Absage der für den 01.12.2021 geplanten traditionellen Barbarafeier in Cottbus

Senftenberg. Die Pandemiesituation in Deutschland verschärft sich auch in diesem Herbst zunehmend. Bund und Länder stehen im Gespräch, um weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu beschließen.

Einzelne Bundesländer und Landkreise haben bereits verschärfte Regelungen erlassen bzw. stehen kurz davor.

Aufgrund der aktuellen Entwicklung zur Corona-Pandemie mit den extrem steigenden Inzidenzzahlen in Deutschland hat der Krisenstab der LMBV am 15. November 2021 entschieden, zum Schutz der geladenen Gäste und der eigenen Mitarbeiter die am 1. Dezember geplante und vorbereitete traditionelle Barbarafeier der LMBV in Cottbus in diesem Jahr nicht durchführen.

Den mehr als 300 Gästen, die an dem als 2G-Veranstaltung geplanten festlichen Event teilnehmen wollten, wird zeitnah abgesagt.


Finanziers der Bergbausanierung haben Beitrag für Wasserprojekt Boxberg geleistet

Mitfinanzieren der Neustrukturierung der künftigen Trinkwasser-Versorgung für Ersatzmaßnahmen

Inbetriebnahme des neuen Wasserwerkes Boxberg/O.L.
Foto v.r.n.l.: Dr. Gero von Daniels, Leiter der Geschäftsstelle des StuBA, Andreas Eckhardt vom SMEKUL; Boxbergs Bürgermeister Achim Junker, Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV sowie Katrin Bartsch, Geschäftsführerin der SWW und Petra Brünner, Geschäftsführerin des WZV bei der symbolischen Inbetriebnahme

Boxberg | Senftenberg | Berlin. Mit der feierlichen Inbetriebnahme des neuen Wasserwerkes Boxberg/O.L. wurde ein wichtiger Meilenstein in Ostsachsen geschafft. Vor knapp einem Jahr im Juni 2021 konnte schon symbolisch der Spatenstich für den Neubau des Wasserwerkes vollzogen werden.

Auf Einladung des WZV „Mittlere Neiße Schöps“ sowie der Stadtwerke Weißwasser nahmen am 3. November 2021 auch Dr. Gero von Daniels als Leiter der Geschäftsstelle des Steuerungs- und Budgetausschusses der Braunkohlesanierung (StuBA) sowie Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, an der Veranstaltung teil.

„Ohne die Bergbausanierung, die sehr wesentlich vom Bund und dem Freistaat getragen wird, wären die hier erreichten Lösungen und baulichen Umsetzungen nicht denkbar gewesen“, so Bernd Sablotny. Gemeinsam mit den Partnern im Freistaat und im Wasserverbands (WZV) „Mittlere Neiße-Schöps“ konnten über die involvierte LMBV tragfähige Lösungen zur Mitfinanzierung der künftigen Wasserversorgung zusammen erreicht werden. Dazu hatte der StuBA mit seinen Entscheidungen diesen Start des Werkes auch mit möglich gemacht hat.

Der Dank des StuBA und der LMBV galt an diesem Tag insbesondere Katrin Bartsch, Geschäftsführerin der Stadtwerke Weißwasser (SWW), und Petra Brünner, Geschäftsführerin des (WZV) „Mittlere Neiße – Schöps“, für die erfolgreiche bauliche Umsetzung des Gesamt-Projektes der Trinkwasserversorgung.

Die Neustrukturierung der Trinkwasserversorgung im Gebiet des WZV „Mittlere Neiße Schöps“ sowie der Stadt Weißwasser beschäftigt die kommunalen Aufgabenträger und ihre Dienstleister schon seit vielen Jahren. Durch das nun erfolgte Realisieren des Wasserprojekts kann die künftige Trinkwasserversorgung im Norden des Landkreises Görlitz besser sichergestellt und zugleich auch ein Beitrag für die Strukturentwicklung in der Region erbracht werden.

Das Wasserwerk in Boxberg wird nach seiner Inbetriebnahme bis zu 35.000 Menschen mit Trinkwasser in hoher Qualität versorgen. Dafür sollen etwa  1,5 Millionen Kubikmeter aus dem unterirdischen Abstrom des vormaligen Restloches pro Jahr entnommen werden. Dafür wurden u.a. 36 Meter tiefe Brunnen gebohrt.

Alles in allem waren fast zehn Millionen Euro im Rahmen des Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung für diese in etwa 13 Mio Euro große Investition in der Lausitz aufzubringen, wobei der Bergbausanierer LMBV – bergbaulich bedingt - die Kosten für die Wasserfassung und die Rohwasserleitung übernahm und darüber hinaus etwas mehr als die Hälfte für den Neubau des Wasserwerks beisteuerte. Die Geschäftsstelle des StuBA, die Dr. Gero von Daniels vertrat, hatte ebenfalls ihren konstruktiven Beitrag zur Ermöglichung der Finanzierungsbeiträge und des Mittelabflusses leisten können. Dies wurde in voller Verantwortung gegenüber den Finanziers und für die Region getan. Es wurde auch deutlich, dass dies in überschaubarer Zeit geschah und gut und sinnvoll angelegtes Geld ist.

