Folgenutzen an Bergbaufolgesee wird erhöht: Neuer Spielplatz am Scheibe-See entsteht

Senftenberg/Kühnicht. Nach dem im Mai 2023 bereits ein neuer Parkplatz am Scheibe-See offiziell freigegeben wurde, lässt die LMBV im Auftrag des Freistaates Sachsen derzeit neben dem Parkplatz am Kühnichter Ufer einen Spielplatz errichten.

Die §4-Maßnahme zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards am LMBV-Bergbaufolgesee Scheibe wurde in drei Bauabschnitte geteilt. Im ersten Bauabschnitt wurde ein Parkplatz für etwa 120 PKW errichtet und das Gebiet mit Medien erschlossen. Diese Arbeiten sind bereits abgeschlossen.

Der zweite Bauabschnitt umfasst die Errichtung des Spielplatzes. Er soll grundsätzlich an das Thema „Sand der Lausitz“ und im Besonderen mit einzelnen Elementen an den ehemaligen Braunkohlentagebau Scheibe angelehnt sein. So wird ein Sand-Spielfeld für Beachvolleyball und andere Ballspielarten angelegt. Der Spielplatz selbst bekommt unter anderem ein Kombigerät mit Kletterrampe, Seilnetzbrücke, Kletterwand und Rutsche, eine Schaukel, Balanciersteine, ein Dreier-Turnreck sowie zwei Federwippen. Hinzu kommen eine Wasser-/Matsch-Spielfläche und ein Kriechtunnel. Die Maßnahme befindet sich derzeit in der Realisierung und wird voraussichtlich bis Ende September 2023 bauseitig abgeschlossen sein.

Im dritten Bauabschnitt sollen dann noch Sanitäranlagen errichtet werden. Da eine erste Ausschreibung dieser Leistungen nicht erfolgreich war, befindet sich eine neue Ausschreibung in Planung. Eine Zeitschiene zur Errichtung der Sanitäranlagen kann derzeit noch nicht benannt werden.

Fotos: LMBV/Steffen Rasche


Französischer Reporter vor Ort: Aushub für künftigen Ableiter aus dem Restloch Sedlitz kommt voran

Senftenberg/Sedlitz. Am 20. Juli 2023 informierte sich der Deutschland-Korrespondent für französischsprachige Medien Thomas Schnee, gemeinsam mit der Fotografin Silke Reents über die Lausitz. Für das Magazin Reporterre, das hauptfranzösische Medium für Ökologie und Umwelt, sollte eine Reportage über die Wiedernutzbarmachung und Renaturierung der Lausitzer Tagebaue entstehen.

Zunächst stand die Bergbaufolgelandschaft im Bereich Grünhaus auf der Agenda der Reporter. Hier wurden die Journalisten fachkundig von Dr. Stefan Röhrscheid, Projektleiter der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe im Tagebauraum Klettwitz begleitet. Im zweiten Tagesabschnitt standen die Sanierungsarbeiten der LMBV im Bereich der Restlochkette (RLK) bei Senftenberg im Mittelpunkt. Hier begleiteten Projektmanagerin Vivien Wolf und Pressesprecher Dr. Uwe Steinhuber die Reporter.

Den Hauptstadt-Reporter T. Schnee interessierten vor allem Fragen hinsichtlich der Struktur der Bergbausanierung und der Rolle der LMBV – zudem, welche Missionen die Verwaltungsgesellschaft habe. Von Interesse waren auch die Hauptphasen und die Geschichte der Nachnutzung der Tagebaue in der Lausitz sowie heutige Herausforderungen bei der Wiedernutzbarmachung und Renaturierung. Ganz konkret ging es auch um Fragen „Wie demokratisch und ökologisch läuft dieser Prozess? Hat der Kohlekompromiss eine Wende bzw. Beschleunigung eingeleitet?“

Zum entstehenden Ableiter Sedlitz, der auf einer Länge von 2.800 Meter im Zeitraum von 12/2022 – 01/2025 entsteht, gab es viele Einzelfragen. Eine zu bauende Wildbrücke und das zu errichtende Trogbauwerk unterhalb der B 96 sind Bestandteile des Vorhabens. Die Sohlbreite des Ableiters wird einmal sieben Meter betragen, der Einschnitt eine Weite von bis zu 30 Meter haben. Der Ableiter Sedlitz wird im Auftrag der LMBV für eine Ausleitkapazität aus dem Sedlitzer See von durchschnittlich drei Kubikmetern Wasser pro Sekunde gebaut. Das Wehr zum Steuern der Bewirtschaftung der RLK und das Siel zum Schutz vor Hochwasser aus der Schwarzen Elster wurden bereits errichtet.

