Flözerfest am Ufer des entstehenden Lappwaldsees

Harbke/Helmstedt. Zum Jubiläum des 30-jährigen Jahrestages der Deutschen Einheit war es geplant gewesen, doch erst zwei Jahre später konnte das 1. FLÖZerfest am Lappwaldsee pandemiebedingt stattfinden. Mehrere Tausend Menschen nutzten am 29. Mai 2022, einem Sonntag, die Möglichkeit, per pedes oder per Fahrrad auf das in Sanierung befindliche Gelände der LMBV im Bereich des Grenzkohlepfeilers zwischen den ehemaligen Tagebauen Wulfersdorf und Helmstedt bis ans Seeufer zu gelangen. Den Erlebnistag organisiert hatte der Planungsverband Lappwaldsee in Zusammenarbeit mit den Bergbauunternehmen, um über die regionale Entwicklung zu informieren sowie an die einzigartige deutsch-deutsche Geschichte des Grenztagebaus zu erinnern. Zur Verdeutlichung der Verbindung zum Bergbau und zum Braunkohleflöz, wurde der Name FLÖZerfest gewählt. Auf insgesamt fünf Eventflächen gab es Infostände, Führungen und Mitmachaktionen. Pferdekutschfahrten am Ostufer von Harbke in Richtung Flöz und Bootsfahrten unweit eines stählernen Bergbaurelikts, an dem der geplante Endwasserstand von 103,00 m NHN mit einem blauen Helium-Ballons visualisiert wurde, komplettierten die Angebote für Jung und Alt.

Die Eventfläche am Restloch Helmstedt, im Hintergrund liegt das Restloch Wulfersdorf.

Die LMBV war mit einem Infostand am Seeufer vertreten und hatte darüber hinaus auf der Zuwegung verschiedener Infotafeln installiert. Die LMBV-Mitarbeiter Mirko Mennert, Mathias Siebert, Rüdiger Szobries und Claudia Hermann informierten die Besucher über die zahlreichen aktuellen und bereits realisierten Sanierungsmaßnahmen, die 1986 im Tagebau Wulfersdorf begannen und nach der politischen Wende von der LMBV im Auftrag von Bund und Ländern fortgesetzt wurden, um die Hinterlassenschaften des Braunkohlenbergbaus im ehemaligen Tagebau Wulfersdorf zu beseitigen. Beispielhaft zu nennen sind: 1) Rekultivierung, Erosionsschutzmaßnahmen und Tagebausicherung im Raum Wulfersdorf, 2) Böschungssanierung Südwestböschung Hochkippe Wulfersdorf und Ostböschung und 3) Erosionsrinnenbeseitigung im Bereich unterer Glüsig. Auf niedersächsischer Seite ist seit 2014 die Helmstedter Revier GmbH (HSR), eine Tochter der MIBRAG, für die Sanierung des Tagebaus Helmstedt zuständig. Gemeinsames Ziel ist es, ein länderübergreifendes Gewässer zur Bade- und Freizeitnutzung herzustellen.

LMBV-Team zur Betreuung des Informationsstandes

Die Veranstaltung soll künftig jährlich stattfinden, wobei das jetzige Veranstaltungsgelände am Ufer des Tagebaurestlochs Helmstedt bereits in ein bis zwei Jahren unter Wasser stehen wird. Wenn das Wasser im Tagebaurestloch Helmstedt bei fortschreitender Flutung auf 89,2 m NHN gestiegen ist, werden sich die Wasserflächen vereinigen und aus den zwei Tagebaurestlöchern Helmstedt und Wulfersdorf entsteht ein Bergbaufolgesee.

Die Flutung erfolgt mit Sümpfungswässern aus dem Tagebau Schöningen in das Restloch Helmstedt und durch Eigenaufgang des Wassers im südlicheren Restloch Wulfersdorf. Die Flutung soll nach aktuellem Stand im Jahr 2032 beendet sein. Der Lappwaldsee wird dann einen Endwasserstand von 103 Metern NHN, ein Volumen von etwa 120 Millionen Kubikmetern haben und eine Fläche von 4 Quadratkilometern umfassen. Der aktuelle Flutungsstand liegt bei 85,5 Metern NHN bzw. 36,4 Millionen Kubikmetern und damit bei 51 Prozent der Zielmarke (Stand: April 2022). Der pH-Wert beträgt zurzeit 3,3.

