Fachexkursion des Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg im Jahr 2026
LMBV war Gastgeberin mit Themen des Seeverbundes und der Bergbausanierung
Cottbus/Senftenberg. Am 11. Juni 2026 begaben sich die Mitglieder des Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg auf ihre diesjährige auswärtige Sitzung. Dabei wurde das entstehende Lausitzer Seenland befahren. Erste Station war der Sornoer Kanal, wo LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz, Gerd Richter, zu den Arbeiten auf und am Sedlitzer See informierte. Martin Wolf vom Zweckverband Lausitzer Seenland erläuterte ergänzend die Vorhaben zur Umgestaltung des Geländes am Rostigen Nagel inklusive einer neu errichteten Anlegestelle für Schiffe und Bootsfahrer.
Die nächste Station war der von der LMBV geplante und kurz vor seiner Vollendung stehende Ableiter aus dem Sedlitzer See, der künftig Überschusswasser aus der Restlochkette in die Schwarze Elster abtransportieren kann. An der Marina Sedlitz konnten sich die Ausschussmitglieder von den Nutzungsmöglichkeiten für die Wassersportler überzeugen, die seit Ende April 2026 den See zu großen Teilen bereits nutzen können. Auch das im Bau befindliche Gebäude des Zweckverbandes an der Marina war von Interesse. Die Tour führte dann vorbei an der Brückenfeldkippe, die sich noch in der teilweisen Sicherung mittels Verdichtungsarbeiten befindet, zum Sanierungsstützpunkt der LMBV am Nordufer des Sedlitzer Sees.
Dort wurden die Konditionierungsarbeiten der „Klara“ und das neue Arbeits- und Kontrollboot der LMBV vorgestellt. Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, nutzte die Mittagspause für einen Vortrag zum künftigen Umgang mit den derzeit noch gesperrten Innenkippen. Im Fokus stand auch der Stand der Vorbereitungen zur geplanten Freigabe des Seenverbundes am 29. Juni 2026. Auf der Befahrung wurde dann noch die Arbeitsweise einer LMBV-Wasserbehandlungsanlage unweit des Großräschener Sees vorgestellt. Ein Blick in den Stadthafen und auf den Großräschener See bildeten den Abschluss der Informationsfahrt 2026.
Die Befahrungen des Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg dienen der Vor-Ort-Informierung der Ausschussmitglieder über den aktuellen Stand, Fortschritte und Probleme bei der Sanierung von Braunkohlenfolgelandschaften. Sie werden in der Regel vom Sanierungsunternehmen LMBV oder dem Bergbautreibenden LEAG organisiert und durchgeführt. Die gewonnenen Erkenntnisse flossen und fließen direkt in die regionale Willensbildung und die gesetzliche Braunkohlen- und Sanierungsplanung des Landes Brandenburg ein. (UST)
Interesserte Zuhörer bei den Ausführungen der LMBV.
Rückblick: Die Fachexkursion bzw. Sommer-Befahrung des Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg finden regelmäßig statt. Im September 2020 führte diese beispielsweise die Mitglieder in die ehemaligen LMBV-Tagebaue Schlabendorf und Seese. Dort standen dabei konkrete geotechnische Sicherungen und Erdarbeiten im Fokus. Ein vordergründiges Thema im Jahr 2024 war die von der LMBV vorangetriebene Teilfreigabe für eine Zwischennutzung des Großräschener Sees ab jenem Pfingstwochenende. Der Ausschuss informierte sich u. a. über den Status der schiffbaren Infrastruktur und die behördlichen Genehmigungen für den dortigen Stadthafen. 2024 ließen sich die Ausschuss-Mitglieder auch die Jahresbilanz der Braunkohlensanierung präsentieren, bei der die LMBV im Lausitzer und Mitteldeutschen Revier ein Gesamt-Finanzierungsvolumen von rund 281 Millionen Euro für die Bergbausanierung umgesetzt hatte.
Fotos: Dr. Uwe Steinhuber | LMBV
Gerd Richter und Martin Wolf im Gespräch mit Mitgliedern
Die Ausschussvorsitzende Kerstin Kircheis mit Aniola König und Uwe Sell im Gespräch mit B. Sablotny.
Blick auf den Größräschener See
Der Stadthafen Großräschen.
Abschluss der Rütteldruckverdichtung am Restloch Greifenhain
Senftenberg/Altdöbern. Die geotechnische Sicherung der Ufer am vormaligen Tagebau Greifenhain ist in ihre Endphase gekommen. Am 10. Juni 2026 wurde um 11:30 Uhr symbolisch das letzte Rüttelloch bei Altdöbern bearbeitet. Mit der an einem Seilbagger angehängten Rüttellanze war das gekippte Ufermaterial Schritt für Schritt bis ins Liegende verdichtet worden, um eine geotechnisch sichere Böschung herzustellen.
Am Restloch Greifenhain wurden in den zurückliegenden Jahren mehrere hundert Meter Ufer in verschiedenen Abschnitten i. A. der LMBV durch Sanierungsunternehmen gesichert. Eine besondere Herausforderung war das Umfahren eines noch nicht verdichteten Bereiches eines Rutschungskessels aus dem Jahr 2008, für den die Verdichtungstechnologie angepasst werden musste. Hier erfolgte nun der Lückenschluss zu dem bereits hergestellten versteckten Damm.
Dazu hatte der Sachverständige für Geotechnik ein Raster vorgegeben, in dem die zu verdichtenden Rüttellöcher für einen versteckten Damm gekennzeichnet waren. Durch die Kompaktion mit dem in das Erdreich eingelassenen Rüttler wird das geschüttete Erdreich in diesem Raster verdichtet und eine standsichere Uferlinie hergestellt, die später noch abgeflacht wird.
Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter Lausitz der LMBV, nutzte die Gelegenheit, sich bei den ausführenden Bergbausanierern der ECOSOIL Ost GmbH für die Leistungen zu bedanken. Rund neun Mio. Euro wurden allein für die Arbeiten zur Tiefenverdichtung am Kessel aufgewendet. Der Dank der LMBV ging auch an den Bürgermeister von Altdöbern, Peter Winzer, der stellvertretend für die Einwohner des Ortes, die über viele Jahre die Arbeiten zur bergtechnischen Sicherung vor ihrer Haustür erleben, der Einladung der LMBV gefolgt war.
