Sanierungsbeginn des Teerschlammbeckens im ehemaligen Braunkohleveredlungswerk Espenhain

Espenhain. Auf dem Gelände des ehemaligen Braunkohleveredlungswerkes in Espenhain befindet sich ein ca. 7.500 m² großes Erdbecken, in dem über Jahrzehnte Teerrückstände aus der Braunkohleveredlung abgelagert worden sind. Um einen stabilen Gesamtzustand herzustellen sowie weitere Kontaminationen von Boden und Grundwasser im Umfeld des Beckens zu verhindern, wird das Becken derzeit im Auftrag der LMBV saniert. 

Für die Hauptsanierungsleistung zur Abdeckung des Teerschlammbeckens wurden die umfangreichen naturschutzfachlichen Vorbereitungsmaßnahmen einschließlich Aktualisierung des Artenschutzfachbeitrags im III. Quartal 2025 abgeschlossen.

Im Rahmen der Hauptsanierung ist das Becken zu stabilisieren, entsprechend den Anforderungen der Dekontamination und der umgebenden Geländemorphologie zu profilieren und zur Minimierung der Oberflächenwasserinfiltration abzudichten. Abschließend ist das Gelände mit einer Abdeckung zu rekultivieren.

Die baufeldvorbereitenden Maßnahmen wie Holzungen inklusive Rodungen, Sicherung von Grundwassermessstellen, Einrichten der Baustelle und Herstellung von Bereitstellungsflächen, das Einrichten/Betreiben des Schwarz-Weiß-Bereiches sowie das Herstellen einer bauzeitlichen Zuwegung wurden bis Ende 2025 abgeschlossen. Im weiteren Verlauf erfolgte die Umlagerung von Teerverunreinigungen, die Auskofferung von teerkontaminierten Vorlandbereichen und die Herstellung eines Rohplanums.

Im Anschluss findet der Einbau einer Vlies-Geogitter-Lage (Combigitter) inklusive dem Einbau einer Schottertragschicht als Stabilisierungsschicht statt. Im Anschluss geht der Einbau einer Profilierungs-, Tondichtungs-, und Dränschicht zur Verhinderung der Infiltration von Oberflächenwasser vonstatten. Schlussendlich erfolgt der Auftrag einer Rekultivierungsschicht inklusive Rasenansaat und die Herstellung von Ableitgräben und eines Retentionsbecken. Der Abschluss der Sanierungsmaßnahme ist für das IV. Quartal 2026 geplant.

Für die Ingenieurplanung zeichnet sich die Firma Hubert Beyer Umwelt Consult GmbH verantwortlich, die Naturschutzplanung erfolgt durch WKP Planungsbüro für Bauwesen GmbH und die Bauausführung läuft über die Firma TiWaS Bau GmbH. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme belaufen sich auf rund 975.000 Euro netto. Finanziert wird die Maßnahme über den § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung.

(Fotos: Christian Horn für LMBV)


Bielatal: Bauarbeiten für Sickerwasser-Reinigungsanlage sind nach Winterpause wieder angelaufen

Altenberg/Sondershausen. Seit Mitte Februar laufen wieder die Arbeiten auf der Baustelle der zukünftigen Sickerwasser-Reinigungsanlage im Bielatal. Derzeit wird der sogenannte Schlammfangbehälter mit Kontrollgang zum Betriebsgebäude errichtet.

Die Bielatalhalde ist eine der größten Absetzanlagen für bergbauliche Aufbereitungsrückstände in Deutschland. Die Niederschlags- und Oberflächenwässer haben sich beim Durchdringen der abgelagerten Rückstände der Bielatalhalde im Wesentlichen mit Arsen angereichert und treten als belastete Sickerwässer am Haldenfuß aus. Bislang werden diese direkt in die Kleine Biela abgeschlagen.
Um die Einleitkonzentration, insbesondere des Arsens, in die Vorflut zu senken und damit die Gewässergüte gemäß Bewirtschaftungszielen der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu verbessern, errichtet die LMBV am Dammfuß der IAA Bielatal eine Sickerwasser-Reinigungsanlage. Diese wird die Arsenbelastung der Sickerwässer reduzieren.

