Auffahrung eines neuen Stollens sichert dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach
Sondershausen | Steinbach. Die LMBV plant die dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach durch die Auffahrung eines neuen Stollens zu gewährleisten. Bereits am 2. Mai 2022 werden die ersten Vorarbeiten vor Ort stattfinden.
Der Steinbachstollen und der neue Steinbachstollen befinden sich in Bad Liebenstein, Ortsteil Steinbach. Der neue Steinbachstollen wird annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren. Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Grubenwässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet. Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 m bei einem offenen Querschnitt von 12 m². Im Vergleich dazu beträgt die Länge des aktuell für die Grubenentwässerung genutzten Stollens ca. 1.090 m bei einem Querschnitt von 6 m².
Die Bauzeit beträgt circa 24 Monate und wird voraussichtlich bis Mai 2024 andauern.
Die LMBV hat den Auftrag zur Auffahrung an die Arbeitsgemeinschaft Steinbachstollen, bestehend aus den Firmen Schachtbau Nordhausen und Bergsicherung Ilfeld, vergeben. Die zur Auffahrung des Stollens notwendigen bergbehördlichen Genehmigungen liegen vor.
Neuer Steinbachstollen Anstichstelle
Röhrigschacht: Ursachenforschung geht weiter
Sondershausen | Wettelrode. Am 24. März 2022 informierte Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung über die aktuelle Situation im Besucherbergwerk Wettelrode und den Sachstand zur Ursachenforschung des massiven Wassereinbruchs. Neben Landrat André Schröder und Sangerhausens Oberbürgermeister Sven Strauß nahmen Vertreter der zuständigen Behörde, des Museumsbetriebes Röhrigschacht sowie der Landesanstalt für Altlastenfreistellung Sachsen-Anhalt an der Arbeitsberatung teil.
Im aktuellen Fokus der Untersuchungen liegen unter anderem die in den 90er Jahren gefluteten Grubenhohlräume des Sangerhäuser Kupferschieferbergbaus. Möglich ist, dass hier über durchlässige Gesteinsschichten das Wasser in das Besucherbergwerk einströmt.
Nach ersten Analysen konnten die Starkniederschläge im Februar 2022 als Verursacher der Zuflüsse ausgeschlossen werden. Auch eine zweite Möglichkeit, dass der in unmit-telbarer Nähe zum Bergwerksstandort befindliche Kunstteich Wettelrode Ursache der starken Zuflüsse sein könnte, hatte sich vorerst nicht bestätigt. Das Untersuchen der potentiellen Ursachen erfolgt auch mit externen Sachverständigen im Auftrag der Lan-desanstalt für Altlastenfreistellung Sachsen-Anhalt.
Parallel dazu optimiert der Sanierungsträger LMBV weiter das gegenwärtige Abpumpen der anfallenden Wässer, so dass die Energieversorgung unter Tage und damit der Be-trieb der Pumpen gesichert ist. Der Zustrom von Wässern aus dem umgebenden Ge-birge hat etwas nachgelassen und beträgt derzeit circa 180 - 190 m³/h. Die Öffnung des Museumsbetriebes Röhrigschacht Wettelrode ist auf Grund der aktuell weiter anhaltenden Zuflüsse zum Bergwerk und der durch den Wassereinbruch verursachten Beeinträchtigungen noch nicht absehbar.
Pegelmessung im Areal des temporären DammsBernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, im Gespräch mit Astrid Gessert (LMBV)Das überschüssige Wasser wird in den Seegen-Gottes-Stolln gehoben.Das überschüssige Wasser wird über ein Pumpensystem in den Seegen-Gottes-Stolln gehoben.
Röhrigschacht: Weiter hoher Wasserzustrom im Schacht – Ursachensuche begonnen
Sondershausen | Wettelrode. Die LMBV optimiert weiter das gegenwärtige Abpumpen der in ihrem Bergwerk Wettelrode anfallenden Wässer. Das betrifft insbesondere die Energieversorgung sowie die Ausfallsicherheit der Pumpen unter Tage. Der Zustrom von Wässern aus dem umgebenden Gebirge hat bisher nicht nachgelassen und beträgt weiterhin um die 200 m³/h. Bis zum Wassereinbruch wurden durchschnittlich nur 70 bis 80 m³/h gefördert.
