Röhrigschacht Wettelrode nach Wassereinbruch wieder eröffnet

Sondershausen/Wettelrode. Am 10. August 2022 wird der Röhrigschacht des Besucherbergwerks Wettelrode unter Teilnahme von Pressevertretern für den regulären Museumsbetrieb wieder eröffnet. Der aus dem 19. Jahrhundert stammende Schacht gilt als eines der wenigen verbliebenen Industriedenkmäler des einst in der Region bedeutenden Kupferschieferbergbaus. Havariebedingt kam es am 21. Februar 2022 zur Sperrung der Schachtanlage für den Besucherverkehr. Um sein Absaufen zu unterbinden, wurde das verstärkt zuströmende Wasser mit hohem Aufwand durch zusätzliche Pumpensysteme gehoben. Diese wurden samt Steigleitung neben dem bereits vorhandenen Pumpensystem installiert und führten erfolgreich zum Sinken der Pegelstände.

Laut LMBV-Einsatzleiter Sebastian Tugendheim belaufen sich die Wasserzuläufe gegenwärtig etwa auf dem Stand von vor der Havarie. Die Kontrollen der Wasserhaltung inklusive des Auslaufes am Stollenmundloch des Segen-Gottes-Stollen werden durch die LMBV fortgeführt. Ebenso läuft das Monitoringprogramm zur weiteren Untersetzung der Ursachenforschung weiter. Dem Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt (LAGB) wurde ein Sachstandbericht übergeben, es folgt eine weitere Betrachtung in diesem Kreis.

Mundloch des Segen-Gottes-Stollen vom Schaubergwerk Röhrigschacht in Wettelrode nach Sangerhausen, als Zufluss in die Gonna. Foto am 24. März 2022.

Archivfotos der LMBV aus dem März 2022


Zahlreiche Besucher nutzten den Baustellentag am Steinbachstollen

Sondershausen/Steinbach. Mehr als 120 Besucher waren der Einladung der LMBV an die Anrainer gefolgt und informierten sich am 16. Juli 2022 über das Bauvorhaben Auffahrung neuer Steinbachstollen. Hartmut Köhler (Projektmanager der LMBV) und Ralph Haase (LMBV-Bereichsleiter KSE) sowie Jens Schmidt (Planung und Bauoberleitung, Mitteldeutsche Montan GmbH) führten Anwohner, Pressevertreter und interessierte Bürger über das Gelände. 

In kleinen Gruppen ging es zur Baustelle am bisherigen Stollenanschnitt und zum Mundloch des bisherigen, alten Stollens. Die Experten beantworteten zahlreiche Fragen und konnten Bedenken ausräumen: Das 1991 stillgelegte Bergwerk wird nach aktuellem Stand nicht wieder zum Abbau von Schwerspat geöffnet. Für den Lärmschutz wurde im Vorfeld ein Lärmschutz- und Erschütterungsgutachten erstellt, das während der gesamten Bauzeit überwacht wird. Des Weiteren wird die Radonbelastung für die Arbeiter vor Ort überwacht.

Interessierte Besucher betrachten die Planungsunterlagen für den neuen Steinbachstollen.

Häufig gefragt wurde nach der Notwendigkeit eines neuen Stollens. Bei regulären Kontrollen stellte die LMBV fest, dass im bestehenden Stollen Holz und Geröll aus der Grube aufgeschwemmt wurden. Es bestehe die Gefahr, dass der Stollen mit der Zeit verstopfen könnte, erläuterte Ralph Haase, Leiter des Sanierungsbereiches Kali-Spat-Erz. Warum die Grube nach ihrer Stilllegung nicht beräumt wurde, ist heute nicht mehr nachvollziehbar.

Die Auslage von Planungsunterlagen und auch historischen Rissen zum alten Stollen vermittelten den interessierten Besuchern weitere Einzelheiten.

