Ableiter Merseburg Ost: Einladung zur öffentlichen Informationsveranstaltung und Baubeginn

Leipzig/Luppenau. Mit Beginn der Sommerferien in Sachsen-Anhalt startet die LMBV ihre Arbeiten zum Ableiter Merseburg Ost vom Wallendorfer See bis zur Einbindung in
die Luppe. Als erster Bauabschnitt wird ab 7. Juli 2023 der Durchlass unter der Löpitzer Straße errichtet. Dazu wird die Löpitzer Straße während der Sommerferien vom 7. Juli bis 16. August 2023 gesperrt.

Anlässlich des Baubeginns lädt die LMBV interessierte Bürger und Anwohner zu einem öffentlichen Baubeginn und einer Informationsveranstaltung ein.

Der Bürgermeister der Gemeinde Schkopau, Vertreter der beteiligten Behörden, Verantwortliche der LMBV, Ansprechpartner der ausführenden Firmen sowie lokale politische Akteure werden vor Ort sein und für Fragen zur Verfügung stehen.

Termin: Freitag, 07.07.2023, 11:00 bis 13:00 Uhr
Ort: Löpitzer Straße, 06258 Schkopau

Geplanter Ablauf:
• Begrüßung durch Grit Uhlig, Leiterin Sanierungsbereich Mitteldeutschland der LMBV
• Grußwort Torsten Ringling, Bürgermeister der Gemeinde Schkopau
• Geführte „Wanderung“ entlang des künftigen Ableiters bis zum Bahndamm mit Erläuterungen zum Naturschutzfachlichen Gutachten und zu den Bauarbeiten
• Gelegenheit für Einzelgespräche der Bürger mit den beteiligten Akteuren

Achtung: Es ist festes Schuhwerk für die Begehung des Geländes erforderlich!

Anfahrtsübersicht


Aktuelle Informationen zu den Sprengarbeiten in Steinbach / Bad Liebenstein

Sondershausen/Steinbach. Um einen weiteren zügigen Ausbau des LMBV-Stollens in Steinbach / Bad Liebenstein zu gewährleisten, werden voraussichtlich ab Anfang Juli 2023 auch sonntags auf der Baustelle Arbeiten stattfinden. Alle Arbeiten finden in den behördlich genehmigten Zeiträumen statt. Die Arbeitszeiten sind von 5:00 Uhr bis 23:45 Uhr geplant, wobei die Grenzen der gesetzlichen Lärm- und Erschütterungsvorgaben eingehalten werden (TA Lärm und DIN 4150). Es erfolgt eine kontinuierliche Überwachung an gutachterlich festgelegten, exponierten Erschütterungsmessstellen sowie an verschiedenen Lärmmessstellen. Mit fortschreitender Auffahrungslänge des Stollens werden die Erschütterungen und Lärmemissionen durch die Sprengungen in der Ortslage Steinbach abnehmen.

Der LMBV ist bewusst, dass diese Arbeiten zu Belästigungen bei den Anwohnern vor Ort führen können und bittet dafür um Verständnis. Bereits in der Vergangenheit hat der Bergbausanierer nach Möglichkeiten gesucht, die Beeinträchtigungen für Anwohner so gering wie möglich zu halten. Beispielsweise wurde extra ein ergänzender Lärmschutzwall errichtet.

Durch das Auffahren dieses neuen Stollens soll künftig die dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden. Der alte Steinbachstollen kann diese Funktion nicht dauerhaft sicher gewährleisten. Im schlimmsten Fall könnten sich Grubenwässer aufstauen und unkontrolliert in die Ortslage Steinbach abfließen. Deshalb hatte sich die LMBV für den Bau eines neuen Wasserlösestollens entschieden. Mitte Februar 2023 waren die Arbeiten in Steinbach in den sogenannten Sprengvortrieb übergegangen. Schwierige geologische Randbedingungen hatten zunächst das Auffahren des neuen Stollens erschwert.

Gesprengt wird, je nach Geologie und örtlicher Gegebenheit, mehrmals am Tag. Ungefähr 1 bis 2 Meter kommt man dabei derzeit im Gebirge bzw. Stollen voran. Rund 60 bis 100 Tonnen Gesteinsmassen werden pro Sprengung aus dem Gebirgsverband gelöst. Der dabei gelöste Gneis wird auf dem Gelände der Baustelle für die Sicherung der angrenzenden ehemaligen Spülhalde vor Ort genutzt.

Bei Fragen oder Hinweisen können sich Anwohner gern direkt an die LMBV unter info@lmbv.de wenden.

