Freigabe der Landesstraße 60 zwischen Lauchhammer und Finsterwalde nach umfangreicher Sanierung
Senftenberg/Lauchhammer. Mit der Fertigstellung der Brücke am Abzweig Lichterfelder Straße erfolgte am 18. Dezember 2025 die Freigabe der L60 zwischen Kleinleipisch und Lichterfeld. Mirko Buhr, Bürgermeister der Stadt Lauchhammer, und LMBV-Abteilungsleiter Michael Matthes gaben gemeinsam mit Dr. Justus Metzner, Geschäftsführer der Metzner GmbH, Michael Kerger vom Bauamt des Amtes Kleine Elster und Sören Miertzsch, Leiter der Straßenmeisterei Schwarzheide, die Straße durch einen symbolischen Banddurchschnitt zur Nutzung frei. Damit endet ein jahrzehntelanges Kapitel des Neubaus und der Sanierung der L60.
Die Landesstraße zwischen den Ortsteilen Schipkau, Kostebrau, Lauchhammer-Ost und Lichterfeld wurde seit 2014 in mehreren Straßenabschnitten auf einer Länge von elf Kilometern saniert. Sie führt über die Kippenmassive der ehemaligen Tagebaue Kleinleipisch, Friedländer, Anna-Süd sowie Marie-Anne I und IV. „Da die Befahrbarkeit der Straßentrassen auch nach Abschluss des Grundwasserwiederanstiegs zu gewährleisten ist, bestand für die LMBV eine Sanierungspflicht für die Endsicherung des Untergrundes der Trasse“, erklärte Michael Matthes.
Im Rahmen der Sanierung wurden Medien umverlegt und der vorhandene Straßenkörper rückgebaut. Die Sicherung des Untergrundes auf einem ca. 15 m breiten Geländestreifen wurde mittels Einbaus eines geogitterbewährten Sicherungspolsters mit einer Kronenbreite von ca. 10 - 11 m und Flankenneigungen von 1:1,5 realisiert. Anschließend wurde der Straßenoberbau hergestellt und die verkehrstechnische Umgestaltung von Kurvenradien und Straßenkuppen in einzelnen Abschnitten vorgenommen.
Im Zuge der Straßensanierung wurden weiterhin die Brücke Schwarze Keute errichtet und Teile der ehemaligen Flutungsleitung zum Bergheider See zurückgebaut. Das neue Brückenbauwerk zielt darauf ab, die Vorflutverbindung zwischen der Schwarze Keute, dem Restloch 113 und dem Restloch 75/99, sicherzustellen. Von 2018 bis 2022 wurden Rütteldruck- und Rüttelstopfverdichtungen als baugrundverbessernde Maßnahmen durchgeführt. Die Brücke ist ca. 35 Meter lang; die Stützweite beträgt 9,30 Meter. Die Straße über der Brücke wurde auf rund 600 Meter neu errichtet. Nachauftragnehmer der Firma Metzner war Hentschke Bau, welche den Brückenbau übernommen haben.
Mit dem Abschluss der Beschilderungs- und Markierungsarbeiten auf der L60 erfolgte nun die Verkehrsfreigabe. Die Umfahrung wird in naher Zukunft zurückgebaut. Finanziert wurde die Maßnahme über den §2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung. Die Gesamtkosten der Sanierung aller Straßenabschnitte belaufen sich auf rund 13,5 Mio Euro. Im Umfeld der L60 sind in den kommenden Jahren weitere Arbeiten im Rahmen der bergbaulichen Sanierung geplant. Dazu gehören der Rückbau der alten Flutungsleitung sowie das Auffüllen von Tieflagen; die Befahrbarkeit der L60 wird von diesen Maßnahmen jedoch nicht betroffen sein.
