Bauzufahrt für die Sicherung der Brückenfeldkippe Sedlitz ist vorbereitet

Sedlitz. Am 30.11.2022 konnte die Bauzufahrt für die Sicherung der Brückenfeldkippe Sedlitz in Betrieb gehen. Gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Fredrich, Ortsvorsteher Steffen Philipp, Arnd Kaiser als  Vertreter aus der Ortschaft, LMBV-Bereichsleiter Gerd Richter und Jörg Frisch von der ausführenden Baufirma STRABAG AG wurde das obligatorische Band durchtrennt und der Weg für die Baufahrzeuge freigemacht. Damit ist die nächste Etappe auf dem Weg zu einer sicheren Bergbaufolgelandschaft am Sedlitzer See bereitet.

Für die Sicherung der Kippenfläche zwischen Sedlitz und dem Sedlitzer See wurde in den vergangenen Wochen eine Baustraße außerhalb der Ortschaft Sedlitz errichtet. Somit wird die zu sichernde Fläche aus Richtung B156 über den Ilse-Kanal und die anschließende Landwirtschaftsfläche erreicht. Diese separate Zufahrt wurde hergerichtet, um die Sedlitzer Anwohner vor Beeinträchtigungen durch die geplanten Baustellentransporte zu bewahren.

Mit den bereits begonnenen Holzungsarbeiten wird demnächst auch der Abtransport mit Lastkraftwagen folgen. Mit dem Start der eigentlichen Sicherungsmaßnahmen werden auch die benötigten Erdmassen mit den LKWs über diese Strecke transportiert. In Richtung B156 wird für die LKWs eine Einbahnstraße eingerichtet, die die Langsamfahrstrecke in Anspruch nehmen wird. Der Radweg wird geschont, indem parallel zu diesem eine temporäre Transporttrasse mit ungebundener Asphaltdecke gebaut wurde.

Die eigentlichen Verdichtungsarbeiten beginnen voraussichtlich im Spätherbst 2023. Mit-hilfe der Schonenden Sprengverdichtung (SSPV) werden erst die forstwirtschaftliche Fläche, später die Landwirtschaftsfläche gesichert. Mit dem Ende der Sprengverdichtung beginnen ab 2026 die notwendigen Geländeauffüllungen sowie Aufforstungsmaßnahmen.

Offizieller Banddurchnitt mit (v.l) Jörg Frisch/STRABAG, Gerd Richter/LMBV, Bürgermeister Andreas Fredrich, Steffen Philipp und Arnd Kaiser als Vertreter des Ortsteils Sedlitz

Fotos: LMBV/Christian Bedeschinski, Steffen Rasche, SK

Brückenfeldkippe Sedlitz, August 2022


Bergwerk Elbingerode: Versatzarbeiten laufen planmäßig

Sondershausen/Elbingerode. Mit der Produktionseinstellung auf dem Schwefelkiesbergwerk am 1. August 1990 endete die untertägige Rohstoffgewinnung im Elbingeröder Komplex. Nach den ersten Sicherungsmaßnahmen kam es 1,5 Jahre später durch den Beschluss der Treuhandanstalt zur endgültigen Schließung und anschließenden Verwahrung. Hierbei galt es einen Hohlraum vom rund 2,03 Millionen Kubikmeter und einer maximalen Teufe von 473 Meter zu sichern.

Mit gutachterlicher Begleitung wurde ein Verwahrungskonzept entwickelt bei dem die Bereiche unterhalb der 7. Sohle geflutet und ab der 7. Sohle eine kohäsive Verwahrung realisiert wurde. Im Bereich der 0. Sohle erfolgte über ABM-Maßnahmen die Errichtung eines Besucherbergwerkes.

Die Verwahrung wird von den entferntesten Grubenbauen zum Zentralschacht und von unten nach oben durchgeführt. Mit diesem Vorgehen werden seit Mitte der 90er Jahre sukzessive betonähnliche Versatzmengen in die Grube eingebracht.
Mit diesem Vorgehen wurden rund 880.000 Tonnen eines speziell zugelassenen Versatzmörtels von 1995 bis 2003 per Pumpversatz verbaut. Nach einer längeren Zeit der weiteren Flutung mit Monitoringphasen schloss sich in den Jahren 2015/ 2016 die Verwahrung der 1. Sohle (3.700 Tonnen) an.

