Erdarbeiten an Hochkippe Wulfersdorf im 4. Bauabschnitt abgeschlossen — Tieflage 1 fertiggestellt

Standsicherheit der Kippenböschungen

Harbke. Am entstehenden Lappwaldsee saniert die LMBV das südwestliche Endböschungssystem der Hochkippe Tagebau Wulfersdorf und den Bereich der Ostböschung an der Hauptniederfahrt zum Grenzkohlepfeiler des Tagebaurestloches Wulfersdorf seit 2020. Im Zuge des sich bereits seit 2003 vollziehenden Grundwasserwiederanstieges und der damit einhergehenden geplanten Flutung der Tagebaurestlöcher Helmstedt und Wulfersdorf zum Lappwaldsee wurden für die Tieflagen des Restlochs Altwulfersdorf offene Seeflächen prognostiziert, die die Standsicherheit des der betroffenen Böschungsbereiche gefährden. Daher hat die bergbauliche Sanierung das Ziel, die Standsicherheit des Kippenböschungssystems ohne zeitliche Einschränkungen herzustellen und damit eine künftige Nachsorgefreiheit zu gewährleisten.

Baufahrzeuge

Tieflage 1 fertiggestellt

Bis Oktober 2024 wurden bereits drei Bauabschnitte im Erdbau realisiert. Es wurde ein Rampensystem aus dem Restmassenblock bzw. Gewinnungsbereich zur Tieflage 1 errichtet und der Einbau von Erdbaumassen bis zum gegenwärtigen Niveau von ca. +95 m NHN an der Westseite bis +111 m NHN an der Ostseite der Tieflage 1 vollzogen.

Zwischen Anfang April und Ende Oktober 2026 lief der 4. Bauabschnitt am Lappwaldsee, bei dem rund ca. 120.000 Kubikmeter Massen bewegt worden sind. Er diente der Endprofilierung zur Anstützung der unteren Kippenböschung in der Tieflage 1 sowie im nordwestlichen Endteil der sanierten Südwestböschung der Hochkippe. Dazu wurden wie in den vorangegangenen Bauabschnitten Kippmassen aus dem Bereich der Hochkippe per Hydraulikbagger und Dozer gewonnen und abtransportiert. Nach dem Einbau der zugefahrenen Massen und der Oberflächenverdichtung in die Tieflage 1 steht nunmehr noch ein Restmassenblock von ca. 275.000 Kubikmetern. Dieser wird voraussichtlich ab dem kommenden Jahr zur Anstützung des oberen Glüsig an der Ostböschung des Lappwaldsees genutzt werden.

Impressionen von der Hochkippe
(Fotos: LMBV/Christian Horn)

Die Hochkippe Wulfersdorf im Panorama


Einschränkungen am Speicher Lohsa II vermindern die Leistungsfähigkeit des wichtigen Wasserspeichers

Zentrales Becken Lohsa II: Wasserstand und damit Speichervolumen in den kommenden Jahren wegen Sanierungsarbeiten und Brutvogelschutz begrenzt

Senftenberg. In den nächsten Jahren wird es aufgrund von Sanierungsarbeiten der LMBV am Speicherbecken Lohsa II zu Einschränkungen des Speichervermögens kommen.

Da das Speichersystem aus ehemaligen Braunkohlentagebauen entstanden ist, bestehen die Uferbereiche und Unterwasserböschungen teilweise aus lockerem, geschüttetem Material, an dem es zu Böschungsrutschungen kommen kann. Um Kippenmaterial, das im Jahr 2019 vor das Auslaufbauwerk gerutscht ist, zu entfernen und die Standsicherheit der Restlochböschung zu untersuchen, muss der Wasserstand und damit das Speichervolumen in den kommenden Jahren begrenzt werden.

Nach Abschluss der Sanierung soll das nutzbare Speichervolumen auf rund 72 Millionen Kubikmeter wachsen.

Aber auch nach der Sanierung bleiben Einschränkungen für die Speicherbewirtschaftung bestehen. In den abflussstärkeren Wintermonaten darf das Speichersystem jeweils nur bis zum 15. April eines jeden Jahres gefüllt werden. Danach ist ein weiterer Wasserspiegelanstieg wegen Auflagen zum Schutz von Brutvögeln nicht mehr zulässig. LMBV und Behörden wollen gemeinsam prüfen, ob und wie sich diese Einschränkung angesichts der herausragenden Bedeutung des Wasserspeichers für das Spreegebiet so modifizieren lässt, dass der Speicher möglichst optimal genutzt werden kann.

