Bohrerkundungsprogramm im Abstrom der Grundwasserreinigungsanlage Schedewitz
Nachsorgebetrieb Zwickau steht weiter in Beobachtung der LMBV
Sondershausen/Zwickau. Derzeit ist im Auftrag der LMBV ein Bohrerkundungsprogramm im Abstrom der Grundwasserreinigungsanlage Schedewitz im Gange. Die Bohranlage steht „auf dem Präsentierteller“ an einer der meistbefahrenen Kreuzung von Zwickau. Die Neugier ist allseits groß. Die mindestens neun (von bis zu dreizehn) Bohrungen mit Ausbau zu Grundwassermessstellen und weitere Erkundungsarbeiten werden noch mehrere Wochen andauern, so Dipl.-Geol. (FH) Helmar Sittner, LMBV-Projektmanager des Nachsorgebetriebes Zwickau.
Das Bergbau-Poldergebiet stände heute ohne künstliche Entwässerung - im Rahmen der bergbauichen Nachsorge - unter Wasser. Ein Schwerpunkt der Tätigkeit des Nachsorgebetriebes Zwickau ist daher der Betrieb der Grundwasserreinigungsanlage am ehemaligen Kokereistandort Schedewitz. Im vergangenen Jahr 2020 konnte ein sehr gutes Jahresergebnis mit dem Austrag der höchsten Schadstoffmenge - seit 2012 - erzielt werden. Für die Kokereistandorte Brückenberg und Schedewitz werden außerdem das Monitoring fortgesetzt und zusammen mit dem Rahmengutachter weitere technische Erkundungsprogramme erarbeitet.
Ausführendes Bohrunternehmen ist die Firma BLZ Geotechnik Brunnenbau GmbH Torgau. Die umzusetzenden Bohrtiefen liegen zwischen sieben und neun Metern. Auf Grund der Besonderheiten – das Untersuchungsgebiet liegt in einem Bergbausenkungsgebiet, das sich durch den historischen Steinkohlenbergbau um etwa sechs bis acht Meter abgesenkt hat und gestörte Grundwasserverhältnisse hinterließ – ist der Messstellenausbau zudem sehr diffizil auch durch die geringe Grundwasserleitermächtigkeit, d.h. eine dezimetergenaue Ausbaukonfiguration zum Messen ist notwendig.
Die Schwierigkeiten der Maßnahmen bestehen darin, dass alle Bohrpunkte in historisch bebautem Gelände liegen und viele Bohrhindernisse und unzählige Leitungen zu beachten sind. Daher sind durchweg Hand-Vorschachtungen bei sehr begrenzten Platzverhältnissen erforderlich und teilweise Verkehrsraumeinschränkungen notwendig.
Bohrerkundung in Zwickau - F.: H. Sittner
Bohrerkundungsprogramm im Abstrom der Grundwassereinigungsanlage Schedewitz
Mitten im bebauten Gebiet: Bohrungen für Messstellen
Tag der offenen Baustelle am Rüttelprobefeld am Speicherbecken Borna
Bergbausanierer und Rüttelfirma stellen Baumaßnahmen am Probefeld West vor
Leipzig/Regis-Breitingen. Rund 50 Anwohner und Interessierte nutzen die Gelegenheit, sich beim Tag der offenen Baustelle der LMBV gemeinsam mit der Fa. TDE und begleitenden Ingenieurbüros am 21. August 2021 die genauen Baumaßnahmen am Speicherbecken Borna erklären und vorstellen zu lassen.
Konkret wurde die Bautätigkeit im Probefeld West und der damit verbundene Bauablauf den Besuchern vorgestellt. Die derzeitige Baumaßnahme zur Herstellung eines Probefeldes umfasst die Stabilisierung der südlichen Uferböschung des Speicherbeckens Borna. Mit dieser Sicherungsmaßnahme werden potenzielle geotechnische Gefährdungen wie Rutschungen durch Verflüssigungserscheinungen des Bodens verhindert.