Bereits im vergangenen Jahr haben die beiden Bergbauträger, HSR und LMBV, gemeinsam mit Vertretern des Planungsverbandes Lappwaldsee einen ehemaligen Kohle-Förderbandträger als bergbautypisches Monument im Bereich des ehemaligen Grenzkohlepfeilers am Uferbereich in Harbke abgelegt. Dieses Relikt soll später als Ziel für Tauchgänge im See dienen. 

Impressionen vom Erlebnistag: LMBV/Claudia Hermann


Neue Visionen für den IGP Espenhain beim 1. DokMitt-Workshop

Rötha. DokMitt – das ist der Förderverein zum Aufbau des Dokumentationszentrums IndustrieKulturlandschaft Mitteldeutschland e.V. in Borna, der sich seit September 2015 unter der Ägide des früheren Leipziger Regierungspräsidenten Walter Christian Steinbach engagiert. Er möchte ein gemeinnütziges Zentrum zur Erforschung des Strukturwandels und zur Entwicklung von Zukunftsaussichten für die mitteldeutsche Industrie- und Bergbauregion etablieren. Das avisierte Dokumentationszentrum soll dabei als „Enzyklopädie Mitteldeutschlands“ fungieren und die mehrfach unter Beweis gestellte Fähigkeit der Region zur Transformation ergründen. Zu den vielbeachteten Projekten des Vereins gehören u. a. eine Zeitzeugenbefragung („Oral History“) sowie der Aufbau einer Bergbausammlung betreut durch das Sächsische Wirtschaftsarchiv e. V. Die neuesten Projektideen widmen sich speziell dem Standort Industrie- und Gewerbepark Espenhain an der Leipziger Straße, das durch die LMBV als Flächeneigentümerin vermarktet wird.

Um diese Visionen vorzustellen, lud der DokMitt-Verein am 24. Mai 2022 zu einem 1. Forum unter dem Titel „Das Werk Espenhain. Von der Dreckschleuder zum Innovationsstandort“. Während des Workshops im Volkhaus Rötha wurden den rund 50 Zuhörern konkrete Zukunftsvorschläge für den Industriestandort ‚Werk Espenhain‘ präsentiert:

  1. Ausgangspunkt für eine Internationale Bauausstellung (IBA) Impulsregion Leipzig zwischen 2025 und 2035,
  2. der Aufbau einer Holzindustrie basierend auf künstlicher Intelligenz plus Schaffung neuer nachhaltiger Arbeitsplätze sowie
  3. der Aufbau eines Industriell-soziokulturellen Zentrums in der TDE-Wagenhalle.

 

Der Workshop startete mit einer Darstellung des Entwicklungskonzepts des DOKMitt e.V. am Standort Espenhain und mit den Grußworten von Henry Graichen, Landrat Leipziger Land, und vom Schirmherr der Veranstaltung, Michael Kretschmer, das von Andreas Matthes, SMWA Dresden, überbracht wurde. Es folgten informative Vorträge über:

  • die „Geschichte des Veredelungsstandortes. Potential für die Zukunft?“ von Peter Krümmel (Soziokulturelles Zentrum KuHstall e.V. und DOKMitt-Gründungsmitglied)
  • „Das Holzbauzentrum. Intention und Perspektive“ von Dr. Matthias Reuschel (AG Holzbauzentrum, Fa. S&P Gruppe Leipzig) und
  • die „IBA Impulsregion Leipzig“ von Ulrike Rothe (IBA Thüringen und Brandenburg), wobei letzterer auf die IBA Fürst-Pückler-Land im Lausitzer Braunkohlerevier zwischen 2000 und 2010 unter Leitung von Prof. Rolf Kuhn verwies.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Markus Krabbes (Rektor der Hochschule Merseburg und DOKMitt-Gründungsmitglied). Während der sich anschließenden Podiumsdiskussion kamen zu Wort:

  • Ronny Zienert (Sächsisches Ministerium für Regionalentwicklung),
  • Dr. Nils Schinker (Landesamt für Denkmalpflege Sachsen),
  • Jörg Kelkenberg (LMBV, Abteilungsleiter Flächenmanagement Mitteldeutschland),
  • Dr. Sören Glöckner (Holzbau Kompetenz Sachsen GmbH),
  • Jens Buchwald (TDE Mitteldeutsche Bergbau Service GmbH) und
  • Pablo Wendel (Kulturzentrum EWerk Luckenwalde).
LMBV-Abteilungsleiter Jörg Kelkenberg informiert über verfügbare Flächen im IGP.

