Industrielle Absetzanlage Lengenfeld: Umfangreiche Unterhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen geplant
Sondershausen/Lengenfeld. Voraussichtlich Ende April 2026 beginnen an der Industriellen Absetzanlage Lengenfeld (IAA Lengenfeld) umfangreiche Unterhaltungs- und Sanierungsarbeiten. Es ist vorgesehen, das Sickerwasserableitungssystem der ehemaligen Industriellen Absetzanlage zu erneuern. Darin inbegriffen sind der Ersatzneubau des Sickerwasserleitungsabschnittes inklusive Schachtanlagen an der Westseite der IAA Lengenfeld und das Errichten von Reinigungs- und Schachtbauwerken. Die Arbeiten werden voraussichtlich ein Jahr andauern.
Für die geplanten Baumaßnahmen waren im Vorfeld Rodungsmaßnahmen in den vorliegenden Waldflächen notwendig. Neben Entnahmen entlang der Rohrtrasse waren auch Freischnittmaßnahmen zur Herstellung ausreichender Lichtraumprofile entlang der Zuwegungen und entlang des Baufeldes am Westdammfuß der IAA Lengenfeld erforderlich. Gleichzeitig wurde die Verkehrssicherheit für angrenzende Grundstücke, Wege und vor allem die Lengenfelder Straße auf Basis der durchgeführten Baumschau hergestellt. Ein Antrag auf Waldumwandlung wurde beim zuständigen Forstamt des Landratsamtes Vogtlandkreis eingereicht und genehmigt. Alle Eingriffe wurden entsprechend der Waldumwandlungsgenehmigung ausgeglichen.
Des Weiteren fanden im Hauptdammvorland der IAA Lengenfeld Kernbohrungen auf den gerodeten Flächen statt. Diese waren im Zuge der Ausführungsplanung notwendig geworden, um die Ausschreibung des notwendigen Baugrubenverbaus so genau wie möglich beschreiben zu können.
Überblick Areal IAA Lengenfeld
Fotos: André Schallau, LMBV
Rodungen und Kernbohrung
Freistellungsvertrag sichert die Fortführung bergbaubedingter Sicherungsmaßnahmen in Sachsen-Anhalt langfristig ab
Sonderhausen/Elbingerode. Die Refinanzierung bergbaubedingter Sicherungsmaßnahmen in Sachsen-Anhalt ist mit der Unterzeichnung eines unbefristeten Freistellungsvertrages langfristig geregelt worden. Im Beisein von Sachsen-Anhalts Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten, Sven Schulze, unterzeichneten am 10. November 2025 Vertreter der Landesanstalt für Altlasten des Landes Sachsen-Anhalt (LAF) sowie der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) den Freistellungsvertrag zur Finanzierung bergbaubedingter Sicherungsmaßnahmen in Sachsen-Anhalt. Die Kosten für die Maßnahmen werden auf insgesamt 155 Mio. € im Zeitraum der Jahre 2026 bis 2050 geschätzt.
„Mit der Unterzeichnung dieses Freistellungsvertrages sichern wir nicht nur die nachhaltige Sanierung ehemaliger Bergbauflächen, sondern auch die Zukunftsfähigkeit unserer Region. Die LAF übernimmt mit ihrer Expertise eine Schlüsselrolle und trägt dazu bei, dass Sachsen-Anhalt bedeutende Standortvorteile für Investitionen schafft.
Diese Generationenaufgabe erfordert langfristige Perspektiven und wird nur im gemeinsamen Engagement gelingen“, sagte Sven Schulze, Minister für Wirtschaft,
Tourismus, Landwirtschaft und Forsten. Jürgen Stadelmann, Geschäftsführer der LAF, betont besonders, dass die vertrauensvolle und stets zuverlässige Zusammenarbeit zwischen Bund und Land, hier LMBV und LAF, auf langfristiger finanzieller Basis die ordnungsgemäße und somit sichere Stilllegung der bergbaulichen Altlasten für die Zukunftssicherung der Region im Strukturwandel garantiert.
Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung des Bundesunternehmens LMBV, zeigte sich erleichtert und erfreut, dass mit dieser Vereinbarung die langfristigen Sanierungsmaßnahmen in Sachsen-Anhalt weiter erfolgen können.
Hintergrund:
Der vollständige Titel der Vereinbarung lautet: „Vereinbarung über die Freistellung gemäß Art. 1 § 4 Abs. 3 Umweltrahmengesetz i. V. m. § 7.1 des Generalvertrages über die abschließende Finanzierung der ökologischen Altlasten im Land Sachsen-Anhalt vom 23. Oktober 2001 und über die Durchführung und Kostenerstattung der freigestellten Maßnahmen der LMBV bezogen auf die Verpflichtungen der ehemaligen
GVV im Land Sachsen-Anhalt“. Rechtliche Grundlage ist der Generalvertrag über die abschließende Finanzierung der ökologischen Altlasten in Sachsen-Anhalt zwischen dem Land Sachsen-Anhalt und der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) vom 23.10.2001, in dem sich das Land Sachsen-Anhalt verpflichtet hat, die Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten
Bergwerksbetrieben mbH (GVV) von der Kostenlast für Gefahrenabwehrmaßnahmen und bergrechtliche Verpflichtungen für ökologische Schäden unbefristet freizustellen. Die GVV wurde im Jahr 2014 auf die LMBV verschmolzen.
Die LMBV mbH ist Projektträgerin der ostdeutschen Bergbausanierung. Sie schafft langfristig die Voraussetzungen für eine umfassende Umstrukturierung und Gesundung der einstigen Braunkohlenregionen. Seit 30 Jahren saniert die LMBV im Auftrag von Bund und Ländern die Hinterlassenschaften des DDR-Braunkohlenbergbaus in den Revieren der Lausitz und Mitteldeutschlands. Die Verwahrung stillgelegter Kali-, Spat und Erzbergwerke in Sachsen, Sachsen-Anhalt. und Thüringen ist seit Mitte 2014 ebenfalls ein Sanierungsbereich der LMBV.
Jürgen Stadelmann, Geschäftsführer der LAF, Sven Schulze, Minister für Wirtschaft,
Tourismus, Landwirtschaft und Forsten, und Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, präsentieren den unterschriebenen Freistellungsvertrag.
Fotos: Christian Kortüm für LMBV
Im Rahmen des Termins besichtigten die Vertreter aus Politik und Presse das Bergwerk Elbingerode.Sebastian Tugendheim von der LMBV informierte über die Arbeiten im ehemaligen Schwefelkiesbergwerk.Mit der Produktionseinstellung im Jahr 1990 endete eine 460-jährige Abbautätigkeit.Nach der Seilfahrt im Förderkorb: Minister Sven Schulze wieder über Tage.
Erfolgreicher Brunnenumbau in Zwickau/Schedewitz für die optimierte, dauerhafte Sicherung von Kontaminationen
Zwickau/Schedewitz. Gut vier Jahre ist es her, dass ein Bohrgerät auf dem Areal der ehemaligen Kokerei Schedewitz, dem heutigen Glück-Auf-Center in Zwickau, für Aufsehen sorgte. Seitdem erfolgte eine regelmäßige Untersuchung in den damit neu errichteten, zusätzlichen Grundwassermessstellen. Ergebnisse der Messungen und gutachterliche Bewertung zeigen nun einen sogenannten Sekundärschaden im Abstrombereich der Kokerei und einen Handlungsbedarf am Rand des gesicherten Hauptschadensbereichs an.