Gemeinsam mit der bauausführenden TDE Mitteldeutsche Bergbau Service GmbH erläuterte der Bergbausanierer die sogenannte stopfende Rütteldruckverdichtung (sRDV) die vor Ort zum Einsatz kommt. Dabei werden Säulen aus grobkörnigen Gestein circa 40 Meter tief in den aufgeschütteten Kippenboden eingebracht. Bis voraussichtlich Ende April 2022 soll mit der Herstellung von Stützkörpern, den sogenannten Rüttelsäulen, sowie der anschließenden Innenkippenverdichtung mittels Sprengen (schonende Sprengverdichtung) die Sicherheit der Öffentlichkeit, der Nutzer sowie der Betreiber im Bereich der sogenannten „Adria“ wiedergestellt werden.
Um das gesamte Speicherbecken Borna, welches durch die Sächsische Landestalsperrenverwaltung (LTV) als Stauanlage für den Hochwasserschutz betrieben wird, ist ein Sperrbereich mittels Beschilderung ausgewiesen. Dieser Sperrbereich darf bis zur abschließenden Sicherung der Randböschungen und der Innenkippe nicht betreten oder befahren werden. Es kann zu Rutschungen der Böschungen und der Innenkippenbereiche sowie daraus resultierenden Schwallwellenbildungen im See und somit zur Gefährdung von Leib und Leben kommen.
Große Bautafeln weisen auf die LMBV-Baustelle an der Adria hin.
Impressionen vom Tag (Fotos: Anika Dollmeyer und Dr. Uwe Steinhuber)
Ministerpräsident Dr. Woidke informierte sich auch am künftigen Sedlitzer See
Chef des LMBV-Sanierungsbereiches Lausitz G. Richter erläuterte Sanierungsnotwendigkeiten und Flutungsziele
Lieske | Altdöbern. Am 23. August 2021 besuchte der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Dr. Dietmar Woidke das Amt Altdöbern.
Am sogenannten Seestrand im Norden des künftigen Sedlitzer Sees, einem Bergbaufolgesee der LMBV, wurde dem Landesvater die bisherigen Aktivitäten zur Entwicklung des Lausitzer Seenlandes insbesondere im Bereich der Ortslage Lieske vorgestellt.
Dazu hatte sich Amtsdirektor Frank Neubert auch Partner und Unterstützer vom Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg und der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft eingeladen.
Es wurde gemeinsam der im Amtsbereich liegende bereits fertig gestellte Strandabschnitt besichtigt und das westlich davon im Bau befindliche Gewerbegebiet in der Gemarkung der Stadt Senftenberg vorgestellt.
Der Bereichsleiter des LMBV-Sanierungsbereiches Lausitz Gerd Richter erläuterte dem Ministerpräsidenten die noch weiter notwendigen Schritte zum sicheren Herstellen der Ufer des Bergbaufolgesees für künftige Nutzungen und die Abhängigkeiten für den noch erforderlichen Wasseraufgang im künstlichen Gewässer.
Zur weiteren geplanten touristischen Entwicklung in diesem Bereich des Sedlitzer Sees, insbesondere zum Arbeitsstand zur Vermarktung des künftigen Feriendorfes Lieske gab der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg Auskunft.
Neben der ehrenamtlichen Bürgermeisterin für die Ortsteile Bahnsdorf/Lieske, Simone Abt, waren auch Mitglieder der Gemeindevertretung Neu-Seeland, des Ortsbeirates Lieske und des SPD-Regionalverbandes präsent.
Der Sedlitzer See wird einmal 1.412 Hektar groß werden. Seine Fertigstellung und Flutung steht in den kommenden Jahren auf der Agenda der LMBV.
Blick über den Sedlitzer See (Juli 2021)
Fotos: Steffen Rasche für LMBV
Auf Einladung des Amtes Altdöbern am See
Dr. Dietmar Woidke mit Gerd Richter (LMBV) und Martin Wolf (ZV LSB | re.) und Hannes Walter (SPD | Mitte)
Kennen sich von vielen Terminen: Ministerpräsident und LMBV-Vertreter in Lieske
Am Knappensee beginnt Erschließung für künftiges Vereinszentrum in Groß Särchen
Finanzierung der infrastrukturellen Erschließung des Vereinszentrums erfolgt über § 4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung
Senftenberg/Lohsa. Am 23. August 2021 fiel am Knappensee der Startschuss zur Erschließung des Geländes für das künftige Vereinszentrum in Groß Särchen. Mit einem gemeinsamen Spatenstich machten Lohsas Bürgermeister Thomas Leberecht und Kai Oliver Dammer, Referent im Sächsischen Oberbergamt zusammen mit LMBV-Abteilungsleiter Karsten Handro sowie Jens Kieschnick, Beauftragter für Bergbausanierung der Gemeinde Lohsa, den Auftakt dafür.