Derzeit laufen durch die beauftragte Sanierungsfirma Aushubarbeiten auf den unteren zwei Ausbauebenen. In der aktuellen Baumaßnahme ist ein Aushubvolumen von ca. 300.000 m³ auf ca. 2.400 Meter zu bewältigen. Für das Herstellen des Gerinnes sind im Baufeld Aushubtiefen von bis zu sieben Metern erforderlich, wodurch eine zusätzliche temporäre Grundwasserabsenkung notwendig ist. Das Profil wird dazu mit Langarmbaggern ausgebaggert und zusätzlich mit Bentonitmatten gedichtet. Zum Teil wird der ausgehobene Boden über einer sog. geosynthetischen Tondichtungsbahn (GTD) wieder eingebaut, teilweise erfolgt die Nutzung des Aushubmaterials in anderen Sanierungsmaßnahmen, z. B. zum Geländeauffüllen im Brückenfeld Sedlitz. Abschließend erfolgt noch eine Böschungsendgestaltung an den Flanken des Ableiters. Die Kosten belaufen sich insgesamt auf rund 55 Millionen Euro einschließlich der vorlaufenden Verdichtung des Kippenbodens.

Der Deutschland-Korrespondent für französischsprachige Medien Thomas Schnee im Gespräch mit V. Wolf und dem Bauüberwacher


Ertüchtigte Fußgängerbrücke am Knappensee-Einlauf freigegeben

Senftenberg/Groß Särchen. Mit dem Ertüchtigen und der Freigabe der Fußgänger- und Fahrradbrücke über den Einlauf des Schwarzwassers zum Knappensee ist kürzlich ein kommunal lang erwarteter Lückenschluss vollzogen worden. Die Brücke verbindet nun die östliche Seite des Südufers bei Groß Särchen wieder mit dem westlichen Ufer und ist Teil des künftigen Knappensee-Seerundweges für Fußgänger und Fahrradfahrer.

Das Brückenbauwerk wurde am 12. Juli 2023 offiziell für die Nutzung freigegeben. Den symbolischen Banddurchschnitt vollzogen (im Bild v.l.n.r.) Lohsas Bürgermeister Thomas Leberecht, Bauamtsleiter Jens Kieschnick, Kay Böhme von der Firma Stahlbau Graf aus Weinböhla und LMBV-Abteilungsleiter Karsten Handro.

Die neue Stahlkonstruktion wurde für die ehemalige marode Holzbohlenbrücke an gleicher Stelle errichtet. Bis auf Pylone, Zugstangen und Lagerung wurde sie komplett neu gebaut. Dazu gehören der Brückenüberbau, der Belag mit rutschhemmender, fahrradfreundlicher RHD-Beschichtung sowie die beleuchteten Handlaufgeländer.

Für die Gemeinde Lohsa stellt die Übergabe der Brücke und die infrastrukturelle Erschließung des Vereinszentrums einen wichtigen Meilenstein bei der künftigen touristischen Entwicklung und Wiederbelebung des Knappensees dar.

Das rund 680.000 Euro teure Brückenbauprojekt wurde weitestgehend mit Hilfe von Paragraph-4-Mitteln zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards finanziert.

Fotos: Gernot Menzel/LMBV


Öffentlicher Baubeginn Ableiter Merseburg Ost: Zukünftig ermöglicht ein Wehr die Selbstregulation des Wasserstandes am Wallendorfer See

Leipzig/Luppenau. Gemeinsam mit Torsten Ringling, Bürgermeister der Gemeinde Schkopau, hatte am 7. Juli Dietmar Wollnitza, LMBV-Abteilungsleiter Projektmanagement Sachsen-Anhalt, zum öffentlichen Spatenstich nach Luppenau geladen. Zahlreiche Interessierte nutzten die Möglichkeit vor Ort, mit den beteiligten Akteuren ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen.

In einer voraussichtlich einjährigen Bauzeit wird hier ein 750 Meter langer Ableiter errichtet, welcher vom Wallendorfer See zur Luppe führt. Die Sohlbreite des Grabens wird 1,5 Meter betragen. Zusätzlich wird ein Wehr errichtet. Das sogenannte Mönchbauwerk wird aus einem monolithischen Stahlbetonbauwerk hergestellt. Im weiteren Verlauf des Ableiters passiert das vom Wallendorfer See abgeführte Überschusswasser zwei Durchlassbauwerke, bevor es in die Luppe abgeführt wird.

Mit dieser Maßnahme setzt die LMBV den gültigen Planfeststellungsbeschluss um.

Durch das Errichten dieses Ableitersystems wird eine weitestgehende Selbstregulation des planfestgestellten Wasserstandes im Wallendorfer See ermöglicht. Bislang erfolgt die Regulierung über ein Pumpensystem und Ableitung in die Weiße Elster. Die Wasserschwankungen vor Ort ergeben sich aus den natürlichen Randbedingungen von oberirdischen und unterirdischen Zuflüssen (Niederschlag und Grundwasser).

Im ersten Bauabschnitt wird der Durchlass unter der Löpitzer Straße errichtet. Dazu wird die Löpitzer Straße während der Sommerferien vom 7. Juli bis 16. August 2023 gesperrt. Eine entsprechende Umleitungsstrecke ist ausgeschildert.

Der zukünftige Ableiter befindet sich im Naturschutzgebiet Elster-Luppe-Aue entlang des Verlaufs eines Altarmes der Luppe. Damit verbunden ist eine naturnahe Ausgestaltung des Grabens. Die Kosten für diese § 2 – Maßnahme betragen circa 1,8 Millionen Euro.

