Erdarbeiten an der Hochkippe Wulfersdorf starten in den 2. Bauabschnitt

Sanierung des südwestlichen Endböschungssystems läuft bis Ende 2021

Harbke. Mitte Juni 2021 nahmen zahlreiche Baufahrzeuge an der Hochkippe Wulfersdorf ihre Arbeit auf. Grund dafür sind die Erdbauarbeiten in den Bereichen der Südwestböschung der Hochkippe Wulfersdorf. Nach Abschluss des 1. Bauabschnittes im November 2020 werden nun die Arbeiten im 2. Bauabschnitt fortgesetzt. An der Südwestböschung der Hochkippe werden Kippenmassen gewonnen und am Fuße der Böschung in der Tieflage 1 eingebaut, um die Böschung im Ganzen zu stabilisieren. Ab September 2021 soll neben der Tieflage 1 mit den Massen aus dem Gewinnungsbereich Hochkippe zudem ein weiterer Einbaubereich an der Ostböschung (Nordteil) bedient werden.

Der Abtrag der Massen aus dem Entnahmebereich des südwestlichen Endböschungssystems erfolgt in etwa drei Meter mächtigen Scheiben. Über ein vorhandenes Wegesystem und Rampen, die bereits im 1. Bauabschnitt angelegt wurden, erfolgt der Transport zum Einbauort Tieflage 1 bzw. ab September zusätzlich zum Nordteil der Ostböschung. Dabei müssen die Baufahrzeuge eine Transportstrecke von ca. 1,2 Kilometern und bis zur Ostböschung sogar rund 3,6 Kikometern zurücklegen. Bei diesen langen Fahrstrecken auf inhomogenem Kippenboden ist an trockenen Sommertagen eine hohe Staubemission zu erwarten. Im Sinne des Staubschutzes für Natur und Anwohner beauftragt die LMBV ihre Auftragnehmer in solchen Fällen mit dem regelmäßigen Wässern der Fahrstraßen.

Insgesamt werden für den Einbau in der Tieflage 640.000 Kubikmeter Kippenboden bewegt. Die Verfüllung erfolgt durch den Einbau von 0,5 Meter mächtigen Einzelscheiben (Erdschichten), 24 Stück an der Zahl, bis das angestrebte Höhenniveau erreicht ist. Für die Ostböschung kommen noch einmal 175.000 Kubikmeter dazu, von denen allerdings 25.000 Kubikmeter direkt im Bereich der Ostböschung abgebaut werden. Unmittelbar nördlich der Hauptzufahrt steht dort auf einer Böschungslänge von 80 Metern ein Massenblock, welcher gegenüber dem herzustellenden Regelprofil einen Massenüberschuss von circa 25.000 Kubikmetern ausweist. Die gewachsene Ostböschung wird im Bereich der vorhandenen Hauptzufahrt angestützt. Im Zusammenhang mit dem Erdbau erfolgt eine Geländeanpassung an die bereits sanierten Anschlussbereiche.

Die Skizze zeigt rot umrandet den aktuellen Sperrbereich an der südwestlichen Böschung, in dem derzeit gearbeitet wird.

Hintergrund:

Bereits seit 2003 steigt das Grundwasser in den Tagebaurestlöchern Helmstedt und Wulfersdorf wieder an, was mit der geplanten Flutung zum „Lappwaldsee“ einhergeht. Durch den Wasseranstieg werden in den Tieflagen des Restlochs Altwulfersdorf offene Seeflachen entstehen bzw. sind bereits anfänglich vorhanden. Eine Standsicherheitseinschätzung aus dem Jahr 2009 hat gezeigt, dass für das unmittelbar angrenzende südwestliche Böschungssystem der Hochkippe Wulfersdorf keine ausreichende Standsicherheit für Teile dieses Kippenendböschungssystems ab dem Erreichen definierter Grenzwasserstande nachgewiesen werden kann. Daraus leitet sich das grundsätzliche Erfordernis zur Sanierung und Sicherung der betroffenen Böschungsbereiche ab. Die geplante Sanierung erstreckt sich dabei in Teilen länderübergreifend über die Territorien von Sachsen-Anhalt und Niedersachsen und soll bis Ende 2021 abgeschlossen sein.

Aktuelle Eindrücke der Erdarbeiten, Luftbild v. Filmart, Fotos v. Ch. Bedeschinski


Sanierungsstützpunkt am Sedlitzer See steht kurz vor seiner Vollendung

„Klaras Hütte“ ist fast fertig: Winterquartier für Wasserbehandlungsschiff entstanden

Senftenberg/Sedlitz. Am Nordufer des Sedlitzer Sees ist ein weiteres Sanierungsprojekt der LMBV auf der Zielgeraden: das künftige Winter-Domizil für das unternehmenseigene Wasserbehandlungsschiff „Klara“ ist fast fertig errichtet.

Noch im Juli 2021 wird das beauftragte Bauunternehmen STRABAG die fertiggestellte Halle am Sanierungsstützpunkt dann an die LMBV übergeben. Auch die 300 Meter lange Kaimauer mit künftiger Boots-Einlassstelle am noch in Flutung und Sanierung befindlichen Bergbaufolgesee wurde bereits errichtet.

