Auffahrung eines neuen Stollens sichert dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach

Sondershausen | Steinbach. Die LMBV plant die dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach durch die Auffahrung eines neuen Stollens zu gewährleisten. Bereits am 2. Mai 2022 werden die ersten Vorarbeiten vor Ort stattfinden.
Der Steinbachstollen und der neue Steinbachstollen befinden sich in Bad Liebenstein, Ortsteil Steinbach. Der neue Steinbachstollen wird annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren. Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Grubenwässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet. Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 m bei einem offenen Querschnitt von 12 m². Im Vergleich dazu beträgt die Länge des aktuell für die Grubenentwässerung genutzten Stollens ca. 1.090 m bei einem Querschnitt von 6 m².
Die Bauzeit beträgt circa 24 Monate und wird voraussichtlich bis Mai 2024 andauern.
Die LMBV hat den Auftrag zur Auffahrung an die Arbeitsgemeinschaft Steinbachstollen, bestehend aus den Firmen Schachtbau Nordhausen und Bergsicherung Ilfeld, vergeben. Die zur Auffahrung des Stollens notwendigen bergbehördlichen Genehmigungen liegen vor.


Schachtanlage Paul II ist Gegenstand eines bundesweiten Architekturwettbewerbes

Studenten sollen Konzepte zur Nutzung des denkmalgeschützten Objektes entwerfen

Leipzig/Theißen. Über 80 Studierende und ihre Professoren aus 18 Universitäten und Fachhochschulen besuchten am 26. April 2022 die Schachtanlage Paul II in Naundorf bei Zeitz. Das zur Sicherung abgesperrte Gelände konnte nicht betreten werden. Dennoch erhielten die Teilnehmer einen guten Eindruck von dem Areal und dem Zustand der Gebäude. Andreas Ohse und Luise Schier vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt informierten über die Entstehungsgeschichte der Anlage, den Stellenwert des Braunkohlenabbaus für die Entwicklung der Region und die für den Denkmalschutz relevanten Aspekte. Seitens der LMBV waren Benjamin Ulrich, Fachbearbeiter Planung Sachsen-Anhalt PG Altbergbau Thüringen, und Kerstin Müller, Öffentlichkeitsarbeit, vor Ort. Sie verteilten Infomaterial und beantworteten fachliche Fragen der Teilnehmer. Die LMBV stellte zudem relevante Unterlagen wie Pläne und Fotos zum Objekt zur Verfügung. Die Schachtanlage Paul II mit ihren Nebengebäuden steht seit 1961 unter Denkmalschutz und befindet sich im Besitzt der LMBV.

Die Referenten v. l. n. r.: Andreas Ohse (LDS), Benjamin Ulrich (LMBV), Luise Schier (LDA) und Ulrike Kalteich (Kultustiftung Hohenmölsen)

Anlass der Exkursion ist die 12. Auflage der Messeakademie 2022, ein bundesweiter studentischer Architekturwettbewerb. In dessen Rahmen entwickeln die Studentinnen und Studenten Ideen für eine künftige Nutzung des Geländes und der denkmalgeschützten Gebäude. Zum Thema „Entwerfen im historischen Umfeld – Altbau. Umbau.Neubau“ werden überzeugende Konzepte und Lösungen zur Nutzung wertvoller denkmalgeschützter Bausubstanz gesucht. Die Schachtanlage Paul II ist dabei eines von vier Objekten, die zur Auswahl stehen. Gestaltet wird die Messeakademie 2022 in Zusammenarbeit mit den Landesämtern für Denkmalpflege Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Veranstalter ist die Leipziger Messe GmbH. Die zehn besten Entwürfe werden dann vom 24.-26. November 2022 an der denkmal, der Europäischen Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung der Öffentlichkeit präsentiert.

Impressionen der Exkursion,
Fotos: LMBV, Kerstin Müller


Wasserwanderrastplatz am Geierswalder See nun bereit für Gäste im Lausitzer Seenland

Das nun fertig gestellte und nutzbare Servicegebäude des WWRP - mit Hafenmeisterbüro



Das nun fertig gestellte und nutzbare Servicegebäude des WWRP - mit Hafenmeisterbüro
Gemeinsam auch beim Banddurchschnitt:  LMBV, Zweckverband LSS, Kommune Elsterheide



Gemeinsam auch beim Banddurchschnitt: LMBV, Zweckverband LSS, Kommune Elsterheide
Neue Feuerstelle am Ufer des Wasserwanderrastplatzes am Geierswalder See



