Gemeinsame Übergabe der neuen Rettungsstation am Berzdorfer See

Görlitz/Senftenberg. Am 29. April 2021 wurde die neue Rettungsstation Berzdorfer See offiziell an die Stadt Görlitz übertragen. Zu einem symbolischen Banddurchschnitt hatten daher die Stadtverwaltung und die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH an das Ufer der ehemaligen Tagebaus Berzdorf eingeladen. Die LMBV und die Stadt Görlitz schafften in den zurückliegenden zwei Jahren in einem gemeinsamen Bauprojekt das Errichten der neuen Rettungsstation für den Berzdorfer See. Am Nordstrand des Bergbaufolgesees vor den Toren von Görlitz wurde das Gebäude zur künftigen medizinischen Erstversorgung und Rettung in Projektträgerschaft von LMBV und Görlitz errichtet.

Anlässlich der feierlichen Einweihung sandte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer eine Videobotschaft: „Ich weiß noch, wie wir am Berzdorfer See standen und den damaligen Container in Betrieb genommen haben, der als Rettungsstation fungierte. Jetzt bekommt das Ganze Hand und Fuß mit einem richtigen Gebäude, mit adäquaten Arbeitsbedingungen.“ Der Sanierungsbereichsleiter der LMBV, Gerd Richter, und der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu übergaben dem zukünftigen Betreiber vom Deutschen Roten Kreuz zwei gerahmte Bilder mit einem historischen Foto des ehemaligen Tagebaus Berzdorf sowie eine aktuelle Luftaufnahme des Berzdorfer Sees. Die Rettungsstation dient künftig der Rettung und medizinischen Erstversorgung am See und wird für mehr Sicherheit am Bergbaufolgesee sorgen helfen. Zusätzlich soll die Möglichkeit bestehen, Veranstaltungen außerhalb der Bade- und Segelsaison abzusichern.

Die Station verfügt über eine Beobachtungsplattform, einen Erstversorgungsraum, einen Beobachtungsraum sowie WC und Dusche. Der Bergbausanierer LMBV war Träger der Baumaßnahme, die über den Paragrafen 4 des Verwaltungsabkommens zwischen Bund und Freistaat Sachsen zur "Erhöhung des Folgenutzungsstandards" finanziert wurde. Die Gesamtkosten für Planung und Realisierung belaufen sich dabei auf rund 600.000 Euro Fremdleistungen. Die gemeinsame Finanzierung erfolgte mit 80 Prozent durch den Freistaat Sachsen. Die Stadt Görlitz übernahm einen Anteil von 20 Prozent. „Nur die gemeinsame Finanzierung durch den Paragrafen 4 des Verwaltungsabkommens hat die Umsetzung dieses infrastrukturfördernden Projektes möglich gemacht. Im Rahmen der Bergbausanierung wäre das nicht möglich gewesen, gleichwohl hätte die Stadt so ein Projekt allein auch nicht umsetzen können“ erklärte Gerd Richter von der LMBV.

In Zusammenarbeit der LMBV als Projektträgerin und der Stadt Görlitz wurden bereits zuvor im Rahmen des Paragrafen 4 des Verwaltungsabkommen Braunkohlesanierung mit der Erschließung des Nordstrandes und dessen öffentlichen Zuwegungen, Medienverlegung, Errichtung von Stellplätzen und dem Bau des Bootsanlegers die Voraussetzungen für eine touristische Nutzung geschaffen. (UST/RK)

Übergabe der Rettungsstation (Fotos: Steffen Rasche für LMBV)


Temporäres Sperren des Restloches Casel für angrenzende RDV für zwei Monate nötig

„Rütteldruckverdichtung der Innenkippe Greifenhain: Kippe 10 bis Restloch Casel“

Senftenberg/Drebkau. Das zwischen Drebkau und Casel gelegene kleine Restloch Casel muss im Mai und Juni 2021 vorübergehend gesperrt werden. Eine angrenzende Sanierungsmaßnahme i.A. der LMBV nähert sich dem Gewässer an, sodass für diese zwei Monate der Zugang zum Restloch Casel nicht möglich sein wird. Dafür wird das Gewässer vorübergehend geotechnisch gesperrt, temporär umzäunt und die Angelnutzung zeitweise ausgesetzt.

