Sondershausen/Brunndöbra. Nachdem im August 2019 im Bereich der ehemaligen Schwerspatgrube Brunndöbra ein Tagesbruch entdeckt wurde, laufen die Sanierungsarbeiten vor Ort aktuell weiter auf Hochtouren.
Ungünstige Wetterlagen, die mit Wasser- und Schlammeinbrüchen einhergingen, erschwerten bislang die Arbeiten. Des Weiteren erforderten schwierige geologische Randbedingungen, bei denen auf Lockergestein extrem fester Baryt (Schwerspat) folgte, einen zusätzlichen Einbau von Ausbau sowie Anpassungen der Teuftechnologie.
Nach dem Durchschlag zum Grubengebäude erschwerten außerdem hohe CO2-Konzentrationen die Arbeiten.
Gegenwärtig erfolgt die Weiterführung der Teuf- und Ausbauarbeiten bis auf das Sohlniveau der Gangstrecke 203 SO. Parallel wurden die befahrbaren Grubenbereiche mit dem Sächsischen Oberbergamt begutachtet und weiterer Sicherungsbedarf in den noch offenen Gangstrecken erkannt. Dazu wird nun ein Verwahrkonzept erarbeitet.
Das Unternehmen Schachtbau Nordhausen führt die Sanierungsmaßnahme, bei dem die ungesicherten Hohlräume mit Beton gesichert werden, im Auftrag der LMBV aus.
Blick in die Gangstrecke 206 (Fotograf: André Schallau)
Sondershausen/Elbingerode. Mit der Produktionseinstellung auf dem Schwefelkiesbergwerk am 1. August 1990 endete die untertägige Rohstoffgewinnung im Elbingeröder Komplex. Nach den ersten Sicherungsmaßnahmen kam es 1,5 Jahre später durch den Beschluss der Treuhandanstalt zur endgültigen Schließung und anschließenden Verwahrung. Hierbei galt es einen Hohlraum vom rund 2,03 Millionen Kubikmeter und einer maximalen Teufe von 473 Meter zu sichern.
Mit gutachterlicher Begleitung wurde ein Verwahrungskonzept entwickelt bei dem die Bereiche unterhalb der 7. Sohle geflutet und ab der 7. Sohle eine kohäsive Verwahrung realisiert wurde. Im Bereich der 0. Sohle erfolgte über ABM-Maßnahmen die Errichtung eines Besucherbergwerkes.
Die Verwahrung wird von den entferntesten Grubenbauen zum Zentralschacht und von unten nach oben durchgeführt. Mit diesem Vorgehen werden seit Mitte der 90er Jahre sukzessive betonähnliche Versatzmengen in die Grube eingebracht.
Mit diesem Vorgehen wurden rund 880.000 Tonnen eines speziell zugelassenen Versatzmörtels von 1995 bis 2003 per Pumpversatz verbaut. Nach einer längeren Zeit der weiteren Flutung mit Monitoringphasen schloss sich in den Jahren 2015/ 2016 die Verwahrung der 1. Sohle (3.700 Tonnen) an.
Im Jahr 2017 begann die Teilverwahrung des Abbaus 1/27. Mit seinen 10.200 Kubikmeter Hohlraum, einer Breite von circa 40 Metern und einer Höhe von 12 Metern war dies der noch größte zusammenhängende Hohlraum des Bergwerkes. 5.700 Tonnen eines dünnflüssigen Versatzbaustoffes wurden dabei eingesetzt. Parallel dazu wurde das umfangreiche Monitoring fortgesetzt. Wie bereits in der Vergangenheit ist es speziell in den oberflächennahen Bereichen essenziell, eine Überwachung der Wasserwegsamkeiten sowie des Chemismus an den Messstellen zu überwachen.
Mitte Juni dieses Jahres konnten die Arbeiten für den zweiten Versatzabschnitt beginnen, welcher Ende September erfolgreich abgeschlossen wurde. Diesen Verwahrungsarbeiten gingen umfangreiche Vorbereitungsmaßnahmen auf dem Abbau voraus, wie die Spül-/Entlüftungsschlauchverlegung, das Fixieren von Rohrleitungen, der Aufbau einer Zwischenwasserhaltung etc.