Blick aus dem zukünftigen neuen Steinbachstollen


30 Jahre Forschungsinstitut FIB e.V. – Wissensfortschritt für Bergbaufolgelandschaften

Finsterwalde. Am 23. Juni 2023 hatte sich das FIB e.V. Gäste eingeladen, um gemeinsam das 30jährige Bestehen des Forschungsinstitutes für Bergbaufolgelandschaften (FIB) zu begehen. Seit drei Jahrzehnten erarbeitet das Forschungsinstitut von Finsterwalde aus Lösungen für die Sanierung und die Nachnutzung der durch die Rohstoffgewinnung genutzten Landschaften, insbesondere in Braunkohle- sowie Erz- und Salzabbaugebieten.

Das FIB habe durch langjährige Forschung und mit praxisnahen Pilotprojekten in der Lausitz wertvolle Erkenntnisse zur „Heilung von Landschaften“ gewonnen, wie es der zuständige Referatsleiter Dr. Carsten Leßner für das zuwendungsgebende MLUK des Landes Brandenburg i.V. von Sts. Anja Boudon am Rednerpult betonte. „Sie tragen dazu bei, Antworten auf Fragen zu zukunftsfähiger Land- und Forstwirtschaft, zum Naturschutz und Wasserhaushalt, zur Gewässerökologie, Landschaftsplanung und Klimaanpassung zu finden.“

Das FIB sei Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis, dessen Erkenntnisse stets auch den Betrieben und der Region zu Gute kommen, lobte das MLUK. „Es reiht sich ein in eine auch deutschlandweit herausragende Forschungslandschaft in Brandenburg. Im Doppelhaushalt ist es gelungen, die Förderung auf eine institutionelle Förderung umzustellen und das FIB dauerhaft abzusichern.“ Das MLUK fördere daher, oftmals im Verbund mit anderen Partnern, Projekte, die vor allem auf die Anwendung und somit auf das Zusammenspiel zwischen Forschung, Wissenstransfer und Praxis ausgerichtet sind. In diesem Jahr konnte die Grundfinanzierung in eine institutionelle Förderung für das FIB von mehr als 650.000 Euro umgewandelt werden.

In einer Presse-Erklärung des Agrar-Umweltminister Axel Vogel hieß es weiter: „Der jahrhundertelange Eingriff durch den Menschen hat seine Spuren hinterlassen – sei es im Wasserhaushalt, in der Natur, der Kulturlandschaft und nicht zuletzt in der Beschäftigung der Menschen vor Ort. Diese umfassende, derzeit stattfindende Transformation zu begleiten und zu fördern, ist ein Kernanliegen der Brandenburger Landesregierung und meines Ressorts. Unterstützung dabei bietet seit 30 Jahren das Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften, das mit viel wissenschaftlichem, aber stets praxisnahem Know-How mithilft, nachhaltige Lösungen für aktuelle Fragen zu erarbeiten.“

Diesem schloss sich auch der sächsische Staatsminister für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft Wolfram Günther mit seinem persönlichen Grußwort vor Ort an. Die Landesgrenze in der Lausitz verbinde beide Länder und auch die Arbeit des FIB erfolge länderübergreifend. Darüber sei er froh. Mit dem Klimawandel, dem bevorstehenden Kohleausstieg kommen mehr und neue Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Wasserhaushalt und den Erneuerbaren Energien auch in der Lausitz dazu. Dazu sei der Beitrag des FIB nötiger denn je. „Die Lausitz ist eine wunderschöne Region und Vieles bereits Nachnutzbares hat dort schon ihren eigenen Reiz.“

Die Veranstaltung wurde vom FIB-Forscher Dr. Dirk Knoche hervorragend moderiert. Institutsleiter Dr. Michael Haubold-Rosar ging in seinem Festvortrag auf das Thema „Forschung in Bergbaufolgelandschaften – alte und neue Herausforderungen“ ein und ließ die insgesamt mehr als 70 Jahre Forschungen zu forstlichen und landwirtschaftlichen Rekultivierung angemessen Revue passieren. Schon seit den 1960er Jahren wird in Finsterwalde Rekultivierungsforschung betrieben. Mit der Neugründung des FIB e.V. im Jahr 1992 als gemeinnützige außeruniversitäre Einrichtung wurden die wissenschaftlichen Arbeiten zur Wiedernutzbarmachung der ehemaligen Bergbauflächen für die Land- und Forstwirtschaft erweitert durch Forschungen zur Gewässerökologie und Renaturierung naturschutzfachlich wertvoller Bereiche. Das FIB ist damit die einzige Einrichtung in Deutschland, die sich so umfassend und interdisziplinär mit diesem besonderen Landschaftstyp beschäftigt – ein Alleinstellungsmerkmal auch im internationalen Vergleich.

