Sperrbereiche und Verhaltensanforderungen unbedingt beachten!

Die LMBV betreibt in der Lausitz und im Raum Mitteldeutschland als bergrechtlich verantwortliche Projektträgerin Sanierungsbergbau inklusive Planung, Ausschreibung, Vergabe, Kontrolle und Abnahme der Sanierungsarbeiten mit dem Ziel der Beendigung der Bergaufsicht stillgelegter Bergwerke

Dabei sind zahlreiche berg- und wasserrechtliche Sanierungs- und Sicherheitsmaßnahmen noch nicht gänzlich abgeschlossen und zum Schutz der Bevölkerung so genannte geotechnische Sperrbereiche ausgewiesen.
Diese sind mit Schildern gekennzeichnet.
Im geotechnischen Sperrbereich besteht eine latente Gefahr für die Sicherheit. Das Betreten oder Befahren dieser Bereiche ist verboten.

Die LMBV weist darauf hin, folgende Verhaltensanforderungen einzuhalten:
Alle Warn- und Hinweisschilder entlang der durch die LMBV freigegebenen Wirtschaftswege sind unbedingt zu beachten! Die Nutzung der durch die LMBV freigegebenen Wirtschaftswege erfolgt auf eigene Gefahr.

In Teilen der Kippenflächen ehemaliger Tagebaue sind aufgrund der noch erforderlichen Sicherung Sperrbereiche ausgewiesen, die durch Beschilderung „Sperrbereich –  Betreten verboten – Lebensgefahr“ kenntlich gemacht sind.

Im Sperrbereich besteht die Gefahr
• von Geländeeinbrüchen und Setzungsfließereignissen aufgrund von Bodenverflüssigungen
• von Böschungsrutschungen, Böschungserosionen und deren Auswirkungen
• einer nicht ausreichenden Tragfähigkeit der Oberfläche
• von Bodensenkungen, Tagesbrüchen
• tiefen Erosionsrinnen
In den zur Nutzung freigegebenen Flächen der Bergbaufolgeseen dürfen die mit gelben Bojen gekennzeichneten zugelassenen Seebereiche nicht verlassen werden. Die Bereiche hinter den Bojenketten sind noch nicht gesichert und somit rutschungsgefährdet.
Jedes Betreten oder Befahren kann ein Initial für das Auslösen von Böschungsrutschungen und deren Auswirkungen (z. B. Nachbrüche, Schwallwellen) darstellen. Weitere Gefahren bestehen in der Wind-/Wellenabrasion (Kliffbildung) und deren Auswirkungen (z. B. Nachbrüche) sowie tiefen Erosionsrinnen.
Die ausgewiesenen Sperrbereiche sind über das Geoportal der LMBV jederzeit aktuell einsehbar.
Bitte beachten Sie, dass sich jederzeit kurzfristige Änderungen der geotechnischen Sperrbereiche ergeben können und informieren Sie sich im Geoportal der LMBV.


Erneuerung der Ausbauelemente im Freieslebenschacht-Querschlag

Sondershausen/Mansfeld. Der Freieslebenschacht II, mit einer Teufe von 132 Meter, stellt heute noch ein zentrales bergbautechnisches Element für die Überwachungs- und Kontrolltätigkeit durch den Sanierungsbereich Kali-Spat-Erz der LMBV im Kupferschieferbergbaurevier der Mansfelder Mulde dar.

Namensgeber des Schachtes war der Geheime Finanzrat und Hauptfunktionär der Mansfelder Gewerkschaft Otto von Freiesleben.

Vom Schacht aus erfolgt bis zum 20 Kilometer entfernten Mundloch halbjährlich eine zweischichtige Kontrollbefahrung des Schlüsselstollens. Dieser wiederum dient als zentraler Wasserlösestollen der hydraulischen Entlastung des gefluteten Grubengebäudes. Damit hat der Schlüsselstollen eine wesentliche Langzeitfunktion für die öffentliche Sicherheit im Territorium.

Entsprechend ist die Unterhaltung und Überwachung des Schlüsselstollens einschließlich der dafür notwendigen Schächte, Lichtlöcher und Rettungswege im angrenzenden lufterfüllten Altbergbau im Abschlussbetriebsplan und im Überwachungsbetriebsplan für den Kupferschieferbergbau festgeschrieben und langfristig erforderlich. Mit dem Teufbeginn 1868 folgten zehn Jahre umfangreicher Vortriebsarbeiten unter teils widrigsten Bedingungen.

Die starken Wasserzutritte aus dem Gebirge führten zum zwischenzeitlichen Absaufen des Schachtes und machten den erstmaligen Einbau von Tübbingen als Schachtausbauelemente im Kupferschieferbergbau notwendig. Von 1877 bis 1917 diente der Schacht der Kupferschiefer- Förderung. Anschließend zur Wasserhaltung und Bewetterung der Grubenbaue genutzt, wurde der Freieslebenschacht II bei Beendigung des aktiven Bergbaus in der Mansfelder Mulde um 1969 bis zum Niveau Schlüsselstollen verfüllt und das darunter befindliche Grubenfeld geflutet.

