Röhrigschacht Wettelrode: Reguläre Instandsetzungsarbeiten der Schachtröhre beginnen im Februar

Sondershausen/Wettelrode. Anfang Februar sollen die Instandsetzungsarbeiten an der Schachtröhre beginnen. Neben einem Wechsel der Schachteinbauten erfolgt eine Instandsetzung der Stahlkonstruktion der Rasenhängebank. Des Weiteren sollen Verlagerungen der Einstriche aus einer vorhergehenden Sanierungsmaßnahme (2012) rekonstruiert werden. Bei den geplanten Arbeiten handelt es sich um reguläre Sanierungsmaßnahmen.

Notwendig wurden diese, weil die im Schacht vorhandenen Konstruktionsteile verschlissen sind und ausgetauscht werden müssen. Der Austausch wird in mehreren Teilabschnitten vollzogen.

In den Jahren 2012 und 2013 wurden bereits Sanierungsmaßnahmen im Schacht durchgeführt. Die Arbeiten an der Röhre werden voraussichtlich 8 Monate dauern und durch die Schachtbau Nordhausen GmbH ausgeführt. Dabei werden verschlissene Bauteile demontiert und durch neue ersetzt. Dies erfolgt etappenweise vom Dach des Fördergutträgers. Die Instandsetzung der Baugruppe übertage schließt sich an.

Über die damit verbundene temporäre Schließung des Besucherbergwerkes hatte die Stadt Sangerhausen berichtet. Noch bis einschließlich 5. Februar sind für Besucher reguläre Seilfahrten mit Führung unter Tage möglich. Weitere Informationen dazu: Schaubergwerk Röhrigschacht

 


Gewässerausbau Lober: Holzungs- und Freischnittarbeiten im Februar

Delitzsch/Leipzig. Im Uferbereich des Lobers, zwischen Rosentalbrücke und Stadtparkbrücke, beginnen voraussichtlich Mitte Februar Holzungs- und Freischnittarbeiten. Diese Arbeiten sind notwendig, um im Juni/Juli 2023 mit der Entnahme von Rasengittersteinen im Flussbett des Lobers zu beginnen.

Die im Rahmen der geplanten Baumaßnahme „Gewässerausbau des Lober im 1. Bauabschnitt“ ausgeführte Entnahme wird im Anschluss durch die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft auf ihre Wirksamkeit bewertet. Grundsätzliches Ziel ist es, ein gutes ökologisches Potenzial des Lobers herzustellen.


LMBV-Experten bei Jahrestagung der IMWA 2022 in Neuseeland

Senftenberg/Christchurch. Die Jahrestagung 2022 der International Mine Water Association (IMWA) fand vom 6. bis 10. November 2022 in Christchurch, Neuseeland, statt. 

Die IMWA ist eine interdisziplinäre Organisation, welche sich schwerpunktmäßig mit den verschiedenen Aspekten von Grubenwässern, deren Hydrologie, Chemie, Biologie, Umweltaspekten und der potenziellen Wiederverwendung beschäftigt. Auch das Wassermanagement, die Wasserbehandlung, Prognosen zur Wassermenge und -beschaffenheit sowie die Wiederherstellung von Wasserhaushalten in Bergbaugebieten sind wesentliche Themen. Die LMBV ist Mitglied der IMWA.

Die Jahrestagung 2022 fand nach der Coronapandemie-bedingten Unterbrechung erstmals wieder in Präsenz unter dem Motto „Reconnect“ – „Neuverknüpfung“ statt. Es nahmen 130 Teilnehmer aus 20 Ländern teil. Die LMBV wurde in Christchurch durch Dr. Oliver Totsche und Katja Kunze vertreten. Die auf der Tagung diskutierten und vorgestellten Themen umfassten die Bereiche Hinterlassenschaften des Bergbaus, Bergwerksschließung, Wiedernutzbarmachtung, Wassermanagement, Tailings und Bergbaufolgeseen, Klimawandel, Wasserbehandlung, Geochemie, Hydrogeologie und Monitoring.

Die LMBV stellte in ihrem Vortrag die derzeit laufenden Betrachtungen zum „Einfluss des Klimawandels sowie des Kohleausstiegs auf die weitere wasserwirtschaftliche Sanierung in der Lausitz“ vor. Hierbei zeigte sich, dass die LMBV im internationalen Vergleich eine Vorreiterrolle einnimmt. 

Auf der Tagung konnten bestehende Kontakte vertieft und neue Kontakte geknüpft werden. Die britische Coal Authority ist z. B. eine ähnliche staatliche Organisation wie die LMBV, welche aber neben der Betreuung von Altbergbaustandorten auch Bergbaulizenzen vergibt.

