Baustart für die Querbauwerke im Störmthaler Kanal nach Pressekonferenz

Pressegespräch zu den erforderlichen Maßnahmen an Störmthaler Kanal und Kanuparkschleuse

Leipzig/Markkleeberg. Am 29. März 2021 starten die Vorbereitungen für die Spundwandarbeiten zur vorsorglichen Entlastung im Störmthaler Kanal durch den Auftragnehmer STRABAG AG. Die Rammarbeiten zur Spundwandherstellung beginnen am 31. Marz 2021. Die Baustelleneinrichtung konnte auf Grundlage einer bergrechtlich genehmigten Sofortmaßnahme zur Gefahrenabwehr kurzfristig bis zum 26. März 2021 realisiert werden.

Geplant ist es, bis voraussichtlich Mitte Mai 2021 zwei Spundwandriegel einschließlich Wasserüberleitung beidseitig der Kanuparkschleuse zu errichten, um einem möglichen hydraulischen Versagen der Anlage und dem unkontrollierten Auslaufen des höher gelegenen Störmthaler Sees in den Markkleeberger See entgegenzuwirken. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dafür ist nach Einschätzung des geotechnischen Gutachterteams zwar äußerst gering, allerdings könnten die Auswirkungen auf die Seen und auch auf Flächen der Städte Markkleeberg und Leipzig erheblich sein. Anlass sind Böschungsumbildungen mit Sickerwasseraustritt in Verbindung mit Erdstoffausspülungen an den Seitenböschungen. Wichtig ist nun zu klären, ob es unter dem Schleusenbauwerk im verdichteten Kippenboden ähnliche Veränderungen gibt. Dazu sind weitere Untersuchungen im Auftrag der LMBV erforderlich.

Die Baumaßnahme beginnt im 1. Abschnitt auf Störmthaler Seeseite. Dort wird ein Sperrwerkbauwerk bestehend aus zwei Spundwandriegeln im Abstand von 15 m errichtet. Während des 2. Bauabschnitts auf Markkleeberger Seeseite werden drei Spundwandriegel im Abstand von 20 m gebaut, wodurch eine Wasserkaskade entsteht, welche die um 4 m unterschiedliche Wasserhöhe zwischen den Bergbaufolgeseen stufenweise absenkt. Beide Querbauwerke werden in 75 m Entfernung von der Kanuparkschleuse errichtet und mit Boden oder/und Gestein befüllt werden.

Aufgrund des vorhandenen Gefährdungspotenzials untersagte der Landkreis Leipzig vom 26. März 2021 bis einschließlich 31. Mai 2021 jegliche Nutzung beider Seen und des Störmthaler Kanals. Dazu wurde eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen. Nach Fertigstellung der temporären Sicherung soll die Situation neu bewertet und die weitere Vorgehensweise mit allen Beteiligten abgestimmt werden. Derzeit ist davon auszugehen, dass während der folgenden Untersuchungen der Kanuparkschleuse sowohl Störmthaler als auch Markkleeberger See wieder genutzt werden können. Zwischenzeitlich laufen präventive Maßnahmen zur örtlichen Gefahrenabwehr durch die Stadt Markkleeberg.

Über die geplanten Maßnahmen und Hintergründe informierte am 26. März 2021 ein Pressegespräch. Es fand im Anschluss an die Beratung der Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland im Markkleeberger Rathaus statt. Im Podium vertreten waren Landrat Henry Graichen (Landkreis Leipzig), Oberbürgermeister Karsten Schütze (Stadt Markkleeberg), Prof. Dr. habil. Andreas Berkner (Regionaler Planungsverband Leipzig-Westsachsen), Martin Herrmann (Sächsisches Oberbergamt), Dominik Oberhettinger (Landesdirektion Sachsen) und LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny.

