Richtfest für Multifunktionsgebäude „KANU“ des Zweckverbandes LSB gefeiert

Infrastruktur am Sedlitzer See nimmt weiter Gestalt an

Senftenberg/OT Sedlitz. Am 22. Juli 2026 konnte der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (ZV LSB) das offizielle Richtfest für das künftig markante Multifunktionsgebäude „KANU“ am Hafen der Sedlitzer Bucht am Sedlitzer See der LMBV mit Bauleuten und Gästen feiern.

Der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg beging diesen Meilenstein zusammen mit den Bauleuten und dem Berliner Architekturbüro Cubus Plan GmbH. Das Gebäude ist optisch einem umgedrehten Kanu nachempfunden und setzt ein wichtiges Zeichen für die touristische Erschließung des Lausitzer Seenlandes.

Beim Richtfest war die zukünftige Kubatur des „umgekippten Kanus“, wie Landrat Alexander Erbert den Bau bezeichnete, bereits gut zu erahnen. Das Holzgerippe aus 16 Rahmenbindern ergibt die Form eines umgedrehten Kanus und soll zeigen, dass der Landschaftswandel „alles auf links dreht“ und künftig ein Hingucker für Seenland-Gäste sein wird, so Senftenbergs Bürgermeister Andreas Pfeiffer. Ein Kanu, das im Wasser fahren soll, wird gewöhnlich so gebaut, indem es zunächst auf dem Kopf steht. Beim Kanu-Haus werde so der „Fortschritt des entstehenden Seenlandes“ präsentiert, so die Architekten.

Die Außenhülle aus Holz auf 16 Brettsperrholzbindern überwölbt rund 760 Quadratmeter Fläche, davon 387 Quadratmeter Nutzfläche. Das Gebäude, dass 2027 fertig gestellt werden soll, dient künftig als Wasserwanderstützpunkt und bietet Aufenthalts- und Umkleideräume, Sanitäranlagen und die Möglichkeit für einen Imbisses. Auch das das Büro des Sedlitzer Ortsvorstehers Frank Ciesielski wird dort angesiedelt sein. Die Inbetriebnahme ist für den Frühsommer 2027 zum Start der dortigen Wassersportsaison vorgesehen.

Am 23. Juli 2025 war der erste Spatenstich für das Gebäude getätigt worden. Fast genau zwölf Monate später erfolgte jetzt das Richtfest. Im abgelaufenen Jahr mussten vom ZV LSB manche Herausforderungen gelöst werden. Insbesondere der Baugrund mit Resten aus der früheren Bergbautätigkeit hatte für einen erhöhten Aufwand gesorgt, da dort ein Geogitter ergänzend eingebracht werden musste, um mögliche Setzungen des Bodens zu vermeiden.

Das „umgedrehte Kanu“ ist das Ergebnis eines Wettbewerbs, den einst der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg als Bauherr ausgeschrieben hatte. Als Gewinner ging das Büro Cubus Plan GmbH hervor. Die Firma bezeichnet das Sedlitzer Kanu-Haus als „Transformation von Technik zu Natur“. Das Gebäude soll die Nutzung für Wassersport und Tourismus ausstrahlen, die Identität des Ortes erlebbar machen und als Landmarke wirken. Die Ideen für das Kanu-Gebäude waren bereits vor zwanzig Jahren zusammen mit den Sedlitzer und den Planern der LMBV im Rahmen der IBA-Ideenfindungen mit entwickelt worden, wie die Landschaftsarchitektin Elke Löwe anmerkte. (UST)

Der Richtmeister bei seinem Richtspruch.

Fotos: Dr. Uwe Steinhuber


Zwei Tourismus-Ministerinnen zu Gast am Rostigen Nagel

Tourismusverband, Zweckverband und LMBV begrüßten die Ministerinnen Klement und Klepsch im Lausitzer Seenland

Senftenberg/OT Kleinkoschen. Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement und Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch besuchten am 21. Juli 2026 das Lausitzer Seenland. Hintergrund der gemeinsamen Visite der beiden Ministerinnen im Lausitzer Seenland ist die grenzübergreifende Förderung des Strukturwandels und des Tourismus.

Die beiden Ministerinnen besuchten auch den „Rostigen Nagel“ am Sornoer Kanal.  Sie wurden dort u. a. auch von den Geschäftsführern der LMBV herzlich begrüßt. Der „Rostige Nagel“ als markante Landmarke und Aussichtsturm aus Cortenstahl liegt direkt an der Grenze der beiden Bundesländer und ist ein zentraler Anlaufpunkt für den sich ausweitenden Rad- und Wassertourismus im Seenland. Die Landesregierung in Brandenburg hatte hierfür bereits Förderungen für die Neugestaltung und den Service am „Rostigen Nagel“ inklusive eines Bootsanlegers und neuen Aufenthaltsbereichen für den ZV LSB bereitgestellt.