Hintergrund zur Baumaßnahme: 

Durch die Auffahrung eines neuen Stollens soll die dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden. Der Steinbachstollen und der neue Steinbachstollen befinden sich in Bad Liebenstein, Ortsteil Steinbach.
Der neue Steinbachstollen wird annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren. Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Grubenwässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet. Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 Meter bei einem offenen Querschnitt von 12 Quadratmetern. Im Vergleich dazu beträgt die Länge des aktuell für die Grubenentwässerung genutzten Stollens ca. 1.090 Meter bei einem Querschnitt von sechs Quadratmetern. Die Bauzeit beträgt circa 24 Monate und wird voraussichtlich bis Mai 2024 andauern.

Impressionen vom Baustellentag 
Fotos: Anika Dollmeyer


Einladung zum LMBV-Baustellentag am Steinbachstollen

Sondershausen/Steinbach. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) lädt am 16. Juli 2022, von 10 bis 12 Uhr Anwohner, Pressevertreter und interessierte Bürger ein, sich über das Bauvorhaben Auffahrung neuer Steinbachstollen zu informieren. Gemeinsam mit den bauausführenden Unternehmen Schachtbau Nordhausen und Berg-sicherung Ilfeld erläutert das Unternehmen LMBV das Baugeschehen vor Ort und gibt Einblicke in den geplanten Bauablauf.

Hintergrund zur Baumaßnahme: Durch die Auffahrung eines neuen Stollens soll die dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden. Der Stein-bachstollen und der neue Steinbachstollen befinden sich in Bad Liebenstein, Ortsteil Steinbach.

Der neue Steinbachstollen wird annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren. Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Gruben-wässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet.
Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 m bei einem offenen Quer-schnitt von 12 m². Im Vergleich dazu beträgt die Länge des aktuell für die Grubenent-wässerung genutzten Stollens ca. 1.090 m bei einem Querschnitt von 6 m².
Die Bauzeit beträgt circa 24 Monate und wird voraussichtlich bis Mai 2024 andauern.

ACHTUNG: Die Baustellenzufahrt erfolgt über den Liebensteiner Weg. Die Parkmög-lichkeiten vor Ort sind eingeschränkt. Bitte folgen Sie den Hinweisen vor Ort. Festes Schuhwerk wird unbedingt empfohlen.


LMBV-Workshop geplant: Reaktivität von Kalkprodukten bei der Gewässerbehandlung

Senftenberg. Die LMBV plant einen Workshop für die Anwender von Kalkprodukten bei der Konditionierung von Bergbaufolgeseen. Dieser wird am 06.07.2022 in der Zeit von 9:00 bis 11:30 Uhr als LMBV-Webkonferenz stattfinden.

Für die objektive Vergleichbarkeit der Wirksamkeit von carbonatischen Kalkprodukten für die Wasserbehandlung von Bergbaufolgeseen ist eine Charakterisierung hinsichtlich der Alkalinitätsfreisetzung unter neutralen pH-Wert-Verhältnissen für die LMBV unabdingbar. Diese ist auf der Basis der derzeit in Produktdatenblättern verfügbaren Informationen nicht ableitbar.

Aufgrund dessen wurde im Auftrag der LMBV eine Verfahrensvorschrift zur Ermittlung der Reaktivität von carbonatischen Kalkprodukten bei einem pH-Wert von 6,5 entwickelt. Die Reaktivität ist sowohl für die Beschaffung von Produkten als auch für die Bewertung von Maßnahmen für die LMBV maßgeblich. Der Bergbausanierer plant zukünftige Sanierungsmaßnahmen zur Wasserbehandlung auf Grundlage dieser Methodik auszuschreiben.

Um potenziellen Auftragnehmern und wissenschaftlichen Partnern die Herangehensweise zukünftiger Ausschreibungen sowie die praktische Durchführung der dafür notwendigen Analysenmethode näher zu bringen, führt die Abteilung Grundsätze der Geotechnik/Wasserwirtschaft diesen Workshop durch.

Hinweis: Für die Durchführung des Verfahrens ist ein pH-Stat-Titrator erforderlich.