Die Rütteldruckverdichtungsarbeiten i.A. der LMBV dienen zum Beseitigen der bergbaulichen Gefährdung im Kippengelände und somit zum Herstellen einer dauerhaften geotechnischen und öffentlichen Sicherheit. Sie werden im Rahmen der genehmigten „Rütteldruckverdichtung der Innenkippe Greifenhain: Kippe 10 bis Restloch Casel“ durchgeführt.

Die Arbeiten werden von der Firma GMB GmbH ausgeführt. Für die Gesamtmaßnahme, die im August 2020 begonnen wurde, sind fast 5.500 Verdichtungspunkte mit Rüttellanzen abzuarbeiten. In bis zu 25 bis 45 Meter Tiefe wird ein verdichteter Bereich auf 2.500 Meter Länge und 35 bis 70 Meter Breite in der Kippe hergestellt. Die Gesamtmaßnahme soll Ende November 2022 abgeschlossen werden.

Die LMBV informierte bei einem Vorort-Gespräch am Restloch Casel am 29.04.2021 über die ab Mai 2021 anstehenden Sicherungsarbeiten nahe diesem kleinen Restloch, das vorwiegend als Angelgewässer genutzt wird. Zu dem Informationsgespräch waren alle Beteiligten geladen, darunter der Landesforst Brandenburg als Flächeneigentümer, die GMB, die Sachverständigen für Geotechnik der GUB, der lokale Anglerverband, die Anrainer-Kommunen sowie das LBGR.

Das Restloch Casel liegt an der Landstraße L 52 zwischen Drebkau und Casel. Es entstand in den Jahren 1956 bis 1961 durch eine nicht vollständige Verkippung eines Randbereiches des Tagebaus Greifenhain und wurde bereits im Jahr 2006 von der LMBV weitestgehend gesichert.

Geplante RDV-Trasse - in rot gekennzeichnet

Vorort-Gespräch am Restloch Casel


Sachstand zu Ursachen der Sperrung der B 169 sowie zur Verwahrnotwendigkeit von Strecke

Gemeinsames Pressegespräch zur B 169 bei der LMBV

Senftenberg. Am 27.04.2021 fand ein Pressegespräch zur Verwahr-Notwendigkeit einer alten Untertage-Strecke unter der derzeit gesperrten B 169 bei Sedlitz am Sitz der LMBV statt. Dabei standen OSL-Landrat Siegurd Heinze, LBGR-Präsident Sebastian Fritze und Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich gemeinsam mit LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny Medienvertretern Rede und Antwort.

Die Bundesstraße 169 zwischen Sedlitz und Senftenberg musste am 15. April 2021 durch den Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg voll gesperrt werden. Grund dafür ist eine direkt unter und neben der Bundesstraße verlaufende alte rund 400 Meter lange Entwässerungsstrecke in mehr als 40 Meter Tiefe, die früher für die Tagebauentwässerung der Ilse Bergbau A.G. genutzt wurde.

Diese „Nördliche Grenzstrecke“ wurde vor etwa 100 Jahren bergmännisch im Untergrund vorgetrieben und als „Deutscher Türstock“ mit Holz ausgebaut. Dies ist u.a. dem Originalriss des Tagebaus Ilse-Ost aus dem Jahr 1929 zu entnehmen. Die Auskohlung im angrenzenden Bereich erfolgte 1943 und 1944. Mehrere Tagesbrüche und Einsenkungen im Verlauf der unterirdischen Grenzstrecke sind aktenkundig.

Im Zuge von planmäßigen Erkundungskontrollbohrungen i.A. der LMBV an dieser Strecke wurden am 12. April 2021 mehrere Hohlräume festgestellt, obwohl diese 1967/68 bereits mit Sand und später mit Braunkohlen-Filteraschen verwahrt worden war. Diese Hohlräume können von den Firsten her einbrechen bzw. zu Verbrüchen bis an die Straßenoberfläche führen.

