Pump-Maßnahmen im Besucherbergwerk Wettelrode greifen: Pegelstände beginnen zu sinken

Sondershausen/Wettelrode. Nachdem wegen des stark erhöhten Wasserzutrittes im Röhrigschacht das Besucherbergwerk in Wettelrode gesperrt werden musste, kann die LMBV-Einsatzleitung ein erstes positives Signal vermelden. Das System der Notwasserhaltung greift und die Pegelstände im Grubengebäude beginnen zu sinken. Seit Freitagnacht sind neben den regulären drei Pumpen zwei weitere in Betrieb genommen worden, die insgesamt circa 250 m3 Wasser pro Stunde von der 1. Sohle des Röhrigschachtes in den 120 Meter höher gelegenen Segen-Gottes-Stollen heben. Dafür wurde eine weitere Steigleitung installiert.

Damit ist ein sukzessives Entfernen von Sandsäcken am Grundablass des Damms im Querschlag 1. Sohle sowie an der Dammkrone möglich geworden. „Dennoch müssen die Gegebenheiten vor Ort weiter beobachtet und kontrolliert werden, um bei Veränderungen jederzeit gezielt handeln zu können“, so Sebastian Tugendheim, LMBV-Einsatzleiter vor Ort.

Die Absicherung eines 24-Stunden-Betriebes vor Ort erfolgt aktuell durch Bergsicherung Wimmelburg, weitere Mitarbeiter der LMBV, des Unternehmens Schachtbau Nordhausen, Mitarbeiter des Besucherbergwerks sowie der Bergwacht Harz.

Gemeinsam mit Vertretern zuständiger Behörden, der Stadt Sangerhausen und des Museumsbetriebes Röhrigschacht informierte am 3. März 2022 Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, über die aktuelle Situation im Besucherbergwerk Wettelrode. Wegen des stark erhöhten Wasserzutrittes im Röhrigschacht muss derzeit das Besucherbergwerk in Wettelrode geschlossen bleiben.

Bereits in der Vergangenheit hatte der Bergbau in der Region mit starken Wasserzuflüssen zu kämpfen. Diese führten letztlich zum Einstellen des Bergbaus im Sangerhäuser Revier.

Fotos: R. Haase/J. Findeisen


Sperrung des Besucherbergwerkes Wettelrode

Sondershausen/Wettelrode. Gemeinsam mit Vertretern zuständiger Behörden, der Stadt Sangerhausen und des Museumsbetriebes Röhrigschacht informierte am 3. März 2022 Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, über die aktuelle Situation im Besucherbergwerk Wettelrode. Wegen des stark erhöhten Wasserzutrittes im Röhrigschacht muss derzeit das Besucherbergwerk in Wettelrode geschlossen bleiben. Zusätzlich eingebrachte Pumpen und Steigleitungen sollen den Wasserpegel im Grubengebäude stabilisieren.

„Oberstes Ziel ist, dass wir die gegenwärtige Situation beherrschen. Die nächsten Tage werden zeigen, ob die Maßnahmen der Notwasserhaltung greifen“, so LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny. In den nächsten Tagen wird von der LMBV genau beobachtet, ob diese Maßnahmen der Notwasserhaltung greifen und sich die Situation entspannt. Über das weitere Vorgehen wird die LMBV informieren. Bereits in der Vergangenheit hatte der Bergbau in der Region mit starken Wasserzuflüssen zu kämpfen. Diese führten letztlich zum Einstellen des Bergbaus im Sangerhäuser Revier.

Seit dem 21. Februar 2022 strömt verstärkt Wasser in das Bergwerk ein. Mit circa 150 Kubikmeter Wasser pro Stunde wird derzeit die doppelte Wassermenge gegenüber dem Normalbetrieb über ein fest installiertes Pumpensystem von der 1. Sohle des Röhrigschachtes in den 120 Meter höher gelegenen Segen-Gottes-Stollen gehoben. Von dort aus erfolgt die Ableitung in den Helme-Zufluss Gonna. Weitere Pumpensysteme samt Steigleitung werden derzeit installiert, so dass die Pumpleistung auf eine Gesamtleistung von mindestens 220 Kubikmeter pro Stunde erhöht werden kann.

