Störmthaler Kanal: Wegefreigabe zum 1. April 2026

Leipzig. Die Erweiterung der Stützkörper zwischen Schleuse und oberem Querbauwerk wurde kurz vor Weihnachten am 19.12.2025 abgeschlossen. Kleinere Restarbeiten und die Instandsetzung der Wege konnten wetterbedingt erst im neuen Jahr durchgeführt werden. Seit 16. März 2026 werden die Wege, die im Zuge der Baumaßnahmen 2025 beschädigt worden waren, wieder instand gesetzt. Das betrifft den Weg parallel zum Störmthaler Kanal sowie ein Stück des asphaltierten Weges entlang der Deponie Cröbern bis zum Bergbau-Technik-Park. Mit Abschluss der Instandsetzung können die Wege zum 1. April 2026 und damit noch vor Ostern wieder zur Nutzung freigegeben werden.

Machbarkeitsstudie und Neubewertung der Risiko-Gefahrenlage
Die Machbarkeitsstudie zur „Sanierung der Gewässerverbindung Störmthaler Kanal mit Kompaktbauwerk zwischen dem Störmthaler See und dem Markkleeberger See“ liegt nun vor und wurde Mitte März 2026 an die Mitglieder der Arbeitsgruppe Störmthaler Kanal verteilt.

Die Studie basiert auf dem Sachstand, wie er zum Zeitpunkt der Beauftragung (07/2024) bekannt war. Die Ergebnisse können somit nicht den aktuellsten Sachstand widerspiegeln, denn zwischenzeitlich wurden umfangreiche Sicherungsmaßnahmen im Zuge der Gefahrenabwehr realisiert. Dadurch haben sich wesentliche Einschätzungen verändert, die vom Sachverständigen für Geotechnik Dipl.-Ing. Matthias Götz und dem Prüfsachverständigen Prof. Dr.-Ing. Rolf Katzenbach überprüft wurden. Diese Neubewertung der Risiko-Gefahrenlage liegt seit Anfang März 2026 vor und wird aktuell durch OBA, LDS und LMBV geprüft und noch gemeinsam ausgewertet. Mit Vorlage dieser aktuellen Einschätzung kann die vorliegende Machbarkeitsstudie richtig eingeordnet werden.

Ausschreibung KKS-Anlage
Die Anlage zum kathodischen Korrosionsschutz (KKS) soll mittels Fremdstromanoden die Korrosion an den Spundwänden maßgeblich auf ein Minimum reduzieren. Nach umfangreichen Voruntersuchungen zur Notwendigkeit, Realisierbarkeit und Wirksamkeit hat die LMBV in Abstimmung mit dem OBA und der LDS die Entscheidung für die Errichtung einer KKS-Anlage getroffen. Aktuell läuft die Ausschreibung der Leistung. Nach erfolgtem Zuschlag soll die Anlage im 3. bis 4. Quartal errichtet werden und Ende 2026 seinen Betrieb aufnehmen. Die statische Wirksamkeit der Spundwände ist gemäß dem aktuellen Monitoring gegeben.

Aufmaß Schleusenbauwerk
Im Zeitraum März bis April 2026 erfolgt ein terrestrisches Laserscanning des Schleusenbauwerkes Störmthaler Kanal. Dies ist eine wichtige Voraussetzung und Grundlage für künftige Planungen.

Erkundungsbohrungen und Grundwassermessstellen
Die drei tiefen Erkundungsbohrungen wurden im Dezember 2025 abgeschlossen und die Bohrkerne befinden sich in den bodenphysikalischen Speziellaboren zur Analyse. Die Ergebnisse werden Ende 2026 erwartet. Die Herstellung von neun Grundwassermessstellen wurde im März 2026 erfolgreich abgeschlossen. Ab Mitte April 2026 werden die ersten Messungen erfolgen und damit das Messnetz verdichtet.

