Baustart zum Grabenaushub am Ableiter Sedlitz mit offiziellem Spatenstich
Senftenberg. Mit einem symbolischen Spatenstich wurde am heutigen 29. März 2023 der offizielle Auftakt für die Hauptarbeiten am Ableiter Sedlitz gegeben. Das 2,8 Kilo-meter lange Bauwerk ist künftig der „Überlauf“ der so genannten erweiterten Restlochkette. Mit ca. 5.600 Hektar Fläche werden die Bergbaufolgeseen Großräschener, Sedlitzer, Geierswalder, Partwitzer, Neuwieser, Spreetaler und Blunoer Südsee untereinander verbunden und über den Ableiter Sedlitz an das Gewässernetz – hier die Schwarze Elster – angeschlossen sein.
Für das Lausitzer Seenland ist der Bau des Ableiters Sedlitz somit besonders bedeutsam. Mithilfe der bereits vorhandenen Überleiter zwischen den Seen und dem Ableiter Sedlitz wird künftig ein koordiniertes Wassermanagement möglich sein. Die LMBV ist bestrebt, bis 2026 die Restlochkette, zu der der Sedlitzer, der Geierswalder und Partwitzer See gehören, sowie den Großräschener See zu fluten und fertigzustellen.
Die vorbereitenden Arbeiten für den Ableiter und der Erstaushub des Bodens sind weit vorangeschritten. Nun folgen die Arbeiten auf den unteren zwei Ausbauebenen. Für die Herstellung des Gerinnes sind im Baufeld Aushubtiefen von bis zu sieben Metern erforderlich, wodurch eine zusätzliche temporäre Grundwasserabsenkung notwendig ist. Die Bauwasserhaltung ist in Vorbereitung und soll nach Ostern in Betrieb gehen, um die endgültige Tiefe des Grabens trockenen Fußes auszubaggern und profilieren zu können. Neben der Bauwasserhaltung ist auch ein Grenzwasserstand von 98,5 m NHN im Sedlitzer See einzuhalten.
Die Gewässerverbindung ist ca. 2.800 Meter lang und hat eine Sohlbreite von ca. sieben Metern und eine Weite von ca. 30 Metern. Das Profil wird ausgebaggert und mit Bentonitmatten gedichtet. Abschließend erfolgt die Böschungsendgestaltung.
Für die nicht touristisch nutzbare Wasserverbindung wurde in den Vorjahren bereits die Trasse geotechnisch vorbereitet, das Auslaufbauwerk am Sedlitzer See sowie das Sielbauwerk am Zufluss zur Schwarzen Elster errichtet. Im Zuge der folgenden Maßnahmen wird ein Trogbauwerk unterhalb der B 96 sowie eine Wildbrücke ergänzt. Parallel zum Ableiter soll ein sandgeschlemmter Wirtschaftsweg zur Unterhaltung und Bewirtschaftung der Anlage entstehen.
Der Ableiter Sedlitz wird eine Ausleitkapazität aus dem Sedlitzer See von durchschnittlich drei Kubikmetern Wasser pro Sekunde haben. Die Kosten belaufen sich insgesamt auf rund 55 Millionen Euro einschließlich der vorlaufenden Verdichtung des Kippenbodens. Die Bergbaufolgeseen der so genannten erweiterten Restlochkette entstehen aus den einstigen Braunkohletagebauen Sedlitz, Scado, Koschen, Meuro, Spreetal und Bluno.
Offizieller Spatenstich (v.l.): Jörg Frisch (Technischer Bereichsleiter Strabag), Andreas Pfeiffer (Bürgermeister Senftenberg), Gerd Richter (Sanierungsbereichsleiter Lausitz LMBV), Daniel Just (Geschäftsführer ZVLSS) und Henry Kleinstück (Geschäftsführer ABG)
Fotos: LMBV/Menzel und LMBV/Horn
Großes Interesse am Spatenstich zum Bau des Ableiters
Blick auf die Baustelle Ableiter Sedlitz
Interview auf der Trasse
Zweite Wasserkonferenz Lausitz: Erfahrungen – Perspektiven – Handlungsoptionen
Hoyerswerda. Am 20. März 2023 hatte die Sächsische Agentur für Strukturentwicklung (SAS) und der Wasser-Cluster-Lausitz e.V. anlässlich des Weltwassertages 2023 zu einem Erfahrungsaustausch zum Thema „KOHLEAUSSTIEG = WASSERMANGEL?“ Politiker und Fachleute eingeladen. Rund 150 Tagungsteilnehmer, darunter neben den Umweltministern von Brandenburg und Sachsen der Chef des Bergbausanierers LMBV, Bernd Sablotny, der Brandenburger Lausitzbeauftragte Klaus Freytag oder auch die Bürgermeister Torsten Ruban-Zeh aus Hoyerswerda, Frank Lehmann aus Lauta und Manfred Heine aus Spreetal.
