Aktuelle § 4‑Maßnahmen im mitteldeutschen Revier

Leipzig/Pegau/Böhlen. Im Jahr 2022 werden im Freistaat Sachsen weitere § 4-Projekte zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards umgesetzt werden. Dabei agiert die LMBV als Projektträgerin, während die Kommunen die Bauherren sind. Im Südraum Leipzig handelt es sich um zwei größere Projekte: die Errichtung eines neuen Aussichtsturmes bei Pegau sowie die weiterführende Sanierung des Kulturhauses Böhlen.

Neuer Aussichtsturm Stöntzsch entsteht südlich des Werbener Sees

Westlich der Stadt Pegau auf der ehemaligen Kippe Profen-Nord ist die Errichtung des Aussichtsturmes Stöntzsch auf dem Hügel der vorhandenen Aussichtsfläche geplant. Die Gemeinde Stöntzsch wurde in den 1960er Jahren abgebaggert. Ein Großteil der Bevölkerung wurde nach Pegau umgesiedelt. Der geplante Turm soll an die Gemeinde Stöntzsch erinnern.

Der Aussichtsturm ist als offene Stahlkonstruktion geplant. In das Traggerüst des Turmes sollen drehbare Aluminiumtafeln eingesetzt werden. Ein Teil der drehbaren Tafeln wird Informationen über die Historie und das Umfeld erhalten. Der Turm soll einen quadratischen Grundriss mit 5,25 m Seitenlänge haben und in seiner Form an eine ursprüngliche Turmsilhouette erinnern, als Sinnbild für Gemeinde, Gemeinschaft und Siedlung. Die Gesamthöhe des Turmes ab der Geländeoberkante wird 29,50 m betragen. Neben der Errichtung des Turmes sollen auch die Zuwegung und das unmittelbare Turmumfeld, u. a. Fahrradbügel und Parkstellflächen, gestaltet werden.

Nach erfolgreicher Ausschreibung können die Erdarbeiten nun Mitte 2022 starten. Danach wird das Turmfundament hergestellt. Der vormontierte Turm soll im Sommer aufgestellt und im IV. Quartal 2022 fertiggestellt werden. Voraussichtlich im Frühjahr 2023 werden die Arbeiten an den Außenanlagen und Pflanzmaßnahmen sowie die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme (Abbruch ehemaliges Bahnhäuschen östlich von Pegau südlich der B2) beendet sein. Bauherr für diese Maßnahme ist die Stadt Pegau. Auftragnehmer für Erdarbeiten, Freianlagen und Abbrucharbeiten ist Baggerbetrieb Burkhardt GmbH, für Stahlarbeiten und Gründung ist Hornschuh GmbH & Co. KG im Einsatz.

Sanierung des Kulturhauses Böhlen kann weiterlaufen

Des Weiteren kann die Sanierung des Kulturhauses Böhlen nun weitergeführt werden, da die Gesamtfinanzierung der § 4-Mittel durch den Freistaat Sachsen gesichert ist. Die Vergabe für die Sanierung des Gebäudes inklusive der Erneuerung der Abdichtung, der Sanierung des Sockelputzes und der Erneuerung der Bühneneingangskonstruktion ist abgeschlossen. Baubeginn ist Mai 2022. Als Bauzeit werden ca. sieben bis acht Monate veranschlagt. Die Bauarbeiten werden durch die Firma Baumbach Bau GmbH & Co. KG ausgeführt.

Die Planung für die Erneuerung und Erweiterung der Außenanlage läuft noch. Hierfür ist als Baubeginn Herbst 2022 geplant, der Bau dauert wahrscheinlich ein Jahr.

Die ursprünglich veranschlagten Baukosten haben sich infolge ständig steigender Baupreise und durch Erweiterung der Parkplatzanlage erhöht. Es werden zusätzliche Parkplätze nördlich des Kulturhauses gebaut. Bauherr für diese Maßnahme ist die Stadt Böhlen.

Hintergrund

Maßnahmen nach § 4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung kommt besondere Bedeutung zu, denn sie stehen für infrastrukturelle Maßnahmen wie den Bau von Radwegen, Bootsanlegern, Schleusen oder Anlagen für eine touristische Nutzung oder Schiffsanleger für Fährverbindungen zur Verfügung. Diese Maßnahmen werden ausschließlich durch Landesmittel und Gelder der Kommunen finanziert.