Die Baustellenkamera zeigt den derzeitigen Stand auf der Baustelle im Bielatal


Erste seeseitige Dalbe vom Ponton aus im Sedlitzer See eingesetzt

Schifffahrtstechnische Ausrüstung durch Firma Metzner weitergeführt

Senftenberg/ OT Kleinkoschen. Am 6. März 2026 konnte im Sedlitzer See vor dem Überleiter 10 gegen 11 Uhr die erste von acht Dalben seeseitig im Auftrag der LMBV eingebracht werden. Dazu wurde ein Raupenkran des auftragnehmenden Unternehmens Metzner genutzt, der zuvor auf einem Schwimmponton positioniert worden war.

Mit der Umsetzung der schifffahrttechnischen Ausrüstung des Sornoer Kanals ist das Lausitzer Unternehmen Metzner beauftragt. Diese jetzt einzubringenden seeseitigen Dalben dienen künftig an der Seewartestelle für die Anbringung der Leiteinrichtungen hin zum Kanal. Weitere sieben Dalben werden noch in den nächsten Tagen für den Anlegesteg unmittelbar unterhalb des Rostigen Nagels in den Seegrund eingelassen. Zudem müssen noch Markierungsdalben für die Fahrrinne im Überleiter an ihre vorgegebenen Punkte positioniert werden.

„Die erste seeseitige Dalbe, ein15 Meter langes beschichtetes Stahlrohr mit einem 800er Durchmesser, hatte ein Gewicht von etwa 8.200 kg“, wie Bauleiter Matthias Nagel von der Firma Metzner erklärte. Mit einer Klemmzange wurde die Dalbe vom Raupenkran aufgerichtet und dann an einem „Freireiter“ hängend zum Einbringen vorbereitet. Mit Unterstützung von GPS wurde dazu der genaue Einbringpunkt fixiert. Mit Hilfe zweier E-Motore im „Freireiter“, einer freireitenden Vibrationsramme vom Typ M-32 HFV, wurde die Dalbe in Schwingung versetzt und mit ihrem Eigengewicht in den Seegrund eingelassen.

Der verantwortliche LMBV-Abteilungsleiter Michael Matthes betonte, dass damit ein weiterer sichtbarer Schritt hin zum geplanten Seenverbund im Sommer 2026 geleistet wurde, nachdem zuvor winterliche Wetterbedingungen mit Frost und Eis auf dem See eine frühere Umsetzung behindert hatten. Ziel der LMBV und aller Beteiligten bleibt, den Seenverbund aus Sedlitzer See, Großräschener See, Partwitzer See und Geierswalder See zum 29. Juni 2026 schiffbar zu machen. (UST)

LMBV-Vertreter M. Matthes im RBB-Interview.
LMBV-Vertreter M. Matthes im RBB-Interview.
Bei ruhiger See konnte die erste Dalbe seeseitig zunächst angeschlagen werden.
Bei ruhiger See konnte die erste Dalbe seeseitig zunächst angeschlagen werden.
IMG_4797
Beeindruckende Arbeiten von Mitarbeitern der Firma Metzner, erläutert von Bauleiter Nagel.
Beeindruckende Arbeiten von Mitarbeitern der Firma Metzner, erläutert von Bauleiter Nagel.
Die seeseitigen Dalben haben eine Länge von 15 Meter und ein Gewicht von etwa 8.200 kg.
Die seeseitigen Dalben haben eine Länge von 15 Meter und ein Gewicht von etwa 8.200 kg.
IMG_4804
Danierl Mastow vom RBB interviewt Bauleiter Matthias Nagel für Antenne Brandenburg.
Danierl Mastow vom RBB interviewt Bauleiter Matthias Nagel für Antenne Brandenburg.

 

Fotos: Uwe Steinhuber (LMBV)

Es ist vollbracht - die Dalbe steht an Ort und Stelle im Sedlitzer Seegrund.
LMBV-Vertreter M. Matthes im RBB-Interview.
Medienvertreter waren vor Ort - hier Ralf Jußen für Seenluft24.
Die genau Positionierung der Dalbe erfolgte mit Hilfe von GPS-Daten.


