Holzungen an der Glassandhalde Kleinkoschen sind gestartet

Senftenberg/OT Kleinkoschen. Die angekündigten Arbeiten an der Glassandhalde sind entsprechend dem mit dem Auftragnehmer abgestimmten Bauablaufplan angelaufen. Seit Januar 2026 finden dazu die vorbereitenden Holzungen statt. Die Holzungen erfolgen auf einer ca. acht Hektar großen Bearbeitungsfläche.

Durch die Glassandrückgewinnung verblieb bei Kleinkoschen eine sogenannte Endböschung. Im Rahmen komplexer bodenphysikalischer Untersuchungen wurde festgestellt, dass der trocken verkippte sandige Boden im wassergesättigten Zustand stark verflüssigungsgefährdet und damit nicht standsicher ist. Der Grund für die Wassersättigung im Boden ist im tagebaubedingten Grundwasserwiederanstieg zu finden. Ziel ist es, mit einer Böschungssicherung die bergbaubedingten Gefährdungen zu beseitigen, um die dauerhafte geotechnische und öffentliche Sicherheit wiederherzustellen.

Das entsprechende RDV-Trägergerät wurde in der dritten Januarwoche angeliefert und wird nun sukzessive aufgebaut und aufgerüstet. Die konkreten Rüttelverdichtungs-Arbeiten sollen dann im März 2026 beginnen.

Die Verdichtungsarbeiten sollen auf einer 49 Meter breiten Trasse umgesetzt werden. Es wird ein etwa 921 Meter langer versteckter Damm bis zum Tagebauliegenden hergestellt. Dabei sind Teufen von 30 bis 46 Meter zu verdichten. Diese Arbeiten sind derzeit bis zum Sommer 2027 geplant. Eine Wiederaufforstung wird unmittelbar nach Abschluss der Sanierungsarbeiten unter Beachtung der Bodenverhältnisse mit standortsgerechten Baum- und Straucharten erfolgen. Zum Schutz des Umfeldes und zur Beweissicherung erfolgt parallel ein umfangreiches baubegleitendes Mess- und Kontrollprogramm. (UST)

Bauschild für die Sicherung der Glassandhalde
Fotos: Uwe Steinhuber | LMBV


Erneute Dialogveranstaltung in Kostebrau

Senftenberg/Kostebrau. Durchaus lebhaft ging es bei einer neuerlichen Informationsveranstaltung zur geplanten EHS-Monodeponie am 16. Januar in der Mehrzweckhalle Kostebrau zu. Etwa 60 Anwohner – und damit deutlich weniger als bei der Auftaktveranstaltung im Jahr 2023 – aus dem unmittelbaren Projektumfeld waren gekommen, um sich die unterschiedlichen Sichtweisen von LMBV und Vertretern der Bürgerinitiative anzuhören, die das Projekt ablehnt. Im Vorfeld hatten sich Vertreter des Bergbausanierers mit denen des Ortsbeirats und der BI getroffen und über den Ablauf der Veranstaltung verständigt. Erstmals wurde somit nicht nur der LMBV, sondern auch den Anwohnern eine Bühne geboten, um ihre Perspektive in einem Vortrag einzubringen.

In der Veranstaltung, zu der der Ortsbeirat Kostebrau eingeladen hatte, stellte für die LMBV zunächst Sven Radigk, Leiter der Projektgruppe Gewässergüte Fließgewässer Lausitz, den Planungsstand vor. Demnach wurden die Vorplanungen im Herbst 2025 abgeschlossen und im Dezember eine sogenannte Tischvorlage bei der Genehmigungsbehörde, dem LBGR, eingereicht. Die Deponie wird eine Basis- und eine Oberflächenabdichtung erhalten. Die EHS-Aufbereitungsanlage nebst Betriebsgebäuden wird sich unmittelbar neben dem Deponiekörper befinden. Die Behandlungshallen, in denen der Eisenhydroxidschlamm durch Zusatzstoffe „einbaufähig“ gemacht wird, sind überdacht. Damit geht die LMBV auch auf vorgebrachte Einwände wegen vermeintlicher Staubbelästigung ein. Diese ist laut Radigk aber schon deshalb abwegig, weil das EHS mit hoher Feuchtigkeit angeliefert wird. Das Transportaufkommen ist – im Vergleich zu anderen Maßnahmen in derselben Region – überschaubar. Nach bisherigen Berechnungen werden täglich rund 10 volle Lkw zur Deponie fahren – und leer wieder zurück. Die Anbindung erfolgt über die L60. Aktuell läuft die Vorbereitung des abfallrechtlichen Planfeststellungsverfahrens, für das voraussichtlich 2027 der Antrag eingereicht werden soll. Bei erfolgter Genehmigung und nach der Ausschreibung der Bauleistungen könnte die Deponie 2035 ihre Arbeit aufnehmen.