Das Unternehmen Schachtbau Nordhausen und die Bergsicherung Wimmelburg (LMBV) sind vor Ort im Einsatz und werden von den technischen Mitarbeitern des Museumsbetriebes unterstützt. Einsatzleiter vor Ort ist Sebastian Tugendheim (LMBV).

Bernd Sablotny (Sprecher der LMBV-Geschäftsführung) im Bereich des errichteten Damms im Querschlag zur 1. Sohle Röhrigschacht.

Über ein Pumpensystem werden derzeit circa 150 Kubikmeter pro Stunde von der 1. Sohle des Röhrigschachtes in den 120 Meter höher gelegenen Segen-Gottes-Stollen gehoben. (Bildquelle: R.Haase/J. Findeisen)


Presseeinladung: Zuströmendes Wasser im Röhrigschacht der LMBV

Bergbausanierer informiert über Sperrung des Besucherbergwerkes Wettelrode

Sondershausen/Wettelrode. Wegen des stark erhöhten Wasserzutrittes im Röhrigschacht der LMBV muss derzeit das Besucherbergwerk in Wettelrode geschlossen bleiben.

Über das weitere Vorgehen möchten wir Sie gern informieren:

am Donnerstag, den 3. März um 15 Uhr
im ErlebnisZentrum Bergbau Röhrigschacht
Lehde 17 in 06526 Sangerhausen.

Vor Ort stehen Ihnen Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung und Ralph Haase, Bereichsleiter Kali-Spat-Erz zur Verfügung.

Wir bitten um Ihre Rückmeldung an jenny.findeisen@lmbv.de

Hintergrund: Mit circa 150 m³ Wasser pro Stunde wird derzeit die doppelte Wassermenge gegenüber dem Normalbetrieb über ein fest installiertes Pumpensystem vom betroffenen Röhrigschacht in den Segen-Gottes-Stolln befördert. Von dort aus erfolgt die Ableitung in den Helme-Zufluss Gonna. Weitere Pumpensysteme sollen installiert werden, da der Wasserpegel trotz der gegenwärtigen Wasserhaltungsmaßnahmen unverändert steigt.


Tagesbruch in Brunndöbra wird gesichert

Sondershausen/Brunndöbra. Aktuell wird ein Tagesbruch im Bereich der ehemaligen Schwerspatgrube Brunndöbra saniert. Der entstandene Hohlraum wird mit Beton verfüllt. Trotz ungünstiger Wetterlagen und problematischer Bodenverhältnisse kommt das Sanierungsgeschehen gut voran. Voraussichtlich wird die Sicherung Ende 2022 abgeschlossen sein.

Das Unternehmen Schachtbau Nordhausen führt die Sanierungsmaßnahmen im Auftrag der LMBV aus. Der Tagesbruch, bei dem niemand zu Schaden kam, wurde im August 2019 entdeckt. Bevor die Sanierungsarbeiten beginnen konnten, war ein umfangreiches Vorprogramm, u. a. Bohrmaßnahmen, notwendig gewesen.

Blick auf die Baustelle mit Vorteufe, über welche der Tagesbruch mit Beton verfüllt wird

Blick auf die Vorteufe, über die der Tagesbruch mit Beton verfüllt wird und abgesperrter Tagesbruch





Weitere Sicherungsarbeiten am Fördergerüst Nienstedt erfolgt

Abbau des Portalkrans erfolgt zur Gefahrenabwehr

Sondershausen/Nienstedt. Im Rahmen von Sicherungsarbeiten erfolgte am 20. Oktober die planmäßige Demontage des Portalkrans am Fördergerüst Nienstedt. Damit wird das mehr als 60-jährige Doppelbock-Fördergerüst entlastet, das unter Denkmalschutz steht. Für diese Realisierung kam ein 300 Tonnen Schwerlastkran zum Einsatz.

In knapp 60 Metern Höhe wurde der Portalkran von einer externen Spezialfirma abgebaut und nach unten geholt.