Bei der Inbetriebnahme wurde unterstrichen, dass das Wasser, welches aus dem Uferfiltrat am Bärwalder See gewonnen wird, eine sehr gute Qualität habe. Es sei ein mittelhartes Wasser. Dieses müsse nur leicht entsäuert werden und werde deshalb über Kalkstein gefiltert. Das Wasser enthalte nur eine geringe Konzentration von Eisen und Mangan, aber keine anderen Spurenstoffe. Mit der Wasserfassung am See sei auch klar, dass künftig mit dem Bärwalder See und seinen vielfältigen Nutzungen sorgsam umgegangen werden müsse. Ein Lob gab es bei der Eröffnung an die Firmen, die gute Arbeit geleistet haben und die Wasserwerk-Mannschaft vor Ort. Das Wasserwerk sei derzeit noch im Probebetrieb und solle Ende November in den Dauerbetrieb gehen. Für ein Jahr laufe eine Wasserzuführung aus Schwarze Pumpe noch zur Sicherheit parallel. (Text korrigiert am 09.03.22 | UST)


Beitrag des Bergbausanierers zur Regionalkonferenz Lausitzer Seenland geleistet

LMBV hat gute Grundlagen geschaffen - Bereits etwa 1,362 Mio. Übernachtungen im Seenland in 2019 laut DWIF erreicht

Senftenberg. Am 9. November 2021 fand im Senftenberger Ortsteil Brieske die schon traditionelle jährliche Regionalkonferenz im Lausitzer Seenland statt. An historischer Stätte im Gebäude der „Kaiserkrone“ versammelten sich unter Corona-Bedingungen rund 100 Teilnehmer aus Sachsen und Brandenburg, die an der Entwicklung des Lausitzer Seenlandes (LS) mitwirken.

OSL-Landrat Siegurd Heinze als Vorsitzender des ZV LSB begrüßte die Gäste mit „LS Ahoi“ und unterstrich die Chancen, gemeinsam zurückzublicken und gleichzeitig Ausblicke vermittelt zu bekommen. Für die gastgebende Kommune sprach Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich über die Vorhaben der Stadt an den beiden stadtnahen Bergbaufolgeseen und knüpfte mit dem Veranstaltungsort, eines vormals von Bergleuten gern genutzten Restaurants und Veranstaltungssaales in der Marga-Siedlung an das Motto der Touristiker vom „Bergmann zum Seemann“ an.

Daniel Just, Geschäftsführer des ZV LSS, verwies schlaglichtartig auf die erfolgten Investitionen des ZV am Geierswalder See mit dem Bau und der Übergabe des Multifunktionsgebäudes sowie dem Schaffen von Außenanlagen für Wohnwagen und dem weiteren Ausbau des Wegeleitsystems im Seenland an 130 Standorten. Mit einer zugesagten Förderung von 1,2 Mio. Euro über Strukturmittel kann der ZV sein Personal um bis zu fünf Stellen aufstocken und in 2022 dann mit neun Mitarbeitern seine vielfältigen Projekte weiter und besser voranbringen. Just stellte auch einen während der Corona-Zeit in Kooperation mit der KUFA Hoyerswerda entstandenen Promotionsfilm zum LS vor.

Detlev Wurzler konnte auf eine aufregende Zeit seit seinem Amtsanritt im November 2018 zurückblicken: die vorübergehende Seesperrung durch das LBGR nach dem Ausfließen von Inseluferbereichen, einem Brand im ZV-eigenen Strandhotel bis hin zu den Corona-Auswirkungen. Trotz alledem hat sich der ZV LSB gut entwickelt. So konnte im September 2020 der Seestrand Lieske baulich fertiggestellt werden. Eine Ausschreibung für 40 Ferienhäuser auf der dortigen 18,5 Hektar Fläche ist erfolgt und ein Investor für 2020 gebunden. Ebenso konnten die Vorbereitungen für die Ansiedlung eines 4-Sterne-BioNaturHotels mit 100 Zimmern und 11 Suiten getroffen werden. Am 23.09.2021 konnte auch der Rahmenplan bis 2030 für weitere zielgerichtete Entwicklungen im LS vom ZV verabschiedet werden.

Für die LMBV, die laut OSL-Landrat mit dem Sanierungsbergbau viele wichtige Grundlagen für das Fortschreiten im LS lege, informierte der Leiter des Sanierungsbereiches Lausitz über künftige Schwerpunkte der LMBV-Arbeiten an den Bergbaufolgeseen. Dabei legte er den Fokus auf die nötigen Arbeiten am und um den Sedlitzer See, der als Kernelement die Restlochkette künftig prägen wird. Als prioritäres Vorhaben charakterisierte er das Fertigstellen der Erweiterten Restlochkette und des Großräschener Sees, die künftig alle auf dem Niveau von +100 m NHN ausgespiegelt werden sollen. Richter informierte über den geplanten Fortgang der Fallgewichtsverdichtung im NW und NO der Böschungen am Restloch Greifenhain ab September 2022 und das Sichern von ersten Uferabschnitten an den gekippten Inseln im Senftenberger See voraussichtlich ab dem Winter 2024.