Erneut habe das Trockenjahr 2022 gezeigt, welche Bedeutung die vom Braunkohlenbergbau in die Spree eingeleiteten Sümpfungsmengen für die Spreewasserführung besitzen. Der mit einem künftigen Kohleausstieg verbundene Wegfall der Sümpfungswasser-Einleitungen auf Null führe zu vollkommen neuen wasserwirtschaftlichen Randbedingungen für das Wassermanagement der Spree. Zugeschaltet wurde u.a. die Parlamentarischen Staatsekretärin im BMUVDr. Bettina Hoffmann, die betonte, dass das Thema Wasser und Kohle in keiner Region in Deutschland so intensiv diskutiert werde, wie in der Lausitz. „Es gilt, Bedarfe und Angebot langfristig in eine Balance zu bringen“, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin. Das werde sehr schwierig, betonte ihr Brandenburger Kollege Axel Vogel.
Gemeinsam mit dem Umweltbundesamt wurden erste vorläufige und richtungsweisende Hauptergebnisse der Forschungsstudie „Wasserwirtschaftliche Folgen des Kohleausstieges“ durch die Arbeitsgemeinschaft WAFl vorgestellt. Eine Erweiterung des Wasserdargebots in der Region sei unerlässlich. Allein mit Optimierungen gehe es nicht, so Jörg Frauenstein vom UBA. Insbesondere zur Frage, wie hoch der künftige Wassermangel in den Flüssen vermutlich ausfallen wird und welche Maßnahmen zur Vermeidung von wasserwirtschaftlichen Stresssituationen aus gutachterlicher Sicht geeignet erscheinen, stellte die Forschungsstudie dar. Dies sei zugleich der Beginn einer breiten fachlichen wie politischen Diskussion.
Die Auswirkungen von 160 Jahren Braunkohlenbergbau auf den Wasserhaushalt von mindestens drei Bundesländern und auf den Grenzbereich zur Republik Polen lassen sich nicht mit übereilt entwickelten Lösungen ungeschehen machen. Demnach werde das verfügbare Wasserdargebot in der Region künftig nicht ausreichen, um alle Bedarfe ohne Anpassungen decken zu können. Sowohl eine Verstärkung des Wasserdargebots als auch die Einschränkung der Nutzungen durch Begrenzung von Wasserentnahmen berühren vielfältigste Interessen und sind umsichtig gegeneinander abzuwägen.
Die Schaffung notwendiger Reserven in der komplexen Wasserbewirtschaftung sei zunächst ergebnissoffen und im Dialog mit allen betroffenen Anrainern weiterführend zu betrachten. Welche der Lösungen tatsächlich umgesetzt würden, bedarf angesichts des notwendigen zeitlichen Vorlaufs für Planung, Genehmigung und Realisierung allerdings zeitnaher Entscheidungen der zuständigen landespolitischen Institutionen und Gremien, um den Kohleausstieg nicht zu gefährden
Neben dem Impulsvortrag zur UBA-Wasserstudie war auch die LMBV mit einem Fachbeitrag von Dr. Oliver Totsche zu den „Herausforderungen für die weit vorangeschrittene Bergbausanierung“ vertreten. Die wasserwirtschaftlichen Aufgaben im Sanierungsbergbau der LMBV konnten bereits zu rund 90 Prozent umgesetzt werden. Die Endphase im LMBV-Bereich wird nunmehr stärker als bisher durch den Kohleausstieg beeinflusst werden. Hinzu kommt ein verstärkt wahrnehmbarer Einfluss der Folgen des Klimawandels auf die Erreichung von Zielstauhöhen einiger Bergbaufolgeseen. Diese ei der LMBV gesammelten Erfahrungen werden künftig bei der Rekultivierung der aktuell noch betriebenen Tagebaue einfließen müssen
Die vom Umweltbundesamt im Auftrag gegebene Studie komme u.a. zu dem Ergebnis, dass es Überleitungen aus der Elbe, der Neiße oder der Oder bräuchte, um die Wasserprobleme in der Lausitz und Berlin zu beherrschen. Kritische Worte gab es auch von Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel zum angedachten Elbeüberleiter in die Lausitz, da auch für die Elbe die Wasserrahmenrichtlinie der EU gälte. Der Fluss habe in Trockenzeiten zudem zu wenig Wasser. „Wir werden Sparsamkeit zu einem langfristigen Ziel machen müssen“, unterstrich Minister Vogel. Brandenburg habe schon ein Niedrigwasserkonzept für den Spreewald erarbeitet. Nicht mehr ausgeschlossen sei demnach, künftig im Sommer einzelne Fließe trockenfallen zu lassen.