Das 1992 gegründete Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften in Finsterwalde ist eine der insgesamt acht Forschungseinrichtungen, die vom Brandenburger Agrar-Umweltministerium gefördert werden. Die enge Kooperation mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen – national und international – ermöglicht die komplexe anwendungsorientierte Forschung, die den Brandenburger Betrieben unmittelbar zugutekommt. Auch die Lausitzer Bergbau- und Sanierungsunternehmen wie LEAG und LMBV arbeiten eng mit dem FIB zusammen und kooperieren bei Pilotvorhaben und Praxisversuchen.

Derzeit läuft im FIB ein vom Agrar-Umweltressort in Auftrag gegebenes Projekt „Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe“, das zur Stärkung der Bioökonomie in Brandenburg, zur Vernetzen von Akteurinnen und Akteuren und zum Wissenstransfer als Teil der kommenden Landesstrategie Bioökonomie dienen soll. Im Projektzeitraum 2021 bis 2024 fördert das Agrar- und Umweltministerium das Vorhaben mit rund 983.000 Euro aus den Klimamitteln des Landes. Pünktlich zum Jubiläum ging dazu die Webseite „neuwerg - Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe im Land Brandenburg“ an den Start.  

Elbe-Elster-Landrat Christian Jaschinski und der Finsterwalder Bürgermeister Jörg Gampe würdigten in Grußworten ebenfalls die erfolgreiche Arbeit des Instituts. Unter den Gästen der Veranstaltung waren auch ehemalige und aktive Forschende wie Praktiker, darunter Dr. Gerhard Gunschera, Dr. Karl Preußner, Dipl.-Forstwirt Jörg Schlenstedt (LMBV), Dipl.-Forstwirt Dr. Michael Rösler (LEAG), Dr. Anita Kirmer, Franziska Uhlig-Mey (Leiterin Genehmigungen Green Business bei LEAG) Dipl. Biologe Ingmar Landeck, Dipl.-Ing. (FH) Antje Lorenz, Dr. Frank Rümmler, Dr. Dietmar Wiedemann, Prof. Dr. rer. pol. Stefan Zundel (BTU), Ingolf Arnold (WCL), Dr. Uwe Steinhuber (LMBV) und viele andere.

Podiumsdiskussion - mit Fachreferent Jörg Schlenstedt von der LMBV


Schulleiter und Schulleiterinnen informieren sich an MWBA Neustadt zu Gewässergüte

Neustadt/Spree. Auf Einladung des Bürgermeisters der Gemeinde Spreetal, Manfred Heine, besuchte eine Gruppe von Schulleitern am 14. Juni 2023 die Modulare Wasserbehandlungsanlage (MWBA) der LMBV in Neustadt/Spree.

Sven Radigk, Leiter der Projektgruppe Gewässergüte Fließgewässer Lausitz, informierte die Teilnehmer ausführlich über die Funktionsweise der Reinigungsanlage und die Lösungen der LMBV für eine saubere Spree im Spreegebiet Südraum.

Im Anschluss an den Fachvortrag wurden die Besucher über das Gelände der Wasserbehandlungsanlage geführt und zahlreiche Fragen u.a. zur Entsorgung des Eisenhydroxidschlammes beantwortet. Abschließend ging es für alle an die Spree, um das Ergebnis der Reduzierung der Eisenfracht aus nächster Nähe zu begutachten.

Die MWBA Neustadt gehört neben den Anlagen in Burgneudorf und an der Ruhlmühle zu den umgesetzten Mittelfristmaßnahmen, um dem Problem der „Braunen Spree“ im südlichen Spreegebiet an der Landesgrenze zwischen Sachsen und Brandenburg entgegenzuwirken.

Die drei containergestützten Anlagen fangen eisenhaltiges Wasser in besonders belasteten Bereichen (sogenannten Hotspots des Eiseneintrags) über den Grundwasserpfad im Anstrom von Spree und Kleiner Spree ab. Das eisenhaltige und saure Wasser wird in den Anlagen durch Zugabe von Kalkprodukten und Flockungshilfsmitteln von über 90 Prozent des Eisens befreit. Das eisenreduzierte und pH-neutrale Wasser gelangt anschließend zurück in das Fließgewässer.

