Freiberger Studenten bei der LMBV: Neugierig auf die Arbeiten der Bergbausanierer und das entstehende Seenland
Senftenberg/Freiberg. Am 27. April 2026 besuchten mehrere Studenten der Technischen Universität Bergakademie Freiberg das Sanierungsgebiet der LMBV in der Lausitz. Sie wurden bergmännisch vom Sprecher der Geschäftsführung des Unternehmens, dem Assessor des Bergfachs Bernd Sablotny mit einem „Glück auf!“ am Sitz des Unternehmens begrüßt. Die Gruppe, alles Studenten zwischen dem 4. und 8. Semester, repräsentierte verschiedene Fachrichtungen der TUBAF, u. a. Geowissenschaften, Maschinenbau und Space-Ressources.
Gemeinsam mit Dipl.-Ing. Lars Ruhland, Abteilungsleiter Planung der LMBV, und Dipl.-Ing. Lucas Barthold, Referent im Büro der Geschäftsführung, wurden während einer Befahrung verschiedene Sanierungsprojekte befahren, darunter den Überleiter 11, die Brückenfeldkippe Sedlitz, das noch zu sanierende Restloch Westmarkscheide sowie die Reppister Höhe. Die beiden LMBV-Mitarbeiter, ehemalige Freiberger Absolventen, konnten zudem wertvolle Tipps zu einem potenziellen künftigen beruflichen Einstieg beim Bergbausanierer vermitteln. (UST)
Foto: Lucas Barthold (LMBV)
Studenten der Bergakademie Freiberg informierten sich unter Führung von Lars Ruhland bei der LMBV – hier am Ilse-Kanal.
Bundestagsabgeordneter Knut Abraham besuchte Bergbausanierer LMBV
Senftenberg. Am 27. April 2026 besuchte das Mitglied des Deutschen Bundestages Knut Abraham gemeinsam mit Mitarbeitern den Bergbausanierer LMBV in der Lausitz. Sie wurden zusammen vom Sprecher der Geschäftsführung Bernd Sablotny und dem Kaufmännischen Geschäftsführer des Bundesunternehmens, Torsten Safarik, herzlich am Sitz der LMBV begrüßt. B. Sablotny gab zunächst einen Überblick über das Aufgabenportfolio der LMBV und einen Ausblick zu den noch zu lösenden Herausforderungen.
Gemeinsam mit dem Sanierungsbereichsleiter Lausitz, Gerd Richter, informierte Torsten Safarik den Abgeordneten im Anschluss bei einer Befahrung im Sanierungsgebiet bei Senftenberg über aktuelle Herausforderungen in der Bergbausanierung in Mitteldeutschland und der Lausitz. Im Mittelpunkt stand dabei die Restlochkette, wo bis zum Sommer ein schiffbarer Verbund von fünf Seen hergestellt wird.
Der Diplomat und Volljurist Knut Abraham hat in Bonn Jura studiert und in Berlin sein Referendariat abgeleistet und dort 1998 das Zweite Juristische Staatsexamen bestanden. Seitdem war er als deutscher Diplomat tätig, u. a. im Auswärtigen Amt und acht Jahre im Bundeskanzleramt in Berlin sowie an den Botschaften in Helsinki, Sofia, Washington D.C. und Warschau. Seit 1985 ist er Mitglied der CDU. Im Jahre 2008 wurde er erstmals in den Kreisvorstand der CDU Elbe-Elster gewählt, dem er seitdem angehört. Im selben Jahr übernahm er die Leitung des Landesfachausschusses für Bundes- und Europaangelegenheiten der CDU Brandenburg. Knut Abraham ist seit 26.10.2021 Mitglied des Deutschen Bundestages und vertritt dort den Wahlkreis Elbe-Elster – Oberspreewald-Lausitz (65). Gewählt wurde er über die Landesliste. (UST)
MdB Abraham mit Mitarbeitern im Gepräch mit T. Safarik bei der LMBVMdB Knut Abraham mit Geschäftsführer Torsten Safarik und Bereichsleiter Gerd RichterVor dem Rostigen Nagel: MdB Knut Abraham mit Geschäftsführer Torsten Safarik und Bereichsleiter Gerd Richter.