Neue Feuerstelle am Ufer des Wasserwanderrastplatzes am Geierswalder See
Mit dem Wasserwanderrastplatz am Geierswalder See wird der LMBV-Bergbaufolgesee weiter aufgewertet



Mit dem Wasserwanderrastplatz am Geierswalder See wird der LMBV-Bergbaufolgesee weiter aufgewertet



Elsterheide | OT Geierswalde. Am 26. April 2022 schien die Sonne den Tüchtigen: die Ideengeber und Umsetzer vom Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen (ZV LSS) und der Kommune Elsterheide konnten mit der LMBV, die hier als Projektträgerin im Rahmen des § 4 der VA BKS aktiv war, gemeinsam das Fertigstellen des Wasserwanderrastplatzes am Geierswalder See zelebrieren. 

Nachdem der Verbandsvorsitzende, Bautzens Landrat Michael Harig, die Gäste begrüßte, den „Machern“ der Geschäftsstelle des ZV, den Baufirmen und der LMBV sowie den Mitfinanciers vom Freistaat Sachsen gedankt hatte, konnten neben dem Elsterheider Bürgermeister Dietmar Koark, Daniel Just als verantwortlicher Geschäftsführer der ZV LSS und Landrat M. Harig auch Gerd Richter, LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz den symbolischen Banddurchschnitt gemeinsam vornehmen.

Künftig können bis zu 18 Caravan-Stellplätze von Wohnmobilsten und acht Zeltplätze am Ufer von Wasserwanderern genutzt werden. Das Hafenmeisterbüro wird durch Mitarbeiter des ZV künftig besetzt werden und erste Anlaufstation für Gäste im Servicegebäude sein. Dort können neu entstandene Dusch-, Koch- und Waschmöglichkeiten genutzt werden. Zudem kann Grauwasser entsorgt werden. Eine anmietbare Feuer- und Grillstelle unmittelbar am Seeufer macht das neue Angebot des Rastplatzes attraktiv. 

Damit sei „ein weiterer vorzeigbarer Baustein für den Tourismus im Lausitzer Seenland entstanden“, so Landrat Harig. Nach den ersten Ideen aus dem Jahr 2013 konnten nach Klärung der Finanzierungszusagen 2018 die Planungen zunächst vertieft und bereits am 27.08.2020 der erste Spatenstich für das Gesamtvorhaben vollzogen werden. Am 12.08.2021 erfolgte die Übergabe des Servicegebäudes an die Wasserschutzpolizei.

Bürgermeister Koark verwies auf weitere Bauvorhaben im Rahmen der „Aufwertung nach der Kohle an Seesüdseite“. Da gehe es bspw. um die zweite Ausbaustufe des „Promenadenweges“ ab Herbst 2022 mit Fördermitteln in Höhe von 2,4 Mio. Euro, die die Gemeinde mit 400.000 Euro co-finanzieren werde sowie das bereits begonnene Erschließen der Anrainer-Zuwegungen für etwa 4,3 Mio. Euro, das ebenfalls einen kommunalen Anteil von etwa 500.000 Euro bedinge. Ziel sei es letztlich, „vernünftige Freizeitbedingungen am Geierswalder See auszugestalten“. 

Dabei sei die Kommune mit ihren Partnern vor Ort seit dem Einweihen der Marina im Jahr 2007 nicht müde geworden, immer wieder B-Pläne am Bergbaufolgesee der LMBV vorzubereiten und voranzutreiben. UST

Auch Anpflanzungen gehören zum Projekt des Wasserwanderrastplatzes am Geierswalder See
LMBV-Prokurist Gerd Richter dankt für das partnerschaftliche Miteinander bei dem §4-Projekt


Wasserbau-Studenten erkunden Bauwerke im Störmthaler Kanal

Leipzig/Markkleeberg. 15 Studenten des Instituts für Wasserbau und Technische Hydromechanik der Technischen Universität Dresden besuchten am 8. April 2022 den Störmthaler Kanal während einer Tagesexkursion im Großraum Leipzig.