Speicherbecken Lohsa II

Hintergrund:

Das Wasserspeichersystem Lohsa II ist ein länderübergreifendes Wasserwirtschafts-Projekt der LMBV für Sachsen, Brandenburg und Berlin.

Es besteht aus den drei miteinander verbundenen Speicherbecken Lohsa II (Lohsaer See), Dreiweibern (Dreiweiberner See) und Burghammer (Bernsteinsee), die aus ehemaligen Restlöchern von Braunkohlentagebauen entstanden sind. Im Gegensatz zu einer Vielzahl anderer touristisch nutzbarer Bergbaufolgeseen im Lausitzer Seenland haben diese drei Speicherbecken vorrangig eine wasserwirtschaftliche Funktion. Das Speichersystem dient der Niedrigwasseraufhöhung der Spree, schützt damit den Spreewald und stützt den Wasserhaushalt Berlins.

Der naheliegende Fluss Kleine Spree dient der Ableitung von Wasser aus dem Wasserspeichersystem Lohsa II. Der Ausbau der Kleinen Spree von Burghammer bis Spreewitz ist inzwischen erfolgreich abgeschlossen. Die Ausbaustrecke umfasste eine Länge von rund 5,4 Kilometern. Durch die Verbreiterung und Neuprofilierung des Gewässers konnte die Durchflusskapazität von bislang rund 1,5 auf bis zu 7 Kubikmeter pro Sekunde erhöht werden. Die Gesamtkosten dieser Maßnahme beliefen sich auf rund 5,5 Millionen Euro. Die höhere Leistungsfähigkeit der Kleinen Spree ermöglicht eine effektive Speicherbewirtschaftung. Künftig kann deutlich mehr Wasser gezielt aus dem Speichersystem in die Spree geleitet werden.

Aufgrund der noch zu leistenden Sanierungsarbeiten ist das zentrale Becken Lohsa II für die Wasserregulierung temporär nur eingeschränkt nutzbar. Nach einer ersten Sanierung durch die LMBV und umfangreichen Funktionstests inklusive der Bekalkung zur Neutralisierung des sauren Speicherwassers ging das System Lohsa II 2015 in Betrieb. Das Gesamtsystem umfasst derzeit ein nutzbares Speichervolumen von rund 44 Millionen Kubikmetern. (UST)

Fotos: LMBV


Löschwasserleitung zum Kohlebrand im Restloch Rusendorf steht

Leipzig/Mumsdorf. Die temporäre Löschwasserleitung vom Restloch Zipsendorf zum unterirdischen Schwelbrand im Kohletrübebecken I (Restloch Rusendorf) bei Mumsdorf wurde in weniger als zwei Monaten fertiggestellt und hat jetzt ihren Betrieb aufgenommen. Bis maximal 500.000 Kubikmeter Wasser können nun bei Bedarf aus dem Restloch Zipsendorf entnommen werden, um den unterirdischen Brand im einstigen Tagebau Rusendorf zu löschen. Dadurch kann das Trinkwassernetz der Region entlastet werden, das in den vergangenen Wochen zum Löschen genutzt wurde. Mit dem Wasser aus dem Restloch Zipsendorf kann das bestehende Löschregime weiter optimiert werden, sodass bis zur Abdeckung die Fläche abgekühlt und nahezu rauchfrei ist. Somit wird eingeschätzt, dass die temporäre Leitung bis zum Jahresende Wasser liefern muss.

Seit Anfang Juli hatte die bergrechtlich für die Fläche zuständige LMBV zahlreiche technische Maßnahmen eingeleitet, um die Rauch- und Geruchsbelästigungen für die Anwohner zu reduzieren.

Nach aktuellen Drohnenbefliegungen sind inzwischen nur noch punktuelle Rauchentwicklungen auf dem Gelände festzustellen. Der oberflächliche Kohlebrand konnte von ursprünglich acht Hektar betroffener Fläche auf nunmehr ca. zwei Hektar eingedämmt werden. Die Wirkung der Brandbekämpfung durch den Aufbau einer Sprinkleranlage um das Brandfeld ist hoch. Auch so genannte Löschlanzen kamen und kommen in den nächsten Wochen zum Einsatz. „Wir sind den aktiven Firmen, die uns beim Löschen des Brandes unterstützen sehr dankbar. Alle zeigen großen Einsatz, egal ob es die Leitungsbauer, die Feuerwehr oder die vielen Nebengewerke ringsum sind“, erklärte Benjamin Ulrich, Projektverantwortlicher bei der LMBV.