Fotos: Dr. Uwe Steinhuber (LMBV)
Mitten in der Bergbausanierung: MdB Knut Abraham mit Geschäftsführer Torsten Safarik und Bereichsleiter Gerd Richter.Gruppenfoto: MdB Knut Abraham mit Geschäftsführer Torsten Safarik und Bereichsleiter Gerd Richter, flankiert von Volker Seiferth sowie Praktikant Marcin WitanInteressierte Zuhörer am Ilse-KanalAm Sornoer Kanal: MdB Knut Abraham mit Geschäftsführer Torsten Safarik und Bereichsleiter Gerd Richter sowie Begleiter Marcin Witan.
Sedlitzer See zum Baden und für die Schifffahrt freigegeben
Senftenberg/Lieske. Seit dem 24. April 2026 kann am Seestrand Lieske des Sedlitzer Sees offiziell gebadet werden, auch die Befahrung der Wasserfläche mit Booten oder Wassersportgeräten ist in Teilbereichen möglich. Dafür wurden nun alle formalen Hürden genommen: Das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg (MIL) nahm den Sedlitzer See als schiffbares Gewässer in die Landesschifffahrtsverordnung auf, das Landratsamt Oberspreewald-Lausitz veröffentlichte am 23.04.2026 eine den Gemeingebrauch regelnde Allgemeinverfügung, die im Amtsblatt Nr. 11/2026 zu finden und online unter www.osl-online.de/bekanntmachungen einsehbar ist.
Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter Lausitz der LMBV erklärt dazu: „Die LMBV hat wieder eine Etappe bis zur Freigabe der Überleiter in der bergmännisch so genannten Restlochkette erreicht. Sie ist das Kernstück des Lausitzer Seenlandes. Wir haben im Vorfeld alles unternommen, um die geotechnische Sicherheit am und im Sedlitzer See zu ermöglichen. Dies alles passiert am vormaligen Restloch Sedlitz noch unter dem Bergrecht – hier gilt unser besonderer Dank der begleitenden Bergbehörde LBGR in Cottbus, die die jetzigen Lösungen mitträgt. Auch die untere Wasserbehörde des Landkreises Oberspreewald-Lausitz , das Landesamt für Bau und Verkehr sowie das MIL haben tüchtig mitgewirkt. Die LMBV hat nun mit dem Abbau eines großen Teils der Sperrbereichsschilder ein Zeichen gesetzt, dass die Nutzer des Sees die Wasserfläche in Anspruch nehmen können. Teile des Sees sind noch mit Schifffahrtstonnen gekennzeichnet und müssen durch alle Gewässerbenutzer beachtet werden. Diese Einschränkungen aufgrund des langen Winters werden 2027 dann aufgehoben sein.“
Grit Klug, Erste Beigeordnete und Dezernentin für Bau, Ordnung und Umwelt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz: „Schritt für Schritt bewegen wir uns gemeinsam auf das Highlight des Jahres im Lausitzer Seenland zu. Bevor wir am 29. Juni 2026 gemeinsam alle Seen über Überleiter miteinander verbinden und nutzen können, ist es uns aber auch wichtig, die lokalen Akteure und Anwohner am Sedlitzer See zu beteiligen. Daher wollen wir nun mit dieser Allgemeinverfügung den hoffentlich schönen Frühling auch nah am Wasser ermöglichen. Wer mag, kann in Lieske baden, sein Boot an dortigen Slipstelle einlassen und eine Tour fahren. Die Zeit möchten wir nicht verstreichen lassen. Die Allgemeinverfügung unserer unteren Wasserbehörde legt fest, welche Aktivitäten im und auf dem See derzeit bereits möglich sind, und sorgt so dafür, dass das Gewässer sicher genutzt werden kann. Im gemeinsamen Zusammenwirken mit LMBV, der Brandenburger Bergbehörde und dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung ist diese Freigabe eine richtungsweisende Entscheidung und ein weiteres positives Zeichen für das Seenland insgesamt.“
Robert Crumbach, Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg: „Das Land Brandenburg hat ebenso wie der Freistaat Sachsen früh die Chancen erkannt, die sich aus der Sanierung der Lausitzer Bergbaufolgelandschaft ergeben. Die Herausforderungen waren allerdings auch riesig. Aber das Ziel war über die Jahre immer klar vor Augen: Es entsteht eine überregional bedeutsame Kulturlandschaft, die viele Menschen anziehen und begeistern wird. Nicht nur der Tourismus wird profitieren, sondern vor allem die Bewohnerinnen und Bewohner dieser Region. Mit der Nutzungsfreigabe des Sedlitzer Sees ist ein weiterer Meilenstein für die Lausitz erreicht.“
Fotos: LMBV
Gaben heute einen Teil des Sedlitzer Sees frei (v.l.n.r.): Martin Wolf (Leiter Infrastruktur Zweckverband LSB), Detlev Wurzler (Verbandsvorsteher Zweckverband LSB), Gerd Richter (Sanierungsbereichsleiter Lausitz LMBV), Andreas Pfeiffer (Bürgermeister Senftenberg), Marcus Lein (Ehrenamtlicher Bürgermeister Neu-Seeland)
Nordostböschung des Sedlitzer Sees mit Seestrand Lieske und Sanierungsstützpunkt im Hintergrund
Ergänzende Webseite zum Wassermanagement in der Lausitz schafft schrittweise noch mehr Transparenz
8. Sitzung der länderübergreifenden Arbeitsgruppe Flussgebietsbewirtschaftung fand am 22.04.2026 in Berlin statt
Dresden | Berlin. Entsprechend einer Medieninformation des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft fand am 22.04.2026 die 8. Sitzung der Strategischen Arbeitsgruppe Flussgebietsbewirtschaftung für Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße in Berlin statt.