Die Studierenden des Bauingenieurwesens mit einem Schwerpunkt im Wasserbau wurden von den LMBV-Mitarbeitern Falk Bräuer (Abteilung Projektmanagement Westsachsen-Thüringen), Marcus Schmidt (Planung Westsachsen-Thüringen), Ulrike Klein (Geotechnik Mitteldeutschland) und Claudia Hermann (Unternehmenskommunikation Mitteldeutschland) in Empfang genommen. Sie erläuterten fachkundig die Transformation der Tagebaulandschaft am Beispiel des Tagebaus Espenhain im mitteldeutschen Braunkohlervier, die Abläufe während der Gefahrenabwehrmaßnahme, die aufgrund der Risse und Erosionserscheinungen im Bereich des Störmthaler Kanals umgesetzt worden war, und die wasserbaulich interessanten Aspekte zwischen den Bergbaufolgeseen Markkleeberger und Störmthaler See.

Nach der Besichtigung der neu entstandenen Querbauwerke entlang der Gewässerverbindung besuchten die Studenten als nächste Station der Exkursion die Wasserstadt Leipzig, insbesondere den Lindenauer Hafen. Am Vortag waren sie im Erzgebirge bei der sächsischen Landestalsperrenverwaltung.

Falk Bräuer berichtet kurzweilig von den Herausforderungen während der Gefahrenabwehrmaßnahme.

Fotos: LMBV/Claudia Hermann


Laga-Kommission in Spremberg — LMBV unterstützt mit Vortrag über Spree-Eisenminderung

Senftenberg/Spremberg. Im Rahmen der Bewerbung der Stadt Spremberg für die Ausrichtung der Brandenburger Landesgartenschau 2026 wurden am 4. April 2022 verschiedene Stationen in der Stadt durch die Interministerielle Arbeitsgruppe (IMAG) begutachtet. Die LMBV folgte – auch nach einem offiziellen Unterstützerschreiben durch die Geschäftsführung – der Einladung der Stadt Spremberg, mit einem Vortrag zur „Sauberen Spree“ den IMAG-Besuchstag zu begleiten.

Am Altarm der Spree im Spremberger Schlossbezirk informierte Sven Radigk, Leiter der LMBV-Projektgruppe „Gewässergüte Fließgewässer Lausitz“, die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Delegation über die Entstehung der Verockerung der „Braunen Spree“ und zur wasserwirtschaftlichen Sanierungstätigkeit der LMBV.

Näher erläutert wurden die Mittel- und Langfristmaßnahmen, die im Hinblick auf die Reduzierung der Eisenfracht zum Tragen kommen bzw. geplant sind. Bisher erreichte Ziele, beispielsweise die erfolgreiche Konditionierung in der Vorsperre der Talsperre Spremberg wurden durch Vorher-/Nachher-Luftbilder von der Hauptsperre, dem auch touristisch genutzten Spremberger Stausee, veranschaulicht.

Sven Radigk betonte während seines Vortrags die Notwendigkeit, die Herausforderungen der eisenbelasteten Spree proaktiv anzugehen und in der Bevölkerung offen anzusprechen, um so den Bürgerinnen und Bürgern ein Signal zu geben – auch hinsichtlich der Wasserproblematik, die im Gesamtprozess des Strukturwandels 2.0 eine bedeutende Rolle einnimmt.

Christine Herntier, Bürgermeisterin der Stadt Spremberg, hob die Wichtigkeit der langfristigen Lösungen für eine saubere Spree hervor, da die Auswirkungen und Erfolge der Wasserbehandlung in der Lausitz für die Entwicklung der Region essenziell seien und letztlich bis nach Berlin spürbar wären.

Hinsichtlich der touristischen Entwicklung verwies u.a. Michael Apel von der Spremberger Kino und Kultur GmbH auf Pläne, geführte Radtouren entlang der Spree mit Haltepunkten an den errichteten Konditionierungs- und Wasserbehandlungsanlagen der LMBV anzubieten, um so den technischen Hintergrund bei Reisenden, Urlaubern und Einheimischen stärker in den Vordergrund zu rücken.

In einer abschließenden Frage- und Diskussionsrunde vor Ort tauschten sich die Teilnehmenden über das Wassermanagement in der Lausitz und speziell in Spremberg aus, das in Gänze eine große Herausforderung auch lange Zeit nach dem aktiven Braunkohlenbergbau darstellen wird.

Fotos: R. Kaltschmidt


LMBV übergibt Zechenhaus Brieske an den Landkreis Oberspreewald-Lausitz

Senftenberg. Mit der offiziellen Übergabe des historischen Zechenhauses Brieske der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH an den Landkreis Oberspreewald-Lausitz beginnt eine neue Ära für dieses historische Gebäude in Senftenberg. Am 6. April 2022 um 10 Uhr wurde der Eigentümerwechsel mit einem feierlichen Akt vor Ort vollzogen. „Wir sind sehr froh, dass dieses denkmalgeschützte Gebäude nach jahrelangem Leerstand einen Käufer gefunden hat, der ein für so ein geschichtsträchtiges Haus angemessenes Nutzungskonzept vorsieht“, erklärt Gunnar John, Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV. Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz erwarb die Liegenschaft mit dazugehörigen Flächen. Über den Kaufpreis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart. Die Mittel dafür stammen unter anderem aus dem Strukturförderungsfond.