Um mögliche Verfrachtungen von Schadstoffen im Grundwasser aus dem gesicherten Kokereiareal heraus zu vermeiden, wurde Ende September / Anfang Oktober 2025 ein Schluckbrunnen am Rande der Leitwand zu einem Förderbrunnen umgebaut.
Ein Schluckbrunnen dient der Infiltration der gereinigten Wässer aus der Reinigungsanlage. Es werden also die gereinigten Wässer in den Boden bzw. ins Grundwasserareal eingeleitet. Ein Förderbrunnen hingegen pumpt die kontaminierten Wässer in die Anlage.
Der im Kreisverkehr an der Bergmannsstraße befindliche Schluckbrunnen musste zunächst mittels grabenloser Verlegung mit neuen elektrischen Zuleitungen ausgestattet werden. Dies erfolgte unter vollständiger Erhaltung des Verkehrsflusses zum Einkaufszentrum. Anschließend wurde dann die Pumpgarnitur aus dem bisherigen Förderbrunnen 4 gezogen, gereinigt sowie gewartet und anschließend in den ehemaligen Schluckbrunnen eingehangen. Für diesen Schritt war das reibungslose Zusammenspiel von verschiedenen Gewerken und einem Kran unter vollständiger Sperrung des Kreisverkehrs unabdingbar, um die Arbeiten sicher durchführen und die Straße schnell wieder freigeben zu können.
Es folgen verschiedene Pumptests zur Einstellung des optimalen Pumpregimes. Damit ist ein weiterer Schritt für die optimierte, dauerhafte Sicherung der Kontamination im Bereich des ehemaligen August-Bebel-Werks erfolgt.
Drohnenbild vom Brunnenumbau
Fotos: Christian Kortüm für LMBV
Während des Ausbaus der BrunnengarniturWährend der Arbeiten wurde das Einhalten von Grenzwerten überprüft.Sichtkontrolle des Grundwasser
Machbarkeitsstudie erkundet Potential des neuen Steinbachstollens zur Wärmegewinnung
Sondershausen/Steinbach. Inwiefern Wasser und Luft aus dem neuen Steinbachstollen für ein Nahwärmenetz im Thüringer Bergdorf Steinbach genutzt werden kann, soll eine Machbarkeitsstudie untersuchen. Gemeinsam mit dem Beigeordneten der Stadt Bad Liebenstein, Silvio Göring, informierte am 18. Juni, Markus Malsch, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum, über die Idee und den positiven Fördermittelbescheid für eine Machbarkeitsstudie. Ralph Haase, LMBV-Bereichsleiter Kali-Spat-Erz, erläuterte vor Ort den mit der Studie betrauten Fachleuten der EnergieWerkStadt die Gegebenheiten des neuen Steinbachstollens. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten wird die Bergbausaniererin LMBV das Vorhaben unterstützen.
Hintergrund: Durch das Auffahren eines neuen Stollens soll die dauerhafte und sichere Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden. Der neue Steinbachstollen wird annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren. Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Grubenwässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet.
Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 Meter bei einem offenen Querschnitt von 12 m². Im Vergleich dazu beträgt die Länge des aktuell für die Grubenentwässerung genutzten Stollens ca. 1.090 Meter bei einem Querschnitt von 6 m². Mit einem offiziellen Stollenanschlag wurde im Thüringer Bergdorf Steinbach am 29. September 2022 symbolisch der Startschuss für den Bau eines neuen Entwässerungsstollens gegeben. Für die Dauer seiner Bauzeit trägt der Stollen den Namen seiner Patin – Anke-Stollen.
Fotos: Hartmut Köhler und Christian Horn
Wichtiger Meilenstein beim Vortrieb am neuen Steinbachstollen erreicht
Sondershausen/Steinbach. Mit dem Durchschlag des Querschlages Nr. 3 ist Anfang Juni 2025 der Durchschlag zur sogenannten Richtstrecke und damit zum Blindschacht im alten Grubenfeld gelungen. Mit Erreichen dieses wichtigen Meilensteines ist die Basis für die sichere Entwässerung des Bergwerks der LMBV gegeben.
Bis zur Fertigstellung müssen noch weitere Ausbau- und Sicherungsarbeiten, der Fahrbahnbau sowie die Ableitungsrinne für die Grubenwässer im neuen Steinbachstollen geschaffen werden. Aufgrund der schwierigen geologischen Randbedingungen wurde das Auffahren des Stollens zunächst erschwert. Mit einer Fertigstellung des neuen Stollens wird im Frühjahr 2026 gerechnet.
Anlässlich dieses Durchschlages fand eine Befahrung vor Ort statt. Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung und Technischer Geschäftsführer, sowie Torsten Safarik, Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV, informierten hier den Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum, Marcus Malsch, sowie Ministerialrätin Heike Große-Wilde, Vorsitzende des Aufsichtsrates der LMBV (Bundesministerium der Finanzen) über das Geschehen vor Ort. Auch Vertreter des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz waren anwesend.
Hintergrund:
Durch das Auffahren eines neuen Stollens soll die dauerhafte und sichere Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden. Der neue Steinbachstollen wird annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren. Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Grubenwässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet.
Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 Meter bei einem offenen Querschnitt von 12 m². Im Vergleich dazu beträgt die Länge des aktuell für die Grubenentwässerung genutzten Stollens ca. 1.090 Meter bei einem Querschnitt von 6 m². Mit einem offiziellen Stollenanschlag wurde im Thüringer Bergdorf Steinbach am 29. September 2022 symbolisch der Startschuss für den Bau eines neuen Entwässerungsstollens gegeben. Für die Dauer seiner Bauzeit trägt der Stollen den Namen seiner Patin – Anke-Stollen.
Fotos: Christian Horn
Gruppenfoto vor dem Steinbachstollen
Die Aufsichtsratsvorsitzende der LMBV, Heike Große-Wilde
Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum, Marcus Malsch, links im Bild mit Bernd Sablotny
Stollen-Patin Anke Thäle und LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny im Zentrum
Einblicke: Hinter dem Vorhang ist der Durchschlag
Blick in das Container-Überhaun
Glück Auf! zur Internationalen Bergparade in Sangerhausen
Sondershausen/Sangerhausen. Mit einem herzlichen Glück Auf! lud die Rosenstadt Sangerhausen vom 9. bis 11. Mai zur Internationalen Bergparade 2025 ein. Kollegen aus dem Sanierungsbereich Kali-Spat-Erz liefen bei der Parade für die Bergsicherung Wimmelburg mit. Ralph Haase, LMBV-Bereichsleiter Kali-Spat-Erz, vertrat als Landesvorstand die Thüringer Vereine vor Ort. Die Unternehmenskommunikation war ebenfalls mit einem Informationsstand vertreten und informierte über das aktuelle Sanierungsgeschehen.