Konditionierungsanlage reduzierte auch 2025 die Eisenfracht in der Spree – Jahresberichte liegen vor

Senftenberg/Spremberg. Der Jahresbericht 2025 zum "Monitoring der Eisenbelastung der Spree und in der Talsperre Spremberg" durch den Fachgutachter Klare Spree der LMBV – Dr. Wilfried Uhlmann vom Privaten Institut für Wasser und Boden GmbH (IWB Dresden) – liegt vor.

Die Wasserbehandlung durch den bedarfsgerechten Betrieb der Konditionierungsanlage im Zulauf der Spree zur Talsperre Spremberg zeigte auch im Jahr 2025 ihre positive Wirkung. Die Konditionierungsanlage, bestehend aus der Bekalkungsanlage in Spremberg-Wilhelmsthal sowie nach ca. 1,5 km Fließweg der Flockungshilfsmittelzugabe am Einlaufbauwerk der Vorsperre Bühlow, erzielte eine deutliche Erhöhung des Eisenrückhaltes. So konnten circa 40 Prozent der Eisenfracht der Spree in der Vorsperre zurückgehalten und somit die Hauptsperre der Talsperre, d. h. der Spremberger Stausee, entlastet werden.

Das Sondermonitoring im Jahr 2025 belegt darüber hinaus auch die Wirkung der LMBV-Maßnahmen zur Reduzierung der Eisenbelastung an Spree und Kleiner Spree oberhalb von Spremberg in Ostsachsen. Zitat aus dem IWB-Bericht: „Durch die Abfangmaßnahmen sinkt die Eisenkonzentration in der Spree in Spremberg-Wilhelmsthal seit dem Jahr 2021 sukzessive. Die mittlere Eisenfracht in der Spree im Jahr 2025 lag auf dem niedrigsten Niveau seit Beginn des Monitorings im Jahr 2012. Der abschnittsbezogene Eisenrückhalt im Bereich der Talsperre Spremberg entspricht annähernd den Vorjahresbefunden“.

Gleichzeitig wird mittels Wasserbehandlung die Einhaltung der Ablaufwerte aus der Talsperre am Pegel Bräsinchen gesichert. Die Eisen-gesamt-Konzentration lag hier 2025 bei jahresdurchschnittlich 0,4 mg/L sowie ganzjährig kleiner 2 mg/L und somit stabil unterhalb der Sichtbarkeitsschwelle für partikuläres Eisen in der Spree. Bei Einhaltung einer jahresdurchschnittlichen Eisen-gesamt-Konzentration von ≤ 1,8 mg/L gilt gemäß der „Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer“ (OGewV) in Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL), der gute ökologische Zustand bzw. bei stark anthropogen (hier: bergbaulich) beeinflussten Fließgewässern das gute ökologische Potential, bezogen auf den allgemeinen chemisch-physikalischen Parameter (ACP) Eisen, als erfüllt.

Die Talsperre Spremberg (d.h. Vor- und Hauptsperre zusammen) erzielte dabei insgesamt einen Eisenrückhalt von circa 88 Prozent bezogen auf die Immission, d.h. auf die Eisenfracht, die im Spreewasser transportiert wird. Der durch die Konditionierung (hier: Kalkung und Flockung) geförderte Eisenrückhalt in der Vorsperre Bühlow hat, bei vergleichsweise moderaten Durchflussmengen der Spree von etwa 9 m³/s in 2025 sowie kontinuierlichen Teilberäumungsleistungen mittels Saug-/Spülbaggerung im Vorstaubecken, wiederum gut funktioniert. In 2025 wurden die Einzelmaßnahmen zur Entnahme, Entwässerung und fachgerechten Entsorgung von eisenhydroxidbelasteten Schlämmen (EHS = Eisenhydroxidschlamm) in Projektträgerschaft der LMBV fortgeführt. Die gravitative EHS-Entwässerung als Regeltechnologie erfolgte regulär in Verbindung mit dem Sedimentationsbecken II an der Vorsperre Bühlow. Der in 2025 an der Vorsperre als Baggergut angefallene EHS wurden beprobt, analysiert und ausnahmslos als nicht gefährlicher Abfall einer stofflichen Verwertung mit einer Gesamtmenge von rund 23.000 t zugeführt. Die Rückführung des EHS in den Wirtschaftskreislauf gemäß dem „Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Bewirtschaftung von Abfällen“ (KrWG) erfolgte in 2025 mit zwei Dritteln der Gesamtmenge überwiegend als rohstoffliche Verwertung, d. h. für die Herstellung von Produkten (Eisenpräparate) zur Gasreinigung (Entschwefelung) in Biogasanlagen. Etwa ein Drittel der Gesamtmenge wurde baustofflich verwertet, d. h. als Zuschlagstoff zur Herstellung mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB).