Das länderübergreifende Gremium vereint die für die Wasserwirtschaft zuständigen Ministerien und Behörden aus Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Im Fokus der Arbeitsgruppe steht eine der größten umwelt- und strukturpolitischen Herausforderungen der Region: die tiefgreifenden Auswirkungen des Braunkohlebergbaus und des beschlossenen Kohleausstiegs auf den Wasserhaushalt.
Schwerpunkt der aktuellen Arbeit der beteiligten Länder ist deshalb die Erarbeitung eines wasserwirtschaftlichen Gesamtkonzepts Lausitz. Das Gesamtkonzept wird konkrete Maßnahmen wie die Optimierung bestehender oder Erweiterung um neue Speicher bis hin zu Wasserüberleitungen zur Bewältigung der wasserwirtschaftlichen Folgen des Braunkohleabbaus aufzeigen, die dafür notwendigen Aufwendungen dokumentieren und die wasserwirtschaftlichen Effekte miteinander vergleichen.
Insgesamt wurde und wird dazu eine Vielzahl von Einzeluntersuchungen absolviert. Mit dem Konzept werden somit verschiedene Handlungsoptionen zum künftigen Wasserressourcenmanagement herausgearbeitet und eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die weiteren konkreten Umsetzungsschritte geschaffen.
Die Arbeitsgruppe beschloss am 22.04.2026 zudem den Start einer neuen ergänzenden Webseite. Ziel der Plattform ist es, zentrale Informationen zu bündeln, den aktuellen Stand der Arbeiten der AG FGB nachvollziehbar darzustellen und damit die Öffentlichkeit frühzeitig einzubinden.
Mit der Fertigstellung des wasserwirtschaftlichen Gesamtkonzepts Lausitz wird derzeit für das Jahr 2028 gerechnet.
Parallel firmiert die vormalige Flutungszentrale der LMBV seit September 2025 als Wasserbewirtschaftungszentrale Lausitzer Revier (WBLR). Deren Leiter Maik Ulrich ist nach wie vor unter unter Tel. +49 3573 84 4354 oder fzl@lmbv.de erreichbar.
Fotos: Screenshot der neuen Website der AG FGB | LMBV-Symbolfotos
Screenshot von der Website der AG FGB
Blick über das Lausitzer Seenland (2026)
Überleiter verbinden die Bergbaufolgeseen – sie dienen auch hydrologischen Regulierungszwecken
Neue Infiltrationswasseraufbereitungsanlage am Industriestandort Deuben errichtet
Teuchern/Deuben. Von November 2025 bis April 2026 wurde am Standort der ehemaligen Schwelerei im sachsen-anhaltinischen Deuben eine Infiltrationswasseraufbereitungsanlage beziehungsweise Sauerstoffanreicherungsanlage für den so genannten Schadensbereich Ost errichtet. Der Probebetrieb soll noch im II. Quartal 2026 starten. Die Infiltrationswasseraufbereitungsanlage besteht aus einer vorgefertigten Containeranlage mit Anschluss an die vorhandene Infrastruktur, wie Förder- und Infiltrationsbrunnen, Strom- und Wasserleitungen (Versorgungsleitungen) sowie Mess- und Steuerkabel. Neben der Leitungsverlegung werden die Brunnen mit Unterwassermotorpumpe, Messtechnik und Armaturen ausgerüstet. Die Anlage funktioniert vollautomatisch im fernüberwachten Betrieb. Betreiber ist die Firma Geiger Umweltsanierung GmbH & Co. KG.