Planungsunterlage für den Aussichtsturm Stöntzsch

Fotos vom Vorhabensbereich: LMBV/Ilka Sedlacek und Christian Herrmann


Aktueller Stand zum Harthkanal

Leipzig. Auf Anfrage von Medienvertretern informierte die LMBV kürzlich zum Stand des Projekts Harthkanal. Die LMBV ist bergrechtlich verpflichtet, südlich von Leipzig eine hydraulische Verbindung zwischen dem Zwenkauer See und dem Cospudener See zu errichten. Darüber hinaus soll die Verbindung - als Harthkanal - auch touristisch genutzt werden können. Die Mehrkosten für die Schiffbarkeit des Kanals und die Errichtung einer Schleuse sollen durch den Freistaat Sachsen getragen werden.

Mit dem Bekenntnis der Finanziers zum Harthkanal als §2/§4-Schnittstellenprojekt im Rahmen der Braunkohlesanierung konnten die Planungen und zwei vorgezogene Maßnahmen bereits umgesetzt werden. Vorrangiges Leistungsziel ist die Erlangung der Plangenehmigung zum Vorhaben, für die sich neue Erkenntnisse aus dem Artenschutz, dem Hochwasserschutz und dem Klimawandel ergeben haben.

In die Planung ist auch die Landestalsperrenverwaltung als zukünftiger Betreiber des Hochwasserspeicherraumes Zwenkauer See eng eingebunden. Im Rahmen der Planung gilt es auch belastbare Gesamtkosten zu ermitteln. Es ist aber davon auszugehen, dass sich die Gesamtkosten gegenüber der ursprünglichen Planung auf über 150 Mio. Euro erhöhen werden. Zu Fragen der Finanzierung finden regelmäßige Abstimmungen zwischen Bund und Ländern in den Gremien der Braunkohlesanierung statt. Die bisherigen Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 35 Mio. Euro.

Bislang wurden:

  • die Kanaluntergrundverdichtung auf der Kippentrasse bis vor und nach der Autobahnbrücke umgesetzt sowie
  • die Dichtwand für das Hochwasserschutztor hergestellt; Leistungszeitraum 28.09.2020 – 30.06.2021; Auftragnehmer war: Berger Grundbautechnik GmbH / Berlin | Grundlage: Zulassung vorzeitiger Baubeginn durch die Landesdirektion Sachsen vom 21.08.2018 und
  • die Probebohrpfähle hergestellt – einschließlich von Pfahlprobebelastungen im Bereich des Schleusenbauwerks: Leistungszeitraum 21.10.2020 – 30.04.2021; Auftragnehmer war: Stump-Franki Spezialtiefbau GmbH / Berlin | Grundlage: Zulassung vorzeitiger Baubeginn durch Landesdirektion Sachsen vom 21.08.2018.

Weitere Bauschritte werden erst nach Vorliegen einer bestandskräftigen Plangenehmigung begonnen werden können. Vorher werden auch keine weiteren Bauarbeiten beauftragt bzw. sichtbar werden.

Das Erreichen des planfestgestellten Endwasserstandes ist vom Fortschritt der noch durchzuführenden Sanierungsverpflichtungen der LMBV abhängig. Derzeit ist der Zwenkauer See für die vorgezogene touristische Folgenutzung vollumfänglich nutzbar.

Archivfotos von 2021: LMBV/Sylvia Große


Spatenstich für Wasserwanderrastplatz an der Sedlitzer Bucht erfolgt

Senftenberg. Am 28. März 2022 erfolgte im Beisein des Infrastrukturstaatssekretärs Rainer Genilke (MIL) der erste Spatenstich für die wassertouristische Erschließung am Sedlitzer See. Der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg schafft mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung in den kommenden Jahren die wassertouristische Infrastruktur in der Sedlitzer Bucht.

Das Vorhaben umfasst die Schaffung eines touristischen Standorts mit Wasserwanderrastplatz, Schiffsanleger und nachfolgend zu installierender Freizeitinfrastruktur in drei funktional aufeinander aufbauenden eigenständigen Bauabschnitten. Im ersten Bauabschnitt erfolgen die Planungsleistungen und die verkehrs- und medientechnische Erschließung. Der zweite Bauabschnitt umfasst „Hafenplatz, Strand und Steganlagen“ und der dritte Bauabschnitt die Errichtung des Multifunktionsgebäudes.

Rainer Genilke: „Ich freue mich, dass es jetzt losgeht mit den Bauarbeiten am Wasserwanderrastplatz. Wir wollen, dass sich der Wassertourismus im Lausitzer Seenland weiter gut entwickelt. Das Land Brandenburg unterstützt die Entwicklung des Lausitzer Seenlandes seit Jahrzehnten aktiv und mit großem finanziellen Einsatz. Wir wollen, dass der Strukturwandel gelingt und die Menschen auch nach dem Kohleabbau hier gute Arbeits- und Lebensbedingungen vorfinden. Die touristische Entwicklung trägt dabei entscheidend zur regionalen Wertschöpfung bei.