Fotos: Gernot Menzel für LMBV
v.l.n.r.: Michael Kerger, Mirko Buhr, Michael Matthes, Sören Miertzsch, Dr. Justus Metzner
LTV: Länderübergreifende Studie zum Wasserhaushalt Lausitz beauftragt
Pirna. Der Wasserhaushalt der Lausitz wurde in den letzten 100 Jahren durch den Braunkohlebergbau massiv beeinflusst und verändert. Mit dem Kohleausstieg und den Klimaveränderungen wird die verfügbare Wassermenge, das sogenannte Wasserdargebot, in den Lausitzer Flüssen weiter zurückgehen. Unter diesen Randbedingungen einen weitgehend selbstregulierenden Wasserhaushalt in der Lausitz aufzubauen, ist eine Generationenaufgabe und wird Jahrzehnte dauern. Die Vorbereitungen dafür laufen jedoch bereits.
So wurde unter anderem in diesem Jahr mit der Bearbeitung einer Speicherstudie begonnen, in der nach Optimierungspotenzialen bestehender Talsperren, Wasserspeicher und Bergbaufolgeseen in den Einzugsgebieten der Spree und der Schwarzen Elster gesucht wird. Dabei werden unter anderem die Bewirtschaftung der Stauanlagen sowie die Auswirkungen einer möglichen Vergrößerung der Stauräume unter die Lupe genommen. Untersucht wird auch, welche Effekte eine Verbundbewirtschaftung bestehender Speicher haben könnte, um Wasserdefizite besser ausgleichen zu können und die Anlagenbewirtschaftung klimaresilienter auszugestalten. Die Ergebnisse sollen im Frühjahr 2027 vorliegen.
Die Speicherstudie wurde in Abstimmung mit der länderübergreifenden Arbeitsgruppe „Flussgebietsbewirtschaftung Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße“ - in der auch die LMBV vertreten ist - vorbereitet und durch die Landestalsperrenverwaltung Sachsen beauftragt. Ihre Erstellung wird durch die Geschäftsstelle Lausitz* koordiniert. Die Studie kostet rund 170.000 Euro, finanziert durch den Europäischen Just Transition Funds (JTF) sowie aus Mitteln des Freistaates Sachsen. Sie ist eine von mehreren Studien, die durch die Landestalsperrenverwaltung Sachsen zum Thema Wasserhaushalt Lausitz laufen oder noch beauftragt werden sollen. Insgesamt stehen ihr dafür rund 1,79 Millionen Euro aus Landes- und EU-Mitteln zur Verfügung.
*Die Geschäftsstelle Lausitz wurde durch die Landestalsperrenverwaltung für die länderübergreifende Arbeitsgruppe „Flussgebietsbewirtschaftung Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße“ eingerichtet. Mitglieder der Arbeitsgruppe sind unter anderem die Bundesländer Brandenburg, Sachsen und Berlin. Finanziert wird die Geschäftsstelle durch den Just Transition Fund der EU sowie Mitteln aus dem sächsischen Haushalt.
Die vier Mitarbeitenden der Geschäftsstelle koordinieren Untersuchungen zum Wasserhaushalt Lausitz und sind für das Datenmanagement verantwortlich. Zudem begleiten sie die Weiterentwicklung eines Flussgebietsmodells, das die Grundlage für eine langfristige Bewirtschaftung der Flussgebiete Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße bildet. Genutzt werden soll das Modell zudem, um wasserwirtschaftliche Planungen besser bewerten zu können und diese in das strategische Wassermanagement einzuordnen.
Quelle:PM der LTV v. 15.12.2025
Symbol-Fotos von LMBV-Speichern - Autor St. Rasche
LMBV-Luftbild vom Bärwalder See | 2024
Speicher Lohsa II 2023
LMBV-Luftaufnahmen vom Speicher Lohsa II – Tunnel zum RL Burghammer
Speicherbecken Lohsa II 2020
Bitte beachten Sie unsere Betriebsruhe ab dem 22. Dezember 2025
Senftenberg/Leipzig/Sondershausen. Bitte beachten Sie, dass entsprechend der tariflichen Regelungen Betriebsruhe ab dem 22. Dezember 2025 für die LMBV-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vereinbart ist. Ab dem 5. Januar 2026 sind wir wieder für Sie da.