Für die Bürgerinitiative gegen den Bau der Deponie an dieser Stelle, einem Betriebsgelände der LMBV, erneuerte Michael Kirbis als Referent die Einwände. Dabei wurde u.a. die Standortauswahl kritisiert und die Unbedenklichkeit des zu deponierenden EHS angezweifelt. Kirbis ging darauf ein, dass Kostebrau schon seit vielen Jahrzehnten durch den Bergbau vorbelastet sei. Als Risiken wurden u.a. Umweltbelastungen und Langzeitwirkungen benannt.

Gefordert wurde z.B. eine Aussetzung des Genehmigungsverfahrens, aber auch eine dauerhafte Beobachtung und Überwachung der Deponie, sichere Nachsorgekonzepte sowie Transparenz bei Finanzierungs- und Haftungsfragen. Fragen der Anwohner bezogen sich nach den zwei Vorträgen außerdem auf das Thema Grundwasser und den Umgang mit dem Wasser, das dem EHS entzogen wird. Am Rande der Veranstaltung wurde ein zusätzlicher Fragenkatalog an die LMBV überreicht.

S. Radigk stellte indes klar, dass die Entscheidung über den Bau der Deponie letztlich bei der Genehmigungsbehörde liegt. Die LMBV bot Exkursionen zum Baggerfeld 116, zur Wasserbehandlungsanlage Plessa und zur Vorsperre Bühlow an, an denen auch die Kostebrauer teilnehmen können. Knapp 20 Anwohner trugen sich in die Liste ein, die meisten Interessenten gab es für eine Besichtigung des Standortes am Baggerfeld 116. (KHM)

Etwa 60 Gäste kamen zur Informationsveranstaltung in die Mehrzweckhalle Kostebrau.


Reges Interesse am B 97-Testfeld und dem Rütteldruckverdichtungsverfahren

Burgneudorfer brachten viele Fragen zur Info-Veranstaltung in die Grundschule mit

Spreetal. Ein Testfeld zur Vorbereitung der LMBV-Sanierungsarbeiten der B97 warf kürzlich in Burgneudorf viele Fragen auf: Aus welchen Gründen fiel die Wahl genau auf diesen Standort? Müssen die Anwohner mit Lärmbelästigungen rechnen? Welche Arbeitszeiten sind geplant? Die Informationsveranstaltung der LMBV zum Testfeld in der Grundschule Burgneudorf klärte auf.

Holger Uibrig, Abteilungsleiter Planung Ostsachsen der LMBV und Dr. Michael Dennhardt, Sachverständiger für Geotechnik (CDM Smith), informierten am 15. Januar bei einer Abendveranstaltung in der Burgneudorfer Grundschule über den aktuellen Stand der Planung der Sanierung der B97 und S130, erläuterten die Ziele des Testfeldes und beantworten die Fragen der interessierten Gäste. Marco Beer, Bürgermeister der Gemeinde Spreetal, hatte im Vorfeld dafür geworben, aktiv das Gespräch mit den Anwohnern zu suchen.

Nachdem die aufwendigen Vorplanungen abgeschlossen sind, wird nun der Genehmigungsantrag mit all seinen Anforderungen erarbeitet, berichtete Holger Uibrig. Beabsichtigt sei, den Antrag spätestens Ende des Jahres 2028 einzureichen. Abhängig von der Dauer des Genehmigungsverfahrens würde die Sanierungsmaßnahme Anfang der 2030er-Jahre beginnen.    

Da mit der zwingend erforderlichen Sanierung der B97 und S130 in einem Abschnitt zwischen Spreetal und Hoyerswerda eine mehrjährige Sperrung beider Straßen verbunden ist, soll der Einsatz der Technologie so weit optimiert werden, dass die Dauer der Sperrung so kurz wie möglich gehalten wird und die Straßen danach wieder gefahrlos befahrbar sind.

Genau dafür werde das Testfeld benötigt, betonte Dr. Dennhardt. Einen erheblichen Einfluss auf die Dauer der Maßnahme habe der Abstand, in dem die Lanzen bei der Rütteldruckverdichtung (RDV) in den Boden getrieben werden. Der Experte spricht in diesem Zusammenhang von einem Raster. Wenn beispielsweise für das Raster Abstände von 4 mal 4 Meter genutzt werden könnten, kämen die Arbeiten deutlich schneller voran als bei einem Raster von 3 mal 3 Metern. Zugleich würde mit dem Testfeld ermittelt, wieviel Boden zur Wiederauffüllung gebraucht werde, aber auch was für ein Mess- und Kontrollprogramm angewendet werden müsste, um einen jederzeit sicheren Betrieb zu gewährleisten.