In der Folge beantwortete Marcus Heberle vom Tourismusverband LS die Frage, wie der Verband die Corona-Krise und ihre Auswirkungen gemeistert habe. Er informierte über die Aktivitäten, Produkte und Services, die von den Touristikern entwickelt wurden. Dies spiegelte sich auch in den vom DWIF erhobenen und berechneten Zahlen, denen zufolge 2019 laut Geschäftsbereichsleiter Moritz Sporer bereits 1,362 Mio. Übernachtungen im LS, davon 828.000 statistisch erfasst bei Beherbergungsbetrieben >10 Betten, zu verzeichnen waren. Dies generierte einen Gesamtumsatz von etwa 265 Mio. Euro in der Seenregion. An Wertschöpfung für die Region bedeutete dies in der ersten Umsatzstufe rund 74 Mio Euro durch direkte Ausgaben der Seenlandgäste für Eintrittsgelder, Gebühren etc., in der zweiten Umsatzstufe im Sinne der Umsatzrentabilität dann noch einmal 48 Mio Euro durch Ausgaben für Energie, die Brötchen beim Bäcker, die Blumen beim Gärtner u.v.a.m. Im Umkehrschluss schafft dieser Umsatz rechnerisch bereits für 6.370 Menschen Arbeit, die daraus ihr Primäreinkommen erzielen können.

Frank Ortmann, Tourismus-Abteilungsleiter im SMWKT, brachte die Sicht aus der Landesregierung in Dresden auf die Relevanz des Tourismus im LS ein und informierte u.a. über Förderprogramme, die für Akteure im LS von Interesse sein könnten. Aus der Praxis berichteten dann noch zwei erfolgreiche Investoren. Dr. Matthias Leiker sprach in seiner Funktion als Geschäftsführer der M.C.L. Touristik GmbH über die sichtbaren Entwicklungen seit 2013 beim „Ferienhof Radlerslust“ und berichtete über die schon sehr gut angenommenen neuen Angebote des - seit 2015 geplanten und im Sommer 2021 - geöffneten „Sonnenhofes 1864“ am Dorfanger in Großkoschen. Sehr engagiert stellte auch Neuinvestor Alfred Tempel sein Vorhaben „OSTufer“ am Geierswalder See mit moderner Strandbar und Wassersportangeboten vor, das er innerhalb kürzester Zeit gänzlich neu neben dem Bootsanleger und unterhalb der Strandpromenade aus dem „Boden gestampft“ und ab Ostern 2021 an den Markt gebracht habe.

Die Regionalkonferenzen sind seit vielen Jahren ein jährliches Update der Entwicklungen in der Region. Sie werden von den beiden Zweckverbänden des Lausitzer Seenlandes und dem Tourismusverband Lausitzer Seenland abwechselnd in Sachsen und Brandenburg organisiert. 2020 konnte die Konferenz wegen des Corona-Lockdowns nicht stattfinden.

Impressionen von der Regionalkonferenz 2021 - Fotos: Uwe Steinhuber


Mitglieder des Dachvereins Mitteldeutsche Straße der Braunkohle e. V. tagen

Hohenmölsen. Die jährliche Mitgliederversammlung des „Dachvereins Mitteldeutsche Straße der Braunkohle e.V.“ fand am 5. November 2021 im Bürgerhaus Hohenmölsen statt. Gegründet wurde der Verein mit zurzeit 47 Mitgliedern 1996 in Halle (Saale), doch die Festsitzung zum 25-jährigen Vereinsjubiläum soll erst am 25. Februar 2022 zur Buchpremiere von „Bergbau und Umsiedlungen im Mitteldeutschen Braunkohlenrevier“ begangen werden. Das rund 500 Seiten starke Buch entstand unter der Ägide von Prof. Dr. Andreas Berkner im engen Zusammenwirken mit der Kulturstiftung Hohenmölsen. Der Dachverein hat das Projekt in vielfältiger Weise begleitet und unterstützt.

Zur Mitgliederversammlung übernahm Prof. Dr. Andreas Berkner als Vorsitzender des Dachvereins die Begrüßung und den Revierbericht 2020/2021. Letzteren leitete er ein mit den Worten „Wir leben in außerordentlich bewegten Zeiten!“. Er bezog sich dabei auf das neue Kohleausstiegsgesetz und das neue Kohlestrukturstärkungsgesetz sowie die Diskussionen über das Austrittsjahr: Zunächst hieß es 2040, dann 2038, später 2035 und nun sei sogar 2030 im Gespräch. Durch die wechselnden Rahmenbedingungen seien (Regional-)Planer ständig zu Neuanpassungen gezwungen. Nach der Erläuterung verschiedener Projekte im Revier brachte er seine Freude darüber zum Ausdruck, dass die denkmalgeschützte Schachtanlage Paul II bei Deuben in Eigentümerschaft der LMBV – als nur noch einer von ursprünglich zwei Tiefbausachzeugen im mitteldeutschen Revier – gesichert und saniert werden soll. Und er würdigte die Zusammenarbeit mit der LMBV im Rahmen der dritten Informationsfahrt zur Braunkohlesanierung durchs mitteldeutsche Revier am 31. Mai 2021 sowie die neu erschienenen Sonderhefte „Sanierungsplanung Tagebau Espenhain“ (24) und „Sanierungsplanung Tagebau Zwenkau/Cospuden (25) aus der LMBV-Reihe „Wandlungen und Perspektiven“. Nach der Besprechung verschiedener Vereinsangelegenheiten wurde die turnusmäßige Neuwahl und Neukonstituierung des Vereinsvorstands durchgeführt. Alle bisherigen Vorstandsmitglieder bleiben in ihrem Amt: Vorsitzender: Prof. Dr. habil. Andreas Berkner, Stellvertreter: Andreas Ohse, Schatzmeister: Lienhard Müller und Schriftführer: Falk Hartig.

