus-Siedlung wächst am Partwitzer See“ beschrieb die LR am 28.01.2020 eine private Investition am Restloch Skado. „Am Knappensee bleibt es rebellisch“ hieß es bei der LR am 1. Februar. Die laufenden Sanierungsarbeiten der LMBV werden auch in diesem Jahr weiterhin kritisch von einer BI begleitet. Wichtigste Botschaft:
„Zum Saisonstart 2022 soll der Knappensee freigeben werden.“

 

Februar 2020

„Lober-Leine-Kanal soll zurückgebaut werden“, leitet am 3. Februar die MZ Bitterfeld den Auftrag zur vorlaufenden Kartierung ein. Die Sächsische Zeitung Hoyerswerda berichtete am 04.02.2020: „Unbekannte fluten Baustelle am Rostigen Nagel“. Hier hatten Unbekannte das LMBV-Wehr am Sornoer Kanal widerrechtlich geöffnet. „Kalk färbt den Partwitzer See“ heißt es kurz darauf in der SZ am 05.02., wo über die begonnene LMBV-Konditionierung berichtet wird. Die LVZ titelte am 05.02. zu einem Investitionsvorhaben an einem Bergbaufolgesee: „Am Bockwitzer See soll ein Surferparadies entstehen“. Für die LR war an diesem Tag wichtig, das am „Senftenberger See wieder saniert“ wird.

Bei der LR in Hoyerswerda war am 06.02. der für das Jahr am Geierswalder See geplante „Wasserwanderrastplatz im Fokus“. Die
Leipziger Bergbaufolgeseen haben laut Freier Presse v. 08.02. eine „Neue Plattform zum Neuseenland“. „Die Hochkippe Scheibe ist jetzt gesperrt“, so die SZ am 11.02. zur Ausweitung des Sperrbereiches im Umfeld des Speichers Lohsa II. Die Gemeinde Boxberg positioniert sich laut SZ v. 12.02 gegen die Ausweitung der einer Schutzzone für Vögel auf dem LMBV-Bärwalder See: „Boxberg lehnt größere Naturschutzzone ab“. „Neue schwimmende Häuser legen an“ lautete dagegen die Überschrift der LR am
29.02., d.h. weitere floating homes werden den Bärwalder See im Laufe des Jahres bereichern.

 

März 2020

„Kupferschatz in Halden“ heißt es bei der MZ v. 02.03. zum neuen Anlauf, aus LMBV-Halden des Kupfererzbergbaus im Mansfelder Land z.B. wertvolle Metalle zu gewinnen oder diese anderen Nutzungen wie z.B. als PV-Anlagenstandorte zu überführen. Eine Studie belege laut LR v. 02.03. die Möglichkeiten auch der LMBV-Bergbaufolgeseen als Option für Floating Solar-Kraftwerke – zunächst sei dies aber regionalplanerisch vorzubereiten, bevor es heißen kann: „Solarstrom von Lausitz-Seen“. „Gefühlte Erdbeben bei Groß Lübbenau“ bewegen die Anrainer am LMBV-Tagebau Seese-Ost, wo mit schonender Sprengverdichtung eine Innenkippe durch die Bergbausanierer gesichert wird, so die LR v. 03.03.2020. Die LVZ vermeldet am 09.03. bezüglich des Wirtschaftsweges
um den Bockwitzer See „Risse im Asphalt werden immer größer“. Die LMBV kündigte für anstehende Sanierungsarbeiten eine Sperrung an. Am 11.03. berichtet die SäZ über „Uferumgestaltungen am Geierswalder See“ und erläutert die Ufersicherungen der LMBV unterhalb des Leuchtturm-Hotels. Die LR zieht am 17.03. nach: „Geierswalder See bleibt Baustelle“.