Ein geeigneter Standort für das Testfeld sei nach einer ganzen Reihe von Kriterien gründlich ermittelt worden, ging Dennhardt auf eine Frage aus dem Publikum ein. Anforderungen seien unter anderem vergleichbare Bodenverhältnisse mit dem Straßenuntergrund und zugleich relativ gleichmäßige Verhältnisse innerhalb des Testfeldes gewesen. Dafür wurden die im Areal überall vorhandenen Drucksondierungen ausgewertet. Zugleich spielten die Flächenverfügbarkeit als auch die Zugänglichkeit eine Rolle. Aus insgesamt fünf geeigneten Standorten habe sich dieser als bester erwiesen, so Dennhardt.

Das Testfeld werde eine Größe von nicht ganz 4 Fußballfeldern haben, informierte LMBV-Planungsleiter Uibrig. Die Arbeiten würden Ende 2026 oder Anfang 2027 beginnen und rund ein Jahr in Anspruch nehmen. Etwaige Belastungen für die Anwohner sollten vermieden oder zumindest auf ein Minimum reduziert werden. Dazu würden ein Lärmmonitoring installiert, Schwingungsmessungen vorgenommen und Gebäude beweisgesichert. Bei entsprechenden Anzeichen könne technologisch auf verschiedene Weise nachgesteuert werden.

Die LMBV-Unternehmenskommunikation informierte, dass die LMBV in diesem Sommer am Knappensee einen Baustellentag plant. Dort könnte die Technologie der Rütteldruckverdichtung aus der Nähe betrachtet und mit Anwohnern aus dem dortigen Projektumfeld über deren Erfahrungen gesprochen werden.

Die LMBV kündigte an, dass diese Info-Veranstaltung ein Auftakt war. Bei entsprechenden Planungsfortschritten würde erneut eingeladen und informiert. Anfragen könnten jederzeit an die LMBV gerichtet werden. Kontaktadressen ebenso wie aktuelle Informationen seien auf der Internetseite des Projekts unter www.b97-sanierung.de zu finden. (KHM)


Übergabe eines Fördermittelbescheides zur Umfeldgestaltung an der Landmarke erfolgt

Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg erhält dafür rund 1,2 Mio. Euro

Senftenberg/OT Großkoschen. Am 15. Januar 2026 hat die Ministerin und Chefin der Staatskanzlei des Landes Brandenburg, Kathrin Schneider, einen Fördermittelbescheides über 1,2 Mio. Euro an den Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg, Detlev Wurzler, im Beisein von OSL-Landrat Siegurd Heinze und LMBV-Chef Bernd Sablotny sowie weiteren Gästen überreicht.

Der Zweckverband entwickelt derzeit den Erlebnisstandort der Landmarke „Rostiger Nagel“ im Lausitzer Seenland weiter. In den vergangenen Jahren ist die touristische Bedeutung dieses Aussichtsturms stetig gestiegen, was sich in dem großen Interesse der Besucher – etwa 144.000 im zurückliegenden Jahr 2025 – wieder spiegelt. Im Zuge der Neugestaltung soll das Umfeld des „Rostigen Nagels“ nun bis zum Frühjahr 2026 weiter aufgewertet und den aktuellen Bedürfnissen der touristischen Nutzung angepasst werden. Die LMBV errichtet parallel unweit der Landmarke eine Anlandestelle im Zuge der noch umzusetzenden schifffahrtstechnischen Ausrüstung des Sornoer Kanals.

D. Wurzler dankte dem Land Brandenburg und der ILB für diese Förderung. Der Verbandsvorsitzende S. Heinze betonte, dass die Förderung zum richtigen Zeitpunkt komme, wo doch der Sedlitzer See in diesem Jahr im Mittelpunkt des LMBV-Sanierungsgeschehens stehen werde, nach dem Motto: „LMBV macht aus grau jetzt blau.“ B. Sablotny bedankte sich bei allen Teilnehmern für das konzentrierte Hinarbeiten auf die Saisonnutzung am Sedlitzer See. Bereits zum Mai 2026 soll die Marina Sedlitz in Nutzung gehen können und der Seenverbund über die Kanäle ab 29. Juni 2026 nun noch eher in der Saison ermöglicht werden. (UST)

Planungsunterlage des ZV LSB
Fotos: Uwe Steinhuber | LMBV


Industrielle Absetzanlage Lengenfeld: Umfangreiche Unterhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen geplant