Von besonderem Interesse war dabei die beispielhafte Darstellung des Künstlers Pablo Wendel, wie er das 1913 errichtete und nach 1989 stillgelegte Lausitzer Braunkohlenkraftwerk Luckenwalde 2019 als nachhaltiges Kunststrom-Kraftwerk und als Zentrum zeitgenössischer Kunst wiederbelebte. Der nun aus Holzabfällen produzierte „Kunststrom“ aus dem E-Werk wird in das öffentliche Netz eingespeist.

Der Wille zur Revitalisierung des heutigen IGP als Objekt der Industriekultur zeigte sich sowohl in den zahlreichen Redebeiträgen als auch in der dem Workshop vorangegangenen Fußexkursion mit rund 25 Teilnehmern auf den Flächen des Industrie- und Gewerbeparks (IGP) Espenhain.

Die Begehung hatte begonnen auf dem Gelände von TDE Mitteldeutsche Bergbau Service GmbH, einer 1991 gegründeten Sanierungsgesellschaft und heutigem Dienstleister für Bergbauunternehmen, die von Anfang an erfolgreich war. Zum Auftakt erinnerte Uwe Bruchmüller (ehemals IG BCE und DokMitt-Gründungsmitglied) an den Bergbau und die Umweltfolgen in der Region, an die 1.400 Bomben, die auf diesen Standort fielen, aber auch an die etwa 8.000 Beschäftigten im Werk und im Tagebau um 1990. Er wünschte sich künftig Wertschöpfung in Form eines klugen Strukturwandels, indem Altes durch Neues ergänzt wird. Walter Christian Steinbach wiederum berichtete vom Umweltseminar 1980, von der Erfindung der symbolischen Aktion „Eine Mark für Espenhain“ und den 100.000 Unterschriften, die bis zur politischen Wende gesammelt worden waren. Mehrfach wurde von den Anwesenden daran erinnert, dass am 27. August 1990 der – deutschlandweit – letzte Schwelofen abgeschaltet worden war.

 

Claudia Hermann erläutert die Chronologie der Flächenverkäufe

Die Begehung verlief weiter entlang der industriearchitektonisch wertvollen Verwaltungsgebäudes vom ehemaligen Braunkohlenveredelungswerk, bei der der rege Zuspruch bei den Flächenverkäufen in den letzten 20 Jahren sowohl seitens LMBV als auch Wirtschaftsförderung thematisiert wurde. Claudia Hermann fasste zusammen, wie der Standort Mitteldeutscher Industriepark Espenhain mit zunehmendem Sanierungsfortschritt neu belebt wurde und wie das Angebot an vermarktungsfähigen Immobilien in den letzten Jahren abnahm. Dr. Nils Schinker wiederum erläuterte am Beispiel der denkmalgeschützten ehemaligen Schaltwarte und des Hauptverwaltungsgebäudes, welch nachhaltiges Potenzial in den Hinterlassenschaften des Bergbaus steckt. Die Fußexkursion endete mit einer Besichtigung der Wagenhalle von TDE, die künftig als Raum für Kultur und Kunst dienen könnte.

 

In der Wagenhalle von TDE

Weitere Informationen zum Förderverein sind zu finden unter https://dokmitt.de/. Zum erweiterten beratenden Vorstand gehören Almuth Götz (ehemals LMBV) und Prof. Dr. Andreas Berkner (Regionaler Planungsverband Leipzig-Westsachsen).

Impressionen vom Workshop und von der Begehung: LMBV/Claudia Hermann


Sedimentationsbecken III an der Vorsperre Bühlow wird ab Juni beräumt

Senftenberg/Spremberg. Ab dem 01.06.2022 wird mit der Beräumung des Sedimentationsbecken III an der Vorsperre Bühlow begonnen. In das Becken wurden ca. 30.000 m³ Schlamm aus der Vorsperre eingetragen. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis zum 31.12.2022 andauern.

Die Transporte verlaufen über den Radweg und Amselweg bis hin zur L 52. Die Leerfahrten zum Sedimentationsbecken III erfolgen über den Pflasterweg. Die tägliche Transportleistung beläuft sich wie auch in den Vorjahren auf 10 bis 15 LKW.

