Revierbefahrung zum Abschied von Wegbegleitern im RSB Sachsen-Anhalt

Dr. C. Mai vom MW und Dr. P. Sanftenberg vom MULE verabschiedet - Nachfolger informiert

Leipzig/Wulfersdorf/Nachterstedt/Bitterfeld. Mit einer zweitägigen Revierbefahrung wurden am 28. und 29. Juli 2021 die zwei langjährigen Mitglieder des Regionalen Sanierungsbeirates (RSB) Sachsen-Anhalt, Dr. Christina Mai vom Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-​Anhalt und Dr. Peter Sanftenberg vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-​Anhalt verabschiedet. An der Befahrung nahmen zudem Vertreter dieser Ministerien als Nachfolger sowie zukünftige Entscheidungsträger des Landes und Vertreter der Bund-Länder-Geschäftsstelle teil. Die LMBV wurde u.a. durch die Leiterin des Sanierungsbereiches Mitteldeutschland, Grit Uhlig, und die Leiterin des Stabes, Elke Kreische-König, vertreten.

Der erste Tag begann in Harbke, wo die laufenden Sanierungsarbeiten im ehemaligen Tagebau Wulfersdorf vorgestellt wurden. Mit Geländewagen wurde das Areal befahren, so dass die Teilnehmer die sanierte Endböschung des Restloch Wulfersdorf sowie die Arbeiten an der Südwestböschung der Hochkippe so nah wie möglich betrachten konnten. Dabei wurden die Umsetzung der artenschutzrechtlichen Maßnahmen thematisiert und die Erosionsrinnen im Bereich unterer Glüsig besichtigt sowie die noch ausstehenden Sanierungsmaßnahmen und die dazu erforderlichen Verwaltungsverfahrensschritte erläutert.

Als zweites großes Ziel des ersten Tages stand die Sanierung der Rutschungskessel in Nachterstedt auf dem Programm. Alle drei Bereiche, in denen die LMBV derzeit tätig ist, wurden vorgestellt: die Sanierung der Südwestböschung aufgrund der Böschungsbewegung von 2016, der Rutschungskessel von 2009 sowie die abgeschlossenen Maßnahmen zur Rüttelstopfverdichtung an der Ostböschung. Mit einem Eindruck von der Folgenutzung der ehemaligen Tagebaue am Schadelebener Ufer endet der umfangreiche Befahrungstag.

Zum Abschluss übergab Grit Uhlig im Namen der Bergbausanierer an Dr. C. Mai ein kleines Dankeschön der LMBV als Notfallpaket im „Unruhestand“ als Erinnerung an die gemeinsame Arbeit; dieses hatte Dr. P. Sanftenberg bereits in der letzten RSB-Sitzung ebenfalls überreicht bekommen. Zudem erhielten beide ein Andenken zur offiziellen Verabschiedung aus dem Amt. LMBV-Sanierungsbereichsleiterin Grit Uhlig dankte beiden für die gute Zusammenarbeit und verabschiedete Sie mit den besten Wünschen.

Die Teilnehmer der Befahrung am zweiten Rutschungskessel in Nachterstedt

Nach der Sanierung steht Grundwasserwiederanstieg im Mittelpunkt

Mit dem Themenkomplex Grundwasserwiederanstieg befasste sich der zweite Tag der Befahrung mit einem weiteren wichtigen Arbeitsbereich der LMBV. Besichtigt wurde die Grundwasserreinigungsanlage Bergmannshof in Bitterfeld-Wolfen des bereits an das Land übertragene Stadtsicherungsprojekt Bitterfeld.

Durch Evelyn Schaffranka, der zuständigen Projektleiterin der Landesanstalt für Altlastenfreistellung des Landes Sachsen-Anhalt, sowie unter Anwesenheit von Vertretern der Mitteldeutschen Sanierungs- und Entsorgungsgesellschaft mbH (MDSE) erläuterte Sie die Funktionsweise der Anlage und betonte die übergreifende Bedeutung des Ökologischen Großprojektes (ÖGP) Bitterfeld-Wolfen.

Als nächste Station wurde der Grundwasserwiederanstiegsbereich Stadt Sandersdorf-Brehna, Ortsteil Zscherndorf angefahren. In der Siedlung Zscherndorf wurde 2015 zur Herstellung der Trittsicherheit eine Drainage errichtet. Das gefasste Drainagewasser wird durch eine Pumpstation über eine drei Kilometer lange Leitung zum Chemiepark Bitterfeld-Wolfen abgeleitet. Die Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland mbH (MIDEWA) als Betreiber der Drainage und der Pumpstation öffnete für die Teilnehmer der Befahrung die technische Anlage.