An die Tagung schloss sich eine dreitägige Exkursion an. Hierbei wurden u. a. eine renaturierte Goldmine, aktive Braunkohletagebaue und deren Wasseraufbereitungsanlagen sowie Altbergbaustandorte besucht. Eine in Neuseeland an mehreren Standorten genutzte Art der Wasseraufbereitung sind Muschelschalen-Reaktoren, welche ihre Wirkung durch den Kalk der Muschelschalen sowie durch die sich ausbildenden reduzierenden Verhältnisse beim mikrobiellen Abbau der organischen Muschelreste entfalten. 

Der internationale Austausch und die Sichtung von nationalen und internationalen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben unterstützt die LMBV in ihren vielschichtigen und langfristigen Sanierungsaufgaben. Autorin: Katja Kunze | LMBV

Fotos: LMBV/Katja Kunze u. Andere

IMWA 2022: Besichtigung eines Muschelschalen-Reaktors zur Wirkung von Kalk und mikrobieller Reduktion durch organische Muschelreste



IMWA 2022: Besichtigung eines Muschelschalen-Reaktors zur Wirkung von Kalk und mikrobieller Reduktion durch organische Muschelreste
Gelände der Stockton Coal Mine - interessierte IMWA-Besucher vor Ort



Gelände der Stockton Coal Mine - interessierte IMWA-Besucher vor Ort



Publikation


Vorläufige Flutungsergebnisse der LMBV für 2022: 108 Mio. m³ eingeleitet und 98 Mio. m³ abgegeben

Senftenberg/Leipzig. Nach vorläufigen Zusammenstellungen konnte die LMBV im Jahr 2022 108 Mio. m³ in ihre Bergbaufolgegewässer einleiten und bis zu 98 Mio. m³ im gleichen Zeitraum an die Vorflut u.a. zur Stützung in Niedrigwasserzeiten und zum ökologischen Erhalt abgegeben.

In Mitteldeutschland konnten im Jahr 2022 rund 22 Mio. m³ von der LMBV für die Flutung und Nachsorge aus den Vorflutern herangezogen werden. Mit einer Flutungswassermenge von rund 9 Mio. m³ aus der Weißen Elster bildet der Zwenkauer See den Einleit-Schwerpunkt in Mitteldeutschland. In den Geiseltalsee konnten rund 5,6 Mio. m³ und in den Haselbacher See rund 3,5 Mio. m³ eingeleitet werden.

Die LMBV-Ausleitungsmengen der Bergbaufolgeseen in Mitteldeutschland betragen in Summe für das Jahr 2022 rund 33,5 Mio. m³.

Mit rund 86 Mio. m³ reiht sich das Jahr 2022 hinsichtlich der Flutungswassermenge der LMBV in der Lausitz eher unterdurchschnittlich ein, so Maik Ulrich. Leiter der LMBV-Flutungszentrale Lausitz. Allerdings hebt sich das Jahr im Vergleich zu den zurückliegenden Trockenjahren positiv ab, so Dr. Oliver Totsche, zuständiger LMBV-Abteilungsleiter.

Der „Hauptspender“ für die Lausitzer Flutungsprozesse war 2022 erneut wieder die Spree mit rund 62,5 Mio. m³ -  während die Schwarze Elster etwa 15, 9 Mio. m³ und Neiße (nur) 7,6 Mio. m³ im Jahr beisteuern konnten. Hauptsächlich im I. und IV. Quartal des Jahres 2022 konnte geflutet werden.

Hauptabnehmer waren der Speicher Lohsa II mit 17,8 Mio. m³, der Bärwalder See (Speicher Bärwalde) mit etwa 16,6 Mio. m³ und das Speicherbecken Burghammer mit etwa 10 Mio. m³. Schwerpunkt der Flutungen war im Brandenburgischen Teil der Lausitz der Sedlitzer See, dem rund 36 Mio. m³ - darunter auch aus Überleitungen aus den Restlöchern Skado und Koschen – erhalten hatte. Etwa 9,3 Mio. m³ konnten für den Großräschener See zur Stabilisierung verfügbar gemacht werden.

Die Ausleitungen der LMBV aus den Lausitzer Bergbaufolgeseen summierten sich im Jahr 2022 auf rund 64 Mio. m³; dies entspräche in etwa dem Mittelwert der letzten 10 Jahre, so Ulrich. Abnahmen und Abgaben halten sich in der zurückliegenden Dekade -  in der Summe der Jahre - etwa im Gleichgewicht.

Die Schwarze Elster war auch 2022 wegen ausbleibender Niederschläge und die Auswirkung der zurückliegenden Trockenjahre durch geringe Abflüsse geprägt. Im Juni fiel die Schwarze Elster zum wiederholtem Male trocken. Eine Stützung der Schwarzen Elster aus der Restlochkette über die Rainitza erfolgte ab Anfang April 2022 durchgehend bis zum Jahresende. Insgesamt wurden zur Stützung der Schwarzen Elster aus der Restlochkette rund 6 Mio. m³ über die Rainitza von der LMBV abgegeben.