Das Vereinszentrum entsteht auf dem ehemaligen Gelände des Zeltplatzes Z1 in Groß Särchen. Bis Ende des Jahres sollen hier Elektro- und Wasseranschlüsse verlegt, die benötigten Verkehrsanlagen errichtet und die Gestaltung des Umfeldes samt Ersatzpflanzungen vorgenommen werden.
„Es ist ein erster Schritt des Wiederaufbaus am Knappensee für die Zeit nach der Sanierung“, richtet Karsten Handro den Blick optimistisch in die Zukunft. Gemeinsam mit der Gemeinde Lohsa arbeitet die LMBV am Wiederaufbau der Infrastruktur für die betroffenen Vereine am Knappensee, die für die Sicherung des Sees weichen mussten.
Im Rahmen des §4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung werden die Kosten der infrastrukturellen Erschließung des Vereinszentrums zu 85 Prozent vom Freistaat Sachsen und 15 Prozent von der Kommune getragen. Mit Zuversicht über eine baldige Lösung zur Fortsetzung der Sanierungsarbeiten am Knappensee, werde weiter an der Wiederbelebung und Fortführung der Vereinstätigkeiten als auch an der Vorbereitung für einen touristischen Neuanfang am Knappensee gearbeitet. So seien unter anderem weitere §4-Maßnahmen rund um den Knappensee in Planung.
Fotos vom Spatenstich: Stefanie Klein
Eröffnung der 2. Mitteldeutschen Segelwoche am Nordufer des Zwenkauer Sees
Gedankenaustausch von Gästen aus Wirtschaft, Behörden und Sportverbänden beim 13. Sächsischen Wassersportgespräch zum Thema "Mensch und Natur"
Leipzig/Zwenkau. Auf dem Zwenkauer See herrschte am 21. August 2021 sommerliche Flaute, dennoch fanden sich am nordwestlichen Ufer zahlreiche Wassersportler und Interessierte ein, um die Eröffnung der 2. Mitteldeutschen Segelwoche und das anschließende 13. Wassersportgespräch zu verfolgen. Dazu eingeladen hatte Reinhard Bläser als Präsident des Segler-Verbands Sachsen auch im Namen der Mitgliedsvereine der Segler-Verbände in Thüringen und Sachsen-Anhalt.
Die offizielle Eröffnung der Segelwoche, die vom 21. bis 29. August 2021 an allen Revieren Mitteldeutschlands stattfindet und Segler sowie Schaulustige zu insgesamt 30 Regatten und Mitmachveranstaltungen einlädt, übernahm die Präsidentin des Deutschen Segler-Verbands Mona Küppers. Sie bezeichnete das Segeln als den „tollsten Sport der Welt“, weil er von 5-6 Jährigen begonnen, aber auch noch von 85-Jährigen ausgeübt werden könne und „alle in einem Boot sitzen“, so wie bei einer Familie. Der Segelwoche und dem sächsischen Segel-Verband mit seinen 2.400 Mitgliedern wünschte sie eine lange Tradition und hisste zum Abschluss Ihres Grußwortes symbolisch ein Segel.
Im Gegensatz zu den bisherigen Wassersportgesprächen, die während der jährlichen Messe „Beach und Boat“ und letztes Jahr am Pier 1 des Cospudener Sees abgehalten worden waren, fiel die Wahl dieses Jahr auf den künftigen Standort des geplanten Wassersport- und Segelzentrums am Nordufer des Zwenkauer See, einer laut Bläser, „besonderen Lokation, wo es keine Infrastruktur gibt“. Das „wunderschöne Wassersportrevier“ verdiene seiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit und deshalb fänden dort seit 2019 in kleinem Rahmen Sonderveranstaltungen für den Breitensport statt. Er dankte der LMBV für die vorzeitige Nutzung auf den noch unter Bergrecht liegenden Gelände, würdigte das Engagement des Zweckverbandes Neue Harth sowie der Stadt Leipzig, der Stadt Zwenkau und dem Landkreis Leipzig für alle Gestattungen und Verwaltungsvorgänge.