Blick auf die eingerichtete Baustelle. Im Hintergrund der Wallendorder See (Quelle: Christian Horn für LMBV)

Impressionen vom öffentlichen Spatenstich (Bilder: Christian Kortüm)








Uebersichtslageplan_Ableiter_Merseburg_Ost


Sicherheit hat Vorrang: Kohlebahnen e. V. muss Eisenbahnbetrieb auf Teilabschnitt vorrübergehend einstellen

Jena/Meuselwitz. Bei derzeit durchgeführten Bohr- und Verfüllarbeiten südlich der Rudolf-Breitscheid-Straße in Meuselwitz sind bisher unbekannte größere Hohlräume festgestellt worden.

Wegen des Risikos von größeren Verformungen der Tagesoberfläche bis hin zu Tagesbrüchen auf bzw. im näheren Umfeld der Eisenbahn-Trasse muss der entsprechende Trassenabschnitt sofort abgesperrt und der Betrieb der Kohletraditionsbahn in diesem Bereich vorerst eingestellt werden.

Der Kohlebahnen-Verein wurde darüber heute vom Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) in Kenntnis gesetzt. Die Maßnahme wurde notwendig, weil unmittelbare Risiken für Fahrgäste nicht ausgeschlossen werden können.  

Das Stadtgebiet von Meuselwitz wird durch zahlreiche ehemalige Braunkohlentiefbaugruben bergbaulich beeinflusst. Davon ist auch die Trasse der Kohletraditionsbahn betroffen. Jetzt sollen die Hohlräume durch das Einbringen von Versatz dauerhaft bergtechnisch gesichert („verwahrt“) werden.

Die Sicherungsarbeiten werden im Auftrag der LMBV umgesetzt. Das TLUBN als die für Altbergbau zuständige Behörde hat eine entsprechende Anordnung mit Sofortvollzug erlassen. Die Erkundungs- und Verwahrarbeiten sollen umgesetzt werden, um das Sanierungsziel – die dauerhafte Sicherung der Gleistrasse der Kohlebahn – zu erreichen.

Der Kohlebahn-Verein wird nach Auskunft seines Vorsitzenden, Dr. Karsten Waldenburger, den Bahnbetrieb aufrechterhalten und zwischen Meuselwitz und Wintersdorf einen Schienenersatzverkehr einrichten.

(Quelle: PM des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz vom 07.07.2023 | Korrektur Wintersdorf am 11.07.23)

V.l.n.r.: TLUBN-Präsident Mario Suckert, LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny, Vereinsvorsitzender Dr. Karsten Waldenburger, DMT-Sachverständiger Stephan Paul, Landrat Uwe Melzer, TLUBN-Sprecherin Katrin Trommer-Huckauf, LMBV-Sanierungsbereichsleiterin Grit Uhlig
Fotos: LMBV


Feierliche Grundsteinlegung für VTG-Instandhaltungswerk in Freienhufen — auf ehemaliger LMBV-Fläche

Großräschen/Freienhufen. Das Hamburger Unternehmen "Vereinigte Tanklager und Transportmittel GmbH" (VTG) hat am 29.06.2023 in Freienhufen den Grundstein für ein Instandhaltungswerk für Güterwagen gelegt.

Das 1.700 Quadratmeter umfassende Werk im Industrie- und Gewerbegebiet "Sonne" wird künftig eine Instandhaltungskapazität von rund 2.000 Güterwagen pro Jahr besitzen. VTG investiere am Standort einen zweistelligen Millionenbetrag in den Neubau, so der Investor bei der Grundsteinlegung. Bereits Anfang 2024 solle das Instandhaltungswerk in Betrieb gehen, so die VTG.

Bereits im Jahr 2021 hatte die LMBV dafür eine Industriebaufläche im Lausitz-Industriepark Sonne/Großräschen mit einer Größe von ca. 6,5 Hektar an die VTG Maintenance Assets GmbH zur Ansiedlung eines Instandsetzungswerkes für Güterwagen verkauft. Es gehört zu den grundsätzlichen Aufgaben des Bergbausanierers, Flächen des vormaligen Braunkohlenbergbaus aus der Zeit von 1949 bis 1989 für die Ansiedlung von Industrie und Gewerbe vorzubereiten und zu veräußern.

Blick auf den Lausitz-Industriepark Sonne in Freienhufen (Foto: LMBV/Radke 2019)

Der Industriepark Sonne ist in den zurückliegenden Jahren aus dem ehemaligen Braunkohleveredlungskomplex Sonne durch die Sanierungsmaßnahmen der LMBV und einer Standortneuerschließung unter Einsatz von Fördermitteln gemeinsam mit der Stadt Großräschen entwickelt worden. Im Rahmen der Grundsanierung durch den Bergbausanierer wurden zwei der drei Gleisanschlüsse zurückgebaut. Während die Gleisverbindung zu den Tagebauen Greifenhain und Meuro nun nicht mehr existiert, steht der Anschluss zur Bundesbahn der VTG weiterhin zur Verfügung und war eines der wichtigsten Ansiedlungskriterien.