Es folgten zwei Fachvorträge. Den Beginn machte Eckhardt Müller, Seekoordinator, Arbeitsgemeinschaft Seen Nordraum Leipzig. Laut Prof. Dr. Andreas Berkner sei er der „Kümmerer vom Dienst“ und allen in der Region bekannt. Eckhardt Müller schilderte seinen langen beruflichen Werdegang vom Bergmann zum Planer zum Seekoordinator, der von vielen Zufällen geprägt war. Geboren wurde er in Wittenberg und kannte ursprünglich keinen Bergbau. Ab 1975 studierte er in Freiberg Tagebautechnik, danach kam das BKW Bitterfeld auf ihn zu und schickte ihn in den neu aufgeschlossenen Tagebau Delitzsch-Südwest, der scherzhafter Weise „Wildwest“ genannt wurde, weil zum Teil verrückte Sachen gemacht wurden, damit die Bahn rollte. Danach gab es einige berufliche Stationen in Leipzig, Aachen und Baden-Württemberg als Planer, bevor er 2005 die neue Stelle als Seekoordinator annahm. Seither formt er die „Landschaft nach der Kohle“ für den Nordraum Leipzig, und das seit 1,5 Jahren als Vollrentner.
Im Anschluss referierte Maik Simon, Leiter Kommunikation/Pressesprecher bei MIBRAG. Er zeigte auf, welche wirtschaftlichen und kommunikativen Herausforderungen MIBRAG zwischen Strukturwandel, Kohleausstieg und neuer Revierplanung zu bewältigen hat. Neben den zahlreichen Anpassungen im Unternehmen erläuterte er das für die Zeit nach der Kohle neu aufgelegte Projekt „Erneuerung MIBRAG im Revier“ (EMIR) auf Basis erneuerbarer Energien (Wind & Photovoltaik), Biomasse und stofflich verwertbarer Kunststoffabfälle zur Herstellung von Wasserstoff, Methanol sowie synthetischen Kraftstoffen. Gemäß Konzept sollen 500 Arbeitsplätze in der Region gesichert, eine Wertschöpfung vom 250 Mio. Euro pro Jahr in der Region geleistet und die Rekultivierung der Tagebaufolgelandschaft dauerhaft gesichert werden. Hier die derzeitigen Eckzahlen der MIBRAG-Gruppe: 352 Mio. Euro Umsatz, 2.390 Beschäftigte, 149 Auszubildende, zwei Tagebaue mit 40 Mio. m³ Abraum und 12 Mio. t Rohkohle, zwei Kraftwerke mit 408 GWh Elektroenergieabgabe und 273 GWh Wärmeabgabe, einer Staubfabrik und 127 t Staub.

Abschließend begaben sie die Teilnehmer der Mitgliederversammlung auf einen Rundgang vom Umsiedlungsstandort Südhang Hohenmölsen zur Stadtkirche St. Petri. In dieser sehenswerten Kirche sind u. a. alte und neue Holzreliefe zum „Gedächtnis unserer überbaggerten Kirchengemeinden“ in der Region zu sehen.

Hintergrund:

Die Mitteldeutsche Straße der Braunkohle verläuft mit ihrer Hauptroute vom Bergwitzsee bei Kemberg über Gräfenhainichen, Bitterfeld und Delitzsch nach Leipzig, weiter über Borna und Altenburg, Zeitz und Weißenfels zum Geiseltal und endet in Halle. Regionalrouten und Abstecher ergänzen das Konzept und erschließen Sehenswertes außerhalb der touristischen Brennpunkte.

Zur Straße der Braunkohle, deren Verlauf in ein überaus reiches kulturhistorisches Umfeld eingebettet ist, zählen aktuell 70 größere und insgesamt über 200 Bergbau-Sachzeugen vom Bagger bis zum Gedenkstein, die thematisch folgenden Komplexen angehören:

  • Technik/Industriearchitektur (Tagebau-Großgeräte, Kraftwerke, Brikettfabriken, Bahnanlagen)
  • Natur und Landschaft (geologische Aufschlüsse, Naturrefugien)
  • Bildung (Museen, Dauerausstellungen, Lehrpfade, Aussichtspunkte)
  • Siedlung (Archäologie, Bergarbeitersiedlungen, Gedenksteine, Umsiedlung)
  • Sport, Freizeit, Erholung (Wassersport, Camping, Kohlebahn)
  • Wasser (neue Seen, Stauanlagen, verlegte Flüsse, Gewässerverbunde)

Impressionen von der Veranstaltung (Fotos: LMBV/C. Hermann)


Revision der Tunnelröhre vom SB Lohsa II zum Bernsteinsee bis Ende November

Reinigung und Vermessung nach erfolgreichem Leerpumpen des Stahlbetonrohres gestartet

Senftenberg/Lohsa. Seit dem 4. Oktober 2021 findet an der gesamten Anlage der Tunnelröhre zwischen dem Speicherbecken Lohsa II und dem Bernsteinsee (Speicherbecken Burghammer) eine umfassende Revision statt.