Kollegen aus dem LMBV-Sanierungsbereich Kali-Spat-Erz waren mit vor Ort
Auszuge aus dem Grußwort des Vorsitzenden des Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine Sachsen-Anhalt, Erich Hartung:
"Der Südharz mit der Region Mansfelder Land sucht seines Gleichen. Das Berg- und Hüttenwesen haben über 800 Jahre das Landschaftsbild gestaltet, den Menschen ein Auskommen gegeben und einen eigenen Menschenschlag hervorgebracht. (…) Heute zeugt nur noch die Haldenlandschaft, der Röhrigschacht Wettelrode mit der Möglichkeit einer unter Tage Fahrt, der Schmidschacht mit der Hütte und das Mansfeldmuseum mit der Dampfmaschine vom einstigen stolzen Berg- und Hüttenrevier. Die Erinnerung an die Vergangenheit ist aber noch gegenwertig. Deswegen begrüßen wir die Berg- und Hüttenleute im letzten Zentrum des Mansfelder Bergbaus recht herzlich. Glück Auf!" (Quelle: Informationsflyer/ www.bergparade2025.de)
Fotos: Kathrin Falke für LMBV
Internationale Bergparade 2025 – hier LMBV-Mitarbeiter dabeiInternationale Bergparade 2025 in Sangerhausen – Ralph Haase (LMBV) – hier für die Thüringer VereineInternationale Bergparade 2025 in Sangerhausen – im Gespräch mit dem Lausitzer Kameraden Bernd Schmidt aus AltdöbernLMBV-Kollegen bei der Internationalen Bergparade 2025 in Sangerhausen
Sichtkontrolle am Becken Menteroda
Sondershausen/Menteroda. Das in den 1970er Jahren erbaute Becken Menteroda konnte Anfang April aufgrund niedriger Zuläufe und geringer Niederschlagsmengen vor Ort auf Stand Null gefahren werden. Dies ermöglichte eine Sichtkontrolle des Ablaufbauwerkes und eine Bewertung der Sedimentation. Die Erkenntnisse fließen nun in die Bewertung einer künftigen Beckensanierung ein. Inzwischen ist vor Ort wieder Normalbetrieb eingekehrt. Das Becken Menteroda dient dazu, die salzhaltigen Haldenwässer der Rückstandshalde Menteroda zu fassen und gesteuert für die Grubenflutung des ehemaligen Bergwerks zu nutzen. Parallel können die Haldenwässer über die neue Haldenwasserleitung im Probebetrieb ins Becken Wipperdorf abgesteuert werden. Derzeit läuft hierzu die finale Abnahme und Inbetriebnahme seitens des TÜV Thüringen
Am 9. April war das Becken Menteroda auf Stand 0 gefahren worden.
Bohrungen für neue Grundwassermessstellen am Zwickauer Brückenberg haben begonnen
Sondershausen/Zwickau. Bei einem gemeinsamen Vor-Ort-Termin am Zwickauer Brückenberg informierten sich am 12. Februar 2025 Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, und Dr. Michael Paul, Geschäftsführer Technisches Ressort der Wismut GmbH, über den aktuellen Stand der erfolgreichen Kooperation der beiden Bundesunternehmen. Im Auftrag der LMBV bohren Kollegen der Wismut GmbH seit Mitte November 2024 am Zwickauer Brückenberg neue Grundwassermessstellen mit einer Teufe von bis zu 25 Metern. Bislang wurden vier Bohrungen vorgenommen. Nach aktuellen Planungen soll das Projekt Mitte Mai abgeschlossen sein. Darauf folgen dann Beprobungen und ein Monitoring des Grundwassers.
Arbeitsbesuch von Wismut und LMBV am Zwickauer Brückenberg, wo neue Grundwassermessstellen gebohrt werden.
Hintergrund
Seit dem Jahr 1865 wurde auf dem Brückenberg Steinkohle abgebaut. Kokereien wurden ab dem Jahr 1873 am Standort betrieben. Die Stilllegung des Komplexes Brückenberg erfolgte im März 1992.
Die langfristige Produktion von Koks, Gas und Nebenprodukten am Standort verursachte eine erhebliche Kontamination im Boden und Grundwasserbereich. Die Sanierung der Flächen erfolgte von 1996 bis Juni 1999 vor allem durch großflächige Versiegelungen. Im Rahmen der Sanierung wurde außerdem ein Überwachungsmessnetz für lokale Grundwasserschäden errichtet. Das seither unter der Verantwortung des LMBV Nachsorgebetriebs Zwickau betriebene Monitoring ist im Wesentlichen auf den Quellschadensbereich der Kokerei und seine unmittelbare Umgebung begrenzt. Der Fokus lag dabei auf der Erfassung und Bewertung der relevanten Schadstoffe im unmittelbaren Umfeld des Altstandortes Brückenberg.
Die Ergebnisse des Monitorings der vergangenen circa 10 Jahre zeigen, dass sich die Schadenssituation im Abstrom bzw. am Quellenrand zwar als stabil darstellt, jedoch auf einem relativ hohen Schadensniveau verharrt. Davon ausgehende potenziell Gefahren für Schutzgüter — z. B. Oberflächengewässer Mulde, ungeschädigtes Grundwasser — sind durch das Monitoring nur punktuell bewertbar. Aus diesem Grund hat sich die LMBV in Abstimmung mit den zuständigen Behörden veranlasst gesehen, den Zustand des Grundwasser-Abstrombereichs Brückenberg vertiefend zu erkunden und den weiteren Umgang mittels eines hydrogeologischen Strukturmodells neu zu bewerten.
Dafür wurde ein Genehmigungsverfahren von bis zu zehn neuen Grundwassermessstellen beim sächsischen Oberbergamt unter Beteiligung der jeweils zuständigen Fachbehörden durchlaufen.
Fotos der Baustelle: Christian Kortüm
Blick von oben auf die Baustelle
Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, und Dr. Michael Paul, Geschäftsführer Technisches Ressort der Wismut GmbH
Das Bohrgestänge wird wieder ein Stück verlängert.
Die Zusammenarbeit von Wismut und LMBV funktioniert gut.
Freieslebenschacht II: Erneuerung der Energieversorgungsleitungen
Sondershausen/Mansfeld. Bis Mitte Januar 2025 wurden im Freieslebenschacht II bei Klostermansfeld Energieversorgungs- und Steuerkabel erneuert. Mit dem Einhängen und der Inbetriebnahme der neuen Kabel wurden nun noch die alten Versorgungsleitungen zurückgebaut. Der saigere Tagesschacht, mit einer Teufe von 132 Meter, stellt heute noch ein zentrales bergbautechnisches Element für die Überwachungs- und Kontrolltätigkeit durch den Sanierungsbereich Kali-Spat-Erz der LMBV im Kupferschieferbergbaurevier der Mansfelder Mulde dar.
Vom Schacht aus erfolgt bis zum 20 Kilometer entfernten Mundloch halbjährlich eine zweischichtige Kontrollbefahrung des Schlüsselstollens. Dieser wiederum dient als zentraler Wasserlösestollen für die hydraulischen Entlastung des gefluteten Grubengebäudes. Damit hat der Schlüsselstollen eine wesentliche Langzeitfunktion für die öffentliche Sicherheit im Revier. Entsprechend ist die Unterhaltung und Überwachung des Schlüsselstollens einschließlich der dafür notwendigen Schächte, Lichtlöcher sowie Rettungswege auch an den angrenzenden lufterfüllten Altbergbau im Abschlussbetriebsplan und im Überwachungsbetriebsplan für den Kupferschieferbergbau festgeschrieben und langfristig erforderlich.
