LMBV erneut im Gespräch mit dem Vorstand des Aktionsbündnisses Klare Spree

Erfahrungsaustausch bei Arbeitstreffen am 21. Dezember 2021 in Senftenberg

Senftenberg. Der Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny, empfing am 21. Dezember 2021 den Vorstand des Aktionsbündnisses Klare Spree e.V. (ABKS) zu einem ersten persönlichen Gespräch. Im Vorfeld hatten die Vertreter des Aktionsbündnisses Klare Spree der LMBV einen Fragen- und Forderungskatalog übergeben. Im vertrauensvollen Dialog wurden erneut vielzählige beiderseits interessierende Fragen besprochen, darunter die ABKS-Forderung, dass die Spree und ihre Nebenflüsse insgesamt sauberer werden mit dem Ziel von 1,8 mg/l Eisen gemäß Oberflächengewässerverordnung. Für Trinkwasserentnahmestellen fordert das ABKS für Sulfat die Einhaltung eines Grenzwertes von 220 mg/l an Entnahmestellen für die Trinkwasseraufbereitung.

LMBV zum Einhalten von Richt- und Grenzwerten: Der gemäß Oberflächengewässerverordnung (OGewV) ökologisch begründete Orientierungswert als Immissionswert der Eisen-gesamt-Konzentration von jahresdurchschnittlich ≤ 1,8 mg/L entspricht den Zielvorgaben der Europäischen Wasser-rahmenrichtlinie (EG-WRRL) für einen guten ökologischen Zustand bzw. für das gute ökologische Potential bei stark anthropogen (hier: bergbaulich) beeinflusste Oberflächenwasserkörper (OWK) der Fließgewässer. Zielstellung der bergbaulichen Sanierungstätigkeit der LMBV ist, dass Eisen kein begrenzender bzw. limitierender, allgemein physikalisch-chemischer Parameter (ACP) für die Zielerreichung eines guten ökologischen Potentials gemäß § 27 WHG darstellt und somit die Ziele zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) langfristig erreichbar sind.

Der Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 250 mg/L in den Wasserwerken Briesen und Berlin-Friedrichshagen wird eingehalten, selbst in den Trockenjahren 2018 bis 2020 lagen keine Überschreitungen der Sulfatkonzentrationen im Reinwasser vor. Das LBGR hat aktuell keine Gefährdungssituation für das WW Briesen festgestellt. Derzeit regelt der Bewirtschaftungserlass Sulfat (Spree) des Landes Brandenburg, dass bei Überschreitung von 280 mg/l am Pegel Neubrück an mehr als 328 Tage im Jahr (90%-Quantil) durch das LBGR geprüft werden muss, welche Maßnahmen zur Vermeidung einer Beeinträchtigung der Trinkwasserversorgung geeignet, angemessen und erforderlich sind. Dies ist nach Auffassung der LMBV ausreichend. Prognostisch wird ein Rückgang der Sulfatkonzentration in der Spree infolge des Rückgangs der Einleitmenge von Sümpfungswasser der LEAG erwartet.

Das Spreegebiet Nordraum ist innerhalb der betriebsbedingten GW-Absenkungstrichter ehemaliger Braunkohletagebaue (hier: Schlabendorf, Seese, Gräbendorf und Greifenhain) im Verantwortungsbereich der LMBV, durch einen flächenhaften, diffusen Stoffeintrag (Eisen und Sulfat) dominant geprägt bzw. gekennzeichnet. Dieser bergbaubedingte, diffuse Stoffeintrag über die GW-Leiter in die Oberflächengewässer (Exfiltration) erstreckt sich auf einer Fläche von ca. 1.300 km² und auf Fließgewässer-abschnitte von ca. 100 km im revierbezogen, nördlichen EZG der Spree.

In Bezug auf die aktuelle Einordnung bzw. Akzeptanz von Ewigkeitslasten (hier: “Beendigung der Fiktion zur Endlichkeit der Bergbausanierung gegenüber den Finanziers – Bund und ostdeutschen Braunkohleländern“) ist die langfristige Umsetzung von “Quellbehandlungsmaßnahmen“ im Kontext bzw. im Rahmen der Zielerreichung der Vorgaben bzgl. der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) einzuordnen. Diesbezüglich vorgesehene Maßnahmen sind dabei bereits planerisch, im Abgleich zwischen Erforderlichkeit, Geeignetheit und Angemessenheit, i. S. der Planrechtfertigung und Verhältnismäßigkeit insgesamt abzuwägen und ggf. nach dem “Stand der Technik“ im Rahmen der Braunkohlesanierung einzuordnen bzw. umzusetzen.

Laut ABKS und LMBV können die hohen Eiseneinträge in der Spreewitzer Rinne nur durch eine Dichtwand an Lohsa II entscheidend gesenkt werden. Die Errichtung der Dichtwand sollte auf Forderung des ABKS schnellstens umgesetzt werden, zumal dies auch eine erhebliche Kostenreduzierung für den Betrieb der Wasserbehandlungsanlagen in Ostsachsen und die Bewirtschaftung der Talsperre Spremberg bewirke.

