Technische Herausforderungen gemeistert: Wasserbehandlungsanlage Plessa läuft im Probebetrieb

Senftenberg/Plessa. Nach baulich bedingten Verzögerungen ist die Wasserbehandlungsanlage Plessa Ende Oktober 2025 in den dreimonatigen Probebetrieb gegangen. In dieser Anlage sollen künftig eisenhaltige Wässer gereinigt und so die Schwarze Elster vor Eisenhydroxidschlamm und Verockerung geschützt werden.

Undichtigkeiten in den so genannten Reaktionsbecken der Anlage und die Zulieferung wesentlicher Spezialbauteile hatten zum Verzug geführt. „Uns ist es mit einem Kraftakt aller Beteiligten gelungen, die Anlage in den Probebetrieb zu überführen“, so Torsten Safarik, Kaufmännischer Geschäftsführer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV).

Mit dem Probebetrieb werden die Funktionsweise und die Steuerungstechnik der Wasserbehandlungsanlage Plessa nach einem genauen Fahrplan schrittweise in Betrieb genommen und getestet, um die Anlage für den späteren Regelbetrieb einzufahren.

Bis heute - und auch während der gesamten Errichtungszeit der WBA - dient insbesondere das vorgelagerte LMBV-Restloch 112 mittels dosierter Kalkzufuhr der Eisenminderung der aus dem Norden zufließenden Wässer. Damit war vor der Inbetriebnahme und ist auch während des Probe- und Einfahrbetriebes die Wasserbehandlung des anströmenden eisenhaltigen Wassers gesichert. Dies wird in Abstimmung mit den Behörden fortgesetzt.

Die Wasserbehandlungsanlage Plessa schützt künftig die Schwarze Elster vor Eisenhydroxidschlamm und Verockerung.
Fotos: Dr. Uwe Steinhuber und Luftbild von Christian Horn


Baubeginn der Sickerstützscheibe am Südufer des Berzdorfer Sees

Senftenberg. Anfang November beginnt die LMBV mit einer weiteren Sanierungsmaßnahme am Berzdorfer See. Im Süden bzw. Südwesten des Sees, im Strandabschnitt „Blaue Lagune“, wird in die bestehende Böschung eine so genannte „Sickerstützscheibe“ eingebaut: eine Sickeranlage zur Entwässerung von Böschungen. Sie besteht aus einem in Falllinie abgetreppt ausgeführtem Schlitzgraben, der mit Schotter, Kies oder auch mit Einkornbeton verfüllt wird.

Ziel der Maßnahme ist, die Absenkung der Sickerlinie um ca. zwei Meter in der Böschung zur realisieren. Dadurch wird die Dauerstandsicherheit der Böschung hergestellt. Des Weiteren werden die vorhandenen Böschungsfußgräben ertüchtigt und zusätzliche Ableiter von der Berme bis zur Wasserlinie des Restsees errichtet.

Die Bauarbeiten werden bis ins Frühjahr 2026 dauern, der Rundweg an diesem Abschnitt ist in dieser Zeit gesperrt, eine Umleitung ist ausgeschildert.

Ausführendes Bauunternehmen ist die Steinle Bau GmbH. Die Baukosten belaufen sich auf ca. 1 Million Euro.

Hintergrund:

Der Berzdorfer See ist ein ehemaliger Braunkohletagebau, der zwischen 1946 und 1997 rund 305 Millionen Tonnen Rohbraunkohle lieferte. Der Abbau von Braunkohle begann im „Berzdorfer Becken“ jedoch bereits schon im ausgehenden 19. Jahrhundert in kleineren Gruben.

Die derzeitigen Sanierungsmaßnahmen durch die LMBV sind voraussichtlich mit die letzten bergbaulichen Tätigkeiten am See, der längst touristisch genutzt wird. Das Ende der Bergaufsicht und die Übertragung des Gewässers an den Freistaat Sachsen werden derzeit vorbereitet. Anfang des Jahres 2025 wurden bereits die Verträge über die vorzeitige Folgenutzung des Berzdorfer Sees zwischen der LMBV, der Stadt Görlitz sowie der Gemeinde Schönau-Berzdorf angepasst und unterzeichnet. Diese Verträge werden so auch nach der Übertragung des Gewässers ihre Gültigkeit behalten.