Der Sanierungsstützpunkt wird künftig Werkstatt und zugleich Winterquartier für das LMBV-eigene Sanierungsschiff „Klara“. In der Wartungshalle finden das Sanierungsschiff mit seinen zwei Schuten Platz. Die Tankstelle zur Betankung der Schiffe ist bereits samt eines Leichtflüssigkeits-Abscheidersystems direkt vor der Halle installiert.

2019 war der Auftrag ausgeschrieben worden: das Errichten und Ausbauen einer Stahlhalle und eines Bürogebäudes inkl. technischer Gebäudeausrüstung auf einer Grundfläche von ca. 900 m² war eines der Hauptgewerke. Auch Wartungsleistungen für die technischen Anlagen bis Ende 2023 gehören zum Auftragsvolumen.

26 Stahlrohrdalben (Länge bis 15,5 m) waren zu liefern und einzubauen; zwei 4x20x1,5-Meter-Schwimmpontons herzustellen und einzuschwimmen, mit ca. 15.000 Tonnen Wasserbausteinen eine Ufersicherung mit Deckwerk auszubauen. Neben Erdarbeiten waren zudem für die Einsatzstelle ca. 4.000 m² Stahlspundbohlen bei Einzellängen bis 15 m zu liefern und einzubringen sowie 45 Tonnen Gurtung und ca. 850 Meter Rundstahlanker zu liefern und einzubauen.

Eine aktive Korrosionsschutzanlage für den bauzeitlichen und dauerhaften Betrieb sowie die Medienerschließungsarbeiten für Gas, Elektro, Trinkwasser, Telekommunikation und die Straßenbeleuchtung waren ebenso umzusetzen. Die entsprechenden Verkehrsflächen wurden in Asphaltbauweise errichtet. Zum Auftragsumfang gehörte auch die Lieferung und Errichtung einer Containertankanlage mit einem Volumen von gesamt ca. 10.000 Litern.

Der Sedlitzer See (Restloch Sedlitz) wird seit Jahren gezielt von der LMBV geflutet; jedoch erfolgte diese Flutung stets unter der Berücksichtigung von zahlreichen wasserstandsabhängigen Sanierungsarbeiten an den umlaufenden Uferbereichen und dem jeweiligen Wasserdargebot in Spree, Neiße und Schwarzer Elster. Nur wenn in diesen genannten Flüssen ein ausreichendes Wasserangebot vorhanden ist, kann Wasser für die Flutung der Bergbaufolgeseen verwendet werden.

Mit der Einleitung von 23 Mio. m³ Wasser aus Lausitzer Neiße, Spree und Schwarzer Elster konnte der Wasserstand im Jahr 2021 (hier: Flutungszeitraum von Januar bis Ende Mai 2021) um ca. 1,9 m angehoben werden. Der aktuelle Wasserstand beträgt 96,7 m NHN (94,4 m NHN im Juni 2020 und 94,8 m NHN im Dez. 2020).

Die Sanierungsarbeiten der von der LMBV beauftragten Firmen an den umlaufenden Böschungen des Sedlitzer Sees sind gut vorangekommen. Die Böschungssicherungsmaßnahmen im Nordfeld Sedlitz mit dem Wasserwanderrastplatz und vom Überleiter 11 bis nach Lieske sind abgeschlossen. Der Bau des Sanierungsstützpunktes wird im Sommer dieses Jahres abgeschlossen. Ebenso konnte die Böschungssicherung im Südfeld Sedlitz, südlich von der Landmarke fertiggestellt werden. Auf dem Skadodamm werden noch Restarbeiten durchgeführt.

Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen in den kommenden Jahren sind der Bau des Ableiters vom Sedlitzer See zur Schwarzen Elster, sowie die Sicherungsmaßnahmen im Brückenfeld Sedlitz (sSPV dort voraussichtlich ab Frühjahr 2023). Hier wird die Kippe durch eine schonende Sprengverdichtung und Bodenauffüllung gesichert. Eine Nutzung des künftigen Sees ist voraussichtlich ab einem Wasserstand von +100,0 m NHN möglich.

Drohnenaufnahmen vom 09.06.2021 v. FilmART | C. Horn für LMBV


Großes Interesse an angelaufenen Sanierungsmaßnahmen der LMBV bei Sedlitzern

Sanierungsbereich Lausitz informierte zu Brückenfeldkippe- und B 169-Sicherung

Senftenberg/Sedlitz. Im Rahmen des Ortsteilspaziergangs, zu dem Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich am späten Nachmittag des 22. Juni, geladen hatte, informierte die LMBV vor Ort zu den derzeitigen Sanierungsmaßnahmen in und um Sedlitz. Geschäftsführer Bernd Sablotny und Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter Lausitz des Unternehmens, begegneten dem Unmut der Sedlitzer Bürger mit großem Verständnis.

"Ich weiß, dass unsere Sanierungsmaßnahmen Sie alle im Moment sehr beschäftigen und Ihnen Kopfschmerzen bereiten", erklärte Gerd Richter. "Auch uns lassen sie nicht los und wir setzen alles daran, die Umsetzung so zügig wie möglich aber auch so sicher wie nötig, zu gestalten", fuhr er fort.