Weitere Ufersicherungsmaßnahmen an der gegenüberliegenden Halbinsel Pritzen mit Großgeräten und Wasserbausteinen stehen derzeit und in der kommenden Zeit noch an. Hierfür wird der Aufwand rund 14 Mio. Euro betragen. (UST)
Zum Tagebau Greifenhain: Der Tagebau lief von 1936 bis 1994. Seitdem saniert die LMBV die Ufer des hinterlassenen Restloches. Rund 31 km² hatte der Tagebau in Anspruch genommen. Um rund 298 Mio. Tonnen Rohbraunkohle zu fördern, mussten in der Tagebaulaufzeit etwa 1,4 Mrd. Kubikmeter Abraum bewegt werden. Dabei entstanden Hochkippen und aufgefüllte Abbaubereiche, die nun teilweise zu Ufern des künftigen Altdöberner Sees werden. Noch stehen abschließende Sanierungsmaßnahmen zur Uferprofilierung und oberflächennahen Verdichtung bevor.
Mit dem Altdöberner See entsteht ein etwa 1.000 Hektar großes Gewässer, dem derzeit noch etwa 1,80 Meter Wassersäule fehlen (79,62 m NHN) und der momentan eine Ausdehnung von 891 Hektar hat. Mit dann 60,7 Meter im Seetiefsten wird er der zweittiefste Lausitzer Bergbaufolgesee der LMBV sein - nach dem Berzdorfer See mit 72 Metern. Der See wird einmal ein Volumen von rund 294 Mio. Kubikmeter Wasser umfassen. Die Ufer sind fast 33 Kilometer lang. Die Güte des Seewassers ist hervorragend; der pH-Wert liegt im neutralen Bereich bei etwa 8.
Fotos: Christian Horn für LMBV
Grußwort durch Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter der LMBV, an die Teilnehmenden
RDV-Arbeiten am Restloch Greifenhain
Mit einem Erinnerungsfoto dankte Gerd Richter Altdöberns Bürgermeister Peter Winzer (rechts im Bild) sowie Axel Bretfeld, Geschäftsführer der ECOSOIL Ost GmbH
Gerd Richter im rbb-Interview
Gemeinsames „Abschlussfoto“ aller Beteiligten
LMBV und Wismut unterzeichnen Letter of Intent
Sondershausen/Chemnitz. Die beiden Bundesunternehmen Wismut GmbH und die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH haben eine Absichtserklärung über die Zusammenarbeit in der Bergbausanierung und im Nachbergbau geschlossen. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen setzt auf die Nutzung der Kompetenzen und Kapazitäten der Wismut zur Erbringung technischer Leistungen und Ingenieurleistungen für die LMBV. Schwerpunkte der zukünftigen Zusammenarbeit liegen beispielsweise in der Planung und Ausführung von Bohrprojekten einschließlich der Errichtung, Instandhaltung bzw. dem Rückbau von Grundwassermessstellen sowie dem Betrieb von Anlagen für die LMBV.
Bereits in der Vergangenheit gab es eine erfolgreiche Kooperation der beiden Bundesunternehmen am Zwickauer Brückenberg. Im Auftrag der LMBV errichteten Kollegen der Wismut GmbH an diesem LMBV-Sanierungsstandort neue Grundwassermessstellen mit einer Teufe von bis zu 25 Metern.
Des Weiteren streben beide Unternehmen einen gemeinsamen fachlichen Erfahrungsaustausch zu Fragen des Landschaftsmanagements, der Nachsorge bzw. Nachnutzung sanierter Bergbaustandorte, dem Informations- und Datenmanagement sowie der Öffentlichkeitsarbeit und Förderung regionaler Bergbautraditionen an.
Informationsfahrt zur Braunkohlesanierung durch das Leipziger Neuseenland
Projekte aus dem Nord- und Südraum im Fokus der Exkursion
Leipzig. Eine ganztägige Informationsfahrt führte rund 60 Teilnehmer am 1. Juni 2026 durch das mitteldeutsche Revier. Es war bereits die vierte Tour dieser Art für regionale Mandatsträger im Sächsischen Landtag und im Deutschen Bundestag sowie für Schlüsselakteure aus Verwaltung, Kommunen, Wirtschaft und Verbänden. Organisiert wird sie aller fünf Jahre von der Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland in Zusammenarbeit mit dem Regionalen Planungsverband Leipzig-Westsachsen.
Die Rahmenmoderation übernahmen Patrick Halka als Leiter des Regionalen Planungsverbandes und Landrat Henry Graichen als Sprecher der Steuerungsgruppe. Die Veranstaltung bot den Beteiligten an verschiedenen Stationen die Möglichkeit, sich zu den aktuellen Projektständen und Handlungserfordernissen auszutauschen, wobei Torsten Safarik, Dr. Robert Böhnke und Jörg Rittmann jeweils als fachliche LMBV-Ansprechpartner bei den Befahrungspunkten fungierten.
Insgesamt wurden sechs Stationen angefahren: Der erste Befahrungspunkt war der Stadthafen Leipzig, der am 5. Juni 2026 offiziell freigegeben werden wird. Dort erläuterten Rüdiger Dittmar und Angela Zábojník vom Leipziger Amt für Stadtgrün und Gewässer, wie das Gemeinschaftsprojekt nach 25 Jahren dank privater und öffentlicher Investitionen auf öffentlichem Grund umgesetzt werden konnte. 2011 konnten die ersten Stege fertiggestellt werden. Das 4.000 m² große neue Hafenbecken nahe des Leipziger Westplatzes ist nunmehr das Herzstück des touristischen Gewässerverbundes. Es bietet u. a. Liegeplätze für drei Fahrgastschiffe, 40 Sport- und Familienboote sowie Anlegeplätze für Paddelboote. Hinzu kommen sechs weitere Liegeplätze für Fahrgastschiffe an der Außenmole. Seit 29. Mai 2026 läuft der Stadthafen im Probebetrieb.