Dass in diesem Bereich Wassersport betrieben werden kann, ist seit 2006 im Braunkohleplan festgeschrieben und wurde 2015 im Masterplan des Zweckverbands konkretisiert. Die zu nutzenden Uferflächen und die an die Wasserflächen angrenzenden Böschungen wurden seitens LMBV auf Basis von Standsicherheitsuntersuchungen saniert und standsicher gestaltet. Laut Masterplan soll das Ufer südlich der Autobahn 38 in Höhe des Freizeitparks Belantis als touristisches Erholungsziel entwickelt werden, wobei Feriendörfer, ein Campingplatz, ein Schiffsanleger sowie der Segelstützpunkt errichtet werden sollen. Die Stadt Leipzig als Flächeneigentümerin rechnet damit, 2025 das Baurecht zu erhalten.
Während der Fachveranstaltung unter dem Fokus „Mensch und Natur – Mitteldeutsche Segelwoche im Spannungsfeld“ wurden in sechs Vorträgen Informationen und Gedanken ausgetauscht. Zu Wort kamen u. a. Rüdiger Dittmar, Leiter Amt für Stadtgrün und Gewässer der Stadt Leipzig, Godehard Kamps, Abteilungsleiter Infrastruktur der Landesdirektion Sachsen, Vertreter des Landestauchsportverbandes Sachsen, des DLRG Landesverbandes Sachsen, des Freizeit- und Universitätssports sowie des Landessportbundes Sachsen. Von besonderem Interesse war während der Diskussion die Frage, ob das Kite-Surfing perspektivisch als Ausnahme auf dem Zwenkauer See und/oder Cospudener See ermöglicht werden kann. Denn nach § 7 Abs. 3 der Sächsischen Schifffahrtsverordnung ist das Schleppen von Flugkörpern wie Flugdrachen, Drachenfallschirmen und ähnlichen Geräten, Kite-Surfing sowie Wasserskilaufen verboten.
Der abschließend geplante Blick vom Boot auf den See und die Ufer kam zwar nicht zustande, doch dass Sachsen ein Wassersportparadies wird, nachdem sich die Wasserfläche im Vergleich zu 1990 verdreifacht hat und die nutzbaren Wasserflächen nach und nach zunehmen, darin waren sich alle einig. So können – dank der Sanierungstätigkeit der LMBV – folgende Bergbaufolgeseen für Verantstaltungen während der Segelwoche genutzt werden: Cospudener See, Bärwalder See, Berzdorfer See, Großer Goitzschesee, Partwitzer See, Geierswalder See und Zwenkauer See.
Impressionen von der Eröffnungsveranstaltung (Fotos: LMBV/Anika Dollmeyer/Claudia Hermann)
Reinhard Bläser vom Segler-Verband Sachsen, Godehard Kamps von der Landesdirektion Sachsen und Rüdiger Dittmar von der Stadt Leipzig (v. l.)
MdB Lay im Dialog mit Bürgermeister, Zweckverband und Bergbausanierer
Groß Särchen. Bereits zum achten Mal besuchte die Lausitzer Bundestagsabgeordnete Caren Lay im Rahmen ihrer Sommertour das Lausitzer Seenland. Im Rahmen dieses Besuches diskutierte die stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE am 20. August 2021 in Groß Särchen u.a. mit dem Bürgermeister von Lohsa, Thomas Leberecht, Hoyerswerdas Baudezernenten Dietmar Wolf, dem Geschäftsführer des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen Daniel Just sowie LMBV-Bereichsleiter Gerd Richter, die sie eingeladen hatte.