Er erklärte den Sedlitzern grundsätzlich die Vorgehensweise der Technologie der schonenden Sprengverdichtung auf der so genannten Brückenfeldkippe am See, die voraussichtlich in den nächsten Jahren auf sie zukommt. "Da der Wasserstand im Sedlitzer See aber noch nicht auf 98,5 bis 99 m NHN angestiegen ist, den wir benötigen, um gute Verdichtungserfolge zu erzielen, wird sich das Sprengen um mindestens ein Jahr verschieben", so Richter. Die Nachfrage, ob der Wald wirklich geholzt werden müsse, bejahte Richter und verwies auf Erfahrungen mit der Technologie in anderen Kippenbereichen. Die Bitte der Sedlitzer, ihre Häuser zu begutachten, um mögliche Schäden zu erkennen, nahm er an.

Das Thema, das den Einwohnern des Ortes unter den Nägeln brannte, war die derzeitig gesperrte B169, die zu großen Umwegen für alle führt. Die Erläuterungen Richters verfolgten die Sedlitzer mit großem Interesse. "Leider müssen wir aber hinnehmen, dass nicht nur unter der Bundesstraße unterirdische Hohlräume aus dem Altbergbau zu finden waren, sondern auch unter unserer geplanten Ausweich-Route", führte Gerd Richter aus. So zeichnet sich eine kurze Umleitungsstrecke auf dem Wirtschaftsweg zwar ab, die Verfüllung der Hohlräume darunter wird aber noch einige Wochen dauern.

Auf die Frage nach den Ausnahmegenehmigungen für die künftige Umleitung reagierte Senftenbergs Bürgermeister mit Augenmaß: Rettungsfahrzeuge und Pflegedienste gehe vor, jedoch werde in der Stadt wohlwollend geprüft, um auch Gewerbetreibende oder Gartenpächter zu berücksichtigen. Da stünden noch Entscheidungen aus.

Zu guter Letzt ergriff Detlef Wurzler, Geschäftsführer des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg, das Wort und erläuterte die Planungen am Sedlitzer See. Gut informiert machten sich die Sedlitzer schließlich nach rund anderthalb Stunden auf zur letzten Station des Ortsteilspaziergangs: zu Bratwurst und Getränken an der Feuerwache ihres Heimatdorfs. (KH / redigiert am 24.06.21)

Mit den Sedlitzern vor Ort im Gespräch


Geophysikalische Untersuchungen am Petersenschacht von Grubenwehr unterstützt

Blick vom Versatzniveau nach Übertage mit abgemauertem Wetterkanal

Sondershausen. Während Reparaturarbeiten am Fördergerüst des Petersenschachtes sowie des daran angrenzenden Gebäudekomplexes wurde zwischen den beiden Druckstützen ein Loch von 0,15 m² und ca. ein Meter Tiefe festgestellt.

Um eine Gefährdung der Verfüllsäule in der benachbarten Schachtröhre zum einen und einer Beeinträchtigung der Tagesanlagen sowie der öffentlichen Sicherheit zum anderen auszuschließen erfolgte ein erstes Sichten von historischen Unterlagen.

Daran schlossen sich geophysikalische Untersuchungen des Bereiches und eine direkte Kontrolle des oberen Abschnitts der Schachtröhre durch den Auf- und Abseiltrupp der Zentralen Grubenwehr Südharz an.

Der als Schacht II für das Kaliwerk „Glückauf“ Sondershausen geteufte Petersenschacht erreichte eine Endteufe von 793,5 m. Er wurde ab 1907 abgeteuft. Das in diesem Bereich ca. 10 m mächtige Kalilager aus Sylvinit, anhydritischem Hartsalz und Carnallit konnte bei einer Teufe von 762 m angetroffen werden. Namensgeber für den Schacht ist der damalige Staatsminister und stellv. Vorsitzender der neuen Gewerkschaft „Glückauf-Bebra“ Hermann Petersen (1844-1917), welcher sich für die ansässige Kaliindustrie stark engagierte. Für neue Förder- und Absatzquoten wurde der Schacht binnen drei Jahren bis 1910 niedergebracht.

Nach nur dreijähriger Kaliförderung erfolgte die Nachnutzung des Schachtes als Wetter-, Seilfahrt- und Materialschacht für das Werk „Glückauf“. Ab 1955 wurden die Räumlichkeiten des gesamten Gebäudekomplexes für die „Zentrale Forschungsstelle für die Kaliindustrie der DDR“ hergerichtet. In den Jahren 1993-1994 erfolgte die Verwahrung des Schachtes nach dem bereits üblichen Stand der Technik mit Widerlagern und Dichtelementen. In einer Teufe von zwei bis drei Metern sind zwei Wetterkanäle bekannt. Über diese Bereiche sind Frischwetter in den Schacht und von dort in die Grube geleitet worden. Die Recherchen in der Verwahrdokumentation führten zur Erkenntnis, dass diese teilverwahrt sind, und die Lokation der Bruchstelle zwischen den Druckstreben auf einen der Wetterkanäle passen würde.