Das Gerüst wird turnusmäßig von der LMBV sowie von Sachverständigen der Nordhäuser Bauprüfinstitut GmbH begutachtet, um Gefahren für die öffentliche Sicherheit rechtzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten. So geschehen zuletzt im Juni 2020. Hier fand eine umfangreiche Begutachtung mittels Hubsteiger statt, bei welcher alle Seilscheibenbühnen und Hilfsbühnen sowie Stützen kontrolliert wurden. Im Anschluss wurden durch die Mitarbeiter des Zentralen Grubenwassermanagements der LMBV die potenziellen Gefahrenquellen beseitigt,indem beispielsweise Ketten als Abfangsicherung an vereinzelten Komponenten angebracht wurden.

Errichtet 1963, ist das Fördergerüst des Bernard Koenen Schachts II eines der letzten noch erhaltenen Doppelbock-Fördergerüste und neben der Spitzkegelhalde ein unverwechselbares Zeugnis des regionalen Kupferschieferbergbaus in Mitteldeutschland. Bereits in den 1990er Jahren wurde die 60 Meter hohe Landmarke unter Denkmalschutz gestellt. Die Teufe des Schachtes fand zwischen 1956 und 1961 statt. Mit einem Schachtdurchmesser von 6 Metern und einer Endteufe von 871 Metern besaß der Schacht zwei Sohlenabgänge. Im Grubenfeld der Bernard Koenen Schächte wurden bis zur Produktionseinstellung 1990 ca. 13,9 Mio. Tonnen Erz gefördert.

 

In knapp 60 Metern Höhe wurde der Portalkran von einer externen Spezialfirma abgebaut und nach unten geholt.

Beitrag und Video in der MZ

Die Mitteldeutsche Zeitung berichtete am 21.10.2021 über den Abbau des Portalkrans und publizierte ein Video dazu. Dieses ist über Youtube abrufbar. Der Bericht befindet sich hinter der Bezahlschranke.

Morgendlicher Arbeitsbeginn in Nienstedt (Foto: S. Tugendheim)

Impressionen vom Abbau des Portalkrans (Fotos von Jakob Richter)


Erfolgreiche Inbetriebnahme der neuen Laugenleitung von Menteroda nach Wipperdorf

Bergbausanierer schafft modernes System um Reststoffe aus ehemaligem Kalibergwerk Volkenroda sicher und für umweltverträglich abzuleiten

Sondershausen/Menteroda. Am 7. September 2021 konnte an der
Steuerungswarte am Stapelbecken Menteroda eine neu errichtete
Laugenleitung der LMBV symbolisch in Betrieb gesetzt werden.
Umweltstaatssekretär Olaf Möller vom Freistaat Thüringen (TMUEN) war
Ehrengast bei dieser symbolischen Inbetriebnahme. Anwesend waren
weiterhin Siegfried Röver als Vertreter des Bundesministeriums der
Finanzen (BMF), Mario Suckert, Präsident des Thüringer Landesamtes für
Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN), und Jörg Bodenstein,
stellvertretender Leiter des Referats Bergbau, Strahlenschutz,
Altlastenmanagement im Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und
Naturschutz (TMUEN).

Der LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny bezeichnete das vollendete
Bauprojekt in seiner Rede als „hochwertigen Umweltschutz“. Die
Laugenleitung sei eine wichtige Voraussetzung dafür, die
Hinterlassenschaften aus dem Betrieb des ehemaligen Kalibergwerks
Volkenroda geordnet, sicher und umweltverträglich ableiten zu können, so
der Geschäftsführer weiter. Staatssekretär Olaf Möller lobte in seinem
Grußwort, dass die LMBV „in weiser Voraussicht vor fast 10 Jahren mit
der Planung des Projekts begonnen“ hatte. Für ihn war es nach 30 Jahren,
als er die Grube Volkenroda ein erstes Mal besucht hatte, ein
„bewegender Moment“ wieder am Standort zu sein. Abschließend wünschte er
„Wasser marsch für die Leitung!“.