Die Vertreter der LMBV erläuterten das Gesamtkonzept der Grundwassersicherung in diesem Siedlungsbereich, welche neben der Errichtung der Drainage noch 87 Einzelhaussicherungsmaßnahmen beinhaltete. Weiterhin wurden die Rahmenbedingungen diskutiert, welche bei einer abschließenden Übertragung der Drainageanlage an die Kommune zu bewerten bzw. zu klären sind.

Damit endete der offizielle Teil. Wer nach zweieinhalb Tagen voller Informationen noch nicht genug hatte, konnte jedoch optional den Bitterfelder Bogen, die Bitterfelder Wasserfront sowie die Bernsteinvilla besuchen. Einige der Teilnehmer nahmen dieses Angebot gerne an und hatten mit Elke Kreische-König eine ortskundige und fachlich versierte Begleitung. Die Teilnehmer äußerten sich mit der Befahrung sehr zufrieden, was bereits durch die interessierten Nachfragen und Diskussionen spürbar geworden war. Mit viel neuem Wissen und aktuellen Eindrücken verabschiedeten sich die Teilnehmer.

Eindrücke der Revierbefahrung und Verabschiedung (Bilder: LMBV)


Offizielle Inbetriebnahme neuer Haldenabwasserleitung im September geplant

Investitionsvorhaben des Sanierungsbereiches Kali-Spatz-Erz erfolgreich umgesetzt

Sondershausen/Menteroda/ Wipperdorf. Die LMBV hat mit der bevorstehenden Fertigstellung der neu errichteten Haldenabwasserleitung von Menteroda nach Wipperdorf ein wichtiges Projekt zur geordneten Ableitung der von der Halde des ehemaligen Kalibergwerkes Volkenroda anfallenden salzhaltigen Wässer abgeschlossen.

An diesem langfristig vorbereiteten Investitionsvorhaben des Sanierungsbereiches Kali-Spatz-Erz des Bergbausanierers haben viele Beteiligte erfolgreich mitgewirkt. Gemeinsam mit Gästen, darunter Vertretern des Freistaates Thüringen, und Mitwirkenden möchte die LMBV am 7. September 2021 ab 10:30 Uhr an die Steuerungswarte am Stapelbecken Menteroda die Laugenleitung symbolisch in Betrieb setzen.

2014 begannen bereits ersten die Planungen für das Projekt. Ende November 2018 hatte die LMBV die bergrechtliche Zulassung für den Bau der insgesamt 13,5 Kilometer langen Haldenabwasserleitung von Menteroda zum zentralen Laugenstapelbecken Wipperdorf erhalten. Der Baustart folgte dann im Jahr 2019. Der Leitungsbau erfolgte auf etwa zwölf Kilometern in offener Bauweise sowie mittels Vortrieb über neun Bohrungen.

Die Leitung ist nach dem neusten Stand der Technik errichtet und mittels eines sehr hochwertigen Kunststoff-Medienrohres auf die Gesamtlänge permanent leckageüberwacht. Damit wurde ein modernes System errichtet, um die zwangsläufig anfallenden Reststoffe der ehemaligen Kaliindustrie sicher und umweltverträglich handhaben zu können.

Hintergrund: Rund 45 Millionen Tonnen Rückstände aus dem ehemaligen Kalibergwerk Volkenroda lagern auf einer im Ort Menteroda gelegenen Halde der LMBV. Diese Rückstände werden kontinuierlich durch Niederschläge ausgelaugt. In der Folge treten salzhaltige Sickerwässer aus der Halde aus, die nicht in die Umgebung oder die umgebenden Gewässer eingeleitet werden dürfen.

Nach mehr als 25 Jahren Haldenbewirtschaftung, -überdeckung und -begrünung ist es in Menteroda gelungen, die jährlich anfallenden Wässer auf ca. 100.000 Kubikmeter pro Jahr zu reduzieren. Nach dem Beenden des bisherig möglichen Einleitens in die Grube Pöthen erfolgt künftig die umweltgerechte Entsorgung der langfristig weiterhin anfallenden Haldensickerwässer über das zentrale Laugenstapelbecken Wipperdorf der LMBV