Geplant wurde die Anlage von der Firma HPC AG mit Nachauftragnehmer PWT Wasser- und Abwassertechnik GmbH, Auftragnehmer für die Bauausführung ist die Firma Geiger Umweltsanierung GmbH & Co. KG. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme belaufen sich auf ca. 309.000 Euro netto. Finanziert wird die Maßnahme über den § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung.
Nach Fertigstellung einer Leitwand erfolgte ab dem III. Quartal 2023 die Einstellung der aktiven Grundwasserreinigung mittels Reinigungsanlage. Durch diese Leitwand wird die Umleitung unbelasteten Grundwassers um den Schadensbereich West gewährleistet, sodass der Rückbau der Grundwasserreinigungsanlage, die sich am jetzigen Standort der Infiltrationswasseraufbereitungsanlage befand, im I. Quartal 2024 erfolgen konnte.
Die neue Anlage stellt sauerstoffangereicherte Wässer zur Infiltration im Schadensbereich Ost her.
(Fotos: LMBV/Christian Kortüm)
Infiltrationsbrunnen (im Vordergrund) und Kabelvorbereitung für die neue Sauerstoffanreicherungsanlage
Im Inneren des grünen Containers befinden sich u. a. der grüne Mehrschichtfilter, Vorfilter (links), Sauerstoffanreicherung („Kegel“ an Stirnseite) und Sammelbehälter.
Vor der Infiltrationswasseraufbereitungsanlage steht ein abgedeckter Spül- und Schlammbehälter.
15-jähriges Jubiläum des Geotechnischen Beirates der LMBV
Senftenberg. Infolge der ab 2009 im Zuge des flächenhaften Grundwasserwiederanstiegs gehäuft auf Lausitzer Innenkippen eingetretenen großräumigen Setzungsfließereignisse und Geländeeinbrüche bestand die Notwendigkeit, Ursachen und Mechanismen der ohne erkennbares Initial entstandenen Bodenverflüssigungen wissenschaftlich vertieft zu untersuchen. Vor diesem Hintergrund wurde am 24. Februar 2011 der Geotechnische Beirat (GTB) der LMBV als Beratergremium für die Bewältigung grundsätzlicher Fragen zur dauerhaft standsicheren Gestaltung von Innenkippen berufen. Dieser setzt sich interdisziplinär mit Fachleuten aus Wissenschaft und Forschung, Experten aus der geotechnischen Praxis mit anerkannten Sachverständigen für Geotechnik sowie Vertretern der LMBV zusammen.
15 arbeits- und erkenntnisreiche Jahre sind seit der Gründung dieses wichtigen Gremiums vergangen. Um dieses Jubiläum zu würdigen und weiterhin vorhandene Herausforderungen in Verbindung mit der Sanierung der Lausitzer Innenkippen zu erörtern, fand am 26. Februar 2026 die mittlerweile 21. GTB-Sitzung statt. Als zentrales Ergebnis der Fachveranstaltung ist die Überführung des Verfahrens der Schonenden Sprengverdichtung (SSPV) aus der pilothaften Anwendung in den Status einer „allgemein anerkannten Regel der Technik“ hervorzuheben. Diese Einstufung wurde vom Fachgremium vorgenommen, nachdem sowohl für die mittels SSPV vergüteten Innenkippenflächen des ehemaligen Tagebaus Seese-Ost als auch für den Bereich des Hauptwirtschaftsweges Seese-West ein überdurchschnittlicher Verdichtungserfolg nachgewiesen werden konnte.
Über diesen bedeutenden Meilenstein sowie weitere fachliche Inhalte der 21. GTB-Sitzung wurden in der Beratung vom 6. März 2026 die Bergämter der Länder Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie Vertreter der Geschäftsstelle StuBA mit sehr positivem Feedback informiert. Dies markiert einen wichtigen Fortschritt und bestätigt zugleich die strategische Ausrichtung der LMBV zur Sicherung der Lausitzer Innenkippen mit dem Ziel, die Bergaufsicht perspektivisch zu beenden. (Katja Mühlig)
Fotos: LMBV
Hohe Fachkompetenz für geotechnische Herausforderungen ist im Beirat versammelt.