Der Bau der Laugenleitung war nötig geworden, als sich das Ende der
bisherigen Flutung durch untertägiges Einleiten von anfallenden
Haldenwässern abzeichnete. Rund 45 Millionen Tonnen Rückstände aus dem
ehemaligen Kalibergwerk Volkenroda lagern auf der im Ort Menteroda
gelegenen Halde. Diese Rückstände werden kontinuierlich durch
Niederschläge ausgelaugt. In der Folge treten salzhaltige Sickerwässer
aus der Halde aus, die nicht in die Umgebung oder die umgebenden
Gewässer eingeleitet werden dürfen. Nach mehr als 25 Jahren
Haldenbewirtschaftung, -überdeckung und -begrünung ist es in Menteroda
gelungen, die jährlich anfallenden Wässer auf ca. 100.000 Kubikmeter pro
Jahr zu reduzieren.

Bisher wurden die Haldensickerwässer in die Grube Volkenroda
eingeleitet. Eine Verbindung zum Grubenfeld ist nur noch über zwei
Tiefbohrungen mit einer Teufe von bis zu 1.055 Meter möglich, da die zum
Kalibergwerk gehörigen Schächte mittlerweile fachgerecht verwahrt
wurden. Bei einem definierten, gutachterlich festgelegten Niveau wird
die Einleitung von Haldensickerwässern und somit die Flutung des
ehemaligen Bergwerks eingestellt. Dieses Ende der Flutungsphase wird im
Laufe des Jahres 2022 erwartet. Die Grundlage dieser Abschätzung sind
unter anderem permanente Lösungsspiegelüberwachung über Drucksonden,
regelmäßige Lotungen, langjährige Messungen des Senkungsgeschehens und
die Registrierung und Wertung der seismischen Aktivität im Bereich des
Grubenfeldes.

Mit Beendigung der Flutung erfolgt nun die umweltgerechte Entsorgung
der langfristig weiterhin anfallenden Haldensickerwässer über das
zentrale Laugenstapelbecken Wipperdorf. Das dortige Becken hat ein
Volumen von rund 620.000 Kubikmetern und fasst auch die Sickerwässer
anderer Halden aus dem Kalirevier Südharz. Bescheidkonform werden die
Haldenabwässer dort unter Einhaltung der Überwachungswerte anschließend
in den Vorfluter Wipper abgeleitet.

Ende November 2018 hatte die LMBV die bergrechtliche Zulassung für
den Bau der 13,5 Kilometer langen Haldenabwasserleitung von Menteroda zu
jenem zentralen Laugenstapelbecken Wipperdorf erhalten. Damit fand eine
im Jahr 2014 begonnene Planungs- und Genehmigungsphase ihren Abschluss.
Seit 2019 liefen nun die Baumaßnahmen und wurden im Sommer 2021 und
damit rechtzeitig vor dem Ende der Flutung abgeschlossen.

Die Leitung wurde unter Beachtung denkmalpflegerischer, ökologischer
und bodenkundlicher Belange sowie vielen Beauflagungen Dritter verlegt.
Dabei erfolgte der Bau auf rund 12 Kilometern in offener Bauweise sowie
mittels neun Bohrungen beispielsweise unter der DB-Strecke Halle–Kassel
oder einem etwa 100 Meter hohen Geländesprung, der so genannten
Dün-Kante.

Die Leitung ist nach dem neuesten Stand der Technik errichtet und
mittels eines sehr hochwertigen Kunststoff-Medienrohres auf der
Gesamtlänge permanent leckageüberwacht. Selbst kleinste Beschädigungen
der dünnen Aluminium-Ummantelung werden somit unmittelbar vom System
erfasst, lokalisiert und die notwendigen Havariemaßnahmen zur
Verhinderung des Austritts von Lauge automatisch eingeleitet. Damit
wurde ein modernes System errichtet, um die zwangsläufig anfallenden
Reststoffe der ehemaligen Kaliindustrie sicher und umweltverträglich
handhaben zu können.