Die LR nimmt am 14.03. ein futuristisches Gebäude in den Blick: Sedlitz bekommt Kanu-Landmarke“. Am 18.03. wird ebenda gemeldet; dass der „Senftenberger See ab April nutzbar“ wird. Am 19.03. wird unter „Flüsschen stützt Fluss“ über den LMBV-Beitrag aus der Reinigungsanlage Rainitza für die Schwarze Elster berichtet. Die LVZ zitiert am 19.03. unter „3D-Zeitreise zur See-Geschichte“ die geförderte Idee einer Darstellung des Störmthaler Sees. Im März sollte eigentlich eine Infoveranstaltung der LMBV zur Gestaltung der Gösel stattfinden, die coronabedingt gestrichen werden musste, wie die LVZ am 23.03. bedauert. Die LR erklärt am 25.03. ihren Lesern, dass (die) „See-Sanierung blockt Nutzung“ und untersetzt, dass die laufenden Arbeiten der LMBV auf und am Großräschener See noch Vorrang haben. "Wir können kein Wasser herbeizaubern“ – so die Überschrift der SZ vom 30.03. zur pausierenden Flutung in der Lausitz. Dagegen gibt es „Edle Tropfen von der Tagebaukante“ laut LVZ v. 30.03., wo über die 1.300 Rebstöcke am Störmthaler See gesprochen wird.

 

April 2020

Die MZ hat am 01.04. wieder die zur Veräußerung anstehenden „Flachhalden (der LMBV) im Blick“. Dagegen: „Am Senftenberger See werden die Sperrschilder abgebaut“, teilt die LR am selben Tag mit. „Still ruht der Bärwalder See“ erklärt die SZ die Corona-Auswirkungen bei Boxberg am Bergbaufolgesee der LMBV. Der Corona-Tod des StararchitektenMichael Sorkin, der als  „Baumeister“ in den 90er Jahren auch in Leipzig aktiv war, lässt die LVZ Anfang April titeln: „Erfinder des Leipziger Neuseenlandes an Covid-19 gestorben“. Am Geiseltalsee der LMBV gäbe es nun einen weiteren „Platz an der Sonne“, so die MZ über eine neue
Beherbergungsmöglichkeit in Oechlitz. Die LR würdigt am 02.04., dass die LMBV Wort gehalten habe: „Senftenberger See ohne Bagger-Pontons“. Die SZ schildert am 03.04. über die Vorbereitungen der LMBV von Einsatz- und Löschwasserentnahmestellen unter „Planungen für …Kalkschiffe“.

„Kleine Restlochkette jetzt am Netz“, so informiert die LR am 04.04. über das fertiggestellte LMBV-Ablaufsystem vom Bergheider See bis Grünewald. Die SZ sagt am 04.04. ein „Sonniges Wochenende am Berzdorfer See“ voraus, wo vor allem die Corona-geplagten Görlitzer erwartet werden. Die LVZ weist darauf hin, dass „Die Parkplätze weiter dicht“ an den Südraum Bergbaufolgeseenseen seien. „Rostiger Nagel steht an Großbaustelle“ bzw. „Neue Brücke im Lausitzer Seeland“ schildern Lausitzer Zeitungen am 07.04. Die MZ fragt am selben Tag hinsichtlich der Wassersportler „Was darf man noch auf der Goitzsche?“. Die SZ schildert ähnlich am 08.04.: “Autozufahrten zum Berzdorfer See gesperrt“, um eine Abstandsgebots-Einhaltung zu erreichen. „Wir halten die Sperrung der Zufahrten für falsch“, so die SZ drei Tage später. Auch der „Strand des Scheibesees (sei) gesperrt“, erklärt die LR am 11.04. ihren Lesern.


Kaufmännischer Kapitän verlässt zum Jahresende das Deck des Unternehmens

Tätigkeit von Geschäftsführer Dr. Hans-Dieter Meyer in der LMBV endet zum Jahresende

Senftenberg. Der langjährige kaufmännische Geschäftsführer der LMBV,
Dr. Hans-Dieter Meyer, scheidet zum Jahresende aus dem Unternehmen aus.
Die LMBV dankt Dr. Meyer für die über viele Jahre gezeigte
Leistungsbereitschaft und Führung und wünscht alles Gute für die nächste
Lebensetappe.