Der Baustoff wurde in trockener Form mit Kesselfahrzeugen angeliefert, im Misch-/Pumpmobil mit Wasser versetzt und mittels Schläuchen in das Bergwerk zum Spülort geleitet. Das dünnflüssige betonartige Material nivelliert sich in der Fläche aus und ist nach einer Abbindezeit von 12 Stunden bereits begehbar. Bei einer Umgebungstemperatur von bis zu 28 °C und 99 % Luftfeuchtigkeit wurden 3.714 Tonnen Versatz eingebracht. Das entspricht einer Tagesleistung von 4 LKW à 27 Tonnen.
In den nächsten Jahren folgen weitere vorbereitende Schritte zur Verwahrung und die Versatzeinbringung wird zielgerichtet fortgesetzt.
Das dünnflüssige, betonartige Material ist nach einer Abbindezeit von 12 Stunden bereits begehbar.
Feierlicher Stollenanschlag für den neuen Steinbachstollen
Sondershausen/Steinbach. Mit einem offiziellen Stollenanschlag wurde im Thüringer Bergdorf Steinbach am 29. September symbolisch der Startschuss für den Bau eines neuen Entwässerungsstollens gegeben. Rund 100 Gäste verfolgten den feierlichen Akt vor Ort. Durch die Auffahrung des neuen Stollens soll die dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden. Für die Dauer seiner Bauzeit trägt der Stollen den Namen seiner Patin Anke-Stollen. Die ehemalige Betriebsratsvorsitzende des mitteldeutschen Reviers und Mitglied des Aufsichtsrates der LMBV, Anke Thäle, führte mit einem Bohrwagen die erste Bohrung am zukünftigen Stollen durch.
Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung und Technischer Geschäftsführer der LMBV, erläuterte: "Vor 30 Jahren wurde das Bergwerk, in dem Flussspat, auch bekannt als Fluorit, abgebaut wurde, stillgelegt. Die Entwässerung im alten Steinbachstollen ist jedoch nicht mehr gewährleistet und droht durch angeschwemmte Holzteile zu verstopfen." Dadurch könnten sich Grubenwässer aufstauen und unkontrolliert abfließen. Der Stau könne dort nicht beseitigt werden, weil Teile des alten Stollens verrohrt wurden. Deshalb habe sich die LMBV für den Bau eines neuen Stollens entschieden.
Es sei ein „schöner Brauch“ den Stollenanschlag feierlich zu begehen, sagte der Geschäftsführer von Schachtbau Nordhausen, Michael Seifert. Dazu gehöre es auch, die Heilige Barbara als Schutzpatronin der Bergleute anzurufen. Mit dem Vortrag ihres „Stollengedichtes“ erinnerte im Anschluss die Stollenpatin an die Geschichte der stillgelegten Grube Steinbach und der Bewohner des Bad Liebensteiner Ortsteils Steinbach. In der Vergangenheit war die Region bekannt für die Produktion von Messern und Werkzeugen.
Der neue Steinbachstollen wird parallel zum alten Stollen angelegt und ist mit 1.200 Metern etwas länger. Der Querschnitt wird mit zwölf Quadratmetern doppelt so groß wie bisher, damit Maschinen den Stollen befahren können. Die Kosten schätzt die LMBV auf rund sechs Millionen Euro. Voraussichtlich im Mai 2024 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
Impressionen vom Stollenanschlag Fotos: Anika Dollmeyer, Luftbilder Christian Horn
Einladung: feierlicher Stollenanschlag zum Neuauffahren des Steinbachstollens
Sondershausen/Steinbach. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) lädt am Donnerstag, dem 29.September 2022, von 11 bis 13 Uhr Anwohner, Pressevertreter und interessierte Bürger zum öffentlichen Stollenanschlag am zukünftigen neuen Steinbachstollen ein. Im Rahmen der zünftigen Ver-anstaltung spielt nach den Ansprachen und dem symbolischen Stollenanschlag durch die Stollenpatin eine Bergmannskapelle auf.