Folgende Aspekte sollen beim Workshop erläutert werden:

  1. Einführung, Veranlassung und Zielstellung der LMBV
  2. Theoretische Grundlagen und Anforderungen
  3. Vorstellung der praktischen Umsetzung der Verfahrensvorschrift inklusive der Datenbereitstellung
  4. Fragen/Diskussionen
  5. Vorstellung der Durchführung einer Vergleichsuntersuchung

Die Veranstaltung findet als Web-Konferenz statt.

Für die Teilnahme fallen für Sie keine Teilnahmegebühren an.

Bitte teilen Sie uns Ihr Interesse an diesem Workshop per E-Mail an katja.kunze@lmbv.de mit. Die Einwahldaten werden Ihnen vor Beginn der Veranstaltung zur Verfügung gestellt.

LMBV-Bergbaufolgesee: Einleiten von Kalkmilch zur Konditionierung
Fotos: LMBV/Symbolbilder


„GRAS DRÜBER …“: Sonderausstellung zu Umweltpolitik und Rekultivierung

Bochum. Zum ersten Mal in der Geschichte des Deutschen Bergbau-Museums Bochum widmet sich eine Sonderausstellung dem Thema Umweltpolitik und Rekultivierung: „Gras drüber … Bergbau und Umwelt im deutsch-deutschen Vergleich“ möchte aus einer historischen Perspektive kommend zu einem reflektierten Umgang mit Umweltfragen in Gegenwart und Zukunft beitragen. Anhand der drei Bergbaureviere Ruhrgebiet, Lausitz und Wismut-Gebiete und der dort gewonnenen Bodenschätze werden Einblicke in die deutsch-deutsche Geschichte geboten.

In der Pressemitteilung zur Ausstellung heißt es:

„Erstmals in der Geschichte des Deutschen Bergbau-Museums Bochum widmet sich eine Sonderausstellung dem Thema Umweltpolitik und Rekultivierung: „Gras drüber … Bergbau und Umwelt im deutsch-deutschen Vergleich“ möchte aus einer historischen Perspektive kommend zu einem reflektierten Umgang mit Umweltfragen in Gegenwart und Zukunft beitragen. Anhand der drei Bergbaureviere Ruhrgebiet, Lausitz und Wismut-Gebiete und der dort gewonnenen Bodenschätze werden Einblicke in die deutsch-deutsche Geschichte geboten. Die Sonderausstellung zeigt dabei auch Objekte, die erstmals in Museen präsentiert werden. Die Ausstellung wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und ist vom 11. Juni 2022 bis zum 15. Januar 2023 im Museumserweiterungsbau DBM+ zu sehen. Der Eintritt zur Sonderausstellung kostet 3 Euro.

Die Sonderausstellung „Gras drüber … Bergbau und Umwelt im deutsch-deutschen Vergleich“ im Deutschen Bergbau-Museum Bochum will im wahrsten Sinne unter die Grasnarbe schauen. Sie beleuchtet drei Bodenschätze und zwei Staaten: den Steinkohlenbergbau in der BRD sowie in der DDR den Lausitzer Braunkohlentagebau und die Gewinnung von Uranerz in den Wismut-Gebieten. Dabei werden die wechselseitigen Verflechtungen auf politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene dargestellt. „Gras drüber …“ ist Teil eines durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundvorhabens zur Stärkung der DDR-Forschung.

Zwei Staaten – drei Reviere – eine Geschichte

Die Ausstellung beginnt „Hier und jetzt“ und empfängt die Besuchenden mit einer Foto- und Klanginstallation aus den drei renaturierten Landschaften sowie einer Gegenüberstellung von zwei Kunstwerken, mit denen das Spannungsverhältnis von Bergbau und Umwelt verdeutlicht wird. Es folgt ein Einblick in die ehemaligen Bergbaureviere anhand von Film- und Fotoaufnahmen. Weiter geht es im Ausstellungsbereich „Glückauf ohne Grenzen“, der neben den Grundlagen zu den drei Bergbausparten auch die Einflüsse auf die Umwelt und den Alltag der drei Reviere im Rückblick vermittelt. Auf Basis dieser Grundlagen geht die Reise dann in „Kein Zurück zur Natur“ in die Reviere nach dem Bergbau. Dieser Bereich führt in wissenschaftliche und politische Rahmenbedingungen ein, die geschaffen werden müssen, damit aus den Revieren Folgelandschaften als Natur aus zweiter Hand werden können.