Im Jahr 2017 begann die Teilverwahrung des Abbaus 1/27. Mit seinen 10.200 Kubikmeter Hohlraum, einer Breite von circa 40 Metern und einer Höhe von 12 Metern war dies der noch größte zusammenhängende Hohlraum des Bergwerkes. 5.700 Tonnen eines dünnflüssigen Versatzbaustoffes wurden dabei eingesetzt. Parallel dazu wurde das umfangreiche Monitoring fortgesetzt. Wie bereits in der Vergangenheit ist es speziell in den oberflächennahen Bereichen essenziell, eine Überwachung der Wasserwegsamkeiten sowie des Chemismus an den Messstellen zu überwachen.

Mitte Juni dieses Jahres konnten die Arbeiten für den zweiten Versatzabschnitt beginnen, welcher Ende September erfolgreich abgeschlossen wurde. Diesen Verwahrungsarbeiten gingen umfangreiche Vorbereitungsmaßnahmen auf dem Abbau voraus, wie die Spül-/Entlüftungsschlauchverlegung, das Fixieren von Rohrleitungen, der Aufbau einer Zwischenwasserhaltung etc.

Der Baustoff wurde in trockener Form mit Kesselfahrzeugen angeliefert, im Misch-/Pumpmobil mit Wasser versetzt und mittels Schläuchen in das Bergwerk zum Spülort geleitet. Das dünnflüssige betonartige Material nivelliert sich in der Fläche aus und ist nach einer Abbindezeit von 12 Stunden bereits begehbar. Bei einer Umgebungstemperatur von bis zu 28 °C und 99 % Luftfeuchtigkeit wurden 3.714 Tonnen Versatz eingebracht. Das entspricht einer Tagesleistung von 4 LKW à 27 Tonnen.

In den nächsten Jahren folgen weitere vorbereitende Schritte zur Verwahrung und die Versatzeinbringung wird zielgerichtet fortgesetzt.

Das dünnflüssige, betonartige Material ist nach einer Abbindezeit von 12 Stunden bereits begehbar.


Studie zur Nutzung der Schachtanlage Paul II ausgezeichnet

Im Rahmen der denkmal, der europäischen Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung, wurden am 25. November 2022 die drei Gewinner der 12. Messeakademie prämiert. Unter den Preisträgern befindet sich eine Machbarkeitsstudie zur künftigen Nutzung der Schachtanlage Paul II. Diese Anlage steht mit ihren Nebengebäuden seit 1961 unter Denkmalschutz und befindet sich im Besitzt der LMBV.

Als Organisator des Wettbewerbes lud die Leipziger Messe GmbH alle Teilnehmer zum Fachkolloquium ein. Hier stellte Alf Furkert, Landeskonservator, Landesamt für Denkmalpflege Sachsen und Vorsitzender der Jury für die 12. Messeakademie, die sieben Projekte vor, die mit einer Anerkennung ausgezeichnet wurden. Im Anschluss daran präsentierten die drei Preisträger ihre Projekte. Ausgezeichnet wurde jeweils der beste Entwurf zu einem der vorgegebenen Objekte Schloss Schnaditz (Sachsen), Schlosspark Altenburg (Thüringen) und Schachtanlage Paul II (Sachsen-Anhalt). Die zwei Entwürfe zum Schloss Senftenberg (Brandenburg) erhielten jeweils einen Anerkennungspreis. Insgesamt wurden 49 Entwürfe eingereicht.

Die LMBV freut sich, dass insgesamt 16 Entwürfe zur Schachtanlage Paul II eingereicht wurden und Konzepte zur künftigen Nutzung unterbreiten. Zur Preisverleihung war Benjamin Ulrich, Fachgebietsbearbeiter Planung Westsachsen/ Thüringen, als Vertreter vor Ort und gratulierte Mara Ludchen  zu ihrem Erfolg.

