Fachexkursion am Zwenkauer See

Zwenkau. Eine Runde um den See führte die Befahrung der BWK. Hinter der Abkürzung verbirgt sich der Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau, eine Gruppe des Wasser- und Bodenverbandes „Dahme-Notte“. Die Fachleute zum Thema Wasser waren bereits in der Vergangenheit im Lausitzer Revier unterwegs und interessierten sich nun für die wasserbaulichen Anlagen am Zwenkauer See.

Ziel der Exkursion war es, Erkenntnisse für die eigene Arbeit zu gewinnen und von anderen Teilnehmern zu lernen. Mit Beginn am KAP Zwenkau besuchten die rund 15 Ingenieure aus dem Raum Frankfurt (Oder) die Hochwasserentlastungsanlage Zitzschen, das Auslaufbauwerk Weiße Elster und die Baustelle zum Harthkanal an der der A38. Seitens der LMBV informierten Jörg Schöne, Projektgruppe Harthkanal, und Jens Konschak, Projektmanagement Zwenkau, die Gäste.

Angefangen am Kap Zwenkau standen die Herstellung des Zwenkauer Sees und die Aufgaben der LMBV im Mittelpunkt. Fragen zur Flutung, zum aktuellen Wasserstand und der Wassergüte interessierten die Teilnehmer aus verschiedenen Ingenieurbüros und dem brandenburgischen Landesumweltamt besonders. Zudem standen die wasserbaulichen Anlagen wie das Hochwasserentlastungswehr und das Auslassbauwerk im Fokus.

Als letzte Station ging es zur Baustelle des Harthkanals, wo noch einmal Fragen zur Schiffbarkeit und Nutzung der Seen im Südraum Leipzigs besprochen wurden. Die Gäste waren sehr dankbar über die fachlichen Ausführungen und setzten am Nachmittag ihr Programm mit einer Rundfahrt über den Cospudener See fort.

Start am Zwenkauer See: Die Gruppe des Wasser- und Bodenverbandes "Dahme-Notte" mit Jens Konschak und Jörg Schöne, LMBV

Der Wasser- und Bodenverband „Dahme-Notte“ betreut über 1.000 Kilometer Wasserläufe, Staue und Wehre sowie drei Schöpfwerke. Seit 1995 unterhält der Verband im Auftrag des Landesumweltamtes bzw. seit 2009 per Gesetz auch die Gewässer I. Ordnung mit sechs Schleusen und etlichen Wehren. Der Verband wurde 1991 gegründet und ist für die Einzugsgebiete Dahme, Notte-Kanal, Großbeerener Graben, oberer Buschgraben und oberes Hammerfließ zuständig.

Mit der Übernahme bundesdeutscher Gesetze und der Umstrukturierung in den Verwaltungsbereichen wurde auch die Unterhaltungspflicht der Gewässer und wasserwirtschaftlichen Anlagen neu geordnet. Die Vielzahl von Verpflichtungen, die allgemein mit dem Wasser zusammenhängen, übersteigt jedoch die Kraft der einzelnen Kommunen oder der Eigentümer. Deshalb bildeten sich schon in der Vergangenheit Gemeinschaftsorganisationen – die Gewässerunterhaltungsverbände. Diese Verbände können neben dem Bau und der Unterhaltung der Gewässer und Anlagen Aufgaben im Bereich des Umweltschutzes, des Wegebaus, des naturnahen Rückbaus von Wasserläufen u. Ä. übernehmen.

Impressionen einzelner Stationen auf der Befahrung (Fotos: LMBV)


Feierlicher Stollenanschlag für den neuen Steinbachstollen

Sondershausen/Steinbach. Mit einem offiziellen Stollenanschlag wurde im Thüringer Bergdorf Steinbach am 29. September symbolisch der Startschuss für den Bau eines neuen Entwässerungsstollens gegeben. Rund 100 Gäste verfolgten den feierlichen
Akt vor Ort. Durch die Auffahrung des neuen Stollens soll die dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden. Für die Dauer seiner Bauzeit trägt der Stollen den Namen seiner Patin Anke-Stollen. Die ehemalige Betriebsratsvorsitzende des mitteldeutschen Reviers und Mitglied des Aufsichtsrates der LMBV, Anke Thäle, führte mit einem Bohrwagen die erste Bohrung am zukünftigen Stollen durch. 

Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung und Technischer Geschäftsführer der LMBV, erläuterte: "Vor 30 Jahren wurde das Bergwerk, in dem Flussspat, auch bekannt als Fluorit, abgebaut wurde, stillgelegt. Die Entwässerung im alten Steinbachstollen ist jedoch nicht mehr gewährleistet und droht durch angeschwemmte Holzteile zu verstopfen." Dadurch könnten sich Grubenwässer aufstauen und unkontrolliert abfließen. Der Stau könne dort nicht beseitigt werden, weil Teile des alten Stollens verrohrt wurden. Deshalb habe sich die LMBV für den Bau eines neuen Stollens entschieden.

Es sei ein „schöner Brauch“ den Stollenanschlag feierlich zu begehen, sagte der Geschäftsführer von Schachtbau Nordhausen, Michael Seifert. Dazu gehöre es auch, die Heilige Barbara als Schutzpatronin der Bergleute anzurufen. Mit dem Vortrag ihres „Stollengedichtes“ erinnerte im Anschluss die Stollenpatin an die Geschichte der stillgelegten Grube Steinbach und der Bewohner des Bad Liebensteiner Ortsteils Steinbach. In der Vergangenheit war die Region bekannt für die Produktion von Messern und Werkzeugen.

Der neue Steinbachstollen wird parallel zum alten Stollen angelegt und ist mit 1.200 Metern etwas länger. Der Querschnitt wird mit zwölf Quadratmetern doppelt so groß wie bisher, damit Maschinen den Stollen befahren können. Die Kosten schätzt die LMBV auf rund sechs Millionen Euro. Voraussichtlich im Mai 2024 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Impressionen vom Stollenanschlag
Fotos: Anika Dollmeyer, Luftbilder Christian Horn


Erkundungsarbeiten am Tagebaurestloch Golpa IV gehen weiter

Leipzig/Gräfenhainichen. Aufgrund der derzeit noch ungenügenden Kenntnis zum Zustand der Böschungen im Bereich des ehemaligen Tagebaurestloches Golpa IV südwestlich von Gräfenhainichen erfolgen durch die LMBV weitere Erkundungen beziehungsweise Untersuchungen zur Erstellung eines Standsicherheitsgutachtens.

Anknüpfend an die bereits in den Jahren 2020 und 2021 durchgeführten landseitigen Haupterkundungen sind nun zwischen November 2022 und April 2023 seeseitige Erkundungsmaßnahmen vorgesehen. Dabei werden Unterwasserbohrungen in Kombination mit Drucksondierung abgeteuft. Als Vorbereitung dafür erfolgt ab Oktober 2022 die Ertüchtigung eines bereits vorhandenen Waldweges von der Kreisstraße K2037 über ca. 1,6 Kilometer als Baustellenzufahrt.

Nach Auswertung des Erkundungsprogramms erfolgt die Erstellung eines Standsicherheitsgutachtens, auf dessen Basis über den künftigen Wasserstand beziehungsweise über die Folgenutzung entschieden werden kann.

Für alle durchzuführenden Arbeiten liegen die Genehmigungen der zuständigen Ämter sowie die Erlaubnis der Flächeneigentümer vor. Die Maßnahme läuft im Rahmen des § 3 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung zur Gefahrenabwehr gegen die Folgen des Grundwasserwiederanstieges. Der Bereich um das Tagebaurestloch Golpa IV ist weiterhin Sperrgebiet und darf nicht betreten werden.

Hintergrund:

Die ehemaligen Tagebaue Golpa II und IV dienten nach dem Auslaufen der Tagebaue Golpa I und III der Versorgung der Braunkohlekraftwerke Vockerode und Zschornewitz. Der Tagebau Golpa IV wurde auch Pöplitz genannt, denn das Abbaufeld lag westlich der gleichnamigen Ortslage. Er wurde 1942 aufgeschlossen und war 1956 ausgekohlt.

Tagebaurestloch Golpa IV aus der Luft (Archivfoto 2019: LMBV/Peter Radke) und vom Boden (2020: LMBV/Sylke Hochmuth)


Bürgerinformation zur Schonenden Sprengverdichtung auf der Brückenfeldkippe

Senftenberg/Sedlitz. Am 21. September 2021 informierte die LMBV über die anstehenden Sicherungsmaßnahmen auf der Brückenfeldkippe im Ortsteil Sedlitz.