Sachsens Umweltminister Wolfram Günther stellte klar, dass die Probleme mit dem Wasserhaushalt in der Lausitz nicht mit dem Kohleausstieg begründet seien, sondern deren Ursachen im damaligen Braunkohleabbau-Einstieg lägen. „Es wird noch viele Jahre dauern bis der Lausitzer Wasserhaushalt den neuen geänderten Anforderungen gerecht werden kann“, so Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel: „Dabei gilt zunächst das Verursacherprinzip. Deshalb müssen bei allen Vorhaben die verantwortlichen Bergbauunternehmen an den Kosten und den zu ergreifenden Maßnahmen zur Wiederherstellung eines funktionierenden Wasserhaushaltes entsprechend beteiligt werden.“
Umweltminister Axel Vogel unterstrich: „In der niederschlagsarmen Lausitz ist Wasser eine der zentralen Ressourcen für den Strukturwandel. Nur durch ein strategisches Wassermanagement sind die ökonomischen, ökologischen und sozialen Herausforderungen beim Kohleausstieg und bei den voranschreitenden Klimaveränderungen zu bewältigen. Brandenburg arbeitet für die zukünftige Entwicklung der Region und den Spreewald mit seiner einzigartigen Gewässerlandschaft daran, dass auch weiter das notwendige Wasser zur Verfügung steht.“
Aus Sicht des MLUK gehöre die Kohleindustrie zu den größten Wasserverbrauchern im Land. Durch den jahrzehntelangen Abbau der Braunkohle haben sich die Landschaft und der Wasserhaushalt im Grund- und Oberflächenwasser in der Lausitz stark verändert. Jedes Jahr würden durch die Tagebaue hunderte Millionen Kubikmeter Grundwasser gehoben und in die Gewässer – hauptsächlich die Spree, aber auch die Schwarze Elster und die Lausitzer Neiße – geleitet. Mit dem bevorstehenden Kohleausstieg, dem Strukturwandel sowie der Klimaveränderung ändern sich aktuell die Rahmenbedingungen für den Wasserhaushalt in der Lausitz.
Ein wichtiger Schritt für das strategische Wassermanagement sei der Aufbau des Grundwassermodells Lausitz. Zusammen mit dem Bund und dem Freistaat Sachsen werde bis 2027 ein großräumiges Grundwassersimulationsmodell aufgebaut, das die Grundlage für die länderübergreifende Grundwasserbewirtschaftung in der Lausitz darstellt, so das MLUK. Mit dem Grundwassermodell Lausitz könnten perspektivisch Prognosen zu allen wichtigen Kenngrößen und Entwicklungen im Grundwasser in der Lausitz getroffen werden. Der Bund, Sachsen und Brandenburg haben sich gerade auf die Finanzierung eines Grundwassermodells für die Lausitz geeinigt. 9,3 Millionen Euro solle die Ermittlung des Ist-Standes kosten. „Wir sollten alles daransetzen, frühzeitige Lösungen zu erarbeiten“, forderte die Parlamentarischen Staatsekretärin Dr. Hoffmann.