Von 1877 bis 1917 diente der Schacht der Kupferschiefer-Förderung. Anschließend zur Wasserhaltung und Bewetterung der Grubenbaue genutzt, wurde der Freieslebenschacht II bei Beendigung des aktiven Bergbaus in der Mansfelder Mulde um 1969 bis zum Niveau Schlüsselstollen und das darunter befindliche Grubenfeld geflutet. Heute wird die denkmalgeschützte Tageschachtanlage für das Monitoring des angestauten Wassers in der Mansfelder Mulde und für Seil-/Materialfahrten im Zusammenhang mit den Kontrollbefahrungen des Schlüsselstollens genutzt. (JF)
Dokumentation der Arbeiten im Schacht (Christian Kortüm für LMBV)
Ein Bergmann entfernt die alten Versorgungs- und Steuerungskabel.
Entfernen der Steuerungs- und Versorgungskabel Blick in den Schacht
Bohrungen für neue Grundwassermessstellen am Zwickauer Brückenberg begonnen
Sondershausen/Zwickau. Am 11. November 2024 haben die Bohrarbeiten am Zwickauer Brückenberg begonnen. Im Auftrag der LMBV bohrt vor Ort die Wismut GmbH neue Grundwassermessstellen mit einer Tiefe von bis zu 25 Metern. Bei Antreffen der entsprechenden hydraulischen Voraussetzungen werden dabei drei Doppelmessstellen mit jeweils einer Verfilterung im Muldeschotter sowie im Festgesteinsgrundwasserleiter errichtet.
Seit dem Jahr 1865 wurde auf dem Brückenberg Steinkohle abgebaut. Kokereien wurden ab dem Jahr 1873 am Standort betrieben. Die Stilllegung des Komplexes Brückenberg erfolgte im März 1992. Durch die langfristige Produktion von Koks, Gas und Nebenprodukten am Standort wurde eine erhebliche Kontamination im Boden und Grundwasserbereich verursacht. Die Sanierung der Flächen erfolgte von 1996 bis Juni 1999 vor allem durch großflächige Versiegelungen.
Im Rahmen der Sanierung wurde außerdem ein Überwachungsmessnetz für die lokalen Grundwasserschäden errichtet. Das seither unter der Verantwortung von LMBV-KSE, Nachsorgebetrieb Zwickau betriebene Monitoring ist im Wesentlichen auf den Quellschadensbereich der Kokerei und seine unmittelbare Umgebung begrenzt. Der Fokus lag dabei auf der Erfassung und Bewertung der relevanten Schadstoffe im unmittelbaren Umfeld des Altstandortes Brückenberg.
Die Ergebnisse des Monitorings der vergangenen ca. 10 Jahre zeigen, dass sich die Schadenssituation im sogenannten Abstrom bzw. am Quellenrand zwar als stabil darstellt, jedoch auf einem relativ hohen Schadensniveau verharrt. Davon ausgehende potenziell Gefahren für Schutzgüter - z. B. Oberflächengewässer Mulde, ungeschädigtes Grundwasser - sind durch das Monitoring nur punktuell bewertbar. Aus diesem Grund hat sich die LMBV sich veranlasst gesehen, den Zustand des Grundwasser-Abstrombereichs Brückenberg vertiefend zu erkunden und den weiteren Umgang damit mittels eines hydrogeologischen Strukturmodells neu zu bewerten.
Dafür wurde ein Genehmigungsverfahren von bis zu zehn neuen Grundwassermessstellen beim sächsischen Oberbergamt unter Beteiligung der jeweils zuständigen Fachbehörden durchlaufen und die Arbeiten genehmigt. Diese sollen im 4. Quartal 2024 beginnen.
Da im Rahmen einer vorauslaufenden Kampfmittelauskunft laut der zuständige Bauaufsichtsbehörde für einige Bereiche der geplanten Bohransatzpunkte mit Kampfmitteln zu rechnen war, musste im Vorfeld eine sogenannte Kampfmittelerkundung durchgeführt werden. Damit wird das Antreffen von Bomben, Munition und ähnlichem ausgeschlossen. Diese Arbeiten wurden in der 35. KW 2024 durchgeführt und die geplanten Bohrungen freigegeben. (JF)
Bohrarbeiten am Zwickauer Brückenberg. Im Auftrag der LMBV bohrt die Wismut GmbH.
Haldenauffahrt in Bischofferode wird ertüchtigt
Sondershausen/Bischofferode. Derzeit erfolgt, in Abstimmung mit dem Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN), die Instandsetzung der Auffahrt durch die lagenweise Verfüllung und Verdichtung der vorhandenen Auslaugungstrichter mit natürlichem Gesteinsschotter. Anschließend wird ein Wegeaufbau, ebenfalls mit natürlichem Gesteinsschotter, durchgeführt. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich im November 2024 abgeschlossen sein.
Hintergrund Zur Reduzierung der anfallenden salzhaltigen Haldenlösungen am Standort Bischofferode ist als erster Abschnitt die partielle Abdeckung des Haldenplateaus vorgesehen. Für die notwendigen Planungsarbeiten ist die zügige Instandsetzung der ehemaligen Haldenauffahrt, für Begehungen durch Planer und Gutachter, zwingend notwendig.
Durch witterungsbedingte Auswaschungen und Hohlraumbildungen an der Oberfläche war die Nutzung der ehemaligen Haldenauffahrt als Zuwegung zum Plateau nicht mehr gegeben.
Fotos Haldenauffahrt (LMBV/Jörg Stude)
Ehemalige Haldenauffahrt mit Auslaugungstrichtern vor Instandsetzung
Auffahrt mit verfüllten Auslaugungstrichtern (1. Bauabschnitt, Stand: 26.09.2024)
Vorbereitungen für neue Grundwassermessstellen für Monitoring der LMBV am Zwickauer Brückenberg angelaufen
Sondershausen/Zwickau. Voraussichtlich ab Oktober 2024 werden am Brückenberg neue Grundwassermessstellen mit einer Tiefe bis zu 25 Meter gebohrt. Bei Antreffen der entsprechenden hydraulischen Voraussetzungen werden dabei drei Doppelmessstellen mit jeweils einer Verfilterung im Muldeschotter sowie im Festgesteinsgrundwasserleiter errichtet.
Seit dem Jahr 1865 wurde auf dem Brückenberg Steinkohle abgebaut. Kokereien wurden ab dem Jahr 1873 am Standort betrieben. Die Stilllegung des Komplexes Brückenberg erfolgte im März 1992. Durch die langfristige Produktion von Koks, Gas und Nebenprodukten am Standort wurde eine erhebliche Kontamination im Boden und Grundwasserbereich verursacht. Die Sanierung der Flächen erfolgte von 1996 bis Juni 1999 vor allem durch großflächige Versiegelungen.
Im Rahmen der Sanierung wurde außerdem ein Überwachungsmessnetz für die lokalen Grundwasserschäden errichtet. Das seither unter der Verantwortung von LMBV-KSE, Nachsorgebetrieb Zwickau betriebene Monitoring ist im Wesentlichen auf den Quellschadensbereich der Kokerei und seine unmittelbare Umgebung begrenzt. Der Fokus lag dabei auf der Erfassung und Bewertung der relevanten Schadstoffe im unmittelbaren Umfeld des Altstandortes Brückenberg.
Die Ergebnisse des Monitorings der vergangenen ca. 10 Jahre zeigen, dass sich die Schadenssituation im sogenannten Abstrom bzw. am Quellenrand zwar als stabil darstellt, jedoch auf einem relativ hohen Schadensniveau verharrt. Davon ausgehende potenziell Gefahren für Schutzgüter - z. B. Oberflächengewässer Mulde, ungeschädigtes Grundwasser - sind durch das Monitoring nur punktuell bewertbar. Aus diesem Grund hat sich die LMBV sich veranlasst gesehen, den Zustand des Grundwasser-Abstrombereichs Brückenberg vertiefend zu erkunden und den weiteren Umgang damit mittels eines hydrogeologischen Strukturmodells neu zu bewerten.