Fotos: LMBV/Störmthaler Kanal


Zinnerzgrube Altenberg: 35. Jahrestag der Ausförderung des letzten Erzhuntes

Sondershausen/Altenberg. Am 28. März 2026 jährt sich zum 35. Mal die Ausförderung des letzten Erzhuntes der Zinnerzgrube Altenberg. Spuren und Zeugnisse des jahrhundertelangen Bergbaus in der gesamten Region sind noch heute über- wie untertage allgegenwärtig und verdeutlichen eindrucksvoll die Leistungen der Bergleute. Zugleich wird deutlich, dass die Geschichte des Bergbaus in Altenberg 1991 nicht endete, sondern im Rahmen der Nachsorge in ein neues Kapitel überging. Im Verantwortungsbereich der LMBV befinden sich verschiedenste bergbauliche Hinterlassenschaften der ehemaligen Zinnerzgrube Altenberg. Hierzu gehört das Grubengebäude, also das Bergwerk der Zinnerzgrube Altenberg mit der Altenberger Pinge, verschiedene Stollen sowie die Industrielle Absetzanlage (IAA) im Bielatal.

Historie Zinnerz Altenberg
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde der Betrieb Zinnerz Altenberg des ehemaligen VEB Bergbau- und Hüttenkombinats „Albert Funk“ Freiberg ab November 1990 als Zinnerz GmbH Altenberg unter treuhänderische Verwaltung gestellt. Der enorme Preisverfall von Zinn am Weltmarkt in Verbindung mit vergleichsweise hohen Produktionskosten führte dazu, dass der Abbau nicht wirtschaftlich war. Mit der Stilllegung erfolgte die Erarbeitung eines Abschlussbetriebsplans, der am 17.05.1991 dem Sächsischen Oberbergamt zur Zulassung vorgelegt wurde. Dieser bildet auch heute, 35 Jahre nach Stilllegung, noch eine wesentliche Grundlage für die Arbeiten der LMBV am Nachsorgebetrieb Altenberg.

Entwässerungsstollen im Altenberger Revier
Der in Verantwortung der LMBV stehende Wasserlösestollen im Altenberger Revier, Anfang der 1990er Jahre aufgefahren, dient im Wesentlichen der sicheren Ableitung der untertägig zusitzenden Wässer in die Kleine Biela. Ziel ist die Trockenhaltung der ehemaligen Zinnerzgrube und somit das Aufrechterhalten und Gewährleisten der geotechnischen Sicherheit übertage beispielsweise im Bereich der Pinge. Um diese Funktionen dauerhaft zu gewährleisten, müssen neben Kontrollarbeiten regelmäßig Unterhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden. Gleiches gilt für alle weiteren Stollen in der Zuständigkeit der LMBV.

Kontrollgang untertage

Industrielle Absetzanlage Bielatal (IAA)
Die IAA Bielatal gehört heute zum Sanierungsbereich Kali-Spat-Erz der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH. Sie ist eine der größten Absetzanlagen für bergbauliche Aufbereitungsrückstände in Deutschland. Beim Durchdringen der abgelagerten Rückstände der Bielatalhalde reichern sich Niederschlags- und Oberflächenwässer im Wesentlichen mit Eisen und Arsen an und treten als belastete Sickerwässer am Dammfuß aus. Bislang wurden diese direkt in die Kleine Biela abgeschlagen. Um die Einleitkonzentration, insbesondere des Arsens, in die Vorflut zu senken und damit die Gewässergüte gemäß Bewirtschaftungszielen der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu verbessern, errichtet die LMBV im unmittelbaren Vorland der IAA Bielatal eine Sickerwasser-Reinigungsanlage. Diese wird die Arsenbelastung der Sickerwässer reduzieren. Der Bau der Sickerwasser-Reinigungsanlage wird voraussichtlich 2028 abgeschlossen sein.

Altenberger Pinge
Die Aufgaben im Bereich der Altenberger Pinge sind im Wesentlichen die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit sowie die Beobachtung des Bruchgeschehens und der Bewegungen im Einwirkungsbereich. In diesem Jahr steht dazu eine größere Instandsetzung der Umzäunung der Pinge an.
In die Zuständigkeit der LMBV fallen auch einige Denkmäler beispielsweise die Römerschachtruine. Diese müssen durch die LMBV erhalten werden.