Der nächste Halt führte in den Nordraum an den Seelhausener See mit seinen kontrastreichen Ufern und Landmarken. Am Löbnitzer Strand wurden die Gäste in Empfang genommen von Dr. Eckhard Rexroth, 1. Beigeordneter des Landkreises Nordsachsen, Dr. Robert Böhnke als Koordinator für § 4‑Maßnahmen bei der LMBV, Bürgermeister Detlef Hofmann und Julia Wedemann als Lotsin Seenentwicklung des Landratsamtes Nordsachsen. Sie informierten die Teilnehmer über die Rahmenbedingungen am Standort: Einerseits spiele der Hochwasserschutz nach den signifikanten Hochwässern der Mulde von 2002 und 2013 eine große Rolle, andererseits liege der See im mitteldeutschen Trockengebiet. Der künstlich entstandene Lober-Leine-Kanal auf der Landbrücke zwischen Seelhausener See und Großem Goitzschesee müsse zurückgebaut werden und am Strand Löbnitz soll sich ein sanfter Tourismus entwickeln. Die Weichen für Letzteren seien durch den Ausbau mit § 4-Mitteln gestellt worden. Die kürzlich erlassene Allgemeinverfügung sei das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit gewesen.
Anschließend hielt der Bus im Südraum am Nordufer des Zwenkauer Sees auf Höhe der baugrundvergüteten Trasse der 750 Meter langen Gewässerverbindung zum Cospudener See. Dort befindet sich die Seenentwicklung nicht mehr am Anfang wie an der vorherigen Station. Der Bürgermeister von Zwenkau, Holger Schulz, erklärte, wie die Stadt mit ihrem Kap an den See gewachsen sei und vorbereitende Arbeiten für den Anschluss an den Gewässerverbund gelaufen wären. Nach dem Stopp des Harthkanal-Baus als §2-/§4-Schnittstellenprojekt aufgrund von Kostensteigerungen im Jahr 2023 gebe es nach Angela Zábojník nun eine neue Perspektive: Der Grüne Ring Leipzig habe dank Finanzierung durch den Freistaat Sachsen eine Machbarkeitsstudie für eine Bootspassage „Neue Harth“ (Stand: 12/2025) vorgelegt, die als Vorzugsvariante eine Schiffseisenbahn als Trogkonstruktion von 23 x 5 Metern beschreibe. Dieser so genannte Lake Link Leipzig könne mit Wendeschleife, Restaurant und Molen an beiden Ufern ausgestattet werden und hätte einen großen Attraktionswert für die Region. Als kurzfristiges Projekt strebe darüber hinaus der Zweckverband Neue Harth eine Asphaltierung des bestehenden Wirtschaftswegs zum Cospudener See an, wie deren Geschäftsführer Heinrich Neu berichtete.
Der vierte Haltepunkt war der Aussichtspunkt Tagebau Vereinigtes Schleenhain mit seinen Abbaufeldern Schleenhain, Peres und Groitzscher Dreieck. Dort informierte MIBRAG-Planungschef Bastian Zimmer über die aktive Braunkohleförderung im Feld Peres, das später zum Pereser See mit einem Wasservolumen von 430 Millionen Kubikmeter und bis zu 80 Meter Tiefe geflutet werden wird, und unternehmerische Entscheidungen aufgrund des Strukturwandels. Bis 2038 – dem Ende der Kohleverstromung im mitteldeutschen Revier – werde sich MIBRAG in mehreren Geschäftsfeldern weiterentwickeln. Denn der Energiemarkt habe sich verändert, Kohle würde meist nur noch von 18 bis 8 Uhr benötigt, die Zahl der Mitarbeiter musste bereits von 2.000 auf 1.200 reduziert werden. Mit der Ausrichtung u. a. auf erneuerbare Energien entstehen Windparks und Photovoltaik-Anlagen auf Kippenboden, wobei sich der Grundwasserwiederaufstieg erst noch vollziehen würde.
Nach einem Kurzaufenthalt im Besucherzentrum des Kraftwerks Lippendorf endete die Informationsfahrt mit einer Schifffahrt auf dem Markkleeberger See. Karsten Schütze, der Oberbürgermeister von Markkleeberg, erinnerte an die Meilensteine der Entwicklung: Den letzten Kohlezug aus dem Tagebau Espenhain im Jahr 1996, die Inbetriebnahme des Gewässers am 5. Juli 2006, die Eröffnung des Kanuparks 2007 und des Feriendorfs Seeparks Auenhain 2008, die Personenschifffahrt als Privatinvestition ab 2012, die rege Schleusennutzung nach Freigabe des Störmthaler Kanals mit Schleuse im Bereich der Kippe Espenhain im Jahr 2013, die Sperrung des Kanals 2021 aufgrund von Böschungsschäden und Rissbildungen und die für August 2026 geplante Eröffnung einer Jugendherberge mit 170 Betten und Seeblick. Bezüglich der Kanalsperrung baten Torsten Safarik, kaufmännischer LMBV-Geschäftsführer, und Jörg Rittmann als LMBV-Abteilungsleiter Planung Westsachsen/Thüringen um Verständnis bei den regionalen Vertretern und Investoren: Es werde mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet und die Sicherheit der Anrainer stehe im Vordergrund. Der Bürgermeister von Großpösna, Daniel Strobel, verwies auf ein weiteres Projekt – den Inklusionscampingplatz am Störmthaler See, dessen äußere Erschließung Ende dieses Jahres mit Hilfe von Fördermitteln erfolgen könne.
Gruppenfoto an der Seepromenade Markkleeberger See (Foto: Landratsamt Landkreis Leipzig/Belinda Reg'n)
Die Informationsfahrt verfolgt das Grundanliegen, insbesondere die Mandatsträger auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene über aktuelle Brennpunkte und künftige Handlungsschwerpunkte der Braunkohlesanierung zu informieren und zu sensibilisieren. Bei den § 4-Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards besteht hinsichtlich der Umsetzung bereits begonnener Projekte weiterer Handlungsbedarf, um die erfolgreiche Entwicklung im Leipziger Neuseenland fortsetzen zu können. Hinzu kommt der Strukturwandel – ausgehend von den Festlegungen des Kohleausstiegsgesetzes und des Strukturstärkungsgesetzes – mit seinen Interferenzen zur Braunkohlesanierung.