Pressekonferenz im Markkleeberger Lindensaal


Am Speicherbecken Borna startet die Bodenverdichtung mittels Rütteldruck

Am Speicherbecken Borna gingen am 22. März die Verdichtungen in Dauerbetrieb

Leipzig/Borna. Bei den Sanierungsarbeiten am Speicherbecken Borna, auch als „Adria“ bekannt, startet im Probefeld West der Dauerbetrieb. Nach ersten Testsäulen während der Vorarbeiten gingen die Arbeiten zur Rütteldruckverdichtung am 22. März 2021 in den Dauerbetrieb über. Die Probeverdichtungen hatten sich auf Grund von technischen Problemen, ungünstigem Winterwetter und dem mit der Frühjahrschmelze einhergehenden Einstau im Speicherbecken Borna weit in den März 2021 verschoben. Es werden zunächst Rüttelarbeiten an der Zufahrtsrampe vom Randdamm des Speichers Borna zum Probefeld West, welches im Hochwasserrückhalteraum des Speicherbeckens liegt, notwendig.

Die Rüttelarbeiten in den Probefeldern können durch Schall- oder Schwingungsemissionen auch von Außenstehenden wahrgenommen werden. Im Rahmen der Planung wurden entsprechende Prognosen erarbeitet und es konnte nachgewiesen werden, dass alle relevanten Grenzwerte eingehalten werden. Um diese Prognosen zu überprüfen und bestätigen zu können, erfolgen zusätzliche baubegleitende Schwingungs- und Schallmessungen.

Die LMBV hat wiederholt darauf hingewiesen, dass die Arbeiten in einem ausgewiesenen geotechnischen Sperrbereich erfolgen. Es bestehe in diesem Sperrbereich eine Gefährdung für Leib und Leben, wenn sich plötzlich und ohne vorherige Warnung bzw. Wahrnehmung Verflüssigungsvorgänge ereignen. Ein Betreten des Geländes ist daher aus diesen Gründen strikt untersagt.

Das Probefeld West am Südrand des Speicherbecken Borna

Eindrücke zu den Bauarbeiten im Probefeld West vom Dezember 2020


Vorsorgliche Entlastung geplant — Querbauwerke im Störmthaler Kanal im Bau

Gewässerverbindung zwischen Markkleeberger und Störmthaler See wird mit zusätzlichen Querbauwerken vorläufig abgesperrt und gesichert

Leipzig/Markkleeberg. Am Böschungssystem des Kanals zwischen Störmthaler und Markkleeberger See sind im Rahmen des regulären Monitoringprogramms Böschungsschäden und Rissbildungen nahe dem Schleusenbauwerk (Kanuparkschleuse) festgestellt worden. Diesen Sachverhalt hat die LMBV dem Sächsischen Oberbergamt sowie der Landesdirektion Sachsen am 17. März 2021 förmlich angezeigt. Die LMBV hat als verantwortlicher Bergbausanierer Sofortmaßnahmen veranlasst, um Gefahren für die geotechnische Sicherheit auszuschließen. Ebenso ist sie für die Durchführung der Sicherungsmaßnahmen verantwortlich.

Zur Sicherung des Störmthaler Kanals und der Kanuparkschleuse werden voraussichtlich ab 29. März 2021 zusätzliche Querbauwerke oberhalb und unterhalb des Schleusenbauwerkes in den Kanal eingebaut werden, um eine temporäre Sicherung zu schaffen und nachfolgende Maßnahmen risikolos vorbereiten zu können. Wegen dieser baulichen Maßnahmen im Bereich des Störmthaler Kanals und der Gefährdungslage wird die Untere Wasserbehörde des Landkreises Leipzig zeitlich begrenzte Nutzungseinschränkungen auf dem Störmthaler See, im Störmthaler Kanal und auf dem Markkleeberger See aussprechen. Zu erwarten sind zum einen zeitweilige Einschränkungen wie die Aussetzung des Gemeingebrauchs sowie der Gestattungen zum Betrieb von Booten. Zum anderen ist mit temporären Einschränkungen an den vorhandenen parallel verlaufenden Wirtschaftswegen entlang des Störmthaler Kanals zu rechnen.