Der Einsatz von Flockungs- und Flockungshilfsmitteln (Weißfeinkalk und Koaret PA 3230 T) wird im Hinblick auf die aquatischen Lebewesen durch ein fischereibiologisches Monitoring in der Talsperre Spremberg überwacht, um eventuelle Auswirkungen der Wasserbehandlung auf Fische und Großmuscheln sowie auf das Makrozoobenthos festzustellen bzw. auszuschließen. Im September 2025 wurde das im Jahr 2014 begonnene Monitoring nun bereits im zwölften Jahr fortgesetzt. Der vorliegende Zwischenbericht für das Jahr 2025 stellt die dabei erzielten Ergebnisse vor und vergleicht sie mit denen der Vorjahre. Bei zusammenfassender Betrachtung ergeben sich auch im Zwischenbericht 2025 keine Hinweise auf direkte negative Zusammenhänge zwischen der Wasserbehandlung und den Fisch-, Benthos- und Großmuschelbeständen in der Talsperre Spremberg. Im Einklang mit den Vorjahresergebnissen kann deshalb der Schluss gezogen werden, dass die Vorteile einer verbesserten Eisenrückhaltung, die mit den Wasserkonditionierungsmaßnahmen eventuell noch vorhandenen Restrisiken für Fische und andere aquatische Organismen bei weitem aufwiegen (siehe dazu den Monitoringbericht 2025 zum Fischbestands- und Benthosmonitoring in der Talsperre Spremberg vom Institut für Binnenfischerei e.V. [IfB] Potsdam-Sacrow).

Fotos: LMBV/Steffen Rasche (2025)

Neue Publikationen


Wasser marsch: Zuleiter zum Klinger See fertiggestellt

Senftenberg. Der Zuleiter zum Klinger See wurde in dieser Woche in Betrieb genommen. Mit dem symbolischen Ruf „Wasser marsch!“ begann die kontrollierte Einleitung von Wasser aus der Tranitz in den See bei Jänschwalde.
Über das rund 2,5 Kilometer lange Bauwerk können künftig bis zu einem Kubikmeter Wasser pro Sekunde in den Klinger See eingeleitet werden. Der Zuleiter schafft damit eine wesentliche Voraussetzung für die Flutung des Gewässers. Die Tranitz dient dabei in den Monaten mit Wasserführung als einzige Quelle.
Die Planungen für das Projekt begannen bereits im Jahr 2004 mit der Einreichung der Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren „Herstellung des Klinger Sees". Der entsprechende Beschluss wurde 2018 erteilt. 2020 starteten die Vorarbeiten mit der Baufeldfreimachung der Zuleitertrasse. Im Jahr 2023 begann der Bau des Zuleiters, der Mitte Februar 2026 mit der wasserrechtlichen Bauabnahme abgeschlossen werden konnte. Trotz der technisch anspruchsvollen Bauweise wurden die veranschlagten Baukosten in Höhe von etwa 4,5 Millionen Euro eingehalten. Größere Schwierigkeiten im Bauverlauf traten nicht auf.
Ein zentrales Element der Baumaßnahme war die im Jahr 2022 verlegte 90 Zentimeter starke und knapp 160 m lange Rohrleitung, die den offenen Zuleitergraben mit dem See verbindet und zugleich dem Schutz der Böschung dient. Mithilfe einer ferngesteuerten Raupe wurde das ca. 35 Tonnen schwere Rohr einschließlich der Beschwerung gegen den Auftrieb präzise auf der dafür vorab hergestellten Rampe verlegt.
Realisiert wurde das Bauwerk von der Oehme GmbH aus Dorfchemnitz. Für die technische Planung war das Ingenieurbüro SWECO GmbH aus Finsterwalde verantwortlich.
Neben der technischen Umsetzung spielte auch der ökologische Aspekt eine wichtige Rolle: In den Wegedurchlässen wurden Otterbermen eingebaut, um Tieren sichere und trockene Querungsmöglichkeiten zu bieten. Für den Erosionsschutz der Böschung kamen zudem rund 33 Kilometer Reisigfaschinen zum Einsatz.
Des Weiteren erhielt das Grabenprofil über die gesamte Länge eine geosynthetische Tondichtungsbahn um Wasserverluste durch Versickern in den Untergrund zu verhindern.
Die Bauweise sowie die Lage des Einleitungsortes, mittig im See, wurden so gewählt, dass eine Kurzschlussströmung zum später geplanten Ableiter verhindert wird und zur Verbesserung der Wasserqualität eine gleichmäßige Durchmischung des Sees gewährleistet ist. Die eingeleiteten Wassermengen werden durch die LMBV erfasst und in der WBLR (Wasserbewirtschaftungszentrale Lausitzer Revier) überwacht.
Mit dem neuen Zuleiter verfügt der Klinger See nun über eine funktionsfähige Anlage zur Flutung.