Nach ersten Untersuchungen können die Starkniederschläge im Februar 2022 als Verursacher der Zuflüsse ausgeschlossen werden.
Auch eine zweite Möglichkeit, dass der in unmittelbarer Nähe zum Bergwerksstandort befindliche Kunstteich Wettelrode Ursache der starken Zuflüsse sein könnte, hat sich vorerst nicht bestätigt. Aus diesem waren nach Angaben des Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt Mitte Februar etwa 10.000 m³ Wasser abgelassen worden. Vergleicht man diese Menge mit dem bisher aus dem Bergwerk abgepumpten Wasservolumen, so sind diese in etwa gleich groß. Demzufolge müsste der Zustrom daher merklich nachlassen. Das ist aber bisher nicht der Fall.
Weitere mögliche Ursachen werden derzeit auch mit Hilfe von externen Experten analysiert. Dabei rücken die in den 90er Jahren gefluteten Grubenhohlräume des Sangerhäuser Kupferschieferbergbaus in den Fokus der Untersuchungen. Parallel dazu erfolgen Untersuchungen zu möglichen Gegenmaßnahmen zum Eindämmen der Zuflüsse im Bergwerk Wettelrode.
Die Öffnung des Museumsbetriebes Röhrigschacht Wettelrode ist auf Grund der aktuell weiter anhaltenden hohen Zuflüsse zum Bergwerk noch nicht absehbar.
Sebastian Tugendheim, LMBV-Einsatzleiter vor Ort , im Gespräch mit Ralph Haase, Bereichsleiter Kali-Spat-Erz (LMBV), v.l.n.r.
Pump-Maßnahmen im Besucherbergwerk Wettelrode greifen
Sondershausen/Wettelrode. Nachdem wegen des stark erhöhten Wasserzutrittes im Röhrigschacht das Besucherbergwerk in Wettelrode gesperrt werden musste, kann die LMBV-Einsatzleitung ein erstes positives Signal vermelden. Das System der Notwasserhaltung greift und die Pegelstände im Grubengebäude beginnen zu sinken. Seit Freitagnacht sind neben den regulären drei Pumpen zwei weitere in Betrieb genommen worden, die insgesamt circa 250 m3 Wasser pro Stunde von der 1. Sohle des Röhrigschachtes in den 120 Meter höher gelegenen Segen-Gottes-Stollen heben. Dafür wurde eine weitere Steigleitung installiert.
Damit ist ein sukzessives Entfernen von Sandsäcken am Grundablass des Damms im Querschlag 1. Sohle sowie an der Dammkrone möglich geworden. „Dennoch müssen die Gegebenheiten vor Ort weiter beobachtet und kontrolliert werden, um bei Veränderungen jederzeit gezielt handeln zu können“, so Sebastian Tugendheim, LMBV-Einsatzleiter vor Ort.
Die Absicherung eines 24-Stunden-Betriebes vor Ort erfolgt aktuell durch Bergsicherung Wimmelburg, weitere Mitarbeiter der LMBV, des Unternehmens Schachtbau Nordhausen, Mitarbeiter des Besucherbergwerks sowie der Bergwacht Harz.
Gemeinsam mit Vertretern zuständiger Behörden, der Stadt Sangerhausen und des Museumsbetriebes Röhrigschacht informierte am 3. März 2022 Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, über die aktuelle Situation im Besucherbergwerk Wettelrode. Wegen des stark erhöhten Wasserzutrittes im Röhrigschacht muss derzeit das Besucherbergwerk in Wettelrode geschlossen bleiben.
Bereits in der Vergangenheit hatte der Bergbau in der Region mit starken Wasserzuflüssen zu kämpfen. Diese führten letztlich zum Einstellen des Bergbaus im Sangerhäuser Revier.