Blick über das Stapelbecken auf die LMBV-Halde Menteroda

Impressionen vom Leitungsbau


Innovative Modernisierung der Wasseraufbereitungsanlage in Borna

LMBV-Projekt wird auf der IMWA 2021 vorgestellt

Leipzig/Borna. Die in 2008/2009 errichtete Wasseraufbereitungsanlage (WBA) Borna-West wird derzeit umgebaut und modernisiert. In der Anlage werden Grund- und Niederschlagswasser mit einer Konzentration von bis zu 300 mg/l an Eisen (vorwiegend Eisen(II)) vor der Einleitung in die Pleiße von den Eisenbestandteilen gereinigt, um die behördlich festgelegten 3 mg/l zu erreichen. Hierzu wird das Wasser mit Kalk neutralisiert. Das entstehende Eisenhydroxid wird unter Zugabe von Flockungshilfsmitteln (FHM) durch Sedimentation vom Wasser abgetrennt und als eisenhaltiger Schlamm separat gesammelt und chargenweise entsorgt.

Die Besonderheit dabei ist, dass das Wasser auch einen hohen Anteil an freier Kohlensäure bzw. Hydrogenkarbonat (TIC) besitzt (bis zu 90 mg/l), wodurch ein großer Anteil des Kalks als Calciumcarbonat ausfällt. Dadurch entstehen erhöhte Schlammmengen, die mechanisch entwässert und entsorgt werden müssen. Das führt zu einem erhöhten Kalkverbrauch und geht entsprechend in die Betriebskosten mit ein.

Ziel der Umbaumaßnahmen ist die Implementierung des vorangegangenen Pilotversuches, bei dem erfolgreich bestätigt wurde, dass durch intensive Belüftung das Hydrogencarbonat physikalisch als Kohlenstoffdioxid (CO2) aus dem Wasser ausgetrieben wird (Stripping). Gleichzeitig konzeptionierte das Planungsbüro G.E.O.S. Freiberg für die LMBV Mitteldeutschland die Anlage grundhaft neu.

Herzstück der Anlage ist das von G.E.O.S. Freiberg entwickelte 3-Kammer Becken in dem das Wasser in drei Phasen für die folgende Sedimentation vorbereitet wird:

  1. Phase – Vorbelüftung und Entfernung Hydrogenkarbonat (TIC) (B2.1)
  2. Phase – pH-Wert-Anhebung mittels Kalkdosierung und Eisenoxidation durch Belüftung von Fe(II) zu Fe(III) (B2.2)
  3. Phase – langsames Einrühren des Flockungshilfsmittels (B2.3)
Die Grafik zeigt einen Ausschnitt aus dem geänderten Rohrleitungs- und Instrumentenfließschema. Quelle: G.E.O.S. Freiberg

Der Aspekt des Austreibens des TIC zur Reduzierung der Betriebskosten, wurde bisher bei Anlagen dieser Art nur in Einzelfällen berücksichtigt. Die Abstimmung der Prozessabläufe in der vorliegenden Konstellation stellt einen innovativen Ansatz dar, der für Anlagenbetreiber mehrere Vorteile bringt. Gemeinsam mit dem Planungsbüro hat sich daher die LMBV Mitteldeutschland entschlossen, die Erkenntnisse zu veröffentlichen. G.E.O.S. Freiberg stellte die Anlage und das neue Konzept im Juli 2021 am virtuellen Kongress der International Mine Water Association (IMWA) 2021 vor.
Mit dem Umbau verbunden sind zahlreiche weitere Anlagenoptimierungen. So ist beispielsweise die Regulierung des Wasserdurchflusses zukünftig in einem größeren Bereich (10-65 m3/h) möglich und auch die Messung des Durchflusses verbessert sich. Die Kalkdosierung erfolgt neu über eine pH-Wert-Regelung durch Messung in den Becken B2.2 und B2.3, was bewirkt, dass die Kalkzugabe schneller auf die aktuellen Regelparameter angepasst werden kann. Mit dem Umbau erfolgt zudem eine Neukonzeptionierung des Prozessleitsystems. Insgesamt werden die Randbedingungen für die Anlagenunterhaltung, -wartung und -sicherheit erheblich verbessert.
Die Umbaumaßnahmen erfolgen auf engstem Raum und unter Aufrechterhaltung des Regelbetriebes. Die Fertigstellung ist im 4. Quartal 2021 geplant. Nach Inbetriebnahme kann besser auf geänderte Umweltparameter reagiert und die behördlichen Vorgaben können sicher erreicht werden.

Impressionen vom Umbau der WBA in Borna, Fotos: G.E.O.S. Freiberg


Bergbausanierer feiert Richtfest an der Wasserbehandlungsanlage Plessa

Senftenberg/Plessa. Zum Schutz der Schwarzen Elster vor Eisen und Versauerung entsteht derzeit in Plessa am Zusammenfluss von Floß- und Hammergraben eine Wasserbehandlungsanlage der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV).