Bauarbeiten am Berzdorfer See dauern länger – Blaue Lagune Ostern erreichbar

Senftenberg/Berzdorf.  Aufgrund des langen und strengen Winters sowie unvorhersehbaren Baugrundverhältnissen und somit notwendiger zusätzlicher Leistungen verzögern sich die Bauarbeiten der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) an der „Blauen Lagune“ am Berzdorfer See.
Es gilt derzeit, die Wasserableitungen in den See standsicher herzustellen. Dafür werden Spundwände seitlich der Leitungen eingebracht und der instabile Baugrund durch standsicheres Material ersetzt.
Die Arbeiten werden bis Ende April andauern und in der Sommersaison ruhen. Auch über das Osterwochenende werden die Bauarbeiten eingestellt, sodass der Zugang zum Strand und zum Restaurant in der Blauen Lagune gewährleistet ist. Auch der Radweg ist in dieser Zeit nutzbar.
Im Herbst, nach der Badesaison, werden die Bauarbeiten dann wieder aufgenommen und die Maßnahme fertiggestellt.
„Solch ein witterungsbedingter Verzug von acht Wochen lässt sich leider nicht mehr aufholen, wir haben das Mögliche getan“, so Karsten Handro, Abteilungsleiter Ostsachsen der LMBV.

Anfang November 2025 begann die LMBV mit der Sanierungsmaßnahme am Berzdorfer See. Im Strandabschnitt „Blaue Lagune“ wird in die bestehende Böschung eine so genannte „Sickerstützscheibe“ eingebaut: eine Sickeranlage zur Entwässerung von Böschungen. Sie besteht aus einem in Falllinie abgetreppt ausgeführtem Schlitzgraben, der mit Schotter, Kies oder auch mit Einkornbeton verfüllt wird.
Ziel der Maßnahme ist, die Absenkung der Sickerlinie um ca. zwei Meter in der Böschung zur realisieren. Dadurch wird die Dauerstandsicherheit der Böschung hergestellt. Des Weiteren werden die vorhandenen Böschungsfußgräben ertüchtigt und zusätzliche Ableiter von der Berme bis zur Wasserlinie des Restsees errichtet.

Hintergrund:
Der Berzdorfer See ist ein ehemaliger Braunkohletagebau, der zwischen 1946 und 1997 rund 305 Millionen Tonnen Rohbraunkohle lieferte. Der Abbau von Braunkohle begann im „Berzdorfer Becken“ jedoch bereits schon im ausgehenden 19. Jahrhundert in kleineren Gruben.

Fotos: LMBV/Rasche/Mohwinkel


Drei neue Informationstafeln am entstehenden Lappwaldsee

Helmstedt. Drei neue Informationstafeln bieten den Besuchern des entstehenden Lappwaldsees Daten und Fakten zum Bergbaufolgewässer. Offiziell ihrer Bestimmung übergeben wurden die Tafeln am 19. März 2026 durch Wittich Schobert, Bürgermeister Stadt Helmstedt, Henning Konrad Otto, Geschäftsführer Planungsverband Lappwaldsee, und Werner Müller, Bürgermeister Gemeinde Harbke, bei einem gemeinsamen Termin am Helmstedter Parkplatz Büddenstedter Weg unweit des nördlichen Seeufers.

Thematisch geht es um die Entwicklung vom Tagebau zum Freizeitparadies, den Braunkohlebergbau im Helmstedter Revier und den grenzüberschreitenden See als Sinnbild der deutschen Einheit. Die Tafeln stehen in Harbke, Helmstedt und auf dem Petersberg. Unterstützt wurde ihre Erstellung durch die HSR GmbH und die LMBV.

Besucher des Lappwaldsees können sich nun vor Ort über den Stand und die Entwicklung des Lappwaldsees, die Arbeiten von HSR GmbH, Planungsverband Lappwaldsee und LMBV sowie die Anbindung des künstlichen Gewässers an weitere länderübergreifende, touristische Angebote informieren.