Aus diesem Grund erfolgte im Bereich des Bruchs vor dem Gebäude im Dezember 2020 eine erste geophysikalische Untersuchung mittels Georadar, einem zerstörungsfreien Erkundungsverfahren. Es wurden zwei unterschiedliche Sendeantennen mit Frequenzen von 200 MHz und 400 MHz eingesetzt. Im Bereich des Bruchs und seiner Umgebung konnten hiermit lufterfüllte Hohlräume nachgewiesen werden, die lagemäßig zum Lüftungskanal passen und eine nicht vollständige Verfüllung dieses implizieren.

Um den Zustand der Verfüllsäule oberhalb des Dichtelementes direkt zu eruieren, war ein Befahren durch den Auf- und Abseiltrupp der Grubenwehr erforderlich. Ende April 2021 wurde die Kontrollöffnung der Schachtabdeckung geöffnet und darüber ein Dreibock aufgestellt. Als Anschlagpunkt für das Fahr- und Sicherheitsseil wurde eine ausreichend tragfähige Konstruktion innerhalb der Schachthalle gewählt. Vor dem Abseilen wurde der lufterfüllte Bereich bis auf das Versatzniveau gastechnisch freigemessen. Abseilen und Aufstieg erfolgte aktiv mit einem Abseilgerät und Hand- bzw. Bruststeigklemme, gesichert über ein mitlaufendes Auffanggerät.

Im Ergebnis konnten keine Beeinträchtigungen der Schachtwandung festgestellt werden; auch die Versatzabsperrbauwerke in den Wetterstrecken sind ohne Befund oder Mängel. Die Niveaus der Kies- und Sandschüttungen sind deutlich sichtbar markiert und somit kann ein Auslaufen der Verfüllmassen aus dem Wetterkanal in die Schachtröhre ausgeschlossen werden.

Um die Verwahrsituation im Gebäudekomplex im unmittelbaren Bereich um die Schachtröhre festzustellen, wurde daraufhin im Mai eine zweite Georadarmessung auf der Ackersohle ausgeführt. Diese ergab starke Reflexionen im Bereich des ehemaligen Lüftungskanals. Diese können sowohl auf eine nicht vollständige Verfüllung des Lüftungskanals mit einem stark reflektierenden Feststoff oder auf lufterfüllten Hohlraum deuten. Hier wird eine geplante lokale Bohrung Aufschluss über die Beschaffenheit des Untergrundes geben.

Untersuchungen am Schacht


Pumpstation und Elektrozuleitung am Restloch Zechau III mutmaßlich beschädigt

Firmenmitarbeiter und Anwohner sind Gefahren ausgesetzt

Leipzig/Kriebitzsch. Seit Frühjahr 2021 verzeichnet die LMBV einen starken Anstieg der Schadensdelikte an der technischen Anlage „Pumpstation Zechau“ im südwestlichen Bereich des Restloches Zechau III. Aktuell umfasst die Station ein schwimmendes Pontonkonstrukt mit Pumptechnik, Druckrohren, Schiebern sowie einer Elektrokabelzuleitung von der Ortslage Zechau in das Restloch. Der LMBV ist nach wie vor unklar, wer diese Schäden verursacht und aus welcher Motivation heraus.

In den zurückliegenden Jahren wurden regelmäßig, meist während des Pumpbetriebes, mutmaßlich vorgenommene Schäden/Manipulationen der Anlage verzeichnet. Diese reichten von Bohrlöchern und Sägeschlitzen der Wasserleitungen über Beschädigungen der Schieber bis hin zu Beschädigungen der Elektrokabelzuleitungen, die lebensgefährlich sein können. Aus den entstandenen Schäden resultierten immer aufwendige und kostenintensive Reparaturen im mittleren fünfstelligen Bereich.

Mit dem Start der diesjährigen Pumpkampagne im Februar begann jedoch eine Serie von „Anschlägen“ auf die Pumpstation. Folgende Schäden wurden seit März 2021 mehrfach festgestellt:

  • Beschädigungen der Druckrohrleitung an der Pontonbrücke bis Einbindung an Stahlrohrleitung (Bohrlöcher, Sägeeinschnitte)
  • Wiederholtes Zudrehen der Schieber, sodass die Pumpe überlastet und zerstört wird
  • Kabelbeschädigung der Elektrozuleitung an mehreren Abschnitten (überwiegend im Wasser-Sumpf-Bereich!), Einwirkungen auf das Kabel mit scharfen Werkzeugen (Axt) und Einbohren von Schrauben durch das Kabelschutzrohr in das Kabel – dadurch Ausfall der Anlage, Gefahr von Stromschlägen!

Aufgrund der mittlerweile mehrfach wöchentlich verursachten Beschädigungen ist ein ordnungsgemäßer Pumpbetrieb nicht mehr realisierbar. Unabhängig davon entsteht durch die mutwilligen Manipulationen an der Stromzuführung Lebensgefahr für den Täter und für Dritte, insbesondere die Betreiberfirma sowie Spaziergänger bzw. unbeteiligte Bürger.

Aus genannten Gründen bittet die LMBV um Unterstützung bei der Suche nach dem/r Täter*in. Aufgrund der häufigen Sachbeschädigungen wird vermutet, dass der/die Täter*in aus dem näheren Umfeld zu Fuß in das frei zugängliche Bergbaugebiet im Eigentum des Thüringen Forst gelangt. Hinweise jeglicher Art werden entgegen genommen von der LMBV-Unternehmenskommunikation per Telefon unter 0341/2222-2019, per Fax an 0341/2222-2315 oder per E-Mail an claudia.hermann@lmbv.de.