Die Ministerinnen wurden von Kathrin Winkler, Geschäftsführerin des TV LS, Martin Wolf vom ZV LSB und dem Lausitzbeauftragten Dr. Klaus Freytag sowie dem Ersten Beigeordneten des Landrats OSL Robert Weidner und den LMBV-Geschäftsführern begleitet. Die LMBV-Geschäftsführung erläuterte den umfangreichen Sanierungsauftrag, der in den letzten Monaten mit der Freigabe der Überleiter zum Sedlitzer See verbunden war und gab einen Ausblick auf die kommenden Herausforderungen.

Zuvor waren die Ministerinnen an den IBA-Terrassen am Großräschener See zu Gast. Anlass des dortigen Besuchs war die offizielle Übergabe eines Förderbescheids für den dritten Bauabschnitt zum Ausbau des „Campus IBA-Terrassen“.  Zuvor waren bereits das neue Besucherzentrum in einem 1. Bauabschnitt gefördert worden. Weitere Mittel wurden für ein Co-Working-Space und Energiewerkstatt als 2. Bauabschnitt bereitgestellt.(UST)

Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement und Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch besuchten am 21. Juli 2026 das Lausitzer Seenland. Sie wurden von Kathrin Winkler, GF des TV LS, Martin Wolf vom ZV LSB und Dr. Klaus Freytag sowie dem Ersten Beigeordneten des Landrats OSL Robert Weidner und den LMBV-Geschäftsführern begleitet.

Fotos: Stephan Trutschler | U. Steinhuber 


Steinbachstollen: Hydraulischer Anschluss des Grubengebäudes erfolgt

Sondershausen/Steinbach. Am 16. Juli 2026, 9:30 Uhr erfolgte der hydraulische Anschluss des Grubengebäudes durch sprengtechnischen Nachriss der Wassersaige am Containerüberhauen. Mit dem sogenannten Nachstrossen erfolgte der entscheidende Schritt für die Wasserabsenkung auf das genehmigte Flutungsniveau. Damit ist die dauerhafte und sichere Ableitung der zusitzenden Wässer aus der Grube gegeben und der Neue Steinbachstollen hat seine Funktion übernommen. Ein wichtiger Meilenstein zur Sicherheit wurde damit erreicht.

Das Auffahren des Neuen Steinbachstollens war ein insgesamt anspruchsvolles Projekt. Geprägt von vielen geotechnischen Herausforderungen, die gemeinsam mit der ausführenden ARGE ( Schachtbau Nordhausen / Bergsicherung Ilfeld), dem Planer MMG, der örtlichen Bauüberwachung Geoconsult und allen beteiligten Kollegen der LMBV erfolgreich gemeistert wurden. Aktuell stehen noch die Haufwerksberäumung und das Sichern des Durchschlagsbereiches an.


Großbrandereignis Meuselwitz – LMBV legt nächste Schritte zur Brandbeseitigung fest

Leipzig/Meuselwitz. Am 14. Juli 2026 wurde innerhalb der LMBV das weitere Vorgehen zur Brandbeseitigung am und im Kohletrübebecken bei Meuselwitz festgelegt.

Der Einsatz eines Löschhubschraubers am Wochenende vom 10. bis 12. Juli 2026 erzielte nicht die gewünschte Wirkung. Die Rauchentwicklung konnte nur kurzzeitig reduziert werden. Die Auswertung der Drohnenaufnahmen mit Wärmebildkamera zeigte, dass durch das Aufbringen des Wassers die Oberfläche aufgewirbelt, aber tieferliegende Schichten nicht gelöscht werden konnten. Es ist daher kein weiterer Einsatz eines Löschhubschraubers geplant.

Die Hauptprobleme vor Ort sind weiterhin die eingeschränkte Verfügbarkeit von Wasser und dass die betroffene Fläche nicht betreten werden kann. Zudem ist das Brandereignis sehr dynamisch. Die Brandherde verlagern sich immer wieder und flammen an verschiedenen Stellen auf.

Verbreiterung der Brandschutzschneise soll Ausbreitung verhindern

Oberstes Ziel ist derzeit, die Ausbreitung des Brandes nach außen und damit das Übergreifen auf benachbarte Flächen zu verhindern. Dafür wird die bereits errichtete, 10 Meter breite Brandschutzschneise rund um die brennende Fläche um 20 Meter erweitert, so dass ein 30 Meter breiter Schutzstreifen entsteht. Dies erfolgt in Abstimmung mit  ThüringenForst. Der Schutzstreifen hat eine Länge von etwa einem Kilometer. Die erste Firma beginnt am 14. Juli 2026 mit den notwendigen Holzungen. Weitere Firmen sollen in den kommenden Tagen die Arbeiten unterstützen. Bereits vergangene Woche wurde eine bis zu 1,60 Meter tiefe Furche parallel zur Brandschutzschneise gezogen und mit Wasser und Netzmitteln gefüllt.