Hintergrund zur Baumaßnahme: Durch die Auffahrung eines neuen Stollens soll die dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden. Der Steinbachstollen und der neue Steinbachstollen befinden sich in Bad Liebenstein, Ortsteil Steinbach.
Der neue Steinbachstollen wird annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren. Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Grubenwässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet.
Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 m bei einem offenen Quer-schnitt von 12 m². Im Vergleich dazu beträgt die Länge des aktuell für die Grubenentwässerung genutzten Stollens ca. 1.090 m bei einem Querschnitt von 6 m².
Die Bauzeit beträgt circa 24 Monate und wird voraussichtlich bis Mai 2024 andauern.
ACHTUNG: Die Baustellenzufahrt erfolgt über den Liebensteiner Weg. Die Parkmöglichkeiten vor Ort sind eingeschränkt. Bitte folgen Sie den Hinweisen vor Ort. Festes Schuhwerk wird unbedingt empfohlen.
Bilder vom Baustellentag im Juli 2022
Hartmut Köhler (Projektmanager LMBV) startet mit einer neuen Besuchergruppe.
Röhrigschacht Wettelrode nach Wassereinbruch wieder eröffnet
Sondershausen/Wettelrode. Am 10. August 2022 wird der Röhrigschacht des Besucherbergwerks Wettelrode unter Teilnahme von Pressevertretern für den regulären Museumsbetrieb wieder eröffnet. Der aus dem 19. Jahrhundert stammende Schacht gilt als eines der wenigen verbliebenen Industriedenkmäler des einst in der Region bedeutenden Kupferschieferbergbaus. Havariebedingt kam es am 21. Februar 2022 zur Sperrung der Schachtanlage für den Besucherverkehr. Um sein Absaufen zu unterbinden, wurde das verstärkt zuströmende Wasser mit hohem Aufwand durch zusätzliche Pumpensysteme gehoben. Diese wurden samt Steigleitung neben dem bereits vorhandenen Pumpensystem installiert und führten erfolgreich zum Sinken der Pegelstände.
Laut LMBV-Einsatzleiter Sebastian Tugendheim belaufen sich die Wasserzuläufe gegenwärtig etwa auf dem Stand von vor der Havarie. Die Kontrollen der Wasserhaltung inklusive des Auslaufes am Stollenmundloch des Segen-Gottes-Stollen werden durch die LMBV fortgeführt. Ebenso läuft das Monitoringprogramm zur weiteren Untersetzung der Ursachenforschung weiter. Dem Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt (LAGB) wurde ein Sachstandbericht übergeben, es folgt eine weitere Betrachtung in diesem Kreis.
Mundloch des Segen-Gottes-Stollen vom Schaubergwerk Röhrigschacht in Wettelrode nach Sangerhausen, als Zufluss in die Gonna. Foto am 24. März 2022.
Archivfotos der LMBV aus dem März 2022
Ableitung des Wassers in Segen-Gottes-Stollen.Das überschüssige Wasser wird in den Seegen-Gottes-Stolln gehoben.
Zahlreiche Besucher nutzten den Baustellentag am Steinbachstollen
Sondershausen/Steinbach. Mehr als 120 Besucher waren der Einladung der LMBV an die Anrainer gefolgt und informierten sich am 16. Juli 2022 über das Bauvorhaben Auffahrung neuer Steinbachstollen. Hartmut Köhler (Projektmanager der LMBV) und Ralph Haase (LMBV-Bereichsleiter KSE) sowie Jens Schmidt (Planung und Bauoberleitung, Mitteldeutsche Montan GmbH) führten Anwohner, Pressevertreter und interessierte Bürger über das Gelände.