Die Ausstellung bietet dabei spannende Erkenntnisse in bislang wenig bekannte Forschungsvorhaben der BRD und der DDR und legt offen, dass Umweltschutz in Deutschland keine Erfindung des 21. Jahrhunderts ist. Deutlich wird dies im Teil „Auf zur Umweltunion“, in dem politische Entscheidungsprozesse in beiden Staaten ebenso erläutert werden wie Bewegungen aus der Bevölkerung heraus, die besonders ab den 1980er-Jahren zu einem Umdenken in der Politik geführt haben. Zum Abschluss der Ausstellung steht die Frage „Und nun?“, wobei Umweltpolitik, Proteste und Bergbau in Gegenwart und Zukunft anhand von Objekten mit hohem Gegenwartsbezug vermittelt werden.

„Unsere Arbeit an ‚Gras drüber ...‘ hat gezeigt, dass wir Haltungen und Thesen zu Bergbau und Umwelt im deutsch-deutschen Vergleich korrigieren und teilweise neu bewerten müssen. Mit ‚Gras drüber …‘ wollen wir unsere Forschungsergebnisse in die Öffentlichkeit tragen und sie mit den Besuchenden teilen. Diese Sonderausstellung zeigt damit auch die Aufgabe eines Leibniz-Forschungsmuseums: Wir übersetzen Forschung mit Exponaten in Bilder und unmittelbares Erleben und wollen mit unserem Tun einen Beitrag zu aktuellen gesellschaftlichen Themen bieten“, sagt Dr. Michael Farrenkopf, Deutsches Bergbau-Museum Bochum.

Vielfalt der Objekte

Gezeigt werden insgesamt rund 800 Objekte, die aus dem Montanhistorischen Dokumentationszentrum (montan.dok) sowie von rund 140 leihgebenden Institutionen stammen. Die Bandbreite reicht von Gemälden, Fotografien und Plakaten, Maschinenteilen und Modellen, Film- und Tonaufnahmen bis hin zu Objekten aus dem vergangenen Alltag in den Revieren und solchen mit hohem Gegenwartsbezug. In der Ausstellung werden einige Objekte erstmals überhaupt in einem Museum ausgestellt. Dazu gehören neben einer Replik der ältesten Jagdwaffen der Welt, den Schöninger Speeren, auch Leihgaben aus dem Privatbesitz von Rekultivierungswissenschaftler und GRÜNEN-Gründungsmitglied Wilhelm Knabe…

Ausstellungsgestaltung & Szenografie

„Gras drüber …“ ist im Museumserweiterungsbau DBM+ über zwei Ebenen angelegt und wurde durch die GfG / Gruppe für Gestaltung GmbH, Bremen, gemeinsam mit dem Montanhistorischen Dokumentationszentrum (montan.dok) umgesetzt. Die Szenografie nimmt den Gedanken von „unter die Grasnarbe schauen“ auf und arbeitet mit Kulissenbauelementen sowie natürlichen, größtenteils wiederverwendbaren Materialien. Die einzelnen Bereiche der Ausstellung erhalten ein individuelles Design und bieten vielfältige Einblicke in Themen und Objekte. Die Besuchenden sind immer wieder eingeladen, ihre Perspektive zu verändern, Ansichten zu hinterfragen.

Das Spannungsverhältnis von Bergbau und Umwelt wird auch in das Ausstellungserleben überführt. In der Sonderausstellung werden immer wieder Perspektiven, Haltungen und Ereignisse gegenübergestellt. Ähnlich wie die Komplexität von gesellschaftlichen und politischen Prozessen nimmt auch die Verdichtung von Elementen und Exponaten mal ab und mal zu. Rund 20 Leitobjekte werden aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet und in geschichtliche, zeitgenössische, museale oder objektgeschichtliche Zusammenhänge gesetzt.