Für das Gespräch hatte das Mitglied des Bundestages Thesen zur Zukunft der Lausitz entworfen mit dem Ziel, das Lausitzer Seenland gemeinsam weiter zu entwickeln: Das Seenland müsse zudem ganzheitlich begriffen werden, unabhängig von der Landesgrenze. Auch bei der Frage, ob es eine eigenständige touristische Destination sei. Zudem forderte sie mehr Personal und Gelder für den sächsischen Teil des Zweckverbandes Lausitzer Seenland.
Auch das Fortführen von §4-Maßnahmen im Rahmen des VA BKS sei für sie eine wichtige politische Entscheidung. "Für einen echten Entwicklungsschub reichten aber die bisherigen Maßnahmen noch nicht aus. Ich möchte daher, dass bei der nächsten Fortschreibung des Finanzierungsabkommens zwischen Bund und den Ländern Sachsen und Brandenburg im Jahr 2022 die Mittel für die §4-Maßnahmen deutlich erhöht werden“ so die Parlamentarierin. Dazu solle auch das Seenland stärker als länderübergreifendes Projekt verstanden werden.
Diskussionsort: Krabathof in G. Särchen
LMBV und Zweckverband LSB: Reppister Höhe nach Umgestaltung feierlich eingeweiht
"Erlebbarmachung verschwundener Orte" im ehemaligen Tagebau Meuro am Großräschener See
Senftenberg. Nach der Freigabe des noch fehlenden Teilstückes des Radweges am Großräschener See Anfang Juni wurde am 19.08.2021 der Aussichtspunkt Reppister Höhe eingeweiht.
Der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg nahm die Fertigstellung der Baumaßnahme zum Anlass, um im Rahmen einer Feierlichkeit, die Neugestaltung des Aussichtspunktes zu präsentieren.
Neben dem Leiter für Infrastruktur des Zweckverbandes, Martin Wolf, dem Bürgermeister von Senftenberg, Andreas Fredrich und dem Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung Großräschen, Christoph Schmidtchen, waren als Zeitzeugen Einwohner und Einwohnerinnen der ehemaligen Orte eingeladen.
Die Umgestaltung steht im Zeichen der „Erlebbarmachung der verschwundenen Orte“. Zur Erinnerung an die bergbauliche Tätigkeit wurden verkleinerte Flächendarstellungen abgebaggerter Orte im Maßstab 1:150 in der Region aufgebaut.
Sie werden ergänzt durch die vorhandenen Gedenksteine und neue Cortenstahl-Stelen mit den Ortsnamen. Zusätzlich ist eine Rasthütte für Touristen und Fahrradfahrer entstanden.
Finanziert wurde das Vorhaben als Schnittstellen-Projekt aus §2 und §4 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung.
Impressionen vom Einweihen (F.: UST)
Baustellentag am Speicher Borna
Presseinladung: Tag der offenen Baustelle am Speicherbecken Borna
Samstag, 21. August 2021 von 10 – 13 Uhr
Leipzig/Regis-Breitingen. Die LMBV lädt am 21. August 2021 zu einem Tag der offenen Baustelle ein. In der Zeit von 10 bis 13 Uhr, werden die Baumaßnahmen am Speicher Borna im sogenannten Probefeld West und der damit verbundene Bauablauf vorgestellt. Besucher können die eingesetzte Technik besichtigen und mit den verantwortlichen Fachleuten ins Gespräch kommen. Für ein kleines Imbiss- und Getränkeangebot gegen ein geringes Entgelt ist gesorgt.
Die bauausführende Firma TDE Mitteldeutsche Bergbau Service GmbH und der Projektträger Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) geben Erläuterungen zu den Sanierungsarbeiten.
Baumaßnahme
Die derzeitige Baumaßnahme zur Herstellung eines Probefeldes umfasst die Stabilisierung der südlichen Uferböschung des Speicherbeckens Borna. Mit dieser Sicherungsmaßnahme werden potenzielle geotechnische Gefährdungen wie Rutschungen durch Verflüssigungserscheinungen des Bodens verhindert. Als Sanierungstechnologien kommen die stopfende Rütteldruckverdichtung (Säulen aus grobkörnigen Gestein werden circa 40 Meter tief in den aufgeschütteten Kippenboden eingebracht) und die Bodenverdichtung mittels der schonenden Sprengverdichtung zum Einsatz. Begleitet wird die Maßnahme durch ein umfangreiches Monitoringprogramm, welches Schwingungs-, Verformungs-, Setzungs-, Lärm- und Grundwassermessungen sowie Beweissicherungen an Gebäuden umfasst.