Der Entwurf von Mara Ludchen, die an der Hochschule Trier Innenarchitektur studiert, sieht eine kleinteilige Nutzung des Areals vor.  Die Arbeit steht unter dem Titel "Schachtanlage Paul II - ein Ausflugsort" und hat den gestalterischen Rahmen von "Die 4 C´s" entwickelt - Cycle, Carbo, Coffee und Continuance. Mit der Anbindung an den bestehenden Recarbo-Rad- und Wanderweg sollen gezielt Fahrradtouristen angesprochen werden und vor Ort die entsprechende Ausstattung vorfinden (Cycle). Auf dem Gelände selbst sollen ein Café (Coffee), ein kleine Ausstellung zum Schacht Paul II (Carbo) und Übernachtungsmöglichkeiten entstehen (Continuance).

Modell des prämierten Entwurfs zur Schachtanlage Paul II

Der Wettbewerb

Denkmale dauerhaft erhalten und sinnvoll weiternutzen - diesem Thema widmet sich die Messeakademie 2022. Vier schützenswerte, historische Bauwerke, die dringend einer nachhaltigen, denkmalgerechten Umnutzung bzw. Erweiterung bedürfen, wurden für den Wettbewerb ausgewählt:

  • Schachtanlage Paul II, Teuchern, OT Naundorf, Sachsen-Anhalt
  • Schloss Schnaditz, Bad Düben, OT Schnaditz, Sachsen
  • Marstall / Schönhaus im Schlosspark Altenburg, Thüringen
  • Schloss Senftenberg, Brandenburg

Die Studenten informierten sich im Frühjahr 2022 vor Ort über die Objekte, die LMBV berichtete. Die Aufgabe bestand darin, Lösungen für die Nutzung der Denkmale zu entwickeln, die den Erhalt ihres unverwechselbaren Erscheinungsbildes garantieren. Es galt denkmalverträgliche Konzepte und – wenn gefordert – moderne Ergänzungsbauten zu entwerfen. Die LMBV unterstützte den Wettbewerb indem sie Unterlagen zur Verfügung stellte, die untertägige Situation erläuterte und Fragen der Studenten beantwortete.

Impressionen der Preisverleihung der 12. Messeakademie (Fotos: LMBV)


Baufortschritt sichtbar: Aufstellen der künftigen Eisenschlamm-Silos in Plessa erfolgt

Senftenberg / Plessa.

Am 17. und 19. November 2022 wurden die beiden jeweils rund 100-Kubikmeter fassenden grünen Silos für die künftige Schlammabfuhr in Plessa auf der LMBV-Baustelle angeliefert und aufgestellt. Damit ist bauliche Komplettierung der künftigen Wasserbehandlungsanlage weitestgehend abgeschlossen. Nunmehr laufen u.a. die Arbeiten für das Errichten der Rohrbücke, der Krananlagen und vor allem für EMSR-Arbeiten in den Innenbereichen.

Dazu gehört auch das Anschließen der bereits aufgestellten Winkelschlammpressen und der Pumpen für den Transport des Eisenhydroxidschlamms (EHS) aus den Sedimentationsbecken zu den Schlammeindickern. Dies bestätigte der verantwortliche LMBV-Abteilungsleiter Michael Matthes auf Nachfrage dem RBB.

Ein Hingucker ist die zwischenzeitlich eingebaute Schnecke der Ablaufturbine zur Energierückgewinnung bei der Zuführung des gereinigten Wassers in den Hammergraben. Mit dem Wiedereinbinden des Hammergrabens stehen Abschnitte der Anlage bereits gewollt unter Wasser. Mit Dammbalken und Tauchpumpen werden noch auszurüstende Abschnitte derzeit noch trocken gehalten. Auch der Bau der Verbindungsstraßen, der Abfahr-Waage, der Aufstell- und Parkflächen ist weit vorangekommen.

Demnächst beginnt der Bau der Außenzaun- und Beleuchtungsanlagen. Wenn u.a. die noch ausstehenden Pumpenteile zugeliefert werden, ist mit der Aufnahme eines schrittweisen Testbetriebes  zu rechnen, der nach den Funktionsabnahmen in einen dreimonatigen Probebetrieb überführt werden soll, so der zuständige Projektmanager Andreas Meth.

Update:

Der Anlagenbau ist bis auf derzeit laufende Mängelbeseitigungen und Restleistungen fast vollständig abgeschlossen.