Foto: LMBV/Steffen Rasche (2024)


Staatssekretärin Barbara Meyer vom SMIL war zu einem Arbeitsbesuch beim Bergbausanierer LMBV

Senftenberg/Dresden. Am 17. Oktober 2025 besuchte Staatssekretärin Barbara Meyer vom Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung die LMBV. Sie wurde von Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung, zu einem Arbeitsgespräch zu den vielfältigen Themen der Bergbausanierung am Sitz des Unternehmens empfangen. Gemeinsam mit dem Sanierungsbereichsleiter Lausitz, Gerd Richter, ging es im Anschluss auf eine Informationstour in das sächsisch-brandenburger Sanierungsgebiet.

Dabei stand das Fertigstellen der Restlochkette Sedlitz, Scado, Koschen und Meuro, das sind der Sedlitzer, der Partwitzer, der Geierswalder und der Großräschener See und die damit verbundenen Fragen im Mittelpunkt. Ziel der LMBV ist es, bis zum 31. Juli des kommenden Jahres alle wesentlichen noch ausstehenden Sicherungs- und Ausrüstungsarbeiten vollendet zu haben, um gemeinsam mit den Landesregierungen von Sachsen und Brandenburg diese Bergbaufolgeseen und die verbindenden Kanäle frei geben zu können. Dieser wichtige Tag für die Braunkohlesanierung wird schon heute unter dem Motto „Fünf Seen – ein Verbund“ gemeinsam mit der Region vorbereitet.

Wichtige Stationen der Befahrung waren die geplanten und im Bau befindlichen Destinationen in Brandenburg sowie der Standort des zukünftigen Schiffsanlegers und Hafens am Partwitzer See. Auch wurde die Umrüstung der Wehre erörtert. Um ein attraktives Segel- und Hausbootrevier im Kerngebiet der Restlochkette zu schaffen, müssten noch drei Brücken, eine am sächsischen Barbarakanal, zu beweglichen Brücken umgebaut werden.

Barbara Meyer ist seit 1992 in verschiedenen Funktionen im Freistaat Sachsen tätig gewesen und wurde am 1. Juli 2022 zur Staatssekretärin im Staatsministerium für Regionalentwicklung des Freistaates Sachsen berufen. Weiterhin ist sie seit dem 19. Dezember 2024 Staatssekretärin im Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung.

Fotos: Dr. Uwe Steinhuber für LMBV


LMBV-Azubis unterwegs im mitteldeutschen Revier

Leipzig/Rackwitz. Zum diesjährigen Tag des Berufsanfängers reisten die neuen Auszubildenden der Ausbildungspartner SBH Nord GmbH (Cottbus) und ABASYS GmbH (Bitterfeld-Wolfen) am 16. Oktober 2025 nach Leipzig und an den Werbeliner See. Während der Informationsveranstaltung am LMBV-Verwaltungsstandort berichteten Abteilungsleiterin Personalwesen Sybille Panitzky über die LMBV als Arbeitgeber und die Hauptaufgaben des Unternehmens. Danach stellten Dominique Schade als Betriebsratsmitglied Mitteldeutschland und  Tom Karl von der IG BCE Landesbezirk Nordost die Arbeit Mitbestimmungsseite sowie die Jugendorganisation der Gewerkschaft vor.

Zu den aktuellen Ausbildungsberufen gehören:

  • Kaufmann/-frau für Büromanagement
  • Koch/Köchin
  • Fachmann/-frau für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie
  • Tischler/Tischlerin
  • Maler/Malerin und Lackierer/Lackiererin — Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung

Die LMBV beschäftigt derzeit insgesamt 31 Auszubildende, davon 10 Auszubildende im ersten Lehrjahr. Die Erstausbildung läuft seit der Unternehmensgründung im Jahr 1995 durchgängig.

Während der abschließenden Befahrung in der Bergbaufolgelandschaft des ehemaligen Tagebaus Delitzsch-Südwest waren die Berufsanfänger auf den Spuren von Biber, Wolf, Seeadler und Beutelmeise unterwegs. Sie durften den neuen digitalen Lehrpfad, der in der kommenden Woche eröffnet werden soll, exklusiv testen. Mitarbeiter des Projektbüros Zwochau stellten das 2019 ausgewiesene Naturschutzgebiet Werbeliner See vor, welches bekannt ist für seine außergewöhnlich hohe Anzahl von 180 verschiedenen Vogelarten.