Anlass für die Maßnahme ist ein im März 2021 im Auftrag der LMBV von einem Sachverständigenteam vorgestelltes geotechnisches Gutachten. Es zeigt Defizite bei der dauerhaften Standsicherheit der Seitenböschungen und des Schleusenbauwerks auf und empfiehlt insbesondere eine zeitnahe Abriegelung des Bereichs, weitere Kontrollen und eine messtechnische Überwachung. Zur Ermittlung der Ursachen sind weitere Untersuchungen erforderlich. Perspektivisch sollen Sicherungsmaßnahmen zur Wiederherstellung der geotechnischen Sicherheit und der wassertouristischen Nutzungsfähigkeit der Anlagen veranlasst werden. Am 23. März 2021 bildete sich eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der zuständigen Behörden, Gutachtern, kommunalen Vertretern und LMBV. Am 26. März 2021 wird ein Mediengespräch stattfinden.

Hintergrund:

Der Störmthaler Kanal und die Kanuparkschleuse befinden sich auf einer Bergbaukippe des ehemaligen Tagebaus Espenhain. Gebaut wurde die Schleuse zwischen März 2011 und Oktober 2012 in Projektträgerschaft der LMBV. Finanziert wurde die Maßnahme gemäß § 2 und § 4 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung. 2013 wurde das Bauwerk an die Stadt Markkleeberg übergeben und wird seither durch die Entwicklungsgesellschaft für Gewerbe und Wohnen mbH (EGW) betrieben. Neben ihrer touristischen Funktion dient die Schleuse der notwendigen Ableitung des Überschusswassers aus dem ca. 4 Meter höher gelegenen Störmthaler See.

Markkleeberger See, Störmthaler Kanal mit Kanuparkschleuse und A 38, Störmthaler See (v.l.n.r., Quelle: LMBV)


Schon 53 Mio. m³ für Flutung der Lausitzer Bergbaufolgeseen der LMBV abgenommen

Senftenberg. Die Flutung der Lausitzer Bergbaufolgeseen der LMBV kam in den ersten elf Wochen des Jahres 2021 gut voran. Bisher konnten rund 53,5 Mio. Kubikmeter Wasser für die Flutung der Bergbauspeicher und Bergbaufolgeseen genutzt werden. Im ersten Quartal 2020 waren es hingegen nur 22 Mio. Kubikmeter gewesen.

Aus der Spree konnten in diesem Jahr bereits 35,8 Mio. m³ Wasser, aus der Schwarzen Elster 12,3 Mio. m³ und aus der Lausitzer Neiße 5,4 Mio. m³ entnommen werden, ermittelte die Flutungszentrale Lausitz der LMBV in Senftenberg (Stand 23.03.2021).

In das Speicherbecken Lohsa II gelangten davon 18 Mio. m³, in das Speicherbecken Bärwalde 5,3 Mio. m³ sowie 6 Mio. Kubikmeter Wasser in das Speicherbecken Dreiweibern.

Die LMBV-Flutungsschwerpunkte in der Lausitz waren der Geierswalder See und der Partwitzer See, die beide ihre touristischen Zielwasserstände erreichten. Auch der Sedlitzer See konnte gespeist werden; hier sind bisher 5,2 Mio. Kubikmeter Wasser hinzugekommen. geändert 24.03.21

Blick über den bergbaulichen LMBV-Speicher Lohsa II 2020

LMBV-Speicher füllen sich in 2021 - Archivfotos aus 2020 von P. Radke


Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest durch Suche nach Fallwild

LMBV-Wälder in Ostsachsen werden intensiv abgesucht

Senftenberg. Derzeit sind Mitarbeiter der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) in den LMBV-eigenen Waldgebieten um die einstigen Braunkohletagebaue Spreetal/Scheibe, Burghammer, Lohsa/Dreiweibern und Bärwalde unterwegs, um so genanntes Fallwild zu suchen.

Auch um Nochten werden die Eigenjagdbezirke abgesucht. Nötig ist dies, um die Ausbreitung der hochansteckenden für Schweine tödlichen Afrikanischen Schweinepest einzudämmen. Veranlasst wurden die Suchaktionen durch die Landkreise Görlitz und Bautzen, die Sperrbereiche und Pufferzonen ausgewiesen haben.