Weitere Projekte am Klinger See sind Oberflächenverdichtungsmaßnahmen auf der kippenseitigen Uferböschung des Klinger Sees, Rekultivierungsmaßnahmen und der Bau des Ableiters in den nächsten Jahren.


Ausrüstung des Sornoer und des Rosendorfer Kanals mit Dalben in Vorbereitung

Schutzdalben, Markierungsdalben und Dalben für Schiffsanleger und Wartestelle

Senftenberg. Im Jahr 2026 soll im Auftrag der LMBV die Ausrüstung der Überleiter zum Sedlitzer See umgesetzt werden. Dazu wurde bereits erste Dalben angeliefert. Aufgrund der winterlichen Verhältnisse konnte der Auftragnehmer derzeit jedoch noch nicht mit dem Einbringen der Dalben beginnen.

Für die schifffahrtstechnische Ausstattung des Sornoer Kanals ist die Errichtung von Anlagen im Sedlitzer See sowie im Sornoer Kanal und dessen Uferbereiche vorgesehen. Die Einfahrtsbereiche vom See in den Kanal werden durch Markierungsdalben gekennzeichnet. An den Uferbereichen werden Schilder zur Verkehrsregelung aufgestellt.

Im Sedlitzer See erfolgt die Errichtung einer Wartestelle und einer Anlegestelle für ein Fahrgastschiff. Des Weiteren wird das bestehende Kombibauwerk „Wehr und Brücke“ gegen Schiffsanprall geschützt. Westlich und östlich vom Bauwerk werden je vier Schutzdalben als Leiteinrichtung für die Schifffahrt eingebracht. Die Fahrrinne im Kanal wird durch feste Markierungsstangen gekennzeichnet.

Es werden insgesamt acht Stück Schutzdalben, vier Markierungsdalben und 18 Dalben für den Schiffsanleger und die Wartestelle im Sedlitzer See eingebaut. Die Länge der Dalben beträgt 13 bis 15 Meter.

Ähnliche Vorkehrungen werden für die Aus- und Einfahrt im Rosendorfer Kanal getroffen. Weiterhin werden Schifffahrtszeichen aufgebaut und am Brückenbauwerk ein Anfahrschutz montiert. Die künftige Wartestelle im Sedlitzer See an der Einfahrt zum Sornoer Kanal ähnelt dann den Wartestellen am Barbarakanal und soll den Booten die Möglichkeit zum Festmachen bieten, bis die Durchfahrt möglich ist. (UST)

Fotos: Dr. Uwe Steinhuber


Erste Dalben wurden im Sornoer Kanal gesetzt

Schifffahrtstechnische Ausrüstung durch Firma Metzner begonnen

Senftenberg/ OT Kleinkoschen. Seit dem 13. Februar 2026 wurden die ersten Dalben unter winterlichen Wetterbedingungen im Sornoer Kanal (Überleiter 10) im Auftrag der LMBV eingebracht.