Der Lauchhammeraner stand dem Bergbausanierer seit 2008 in dieser
Funktion vor und hat die verschiedenen Unternehmungen seit 1990 mit
großem Engagement mitgestaltet. Hans-Dieter Meyer wurde 1957 in der
Stadt Lauchhammer geboren und wuchs in der Lausitz auf. Nach einem
Studium der Volkswirtschaft in Berlin promovierte er dort 1985 und
arbeitete im Anschluss in Bergbauunternehmen.

Nach 1990 wurde er u. a. zum Kaufmännischen Geschäftsführer der
Braunkohlenveredlung Lauchhammer sowie der Sanierungsgesellschaft
Lauchhammer berufen. Seit 1997 war er zunächst als Bereichsleiter
Einkauf, Verkauf, Materialwirtschaft und seit 2001 als Bereichsleiter
Controlling/Finanzen – jeweils mit Prokura ausgestattet – in der LMBV
tätig. Im Jahr 2007 nahm er darüber hinaus die Aufgaben eines
kaufmännischen Geschäftsführers der Gesellschaft zur Verwertung und
Verwahrung stillgelegter Bergwerke Sondershausen, einer damaligen
Tochtergesellschaft der LMBV, wahr.

Kienbaum Consultants International GmbH haben im November 2020 den
Auftrag übernommen, einen „Kaufmännischen Geschäftsführer (m/w/d)“ für
die LMBV zu suchen. In der veröffentlichten Stellenbeschreibung heißt es
u.a.: „Die komplexen Aufgaben in der Bergbausanierung, des
Wassermanagements, der Gestaltung des Landschaftswandels, der
Folgenutzung und der Flächenvermarktung werden die LMBV noch lange
fordern. Entsprechend zukunftsorientiert sind auch die
kaufmännisch-administrativen Prozesse des Unternehmens zu steuern. Als
öffentliche Zuwendungsempfängerin ist die LMBV den besonderen
Gegebenheiten öffentlicher Unternehmen unterworfen.“

Weiter wird betont: „Das Spannungsfeld zwischen sicheren und
nachhaltigen Lösungen einerseits und Kosteneffizienz andererseits
balanciere“ der oder die Gesuchte „in der Rolle aktiv aus“. Die
Organisation einer Ingenieurgesellschaft mit ihren rund 700
Beschäftigten an drei Standorten führe der künftige Geschäftsführer
gemeinsam mit dem Technischen Geschäftsführer. Er oder sie „befähige und
motiviere die Mitarbeitenden für die Aufgaben in Gegenwart und Zukunft.
Nach außen vertrete“ er/sie „die LMBV gegenüber Politik, Verwaltung,
Öffentlichkeit, Medien sowie sonstigen Stakeholdern.“ In seiner
Zuständigkeit liegen:

  • die Aufstellung, Einreichung und Umsetzung des Wirtschaftsplans
  • die Bewirtschaftung von Zuwendungsmitteln
  • Buchführung, Inventar, Controlling, Rechnungswesen und
    Jahresabschluss nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden
    handelsrechtlichen Vorschriften
  • die Vergabe von Aufträgen nach den einschlägigen vergaberechtlichen Vorschriften
  • die Führung der Ressorts Personalwesen, Justitiariat, Flächenmanagement

Erwartet werden u.a.:

  • ein erfolgreich abgeschlossenes Hochschulstudium (z. B.
    Master/Diplom/Staatsexamen in Volkswirtschaftslehre,
    Betriebswirtschaftslehre, Rechtswissenschaften oder einem vergleichbaren
    Studiengang)
  • mehrjährige Berufserfahrung mit Führungsverantwortung in der öffentlichen Verwaltung oder in öffentlichen Unternehmen
  • langjährige berufliche Erfahrung in der Regional- und
    Strukturpolitik sowie Förderpraxis, bevorzugt mit Blick auf die Länder
    Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
  • tiefe Kenntnisse des Haushaltsrechts und der Haushaltssystematik des
    Bundes und der Länder; solide Kenntnisse der einschlägigen gesetzlichen
    Vorschriften (insbesondere des Handels- und Vergaberechts)
  • langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit öffentlichen
    Verwaltungen und politischen Gremien, bevorzugt im Bund-Länder-Kontext