Im Rahmen des montanhydrologischen Monitorings zum Restloch Rusendorf prüft die LMBV die Entwicklung des Grundwassers hinsichtlich der Güte und der Dynamik und weitet im Zeitraum der Löscharbeiten den Messzyklus zur Beprobung der Grundwasserleiter aus. „Auf das Trinkwasser der Region haben die Löscharbeiten keinen Einfluss. Dies haben uns die Behörden bestätigt, da die Trinkwasserversorgung für die Region Meuselwitz über sogenanntes Fernwasser sicher gestellt wird. Eine Entnahme des Grundwassers zur Trinkwassergewinnung erfolgt in der Region Meuselwitz nicht“, so Ulrich.

Bisherige Aktivitäten/Hintergrund:

  • Anfang Juli wurde eine Schneise von 30 bis 50 Metern um die Brandfläche gezogen, um eine Ausbreitung zu verhindern. Insgesamt waren 8 Hektar Fläche betroffen. Das gesamte Kohletrübebecken umfasst rund 13 Hektar.
  • Die Firma Kötter Security wurde Ende Juli für die Brandkontrolle und -löscharbeiten beauftragt.
  • Es fanden und finden täglich Drohnenflüge statt, um die Situation zu erfassen.
  • Das Areal wurde abschnittsweise fortwährend beregnet (mit Sprinkleranlagen) – und damit der oberirdische Brand von ehemals 8 Hektar Fläche auf 2 Hektar reduziert.
  • Mit sogenannten Löschlanzen wurde gezielt Wasser zu den Brandherden im Untergrund gebracht – was ebenfalls zu einer Eindämmung der Rauchentwicklung geführt hat.

Die Abdeckung des Restlochs ist derzeit in Planung, die Baustraße für diese Arbeiten wurde bereits fertiggestellt. Ende 2026/Anfang 2027 soll mit einem Probefeld zur Prüfung der Tragfähigkeit begonnen werden.

Weitere Hintergründe zum Schwelbrand finden sich hier:

https://www.lmbv.de/bergbaufolgen/bergschaeden-sperrungen/kohlebrand-meuselwitz/

Fotos: LMBV


Wichtiger Meilenstein erreicht: Rohbau für Betriebsgebäude der Sickerwasser-Reinigungsanlage im Bielatal fertiggestellt

Sondershausen/Altenberg. Große Freude herrschte auf der Baustelle der zukünftigen Sickerwasser-Reinigungsanlage im Bielatal. Im Beisein von Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung und technischer Geschäftsführer der LMBV wurde am 15. Oktober das traditionelle Richtfest für die zukünftige Reinigungsanlage gefeiert. Mit der Fertigstellung des Dachstuhls wurde ein weiterer wichtiger Meilenstein im Projekt erreicht. Es folgen nun die weiteren Arbeiten zum Innenausbau sowie die Implementierung der Verfahrens- sowie Mess-, Steuer- und Regeltechnik im Betriebsgebäude und den Behandlungsbecken. In seinen Worten richtete Bernd Sablotny seinen Dank vor allem an die Arbeiter, die trotz der lagebedingten Besonderheiten vor Ort hervorragende Arbeit leisten.

Die Errichtung der Sickerwasser-Reinigungsanlage an der ehemaligen Industriellen Absetzanlage (IAA) Bielatal ist ein wichtiges Projekt im Rahmen der Wasserrahmenrichtline zur Konzentrationsminderung von Arsen in der Kleinen Biela und damit in der gesamten Flussgebietsgemeinschaft (FGG) Elbe.

Hintergrund:
Die Bielatalhalde ist eine der größten Absetzanlagen für bergbauliche Aufbereitungsrückstände in Deutschland. Die Niederschlags- und Oberflächenwässer haben sich beim Durchdringen der abgelagerten Rückstände der Bielatalhalde im Wesentlichen mit Arsen angereichert und treten als belastete Sickerwässer am Haldenfuß aus. Bislang werden diese direkt in die Kleine Biela abgeschlagen.