Bereichsleiter Gerd Richter informierte über den Stand der Arbeiten. Die Anwohner erhielten die Gelegenheit Fragen und Bedenken im direkten Gespräch mit den Projektverantwortlichen der LMBV zu erörtern.

Die Sicherungsmaßnahmen der Sedlitzer Brückenfeldkippe befinden sich in Vorbereitung

Derzeit werden die vorbereitenden Arbeiten für die eigentliche Sicherung der Innenkippe durchgeführt. Das sind die Herstellung der Bauzufahrten, um die Transporte nicht durch den Ort führen zu müssen, und die Kontrolle und ggf. Verwahrung untertägiger Strecken des Altbergbaus. Diese Arbeiten werden bis Ende 2022 vollendet sein.

Parallel zu den Arbeiten der LMBV wird durch die Firma Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH die Hochspannungsleitung saniert, erläuterte der Mitnetz-Projektplaner Andreas Klemm.

Schonende Sprengverdichtung beginnt Ende 2023

In der vegetationsfreien Zeit dieses Jahres beginnen die Holzungsarbeiten an der Forstwirtschaftsfläche. Dabei wird ein Waldstreifen nahe der Ortschaft Sedlitz stehen bleiben. Dieses Waldstück dient während der Sanierungstätigkeit als Sicht- und Lärmschutz für die Sedlitzer.

Die eigentlichen Verdichtungsarbeiten beginnen voraussichtlich im Spätherbst 2023. Mithilfe der Schonenden Sprengverdichtung (SSPV) werden erst die forstwirtschaftliche Fläche, später die Landwirtschaftsfläche gesichert. Mit dem Ende der Sprengverdichtung beginnen ab 2026 die notwendigen Geländeauffüllungen sowie Aufforstungsmaßnahmen.

 

Publikation


Feierliche Grundsteinlegung zur Errichtung des Aussichtsturms Stöntzsch

Pegau. Bei strahlendem Sonnenschein fand am 21. September 2022 die feierliche Grundsteinlegung für den Aussichtsturm Stöntzsch westlich von Pegau statt. Die LMBV errichtet als Projektträger den  Turm mit Mitteln nach § 4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung. Nach dem Baubeginn im August 2022 ist jetzt bereits das Fundament gut zu erkennen. Die Fertigstellung ist für April 2023 geplant. 

Der Aussichtsturm soll in seiner Silhouette an einen Kirchturm und damit an den abgebaggerten Ort Stöntzsch erinnern. In seinem Grußwort hob Holger Heymann, Referatsleiter Controlling beim Sächsischen Oberbergamt, deshalb die wechsel- und auch leidvolle Geschichte des Ortes Stöntzsch hervor. Als Vertreter des Freistaates Sachsen als Mittelgeber für § 4-Maßnahmen zog er den Bogen von der Überbaggerung des Ortes zur Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft, die die Besucher künftig von dem neuen Turm aus betrachten werden können. 

Grit Uhlig, Frank Rösel und Holger Heymann mit der gefüllten Hülse.

Frank Rösel als Bürgermeister von Pegau freute sich sehr über diesen Tag, auf den er und seine Mitstreiter lange gewartet hatten. In seinem Redebeitrag ging er noch etwas ausführlicher auf die Geschichte des Ortes Stöntzsch, der sogar von Napoleon und Johann Sebastian Bach besucht worden war, ein. Von 1961 bis 1965 wurden die rund 700 Einwohner des Ortes nach Pegau umgesiedelt. Der Ort fiel der Braunkohle zum Opfer. An der Stelle, an der nun der Aussichtsturm errichtet wird, befand sich bereits zuvor ein Aussichtspunkt, der von Pegauern und Leipzigern rege besucht wurde. Sogar der Radwanderweg „Grüner Ring“ wird so umverlegt werden, dass er am künftigen Aussichtsturm vorbeiführt, wie der Bürgermeister stolz berichtete.

Zur Entstehungsgeschichte des Bauwerkes und den technischen Daten informierte schließlich Grit Uhlig, Leiterin des LMBV-Sanierungsbereichs Mitteldeutschland, die geladenen Gäste. Bis zum heutigen Tag habe es mehrere Herausforderungen zu meistern gegeben. Die Stadt Pegau hatte bereits im Dezember 2015 den Antrag zur Förderung des Projektes „Errichtung Aussichtsturm Stöntzsch“ beim Sächsischen Oberbergamt gestellt. Nachdem die Baugenehmigung 2018 vorlag, musste die Umsetzung aufgrund von Preissteigerungen zweimal verschoben werden. Nachdem der Freistaat Sachsen und die Gemeinde Pegau die Finanzierung dennoch absicherten, konnte endlich mit dem Bau begonnen werden. Nach aktuellem Kenntnisstand betragen die Gesamtkosten rund 1,1 Millionen Euro. 