Visualisierung der neuen 13,5 Kilometer langen Laugenleitung von Menteroda nach Wipperdorf als rote Linie (Quelle: LMBV)

Impressionen von der Veranstaltung (Fotos: LMBV/Christian Bedeschinski)


Bohrerkundungsprogramm im Abstrom der Grundwasserreinigungsanlage Schedewitz

Nachsorgebetrieb Zwickau steht weiter in Beobachtung der LMBV

Sondershausen/Zwickau. Derzeit ist im Auftrag der LMBV ein Bohrerkundungsprogramm im Abstrom der Grundwasserreinigungsanlage Schedewitz im Gange. Die Bohranlage steht „auf dem Präsentierteller“ an einer der meistbefahrenen Kreuzung von Zwickau. Die Neugier ist allseits groß. Die mindestens neun (von bis zu dreizehn) Bohrungen mit Ausbau zu Grundwassermessstellen und weitere Erkundungsarbeiten werden noch mehrere Wochen andauern, so Dipl.-Geol. (FH) Helmar Sittner, LMBV-Projektmanager des Nachsorgebetriebes Zwickau.

Das Bergbau-Poldergebiet stände heute ohne künstliche Entwässerung - im Rahmen der bergbauichen Nachsorge - unter Wasser. Ein Schwerpunkt der Tätigkeit des Nachsorgebetriebes Zwickau ist daher der Betrieb der Grundwasserreinigungsanlage am ehemaligen Kokereistandort Schedewitz. Im vergangenen Jahr 2020 konnte ein sehr gutes Jahresergebnis mit dem Austrag der höchsten Schadstoffmenge - seit 2012 - erzielt werden. Für die Kokereistandorte Brückenberg und Schedewitz werden außerdem das Monitoring fortgesetzt und zusammen mit dem Rahmengutachter weitere technische Erkundungsprogramme erarbeitet.

Ausführendes Bohrunternehmen ist die Firma BLZ Geotechnik Brunnenbau GmbH Torgau. Die umzusetzenden Bohrtiefen liegen zwischen sieben und neun Metern. Auf Grund der Besonderheiten – das Untersuchungsgebiet liegt in einem Bergbausenkungsgebiet, das sich durch den historischen Steinkohlenbergbau um etwa sechs bis acht Meter abgesenkt hat und gestörte Grundwasserverhältnisse hinterließ – ist der Messstellenausbau zudem sehr diffizil auch durch die geringe Grundwasserleitermächtigkeit, d.h. eine dezimetergenaue Ausbaukonfiguration zum Messen ist notwendig.

Die Schwierigkeiten der Maßnahmen bestehen darin, dass alle Bohrpunkte in historisch bebautem Gelände liegen und viele Bohrhindernisse und unzählige Leitungen zu beachten sind. Daher sind durchweg Hand-Vorschachtungen bei sehr begrenzten Platzverhältnissen erforderlich und teilweise Verkehrsraumeinschränkungen notwendig.

Bohrerkundung in Zwickau - F.: H. Sittner


98. Aufsichtsratssitzung der LMBV fand am 11. August 2021 im Sangerhäuser Revier statt

Untertage-Erkundung des Schlüsselstollens und der Wimmelburger Schlotten

Senftenberg/Eisleben. Die nunmehr schon 98. Sitzung des Aufsichtsrats der LMBV fand am 11. August 2021 in Eisleben statt. Die LMBV-Aufsichtsräte hatten sich am Vortag bereits zu einer Revierbefahrung im Sangerhäuser Revier versammelt.

Im Mittelpunkt dieser Informationstour am 10. August 2021 stand das Einfahren zum Schlüsselstollen über den Freieslebenschacht des Sanierungsbereiches Kali-Spat-Erz der LMBV. Zuvor gab der Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny, gemeinsam mit Mitarbeitern des Sanierungsbereiches Kali-Spat-Erz einen breiten Überblick über die noch anstehenden Aufgaben der LMBV in dieser Region.

Über den LMBV-Schacht in Wimmelburg wurden anschließend auch die Wimmelburger Schlotten erkundet. Die teilweise nur hüfthohen Stollengänge auf dem Weg dorthin verlangten den Räten körperlich alles ab, gaben zudem auch einen guten Einblick in die Untertagearbeit und das umfangeiche Aufgabenportfolio der LMBV-Mitarbeiter an diesen Standorten. Alternativ konnte noch Lademannschacht-Halde Eisleben besichtigt werden.

Im Kreise der Aufsichtsräte konnte neu der BMF-Referatsleiter Dr. Andreas Kerst begrüßt werden, nachdem zuvor der Vertreter der Anteilseigner Ministerialrat Joachim Löbach wegen der Übernahme neuer Aufgaben ausgeschieden war.