Auch im Oberflächenwassermanagement arbeiten Brandenburg, Sachsen und Berlin bereits länderübergreifend eng zusammen. Die länderübergreifende Ad-hoc-AG steuere die Oberflächenabflüsse von Spree und Schwarzer Elster in Trockenzeiten. Gemeinsam werden die nächsten wichtigen Untersuchungen zum Wasserhaushalt in der Lausitz angestoßen. Ziel sei es, die Erweiterung des Simulationsmodells für das Oberflächenwasser, die Erarbeitung eines Wasserwirtschaftlichen Gesamtkonzeptes, Untersuchungen zu Wasserspeichermöglichkeiten sowie Wasserüberleitungen bis zum Jahr 2026 zu erarbeiten.
Darüber hinaus unterstütze Brandenburg das Land Berlin auch dabei, selbstständig die Wasserversorgung für die fast 3,7 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner zu sichern. „Ohne Trinkwasser kein erfolgreicher Strukturwandel“ – dazu wurden auf der Konferenz auch praktikable Wege aufgezeigt, wie auf freiwilliger Basis Wasserversorgungsunternehmen länder- und verbandsübergreifend die Zeichen der Zeit erkannt haben. Zur länderübergreifenden Trinkwasserversorgung referierten u.a. LWG Lausitzer Wasser GmbH und EWAG-Vertreter (EWAG Kamenz Energie und Wasserversorgung AG).
Nach 60 Jahren enger Verflechtung der kommunalen Trinkwasserversorgungssysteme mit dem von Bergbauwasser lebenden Trinkwasserwerk Schwarze Pumpe, konnte zum Jahresanfang 2023 dieser Verbund planmäßig gelöst werden. Dies ist jedoch erst der Anfang für den Prozess einer länder- und verbandsübergreifenden Zusammenarbeit verbunden mit dem weiteren Ausbau der Netzinfrastruktur sowie einigen Wasserwerken. Für die Beteiligten Verbände und Unternehmen stellt dies eine große Herausforderung für mindestens eine Dekade dar.
Bernd Sablotny unter den Gästen
Beitrag von Minister Axel Vogel
Vortrag von Jörg Frauenstein (UBA)
Dr. Oliver Totsche (LMBV) beim Vortrag
Dr. Oliver Totsche (LMBV) beim Vortrag
Umweltminister Axel Vogel (MLUK) und Jörg Frauenstein (UBA)
Beitrag von Minister Wolfram Günther
Erfahrungaustausch zum Thema „KOHLEAUSSTIEG = WASSERMANGEL?“
2. Wasserkonferenz Lausitz: Austausch zu Erfahrungen und Handlungsoptionen
Wasser aus der Neiße kommt über den Oberen Landgraben zum Sedlitzer See
Ingolf Arnold vom WCL im Interview mit A. Anders-Lepsch (RBB)
„Leinen los“ am Berzdorfer See! — Vorrang der Sanierung bleibt gewährleistet
Allgemeinverfügungen der Landesdirektion Sachsen zur Nutzung des Berzdorfer Sees mit Wasserfahrzeugen ab sofort verbindlich
Dresden/Görlitz. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) hat am 16. März 2023 ihre Widersprüche zurückgenommen, die gegen die Allgemeinverfügungen der Landesdirektion Sachsen (LDS) eingelegt wurden.
Diese waren bereits im letzten Jahr zur Nutzung des Berzdorfer Sees von der LDS erlassen worden. Damit ist der Berzdorfer See ab sofort in weiten Teilen zum Befahren mit Wasserfahrzeugen für jedermann nutzbar.
Lediglich einige Beschränkungen, die aus Naturschutzgründen erforderlich sind, bleiben erhalten. Das Verfahren zur Feststellung der Fertigstellung des Sees für die Schifffahrt ist damit abgeschlossen.
»Ich freue mich, dass die Anlieger und Nutzer des Berzdorfer Sees – ganz besonders die Freizeitkapitäne – nun Rechtssicherheit haben und sich entspannt auf die Sommersaison auf dem See vorbereiten können.« äußert sich Regina Kraushaar, Präsidentin der Landesdirektion Sachsen. »Die Attraktivität der Region gewinnt noch einmal ganz erheblich, denn von dieser Allgemeinverfügung wird auch der Tourismus nochmals kräftig profitieren können.«
Die Rücknahmen der Widersprüche sind das Ergebnis zahlreicher Gespräche zwischen der LMBV und der Landesdirektion Sachsen. Hierbei wurde u. a. vereinbart, dass der Allgemeinverfügung vom 9. August 2022 zur Feststellung der Fertigstellung von Gewässerstrecken des Berzdorfer Sees eine Präambel vorangestellt wird.