Dies könnte die Sicherheit des darüber laufenden Straßenverkehrs gefährden. Zunächst sind in einer ersten Sicherungsphase weitere 20 bis 25 Kernbohrungen auf und an der B 169 von der LMBV geplant, um damit auch gleichzeitig mögliche Leerräume mit kohäsiven Verfüllbaustoff zu versetzen. Mit den dabei gewonnenen Erkenntnissen kann dann ggfs. über noch weitere nötige Sicherungs- und Verwahrarbeiten entschieden werden, zu denen bisher erste Variantenbetrachtungen vorliegen.

Als Zeitraum für die notwendigen Sanierungsarbeiten ist voraussichtlich mit sechs bis neun Monaten zu rechnen. Zur bauzeitlichen Verkehrsführung ist die LMBV mit der Stadt Senftenberg und der dem Landratsamt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz in der Abstimmung. Für den Individualverkehr zwischen Sedlitz und Senftenberg wird es eine zeitnahe Lösung für die Sedlitzer Bürgerinnen und Bürger geben.

Rißwerk aus dem Jahr 1929

Pressegespräch bei der LMBV


Baubeginn zur Verdichtung an der Hochkippe Borna-West steht an

Die Arbeiten auf dem Probefeld im Januar 2019, Archivbild: LMBV

Auf einem Probefeld wurde zuerst die geeingete Technologie ermittelt. Jetzt beginnt die Hauptsanierung

Leipzig/Borna. Es geht los, an der Hochkippe Borna-West. Nach der Baustelleneröffnung am 8. April 2021 können in dieser Woche offiziell die Bauarbeiten zur Verdichtung des Bodens beginnen. Vorerst stehen noch die Absperrung und Einrichtung der Baustelle an sowie weitere vorbereitende Arbeiten an, damit in wenigen Wochen die Großgeräte zum Einsatz kommen können. Für die Baufeldfreimachung auf dem Plateau wurden bereits Bäume geholzt und der Aufwuchs mit einer Forstfräse gemulcht, sodass die notwendigen Trägergroßgeräte für die Rüttelstopfverdichtung (RSV) in den Bereich einfahren können. Diese vorbereitenden Maßnahmen für die geotechnische Böschungssicherung der Hochkippe Borna-West fanden aus artenschutzrechtlichen Gründen im Februar 2021 statt.

Die folgenden RSV-Arbeiten als Hauptbaumaßnahme wurden an eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE) aus den Firmen Bickhardt & Metzner vergeben. Insgesamt sollen fast 2.000 RSV-Säulen auf dem oberen und dem unteren Stützkörper (Plateau und Böschung) im Rahmen der Hauptsanierung hergestellt werden. Die RSV-Arbeiten an dem ersten Verdichtungsabschnitt, dem Plateau der Hochkippe Borna-West werden voraussichtlich bis Mai 2022 laufen. Finanziert wird die Maßnahme über den § 3 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung.

Während der ersten, vorgezogenen Bauphase von August 2018 bis zum I. Quartal 2019 wurde die RSV zunächst auf einem Probefeld im mittleren Böschungsbereich getestet, um eine geeignete Technologie zur Untergrundverbesserung des ehemaligen Tagebauareals zu finden. Hierzu wurden Säulen aus grobkörnigen Böden per Rohr gleichmäßig in die Kippenböschung eingebracht. Begleitet wurden die Maßnahmen durch ein umfangreiches Monitoringprogramm, welches Schwingungs-, Verformungs-, Setzungs-, Lärm- und Grundwassermessungen sowie Beweissicherungen an Gebäuden umfasste.

Mit den nun anstehenden Sicherungsmaßnahmen sollen potenzielle geotechnische Gefährdungen wie Verflüssigungserscheinungen des Bodens oder ein Böschungsbruch verhindert werden. Während der gesamten Baumaßnahmen ist ein erweiterter Sperrbereich an der Hochkippenböschung eingerichtet, in dem ein Betreten und Befahren aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen ist. Nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen soll der seit Oktober 2011 bestehende Sperrbereich wieder aufgehoben werden.