Geplant ist, im Zechenhaus das Zentraldepot des Landkreises mit Archiv und Kulturort zu etablieren. Der Sammlungsbestand der Museen des Landkreises umfasst ca. 30.000 Exponate. „Dies ist die Chance auf die Schaffung eines regionalen, kulturellen Leuchtturms. Es soll ein Ort für die Öffentlichkeit zugänglicher Ort werden, der sowohl die lange Industriegeschichte verkörpert und ihre Geschichte als Gedächtnis der Region bewahrt“, so Landrat Siegurd Heinze.

Hintergrund: Das Zechenhaus Brieske wurde 1908/09 als „Badehaus Marga“ durch die Ilse-Bergbau-Actiengesellschaft durch die Architekten Heidenreich und Michel geplant und als Verwaltungssitz und Sozialgebäude 1909/10  errichtet. Im Gebäude war eine für den Bergbau typische Waschkaue mit Kettenbad eingebaut, die noch bis heute in wesentlichen Teilen erhalten ist. Weiterhin waren im Gebäude Zechensaal, Magazin, Sanitätsstelle, Kasse sowie Büro und Aufenthaltsräume für Verwaltung und technische Leitung untergebracht. Eine Hausmeisterwohnung im Dachgeschoss gehörte ebenfalls zur Einrichtung.

Mit der Kombinatsbildung im Senftenberger Revier 1979 wurden die Mehrzahl der Büro- und Verwaltungsräume zu Mannschaftsumkleiden und Duschräumen umgebaut. Bis zum Anhalten der Brikettproduktion 1992 war das Gebäude fast ausschließlich als zentrale Wasch- und Umkleide in Nutzung. In einem Kellerbereich sowie in den Bereichen des Erdgeschosses war viele Jahre lang das Archiv der Bergbau-Unternehmen untergebracht. Als Firmenarchiv wurde das Gebäude noch bis 1999 genutzt, seitdem stand es leer. 1994 wurde es in die Liste der technischen Denkmale im Land Brandenburg aufgenommen und kam mit der Bildung der LMBV in deren Besitz.

Der Kaufmännische Geschäftsführer der LMBV Gunnar John im Gespräch mit Landrat OSL Siegurd Heinze und dem Bürgermeister der Stadt Senftenberg Andreas Fredrich
Fotos: Steffen Rasche für LMBV


98. Sitzung des Brandenburger Braunkohlenausschusses in Cottbus auch mit LMBV-Themen

Cottbus. Am 31. März 2022 tagte der Braunkohlenausschuss des Landes Brandenburg zum 98. Mal, auch diesmal unter Leitung der Vorsitzenden Kerstin Kircheis. In Cottbus wurde unter Tagesordnungspunkt 3 seitens des MIL zum Stand des geplanten Zielabweichungsverfahrens für den LE-B-Tagebau Jänschwalde informiert. Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts Cottbus zur nicht mehr gegebenen Vollziehbarkeit des Hauptbetriebsplans wird der Tagebau Jänschwalde zum 15. Mai 2022 stillgesetzt. Der LEAG-Vertreter im Ausschuss, Thomas Penk, informierte diesbezüglich über den nächsten juristischen Schritt einer Beschwerde beim OVG , die am 29. März eingelegt wurde. Das zuständige LBGR selbst wird keine Beschwerde einlegen und hat vom Bergbautreibenden zunächst bis zum 14.04.22 ein Konzept zur geotechnischen Sicherung abgefordert, da der weitere Vollzug des Hauptbetriebsplanes ab Mitte Mai gehemmt sei. Das LBGR kündigte eine Anordnung zur geotechnischen Sicherung des Tagebaubetriebs an. Das weitere Vorgehen der Gemeinsamen Landesplanung zum Zielabweichungsverfahren werde vor diesem Hintergrund zunächst ausgesetzt, so die GL-Referatsleiterin Gesa Dähnhardt.