Zur Gestaltung des Turm erläuterte Grit Uhlig, dass dieser aus zwei Türmen bestehen wird – einem inneren mit der Treppe und einem äußeren mit über 200 beweglichen Lamellen, von denen einige Informationen zur Geschichte und zur Umgebung enthalten werden.es LMBV-Sanierungsbereichs Mitteldeutschland

Leiterin des LMBV-Sanierungsbereichs MitteldeutschlandLeiterin des LMBV-Sanierungsbereichs MitteldeutschlandLeiterin des LMBV-Sanierungsbereichs Mitteldeutschland

Impressionen der Grundsteinlegung (Fotos: Anika Dollmeyer)


Einladung: feierlicher Stollenanschlag zum Neuauffahren des Steinbachstollens

Sondershausen/Steinbach. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) lädt am Donnerstag, dem 29.September 2022, von 11 bis 13 Uhr Anwohner, Pressevertreter und interessierte Bürger zum öffentlichen Stollenanschlag am zukünftigen neuen Steinbachstollen ein. Im Rahmen der zünftigen Ver-anstaltung spielt nach den Ansprachen und dem symbolischen Stollenanschlag durch die Stollenpatin eine Bergmannskapelle auf.

Hintergrund zur Baumaßnahme: Durch die Auffahrung eines neuen Stollens soll die dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden. Der Steinbachstollen und der neue Steinbachstollen befinden sich in Bad Liebenstein, Ortsteil Steinbach.

Der neue Steinbachstollen wird annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren. Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Grubenwässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet.

Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 m bei einem offenen Quer-schnitt von 12 m². Im Vergleich dazu beträgt die Länge des aktuell für die Grubenentwässerung genutzten Stollens ca. 1.090 m bei einem Querschnitt von 6 m².
Die Bauzeit beträgt circa 24 Monate und wird voraussichtlich bis Mai 2024 andauern.

ACHTUNG: Die Baustellenzufahrt erfolgt über den Liebensteiner Weg. Die Parkmöglichkeiten vor Ort sind eingeschränkt. Bitte folgen Sie den Hinweisen vor Ort. Festes Schuhwerk wird unbedingt empfohlen.

Bilder vom Baustellentag im Juli 2022


Einladung zur Informationsveranstaltung Brückenfeldkippe Sedlitz

Senftenberg/Sedlitz. Die Stadt Senftenberg und die LMBV laden am 21. September 2022 um 17:00 Uhr zu einer gemeinsamen Informationsveranstaltung zu den anstehenden Sicherungsmaßnahmen an der sogenannten „Brückenfeldkippe Sedlitz“ ein.
Anwohner und Interessierte können sich über die aktuellen und zukünftigen Baumaßnahmen am Rande der Ortschaft Sedlitz informieren und mit den Verantwortlichen ins Gespräch kommen.

Treffpunkt ist am Ortsausgang in der Sornoer Straße von Sedlitz, direkt am Wirtschaftsweg in Richtung Löschwasserentnahmestelle Sedlitzer See.


Verkehrsminister Guido Beermann vor Ort an freigegebener B 169 in Sedlitz

Senftenberg/Sedlitz. Anlässlich der kürzlich vom Brandenburger Landesbetrieb Straßenwesen erfolgten Freigabe der B 169 zwischen Sedlitz und Senftenberg (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) am 8. September 2022, informierte sich heute der Brandenburger Verkehrsminister Guido Beermann vor Ort über die Sanierung des Streckenabschnitts.

Zuvor war es hier zu hängenden Tagesbrüchen gekommen, die Schäden auf der Fahrbahn verursacht hatten. Anschließend hatte die LMBV Bohr- und Verwahrarbeiten beauftragt, die von Fachfirmen durchgeführt wurden. "Wir haben 115 Bohrungen niedergebracht in einem Abstand von ca. 10 bis 15 Metern", erklärte Gunnar John, Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV. Verfüllt wurden die Hohlräume mit 917 Kubikmetern betonähnlichem Versatzmaterial.