Laut Betriebsvorschrift gilt es, alle fünf Jahre den Bauzustand der Tunnelröhre umfänglich zu begutachten. Als direkter Partner der LMBV setzt die Landestalsperrenverwaltung (LTV) Sachsen die Inspektion um.

In einem ersten Schritt wurde ab dem 18.10.21 mit dem Verschließen der Dammbalken am Ein- und Auslaufbauwerk begonnen, um das Wasser abzuhalten und die Röhre leer zu pumpen, sodass eine erste Begehung des Tunnels am 26.10.2021 möglich war.

Als nächste Schritte folgen die Reinigung und Vermessung der gesamten Anlage, das Begutachten des Betons sowie eine Funktionsprobe der Anlage. Letztlich werden dann eventuell anfallende Reparaturarbeiten durchgeführt. Ziel ist es, die Revision bis Ende November erfolgreich abzuschließen.

Überleiter Speicherbecken Lohsa II
Im Rahmen einer Dienstberatung des LMBV-Projektmanagements Sanierungsbereich Lausitz am 01.11.2021 wurde u.a. der Beton begutachtet und allen Kolleginnen und Kollegen die Funktionsweise der Anlage vor Ort erklärt.

Hintergrund

Die in den Jahren 1995 bis 1998 errichtete Anlage des Überleiters (ÜL) zwischen den ehemaligen Tagebauen Lohsa II und Burghammer (jetzt Speicherbecken - SB) ist ein wichtiger Bestandteil des Wasserspeichersystems Lohsa II.

Das Wasserspeichersystem Lohsa II (bestehend aus SB Dreiweibern, SB Lohsa II und SB Burghammer) soll zukünftig der Niedrigwasseraufhöhung der Spree, zum Schutz des Biosphärenreservates Spreewald und zur Stützung des Wasserhaushaltes von Berlin dienen.

Der Überleiter Lohsa II besteht im Wesentlichen aus einer 1.416 m langen Tunnelröhre DN 3000, einem Einlaufbauwerk im SB Lohsa II (einschließlich Betriebsgebäude), drei Kontrollschächten und einem Auslaufbauwerk im SB Burghammer. Die Gesamtlänge des Bauwerks beträgt ca. 1.500 Meter. Der Überleiter ist für einen Maximaldurchfluss von 10,0 m³/s ausgelegt.

Impressionen von der Begehung der Tunnelröhre (Fotos: Steffen Rasche)


Bergbausanierer informierte in Cottbus auf 97. Sitzung des Braunkohlenausschusses

Senftenberg | Cottbus. Auf 97. Sitzung des Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg informierte Gerd Richter, Leiter des Sanierungsbereiches Lausitz, unter Tagesordnungspunkt 4 über Schwerpunkte der Arbeit der LMBV im Jahr 2021 in Brandenburg.

Gerd Richter, der auch beratendes Mitglied im Ausschuss ist, zeigte u.a. Folien zu Verdichtungsmaßnahmen mit der sSPV im Bereich des Tagebaus Seese-Ost, zum Verfüllen von Tieflagen am Kittlitzer See und zum Sichern des Restloches A. Er ging auch auf wasserwirtschaftliche Maßnahmen im Raum Schlabendorf und das Sichern der Zinnitzer Tieflage im Tgb. Schlabendorf-Nord ein.

Zu den Leistungen der LMBV zählen auch die zwischenzeitlich abgeschlossene Fallgewichtsverdichtung (FGV) und Oberflächenverdichtung mit Walzen im Senkenbereich des LMBV-Teils des Tgb. Cottbus-Nord und der Erdbau und die FGV auf der nordwestlichen Innenkippe im Tgb. Jänschwalde. Erwähnt wurde auch das Sichern des Restloches Casel bis zum November 2021.

Richter wies auch auf die Leistungen zur Eisenminderung vor und in der Spree hin und erläuterte das komplette Beräumen des Sedimentationsbecken II an der Vorsperre Bühlow, wo rund 1.100 Tonnen EHS-Massen zur Deponierung angefallen sind. Auch die Fortschritte beim Bau der LMBV-Wasserbehandlungsanlage Plessa wurden aufgeführt. Richter ging auch auf die Situation zur notwendigen Absiedlung am Pappelweg und an der W.-Külzstraße in Lauchhammer ein.

In seinem Ausblick für die kommende Zeit legte der LMBV-Vertreter den Schwerpunkt auf die ab September 2022 vorgesehenen weiteren FGV-Maßnahmen am Restloch Greifenhain und das Sichern der Brückenfeldkippe Sedlitz ab 2023 bis ca. 2026. Der wasserstandsabhängige Ausbau des ersten Teilstücks von 600 Metern des Ableiters vom Sedlitzer See soll ebenfalls ab 2023 erfolgen. Erwähnung fand die fortlaufende Konditionierung in der Restlochkette, hier zunächst wieder im Partwitzer See.