Daumen hoch von den LMBV-Auszubildenden im 1. Lehrjahr mit ihren Betreuern und LMBV-Kollegen vor dem Leipziger Verwaltungsstandort (Gruppenfoto: LMBV/Christian Kortüm)

Eindrücke der Befahrung: LMBV/Claudia Hermann


Erstmals brasilianische Delegation der Nationalen Bergbau-Behörde in der Lausitz zu Gast

Senftenberg/Dresden. Am 7. Oktober 2025 waren internationale Bergbau-Experten in der Lausitz bei der LMBV zu Gast. Zuvor hatte das United Nations University Institute for Integrated Management of Material Fluxes and of Resources (UNU-FLORES) gemeinsam mit dem Bergbausanierer LMBV zu einer zweitägigen Tagung mit einer anschließenden Exkursion zu aktuellen Sanierungsprojekten im Lausitzer Revier eingeladen. Sie wurden dort von Dr. Oliver Totsche und Jörg Schlenstedt begleitet.

Der Austausch stand unter dem Motto: „Bergbauhinterlassenschaften in Chancen verwandeln  - Turning Mining Legacies into Opportunities“. Am 6. Oktober 2025 präsentierten am Sitz der UNU-Flores in Dresden zunächst zahlreiche nationale und auch internationale Experten aus dem Bereich der Wiedernutzbarmachung Aspekte ihrer Arbeit. Neben der LMBV waren die Bergakademie Freiberg (TU BAF), die TU Dresden, die BTU Cottbus-Senftenberg und das Forschungsinstitut Bergbaufolgelandschaften (FIB) aus Finsterwalde präsent. Das Forschungszentrum für Nachbergbau (FZN) aus Bochum zeigte Beispiele und Projekte aus internationalen Kooperationen.

Nachwuchswissenschaftler von UNU-Flores berichteten von Forschungsansätzen aus ihren Heimatländern Indien, Süd-Korea und Ghana. Die brasilianische Delegation der Nationalen Bergbau-Behörde (ANM) - als Teil des Ministeriums für Bergbau und Energie (Brazilian Ministry of Mines and Energy, National Mining Agency) - präsentierte eindrucksvolle Zahlen der bergbaulichen Entwicklung der letzten hundert Jahre in Brasilien. Die Behörde wurde im Jahr 2021 gegründet mit der Aufgabe, die Wiedernutzbarmachung zu überwachen und die Nachnutzung von verlassenen Bergwerken zu organisieren.

Vorher war sie nur eine Abteilung des Ministeriums. In Brasilien ist die Pflicht zur Wiedernutzbarmachung noch nicht endgültig gesetzlich geregelt. Es besteht daher auch keine Pflicht, angemessene Rückstellungen zu bilden. Brasilien ist andererseits ein wichtiger internationaler Player im Bergbau, einige der weltweitgrößten Bergbaukonzerne haben dort ihren Sitz. Daneben gibt es aber auch zehntausende kleiner Bergbaubetriebe und aufgegebener Bergwerke. Die brasilianische Delegation war daher sehr an den Erfahrungen der LMBV zur Wiedernutzbarmachung interessiert. Die Delegation stand unter Leitung von Roger Romão Cabral, Director of ANM – DIRC/ANM.

Das FZN, unter Ihnen der Strategic Officer für Internationalization Dennis Pulimittathu und Direktor Ulrich Wessel, war bereits auf die LMBV für einen vertieften Austausch zu gekommen und nahm dankbar die Gelegenheit der Exkursion war. Das FZN als Teil der TH Georg Agricola hat den Anspruch, alle Kompetenzen zu bündeln, die für eine erfolgreiche und nachhaltige Nachbergbauzeit erforderlich sind. Sie sind damit direkt in die Transformationsprozesse des Ruhrgebiets und des auslaufenden rheinischen Braunkohlebergbaus eingebunden. Alle Teilnehmer zeigten sich beeindruckt von der Vielfalt der Herausforderungen, vor der der Bergbausanierer LMBV steht. (UST)

"Bergbauhinterlassenschaften in Chancen verwandeln" war das Motto der Exkursion.
Prof. Alexey Alekseenko (UNU) und Jörg Schlenstedt (LMBV) begutachten gemeinsam den Kippenboden.
Fotos: Dr. Uwe Steinhuber | LMBV


60 Jahre Talsperre Spremberg an der Spree – LMBV als verlässlicher Partner zur Eisenminderung und bei Entschlammung gewürdigt

Bräsinchen. Das größte wasserwirtschaftliche Bauwerk Brandenburgs wurde am 8. Oktober 2025 laut 2025 laut Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MLEUV) genau 60 Jahre alt.