Pressegespräch zu Ursachen der Sperrung der B 169 bei Sedlitz sowie zum Ausblick geplant

Medienvertreter-Einladung zum Pressegespräch

Senftenberg. Die Bundesstraße 169 (B 169) zwischen Sedlitz und Senftenberg musste am 15. April 2021 durch den Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg voll gesperrt werden. Grund ist eine unter der Bundesstraße verlaufende alte Entwässerungsstrecke, die früher für die Tagebauentwässerung genutzt wurde.

Im Zuge von planmäßigen Erkundungskontrollbohrungen an dieser Strecke wurden Hohlräume festgestellt. Diese könnten die Sicherheit des Straßenverkehrs gefährden. Nach Auswertung durch Sachverständige für Geotechnik wird nun an einer Sicherungstechnologie zur Verwahrung dieser Altstrecke gearbeitet.

Am Dienstag, dem 27. April 2021, laden wir daher Medienvertreter von ca. 16:00 bis ca. 17:00 Uhr zu einem Pressegespräch gemeinsam mit den zuständigen Behörden in den Barbarasaal in der Knappenstraße 1 in Senftenberg zur LMBV ein, um über das weitere Vorgehen zu informieren.

Für Ihre Fragen und für O-Töne stehen Ihnen Vertreter der LMBV, des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, des Landkreises OSL und der Gelegenheitskommune Senftenberg zur Verfügung.

Wir bitten pandemiebedingt um Ihre vorherige Anmeldung bis 27. April 2021 14:00 Uhr unter veranstaltung@lmbv.de mit Namen, Arbeit-/Auftraggeber, E-Mail-Adresse und Telefonnummer. Während der Veranstaltung ist eine Maske zu tragen und die gültigen Abstände einzuhalten.


Zuwegung zur Reppister Höhe wurde im Tagebau Meuro fertig asphaltiert

Radweg-Lückenschluss-Baumaßnahme kommt voran

Senftenberg. Der bisher nur sandgeschlemmte LMBV-Wirtschaftsweg zum Aussichtspunkt Reppist, der vor allem für forstwirtschaftliche und Kontroll-Aufgaben genutzt wurde und als Wanderweg von Ausflüglern mitgenutzt wurde, wurde kürzlich ertüchtigt. Dazu wurde er u.a. asphaltiert.

Damit kann er in den zukünftigen Rundweg um den Großräschener See, der gegenwärtig i.A. des Zweckverbandes Lausitzer Seenlandes Brandenburg und der LMBV errichtet wird, eingebunden werden.

Am 8. März 2021 hatten südwestlich vom Großräschener See die Bauarbeiten für einen insgesamt 2,8 Kilometer langen Radwegeabschnitt begonnen. Dieser Radweg im Bereich der Reppister Höhe entsteht als drei Meter breiter Radweg in Asphaltbauweise und ist Teil einer Lückenschlussmaßnahme rund um den Großräschener See. Dieser Weg wird im Auftrag der LMBV vom Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg als Projektträger errichtet.

Übersichtskarte - in grün der zu bauende Wegeabschnitt (bereitgestellt v. ZV LSB)

Blick nach Westen zur Reppister Höhe


Ein Viertel der notwendigen Sprengungen auf Kippe Seese-Ost bereits umgesetzt

TDE-Bohrtrupp auf der Gefährdungsfläche Süd am Restloch 23 (Bischdorfer See) im Einsatz

Warum in Groß Lübbenau mitunter die Kaffeetassen in den Schränken klirren

Senftenberg/Groß Lübbenau. Südlich der Ortslage Groß Lübbenau laufen derzeit intensive Sanierungsarbeiten auf den Innenkippen des ehemaligen Tagebaus Seese-Ost im Rahmen einer von der Bergbehörde zugelassen Sicherungstechnologie. Im Auftrag der LMBV werden im gegenwärtigen Abschnitt rund 100 ha mit der sogenannten schonenden Sprengverdichtung bearbeitet. Runde ein Viertel der notwendigen Sprengungen auf den Kippen von Seese-Ost sind bereits umgesetzt, so kürzlich der für die Umsetzung zuständige LMBV-Abteilungsleiter Jens Bäcker.