Pump-Maßnahmen im Besucherbergwerk Wettelrode greifen: Pegelstände beginnen zu sinken
Sondershausen/Wettelrode. Nachdem wegen des stark erhöhten Wasserzutrittes im Röhrigschacht das Besucherbergwerk in Wettelrode gesperrt werden musste, kann die LMBV-Einsatzleitung ein erstes positives Signal vermelden. Das System der Notwasserhaltung greift und die Pegelstände im Grubengebäude beginnen zu sinken. Seit Freitagnacht sind neben den regulären drei Pumpen zwei weitere in Betrieb genommen worden, die insgesamt circa 250 m3 Wasser pro Stunde von der 1. Sohle des Röhrigschachtes in den 120 Meter höher gelegenen Segen-Gottes-Stollen heben. Dafür wurde eine weitere Steigleitung installiert.
Damit ist ein sukzessives Entfernen von Sandsäcken am Grundablass des Damms im Querschlag 1. Sohle sowie an der Dammkrone möglich geworden. „Dennoch müssen die Gegebenheiten vor Ort weiter beobachtet und kontrolliert werden, um bei Veränderungen jederzeit gezielt handeln zu können“, so Sebastian Tugendheim, LMBV-Einsatzleiter vor Ort.
Die Absicherung eines 24-Stunden-Betriebes vor Ort erfolgt aktuell durch Bergsicherung Wimmelburg, weitere Mitarbeiter der LMBV, des Unternehmens Schachtbau Nordhausen, Mitarbeiter des Besucherbergwerks sowie der Bergwacht Harz.
Gemeinsam mit Vertretern zuständiger Behörden, der Stadt Sangerhausen und des Museumsbetriebes Röhrigschacht informierte am 3. März 2022 Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, über die aktuelle Situation im Besucherbergwerk Wettelrode. Wegen des stark erhöhten Wasserzutrittes im Röhrigschacht muss derzeit das Besucherbergwerk in Wettelrode geschlossen bleiben.
Bereits in der Vergangenheit hatte der Bergbau in der Region mit starken Wasserzuflüssen zu kämpfen. Diese führten letztlich zum Einstellen des Bergbaus im Sangerhäuser Revier.
Fotos: R. Haase/J. Findeisen
Das Wasser steht kniehoch in den Gängen
Sperrung des Besucherbergwerkes Wettelrode
Sondershausen/Wettelrode. Gemeinsam mit Vertretern zuständiger Behörden, der Stadt Sangerhausen und des Museumsbetriebes Röhrigschacht informierte am 3. März 2022 Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, über die aktuelle Situation im Besucherbergwerk Wettelrode. Wegen des stark erhöhten Wasserzutrittes im Röhrigschacht muss derzeit das Besucherbergwerk in Wettelrode geschlossen bleiben. Zusätzlich eingebrachte Pumpen und Steigleitungen sollen den Wasserpegel im Grubengebäude stabilisieren.
„Oberstes Ziel ist, dass wir die gegenwärtige Situation beherrschen. Die nächsten Tage werden zeigen, ob die Maßnahmen der Notwasserhaltung greifen“, so LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny. In den nächsten Tagen wird von der LMBV genau beobachtet, ob diese Maßnahmen der Notwasserhaltung greifen und sich die Situation entspannt. Über das weitere Vorgehen wird die LMBV informieren. Bereits in der Vergangenheit hatte der Bergbau in der Region mit starken Wasserzuflüssen zu kämpfen. Diese führten letztlich zum Einstellen des Bergbaus im Sangerhäuser Revier.
Seit dem 21. Februar 2022 strömt verstärkt Wasser in das Bergwerk ein. Mit circa 150 Kubikmeter Wasser pro Stunde wird derzeit die doppelte Wassermenge gegenüber dem Normalbetrieb über ein fest installiertes Pumpensystem von der 1. Sohle des Röhrigschachtes in den 120 Meter höher gelegenen Segen-Gottes-Stollen gehoben. Von dort aus erfolgt die Ableitung in den Helme-Zufluss Gonna. Weitere Pumpensysteme samt Steigleitung werden derzeit installiert, so dass die Pumpleistung auf eine Gesamtleistung von mindestens 220 Kubikmeter pro Stunde erhöht werden kann.
Das Unternehmen Schachtbau Nordhausen und die Bergsicherung Wimmelburg (LMBV) sind vor Ort im Einsatz und werden von den technischen Mitarbeitern des Museumsbetriebes unterstützt. Einsatzleiter vor Ort ist Sebastian Tugendheim (LMBV).
Bernd Sablotny (Sprecher der LMBV-Geschäftsführung) im Bereich des errichteten Damms im Querschlag zur 1. Sohle Röhrigschacht.