Kenntnisse im Immobilienmanagement seien von Vorteil, heißt es
abschließend in der Ausschreibung, die bis zum 31.12.2020 läuft. Mehr
unter www.kienbaum.de


Gestandener Bergmann Domnowski nimmt Abschied vom aktiven Berufsleben

Sanierungsbereichsleiter Kali-Spat-Erz Jörg Domnowski geht in die Ruhephase der Altersteilzeit

Führungskräftetagung 2020 der LMBV in Tauchritz am Berzdorfer See.

Senftenberg | Sonderhausen. Zum 31. Dezember 2020 wechselt der
Sanierungsbereichsleiter Kali-Spat-Erz Jörg Domnowski in die Ruhephase
der Altersteilzeit.

Vor mehr als 42 begann Jörg Domnowski nach dem Abitur sein
Arbeitsleben im Kaliwerk Bleicherode. Nach Armee und Studium an der
Verkehrshochschule „Friedrich List“ in Dresden war er im Schachtbau
Nordhausen und später wieder im Kaliwerk Bleicherode als
Transporttechnologe und im Investitionsbereich tätig.

Mitte 1990 war Jörg Domnowski in der neu gebildeten Kali Südharz AG
in die schwierige Umstrukturierung der ostdeutschen Kaliindustrie
eingebunden und wechselte Ende 1991 in den Liegenschaftsbereich. Nach
der Verschmelzung der Kali Südharz AG auf die GVV im Jahre 1993 führte
er seine Tätigkeiten in diesem Aufgabengebiet fort.

Von 2004 bis 2016 war er Abteilungsleiter und hat auch den Prozess
der Verschmelzung der GVV auf die LMBV im Jahr 2014 aktiv mitgestaltet.

Seit Oktober 2016 führte Jörg Domnowski mit Erfolg den
Sanierungsbereich Kali-Spat-Erz mit rund 90 direkt bzw. indirekt
zugeordneten Mitarbeitern und ist hier maßgeblich an der Ausrichtung des
Bereiches für die bevorstehenden z.T. noch sehr langwierigen Aufgaben
in der Verwahrung der ehemaligen untertägigen Bergwerke und ihren
Hinterlassenschaften beteiligt.

Die LMBV dankt ihm für die Leistungsbereitschaft und wünscht alles Gute für die nächste Lebensetappe.


Hochbau der Wasserbehandlungsanlage bei Plessa schreitet weiter zügig voran

Mehrere Baukräne für Hochbauten der künftigen Behandlungsanlage im Einsatz

Plessa
LMBV-Baustelle WBA Plessa

Senftenberg/Plessa. Der Hochbau für die bei Plessa entstehende Wasserbehandlungsanlage (WBA) geht weiterhin zügig voran.

Benötigten die Teilnehmenden am Spatenstich Anfang Juli dieses Jahres
noch einiges an Vorstellungsvermögen, ist mittlerweile der Aufbau der
zukünftigen Anlage deutlich zu erkennen. Fast alle Fundamente der
Gebäude und Anlagen sind gelegt.

Auch Gebäude nehmen immer mehr Gestalt an. So werden bereits die
Wände des Betriebsgebäudes errichtet. Auch die Bewehrung und Schalung
des Maschinenhauses, der Schlammentwässerung sowie des Gebäudes zur
Energieversorgung befinden sich in Arbeit. Zudem ist die Lage der drei
großen Sedimentationsbecken sowie der kleineren Becken zur
Schlammeindickung deutlich erkennbar.

Die Wehranlage, über die das Wasser des Floß- und Hammergrabens in
die WBA Plessa geleitet wird, nimmt ebenfalls immer mehr Gestalt an. So
wurde auf Seiten des Hammergrabens die Bodenplatte betoniert. Auch die
Flügelwände zur Umleitung des Floßgrabens sind ausgeschalt. Die
Verschalung der Wände für die Wehranlage sowie deren Bewehrung sind in
Arbeit.