Dafür wurde ein Genehmigungsverfahren von bis zu zehn neuen Grundwassermessstellen beim sächsischen Oberbergamt unter Beteiligung der jeweils zuständigen Fachbehörden durchlaufen und die Arbeiten genehmigt. Diese sollen im 4. Quartal 2024 beginnen.
Da im Rahmen einer vorauslaufenden Kampfmittelauskunft laut der zuständige Bauaufsichtsbehörde für einige Bereiche der geplanten Bohransatzpunkte mit Kampfmitteln zu rechnen war, musste im Vorfeld eine sogenannte Kampfmittelerkundung durchgeführt werden. Damit wird das Antreffen von Bomben, Munition und ähnlichem ausgeschlossen. Diese Arbeiten wurden in der 35. KW 2024 durchgeführt und die geplanten Bohrungen freigegeben.
Neuer Steinbachstollen: Ausweitung der Arbeitszeiten
605 Meter bereits aufgefahren. Die Hälfte ist geschafft.
Sondershausen/Steinbach. Um einen weiteren zügigen Ausbau des LMBV-Stollens in Steinbach / Bad Liebenstein zu gewährleisten, wird die ARGE ab dem 26.06.2024 in den 3-Schichtbetrieb übergehen. Die Arbeiten erfolgen sonntags von 22 Uhr bis freitags 20 Uhr. Derzeit sind circa 605 Meter des zukünftigen Stollens bereits aufgefahren. Die Länge des zukünftigen Steinbachstollens wird circa 1.210 Meter betragen.
Durch das Auffahren dieses neuen Stollens soll künftig die dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden. Der alte Steinbachstollen kann diese Funktion nicht dauerhaft sicher gewährleisten. Im schlimmsten Fall könnten sich Grubenwässer aufstauen und unkontrolliert in die Ortslage Steinbach abfließen. Deshalb hatte sich die LMBV für den Bau eines neuen Wasserlösestollens entschieden.
Mitte Februar 2023 waren die Arbeiten in Steinbach in den sogenannten Sprengvortrieb übergegangen. Schwierige geologische Randbedingungen hatten zunächst das Auffahren des neuen Stollens erschwert.
Bei Fragen oder Hinweisen können sich Anwohner gern direkt an die LMBV unter info@lmbv.de wenden.
Wichtiges Projekt der LMBV zur Arsenabreicherung vor der Kleinen Biela startet
Sondershausen/Altenberg. Zur feierlichen Grundsteinlegung hatte am 23. Mai die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) eingeladen. Als Ehrengast der Veranstaltung richtete Gisela Reetz, Staatssekretärin im Sächsischen Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft des Freistaates Sachsen, ein Grußwort an die Teilnehmer.
Rund 45 Gäste waren der Einladung des Bergbausanierers gefolgt, darunter Brit Jacob-Hahnewald, Beigeordnete des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Bernd Sablotny, Geschäftsführer der LMBV erläuterte in seiner Begrüßung u. a. die Wirkweise der geplanten Anlage. Tom Wunder, Geschäftsführer des bauausführenden Unternehmens WBB Bau & Beton GmbH hob in seiner Rede u. a. die bauspezifischen Herausforderungen des Areals hervor.
Mit der Errichtung der Sickerwasser-Reinigungsanlage an der ehemaligen Industriellen Absetzanlage (IAA) Bielatal der LMBV beginnt ein wichtiges Projekt zur Arsenabreicherung vor der Kleinen Biela. Die Bielatalhalde ist eine der größten Absetzanlagen für bergbauliche Aufbereitungsrückstände in Deutschland. Die Niederschlags- und Oberflächenwässer haben sich beim Durchdringen der abgelagerten Rückstände der Bielatalhalde im Wesentlichen mit Arsen angereichert und treten als belastete Sickerwässer am Haldenfuß aus. Bislang werden diese direkt in die Kleine Biela abgeschlagen.
Um die Einleitkonzentration, insbesondere des Arsens, in die Vorflut zu senken und damit die Gewässergüte gemäß Bewirtschaftungszielen der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu verbessern, errichtet die LMBV am Dammfuß der IAA Bielatal eine Sickerwasser-Reinigungsanlage. Diese wird die Arsenbelastung der Sickerwässer reduzieren. Die Anlage wird voraussichtlich nach zweijähriger Bauzeit Anfang 2026 fertiggestellt sein. Danach folgen ein dreimonatiger Probe- und ein einjähriger Einfahrbetrieb.
Über die Sickerwasser-Reinigungsanlage wird das arsenhaltige Sickerwasser aufgenommen, mittels mehrstufigem Verfahren unter Zugabe von Flockungshilfsmitteln gereinigt und im Anschluss in die Vorflut abgegeben. Der anfallende Schlamm wird gesammelt und fachgerecht entsorgt. In der zweistraßigen Anlage werden auf einer Fläche von circa zwei Hektar künftig bis zu 19 Liter Wasser pro Sekunde behandelt. Die Arsenfracht wird zukünftig von durchschnittlich 2,6 mg/l um mindestens 70 Prozent reduziert werden.
Nach der Grundsteinlegung informierten sich Staatssekretärin Gisela Reetz (1. v. r.), Brit Jacob-Hahnewald, Beigeordnete des Landkreises Sächsische Schweiz Osterzegebirge und Franz Herz (2. v. l., Sächsische Zeitung Dippoldiswalde) über die Gegebenheiten auf der Bielatal-Halde. LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny (2. v. r.) und André Schallau (LMBV, 1. v.l.,) erläuterten die Spezifiken der Bielatal-Halde.
Geplantes Einleiten von Haldenwässern in Bischofferode
TLUBN informiert über öffentliche Auslegung der Antragspläne
Sondershausen/Bischofferode. Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) ist in diesem von der LMBV angestrengten Betriebsplanverfahren nach dem Bundesberggesetz für die Zulassung zuständig. Nachdem die LMBV im November 2023 ihre Pläne zum Einleiten von aufbereiteten Haldenwässern in das ehemalige Bergwerk Bischofferode bereits öffentlich vorgestellt hatte, haben Anwohner und Interessierte nun die Möglichkeit, die entsprechenden Antragsunterlagen einzusehen. Auf seiner Webpage www.tlubn.de informiert das Landesamt genauer über die Auslegung. Geplant ist die Auslegung vom 23. April 2024 bis einschließlich 22. Mai 2024.
Röhrigschacht Wettelrode: Instandsetzungsarbeiten der Schachtröhre beendet
Sondershausen/Wettelrode. Nach den gut ein Jahr andauernden Instandsetzungsarbeiten der Schachtröhre erfolgte am 6. März 2024 die bauliche Endabnahme mit Sachverständigen des Nordhäuser Bauprüfinstitutes im Beisein des Landesamtes für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt. Bereits Anfang Februar wurde eine Vorabnahme durchgeführt, sodass anstehende Restarbeiten auf der Rasenhängebank und die Reinigung des Schachtsumpfes zwischenzeitlich realisiert werden konnten. Die Auftragung der Oberflächenabdichtung auf den Mörteltaschen kann allerdings erst bei trockenerer Situation in der Schachtröhre realisiert werden und wird im Frühsommer umgesetzt.