Provisorische Rohrleitungen zur Benetzung der Fläche sind in Vorbereitung

Zur Bekämpfung des unterirdischen Brandes soll das Kohletrübebecken kontrolliert mit Wasser benetzt werden. Die LMBV arbeitet derzeit daran, dass schnellstmöglich  zwei provisorische Rohrleitungen vom Restloch Zipsendorf über eine Strecke von rund vier Kilometern bis zum Kohletrübebecken verlegt werden können. Die Einholung der erforderlichen Zustimmungen der rund 30 betroffenen Flächeneigentümer hat bereits begonnen; die bisherigen Rückmeldungen sind durchweg positiv. Darüber hinaus müssen für den Leitungsverlauf eine Bahntrasse sowie eine Kreisstraße gequert werden. Die erforderlichen Abstimmungen mit den zuständigen Stellen laufen bereits. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen um einen Brunnen in unmittelbarer Nähe des Kohletrübebeckens zu bohren, um eine dauerhafte Wasserverfügbarkeit herzustellen ohne das öffentliche Wassernetz zu belasten.

Nach Fertigstellung der zwei Rohrleitungen wäre es möglich, rund 560 Kubikmeter Wasser pro Stunde in das Kohletrübebecken zu leiten. Mit dieser Wassermenge soll das acht Hektar große Areal gewässert werden, was bis zu 20 Tage andauern kann. Die LMBV geht aktuell auf mögliche Auftragnehmer zu. (UST | korr. 23.07.)

Die betroffene Fläche umfasst etwa acht Hektar. Durch im Boden befindliche Kohlereste entfachen sich immer wieder neue Brandnester.

Qualm verursacht Geruchsbelästigung, ist aber ungefährlich

Unverändert sind am Kohletrübebecken Mitarbeiter der LMBV sowie von externen Auftragnehmern täglich vor Ort. Mit Sprenklersystemen und dem verfügbaren Wasser werden die Brandherde bekämpft und die Rauchentwicklung nach Möglichkeit reduziert. Aus dem Leitungswassernetz der Stadt Meuselwitz stehen jedoch nur 60 Kubikmeter Wasser pro Stunde zur Verfügung.

Der Rauch verursacht eine erhebliche Geruchsbelästigung vor Ort und in den betroffenen umliegenden Gemeinden. Direkt in der Rauchfahne wird täglich der Gehalt von Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Schwefelwasserstoff und Methan gemessen. Die Prüfung der gemessenen Werte erfolgt anhand der für den Arbeitsschutz maßgeblichen Beurteilungsmaßstäbe für die eingesetzten Beschäftigten vor Ort. Ergänzend verweist die LMBV auf die Meldung der Zentralen Leitstelle Gera. Diese ist bei KATWARN als sicherheitsrelevante Information ohne direkte Gefährdung eingestuft. Vorsorglich wird dort empfohlen, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Klima- und Lüftungsanlagen abzuschalten. Unabhängig davon arbeitet die LMBV daran, die Rauchentwicklung mit den beschriebenen Maßnahmen zu reduzieren.

Die LMBV befindet sich zu den Gefahrenabwehrmaßnahmen in regelmäßigem Austausch mit den zuständigen Behörden und Ämtern, wie der Bergbehörde im Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN), der Stadt Meuselwitz und dem Landkreis Altenburger Land. Zur Höhe der entstandenen Kosten kann derzeit noch keine Angabe gemacht werden.

Hintergrund

Am 27. Juni 2026 kam es zu einem Großbrandereignis zwischen den Ortslagen Meuselwitz, Mumsdorf und Falkenhain. Betroffen ist eine stillgelegte Kohlebergbaufläche des ehemaligen Tagebaugebietes Rusendorf. Von diesem Brandereignis ist das Kohletrübebecken I in bergrecht- und eigentumsrechtlicher Zuständigkeit der LMBV betroffen. Der oberflächliche Brand konnte inzwischen weitestgehend gelöscht werden. Die Verantwortung für das Areal ging damit am 3. Juli 2026 von der Feuerwehr auf die LMBV über.

Fotos: LMBV/Christian Kortüm


Großbrandereignis Meuselwitz – LMBV bekämpft unterirdische Brände am Wochenende mit Hubschraubereinsatz

Meuselwitz. Am 27. Juni 2026 kam es zu einem Großbrandereignis zwischen den Ortslagen Meuselwitz, Mumsdorf und Falkenhain. Betroffen ist eine stillgelegte Kohlebergbaufläche des ehemaligen Tagebaugebietes Rusendorf. Von diesem Brandereignis ist das Kohletrübebecken I in bergrecht- und eigentumsrechtlicher Zuständigkeit der LMBV betroffen. Dieses Becken wurde u. a. von der MIBRAG bis 2013 zur Ascheeinspülung genutzt. Dementsprechend befinden sich im Boden Kohlereste, die sich zwischenzeitlich entzündet haben bzw. wodurch sich Brandnester entwickelten.

Löschhubschrauber kommt zum Einsatz

Der oberflächliche Brand konnte inzwischen gelöscht werden. Das Gefahrengebiet wird engmaschig überwacht. Nunmehr gilt das vordringliche Ziel, die unterirdischen Brände zu bekämpfen und die Rauchentwicklung einzudämmen. Dazu wurden verschiedene Gefahrenabwehrmaßnahmen durchgeführt bzw. befinden sich in Umsetzung und Vorbereitung.