LMBV-Planung einer Dichtwand am Speicher Lohsa II: Im Jahr 2021 wurden in Vorbereitung des bergrechtlichen Planfeststellungsverfahrens (PFV) mit dem Verfahrensführer (OBA), Inhalte und Untersuchungsumfänge für die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), u. a. für das Vorhaben 1 (“Errichtung Dichtwand am Nordostufer des SB Lohsa II“) abgestimmt und das Scoping-Verfahren mit dem Unterrichtungsschreiben des OBA zum Untersuchungsrahmen vom 10.12.2021 abgeschlossen. Im Rahmen der TöB-Beteiligung durch das OBA wurde auch das ABKS, über das LBGR Brandenburg angehört und hat eine Stellungnahme diesbezüglich abgegeben. Es zeichnen sich derzeit keine außergewöhnlichen Hemmnisse für das PFV ab.

Im Rahmen der Zeitschienen für die UVP, Ing.-techn. Planungen, Antragstellung und Genehmigungszeitraum für das PFV ergeben sich bis hin zum Planfeststellungsbeschluss (PFB) aus heutiger Sicht, keine wesentlichen Einsparpotentiale. Auch im Rahmen der Ausführungsplanung, vorbereitender Leistungen sowie der Geräteverfügbarkeit und -ertüchtigung (d. h. Schlitzfräsgeräte der LE-B) ist das Beschleunigungspotential marginal. In der Realisierungsphase (ca. 8 Jahre) gäbe es aus heutiger Sicht u. U. Optionen, die bauzeitverkürzend aktivierbar sein könnten.

Nach heutigem v. g. Planungsstand der LMBV könnten die Fräsarbeiten in 2028 mit dem ersten Schlitzfräsgerät (SFG) beginnen und in 2030, das zweite SFG folgen. Die Zeitschiene im Vorhaben 1 korreliert mit dem aktualisierten Revierkonzept der LEAG (LE-B), bzgl. der Fertigstellung der Dichtwände an den Tagebauen Reichwalde (2026) und Welzow (2028) zzgl. jeweils ein Jahr, für die Grundinstandsetzung (GI) der SFG.

Auswirkungen des Kohleausstiegs: Die schrittweise Einstellung der Sümpfungsmaßnahmen der LEAG und die in diesem Zusammenhang stehende rückläufige Einleitmenge der gereinigten Sümpfungswässer in die Vorfluter hat künftig einen Einfluss auf den Wasserhaushalt in der Lausitz. Die Bilanzierung sowie die Abschätzung der Auswirkungen erfolgt im Rahmen der in Bearbeitung befindlichen Studie des Umweltbundesamtes zu den „Wasserwirtschaftlichen Folgen des Braunkohleausstiegs in der Lausitz“. Die LMBV ist im Projektbeirat dieser Studie vertreten.

Die LMBV ist zudem Mitglied in der länderübergreifenden Arbeitsgruppe Flussgebietsbewirtschaftung Spree - Schwarze Elster - Lausitzer Neiße und in diesem Rahmen aktiv vertreten in den Arbeitskreisen Wassermenge, Wasserbeschaffenheit, Hochwasserschutz, Extremsituationen sowie in den Unterarbeitsgruppen Eisen- und Sulfatmonitoring, Braunkohleausstieg und in der Expertengruppe Klima/Klimawandel.

Die Flutungszentrale der LMBV koordiniert die länderübergreifende Flussgebiets-bewirtschaftung im Lausitzer Bergbaurevier in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden. Hierbei erfolgt u. a. die wöchentlichen Abstimmungen zur aktuellen Wassermengensteuerung zwischen der Flutungszentrale der LMBV und den Landesbehörden, einschließlich des LfU und der LTV.

LMBV-Lösungen für Eisenhydroxidschlamm-Verbringen: Im Ergebnis der Prüfung alternativer Verbringungswege zur derzeitigen kostenintensiven EHS-Verwertung über Entsorgungsfachbetriebe wird die Alternative der Verspülung von EHS in Bergbaufolgeseen derzeit nicht weiterverfolgt. Die LMBV favorisiert daher als „Ultima Ratio“, die Errichtung einer eigenen EHS-Monodeponie am Standort Kostebrau im Bundesland Brandenburg. Die technische und genehmigungsrechtliche Machbarkeit wurde mit positivem Ergebnis geprüft und liegt als Machbarkeitsstudie vor.

Im Rahmen des Akzeptanzmanagements wurde vonseiten der LMBV, in Vorbereitung der konkreten standortbezogenen Planungen ab 2022 sowie der TöB-Beteiligung im Genehmigungsverfahren, eine erste Informationsveranstaltung mit dem Landrat des Landkreises OSL, den betroffenen Stadtverordneten von Lauchhammer und Vertretern der Gemeinde Schipkau am 05.10.2021 im Kulturhaus Klettwitz durchgeführt.