Zur Maßnahme Nachdem im Jahr 2012 gut die Hälfte der vorhandenen Einstriche im Röhrigschacht erneuert wurden, waren nun die circa 160 noch verbliebenen Einstriche zu wechseln – einschließlich der Umstiegsbühne auf dem Niveau des Segen-Gottes-Stollen sowie der Schachtzugänge auf der Rasenhängebank. An den sogenannten Einstrichen sind die Spurlatten montiert, welche den Förderkorb führen.
Ursprünglich auf 8 Monate terminiert, führten bereits zu Beginn der Maßnahme Liefer-probleme zu Zeitverzögerungen. Des Weiteren wurde im Bereich der Rasenhängebank eine veränderte Situation angetroffen, welche einen erheblichen Mehraufwand nach sich zog. Dabei zeigte sich nach der Aufnahme der Abdeckbleche ein anderes Bild, als in der Erkundung ermittelt. Das Demontieren der alten Einstriche aus dem Schacht-mauerwerk erforderte ebenfalls einen erhöhten Aufwand. Insbesondre der gute Mauer-werkszustand führte zu einem Mehraufwand beim Ausspitzen der Auflagertaschen. Bauausführendes Unternehmen war die Schachtbau Nordhausen GmbH.
Fotos Sanierungsarbeit (Christian Horn)
Areal des Schaubergwerkes bzw. ehemaligen Kupferschiefer-Bergwerkes Röhrigschacht in Wettelrode (Bild: Christian Horn)
Saigenwartung im Entwässerungsstollen Bielatal fast abgeschlossen
Sondershausen/Altenberg. Seit Ende November finden im Entwässerungsstollen der ehemaligen Zinnerzgrube Altenberg reguläre Wartungs- und Reinigungsarbeiten des Wasserableitungsgerinnes (Saige) statt. Mit der sogenannten Saigenwartung wird die Funktionsfähigkeit zur Wasserführung und ‑ableitung gewährleistet. Im Wasser befindliche Sedimente sowie Gesteinsausbrüche lagern sich mit der Zeit im Abflussgraben ab und müssen deshalb entfernt werden. Voraussichtlich Mitte Februar werden die Arbeiten abgeschlossen sein. Als erster Schritt der Maßnahme wurde die First- und Stoßsicherheit durch Beraubearbeiten geprüft und hergestellt. In einem Bereich waren aufgrund von Nachbrüchen zusätzliche Sicherungsmaßnahmen notwendig. Des Weiteren wurde die Betonbettung von 50 Fahrbahnplatten erneuert, da der vorhandene Beton durch die Wässer angegriffen wurde und die Platten nicht mehr sicher in ihrer Bettung lagen. Der Entwässerungsstollen Altenberg (auch Bielastollen genannt) führt die Grubenwässer aus dem Einzugsgebiet der ehemaligen Zinnerzgrube Altenberg auf deren tiefstes Sohlenniveau sowie die weiteren, über den 3.925 Meter langen Stollenverlauf zusitzenden Bergwässer in durchgehend freiem Gefälle bis zur Einleitung in die Vorflut, im Tal der Kleinen Biela, ab. Die Sohle des Entwässerungsstollens ist mit einer durchgehenden Befestigung aus Betonfertigelementen und mittig angelegten Beton-Saigenelementen ausgerüstet. Die Wasserableitung des Entwässerungsstollens wurde 2014 in Betrieb genommen. Die letzte reguläre Saigenwartung fand 2019 statt. Aufgrund untertägigen Bewetterungsverhältnisse wird die Saigenwartung im Winter durchgeführt. Bei Minusgraden zieht die Grube frische Wetter durch den Entwässerungsstollen ein, sodass die Arbeiter vor Ort geringeren Belastungen durch Radon, Staub oder Abwetter ausgesetzt sind. Zusätzlich wurde eine Sonderbewetterung eingebaut.
Fotodokumentation Saigenwartung
Anheben der Betonplatten
Einsetzen der Platten nach der Erneuerung
Reinigungsgerät (Reinigungsschlitten)
Saigenwartung in Altenberg: Mit schwerem Gerät werden Stahlplatten entfernt damit die darunter liegenden Pumpensümpfe gereinigt werden können. (Bild: Christian Horn)
Saigenwartung im Entwässerungsstollen Bielatal fast abgeschlossen
Sondershausen/Altenberg. Seit Ende November finden im Entwässerungsstollen der ehemaligen Zinnerzgrube Altenberg reguläre Wartungs- und Reinigungsarbeiten des Wasserableitungsgerinnes (Saige) statt. Mit der sogenannten Saigenwartung wird die Funktionsfähigkeit zur Wasserführung und -ableitung gewährleistet. Im Wasser befindliche Sedimente sowie Gesteinsausbrüche lagern sich mit der Zeit im Abflussgraben ab und müssen deshalb entfernt werden. Voraussichtlich Mitte Februar werden die Arbeiten abgeschlossen sein.
Als erster Schritt der Maßnahme wurde die First- und Stoßsicherheit durch Beraubearbeiten geprüft und hergestellt. In einem Bereich waren aufgrund von Nachbrüchen zusätzliche Sicherungsmaßnahmen notwendig. Des Weiteren wurde die Betonbettung von 50 Fahrbahnplatten erneuert, da der vorhandene Beton durch die Wässer angegriffen wurde und die Platten nicht mehr sicher in ihrer Bettung lagen. Der Entwässerungsstollen Altenberg (auch Bielastollen genannt) führt die Grubenwässer aus dem Einzugsgebiet der ehemaligen Zinnerzgrube Altenberg auf deren tiefstes Sohlenniveau sowie die weiteren, über den 3.925 Meter langen Stollenverlauf zusitzenden Bergwässer in durchgehend freiem Gefälle bis zur Einleitung in die Vorflut, im Tal der Kleinen Biela, ab.
Die Sohle des Entwässerungsstollens ist mit einer durchgehenden Befestigung aus Betonfertigelementen und mittig angelegten Beton-Saigenelementen ausgerüstet. Die Wasserableitung des Entwässerungsstollens wurde 2014 in Betrieb genommen. Die letzte reguläre Saigenwartung fand 2019 statt. Aufgrund untertägigen Bewetterungsverhältnisse wird die Saigenwartung im Winter durchgeführt. Bei Minusgraden zieht die Grube frische Wetter durch den Entwässerungsstollen ein, sodass die Arbeiter vor Ort geringeren Belastungen durch Radon, Staub oder Abwetter ausgesetzt sind. Zusätzlich wurde eine Sonderbewetterung eingebaut.
Saigenwartung in Altenberg: Mit schwerem Gerät werden Stahlplatten entfernt, damit die darunter liegenden Pumpensümpfe gereinigt werden können. (Bild: Christian Horn)
Informationstag in Bischofferode mit zahlreichen Interessierten
Sondershausen/Bischofferode. Am 27. November hatte die LMBV zu einer Informationsveranstaltung in das Dorfgemeinschaftshaus Bischofferode eingeladen. Rund 65 Anrainer und Interessierte nutzen die Möglichkeit, sich vor Ort über die Pläne zum Einleiten von Haldenwässern in das ehemalige Bergwerk Bischofferode zu informieren. Ziel der Veranstaltung war es, Anwohner frühestmöglich über diese Pläne zu informieren.