Momentan laufen die Vorbereitungen zur Gesamtinbetriebnahme und dem dreimonatigen Probebetrieb. Danach schließt sich ein einjähriger Einfahrbetrieb an.

Der Beginn des Probebetriebs der WBA Plessa wird noch in 2025 erwartet.

Die bauzeitlichen Entwicklungen durch die Corona-Pandemie und Marktveränderungen bei Zulieferungen aufgrund der Konflikte in der Ukraine führten zu Einschränkungen für die bauausführenden Unternehmen bei der Erfüllung des Leistungssolls. Zudem wurden, auch aus den vorgenannten Gründen, Anpassungen verschiedener Planungen notwendig, um den aktuellen Stand der Technik abzubilden. Die komplexen Sachverhalte wurden und werden weiter durch die Beteiligten geprüft und umgesetzt. (UST) Update v. 11.07.25

Der Kran wurde zum Aufstellen der Schlammsilos genutzt.
Fotos: LMBV


Fachexkursion der EuroGeoSurveys zu Lausitzer Bergbauthemen

Senftenberg. Auf Einladung des Präsidenten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und des Verbandes der Staatlichen Geologischen Dienste in Europa (EuroGeoSurveys), Prof. Dr. Ralph Watzel, reisten die Direktorinnen und Direktoren der Dienste in den Anrainerstaaten von Nordsee/Nordostatlantik am 17. November 2022 in die Lausitz, um sich über den aktiven Braunkohlenbergbau und den Sanierungsbergbau zu informieren.

Die ganztägige Fachexkursion startete für die rund 20 Teilnehmer mit einer kurzen Einführung zur Tagebauführung am LEAG-Kraftwerk Schwarze Pumpe sowie einer anschließenden Befahrung des Tagebaus Welzow.

Zum Sanierungsbergbau der LMBV standen u.a. die Wasseraufbereitung in der GWRA Rainitza und die touristische Nachnutzung und Rekultivierung am Beispiel Großräschener See auf dem Programm. An den IBA-Terrassen angekommen, stellte der kaufmännische Geschäftsführer der LMBV, Gunnar John, die umfangreichen Arbeiten des Bergbausanierers vor. Zahlreiche Nachfragen der Exkursionsteilnehmer, auch zur Geschichte und der landschaftlichen Entwicklung in der Lausitz, verdeutlichten das große Interesse der internationalen Gäste.

Als Abschluss ging es für alle Beteiligten zum Restloch Greifenhain. Hier standen die Verdichtungstechnologien der LMBV und speziell die Fallgewichtsverdichtung am Altdöberner See im Mittelpunkt.

Die angereisten Vertreter aus den Niederlanden, Großbritannien, Irland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Island und den Färöer-Inseln zeigten sich beeindruckt von den Dimensionen und bekundeten auch im Hinblick auf den Aufbau des neuen Forschungs- und Entwicklungszentrums Bergbaufolgen (FEZB) der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Cottbus großes fachliches Interesse an den aktuellen Bergbauthemen der Lausitz.

Zum Abschluss waren die Teilnehmenden zur Fallgewichtsverdichtung an das Restloch Greifenhain gefahren.
Fotos: LMBV


Vom Braunkohletagebau zum Geiseltalsee durch den Bergbausanierer

Merseburg. Am 17. November 2022 organisierte der Förderverein Sachzeugen der chemischen Industrie e. V. das 256. Kolloquium in der Hochschule Merseburg zum Thema "Vom Braunkohletagebau zum Geiseltalsee". Es war das letzte von neun Kolloquien dieses Jahr. Anhand zahlreicher Bilder, Videos und historischer Dokumente wurde der Bogen vom historischen Geiseltal, in dem die ca. 17 kilometer lange Geisel einst bis zu 30 Mühlen angetrieben haben soll, über den Tagebau Mücheln bis zum Flutungsprozess des Geiseltalsees gespannt. Während seines öffentlichen Vortrags informierte der ehemalige LMBV-Abteilungsleiter Dietmar Onnasch rund 50 Studenten, Alumni und Interessierte über die Besonderheiten der Lagerstätte, deren Abbau, Landinanspruchnahme und Devastierung. Er erläuterte, dass die 1993 begonnene Wiedernutzbarmachung seitens LMBV nur fünf Jahre vor der planmäßigen Einstellung der Braunkohleförderung einsetzte und welche verschiedenen Technologien zum Herstellen des künstlichen Sees genutzt. Wie viel technischen Erfindungsreichtum man zu DDR-Zeiten hatte, um für die Wirtschaft Energie bereitzustellen, zeigten Anekdoten aus seinem Arbeitsleben. Im Anschluss folgte eine rege Diskussion der Anwesenden zur neu geschaffenen Landschaft, in der auch die Frage geklärt wurde, warum der mittlere Endwasserstand bei 98,0 m NHN festgelegt wurde.