Für die LMBV bedeutet dies, dass einmal monatlich pro Jagdbezirk die Waldflächen intensiv nach toten Wildschweinen abgesucht werden. Bisher wurde noch kein Fallwild gefunden.

Aktuell gilt die Anordnung zur Suche bis Ende April, jedoch ist davon auszugehen, dass die Landkreise diese Anordnungen verlängern werden. So werden auch in den kommenden Wochen Suchaktionen stattfinden.

LMBV-Mitarbeiter bei der Fallwildsuche nahe Nochten. (Foto: LMBV)


Region: Bergbau-Technik-Park an der BAB 38 errichtet neue Ausstellungshalle

Auf über 600 Quadtratmetern entsteht ein neuer, witterungsgeschützter Ausstellungsbereich

Leipzig. Der Bergbau-Technik-Park e.V. errichtet derzeit auf seinem Parkgelände eine neue Leichtbauhalle. Mit ihren circa 660 Quadratmetern Fläche bietet die neue Ausstellungshalle dringend benötigten, witterungsgeschützten Ausstellungsbereich zum Thema Braunkohlenveredelung und Energieerzeugung sowie Möglichkeiten für vielfältige Veranstaltungen und Vermittlungsangebote.

Die fertige Halle ermöglicht die Ausstellung und den Erhalt von industriekulturellen Sachzeugen aus der Geschichte der Braunkohlenveredlung und -verstromung in Sachsen, sowie von Maschinen und Fahrzeugen aus dem Braunkohlentagebau. Damit kann der Bergbau-Technik-Park seine Ausstellungsinhalte qualitativ erweitern. Die zukünftig präsentierten industriekulturellen Sachzeugen aus der Geschichte der Braunkohlenverstromung und -veredelung ermöglichen den Ausbau von Bildungs- und Vermittlungsangeboten, insbesondere für Schulklassen. Zudem eignet sich die Halle als Veranstaltungsraum für Workshops, Vorträge und Versammlungen für Schulklassen, Vereine und Gruppen.

Die Systemsatteldachhalle besteht aus einer Stahl-Tragkonstruktion und ist mit Trapezblechen ohne jegliche Dämmstoffe verkleidet. Vorteil der Systemhalle ist, dass durch die systematische Konzeption teure Planungskosten eingespart werden und, dass die Halle statisch und bedarfsgerecht angepasst werden kann. Die Ausstellungshalle wird voraussichtlich in Juni 2021 fertig errichtet sein. Danach folgt sukzessive der Aufbau der Ausstellung, so dass 2022 die neue Präsentation zur Saisoneröffnung bereit ist.

Mit einer Fläche von circa 31,5 m x 21 m x 6,85 m (L x B x H) bietet die Halle vielfältige Möglichkeiten, um Veranstaltungen wetterunabhängig durchzuführen. Zudem kann der neugeschaffene Veranstaltungsraum auch von anderen Vereinen und Initiativen genutzt werden. Somit ist die Halle nicht nur ein wichtiger Beitrag zur inhaltlichen Erweiterung der Ausstellung, sondern auch zur Stärkung der regionalen Bergbau-Tradition.

Gesamtansicht der Halle (Foto: Bergbau-Technik-Park e. V.)

Eindruck vom Aufbau


Bau modularer Wasserbehandlungsanlage Ruhlmühle an Spree-Altarm auf Zielgeraden

Probebetrieb der Anlage zum Eisenreduzieren soll voraussichtlich ab Mai 2021 starten

Endspurt auf der Baustelle der MWBA Ruhlmühle

Senftenberg | Neustadt an der Spree | Ruhlmühle. Die Bauarbeiten an der Eisenminderungsanlage nahe der Spree-Ruhlmühle (MWBA Ruhlmühle) befinden sich laut LMBV-Zuständigen in der Endphase.