Ralph Haase, Bereichsleiter Kali-Spat-Erz der LMBV erklärte in einer Präsentation die Beweggründe für diese Pläne. Anschaulich erläuterte er, worin das eigentliche Problem mit den Kalirückstandshalden in der Region liegt und wie dieses gelöst werden könnte. Die entsprechenden Pläne für dieses Vorhaben wurden hierzu bei Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) eingereicht. Voraussichtlicht zu Beginn des Jahres 2024 werden diese Antragspläne für alle Interessierten öffentlich zugänglich sein.
Im Laufe des Informationsabends konnten zahlreiche Fragen beantwortet werden. Wer zum Beispiel bei möglichen Schäden vor Ort aufkommt, mit wie vielen zusätzlichen LKW-Fahrten vor Ort gerechnet werden müsste, ob genügend Alternativen zum Unternehmen K + S geprüft wurden oder auch, ob die Großbodunger Bohrung für Geothermie-Nachnutzung in Frage kommen könnte.
Hintergründe
Durch Niederschlag entstehen an der verbliebenen Rückstandshalde des ehemaligen Bergwerks Bischofferode kontinuierlich salzhaltige Wässer, welche die Umwelt belasten. Um die Menge dieser Haldenwässer zu reduzieren, plant der verantwortliche Sanierungsträger LMBV eine partielle Abdeckung der Halde.
Bis zur Umsetzung und Fertigstellung dieser Maßnahme, sollen die Grubenhohlräume des ehemaligen Bergwerkes Bischofferode innerhalb eines begrenzten Zeitraumes und in begrenzter Menge kontrolliert mit den anfallenden Haldenwässern geflutet werden. Um dies schadlos für das Bergwerk und die Tagesoberfläche zu gestalten, sollen die Wässer mit hoch salzhaltigen Prozesswässern des Unternehmens K + S gemischt und über eine vorhandene Bohrung in Großbodungen in das ehemalige Bergwerk eingeleitet werden. Bislang müssen diese über das zentrale Laugenstapelbecken Wipperdorf kontrolliert an den Vorfluter Wipper abgegeben werden.
Eindrücke vom Informationsabend Fotos: Christian Kortüm
LMBV informiert über geplanten Umgang mit Haldenwässern in Bischofferode
Sondershausen/Bischofferode. Am Montag, den 27. November 2023, informiert die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) über ihre Pläne zum Einleiten konditionierter Haldenwässer in das ehemalige Bergwerk Bischofferode. Mitarbeiter des Bergbausanierers werden an diesem Abend das geplante Vorhaben und die damit verbundenen Maßnahmen vorstellen und erläutern. Anrainer und Interessierte sind recht herzlich zu dieser Informationsveranstaltung eingeladen.
Die Veranstaltung findet statt am:
Montag, 27. November 2023,
17:00 – 18:30 Uhr Dorfgemeinschaftshaus Bischofferode OT Bischofferode / Ellernweg
37345 Am Ohmberg
Hintergründe zur geplanten Maßnahme
Durch Niederschlag entstehen an der verbliebenen Rückstandshalde des ehemaligen Bergwerks Bischofferode kontinuierlich salzhaltige Wässer, welche die Umwelt belasten. Um die Menge dieser Haldenwässer zu reduzieren, plant der verantwortliche Sanierungsträger LMBV eine partielle Abdeckung der Halde. Bis zur Umsetzung und Fertigstellung dieser Maßnahme, sollen die Grubenhohlräume des ehemaligen Bergwerkes Bischofferode innerhalb eines begrenzten Zeitraumes und in begrenzter Menge kontrolliert mit den anfallenden Haldenwässern geflutet werden.
Um dies schadlos für das Bergwerk und die Tagesoberfläche zu gestalten, sollen die Wässer mit hoch salzhaltigen Prozesswässern des Unternehmens K + S gemischt und über eine vorhandene Bohrung in Großbodungen in das ehemalige Bergwerk eingeleitet werden. Damit würde die umweltgerechte Entsorgung der anfallenden Haldenwässer in Bischofferode erfolgen.
Meilenstein für die zukünftige Überdeckung der Kalirückstandshalde Bischofferode erreicht: Zulassung zum Rahmenbetriebsplan vom TLUBN erhalten
Erfurt/Sondershausen. Anlässlich des Jahresgespräches zwischen der LMBV und dem Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) wurde dem Sprecher der LMBV-Geschäftsführung Bernd Sablotny und dem zuständigen Bereichsleiter Ralph Haase durch den Präsidenten des TLUBN Mario Suckert sowie dem Leiter der Abteilung 8 „Bergbau und Geologie“ Dr. Lutz Katzschmann am 26.10.2023 die Zulassung zum Rahmenbetriebsplan für die Überdeckung der Kalirückstandshalde in Bischofferode überreicht.
„Damit ist ein weiterer Meilenstein für die zukünftige Überdeckung dieser Kalirückstandshalde der LMBV und der damit verbundenen Reduzierung salzhaltiger Haldenwässer gegeben“, so der Ralph Haase, KSE-Sanierungsbereichsleiter. Weitere Untersetzungen zum Rahmenbetriebsplan müssen nun in Form von Sonderbetriebsplänen durch den Sanierungsbereich Kali-Spat-Erz angegangen werden. „Nächste Herausforderung für die Bergbausanierer ist die Schaffung einer sicheren Zufahrt auf das Haldenplateau,“ so R. Haase
Reguläre Saigenwartung im Entwässerungsstollen Altenberg geplant
Sondershausen/Altenberg. Für die kommenden Wintermonate ist im Entwässerungsstollen Altenberg eine reguläre Saigenwartung vorgesehen. Bereits Anfang November beginnen am Stollenmundloch vorbereitende Maßnahmen zur Baustelleneinrichtung. Die Wartung des Wasserabflussgrabens soll Mitte November beginnen und wird voraussichtlich bis Ende Januar 2024 andauern.
Der Entwässerungsstollen Altenberg (auch Bielastollen genannt) führt die Grubenwässer aus dem Einzugsgebiet der ehemaligen Zinnerzgrube Altenberg auf deren tiefstes Sohlenniveau sowie die weiteren, über den 3.925 Meter langen Stollenverlauf zusitzenden Bergwässer in durchgehend freiem Gefälle bis zur Einleitung in die Vorflut, im Tal der Kleinen Biela, ab.
Die Sohle des Entwässerungsstollens ist mit einer durchgehenden Befestigung aus Betonfertigelementen und mittig angelegten Beton-Saigenelementen ausgerüstet. Die Wasserableitung des Entwässerungsstollens wurde 2014 in Betrieb genommen. Die letzte reguläre Saigenwartung fand 2019 statt.
Mundloch Entwässerungsstollen Altenberg
Großes Interesse beim Baustellen-Infotag am Steinbachstollen
Sondershausen/Steinbach. Mehr als 180 Besucher waren der Einladung der LMBV an die Anrainer gefolgt und informierten sich am 16. September 2023 über das aktuelle Baugeschehen am neuen Steinbachstollen.
Nach einer Besichtigungstour über die Baustelle konnten die zahlreichen Interessierten ihre Fragen den Kollegen vor Ort stellen. Ein Film informierte über die Arbeiten im Stollen. Bislang wurden 360 Meter des neuen Stollens aufgefahren.
Aufgrund der schwierigen geologischen Randbedingungen wurde das Auffahren des Stollens zunächst erschwert. Mit einer Fertigstellung des neuen Steinbachstollens wird deshalb Ende 2024 gerechnet.