Über das Wochenende vom 10. bis 12. Juli 2026 kommt ein Löschhubschrauber zum Einsatz. Der Hubschrauber wird 8 Stunden pro Tag im Einsatz sein und in dieser Zeit etwa 160.000 Liter Wasser pro Tag auf die vorher definierte Fläche transportieren. Das Wasser wird aus dem Restloch Zipsendorf entnommen, das sich ebenfalls im Eigentum der LMBV befindet.

Straßensperrung während des Flugbetriebes

Während der Löschhubschrauber im Einsatz ist, muss aus Sicherheitsgründen die Zufahrtsstraße zur Gefahrenstelle gesperrt werden. Von Freitagabend, 10.7.2026, bis Sonntagabend, 12.07.2026, ist deshalb die Kreisstraße K216 zwischen Mumsdorf und Falkenhain für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Der LMBV ist bewusst, dass die starke Geruchsbelästigung für die Anwohner eine große Belastung darstellt, vor allem für in den Ortschaften, die durch die nordwestliche Hauptwindrichtung permanent von der Rauchfahne betroffen sind. Zum aktuellen Zeitpunkt ist leider keine Prognose möglich, wie schnell die Löscharbeiten an den unterirdischen Bränden zu Erfolg führen und damit die Rauchbelästigung gemindert bzw. abgestellt werden kann.


Türkische Vize-Umweltministerin auf Einladung des Bundesumweltministeriums auf dem Bergheider See

Türkisch-Deutscher Austausch bei Seerundfahrt auf dem AQUAFORUM

Senftenberg/Lichterfeld. Am 2. Juli 2026 besuchte die stellvertretende türkische Umweltministerin Fatma Varank auf Einladung des BMUNK das Besucherbergwerk F 60 und das AQUAFORUM auf dem Bergheider See. Sie wurde von Rita Schwarzelühr-Sutter, der Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit und weiteren Mitarbeitern begleitet.

Die LMBV war stellvertretend zu einer regionalen Gesprächsrund dazu geladen worden, wo u. a. Alena Friedrich, Projektmanagerin bei ZV LSB und Marcus Ott, Leiter des Sachgebiets Wirtschaft und Förderung beim Landkreis Oberspreewald-Lausitz (OSL) zu lokalen KoMoMa-Projekten am Senftenberger und Sedlitzer See vortrugen.

Der Lausitz-Beauftragte des Landes Brandenburg. Dr. Klaus Freytag, hatte in das Thema des Klimaschutzes und des geplanten Kohleausstiegs und den damit verbundenen Herausforderungen im Land Brandenburg eingeführt. Gerd Richter, LMBV-Sanierungsbereichsleiter, erklärte insbesondere die Rolle der LMBV im Lausitzer Strukturwandel nach der Deutschen Einheit.

Susanne David von der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH, in der rund 1.000 Beschäftigte verteilt auf die Standorte Berlin, Bonn und Cottbus arbeiten, stellte das Konzept KoMoNa vor. KoMoNa steht dabei für „Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen“. Es handelt sich dabei um ein Förderprogramm des Bundesumweltministeriums.

Diese Vorstellung wurde von Dr. Kai Winkelmann ergänzt. Er leitet beim Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI) das Fachgebiet „Think Tank und Cluster Dekarbonisierung der Industrie“. Das in Cottbus ansässige KEI wird von der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH betrieben und arbeitet im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums und des Bundesumweltministeriums.

Der Klimatologe Dr. Martin Kühne sprach für Grünen und die schon lange existierende Umweltgruppe Cottbus und setzte sich kritisch mit der großen Wasserfläche des Cottbusser Ostsees der LEAG auseinander. Er betonte dabei die Notwendigkeit eines effektiven Wasserrückhalts in der Lausitz und wünschte sich vom Bergbautreibenden kleiner gestaltete künftige Bergbaufolgeseen.

Die stellvertretende türkische Umweltministerin Fatma Varank, die regelmäßig zu politischen Konsultationen - wie etwa im Rahmen des hochrangigen Deutsch-Türkischen Klima- und Umweltlenkungsausschusses oder des Petersberger Klimadialogs - nach Berlin reist, zeigte sich sehr aufgeschlossen gegenüber dem sich vollziehenden Landschaftswandel in der Lausitz, auch vor dem imposanten Hintergrund der stillgesetzten Arbeitsmaschine F 60, die sie zuvor besucht hatte. (UST)

Gruppenbild der Delegation vor der imposanten Kulisse der F 60.

Fotos: Dr. Uwe Steinhuber


Flächenbrand am Restloch Rusendorf ist eingedämmt und unter Kontrolle

LMBV-Dank an alle beteiligten Einsatzkäfte für die Brandbekämpfung

Meuselwitz. Der Brand auf der Waldfläche zwischen Mumsdorf und Falkenhain ist unter Kontrolle, so informierte das Landratsamt Altenburger Land. Das Feuer konnte eingedämmt werden, gilt jedoch weiterhin als nicht gelöscht.

Der Großbrand war am Samstagnachmittag, den 27. Juni 2026, im Bereich Mumsdorf, nahe Meuselwitz entstanden und hatte sich auf zwischenzeitlich mehrere Hektar ausgebreitete. Ein Großteil der betroffenen Fläche befindet sich im Eigentum der LMBV.