Nach der derzeitigen Realisierung der Elektro-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik (EMSR) bis Ende April 2021, werden voraussichtlich bis Anfang Mai 2021 auch die Straßenbauarbeiten und die Einzäunung fertiggestellt. Voraussichtlich Mitte des II. Quartals 2021 kann die Anlage dann auch in einen planmäßigen Probe- und Einfahrbetrieb überführt werden.

Mit der neuen modularen Wasserbehandlungsanlage (MWBA) der LMBV an der Ruhlmühle sollen künftig bis zu 100 l/s aus dem Altarm der Spree als einem Hotspot des Eisenanfalls gefasst und weitestgehend vom Mineral Eisen befreit werden. Bisher läuft dem Vorfluter eine hohe Eisenfracht zu.

Bis zu 1.200 Kilogramm Eisenhydroxid sollen dem Altarm der Spree mit dieser dritten Anlage, neben der MWBA Neustadt/Spree und der MWBA Burgneudorf, künftig täglich entzogen werden.

Dafür arbeiten die beauftragten Ingenieur- und Baufirmen TWB Tief- und Wasserbau GmbH aus Boblitz/Spreewald sowie UMTEC GmbH aus Halle/Saale gemeinsam in einer ARGE und zusammen mit den Planern der LUG Engineering GmbH aus Cottbus und GIP Grundwasser-Ingenieurbau Planung GmbH aus Dresden kontinuierlich an der Umsetzung des LMBV-Vorhabens. (RK)


Durch Ausbau nimmt die Neuprofilierung der Kleinen Spree weiter Gestalt an

Bisher wurde etwa die Hälfte der geplanten Ausbaustrecke bereits fertiggestellt

Technikeinsatz an der Kleinen Spree

Senftenberg/Spreewitz. Durch den im Auftrag der LMBV derzeit laufenden Ausbau nimmt die Neuprofilierung der Kleinen Spree immer mehr Gestalt an. Der Ausbauabschnitt der Kleinen Spree von Burghammer bis Spreewitz in der Gemeinde Spreetal für eine maximale Abflusskapazität von 7 m³/s ist ein wichtiger Bestandteil des Wasserspeichersystems Lohsa II, das aus den drei Speicherbecken (SB) Dreiweibern, Lohsa II und Burghammer besteht.

Das Wasserspeichersystem Lohsa II dient der Niedrigwasseraufhöhung der Spree und damit dem Schutz des Biosphärenreservates Spreewald und der Stützung des Wasserhaushaltes von Berlin.

Grundlage für den derzeitigen Ausbau bildet das entsprechende Planfeststellungsverfahren zum „Wasserspeichersystem Lohsa II“ Teil 2 „Ausbau Kleine Spree von Burghammer bis Spreewitz“ vom 21. März 2018. Durch den Ausbau der Kleinen Spree auf einer Länge von 5,4 Kilometern soll das Wasserspeichersystem Lohsa II vollständig betriebsfähig werden.

Das Vorhaben schließt auch eine Entnahme vorhandener Eisenhydroxidschlamm-Ablagerungen im und am Gewässer ein. Dazu wurde mittels Saug-Spülverfahren der sedimentierte Eisenhydroxidschlamm über Landsammelleitungen zu geotextilen Entwässerungsschläuchen gepumpt und nach dortiger Entwässerung fachgerecht entsorgt.

Die vorbereitenden Arbeiten für den Gewässerausbau einschließlich der Kampfmittel-Suche und -Beräumung begannen schon im Herbst 2018. Seit Juli 2020 wird nach vollständiger Entschlammung der Ausbaustrecke innerhalb des ursprünglichen Gewässerverlaufes das neue Trapezprofil hergestellt. Die Arbeiten durch die auftragnehmende Firma HAGN Umwelttechnik GmbH aus Sulzemoos finden weitestgehend einseitig am Flusslauf statt. Die Ausbauabschnitte werden wechselnd an denjenigen Uferbereich gelegt, an dem mit geringeren ökologischen Auswirkungen zu rechnen ist.