Für diese Verdichtungsarbeiten hat die auftragnehmende Firma TDE zwei kippentaugliche Bohrgeräte sowie weitere Transportfahrzeuge zum Herstellen der Sprenglöcher im Einsatz. Derzeit erfolgen alle zwei Werktage am Nachmittag die Verdichtungssprengungen, nachdem zuvor zwischen drei und sechs Bohrlöcher je Bohrgerät – max. 12 p.d. - abgeteuft und nachfolgend mit Sprengladungen besetzt worden sind. Durchschnittlich muss dafür zwischen 20 und 30 Meter tief in den Kippenkörper gebohrt werden.

Es kommen je nach planmäßiger Vorgabe des Sachverständigen für Geotechnik zwischen 30 und 60 Kilogramm Sprengstoff je Sprenggruppe zum Einsatz. So werden beispielsweise drei Sprengladungen mit je 1 bis 1,5 kg in drei Ebenen in ein einzelnes Bohrloch ein gehangen und später Millisekundenabstand gezündet. Insgesamt sind in dieser Sanierungsphase bis Ende 2022 etwa 3.100 Bohrungen abzuteufen, wovon rund 900 bereits abgespengt wurden. Derzeit werden die sogenannte Gefährdungsfläche Nord mit einer Größe von etwa 73 ha und die Gefährdungsfläche Süd am Restloch 23 (Bischdorfer See) mit einer Größe von etwa 20 ha bis Ende 2022 bearbeitet.

Vor Beginn der Sanierungsarbeiten wurden Beweissicherungsverfahren zum Bautenzustand in der Umgebung vorgenommen. Zudem werden regelmäßig in elf Gebäuden in Groß Lübbenau und zwei Gebäuden in Bischdorf überwachende Schwinggeschwindigkeitsmessungen zur Überprüfung der durch die Sprengungen erzeugten Schwingungen vorgenommen. Diese Auswertungen erfolgen jeweils zeitnah nach den Sprengungen durch ein Fachbüro und liegen bisher immer unter den von der zuständigen Behörde vorgegebenen Immissionsschutz-Richtwerten. Dennoch sind die Sprengwellen oft auch noch in größerer Entfernung wahrzunehmen und bringen mitunter auch „die Kaffeetassen in den Schränken der Anrainer zum kurzzeitigen Wackeln“, so Bäcker.

Sollten im Zuge der Arbeiten auch nachweisliche Bauwerksschäden auftreten, werden diese vom Bergschadens-Management der LMBV auf Antrag von Betroffenen hin bearbeitet und ggfs. nach BBergG reguliert. Die ersten Arbeiten zur schonenden Sprengverdichtung in Seese-Ost hatten 2015 begonnen, wurden ortsnah 2017 bis 2019 fortgeführt und werden seit 2020 schrittweise weiter auf bisher noch nicht gesicherten Flächen voraussichtlich noch einige Jahre andauern, so der Bergbausanierer Jens Bäcker. Sprengmeister Lutz Rublack von der Fa. TDE und seine Bohr-Mitarbeiter arbeiten gewissenhaft an den Zielstellungen einer baldigen sicheren Bergbaufolgelandschaft und bemühen sich, alle Vorgaben zu einem möglichst schonenden Sprengen stets einzuhalten.

Raupengestützte Spezialtechnik der Fa. TDE zum Bohren auf Kippen
Verdichtete Kippenfläche im ehem. Tgb. Seese-Ost


Kurzfristiger Informations-Vorort-Termin an gesperrter Bundesstraße 169

OSL-Landrat, Senftenbergs Bürgermeister und Sedlitzer Ortsvorsteher erhielten vorläufigen Informationsstand aus erster Hand

Senftenberg. LMBV-Chef Bernd Sablotny informierte am 21. April 2021 zu der zwischen Senftenberg und Sedlitz gesperrten Bundesstraße 169 über die derzeitigen Erkenntnisse des Bergbausanierers hinsichtlich der Rissbildungen und Hohlraumvermutungen.