In Havariefällen ist der Diensthabende der LMBV unter der bekannten Notfall-Nummer 01801 142 222 zu erreichen.
Die LMBV wünscht Ihnen ein schönes Weihnachtsfest, ruhige, besinnliche Stunden im Familien- und Freundeskreis sowie für das neue Jahr 2026 Gesundheit, Glück und Erfolg.
Feierliche Einweihung des Aussichtsturms Stöntzsch erfolgt
Leipzig/Pegau. Westlich von Pegau ragt der Aussichtsturm Stöntzsch fast 30 Meter in die Höhe. Am Freitag, 28. November 2025, wurde er von der Stadt Pegau und der LMBV feierlich eröffnet und offiziell zur Nutzung freigegeben. Von der Aussichtsplattform in 18 Metern Höhe genossen die Besucher einen weiten Blick in die Umgebung, unter anderem auf den aktiven Tagebau Schleenhain, die rekultivierten Flächen des Tagebaus Profen sowie den Elsterfloßgraben als technisches Denkmal. Neben dem nahe gelegene Pegau ist bei passendem Wetter eine Aussicht ins Leipziger Neuseenland und bis in den Burgenlandkreis möglich.
Der Bürgermeister von Pegau, Frank Rösel, zeigte sich stolz über die Fertigstellung des neuen Ausflugszieles in der Region. „Die Bauzeit war eine große Herausforderung für uns, sowohl in finanzieller als auch in organisatorischer Hinsicht“ berichtet der Bürgermeister mit Blick auf die vielen Rückschläge und Schwierigkeiten, die die Errichtung des Turmes begleitet hatten. „Umso mehr freuen wir uns über die Fertigstellung. Durch die Verlegung des Radweges des Grünen Ringes an den Fuß des Turmes werden hoffentlich auch viele Touristen dieses neue Wahrzeichen der Region genießen“.
Der Turm ist eröffnet! Thomas Rösler von der LMBV (links) und Bürgermeister Frank Rösel (mitte) gaben zusammen mit Vertretern der Baufirmen Hornschuh GmbH und Baggerbetrieb Burkhardt GmbH den Turm offiziell frei.
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Baukosten trugen der Freistaat Sachsen und die Stadt Pegau
Finanziert wurde der Aussichtssturm Stöntzsch mit Geldern über den § 4 des Verwaltungsabkommen Braunkohlesanierung. Dieser umfasst Förderungen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards in der Braunkohlesanierung. Der Freistaat Sachsen stellte dafür in der Vergangenheit Mittel bereit und finanzierte 85 Prozent der Kosten. Die Stadt Pegau übernahm aus Eigenmitteln 15 Prozent der Kosten. „Die LMBV hat als Projektträgerin des Freistaates Sachsen an der Planung und Umsetzung des Projektes mitgewirkt“, erläuterte Thomas Rösler, Abteilungsleiter Projektmanagement bei der LMBV. „Nach Abschluss aller Nachträge werden sich die Kosten für die Errichtung des Aussichtsturms Stöntzsch auf rund 1,7 Millionen Euro belaufen“, so Rösler.
Auftragnehmer waren der Baggerbetrieb Burkhardt GmbH aus Thonhausen (Landkreis Altenburger Land) für Erdarbeiten des Turmes und Abbrucharbeiten eines alten Bahnhäuschens an der B2 als Ausgleichsmaßnahme. Die Hornschuh GmbH & Co. KG aus Drei Gleichen (Landkreis Gotha) realisierte die Stahlbauarbeiten und Montage. Als Planer und Bauüberwacher war das Architekturbüro quartier vier aus Leipzig gebunden.