Grund für den Bau der rund 4,5 Hektar großen Anlage ist der Schutz
der Schwarzen Elter vor einem Eiseneintrag aus Floß- und Hammergraben.
In der dreistraßigen Anlage werden künftig bis zu 1,6 Kubikmeter Wasser
behandelt. Der pH-Wert wird dadurch von circa drei auf 6,5 bis 8,5
angehoben. Die Eisenfracht soll dadurch von durchschnittlich 60 mg/l auf
unter drei mg/l reduziert werden.

Von der Planung bis zum Regelbetrieb der Wasserbehandlungsanlage
Plessa sind 80 Millionen Euro veranschlagt. Das voraussichtliche Bauende
ist für Ende 2022 anvisiert. Danach folgt ein einjähriger Einfahr- und
Probebetrieb.

Fotos: Steffen Rasche für LMBV


Fast 60 Mio. Kubikmeter zur Flutung in der Lausitz für Bergbaufolgeseen 2020 abgenommen

LMBV stellte aus Wasserreinigungsanlagen rund 41 Mio. Kubikmeter bisher in 2020 für die Vorflut in der Lausitz zur Verfügung

Senftenberg. Mehr als 58 Mio. Kubikmeter wurden bisher aus den
Lausitzer Vorflutern durch die LMBV in die Bergbaufolgeseen des
Bergbausanierers eingeleitet, wie die LMBV-Flutungszentrale in ihrer
jüngsten Hochrechnung vom 10. Dezember 2020 ausweist.

Dabei wurden im Jahresverlauf rund 7 Mio. Kubikmeter ökologisch
verträglich aus der Neiße „abgezapft“. Hauptspender war die Spree mit
mehr als 39 Mio. Kubikmeter über den gesamten Jahresverlauf. Die
Schwarze Elster als dritter „Lieferant“ steuerte rund 12 Mio. Kubikmeter
insbesondere in den niederschlagsreichen Monaten des Jahres bei.

Auf der Abnehmer-Seite profitierten insbesondere das Speicherbecken
(SB) Bärwalde mit rund 20 Mio. Kubikmeter im Jahresverlauf. In das SB
Dreiweibern, auch als Dreiweiberner See bekannt, flossen 2020 bisher
rund 5,6 Mio. Kubikmeter. Das zum Verbund-Wasserspeichersystem Lohsa II
gehörige SB Burghammer nahm etwa 6,6 Mio. Kubikmeter auf.

Neben dem Partwitzer See mit 6 Mio. Kubikmeter wurde auch der
Geierswalder See mit etwa 7 Mio. Kubikmeter im Laufe des Jahres
versorgt. Der Großräschener See wurde mit ca. 1,6 Mio. Kubikmeter
gestützt; rund 2 Mio. Kubikmeter gingen in den Gräbendorfer See. Rund 6
Mio. Kubikmeter wurden in den Sedlitzer See eingeleitet.

Darüber hinaus stellte die LMBV aus den Grubenwasserreinigungsanlagen
Rainitza und Pößnitz jeweils ca. 18 Mio.m³ zur Stützung der Schwarzen
Elster bereit. Das Vorflutsystem Altdöbern/Greifenhain wurde mit ca. 5
Mio. m³ gestützt. Aus dem Speichersystem Lohsa II wurden über den
Bernsteinsee weitere 10 Mio.  Kubikmeter zur Niedrigwasseraufhöhung der
Spree ausgeleitet.


Angesichts Pandemieentwicklung wechselt Bergbausanierer vornehmlich in mobiles Arbeiten

Nur noch betriebsnotwendiges Schlüsselpersonal an LMBV-Standorten vor Ort

Senftenberg | Sondershausen | Leipzig. Angesichts der weiter steigenden 7-Tage-Inzidenz im Umfeld der LMBV-Standorte, das heißt die Zahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner, hat der LMBV-Krisenstab in enger Abstimmung mit den Betriebsräten am 11. Dezember 2020 festgelegt, dass LMBV-Mitarbeiter ab 14. Dezember 2020 vornehmlich in mobiles Arbeiten bzw. in Urlaub wechseln.