Der Brandbereich befindet sich im räumlichen Geltungsbereich des – mit der MIBRAG – gemeinschaftlichen Abschlussbetriebsplanes (ABP) Restloch Rusendorf (Teil I – ohne Feststoffkippe). Mitarbeiter von MIBRAG und LMBV wurden über die reguläre Meldekette informiert und waren am 28. Juni 2027 vor Ort, um mit der Feuerwehr die betretbaren Bereiche abzustimmen. Die Technischen Einsatzleitung (TEL) der Stadt Meuselwitz leitete und koordinierte den Löscheinsatz. Am 2. Juli 2026 fand in den Räumlichkeiten der Freiwilligen Feuerwehr Meuselwitz eine Besprechung zur aktuellen Entwicklung des Großbrandes und zur koordinierten Übergabe an die Flächeneigentümerin statt. 

Das Brandgebiet wird ab sofort auch weiter engmaschig überwacht: Es wird von Sicherheitskräften mehrmals täglich bestreift und per Drohne mit Wärmebildkamera zwei- bis dreimal am Tag überflogen. Sollte es wieder stärker brennen oder eine Ausbreitung des Brandes drohen, rücken die Feuerwehren erneut aus.

Voraussichtlich am Mittwoch, den 8. Juli 2026, wird die Fläche an die LMBV als Eigentümerin übergeben. Die weitere Beobachtung und Maßnahmen zur Bekämpfung des im Erdreich schwelenden Brandes sowie die spätere Sanierung der Fläche erfolgen dann durch die Eigentümerin, informierte das Landratsamt Altenburger Land am 6. Juli 2026. (UST)

Bernd Sablotny, Geschäftsführer der LMBV (3.v.l.), und Elke Kreische-König, Leiterin des Sanierungsbereichs Mitteldeutschland der LMBV, (4.v.l.) informierten sich am 30.06.2026 über die Situation vor Ort.

Das Ergebnis einer Ursachenermittlung durch die zuständigen Feuerwehr-/Polizeibehörden ist noch nicht bekannt. Es waren bisher keine Personenschäden zu vermelden. Betriebs- und Sachschäden können erst nach Abschluss der Löscharbeiten ermittelt werden.

Die Geschäftsführer der LMBV und die Leitung des Sanierungsbereiches Mitteldeutschland danken allen Einsatzkräften, die in den zurückliegenden Tagen die Brandbekämpfung engagiert durchgeführt und geleitet haben.

Fotos/Karte: LMBV


Der Silbersee ist zum Baden und Bootfahren freigegeben

Senftenberg/Lohsa. Nach erfolgreichem Abschluss der bergmännischen Sicherungsmaßnahmen am Silbersee durch die LMBV und aller behördlichen Prüfungen steht der See pünktlich zur Sommerferiensaison allen Bürgerinnen und Bürgern sowie Gästen der Region wieder zum Erholen, Verweilen und Baden zur Verfügung. Durch die geotechnisch notwendigen Sicherungsmaßnahmen war der See in großen Teilen für die Nutzung gesperrt worden.

Im Silbersee kann zukünftig nicht nur gebadet werden, sondern auch das Befahren der Wasserfläche mit kleinen nichtmotorisierten Booten oder Wassersportgeräten ist im ausgewiesenen Bereich wieder möglich. Die nutzbare Wasserfläche ist durch Bojenketten gekennzeichnet. Der Bereich des Mortkaer Sees sowie der Verbindungskanal dorthin sind aus naturschutzrechtlichen sowie geotechnischen Gründen weiterhin von einer Nutzung ausgeschlossen.

Die Zulassung für den Gemeingebrauch wurde am gestrigen Tag durch den Landkreis veröffentlicht: https://www.landkreis-bautzen.de/download/landrat/Elektronisches_Amtsblatt_262026_vom_01.07.2026.pdf

Lohsaers Bürgermeister Thomas Leberecht, Mitarbeiter des Projektmanagements der LMBV, die neuen Pächter des Campingplatzes am Silbersee und zahlreiche Schüler der Lohsaer Oberschule gaben den Startschuss für die Badesaison. Sie ließen es sich nicht nehmen gemeinsam offiziell anzubaden.

Historie:

Der Silbersee ist ein geflutetes Tagebaurestloch. Das Gewässer entstand durch die Flutung des ehemaligen Tagebaues Werminghoff II, der von 1935 bis 1960 betrieben wurden. 53 Millionen Tonnen Braunkohle wurden hier gefördert. Nach der Stilllegung begann bereits zu DDR-Zeiten die Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft. Die einstige Grube diente jedoch hauptsächlich als Brauchwasserspeicher. Das Landschaftsschutzgebiet „Speicherbecken Lohsa“ sollte seit 1957 gleichzeitig zu einem Erholungsgebiet mit Naturschutzbereichen ausgebaut werden. Aus diesem Grund erfolgte am Silbersee eine vielfältige Reliefgestaltung mit kulturfreundlichen Böden. Nicht landwirtschaftlich genutzte Kippen wurden aufgeforstet oder der natürlichen Sukzession überlassen. Die Restlöcher Friedersdorf und Mortka flutete man 1971 planmäßig mit Spreewasser. Nur bestimmte Uferbereiche sind bis heute für die Erholung nutzbar, denn an einigen Stellen drohen Rutschungen. Unterirdische Entwässerungsstrecken hatte man teilweise nicht verfüllt, so dass sie im Laufe der Zeit einbrechen und zu Bergschäden führen könnten. Besonders nachdem es 1971 zu Rutschungen in der Nähe der Ortslage Mortka kam, mussten größere Gebiete gesperrt werden. Da der Mensch diese Areale nicht betreten durfte, konnte sich die Tier- und Pflanzenwelt hier ungestört entwickeln.