In Kürze wird der Artikel "Der Geiseltalsee - Ergebnis der bergbaulichen Wieder-nutzbarmachung des Braunkohletagebaus Mücheln"  von Dietmar Onnasch im Heft 46 (27. Jg., 2/2022) der Schriftenreihe „Merseburger Beiträge zur Geschichte der chemischen Industrie in Mitteldeutschland“ veröffentlicht werden. Die neue 256 Seiten dicke Publikation widmet sich dem Geiseltal und ist käuflich erwerbbar über den Herausgeber Deutsches Chemie-Museum Merseburg (dchm). Die Reihe existiert bereits seit 1996. Die ersten Publikationen titelten mit „Von der Kohle zum Kautschuk“. 

Download der Broschüre unter https://www.deutsches-chemie-museum.de/de/publikationen/2022.html.

Fotos: LMBV/Claudia Hermann


Infrastrukturelle Erschließung für das neue Vereinszentrum am Knappensee vollendet

Senftenberg/Groß Särchen. Am Knappensee läuft neben den eigentlichen Sicherungsarbeiten die Vorbereitung für die Zeit nach der Sanierung. Die Fläche des einstigen Zeltplatzes 1 in Groß Särchen wurde in den vergangenen Monaten mit neuen Verkehrswegen, 30 Parkplätzen, und Straßenbeleuchtung auf LED-Basis ausgestattet sowie die Umfeldgestaltung angelegt. Die Medien wurden neu erschlossen.

Mit der am 17. November 2022 erfolgten VOB-Bauabnahme ist nun die Voraussetzung für den Bau des eigentlichen Vereinszentrums geschaffen. Das Vereinszentrum soll verschiedene Vereinsaktivitäten bündeln und für die Wiederbelebung des Knappensees nach der Sicherung sorgen. Auf einer Gesamtfläche von 3,3 Hektar ist eine Fläche mit 10 Parzellen entstanden. 

Die Gemeinde Lohsa hatte die Teilprojektträgerschaft im Rahmen des Paragrafen 4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung für dieses Infrastrukturprojekt übernommen. Der Freistaat Sachsen übernimmt hierbei 85 Prozent der Finanzierung.

Foto: LMBV/Steffen Rasche


Einladung zum öffentlichen Vortrag: Sanierung des Braunkohletagebaues Geiseltal nach 1990

Merseburg. Am Donnerstag, dem 17. November 2022 findet um 17:00 Uhr im Hörsaal 9 der Hochschule Merseburg folgender Vortrag statt: Bergbau-Techniker und ehemaliger LMBV-Abteilungsleiter Dietmar Onnasch wird zum Thema 

„Sanierung des Braunkohletagebaues Geiseltal nach 1990“

sprechen. Der Vortrag ist öffentlich zugänglich und kostenfrei.

Veranstaltungsort

Hochschule Merseburg
06217 Merseburg
Eberhard-Leibnitz-Straße 2

Das Kolloquium endet ca. 19:00 Uhr.

Anmeldung bitte bei den Sachzeugen der chemischen Industrie e.V. c/o Hochschule Merseburg per E-Mail an info@dchm.de.

Foto: LMBV/Christian Bedeschinski


15. Regionalkonferenz zum Lausitzer Seenland in Knappenrode

Knappenrode. Am 9. November 2022 fand in der Energiefabrik Knappenrode die schon traditionelle jährliche Regionalkonferenz im Lausitzer Seenland statt. An historischer Stätte im ehemaligen Kühlgebäude der Brikettfabrik versammelten sich rund 100 Teilnehmer aus Sachsen und Brandenburg, die an der Entwicklung des Lausitzer Seenlandes (LS) mitwirken.