Herausragendes Element des sich immer weiter entwickelnden länderübergreifenden Lausitzer Seenlands ist die schiffbar verbundene Kette von Tagebauseen. Wasserwandern soll zu den Attraktionen der Tourismusregion gehören. Mit dem Fortschreiten der Gewässerherstellung gibt es hierfür immer bessere Bedingungen. Es braucht jedoch nicht nur Verbindungen auf dem Wasser, sondern auch attraktive Standorte an Land. Dabei wollen wir den Zweckverband unterstützen.“

Für den ersten Bauabschnitt zur Schaffung der wassertouristischen Basisinfrastruktur am Sedlitzer See wurden Fördermittel in Höhe von 1,57 Millionen aus dem Verwaltungsabkommen VI zur Braunkohlensanierung im vergangenen Jahr bewilligt. Die Gesamtkosten betragen 2,16 Millionen Euro. Der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg steuert 590.000 Euro als Eigenanteil bei.

Die LMBV hatte bereits die Vorarbeit an der Sedlitzer Bucht geleistet. Mit der Böschungssicherung und –endgestaltung des Ufers und der Ausformung des Hafenbeckens samt Ausstattung mit Dalben und Slipanlage schuf die LMBV die Voraussetzungen für die touristische und wirtschaftliche Entwicklung.in




Röhrigschacht: Ursachenforschung geht weiter

Sondershausen | Wettelrode. Am 24. März 2022 informierte Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung über die aktuelle Situation im Besucherbergwerk Wettelrode und den Sachstand zur Ursachenforschung des massiven Wassereinbruchs. Neben Landrat André Schröder und Sangerhausens Oberbürgermeister Sven Strauß nahmen Vertreter der zuständigen Behörde, des Museumsbetriebes Röhrigschacht sowie der Landesanstalt für Altlastenfreistellung Sachsen-Anhalt an der Arbeitsberatung teil.

Im aktuellen Fokus der Untersuchungen liegen unter anderem die in den 90er Jahren gefluteten Grubenhohlräume des Sangerhäuser Kupferschieferbergbaus. Möglich ist, dass hier über durchlässige Gesteinsschichten das Wasser in das Besucherbergwerk einströmt.
Nach ersten Analysen konnten die Starkniederschläge im Februar 2022 als Verursacher der Zuflüsse ausgeschlossen werden. Auch eine zweite Möglichkeit, dass der in unmit-telbarer Nähe zum Bergwerksstandort befindliche Kunstteich Wettelrode Ursache der starken Zuflüsse sein könnte, hatte sich vorerst nicht bestätigt. Das Untersuchen der potentiellen Ursachen erfolgt auch mit externen Sachverständigen im Auftrag der Lan-desanstalt für Altlastenfreistellung Sachsen-Anhalt.

Parallel dazu optimiert der Sanierungsträger LMBV weiter das gegenwärtige Abpumpen der anfallenden Wässer, so dass die Energieversorgung unter Tage und damit der Be-trieb der Pumpen gesichert ist. Der Zustrom von Wässern aus dem umgebenden Ge-birge hat etwas nachgelassen und beträgt derzeit circa 180 - 190 m³/h. Die Öffnung des Museumsbetriebes Röhrigschacht Wettelrode ist auf Grund der aktuell weiter anhaltenden Zuflüsse zum Bergwerk und der durch den Wassereinbruch verursachten Beeinträchtigungen noch nicht absehbar.

Pegelmessung im Areal des temporären Damms


Bergbausanierer als „Top Company 2022“ ausgezeichnet

Senftenberg/Leipzig/Sondershausen. Die LMBV wurde vom Arbeitgeber-Bewertungsportal kununu als Top Company 2022 ausgezeichnet. Das Gütesiegel, das seit 2015 vergeben wird und auf den Online-Bewertungen der Mitarbeitenden und Bewerbern basiert, zeichnet besonders beliebte Unternehmen aus. Der Bergbausanierer zählt mit einem kununu-Score von 4,1 Sternen sowie einer Weiterempfehlungsquote von 86 Prozent zu den 5 Prozent der beliebtesten Arbeitgeber auf kununu.

Voraussetzungen für die Auszeichnung:
• Mindestens sechs Bewertungen von Mitarbeitenden
• Mindestens einen Score von 3,8 Sternen insgesamt, als auch bei den Bewertungen der Mitarbeitenden
• Im Durchschnitt muss der Mitarbeiter-Bewertungsscore der zurückliegenden zwölf Monate bei mindestens 3,8 Sternen liegen
• Mindestens eine Bewertung muss in den letzten zwölf Monaten erfolgt sein. Eine aktualisierte Bewertung wird dabei auch als neue Bewertung gewertet

Im Rahmen der LMBV-Einschätzungen beurteilten 95 Prozent ihr Gehalt als gut oder sehr gut. Benefits, die besonders hervorgehoben wurden, sind die betriebliche Altersvorsorge, flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit zur Teilnahme an Mitarbeiter-Events.