Vor der Installation der MWBAs in Burgneudorf, Neustadt und am Altarm der Ruhlmühle wurde die Eisenfracht aus dem Grundwasseranstrom des pleistozänen Grundwasserleiters „Spreewitzer Rinne“ direkt in die Spree bzw. Kleine Spree eingetragen. Dies bedeutete vor Inbetriebnahme dieser Anlagen eine Eisenfracht von bis zu 8.000 kg pro Tag am Gütepegel Zerre an der Landesgrenze von Brandenburg zu Sachsen. Dieser Wert wurde im ganzjährigen Regelbetrieb aller, von 2015 bis Mitte 2021 geplanten und fertiggestellten Anlagen, im Jahr 2022 halbiert und sorgt somit für eine relevante Eisenminderung in der Spree.

Fotos: LMBV/R. Kaltschmidt


StuBA-Mitglieder besuchen Wismut-Sanierungsbetrieb Aue

Aue-Bad Schlema. Die Befahrung des Steuerungs- und Budgetausschusses für die Braunkohlesanierung (StuBA) am 13. Juni 2023 führte die Mitglieder dieses Jahr an den südwestsächsischen Wismut-Sanierungsstandort Aue-Bad Schlema. Der dortige Schachtkomplex 371 in Hartenstein ist als eine der wenigen Uranerz-Bergbauanlagen der ehemaligen SDAG Wismut in großen Teilen erhalten geblieben.

Dr. Michael Paul, Geschäftsführer Technisches Ressort, stellte im ehemaligen Zechensaal das bundeseigene Unternehmen vor, dessen Kerngeschäft seit 30 Jahren im Sanierungsbergbau an acht Standorten in Sachsen und Thüringen besteht. Während seiner Einführung zog er mehrfach Parallelen zum Schwesterunternehmen LMBV, u. a. in Bezug auf das Wassermanagement. Daneben gehört der Strahlenschutz zu den Kernaufgaben der Wismut GmbH. Das Bergwerk Schlema-Alberoda baute bis 1990 eine der größte Uranerzlagerstätten Europas ab, war zudem mit rund 2000 Metern Teufe die tiefste Grube Europas und wies im Umfeld eine entsprechende Haldenlandschaft auf. Im Schlematal ist der Transformationsprozess vom einstigen „Tal des Todes“ zur Wiederauferstehung als Kurort Bad Schlema Anfang der 2000er Jahre gelungen.

Nach einer Einweisung zur Sauerstoffselbstrettung durch Andy Tauber, Leiter Bereich Sanierung Aue, fuhren die Ausschussmitglieder in den Schacht 15 IIb ein. Bei der untertägigen Befahrung erläuterten Andy Tauber und Dr. Olaf Wallner, Leiter Abteilung Koordinierung/ Markscheidewesen, die Sanierungsaufgaben. Im Mittelpunkt standen der Streckenvortrieb beziehungsweise die Aufwältigung an zwei Betriebspunkten (Querschlag 33, Gang Bocksloch). Weiterhin erfolgte ein Rundgang durch das technische Denkmal Schacht 371 – einem Bestandteil des UNESCO-Welterbes – über Lampenstube, Schacht- und Maschinenhaus mit Koepe-Fördermaschine.

Unter Führung von Martin Zimmermann, Leiter Projektträger Altstandorte, endete die Befahrung auf der Halde 65 inmitten der Ortslage des Kurortes Bad Schlema. Er führte aus, dass die alte fast 5 Hektar große bewaldete Halde mit einer Plateaufläche von 2 Hektar nicht dauerhaft standsicher gewesen sei und außerdem die Strahlenschutzwerte überschritten habe, weshalb der Haldenkörper ab 2018 innerhalb von 18 Monaten komplett abgetragen und 1 Million Tonnen schwach radioaktiv belastetes Material auf die Wismut-eigene Halde 371 umgelagert worden sei. Nach der Profilierung und Anbindung an die Vorflut ist nunmehr eine frei zugängliche Wiese im Kur- und Erholungsgebiet entstanden. Die Halde 65 gilt laut Ralph Weidner, StuBA-Vertreter vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, als „Erfolgsbeispiel für die Sanierung in Sachsen“. Als Wismut-Altstandort werden Objekte bezeichnet, die durch die SAG/SDAG Wismut für die Uranerzgewinnung und -aufbereitung genutzt wurden, zum 30. Juni 1990 jedoch nicht mehr im Eigentum der Wismut GmbH waren. 2002 wurde die Projektträgerschaft zur Sanierung an die Wismut GmbH übertragen.