Ab 1958 wurde in sieben Jahren Bauzeit quer durch das Durchbruchstal der Spree ein 3.700 Meter langer Erdstaudamm errichtet. Seit ihrer Inbetriebnahme am 8. Oktober 1965 ist die Talsperre Spremberg Teil eines Speichersystems im oberen Einzugsgebiet der Spree, wehrt Hochwasser ab und dient der Wasserversorgung bei Niedrigwasser.

„Der Bau war eine technische Meisterleistung, die innovatives Denken von den damaligen Wasserbauingenieuren erforderte. Um den schwierigen Baugrund und die herausfordernden Grundwasserverhältnisse in den Griff zu bekommen, musste der Untergrund sicher abgedichtet werden. Zu diesem Zweck wurde das Joosten-Verfahren zur Verfestigung der Böden weiterentwickelt. Viele der für diesen Staudamm entwickelten technischen und konstruktiven Lösungen waren wegweisend und gaben Impulse für die Forschung und Weiterentwicklung des Talsperrenbaus“, so Dirk Ilgenstein, Präsident des Landesamtes für Umwelt (LfU) bei einer Feierstunde vor Ort im Pumpenhaus bei Bräsinchen.

Wasser-Abteilungsleiterin Anke Hermann vom Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg würdigte das gemeinsame Vorgehen von LfU und LMBV bei Verringerung der Eisenfrachten in der Spree. Die vielfältigen umgesetzten Maßnahmen griffen bereits und würden durch weitere Vorhaben, wie eine geplante Dichtwand am Speicher Lohsa II, schrittweise weiter von der LMBV ergänzt. Dafür werde sich das MLUEV weiter engagieren, auch bei den Verhandlungen zum Folgeabkommen für die Braunkohlesanierung ab 2028. „Der Bergbausanierer leiste mit der jährlichen Beräumung der Vorsperre Bühlow  einen wesentlichen Beitrag dazu, dass das Spreewasser die Talsperre in klarem Zustand verlässt“, so der LfU-Präsident.

Ursprünglich gab die Wasserversorgung der Braunkohlekraftwerke den entscheidenden Anlass für den Bau der Talsperre. Auch der Hochwasserschutz und die zusätzliche Bereitstellung von Wasser in Trockenzeiten förderten seinerzeit die Entscheidung. Aus heutiger Sicht war dies eine sehr vorausschauende Entscheidung. Der Klimawandel verschärft mit höheren Temperaturen, stärkerer Verdunstung und geringeren Abflüssen das Niedrigwasserproblem. Extremwetterlagen mit Starkniederschlägen sowie langanhaltende Regenereignisse erhöhen das Hochwasserrisiko. Die Talsperre Spremberg muss für all diese Fälle vorbereitet sein. Deshalb findet hier - bei laufendem Betrieb - eine umfassende Generalsanierung statt. Seit dem Jahr 2005 setzt das Land Brandenburg, unterstützt von der Europäischen Union und dem Bund, umfangreiche finanzielle Mittel dafür ein.

Mit dem Bau der Talsperre entstand die größte Wasserfläche der Niederlausitz außerhalb der Teichlandschaften. Die Freizeitnutzungen wurden immer bedeutender: Camping, Baden, Segeln, Angeln, Radfahren und Vogelbeobachtung. Es gibt zu jeder Jahreszeit gute Gründe für einen Besuch der Talsperre, die aufgrund ihrer einzigartigen Natur im Jahr 2004 als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde. Das Gebiet ist ca. 1.000 Hektar groß – bereits 259 Vogelarten wurden dort schon gezählt.

 

Die Talsperre Spremberg in Zahlen (Quelle LfU):

Hydrologie

 

Einzugsgebiet

2,281 km²

Jahresabflusssumme

390.000.000 m³

   

Staudamm – das Absperrbauwerk

 

Länge der Dammkrone:

3.700 m

Höhe der Dammkrone:

12 m

Breite der Dammkrone:

5 m

   

Staubecken

 

Höchster möglicher Stau

94,15 m. ü. NN

Stauziel (Dauerstau)

92,00 m. ü. NN

Gesamtstauraum

38,47 Mio. m³

Hochwasser-Rückhalteraum

17,40 Mio. m³

Betriebsraum

21,06 Mio. m³

Speicherfläche (max.)