Laut kununu genießt unter allen Arbeitgeber-Siegeln auf dem Markt das Top Company-Siegel die größte Bekanntheit in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Auszeichnung wird auf Basis von Bewertungen auf dem jeweiligen Unternehmensprofil erstellt. Durch die datenbasierte und unabhängige Vergabe des Siegels kann kununu eine authentische Bewertung der jeweiligen Unternehmensdarstellung gewährleisten.

Mit derzeit rund 700 Mitarbeitenden an den Standorten Senftenberg, Leipzig und Sondershausen ist die LMBV als Ingenieur- und Umweltunternehmen stets auf der Suche nach Mitarbeitenden, die bereit sind, sich den Herausforderungen anspruchsvoller Tagesaufgaben zu stellen und die eine abwechslungsreiche, stets interessante und verantwortungsvolle Tätigkeit erwarten.

Aktuelle Stellenangebote: www.lmbv.de/karriere/stellenangebote


Konditionierungsanlage reduzierte auch 2021 die Eisenfracht in der Spree — Jahresbericht erschienen

Senftenberg/Spremberg. „Die LMBV-Wasserbehandlung durch den bedarfsgerechten Betrieb der Konditionierungsanlage im Zulauf der Spree zur Talsperre Spremberg zeigte auch im Jahr 2021 ihre positive Wirkung“, resümiert Sven Radigk, Leiter der LMBV-Projektgruppe „Gewässergüte Fließgewässer Lausitz“ den Jahresbericht zum Monitoring der Eisenbelastung der Spree und der Talsperre Spremberg, der jüngst fertiggestellt wurde. Verfasst wurde der Bericht vom LMBV-Fachgutachter Dr. Wilfried Uhlmann vom Dresdener Institut für Wasser und Boden (IWB).

Die Konditionierungsanlage, bestehend aus der Bekalkungsanlage in Spremberg-Wilhelmsthal sowie nach ca. 1,5 km Fließweg der Flockungshilfsmittelzugabe am Einlaufbauwerk der Vorsperre Bühlow, erzielte eine deutliche Erhöhung des Eisenrückhaltes. Circa 41 Prozent der Eisenfracht der Spree wurde in der Vorsperre zurückgehalten und somit die Hauptsperre der Talsperre, d. h. der Spremberger Stausee, entlastet.

Gleichzeitig wird somit die Einhaltung der Ablaufwerte aus der Talsperre am Pegel Bräsinchen gesichert. Die Eisen-gesamt-Konzentration lag hier 2021 durchschnittlich bei 0,5 mg/l sowie ganzjährig < 2 mg/l und somit stabil unterhalb der Sichtbarkeitsschwelle für partikuläres Eisen in der Spree. Die Talsperre Spremberg (Vor- und Hauptsperre) erzielte dabei insgesamt einen Eisenrückhalt von ca. 90 Prozent bezogen auf die Immission, d. h. die Eisenfracht in der Spree.

Der durch die Konditionierung geförderte Eisenrückhalt in der Vorsperre Bühlow hat trotz vergleichsweise höheren Durchflussmengen der Spree in 2021 und kontinuierlichen Teilberäumungsleistungen im Vorstaubecken wiederum gut funktioniert. In 2021 wurden die Einzelmaßnahmen zur Entnahme, Entwässerung und fachgerechten Entsorgung von eisenhydroxidbelasteten Schlämmen (EHS) in Projektträgerschaft der LMBV fortgeführt.

Die EHS-Entwässerung als Regeltechnologie erfolgt regulär in Verbindung mit den drei Sedimentationsbecken an der Vorsperre Bühlow. Der in 2021 an der Vorsperre angefallene EHS wurden beprobt, analysiert und ausnahmslos als nicht gefährlicher Abfall einer stofflichen Verwertung mit einer Gesamtmenge von ca. 26.450 t zugeführt.

Die Rückführung des EHS in den Wirtschaftskreislauf gemäß dem Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Bewirtschaftung von Abfällen (KrWG) erfolgte erstmals in 2021 teilweise als rohstoffliche Verwertung (hier: für die Herstellung von Produkten zur Entschwefelung in Biogasanlagen) jedoch weiterhin überwiegend, zur baustofflichen Verwertung, d. h. als Zuschlagstoff für die Ersatzbaustoffherstellung.