Gruppenfoto vor dem technischen Denkmal Schacht 371

Fotos:  Wismut GmbH/Thomas Ackermann


Scheinbar voller Großräschener See: Baden noch nicht erlaubt – Wasserstand dort sinkt wieder

Pumpen bzw. Heber stützen den Wasserstand in der Schwarzen Elster und im Restloch Sedlitz

Senftenberg/Großräschen. Im Frühjahr hat die LMBV-Flutungszentrale so viel Wasser wie möglich aus den Vorflutern entnommen und in die Restlöcher der Region eingeleitet. So konnte über den Oberen Landgraben Neiße- und Spreewasser an den Sedlitzer See herangeführt werden. Vom Jahresanfang bis zum Frühjahr 2023 konnte der Wasserstand im Restloch Sedlitz mit 5,5 Mio. Kubikmeter aus den Vorflutern und 5,9 Mio. Kubikmeter aus den beiden benachbarten Seen bis auf das Niveau von 98,44 m NHN angestaut werden. Parallel laufen derzeit Aushubarbeiten zum Bau eines Ableiters im Auftrag der LMBV, die noch keinen höheren Wasserstand in diesem Restloch erlauben.

Um diesen Wasserstand möglichst für noch anstehende Sanierungsarbeiten am Sedlitzer See – es sind noch Sprengverdichtungen in der Brückenfeldkippe nötig - weiter zu halten, wurden zusätzlich rund 9,3 Mio. Kubikmeter in den rund 800 ha großen Großräschener See als Zwischenpuffer eingestapelt, um bei einem heißen und trockenen Sommer und erwarteten Verdunstungsverlusten dieses Zusatzwasser in den rund 1.200 ha großen Sedlitzer See überführen zu können.

Dieses im Restloch des vormaligen Tagebaus Meuro vorgehaltene Wasser – derzeit liegt der Wasserstand bei etwa 100,66 m NHN - steht nun dem Bergbausanierer LMBV zur Verfügung, um die Abstrom-, Abschlags- und Verdunstungs-Verluste im benachbarten Restloch Sedlitz auszugleichen. Dazu wurde ein dreistrangiger Heber im Ilse-Kanal installiert und seit Anfang Juni vom Bergbausanierer betrieben. Die Kapazität der Überleitungsmengen vom Restloch Meuro zum Restloch Sedlitz ist bis auf 1,5 m³/s geplant.

Das Wasser wird dabei völlig ohne Energieaufwendung, lediglich getrieben durch die Erdbeschleunigung, von RL Meuro nach RL Sedlitz übergehoben. Nur zum Starten des Hebevorganges wird kurzzeitig Energie benötigt, um mittels Vakuumpumpe die Leitungen zu evakuieren. Sind diese gefüllt und der Heber läuft, ist keine Energiezufuhr mehr nötig. Um ein Abreißen des Hebers zu verhindern, ist gelegentlich eine Nachevakuierung notwendig.

Trotz des temporären Erreichens des Zielwasserstandes (100,00 – 101 m NHN) im Großräschener See ist dort die Wasserfläche nach wie vor gesperrt und insbesondere das Baden noch untersagt. Alle 25 Meter weist ein Sperrschild der LMBV auf diesen Umstand hin. Im Sommer 2023 sind zudem noch bergbaulich hinterlassene Überhöhen im Gewässer mit schwimmender Technik zu beseitigen, um eine sicher nutzbare Wasserlamelle von zwei Metern zu erzeugen. Die LMBV weist daher erneut auf die Gefahren einer illegalen Badenutzung hin. Erst mit dem geplanten Ausspiegeln des Sedlitzer Sees mit dem Großräschener See im Zeitraum 2025/2026 wird voraussichtlich auch eine Badenutzung auf Antrag im Großräschener See organisiert werden können.

Auf Initiative der Stadt Großräschen wird derzeit ein Antrag eines Wassersportvereins für eine Zwischennutzung durch Kutter und Rettungsboote für diesen Sommer von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises OSL geprüft. Die LMBV als bergrechtlich verantwortliches Unternehmen für das noch nicht völlig fertige Restloch hat dazu eine positive Stellungnahme abgegeben. Es wird derzeit davon ausgegangen, dass für einen klar abgrenzten Teilbereich auf dem Bergbaufolgesee temporär und gefahrlos die angefragte Bootsnutzung ermöglicht werden soll. Dafür waren im Vorfeld noch Auflagen von den Antragstellern zu erfüllen bzw. Unterlagen beizubringen wie z.B. ein Rettungswerk.