Der Bautzener Landrat Udo Witschas als Vorsitzender des ZV LSS begrüßte die Gäste und unterstrich die Chancen, gemeinsam zurückzublicken und gleichzeitig Ausblicke vermittelt zu bekommen. Für die gastgebende Kommune sprach Hoyerswerdas Bürgermeister Torsten Ruban-Zeh in seinem Grußwort über die Vorhaben der Seenland-Stadt unter dem Motto „#WHY!“ sowie u.a. auch über die Entwicklungen am stadtnahen Bergbaufolgesee Scheibe und berichtete zu verschiedenen Strukturwandel-Vorhaben

Detlev Wurzler, Verbandsvorsteher des ZV LSB blickte auf seine Wunschliste aus 2021 zurück, die u.a. ein einheitliches Schifffahrtsrecht für das länderübergreifende Seenland beinhaltete. Hier seien erste Schritte der beiden Länder mit Zielrichtung bis 2024 zu verzeichnen. Die im Vorjahr angesprochenen Hindernisse aus dem Landesentwicklungsplan, die künftige Ansiedlungen im Seenland erschweren könnten, konnten bisher nicht revidiert werden.

Schwerpunkt der Entwicklungen beim ZV LSB bleibe der Sedlitzer See. Hier konnte der Änderungs-Aufstellungsbeschluss für den B-Plan Nr. 5 „Seestrand Lieske“ erreicht werden. Wurzler sah ebenfalls positive Tendenzen bei den B-Plänen Nr. 25 „Hotel am Sedlitzer Hafen“ und Nr. 33 „Wohngebiet Sedlitzer Bucht“. Er stellte zudem die sechs Projekte des ZV im laufenden Strukturwandel vor, darunter das Schiffanleger-Vorhaben bei Sedlitz am Großräschener See, wo die LPH 3 abgeschlossen werden konnte. Der nun mit dem Land BB abgestimmte Kaufantrag für nötige Flächen auch am Ufer werde zeitnah bei der LMBV gestellt werden können. Das Erschließungsvorhaben Sedlitzer Bucht mit 2,1 Mio. Euro Umfang werde voraussichtlich am 25.11.22 abgeschlossen. Detlev Wurzler verwies auch auf Aufwertungsideen am Rostigen Nagel sowie das Errichten von Themenspielplätzen am Senftenberger See und das teilweise Modernisieren der Freizeit-Infrastruktur am Senftenberger See hin.

Daniel Just, Geschäftsführer des ZV LSS, konnte den Mitarbeiterstamm des Verbandes dank der Förderungen aus dem STARK-Programm auf nunmehr zehn Mitwirkende erhöhen und damit weitere Leistungen nach der Übergabe des Multifunktionsgebäudes mit der Bewirtschaftung des Steges und dem Hafenbetrieb am Geierswalder See anbieten. Hier könnten ergänzend durch einen privaten Investor u.a. TINY-Häuser entstehen. Das weitere Ausbauen des Wegeleitsystems im Seenland an 130 Standorten soll am 03.01.2023 starten Zudem wird die vorhandene Kilometrierung weiter ergänzt. Größtes Asset des ZV sei die gemeinsam mit der Gemeinde Elsterheide vorgenommene planerische Entwicklung von zunächst 10 ha Flächen auf dem Koschendamm.

Gerd Richter gab für die Bergbausanierer der LMBV einen Rund- und Ausblick auf die notwendigen ingenieurtechnischen Leistungen im Seenland. Er verwies auf den Schwerpunkt der Arbeiten rund um den Sedlitzer See mit dem Ziel, einen ausgespiegelten Kernseenverbund von ca. 4.000 ha bis 2026 anzustreben. Dazu werden rund 80 Mio. Euro an Leistungen u.a. für die Sicherung der Brückenfeldkippe und den noch zu bauenden Ableiter vom Sedlitzer See umzusetzen sein. Im Fortgang stellte der LMBV-Vertreter weitere Vorhaben von der Fallgewichtsverdichtung am Altdöberner See, der fortzuführenden Inlake-Behandlungen bis hin zum Sanieren am Knappensee und zum Testrütteln am Silbersee vor.