Zahlreiche Anwohner und Gäste kamen zur feierlichen Eröffnung
(Fotos: Christian Kortüm)
LDS gibt den nördlichen Teil des Cospudener Sees für die Schifffahrt frei
Die Landesdirektion Sachsen (LDS) hat mit einer Allgemeinverfügung den rechtlichen Rahmen für die dauerhafte schifffahrtliche Nutzung des Cospudener Sees geschaffen. Damit kann der nördliche Bereich des Sees ab 1. Februar 2026 ganzjährig von Fahrgastschiffen, motorangetriebenen Sportbooten und Sportbooten ohne Motor befahren werden. Aus Gründen des Naturschutzes bleibt die Südspitze des Sees als besonders sensibler Gewässerbereich auch in Zukunft von der Befahrung mit Wasserfahrzeugen ausgenommen.
»Der Cospudener See ist ab der kommenden Saison für die Schifffahrt dauerhaft frei zugänglich. Mit der Allgemeinverfügung meines Hauses wird ein stabiler und verlässlicher Rechtsrahmen geschaffen. Davon profitieren die Nutzer des Sees. Die Freizeitkapitäne können nun ohne weiteren Verwaltungsaufwand den See befahren«, ordnet LDS-Präsident Béla Bélafi ein. Mit der Allgemeinverfügung der Landesdirektion, der sogenannten Feststellung der Fertigstellung des Sees für die Schifffahrt, entfällt die bisherige Praxis der Erteilung von wasserrechtlichen Einzelzulassungen einschließlich des damit für Nutzer und Behörden verbundenen hohen Aufwandes. »Die Entscheidung schafft klare Regeln für Tourismus, Freizeit und Fischerei. Gleichzeitig stärkt sie den Natur- und Gewässerschutz durch präzise definierte Schutzräume«, so Präsident Bélafi.
Diese Allgemeinverfügung ist das Ergebnis eines umfangreichen Verwaltungsverfahrens, das in den vergangenen Jahren intensiv zwischen der LDS, der Staatsregierung, dem sächsischen Umweltministerium, weiteren Ressorts, Planungs-, Umwelt- und Naturschutzverbänden sowie der LMBV abgestimmt wurde. Grundlage bildeten umfangreiche naturschutzfachliche, wasserrechtliche und bergtechnische Prüfungen. Darüber hinaus wurden die Stellungnahmen der beteiligten Umweltverbände in die Abwägung einbezogen und rechtliche, sicherheitstechnische und naturschutzfachliche Belange in der Begründung zur Allgemeinverfügung nachvollziehbar aufbereitet.
Dem vielfach geäußerten Wunsch, Verbrennungsmotoren von der Schiffbarkeit auszunehmen, konnte nicht entsprochen werden. Der Gesetzgeber sieht eine Unterscheidung zwischen unterschiedlichen Technologien hinsichtlich der Antriebsart nicht vor. An diese Grundentscheidung ist die Landesdirektion gebunden.
Interessierte können die Allgemeinverfügung der LDS online auf dem Bekanntmachungsportal der Landesdirektion Sachsen in der Rubrik Umweltschutz/Wasserwirtschaft einsehen.
Der über 400 Hektar große Cospudener See entstand als Bergbaufolgesee und wurde durch die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) als Bergbausanierer hergestellt. Quelle: PM der LDS v. 11.12.2025
Cospudener See im Jahr 2025 (Foto: LMBV/Horst Fechner)
LDS gibt weitere Flächen auf Geierswalder und Partwitzer See für die Schifffahrt frei
Dresden/Elsterheide. Die Landesdirektion Sachsen (LDS) hat weitere Flächen auf dem Geierswalder und dem Partwitzer Sees für die Schifffahrt freigegeben. »Wir entwickeln die Schifffahrt auf sächsischen Seen weiter – mit Augenmaß, damit Tourismus, Bootssport und Wirtschaft wachsen und gleichzeitig die Natur weiter atmen kann. Nur so können die Regionen rund um die Seen nachhaltig davon profitieren«, so Béla Bélafi, LDS-Präsident.
Auf dem Geierswalder See betrifft dies Wasserflächen am südwestlichen und am nordwestlichen Ufer. Aus Naturschutzgründen wird ein Teil der Fläche am nordwestlichen Ufer jährlich vom 1. März bis 30. September gesperrt.