Seiner Einladung waren der Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, Siegurd Heinze, Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich sowie der Sedlitzer Ortsvorsteher Steffen Philipp gefolgt. Es wurden die nächsten Untersuchungsschritte und angelaufenen Planungen zur Gefahrenabwehr i. A. der LMBV erläutert. In der 17. KW sollen dann Festlegungen zum weiteren Umsetzen der nötigen Sicherungsarbeiten durch die LMBV in Abstimmung mit den Behörden erfolgen.

Landrat, Bürgermeister und Ortsvorsteher stimmten sich auch hinsichtlich der zu nutzenden Rettungswege und der betroffenen Schülerverkehre während der Sperrzeit ab. Die Erreichbarkeit des Ortsteils Sedlitz durch die Feuerwehr ist auch in der Zeit der Sperrung der B 169 sichergestellt. Die Feuerwehr und der Rettungsdienst werden im Einsatzfall einen Privatweg der Stadt Senftenberg am Großräschener See mit Sonderrechten nutzen, um Sedlitz schnell zu erreichen. Eine Nutzung der Privatwege am Großräschener See durch Busse der Verkehrsgesellschaft OSL wurde geprüft, ist jedoch aus Sicherheitsgründen nicht möglich.

Die Sperrung der Bundesstraße war am 15.04.2021 nach Hohlraumfeststellungen im Zuge planmäßiger Brunnenversatzarbeiten i.A. der LMBV im Randbereich des ehemaligen Tagebaus Sedlitz durch das Landesamt für Straßenwesen Brandenburg (LSB) veranlasst worden. Grund für die Vollsperrung ist u.a. eine unter der Bundesstraße verlaufende Altberg-Entwässerungsstrecke, die früher für die Tagebauentwässerung bis in den vierziger Jahren genutzt wurde. Im Zuge von planmäßigen Erkundungskontrollbohrungen an dieser Strecke wurden dort Hohlräume festgestellt. Diese könnten die Sicherheit des Straßenverkehrs gefährden.

Alle Involvierten sind sich der Erschwernisse durch das Sperren bewusst.

Gesperrte B 169 nach Gefahrerkennung


Präventive Sofortmaßnahmen am Störmthaler Kanal laufen planmäßig

Erster Bauabschnitt zur vorsorglichen Quer-Sicherung umgesetzt sowie Kontroll-Tauchgang erfolgt

Leipzig/Markkleeberg. Bei einem Vor-Ort-Pressetermin am 15. April 2021 informierten die LMBV-Abteilungsleiter Thomas Rösler (Projektmanagement Westsachsen-Thüringen) und Dr. Robert Böhnke (Geotechnik Mitteldeutschland) über den aktuellen Baufortschritt zur Sicherung des Störmthaler Kanals sowie über die Ergebnisse des permanenten Monitorings: Das obere Querbauwerk zwischen Störmthaler See und Kanuparkschleuse ist in weiten Teilen fertiggestellt, während das untere Querbauwerk bereits parallel vorbereitet wird. Die präventiven Sofortmaßnahmen laufen planmäßig, so dass die Sicherheit an den Bauwerken weiter erhöht werden konnte.

Planungs- und Baustand:

Im 1. Bauabschnitt wurde am 7. April 2021 die zweite Spundwandachse des oberen Querbauwerks auf Störmthaler Seeseite fertiggestellt. Vorausgegangen war die Errichtung der ersten Spundwandachse des oberen Querbauwerkes bis 1. April 2021. Derzeit wird der Zwischenbereich mit Wasserbausteinen und Bodenmaterial verfüllt. Aufgrund seitlicher Nachsackungen im Böschungsbereich sind Dämmer- und Tonschichteinbau als zusätzliche Verdichtungsmaßnahmen erforderlich.