„Die Komplexität historischer Ereignisse und der hohe Bezug zu unserer Gegenwart hat uns bei der Arbeit an ‚Gras drüber ...‘ immer wieder überrascht. Wir möchten den Besuchenden mit der Szenografie und den Vermittlungsebenen Impulse bieten. Es gibt bei den Themen Bergbau und Umwelt nie nur eine Perspektive. Wir möchten dazu einladen, im wahrsten Sinne an der Oberfläche zu graben, um eine eigene Meinung zu entwickeln“, sagt Carsten Dempewolf, GfG / Gruppe für Gestaltung.

Vermittlungsaspekte & Begleitprogramm

Die durchgehend zweisprachige Ausstellung wird auf Vermittlungsebene durch Multimediastationen sowie Persona-Dialoge unterstützt. Sie bieten aus unterschiedlichen Positionen Impulse wie Reibungsfläche. Zur Ausstellung wird auch ein Multimediaguide angeboten. Er ist ab Juli unter „Gras drüber ... Bergbau und Umwelt im deutsch-deutschen Vergleich“ in der CultwayApp erhältlich. Die App kann im AppStore oder im Google Play Store kostenlos heruntergeladen werden. Das Angebot kann als Audioguide in der Ausstellung, vor oder nach dem Museumsbesuch genutzt werden. Zudem wird die Sonderausstellung durch ein diverses Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm ergänzt.

Begleitband

Der Katalog zu „Gras drüber ... Bergbau und Umwelt im deutsch-deutschen Vergleich“ erscheint im Verlag De Gruyter | Oldenbourg. Die Publikation ist als Begleitband konzipiert: Sie enthält neben einem Teil über die Inhalte und Konzeption der Sonderausstellung auch einen Teil mit Beiträgen von externen Forschenden zu Umweltpolitik, Bergbaufolgelandschaften, Genderstudies und Naturschutz, Technikgeschichte mit dem Schwerpunkt auf Gesundheitsaspekten, Kulturwissenschaften und Vermittlungstheorie. Er ist im Museumsshop sowie im Buchhandel für 34,95 Euro erhältlich, er wird zudem als Open Access Publikation veröffentlicht.“ Quelle: PM des Deutschen Bergbau-Museum v. 08.06.2022

Deutsches Bergbau-Museum Bochum Am Bergbaumuseum 28 44791 Bochum +49 234 5877-141

01_Gras drüber_Willi Sitte und Eberhard Göschel (c) H. Kandalowski


Umweltgerechte Entsorgung und Beitrag zum Gewässerschutz in Bischofferode

Sondershausen/Kassel. Durch Niederschlag entstehen an der verbliebenen Rückstandshalde des ehemaligen Bergwerks Bischofferode kontinuierlich salzhaltige Wässer, welche die Umwelt belasten. Um die Menge dieser Haldenwässer zu reduzieren, plant der verantwortliche Sanierungsträger LMBV eine partielle Abdeckung der Halde. Bis zur Umsetzung und Fertigstellung dieser Maßnahme, werden die Gru-benhohlräume des ehemaligen Bergwerkes Bischofferode im LMBV-Sanierungsbereich Kali-Spart-Erz schrittweise und kontrolliert mit den noch anfallenden Haldenwässern geflutet.

Um dies schadlos für das Bergwerk und die Tagesoberfläche zu gestalten, werden die Wässer mit hoch salzhaltigen Prozesswässern des Unternehmens K+S gemischt und über eine Bohrung nach unter Tage verbracht. Damit erfolgt die umweltgerechte Entsorgung der langfristig anfallenden Haldenwässer in Bischofferode. Bislang müssen diese über das zentrale Laugenstapelbecken Wipperdorf kontrolliert an den Vorfluter Wipper abgegeben werden. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung werden die Flutungsmaßnahmen der LMBV voraussichtlich Ende 2022 beginnen und bis Ende 2033 andauern.

Das partielle Abdecken der Halde wird voraussichtlich von 2024 bis 2032 dauern.
Am 16. Mai 2022 beginnen die vorbereitenden Arbeiten zur Errichtung einer Entladestation für Tanklastwagen, welche zukünftig K+S-Prozesswässer anliefern werden. Die behördlichen Genehmigungen für den Anlagenbau liegen vor. Die Errichtung der Anlage erfolgt durch K+S.