Als Folge der Vandalismusserie befindet sich die LMBV in einer schwierigen Situation. Geplant werden zwar zusätzliche Sicherungsmaßnahmen, aber eine komplett zerstörungsfreie Anlage mit einem verhältnismäßigen Aufwand – finanziert mit Steuergeldern – herzustellen, ist nicht möglich.

Hintergrund:

Seitens LMBV besteht eine genehmigungs- bzw. bergrechtliche Verpflichtung zum Betreiben der Pumpanlage: Die südöstlich der Ortschaft Zechau liegenden Tagebaurestlöcher Zechau I, II und III sind Resthohlformen des ehemaligen Tagebaus Zechau. Die verbliebenen Restlöcher II und III verblieben nach Stilllegung der Brikettfabrik und des Kraftwerks 1993 als Wasserflächen. Infolge der großflächigen Einstellung der Braunkohleförderung im Umfeld bewirkte der Grundwasserwiederanstieg einen Anstieg des Restlochwasserspiegels. Infolge der langjährigen, künstlichen beibehaltenen Wasserstände kam es zu Ansiedelungen besonders geschützter Flora und Fauna. Daraus resultierte eine Unterschutzstellung des Gebietes als Naturschutzgebiet und die Einordnung von Teilgebieten als FFH-Gebiet. Zum Erhalt der seltenen Arten befindet sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt die behördliche Versagung eines natürlichen Wasseraufgangs im Restloch III. Es gilt somit aktuell und zukünftig den Wasserspiegel konstant auf maximal 178,50 m NHN zu halten, bis langfristige nachsorgearme Lösungen geschaffen worden sind. Zur Regulierung des festgesetzten Wasserstandes befindet sich seit ca. 20 Jahren eine Pumpenanlage im Restloch Zechau III. Witterungsbedingt liegen die Pumpkampagnen in den Frühjahrs- bis Frühsommermonaten sowie in den Herbstmonaten bis zur Frostperiode. Den Betrieb der Pumpanlage gewährleistet der von der LMBV beauftragte Betreiber.

Abschließend wäre unser Anliegen, dass wir gemeinsam mit Ihnen nach weiteren Möglichkeiten suchen, um den Schutz für die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten und die Schäden zu minimieren oder sogar zu verhindern.

Schäden an der Zechauer Pumpanlage (Fotos: LMBV)


Landesamt für Umwelt informiert: Arbeitsgruppe Niedrigwasser und Ad-hoc-AG “Extrem-Situation“ nehmen Arbeit auf

Cottbus. Kaum Niederschlag im Juni in Verbindung mit hochsommerlichen Temperaturen führten zu einem deutlichen Rückgang der Abflüsse in der Spree und Schwarzen Elster.

Einige Mindestabflüsse können trotz erster ergriffener Maßnahmen nicht mehr gehalten werden. Das Landesamt für Umwelt berief deswegen am 17.06.2021 die länderübergreifende Ad-hoc-Arbeitsgruppe „Extremsituation“ ein, um der bereits angespannten Situation in Zusammenarbeit mit den sächsischen und Berliner Kolleginnen und Kollegen zu begegnen. Die LMBV ist mit ihren Experten von der Flutungszentrale Lausitz daran beteiligt.

Die Trockenjahre 2018 bis 2020 sind nicht vergessen. Aus diesem Grund reagierte das Landesamt für Umwelt frühzeitig auf die kritisch werdende Situation und berief erneut die Ad-hoc-AG „Extremsituation“ ein – eine länderübergreifende Arbeitsgruppe, deren Arbeit sich die letzten drei extremen Dürrejahre bewährt hat. Ziel ist es, Strategien und Maßnahmen zu erarbeiten, um die Abflüsse in der Spree und Schwarzen Elster so weit wie möglich zu stabilisieren.

Neben Temperaturen von zum Teil über 30 Grad Celsius fiel im Juni bisher deutlich zu wenig Regen. Seit Junibeginn wurden an der Messstation in Cottbus 3,8 Millimeter Niederschlag gemessen. Durchschnittlich fallen im Juni circa 50 Millimeter Regen in Cottbus (langjährige Reihe 1981 bis 2020). Die Vorhersagen kündigen zwar auch heftige Wärmegewitter an, wo diese allerdings auftreten und ob diese auch tatsächlich (Stark-)Regen bringen, ist nicht vorhersagbar.

Spree

Die sächsischen Speicher konnten in den Wintermonaten 2020 und 2021 ihr Stauziel erreichen und haben in der 23. Kalenderwoche mit der Niedrigwasseraufhöhung für Brandenburg und Berlin begonnen. Auch die Abgaben an der Talsperre Spremberg wurden auf 9,9 Kubikmeter pro Sekunde erhöht, um die Abflüsse in der Spree zu stützen. Aktuell liegt der Wasserstand der Talsperre Spremberg bei 91,70 Meter NHN (Normalhöhennull) und fällt um 2 Zentimeter pro Tag.