Mit dem Ende der Braunkohle-Ära wurden die Wasserhaltungen in den einstigen Tagebauen eingestellt und der Grundwasserspiegel stieg in der Lausitz flächendeckend wieder an, was ein Risiko für Rutschungsereignisse in den Kippenarealen mit sich bringt.

Sicherungsarbeiten am See:

Daraufhin führte die LMBV im Auftrag des Sächsischen Oberbergamtes die geotechnisch notwendigen Sicherungsmaßnahmen durch, um die Uferbereiche am Silbersee zu stabilisieren und eine sichere Nutzung auch in Zukunft zu ermöglichen.

In den Jahren 2012 bis 2016 wurde die setzungsfließgefährdete einstige Abraumkippe im Osten des Silbersees, an der Bahnstrecke Knappenrode-Horka, aufwendig mit einer Tiefenverdichtung gesichert. Die Bahnstrecke wurde für die Sicherungsarbeiten gesperrt. Danach wurde in den Jahren 2020/21 das Gelände des Hochwasserschutzlagers wieder hergestellt und eine Einsetzstelle errichtet.

Zuletzt wurde der Untergrund am Friedersdorfer Strand ab 2024 tiefenverdichtet, sodass in der Saison 2025 bereits ein kleiner Badebereich wieder genutzt werden konnte. Ab der Saison 2026 steht der Silbersee der Allgemeinheit gemäß Genehmigung und den Grenzen des Gemeingebrauches zur Verfügung.

Fotos: LMBV/Gernot Menzel und Steffen Rasche


Historischer Meilenstein erreicht: Bergbausanierer LMBV gibt drei weitere Kanäle für die Schifffahrt frei

Es entsteht ein neuer "Fünf-Seen-Verbund" im Lausitzer Seenland

Senftenberg. Ein visionäres Großprojekt der Braunkohlesanierung wurde Wirklichkeit. Ab dem 29. Juni 2026 sind der Senftenberger See, Geierswalder See, Partwitzer See, Sedlitzer See und Großräschener See erstmals komplett über schiffbare Kanäle miteinander verbunden. Wassersportler und Freizeitkapitäne können das Kerngebiet des Lausitzer Seenlandes nun ohne Umsetzen befahren. Der Sedlitzer See, mit rund 1.400 Hektar der größte Freizeitsee der Region, fungiert dabei als die zentrale maritime Drehscheibe.

Vom Bergmann zum See(n)mann: Erfolgreiche Sanierung

Jahrzehntelang haben Generationen von Bergleuten und Sanierern an der Wiedernutzbarmachung der vormaligen Tagebaue gearbeitet. Mit der Freigabe der Überleiter 8 (Rosendorfer Kanal), 10 (Sornoer Kanal) und 11 (Ilse-Kanal) schließt die LMBV ein Kernstück ihrer Sanierungsarbeit ab. „Dieser Verbund ist ein riesiger Schritt nach vorn, den wir gemeinsam mit unseren Partnern in der Region würdigen“, betont Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung. „Hauptaufgabe des Bergbausanierers war und ist es, sichere Landschaften nach dem Kohleabbau für eine nachhaltige Nachnutzung zu schaffen. Mit dem nun vollendeten Verbund übergeben wir ein einzigartiges Wasserparadies an die Menschen vor Ort und den Tourismus.“ B. Sablotny weiter: „Wir standen als Bergbausanierer vor vielen Herausforderungen, die die LMBV nur gemeinsam mit ihren vielen Partnern meistern konnten.“

Länderübergreifender Festakt auf und am Wasser

Die Bedeutung des Projekts für den Strukturwandel im sächsisch-brandenburgischen Revier wurde auch durch den prominent besetzten Festakt am Nordufer des Sedlitzer Sees unterstrichen:

  • Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke startete im Hafen Großräschen und reiste in Begleitung von LMBV-Chef Bernd Sablotny und dem Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, Alexander Erbert, per Boot durch den Ilse-Kanal an.
  • Ministerpräsident Michael Kretschmer legte zeitgleich im sächsischen Hafen Geierswalde ab. Begleitet vom Kaufmännischen LMBV-Geschäftsführer Torsten Safarik und dem Bautzener Landrat Udo Witschas passierte er den Sornoer Kanal.
  • Beide Delegationen trafen am zentralen Festplatz am Sedlitzer Seeufer ein, um den Seenverbund gemeinsam mit der Ostbeauftragten des Bundes, Elisabeth Kaiser, symbolisch der Region zu übergeben.

Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke betonte aus diesem Anlass: „Heute ist ein bedeutender Tag für die Lausitz, für Brandenburg und Sachsen: Mit der Eröffnung des Seenverbundes wird der tiefgreifende Wandel der Region ganz besonders sichtbar. Aus dem Kohlerevier wird Europas größtes künstliches Wassersportrevier. Ich bin dankbar für die gemeinsamen Kraftanstrengung von Bund, Ländern, Kommunen und Bergbausanierern. Die Wiedernutzbarmachung der durch die Tagebaue beanspruchten Gebiete ist ein ökologische Großprojekt, das zu den beeindruckendsten Erfolgsgeschichten der Wiedervereinigung zählt. Brandenburg und Sachsen haben sich früh gemeinsam dazu bekannt, eine zusammenhängende touristische Wasserlandschaft zu entwickeln. Mit der heutigen Freigabe der Kanäle zwischen den Tagebauseen wird das Realität. So feiern wir heute den Wandel der Lausitz vom Braunkohlerevier zur Region mit moderner Forschung und Wirtschaft - und besten touristischen Perspektiven."

Ministerpräsident Michael Kretschmer: Das Lausitzer Seenland ist ein Paradebeispiel für gelungenen Strukturwandel und eine gute länderübergreifende Zusammenarbeit. Wo einst Braunkohle gefördert wurde, entstehen heute attraktive Orte für Erholung, Tourismus und wirtschaftliche Entwicklung. Das zeigt eindrucksvoll, welche Chancen in diesem Wandel liegen und welche neuen Perspektiven für die Menschen, Kommunen und Unternehmen entstehen können. Sachsen unterstützt diese positive Entwicklung und hat sich bislang mit mehr als 28 Millionen Euro Landesmitteln an der Herstellung der Seenlandschaft beteiligt. So gestalten wir den Wandel unserer Region aktiv mit und schaffen aus den Hinterlassenschaften des Braunkohlebergbaus attraktive Tourismusziele und lebenswerte Erholungsräume.“

Sornoer Kanal - Blickrichtung zum Sedlitzer See

Neue touristische Perspektiven und Wasserqualität

Für die Urlaubsregion zwischen Berlin und Dresden ergeben sich völlig neue Dimensionen. Die schiffbaren Verbindungen verknüpfen moderne Marinas, Strände und Radwege zu einem zusammenhängenden Erlebnisraum. Kürzlich wurde zudem die neue Sedlitzer Marina mit modernen Steganlagen fertiggestellt. Auch qualitativ überzeugt das Revier: Die beteiligten Gewässer weisen inzwischen allesamt ein stabiles, pH-neutrales Milieu auf und bieten hervorragende Bedingungen für Badegäste und Wassersportler.

Am Nachmittag wurde der historische Moment zusätzlich durch die „5-Seen-Challenge“ gefeiert. Zum Live-Event, bei dem viertausend Menschen in der gesamten Region fast zeitgleich mit blauen Badekappen ihre Strände eroberten und so symbolisch den neuen Seenverbund einweihten, erklärte Bernd Sablotny: „Ohne den Tourismusverband und die Zweckverbände Lausitzer Seenland Brandenburg und Sachsen wären wir heute nicht hier. Sie werden künftig diese Tagebaurestlöcher, die wir als Bergbausanierer zu Seen gestaltet, geflutet und die umliegenden Flächen gesichert haben, nachnutzen und weiterentwickeln zu aller Wohl.“

Pressekontakt für Rückfragen: Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) Unternehmenskommunikation / Pressestelle | E-Mail: pressesprecher@lmbv.de | Website: www.lmbv.de | FAQ zum Seenverbund: https://www.lmbv.de/aufgaben/nachnutzung/eroeffnung-des-seenverbundes-im-lausitzer-seenland/

Fotos: Steffen Rasche für LMBV


Probebetrieb für Sedlitzer Ableiter hat begonnen

Erstes Wasser in den künftigen Bewirtschaftungskanal zum Testen eingeleitet

Senftenberg. Nach der baulichen Fertigstellung des Ableiters Sedlitz konnte der Bergbausanierer LMBV am 23. Juni 2026 den symbolischen Schieber für den ersten Testlauf mit Wasser aus dem Sedlitzer See ziehen. Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter Lausitz, gab dafür das Signal, wenig später wurden die ersten bis zu 80 Liter pro Sekunde Wasser in den Ableiter Sedlitz über einen Bypass eingespeist.

Die LMBV konnte neben den zuständigen Behörden auch die an der Projektierung sowie die am Bau Beteiligten herzlich begrüßen. Auch der Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, Alexander Erbert und Andreas Pfeiffer, Bürgermeister der Stadt Senftenberg, waren der Einladung zum Start des Probebetriebs gefolgt.

Für das Lausitzer Seenland ist der Bau des Ableiters Sedlitz bedeutsam. Gemeinsam mit den bereits vorhandenen Überleitern zwischen den Seen wird künftig ein koordiniertes Wassermanagement möglich sein.