(Fotos: LMBV/Claudia Hermann)
Braunkohlentag 2026 in Köln — LMBV-Fachleute zum Erfahrungsaustausch bei RWE im Tagebau Hambach dabei
Braunkohle sichert weiterhin heimisches Energiesystem ab – Schnelles Handeln in der Energiepolitik gefordert
Köln/Senftenberg. Am 28. Mai 2026 trafen sich in Köln Vertreter aller Mitgliedsunternehmen des Deutschen Braunkohlen-Industrie-Vereins e. V. (DEBRIV) zu ihrer Jahrestagung. Der Deutsche Braunkohlen-Industrie-Verein e. V. setzt sich als Wirtschaftsverband für die Interessen der Unternehmen der deutschen Braunkohleindustrie ein. Er fördert die technischen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der Branche. Die LMBV ist seit Anfang der 90er Jahre Mitglied des Vereins. Mit Blick auf den gesetzlich beschlossenen Ausstieg aus der Kohleverstromung Ende 2038 arbeitet der DEBRIV gemeinsam mit seinen Mitgliedern daran, die Transformation der Braunkohleindustrie, den Strukturwandel in den Revieren und die Energiezukunft Deutschlands aktiv mitzugestalten.
Am 29. Mai 2026 fanden Befahrungen im rheinischen Revier statt. Im Mittelpunkt des Interesses stand die zu errichtende Rheinwasser-Transportleitung (RWTL) und die die Tagebauführung im Tagebau Hambach. Die Führungskräfte der LMBV interessierten sich vor allem für die fachlichen Planungen und die künftige Ausgestaltung der Wasserzuführung aus dem Rhein. Ausgehend vom Aussichtpunkt terra:nova in Elsdorf wurde die Baustelle für das künftige Einlaufbauwerk am Tagebaurand angefahren. Von der Sophienhöhe gab es einen guten Einblick in die Rekultivierungsarbeiten im Tagebau Hambach.
Auch die Standorte von Solarfeldern im Tagebau als auch die Baustelle eines großen Batteriespeichers wurden angefahren. Deutlich sichtbar waren auch im weiteren Verlauf der Befahrung die Vorschüttungen unterhalb der Kante zum Hambacher Forst als auch die Arbeitsfläche des Schaufelradbaggers 290 zur Ausgestaltung des künftigen Manheimer Hafens. 2030 soll nach dem jetzt geplanten Ende der Kohlegewinnung der Start der Befüllung des Hambacher Sees erfolgen. Nach zehn Jahren werden bereits 1.300 Hektar Seefläche vom Wasser bedeckt sein. Der Zielwasserspiegel könnte dann nach rd. 40 Jahren erreicht werden. Dazu werden zwei Rohrstränge mit DIN 1.400 für die Hambach-Leitung, deren Teillänge bei 18.900 Meter liegt, verlegt.
Für die RWTL werden insgesamt mehr als 10.000 Stahlrohre auf einer Gesamtlänge von 45 Kilometer verbaut werden. Besonders die beschichteten Rohre mit einem Durchmesser von 2,20 Meter für die 21,8-Kilometer lange Bündelungsleitung bei einem Einzelgewicht von etwa 15.000 kg werden von RWE derzeit aus Algerien und der Türkei beschafft. An einem Lagerstandort am vormaligen Kraftwerk Neurath konnten sich die Teilnehmer der Befahrung davon einen ersten Eindruck verschaffen.
Höhepunkt der Veranstaltung am 28. Mai war eine Paneldiskussion zur Lage der deutschen Wirtschaft mit dem DEBRIV-Vorstandsvorsitzenden Jörg Waniek, dem IGBCE-Vorsitzenden Michael Vassiliadis sowie Professor Justus Haucap, Direktor des Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE) an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.
Mit Blick auf das Zusammenspiel von energieintensiver Industrie und Energieerzeugung betonte Vassiliadis: „Es droht, dass die energieintensive Industrie mit den aktuellen Energiepreisen nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Diese bedenkliche Entwicklung setzt unseren Standort massiv unter Druck und gefährdet reihenweise gute, tarifgebundene Arbeitsplätze in der Industrie.“ Dieses Szenario könnte früher oder später auch die Stromproduzenten treffen, sollte die Industrie als zentraler Kunde ausfallen. "Daher brauche es jetzt eine kluge Infrastruktur-, Energie- und Industriepolitik, die gezielt Zusatzbelastungen in den Energiepreise senkt", so Vassiliadis weiter.
Haucap unterstrich, dass Deutschland insgesamt deutlich wettbewerbsfähiger werden müsse. In der Energiewirtschaft seien stärkere marktwirtschaftliche Elemente erforderlich. Es könne nicht sein, dass Deutschland Stromexporte infolge negativer Preise teuer bezahle. „Reformen sind nicht immer angenehm und erscheinen kurzfristig unattraktiv. Für den langfristigen Erhalt unseres Wohlstands sind sie jedoch unabdingbar“, so Haucap.
Auch die Braunkohleindustrie, die sich derzeit im Wandel befindet, spürt diesen Handlungsdruck. Waniek wies in der Diskussion daraufhin, dass auch bei einer möglichst erneuerbaren Energieversorgung noch immer gesicherte Leistungen notwendig seien, um das System im Bedarfsfall zu stabilisieren. „Noch leistet die Braunkohle maßgeblich diesen Beitrag. Deshalb brauchen wir zügig klare Leitplanken für neue gesicherte Kapazitäten – von Speichern bis hin zu Kraftwerken. Die Braunkohleindustrie wird auch künftig Verantwortung übernehmen, auch über das Ende der Braunkohleverstromung hinaus“.