Fotos: LMBV/Claudia Hermann


Sanierungsbeginn des Teerschlammbeckens im ehemaligen Braunkohleveredlungswerk Espenhain

Espenhain. Auf dem Gelände des ehemaligen Braunkohleveredlungswerkes in Espenhain befindet sich ein ca. 7.500 m² großes Erdbecken, in dem über Jahrzehnte Teerrückstände aus der Braunkohleveredlung abgelagert worden sind. Um einen stabilen Gesamtzustand herzustellen sowie weitere Kontaminationen von Boden und Grundwasser im Umfeld des Beckens zu verhindern, wird das Becken derzeit im Auftrag der LMBV saniert. 

Für die Hauptsanierungsleistung zur Abdeckung des Teerschlammbeckens wurden die umfangreichen naturschutzfachlichen Vorbereitungsmaßnahmen einschließlich Aktualisierung des Artenschutzfachbeitrags im III. Quartal 2025 abgeschlossen.

Im Rahmen der Hauptsanierung ist das Becken zu stabilisieren, entsprechend den Anforderungen der Dekontamination und der umgebenden Geländemorphologie zu profilieren und zur Minimierung der Oberflächenwasserinfiltration abzudichten. Abschließend ist das Gelände mit einer Abdeckung zu rekultivieren.

Die baufeldvorbereitenden Maßnahmen wie Holzungen inklusive Rodungen, Sicherung von Grundwassermessstellen, Einrichten der Baustelle und Herstellung von Bereitstellungsflächen, das Einrichten/Betreiben des Schwarz-Weiß-Bereiches sowie das Herstellen einer bauzeitlichen Zuwegung wurden bis Ende 2025 abgeschlossen. Im weiteren Verlauf erfolgte die Umlagerung von Teerverunreinigungen, die Auskofferung von teerkontaminierten Vorlandbereichen und die Herstellung eines Rohplanums.

Im Anschluss findet der Einbau einer Vlies-Geogitter-Lage (Combigitter) inklusive dem Einbau einer Schottertragschicht als Stabilisierungsschicht statt. Im Anschluss geht der Einbau einer Profilierungs-, Tondichtungs-, und Dränschicht zur Verhinderung der Infiltration von Oberflächenwasser vonstatten. Schlussendlich erfolgt der Auftrag einer Rekultivierungsschicht inklusive Rasenansaat und die Herstellung von Ableitgräben und eines Retentionsbecken. Der Abschluss der Sanierungsmaßnahme ist für das IV. Quartal 2026 geplant.

Für die Ingenieurplanung zeichnet sich die Firma Hubert Beyer Umwelt Consult GmbH verantwortlich, die Naturschutzplanung erfolgt durch WKP Planungsbüro für Bauwesen GmbH und die Bauausführung läuft über die Firma TiWaS Bau GmbH. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme belaufen sich auf rund 975.000 Euro netto. Finanziert wird die Maßnahme über den § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung.

(Fotos: Christian Horn für LMBV)


Bielatal: Bauarbeiten für Sickerwasser-Reinigungsanlage sind nach Winterpause wieder angelaufen

Altenberg/Sondershausen. Seit Mitte Februar laufen wieder die Arbeiten auf der Baustelle der zukünftigen Sickerwasser-Reinigungsanlage im Bielatal. Derzeit wird der sogenannte Schlammfangbehälter mit Kontrollgang zum Betriebsgebäude errichtet.

Die Bielatalhalde ist eine der größten Absetzanlagen für bergbauliche Aufbereitungsrückstände in Deutschland. Die Niederschlags- und Oberflächenwässer haben sich beim Durchdringen der abgelagerten Rückstände der Bielatalhalde im Wesentlichen mit Arsen angereichert und treten als belastete Sickerwässer am Haldenfuß aus. Bislang werden diese direkt in die Kleine Biela abgeschlagen.
Um die Einleitkonzentration, insbesondere des Arsens, in die Vorflut zu senken und damit die Gewässergüte gemäß Bewirtschaftungszielen der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu verbessern, errichtet die LMBV am Dammfuß der IAA Bielatal eine Sickerwasser-Reinigungsanlage. Diese wird die Arsenbelastung der Sickerwässer reduzieren.