Zum Richtfest am 21. Juli 2021 erschienen zahlreiche Vertreter von Behörden und Verbänden, der bauausführenden Firmen und der LMBV.

„In der Anlage wird künftig das zusammengeführte Oberflächenwasser, das vom Bergheider See über die Kleine Restlochkette bis hierher fließt, gereinigt. So werden Umweltbelastungen für die Schwarze Elster minimiert, der Eisenwert sinkt und der pH-Wert steigt“, erklärte LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny zum Richtfest.

Traditionell wurde durch Bauherren und ausführende Firmen ein abschließender Handgriff organisiert: Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter Lausitz der LMBV, Frank Wogan vom Bundesministerium für Finanzen, Christoph Heil von der Firma Otto Heil GmbH sowie Göran Schrey, Amtsdirektor des Amtes Plessa schlugen jeweils einen Nagel in einen Dammbalken.

Die Gäste überzeugten sich vor Ort vom Fortschritt der Baumaßnahme, die rund 80 Millionen Euro kostet. „Das Betreiben der Anlage nach der Fertigstellung wird eine sehr langfristige Aufgabe sein", so Bernd Sablotny.

Die offiziellen Rundgänge nach der feierlichen Zeremonie führten die zahlreichen Gäste an diesem Tag bis in die Wehranlage, in der sich künftig Floß- und Hammergraben vereinen und gereinigt in die Schwarze Elster führen.

Die Wasserbehandlungsanlage wird bis Ende des Jahres 2025 fertiggestellt werden. Danach ist ein Probebetrieb geplant.

Zur Funktionsweise der Wasserbehandlungsanlage Plessa:

Das Wasser aus Floß- und Hammergraben wird über ein Wehr in die Anlage eingelassen und in die Reaktionsbecken gepumpt. Dort wird Kalkmilch zugesetzt sowie Flockungshilfsmittel. Danach fließt es weiter in die Sedimentationsbecken. Der Eisenhydroxidschlamm setzt sich in diesem Prozess langsam ab, das Klarwasser kann schließlich an der Oberfläche abgezogen werden. Das gereinigte Wasser wird über eine Ablaufleitung und Ablaufturbine zur Energierück-gewinnung wieder in der Hammergraben eingeleitet und der Schwarzen Elster zugeführt. Der verbleibende Eisenhydroxidschlamm wird aufbereitet, per LKW durch  einen Entsorgungsdienstleister abgeholt und einer stofflichen Verwertung zugeführt.

Hintergrund:

In der Region um Lauchhammer setzte um 1850 der industrielle Braunkohlenbergbau ein. In den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts entstand eines der größten zusammenhängenden Tagebaugebiete der ehemaligen DDR. Ein weit verbreiteter natürlicher Bestandteil im Lausitzer Boden sind Eisensulfide.  Durch die jahrzehntelange Grundwasserabsenkung entstanden wasserlösliche Eisen-, Säure- und Sulfatverbindungen. Nachdem ein Großteil der Lausitzer Tagebaue nach 1990 geschlossen wurde, stieg das Grundwasser allmählich wieder an. Damit wurden diese chemischen Verbindungen in unterschiedlichem Maße in die Flüsse und Seen der Lausitz getragen.
Wasserbehandlungsanlagen der LMBV finden sich somit an den Lausitzer Flüssen Spree und Schwarzer Elster. (UST | angepasst 27.10.25)


LMBV-Rundgänge an Baustelle der Wasserbehandlungsanlage Plessa ausgebucht

Die im Bau befindliche neue Eisenminderungsanlage öffnet für Interessierte am 21. Juli ihre Tore

Senftenberg/Plessa. Die LMBV und die beteiligten Firmen haben für Mittwoch, den 21. Juli 2021, Anwohner und Interessierte zu einem Rundgang auf die Baustelle der Wasserbehandlungsanlage Plessa an der B169 eingeladen.

Das Angebot stieß auf reges Interesse. Nunmehr sind die Rundgänge ausgebucht.

Die LMBV-Wasserbehandlungsanlage entsteht in Plessa am Zusammenfluss von Floß- und Hammergraben und wird künftig dem Schutz der Schwarzen Elster vor Eisen und Versauerung dienen.