Sowohl der Vorstand des Aktionsbündnisses Klare Spree als auch die LMBV haben vereinbart, ihre Gespräche auch in Zukunft konstruktiv fortzusetzen. An dem Gespräch am 21.12.21 haben Dr. rer. nat. Klaus-Peter Schulze, Winfried Böhmer, Dieter Perko, MdL Isabell Hiekel und Edelbert Jakubik (v.l.n.r.) sowie für die LMBV Dirk Sonnen, Bernd Sablotny, Sven Radigk und Katja Kunze teilgenommen.

Fotos: Steffen Rasche für LMBV


LMBV-Eisenminderungsanlage an der Spree in Ostsachsen

Eisenminderung an der Ruhlmühle 


Baustellenschild für das Errrichten der MWBA Ruhlmühle

LMBV-Bautafel am Altarm der Spree


MWBA der LMBV bei Neustadt (Spree)

LMBV-Anlage bei Neustadt an der Spree


LMBV-Medieninformation 43/2021: Erfolgreiches Fluten der Lausitzer Bergbaufolgeseen in 2021

Neuer Leiter der LMBV-Flutungszentrale Lausitz mit Maik Ulrich

Senftenberg. Die LMBV kann auf ein erfolgreiches Flutungsjahr 2021 zurückblicken. Bis zum 17.12.2021 konnten schon mehr als 130 Mio. Kubikmeter zum Auffüllen von Bergbaufolgeseen sowie deren Nachsorge in der Lausitz aus den Vorflutern genutzt werden.

Zum Vergleich: In den drei vorangegangen Trockenjahren konnte bedeutend weniger Vorflutwasser zur Flutung genutzt werden: 2018 kamen nur 58 Mio. Kubikmeter zusammen. 2019 summierten sich die Abnahmen auf etwa 78 Mio. Kubikmeter und 2020 auf 63 Mio. Kubikmeter. Die Spree lieferte in 2021 den Löwenanteil mit einem Volumen von rund 93 Mio. Kubikmeter, gefolgt von 21 Mio. Kubikmetern aus der Schwarzen Elster und 18 Mio. Kubikmetern aus der Lausitzer Neiße.

Hauptabnehmer waren der LMBV-Speicher Lohsa II mit 38 Mio. Kubikmeter sowie der Bärwalder See mit 19 Mio. Kubikmeter. Im Bernsteinsee sorgte die Durchleitung von 15 Mio. Kubikmeter für die Verbesserung und Stabilisierung der Wasserbeschaffenheit. Im Herzen des Lausitzer Seenlandes wurde der schon touristisch genutzte Geierswalder See mit 13 Mio. Kubikmeter aus der Schwarzen Elster gespeist, von denen 4,4 Mio. Kubikmeter zum Sedlitzer See weitergeleitet wurden.

Der Sedlitzer See ist seit Sommer 2020 der Flutungs-Schwerpunkt in Brandenburg. Mit 28 Mio. Kubikmeter aus Spree und Neiße und weiteren 12 Mio. Kubikmeter aus den benachbarten Bergbaufolgeseen konnte der für die Fortsetzung der Sanierung dringend benötigte Wasserspiegelanstieg von 94,9 auf 97,4 m NHN erreicht werden. Rund 6,6 Mio. Kubikmeter standen zur Stützung des Großräschener Sees in 2021 zur Verfügung.

Die LMBV nimmt jedoch in ihre Bergbaufolgegewässer nicht nur Wasser auf, sondern gibt auch einen Großteil in Trockenzeiten wieder an die Flüsse und Fließe ab: 2017 waren dies 139 Mio. Kubikmeter; 2018 noch 106 Mio. Kubikmeter; 2019 etwa 78 Mio. Kubikmeter und 2020 wiederum 80 Mio. Kubikmeter. In diesem Jahr konnten bisher 54 Mio. Kubikmeter wieder dem Spreegebiet, 31 Mio. Kubikmeter dem Elstergebiet und 7,5 Mio. Kubikmeter dem Neißegebiet zur Verfügung gestellt werden (in Summe 2021 92,5 Mio. Kubikmeter) .

Mit dem Ausscheiden in den Ruhestand von Doris Mischke, die die Flutungszentrale Lausitz viele Jahre erfolgreich geführt hat, übernimmt zum 1. Januar 2022 Maik Ulrich die Leitung dieses Fachreferats in der LMBV. Er arbeitete zuvor 16 Jahre in der Landestalsperrenverwaltung (LTV) des Freistaates Sachsen als ausgebildeter Hydrologe. Sein Aufgabengebiet umfasste die Bewirtschaftung der Talsperren Bautzen und Quitzdorf sowie die Flussgebietsbewirtschaftung der Spree und Schwarzen Elster. Als Vertreter der LTV in den länderübergreifenden Gremien kennt er die Aufgaben der LMBV sehr genau und wird mit seiner Erfahrung das Unternehmen bereichern.