Diese Präambel betont nochmals den sich aus berg- und wasserrechtlichen Verpflichtungen ergebenden Vorrang der Sanierung durch die LMBV.
Die Allgemeinverfügung kann im Internetportal der Landesdirektion Sachsen (http://www.lds.sachsen.de/bekanntmachung) in der Rubrik Umweltschutz/Wasserwirtschaft eingesehen werden.
Zusätzlich wird die Öffentlichkeit über Aushänge in den Seeanliegerkommunen Görlitz und Markersdorf sowie im Amtsblatt der Gemeinde Schönau-Berzdorf unterrichtet. Herausgeber: Landesdirektion Sachsen v. 17.03.2023
Fotos: LMBV-Archiv / P. Radke
Berzdorfer See 2020LMBV
Luftaufnahmen Bereich OstsachsenLMBV
Luftaufnahmen Bereich Ostsachsen
Gewässernachsorge auf dem Störmthaler See
Leipzig/Großpösna. Zur Steuerung der Gewässerbeschaffenheit werden im März und April 2023 rund 1.200 Tonnen Kalksteinmehl in den Störmthaler See eingebracht. Dies erfolgt mithilfe eines Schubverbandes, der das Material großflächig über den gesamten See verteilt. Damit wird das Wasser neutralisiert. Ausführende Firma ist die Anlagen-, Bau- und Betriebsgesellschaft mbH (ABG) aus Dresden. Die Vorbereitungen zur Baustelleinrichtung sind bereits abgeschlossen. Die Bekalkung beginnt in der Woche vom 20. März 2023 und wird wahrscheinlich vier Wochen dauern.
Die LMBV ist entsprechend dem Planfeststellungsbeschluss verpflichtet, den ph-Wert im Störmthaler See zwischen sechs und acht zu halten. Dazu wird das Wasser regelmäßig kontrolliert und nahezu jährlich mit Kalkmehl oder - wie in diesem Jahr - mit Kreide behandelt, die einen sehr guten Wirkungsgrad hat. Die letzte Gewässerbehandlung fand im Frühling 2022 statt.
Eindrücke von der Bekalkung des Störmthaler Sees im Februar 2022
Fotos: Christian Horn
Einblicke in die Arbeit der Flutungszentrale Lausitz — Unternehmer und Gewerbetreibende des BVMW bei LMBV zu Gast
Senftenberg. Der Einladung des BVMW-Regionalbüros der Wirtschaftsregion Brandenburg Süd-Ost zu einem Vortrag der LMBV am Abend des 14. März 2023 folgten rund 50 Unternehmer und Gewebetreibende. Den Gästen waren besondere Einblicke in die Arbeit der Flutungszentrale Lausitz versprochen worden. Sie wurden zunächst herzlich vom Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny, im Barbarasaal begrüßt, der die Idee von Organisator Ralf Henkler vom Mittelstands-Verband für einen solchen beginnenden Austausch positiv bewertete.
Der Verband hatte mit der Fragestellung geladen, ob man wissen wolle, „…wie der größte Wasserhahn Deutschlands, vielleicht sogar Europas“ funktioniere? Die besondere geographische Lage, geologische Beschaffenheit sowie die mehr als 100jährige Inanspruchnahme durch den Bergbau machen die Lausitz zu einem Reallabor für ein außergewöhnlich anspruchsvolles Wassermanagement“, so der BVMW. Bereits im Jahr 2000 veranlassten diese außergewöhnlichen Randbedingungen die Bundesländer Brandenburg, Berlin und Sachsen dazu, ein umfassendes Wasser-Monitoring im Rahmen der Braunkohlesanierung zu aktivieren. “Mit der in Senftenberg ansässigen Flutungszentrale Lausitz entstand eine in dieser Form einzigartige Institution, die einen sowohl vielfältigen als auch komplexen Aufgabenbereich übernommen hat.“
Maik Ulrich, Leiter der Flutungszentrale Lausitz, stellte in seinem Vortrag dann seine Arbeit zum Fluten und Bewirtschaften von Bergbaufolgeseen vor. Nach dem Vortrag gab es noch die Möglichkeit zu Fragestellungen und Diskussionen sowie zum Besuch des Leitstandes der Flutungszentrale. (Zitate aus Einladung | Der Mittelstand. BVMW e.V.)