Die Entschlammung der Vorsperre Bühlow erfolgt durch den Auftragnehmer der LMBV, die TWB Tief- und Wasserbau GmbH Boblitz, in Nutzung der technischen Anlagen und im Auftrag des Landesamtes für Umwelt Brandenburg.

Sedimentationsbecken III an der Vorsperre Bühlow / Fotos: Steffen Rasche und Christian Horn


Bitte beachten Sie unsere Betriebsruhe am 27. Mai 2022

Senftenberg/Leipzig/Sondershausen. Bitte beachten Sie, dass entsprechend der tariflichen Regelungen am Freitag, dem 27.05.2022, Betriebsruhe für die LMBV-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vereinbart ist.

In Havariefällen ist der Diensthabende der LMBV unter der bekannten Notfall-Nummer 01801 142 222 zu erreichen.


Acht neue Infotafeln für Naturschutzgebiet Werbeliner See

Leipzig/Brodau. Acht neue Informationstafeln machen Besucher des Naturschutzgebietes Werbeliner Sees jetzt besser mit dessen Geschichte vertraut und sensibilisieren für einen sorgsamen Umgang mit dem artenreichen Areal. Offiziell ihrer Bestimmung übergeben wurden die Tafeln am 16. Mai 2022 von Grit Uhlig, Leiterin des LMBV-Sanierungsbereichs Mitteldeutschland, und Nordsachsens Landrat Kai Emanuel bei einem gemeinsamen Termin am Ostufer des Werbeliner Sees.

Grit Uhlig und Kai Emanuel enthüllen eine der neuen Tafeln zur Information der Besucher

„Es ist unser Ziel, Mensch und Natur am Werbeliner See in Einklang zu bringen. Dabei setzen wir vor allem auf Information und Aufklärung beim behutsamen Entdecken und Erleben des Naturparadieses mit seinen mehr als 500 Tier- und 270 Pflanzenarten“, begründet der Landrat die gemeinsame Initiative von LMBV und Landratsamt (LRA). „Schon bei der Sanierung des Tagebaus hat der Naturschutz eine herausragende Rolle gespielt. Darum wurden die Schüttrippen auch so belassen, damit sich ein interessantes Feuchtbiotop entwickeln konnte“, ergänzt Grit Uhlig.

Die vier Tafeln der LMBV bieten am Werbeliner See im Bereich Brodauer Zinken, Zugang Werbelin und Parkplatz Schaufelrad sowie am Zwochauer See zahlreiche Fakten zum ehemaligen Tagebau Delitzsch-Südwest, der 1993 stillgelegt und anschließend saniert wurde. Die Sanierung sei noch nicht vollständig abgeschlossen, erklärt Grit Uhlig. So müssten noch die Flutungsleitung und die ehemaligen Tagesanlagen sowie Filterbrunnen und inaktive Grundwassermessstellen zurückgebaut werden. Die Grundwasserdynamik werde im Rahmen des montanhydrologischen Monitorings weiterhin überwacht. 

Die vier neuen Tafeln des Landratsamtes heißen die Besucher an den See-Zugängen Delitzsch-Südwest, Werbelin, Zwochau und Wolteritz willkommen. Auf ihnen werden das Naturschutzgebiet visualisiert und Verhaltensregeln einfach und verständlich erklärt. Erarbeitet haben die Übersicht Franka Seidel und Heike Franke vom LRA-Projekt „Naturschutzbezogene Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit im Großraum Delitzsch“. Seit 2019 sensibilisiert das Duo die Besucher für das einzigartige Areal. 

Fotos: LMBV/Claudia Hermann


Umweltgerechte Entsorgung und Beitrag zum Gewässerschutz in Bischofferode

Sondershausen/Kassel. Durch Niederschlag entstehen an der verbliebenen Rückstandshalde des ehemaligen Bergwerks Bischofferode kontinuierlich salzhaltige Wässer, welche die Umwelt belasten. Um die Menge dieser Haldenwässer zu reduzieren, plant der verantwortliche Sanierungsträger LMBV eine partielle Abdeckung der Halde. Bis zur Umsetzung und Fertigstellung dieser Maßnahme, werden die Gru-benhohlräume des ehemaligen Bergwerkes Bischofferode im LMBV-Sanierungsbereich Kali-Spart-Erz schrittweise und kontrolliert mit den noch anfallenden Haldenwässern geflutet.