Sondershausen/Lengenfeld. Voraussichtlich Ende April 2026 beginnen an der Industriellen Absetzanlage Lengenfeld (IAA Lengenfeld) umfangreiche Unterhaltungs- und Sanierungsarbeiten. Es ist vorgesehen, das Sickerwasserableitungssystem der ehemaligen Industriellen Absetzanlage zu erneuern. Darin inbegriffen sind der Ersatzneubau des Sickerwasserleitungsabschnittes inklusive Schachtanlagen an der Westseite der IAA Lengenfeld und das Errichten von Reinigungs- und Schachtbauwerken. Die Arbeiten werden voraussichtlich ein Jahr andauern.

Für die geplanten Baumaßnahmen waren im Vorfeld Rodungsmaßnahmen in den vorliegenden Waldflächen notwendig. Neben Entnahmen entlang der Rohrtrasse waren auch Freischnittmaßnahmen zur Herstellung ausreichender Lichtraumprofile entlang der Zuwegungen und entlang des Baufeldes am Westdammfuß der IAA Lengenfeld erforderlich. Gleichzeitig wurde die Verkehrssicherheit für angrenzende Grundstücke, Wege und vor allem die Lengenfelder Straße auf Basis der durchgeführten Baumschau hergestellt. Ein Antrag auf Waldumwandlung wurde beim zuständigen Forstamt des Landratsamtes Vogtlandkreis eingereicht und genehmigt. Alle Eingriffe wurden entsprechend der Waldumwandlungsgenehmigung ausgeglichen.
Des Weiteren fanden im Hauptdammvorland der IAA Lengenfeld Kernbohrungen auf den gerodeten Flächen statt. Diese waren im Zuge der Ausführungsplanung notwendig geworden, um die Ausschreibung des notwendigen Baugrubenverbaus so genau wie möglich beschreiben zu können.

Überblick Areal IAA Lengenfeld

Fotos: André Schallau, LMBV

Rodungen und Kernbohrung


Wir sind schneller: „Fünf Seen – ein Verbund“

Freigabe der Überleiter im Lausitzer Seenverbund kommt bereits zum 29. Juni 2026

Senftenberg. Am 13. Januar 2026 haben sich in Großkoschen bei der regelmäßigen Statusberatung zum Fortgang in der Restlochkette die Vertreter von Landesregierungen, Behörden, Zweckverbänden, der Landkreise und Kommunen mit dem Bergbausanierer LMBV gemeinsam darauf verständigt, den Seenverbund in der Restlochkette auf den

29. Juni 2026 vorzuziehen.

Der Sedlitzer See soll Anfang Mai 2026 für die Schifffahrt und den Gemeingebrauch freigegeben werden. In den nächsten Monaten werden die letzten Voraussetzungen geschaffen, damit bis dahin die erste Wassersportsaison auf dem Sedlitzer See möglich wird. Parallel wird die LMBV die Überleiter 8, 10 und 11 so weit ausstatten, dass Freizeitkapitäne den Verbund der fünf Bergbaufolgeseen ab dem 29. Juni 2026 nutzen können. (UST)

Foto vom Lausitzer Seenland | Steffen Rasche für LMBV


Warnung: Eisflächen auf Bergbaufolgeseen und Speichern nicht betreten!

Senftenberg. Aufgrund der aktuell niedrigen Temperaturen warnt auch die LMBV davor, Eisflächen auf Bergbaufolgeseen und anderen Wasserspeichern zu betreten. Durch die wechselnden Wasserspiegel ist das Eis oft nicht tragfähig. Bei Betreten besteht deshalb Lebensgefahr!

Insbesondere in den Speichern und den unterhalb liegenden Fließgewässern ändern sich durch die aktive Bewirtschaftung Wasserstände häufig. Dadurch entstehen unter dem Eis gefährliche Hohlräume und Spannungen im Eis, welche urplötzlich zum Aufbruch der Eisfläche führen.

Auch die Flüsse sind ständig in Bewegung. Deshalb sind sie meistens nicht vollständig zugefroren. Randeis an den Ufern kann leicht abbrechen, da sich durch die ständig wechselnden Wasserstände auch hier Hohlräume bilden.

Gerade auf Kinder haben zugefrorene Flüsse und Seen oft eine große Anziehungskraft. Deshalb sollten Eltern ihren Kindern die Gefahren beim Betreten von Eisflächen immer wieder vermitteln und durch eigenes, richtiges Verhalten Vorbild sein. (UST / mit LTV)

Symbolfoto: Eiszapfen am Bergbaufolgesee