Starkregen in Ostsachsen — LMBV-Flutungsabnahmen durch Speicher und Seen

Bis zu 16 Kubikmeter pro Sekunde aus Flüssen für Speicher und Bergbaufolgeseen entnommen

Senftenberg. Nach Auskunft der LMBV-Flutungszentrale Lausitz zur aktuellen Situation in den Lausitzer Flussgebieten und zu den Flutungsentnahmen für Bergbauspeicher und Bergbaufolgeseen kann die LMBV Folgendes mitteilen:

Die Niederschläge vom 16.07. und 17.07.2021 bewirkten einen rasanten Anstieg der Abflussmengen auch in den Lausitzer Flussgebieten von Lausitzer Neiße (HW-Warnstufe 2), Spree und Schwarzer Elster (HW-Warnstufe 2).

In Abstimmung mit der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen und dem LfU Brandenburg wurden zur Entlastung der Abflussspitzen in den Flüssen am Samstag folgende Flutungsbauwerke der LMBV in Betrieb genommen:

  • Speicherbecken Bärwalde [= Bärwalder See] – hier Einleitung aus der Spree mit bis zu 3 m³/s,    
  • Speicherbecken Dreiweibern [= Dreiweiberner See] – hier Einleiten aus der Kleinen Spree mit bis zu 1,6 m³/s,
  • Abnahme mit der LMBV-Pumpstation Spreewitz aus der Spree mit 1,6 m³/s und
  • zum Geierswalder See aus Schwarzer Elster mit 10 m³/s .

Die Zuleitung aus der Schwarzen Elster ermöglichte eine Weiterleitung von ca. 3,5 m³/s über den Sornoer Kanal und den Rosendorfer Kanal in das LMBV-Restloch Sedlitz [= Sedlitzer See].

Die Neißewasserüberleitung der LMBV (zur Spree) musste am Samstag aufgrund des hohen Eigendargebotes in der weiterführenden Vorflut (Schöpse und Spree) vorübergehend außer Betrieb genommen werden.

Zuvor war die LMBV-Pumpstation Steinbach (an der Neiße) bereits seit dem 08.07.21 mit einer Pumpe in Betrieb, da Niederschläge im Einzugsgebiet des Isergebirges seit Ende Juni in der Lausitzer Neiße abflusswirksam wurden.

Insgesamt hatte das Flutungsaufkommen für die Lausitzer LMBV-Speicher und Bergbaufolgeseen seit Anfang Januar 2021 bis zum 16.07.21 (vor dem Starkregen in Ostsachsen) bereits die Summe von 88,5 Mio. Kubikmeter erreicht – nun werden noch die Zahlen vom Wochenende dazu kommen (diese werden zur Zeit noch ermittelt bzw. berechnet). Dies sind sehr gute Abnahmemengen für die Bergbausanierer.


LMBV lädt ein zum Baustellenrundgang an entstehende Wasserbehandlungsanlage Plessa

Die im Bau befindliche neue Eisenminderungsanlage der Bergbausanierer öffnet für Interessierte ihre Tore

Senftenberg/Plessa. Neue Eisenminderungsanlage öffnet ihre Tore: Die LMBV und die am Bau beteiligten Firmen laden am Mittwoch, dem 21. Juli 2021, ab 16 Uhr Anwohner und Interessierte zu einem Rundgang auf die Baustelle der Wasserbehandlungsanlage Plessa an der B169 ein.

Die LMBV-Wasserbehandlungsanlage entsteht in Plessa am Zusammenfluss von Floß- und Hammergraben und wird künftig dem Schutz der Schwarzen Elster vor Eisen und Versauerung dienen.

Um an den Rundgängen teilzunehmen, ist festes Schuhwerk und eine vorherige Anmeldung erforderlich. Je nach gemeldeter Teilnehmerzahl wird es Führungen jeweils um 16:00 Uhr und 16:30 Uhr geben.

Wir freuen uns über eine rege Teilnahme und bitten um Anmeldung unter der Angabe „Rundgang Plessa“ an veranstaltungen@lmbv.de bis spätestens 18. Juli 2021.

Plessaer Baustellen-Impressionen


LfU: Wechselhaftes Wetter führt zur Entspannung der Niedrigwassersituation in der Lausitz

LMBV-Bergbau-Speicher stützen Niedrigwasseraufhöhung der Spree

Cottbus. In dieser Woche tagte die länderübergreifende Ad-hoc-Arbeitsgruppe „Extremsituation“ - unter Einbeziehung der LMBV -zum zweiten Mal in diesem Jahr, um die aktuelle Niedrigwassersituation in der Lausitz zu bewerten. Der über Wochen hinweg trockene und heiße Juni endete mit ergiebigen Niederschlägen in Brandenburg. Der Regen zum Monatswechsel und die seither wechselhafte Witterung des Julis haben zu einer Entspannung der Niedrigwassersituation in den Flussgebieten von Spree und Schwarzer Elster beigetragen. Besonders im Norden des Landes fielen innerhalb weniger Tage lokal enorme Regenmengen von teilweise mehr als 200 Millimeter. Die brandenburgischen Einzugsgebiete von Spree und Schwarzer Elster erhielten flächendeckend Regen im Bereich von 20 bis 40 Millimetern.