Um dies schadlos für das Bergwerk und die Tagesoberfläche zu gestalten, werden die Wässer mit hoch salzhaltigen Prozesswässern des Unternehmens K+S gemischt und über eine Bohrung nach unter Tage verbracht. Damit erfolgt die umweltgerechte Entsorgung der langfristig anfallenden Haldenwässer in Bischofferode. Bislang müssen diese über das zentrale Laugenstapelbecken Wipperdorf kontrolliert an den Vorfluter Wipper abgegeben werden. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung werden die Flutungsmaßnahmen der LMBV voraussichtlich Ende 2022 beginnen und bis Ende 2033 andauern.

Das partielle Abdecken der Halde wird voraussichtlich von 2024 bis 2032 dauern.
Am 16. Mai 2022 beginnen die vorbereitenden Arbeiten zur Errichtung einer Entladestation für Tanklastwagen, welche zukünftig K+S-Prozesswässer anliefern werden. Die behördlichen Genehmigungen für den Anlagenbau liegen vor. Die Errichtung der Anlage erfolgt durch K+S.

Die Anlage mit drei Lkw-Entladestellen, die den Richtlinien für wassergefährdende Stoffe entspricht, besteht aus einem Pumpenhaus und drei 50-Kubikmeter-Tanks sowie einem Container mit Sanitäranlage und Aufenthaltsraum für das Personal. Von der Entladestelle führt eine etwa 600 Meter lange Pipeline zur Einleitbohrung in das Berg-werk. Sie wird ebenfalls in den kommenden Monaten gebaut.


Medieneinladung — Neue Infotafeln am Werbeliner See

Vor-Ort-Termin mit Kai Emanuel und Grit Uhlig

Sehr geehrte Damen und Herren,

Mensch und Natur in Einklang zu bringen, ist das Ziel in der Bergbaufolgelandschaft „Naturschutzgebiet Werbeliner See“. Dabei setzen die Partner Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) und Landratsamt (LRA) Nordsachsen vor allem auf Information und Aufklärung beim behutsamen Entdecken und Erleben des Naturparadieses mit seinen mehr als 500 Tier- und 270 Pflanzenarten. Zu einem Vor-Ort-Termin mit Foto- und Interview-Möglichkeiten möchten wir Sie hiermit herzlich einladen.

WAS

Neue Informationstafeln an den Zugängen zum Werbeliner See:

  • „Vom Tagebau Delitzsch-Südwest zum Werbeliner See“ (LMBV)
  • „Herzlich Willkommen im Naturschutzgebiet Werbeliner See“ (LRA)

WANN

Montag, 16. Mai 2022, 11.30 Uhr

WO

Treffpunkt ist der Parkplatz am Werbeliner See in Brodenaundorf am Ende der Kattersnaundorfer Straße.

Hinweis:

Die Zufahrt aus Richtung Leipzig über die B 184 ist trotz der in Brodau folgenden Baustelle frei, aus Richtung Delitzsch ist Brodenaundorf über Zschortau erreichbar.

WER

  • Kai Emanuel, Landrat des Landkreises Nordsachsen
  • Grit Uhlig, Leiterin Sanierungsbereich Mitteldeutschland der LMBV
  • weitere Vertreter aus den jeweiligen Fachbereichen des Landratsamtes und der LMBV

Vielen Dank für Ihr Interesse. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Weiterführende Links

Naturschutzgebiet Werbeliner See 


Denkmalschützer und ‑pfleger mit Journalisten vor dem nächsten Kohleausstieg im Revier unterwegs

Weißwasser/Boxberg. Auf Einladung des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz (DNK) fand vom 4. bis 6. Mai 2022 eine Pressetour zur “Denkmalpflege im Braunkohlerevier Lausitz“ unter Leitung von Dr. Ulrike Wendland statt. Neben der LEAG war auch die LMBV in die Vorbereitung mit einbezogen worden, um der Frage nachzugehen: Wie verändert sich die industrielle Kulturlandschaft?