Die Baustellenkamera zeigt den derzeitigen Stand auf der Baustelle im Bielatal


Erste seeseitige Dalbe vom Ponton aus im Sedlitzer See eingesetzt

Schifffahrtstechnische Ausrüstung durch Firma Metzner weitergeführt

Senftenberg/ OT Kleinkoschen. Am 6. März 2026 konnte im Sedlitzer See vor dem Überleiter 10 gegen 11 Uhr die erste von acht Dalben seeseitig im Auftrag der LMBV eingebracht werden. Dazu wurde ein Raupenkran des auftragnehmenden Unternehmens Metzner genutzt, der zuvor auf einem Schwimmponton positioniert worden war.

Mit der Umsetzung der schifffahrttechnischen Ausrüstung des Sornoer Kanals ist das Lausitzer Unternehmen Metzner beauftragt. Diese jetzt einzubringenden seeseitigen Dalben dienen künftig an der Seewartestelle für die Anbringung der Leiteinrichtungen hin zum Kanal. Weitere sieben Dalben werden noch in den nächsten Tagen für den Anlegesteg unmittelbar unterhalb des Rostigen Nagels in den Seegrund eingelassen. Zudem müssen noch Markierungsdalben für die Fahrrinne im Überleiter an ihre vorgegebenen Punkte positioniert werden.

„Die erste seeseitige Dalbe, ein15 Meter langes beschichtetes Stahlrohr mit einem 800er Durchmesser, hatte ein Gewicht von etwa 8.200 kg“, wie Bauleiter Matthias Nagel von der Firma Metzner erklärte. Mit einer Klemmzange wurde die Dalbe vom Raupenkran aufgerichtet und dann an einem „Freireiter“ hängend zum Einbringen vorbereitet. Mit Unterstützung von GPS wurde dazu der genaue Einbringpunkt fixiert. Mit Hilfe zweier E-Motore im „Freireiter“, einer freireitenden Vibrationsramme vom Typ M-32 HFV, wurde die Dalbe in Schwingung versetzt und mit ihrem Eigengewicht in den Seegrund eingelassen.

Der verantwortliche LMBV-Abteilungsleiter Michael Matthes betonte, dass damit ein weiterer sichtbarer Schritt hin zum geplanten Seenverbund im Sommer 2026 geleistet wurde, nachdem zuvor winterliche Wetterbedingungen mit Frost und Eis auf dem See eine frühere Umsetzung behindert hatten. Ziel der LMBV und aller Beteiligten bleibt, den Seenverbund aus Sedlitzer See, Großräschener See, Partwitzer See und Geierswalder See zum 29. Juni 2026 schiffbar zu machen. (UST)

LMBV-Vertreter M. Matthes im RBB-Interview.
LMBV-Vertreter M. Matthes im RBB-Interview.
Bei ruhiger See konnte die erste Dalbe seeseitig zunächst angeschlagen werden.
Bei ruhiger See konnte die erste Dalbe seeseitig zunächst angeschlagen werden.
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Beeindruckende Arbeiten von Mitarbeitern der Firma Metzner, erläutert von Bauleiter Nagel.
Beeindruckende Arbeiten von Mitarbeitern der Firma Metzner, erläutert von Bauleiter Nagel.
Die seeseitigen Dalben haben eine Länge von 15 Meter und ein Gewicht von etwa 8.200 kg.
Die seeseitigen Dalben haben eine Länge von 15 Meter und ein Gewicht von etwa 8.200 kg.
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Danierl Mastow vom RBB interviewt Bauleiter Matthias Nagel für Antenne Brandenburg.
Danierl Mastow vom RBB interviewt Bauleiter Matthias Nagel für Antenne Brandenburg.

 

Fotos: Uwe Steinhuber (LMBV)

Es ist vollbracht - die Dalbe steht an Ort und Stelle im Sedlitzer Seegrund.
LMBV-Vertreter M. Matthes im RBB-Interview.
Medienvertreter waren vor Ort - hier Ralf Jußen für Seenluft24.
Die genau Positionierung der Dalbe erfolgte mit Hilfe von GPS-Daten.