Für das Sichern der Inseln im Senftenberger See benannte G. Richter zunächst zwei prioritäre Abschnitte ab dem Winter 2024/25, für die die LMBV demnächst in die weitere Behördenbefassung gehe. Mit Rüttelstopfarbeiten sollen an der L 60 die Grundlagen für ein Brückenbauwerk über den Ableiter der Schwarzen Keute gelegt werden. Derzeit existiert dort eine Umfahrung.

Impressionen aus der Stadthalle


Bauwerke des Bergbausanierers mindern Wasserpegel bei Starkregen in Sachsen

LMBV trägt im Rahmen der bergbaulichen Sanierung zum Hochwasserschutz bei

Leipzig. Als Bergbausanierer wird die LMBV vielfach zum „Seenmacher“, der Hochwasserschutz gehört nicht zu ihren ursprünglichen Aufgaben. Eigentlich. „Bei einzelnen Projekten trägt die LMBV durch ihre Arbeit jedoch aktiv zum Hochwasserschutz bei“, hebt Gunnar John, Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV, hervor. „Von Seiten des Bundes wurden bzw. werden über die LMBV allein südlich von Leipzig 90 Millionen Euro zu hochwasserrelevanten Sachverhalten bereitgestellt.“ Das Geld wurde und wird für verschiedene Projekte eingesetzt. „Entsprechend der bergrechtliche Verpflichtung wurde beispielsweise der Zwenkauer See zu einem Landschaftssee mit Hochwasserspeicherfunktion ausgebaut,“ ergänzt Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung. „Bereits kurz nach Fertigstellung der LMBV-Bauwerke zum Hochwasserschutz bewahrten diese im Juni 2013 die Städte Leipzig und Halle vor einer Überschwemmung.“ Im Zuge der Tagebauaufschlüsse haben einige Fließ- und Standgewässer ihre ursprünglichen Retentionsflächen (Überflutungsflächen) verloren. Kernaufgabe der LMBV ist die Wiedernutzbarmachung eben dieser, vom Bergbau in Anspruch genommenen Flächen. Sie sind derart wieder nutzbar zu machen, dass keine Gefahren für Leben und Gesundheit drohen. Vor diesem Hintergrund finden Maßnahmen zum Hochwasserschutz manchmal Eingang in den Abschlussbetriebsplan einzelner Sanierungsprojekte.

Die LMBV kann nur im Hochwasserschutz aktiv werden, wenn im Rahmen des § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung (VA BKS) eine bergrechtliche Verpflichtung gemäß Abschlussbetriebsplan besteht. Auch im Zuge der Bearbeitung der negativen Folgen des Grundwasserwiederanstieges (gemäß § 3 VA BKS) ergeben sich unter anderem Gefahrenabwehrmaßnahmen an Hochwasserschutzanlagen Dritter (z. B. Speicher Borna), welche dann freiwillig anteilig von Bund und dem jeweiligen Bundesland finanziert werden. Die LMBV ist bei diesen Maßnahmen Projektträger im Auftrag der Finanziers.

Grundsätzlich berücksichtigt die LMBV bei allen wasserwirtschaftlichen Maßnahmen den Hochwasserschutz als Planungsrandbedingung und geht bei der Bemessung von einem, statistisch gesehen, alle 100 Jahre auftretenden Hochwasserereignis aus. In Mitteldeutschland gibt es mehrere Objekte, die zum Hochwasserschutz beitragen: der Zwenkauer See, die Vorflut Gösel, das Speicherbecken Borna sowie geplante Fließgewässerbearbeitungen am Lober-Leine-Kanal im Bereich des ehemaligen Tagebaugebietes Goitsche-Holzweißig-Rösa.

Landschaftssee mit Hochwasserspeicherfunktion – Zwenkauer See

Der Zwenkauer See bildet im Vergleich zu den anderen Bergbaufolgeseen eine Ausnahme. Durch den Tagebaubetrieb gingen umfangreiche Hochwasserrückhalteräume der Weißen Elster in der südlichen Elsteraue verloren. Damit fand der Hochwasserschutz bereits im Regionalplan, den Braunkohlenplänen und letztendlich bei der Aufstellung des Abschlussbetriebsplanes im Jahr 1999 Berücksichtigung. Der Zwenkauer See wurde durch die LMBV als Landschaftssee mit Hochwasserspeicherfunktion hergestellt. Im Ernstfall wird über das Hochwasserentlastungsbauwerk (HWE) Zitzschen das Wasser aus der Weißen Elster in den Zwenkauer See geleitet. Der See besitzt eine Staulamelle von knapp 2 Metern und kann dadurch ein Volumen von 18,5 Millionen Kubikmetern Wasser zwischenspeichern. Ist das Hochwasserereignis vorüber, wird das aufgenommene Wasser aus dem Zwenkauer See über den Betriebsauslass Weiße Elster kontrolliert wieder in den Fluss abgegeben. Bereits kurz nach Fertigstellung des Bauwerkes am 8. Mai 2013 folgte die Feuertaufe: Im Juni 2013 wurden über das Hochwasserentlastungsbauwerk 130 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abgeleitet und in Summe 23 Millionen Kubikmeter Wasser zurückgehalten. Da sich der See damals noch in Flutung befand, konnte einmalig mehr Wasser aufgenommen werden.