Fotos: Dr. Uwe Steinhuber (2023)
Begrüßung der BVMW-Gäste durch Bernd SablotnyZu Gast im Leitstand der FZL
Nachsorgebetrieb Zwickau ist umgezogen
Zwickau. Der Nachsorgebetrieb Zwickau ist umgezogen und ab sofort unter der folgenden Adresse erreichbar: Planitzer Straße 2, 08056 Zwickau.
Die bisherigen Telefonnummern bleiben erhalten.
Ein Schwerpunkt der Tätigkeit des Nachsorgebetriebes Zwickau ist der Betrieb der Grundwasserreinigungsanlage am ehemaligen Kokereistandort Schedewitz. Der vormalige Kokereistandort Brückenberg gehört ebenfalls zum Aufgabenbereich.
Das Bergbau-Poldergebiet stände heute ohne künstliche Entwässerung – im Rahmen der bergbaulichen Nachsorge – unter Wasser.
Foto: LMBV/Ch. Bedeschinski
Dokumentation von Messwerten in der Grundwasserreinigungsanlage Zwickau/Schedewitz
Harthkanal: Sachstand und Perspektiven — Beendigung des Schnittstellenprojektes
Leipzig/Dresden/Freiberg. (PM des OBA v. 10.03.23) Am 23.01.2023 fand eine Abstimmung zwischen den hauptbeteiligten Behördenvertretern und der LMBV zum Sachstand und zu den Perspektiven eines Harthkanals zwischen dem Zwenkauer und dem Cospudener See statt. Mit diesem Bauwerk wurde bislang die Absicht verfolgt, eine Bündelung von wasserwirtschaftlichen Zielen (Überschusswasserableitung und Hochwasserentlastung) und gewässertouristischen Funktionen (schiffbare Verbindung) vorzunehmen. Die bisherigen Arbeiten zur Planung und zur Realisierung erfolgten im Zuge eines Schnittstellenprojektes nach dem Verwaltungsabkommen Braunkohlesanierung zwischen Bund und Ländern durch die LMBV.
Im Ergebnis der Abstimmung wurden die nachfolgenden Befunde und Positionen herausgearbeitet:
Aufgrund der eingetretenen erheblichen Kostensteigerungen und des bestehenden Budgetrahmens sind keine Voraussetzungen für die Fortführung des wassertouristischen Teils mehr gegeben.
Überschusswasserableitung und Hochwasserentlastung als berg- und wasserrechtliche Verpflichtungen der LMBV sind für die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit prioritär.
Die LMBV wird den Antrag stellen, das Schnittstellenprojekt zu beenden, und sich auf die Erfüllung ihrer Sanierungsverpflichtungen konzentrieren, wozu sie sich ausdrücklich bekennt.
Damit wird eine Neuplanung für das Vorhaben erforderlich, in deren Zuge auch über die Genehmigungserfordernisse zu befinden ist.
Zwischen den beteiligten Institutionen erfolgte eine Verständigung dahingehend, dass bei einer Umsetzung der wasserwirtschaftlichen Sanierungsziele für den Zwenkauer See die kommunalen Entwicklungsziele angemessen zu berücksichtigen sind. Dabei bildet die Offenhaltung einer wassertouristischen Option für eine Realisierung in späterer Zeit eine Mindestanforderung bei allen weiteren Planungen. Dazu erfolgen Abstimmungen zwischen den Hauptbeteiligten. Zugleich wird sichergestellt, dass das im Zuge des Doppelhaushalts 2023/2024 beschlossene Budget für Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards über die berg-rechtlichen Verpflichtungen hinaus uneingeschränkt für weitere Projekte zur Verfügung steht.
Die Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland hat sich in ihrer Sitzung am 10.03.2023 mit der Situation befasst.