Um die Einleitkonzentration, insbesondere des Arsens, in die Vorflut zu senken und damit die Gewässergüte gemäß Bewirtschaftungszielen der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu verbessern, errichtet die LMBV am Dammfuß der IAA Bielatal eine Sickerwasser-Reinigungsanlage. Diese wird die Arsenbelastung der Sickerwässer reduzieren.
Über die Sickerwasser-Reinigungsanlage wird das arsenhaltige Sickerwasser aufgenommen, mittels mehrstufigem Verfahren unter Zugabe von Flockungshilfsmitteln gereinigt und im Anschluss in die Vorflut abgegeben. Der anfallende Schlamm wird gesammelt und fachgerecht entsorgt. In der zweistraßigen Anlage werden auf einer Fläche von circa zwei Hektar künftig bis zu 19 Liter Wasser pro Sekunde behandelt. Die Arsenfracht wird zukünftig von durchschnittlich 2,6 mg/l um mindestens 70 Prozent reduziert werden.

Fotos: Christian Kortüm


Reinigung des Haldenwasser-Stapelbeckens Menteroda

Sondershausen/Menteroda. Ende September 2026 konnte am Haldenwasser-Stapelbecken Menteroda eine erste Reinigung des Beckenauslaufs erfolgreich abgeschlossen werden. Im Becken, welches 1980 in Betrieb genommen wurde, haben sich seitdem permanent Sedimente von der Kalihalde abgesetzt. Die Gefahr bestand, dass diese Feststoffe den Auslauf des Beckens sowie die Pumpen der Haldenwasserleitung nach Wipperdorf verstopfen.

In einer einwöchigen, zweischichtigen Kampagne wurde mit zwei Trockensaugern und drei Nasssaug-LKWs der Auslaufbereich großflächig soweit vom Schlamm befreit, dass der weitere Betrieb gefahrlos erfolgen kann. Da in naher Zukunft die Haldenwässer dauerhaft mittels Pumpentechnik über die Haldenwasserleitung nach Wipperdorf gefördert werden sollen, ist es für den sicheren und dauerhaften Betrieb der Pumpen essentiell notwendig, dass sich möglichst wenig Sedimente und körnige Fremdstoffe in den Wässern befinden.

Eine zweite Reinigungsmaßnahme soll 2027 umgesetzt werden. Die restlichen Beckensedimente werden hier über eine Bagger-Lader-Technik aufgenommen und umgelagert. Nach Fertigstellung der Arbeiten wird das Becken wieder seine ursprüngliche Speicherkapazität erlangt haben. Weiterhin werden verschiedene Maßnahmen ergriffen, die Sedimente künftig frühzeitig aus den Haldenwässern zu filtern, um das Absetzen dieser im Becken-Auslauf-Bereiches zu verhindern.

Fotos: LMBV


Stadtrat auf den neuesten Stand gebracht

Auf Einladung des Stadtrates Hoyerswerda hat die LMBV die Kommunalpolitik der Stadt am 29. September 2026 über den aktuellen Stand der Sanierungsplanung der B97 informiert. Im Mittelpunkt des Vortrages stand das Testfeld zur Rütteldruckverdichtung, das augenblicklich eingerichtet wird.

Die Erkenntnisse des Testfeldes seien wichtig für die genaue Durchführung der Sanierungsmaßnahme, erläuterte Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter Lausitz der LMBV. Erst wenn die Ergebnisse ausgewertet sind, könne es verlässliche Aussagen über die Dauer der Maßnahme und damit auch die Dauer der Straßensperrung geben.

Auch jenseits des Testfeldes schreitet die interne Bearbeitung der Sanierung voran. Die Entwurfs- und Genehmigungsplanung sei begonnen und soll bis Ende 2028 abgeschlossen sein. Abhängig unter anderem von der Dauer des anschließenden Genehmigungsverfahrens bleibe es bei der Aussage, dass mit der Sanierung frühestens Anfang der 2030er-Jahre begonnen werden kann.

Richter unterstrich, wie wichtig es der LMBV ist, die Menschen der Region stets über das komplexe und langwierige Vorhaben auf dem Laufenden zu halten. So würden die Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde Spreetal über aktuelle Entwicklungen informiert. In einem eigens eingerichteten Bürgerbüro werde mit Flächeneigentümern gesprochen. Für die Abstimmung der Öffentlichkeitsarbeit sei eigens ein Projektbeirat mit Vertretern von Landkreis und Gemeinde eingerichtet worden.