Hintergrund zur LMBV: Im Jahr 2021 wird die LMBV als Bergbausaniererin im Osten Deutschlands insgesamt Leistungen in einem Finanzierungsumfang von ca. 258 Mio. € erbracht haben. In den Maßnahmen nach § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung werden das ca. 195 Mio. €, für die Maßnahmen nach § 3 des Verwaltungsabkommens ca. 48 Mio. € und für die Maßnahmen entsprechend § 4 ca. 15 Mio. € sein. Im Bereich Kali-Spat-Erz wird das Unternehmen bis zum Jahresende 2021 Verwahrungsleistungen in Höhe von etwa 22 Mio. € realisieren.


Ein friedvolles Weihnachtsfest 2021 und alles Gute zum Jahreswechsel

Bitte beachten Sie die Betriebsruhe der LMBV zwischen den Feiertagen!

Senftenberg | Leipzig | Sondershausen. Die LMBV wünscht Ihnen, Ihren Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und Ihren Familien ein ruhiges und friedvolles Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr. Bleiben Sie alle gesund!

Auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im Jahr 2022 freut sich auch die LMBV-Unternehmenskommunikation, die in der Corona-Pandemie - wie viele von Ihnen auch - weitestgehend mobil arbeitet.

Bitte beachten Sie, dass entsprechend den aktuellen Entwicklungen und
den tariflichen Vereinbarungen zwischen den Feiertagen Betriebsruhe bzw. vor und danach weitestgehend mobiles Arbeiten für die LMBV-Mitarbeiter vereinbart ist und die LMBV und ihre Mitarbeiter regulär damit nur bis zum 23.12.2021 und erst wieder ab dem 03.01.2022 in der Regel erreichbar sind.

In Havariefällen ist der jeweilige Diensthabende der LMBV unter der bekannten Notfall-Nummer 01801 142 222 zu erreichen.


LMBV erläutert Untersuchungsstand an bergtechnisch gesperrter Bundesstraße bei Sedlitz

Zielstellung bleibt: die bergtechnische Sicherung der Strecken, einschließlich der Nebenarbeiten, soll im Frühjahr 2022 abgeschlossen sein

Senftenberg. Der zuständige Prokurist und Sanierungsbereichsleiter Lausitz, Gerd Richter, hat kürzlich am Sitz der LMBV gegenüber regionalen Medienvertretern auf Nachfrage die Situation an der gesperrten Bundesstraße 169 bei Sedlitz Stellung genommen.

In der 49. KW hatten die auftragnehmenden Firmen im Auftrag der LMBV bereits 84 Such-, Verwahr- und Kontrollbohrungen niedergebracht. In Interviews mit dem RBB TV sowie Seenluft24 erläuterte G. Richter die zwischenzeitlich vorgenommenen Verwahr- und Kontrollbohrungen, die im Bereich der Straße im Auftrag der LMBV abgeteuft wurden.

Bis Weihnachten 2021 seien noch weitere vier bis sechs Kontrollbohrungen vorgesehen und umzusetzen, ggfs. müssen im Januar noch ergänzende Kontrollbohrungen niedergebracht und verwahrt werden. Dies sollte auch unter widrigen Winterbedingungen möglich sein.

Die Bohrungen werden anschließend ausführlich dokumentiert und vom beauftragten Sachverständigen bewertet. Sofern keine weiteren Bohrungen nötig sind, wird dann umgehend die Abschlussdokumentation erstellt und an das zuständige LBGR übergeben und auch der Landesbetrieb Straßenwesen informiert. Abschließend ist an den Bohrstellen dann noch die Fahrdecke entsprechend auszubessern.

Zielstellung beleibt: die bergtechnische Sicherung der Strecken, einschließlich der Nebenarbeiten, soll – wie bisher kommuniziert – im Frühjahr 2022 abgeschlossen sein. (Stand 10.12.21)

Update: Bei den in der 50. KW umgesetzten 85. und 86. Bohrungen wurde nach Bohrspülverlusten erneut ein etwa zwei mal zwei Meter großer unterirdischer Hohlraum an der B 169 angetroffen. Dieser Hohlraum wurde zwischenzeitlich versetzt und das Versatzmaterial muss nun 28 Tage aushärten. Im Januar 2022 muss auch hierzu noch der Verwahrerfolg nachgewiesen werden. (Stand 16.12.21)

LMBV mit F. Richter im Seenluft24-Interview
Seenluft24-Repoter Fred Vorkefeld im Interview mit Gerd Richter


Erkundung und Ursachenermittlung im Bereich Störmthaler Kanal sind Zielstellungen für das kommende Jahr

Leipzig/Markkleeberg. Die Gefahr eines unkontrollierten Wasserabflusses aus dem Störmthaler See in den Markkleeberger See konnte durch die Errichtung der Spundwandriegel erfolgreich gebannt werden, dennoch ist die geotechnische Situation an den Seitenböschungen unterhalb der Kanuparkschleuse unverändert. Aus diesem Grund werden sich die LMBV-Arbeiten auf die Erkundung und die Ursachenermittlung konzentrieren:

  • Die Vorbereitungen für die Erkundung des Untergrundes per Drucksondierung begannen nach dem Ende der Sicherungsmaßnahme am 30. September 2021.
  • Die Leistung wird im Laufe des nächsten Jahres umgesetzt werden. Sie dient der weiteren Aufklärung der geotechnischen Situation.
  • Zur kontinuierlichen Überwachung von potenziellen Gefährdungen läuft das umfassende geotechnische Monitoring durchgehend weiter.
    Sowohl die Erkundungs- als auch die Monitoring-Ergebnisse werden in die Untersuchung zur Ursachenermittlung einfließen. Das entsprechende Gutachten soll bis Ende 2022 vorliegen. Erst danach können Zeit- und Kostenrahmen für die erforderlichen Maßnahmen eingeschätzt werden.
  • In Abstimmung mit dem Sachverständigen für Geotechnik wird derzeit die Errichtung eines Stützkörpers aus Wasserbausteinen an den Seitenböschungen unterhalb der Kanuparkschleuse vorbereitet, damit die geplante Reduzierung des hydraulischen Gefälles im anstehenden Böschungsbereich durch die Anhebung des Wasserspiegels im unteren Vorhafen auf maximal +115,0 m NHN standsicher durchgeführt werden kann.

Hintergrund:
Nachdem im März 2021 im Rahmen des regulären LMBV-Monitoring-Programms Böschungsschäden und Rissbildungen nahe der Kanuparkschleuse – ein Kompaktbauwerk mit integrierter Seeentlastungsfunktion im Leipziger Südraum – bekannt geworden waren, veranlasste die LMBV Sofortmaßnahmen zur geotechnischen Sicherung: Zunächst wurde ein Absperrbauwerk mit zwei Spundwänden auf der Störmthaler Seeseite errichtet. Es folgte der Bau von drei Spundwänden auf Markkleeberger Seeseite, die für die Wasserregulierung perspektivisch zur Kaskade (siehe Infografik im Anhang) eingestaut werden. Die notwendige Ableitung des Überschusswassers vom Störmthaler in den Markkleeberger See wurde auf eine Heberleitung umgestellt. Die Bauabnahme für die temporären Sicherungsbauwerke im Störmthaler Kanal erfolgte am 30. September 2021.
Teile der Wirtschaftswege entlang des Kanals wurden auf die ehemaligen Baustraßen umverlegt, die Rundwege sind seit September 2021 wieder für Fußgänger und Radfahrer nutzbar. Die Stadt Markkleeberg veranlasste die entsprechende Beschilderung.
Die Kosten für die Sofortmaßnahme belaufen sich auf rund 3 Mio. Euro.

Infografik:
Schematische Darstellung des Störmthaler Kanals mit Sicherungsbauwerken unter- und oberhalb der Kanuparkschleuse im Endzustand, die Wasserkaskaden im Unterwasser werden noch hergestellt; nicht maßstäblich

Störmthaler Kanal mit Sicherungsbauwerken unter- und oberhalb der Kanuparkschleuse

Download Infografik

Infografik Störmthaler Kanal


Überleiter 3a im Lausitzer Seenland fertiggestellt

Verbindung zwischen Neuwieser und Blunoer Südsee funktionstüchtig

Der Überleiter 3 a zwischen dem Blunoer Südsee und dem Neuwieser See ist Ende Oktober fertiggestellt worden. „Im Herbst konnten wir erfolgreich den Funktionstest der Stemmtore durchführen, sodass die VOB-Abnahme erfolgen konnte“, erklärt Projektmanager Steffen Kowalick. Der Überleiter 3a ist mit 40 Metern der Kürzeste im gesamten Lausitzer Seenland, die Länge der Brücke beträgt rund 27 Meter .
Der Überleiter 3a mit seinem Absperrbauwerk ermöglicht künftig als hydraulische Verbindung, Wasser vom Sabrodter See über den Blunoer Südsee zum Neuwieser See durch den Kanal strömen zu lassen oder das Wasser bei geschlossenem Stemmtor im Absperrbauwerk über den Sabrodter und Bergener See zu schicken. Aber auch wassertouristische Aspekte wurden beim Bau berücksichtigt. Mittelfristig wird der Kanal schifffahrtstechnisch ausgestattet.
Die künftige Kanalbrücke mit einer Fahrbahnbreite von 3,50 Meter wird auch nach ihrer Vollendung zunächst für die Öffentlichkeit gesperrt bleiben. Denn sowohl an den Bergbaufolgeseen als auch auf der Spreetaler Innenkippe stehen noch umfangreiche Sanierungsarbeiten der LMBV an.

Blick auf Überleiter 3a zwischen Neuwieser See und Blunoer Südsee


Umspannwerk Casel und ehemalige 6/30 kV-Freileitungstrasse zurückgebaut

Bergaufsicht für das Umspannwerk und die Freileitung endet nach § 69 Abs. 2 BBergG

Senftenberg | Drebkau. Die Bergaufsicht für das LMBV-Umspannwerk Casel und die ehemalige 6/30 kV-Freileitungstrasse endet mit dem heutigen Datum.

Das im Land Brandenburg am Rande der Gemeinde Casel befindliche Umspannwerk (UW) Casel diente ab 1983 vorrangig der Stromversorgung der Tagebaugeräte und Anlagen des ehemaligen LMBV-Tagebaues Gräbendorf. Mit der Stilllegung dieses Tagebaues wurde das UW Casel im 2. Halbjahr 2013 außer Betrieb genommen.