Spree

Die Niederschläge von Ende Juni sind im sächsischen Einzugsgebiet der Spree deutlich geringer ausgefallen als in Brandenburg. Durch vereinzelte Niederschlagsereignisse der ersten Juliwochen bewegen sich die Zulaufmengen zu den sächsischen Speichern aber dennoch nahe der langjährigen Mittelwerte. Bei einem mehrtägigen Ausbleiben von Niederschlägen ist aber nach wie vor ein zügiger Abflussrückgang zu beobachten, da die Grundwasserdefizite der Vorjahre noch nicht ausgeglichen sind.

Die in der 23. Kalenderwoche gestartete Niedrigwasseraufhöhung wird bedarfsgerecht fortgesetzt. Bisher wurden hierfür die Talsperre Quitzdorf, sowie ersatzweise die Speicher Lohsa I, Bärwalde und Lohsa II beansprucht. Die Talsperre Bautzen konnte aufgrund einer Baustelle im Unterlauf keine erhöhte Abgabe tätigen. Die Abgabe der Talsperre Spremberg erfolgt bedarfsgerecht zwischen 8 und 10 Kubikmeter pro Sekunde, um die Abflüsse in der Spree zu stützen. Aktuell liegt der Wasserstand der Talsperre Spremberg bei 91,28 Meter NHN (Normalhöhennull) und fällt um 1 Zentimeter pro Tag.

Der Abfluss am Pegel Leibsch UP am Ausgang des Spreewaldes schwankt in den letzten Wochen in Folge der Niederschlagsereignisse zwischen 2,5 und 7 Kubikmeter pro Sekunde. Heiße Tage machen sich dabei durch einen schnellen Abflussrückgang bemerkbar. Aktuell liegt der Abfluss in Leibsch UP bei 5,88 Kubikmeter pro Sekunde (Stand 12.07.2021), der mittlere Abfluss für den Monat Juli beträgt 7,26 Kubikmeter pro Sekunde (langjährige Reihe 1991 bis 2019).

Die im Juni zur Abflussstützung ergriffenen Maßnahmen, werden aufgrund des starken Schwankungsverhaltens mit häufiger Unterschreitung des Mindestabflusses, vorerst aufrechterhalten. Eine Umsetzung weiterer oder eine Intensivierung bestehender Maßnahmen ist jedoch nach aktuellem Stand nicht erforderlich.

Schwarze Elster

Die ausbleibenden Niederschläge im Einzugsgebiet der Schwarzen Elster hatten im Juni zu einem drastischen Einbruch des Abflusses geführt. Nachdem am Morgen des 22. Juni am Pegel Neuwiese (Sachsen, zwischen Hoyerswerda und Senftenberg) nur noch 70 Liter pro Sekunde registriert wurden, kam der Abfluss auf dem brandenburgischen Abschnitt der Schwarzen Elster bis zum Verteilerwehr Kleinkoschen nahezu vollständig zum Erliegen. Die Niederschläge Ende Juni und der ersten Juliwochen sorgten bisher wieder für eine permanente Wasserführung bis Kleinkoschen. Nach mehrtätiger Trockenheit ist aber auch in der Schwarzen Elster weiterhin ein starker Abflussrückgang zu beobachten, sodass die Gefahr des Trockenfallens nicht gebannt ist.

Am Pegel Neuwiese wurden am 12.07.2021 auf Grund nächtlicher Niederschläge von bis zu 20 Millimeter ein Abfluss von circa 1,5 Kubikmeter pro Sekunde gemessen. Der mittlere Abfluss liegt bei 2,95 Kubikmeter pro Sekunde. Der Abschnitt zwischen Verteilerwehr Kleinkoschen und der Mündung der Rainitza führt aktuell kein Wasser, da das wenige zur Verfügung stehende Wasser in das Speicherbecken Niemtsch (Senftenberger See) eingeleitet wird, um es unterhalb von Senftenberg zur Stützung des Mindestabflusses wieder in die Schwarze Elster einzuleiten.