In diesem Sinne berichtet die LMBV auch gern im Stadtrat Hoyerswerda. Das Gremium dankte für das Update und fragte abschließend nach der Sicherung der Fernwärmeleitung von Schwarze Pumpe nach Hoyerswerda, die in der Nähe des Testfeldes verlaufe. Der Sanierungsbereichsleiter versicherte, dass die Medienleitungen auch schon während des Testfeldes in besonderer Weise in den Blick genommen werden und die Versorgung jederzeit gewährleistet sein wird.


Exkursion zur Rütteldruckverdichtung für Vertreter der Gemeinde Spreetal von Interesse

Das Testfeld zur Rütteldruckverdichtung (RDV), das in den kommenden Wochen nahe Burgneudorf eingerichtet wird, beschäftigt die Menschen in der Gemeinde Spreetal. Welche Belastungen kommen auf uns zu? Wie stark wird es vibrieren? Was wird mit Lärm und Staub? Antworten auf diese Fragen brachte eine Exkursion am 24. September 2026 zu einer Baustelle nahe der Ortslage Kleinkoschen. Dort ist eine RDV in Betrieb. Etwa zehn Interessierte aus der Gemeinde nahmen die Einladung der LMBV an, sich vor Ort einen eigenen Eindruck zu machen.

„Und, merken Sie was“, fragte Henry Ruske in die Runde. Ruske ist Projektmanager der LMBV und verantwortlich für diese Baustelle. Die Besuchsgruppe stand ca. 30 Meter vom Rütteldruckgerät entfernt. Zu spüren: Fast nichts. Erst bei besonderer Konzentration waren minimale Vibrationen zu vernehmen.

Erstaunt beobachteten die Besucher, wie die riesige Rüttellanze aus einem Bohrloch herausgezogen wird und sich in ein neues bohrt. Alles geschieht mit Hilfe von Vibrationen. Und ebenso erstaunt stellten die Besucher fest, dass sie von diesen Vibrationen schon bei geringem Abstand kaum noch etwas merkten. Anders ist es mit dem Lärm. Dieses zwar nicht allzu laute, aber gleichbleibende Geräusch war sehr deutlich hörbar.

Die RDV im Testfeld Burgneudorf werde sehr viel weiter von der Wohnbebauung entfernt sein als die Gruppe bei ihrem Baustellenbesuch, erläuterte Steffen Kowalick, zuständiger Projektmanager für die Sanierung der B97/S130. Zudem werde im Testfeld nicht nur erprobt, in welchen Abständen die Rüttellanze optimalerweise in den Boden getrieben werden muss. „Wir testen auch die Ausbreitung der Schwingungen und des Lärms“, so Kowalick. Und das geschehe in einem deutlich größeren Umkreis als dies üblicherweise gemacht wird.

Das Burgneudorfer RDV-Testfeld wird derzeit vorbereitet. Nach der Holzung im Oktober wird die Fläche geebnet und mit der erforderlichen Technik ausgestattet. Der tatsächliche Einsatz der Rütteldruckverdichtung im Testfeld wird nur wenige Monate dauern.

Weitere Informationen finden sich auf der Projektwebsite www.b97-sanierung.de.


Fertigstellung des neuen Steinbachstollen feierlich begangen

Sondershausen/Steinbach. Rund 60 Gäste aus Politik und Verwaltung sowie Anwohner und Interessierte waren am 24. September 2026 zur Einweihung des neuen Steinbachstollens in das Thüringer Bergdorf Steinbach bei Bad Liebenstein gekommen.

Nach rund vier Jahren Bauzeit übergab symbolisch Denny Bodenstab von der ARGE Steinbachstollen, den Schüssel zum neuen Steinbachstollen an Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung und technischer Geschäftsführer der LMBV.
Die Bergmannskapelle Unterbreizbach begleitet die feierliche Schlüsselübergabe vor Ort musikalisch.

Die Fertigstellung des Neuen Steinbachstollens ist eines der wichtigsten bergbaulichen Projekte der LMBV in Thüringen. Mit dem erfolgten Auffahren des neuen Stollens wird nun die dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet. Der alte Steinbachstollen konnte diese Funktion nicht dauerhaft sicher gewährleisten. Im schlimmsten Fall hätten sich in ihm Grubenwässer aufstauen und unkontrolliert in die Ortslage Steinbach abfließen können. Deshalb hatte sich die LMBV zum Bau eines neuen Wasserlösestollens entschieden. Der neue Steinbachstollen wurde annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren. Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Grubenwässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet. Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 Meter bei einem offenen Querschnitt von 12 m². Die Bauzeit betrug circa vier Jahre.