Der vollständige ober- und unterflurige Objektrückbau sowie die Aufnahme und Entsorgung von Flächenversieglungen und vorhandenen Abfallablagerungen erfolgten über die „Abänderung 01/15 „Abbruch von Anlagen der Stromversorgung und Wiedernutzbarmachung der Oberfläche vom Umspannwerk Casel und der ehem. 6/30 kV-Freileitungstrasse“ zum Sonderbetriebsplan Übergeordnete Stromversorgung Tagebau Greifenhain und Gräbendorf zugehörig zum Abschlussbetriebsplan Tagebau Gräbendorf.“

Durch die LMBV mbH wurde das Ing.-Büro pro terra Cottbus mit der Planung des Rückbaues des UW Casel sowie mit der Bauüberwachung beauftragt. Der Rückbau wurde durch die REA GmbH Koalick aus Drebkau im Zeitraum von 05/2016 bis 11/2019 realisiert. Ökologisch wurde die Abbruchmaßnahme durch die GMB GmbH begleitet und überwacht. Mit der Abschlußbefahrung vom 8. Dezember 2021 wurde die Bergaufsicht nach § 69 Abs. 2 BBergG für dieses Objekt erfolgreich beendet.

Karte

Hintergrund

Casel lag Mitte des 19. Jahrhunderts inmitten einer für diese Gegend typischen Heide- und Teichlandschaft. Die größten waren der Werg- und der Lug-Teich, die durch den kleinen Fluss Kzschischoka verbunden waren. Im Süden und Osten von Casel erstreckten sich ausgedehnte Waldflächen, der Tannenbusch, die Brandheide und die Große Heide.

Zunächst war der 1935 aufgeschlossene Tagebau Greifenhain bereits in den 1950er Jahren südlich an Casel vorbeigeschwenkt. 1981 ging der Tagebau Gräbendorf nördlich des Ortes in Betrieb. Am westlichen Rand von Casel befanden sich die Tagesanlagen. Nachdem der Abbau zunächst parallel zur Ortslage erfolgte, schwenkte der Tagebau ab 1983 nach Norden. Die Kohle im Tagebau Gräbendorf, in dem erst 1984 die Kohlenförderung begann, lag unter einer nur 20 bis 45 Meter mächtigen Abraumschicht. Im Vergleich zum Tagebau Greifenhain mit seinem bis zu 115 Meter mächtigen Deckgebirge war das verhältnismäßig wenig.

In nur zwei Schnitten gelangten die Abraumbagger zum Ziel: das zweite Lausitzer Kohleflöz In den acht Jahren der Kohlenförderung im Tagebau Gräbendorf wurden insgesamt 36 Millionen Tonnen Rohbraunkohle vor allem in die Kraftwerke nach Lübbenau und Vetschau, aber auch in die Brikettfabriken der Lausitz geliefert. Der drastische Absatzrückgang führte zur Einstellung der Kohlenförderung zum 31. Dezember 1992.

Der Bergbau und die Braunkohlesanierung im Raum Gräbendorf haben die Region zweimal deutlich verwandelt. Aus dem zunächst durch den Abbau völlig überformten vorbergbaulichen Terrain ist durch die Sanierung und Wiedernutzbarmachung eine lebenswerte Bergbaufolgelandschaft geworden. Mit dem aus dem Tagebaurestloch entstandenen See bieten sich Tourismus und Naherholung bislang ungeahnte Perspektiven.

Das schwimmende Haus auf dem Gräbendorfer See und der „Gräbendorfer Garten“, ein Umweltzentrum als Ort der Begegnung zwischen Mensch und Natur am südlichen Ufer des Sees, sind sichtbares Ergebnis des Strukturwandels in der Bergbaufolgelandschaft. Auf dem Gebiet der einstigen Tagesanlagen entstand ein Wassersportzentrum mit einer Ferienhaussiedlung und ein Campingplatz nahe dem Seeufer.

Luftbild von der Ortslage Casel am Gräbendorfer See (Foto: Peter Radke | 2019) sowie Blick auf das ehemalige Umspannwerk bei Casel


Zwei Drittel der von der LMBV zu behandelnden Böden im Industriepark Schwarze Pumpe sind gereinigt

Senftenberg | Schwarze Pumpe. Anfang Januar 2022 wird die „ARGE Vakuumthermische Reinigungsanlage und Bodenaustausch“ in Schwarze Pumpe erfolgreich den 100. Spundwandkasten im Aushubbereich im Auftrag der LMBV realisieren, so Prokurist Gerd Richter, LMBV-Bereichsleiter Sanierung Lausitz.

Kumuliert werden damit in diesem Lausitzer Groß-Sanierungsvorhaben bereits etwa 200.000 Tonnen von insgesamt zu behandelnden 286.000 Tonnen bearbeitet worden sein. „Damit sind etwa zwei Drittel der Gesamtreinigungsmenge durch die ARGE LOBBE/BAUER realisiert.“

Auch die geplanten 70.000 Tonnen Jahresreinigungsleistung im Jahr 2021 wurden bereits Ende November 2021 erreicht, unterstreicht der LMBV-Projektverantwortliche Joachim Schmidt.