8,99 km²

   
Blick über die Talsperre Spremberg (2025)
Fotos: Dr. Uwe Steinhuber und Luftbilder von Steffen Rasche


Sanierung des Teerschlammbeckens am ehemaligen Braunkohleveredlungswerk Espenhain gestartet

Espenhain. Auf dem Gelände des ehemaligen Braunkohleveredlungswerkes in Espenhain befindet sich ein 7.500 m² großes Erdbecken, in dem über Jahrzehnte Teerrückstände aus der Braunkohleveredlung abgelagert wurden. Seit dem 1. Oktober 2025 wird das Teerschlammbecken nun saniert.

Die Sanierung dient dem Schutz von Grundwasser und Boden, der Trittsicherheit, dem Brandschutz sowie der Reduzierung der Geruchsemissionen, welche vom Teerschlamm ausgehen. Die Planung basiert auf einem Langzeitmonitoring der Gewässer- und Bodenqualität, das seit den 1990er Jahren läuft. Das Monitoring war bisher unauffällig und wird auch nach der Sanierung fortgeführt.

Ablauf der Sanierung

Nachdem das Baufeld vorbereitet und die notwendige Infrastruktur für den reibungslosen und sicheren Bauablauf geschaffen wurde, erfolgen die Sanierungsabschnitte Stabilisierung, Profilierung, Abdichtung, Oberflächenentwässerung und Rekultivierung.

Dabei werden auf dem Teerschlammbecken zunächst Vliesstoff- und Geogitterbahnen sowie eine Schottertragschicht aufgebracht, um die Oberfläche zu stabilisieren. Teerhügel im Bereich des Beckens werden abgetragen und teerkontaminierte Vorlandbereiche ausgekoffert. Das anfallende Material wird umgelagert. Im Anschluss wird das Areal mit dem Auftrag einer nicht kontaminierten Erdschicht profiliert und durch das Verlegen von Tondichtungsbahnen und Entwässerungselementen abgedichtet. Darüber wird die Rekultivierungsschicht aufgetragen und der Bereich begrünt. Das Ergebnis wird ein begrünter Erdhügel mit niedrigem Bewuchs sein.

Um eine Vernässung bzw. Aufweichung der Böschung des Hügels zu vermeiden, soll das anfallende Niederschlagswasser über die Entwässerungselemente in anzulegende Randgräben geleitet und einem ebenfalls anzulegenden, naturnahen Auffangbecken (Retentionsbecken) zugeführt werden. Dieses soll als Habitat für Amphibien und Reptilien dienen.

Da im gesamten Bereich der Sanierungsmaßnahme mit Kampfmitteln zu rechnen ist, wird es eine baubegleitenden Kampfmittelsondierung geben. Außerdem wird ein Wildschutzzaun errichtet und eine unterhalb des Teerschlammbeckens verlaufende Brauchwasserleitung gesichert bzw. verwahrt.

Die Sanierungsarbeiten sollen voraussichtlich im August 2026 abgeschlossen werden. Mit der Bauausführung wurde die TiWaS Bau GmbH beauftragt. Für die Sanierungsplanung zuständig ist das Ingenieurbüro Hubert Beyer Umwelt Consult GmbH. Die LMBV fungiert als Vorhabensträgerin.

Auf der Luftaufnahme ist zu sehen, in welchem Bereich sich das abzudeckende Teerschlammbecken befindet.

Fotos: LMBV | Christoph Czekalla





Fünf Seen — ein Verbund: Am 31. Juli 2026 ist “Stichtag” im Lausitzer Seenland

Senftenberg. Das Lausitzer Seenland verwandelt sich vom ehemaligen Bergbaurevier in ein Urlaubsparadies. Mit der Entstehung einer einzigartigen Wasserwelt wächst hier Europas größte künstliche Seenlandschaft heran. Einen bedeutenden Meilenstein erreicht die Region am 31. Juli 2026: Dann werden erstmals fünf schiffbare Seen durch Kanäle miteinander verbunden sein. Der vernetzte Seenverbund wird den Senftenberger, Geierswalder, Partwitzer, Sedlitzer und Großräschener See umfassen. Zusammen ergibt sich eine Wasserfläche von etwa 5.300 Hektar zum Bootfahren.

„Wir als Bergbausanierer haben in den vergangenen Jahren alle zuständigen Akteure und Behörden der Region an einen Tisch geholt, um unser Ziel zu erreichen: Die Verbindung aller fünf Seen nächstes Jahr. Wir blicken mit Enthusiasmus und Vorfreude auf den 31. Juli nächsten Jahres“, so Bernd Sablotny, Geschäftsführer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH.