Trotz Abgabenerhöhung der Talsperre Spremberg konnte der Mindestabfluss von 4,5 Kubikmetern pro Sekunde am Pegel Leibsch UP am Ausgang des Spreewaldes aufgrund der sommerlichen Temperaturen und hohen Verdunstung nicht mehr gehalten werden. Der Abfluss in Leibsch UP liegt aktuell bei 3,28 Kubikmeter pro Sekunde (Stand 17.06.2021). Der mittlere Abfluss am Pegel Leibsch UP für den Monat Juni beträgt 7,76 Kubikmeter pro Sekunde (langjährige Reihe 1991 bis 2019).

Aus diesem Grund wurden bereits in der 23. Kalenderwoche 2021 erste Maßnahmen, wie die Reduzierung einzelner Ableitungen aus der Spree, ergriffen, um den Abfluss am Pegel Leibsch UP zu stützen. Am 14.06.2021 tagte in diesem Zusammenhang auch die AG Niedrigwasserbewirtschaftung – eine regional arbeitende Gruppe, bestehend aus dem Landesamt für Umwelt, den unteren Wasserbehörden und Gewässerunterhaltungsverbänden im mittleren Spreegebiet. Es wurden Strategien und Maßnahmen abgestimmt, um der zuspitzenden Situation zu begegnen. Den unteren Wasserbehörden wurde empfohlen, aufgrund der rückgehenden Abflussverhältnisse Allgemeinverfügungen zu erlassen, welche die Entnahme aus Oberflächengewässern beschränken. Die Veröffentlichung der Allgemeinverfügungen für die Landkreise im mittleren Spreegebiet ist für die 25. Kalenderwoche 2021 vorgesehen.

Schwarze Elster

Die ausbleibenden Niederschläge im Einzugsgebiet der Schwarzen Elster haben zu einem drastischen Einbruch des Abflusses geführt. Am Pegel Neuwiese (Sachsen, zwischen Hoyerswerda und Senftenberg) wurden am 17.06.2021 circa 0,23 Kubikmeter pro Sekunde gemessen. Der mittlere Abfluss liegt bei 2,95 Kubikmeter pro Sekunde. Am Pegel Kleinkoschen UP sind es aktuell nur noch 0,135 Kubikmeter pro Sekunde.

In der 23. Kalenderwoche 2021 wurde begonnen, mit Ausleitungen aus der Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza und durch Abgabenerhöhung aus dem Speicherbecken Niemtsch (Senftenberger See) den Pegel Biehlen 1 zu stützen. Der Abfluss am Pegel Biehlen 1 liegt aktuell bei 0,91 Kubikmeter pro Sekunde. Der mittlere Abfluss für diesen Pegel liegt im Juni normalerweise bei 2,17 Kubikmeter pro Sekunde (langjährige Reihe von 1991 bis 2017).

Durch die aufgenommene Stützung des Pegels Biehlen 1 fällt der Wasserstand am Speicherbecken Niemtsch um 1 bis 2 Zentimeter pro Woche und liegt aktuell bei 98,95 Meter NHN. Mit den steigenden Temperaturen und der damit zunehmenden Verdunstung wird sich die Abnahme des Wasserstandes beschleunigen.

Aufgrund der Wetterprognosen wird davon ausgegangen, dass die Niedrigwassersituation, die gerade erst begonnen hat, sich weiter verschärfen wird. Aus diesem Grund werden sowohl die länderübergreifenden Ad-hoc-AG „Extremsituation“ als auch die AG Niedrigwasserbewirtschaftung im mittleren Spreegebiet ihre Arbeit in regelmäßigen Abständen fortsetzen. Die nächste Sitzung ist für Juli geplant. Quelle: LfU v. 18.06.2021

Die Trockenjahre 2018 bis 2020 sind nicht vergessen


Trockenes Flussbett der Schwarzen Elster


Instandsetzung des Wilfried-Lauche-Wegs am südlichen Ufer des Geiseltalsees vollendet

Letzte von drei Wegeverbindungen am See seit 2019 saniert

Mücheln/Braunsbedra. Der mithilfe von § 2-Mitteln grundhaft sanierte Wilfried-Lauche-Weg zwischen Mücheln und Braunsbedra ist wieder für Radfahrer und Spaziergänger freigegeben. Am 10. Juni 2021 erfolgte die bauliche Abnahme des LMBV-Wirtschaftsweges, der nach insgesamt 32 Jahren Nutzung zahlreiche Schäden und Risse aufgewiesen hatte.

Nach entsprechenden Vorarbeiten erfolgte zwischen Mai und Juni 2021 das Abfräsen, der grundhafte Ausbau der Schadstellen und das Aufbringen der Asphalttragdeckschicht auf einer Länge von 2,1 Kilometern zwischen ehemaligem Geiseleinlauf in Mücheln und dem Aussichtspunkt Krumpa. In der 23. KW wurden die Bankette durch die Baufirma Meliorations-, Straßen- und Tiefbau GmbH angelegt.