Veränderte Fließgewässer – Die Vorflut der Gösel und der Lober-Leine-Kanal

Während der Zeit des aktiven Braunkohlenbergbaus wurden viele Flussläufe verlegt, um das Abbaufeld zur Braunkohlegewinnung vorzubereiten. Das betraf auch den Göselbach, der durch das Revier des ehemaligen Tagebaus Espenhain führte. Die LMBV hat als Sanierungsverpflichtung die Hochwassersicherheit der verlegten Gösel sowie des Altlaufs herzurichten. 

Dazu soll die Gösel als Zulaufgewässer in den Störmthaler See eingebunden werden. Der dafür bislang vorgesehene Bereich wurde jedoch durch die Hochwässer 2010 und 2013 so stark verändert, dass die ursprüngliche Planung nicht mehr umsetzbar ist. Ziel der aktuellen Arbeit ist es deshalb, Möglichkeiten einer nachhaltigen Umgestaltung des Resteinzugsgebietes des Göselbaches zu sondieren, damit ein ausgeglichener Wasserhaushalt hergestellt werden kann.

Ähnlich ist die Situation am Lober-Leine-Kanal in Sachsen-Anhalt. Die Bäche Lober und Leine hatten das für den Aufschluss des ehemaligen Tagebaus Goitsche vorgesehene Feld gequert. Deshalb wurde ein 14 Kilometer langer Kanal gebaut. Seit 1951 leitete er das Wasser beider Bäche direkt in die Mulde ab. Das künstlich angelegte Gewässer wurde bei den verheerenden Hochwasserereignissen im August 2002 und im Juni 2013 großflächig zerstört. Die Kanalböschungen wurden 2005 bzw. 2014 wiederhergestellt. Beide Bäche sollen unter Nutzung der Altläufe der Leine in den Seelhausener See eingebunden werden. Die Einbindung der einst verlegten Flussläufe in die neu entstandenen Seen soll Hochwasserschäden in Zukunft verhindern.

Große Stauanlage – Speicherbecken Borna

Südlich von Leipzig wurde der ehemalige Tagebaurestsee bei Borna bereits bis 1977 zu einem Hochwasserrückhaltebecken umgebaut und ist in den Hochwasserschutz der Landestalsperrenverwaltung eingebunden. Das gesamte Speicherbecken hat ein Fassungsvermögen von knapp 100 Millionen Kubikmetern Wasser und ist im Normalfall nur zum Teil gefüllt. So kann es bei Hochwasser 46 Millionen Kubikmeter Wasser aus der Pleiße aufnehmen. Es dient zudem der Regulierung des Wasserstandes der Pleiße bei Niedrigwasser. 

Bei einer Gefährdungsanalyse im Zusammenhang mit dem nachbergbaulichen, natürlichen Grundwasserwiederanstieg wurden Standsicherheitsdefizite für den Lastfall „Verflüssigung“ für Böschungen und die Innenkippe ermittelt. Eine wirksame Gefahrenabwehr ist nur durch eine geotechnische Sanierung möglich. Die Planung dazu startete im Jahr 2016. Die Arbeiten zur Sanierung laufen über die LMBV als Projektträger.

Kernaufgabe der LMBV ist und bleibt es, die mit der politischen Wende nicht privatisierungsfähigen Tagebaue des Braunkohlenbergbaus entsprechend den bergrechtlichen Verpflichtungen wiedernutzbar zu machen und u. a. Landschaftsseen zu entwickeln. Die Tätigkeit der LMBV ist angesichts von zunehmenden Klimaveränderungen und Starkregenereignissen von hoher Bedeutung und leistet mit ihren Bergbaufolgeseen in Mitteldeutschland und der Lausitz einen eigenen Beitrag zum Schutz der Regionen. Dies konnte wie bereits erläutert beim Schutz vor Hochwasser in der Metropole Leipzig und Halle im Jahr 2013, der Niedrigwasseraufhöhung der Spree durch Wasserabgaben aus LMBV-Bergbauspeicher in den Trockenjahren 2018 bis 2020 sowie die Hochwassersituation in Ostsachsen im Juli 2021 eindrucksvoll untersetzt werden.

Hochwasserentlastungsanlage am Südwestufer des Zwenkauer Sees (Foto: LMBV/Christian Bedeschinski)


Ausschreibung zur Fallwildsuche aufgrund der afrikanischen Schweinepest in der Lausitz

Suche von erkrankten oder verendeten Wildschweinen bzw. Kadavern soll in den Eigenjagdbezirken unterstützt werden

Senftenberg. Die LMBV hat kürzlich eine Ausschreibung zur Fallwildsuche aufgrund der afrikanischen Schweinepest auf Flächen in einer Größenordnung von mehr als 2.200 Hektar gestartet. Die Suche von erkrankten oder verendeten Wildschweinen/Kadavern soll dabei in den Eigenjagdbezirken der Tagebaubereiche

  • Nochten (ca. 337 ha),
  • Burghammer (ca. 152 ha),
  • Lohsa/Dreiweibern (ca. 176 ha)
  • Scheibe (ca. 160 ha)
  • Spreetal (ca. 833 ha)
  • Bärwalde (ca. 165 ha)
  • Knappenrode (ca. 60 ha)
  • Heide VI (ca. 45 ha)
  • Laubusch/Erika-See (ca. 25 ha)
  • Seenkette (ca. 253 ha)

umgesetzt und unterstützt werden.