Der Einsatz von Flockungs- und Flockungshilfsmitteln (Weißfeinkalk und das FHM Koaret PA 3230 T) wird im Hinblick auf die aquatischen Lebewesen durch ein fischereibiologisches Monitoring in der Talsperre Spremberg überwacht, um eventuelle Auswirkungen der Wasserbehandlung auf Fische und Großmuscheln sowie auf das Makrozoobenthos festzustellen bzw. auszuschließen.

Mit dem Einsatz der Flockungs- und Flockungshilfsmittel wurden die Umweltbedingungen für die aquatische Fauna durch die erfolgreiche Erhöhung des Eisenrückhaltes in der Vorsperre Bühlow verbessert, wodurch auch in 2021 die Stabilität des Fischbestandes und der Benthosdichte zu erklären ist.

Im Einklang mit den Vorjahresergebnissen kann der Schluss gezogen werden, dass die Vorteile einer verbesserten Eisenrückhaltung, die mit den Wasserkonditionierungsmaßnahmen eventuell noch vorhandenen Restrisiken für Fische und andere aquatische Organismen bei weitem aufwiegen (siehe den Monitoringbericht 2021 zum Fischbestands- und Benthosmonitoring in der Talsperre Spremberg vom Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow).

Neue Publikationen


Gewässernachsorge Störmthaler See

Leipzig/Großpösna. Zur Steuerung der Gewässerbeschaffenheit wurden von Januar bis Mitte Februar 2022 täglich 100 Tonnen Kalksteinmehl in den Störmthaler See eingebracht. Mithilfe eines Schubverbandes verteilte die Dresdner Firma Anlagen-, Bau- und Betriebsgesellschaft mbH (ABG) insgesamt 1.600 Tonnen Kalkmehl großflächig über den See. Damit wird das Wasser neutralisiert.

Die LMBV ist entsprechend dem Planfeststellungsbeschluss verpflichtet, den ph-Wert im Störmthaler See zwischen sechs und acht zu halten. Dazu wird das Wasser regelmäßig kontrolliert und nahezu jährlich mit Kalkmehl oder - wie in diesem Jahr - mit Kreide behandelt, die einen sehr guten Wirkungsgrad hat. Die letzte Gewässerbehandlung fand Ende 2020 statt.

 

Hinter der Vineta ist die Austragungseinheit bei der Arbeit.

Eindrücke von der Bekalkung des Störmthaler Sees im Februar 2022
Fotos: Christian Horn


LS Brandenburg: Bohr- und Verwahrarbeiten der LMBV auf B 169 beendet

Senftenberg. In Umsetzung des bestätigten Abschlussbetriebsplanes zum Tagebau Sedlitz musste die LMBV 2021 im Bereich der B 169 zwischen Senftenberg und Sedlitz die sichere Verwahrung von untertägigen Hohlräumen (Nördliche Grenzstrecke) im Tagebaurandbereich durch Kontrollbohrungen nachweisen. Dabei wurden Hohlräume in der Strecke und auch sogenannte hängende Brüche über der Strecke erkundet. Da die „Nördliche Grenzstrecke“ die B 169/96 zweimal quert und auf einer Länge von ca. 400 m unter der Fahrbahn verläuft, musste die Straße durch den zuständigen Landesbetrieb Straßenwesen gesperrt werden.

Durch die LMBV wurden unverzüglich die erforderlichen Bohr- und Verwahrarbeiten beauftragt. Diese gestalteten sich als sehr aufwändig. Durch auftretende Spülungsverluste während der Bohrarbeiten, hervorgerufen durch Hohlräume und lockere Lagerungen überhängenden Brüchen, mussten zahlreiche Bohrungen abgebrochen, verwahrt und wieder aufgebohrt werden. Durch die gegenseitige Beeinflussung aufgrund der geringen Bohrlochabstände konnte nur eine begrenzte Zahl an Bohrgeräten eingesetzt werden.

Nunmehr konnten die Bohr- und Verwahrarbeiten im Auftrag der LMBV abgeschlossen werden. Insgesamt wurden, einschließlich von Bohrungen bei denen die Strecke nicht getroffen wurde und Nachbohrungen, die aufgrund von Spülungsverlusten erforderlich wurden, 110 Bohrungen niedergebracht. Es wurden insgesamt 918 m³ Versatzmaterial aus einer fließfähigen Baustoffsuspension eingebracht.

Eine Gefährdung der Bundesstraße B 169/ B 96 durch neu entstehende Streckenverbrüche, die zu Tagesbrüchen führen können, ist nach den ausgeführten Erkundungs- und Verwahrungsarbeiten und derzeitiger Kenntnislage ausgeschlossen. Bis zum 31.03.2022 wird die Baustelle durch die LMBV beräumt sein. Die notwendige Begleit-Dokumentation wird derzeit von einem Sachverständigen im Auftrag der LMBV zusammengestellt und an die zuständige Behörde, das LBGR, übergeben.