Nachdem das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) nach diesen Arbeiten die Freigabe erteilt hatte, konnten die Straßenbauarbeiten beginnen.
Verkehrsminister Guido Beermann erklärte: „Ich freue mich, dass es dem Landesbetrieb und dem beauftragten Bauunternehmen gelungen ist, die im Frühjahr angekündigte Bauzeit einzuhalten. Dies gelang, obwohl die Sanierung keine Routineangelegenheit war.

Mit der Verkürzung von Abläufen gelang es, die Straße in vier Monaten fertig zu stellen. Durch diese geringstmögliche Bauzeit konnte die ohnehin schon sehr lange Sperrzeit der Straße weiter reduziert werden.“ Zur vergleichsweise schnellen Umsetzung des Vorhabens, so der Brandenburger Landesbetrieb Straßenwesen in seiner Presseerklärung, hat die Vollsperrung der B 169 zwischen Sedlitz und Senftenberg beigetragen.

Auf den zeitraubenden Umbau der Verkehrssicherung und Ampeln bei halbseitiger Sperrung konnte verzichtet werden. Die Vollsperrung war vor allem notwendig, weil die Fahrbahn wegen der Bohrarbeiten beschädigt und deshalb die Verkehrssicherheit nicht gewährleistet war.

Um Schwertransporte zu vermeiden, hatte das Bauunternehmen die entnommenen Erdstoffe und den Schotter auf der gesperrten Straße abgelagert. Auch dadurch wurden die Bauarbeiten deutlich beschleunigt. Mit dem Abraum konnte die Fahrbahn neu aufgebaut werden.

Danach wurde die Straße asphaltiert. In dem Bereich, in dem Bohrungen vorgenommen worden waren, mussten umfangreiche Erdarbeiten auf etwa 500 Meter Länge und einer Tiefe von 2,50 Meter durchgeführt werden. Zum Sichern des Untergrundes gegen eventuell in der Zukunft auftretende Tagesbrüche wurde so genanntes Geogitter verlegt.


Service- und Überwachungsgebäude am Geierswalder Badestrand in Betrieb genommen

Senftenberg/Elsterheide. Das neu errichtete Service- und Überwachungsgebäude am Badestrand des Geierswalder Sees wurde am 1. September 2022 von der Gemeinde Elsterheide feierlich in Betrieb genommen. Mit der Eröffnung kann die Ortsgruppe Hoyerswerda der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes in das Obergeschoss des Gebäudes am Bergbaufolgesee einziehen. Bis zu vier Rettungsschwimmer werden ab Saisonstart 2023 dort stationiert sein. Die bislang provisorische Containerlösung wird durch diese moderne Rettungswache abgelöst. Im Rahmen der öffentlichen Nutzung gibt es neben den Sanitäranlagen für Strandbesucher auch ein Wickelraum im Untergeschoss. Die Räumlichkeiten können in den Sommermonaten täglich genutzt werden.

Die Baumaßnahme des zweistöckigen Objektes mit etwa 500.000 Euro Kosten ist als eine § 4-Maßnahme gemäß dem Verwaltungsabkommen über die Finanzierung der Braunkohlesanierung in einer anteiligen LMBV-Projektbegleitung durch die Gemeinde Elsterheide mit § 4-Mitteln des Freistaates Sachsen und Eigenmitteln realisiert worden, so Elsterheides Bürgermeister Dietmar Koark.

Eine Umfeldbegrünung findet aufgrund der künftig noch erforderlichen Ufer-Sanierungsarbeiten am Strand derzeit noch nicht statt. Ab Oktober 2022 soll das dortige Ufer im Rahmen von planmäßigen Sicherungsarbeiten i.A. der LMBV dauerhaft ausgebaut werden, so der LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz Gerd Richter anläßlich der Einweihung. Geplant sind Steinschüttungen und Buhnen, die den Strand schützen und die Wasserfläche ruhiger werden lassen. Die Maßnahme soll bis zum Frühjahr 2023 abgeschlossen sein.