Dies bedeutet, dass bis einschließlich 12. Januar 2021 nur noch das Personal für betriebsnotwendige Prozesse und sogenanntes Schlüsselpersonal an den Standorten verbleibt. Der Großteil der 680 Mitarbeiter wechselt in ein mobiles Arbeitssystem. Die Baustellen in der Bergbausanierung - soweit möglich - und der Untertage-Verwahrung werden weiter betrieben und alle betriebsnotwendigen Anlagen betreut. Die bekannten Erreichbarkeiten des Unternehmens werden weiter sichergestellt.


Letzter Pressetermin für Abteilungsleiter Dietmar Onnasch bei Mitteldeutscher Zeitung

Bergmann in vierter Generation mit Herz für den Tagebau Mücheln

Merseburg. Bevor Dietmar Onnasch, LMBV-Abteilungsleiter
Projektmanagement Sachsen-Anhalt, zum Jahresende in die Ruhephase der
Altersteilzeit wechselt, traf er sich am 9. Dezember 2020 letztmalig mit
der Pressevertreterin der Mitteldeutschen Zeitung Diana Dünschel zum
Interview in der Merseburger Redaktion. Als profunder Kenner der
Sanierungstagebaue im Geiseltal bzw. Merseburg-Ost war er dort
langjähriger Ansprechpartner sowohl für die Presse als auch für die
Öffentlichkeit und bei vielen Veranstaltungen, sei es in Stadträten oder
beim Interessen- und Förderverein Geiseltalsee, präsent.

Im Gespräch gewährte er einen Rückblick auf seine Familiengeschichte:
Bereits sein Urgroßvater war in der Brikettfabrik Beuna beschäftigt.
Die Familie Onnasch bezog in der neuerrichteten Bergarbeitersiedlung
(Kolonie) in Beuna eine Wohnung. Dietmar Onnaschs Großmutter war
Stellwerkerin und sein Großvater arbeitete im Fahrbetrieb, auch sein
Vater arbeitete als Schlosser bis 1994 „auf der Grube“.

Geboren 1959 sei er nun die vierte Generation in der Bergbautradition
und hätte vom aktiven Braunkohlenabbau bis zur Sanierung alles erlebt:
Den kameradschaftlichen Geist in der Grube, schreiende Tagebauleiter,
die sich Gehör verschafften, den Winterkampf, wenn Kohlenglut unter die
Wagons geschaufelt werden musste, damit der Abraum nicht festfror, aber
auch die kreative Planungsarbeit als junger Ingenieur im Büro – zunächst
gut gerüstet mit Vorstellungsgabe, Zirkel und Schablone und später
mithilfe der ersten Robotron-PCs auf den Schreibtischen, auf denen ab
1987 erste Programme zum Berechnen der technologischen Prozesse des
Tagebaus erstellt wurden.

Er zeigte sich beeindruckt davon, dass „die Zeiträume der Planer und
Wasserwirtschaftler im Geiseltal gepasst haben“ und nach erfolgreicher
LMBV-Sanierung im August 2012 der südwestliche Teil des Geiseltalsees
zur öffentlichen Nutzung freigegeben werden konnte. Ebenso würdigte er
die konstruktive und lösungsorientierte Zusammenarbeit mit seinen
Kollegen, das typisch kameradschaftliche Arbeitsklima des
Bergbaubetriebs und erinnerte an das Motto „Bergbau ist nicht eines
Mannes Werk“, das bereits vom ehemaligen Sanierungsbereichsleiter
Sachsen-Anhalt, Dr.-Ing. Peter Tropp, und vom ehemaligen
LMBV-Geschäftsführer Prof. Dr.-Ing. Mahmut Kuyumcu gern zitiert worden
war.