Die Sohlbreite im Ausbaubereich wird im Mittel fünf bis sechs Meter betragen und eine mäandrierende Niedrigwasserrinne aufweisen. Das neue Gewässerbett wird insgesamt ca. zehn Meter breit sein. Der Gewässerausbau erfolgt in der „fließenden Welle“. Somit kann in weiten Teilen des Ausbaubereiches auf eine trockene Baugrube mit Wasserhaltung und Umflut verzichtet werden. Nur in Bereichen wo der Einbau von Wasserbaupflaster vorgesehen ist, wird eine Bauwasserhaltung erforderlich. Durch den Einbau eines hauptsächlich einlagigen ungebundenen Kornfilters werden Flusssohle sowie Böschungen gesichert. Zur Böschungssicherung erfolgt zudem der Auftrag von Oberboden und die Begrünung sukzessive zum Ausbaufortschritt, wobei die optische Integration des Gewässers in das vorhandene Landschaftsbild unterstützt werden soll.

Zur Verbesserung der Lebensbedingungen für die Fließgewässerfauna werden in ausgewählten Bereichen mit einer Gesamtlänge von ca. einem Kilometer Aufweitungen, kleine Inselflächen, Schilfflächen und unterschiedlich geneigte Böschungen angelegt, um gewässertypische Strukturen zur Verbesserung der Lebensbedingungen für die Gewässerfauna und –flora zu schaffen. Die Naturschutzfachlichen Anforderungen werden durch eine ökologische Baubegleitung überwacht und beinhalten u.a. auch das Umsetzen von Ameisennestern, das Bergen von Höhlenbäumen sowie das Anbringen von Nistkästen.

Bis Ende Februar 2021 konnte die Hälfte der geplanten Ausbaustrecke bereits fertiggestellt werden. Der Abschluss der Maßnahme zum Flussausbau ist derzeit witterungsabhängig im Frühjahr 2022 geplant. Anschließend erfolgt noch der Neubau einer Fußgängerbrücke, einer Wirtschaftsbrücke sowie der Ersatzneubau des Pegels Burgneudorf in der Nähe der Straßenbrücke des Ortes Burgneudorf. Das Bauvorhaben wird abschließend durch die Bepflanzung der beanspruchten Flächen entlang des Gewässers komplettiert.

Die erforderlichen umfangreichen Umverlegungs- bzw. Sanierungsmaßnahmen der querenden Rohrleitungen wurden und werden in enger Abstimmung mit den jeweiligen Medienträgern durchgeführt. Zudem wird die Gesamtmaßnahme, wie bereits schon im Planungsprozess, durch die Landestalsperrenverwaltung, welche die Unterhaltungslast der Kleinen Spree als Gewässer 1. Ordnung im Sinne des Sächsischen Wassergesetzes ausübt, im Rahmen der Ausführung begleitet. (UST Stand: 15.03.2021)

Aufnahmebehälter aus Geotextil für abgesaugten Schlamm aus Kleiner Spree

Ausbau-Fotos aus 2020


WCL: Erste Lausitzer WasserCluster-Konferenz in Cottbus informierte breites Publikum

Cottbus. Den großen Herausforderungen bei der Bewältigung der mit dem Strukturwandel in der Lausitz einhergehenden wasserwirtschaftlichen Aufgaben Rechnung tragend, sind drei Fachministerien der Einladung des Wasser-Cluster-Lausitz e.V. zur Teilnahme an der Wasserkonferenz gefolgt. Die Veranstaltung wurde am 12. März 2021 an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) als Hybridveranstaltung mit mehr als 450 Online-Teilnehmenden aus dem In- und Ausland sowie einem sehr begrenzten Personenkreis in Präsenz durchgeführt.