Nach Abschluss der Erkundungs- und Verwahrarbeiten wird durch die LMBV eine gutachterliche Stellungnahme in Auftrag gegeben. Diese Stellungnahme muss durch das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) und den Landesbetrieb Straßenwesen fachtechnisch gewürdigt werden.

Die Vollsperrung der B 169 zwischen Sedlitz und Senftenberg muss bis zum Beginn der Baumaßnahme aufrechterhalten bleiben, da Fahrbahn wegen der Bohrarbeiten beschädigt und deshalb die Verkehrssicherheit nicht gewährleistet ist. Der Landesbetrieb Straßenwesen trifft nun die letzten Vorbereitungen für die Deckenerneuerung der B 169 von Sedlitz bis Ortsumgehung Senftenberg. Die Baustrecke hat eine Länge von etwa 3,2 Kilometern.

Zunächst werden die schon seit längerem geplanten Erneuerungsarbeiten ausgeschrieben. Läuft alles nach Plan, könnte im Mai mit den Bauarbeiten begonnen werden. Dazu muss die Bundesstraße bis zum Bauende im August 2022 weiterhin gesperrt bleiben.  Um Schwertransporte zu vermeiden, sollen die entnommenen Erdstoffe und der Schotter auf der gesperrten Straße abgelagert werden. Mit diesem Verfahren kann die Baumaßnahme deutlich beschleunigt werden. Nach Abschluss dieser Arbeiten wird der Bereich mit den Erdstoffen und dem Schotter wieder verfüllt und die Fahrbahn neu aufgebaut. Vorgesehen sind eine neue Schottertragschicht und eine Asphalttragschicht. Danach werden im gesamten Bereich die oberen beiden Asphaltlagen abgefräst.  Erst dann ist   die eigentliche Deckschichterneuerung auf der ganzen Breite der Bundesstraße geplant.

Für die Vollsperrung der Bundesstraße bleibt die bereits eingerichtete Umleitungsstrecke bestehen. Der Verkehr wird über Hörlitz, Lausitzring, Meuro, Freienhufen und Großräschen zur Kreuzung B 169 / B 96 bei Allmosen bzw. umgekehrt geleitet.

Die notwendigen Arbeitsschritte bei diesem Vorhaben, sind deutlich umfangreicher, als bei vergleichbaren Straßenbauprojekten. Der erste Bauabschnitt reicht vom Ortsausgang Sedlitz bis zur Brücke über die Rainitza. In dem Bereich, in dem die LMBV Bohrungen vorgenommen hatte, müssen umfangreiche Erdarbeiten auf etwa 500m Länge und einer Tiefe von 2,50 m durchgeführt werden. Zur Sicherung des Untergrundes gegen eventuell in der Zukunft auftretende Tagesbrüche ist geplant, zwei Lagen Geogitter und eine Lage Vliesstoff zu verlegen.

Der zweite Bauabschnitt erstreckt sich von der Brücke über die Rainitza bis zum Brückenbauwerk im Kreuzungsbereich der B 169 und der B 96 bei Senftenberg. In diesem Bereich werden nur die oberen Asphaltlagen abgefräst. Anschließend wird die Deckenerneuerung einschließlich die der Rampen vorgenommen. Der Verkehr in diesem Kreuzungsbereich wird mit Hilfe einer Baustellenampel über die Rampe Abfahrt Senftenberg, aus Fahrtrichtung Schwarzheide kommend, geleitet. Diese Rampe wird auch als Auffahrt in Fahrtrichtung Schwarzheide genutzt. Die Fahrtrichtung Sedlitz/Cottbus muss bis zum Bauende im August voll gesperrt bleiben.

Daten und Fakten zum Umfang des ersten Bauabschnitts:

ca. 15.200 m² Entfernen und herstellen Fahrbahnmarkierung
ca. 30.400 m² Entfernen und herstellen Asphaltdeckschicht
ca. 30.400 m² Entfernen und herstellen Asphaltbinderschicht
ca. 5.800 m² Entfernen und herstellen Asphalttragschicht
ca. 5.300 m² Entfernen und herstellen Schottertragschicht
ca. 12.800 m³ Boden aufnehmen und lagenweise einbauen
ca. 11.400 m² Einbau des Geogitters

Daten und Fakten zum Umfang des zweiten Bauabschnitts:

ca. 5.100 m² Entfernen und herstellen Fahrbahnmarkierung
ca. 13.500 m² Entfernen und herstellen Asphaltdeckschicht
ca. 13.500 m² Entfernen und herstellen Asphaltbinderschicht

Zu den Kosten des Vorhabens können zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Angaben gemacht werden.