In kleinen Gruppen ging es zur Baustelle am bisherigen Stollenanschnitt und zum Mundloch des bisherigen, alten Stollens. Die Experten beantworteten zahlreiche Fragen und konnten Bedenken ausräumen: Das 1991 stillgelegte Bergwerk wird nach aktuellem Stand nicht wieder zum Abbau von Schwerspat geöffnet. Für den Lärmschutz wurde im Vorfeld ein Lärmschutz- und Erschütterungsgutachten erstellt, das während der gesamten Bauzeit überwacht wird. Des Weiteren wird die Radonbelastung für die Arbeiter vor Ort überwacht.
Interessierte Besucher betrachten die Planungsunterlagen für den neuen Steinbachstollen.
Häufig gefragt wurde nach der Notwendigkeit eines neuen Stollens. Bei regulären Kontrollen stellte die LMBV fest, dass im bestehenden Stollen Holz und Geröll aus der Grube aufgeschwemmt wurden. Es bestehe die Gefahr, dass der Stollen mit der Zeit verstopfen könnte, erläuterte Ralph Haase, Leiter des Sanierungsbereiches Kali-Spat-Erz. Warum die Grube nach ihrer Stilllegung nicht beräumt wurde, ist heute nicht mehr nachvollziehbar.
Die Auslage von Planungsunterlagen und auch historischen Rissen zum alten Stollen vermittelten den interessierten Besuchern weitere Einzelheiten.
Hintergrund zur Baumaßnahme:
Durch die Auffahrung eines neuen Stollens soll die dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden. Der Steinbachstollen und der neue Steinbachstollen befinden sich in Bad Liebenstein, Ortsteil Steinbach. Der neue Steinbachstollen wird annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren. Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Grubenwässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet. Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 Meter bei einem offenen Querschnitt von 12 Quadratmetern. Im Vergleich dazu beträgt die Länge des aktuell für die Grubenentwässerung genutzten Stollens ca. 1.090 Meter bei einem Querschnitt von sechs Quadratmetern. Die Bauzeit beträgt circa 24 Monate und wird voraussichtlich bis Mai 2024 andauern.
Impressionen vom Baustellentag Fotos: Anika Dollmeyer
Hartmut Köhler (Projektmanager LMBV) startet mit einer neuen Besuchergruppe.
Ralph Haase, Leiter des Sanierungsbereiches Kali-Spat-Erz der LMBV im Gespräch mit dem Thüringer Landtagsabgeordneten Marcus Malsch
Jens Schmidt (Mitteldeutsche Montan GmbH) beantwortete Fragen.
Zahlreiche Besucher machten den Baustellentag der LMBV zum Erfolg.
Jenny Findeisen, (Unternehmenskomm. LMBV) am Infostand für die Besucher.
Einladung zum LMBV-Baustellentag am Steinbachstollen
Sondershausen/Steinbach. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) lädt am 16. Juli 2022, von 10 bis 12 Uhr Anwohner, Pressevertreter und interessierte Bürger ein, sich über das Bauvorhaben Auffahrung neuer Steinbachstollen zu informieren. Gemeinsam mit den bauausführenden Unternehmen Schachtbau Nordhausen und Berg-sicherung Ilfeld erläutert das Unternehmen LMBV das Baugeschehen vor Ort und gibt Einblicke in den geplanten Bauablauf.
Hintergrund zur Baumaßnahme: Durch die Auffahrung eines neuen Stollens soll die dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden. Der Stein-bachstollen und der neue Steinbachstollen befinden sich in Bad Liebenstein, Ortsteil Steinbach.
Der neue Steinbachstollen wird annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren. Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Gruben-wässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet. Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 m bei einem offenen Quer-schnitt von 12 m². Im Vergleich dazu beträgt die Länge des aktuell für die Grubenent-wässerung genutzten Stollens ca. 1.090 m bei einem Querschnitt von 6 m². Die Bauzeit beträgt circa 24 Monate und wird voraussichtlich bis Mai 2024 andauern.
ACHTUNG: Die Baustellenzufahrt erfolgt über den Liebensteiner Weg. Die Parkmög-lichkeiten vor Ort sind eingeschränkt. Bitte folgen Sie den Hinweisen vor Ort. Festes Schuhwerk wird unbedingt empfohlen.
