Reguläre Saigenwartung im Entwässerungsstollen Altenberg geplant

Sondershausen/Altenberg. Für die kommenden Wintermonate ist im Entwässerungsstollen Altenberg eine reguläre Saigenwartung vorgesehen. Bereits Anfang November beginnen am Stollenmundloch vorbereitende Maßnahmen zur Baustelleneinrichtung. Die Wartung des Wasserabflussgrabens soll Mitte November beginnen und wird voraussichtlich bis Ende Januar 2024 andauern.

Der Entwässerungsstollen Altenberg (auch Bielastollen genannt) führt die Grubenwässer aus dem Einzugsgebiet der ehemaligen Zinnerzgrube Altenberg auf deren tiefstes Sohlenniveau sowie die weiteren, über den 3.925 Meter langen Stollenverlauf zusitzenden Bergwässer in durchgehend freiem Gefälle bis zur Einleitung in die Vorflut, im Tal der Kleinen Biela, ab.

Die Sohle des Entwässerungsstollens ist mit einer durchgehenden Befestigung aus Betonfertigelementen und mittig  angelegten Beton-Saigenelementen ausgerüstet. Die Wasserableitung des Entwässerungsstollens wurde 2014 in Betrieb genommen. Die letzte reguläre Saigenwartung fand 2019 statt.


Geologische Dienste der DACH-Staaten auf Fachexkursion zu Lausitzer Bergbauthemen

Senftenberg. Auf Einladung des Präsidenten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) Prof. Dr. Ralph Watzel, reisten Vertreter der Geologischen Dienste von Bundes- und Landesebene der DACH-Staaten (Deutschland, Österreich, Schweiz) in der vergangenen Woche in die Lausitz, um sich im Rahmen eines jährlichen Erfahrungsaustausches zu Rohstoffpolitik und Rohstoffgeologie auch über den aktiven Braunkohlenbergbau und den Sanierungsbergbau zu informieren.

Die ganztägige Fachexkursion am 12. Oktober 2023 startete für die rund 15 Teilnehmer mit einer kurzen Einführung zur Tagebauführung am LEAG-Kraftwerk Schwarze Pumpe sowie einer anschließenden Befahrung des Tagebaus Welzow-Süd.

Zum Sanierungsbergbau der LMBV standen u.a. die eingesetzten Verdichtungstechnologien in der Lausitz und die touristische Nutzung der Bergbaufolgeseen auf dem Programm. Bevor es an den Altdöberner See, dem ehemaligen Tagebau Greifenhain, ging, gab der Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny, einen umfassenden Einblick in die umfangreichen Arbeiten und Herausforderungen des Bergbausanierers.

Abschließend ging es für alle Beteiligten zum Gräbendorfer See. Hier standen die Rekultivierung und der Naturschutz im Mittelpunkt der Ausführung. Der Gräbendorfer See entstand bis 2007 durch die Flutung des ehemaligen Braunkohletagebaus Gräbendorf und wurde 2018 aus der Bergaufsicht entlassen. Die Insel am östlichen Ufer ist Teil einer ca. 170 Hektar großen Fläche des Europäischen Vogelschutzgebietes "Lausitzer Bergbaufolgelandschaft". Sturmmöwen haben sich nach Ende des Abbaus der Braunkohle und mit der Ausbildung großflächiger Sandoffenflächen hier angesiedelt.

Fotos: LMBV


Prof. Luckner aus dem Wissenschaftlich-Technischen Beirat verabschiedet

Senftenberg. Der Wissenschaftlich-Technische Beirat für wasserwirtschaftliche Maßnahmen, welcher im Jahr 2004 durch die LMBV und dem StuBA etabliert wurde, tagte am 11. Oktober 2023 zum 31. Mal. 

Zur 31. Sitzung wurde Prof.  Dr.-Ing. habil Ludwig Luckner, ein Gründungsmitglied des WTB, von Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, mit dem Dank für die langjährig erfolgreich geleistete Arbeit verabschiedet. 

Prof. Dr. Traugott Scheytt (rechts im Bild), Lehrstuhlinhaber für Hydrogeologie und Hydrochemie an der TU Bergakademie Freiberg, wurde als neues Mitglied des WTB begrüßt.

Der WTB berät die LMBV bei grundsätzlichen wasserwirtschaftlichen Fragestellungen und prüft Projektskizzen und Vorschläge Dritter zu Lösungsansätzen der wasserwirtschaftlichen Sanierung.


Informationstag in Nachterstedt mit zahlreichen interessierten Besuchern

Stadt Seeland/Nachterstedt. Die LMBV hat, wie im Frühjahr angekündigt, am 30. September 2023 eine Informationsveranstaltung für interessierte Bürger der Stadt Seeland am ehemaligen Tagebau Nachterstedt, dem heutigen Concordia See, durchgeführt. Zwischen 10 und 14 Uhr wurden Führungen bis in den Sperrbereich angeboten, die alle ausgebucht waren.

Fachleute gaben Auskunft über die in den vergangenen vierzehn Jahren durchgeführten Bautätigkeiten und Einblicke in die künftigen Sanierungsmaßnahmen. Die Angebote wurden gut angenommen und weckten bei einigen Teilnehmern traurige Erinnerungen, erzeugten allerdings auch großes Erstaunen ob des Sanierungsfortschritts am Bergbaufolgesee.

Heidrun Meyer, Bürgermeisterin der Stadt Seeland, erklärte zur Eröffnung des Informationstages: „Für mich schließt sich gewissermaßen heute ein Kreis. Die Tragödie von Nachterstedt hat mein Wirken als Bürgermeisterin maßgeblich geprägt. Nun, da ich Ende Oktober aus meinem Amt scheide, bin ich froh zu sehen, was sich in den vergangenen Jahren getan hat und dass die Arbeit der LMBV auf die Zukunft ausgerichtet ist. Dieser See hat eine Perspektive, die wir nutzen wollen.“

Grit Uhlig, LMBV-Bereichsleiterin Mitteldeutschland, dankte allen beteiligten Akteuren für ihre gute Zusammenarbeit, aber auch den Anrainern und Betroffenen für ihre Geduld, denn die Sanierungsarbeiten seien noch nicht abgeschlossen. „Rund 90 Prozent unserer bergmännischen Arbeit sind bereits umgesetzt, in den nächsten Jahren werden Restarbeiten ausgeführt. Die Flutung wird in den 2040er Jahren abgeschlossen sein, abhängig vom Wasserdargebot.“

Aufgrund des großen Interesses und der hohen Nachfrage nach Führungen in den Sperrbereich am Concordia See plant die LMBV in den nächsten Jahren eine Wiederholung des Informationstags für interessierte Anwohner.

Videos:

Einen Rückblick auf den Informationstag in Nachterstedt am 30.09.2023 gibt es hier.

Ein aktuelles Video zum Sanierungsgeschehen am Concordia See ist in der LMBV-Mediathek zu sehen. 

Impressionen vom Informationstag 
Fotos: Christian Horn