Heute wird die denkmalgeschützte Tageschachtanlage für das Monitoring des angestauten Wassers in der Mansfelder Mulde und für Seil-/Materialfahrten im Zusammenhang mit den Kontrollbefahrungen des Schlüsselstollens genutzt. In dem 140 Meter langen Querschlag vom Schacht zum Stollen sind insbesondere auf den letzten 20 Meter Firste mit Kappen aus Eisenbahnschienen und Verzug (eingestapeltes taubes Gestein) gesichert.

Die Auswirkungen der feuchten Umgebung führen zu einer starken Korrosion der Sicherungselemente, sodass die Standsicherheit nur noch bedingt gegeben war. Die LMBV beauftragte die DMT-Niederlassung Leipzig mit der Planung und die BST Mansfeld GmbH mit den entsprechenden Instandsetzungsarbeiten. Nach der Baustelleneröffnung begann der Auftragnehmer am 29. Juli 2019 mit der Baustelleneinrichtung im über- und untertägigen Bereich.

Das Rauben des alten Stahlausbaus mit den darüber liegenden Lockermassen stellt für den gesamten Bauabschnitt eine Herausforderung dar. Unter Nutzung von temporäreren Sicherungsausbauen in Form von Holzstempeln wird der Ausbau kontrolliert zum Einsturz gebracht. Nach dem Herstellen der First- und Stoßsicherheit wird der endgültige Ausbau mittels Anker und Spritzbeton hergestellt. Bedingt durch das Antreffen von vorher unbekanntem Altbergbau wurde die Technologie teils durch Stahlkappen statt Anker geändert.

Im Kreuzungsbereich mit dem Schlüsselstollen ist die Situation durch eine Spannweite der Kappen von vier Meter und den Grad der Korrosion deutlich kritischer. Hinzu kommt die lagenweise Auflockerung in der Firste (dünnbankiger Rotliegend-Sandstein), sodass diese Bereiche bis zum standfesten Gebirge zurückzubauen sind. Diese Arbeiten sind ausschließlich händisch durchzuführen und setzen Erfahrung und Achtsamkeit voraus. Erst dann kann die Technologie für den o.g. Endausbau angewendet werden.

Bis Ende Februar 2020 werden die Instandsetzungsarbeiten im Querschlag und dem anschließenden Schlüsselstollen noch andauern. Die notwendige sichere Befahrung des Querschlags als Ausgangspunkt für die dauerhaften Kontrollen des Entwässerungsstollens der Mansfelder Mulde wird damit erreicht.

Impressionen von den untertägigen Sanierungsarbeiten - eingefangen von Heiko Grabowski | LMBV


Assessor des Bergfachs Bernd Sablotny ist neuer Technischer Geschäftsführer der LMBV

Planmäßiger Führungswechsel beim Bergbausanierer

Senftenberg. Am 2. Januar 2020 hat der vom Gesellschafter neu berufene Technische Geschäftsführer der LMBV, Dipl.-Ing. und Assessor des Bergfachs Bernd Sablotny, in Senftenberg seine Arbeit aufgenommen.

Der 56-Jährige Bergbau-Experte folgt auf Klaus Zschiedrich, der zum Jahresende 2019 in den Ruhestand getreten war. Gemeinsam mit dem Kaufmännischen Geschäftsführer Dr. Hans-Dieter Meyer leitet Bernd Sablotny nun den Bergbausanierer.

Bernd Sablotny studierte von 1984 bis 1990 Bergbau an der RWTH Aachen. Nach dem Referendariat und der großen Staatsprüfung startete er 1993 im Sächsischen Oberbergamt ins Berufsleben. Nach verschiedenen Stationen im Sächsischen Oberbergamt sowie im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit, unter anderem als Stellvertreter des Präsidenten des Sächsischen Oberbergamtes, war Sablotny zuletzt von 2010 bis 2019 Abteilungsleiter Verkehr im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.

Aus meiner beruflichen Vergangenheit kenne ich die LMBV als starken Partner in der Bergbausanierung“, so Sablotny. „Hier aktiv Verantwortung u.a. für die sichere Gestaltung von Böschungen und Kippen, bei der Flutung und Gütebehandlung als auch der Verwahrung untertägiger Grubenbaue zu übernehmen, sind eine große Herausforderung, der ich mich gerne stelle. Mich in die Gestaltung und Wiedernutzbarmachung der Bergbaufolgelandschaften einbringen zu können, freut mich sehr,“ so der neue Geschäftsführer. 

Foto: LMBV/Rasche