Die Präsidentin der BTU Cottbus-Senftenberg Universität Prof. Gesine Grande unterstreicht in ihrer Eröffnungsrede die Rolle der Universität als Plattform für den fachlichen Austausch und den Diskurs: „Die Weichen, die wir heute für eine verantwortungsvolle und nachhaltige Nutzung unserer überaus wichtigen Ressource Wasser stellen, haben unmittelbare Auswirkungen auf unsere Zukunft und die unserer Region. Über meine Funktion im Nachhaltigkeitsbeirat des Landes Brandenburg werde ich die Brisanz des Themas, die Ergebnisse der Konferenz und das Know-how der BTU hinsichtlich der wasserwirtschaftlich zu lösenden Aufgaben einbringen.“

In ihrer Videobotschaft sagt die zuständige Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Berlin Regine Günther: „Die jahrzehntelangen massiven Eingriffe in den Wasserhaushalt durch die Braunkohleförderung sowie der beschleunigte Klimawandel stellen die Hauptstadtregion zukünftig vor enorme Herausforderungen bei der sicheren Wasserversorgung. Wir benötigen ein kluges und vorausschauendes Wassermanagement unter Berücksichtigung der Gewässerökologie. Dabei gilt es jetzt gemeinsam einer möglichen Wasserknappheit entgegen zu steuern. Die Wasserkonferenz ist hier ein wichtiger Beitrag.“

Auf die Rolle des Landes Brandenburg geht Umweltminister Axel Vogel ein: „Der Ausstieg aus der Braunkohle ist alleine schon aus Gründen des Klimaschutzes unvermeidlich und zwingend erforderlich. Die gravierenden Folgen des Kohleabbaus für den Wasserhaushalt werden uns noch lange begleiten und können nicht von einer Generation bewältigt werden. Für die dafür notwendigen Maßnahmen sind zuallererst die Bergbauunternehmen nach dem Verursacherprinzip in der Pflicht. Gleichzeitig arbeiten Brandenburg, Sachsen und Berlin länderübergreifend an Lösungen zur Stabilisierung des Wasserhaushalts.

Zur Absicherung aller ökologischen und wasserwirtschaftlichen Interessen, vor allem in niederschlagsarmen Zeiten, braucht es ein gemeinsames und zielgerichtetes Handeln auf allen Ebenen. Das gilt für das Einzugsgebiet von Spree und der Schwarzen Elster gleichermaßen. In Abstimmung mit Sachsen wird aktuell die Nutzung der Tagebaurestseen sowohl für den Wasserrückhalt in Hochwassersituationen als auch für die Niedrigwasseraufhöhung untersucht. Wir brauchen zur Bewältigung dieser Aufgaben, die dazu noch durch den fortschreitenden Klimawandel erschwert wird, zukunftsorientierte Anpassungsstrategien und weiterhin die gemeinsame Anstrengung von Unternehmen, Landnutzern, Politik, Wissenschaft und allen beteiligten Akteuren.“

Wie ein roter Faden durchzieht es alle Vorträge: Die Bewältigung der wasserwirtschaftlichen Folgen des Braunkohlebergbaues in Verbindung mit den zeitgleich wirkenden Einflüssen des Klimawandels sind als Mehrgenerationsaufgaben zu sehen. Dafür gibt es weltweit keine Beispiele. Hier hat das Bundesunternehmen Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) in den vergangenen 25 Jahren auf vorbildliche Weise gezeigt, wie trotz häufiger Trockenwetterperioden Bergbaufolgeseen aufgefüllt und zu erlebnisreichen Landschaften entwickelt werden können.

Dass auch in den niederschlagsarmen Jahren 2018 bis 2020 keiner der Spreeanrainer bis Berlin einen größeren Schaden genommen hat, liegt nach Ansicht von Sachsens Umweltminister Wolfram Günther am engen Schulterschluss zwischen Berlin, Brandenburg und Sachsen. Günther: „Mit unseren Speichern im Oberen Spreegebiet sorgt die sächsische Landestalsperrenverwaltung kontinuierlich für eine angemessene Wasserführung der Spree. Wir stimmen uns bereits seit vielen Jahren länderübergreifend ab, um das Wasser in den Einzugsgebieten von Spree und Schwarzer Elster zu bewirtschaften. Auf diese Zusammenarbeit werden wir bei der Bewältigung des Struktur- und Klimawandels aufbauen.“