Dazu hatte das ausführende Unternehmen Metzner GmbH entsprechende Technik aufgebaut und bis zum 16. Februar 2026 bereits die ersten sieben Dalben in den Kanalgrund von der Landseite aus eingerammt.

Ein Mobilteleskopkran der Kranlogistik Lausitz GmbH mit einer Vibrationsramme M-32 HFV kam dabei zum Einsatz, wie Polier Tony Krüger vom Auftragnehmer Metzner informierte.

Die Rammarbeiten für die ersten Festmach- und Schutz-Dalben wurden trotz witterungsbedingter Herausforderungen, wie Frost, Schnee und acht Zentimeter dickem Eis im Kanal begonnen und werden in den kommenden Tagen weiter umgesetzt.

Parallel wurden am Rosendorfer Kanal (Überleiter 8) die Pontonauftstandsflächen zusammengebaut. Diese zusammengesetzten Pontons sollen für das seeseitige Einbringen der Dalben in den kommenden Tagen genutzt werden. 

Insgesamt werden 25 große Dalben in den beiden Kanälen eingebracht; hinzu kommen noch weitere kleine Markierungsdalben. (MF)

Mobilteleskopkran beim Anschlagen einer Dalbe
Mobilteleskopkran beim Anschlagen einer Dalbe
Einschwenken einer Dalbe
Einschwenken einer Dalbe
Erfolgreiches Einrammen einer Dalbe
Erfolgreiches Einrammen einer Dalbe


Fotos: Tony Krüger (Metzner GmbH) und Magnus Freund (LMBV)

Erste Dalben von Land aus im Sornoer Kanal-Auslauf gesetzt.
Schuten und Technik im ÜL 10 eingefroren
Polier Tony Krüger im Gespräch mit M. Freund


61 Millionen Kubikmeter Wasser für die Flutung und Nachsorge der Lausitzer Bergbaufolgeseen der LMBV

Schwerpunkte des Wassermanagements der LMBV in der Lausitz im Jahr 2025

Senftenberg. Für die Bergbaufolgeseen der LMBV im Lausitzer Revier konnten in 2025 rund 61 Millionen Kubikmeter Wasser für die Flutung und Nachsorge aus den Flüssen genutzt werden, so Maik Ulrich, Leiter der Wasserbewirtschaftungszentrale Lausitzer Revier der LMBV, zu den vorläufigen Flutungszahlen des vergangenen Jahres. In den beiden Vorjahren lagen die genutzten Wassermengen aus den Lausitzer Vorflutern mit rund 89 Mio. m³ (2023) und rund 86 Mio. m³ (2024) auf einem etwas höheren Niveau. Dies hat vor allem mit den bereits weitestgehend abgeschlossenen Flutungsvorgängen zu tun, so dass sich der Fokus stärker hin auf die Bewirtschaftung der vorhandenen LMBV-Bergbaufolgeseen verschoben hat.

Mit rund 47 Mio. m³ wurde der größte Teil des Wassers aus dem Einzugsgebiet der Spree gewonnen. Die Schwarze Elster trug rund 9 Mio. m³ bei, während aus dem Einzugsgebiet der Neiße etwa 5 Mio. m³ herangezogen wurden. Demgegenüber stehen Ausleitungen von 48 Mio. m³ in die Flussgebiete, um etwa die Pegelstände bei Niedrigwasser zu stützen sowie den ökologischen Erhalt zu gewährleisten.

Die Aufteilung der Einleitungen zwischen den Flussgebieten variierte etwas gegenüber den Vorjahren. So konnte in den Vorjahren noch mehr Wasser aus der Lausitzer Neiße in die Bergbaufolgeseen (z. B. 2023 mit 8 Mio. m³) als in 2025 herangeführt werden. Auch die Schwarze Elster lieferte ihrerseits in 2024 noch 17 Mio. m³.