Zum Werdegang: Dietmar Onnasch absolvierte 1976 eine Lehre zum
Elektromonteur im Braunkohlenwerk Geiseltal. Nach dem Wehrdienst
1981wurde er als Elektriker bei Generalreparaturen auf
Tagebaugroßgeräten eingesetzt. 1987 schloss er das Studium der
Bergbautechnik an der Ingenieurschule Senftenberg ab und arbeitete
daraufhin bis Ende 1990 als Bergbautechnologe in der Jahrestechnologie
für die Tagebaue Mücheln und Merseburg-Ost in Beuna. Als Planer bei der
Anhaltinischen Braunkohlensanierungsgesellschaft (ABS) war er zwischen
1991 und 1994 als Planer ebenfalls für die Tagebaue Mücheln und
Merseburg-Ost zuständig, um Mitte 1994 nach der Privatisierung der
MIBRAG wieder eine Anstellung bei der MBV in Bitterfeld zu erhalten. Bis
zum Jahr 2002 kümmerte er sich im Auftrag der LMBV vorrangig um die
Sanierung der Tagebaue Köckern und Goitsche im Bitterfelder Raum. 2002
schloss er ein Fernstudium für Geoinformatik an der Universität Salzburg
ab. Zwischen 2003 und 2007 leitete er die LMBV-Arbeitsgruppe Planung
Sachsen-Anhalt und lernte dabei auch die anderen sachsen-anhaltinischen
Tagebaue und Veredlungsstandorte kennen. 2008 wurde er
Arbeitsgruppenleiter Bergbauplanung für das mitteldeutsche Revier und
leitete ab 2013 die Abteilung Projektmanagement Sachsen-Anhalt.

Impressionen vom MZ-Interview und aus der beruflichen Tätigkeit von D. Onnasch


Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen in Zechau an Restlöchern I, II und III

Maßnahmen voraussichtlich Ende Februar 2021 abgeschlossen

Leipzig/Zechau. Im Zuge der Sanierung und Rekultivierung der
Restlöcher Zechau I, II und III wird derzeit ein noch ungesicherter
Tunnelbereich durch Verwahrung des Tunnelbauwerks und der begleitenden
Entwässerungsstrecke gesichert.

Die Baumaßnahmen haben bereits im Oktober 2020 mit vorbereitenden
Leistungen zur Herstellung einer Baustraße, Kampfmittelsondierungen
sowie den Bohrarbeiten begonnen. Gegenwärtig werden die Versatzarbeiten
mit hydraulischem Füllbinder realisiert. Die baulichen Maßnahmen sollen
voraussichtlich im Februar 2021 planmäßig beendet sein.

Zeitgleich findet eine Beräumung von bergbaulichen Reststoffen am
Restloch Zechau II und III statt. Hier werden oberflächennah
aufgefundene Rohrleitungsreste, alte Fundamente und aus dem ehemaligen
Tagebau stammende Eisenbahnschwellen zurückgebaut und fachgerecht
entsorgt. Diese Arbeiten sollen ebenfalls bis Ende Februar 2021
abgeschlossen sein.

Die Arbeiten finden unter Aufsicht einer ökologischen Baubegleitung
statt, um die naturschutzfachlichen und rechtlichen Anforderungen zu
überwachen.

Historie

Im Bereich der ehemaligen Braunkohlengrube Nr. 131 (Gertrud-Schacht)
erfolgte die Kohlegewinnung im Tiefbau und später im Tagebau.

Für den Transport der Kohle aus dem Tagebau Gertrud III (Tagebau
Zechau) wurde Anfang der 1950er Jahre ein Tunnelbauwerk in offener
Bauweise errichtet und anschließend etappenweise überkippt.

Später wurde für die Wasserableitung und für die Personenfahrung eine
begleitende Entwässerungsstrecke aufgefahren. Diese Bereiche werden nun
gesichert beziehungsweise zurückgebaut.