Konditionierungsanlage reduzierte auch 2025 die Eisenfracht in der Spree – Jahresberichte liegen vor

Senftenberg/Spremberg. Der Jahresbericht 2025 zum "Monitoring der Eisenbelastung der Spree und in der Talsperre Spremberg" durch den Fachgutachter Klare Spree der LMBV – Dr. Wilfried Uhlmann vom Privaten Institut für Wasser und Boden GmbH (IWB Dresden) – liegt vor.

Die Wasserbehandlung durch den bedarfsgerechten Betrieb der Konditionierungsanlage im Zulauf der Spree zur Talsperre Spremberg zeigte auch im Jahr 2025 ihre positive Wirkung. Die Konditionierungsanlage, bestehend aus der Bekalkungsanlage in Spremberg-Wilhelmsthal sowie nach ca. 1,5 km Fließweg der Flockungshilfsmittelzugabe am Einlaufbauwerk der Vorsperre Bühlow, erzielte eine deutliche Erhöhung des Eisenrückhaltes. So konnten circa 40 Prozent der Eisenfracht der Spree in der Vorsperre zurückgehalten und somit die Hauptsperre der Talsperre, d. h. der Spremberger Stausee, entlastet werden.

Das Sondermonitoring im Jahr 2025 belegt darüber hinaus auch die Wirkung der LMBV-Maßnahmen zur Reduzierung der Eisenbelastung an Spree und Kleiner Spree oberhalb von Spremberg in Ostsachsen. Zitat aus dem IWB-Bericht: „Durch die Abfangmaßnahmen sinkt die Eisenkonzentration in der Spree in Spremberg-Wilhelmsthal seit dem Jahr 2021 sukzessive. Die mittlere Eisenfracht in der Spree im Jahr 2025 lag auf dem niedrigsten Niveau seit Beginn des Monitorings im Jahr 2012. Der abschnittsbezogene Eisenrückhalt im Bereich der Talsperre Spremberg entspricht annähernd den Vorjahresbefunden“.

Gleichzeitig wird mittels Wasserbehandlung die Einhaltung der Ablaufwerte aus der Talsperre am Pegel Bräsinchen gesichert. Die Eisen-gesamt-Konzentration lag hier 2025 bei jahresdurchschnittlich 0,4 mg/L sowie ganzjährig kleiner 2 mg/L und somit stabil unterhalb der Sichtbarkeitsschwelle für partikuläres Eisen in der Spree. Bei Einhaltung einer jahresdurchschnittlichen Eisen-gesamt-Konzentration von ≤ 1,8 mg/L gilt gemäß der „Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer“ (OGewV) in Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL), der gute ökologische Zustand bzw. bei stark anthropogen (hier: bergbaulich) beeinflussten Fließgewässern das gute ökologische Potential, bezogen auf den allgemeinen chemisch-physikalischen Parameter (ACP) Eisen, als erfüllt.

Die Talsperre Spremberg (d.h. Vor- und Hauptsperre zusammen) erzielte dabei insgesamt einen Eisenrückhalt von circa 88 Prozent bezogen auf die Immission, d.h. auf die Eisenfracht, die im Spreewasser transportiert wird. Der durch die Konditionierung (hier: Kalkung und Flockung) geförderte Eisenrückhalt in der Vorsperre Bühlow hat, bei vergleichsweise moderaten Durchflussmengen der Spree von etwa 9 m³/s in 2025 sowie kontinuierlichen Teilberäumungsleistungen mittels Saug-/Spülbaggerung im Vorstaubecken, wiederum gut funktioniert. In 2025 wurden die Einzelmaßnahmen zur Entnahme, Entwässerung und fachgerechten Entsorgung von eisenhydroxidbelasteten Schlämmen (EHS = Eisenhydroxidschlamm) in Projektträgerschaft der LMBV fortgeführt. Die gravitative EHS-Entwässerung als Regeltechnologie erfolgte regulär in Verbindung mit dem Sedimentationsbecken II an der Vorsperre Bühlow. Der in 2025 an der Vorsperre als Baggergut angefallene EHS wurden beprobt, analysiert und ausnahmslos als nicht gefährlicher Abfall einer stofflichen Verwertung mit einer Gesamtmenge von rund 23.000 t zugeführt. Die Rückführung des EHS in den Wirtschaftskreislauf gemäß dem „Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Bewirtschaftung von Abfällen“ (KrWG) erfolgte in 2025 mit zwei Dritteln der Gesamtmenge überwiegend als rohstoffliche Verwertung, d. h. für die Herstellung von Produkten (Eisenpräparate) zur Gasreinigung (Entschwefelung) in Biogasanlagen. Etwa ein Drittel der Gesamtmenge wurde baustofflich verwertet, d. h. als Zuschlagstoff zur Herstellung mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB).