Landesdirektion Sachsen (LDS)
Landestalsperrenverwaltung Sachsen (LTV)
Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV)
Silbersee-Testfeld wird derzeit vor Friedersdorfer Strand gerüttelt
Senftenberg/Lohsa. Auf dem sächsischen Silbersee, auch als Restloch Friedersdorf oder Speicher Lohsa I bekannt, werden derzeit Untersuchungen zum Seegrund und Uferbereich bei Friedersdorf im Rahmen des § 3 des VA Braunkohlesanierung angestellt. Von Ende 2022 bis April 2023 hat der Bergbausanierer LMBV ein Testfeld für einen 200 Tonnen schweren seegestützten Seilbagger LR 1300 eingerichtet und trifft damit vorbereitende Maßnahmen für eine vorgesehene Sanierung des Südufers. Mit den Ergebnissen des Testfeldes und der Nachsondierungen soll die weitere LMBV-Planung für die dann umzusetzende uferparallele Sanierung präzisiert werden.
Zunächst wurde auf dem 340 Hektar großen Altgewässer ein Rüttel-Testfeld auf einer 105 x 31 Meter großen Fläche nahe dem Ufer gestartet. Dort werden nun verschiedene Zugabematerialien für die Rüttelverdichtung bis Ende März 2023 getestet. Bis zu 315 Rüttelsäulen sollen in dem Testareal im Bergbaufolgesee zunächst von einem pontonbasierten RDV-Seilbagger bis in 30 Meter Tiefe eingebracht werden. Den Auftrag dafür hat die Firma V.C. Metzner von der LMBV übernommen. Zum 6. April 2023 soll der derzeitige Sperrbauzaun wieder zurückgebaut werden.
Nachdem bereits mit der Kommune Lohsa und regionalen Medien das Vorhaben vorgestellt worden war, informierte die LMBV auf Wunsch des MDR am 7. März 2023 auch live in der Sendung MDR um Zwei. Hierfür stand LMBV-Abteilungsleiter Karsten Handro gemeinsam mit MDR-Reporterin Pauline Vestring vor der Kamera. Ab Oktober 2023 bis April 2025 soll nun voraussichtlich die uferparallele Sanierung des Südufers mittels RDV und LRV erfolgen und dafür auch der See bzw. der Strand vorübergehend gesperrt werden. Im Jahr 2024 wird der See gesperrt bleiben. Ab der Saison 2025 soll der Silbersee dann wieder nutzbar sein, wenn die Sanierungsarbeiten wie geplant durchgeführt werden können. Diese Zeitschiene beruht auf dem aktuellen Stand der Planungen.
Hintergrund: Für das Testfeld war bereits in den Jahren 2021/22 am Ostufer des Restloches eine Einsatzstelle für die Rüttel- und Pontontechnik errichtet worden. Bei Lohsa führt zudem die Bahnstrecke über die östliche Abraumkippe des Alttagebaus am Rande des Silbersees entlang. Der nach Einstellung des großräumigen Braunkohlebergbaus ansteigende Grundwasserspiegel verschlechterte auch die Baugrundeigenschaften des östlichen Abraumkippenkörpers derart, dass die Standsicherheit dieser Uferböschung gefährdet schien. Die Gefahr des Fließrutschens oder eines Grundbruchs erforderte eine permanente geotechnische Überwachung der Eisenbahnstrecke, die zeitweise nur mit verminderter Geschwindigkeit befahren werden durfte.
Um einen weiteren Betrieb der Niederschlesischen Eisenbahnmagistrale zu gewährleisten, wurde im Rahmen eines Vorhabens i.A. der LMBV zur Bergbausanierung der schlecht tragfähige Baugrund des östlichen Kippenkörpers stabilisiert und verbessert. Die Sicherung selbst erfolgte ab März 2011 auf einer Dammlänge von 1.640 Meter. Der sogenannte Sicherungskörper wurde bis zu 34 Meter tief und bis zu 65 Meter breit verdichtet. Insgesamt mussten damals dafür ca. 3.500.000 Kubikmeter Dammvolumen verdichtet und auch zwischenzeitlich kleinere abgegangene Bereiche aufgefüllt werden.