Aufsichtsräte, Geschäftsführer und Mitarbeiter der LMBV gemeinsam im Foto


Offizielle Inbetriebnahme neuer Haldenabwasserleitung im September geplant

Investitionsvorhaben des Sanierungsbereiches Kali-Spatz-Erz erfolgreich umgesetzt

Sondershausen/Menteroda/ Wipperdorf. Die LMBV hat mit der bevorstehenden Fertigstellung der neu errichteten Haldenabwasserleitung von Menteroda nach Wipperdorf ein wichtiges Projekt zur geordneten Ableitung der von der Halde des ehemaligen Kalibergwerkes Volkenroda anfallenden salzhaltigen Wässer abgeschlossen.

An diesem langfristig vorbereiteten Investitionsvorhaben des Sanierungsbereiches Kali-Spatz-Erz des Bergbausanierers haben viele Beteiligte erfolgreich mitgewirkt. Gemeinsam mit Gästen, darunter Vertretern des Freistaates Thüringen, und Mitwirkenden möchte die LMBV am 7. September 2021 ab 10:30 Uhr an die Steuerungswarte am Stapelbecken Menteroda die Laugenleitung symbolisch in Betrieb setzen.

2014 begannen bereits ersten die Planungen für das Projekt. Ende November 2018 hatte die LMBV die bergrechtliche Zulassung für den Bau der insgesamt 13,5 Kilometer langen Haldenabwasserleitung von Menteroda zum zentralen Laugenstapelbecken Wipperdorf erhalten. Der Baustart folgte dann im Jahr 2019. Der Leitungsbau erfolgte auf etwa zwölf Kilometern in offener Bauweise sowie mittels Vortrieb über neun Bohrungen.

Die Leitung ist nach dem neusten Stand der Technik errichtet und mittels eines sehr hochwertigen Kunststoff-Medienrohres auf die Gesamtlänge permanent leckageüberwacht. Damit wurde ein modernes System errichtet, um die zwangsläufig anfallenden Reststoffe der ehemaligen Kaliindustrie sicher und umweltverträglich handhaben zu können.

Hintergrund: Rund 45 Millionen Tonnen Rückstände aus dem ehemaligen Kalibergwerk Volkenroda lagern auf einer im Ort Menteroda gelegenen Halde der LMBV. Diese Rückstände werden kontinuierlich durch Niederschläge ausgelaugt. In der Folge treten salzhaltige Sickerwässer aus der Halde aus, die nicht in die Umgebung oder die umgebenden Gewässer eingeleitet werden dürfen.

Nach mehr als 25 Jahren Haldenbewirtschaftung, -überdeckung und -begrünung ist es in Menteroda gelungen, die jährlich anfallenden Wässer auf ca. 100.000 Kubikmeter pro Jahr zu reduzieren. Nach dem Beenden des bisherig möglichen Einleitens in die Grube Pöthen erfolgt künftig die umweltgerechte Entsorgung der langfristig weiterhin anfallenden Haldensickerwässer über das zentrale Laugenstapelbecken Wipperdorf der LMBV

Blick über das Stapelbecken auf die LMBV-Halde Menteroda

Impressionen vom Leitungsbau


Geophysikalische Untersuchungen am Petersenschacht von Grubenwehr unterstützt

Blick vom Versatzniveau nach Übertage mit abgemauertem Wetterkanal

Sondershausen. Während Reparaturarbeiten am Fördergerüst des Petersenschachtes sowie des daran angrenzenden Gebäudekomplexes wurde zwischen den beiden Druckstützen ein Loch von 0,15 m² und ca. ein Meter Tiefe festgestellt.

Um eine Gefährdung der Verfüllsäule in der benachbarten Schachtröhre zum einen und einer Beeinträchtigung der Tagesanlagen sowie der öffentlichen Sicherheit zum anderen auszuschließen erfolgte ein erstes Sichten von historischen Unterlagen.

Daran schlossen sich geophysikalische Untersuchungen des Bereiches und eine direkte Kontrolle des oberen Abschnitts der Schachtröhre durch den Auf- und Abseiltrupp der Zentralen Grubenwehr Südharz an.