Steinbachstollen Bauvorbereitung
LMBV-Workshop geplant: Reaktivität von Kalkprodukten bei der Gewässerbehandlung
Senftenberg. Die LMBV plant einen Workshop für die Anwender von Kalkprodukten bei der Konditionierung von Bergbaufolgeseen. Dieser wird am 06.07.2022 in der Zeit von 9:00 bis 11:30Uhr als LMBV-Webkonferenz stattfinden.
Für die objektive Vergleichbarkeit der Wirksamkeit von carbonatischen Kalkprodukten für die Wasserbehandlung von Bergbaufolgeseen ist eine Charakterisierung hinsichtlich der Alkalinitätsfreisetzung unter neutralen pH-Wert-Verhältnissen für die LMBV unabdingbar. Diese ist auf der Basis der derzeit in Produktdatenblättern verfügbaren Informationen nicht ableitbar.
Aufgrund dessen wurde im Auftrag der LMBV eine Verfahrensvorschrift zur Ermittlung der Reaktivität von carbonatischen Kalkprodukten bei einem pH-Wert von 6,5 entwickelt. Die Reaktivität ist sowohl für die Beschaffung von Produkten als auch für die Bewertung von Maßnahmen für die LMBV maßgeblich. Der Bergbausanierer plant zukünftige Sanierungsmaßnahmen zur Wasserbehandlung auf Grundlage dieser Methodik auszuschreiben.
Um potenziellen Auftragnehmern und wissenschaftlichen Partnern die Herangehensweise zukünftiger Ausschreibungen sowie die praktische Durchführung der dafür notwendigen Analysenmethode näher zu bringen, führt die Abteilung Grundsätze der Geotechnik/Wasserwirtschaft diesen Workshop durch.
Hinweis: Für die Durchführung des Verfahrens ist ein pH-Stat-Titrator erforderlich.
Folgende Aspekte sollen beim Workshop erläutert werden:
Einführung, Veranlassung und Zielstellung der LMBV
Theoretische Grundlagen und Anforderungen
Vorstellung der praktischen Umsetzung der Verfahrensvorschrift inklusive der Datenbereitstellung
Fragen/Diskussionen
Vorstellung der Durchführung einer Vergleichsuntersuchung
Die Veranstaltung findet als Web-Konferenz statt.
Für die Teilnahme fallen für Sie keine Teilnahmegebühren an.
Bitte teilen Sie uns Ihr Interesse an diesem Workshop per E-Mail an katja.kunze@lmbv.de mit. Die Einwahldaten werden Ihnen vor Beginn der Veranstaltung zur Verfügung gestellt.
LMBV-Bergbaufolgesee: Einleiten von Kalkmilch zur Konditionierung
Fotos: LMBV/Symbolbilder
Einsatz von Kalkprodukten mit Sanierungsschiff
Kalk-Transporter
Silo-Kalk-Transporter
„GRAS DRÜBER …“: Sonderausstellung zu Umweltpolitik und Rekultivierung
Bochum. Zum ersten Mal in der Geschichte des Deutschen Bergbau-Museums Bochum widmet sich eine Sonderausstellung dem Thema Umweltpolitik und Rekultivierung: „Gras drüber … Bergbau und Umwelt im deutsch-deutschen Vergleich“ möchte aus einer historischen Perspektive kommend zu einem reflektierten Umgang mit Umweltfragen in Gegenwart und Zukunft beitragen. Anhand der drei Bergbaureviere Ruhrgebiet, Lausitz und Wismut-Gebiete und der dort gewonnenen Bodenschätze werden Einblicke in die deutsch-deutsche Geschichte geboten.