Dazu sei auch ein besserer Wasserrückhalt in der Fläche, im Siedlungsraum und im unbebauten Offenland notwendig. „Die Folgen des Braunkohleabbaus für den Wasserhaushalt in der Lausitz werden uns noch Jahrzehnte begleiten und viel Geld kosten. Selbstverständlich müssen die Kohleunternehmen ihre gesetzlichen Verpflichtungen erfüllen. Die darüber hinaus gehenden Langzeitkosten können die Länder nicht allein stemmen. Hier ist der Bund gefragt, denn die jahrzehntelange Kohlenutzung war ein Teil der nationalen Energieversorgung“, so der Minister weiter.

Im Schlusswort der Wasserkonferenz betonte Sprembergs Bürgermeisterin und ehemaliges Mitglied der Kommission Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung, die so genannte „Kohlekommission“ Christine Herntier: „Ich fahre heute etwas beruhigter nach Hause und wünsche mir vor allem, dass neben künftigen regelmäßigen Wasserkonferenzen vor allem die noch bestehende Denkhindernisse an den Ländergrenzen zum Wohle der Lausitz aber auch der Hauptstadtmetropole noch schneller überwunden werden“. Quelle: WasserCluster Lausitz-Pressemeldung (c/o BTU) 12. März 2021, 15 Uhr


Sächsisches Oberbergamt informiert: Erste Experteneinschätzungen zur Knappensee-Böschungsbewegung

Etwa eine Mio. Kubikmeter ausgeflossen - Keine Freigabe des Altbergbaugewässers in 2022 zu erwarten

Freiberg/Lohsa. Nach ersten Experteneinschätzungen zur Knappensee-Böschungsbewegung vor Ort kommt das SächsOBA, die LTV gemeinsam mit Sachverständigen für Geotechnik sowie LMBV-Verantwortlichen zu folgenden ersten Einschätzungen: Am 11. März 2021 kam es im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen zu einem Setzungsfließen im Bereich G-Nord/Hochkippe am Ostufer des Knappensees. Die ausgeflossenen Massen umfassen ca. 1 Mio. Kubikmeter, ermittelt aus dem erfolgten Wasserspiegelanstieg und markscheiderischen Daten.

Der Wasserstand erhöhte sich aufgrund der ausfließenden Massen um 36 Zentimeter am Ereignistag, am Folgetag sank dieser auf 29 cm. Die Schwallwelle betrug nach Augenzeugenaussagen ca. 1,50 Meter und traf schräg zur Uferlinie im Bereich Südböschung/Groß Särchen auf. Es wurden mehrere eingeschossige Gebäude beschädigt sowie ein Grundstück. Personen kamen nicht zu Schaden.

Es handelt sich um ein singuläres Ereignis, das sich im Rahmen der Risikobetrachtung bewegt. Zum Initial des Setzungsfließens kann man zum jetzigen Zeitpunkt keine genauen Aussagen treffen, es können mehrere Faktoren (in Kombination) ursächlich sein.

Befliegungen des Rutschungsbereichs zur Erfassung der Kubatur und Lotungen zur Erfassung der Unterwassersituation werden in den nächsten Tagen stattfinden.

Eine Gefährdung von gesperrten Innenkippen liegt im Lausitzer Revier generell vor. Die besondere Situation der Sanierungsarbeiten am Knappensee mit einer Hochkippe im unsanierten Böschungsbereich kann nicht verallgemeinert werden.

Es wurde Baustopp für die Sanierungsarbeiten am Knappensee ausgesprochen, in den kommenden Tagen wird die Situation neu bewertet.

Der Knappensee kann nach jetzigem Kenntnisstand 2022 nicht freigegeben werden, so dass SächsOBA in seiner heutigen Einschätzung.

Seeseitige Ansicht der betroffenen Uferabschnitts am Knappensee

Archivaufnahme der Sanierung


Landseitige und seeseitige RDV-Technik am Knappensee im Einsatz - 2020