Die Schwarze Elster wird derzeit parallel dazu aus der LMBV-Grubenwasser-Reinigungsanlage Rainitza durch eine vorgelagerte Wasserentnahme am Restloch Sedlitz über die Pumpstation Bahnsdorf von der LMBV gestützt – auch entsprechend den Juni-Absprachen in der Ad hoc-AG „Extremsituation Schwarze Elster“. Das Wasser wird aus der Pumpstation Bahnsdorf in die Rainitza abgeschlagen und mündet dann in die Schwarze Elster oberhalb des Stadtgebietes Senftenberg. Aktuell werden zu diesem Zweck bis zu 500 l/s abgegeben. Am Partwitzer See und Geierswalder See besteht zudem für die FZL die Möglichkeit, Wasser in den Sedlitzer See überzuleiten. Damit besteht indirekt auch die Möglichkeit, über diese beiden „Flachspeicher“ die Schwarze Elster zeitweilig mit zu stützen. In den vergangenen Jahren ist dies auch praktiziert worden. Das Wasser allein aus diesen beiden Restseen reicht allerdings nicht aus, die Wasserverluste im Sommer in den Seen selbst und den Stützungsbedarf der Schwarzen Elster zu decken. (Neue Textfassung v. 16.06.23 - Ergänzungen zum Überheben eingefügt)

500 l/s Stützungswasser für die Schwarze Elster kommen derzeit von der LMBV.


LMBV steht der Großen Lausitzrunde Rede und Antwort – Kommunalvertreter fordern mehr Speicherräume

Lausitzrunde verabschiedet Positionspapier Wasserproblem in der Lausitz

Forst. Auf Einladung der sogenannten Großen „Lausitzrunde“ gab LMBV-Sanierungsbereichsleiter Gerd Richter am 8. Juni 2023 Einblicke in die derzeitigen Aufgaben der Bergbausanierer und beantwortete eine Vielzahl von Fragen der Teilnehmer zu einzelnen Vorhaben der LMBV.

Die Große Lausitzrunde ist ein kommunales Bündnis aus Vertretern von 56 Lausitzer Städten und Gemeinden Brandenburgs und Sachsens unter Leitung der Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier und des Weißwasseraner Oberbürgermeisters Torsten Pötzsch. Ein weiteres der in der Runde behandeltes Thema war, dass mit dem bevorstehenden Ende der Braunkohlenförderung in der Lausitz der Wasserhaushalt aus dem Gleichgewicht kommen werde. Die Kommunen fordern daher einmal mehr Lösungen von Bund und Land. Auch Wasserimporte geraten daher ins Blickfeld.

Um das Wasserproblem in der Lausitz in den kommenden Jahrzehnten in den Griff zu bekommen, fordern die Kommunen der Region den Ausbau und die Ertüchtigung der bisherigen Speicherräume. Damit sollen Vorräte aus den feuchten Monaten vorgehalten werden können. Die vorhandenen Speicherkapazitäten für Wasser müssten auf ein Gesamtvorratsvolumen im Spreegebiet von mindestens 180 Millionen Kubikmeter weiter ausgebaut werden, heißt es in dem am Donnerstag in Forst verabschiedeten Positionspapier der Lausitzrunde. Auch die Speicher Lohsa II und der Speicher Bärwalde wurden neben dem entstehenden Cottbusser Ostsee als Speicherräume aufgeführt.

Die Lausitzrunde nimmt mit ihren Forderungen Bezug auf eine Studie des Umweltbundesamtes (UBA), die am 12. Juni 2023 veröffentlicht werden soll. Die Studie komme zu dem Schluss, dass der Wasserhaushalt im Spree-Flussgebiet nach dem erwarteten Aus der Kohleförderung einen strukturellen Wasserdefizit-Ausgleich brauche.

Den Untersuchungen zufolge werde es nach dem Ende des Braunkohlebergbaus deutlich weniger Wasser in der Region geben als heute. So sei im sächsischen Teil der Spree mit einem Defizit von jährlich rund 95 Millionen Kubikmetern zu rechnen, im brandenburgischen Teil der Spree mit einem Defizit von bis zu 126 Millionen Kubikmeter p.a. Durch eine weitergehende Nutzung von geeigneten Bergbaufolgeseen als Wasserspeicher könnte dieses Defizit ausgeglichen werden. Die Studie empfehle zudem, die Deckung der Wasserdefizite durch Wasserüberleitungen aus benachbarten Flussgebieten wie Elbe, Lausitzer Neiße und Oder abzusichern. Daher dringen die Bürgermeister und Wasserexperten bei Letzterem auf eine zügige Diskussion und Entscheidung von Bund und Ländern über Varianten des „Wasserimports“ in die Region.