Im Auftrag der LMBV sind seit Herbst 2019 drei bedeutende Wegeverbindungen am Geiseltalsee saniert worden: Grubenweg, Rundweg am Geiseltalsee an verschiedenen Stellen und Wilfried-Lauche-Weg. (CH)

Der zuständige Projektmanager Mirko Mennert prüft den Zustand des sanierten Weges (Foto: LMBV)

Impressionen von der Baumaßnahme (Fotos: LMBV)


LfU: Erste Maßnahmen zum Stützen des Spree-Abflusses im mittleren Spreegebiet ergriffen

Reduzierung der Abgabemengen aus der Spree für mehrere Gewässer vom LfU angeordnet

Cottbus. Ausbleibende Niederschläge und die ersten sommerlichen Temperaturen in diesem Jahr führen zum Rückgang der Abflüsse in der Spree. Eine schnelle Entspannung der meteorologisch-hydrologischen Verhältnisse sei derzeit nicht in Sicht, so das Landesamt für Umwelt (LfU). Deshalb habe das LfU im Vorgriff auf das Niedrigwasserkonzept für die mittlerer Spree in Absprache mit den Landkreisen Maßnahmen eingeleitet, um die Abflüsse der Spree zu stützen.

Das Landesamt informierte die unteren Wasserbehörden sowie Wasser- und Bodenverbände über die aktuelle Situation und leitet erste Schritte zur Abflussstützung, sowie Reduzierungen von Ausleitungen aus der Spree, ein. Als Hauptmaßnahme wurde die Reduzierung der Abgabemengen aus der Spree für mehrere Gewässer angeordnet. Das hydrologischen Messprogramm, also Abflussmessungen an ausgewählten Profilen und Ausleitungen, wurde außerdem bereits verdichtet.

Grund dafür sind die gestiegenen Temperaturen seit letzter Woche und fehlende Niederschläge. Seit Junibeginn sind lediglich 0,2 Liter pro Quadratmeter in Cottbus an Regen gefallen. Durchschnittlich fallen in Cottbus im Juni 50 Liter pro Quadratmeter Regen (langjährige Reihe 1981 bis 2010). Auch im Oberlauf der Spree fiel in dieser Zeit kaum Regen. Für die kommenden 14 Tage sind zudem keine Niederschläge in der gesamten Lausitz vorhergesagt.

Die Speicher in Sachsen sind zwar noch gut gefüllt, aber an der Talsperre Spremberg wurde die Abgabe zur Stützung des Spreegebietes auf aktuell 9,9 Kubikmeter die Sekunde erhöht. Aktuell sinkt der Beckenwasserstand um 3 Zentimeter pro Tag. Die sächsischen Speicher haben mit der Niedrigwasseraufhöhung begonnen. Unter diesen Bedingungen verringern sich die Reserven zügig. Trotz Abgabenerhöhung der Talsperre Spremberg konnte der Abfluss am Pegel Leibsch UP nicht mehr gehalten werden. Aufgrund der sommerlichen Temperaturen und der aufblühenden Vegetation, vor allem im Spreewald, stieg die Verdunstung deutlich an.

Am 09.06.2021 wurde am Pegel Leibsch UP ein Abfluss von lediglich 3,46 Kubikmeter pro Sekunde gemessen (Stand 09.06.2021). Der mittlere Abfluss am Pegel Leibsch UP liegt im Juni bei 7,76 Kubikmeter pro Sekunde basierend auf der langjährigen Reihe 1991 bis 2019. Aufgrund der Vorhersagen ist mit einem weiteren Rückgang der Abflüsse in der Spree sowie dem Erfordernis weiterer Maßnahmen zur Abflussstützung zu rechnen. Aus diesem Grund bittet das LfU schon jetzt, um einen sensiblen und sparsamen Umgang mit der Ressource Wasser.

Quelle: LfU-Medieninfo v. 10.06.21


Freigabe von Störmthaler See und Markkleeberger See wird zum 12.06.2021 erfolgen

Restarbeiten an Sicherungsbauwerken laufen weiter

Leipzig/Markkleeberg. Der von den Sachverständigen für Geotechnik geforderte Bautenstand für eine mögliche Nutzungsfreigabe des Störmthaler Sees und des Markkleeberger Sees wurde am heutigen 10. Juni 2021 unter Auflagen nach Einschätzung aller Beteiligten erreicht.

Ein fortgeführtes Kontroll-Monitoring und ein Krisenreaktionsplan – zu einer möglichen Seeräumung bei Gefahr innerhalb von 24 Stunden unter Mitwirken der Kommunen und Ordnungsbehörden – sind verpflichtende Auflagen der Gutachter dafür. Die Seenfreigabe wird vom Landratsamt des Landkreises Leipzig mit Wirkung zum 12.06.2021 bekannt gemacht.

Der Kanal bleibt gesperrt und ist dazu auf beiden Seiten mit Bojen gekennzeichnet. Die bisher veranlassten Sofort-Bauarbeiten werden voraussichtlich Mitte des Jahres 2021 abgeschlossen. Am oberen und unteren Querbauwerk laufen noch verschieden Restarbeiten, zum Beispiel die Verpressarbeiten der Spundwandeinbindungen, der Materialeinbau innerhalb der Spundwandachsen, die Wegebaumaßnahmen, die abschließende Herstellung der Wasserüberleitung vom Störmthaler See in den Markkleeberger Sees sowie die Beschilderung und Baustellensicherungsmaßnahmen.