Der als Schacht II für das Kaliwerk „Glückauf“ Sondershausen geteufte Petersenschacht erreichte eine Endteufe von 793,5 m. Er wurde ab 1907 abgeteuft. Das in diesem Bereich ca. 10 m mächtige Kalilager aus Sylvinit, anhydritischem Hartsalz und Carnallit konnte bei einer Teufe von 762 m angetroffen werden. Namensgeber für den Schacht ist der damalige Staatsminister und stellv. Vorsitzender der neuen Gewerkschaft „Glückauf-Bebra“ Hermann Petersen (1844-1917), welcher sich für die ansässige Kaliindustrie stark engagierte. Für neue Förder- und Absatzquoten wurde der Schacht binnen drei Jahren bis 1910 niedergebracht.

Nach nur dreijähriger Kaliförderung erfolgte die Nachnutzung des Schachtes als Wetter-, Seilfahrt- und Materialschacht für das Werk „Glückauf“. Ab 1955 wurden die Räumlichkeiten des gesamten Gebäudekomplexes für die „Zentrale Forschungsstelle für die Kaliindustrie der DDR“ hergerichtet. In den Jahren 1993-1994 erfolgte die Verwahrung des Schachtes nach dem bereits üblichen Stand der Technik mit Widerlagern und Dichtelementen. In einer Teufe von zwei bis drei Metern sind zwei Wetterkanäle bekannt. Über diese Bereiche sind Frischwetter in den Schacht und von dort in die Grube geleitet worden. Die Recherchen in der Verwahrdokumentation führten zur Erkenntnis, dass diese teilverwahrt sind, und die Lokation der Bruchstelle zwischen den Druckstreben auf einen der Wetterkanäle passen würde.

Aus diesem Grund erfolgte im Bereich des Bruchs vor dem Gebäude im Dezember 2020 eine erste geophysikalische Untersuchung mittels Georadar, einem zerstörungsfreien Erkundungsverfahren. Es wurden zwei unterschiedliche Sendeantennen mit Frequenzen von 200 MHz und 400 MHz eingesetzt. Im Bereich des Bruchs und seiner Umgebung konnten hiermit lufterfüllte Hohlräume nachgewiesen werden, die lagemäßig zum Lüftungskanal passen und eine nicht vollständige Verfüllung dieses implizieren.

Um den Zustand der Verfüllsäule oberhalb des Dichtelementes direkt zu eruieren, war ein Befahren durch den Auf- und Abseiltrupp der Grubenwehr erforderlich. Ende April 2021 wurde die Kontrollöffnung der Schachtabdeckung geöffnet und darüber ein Dreibock aufgestellt. Als Anschlagpunkt für das Fahr- und Sicherheitsseil wurde eine ausreichend tragfähige Konstruktion innerhalb der Schachthalle gewählt. Vor dem Abseilen wurde der lufterfüllte Bereich bis auf das Versatzniveau gastechnisch freigemessen. Abseilen und Aufstieg erfolgte aktiv mit einem Abseilgerät und Hand- bzw. Bruststeigklemme, gesichert über ein mitlaufendes Auffanggerät.

Im Ergebnis konnten keine Beeinträchtigungen der Schachtwandung festgestellt werden; auch die Versatzabsperrbauwerke in den Wetterstrecken sind ohne Befund oder Mängel. Die Niveaus der Kies- und Sandschüttungen sind deutlich sichtbar markiert und somit kann ein Auslaufen der Verfüllmassen aus dem Wetterkanal in die Schachtröhre ausgeschlossen werden.

Um die Verwahrsituation im Gebäudekomplex im unmittelbaren Bereich um die Schachtröhre festzustellen, wurde daraufhin im Mai eine zweite Georadarmessung auf der Ackersohle ausgeführt. Diese ergab starke Reflexionen im Bereich des ehemaligen Lüftungskanals. Diese können sowohl auf eine nicht vollständige Verfüllung des Lüftungskanals mit einem stark reflektierenden Feststoff oder auf lufterfüllten Hohlraum deuten. Hier wird eine geplante lokale Bohrung Aufschluss über die Beschaffenheit des Untergrundes geben.

Untersuchungen am Schacht