Zum Tagesordnungspunkt 4 berichtete LBGR-Abteilungsleiter Uwe Sell über die Aktivitäten des Landesbergamtes nach dem geotechnischen Ereignis am 9. März 2021 am Helenesee. Das Bergbaufolgegewässer werde als „Altbergbau mit Rechtsnachfolger“ eingestuft, wobei diese Frage noch weiter juristisch geprüft werde. Eine künftige Zuordnung zur Braunkohlesanierung sei beabsichtigt bzw. seitens des Landes angestrebt. Nach dem Einrichten eines erweiterten Sperrbereiches wurden erste Untersuchungen am Restloch an die Firma BIUG beauftragt. In einer derzeit laufenden zweiten Etappe sei eine komplette geotechnische Untersuchung durch Sachverständige veranlasst worden. Dazu seien bis zu 30 Kernbohrungen sowie Drucksondierungen nötig, die weit über den ursprünglich angedachten Mai-Zeitraum bis nun Herbst 2022 umgesetzt werden. Ziel sei es, bis zum Jahresende 2022 einen geotechnischen Abschlussbericht der BIUG vorliegen zu haben, auf dem dann eine Sanierungsplanung aufsetzen könnte. Die dafür notwendige europaweite Ausschreibung wurde von Sell für den Zeitraum 2023/24 avisiert.

Das LBGR gehe dazu weitere Schritte, die weit über die eigentliche Gefahrenabwehr hinausgehe. Das Land Brandenburg gehe dafür auch in „finanzielle Vorleistung“ und werde über das LBGR einen Projektsteuerer beauftragen. Das Amt sei beim Altbergbau personell „schmalbrüstig aufgestellt“, so Uwe Seel, jedoch habe der LBGR-Präsident S. Fritze das weitere Vorangehen selbst zu seinem nachdrücklichen Anliegen gemacht. An die LMBV sei man diesbezüglich noch nicht offiziell herangetreten. Die GL4 macht zudem deutlich, dass die „zu erwartende lang andauernde Sanierung“ des Sees in einer dem für den Zeitraum ab 2023 erwarteten Folge-Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung zugrundeliegenden Projektplanung der Bergbausanierer noch nicht inkludiert sein konnte. Hier seien zunächst weitere Gespräche des Landes mit dem Bund nötig.

Unter dem Tagesordnungspunkt 5 berichtete die LMBV zu geplanten Sanierungsleistungen im Raum Lauchhammer. Den Sachstandsbericht dazu gab Gerd Richter, Leiter des LMBV-Sanierungsbereiches Lausitz. Er erläuterte zunächst den Stand der Verhandlungen auf dem sogenannten Kippenareal Ki 5, wo aus Standsicherheitsgründen die Aufgabe von Wohnbebauungen und Gewerbestandorten laut LBGR bis zum Jahresende 2022 notwendig seien. An der Wilhelm-Külz-Straße seien private Eigentümer und gewerbliche Ansiedlungen,  am Pappelweg Wohn- und Gartengrundstücke betroffen. Die Verhandlungen mit dem überwiegenden Teil der Betroffenen zur Absiedelung seien gut vorangekommen, im Einzelfall noch nicht abgeschlossen. Mit der nach dem Rückbau der Gebäude geplanten bergtechnischen Sicherung des Kippenareals soll eine Trittsicherheit und auf den Verkehrsflächen eine Befahrbarkeit für luftbereifte Fahrzeuge bis 25 Tonnen erzielt werden. Damit würde sich das mittels Verdichtung gesicherte Kippenareal dann wieder als städtischer Baugrund für leichte setzungsunempfindliche Bauwerke z.B. der Photovoltaik oder als Natur-Retentionsräume eignen.

Richter kündigte auch die Fortführung der Einzelhaus-Sicherungsplanungen für die Schloss-Siedung in Lauchhammer an, nachdem das Moratorium des MIL und der damit verbundene Planungsstopp im Februar 2022 aufgehoben worden seien. Im ersten Schritt seien das Einholen verbindlicher Interessensbekundungen der derzeit 54 Betroffenen und dann das Überarbeiten der bereits vorliegenden ersten 24 Planungen vorgesehen. Im nächsten Schritt ist eine Infoveranstaltung mit den Betroffenen geplant, um dann im Anschluss weitere Einzelhaus-Planungen neu ausschreiben zu können. Gerd Richter informierte zudem über weitere laufende und geplante Vorhaben der LMBV im Raum Lauchhammer.

Impressionen von der 98. Sitzung des Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg in Cottbus - Fotos: Dr. Steinhuber