Die LMBV dankt ausdrücklich der bauausführenden Firma STRABAG AG, ihren Nachauftragnehmern und allen weiteren Beteiligten für ihr außerordentliches Engagement und die sehr gute Zusammenarbeit im Rahmen der Sofortsicherungsmaßnahme zur Gefahrenabwehr im Bereich des Störmthaler Kanals.


Eine Spundwand wird mit einem Autokran in den Störmthaler Kanal gerammt. Oberer Spunswandriegel, Brücke der A38 im Hintergrund.
Spundwandbau im Störmthaler Kanal, zwischen A38 und Störmthaler See

Blick auf oberen und unteren Spundwandriegel im Störmthaler Kanal (Fotos: LMBV | zeigen Stand v. 02.06.21)


Luftaufnahme des Störmthaler Kanals mit beiden Querbauwerken, der Schleuse und der Brücke der A38
Luftaufnahme des Störmthaler Kanals mit beiden Querbauwerken, der Schleuse und der Brücke der A38

Oberes Querbauwerk ist fast fertig verfüllt, mit Wasserüberleiter in der Kanalmitte. Im Hintergrund Großgerät des Bergbau Technikpark und Brück der A,38
Das oberes Querbauwer ist fast fertig verfüllt, mit Wasserüberleiter in der Kanalmitte.

Im Vordergrund das untere Querbauwerk, bestehend aus 3 Spundwänden. Dahinter der Markleeberger See.
Unteres Querbauwerk in Richtung Markleeberger See


Sächsisches Oberbergamt informiert: Erste Ergebnisse zu den Ursachen der Rutschung am Knappensee im März 2021

Die Sachverständigen legen erste Ergebnisse zu den Ursachen der Rutschung am Knappensee vom 11. März 2021 vor

Freiberg/Lohsa. Maßgebend für den Eintritt der umfangreichen Rutschung vom 11. März 2021 am Knappensee war die geotechnische Gefährdungssituation an den Uferbereichen der Ostböschung des Knappensees. Diese Gefährdungssituation ist in der Instabilität der Innenkippen begründet und war ein wesentlicher Grund für die umfangreichen Sanierungsarbeiten, die seit 2014 zur Sicherung des Knappensees durchgeführt werden. Das Ausfließen von Massen in den See wird durch sogenannte „versteckte Dämme“ zur Stabilisierung der Böschungen verhindert. Dieser Damm sollte an dem von der Rutschung betroffenen Uferabschnitt erst noch durch die planmäßige Sanierung mittels Rütteldruckverdichtung geschaffen werden. Ausgelöst wurde die Rutschung vom 11. März 2021 dann durch Initialeinträge bei seeseitigen Profilierungsarbeiten am Ufer zur Vorbereitung dieser geplanten Rütteldruckverdichtung, welche sich selbst verstärkten und zu dem eskalierenden Ausfließen der Kippenmassen und der Schwallwelle führten.

Diese Ursachenkette ermittelten die beauftragten externen Sachverständigen für Geotechnik und stellten sie nun dem Sächsischen Oberbergamt als zuständiger Gefahrenabwehrbehörde und der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) vor. Die Ursachenermittlung wurde am 2. Juni 2021 durch das Oberbergamt und die LMBV bestätigt. Der abschließende geotechnische Bericht der Sachverständigen für Geotechnik soll voraussichtlich am 18. Juni 2021 vorgelegt werden.

Die Rutschung kam an den bereits mit Rütteldruckverdichtung gesicherten benachbarten Uferbereichen zum Stehen. Diese Sicherungsdämme haben den großen Belastungen standgehalten und somit auch einen Nachweis der Wirksamkeit der Sanierungsmaßnahmen erbracht. Die Sachverständigenauswertung schafft für das Oberbergamt und die LMBV nunmehr die Basis für die weitere Planung. Neben den bereits erfolgten Sofortmaßnahmen nach der Rutschung müssen die Voraussetzung für eine Fortsetzung der regulären Sanierungsarbeiten geschaffen werden. Dazu wird zunächst der geotechnisch instabile Rutschungskessel gesichert. Bis zum 28. Juni 2021 soll durch die Sachverständigen ein Konzept zu den erforderlichen Sicherungs- und Sofortmaßnahmen erarbeitet werden. Über die Fortsetzung der regulären Sanierung des Knappensees in den betroffenen Bereichen kann dann erst im Frühjahr 2022 entschieden werden.

Am Knappensee laufen im Auftrag des Sächsischen Oberbergamtes seit mehreren Jahren aufwendige Sicherungsarbeiten. Die LMBV als Projektträgerin vergibt nach Ausschreibung die konkrete Umsetzung der Arbeiten an geeignete Sanierungsunternehmen. Da bis zum Abschluss der Sanierungsmaßnahmen geotechnische Risiken bestehen, erfolgen die Arbeiten abschnittsweise unter hohen Sicherheitsauflagen und werden von Sachverständigen begleitet und überwacht. Für die Zeit der Sicherung des Bergbaufolgesees ist das Gebiet eingezäunt und für jegliche öffentliche Nutzung gesperrt. Quelle: Medieninfo des SächsOBA v. 08.06.2021