Die 42. Pressefahrt des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz startete in Weißwasser und führte die Teilnehmer zunächst zum Turm am Schweren Berg. Im Besucherzentrum des LEAG-Tagebaues Nochten wurde über die laufende Braunkohleförderung informiert. Da der Kohleausstieg beschlossen ist, stehen große Regionen in Deutschland vor der Herausforderung, einen weiteren Strukturwandel zu bewältigen - auch das Braunkohlerevier in der Lausitz. Daher widmete das DNK sich der Frage: „Wie verläuft der Transformationsprozess und welche Auswirkungen hat er auf die Industriekultur, die industriellen Kulturlandschaften, und auf die Menschen, die im Süden Brandenburgs und im Osten des Freistaates Sachsen eine neue Zukunft gestalten wollen? „

Die Pressefahrt 2022 führte die Teilnehmer zu „Hotspots der Veränderung“: bei der Befahrung des sächsischen Tagebaus Nochten wurden archäologische Fundstellen ansteuert, die dort zu Tage getreten waren. Mit dem Landesdenkmalamt Sachsen und dem Bergbautreibenden wurde über die Zusammenarbeit von Braunkohleförderer und Denkmalbehörden sowie über die Herausforderungen im kommenden Transformationsprozess diskutiert. Ausblicke auf bereits wieder nutzbar gemachte Industrielandschaften gaben später Mitarbeitende der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft.

Am Abend des 4. Mai 2022 vertieften - nach einer Begrüßung durch Werner v. Bergen (DNK) - Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Kulturtourismus und der angewandten Forschung in einem Gespräch, wie in einem erfolgreichen Strukturwandel Bewohnern und Bewohnerinnen ihre spezifische Identität bewahrt und neue Perspektiven gegeben werden können. Für die Bergbausanierer beteiligte sich Gerd Richter, LMBV-Bereichsleiter des Sanierungsbereiches Lausitz, im Podium an der Diskussion. Es wurden Zukunftsszenarien diskutiert. Die öffentliche Veranstaltung fand im Soziokulturellen Zentrum TELUX, in den Hallen des ehemaligen Glaswerkes, in Weißwasser statt. Ein zuvor von Oberbürgermeister Torsten Pötzsch vorgestelltes Bauwerk, ein notgesichertes Lagergebäude der Weißwasseraner Glasindustrie aus den 30er Jahren, der sogenannte Neufert-Bau, begeisterte viele Tour-Teilnehmer.

Am Folgetag stand neben der Energiefabrik Knappenrode auch ein großer Bergbaufolgesee der LMBV bei Boxberg im Mittelpunkt der Tour. Boxbergs Bürgermeister Achim Junker und Gerd Richter informierten über den erfolgten Wandel vom vormaligen Tagebau Bärwalde hin zum heutigen Bärwalder See. Nach der abrupten Tagebau-Stillsetzung im Jahr 1992 schloss sich eine aufwendige bergtechnische Sanierung an, die mit der 1997 gestarteten Flutung einen ersten Meilenstein mit dem Anfahren des Zielwasserstandes im Jahre 2009 erreichte. Seitdem wird die Wassermenge des auch als Speicher genutzten Bergbaufolgesees über die Flutungszentrale der LMBV weiter gesteuert, die Ufer dem Wellengang angepasst und die Grundlagen für kommunale und private Investitionen an den Ufern gelegt.

In Brandenburg besuchten die Reiseteilnehmer unter anderem die Förderbrücke F60 in Lichterfeld, die von einem Verein getragen wird, der 2018 den Deutschen Preis für Denkmalschutz erhielt. Wenige Orte weiter steht der Schaufelradbagger „Blaues Wunder“, an dem sich in Schipkau die Geister scheiden. Hier steht die Frage: Kann diese Anlage denkmalgerecht erhalten und touristisch genutzt werden oder setzt man auf den ehemaligen Industrieflächen andere Projekte um? Im IBA Studierhaus Großräschen, dem ehemaligen Beamtenwohnhaus der „Ilse-Bergbau Aktiengesellschaft“, folgte ein weiteres abendliches Fachgespräch unter dem Titel „Neue Denkmale – Neue Ideen?“.

Neben Thomas Zenker, Bürgermeister von Großräschen, beteiligten sich Reinhold Dellmann, Vorsitzender des Landesdenkmalbeirates Brandenburg und Minister a.D., Dr. Uwe Koch, Beauftragter für die Kulturentwicklung in der Lausitz, Brandenburgisches Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie Dr. Christine Onnen, Leiterin der Inventarisation am Brandenburgischen Landesdenkmalamt und Prof. Rolf Kuhn, ehemaliger Geschäftsführer der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land an dem Gespräch. Vorgestellt wurde bei der Reviertour auch die von der BKM, d.h. der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, geförderte Kampagne der Landesdenkmalämter zur Inventarisation der Kulturdenkmale in der montanindustriellen Kulturlandschaft.

Fotos: Dr. Uwe Steinhuber

Blick über den Bärwalder See