Bezogen auf die Bergbaufolgeseen der LMBV im Lausitzer Revier profitierte 2025 besonders des Speicherbecken Lohsa II mit 16,7 Mio. m³ und der als Wasserspeicher genutzte Bärwalder See mit 14,1 Mio. m³ von den Flutungseinleitungen. Im Brandenburgisch-Sächsischen Grenzgebiet erhielt - mit dem Sedlitzer See als Schwerpunkt - die sogenannte Restlochkette eine Zufuhr von 15 Mio. m³ im Jahr 2025.

Bei den Ausleitungen 2025 stand insbesondere die Spree in der niederschlagsarmen Zeit im Fokus: rund 16,3 Mio. m³ wurden dem Fluss im Jahr 2025 gezielt aus dem Speicher Lohsa II zugeführt und mit 7,2 Mio. m³ Wasser aus dem Speichersee Bärwalde ergänzt. (UST)

Der Sedlitzer See - in der Mitte der Restlochkette - war ein Flutungsschwerpunkt in 2025.

Fotos & Grafiken: LMBV/WBLR

Die Landmarke am Sedlitzer See sowie der Sornoer Kanal - kurz vor der Neugestaltung des Umfelds.
Aus- und Einleitungen im Jahr 2025 - Schwerpunkte des Handelns der WBLR.
Der Speicher Bärwalde.
Einleitmengen Lausitz - Zahlenreihe von 2000 bis 2025 | Quelle: WBLR
Zulauf-Anlage für den Speicher Lohsa II


Holzungen an der Glassandhalde Kleinkoschen sind gestartet

Senftenberg/OT Kleinkoschen. Die angekündigten Arbeiten an der Glassandhalde sind entsprechend dem mit dem Auftragnehmer abgestimmten Bauablaufplan angelaufen. Seit Januar 2026 finden dazu die vorbereitenden Holzungen statt. Die Holzungen erfolgen auf einer ca. acht Hektar großen Bearbeitungsfläche.

Durch die Glassandrückgewinnung verblieb bei Kleinkoschen eine sogenannte Endböschung. Im Rahmen komplexer bodenphysikalischer Untersuchungen wurde festgestellt, dass der trocken verkippte sandige Boden im wassergesättigten Zustand stark verflüssigungsgefährdet und damit nicht standsicher ist. Der Grund für die Wassersättigung im Boden ist im tagebaubedingten Grundwasserwiederanstieg zu finden. Ziel ist es, mit einer Böschungssicherung die bergbaubedingten Gefährdungen zu beseitigen, um die dauerhafte geotechnische und öffentliche Sicherheit wiederherzustellen.

Das entsprechende RDV-Trägergerät wurde in der dritten Januarwoche angeliefert und wird nun sukzessive aufgebaut und aufgerüstet. Die konkreten Rüttelverdichtungs-Arbeiten sollen dann im März 2026 beginnen.

Die Verdichtungsarbeiten sollen auf einer 49 Meter breiten Trasse umgesetzt werden. Es wird ein etwa 921 Meter langer versteckter Damm bis zum Tagebauliegenden hergestellt. Dabei sind Teufen von 30 bis 46 Meter zu verdichten. Diese Arbeiten sind derzeit bis zum Sommer 2027 geplant. Eine Wiederaufforstung wird unmittelbar nach Abschluss der Sanierungsarbeiten unter Beachtung der Bodenverhältnisse mit standortsgerechten Baum- und Straucharten erfolgen. Zum Schutz des Umfeldes und zur Beweissicherung erfolgt parallel ein umfangreiches baubegleitendes Mess- und Kontrollprogramm. (UST)