Quelle: Pressemitteilung Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg vom 15. März 2022


Röhrigschacht: Weiter hoher Wasserzustrom im Schacht – Ursachensuche begonnen

Sondershausen | Wettelrode. Die LMBV optimiert weiter das gegenwärtige Abpumpen der in ihrem Bergwerk Wettelrode anfallenden Wässer. Das betrifft insbesondere die Energieversorgung sowie die Ausfallsicherheit der Pumpen unter Tage. Der Zustrom von Wässern aus dem umgebenden Gebirge hat bisher nicht nachgelassen und beträgt weiterhin um die 200 m³/h. Bis zum Wassereinbruch wurden durchschnittlich nur 70 bis 80 m³/h gefördert.

Nach ersten Untersuchungen können die Starkniederschläge im Februar 2022 als Verursacher der Zuflüsse ausgeschlossen werden.

Auch eine zweite Möglichkeit, dass der in unmittelbarer Nähe zum Bergwerksstandort befindliche Kunstteich Wettelrode Ursache der starken Zuflüsse sein könnte, hat sich vorerst nicht bestätigt. Aus diesem waren nach Angaben des Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt Mitte Februar etwa 10.000 m³ Wasser abgelassen worden. Vergleicht man diese Menge mit dem bisher aus dem Bergwerk abgepumpten Wasservolumen, so sind diese in etwa gleich groß. Demzufolge müsste der Zustrom daher merklich nachlassen. Das ist aber bisher nicht der Fall.

Weitere mögliche Ursachen werden derzeit auch mit Hilfe von externen Experten analysiert. Dabei rücken die in den 90er Jahren gefluteten Grubenhohlräume des Sangerhäuser Kupferschieferbergbaus in den Fokus der Untersuchungen. Parallel dazu erfolgen Untersuchungen zu möglichen Gegenmaßnahmen zum Eindämmen der Zuflüsse im Bergwerk Wettelrode.

Die Öffnung des Museumsbetriebes Röhrigschacht Wettelrode ist auf Grund der aktuell weiter anhaltenden hohen Zuflüsse zum Bergwerk noch nicht absehbar.


Kommunen präsentieren Stand des Radwege-REK im Bereich Seese-Schlabendorf

Lübbenau/Senftenberg. Am 04.03.2022 wurde von den Bürgermeistern der vier beteiligten Kommunen Calau, Luckau, Lübbenau und Vetschau der erreichte Zwischenstand des „REK (Regionales Entwicklungskonzept) Seese-Schlabendorf“ in Lübbenau präsentiert. Dieses REK wurde unter Einbeziehung der Lausitzer Planungsabteilung der LMBV durch die Fa. KEM aus Dresden bearbeitet. Die anwesenden Stadtoberhäupter dankten allen Beteiligten, darunter auch den LMBV-Akteuren für ihren bisherigen konstruktiven Beitrag: „Ohne die LMBV geht es ja gar nicht; sie ist ein stets wichtiger Partner“, so Bürgermeister Lehmann.

Seit Beginn der Bearbeitung des REK Seese-Schlabendorf im Oktober 2016 wird das Projekt - nach erfolgter Beantragung Genehmigung durch die gemeinsame Landesplanung Berlin/Brandenburg GL4 - als sogenannte Brandenburger §4-Maßnahme im Rahmen des VA BKS vorangetrieben. Insgesamt gab es bisher elf gemeinsame Beratungen einschließlich einer öffentlichen Ergebnis-Präsentation im April 2018 in Calau. Ziel ist es, initiiert von den Städten Luckau, Lübbenau, Calau und Vetschau, die neuen Wege in das überregionale Wegenetz einzubinden und so Radtouristen über den Spreewald hinaus ein Angebot zu unterbreiten.

Die LMBV war von Anfang an beratend tätig, um mögliche Synergieeffekte zu vorgesehenen Sanierungsmaßnahmen beim Herausarbeiten von Maßnahmen im Umfeld der vormaligen Tagebaue Seese und Schlabendorf zu benennen. Dabei wurde untersucht, was vor dem Hintergrund der langfristigen geotechnisch noch notwendig gesperrten Innenkippenflächen in diesem Raum möglich ist und was in absehbarer Zeit umgesetzt werden könnte. Aus diesem Grund wurden die im REK ausgewiesenen Umsetzungsmaßnahmen vor allem in den Randbereichen der Tagebauflächen konzentriert.