In der Pressemitteilung zur Ausstellung heißt es:
„Erstmals in der Geschichte des Deutschen Bergbau-Museums Bochum widmet sich eine Sonderausstellung dem Thema Umweltpolitik und Rekultivierung: „Gras drüber … Bergbau und Umwelt im deutsch-deutschen Vergleich“ möchte aus einer historischen Perspektive kommend zu einem reflektierten Umgang mit Umweltfragen in Gegenwart und Zukunft beitragen. Anhand der drei Bergbaureviere Ruhrgebiet, Lausitz und Wismut-Gebiete und der dort gewonnenen Bodenschätze werden Einblicke in die deutsch-deutsche Geschichte geboten. Die Sonderausstellung zeigt dabei auch Objekte, die erstmals in Museen präsentiert werden. Die Ausstellung wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und ist vom 11. Juni 2022 bis zum 15. Januar 2023 im Museumserweiterungsbau DBM+ zu sehen. Der Eintritt zur Sonderausstellung kostet 3 Euro.
Die Sonderausstellung „Gras drüber … Bergbau und Umwelt im deutsch-deutschen Vergleich“ im Deutschen Bergbau-Museum Bochum will im wahrsten Sinne unter die Grasnarbe schauen. Sie beleuchtet drei Bodenschätze und zwei Staaten: den Steinkohlenbergbau in der BRD sowie in der DDR den Lausitzer Braunkohlentagebau und die Gewinnung von Uranerz in den Wismut-Gebieten. Dabei werden die wechselseitigen Verflechtungen auf politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene dargestellt. „Gras drüber …“ ist Teil eines durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundvorhabens zur Stärkung der DDR-Forschung.
Zwei Staaten – drei Reviere – eine Geschichte
Die Ausstellung beginnt „Hier und jetzt“ und empfängt die Besuchenden mit einer Foto- und Klanginstallation aus den drei renaturierten Landschaften sowie einer Gegenüberstellung von zwei Kunstwerken, mit denen das Spannungsverhältnis von Bergbau und Umwelt verdeutlicht wird. Es folgt ein Einblick in die ehemaligen Bergbaureviere anhand von Film- und Fotoaufnahmen. Weiter geht es im Ausstellungsbereich „Glückauf ohne Grenzen“, der neben den Grundlagen zu den drei Bergbausparten auch die Einflüsse auf die Umwelt und den Alltag der drei Reviere im Rückblick vermittelt. Auf Basis dieser Grundlagen geht die Reise dann in „Kein Zurück zur Natur“ in die Reviere nach dem Bergbau. Dieser Bereich führt in wissenschaftliche und politische Rahmenbedingungen ein, die geschaffen werden müssen, damit aus den Revieren Folgelandschaften als Natur aus zweiter Hand werden können.
Die Ausstellung bietet dabei spannende Erkenntnisse in bislang wenig bekannte Forschungsvorhaben der BRD und der DDR und legt offen, dass Umweltschutz in Deutschland keine Erfindung des 21. Jahrhunderts ist. Deutlich wird dies im Teil „Auf zur Umweltunion“, in dem politische Entscheidungsprozesse in beiden Staaten ebenso erläutert werden wie Bewegungen aus der Bevölkerung heraus, die besonders ab den 1980er-Jahren zu einem Umdenken in der Politik geführt haben. Zum Abschluss der Ausstellung steht die Frage „Und nun?“, wobei Umweltpolitik, Proteste und Bergbau in Gegenwart und Zukunft anhand von Objekten mit hohem Gegenwartsbezug vermittelt werden.
„Unsere Arbeit an ‚Gras drüber ...‘ hat gezeigt, dass wir Haltungen und Thesen zu Bergbau und Umwelt im deutsch-deutschen Vergleich korrigieren und teilweise neu bewerten müssen. Mit ‚Gras drüber …‘ wollen wir unsere Forschungsergebnisse in die Öffentlichkeit tragen und sie mit den Besuchenden teilen. Diese Sonderausstellung zeigt damit auch die Aufgabe eines Leibniz-Forschungsmuseums: Wir übersetzen Forschung mit Exponaten in Bilder und unmittelbares Erleben und wollen mit unserem Tun einen Beitrag zu aktuellen gesellschaftlichen Themen bieten“, sagt Dr. Michael Farrenkopf, Deutsches Bergbau-Museum Bochum.