Der Industriestandort Deutschland stehe weiterhin vor anhaltenden energiepolitischen Herausforderungen. Geopolitische Verschiebungen, wachsende globale Energiebedarfe und der zunehmende Wettbewerbsdruck erfordern mehr Unabhängigkeit bei Sicherheit, Energie und Märkten sowie neue Bündnisse und Partnerschaften. Vor diesem Hintergrund erörterte der Deutsche Braunkohlen-Industrie-Verein gemeinsam mit seinen Gästen auf dem diesjährigen Braunkohlentag in Köln mögliche Handlungsfelder für Deutschland. Der Bundesverband Braunkohle fordert ein zügiges Handeln von Politik und Wirtschaft, um die Energieversorgung im Zuge der Energiewende stabil, bezahlbar und wettbewerbsfähig zu sichern.
In den Vorträgen und Panels wurde neben der Energieversorgung auch die strategische Bedeutung von Rohstoffen für die Energiewende und die technologische Souveränität Europas hervorgehoben. Insbesondere in Sachen Aufbereitung von Rohstoffen ist Deutschland hier im internationalen Vergleich abgehängt. Zur Sicherung der Versorgung mit Rohstoffen braucht es eine Stärkung der gesellschaftlichen Akzeptanz heimischer Rohstoffgewinnung sowie die Ausbildung von qualifiziertem Personal. Die Branche ist hier von der Schwäche im Zulauf der MINT-Fächer betroffen. Bergbau müsse als Branche verstanden werden, die die Zukunft sichert. (UST)
LMBV-Mitarbeiter informierten sich bei der DEBRIV-Befahrung im RWE-Tagebau Hambach.
Über den Braunkohlentag: Der Braunkohlentag ist die Jahreskonferenz des DEBRIV, dem Bundesverband der Braunkohleindustrie. Sie dient als zentrales Forum und eine wichtige Austauschplattform rund aktuellen energie- und umweltpolitische Themen. Weitere Informationen Sie unter: https://debriv.de/medien-publikationen/veranstaltungen/
Fotos: LMBV / Dr. Uwe Steinhuber
Blick in den Tagebau Hambach vom Aussichtspunkt terra:nova bei Elsdorf.
Schüttungen an der Sophienhöhe.
Konikpferde auf der rekulitivierten Sophienhöhe am Tagebau Hambach.
LMBV-Geotechniker im Austausch zum Verkippungsmaterial im Tagebau Hambach.
Noch zu gestaltende Böschungen im Tagebau Hambach.
Zwischengelagerte Rohre für die Rheinwasser-Transportleitung. Blick über Solarfelder hin zum Bagger 290 im RWE-Tagebau Hambach
Geiseltalsee: Nördlicher Seeteil für den Gemeingebrauch freigegeben
Folgenutzung nunmehr auf gesamter Seefläche möglich
Mücheln/Braunsbedra/Bad Lauchstädt. Anlässlich der Freigabe für den Nordteil des Geiseltalsees erfolgte am 20. Mai 2026 auf dem Weinberg Goldener Steiger ein symbolischer Banddurchschnitt. Gewürdigt wurde der lange Weg von der ersten Teilfreigabe 2012 bis zur kompletten Seefreigabe. Auf Basis der „2. Änderung der Allgemeinverfügung des Landkreises Saalekreis zur Regelung des Gemeingebrauchs auf dem Geiseltalsee vom 21.05.2026“ ist das Befahren und Baden nunmehr auch im Nordbereich möglich. Außerdem wurde ein Kitesurfbereich im Bereich Strand Frankleben eingerichtet.
Der Landrat des Saalekreises Hartmut Handschak erinnerte an den offiziellen Flutungsbeginn vor 23 Jahren am 30. Juni 2003, der auf „Bagger, Kohle, Rohre und ein großes tiefes Loch“ folgte. Er war der Startschuss für die Zukunftsgestaltung des Geiseltals. Nach 23 Jahren sei die Natur ins Tal zurückgekehrt, die Wasserflächen gäben viel Raum für Erholung, Bojenketten sowie Fragen der Böschungsstabilität gehören nun der Vergangenheit an. Die Freigabe der ganzen Seefläche sei ein wichtiges Signal für die Region und was durch die LMBV entstanden sei, verdiene „größten Respekt und Dank“. Bei allen Beteiligten bedankte sich der Landrat für ihren Mut, ihre Visionen und ihre Geduld bei der Umsetzung des Vorhabens, das nichts weniger als eine Meisterleistung sei: „Wir haben es geschafft!“.
Elke Kreische-König, LMBV-Sanierungsbereichsleiterin, betonte in ihrem Grußwort, dass im Geiseltal eine Bergbaufolgelandschaft entstanden sei, die ihresgleichen suche. 18,4 Quadratkilometer Fläche seien bergbaulich saniert worden: Gewaltige Erdmassen wurden bewegt, um die Böschungen der über 100 Meter tiefen Gruben auf 40 Kilometern Länge zu stabilisieren. Es entstand ein neuer Naturraum von überregionaler Anziehungskraft. Insgesamt flossen Investitionen in Höhe von 351 Millionen Euro in die Erstellung des Kleinods. Weitere Sanierungsarbeiten sollen noch umgesetzt werden. Es seien 34 Millionen Euro für die kommenden zwei Jahrzehnte eingeplant, um das große Thema Fließgewässer zu bearbeiten. Ziel sei die Wiederherstellung eines ausgeglichenen, sich selbst regulierenden Wasserhaushalts im Geiseltal – ohne aufwändige Einflussnahme des Menschen und die Beendigung der Bergaufsicht. Gerade bei diesen übergreifenden Wasserthemen sei Kreativität gefragt, Nachhaltigkeit spiele eine große Rolle. Hierfür benötige es einen konstruktiven Dialog von allen Seiten.
Der offizielle Banddurchschnitt erfolgte zusammen mit Braunsbedras Bürgermeister Steffen Schmitz, Müchelns Bürgermeister Andreas Marggraf und Bad Lauchstädts Bürgermeister Christian Runkel. Sie gaben damit die Seefläche symbolisch frei. Bei der Veranstaltung anwesend waren politische Vertreter, regionale Partner, Investoren und Touristiker. Das musikalische Rahmenprogramm übernahmen die Geiseltaler Musikanten e. V.