Über ein Pumpensystem werden derzeit circa 150 Kubikmeter pro Stunde von der 1. Sohle des Röhrigschachtes in den 120 Meter höher gelegenen Segen-Gottes-Stollen gehoben. (Bildquelle: R.Haase/J. Findeisen)
Das Wasser strömt seit dem 21. Februar in die Schächte.
Sebastian Tugendheim, LMBV-Einsatzleiter vor Ort , im Gespräch mit Ralph Haase, Bereichsleiter Kali-Spat-Erz (LMBV), v.l.n.r.
D. Bodenstab, Schachtbau Nordhausen, erläutert LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny die Funktionsweise der neu eingesetzten Pumpe zur Notwasserhaltung
Presseeinladung: Zuströmendes Wasser im Röhrigschacht der LMBV
Bergbausanierer informiert über Sperrung des Besucherbergwerkes Wettelrode
Sondershausen/Wettelrode. Wegen des stark erhöhten Wasserzutrittes im Röhrigschacht der LMBV muss derzeit das Besucherbergwerk in Wettelrode geschlossen bleiben.
Über das weitere Vorgehen möchten wir Sie gern informieren:
am Donnerstag, den 3. März um 15 Uhr
im ErlebnisZentrum Bergbau Röhrigschacht
Lehde 17 in 06526 Sangerhausen.
Vor Ort stehen Ihnen Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung und Ralph Haase, Bereichsleiter Kali-Spat-Erz zur Verfügung.
Hintergrund: Mit circa 150 m³ Wasser pro Stunde wird derzeit die doppelte Wassermenge gegenüber dem Normalbetrieb über ein fest installiertes Pumpensystem vom betroffenen Röhrigschacht in den Segen-Gottes-Stolln befördert. Von dort aus erfolgt die Ableitung in den Helme-Zufluss Gonna. Weitere Pumpensysteme sollen installiert werden, da der Wasserpegel trotz der gegenwärtigen Wasserhaltungsmaßnahmen unverändert steigt.
Tagesbruch in Brunndöbra wird gesichert
Sondershausen/Brunndöbra. Aktuell wird ein Tagesbruch im Bereich der ehemaligen Schwerspatgrube Brunndöbra saniert. Der entstandene Hohlraum wird mit Beton verfüllt. Trotz ungünstiger Wetterlagen und problematischer Bodenverhältnisse kommt das Sanierungsgeschehen gut voran. Voraussichtlich wird die Sicherung Ende 2022 abgeschlossen sein.
Das Unternehmen Schachtbau Nordhausen führt die Sanierungsmaßnahmen im Auftrag der LMBV aus. Der Tagesbruch, bei dem niemand zu Schaden kam, wurde im August 2019 entdeckt. Bevor die Sanierungsarbeiten beginnen konnten, war ein umfangreiches Vorprogramm, u. a. Bohrmaßnahmen, notwendig gewesen.
Blick auf die Baustelle mit Vorteufe, über welche der Tagesbruch mit Beton verfüllt wird
Blick auf die Vorteufe, über die der Tagesbruch mit Beton verfüllt wird und abgesperrter Tagesbruch
Weitere Sicherungsarbeiten am Fördergerüst Nienstedt erfolgt
Abbau des Portalkrans erfolgt zur Gefahrenabwehr
Sondershausen/Nienstedt. Im Rahmen von Sicherungsarbeiten erfolgte am 20. Oktober die planmäßige Demontage des Portalkrans am Fördergerüst Nienstedt. Damit wird das mehr als 60-jährige Doppelbock-Fördergerüst entlastet, das unter Denkmalschutz steht. Für diese Realisierung kam ein 300 Tonnen Schwerlastkran zum Einsatz.
In knapp 60 Metern Höhe wurde der Portalkran von einer externen Spezialfirma abgebaut und nach unten geholt.