„Es gehe um Tempo bei diesen großen wasserwirtschaftlich notwendigen Grundsatzentscheidungen“, sagte Wasserexperte Ingolf Arnold vom Verein Wasser Cluster Lausitz. Er wies darauf hin, dass bereits vor 30 Jahren festgehalten wurde, dass das Spreesystem kollabiere, wenn nichts getan werde. Die Kommunen forderten darüber hinaus eine schnelle Einigung über die Finanzierung und die künftige Lastenverteilung. Selbst wenn Behörden und Unternehmen wie die LMBV und die LEAG ihre Hausaufgaben gemacht haben, werde das Spreesystem ohne Ergänzung trotzdem nicht funktionieren, warnte Wasserfachmann Arnold. Die Zivilgesellschaft habe sich über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren an die höheren Wassermengen in der Spree gewöhnt - bis hin zur Trinkwasserversorgung in Berlin. Getoppt werde alles vom Klimawandel. „Deshalb müssen die drei Bundesländer Berlin, Brandenburg und Sachsen aber auch der Bund bei Beratungen in einem Boot sitzen“. Denn die Wasserversorgung der Metropolregion Berlin-Brandenburg hänge maßgeblich von der Wasserführung der Spree ab. Mit dem Braunkohlebergbau in der Lausitz wurde durch die Grundwasserhebung der Wasserhaushalt der Spree über Jahrzehnte gestützt. Mit dem Ende der Kohle werde sich dies verändern.

Lausitzrunde
Dr. rer. nat. Klaus-Peter Schulze warb für ein gemeinsames Postionspapier zum Wasserhaushalt


Fachliche Einblicke in das Entstehen des Anke-Stollens für RDB-Mitglieder

Sondershausen/Steinbach. Das Interesse der Fachwelt an der Auffahrung des Anke-Stollens durch die LMBV in Steinbach im Thüringer Wald steigt gegenwärtig deutlich an. 

Am 8. Juni 2023 besuchten unter der Leitung von Patrick Reiser acht Mitglieder vom Ring Deutscher Bergingenieure e.V. (RDB), Bezirksverein Technische Hochschule Georg Agricola zu Bochum die Stollenbaustelle. Begleitet wurden sie vom Leiter des Sanierungsbereiches Kali-Spat-Erz Ralph Haase, dem zuständigen Projektmanager Hartmut Köhler sowie dem Leiter der Personalverwaltung Martin Schulz.

Nach einer Einführung zum Thema wurde die Stollenbaustelle zunächst über Tage besichtigt. Danach konnte der Stollen 180 Meter bis zur Ortsbrust befahren werden.

Insbesondere die geologischen Verhältnisse vor Ort, die eingesetzte Lade- und Spritzbetontechnik sowie Details zur Sprengtechnologie weckten das Interesse der Fachbesucher.

Anke-Stollen
Gruppenbild mit RDB-Kollegen: Das Interesse der Fachwelt an der Auffahrung des Anke-Stollens ist deutlich zu spüren.

Hintergrund: Der neue Steinbachstollen in Bad Liebenstein, Ortsteil Steinbach, wird annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren.

Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Grubenwässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet.

Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 Meter bei einem offenen Querschnitt von 12 Quadratmetern. Im Vergleich dazu beträgt die Länge des aktuell für die Grubenentwässerung genutzten Stollens ca. 1.090 Meter bei einem Querschnitt von sechs Quadratmetern.

Die Bauzeit beträgt circa 24 Monate und wird voraussichtlich bis Mai 2024 andauern.

Fotos: LMBV/R. Haase


Bergbausanierer auf Karrieremesse in Cottbus

Senftenberg/Cottbus. Gemeinsam mit über 100 regionalen, nationalen und internationalen Unternehmen sowie Forschungsinstituten präsentierte sich die LMBV am 6. Juni 2023 am Zentralcampus Cottbus der BTU Cottbus-Senftenberg auf Brandenburgs größter Recruitingmesse für akademische Fachkräfte.

Zahlreiche Studierende und Absolventen nutzten auf der campus-X-change die Gelegenheit, sich am Stand der LMBV über Praktikumsplätze, Abschlussarbeiten oder einen Jobeinstieg nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums zu informieren.

Vor allem Studierende des Bauingenieurwesens, der Wasserbewirtschaftung und des Umwelt- und Ressourcenmanagements waren an den Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten des Bergbausanierers interessiert.

Zusätzlich zu den Ausstellern bot die Karrieremesse allen Interessierten ein umfangreiches Rahmenprogramm.