Übersichtskarte zur 2. Änderung der Regelung des Gemeingebrauchs auf dem Geiseltalsee (Bestandteil dieser Allgemeinverfügung)
Zur Historie: Aus dem Restloch des ehemaligen Tagebaus Mücheln entstand der Geiseltalsee. Mit einer Fläche von 18,4 km² und einer Uferlänge von ca. 42 km ist der Geiseltalsee der zweitgrößte künstliche See in Deutschland und das größte Gewässer im Mitteldeutschen Seenland. Mit einer maximalen Tiefe von 81,50 m im Westfeld und einem Wasservolumen von 423 Mio. m³ bei einem Wasserstand von +98,00 m NHN ist er damit bezogen auf das Wasservolumen der größte künstliche See in Deutschland.
Rund 300 Jahre Braunkohlenbergbau haben im Geiseltal ihre Spuren hinterlassen. Das vom namensgebenden Flüsschen Geisel gequerte Gebiet entwickelte sich über die Jahrhunderte zum größten Tagebauareal Mitteldeutschlands. Insgesamt über 1 Milliarde Tonnen Kohle wurde aus den bis zu 120 Meter mächtigen Flözen gefördert. Der Braunkohlenbergbau, der hier seit Beginn des 20. Jahrhunderts in industriellem Maßstab betrieben wurde, gab den Menschen Arbeit und damit eine sichere Lebensgrundlage. 14 Ortschaften mussten zugunsten des Abbaus aufgegeben, die Bewohner umgesiedelt sowie die Geisel verlegt werden. Die Lagerstätte wurde fast vollständig ausgekohlt.
Angesichts der durch den Abbau der Kohle fehlenden Massen und der enormen Ausmaße der entstandenen Restlöcher bestand in der Flutung die einzige machbare Alternative zu deren Füllung. Bereits seit Ende der 1960er Jahre – also Jahrzehnte vor der Stilllegung – wurden grundsätzliche Beschlüsse zur Flutung gefasst, sie war die einzige ökologisch und wirtschaftlich sinnvolle Möglichkeit mit all den sich daraus ergebenden Chancen für eine Nachnutzung. Schon vor Beendigung der Flutung wurden die ehemaligen Tagebauflächen – begrünte Böschungen, aufgeforstete Kippen und Wasser – zur Erholung genutzt.
Eindrücke von der Veranstaltung (Fotos: LMBV/Claudia Hermann)
Landrat Hartmut Handschak begrüßt die Gäste
Elke-Kreische-König bei Ihrem Grußwort
Übergabe einer LMBV-Tafel vom Geiseltal, das den Wandel der Bergbau-Folgelandschaft zeigt, an den Landrat.
Zahlreiche Gäste verfolgten das Geschehen.
Auf dem Weinberg Goldener Steiger am Nordwestufer des Sees.
Symbolische Geste zur kompletten Seefreigabe
Große Freude nach dem erfolgreichen Banddurchschnitt.
Feierliches Einweihen der Sedlitzer Bucht erfolgt – Ein weiterer Meilenstein im Seenverbund wurde gesetzt
LMBV und ZV LSB haben Wort gehalten: Startpunkt für Wassersportler auf dem Sedlitzer See mit der Marina Sedlitz nun freigegeben
Senftenberg/ OT Sedlitz. Am 19. Mai 2026 war es soweit: die Marina Sedlitz wurde zum „Wassersport-Leben“ erweckt. Dazu hatte der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) alle Beteiligten an das Ufer des Sedlitzer Sees eingeladen. Nach der Schiffbarmachung des Bergbaufolgesees am 24. April des Jahres konnten nun die Marina mit ersten Zuwegungsbrücken, Stegen und Fingerstegen in Betrieb genommen werden. Der Sedlitzer See ist das größte künstliche Gewässer Brandenburgs, er bildet künftig das zentrale Kreuzungsbecken des schiffbaren Lausitzer Seenlandes.
Nach der Begrüßung durch Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg, Detlev Wurzler, ergriffen der neue OSL-Landrat Alexander Erbert und der Senftenberger Bürgermeister Andreas Pfeiffer das Wort. Alle Redner betonten den wichtigen nun erreichten Meilenstein im Lausitzer Seenland und das gemeinsame Ringen, um diesen Punkt an diesem Tage zu erreichen.
Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, bedankte sich bei allen Partnern, dass der Fahrplan zur Hafenfreigabe eingehalten werden konnte. Er dankte insbesondere den Sedlitzer Bürgern, die durch das nahe Sanierungsgeschehen und die zeitweise Sperrung der B 169 beeinträchtigt worden waren. Sein Dank galt auch dem Land Brandenburg, hier insbesondere dem Lausitzbeauftragten Dr. Klaus Freytag und der GL des MIL, und dem Landkreis OSL, in der Spitze mit dem kürzlich in den Ruhestand getretenen Landrat a. D. Siegurd Heinze und ebenso seiner Ersten Beigeordneten Grit Klug.
Projektentwickler Martin Wolf und Marcel Kersten vom ZV LSB informierten die zahlreichen Gäste über das Vorankommen bei der Hafenausgestaltung und des Projektes Kanu. Das markante Multifunktionsgebäude „KANU Sedlitz“ in Form eines umgedrehten Bootes befindet sich derzeit im Bau – der erste Spatenstich dafür war am 23. Juli 2025. Nach den Grußworten und Reden wurde symbolisch ein blaues Band durchgeschnitten und damit der Weg zum Hafen freigegeben. Im Anschluss gab es eine erste Ausfahrt mit Booten der Wasserwacht, der Feuerwehr Senftenberg und des Sedlitzer Wassersportvereins mit den Ehrengästen D. Wurzler, S. Heinze, A. Erbert, A. Pfeiffer, B. Sablotny und Dr. K. Freytag im Korso. Sanierungsbereichsleiter Gerd Richter und Ortsvorsteher Frank Ciesielski ergänzten die Bootsgäste.