Der Einsatz von Flockungs- und Flockungshilfsmitteln (Weißfeinkalk und Koaret PA 3230 T) wird im Hinblick auf die aquatischen Lebewesen durch ein fischereibiologisches Monitoring in der Talsperre Spremberg überwacht, um eventuelle Auswirkungen der Wasserbehandlung auf Fische und Großmuscheln sowie auf das Makrozoobenthos festzustellen bzw. auszuschließen. Im September 2025 wurde das im Jahr 2014 begonnene Monitoring nun bereits im zwölften Jahr fortgesetzt. Der vorliegende Zwischenbericht für das Jahr 2025 stellt die dabei erzielten Ergebnisse vor und vergleicht sie mit denen der Vorjahre. Bei zusammenfassender Betrachtung ergeben sich auch im Zwischenbericht 2025 keine Hinweise auf direkte negative Zusammenhänge zwischen der Wasserbehandlung und den Fisch-, Benthos- und Großmuschelbeständen in der Talsperre Spremberg. Im Einklang mit den Vorjahresergebnissen kann deshalb der Schluss gezogen werden, dass die Vorteile einer verbesserten Eisenrückhaltung, die mit den Wasserkonditionierungsmaßnahmen eventuell noch vorhandenen Restrisiken für Fische und andere aquatische Organismen bei weitem aufwiegen (siehe dazu den Monitoringbericht 2025 zum Fischbestands- und Benthosmonitoring in der Talsperre Spremberg vom Institut für Binnenfischerei e.V. [IfB] Potsdam-Sacrow).

Fotos: LMBV/Steffen Rasche (2025)

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Wasser marsch: Zuleiter zum Klinger See fertiggestellt

Senftenberg. Der Zuleiter zum Klinger See wurde in dieser Woche in Betrieb genommen. Mit dem symbolischen Ruf „Wasser marsch!“ begann die kontrollierte Einleitung von Wasser aus der Tranitz in den See bei Jänschwalde.
Über das rund 2,5 Kilometer lange Bauwerk können künftig bis zu einem Kubikmeter Wasser pro Sekunde in den Klinger See eingeleitet werden. Der Zuleiter schafft damit eine wesentliche Voraussetzung für die Flutung des Gewässers. Die Tranitz dient dabei in den Monaten mit Wasserführung als einzige Quelle.
Die Planungen für das Projekt begannen bereits im Jahr 2004 mit der Einreichung der Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren „Herstellung des Klinger Sees". Der entsprechende Beschluss wurde 2018 erteilt. 2020 starteten die Vorarbeiten mit der Baufeldfreimachung der Zuleitertrasse. Im Jahr 2023 begann der Bau des Zuleiters, der Mitte Februar 2026 mit der wasserrechtlichen Bauabnahme abgeschlossen werden konnte. Trotz der technisch anspruchsvollen Bauweise wurden die veranschlagten Baukosten in Höhe von etwa 4,5 Millionen Euro eingehalten. Größere Schwierigkeiten im Bauverlauf traten nicht auf.
Ein zentrales Element der Baumaßnahme war die im Jahr 2022 verlegte 90 Zentimeter starke und knapp 160 m lange Rohrleitung, die den offenen Zuleitergraben mit dem See verbindet und zugleich dem Schutz der Böschung dient. Mithilfe einer ferngesteuerten Raupe wurde das ca. 35 Tonnen schwere Rohr einschließlich der Beschwerung gegen den Auftrieb präzise auf der dafür vorab hergestellten Rampe verlegt.
Realisiert wurde das Bauwerk von der Oehme GmbH aus Dorfchemnitz. Für die technische Planung war das Ingenieurbüro SWECO GmbH aus Finsterwalde verantwortlich.
Neben der technischen Umsetzung spielte auch der ökologische Aspekt eine wichtige Rolle: In den Wegedurchlässen wurden Otterbermen eingebaut, um Tieren sichere und trockene Querungsmöglichkeiten zu bieten. Für den Erosionsschutz der Böschung kamen zudem rund 33 Kilometer Reisigfaschinen zum Einsatz.
Des Weiteren erhielt das Grabenprofil über die gesamte Länge eine geosynthetische Tondichtungsbahn um Wasserverluste durch Versickern in den Untergrund zu verhindern.
Die Bauweise sowie die Lage des Einleitungsortes, mittig im See, wurden so gewählt, dass eine Kurzschlussströmung zum später geplanten Ableiter verhindert wird und zur Verbesserung der Wasserqualität eine gleichmäßige Durchmischung des Sees gewährleistet ist. Die eingeleiteten Wassermengen werden durch die LMBV erfasst und in der WBLR (Wasserbewirtschaftungszentrale Lausitzer Revier) überwacht.
Mit dem neuen Zuleiter verfügt der Klinger See nun über eine funktionsfähige Anlage zur Flutung.