Hier geht’s zum Stollen-Film.








Fotos: LMBV/Chr. Kortüm


Internationaler Knowhow-Austausch: Australische Bergbau-Experten zu Gast in der Lausitz

Lausitzer Folgelandschaften als mögliches Vorbild für Post-Mining-Projekte

Senftenberg/Altdöbern/Sedlitz. 2025 hatten die Industrie- & Handelskammer Cottbus (IHK), die Australische Industrie- & Handelskammer (AHK) sowie die German Trade & Invest (GTaI) Vertreter Deutscher Firmen, Bund-Länder-Vertreter und die LMBV zu einem Knowhow-Austausch mit Vertretern der australischen Bundesstaaten und Bergbaufirmen nach Australien eingeladen. Der LMBV-Sanierungsbereichsleiter Gerd Richter vertrat damals den Bergbausanierer LMBV zusammen mit weiteren Lausitzer Fachleuten und brachte seine mehr als 30 Jahre Berufserfahrung in der Braunkohlesanierung mit ein.

Gemeinsam zum Gruppenbild aufgestellt: Die australischen Gäste und ihre Gastgeber am LMBV-Sanierungsstützpunkt am Sedlitzer Nordufer.

Am 22. September 2026 erfolgte nun der Gegenbesuch von 20 australischen Vertretern in der Lausitz. Zunächst besichtigte die Delegation den Braunkohletagebau Welzow-Süd der LEAG, anschließend erfolgte unter Leitung der LMBV und der ECOSOIL die Befahrung von Rütteldruckverdichtungsarbeiten auf Kippen am Altdöberner See nahe Pritzen.

Nach einem Imbiss im LMBV-Sanierungsstützpunkt am Sedlitzer See konnten sich die Australier aus nächster Nähe auch ein Bild der mobilen Wasserbehandlung mit dem Sanierungsschiff „Klara“ machen. Vom Bergbaufolgesee aus konnten neben der bergbaulichen Sanierungsarbeit auch Projekte zur Inwertsetzung sowie der touristischen Nachnutzung bestaunt werden. Besonderes Interesse fanden dabei die bereits nutzbaren schiffbaren Kanäle sowie der markante „Rostige Nagel“. (LB)

Fotos: LMBV


Center Parcs prüft die Entwicklung eines neuen Ferienparks im Lausitzer Seenland auf LMBV-Fläche

Ministerin Klement: "Meilenstein für die touristische Entwicklung und Beleg für erfolgreichen Strukturwandel in der Region"

Köln/Senftenberg. Center Parcs prüft die Entwicklung eines neuen Ferienparks im brandenburgischen Teil des Lausitzer Seenlands auf einer LMBV-Fläche. Dies veröffentlichte das Unternehmen Center Parcs Europe am 21. September 2026. Center Parcs wird eine große Ferienlandschaft im Brandenburger Fünf-Seen-Verbund errichten, unterstrich das MWEKE am Folgetag. Das sei ein bedeutendes Signal für den Ganzjahres-Tourismus, den Strukturwandel und die wirtschaftliche Entwicklung Brandenburgs als Urlaubsregion.

„Nach intensiver Suche, ersten orientierenden Gesprächen und der Sicherung eines geeigneten Grundstücks freuen wir uns, heute bekanntzugeben, dass wir die Entwicklung eines möglichen Ferienparks im Lausitzer Seenland näher prüfen werden“, erklärt Frank Daemen, Managing Director Center Parcs Germany. „Wir sehen großes Potenzial in der Region und möchten nun gemeinsam mit den relevanten Akteuren untersuchen, ob und wie sich hier ein Ferienpark entwickeln lässt, der die Stärken der Region aufgreift und langfristig einen Mehrwert für Tourismus, Beschäftigung und regionale Entwicklung schaffen kann.“

Urlaub inmitten von Natur und Wasser

Das Lausitzer Seenland entwickelt sich derzeit zu einer der spannendsten Tourismusregionen Deutschlands. Wo einst der Braunkohlebergbau die Landschaft prägte, steht heute eine einzigartige Seenlandschaft, die enorme Potentiale für den Tourismus bietet. Es entstehen mit der größten künstlichen Seenlandschaft Europas eine Vielzahl von neuen Angeboten für Erholung, Kultur, Gastronomie, Aktiv-, Natur- und Familienurlaub und nachhaltigen Tourismus. 