Vielfalt der Objekte
Gezeigt werden insgesamt rund 800 Objekte, die aus dem Montanhistorischen Dokumentationszentrum (montan.dok) sowie von rund 140 leihgebenden Institutionen stammen. Die Bandbreite reicht von Gemälden, Fotografien und Plakaten, Maschinenteilen und Modellen, Film- und Tonaufnahmen bis hin zu Objekten aus dem vergangenen Alltag in den Revieren und solchen mit hohem Gegenwartsbezug. In der Ausstellung werden einige Objekte erstmals überhaupt in einem Museum ausgestellt. Dazu gehören neben einer Replik der ältesten Jagdwaffen der Welt, den Schöninger Speeren, auch Leihgaben aus dem Privatbesitz von Rekultivierungswissenschaftler und GRÜNEN-Gründungsmitglied Wilhelm Knabe…
Ausstellungsgestaltung & Szenografie
„Gras drüber …“ ist im Museumserweiterungsbau DBM+ über zwei Ebenen angelegt und wurde durch die GfG / Gruppe für Gestaltung GmbH, Bremen, gemeinsam mit dem Montanhistorischen Dokumentationszentrum (montan.dok) umgesetzt. Die Szenografie nimmt den Gedanken von „unter die Grasnarbe schauen“ auf und arbeitet mit Kulissenbauelementen sowie natürlichen, größtenteils wiederverwendbaren Materialien. Die einzelnen Bereiche der Ausstellung erhalten ein individuelles Design und bieten vielfältige Einblicke in Themen und Objekte. Die Besuchenden sind immer wieder eingeladen, ihre Perspektive zu verändern, Ansichten zu hinterfragen.
Das Spannungsverhältnis von Bergbau und Umwelt wird auch in das Ausstellungserleben überführt. In der Sonderausstellung werden immer wieder Perspektiven, Haltungen und Ereignisse gegenübergestellt. Ähnlich wie die Komplexität von gesellschaftlichen und politischen Prozessen nimmt auch die Verdichtung von Elementen und Exponaten mal ab und mal zu. Rund 20 Leitobjekte werden aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet und in geschichtliche, zeitgenössische, museale oder objektgeschichtliche Zusammenhänge gesetzt.
„Die Komplexität historischer Ereignisse und der hohe Bezug zu unserer Gegenwart hat uns bei der Arbeit an ‚Gras drüber ...‘ immer wieder überrascht. Wir möchten den Besuchenden mit der Szenografie und den Vermittlungsebenen Impulse bieten. Es gibt bei den Themen Bergbau und Umwelt nie nur eine Perspektive. Wir möchten dazu einladen, im wahrsten Sinne an der Oberfläche zu graben, um eine eigene Meinung zu entwickeln“, sagt Carsten Dempewolf, GfG / Gruppe für Gestaltung.
Vermittlungsaspekte & Begleitprogramm
Die durchgehend zweisprachige Ausstellung wird auf Vermittlungsebene durch Multimediastationen sowie Persona-Dialoge unterstützt. Sie bieten aus unterschiedlichen Positionen Impulse wie Reibungsfläche. Zur Ausstellung wird auch ein Multimediaguide angeboten. Er ist ab Juli unter „Gras drüber ... Bergbau und Umwelt im deutsch-deutschen Vergleich“ in der CultwayApp erhältlich. Die App kann im AppStore oder im Google Play Store kostenlos heruntergeladen werden. Das Angebot kann als Audioguide in der Ausstellung, vor oder nach dem Museumsbesuch genutzt werden. Zudem wird die Sonderausstellung durch ein diverses Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm ergänzt.