Schonende Sprengverdichtung am Bischdorfer See
Das Verfahren der SSPV ist nun „allgemein anerkannte Regel der Technik“.
Nach Tagesbruch entdeckte Hohlräume werden verwahrt
Meuselwitz. Seit März 2026 laufen Arbeiten zur Verwahrung einer Entwässerungsstrecke und eines Tagesbruchs in Bosengröba. Auf einer landwirtschaftlichen Fläche wurde im Oktober 2022 der LMBV ein Tagesbruch gemeldet. Mit einem Durchmesser von 1,20 Metern und einer Tiefe von etwa einem Meter war das kein ungewöhnliches Ereignis. Im Zuge der durchgeführten Auswertung wurde jedoch festgestellt, dass unter dem Tagesbruch eine alte Entwässerungsstrecke verläuft, diese wurde Ende 2025 erkundet und wird derzeit verwahrt. Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis Ende Juni 2026 abgeschlossen sein.
Der Tagebau Ruppersdorf wurde 1957 stillgelegt und bis 1962 mit Abraum aus dem benachbarten Tagebau Haselbach verfüllt. An den Tagesbruch angrenzend ist im Risswerk eine unversetzte Strecke mit einer Gesamtlänge von circa 278 Metern ausgewiesen, die in etwa 12 Metern Tiefe verläuft. Die betroffene Entwässerungsstrecke umfasst Teile der 2. Sohle am südlichen Randbereich des ehemaligen Tagebaues „Marie III“ – Ruppersdorf, westlich des Weilers Bosengröba, zwischen Meuselwitz und dem Haselbacher See.
Mit sieben Versatzbohrungen wird die Strecke zuerst erkundet, anschließend aber direkt verfüllt und damit gesichert. Als Verfüllmaterial kommt dabei hydraulischer Füllbinder zum Einsatz. Die Bohrungen reichen in bis zu 16 Metern Tiefe. Da die betroffene Fläche als kampfmittelbelastet gilt, bedürfen alle Bohrungen einer vorherigen Kampfmittelfreigabe.
Die Bohrung Nummer 6a erfolgt auf der landwirtschaftlichen Fläche.
Bereits 2007 fanden Erkundungsbohrungen statt, in deren Ergebnis die Entwässerungsstrecken lufterfüllt angetroffen wurden. Die beiden Tagesöffnungen, ein Schacht und ein Stollenmundloch, konnten durch Schürfe im Jahr 2007 nicht nachgewiesen werden, sie wurden vermutlich von der Endböschung einer ehemaligen Sandgrube überkippt.
Für die Verfüllung des oberen Bereiches des Tagesbruches wird der obere Rand soweit aufgeschürft, bis standsichere Verfüllarbeiten möglich sind. Zur Verfüllung des Tagesbruchs wird Mutterboden verwendet.
Nach Abschluss der Versatzarbeiten sind drei Kontrollbohrungen in bis zu 16 Meter Tiefe durchzuführen. Diese dienen dem Nachweis der sachgemäßen Verfüllung der untertägigen Auffahrungen und der Risikoneubewertung.
Fotos: LMBV
Die Bohrungen reichen in bis zu 16 Metern Tiefe.Der Tagesbruch (blauer Kreis), die untertägige Strecke (rosa Lienen) und die geplanten Bohrungen (gelbe Punkte).Die Baustelle befindet sich zwischen Meuselwitz und dem Haselbacher See.
Bundestagsabgeordnete Kathrin Michel besuchte Bergbausanierer LMBV
Senftenberg. Am 8. April 2026 besuchte das Mitglied des Deutschen Bundestages Kathrin Michel den Bergbausanierer LMBV in der Lausitz. Sie wurde zusammen mit ihrer Mitarbeiterin und ihrem Mitarbeiter vom Kaufmännischen Geschäftsführer des Bundesunternehmens, Torsten Safarik, herzlich am Sitz der LMBV begrüßt. Gemeinsam mit dem Sanierungsbereichsleiter Lausitz, Gerd Richter, informierte Torsten Safarik die Abgeordnete über aktuelle Herausforderungen in der Bergbausanierung in Mitteldeutschland und der Lausitz. Im Anschluss ging es in eines der Sanierungsreviere der LMBV auf Befahrung. Im Mittelpunkt stand die Restlochkette, wo bis zum Sommer ein schiffbarer Verbund von fünf Seen hergestellt wird.