Nach Rückbau der alten Bahnanlagen ab 2010 war die Kippenstabilisierung entlang der etwa 2,5 km langen Trasse mittels Rüttelstopf- und Rütteldruckverdichtung (RSV/RDV) sowie im Bereich der Innenkippe oberflächennah mit dem HEIC-Verfahren der britischen Firma Landpac erfolgt. Zeitweise waren dabei bis zu vier Tiefenrüttler gleichzeitig im Einsatz. Im Anschluss wurden erdbautechnisch die Seeuferböschung und der Bahndamm wiederhergestellt. Nach fast fünfjähriger Bauzeit konnte am 01.03.2016 die gesicherte Bahntrasse in Lohsa von der LMBV an die DB Netz AG offiziell zurück übergeben werden.
Der Silbersee selbst ist kein LMBV-Gewässer. Der Silbersee ist ein Speichergewässer der sächsischen Landestalsperrenverwaltung, der inmitten eines waldreichen Gebietes gelegen und in den 60er Jahren durch Flutung des ehemaligen Braunkohletagebaus Werminghoff II entstanden ist. Seit Anfang der 1970er Jahre wird er vor allem auch für die Naherholung und zum Angeln genutzt. Am Friedersdorfer Ufer des Silbersees befindet sich ein Badestrand und angrenzend ein privat geführter Campingplatz. Derzeit ist die Wasserfläche aufgrund der noch notwendigen bergtechnischen Sanierung temporär gesperrt.
Fotos: Gernot Menzel f. LMBV (2023)
Live-Schalte von Pauline Vestring für MDR um Zwei vom Silbersee am 07.03.23
LMBV-Abteilungsleiter Karsten Handro steht für ein Interview mit MDR um Zwei zur Verfügung
LMBV: Rütteldruckverdichtung-Testfeld Silbersee
Test zur Rütteldruckverdichtung am Silbersee – Einbringen des Rüttlers
Sondershausen/Steinbach. Nachdem Mitte Februar die Arbeiten in Steinbach in den sogenannten Sprengvortrieb übergegangen sind, findet derzeit werktäglich eine Sprengung vor Ort statt. Bis dahin erfolgte der Vortrieb aufgrund des vorhandenen weichen Gesteins rein mechanisch. Durch das Auffahren eines neuen Stollens soll die dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden.
Aktuell kommen circa 35 kg patronierter Emulsionssprengstoff pro Sprengung zum Einsatz. Ungefähr 2 Meter kommt man dabei derzeit im Gebirge bzw. Stollen voran. Rund 60 Tonnen Gesteinsmassen werden dabei aus dem Gebirgsverband gelöst. Der darin gelöste Kalkstein wird auf dem Gelände der Baustelle zwischengelagert und zu einem späteren Zeitpunkt für die Sicherung der ehemaligen Spülhalde vor Ort genutzt.
Der Vortrieb erfolgt zyklisch, folgende Arbeitsschritte werden dabei durchgeführt. - Bohren - Besetzen der Bohrungen mit Sprengstoff - Sprengung - Wartezeit (Belüftung des Stollens bzw. Abzug der Sprenggase) - Freiladen und Abtransport des Haufwerks bzw. der Gesteinsmassen - Sichern des Gewölbes durch Aufbringen des Spritzbetons und Ankern
Die Arbeiten vor Ort finden in den behördlich genehmigten Zeiträumen statt. Genehmigt wurde in punkto Erschütterung das Zeitfenster Montag bis Freitag von 06 bis 22 Uhr und in punkto Lärm montags bis freitags von 06 bis 20 Uhr. Es erfolgt eine Überwachung an drei Erschütterungs- sowie verschiedenen Lärmmessstellen. Es ist davon auszugehen, dass die Erschütterungs- und Lärmemissionen mit dem Fortschreiten des Baus zurück gehen.
Der Steinbachstollen und der neue Steinbachstollen befinden sich in Bad Liebenstein, Ortsteil Steinbach. Der neue Steinbachstollen wird annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren. Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Grubenwässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet. Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 Meter bei einem offenen Querschnitt von 12 Quadratmetern. Im Vergleich dazu beträgt die Länge des aktuell für die Grubenentwässerung genutzten Stollens ca. 1.090 Meter bei einem Querschnitt von sechs Quadratmetern. Die Bauzeit beträgt circa 24 Monate und wird voraussichtlich bis Mai 2024 andauern.