Impressionen von den Arbeiten bei Zechau


Das Jahr 2020 ist ein besonderes Jahr – Gedanken zum Barbaratag

Senftenberg | Leipzig | Sondershausen. Bereits im Mittelalter gilt
die Heilige Barbara als Schutzpatronin der Bergleute. Sie erbaten von
ihr Schutz und Beistand vor den unheilvollen Gefahren ihrer Arbeit im
Berg und vor dem Leid und den Entbehrungen, was vielen
Bergarbeiterfamilien trotz der schweren Arbeit gegeben war.

Seit der Entwicklung des modernen Bergbaus im 18. Jahrhunderts werden
am Namenstag der Barbara, dem 4. Dezember, Andachten zu Ehren der
Heiligen Barbara gehalten. Seit ihrer Gründung vor 25 Jahren führt auch
die LMBV diese Tradition fort, am Barbaratag Bilanz über das Erreichte
ziehen, einen Ausblick auf die bevorstehenden Aufgaben zu geben und den
Beteiligten mit einem kräftigen Händedruck und einem Bergmannstrunk Dank
zu sagen.

In diesem Jahr kann die LMBV-Barbarafeier nicht stattfinden. Das ist
bedingt durch die Corona-Pandemie nicht möglich. Der Schutz der
Gesundheit und des Wohlergehens der Menschen steht im Vordergrund
unseres Handelns.

Wir bringen St. Barbara ein Glückauf

 

Wir bringen Sankt Barbara ein Glückauf,

wir Männer vom Schlägel und Eisen,

wir wollen bei fröhlichen Festes Lauf

die Heilige ehren und preisen.

 

Glückauf unser Gruß in des Berges Nacht,

wo des Mannes Mut sich kann zeigen;

Glückauf unser Gruß wenn der Frohsinn lacht

beim Klange der Becher und Geigen!

 

Glückauf unser Gruß in Freude und Leid

wenn hinab zur Teufe wir fahren,

dann mag Sankt Barbara, die fromme Maid,

zur glücklichen Schicht uns bewahren.

 

Sie möge behüten des Berges Hort,

daß der Schatz der Teufe sich mehre!

Sie segne das Werk im Streb und vor Ort,

dem Wasser und Wetter sie wehre!

 

Daß fröhlich wir fahren hinab, hinauf,

laß fromm uns die Heilige preisen.

Wir bringen Stankt Barbara ein Glückauf,

wir Männer von Schlägel und Eisen!

 

Gedicht des saarländischen Bergmannsdichters Adolf Groß

Quelle: Recherche von Hans-Jürgen Schmidt


Winterbaustellen im Lausitzer Sanierungsrevier laufen weiter — Winterkampf

Erster Schnee im Winter 20/21 behindert die Bergbausanierungsarbeiten nur wenig

Senftenberg/Klein Partwitz. Das LMBV-Brückenbauwerk für den künftigen
Überleiter 3a zwischen Neuwieser See und Blunoer Südsee nahe Klein
Partwitz gewinnt dank den Mitarbeitern der STRABAG trotz Null Grad
Umgebungstemperatur weiter an Gestalt.

Am 3. Dezember 2020 begannen weitere Betonarbeiten, die auch vom
ersten Schnee des Winters 20/21 nicht unterbrochen wurden. Dafür kamen
im Halbstundentakt Betonmischfahrzeuge zum Zuge, die eine mobile
Betonpumpe mit Material bedienten.

Auch an der LMBV-Baustelle am Altarm der Spree nahe der Ruhlmühle
liefen die Arbeiten der Fa. TWB und der LUG zum Errichten einer dritten
MWBA kontinuierlich trotz Frost und Schnee weiter. Ende des I. Quartals
2021 soll die Anlage zur Eisenminderung voraussichtlich in Betrieb
gehen.

Ebenso intensiv drehten sich am 03.12.2020 die Langarmbagger und
Greifer für den Ausbau der Kleinen Spree bei Burghammer, wie die
Fotoimpressionen zeigen – dem Wintereinzug zum Trotz.

Impressionen von den Arbeiten auf den LMBV-Baustellen mit Schnee F.: UST