Gemeinsam stehen die Partner für den Erfolg des Projektes.
Zum Multifunktionsgebäude „KANU Sedlitz“ und zur Marina
Im Süden des Kanu-Gebäudes, das 2027 in Betrieb gehen soll, so erläuterte Martin Wolf vom Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg als Bauherr, sei der öffentliche Teil geplant. Dort entstehe ein Wasserwanderrastplatz mit Sanitäreinrichtungen und Küche. Dieser Bereich sei für die im Sedlitzer Hafen angelegenen Wasserwanderer gedacht. Der nördliche Gebäudeteil spreche indes mehr die Einheimischen an. Dort werde ein Multifunktionsraum entstehen, das Büro des Ortsvorstehers sowie ein Imbiss.
Der Hafen in der Sedlitzer Bucht verfügt künftig über rund 50 Dauerliegeplätze und Gastliegeplätze. Die seeseitige Zufahrt erfolgt über ein ausgetonntes Fahrwasser in der ehemaligen Kohlebahnausfahrt des Restloches Sedlitz. Bis zur Saison 2027 werden noch ein kleiner Strand sowie die Slipanlage fertig gestellt. Zunächst entstehen auch bis zu zehn TINY-Häuser an Ufer. In den kommenden Jahren soll in unmittelbarer Seenähe ein neues Wohngebiet mit bis zu 80 Wohneinheiten sowie ein Hotelstandort wachsen. (UST)
Fotos: LMBV / Dr. Uwe Steinhuber
Auf dem Weg zum Hafen bzw. der Marina Sedlitz.
Marina Sedlitz am 19. Mai 2026
Bernd Sablotny bei seinem Grußwort für die LMBV.
LMBV und ZV LSB haben Wort gehalten.
Banddurchschnitt für die Marina Sedlitz: LMBV-Chef Bernd Sablotny, Landrat Alexander Erbert, Lausitz-Beauftragter Dr. Klaus Freytag, Ortvorsteher Frank Ciesielski, Bürgermeister Andreas Pfeiffer, Vorsteher Detlev Wurzler Alle Partner in einem Boot: LMBV, Land Brandenburg. Landkreis OSL und Kommune Senftenberg.
30-kV-Freileitung zwischen Brieske bis zum ehemaligen Stellwerk 152 wird zurückgebaut – Einschränkungen für Garagenkomplex sind zu erwarten
Senftenberg. Durch den Rückbau der ehemaligen 30-kV-Freileitung im südwestlichen Randbereich des einstigen Tagebaus Meuro kommt es Anfang Juni 2026 zu Einschränkungen im Senftenberger Garagenkomplex hinter der Johannes-R.-Becher-Straße, nahe der Bahntrasse.
Beim Rückbau der Freileitungstrasse werden die Leiterseile komplett gezogen, die Mastanlagen zurückgebaut und die Fundamente beseitigt.
Die Leiterseile über der Trasse der Deutschen Bahn werden im Zeitraum vom 30.–31.05.2026 zurückgebaut, da hier parallel eine Sperrpause der Deutschen Bahn angesetzt ist. In den Wochen darauf erfolgt der Rückbau der zwei Masten, welche sich im Garagenkomplex befinden. Diese werden mittels Kran segmentweise abgestockt. Die Zufahrt zum Garagenkomplex, sowie zu vereinzelten Garagen ist in dieser Zeit nur eingeschränkt möglich. Die genauen Termine werden rechtzeitig vor Ort sichtbar ausgehangen.
Der Rückbau der kompletten Freileitungsanlage beginnend am Gewerbekomplex Raab Karcher bis zur Grubenstraße in der Ortslage Brieske erfolgt im Zeitraum von Anfang Mai bis Ende August 2026.
Fotos: LMBV/Steffen Rasche und
Stefanie Klein
Im Hintergrund links des Bildes befindet sich der betreffende Garagenkomplex nahe der Bahntrasse.Strommast im betreffenden Garagenkomplex hinter dem Kaufland
Umweltministerkonferenz von Bund und Ländern tagte in Leipzig — Tour mit Halt in Zwenkau
LMBV-Chef Bernd Sablotny präsentierte bei einer Revierbefahrung auch die Arbeit des Bergbausanierers
Leipzig. Der Freistaat Sachsen ist 2026 das Vorsitzland der Umweltministerkonferenz (UMK), so das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL). Vom 6. bis 8. Mai 2026 kamen daher die Umweltministerinnen, -minister und -senatorinnen von Bund und Ländern zu ihrer Frühjahrstagung in Leipzig zusammen. Sachsens Umweltminister und UMK-Vorsitzender Georg-Ludwig von Breitenbuch betonte im Vorfeld: „Der Schutz unserer Lebensgrundlagen, ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen sowie die Anpassung an den Klimawandel sind die zentralen Aufgaben einer modernen Umweltpolitik. Für diese Herausforderungen braucht es gemeinsame Lösungen und konkrete Schritte, die ich mit meinen Amtskolleginnen und -kollegen entwickeln und erarbeiten möchte.“
Die Wahl des Tagungsortes folgte den Schwerpunkten, die Sachsen als Vorsitzland für die UMK 2026 gesetzt hatte – Wassermanagement sowie Natur- und Artenschutz. Staatsminister von Breitenbuch unterstrich daher: „Leipzig und die umliegenden Regionen sind geprägt durch tiefgreifende Transformationsprozesse in den ehemaligen Bergbaugebieten. Sie fordern unsere besondere Aufmerksamkeit und eine vorausschauende Umweltpolitik. Der Wasserhaushalt nimmt hierbei eine Schlüsselrolle ein – er ist Grundlage für Lebensqualität, wirtschaftliche Entwicklung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Eine zukunftsfähige Wasserwirtschaft erfordert gemeinsames Handeln, zielgerichtete Investitionen und innovative Strategien.