Fotos: LMBV / Dr. Uwe Steinhuber


Stellungnahme der LMBV zum Offenen Brief des Aktionsbündnisses Klare Spree e.V. vom 01.09.2022

Senftenberg. Die LMBV hat am 2. September 2022 zu einem Offenen Brief  des Vorsitzenden des Aktionsbündnisses Klare Spree e.V. vom 1. September 2022 wie folgt Stellung genommen:

Das aktuelle Gesamtkonzept im Spreegebiet Südraum sieht das flussnahe Abfangen der eisenhaltigen Grundwässer und die Ableitung in eine zentrale Wasserbehandlungsanlage (hier: GWBA Schwarze Pumpe) vor. Das Ziel ist die Verringerung des Eiseneintrages in die Spree/Kleine Spree aus dem Bereich der Spreewitzer Rinne und damit Minderung der Eisenbelastung der Spree im Bereich Spremberg/Talsperre Spremberg.

Im Spreegebiet Südraum konnten im Jahr 2022 alle kurz- und mittelfristigen Maßnahmen aus dem fachgutachterlichen Barrierekonzept von 2012 zum Abschluss gebracht werden:

  • Abfangriegel mit 6 Filterbrunnen im Bereich der Kleinen Spree bei Spreewitz
  • containergestützte, modulare Wasserbehandlungsanlage (MWBA) am Standort Burgneudorf einschließlich dem dazugehörigen Abfangriegel mit zehn Filterbrunnen an der Kleinen Spree
  • modulare Wasserbehandlungsanlage (MWBA) am Standort Abfanggraben Neustadt (Spree)
  • Errichtung der MWBA im Bereich Ruhlmühle am Altarm der Spree im Neustädter Ortsteil Döschko

Diese Maßnahmen zeigen bereits ihre Wirkung, so dass der Aufwand der Bewirtschaftungsmaßnahmen an der Vorsperre zur Talsperre Spremberg sich bereits im Zeitraum ab dem nächsten Verwaltungsabkommens (VA VII 2023 – 2027 geplant) deutlich verringern wird.

Die langfristige Gesamtkonzeption der LMBV für den Südraum der Spree („Barrierekonzept Spreegebiet Südraum“) sieht Leistungen zur Quellstärkenreduzierung sowie zur flussnahen Grundwasser-Fassung und Überleitung in eine zentrale Wasserbehandlungsanlage (ZWBA) vor und gliedert sich in drei Vorhaben:

  • Vorhaben 1: „Errichtung einer Dichtwand am Nordostufer des SB Lohsa II“
  • Vorhaben 2: „Flussnahe Barrieren/GW-Abfangmaßnahmen an der Spree und Kleinen Spree mit Überleitung zur zentralen Wasserbehandlung"
  • Vorhaben 3: „Erweiterungsbauwerk als Vorreinigungsstufe an der Grubenwas serbehandlungsanlage (GWBA) Schwarze Pumpe"

Diese Vorhaben wirken grundsätzlich unabhängig voneinander und werden jede für sich ihren Beitrag zur Bewältigung der Situation leisten. Die Vorhaben 2 und 3 befinden sich im laufenden Planungsprozess, so wird bspw. für das Vorhaben 3 gerade ein gemeinschaftlicher Sonderbetriebsplan von LEAG und LMBV für das Erweiterungsbauwerk der Grubenwasserbehandlungsanlage (GWBA) Schwarze Pumpe nach § 52 Abs. 3 BbergG zur Einreichung beim Sächsischen Oberbergamt erarbeitet.

Das Vorhaben 1 „Errichtung einer Dichtwand am Nordostufer des SB Lohsa II“ stellt einen großen Eingriff in den Untergrund dar und erfordert daher die Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens. Die geschätzten Gesamtkosten liegen bei rund 100 Mio. Euro (Preisstand 2020).

Auf Grund des zu führenden Genehmigungsverfahrens mit seinen Vorbereitungsleistungen, insbesondere aber aufgrund der Dimension des Projekts – geplant ist eine Länge der Dichtwand von sieben Kilometern bei einer Tiefe von durchschnittlich rund 90 Metern – ist mit einem voraussichtlichen Bauende ab Ende der 30er Jahre zu rechnen.

Es liegen nunmehr ausreichende Voruntersuchungen vor, um auf dem Weg eines abschließenden Fachgutachtens ein Votum zur Dichtwand-Technologie und ihrer Realisierungsmöglichkeiten zu erzeugen. Dies wird zügig in 2023 erfolgen und die geplante Gesamtlaufzeit bis zur Fertigstellung nicht beeinträchtigen.

Die Herangehensweise wird mit allen Partnern der LMBV weiter besprochen werden.

Fotos: LMBV