Die Anlage mit drei Lkw-Entladestellen, die den Richtlinien für wassergefährdende Stoffe entspricht, besteht aus einem Pumpenhaus und drei 50-Kubikmeter-Tanks sowie einem Container mit Sanitäranlage und Aufenthaltsraum für das Personal. Von der Entladestelle führt eine etwa 600 Meter lange Pipeline zur Einleitbohrung in das Berg-werk. Sie wird ebenfalls in den kommenden Monaten gebaut.


Auffahrung eines neuen Stollens sichert dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach

Sondershausen | Steinbach. Die LMBV plant die dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach durch die Auffahrung eines neuen Stollens zu gewährleisten. Bereits am 2. Mai 2022 werden die ersten Vorarbeiten vor Ort stattfinden.
Der Steinbachstollen und der neue Steinbachstollen befinden sich in Bad Liebenstein, Ortsteil Steinbach. Der neue Steinbachstollen wird annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren. Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Grubenwässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet. Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 m bei einem offenen Querschnitt von 12 m². Im Vergleich dazu beträgt die Länge des aktuell für die Grubenentwässerung genutzten Stollens ca. 1.090 m bei einem Querschnitt von 6 m².
Die Bauzeit beträgt circa 24 Monate und wird voraussichtlich bis Mai 2024 andauern.
Die LMBV hat den Auftrag zur Auffahrung an die Arbeitsgemeinschaft Steinbachstollen, bestehend aus den Firmen Schachtbau Nordhausen und Bergsicherung Ilfeld, vergeben. Die zur Auffahrung des Stollens notwendigen bergbehördlichen Genehmigungen liegen vor.


Röhrigschacht: Ursachenforschung geht weiter

Sondershausen | Wettelrode. Am 24. März 2022 informierte Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung über die aktuelle Situation im Besucherbergwerk Wettelrode und den Sachstand zur Ursachenforschung des massiven Wassereinbruchs. Neben Landrat André Schröder und Sangerhausens Oberbürgermeister Sven Strauß nahmen Vertreter der zuständigen Behörde, des Museumsbetriebes Röhrigschacht sowie der Landesanstalt für Altlastenfreistellung Sachsen-Anhalt an der Arbeitsberatung teil.

Im aktuellen Fokus der Untersuchungen liegen unter anderem die in den 90er Jahren gefluteten Grubenhohlräume des Sangerhäuser Kupferschieferbergbaus. Möglich ist, dass hier über durchlässige Gesteinsschichten das Wasser in das Besucherbergwerk einströmt.
Nach ersten Analysen konnten die Starkniederschläge im Februar 2022 als Verursacher der Zuflüsse ausgeschlossen werden. Auch eine zweite Möglichkeit, dass der in unmit-telbarer Nähe zum Bergwerksstandort befindliche Kunstteich Wettelrode Ursache der starken Zuflüsse sein könnte, hatte sich vorerst nicht bestätigt. Das Untersuchen der potentiellen Ursachen erfolgt auch mit externen Sachverständigen im Auftrag der Lan-desanstalt für Altlastenfreistellung Sachsen-Anhalt.

Parallel dazu optimiert der Sanierungsträger LMBV weiter das gegenwärtige Abpumpen der anfallenden Wässer, so dass die Energieversorgung unter Tage und damit der Be-trieb der Pumpen gesichert ist. Der Zustrom von Wässern aus dem umgebenden Ge-birge hat etwas nachgelassen und beträgt derzeit circa 180 - 190 m³/h. Die Öffnung des Museumsbetriebes Röhrigschacht Wettelrode ist auf Grund der aktuell weiter anhaltenden Zuflüsse zum Bergwerk und der durch den Wassereinbruch verursachten Beeinträchtigungen noch nicht absehbar.