Die Prüfung des Projekts steht zugleich im Einklang mit der Wachstumsstrategie von Center Parcs. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, sein Angebot in Deutschland weiter auszubauen und dabei insbesondere Projekte zu entwickeln, die nachhaltigen Tourismus fördern und gleichzeitig die regionale Entwicklung stärken. Im Mittelpunkt stehen Standorte mit langfristigen Perspektiven, die sich durch ihre landschaftlichen Qualitäten und ihre Bedeutung für die jeweilige Region auszeichnen.

Die Lage inmitten des Lausitzer Seenlands sowie an den Ufern des Partwitzer und Sedlitzer Sees bietet besondere Voraussetzungen für naturnahe Urlaubserlebnisse am Wasser. Wie bei allen Center Parcs Projekten werden Nachhaltigkeit, eine naturnahe Gestaltung sowie die Förderung der Biodiversität eine zentrale Rolle spielen. Ziel ist es, die vorhandenen natürlichen Strukturen bestmöglich zu erhalten und in das Gesamtkonzept einzubinden und so einen Ferienpark zu entwickeln, der sich harmonisch in sein Umfeld einfügt.

Investorenfoto: Potenzielle Ansiedlungsfläche zwischen Sedlitzer See und Partwitzer See | © TMB-Fotoarchiv / Steffen Rasche Fotografie für Center Parcs

300-Millionen-Investition im Seenland auf LMBV-Fläche geplant

Auf der Verbandsversammlung des Zweckverbands Lausitzer Seenland Brandenburg in Senftenberg am 21. September 2026 gab die Ferienparkkette Center Parcs bekannt, mit der Entwicklung eines neuen Ferienparks im Brandenburgischen Teil der Lausitz zu starten. Das Gesamtinvestitionsvolumen soll rund 300 Millionen Euro betragen. Ziel soll es sein, einen ganzjährig geöffneten Ferienpark inmitten einer beeindruckenden Naturkulisse zu schaffen, der sowohl lokale als auch überregionale Besucher anzieht.

Das geplante Areal von rund 90 Hektar, das sich zwischen dem Sedlitzer und dem Partwitzer See und damit inmitten des Ende Juni 2026 von der LMBV eröffneten Fünf-Seen-Verbunds erstreckt, wird Platz für etwa 500 bis 700 Ferienhäuser bieten. Erwartet wird eine jährliche Auslastung von rund 75 Prozent und ca. 800.000 zusätzliche Übernachtungen.  Ein breites Freizeitangebot soll den Park ganzjährig attraktiv machen und damit unabhängig von Ferien- und Jahreszeiten Gäste anlocken.

Neben vielfältigen Angeboten von Freizeit-, Einkaufs-, Unterhaltungs-, Erlebnis- und Sportmöglichkeiten für Familien soll auch das für Center Parcs typische Aqua Mundo Erlebnisbad als besonderes Highlight entstehen. Die erste Projektphase startet jetzt, in der die konkrete Ausgestaltung des Ferienparks im Rahmen von Untersuchungen und Prüfverfahren sowie in enger Abstimmung mit Kommunen, Behörden und weiteren kommunalen Akteuren entwickelt wird. 

Ministerin Klement: "Meilenstein für die touristische Entwicklung"

Wirtschafts- und Tourismusministerin Martina Klement: „Das sind tolle Nachrichten für Brandenburg – sowohl für den Tourismus als auch für die Wirtschaft in der Lausitz und darüber hinaus. Der geplante Center Parc Ferienpark ist eines der größten touristischen Entwicklungsvorhaben im Land Brandenburg, das für die gesamte Region eine große Strahlkraft entfalten kann. Nach der erfolgreichen Eröffnung des Fünf-Seen-Verbunds in der Lausitz Ende Juni ist die Entscheidung von Center Parcs für Brandenburg ein weiterer Meilenstein für die touristische Entwicklung und ein weiterer Beleg für einen erfolgreichen Strukturwandel in der Region.