Im 2. Bauabschnitt soll voraussichtlich in der 18. Kalenderwoche die erste Spundwandachse des unteren Querbauwerks auf Markkleeberger Seeseite errichtet werden. Geplant sind drei Spundwände mit abnehmenden Höhen. Zurzeit werden die einzelnen Spundwandbohlen für den Einbau vorbereitet.

Die Überschusswasserableitung erfolgt weiterhin über die Bypässe der Schleuse. Bauzeitlich werden auf der Baustelle Pumpen vorgehalten, um die Ableitung des Überschusswassers zu gewährleisten. Bisher war ein Pumpbetrieb nicht notwendig. Nach Abschluss der Baumaßnahme werden beide Querbauwerke über offene Gerinne mit Dammbalkenverschlüssen im Ober- und Unterwasser verfügen.

Eine Empfehlung zur Nutzungsfreigabe der angrenzenden Gewässer Störmthaler und Markkleeberger See kann erst nach Errichtung der oberen und unteren Querbauwerke mittels Spundwänden, nach Vorlage aller erforderlichen statischen Nachweise und Bestandsunterlagen sowie nach Prüfung und Freigabe durch die Sachverständigengutachter erfolgen.

Monitoring/Untersuchungen:

Aus dem laufenden Grundwasser- und Böschungsmonitoring ergeben sich keine Hinweise auf eine akute Gefährdung. Auch die Grundwasserstandsentwicklung der einzelnen Messpegel entspricht den bisherigen Bewertungen.

Per Tauchgang fanden am 7. April 2021 im Auftrag der LMBV weitere Untersuchungen im Störmthaler Kanal und am Schleusenbauwerk statt. In Auswertung des Tauchgangs gab es keine Veränderung zu den bereits seit 2019/2020 bekannten Schäden. An der Kanalsohle im Bereich des unteren Vorhafens wurden kleine Vertiefungen (Kolk), Lochbildungen und Aufwallungen gefunden.

Kontrollen durch Taucher sind oft die einzige Möglichkeit, sich einen fortlaufenden Überblick über Zustand und Funktion von wasserbautechnischen Anlagen zu verschaffen oder um Gefährdungen richtig bewerten zu können. Abhängig von den Bedingungen unter Wasser wird der Zustand vom Taucher dabei durch Ertasten oder mit digitaler Foto- oder Videotechnik dokumentiert.

Im Anschluss an den Pressetermin am 15. April 2021 fand eine gemeinsam mit der Gemeinde Großpösna organisierte Online-Bürgerinfo-Veranstaltung statt. Nach kurzen Informationen zum aktuellen Sachstand wurden im Rahmen einer Webkonferenz die Fragen von Anwohnerinnen und Anwohnern des Markleeberger sowie des Störmthaler Sees beantwortet. Die Informationsveranstaltung ist noch für einige Tage unter Youtube abrufbar.

LMBV gibt technische Einblicke für Medienvertreter vor Ort am Kanal

Impressionen von Baugeschehen, Tauchgang und Pressetermin (Fotos: LMBV, u. a. Anika Dollmeyer)


Streckenverwahrung bei Sedlitz wird voraussichtlich mehrere Monate dauern

Senftenberg. Die Bundesstraße 169 (B 169) zwischen Senftenberg und Sedlitz musste am 15. April 2021 durch den Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg voll gesperrt werden.

Die Sperrung wird voraussichtlich mehrere Monate dauern. Grund ist eine unter der Bundesstraße verlaufende Altberg-Entwässerungsstrecke, die früher für die Tagebauentwässerung in den vierziger Jahren genutzt wurde. Im Zuge von planmäßigen Erkundungskontrollbohrungen an dieser Strecke wurden dort Hohlräume festgestellt. Diese könnten die Sicherheit des Straßenverkehrs gefährden.

Nach Auswertung durch einen Sachverständigen wird nun eine Technologie zur Verwahrung der angetroffenen Strecke erarbeitet, die in den nächsten Monaten umgesetzt wird.

Blick auf die B169 bei Senftenberg (LMBV/Archivfoto 2017)