ACHTUNG
Die Baustellenzufahrt befindet sich auf der Bornaer Straße stadtauswärts etwa auf Höhe des Freibades von Regis-Breitingen. Eingeschränkte Parkmöglichkeiten befinden sich innerhalb des Baufeldes. Bitte folgen Sie den Hinweisen vor Ort. Anwohner von Regis-Breitingen bitten wir aufgrund der begrenzten Anzahl an Parkmöglichkeiten, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu kommen. Festes Schuhwerk wird unbedingt empfohlen. Darüber hinaus weisen wir darauf hin, dass den Sicherheitsanweisungen der Verantwortlichen Folge zu leisten ist.
Bergbausanierer veranstaltet Baustellentag auf der Hochkippe am Weiher in Borna-West
Interesse an der Bautechnik zeigten Jung und Alt
Anwohner und Interessierte verfolgten die Rüttelstopfarbeiten auf der LMBV-Baustelle
Borna. Rund 45 Besucher folgten am Samstag, dem 14. August 2021, der Einladung der LMBV und informierten sich auf der Hochkippe am Weiher Borna-West über die aktuelle geotechnische Sanierungsmaßnahme. Der Tag der offenen Baustelle stieß sowohl bei alten als auch jungen Anwohnern auf Interesse, denn sie konnten sich die Arbeiten, die sie sonst hauptsächlich hören, aus der Nähe anzuschauen. Eingangs erläuterten Diemo Trepte, Projektmanager der LMBV, und Yves Koitzsch, Sachverständiger für Geotechnik von CDM Smith, den Ablauf des Projekts von 2018 bis heute und die von der Firma ARGE Bickhardt & Metzner eingesetzte Technik.
Sie blickten zurück auf die Historie der Altkippe und zeigten beispielhaft ein Proberöhrchen mit setzungsfließgefährdetem Sand aus dem Probefeld von 2018, der sich verhält wie Billardkugeln, die aufeinandergeschichtet werden. Beim anschließenden Blick auf die Großgeräte konnten die Besucher die rund 120-minütige Herstellung einer Rüttelstopfsäule miterleben und sehen, wie aufwändig das Stopfmaterial aufgefüllt wird. Das Material dafür wird von einem Radlader antransportiert, der per Seil von einer größeren Raupe gesichert wird. Zusätzlich wurde die Rüttelstopfverdichtung im Baucontainer per Video im Vergleich zu anderen Sanierungstechnologien ausführlich per Video erklärt.
Die Verantwortlichen beantworteten zwischen 10 und 13 Uhr eine breite Mischung an Fragen der Anwesenden. Dabei ging es auch ums Monitoringkonzept und die regelmäßigen Schwall- und Vibrationsmessungen. und setzten dafür auch Kartenmaterial ein, um die Dimensionen zu verdeutlichen. „Ich hoffe sehr, dass wir mit diesem Tag das Verständnis für die nötige Baumaßnahme erhöhen und vor allem für die Gefahrenlage sensibilisieren konnten“, fasste Diemo Trepte den Tag zusammen. „Denn immer wieder kommt es vor, dass der Sperrbereich von Personen betreten wird, die sich der Gefahr nicht bewusst sind oder sie bewusst ignorieren.“
Umfang der Bauarbeiten und eingesetzte Technik
Mit der aktuellen Sicherung der Hochkippenböschung Borna-West sollen potenzielle geotechnische Gefährdungen wie Verflüssigungserscheinungen des Bodens oder ein Böschungsbruch verhindert werden. Es erfolgt eine Bodenvergütung der gesamten Hochkippenböschung mittels der Rüttelstopfverdichtung. Bei diesem Verfahren werden Säulen aus grobkörnigen Böden circa 25 Meter tief in die Kippenböschung eingebracht. Damit wird eine Stabilisierung und Homogenisierung des setzungsfließgefährdeten Bodens erreicht.