Kathrin Winkler, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland e.V. freut sich: „Mitten im Sommer 2026 heißt es Leinen los für ausgedehnte Bootstouren über fünf Seen. Die Freigabe markiert einen wichtigen Schritt für die Weiterentwicklung des Wassertourismus im Lausitzer Seenland. Die vernetzten Seen im Herzen der Region bieten neue Perspektiven für die Erholung und Freizeitgestaltung und stärken die Wettbewerbsfähigkeit unserer Region. Von dieser Entwicklung werden Urlauber, Einwohner und die Tourismuswirtschaft profitieren.“

Schon heute können Freizeitkapitäne über den Koschener Kanal vom Senftenberger See zum Geierswalder See und über den Barbara-Kanal weiter zum Partwitzer See fahren. Neu hinzukommen ab nächstem Jahr drei schiffbare Kanäle: Der Sornoer Kanal verbindet den Geierswalder See mit dem Sedlitzer See, der Rosendorfer Kanal den Partwitzer See mit dem Sedlitzer See und der Ilse-Kanal den Sedlitzer See mit dem Großräschener See.

Künftig sollen auch Fahrgastschiffe auf dem freigegebenen Seenverbund kreuzen und Besucher auf dem Wasserweg durch die Region führen. Aktuell liegt mit der „Wilden Ilse“ im Hafen Großräschen ein geeignetes Fahrgastschiff bereit. Die Zweckverbände Lausitzer Seenland Brandenburg und Sachsen planen, ein bis zwei weitere Ausflugsschiffe anzuschaffen und diese durch einen externen Betreiber bewirtschaften zu lassen.

Ziel ist es, ein attraktives Angebot für Einheimische und Gäste zu schaffen und die Nutzung der Seenlandschaft zu stärken. Interessierte Unternehmen oder Organisationen sind eingeladen, ihre Interessenbekundung bis zum 7. November 2025 an den Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg per E-Mail an verbandsleitung@zv-lsb.de zu richten.

Fotos: LMBV/Christian Horn und Steffen Rasche (Luftbild)


Erfolgreicher Brunnenumbau in Zwickau/Schedewitz für die optimierte, dauerhafte Sicherung von Kontaminationen

Zwickau/Schedewitz. Gut vier Jahre ist es her, dass ein Bohrgerät auf dem Areal der ehemaligen Kokerei Schedewitz, dem heutigen Glück-Auf-Center in Zwickau, für Aufsehen sorgte. Seitdem erfolgte eine regelmäßige Untersuchung in den damit neu errichteten, zusätzlichen Grundwassermessstellen. Ergebnisse der Messungen und gutachterliche Bewertung zeigen nun einen sogenannten Sekundärschaden im Abstrombereich der Kokerei und einen Handlungsbedarf am Rand des gesicherten Hauptschadensbereichs an.

Um mögliche Verfrachtungen von Schadstoffen im Grundwasser aus dem gesicherten Kokereiareal heraus zu vermeiden, wurde Ende September / Anfang Oktober 2025 ein Schluckbrunnen am Rande der Leitwand zu einem Förderbrunnen umgebaut.

Ein Schluckbrunnen dient der Infiltration der gereinigten Wässer aus der Reinigungsanlage. Es werden also die gereinigten Wässer in den Boden bzw. ins Grundwasserareal eingeleitet. Ein Förderbrunnen hingegen pumpt die kontaminierten Wässer in die Anlage.

Der im Kreisverkehr an der Bergmannsstraße befindliche Schluckbrunnen musste zunächst mittels grabenloser Verlegung mit neuen elektrischen Zuleitungen ausgestattet werden. Dies erfolgte unter vollständiger Erhaltung des Verkehrsflusses zum Einkaufszentrum. Anschließend wurde dann die Pumpgarnitur aus dem bisherigen Förderbrunnen 4 gezogen, gereinigt sowie gewartet und anschließend in den ehemaligen Schluckbrunnen eingehangen. Für diesen Schritt war das reibungslose Zusammenspiel von verschiedenen Gewerken und einem Kran unter vollständiger Sperrung des Kreisverkehrs unabdingbar, um die Arbeiten sicher durchführen und die Straße schnell wieder freigeben zu können.

Es folgen verschiedene Pumptests zur Einstellung des optimalen Pumpregimes. Damit ist ein weiterer Schritt für die optimierte, dauerhafte Sicherung der Kontamination im Bereich des ehemaligen August-Bebel-Werks erfolgt.

Drohnenbild vom Brunnenumbau

Fotos: Christian Kortüm für LMBV