Bauschild für die Sicherung der Glassandhalde
Fotos: Uwe Steinhuber | LMBV


Erneute Dialogveranstaltung in Kostebrau

Senftenberg/Kostebrau. Durchaus lebhaft ging es bei einer neuerlichen Informationsveranstaltung zur geplanten EHS-Monodeponie am 16. Januar in der Mehrzweckhalle Kostebrau zu. Etwa 60 Anwohner – und damit deutlich weniger als bei der Auftaktveranstaltung im Jahr 2023 – aus dem unmittelbaren Projektumfeld waren gekommen, um sich die unterschiedlichen Sichtweisen von LMBV und Vertretern der Bürgerinitiative anzuhören, die das Projekt ablehnt. Im Vorfeld hatten sich Vertreter des Bergbausanierers mit denen des Ortsbeirats und der BI getroffen und über den Ablauf der Veranstaltung verständigt. Erstmals wurde somit nicht nur der LMBV, sondern auch den Anwohnern eine Bühne geboten, um ihre Perspektive in einem Vortrag einzubringen.

In der Veranstaltung, zu der der Ortsbeirat Kostebrau eingeladen hatte, stellte für die LMBV zunächst Sven Radigk, Leiter der Projektgruppe Gewässergüte Fließgewässer Lausitz, den Planungsstand vor. Demnach wurden die Vorplanungen im Herbst 2025 abgeschlossen und im Dezember eine sogenannte Tischvorlage bei der Genehmigungsbehörde, dem LBGR, eingereicht. Die Deponie wird eine Basis- und eine Oberflächenabdichtung erhalten. Die EHS-Aufbereitungsanlage nebst Betriebsgebäuden wird sich unmittelbar neben dem Deponiekörper befinden. Die Behandlungshallen, in denen der Eisenhydroxidschlamm durch Zusatzstoffe „einbaufähig“ gemacht wird, sind überdacht. Damit geht die LMBV auch auf vorgebrachte Einwände wegen vermeintlicher Staubbelästigung ein. Diese ist laut Radigk aber schon deshalb abwegig, weil das EHS mit hoher Feuchtigkeit angeliefert wird. Das Transportaufkommen ist – im Vergleich zu anderen Maßnahmen in derselben Region – überschaubar. Nach bisherigen Berechnungen werden täglich rund 10 volle Lkw zur Deponie fahren – und leer wieder zurück. Die Anbindung erfolgt über die L60. Aktuell läuft die Vorbereitung des abfallrechtlichen Planfeststellungsverfahrens, für das voraussichtlich 2027 der Antrag eingereicht werden soll. Bei erfolgter Genehmigung und nach der Ausschreibung der Bauleistungen könnte die Deponie 2035 ihre Arbeit aufnehmen.

Für die Bürgerinitiative gegen den Bau der Deponie an dieser Stelle, einem Betriebsgelände der LMBV, erneuerte Michael Kirbis als Referent die Einwände. Dabei wurde u.a. die Standortauswahl kritisiert und die Unbedenklichkeit des zu deponierenden EHS angezweifelt. Kirbis ging darauf ein, dass Kostebrau schon seit vielen Jahrzehnten durch den Bergbau vorbelastet sei. Als Risiken wurden u.a. Umweltbelastungen und Langzeitwirkungen benannt.

Gefordert wurde z.B. eine Aussetzung des Genehmigungsverfahrens, aber auch eine dauerhafte Beobachtung und Überwachung der Deponie, sichere Nachsorgekonzepte sowie Transparenz bei Finanzierungs- und Haftungsfragen. Fragen der Anwohner bezogen sich nach den zwei Vorträgen außerdem auf das Thema Grundwasser und den Umgang mit dem Wasser, das dem EHS entzogen wird. Am Rande der Veranstaltung wurde ein zusätzlicher Fragenkatalog an die LMBV überreicht.

S. Radigk stellte indes klar, dass die Entscheidung über den Bau der Deponie letztlich bei der Genehmigungsbehörde liegt. Die LMBV bot Exkursionen zum Baggerfeld 116, zur Wasserbehandlungsanlage Plessa und zur Vorsperre Bühlow an, an denen auch die Kostebrauer teilnehmen können. Knapp 20 Anwohner trugen sich in die Liste ein, die meisten Interessenten gab es für eine Besichtigung des Standortes am Baggerfeld 116. (KHM)

Etwa 60 Gäste kamen zur Informationsveranstaltung in die Mehrzweckhalle Kostebrau.