Foto: LMBV/R. Kaltschmidt


Braunkohlentag 2023: Braunkohleunternehmen arbeiten am Wandel

Transformation und Energiesicherheit – Diese beiden großen Themen bestimmten den Braunkohlentag 2023

Köln. Eingeladen vom Deutschen Braunkohlen-Industrie-Verein e. V. (DEBRIV), dem Bundesver­band Braunkohle, trafen sich am 1. und 2. Juni 2023 Vertreterinnen und Vertreter aus den Mitglieds­unternehmen, der Politik, den Behörden und Kommunen sowie der Wissenschaft, um die Transformation der deutschen Braunkohleindustrie in Zeiten der Energie­krise zu diskutieren.

Beim Braunkohlentag 2023, dem Jahrestreffen des DEBRIV ging es in diesem Jahr um den fortschreitenden Wandel in den Revieren: Wie gestalten die Unternehmen die Transformation? Wie lässt sie sich beschleunigen? Wie gestaltet sich der Strukturwandel? Welche Wiedernutzbarmachungskonzepte werden verfolgt? Und wie können die Regionen weiterhin zu einer sicheren Stromversorgung in Deutschland beitragen? „Denn auch wenn 2022 die Braunkohle in der Krise dringend benötigt wurde: Der Kohleausstieg ist gesetzlich fixiert. Wir setzen ihn um und sorgen dafür, dass der Kohleausstieg und vor allem die Transformation der Energiesysteme, Unternehmen sowie Regionen funktionieren“, betont Dr. Philipp Nellessen, Vorstandsvorsitzender des DEBRIV, in seiner Rede vor den über 400 Gästen der Veranstaltung.

Die deutschen Braunkohle gewinnenden Unternehmen RWE, LEAG, MIBRAG und ROMONTA investieren massiv in den Ausbau der erneuerbaren Energien, Speicher­kapazitäten sowie H2-ready-Gaskraftwerke. Bis 2030 sollen allein in den Braunkohle­regionen gut weitere 9 GW installierte Leistung an erneuerbaren Energien entstehen.  Zusätzlich sind 6 GW wasserstofffähige Gaskraftwerke geplant. Die anderen Mitglieds­unternehmen stellen sich ebenfalls auf den Wandel in ihrer Branche ein. So werden neue Wertschöpfungsketten erschlossen, Geschäftsfelder ausgebaut und in die Weiter­bildung investiert. Die Ziele: Der Aufbau einer nachhaltigen Energieerzeugung und die Sicherung der Arbeitsplätze in den Regionen. Bereits heute sind auch die Fragen der späteren Wiedernutzbarmachung der noch aktiven Tagebaue zu klären, für die die LMBV als Bergbausanierer bereits vielfältige nachnutzbare Erfahrungen vorweisen kann.

„Für den laufenden bergbaulichen Betrieb, seinen Abschluss, eine gute Wiedernutzbarmachung sowie für die Investitionen in die Energieversorgung außer­halb der Braunkohle brauchen die Unternehmen stabile und verlässliche Rahmen­bedingungen“, stellt DEBRIV-Hauptgeschäftsführer Dr. Thorsten Diercks fest. „Vor allem das Umweltrecht und das Bergrecht müssen die notwendigen zügigen Entscheidungen ermöglichen. Leistungsfähige und fachlich gut besetzte Geneh­migungsbehörden bleiben für den Bergbau und seine Transformation unverzichtbar.“

Über den DEBRIV: Der Deutsche Braunkohlen-Industrie-Verein e. V. (DEBRIV) fördert die technischen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der Braunkohleindustrie. Mit Blick auf den gesetzlich beschlossenen Kohleausstieg bis 2038 arbeitet der DEBRIV gemeinsam mit seinen Mitgliedern daran, die Transformation der Braunkohleindustrie, den Strukturwandel in den Revieren und die Energiezukunft Deutschlands aktiv mitzugestalten. Die LMBV ist eines der Mitgliedsunternehmen des Arbeitgeberverbandes.

Über den Braunkohlentag: Der Braunkohlentag ist zentrales Forum und wichtige Austauschplattform zu aktuellen Themen rund um die deutsche Braunkohle. Er wird vom DEBRIV jährlich an wechseln­den Orten in den Revieren ausgerichtet. Im Rahmen des Braunkohlentags finden Fachvorträge und Podiumsdiskussionen statt. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Behörden, Wirtschaft und Wissenschaft informieren und beziehen Stellung zu aktuellen energie- und umweltpolitischen Themen.