Kathrin Winkler vom Tourismusverband LS erläuterte die Herausforderungen seit dem Corona-Jahr 2021. Die Touristen nutzen deutlich kürzere Buchungsfristen, verweilen aber auch etwas länger im Seenland. Dem Fachkräftemangel sehen sich auch die hiesigen Touristiker ausgesetzt. Regionalplaner Matthias Wedepohl von Projekt M erklärte den Ansatz für das bis Mai 2023 zu erstellende strategische Regionale Entwicklungskonzept auf der sächsischen Seite des Seenlandes und knüpfte dabei an den Rahmenplan auf Brandenburger Seite aus 2021 an

Dr. Torsten Heyer von der TU Dresden vom Institut für Wasserbau und Technische Hydromechanik informierte zu einem beauftragten Konzept zur Reduzierung künftiger Planungsrisiken für Anlagen auf und an Bergbaufolgeseen am Beispiel des Sedlitzer und des Geierswalder Sees. Dabei geht es um die Einschätzung möglicher Gefahren, der Ausgesetztheit und Anfälligkeit bei Starkwinden, Wellen- und Eisgang sowie einhergehenden Sedimenttransporten. Dazu werden insbesondere die Geomorphologie der Seeböden und Seeufer durch numerische Nachbildung der Hohlformen sowie die Streichlängen einfallender Winde mitberücksichtigt, um Masterpläne für Seegangs- und Sedimentprognose zu erstellen.

LMBV-Beitrag zur Regionalkonferenz


30 Jahre Regionalplanung in Westsachsen

Grimma. Am 3. November 2022 fand im Kloster Nimbschen in Grimma ein Forum anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Regionalen Planungsverbandes (RPV) Leipzig-Westsachsen statt. Gefeiert wurde das Jubiläum mit rund 100 Gästen und regionalen Wegbegleitern. Der Leiter der Regionalen Planungsstelle, Prof. Dr. Andreas Berkner, und Landrat Henry Graichen als Verbandsvorsitzender moderierten das Forum und hielten Rückschau auf das Wirken des Verbandes seit der Gründung 1992. Das Grußwort richtete SMI-Abteilungsleiter Max Winter an die Anwesenden. Es folgten zahlreiche kurze Statements von regionalen Wegbegleitern und Mitarbeitern der Verbandsverwaltung, die von der breit gefächerten Arbeit der Regionalplaner berichteten oder kurzweilige Anekdoten darboten.

Als das Handlungsfeld Braunkohlesanierung angesprochen wurde, würdigte LMBV-Sanierungsbereichsleiterin Grit Uhlig in ihrem Statement die Arbeit des Gremiums: Das umfassende Umstrukturieren und Gesunden der ehemaligen Bergbauregionen sei „nur im Schulterschluss mit den lokalen und regionalen Akteuren möglich“ gewesen. Dass ein wesentlicher Teil der von Bund und Ländern im Rahmen von Verwaltungsabkommen bereitgestellten Haushaltsmitteln für den Sanierungsbergbau in Höhe von inzwischen fast 12 Milliarden Euro hier vor Ort verbaut und investiert werden konnte, sei u. a. dem Regionalen Planungsverband Leipzig-Westsachsen und seinen Mitgliedern mit zu verdanken.

Cover der Festpublikation

Präsentiert wurde die 264 Seiten starke Publikation „30 Jahre Regionalplanung für Leipzig-Westsachsen zwischen Rückblick, Positionsbestimmung und neuen Herausforderungen“. Sie wurde mit zahlreichen Statistiken und Karten angereichert.

Die Planungsregion Leipzig-Westsachsen besteht aus der kreisfreien Stadt Leipzig sowie den beiden umgebenden Landkreisen Leipzig und Nordsachsen. Der Regionale Planungsverband Leipzig-Westsachsen ist neben Oberes Elbtal-Osterzgebirge, Oberlausitz-Niederschlesien und der Region Chemnitz einer von vier Planungsverbänden im Freistaat Sachsen.

Impressionen des Forums in der Kulturscheune Kloster Nimbschen (Fotos: LMBV)