Der Abfluss am Pegel Biehlen 1, unterhalb von Senftenberg, wird weiterhin über die Ausleitung aus der LMBV-Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza und durch die Abgabe aus dem Speicherbecken Niemtsch (Senftenberger See) gestützt. Der Abfluss am Pegel Biehlen 1 liegt aktuell bei 0,7 Kubikmeter pro Sekunde. Der mittlere Abfluss für diesen Pegel liegt im Juli bei 1,78 Kubikmeter pro Sekunde (langjährige Reihe von 1991 bis 2017).

Der Wasserstand am Speicherbecken Niemtsch liegt noch auf einem verhältnismäßig hohen Niveau von 98,96 Meter NHN. Eine zwischenzeitliche Wasserstandsabsenkung bis 98,90 Meter NHN konnte durch die gefallenen Niederschläge und den sporadischen Zulauf kompensiert werden. Bei steigenden Temperaturen und einem erneuten Ausbleiben von Niederschlägen wird sich die Abnahme des Wasserstandes aber wieder beschleunigen.

Aufgrund der Wetterprognosen und der vorhandenen Speicherfüllungen im Spree und Schwarze Elster Gebiet wird davon ausgegangen, dass sich die Niedrigwassersituation kurzfristig nicht verschärfen wird. Aus diesem Grund wird die länderübergreifenden Ad-hoc-AG „Extremsituation“ die Situation weiter beobachten und voraussichtlich erst wieder in der zweiten Augusthälfte zusammentreten. Quelle: PM der Ad-hoc-AG Extremsituation v. 14.07.2021 / MLUK / LfU

LMBV-Luftbilder von Bergbaufolgeseen und Speichern aus 2021 und 2020 (S. Rasche und P. Radke)


Presseinladung zum Richtfest an der Wasserbehandlungsanlage Plessa

Presseinformation: Baustellenrundgang an der entstehenden Wasserbehandlungsanlage Plessa für Bürger

Senftenberg/Plessa. Zum Schutz der Schwarzen Elster vor Eisen und Versauerung entsteht in Plessa am Zusammenfluss von Floß- und Hammergraben eine Wasserbehandlungsanlage. Zum Richtfest und offiziellem Nageleinschlag laden wir Sie am

Mittwoch, dem 21. Juli 2021, um 14 Uhr

auf die Baustelle an der B169 ein.

Im Anschluss folgen ein Baustellenrundgang und die Möglichkeit mit den am Bau beteiligten Firmen und Behörden ins Gespräch zu kommen. Um an den Rundgängen teilzunehmen, ist festes Schuhwerk erforderlich. Wir freuen uns über Ihre Teilnahme und bitten Sie um Ihre Rückmeldung bis zum 16. Juli 2021 über veranstaltungen@lmbv.de.

Gleichzeitig bitten wir um Veröffentlichung der Einladung zu einem Baustellenrundgang für die Bürger, der sich an den offiziellen Teil anschließen wird.

Presseinformation: Baustellenrundgang an der entstehenden Wasserbehandlungsanlage Plessa für Bürger

Die LMBV und die beteiligten Firmen laden am Mittwoch, dem 21. Juli 2021, ab 16 Uhr Anwohner und Interessierte zu einem Rundgang auf die Baustelle der Wasserbehandlungsanlage Plessa an der B169 ein.

Die Wasserbehandlungsanlage entsteht in Plessa am Zusammenfluss von Floß- und Hammergraben und wird künftig dem Schutz der Schwarzen Elster vor Eisen und Versauerung dienen.

Um an den Rundgängen teilzunehmen, ist festes Schuhwerk und eine vorherige Anmeldung erforderlich. Je nach gemeldeter Teilnehmerzahl wird es Führungen jeweils um 16:00 Uhr und 16:30 Uhr geben.

Wir freuen uns über eine rege Teilnahme und bitten um Anmeldung unter der Angabe „Rundgang Plessa“ an veranstaltungen@lmbv.de bis spätestens 18. Juli 2021.


Scoping fürs wasser- u. verkehrsrechtliche Planfeststellungverfahren in Schelditz

Zulassungsbehörden und Vorhabenträger LMBV stellen sich Fragen und Hinweisen der Träger öffentlicher Belange

Schelditz. Die Planung zur Gefahrenabwehr im Rositzer Ortsteil Schelditz läuft weiter. Am 12. Juli 2021 fanden zwei Scopingtermine im Verwaltungsgebäude der Verwaltungsgemeinschaft Rositz in Anwesenheit der LMBV als Vorhabenträger und der ARGE Planer Schelditz statt.