Das Gerüst wird turnusmäßig von der LMBV sowie von Sachverständigen der Nordhäuser Bauprüfinstitut GmbH begutachtet, um Gefahren für die öffentliche Sicherheit rechtzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten. So geschehen zuletzt im Juni 2020. Hier fand eine umfangreiche Begutachtung mittels Hubsteiger statt, bei welcher alle Seilscheibenbühnen und Hilfsbühnen sowie Stützen kontrolliert wurden. Im Anschluss wurden durch die Mitarbeiter des Zentralen Grubenwassermanagements der LMBV die potenziellen Gefahrenquellen beseitigt,indem beispielsweise Ketten als Abfangsicherung an vereinzelten Komponenten angebracht wurden.
Errichtet 1963, ist das Fördergerüst des Bernard Koenen Schachts II eines der letzten noch erhaltenen Doppelbock-Fördergerüste und neben der Spitzkegelhalde ein unverwechselbares Zeugnis des regionalen Kupferschieferbergbaus in Mitteldeutschland. Bereits in den 1990er Jahren wurde die 60 Meter hohe Landmarke unter Denkmalschutz gestellt. Die Teufe des Schachtes fand zwischen 1956 und 1961 statt. Mit einem Schachtdurchmesser von 6 Metern und einer Endteufe von 871 Metern besaß der Schacht zwei Sohlenabgänge. Im Grubenfeld der Bernard Koenen Schächte wurden bis zur Produktionseinstellung 1990 ca. 13,9 Mio. Tonnen Erz gefördert.
In knapp 60 Metern Höhe wurde der Portalkran von einer externen Spezialfirma abgebaut und nach unten geholt.
Beitrag und Video in der MZ
Die Mitteldeutsche Zeitung berichtete am 21.10.2021 über den Abbau des Portalkrans und publizierte ein Video dazu. Dieses ist über Youtube abrufbar. Der Bericht befindet sich hinter der Bezahlschranke.
Morgendlicher Arbeitsbeginn in Nienstedt (Foto: S. Tugendheim)
Impressionen vom Abbau des Portalkrans (Fotos von Jakob Richter)
Erfolgreiche Inbetriebnahme der neuen Laugenleitung von Menteroda nach Wipperdorf
Bergbausanierer schafft modernes System um Reststoffe aus ehemaligem Kalibergwerk Volkenroda sicher und für umweltverträglich abzuleiten
Sondershausen/Menteroda. Am 7. September 2021 konnte an der
Steuerungswarte am Stapelbecken Menteroda eine neu errichtete
Laugenleitung der LMBV symbolisch in Betrieb gesetzt werden.
Umweltstaatssekretär Olaf Möller vom Freistaat Thüringen (TMUEN) war
Ehrengast bei dieser symbolischen Inbetriebnahme. Anwesend waren
weiterhin Siegfried Röver als Vertreter des Bundesministeriums der
Finanzen (BMF), Mario Suckert, Präsident des Thüringer Landesamtes für
Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN), und Jörg Bodenstein,
stellvertretender Leiter des Referats Bergbau, Strahlenschutz,
Altlastenmanagement im Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und
Naturschutz (TMUEN).
Der LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny bezeichnete das vollendete
Bauprojekt in seiner Rede als „hochwertigen Umweltschutz“. Die
Laugenleitung sei eine wichtige Voraussetzung dafür, die
Hinterlassenschaften aus dem Betrieb des ehemaligen Kalibergwerks
Volkenroda geordnet, sicher und umweltverträglich ableiten zu können, so
der Geschäftsführer weiter. Staatssekretär Olaf Möller lobte in seinem
Grußwort, dass die LMBV „in weiser Voraussicht vor fast 10 Jahren mit
der Planung des Projekts begonnen“ hatte. Für ihn war es nach 30 Jahren,
als er die Grube Volkenroda ein erstes Mal besucht hatte, ein
„bewegender Moment“ wieder am Standort zu sein. Abschließend wünschte er
„Wasser marsch für die Leitung!“.
Der Bau der Laugenleitung war nötig geworden, als sich das Ende der
bisherigen Flutung durch untertägiges Einleiten von anfallenden
Haldenwässern abzeichnete. Rund 45 Millionen Tonnen Rückstände aus dem
ehemaligen Kalibergwerk Volkenroda lagern auf der im Ort Menteroda
gelegenen Halde. Diese Rückstände werden kontinuierlich durch
Niederschläge ausgelaugt. In der Folge treten salzhaltige Sickerwässer
aus der Halde aus, die nicht in die Umgebung oder die umgebenden
Gewässer eingeleitet werden dürfen. Nach mehr als 25 Jahren
Haldenbewirtschaftung, -überdeckung und -begrünung ist es in Menteroda
gelungen, die jährlich anfallenden Wässer auf ca. 100.000 Kubikmeter pro
Jahr zu reduzieren.