Der neue Ferienpark hat mit der vorgesehenen Bettenkapazität das Potential, die Übernachtungen im Lausitzer Seenland insgesamt zu verdoppeln – und das sogar das ganze Jahr über.  Wir erwarten, dass das Projekt mit seinem Investitionsvolumen deutliche Impulse für die Beschäftigung und Wertschöpfung in der Region setzen und wirtschaftlich einen spürbaren Einfluss auf die Region und das gesamte Bundesland haben wird. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten, die dazu beitragen, dieses umfangreiche Projekt Realität werden zu lassen.“

Nächste Schritte zur Ansiedlung

Mit Beginn der ersten Projektphase werden nun die planungsrechtlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine mögliche Realisierung des Vorhabens untersucht. Dazu zählen Machbarkeitsstudien, Umweltprüfungen, Raumplanungsverfahren sowie die Abstimmung mit Behörden und weiteren relevanten Akteuren. Die Untersuchungen werden voraussichtlich rund 18 Monate in Anspruch nehmen. Ein zentraler Bestandteil der weiteren Prüfung ist die Raumverträglichkeitsprüfung, die eine wichtige Grundlage für die nachfolgenden Planungs- und Genehmigungsschritte bildet. Erst auf Basis der Ergebnisse der laufenden Untersuchungen können weitere Entscheidungen über die zukünftige Entwicklung des Projekts getroffen werden. Ein möglicher Eröffnungstermin kann daher zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht benannt werden.

Potenzielle Impulse für die Region

Sollte das Projekt realisiert werden, wird hierfür eine Investitionssumme von rund 300 Millionen Euro benötigt. Damit gehört dieses Vorhaben zu den größten touristischen Entwicklungsprojekten in der Lausitz.

Center Parcs setzt auf ein ganzjähriges Urlaubskonzept, das unabhängig von klassischen Ferienzeiten Gäste anzieht und damit kontinuierliche Impulse für den regionalen Tourismus schafft. Erfahrungen aus anderen Standorten zeigen, dass von solchen Projekten zahlreiche Unternehmen aus den Bereichen Handwerk, Handel, Gastronomie, Freizeitwirtschaft und Dienstleistungen profitieren können. Darüber hinaus können neue Arbeitsplätze entstehen und zusätzliche Wertschöpfung in der Region geschaffen werden.

Center Parcs versteht sich dabei als langfristiger Partner der Region. Die weitere Prüfung und mögliche Entwicklung des Projekts wird in enger Abstimmung mit Kommunen, Behörden und weiteren regionalen Akteuren erfolgen. Jedes Center Parcs Projekt wird individuell entwickelt und an die jeweiligen regionalen Gegebenheiten sowie die Anforderungen von Natur und Umwelt angepasst. Ziel ist es, ein touristisches Angebot zu schaffen, das die bestehenden Stärken der Region ergänzt und nachhaltig weiterentwickelt.

Über Center Parcs Europe:

Zu Center Parcs Europe, einer Tochtergesellschaft der an der Pariser Börse notierten Groupe Pierre & Vacances Center Parcs, Europas größtem Anbieter von Ferienwohnungen, gehören die Marken Center Parcs und Sunparks. Das Konzept von Center Parcs wurde 1967 in den Niederlanden entwickelt und ist nach wie vor einzigartig in Europa. Center Parcs Europe verfügt derzeit über 30 Standorte: 7 in Frankreich, 7 in Belgien (davon 2 Sunparks Parks), 9 in den Niederlanden, ein Park in Dänemark und 6 in Deutschland. Die Marke stellt die Beziehungen zwischen den Menschen sowie ihre Beziehung zur Natur in den Mittelpunkt. Ausgehend von der Überzeugung, dass Zusammengehörigkeit über die Familie hinausgeht, bietet Center Parcs seinen Gästen die Möglichkeit, in einer natürlichen Umgebung unvergessliche Erinnerungen miteinander zu schaffen. Mit einem modernen Ambiente, einer breiten Palette an Erlebnissen und dem Fokus auf nachhaltige und lokale Initiativen, heißt Center Parcs Jeden willkommen, außergewöhnliche Erfahrungen zu sammeln.

Mit Informationen aus den PM der Center Parcs Europe vom 21.09.2026 und des MWEKA v. 22.09.2026 | Foto: Steffen Rasche

LMBV-Fotos vom Lausitzer Seenland | S. Rasche für LMBV