Zunächst lud das für wasserrechtliche Zulassungsverfahren zuständige Referat 52 des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) zum Scoping für das „Wasserrechtliche Planfeststellungsverfahren zur bautechnischen Sicherung/Sanierung von durch Grundwasserwiederanstieg und Kontamination beeinflussten Flächen und Objekten sowie zur Umverlegung des Gerstenbaches in Schelditz“ ein. Dieser Termin diente der Abstimmung über den Inhalt und Umfang der im Zulassungsverfahren voraussichtlich nach § 16 Umweltverträglichkeitsprüfung beizubringenden Unterlagen über die Umweltauswirkungen des Vorhabens. Dazu wurde der Planungsstand vorgestellt und Fragen und Hinweise zu den einzelnen Schutzgütern aufgenommen. Im Anschluss führte das Referat 540 des Thüringer Landesverwaltungsamtes (TLVwA) als Planfeststellungsbehörde für Verkehrsbaumaßnahmen den zweiten Scopingtermin für das Planfeststellungsverfahren „K 307 - Anhebung Talstraße in Rositz/OT Schelditz“ durch. Die vom Grundwasserwiederanstieg betroffene Talstraße soll in ihrer aktuellen Trassierung verbleiben, aber um ca. 1 Meter angehoben werden, um den durch die oberflächennahen Druckgrundwasserspiegel eingetretenen Tragfähigkeitsverlusten nachhaltig entgegen zu wirken.

Folgende Träger öffentlicher Belange haben sich vor und während des Scopingtermins zum wasserrechtlichen Planfeststellungsverfahren geäußert:

  • Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen e. V.
  • Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle/Saale ZZ.V.
  • Deutsche Bahn AG
  • Gewässerunterhaltungsverband Pleiße/Schnauder
  • Landesanglerverband Thüringen e. V
  • Landratsamt Altenburger Land
    • Untere Wasserbehörde
    • Untere Naturschutzbehörde
    • Untere Immissionsschutzbehörde
    • Untere Bodenschutzbehörde
    • Untere Abfallbehörde
    • Untere Bauaufsichtsbehörde
    • Untere Denkmalschutzbehörde
    • Fachdienst Gesundheit
    • Stabsstelle Brand- und Katastrophenschutz
    • Straßenbau- und Straßenverwaltung
    • Straßenverkehr
  • Landesjagdverband Thüringen e. V.
  • NABU Altenburger Land e. V.
  • Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Landesverband Thüringen e. V.
  • Stadtverwaltung Altenburg
  • Thüringer Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation
  • Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr
  • Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie
  • Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum
  • Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz
    • Referat 35 / Obere Naturschutzbehörde
    • Referat 41 / Hydrologischer Landesdienst, Hochwassernachrichtenzentrale
    • Referat 42 / Siedlungswasserwirtschaft
    • Referat 43 / Flussgebietsmanagement
    • Referat 51 / Abwasser, Wismut-, Kalibergbau
    • Referat 53 / Grundwasser, Wasserschutzgebiete
    • Referat 61 / Obere Immissionsschutzbehörde
    • Referat 64 / Abfallrechtliche Zulassungen
    • Referat 74 / Abfallrechtliche Überwachung
    • Referat 75 / Bodenschutz, Altlasten, Freistellung, Rositz
    • Referat 82 / Angewandte Geologie, Georisiken
  • Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft
    • Oberste Fischereibehörde
    • Oberste Forstbehörde
  • Verband für Angeln und Naturschutz Thüringen e. V.
  • Verwaltungsgemeinschaft Rositz

Träger öffentlicher Belange beim Planfeststellungsverfahren zur Anhebung der Talstraße (Kreisstraße K 307) in Schelditz sind:

  • AHO Thüringer e.V.
  • Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen e.V.
  • Gewässerunterhaltungsverband Pleiße/Schnauder
  • Kulturbund für Europa e.V.
  • Landesanglerverband
  • Landespolizeiinspektion Gera
  • Landratsamt Altenburger Land
    • Untere Wasserbehörde
    • Untere Bodenschutzbehörde
    • Untere Naturschutzbehörde
    • Untere Abfallbehörde
    • Untere Immissionsschutzbehörde
    • Fachdienst Straßenbau und Straßenverwaltung
    • Fachdienst Straßenverkehr
    • Stabsstelle Brand- und Katastrophenschutz
    • Untere Denkmalschutzbehörde
  • Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Landesverband Thüringen e.V.
  • Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr
  • Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie
  • Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum
  • Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz
  • Verband für Angeln und Naturschutz Thüringen e.V.
  • Verwaltungsgemeinschaft Rositz

Impressionen der Veranstaltung in Rositz (Fotos: LMBV)