„Jetzt arbeite die ARGE VTRA weiter mit Volldampf und wird auch Weihnachten und Silvester im 24-Stunden-Reinigungsbetrieb tätig sein.“ Bis voraussichtlich Ende 2022 sollen die insgesamt rund 286.000 Tonnen kontaminierter Boden behandelt und wieder eingebaut werden.

Hintergrund zur laufenden Bergbausanierung im Industriepark Schwarze Pumpe

Das einstige Gaskombinat Schwarze Pumpe war ein Herzstück der Energieversorgung der ehemaligen DDR. Von 1955 bis 1990 wurden rund 900 Millionen Tonnen Rohbraunkohle zu Briketts, Elektroenergie, Koks und Gas verarbeitet. Der Betriebskomplex bestand aus drei Brikettfabriken, drei Kraftwerken, einer Kokerei, einem Druckgaswerk sowie den Nebenanlagen Teerscheidung, Entphenolung, Extraktion und Destillation. Die Gasproduktion verursachte insbesondere in diesen Nebenanlagen Schadstoffemissionen in den Untergrund. Der Boden und das Grundwasser wurden teilweise stark mit Kohlenwasserstoffen wie BTEX, PAK und Alkylphenolen belastet.

Mit der politischen Wende wurde die thermische Braunkohleveredlung eingestellt, Produktionsanlagen außer Betrieb genommen. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft erhielt den Auftrag, stillgelegte Anlagen zurück zu bauen, die Altlasten im Untergrund zu beseitigen und die Flächen für eine industriell gewerbliche Nachnutzung vorzubereiten.

Am 31. Mai 2017 hatte die LMBV nach einer europaweiten Ausschreibung die Beauftragung zur Bodenreinigung von Ende 2017 bis ins Jahr 2022 in bestimmten belasteten Abschnitten des Industriegeländes Schwarze Pumpe vorgenommen. Das Ziel des Bodenaustauschs besteht in der Reduzierung der Schadstoffe, die sich mit dem Sickerwasser und dem aufgehenden Grundwasser aus dem Boden lösen. Mit der Beauftragung der Maßnahme an die Bietergemeinschaft LOBBE/BAUER, der ein langjähriger und umfangreicher Planungsprozess voranging, wird ein wichtiger Beitrag für die Grundwassersanierung geleistet.

Die notwendige Bodensanierung

Mit der Bodensanierung wird eine Quellstärkenreduzierung für das Grundwasser bezweckt. An den zuvor erkundeten Hauptschadstoffquellen wird kontaminierter Boden entnommen und durch gereinigten Boden bzw. unbelastete Erde ersetzt. Das Erdmaterial wird dazu bis in einer Tiefe von 14 Metern abgetragen. Der emissionsarme Bodenaushub aus solchen Tiefen ist nur mit Hilfe von Stahlspundwandkästen möglich.

Der aus den Kontaminationsbereichen entnommene Boden wird entsprechend der Stärke der Kontamination abgelagert oder behandelt. Belasteter Boden wird auf dem Gelände des Industrieparks, in der eigens für die LMBV-Maßnahme neu errichteten Vakuumthermischen Reinigungsanlage, aufbereitet. Nicht belasteter Boden wird in die Spundwandkästen wieder eingebracht – die Fläche wiederhergestellt.

Der Bodenaustausch dient der Quellstärkenreduzierung in den Arealen der ehemaligen Gaswerksanlagen der Entphenolung, Destillation, Extraktion und Teerscheidung Ost. Dazu sind 148 Spundwandkästen einzurichten, dort ein Bodenaushub von 311.000 Kubikmetern vorzunehmen und ca. 286.000 Tonnen sind der Bodenreinigung in der Vakuumthermischen Reinigungsanlage zu unterziehen.

In den einzelnen Abschnitten sind folgende Leistungen notwendig:

  • Vorlagetanks 133.000 m³ Boden - 64 Spundwandkästen geplant
  • Destillation 111.000 m³ Boden - 66 Spundwandkästen geplant
  • Extraktion 49.000 m³ Boden - 10 Spundwandkästen geplant
  • Teerscheidung Ost 18.000 m³ Boden - 8 Spundwandkästen geplant

Der Bodenaustausch in den Bereichen Teerscheidung Ost, Vorlagetanks und Extraktion ist im Dezember 2021 abgeschlossen. Derzeit erfolgt der Bodenaustausch in zwei Bauabschnitten im Bereich der ehemaligen Destillation.

Die Vakuumthermische Reinigungsanlage

Die Vakuumthermische Reinigungsanlage (VTRA) dient der Dekontamination des ausgehobenen, belasteten Bodenmaterials. Mit gekapselten LKW erfolgt der Transport des kontaminierten Bodens auf kurzem Weg zur Annahme-/Lagerhalle der VTRA, wird dort gesiebt, von Metallteilen befreit und in einen der beiden Vakuumtrockner aufgegeben.