Auf dem Partwitzer See werden Wasserflächen am Süd- und Südwestufer, am Ufer nördlich des Barbara-Kanals sowie im nördlichen Seegebiet erstmalig für die Schifffahrt nutzbar. Ein Teil der Fläche am Südwestufer ist jährlich vom 1. März bis zum 30. September ebenfalls aus Gründen des Naturschutzes gesperrt.
Die freigegebenen Flächen waren bisher geotechnische Sperrgebiete. Die Fortschritte der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) bei den Sanierungsarbeiten, insbesondere bei der Herstellung der Standsicherheit, machten die Freigabe für die Schifffahrt möglich. Die Flächen können, wie die bisher freigegebenen Seeflächen, mit Fahrgastschiffen, motorangetriebenen Sportbooten sowie mit Sportbooten ohne Motor befahren werden.
Die Freigaben und temporären Sperrungen erfolgen mittels wasserrechtlicher und schifffahrtsrechtlicher Allgemeinverfügungen. Diese umfassen Karten mit genauer Verortung der Flächen. Die Bekanntmachung erfolgt im Amtsblatt der Gemeinde Elsterheide vom 12.12.2025. Die Allgemeinverfügungen werden am 13.12.2025 wirksam.
Die LDS hat bisher große Teile der auf sächsischem Territorium liegenden Seefläche des Geierswalder Sees in den Jahren 2013 und 2018 für die Schifffahrt freigegeben. 2019 folgten Teile des Partwitzer Sees und der Barbara-Kanal, der beide Seen verbindet. Im Jahr 2024 wurden die Genehmigung für die Marina und einen Fahrgastschiffsanleger am Partwitzer See sowie die Freigabe weiterer Gewässerstrecken für die Schifffahrt erteilt.
Quelle:PM der LDS v. 12.12.2025
Übersichtskarte über die schiffbaren Gewässerstrecken auf dem Geierswalder See und Partwitzer See (Stand 12. Dezember 2025)
Foto: LMBV
Der Partwitzer See, der sich über den Barbara-Kanal mit dem Geierswalder See verbindet
Barbarafeier der LMBV im dreißigsten Jubiläumsjahr in Cottbus
Senftenberg/Cottbus. Am 4. Dezember 2025 wurde die traditionelle Barbarafeier der Bergbausanierer im Lausitzer Revier – diesmal in Cottbus – ausgerichtet. Rund 800 Gäste waren der Einladung gefolgt und konnten eine stimmungsvolle Veranstaltung erleben.
Als Ehrengäste konnte der kaufmännische Geschäftsführer Torsten Safarik die Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland Elisabeth Kaiser vom Bundesministerium der Finanzen und in Vertretung des Ministerpräsidenten Dr. Dietmar Woidke den Wirtschaftsminister Daniel Keller in der Messehalle der CMT begrüßen. Er überbrachte herzliche Grüße des Ministerpräsidenten, der Folgendes ausrichten ließ: „Seit 30 Jahren sorgt die LMBV erfolgreich dafür, dass aus den ehemaligen Tagebauflächen in der Lausitz und im Mitteldeutschen Revier wertvolle Lebensräume und attraktive Seenlandschaften entstehen. Dass dieses Jubiläum mit der Barbarafeier zusammen gefeiert wird, symbolisiert die enge Verbindung zwischen traditionellem Bergbau und modernem Strukturwandel. Ihre Arbeit ist ein bedeutender Beitrag für die nachhaltige Entwicklung Brandenburgs und die Zukunft der Region. Im Namen der Landesregierung danke ich allen Beschäftigten für ihr Engagement und ihre jahrelange, erfolgreiche Arbeit. Gemeinsam blicken wir auf eine erfolgreiche Vergangenheit und auf die vor uns liegenden Aufgaben. Glückauf!“
Bernd Sablotny hob bei seinem Rückblick auf das Jahr 2025 hervor, dass die LMBV als ein Unternehmen handelt, das versteht, dass Sanierung nicht geradlinig verläuft, sondern sich ständig verändert: von Großprojekten hin zu langfristiger Gewässerbewirtschaftung, von der bergtechnischen Sanierung hin zu Ewigkeitslasten, die Generationen begleiten werden.