LMBV-Chef Bernd Sablotny hatte während der UMK-Befahrung am 6. Mai 2026 die Möglichkeit, die Herausforderungen der Bergbausanierung der LMBV in Zwenkau zu präsentieren. Teilnehmer der UMK konnten sich am Hafen Zwenkau selbst ein Bild vom erfolgreichen Landschaftswandel machen. Eindrucksvoll war für die Gäste auch das Hochwasserentlastungs-Bauwerk an der Weißen Elster, dass die LMBV seinerzeit errichtet hatte, wo sich die jetzt dort federführende Landestalsperrenverwaltung und die LMBV gemeinsam präsentierten.
Auf ihrer Tagung in Leipzig berieten die Ressortcheffinnen und -chefs unter anderem über die Stärkung der Wasserresilienz, den Ausbau der wasserwirtschaftlichen Infrastruktur und über nachhaltige Strategien zur Anpassung an den Klimawandel.
Auf ihrer Tagung in Leipzig berieten die Ressortcheffinnen und -chefs vielfältige Fragestellungen. Sachsens Umweltminister und UMK-Vorsitzender Georg-Ludwig von Breitenbuch: „Der Schutz unserer Lebensgrundlagen, ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen sowie die Anpassung an den Klimawandel sind die zentralen Aufgaben einer modernen Umweltpolitik. Für diese Herausforderungen braucht es gemeinsame Lösungen und vorausschauendes Handeln. In diesem Geist haben wir heute auf der Umweltministerkonferenz intensiv beraten. Ich freue mich, dass wir einstimmige Beschlüsse zum zukünftigen Wassermanagement gefasst haben. Denn uns allen ist klar: der Umgang mit dieser wichtigen Ressource ist eine Zukunftsaufgabe, die uns alle betrifft und die wir nur mit gemeinsamer Kraft meistern können. Dazu gehört auch die Bewältigung der wasserwirtschaftlichen Folgen in den ehemaligen Braunkohlegebieten, um nach dem Ende des Kohleabbaus Verhältnisse herzustellen, die einen sich weitgehend selbst regulierenden Wasserhaushalt ermöglichen.“
Bundesumweltminister Carsten Schneider wies am 8. Mai 2026 während der UMK darauf hin: „Wälder, Flüsse und Auen sind die unverzichtbare natürliche Infrastruktur Deutschlands. Sie sorgen für Wasser, Nahrung, Kühlung und saubere Luft. Wir müssen sie ebenso fit für die Zukunft machen wie Brücken, Straßen oder Stromleitungen. Mit dem neuen Gesetz zur Stärkung der natürlichen Infrastruktur will ich den Naturschutz verbessern und natürliche Lebensräume als Netz stärken…Ziel muss sein, dass wir am Ende mehr intakte Natur haben: Besser vernetzt, schneller geplant und realisiert und dann sehr gut gemanagt. Ich freue mich über den Rückenwind der Länder, den das neue Gesetz in Leipzig bekommen hat.“ Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt richtete einen Fokus u. a. auf den schlechten Zustand der Meere.
Alle hier gezeigten Fotos wurden im Auftrag des SMUL von Thomas Victor gefertigt und der LMBV für ihre Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung gestellt. (UST)
Fotos: SMUL / Thomas Victor
Blick in den Tagungsraum der Umweltministerkonferenz 2026.
Interessierte Gäste der UMK am Bergbaufolgesee der LMBV am Hafen Zwenkau.
Bernd Sablotny und Teilnehmer der Befahrung am Hafen Zwenkau. (Bild: LMBV)
Hatte den Vorsitz: Staatsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch.
Ulrich Menke, Sts für Umwelt und Landwirtschaft und der Landrat des Landkreises Leipzig, Henry Graichen
Bundesumweltminister Carsten Schneider bei der UMK 2026
Bekalkung des Störmthaler Sees erfolgreich durchgeführt
Leipzig/Großpösna. Ende April wurde im Störmthaler See erneut eine Bekalkungsmaßnahme durchgeführt. Rund 600 Tonnen Kalksteinmehl wurden dabei in den See eingebracht.
Ziel der Maßnahme ist es, die Gewässerbeschaffenheit nachhaltig zu verbessern und insbesondere den pH-Wert zu stabilisieren. Hintergrund ist die sogenannte Rückversauerung, von der mehrere Tagebaufolgeseen im Leipziger Südraum aufgrund geologischer Gegebenheiten betroffen sind.
Mit der Durchführung der Arbeiten wurde, wie bereits in den Vorjahren, die ABG Anlagen-, Bau- und Betriebsgesellschaft mbH aus Dresden beauftragt. Als Bekalkungseinheit kam wie zur letzten Bekalkungsmaßnahme im Vorjahr das Schubboot „Nele“ und die Leichter „Michelle“ und „Sarah“ zum Einsatz. Die technische Umsetzung erfolgt über ein bewährtes Verfahren: An Land wird zunächst eine Kalksuspension in einem Container vorgemischt, die anschließend auf die Schiffe verladen und von dort aus großflächig mittels Unterwassereintrag im See verteilt wird.
Rund 600 Tonnen Kalksteinmehl wurden während der Bekalkungsmaßnahme in den Störmthaler See eingebracht.
Hintergrund
Mit dem Ende des Bergbaus und dem anschließenden Wiederanstieg des Grundwassers gelangen weiterhin eisenhaltige und saure Wässer in den See. Dadurch werden Stoffe eingetragen, die eine Versauerung des Gewässers begünstigen. Um dem entgegenzuwirken und stabile, neutrale pH-Verhältnisse zu sichern, wird der See gekalkt. Die regelmäßige Behandlung ist Teil der langfristigen Nachsorge im ehemaligen Tagebaugebiet.
Neben dem Störmthaler See sind auch der Hainer und der Zwenkauer See von Rückversauerung betroffen. Während der Störmthaler See regelmäßig bekalkt wird, erfolgt beim Zwenkauer See eine Stabilisierung durch die Einleitung von alkalisch wirkendem Wasser aus der Weißen Elster. Für den Hainer See wird nach aktuellen Prognosen eine Bekalkung voraussichtlich erst Anfang 2027 erforderlich sein.
Das eingesetzte Kalksteinmehl gilt als unbedenklich für Mensch und Umwelt.