Weitere Projekte am Klinger See sind Oberflächenverdichtungsmaßnahmen auf der kippenseitigen Uferböschung des Klinger Sees, Rekultivierungsmaßnahmen und der Bau des Ableiters in den nächsten Jahren.


Ausrüstung des Sornoer und des Rosendorfer Kanals mit Dalben in Vorbereitung

Schutzdalben, Markierungsdalben und Dalben für Schiffsanleger und Wartestelle

Senftenberg. Im Jahr 2026 soll im Auftrag der LMBV die Ausrüstung der Überleiter zum Sedlitzer See umgesetzt werden. Dazu wurde bereits erste Dalben angeliefert. Aufgrund der winterlichen Verhältnisse konnte der Auftragnehmer derzeit jedoch noch nicht mit dem Einbringen der Dalben beginnen.

Für die schifffahrtstechnische Ausstattung des Sornoer Kanals ist die Errichtung von Anlagen im Sedlitzer See sowie im Sornoer Kanal und dessen Uferbereiche vorgesehen. Die Einfahrtsbereiche vom See in den Kanal werden durch Markierungsdalben gekennzeichnet. An den Uferbereichen werden Schilder zur Verkehrsregelung aufgestellt.

Im Sedlitzer See erfolgt die Errichtung einer Wartestelle und einer Anlegestelle für ein Fahrgastschiff. Des Weiteren wird das bestehende Kombibauwerk „Wehr und Brücke“ gegen Schiffsanprall geschützt. Westlich und östlich vom Bauwerk werden je vier Schutzdalben als Leiteinrichtung für die Schifffahrt eingebracht. Die Fahrrinne im Kanal wird durch feste Markierungsstangen gekennzeichnet.

Es werden insgesamt acht Stück Schutzdalben, vier Markierungsdalben und 18 Dalben für den Schiffsanleger und die Wartestelle im Sedlitzer See eingebaut. Die Länge der Dalben beträgt 13 bis 15 Meter.

Ähnliche Vorkehrungen werden für die Aus- und Einfahrt im Rosendorfer Kanal getroffen. Weiterhin werden Schifffahrtszeichen aufgebaut und am Brückenbauwerk ein Anfahrschutz montiert. Die künftige Wartestelle im Sedlitzer See an der Einfahrt zum Sornoer Kanal ähnelt dann den Wartestellen am Barbarakanal und soll den Booten die Möglichkeit zum Festmachen bieten, bis die Durchfahrt möglich ist. (UST)

Fotos: Dr. Uwe Steinhuber