In den Trocknern wird der Boden unter Vakuum auf bis zu 300°C erhitzt. Die Schadstoffe werden herausgelöst. Durch das Vakuum wird die Siedetemperatur der Schadstoffe herabgesetzt, sodass die Kornstruktur des Bodens bei dieser Reinigungsvariante nicht zerstört wird. Der Boden wird anschließend rückbefeuchtet und am Standort vollständig zur Verfüllung der Spundwandkästen verwendet. (Fotos: Fiskal | Lobbe sowie Kaltschmidt | LMBV und S. Rasche für LMBV)

Impressionen von der LMBV-Vakuum-Thermischen Reinigungsanlage (VTRA) in Schwarze Pumpe


Landkreis OSL will Zechenhaus Marga vom Bergbausanierer kaufen

Landrat Heinze will demnächst Notarvertrag mit Verkäuferin LMBV unterzeichnen

Senftenberg/OT Brieske. Auf Grube Marga stehe "das größte und beste Zechenhaus in Deutschland". So ist es formuliert im Handbuch für den deutschen Braunkohlenbergbau, das 1915 erschienen ist. Gemeinsam mit der benachbarten Kraftzentrale bildet das Ensemble heute das letzte Überbleibsel von der industriellen Vergangenheit der Gartenstadt Marga. Dort sorgten einst zwei Brikettfabriken und das Kraftwerk für Brennstoff und Strom.

Das Zechenhaus-Gebäude im Eigentum der LMBV will nun der Landkreis OSL erwerben. Dies habe der Kreistag OSL kürzlich beschlossen, wie Landrat Heinze in den regionalen Nachrichten bei Antenne Brandenburg am 30. November informierte. Der Landkreis will demnächst einen Kaufvertrag bei einem Notartermin mit der Verkäuferin LMBV unterzeichnen.

Fälschlicherweise wird das Zechenhaus oft als "Waschkaue" bezeichnet. Dabei bilden die Waschgelegenheiten nur einen kleinen Teil dieses Komplexes. In der Waschkaue konnten früher etwa 100 Beschäftigte auf einmal duschen. Die Arbeit in den benachbarten Brikettfabriken war schmutzig, besonders für Presser und Formleger. Es gab getrennte Bereiche für Männer, Frauen und Kinder. Auch die Bevölkerung aus der nahen Gartenstadt konnte die Waschgelegenheiten nutzen. Die meisten Wohnungen hatten im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts - die Brikettfabriken entstanden in den Jahren von 1906 bis 1912 - noch keine Duschmöglichkeiten.

Im Zechenhaus befand sich zudem die zentrale Leitung für das gesamte Werk. Dazu zählten unter anderem das Markscheidewesen, die Hauptmechanik sowie der Bereich des Werksdirektors. Gleich in der Eingangshalle befand sich ein großes Wandbild. Dieses präsentierte den Feierabend in einer Bergmannsfamilie. Zwischen 1962 und 1966 entstand östlich des Zechenhauses das Kraftwerk Brieske. Während die Brikettfabriken bereits 1991/1992 geschlossen wurden, ging das Kraftwerk unter Ägide der LMBV 1999 vom Netz. Lediglich die alte Kraftzentrale sowie das Zechenhaus blieben im neuen LMBV-Industriepark Marga erhalten.

Impressionen vom Zechenhaus der LMBV - Fotos: Christian Horn für LMBV


Bergbausanierer mit neuer Website online

LMBV-Internetauftritt technisch, inhaltlich und optisch überarbeitet

Die Unternehmenskommunikation der LMBV hat in den zurückliegenden Monaten den Internetauftritt des Unternehmens umfassend überarbeitet und modernisiert. Bewährte Informationsangebote auf der Unternehmensseite www.lmbv.de bleiben erhalten und wurden benutzerfreundlicher gestaltet. Die Menüführung wurde gestrafft und neu strukturiert. In der Mediathek (unter Service) sind alle Publikationen, Videos und Broschüren der LMBV weiterhin erhalten und durch die verbesserte Suche jetzt leichter zu finden. Die Internetseite existiert seit 1999 und wurde zuletzt 2010 erneuert.

Um im digitalen Bereich zukünftige Herausforderungen meistern zu können, wurde ein neues Content Management System implementiert. Neben einer einfachen Erstellung und Verwaltung aller Inhalte, werden Sicherheitslücken durch regelmäßige Updates zeitnah automatisch geschlossen.

Mit rund 100.000 Besuchern jährlich und über 350.000 Aufrufen ist die Internetseite der LMBV in den ostdeutschen Revieren gut nachgefragt. Dem steigenden Zugriff über mobile Endgeräte wurde Rechnung getragen, indem ein responsives Webdesign Anwendung findet. Die Inhalte der Website passen sich somit flexibel an die Gegebenheiten des Gerätes an, von dem aus die Seite besucht wird.

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Der Auftritt wurde zusammen mit der Berliner Werbeagentur agreement entwickelt und ist seit dem 01.12.2021 online.