Kathrin Michel, MdB, konnte sich einen guten Eindruck von den herausfordernden Aufgaben, die noch vor der LMBV liegen, verschaffen. Die in Forst geborene SPD-Abgeordnete, die ihren Wahlkreis in der Lausitz in der Region Bautzen hat, ist seit 2021 Ordentliches Mitglied des Haushaltsausschusses des Bundestages und auch auch im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit aktiv. „Die Zukunft hängt davon ab, was wir heute tun“, zitiert K. Michel gelegentlich Mahatma Gandhi, den indischen Weltveränderer. „Dieses Zitat gehört zu meinen Lebensgrundsätzen“, so die Abgeordnete. (UST)
Bereit zur Befahrung im Jeep in das entstehende Lausitzer Seenland: MdB Kathrin Michel mit Torsten Safarik und Grit Hermersdorfer.Es gab viel zur LMBV zu berichten.Torsten Safarik hat die volle Aufmerksamkeit der Abgeordneten und ihrer Mitarbeiter Grit Hermersdorfer und Harald Prause-Kosubeck.Gerd Richter erläutert MdB K. Michel die Herausforderungen am Partwitzer SeeDer Sanierungsstützpunkt mit der "Klara" war eine Befahrungsstation.
Fotos: Dr. Uwe Steinhuber (LMBV)
Gerd Richter und Torsten Safarik erläutern MdB K.athrin Michel die Herausforderungen am Partwitzer See.An der "Klara" im Sanierungsstützpunkt der LMBV.Intensive Diskussionen zur Entwicklung des Lausitzer Seenlandes - hier am künftigen Anleger am Partwitzer See.Ilse Kanal - Einfahrt
Stadt Seeland/Leipzig. Seit März 2026 läuft eine Nachverdichtungsmaßnahme am Concordia See im Bereich der östlichen Rutschungsflanke unterhalb der Berme +90,50 m NHN. Mit den Sprengarbeiten wurde Anfang April begonnen.
Für die östliche Rutschungsflanke war die erdbautechnische Aufweitung des Böschungssystems als Vorzugsvariante herausgearbeitet worden, um eine standsichere Gründung zu gewährleisten. Im Zuge der Umsetzung wurden unterhalb des Höhenniveaus von +100 m NHN verflüssigungsempfindliche Kippenmaterialien festgestellt. Ergänzende Erkundungen und Drucksondierungen machten planerische Anpassungen erforderlich, insbesondere für die weitere Flutungsphase. Bestandteil der Anpassungen ist die bereichsweise Vergütung verflüssigungsempfindlicher Sande unterhalb der Berme +90,50 m NHN.
Die Maßnahmen zur Tiefen Schonenden Sprengverdichtung (T-SSPV) wurden 2023 zugelassen und im Zeitraum vom 04.11.2024 bis 30.04.2025 umgesetzt. Auf Grundlage des Verdichtungsnachweises wurde die Notwendigkeit weiterer Nachverdichtungen festgestellt, die mit der 2. Abänderung zur 150. Ergänzung genehmigt wurden. Ziel ist nun die bereichsweise Nachverdichtung mittels T-SSPV.
Der Gesamtzeitraum der Maßnahme ist vom 09.03.2026 bis 30.06.2026 vorgesehen. Nach Abschluss der vorbereitenden Erdarbeiten begannen die Sprengarbeiten am 01.04.2026 und sollen bis 30.04.2026 durchgeführt werden. Insgesamt sind es 19 Sprengtage.
Im Vergütungsbereich sind 95 Sprengbohrlöcher angeordnet. Diese sind zu 33 Sprenggruppe mit je 2 bis 3 Bohrungen im Dreieck-Raster im Abstand von jeweils ca. 5 m zusammengefasst. Die Bohrtiefe richtet sich nach der Liegendgrenze der zu verdichtenden Schicht und beträgt bis zu 26 m. Die durchschnittliche Bohrtiefe beträgt ca. 14 m. Dazu werden insgesamt ca. 700 kg Sprengstoff zum Einsatz kommen.
Der Verdichtungserfolg wird durch einen abschließenden Verdichtungsnachweis überprüft. Vorgesehen sind 30 Drucksondierungen mit Tiefen bis ca. 25 m, frühestens einen Monat nach Abschluss der Sprengarbeiten.