Bisher wurden die Haldensickerwässer in die Grube Volkenroda
eingeleitet. Eine Verbindung zum Grubenfeld ist nur noch über zwei
Tiefbohrungen mit einer Teufe von bis zu 1.055 Meter möglich, da die zum
Kalibergwerk gehörigen Schächte mittlerweile fachgerecht verwahrt
wurden. Bei einem definierten, gutachterlich festgelegten Niveau wird
die Einleitung von Haldensickerwässern und somit die Flutung des
ehemaligen Bergwerks eingestellt. Dieses Ende der Flutungsphase wird im
Laufe des Jahres 2022 erwartet. Die Grundlage dieser Abschätzung sind
unter anderem permanente Lösungsspiegelüberwachung über Drucksonden,
regelmäßige Lotungen, langjährige Messungen des Senkungsgeschehens und
die Registrierung und Wertung der seismischen Aktivität im Bereich des
Grubenfeldes.
Mit Beendigung der Flutung erfolgt nun die umweltgerechte Entsorgung
der langfristig weiterhin anfallenden Haldensickerwässer über das
zentrale Laugenstapelbecken Wipperdorf. Das dortige Becken hat ein
Volumen von rund 620.000 Kubikmetern und fasst auch die Sickerwässer
anderer Halden aus dem Kalirevier Südharz. Bescheidkonform werden die
Haldenabwässer dort unter Einhaltung der Überwachungswerte anschließend
in den Vorfluter Wipper abgeleitet.
Ende November 2018 hatte die LMBV die bergrechtliche Zulassung für
den Bau der 13,5 Kilometer langen Haldenabwasserleitung von Menteroda zu
jenem zentralen Laugenstapelbecken Wipperdorf erhalten. Damit fand eine
im Jahr 2014 begonnene Planungs- und Genehmigungsphase ihren Abschluss.
Seit 2019 liefen nun die Baumaßnahmen und wurden im Sommer 2021 und
damit rechtzeitig vor dem Ende der Flutung abgeschlossen.
Die Leitung wurde unter Beachtung denkmalpflegerischer, ökologischer
und bodenkundlicher Belange sowie vielen Beauflagungen Dritter verlegt.
Dabei erfolgte der Bau auf rund 12 Kilometern in offener Bauweise sowie
mittels neun Bohrungen beispielsweise unter der DB-Strecke Halle–Kassel
oder einem etwa 100 Meter hohen Geländesprung, der so genannten
Dün-Kante.
Die Leitung ist nach dem neuesten Stand der Technik errichtet und
mittels eines sehr hochwertigen Kunststoff-Medienrohres auf der
Gesamtlänge permanent leckageüberwacht. Selbst kleinste Beschädigungen
der dünnen Aluminium-Ummantelung werden somit unmittelbar vom System
erfasst, lokalisiert und die notwendigen Havariemaßnahmen zur
Verhinderung des Austritts von Lauge automatisch eingeleitet. Damit
wurde ein modernes System errichtet, um die zwangsläufig anfallenden
Reststoffe der ehemaligen Kaliindustrie sicher und umweltverträglich
handhaben zu können.
Visualisierung der neuen 13,5 Kilometer langen Laugenleitung von Menteroda nach Wipperdorf als rote Linie (Quelle: LMBV)
Impressionen von der Veranstaltung (Fotos: LMBV/Christian Bedeschinski)
Menteroda StapelbeckenBegrüßung an der SteuerungswarteWasser marsch für die Leitung an der StartknopfanlageBesichtigung der PumpanlageDie Inbetriebnahme der neuen Laugenrohrleitung am Standort Menteroda der LMBV-KSE. Foto: 2. September 2021.Jörg Bodenstein, Olaf Möller, Bernd Sablotny und Mario Suckert im GesprächAndré Schallau stellt das Projekt im Bergmannsverein Menteroda im Einzelnen vorMenteroda Rückstandshalde Laugenbecken