Staatsministerin Kaiser betonte in ihrem Grußwort die Rolle der LMBV im noch laufenden Strukturwandel in den ostdeutschen Revieren und zeigte eine hohe Wertschätzung für all die sichtbaren Ergebnisse des Landschaftswandels durch das Wirken der Bergbausanierer. "Was hier – auf der größten Landschaftsbaustelle Europas – in den vergangenen drei Jahrzehnten entstanden ist, ist wahrlich beeindruckend. Trostlose „Mondlandschaften“ haben sich in attraktive Naherholungsgebiete verwandelt. Mit vielfältigen und naturnahen Freizeit- und Tourismusangeboten, mit intakter Land- und Forstwirtschaft."
Ministerpräsident Michael Kretschmer, der wegen kurzfristiger Verpflichtungen in Berlin nicht selbst in Cottbus präsent sein konnte, schrieb in einem Grußwort: „Seit drei Jahrzehnten verwandelt die LMBV die Altlasten des Bergbaus in lebenswerte Zukunftsräume. Von der Bodensanierung bis zum selbstregulierenden Wasserhaushalt: durch die wertvolle Arbeit der LMBV entstehen neue Chancen für Natur, Tourismus und die wirtschaftliche Entwicklung. Sie legt das Fundament für einen erfolgreichen Strukturwandel unserer Kohleregionen. Die Regionen, die einst unseren Wohlstand unter großen Belastungen getragen haben, verdienen weiterhin Planungssicherheit, Anerkennung und eine starke Perspektive.“
Weitere Auszüge aus dem Bericht von Bernd Sablotny: "Wer heute auf die LMBV schaut, sieht ein Unternehmen, das sich ständig verändert – und das sich gerade durch diese Fähigkeit zum Wandel definiert. Unsere Geschichte beginnt nicht als Sanierer, nicht als Gestalter neuer Landschaften, sondern als Erbe einer jahrzehntelang geprägten Bergbauindustrie. Und sie beginnt mit einer riesigen Aufgabe: die Hinterlassenschaften eines industriellen Zeitalters nicht nur stillzulegen, zurückzubauen und zu sichern, sondern in lebenswerte Räume zu verwandeln, Perspektiven zu schaffen.
Mit dem ersten Verwaltungsabkommen 1992 wurden die Grundlagen gelegt. 1995 folgte durch die Verschmelzung von LBV und MBV die Bildung der LMBV – und damit der Startpunkt für eine Aufgabe, deren Dimension man in der Anfangszeit kaum ermessen konnte. Damals ging es um schiere Masse: riesige Kippenflächen, offene Tagebaue, 1.200 km instabile Böschungen, Gewässer, die diese Bezeichnung kaum verdienten. Die Region war im Umbruch – und wir mittendrin, als Feuerwehr, als Krisenmanager, als Verwalter eines Erbes, das größer war, als es viele von außen ahnten.
Die 1990er Jahre waren eine Phase, die man rückblickend kaum greifen kann. Das Tempo war enorm. Was gestern noch ein aktiver Tagebau war, befand sich heute in der Stilllegung – und ging morgen bereits einen ersten Schritt in Richtung Rekultivierung. Wir mussten gleichzeitig planen, sichern, zurückbauen, verhandeln, erklären. Und wir mussten lernen, wie man eine Region umbaut, die zuvor über Jahrzehnte durch und für den Braunkohlebergbau gestaltet worden war.
Im Laufe der Jahre veränderte sich der Charakter unserer Arbeit. Aus Rückbau wurde Sanierung. Aus Sicherung wurde Gestaltung. Aus der Beseitigung akuter Gefahren wurde ein langfristiges Management geotechnischer und hydrologischer Prozesse. Doch jede Phase brachte ihre eigenen Zäsuren mit sich – und manche von ihnen waren schmerzhaft.