Für die 2.800 Meter lange Gewässerverbindung zwischen Sedlitzer See und Schwarzer Elster, die über Kippengelände führt, waren eine Vielzahl von Vorarbeiten nötig. Die Rütteldruckverdichtung einer  Trasse in den Ausmaßen von 250 Länge, 60 Meter Breite und bis zu 40 Meter Teufe konnte dabei in den Jahren 2018 und 2019 realisiert werden. Dabei wurden 600.000 m³ Kippenboden verdichtet.

In einem weiteren Bauabschnitt wurden mittels Rüttelstopfverdichtung zwischen 2019 und 2021 etwa 4.560 verdichtete Säulen in den Untergrund auf 1.200 Meter Länge, 60 Meter Breite und einer Teufe von 25 Meter eingebracht. Der Ausbau des Gerinnes des Ableiters folgte in den Jahren 2022 bis 2026 auf einer Länge von 2.800 m. Dieses Gerinne hat eine Sohlbreite von sieben Metern. Die Böschungen wurden in einem Verhältnis von 1:2 hergestellt, um eine Abflussmenge von bis zu drei m³/s bei Mittelwasserverhältnissen zu bewältigen zu können. Die Fertigstellung konnte im Juni 2026 erreicht werden.

Im Rahmen der Bergbausanierung sind für den Ableiter Sedlitz seit 2013 rund 55,3 Mio. € aufgewendet worden, einschließlich der vorlaufenden Verdichtung des Kippenbodens. Mit dem Bauwerk erfolgt die Anbindung von später acht hydraulisch miteinander verbundenen Bergbaufolgeseen mit künftig rund 5.600 Hektar Wasserfläche an das Gewässernetz: Dazu zählen zunächst der Großräschener See, der Sedlitzer See, der Geierswalder See und Partwitzer See. Später kommen noch der Neuwieser See, der Spreetaler See, der Sabrodter See und der Blunoer Südsee dazu. (UST)

Gemeinsam zum Erfolg: Start des Probebetriebs

Der nun gestartete Probebetrieb ist in Abstimmung mit LfU und dem LBGR in zwei Phasen unterteilt. In der ersten Phase folgen nach einer Nullmessung der relevanten Grundwassermessstellen entlang des Ableiters weitere sechs Arbeitsschritte:

  • Schritt 1 (23.06.2026): Füllen des Gerinnes über Wassergüteleitung an der Wehranlage bis Wasserstand Schwarze Elster am 23./24.06.26: Verharrungszustand und Kontrolle der Böschungen des Gerinnes nach ca. 24 Stunden
  • 06.2026: Rückbau Fangedamm am Sielbauwerk (danach stellt sich im gesamten Neubaugerinne Wasserstand der Schwarzen Elster ein)
  • Schritt 2 (26.06.2026): Inbetriebnahme Wassergütemessung und Überprüfung Messwerte
  • Schritt 3 (30.06.2026): Beginn Untersuchung Leistungsfähigkeit Gerinne mit begleitenden Messungen
  • Schritt 4: Inbetriebnahme Laufzeitdifferenzenverfahren und Pegel Messstrecke sowie Überprüfung Wassermengenermittlung
  • Schritt 5: Schrittweise Erhöhung Durchfluss bis max. 0,5 m³/s inkl. Messungen
  • Schritt 6: wenn Schritte 1 – 5 erfolgreich, Entscheidung Probebetriebskommission über Rückbau Spundwand am Pumpwerk Rainitza

In der Probebetriebsphase 2 folgen weitere Aufgabenschritte:

  1. Schritt: Schließen des Sielbauwerkes und kontrolliertes Füllen des Gerinnes über Wehranlage bis max. + 101,00 m NHN, anschließend Verharrungszustand und Kontrolle der Gerinneböschungen nach mind. 24 Stunden
  2. Schritt: Entleerung des Gerinnes durch schrittweises Öffnen des Sielbauwerkes
  3. Schritt: Weiterführung der Untersuchung der hydraulischen Leistungsfähigkeit der Wehranlage, schrittweise Erhöhung der Durchflüsse bis max. 3,0 m³/s, begleitende Messungen
  4. Schritt: Beginn ses vorläufigen Betriebs nach Abschluss aller Untersuchungen
  5. Schritt: Abschluss des Probebetriebs mit Berichterstattung und Freigabe durch OWB und LBGR
Hintergrund: Der Ableiterbau hat eine lange Vorgeschichte.

Das Bauprojekt bestand aus mehreren Bauabschnitten mit verschiedenen Teilaufgaben:

  • temporäre Umverlegung der Rainitza und Abbruch des Rainitza-Gerinnes
  • Vorbereitung und Verdichtung der vorgesehenen Trasse
  • Bau eines Wehrs als Auslaufbauwerk Sedlitzer See
  • Errichtung eines Sielbauwerks als Hochwasserschutzanlage und Anbindung an die Schwarze Elster
  • Herstellung des Ableiterprofils mit temporärer Bauwasserhaltung
  • Bau eines Trogbauwerks unter der B96
  • Herstellung einer Wildbrücke
  • Bau eines sandgeschlemmten Wirtschaftswegs
  • Anbindung der Rainitza an den Ableiter und Rückbau der umverlegten Rainitza

Fotos: Dr. Uwe Steinhuber | Gernot Menzel | Christian Horn