Pegelmessung im Areal des temporären Damms


Röhrigschacht: Weiter hoher Wasserzustrom im Schacht – Ursachensuche begonnen

Sondershausen | Wettelrode. Die LMBV optimiert weiter das gegenwärtige Abpumpen der in ihrem Bergwerk Wettelrode anfallenden Wässer. Das betrifft insbesondere die Energieversorgung sowie die Ausfallsicherheit der Pumpen unter Tage. Der Zustrom von Wässern aus dem umgebenden Gebirge hat bisher nicht nachgelassen und beträgt weiterhin um die 200 m³/h. Bis zum Wassereinbruch wurden durchschnittlich nur 70 bis 80 m³/h gefördert.

Nach ersten Untersuchungen können die Starkniederschläge im Februar 2022 als Verursacher der Zuflüsse ausgeschlossen werden.

Auch eine zweite Möglichkeit, dass der in unmittelbarer Nähe zum Bergwerksstandort befindliche Kunstteich Wettelrode Ursache der starken Zuflüsse sein könnte, hat sich vorerst nicht bestätigt. Aus diesem waren nach Angaben des Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt Mitte Februar etwa 10.000 m³ Wasser abgelassen worden. Vergleicht man diese Menge mit dem bisher aus dem Bergwerk abgepumpten Wasservolumen, so sind diese in etwa gleich groß. Demzufolge müsste der Zustrom daher merklich nachlassen. Das ist aber bisher nicht der Fall.

Weitere mögliche Ursachen werden derzeit auch mit Hilfe von externen Experten analysiert. Dabei rücken die in den 90er Jahren gefluteten Grubenhohlräume des Sangerhäuser Kupferschieferbergbaus in den Fokus der Untersuchungen. Parallel dazu erfolgen Untersuchungen zu möglichen Gegenmaßnahmen zum Eindämmen der Zuflüsse im Bergwerk Wettelrode.

Die Öffnung des Museumsbetriebes Röhrigschacht Wettelrode ist auf Grund der aktuell weiter anhaltenden hohen Zuflüsse zum Bergwerk noch nicht absehbar.


Pump-Maßnahmen im Besucherbergwerk Wettelrode greifen

Sondershausen/Wettelrode. Nachdem wegen des stark erhöhten Wasserzutrittes im Röhrigschacht das Besucherbergwerk in Wettelrode gesperrt werden musste, kann die LMBV-Einsatzleitung ein erstes positives Signal vermelden. Das System der Notwasserhaltung greift und die Pegelstände im Grubengebäude beginnen zu sinken. Seit Freitagnacht sind neben den regulären drei Pumpen zwei weitere in Betrieb genommen worden, die insgesamt circa 250 m3 Wasser pro Stunde von der 1. Sohle des Röhrigschachtes in den 120 Meter höher gelegenen Segen-Gottes-Stollen heben. Dafür wurde eine weitere Steigleitung installiert.

Damit ist ein sukzessives Entfernen von Sandsäcken am Grundablass des Damms im Querschlag 1. Sohle sowie an der Dammkrone möglich geworden. „Dennoch müssen die Gegebenheiten vor Ort weiter beobachtet und kontrolliert werden, um bei Veränderungen jederzeit gezielt handeln zu können“, so Sebastian Tugendheim, LMBV-Einsatzleiter vor Ort.

Die Absicherung eines 24-Stunden-Betriebes vor Ort erfolgt aktuell durch Bergsicherung Wimmelburg, weitere Mitarbeiter der LMBV, des Unternehmens Schachtbau Nordhausen, Mitarbeiter des Besucherbergwerks sowie der Bergwacht Harz.

Gemeinsam mit Vertretern zuständiger Behörden, der Stadt Sangerhausen und des Museumsbetriebes Röhrigschacht informierte am 3. März 2022 Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, über die aktuelle Situation im Besucherbergwerk Wettelrode. Wegen des stark erhöhten Wasserzutrittes im Röhrigschacht muss derzeit das Besucherbergwerk in Wettelrode geschlossen bleiben.

Bereits in der Vergangenheit hatte der Bergbau in der Region mit starken Wasserzuflüssen zu kämpfen. Diese führten letztlich zum Einstellen des Bergbaus im Sangerhäuser Revier.