Umsetzungsstart der ersten Maßnahme war im Jahr 2019 mit der Herstellung eines 9.750 Meter langen und asphaltierten Radweges zwischen Wanninchen und Fürstlich Drehna, Diese wurde teilweise als §4–Maßnahme vom Land Brandenburg gefördert und in Eigenregie der Stadt Luckau umgesetzt. Vorbereitend dazu erfolgten gemeinsame Abstimmungen zwischen der Stadt Luckau, dem ausführenden Planungsbüro und der LMBV. In diesem Zusammenhang wurden vorlaufend durch die LMBV alte Filterbrunnen im unmittelbaren Randbereich des neuen Weges sicher verwahrt. Laut Luckau wurden auch die Arbeiten am zweiten Vorhaben, hier zwischen Zinnitz und Schlabendorf am See auf 1.100 Meter begonnen

Umfangreiche Abstimmungen erfolgten auch mit der Stadt Lübbenau in Vorbereitung des Wegebaues zwischen Raddusch und dem Schacht V (über Groß Lübbenau). Diese Maßnahme wird ebenfalls über den § 4 durch das Land Brandenburg gefördert und in Eigenregie der Stadt Lübbenau realisiert. Der Beginn ist für April 2022 vorgesehen. Weitere Maßnahmen wie z.B. der Weg zwischen Kirschallee Mlode und Schacht V Bischdorf sind in Vorbereitung und im gemeinsamer Abstimmung mit der LMBV. Weiterhin erfolgen regelmäßige Abstimmungen mit den Bauämtern der Städte Luckau, Lübbenau und Vetschau, in denen Arbeitsstände bei der Umsetzung der REK-Maßnahmen erörtert werden.

Wichtige Fragen sind dabei künftig weiterhin das erwünschte Freihalten von Sichtschneisen, das alternative Definieren von Standorten von Aussichtstürmen und das Errichten von solchen Überblicksmöglichkeiten sowie von Schutzhütten und Rastpunkten. Aus LMBV-Sicht sind insbesondere das Berücksichtigen der vormaligen Filterbrunnen – mit bis zu 10 Meter Abstand - beim Planen der Trassenführungen, sofern diese nicht vorlaufend bereits verwahrt werden können.

Noch anstehende Sanierungsleistungen der LMBV

Um eine mittelfristige Nutzung des Bereiches Tagebau Seese-Ost, speziell des dort entstandenen Bischdorfer See der LMBV, zu erreichen, wurden durch den Bergbausanierer die planmäßigen Sanierungsarbeiten zur Schonenden Sprengverdichtung (SSPV) weiter kontinuierlich fortgesetzt. Ziel ist nach wie vor, diese Arbeiten auf Kippen mittelfristig fertigzustellen.

Notwendig sind nach der SSPV noch das anschließende geotechnisch notwendige grundwasserferne Auffüllen der gesicherten Bereiche und das nachfolgende Wiederaufforsten bzw. Herstellen landwirtschaftlich nutzbarer Flächen. Nach Realisieren der Sicherungsarbeiten am Bischdorfer See erfolgen noch Restarbeiten zum Beseitigen von Untiefen direkt im Restloch. Weiterhin werden auch die wasserqualitätsabhängige Konditionierung des Sees mittels Schiffstechnik und die Regulierung des Seewasserstandes fortgesetzt.

LMBV-Ausblick für die Zeit nach 2027

In den kommenden 15 Jahren sollen – so die langfristigen Planungen der LMBV - vorrangig die Bereich Seese-Ost und anschließend der Nordbereich des ehemaligen Tgb. Seese-West geotechnisch gesichert werden. Dazu werden entsprechen der gutachterlichen Vorgaben die Kippenböschungen und ein Teil des Hinterlandes der Schönfelder See (RL 4) nachgesichert.

Weiterhin soll die Pflugkippenböschung zwischen den künftigen landwirtschaftlichen Flächen und den Waldflächen der Kleptnaniederung mittels Rütteldruck (RDV) verdichtet und so gesichert werden. Dazu müssen in den kommenden Jahren die entsprechenden Vorbereitungsarbeiten erfolgen.

Die Kippenböschungen des Restloch 1 (Redlitzer See) sind ebenfalls noch durch RDV zu sichern. Nach der Sicherung der Kippenflächen und der Vorlage der entsprechenden Abschlussgutachten in Seese-Ost werden die Bearbeitungen für das Planfeststellungsverfahren „Bischdorfer See“ beginnen.

Infolge der weitaus umfangreicheren geotechnisch notwendigen Sanierungsarbeiten werden die Bereiche Seese-West Südteil, Schlabendorf-Nord und Schlabendorf-Süd anschließend gesichert. Dazu werden ein Großteil der Flächen mittels RDV und SSPV zu sichern und die Flächen anschließend grundwasserfern aufzufüllen sein. Diese Maßnahmen werden die LMBV über einen längeren Zeitraum im Lausitzer Nordraum beschäftigen.

Impressionen der Beratung in Lübbenau - Fotos: Dr. Steinhuber