Begleitband
Der Katalog zu „Gras drüber ... Bergbau und Umwelt im deutsch-deutschen Vergleich“ erscheint im Verlag De Gruyter | Oldenbourg. Die Publikation ist als Begleitband konzipiert: Sie enthält neben einem Teil über die Inhalte und Konzeption der Sonderausstellung auch einen Teil mit Beiträgen von externen Forschenden zu Umweltpolitik, Bergbaufolgelandschaften, Genderstudies und Naturschutz, Technikgeschichte mit dem Schwerpunkt auf Gesundheitsaspekten, Kulturwissenschaften und Vermittlungstheorie. Er ist im Museumsshop sowie im Buchhandel für 34,95 Euro erhältlich, er wird zudem als Open Access Publikation veröffentlicht.“ Quelle: PM des Deutschen Bergbau-Museum v. 08.06.2022
01_Gras drüber_Willi Sitte und Eberhard Göschel (c) H. Kandalowski
00_Gras drüber_(c) H. Kandalowski
13_Gras drüber_Proteste in der Lausitz für den Erhalt der Reviere (c) H. Kandalowski
Brikett aus der Brikettfabrik Brieske I/II – 03_Gras drüber_Leitobjekt Schmuckbrikett (c) Kandalowski
04_Gras drüber_Modell F 60 (c) H. K.
05_Gras drüber_Gewinnung (c) Kandalowski – Lausitz rechts
06_Gras drüber_Bergbau und Alltag (c) Heike Kandalowski
07_Gras drüber_Bergbau und Gesundheit (c) Heike Kandalowski
12_Gras drüber_Rekultivierungsforscher Wilhelm Knabe (c) Heike Kandalowsk
16_Gras drüber_Die Entstehung von Umweltbewusstsein (c) Heike Kandalowski
15_Gras drüber_Umweltbewegung in der DDR (c) Heike Kandalowski
Projektleitungen des Ausstellungsprojekts: Dr. Michael Farrenkopf, Deutsches Bergbau-Museum Bochum, und Carsten Dempewolf, GfG / Gruppe für Gestaltung
Umweltgerechte Entsorgung und Beitrag zum Gewässerschutz in Bischofferode
Sondershausen/Kassel. Durch Niederschlag entstehen an der verbliebenen Rückstandshalde des ehemaligen Bergwerks Bischofferode kontinuierlich salzhaltige Wässer, welche die Umwelt belasten. Um die Menge dieser Haldenwässer zu reduzieren, plant der verantwortliche Sanierungsträger LMBV eine partielle Abdeckung der Halde. Bis zur Umsetzung und Fertigstellung dieser Maßnahme, werden die Gru-benhohlräume des ehemaligen Bergwerkes Bischofferode im LMBV-Sanierungsbereich Kali-Spart-Erz schrittweise und kontrolliert mit den noch anfallenden Haldenwässern geflutet.
Um dies schadlos für das Bergwerk und die Tagesoberfläche zu gestalten, werden die Wässer mit hoch salzhaltigen Prozesswässern des Unternehmens K+S gemischt und über eine Bohrung nach unter Tage verbracht. Damit erfolgt die umweltgerechte Entsorgung der langfristig anfallenden Haldenwässer in Bischofferode. Bislang müssen diese über das zentrale Laugenstapelbecken Wipperdorf kontrolliert an den Vorfluter Wipper abgegeben werden. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung werden die Flutungsmaßnahmen der LMBV voraussichtlich Ende 2022 beginnen und bis Ende 2033 andauern.
Das partielle Abdecken der Halde wird voraussichtlich von 2024 bis 2032 dauern. Am 16. Mai 2022 beginnen die vorbereitenden Arbeiten zur Errichtung einer Entladestation für Tanklastwagen, welche zukünftig K+S-Prozesswässer anliefern werden. Die behördlichen Genehmigungen für den Anlagenbau liegen vor. Die Errichtung der Anlage erfolgt durch K+S.
Die Anlage mit drei Lkw-Entladestellen, die den Richtlinien für wassergefährdende Stoffe entspricht, besteht aus einem Pumpenhaus und drei 50-Kubikmeter-Tanks sowie einem Container mit Sanitäranlage und Aufenthaltsraum für das Personal. Von der Entladestelle führt eine etwa 600 Meter lange Pipeline zur Einleitbohrung in das Berg-werk. Sie wird ebenfalls in den kommenden Monaten gebaut.