Foto: St. Rasche für LMBV 19.01.2023


LMBV präsentiert sich auf Karrieremesse ORTE in Freiberg

Senftenberg/Freiberg. Gemeinsam mit über 70 regionalen und überregionalen Unternehmen sowie Institutionen präsentierte sich die LMBV am 12. Januar 2023 auf der 28. Karrieremesse ORTE der TU Bergakademie Freiberg.

Zahlreiche Studierende und Alumni nutzten die Gelegenheit, sich am Stand der LMBV über Praktikumsplätze, Abschlussarbeiten oder einen Jobeinstieg nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums zu informieren.

Aktuelle Stellenangebote wurden näher besprochen und die Tätigkeiten des Bergbausanierers in den Revieren der Lausitz und Mitteldeutschlands erläutert. Das Interesse am Unternehmen war vor allem bei Studierenden der Geo-, Ingenieur- und Naturwissenschaften groß.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm, u.a. mit einem Bewerbungsmappencheck, rundete die Messe ab.

Foto: LMBV


Geiseltalsee: Buhneneinbau bei Frankleben schreitet planmäßig voran

Leipzig/Frankleben. Damit der östliche Uferbereich des Geiseltalsees künftig besser vor Wind- und Wellenschlag und daraus folgender Erosion bis zum Wirtschaftsweg geschützt ist, wird gegenwärtig eine Sicherung durch den Einbau von Holzbuhnen durchgeführt. Bis Ende Mai 2023 werden neun jeweils 30 Meter lange Buhnen am Franklebener Ufer entstehen und der abgetragene Kies durch neue Aufschüttungen wieder instandgesetzt werden.

Angefangen wurde entsprechend Planung mit der 9. und 8. Buhne, die dem Auslauf des Geiseltalsees am nächsten liegen und damit der weiteren Verlandung entgegenwirken. Derzeit entsteht die 7. Buhne per Einrammen durch die Baufirma Meliorations,- Straßen- und Tiefbau GmbH Laucha (MST). Dafür werden brandenburgische Robinien- oder Douglasien-Baumstämme mit einer Länge von 3,50 bis 7,50 Metern – je nachdem, ob nah am oder weiter weg vom Uferbereich – bis in 5 Meter Tiefe eingebaut. Dies geschieht per Kettenbagger mit Vorsatzrammgerät von einem kleinen Steindamm, der vorab vom Kampfmittelbeseitigungsdienst zur Prüfung des Untergrunds genutzt wird. Bis eine Buhne vollendet ist, dauert es im Schnitt drei Tage. Nach Fertigstellung der restlichen Buhnen erfolgt die Neuprofilierung des Uferbereichs, wobei auf einer Fläche von 4.500 Quadratmetern neben dem vorhandenen Erdstoff ca. 2.000 Tonnen neuer Kies eingebaut werden.

Die Buhnen ragen nach dem vollständigen Einrammen nur noch 50 Zentimeter aus dem Wasser heraus

Begonnen wurde die Maßnahme im Auftrag der LMBV im Oktober 2022. In den Jahren 2021 und 2020 waren zur Beseitigung von Kliffbildungen beziehungsweise Erosionsschäden bereits Ufersicherungen am Hainer See und am Störmthaler See durchgeführt worden.

Fotos: LMBV/Claudia Hermann


Brunndöbra: Verwahrarbeiten laufen weiter

Sondershausen/Brunndöbra. Nachdem im August 2019 im Bereich der ehemaligen Schwerspatgrube Brunndöbra ein Tagesbruch entdeckt wurde, laufen die Sanierungsarbeiten vor Ort aktuell weiter auf Hochtouren.

Ungünstige Wetterlagen, die mit Wasser- und Schlammeinbrüchen einhergingen, erschwerten bislang die Arbeiten. Des Weiteren erforderten schwierige geologische Randbedingungen, bei denen auf Lockergestein extrem fester Baryt (Schwerspat) folgte, einen zusätzlichen Einbau von Ausbau sowie Anpassungen der Teuftechnologie.

Nach dem Durchschlag zum Grubengebäude erschwerten außerdem hohe CO2-Konzentrationen die Arbeiten.

Gegenwärtig erfolgt die Weiterführung der Teuf- und Ausbauarbeiten bis auf das Sohlniveau der Gangstrecke 203 SO. Parallel wurden die befahrbaren Grubenbereiche mit dem Sächsischen Oberbergamt begutachtet und weiterer Sicherungsbedarf in den noch offenen Gangstrecken erkannt. Dazu wird nun ein Verwahrkonzept erarbeitet.

Das Unternehmen Schachtbau Nordhausen führt die Sanierungsmaßnahme, bei dem die ungesicherten Hohlräume mit Beton gesichert werden, im Auftrag der LMBV aus.

Blick in die Gangstrecke 206 (Fotograf: André Schallau)