Die Laufzeit dieses Vertrages soll am 01.05.2022 beginnen und am 31.12.2022 enden. In der Kurzbeschreibung der Leistung heißt es: es gehe um Dienstleistungen in der Forstwirtschaft sowie die Fallwildsuche in Ostsachsen in den Landkreisen Bautzen und Görlitz sowie die Suche von erkrankten oder verendeten Wildschweinen/Kadavern in den Eigenjagdbezirken der Tagebaubereiche Nochten, Burghammer, Lohsa/Dreiweibern, Scheibe, Spreetal, Bärwalde, Knappenrode, Heide VI, Laubusch/Erika-See, Seenkette. Auch bisher erfolgen solche Leistungen bereits durch die LMBV-Abteilung Umweltschutz|Rekultivierung, Jagdpächter und beauftragte Dritte.


Bergbausanierer unterstützt Klima-Dialog zur Generationengerechtigkeit in Leuna

Leuna. Die LMBV unterstützte am 31. Oktober 2021 in Leuna ein Bildungsprojekt von jungen Menschen für junge Menschen. Die Stuttgarter Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen (SRzG) hatte deutschlandweit zu einem so genannten Walkshop von Leipzig durch den Auwald vorbei am Wallendorfer und Raßnitzer See nach Frankleben am Geiseltalsee eingeladen. Im Rahmen der zweitägigen Wanderung über knapp 45 Kilometer erhielten die 22 Teilnehmer die unterschiedlichsten Informationen per Podcast oder Vortrag. Nach dem experimentellen "Lernen beim Gehen" fanden jeweils am Abend so genannte Klima-Dialoge statt, bei denen Experten aus Politik, Forschung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft die verschiedenen Facetten der Klimakrise beleuchteten. Das Thema des ersten zweistündigen Klima-Dialogs war "Landschaftsveränderungen durch Kohlebergbau", am zweiten Abend ging es um den "Kohleausstieg und Strukturwandel".

An der ersten abendlichen Bildungsveranstaltung nahm Gunnar John, Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV, teil. Im Podium vertreten waren weiterhin apl. Prof. Wolfgang Gossel, Senior Scientist in Hydrogeology an der Martin Luther University of Halle-Wittenberg, Dr. Christoph Gerhards, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Center for Economics of Materials in Halle/Saale und Mitglied bei Scientists for Future, Martina Hoffmann, Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen für die Landesfachgruppe Energie und Ökologie in Sachsen-Anhalt und Mitglied im Kreistag Saalekreis, und Erik Butter, Klimapolitischer Sprecher bei Greenpeace Leipzig.

Im Rahmen der Podiumsdiskussion wurde erörtert, inwieweit die ostdeutsche Landschaft von der Braunkohleförderung beeinträchtigt wurde und inwiefern Ewigkeitslasten für zukünftige Generationen verbleiben. Gunnar John stellte sich der Diskussion mit den angehenden Umweltmultiplikatoren und legte dar, welche aufwändigen Maßnahmen die LMBV und ihre Rechtsvorgänger in den letzten drei Jahrzehnten unternommen haben, um die vom Bergbau in Anspruch genommenen Flächen wieder dauerhaft nutzbar zu machen. Allein für den ehemaligen Tagebau Mücheln wurden dafür bislang 335 Mio. € im Rahmen der bergrechtlichen Sanierung investiert.

Für den Natur- und Artenschutz sind die Bergbaufolgelandschaften aufgrund ihrer Großflächigkeit, Ungestörtheit, Unzerschnittenheit, Nährstoffarmut und seltenen Lebensräume bedeutsam. Auf Flächen der ostdeutschen Braunkohlensanierung wurden insgesamt über 36.000 ha - das sind ein Drittel der LMBV-Flächen - mit Schutzkategorien versehen. Im Einzelnen sind dies 28 Fauna-Flora-Habitat-Gebiete, 17 Europäische-Vogelschutz-Gebiete (SPA) und 32 Naturschutzgebiete.

Hintergrund:

Die Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen, ist eine advokatorische Denkfabrik an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik und gilt laut Wirtschaftswoche als „bekanntester außerparlamentarischer Thinktank in Sachen Generationengerechtigkeit“. Sie wurde 1997 von einer überparteilichen Allianz fünf junger Menschen im Alter von 18 bis 27 Jahren ins Leben gerufen und kämpft seitdem für Generationengerechtigkeit und Nachhaltigkeit in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die SRzG hat besonderen Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der UN (ECOSOC) und nimmt seit vielen Jahren an den UN-Klimakonferenzen teil. Vertreterinnen und Vertreter der SRzG trugen dazu bei, dass der Begriff Generationengerechtigkeit bzw. „intergenerational equity“ ins Pariser Klimaabkommen aufgenommen wurde.

Impressionen von der Veranstaltung (Fotos: LMBV / Claudia Hermann)