Bereits Ende April 2021 wurde damit begonnen das Baufeld einzuzäunen, die Baustelle einzurichten, die umfassende Monitoringtechnik zu installieren und das Trägergerät für die Rüttellanze aufzubauen. Am 29. Juni 2021 begannen die Rüttelarbeiten. Sie sollen bis Ende 2022 abgeschlossen werden.
Die Baumaßnahme ist in zwei zeitlich getrennte Bauphasen unterteilt. Bei den vorgezogenen Maßnahmen von August 2018 bis zum I. Quartal 2019 wurde die Rüttelstopfverdichtung zunächst auf einem Probefeld durchgeführt, um eine geeignete Technologie zur Untergrundverbesserung des ehemaligen Tagebauareals zu finden. Dies bildete die Grundlage für die Planung der eigentlichen Gefahrenabwehrmaßnahme. Nach Auswertung der Ergebnisse erfolgt seit Anfang Juli 2021 die Rüttelstopfverdichtung im gesamten Böschungsbereich. Dafür werden circa 2.000 Säulen zwischen 18 und 25 Meter Tiefe auf einer circa 20.000 Quadratmeter großen Feld- und Waldfläche erstellt. Als Zugabematerial und Stopfmasse dient eine Gesteinskörnung aus mineralischen natürlichen Vorkommen.
Kippenböschungabflachung/-neuprofilierung sowie Einrichtung des Sperrbereiches
Nach der Holzung und Rodung mit gleichzeitigem Böschungsabtrag des Waldes erfolgt die Erdmassenbewegung (Aus- und Wiedereinbau) von circa 20.000 Kubikmeter Kippenboden. Insgesamt müssen 13.000 Tonnen Überschussmassen entsorgt werden. Während der Arbeiten zur Sicherung der Böschung vor Verflüssigungserscheinungen wurde ein umzäunter, erweiterter Sperrbereich eingerichtet, um die Gefährdung Dritter zu verhindern. Dieser Sperrbereich darf während der Baumaßnahme nicht betreten oder befahren werden, da es infolge der Arbeiten zu Rutschungen der Böschung und somit der Gefährdung von Leib und Leben kommen kann.
Impressionen vom Tag der offenen Baustelle (Fotos: Christian Kortüm)
98. Aufsichtsratssitzung der LMBV fand am 11. August 2021 im Sangerhäuser Revier statt
Untertage-Erkundung des Schlüsselstollens und der Wimmelburger Schlotten
Senftenberg/Eisleben. Die nunmehr schon 98. Sitzung des Aufsichtsrats der LMBV fand am 11. August 2021 in Eisleben statt. Die LMBV-Aufsichtsräte hatten sich am Vortag bereits zu einer Revierbefahrung im Sangerhäuser Revier versammelt.
Im Mittelpunkt dieser Informationstour am 10. August 2021 stand das Einfahren zum Schlüsselstollen über den Freieslebenschacht des Sanierungsbereiches Kali-Spat-Erz der LMBV. Zuvor gab der Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny, gemeinsam mit Mitarbeitern des Sanierungsbereiches Kali-Spat-Erz einen breiten Überblick über die noch anstehenden Aufgaben der LMBV in dieser Region.
Über den LMBV-Schacht in Wimmelburg wurden anschließend auch die Wimmelburger Schlotten erkundet. Die teilweise nur hüfthohen Stollengänge auf dem Weg dorthin verlangten den Räten körperlich alles ab, gaben zudem auch einen guten Einblick in die Untertagearbeit und das umfangeiche Aufgabenportfolio der LMBV-Mitarbeiter an diesen Standorten. Alternativ konnte noch Lademannschacht-Halde Eisleben besichtigt werden.
Im Kreise der Aufsichtsräte konnte neu der BMF-Referatsleiter Dr. Andreas Kerst begrüßt werden, nachdem zuvor der Vertreter der Anteilseigner Ministerialrat Joachim Löbach wegen der Übernahme neuer Aufgaben ausgeschieden war.
Aufsichtsräte, Geschäftsführer und Mitarbeiter der LMBV gemeinsam im Foto