Verantwortlich für die Maßnahme zeichnet die Firma Hagn Umwelttechnik GmbH. Finanziert wird sie über den § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung.
(Eindrücke vom ersten Sprengtag, Fotos: LMBV/Sven Nowitzki)
Störmthaler Kanal: Wegefreigabe zum 1. April 2026
Leipzig. Die Erweiterung der Stützkörper zwischen Schleuse und oberem Querbauwerk wurde kurz vor Weihnachten am 19.12.2025 abgeschlossen. Kleinere Restarbeiten und die Instandsetzung der Wege konnten wetterbedingt erst im neuen Jahr durchgeführt werden. Seit 16. März 2026 werden die Wege, die im Zuge der Baumaßnahmen 2025 beschädigt worden waren, wieder instand gesetzt. Das betrifft den Weg parallel zum Störmthaler Kanal sowie ein Stück des asphaltierten Weges entlang der Deponie Cröbern bis zum Bergbau-Technik-Park. Mit Abschluss der Instandsetzung können die Wege zum 1. April 2026 und damit noch vor Ostern wieder zur Nutzung freigegeben werden.
Machbarkeitsstudie und Neubewertung der Risiko-Gefahrenlage Die Machbarkeitsstudie zur „Sanierung der Gewässerverbindung Störmthaler Kanal mit Kompaktbauwerk zwischen dem Störmthaler See und dem Markkleeberger See“ liegt nun vor und wurde Mitte März 2026 an die Mitglieder der Arbeitsgruppe Störmthaler Kanal verteilt.
Die Studie basiert auf dem Sachstand, wie er zum Zeitpunkt der Beauftragung (07/2024) bekannt war. Die Ergebnisse können somit nicht den aktuellsten Sachstand widerspiegeln, denn zwischenzeitlich wurden umfangreiche Sicherungsmaßnahmen im Zuge der Gefahrenabwehr realisiert. Dadurch haben sich wesentliche Einschätzungen verändert, die vom Sachverständigen für Geotechnik Dipl.-Ing. Matthias Götz und dem Prüfsachverständigen Prof. Dr.-Ing. Rolf Katzenbach überprüft wurden. Diese Neubewertung der Risiko-Gefahrenlage liegt seit Anfang März 2026 vor und wird aktuell durch OBA, LDS und LMBV geprüft und noch gemeinsam ausgewertet. Mit Vorlage dieser aktuellen Einschätzung kann die vorliegende Machbarkeitsstudie richtig eingeordnet werden.
Ausschreibung KKS-Anlage Die Anlage zum kathodischen Korrosionsschutz (KKS) soll mittels Fremdstromanoden die Korrosion an den Spundwänden maßgeblich auf ein Minimum reduzieren. Nach umfangreichen Voruntersuchungen zur Notwendigkeit, Realisierbarkeit und Wirksamkeit hat die LMBV in Abstimmung mit dem OBA und der LDS die Entscheidung für die Errichtung einer KKS-Anlage getroffen. Aktuell läuft die Ausschreibung der Leistung. Nach erfolgtem Zuschlag soll die Anlage im 3. bis 4. Quartal errichtet werden und Ende 2026 seinen Betrieb aufnehmen. Die statische Wirksamkeit der Spundwände ist gemäß dem aktuellen Monitoring gegeben.
Aufmaß Schleusenbauwerk Im Zeitraum März bis April 2026 erfolgt ein terrestrisches Laserscanning des Schleusenbauwerkes Störmthaler Kanal. Dies ist eine wichtige Voraussetzung und Grundlage für künftige Planungen.
Erkundungsbohrungen und Grundwassermessstellen Die drei tiefen Erkundungsbohrungen wurden im Dezember 2025 abgeschlossen und die Bohrkerne befinden sich in den bodenphysikalischen Speziellaboren zur Analyse. Die Ergebnisse werden Ende 2026 erwartet. Die Herstellung von neun Grundwassermessstellen wurde im März 2026 erfolgreich abgeschlossen. Ab Mitte April 2026 werden die ersten Messungen erfolgen und damit das Messnetz verdichtet.
Fotos: LMBV/Störmthaler Kanal
Nach Abschluss der Erweiterung der Stützkörper, Luftbild des Störmthaler Kanals
Eine der neuen Grundwassermessstellen westlich des Störmthaler Kanals