2009 hat die Rutschung am Concordia See in Nachterstedt das ganze Land aufgerüttelt. Für uns war sie ein tiefgreifender Einschnitt. Sie hat allen Beteiligten drastisch vor Augen geführt, welche Verantwortung wir tragen. Die geotechnische Sicherheit wurde neu justiert. Methoden wurden hinterfragt, Modelle weiterentwickelt, Überwachungssysteme verbessert. Nachterstedt war ein Wendepunkt – nicht, weil wir versagt hätten, sondern weil wir begriffen, dass Sanierung kein lineares Projekt ist, sondern ein dynamischer Prozess.
Ähnlich prägend war das Setzungsfließen der Innenkippe im ehemaligen Tagebau Spreetal im Jahr 2010. Diese Ereignisse haben uns gezeigt, wie komplex das Zusammenspiel aus Kippenmaterial, Grundwasser sowie inneren und äußeren Initialen ist – und wie schnell sich Rahmenbedingungen ändern können. Sie haben uns geschärft. Sie haben uns zu einem Unternehmen gemacht, das Risiken nicht nur reaktiv begegnet, sondern vorausdenkend. In 2023 haben wir die sog. Innenkippenpriorisierung auf den Weg gebracht, um in den nächsten 15 bis 20 Jahren ca. 80 % der ca. 300 km² Sperrflächen wieder freigeben zu können.
Die aktuelle Situation am Störmthaler Kanal zeigt ebenfalls, wie sich die Randbedingungen jederzeit ändern können. Grundwasserstand, suffosionsgefährdete Böden und ein Schleusenbauwerk, das im Nachhinein gesehen doch einige Defizite aufweist, machten seit 2021 ständig neue Sicherungsmaßnahmen erforderlich. Anfang November diesen Jahres zeigten sich Setzungen, die eine entstehende innere Erosion vermuten ließen. Sofortiges Handeln war erforderlich, noch in diesem Jahr werden die gerade errichteten Stützkörper im Oberwasser des Kanals erweitert. Es sind genau diese Momente, in denen sich zeigt, wofür die LMBV steht: Wir reagieren schnell, wir handeln konsequent, und wir entwickeln Lösungen, um den auftretenden Risiken zu begegnen.
Ab 2010 kamen zunehmend auch Gewässerthemen hinzu. Mit dem Grundwasserwiederanstieg und dem Grundwasserschluss der Fließgewässer zeigten sich erste Verockerungserscheinungen – gesellschaftlich ein Reizthema. Wir mussten Lösungen finden, insbesondere für die Spree, kurz-, mittel- und langfristig. In einem ersten Schritt mussten wir die Spree bekalken und die Vorsperre Bühlow als Absetzbecken nutzen. In einem zweiten Schritt sind wir mit unseren Modularen Grundwasserreinigungsanlagen an der Spree die Hotspots gezielt angegangen. Aktuell arbeiten wir an dem großen Ziel, die Spree bis Anfang der 2040er Jahre in ein klares Gewässer zu verwandeln. Dazu sind drei Vorhaben erforderlich: Erstens der Bau einer Dichtwand an der Spreewitzer Rinne, zweitens die Errichtung von Brunnenriegeln und Überleitung der ungereinigten Wässer nach Schwarze Pumpe sowie drittens der Ausbau der Grubenwassereinigungsanlage in Schwarze Pumpe. Zum Schutz der Schwarzen Elster ertüchtigen wir derzeit die GWRA Pößnitz und haben Ende November die WBA Plessa in Betrieb nehmen können.
Vor gut 25 Jahren wurde die Flutungszentrale in der Lausitz gebildet, um den Flutungsprozess der Tagebaurestlöcher in Abstimmung mit den Ländern und der LEAG zielgerichtet angehen zu können. Dieser Prozess ist weitestgehend abgeschlossen. Jetzt müssen wir uns um die Bewirtschaftung der Tagebaurestseen nach Menge und Güte kümmern. Dies alles in Wechselwirkung mit dem schwankenden Wasserdargebot von Spree, Neiße und Schwarzer Elster. Folgerichtig haben wir die Flutungszentrale im September in Wasserbewirtschaftungszentrale Lausitzer Revier (WBLR) umbenannt. Eine Aufgabe, die dauerhaft wahrzunehmen ist und Ende der 2030er Jahre in staatliche Hände übergehen soll.
Nach 30 Jahren Sanierung ist es jetzt an der Zeit, sich aus der Fläche zurückzuziehen. Von 84.000 ha standen Ende 2023 noch 75.000 ha unter Bergaufsicht. In Mitteldeutschland können wir in den nächsten beiden Jahrzehnten für ca. 90% der Flächen und Anlagen das Ende der Bergaufsicht erreichen. In der Lausitz sind wir dagegen noch im aktiven Sanierungsprozess gebunden. Dabei ist das Ende der Bergaufsicht nur ein wichtiger erster Schritt. Für den Rückzug aus der Fläche ist die Unterhaltungslast für die entstandenen Gewässer an die Länder und Kommunen zu übergeben, die Liegenschaften zu bereinigen und das Monitoring zu beenden oder an die zuständigen Fachbehörden zu übertragen. Mit dem Tagebau Merseburg-Ost haben wir in 2024 bereits die ersten drei Schritte erfolgreich abschließen können.
All dies klingt technokratisch, sanierungstechnisch eben. Schauen wir auf die Landschaften im Wandel, sehen wir – nicht ohne Stolz - , was wir gemeinsam, die LMBV, der Bund, die Länder und die Regionen, erreicht haben. In Mitteldeutschland der Geiseltalsee, die Goitzsche, der Cospudener, der Zwenkauer, der Störmthaler und der Markkleeberger See. In der Lausitz der Berzdorfer, der Bärwalder, der Geierswalder, der Partwitzer und der Großräschener See, die sich hervorragend entwickeln, um nur einige Seen zu nennen. Im nächsten Jahr kommen der Sedlitzer See und am 29.06.2026 voraussichtlich die Überleiter der Restlochkette hinzu.
Der Bereich Kali-Spat-Erz wurde 2014 durch die Verschmelzung von GVV und LMBV Teil unseres Unternehmens. Dort waren und sind die Arbeiten schon weit fortgeschritten. Bis auf Restleistungen in der Verwahrung der Gruben, haben wir dort Anlagen zu betreiben, um die Ewigkeitslasten des Bergbaus zu bewältigen. Aktuell bauen wir beispielsweise an der Arsenabreicherungsanlage im Bielatal und planen eine Wasserbehandlungsanlage in Elbingerode. Die Verwahrung in Elbingerode soll in 2030 abgeschlossen werden.
Es zeigt sich aber, dass wir uns immer mehr mit der Erneuerung der Anlagen beschäftigen müssen, denn auch die Anlagen sind teilweise schon mehr als 30 Jahre alt. Dies gilt nicht nur für KSE, sondern auch für die Braunkohlesanierung." (UST)
Nach der Zeremonie zu Ehren der Bergbehörden wurde im Saal das Steigerlied gemeinsam gesungen.Bernd Sablotny im Gespräch mit Wirtschaftsminister Daniel Keller und LBGR-Präsident Sebastian Fritze.Das Ensemble „Die Weberknechte“.
Fotos: Gernot Menzel für LMBV
Elisabeth Kaiser, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland im Bundesministerium der Finanzen, bei der LMBV.
Daniel Keller, Wirtschaftsminister des Landes Brandenburg, vertrat Ministerpräsident Dr. Woidke.
Musikalischer Auftakt durch das Ensemble „Die Weberknechte“.
Torsten Safarik, Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV bei der Begrüßung.
800 Gäste kamen in der Messe in Cottbus zusammen.
Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, bei seinem Bericht.
Olaf Gunder, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates der LMBV, bei seinem Redebeitrag.
Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, bei der Laudatio zu Ehren der Bergämter.
Ehrung der Vertreter der Bergbehörden von Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Impression von der Barbarafeier 2025.