Durch das Auffahren eines neuen Stollens soll die dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden. Der alte Steinbachstollen kann diese Funktion nicht dauerhaft gewährleisten.
Der LMBV ist bewusst, dass die Arbeiten zu Beeinträchtigungen führen können und bittet dafür um Verständnis. Bereits in der Vergangenheit hat die LMBV nach Möglichkeiten gesucht, die Beeinträchtigungen für Anwohner so gering wie möglich zu halten bzw. zu minimieren. Um dies zu erreichen wurde beispielsweise ein Lärmschutzwall errichtet.
Bei weiteren Fragen und Hinweisen können sich Anwohner gern direkt an die LMBV unter info@lmbv.de wenden.
Impressionen vom Baustellentag
Fotos: Christian Kortüm
Baustellentag am neuen Steinbachstollen am 16. September von 10 — 12 Uhr
Sondershausen/Steinbach. Über das aktuelle Baugeschehen am neuen Steinbachstollen informieren am 16. September, von 10 bis 12 Uhr, der Sanierungsträger LMBV und die bauausführenden Unternehmen Schachtbau Nordhausen und Bergsicherung Ilfeld. Während einer Führung über das Baustellen-Gelände erhalten Anwohner und Interessierte einen Einblick in das aktuelle Baugeschehen und haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen.
Ein Film informiert vor Ort über die Arbeiten im Stollen und erklärt die verschiedenen Arbeitsphasen des Stollenvortriebs. Des Weiteren können verschiedene Baumaschinen besichtigt werden.
Bitte beachten Sie, dass aus Sicherheitsgründen der neu aufgefahrene Stollen selbst nicht betreten werden darf. Die Baustellenzufahrt erfolgt über den Liebensteiner Weg. Die Parkmöglichkeiten vor Ort sind eingeschränkt. Bitte folgen Sie den Hinweisen vor Ort. Festes Schuhwerk ist zwingend erforderlich.
Hintergrund zur Baumaßnahme: Durch die Auffahrung eines neuen Stollens soll die dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden. Der neue Stein-bachstollen wird annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren. Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Grubenwässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet. Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 m bei einem offenen Quer-schnitt von 12 m². Im Vergleich dazu beträgt die Länge des aktuell für die Grubenent-wässerung genutzten Stollens ca. 1.090 m bei einem Querschnitt von 6 m². Mit einem offiziellen Stollenanschlag wurde im Thüringer Bergdorf Steinbach am 29. September 2022 symbolisch der Startschuss für den Bau eines neuen Entwässerungsstollens ge-geben. Für die Dauer seiner Bauzeit trägt der Stollen den Namen seiner Patin – Anke-Stollen.
Blick aus dem zukünftigen neuen Steinbachstollen
Aktuelle Informationen zu den Sprengarbeiten in Steinbach / Bad Liebenstein
Sondershausen/Steinbach. Um einen weiteren zügigen Ausbau des LMBV-Stollens in Steinbach / Bad Liebenstein zu gewährleisten, werden voraussichtlich ab Anfang Juli 2023 auch sonntags auf der Baustelle Arbeiten stattfinden. Alle Arbeiten finden in den behördlich genehmigten Zeiträumen statt. Die Arbeitszeiten sind von 5:00 Uhr bis 23:45 Uhr geplant, wobei die Grenzen der gesetzlichen Lärm- und Erschütterungsvorgaben eingehalten werden (TA Lärm und DIN 4150). Es erfolgt eine kontinuierliche Überwachung an gutachterlich festgelegten, exponierten Erschütterungsmessstellen sowie an verschiedenen Lärmmessstellen. Mit fortschreitender Auffahrungslänge des Stollens werden die Erschütterungen und Lärmemissionen durch die Sprengungen in der Ortslage Steinbach abnehmen.
Der LMBV ist bewusst, dass diese Arbeiten zu Belästigungen bei den Anwohnern vor Ort führen können und bittet dafür um Verständnis. Bereits in der Vergangenheit hat der Bergbausanierer nach Möglichkeiten gesucht, die Beeinträchtigungen für Anwohner so gering wie möglich zu halten. Beispielsweise wurde extra ein ergänzender Lärmschutzwall errichtet.
Durch das Auffahren dieses neuen Stollens soll künftig die dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden. Der alte Steinbachstollen kann diese Funktion nicht dauerhaft sicher gewährleisten. Im schlimmsten Fall könnten sich Grubenwässer aufstauen und unkontrolliert in die Ortslage Steinbach abfließen. Deshalb hatte sich die LMBV für den Bau eines neuen Wasserlösestollens entschieden. Mitte Februar 2023 waren die Arbeiten in Steinbach in den sogenannten Sprengvortrieb übergegangen. Schwierige geologische Randbedingungen hatten zunächst das Auffahren des neuen Stollens erschwert.
Gesprengt wird, je nach Geologie und örtlicher Gegebenheit, mehrmals am Tag. Ungefähr 1 bis 2 Meter kommt man dabei derzeit im Gebirge bzw. Stollen voran. Rund 60 bis 100 Tonnen Gesteinsmassen werden pro Sprengung aus dem Gebirgsverband gelöst. Der dabei gelöste Gneis wird auf dem Gelände der Baustelle für die Sicherung der angrenzenden ehemaligen Spülhalde vor Ort genutzt.
Bei Fragen oder Hinweisen können sich Anwohner gern direkt an die LMBV unter info@lmbv.de wenden.
Blick aus dem zukünftigen neuen Steinbachstollen
Fachliche Einblicke in das Entstehen des Anke-Stollens für RDB-Mitglieder
Sondershausen/Steinbach. Das Interesse der Fachwelt an der Auffahrung des Anke-Stollens durch die LMBV in Steinbach im Thüringer Wald steigt gegenwärtig deutlich an.
Am 8. Juni 2023 besuchten unter der Leitung von Patrick Reiser acht Mitglieder vom Ring Deutscher Bergingenieure e.V. (RDB), Bezirksverein Technische Hochschule Georg Agricola zu Bochum die Stollenbaustelle. Begleitet wurden sie vom Leiter des Sanierungsbereiches Kali-Spat-Erz Ralph Haase, dem zuständigen Projektmanager Hartmut Köhler sowie dem Leiter der Personalverwaltung Martin Schulz.
Nach einer Einführung zum Thema wurde die Stollenbaustelle zunächst über Tage besichtigt. Danach konnte der Stollen 180 Meter bis zur Ortsbrust befahren werden.
Insbesondere die geologischen Verhältnisse vor Ort, die eingesetzte Lade- und Spritzbetontechnik sowie Details zur Sprengtechnologie weckten das Interesse der Fachbesucher.
Gruppenbild mit RDB-Kollegen: Das Interesse der Fachwelt an der Auffahrung des Anke-Stollens ist deutlich zu spüren.
Hintergrund: Der neue Steinbachstollen in Bad Liebenstein, Ortsteil Steinbach, wird annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren.
Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Grubenwässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet.
Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 Meter bei einem offenen Querschnitt von 12 Quadratmetern. Im Vergleich dazu beträgt die Länge des aktuell für die Grubenentwässerung genutzten Stollens ca. 1.090 Meter bei einem Querschnitt von sechs Quadratmetern.
Die Bauzeit beträgt circa 24 Monate und wird voraussichtlich bis Mai 2024 andauern.
Fotos: LMBV/R. Haase
Der zuständige KSE-Projektmanager H. Köhler im Mittelpunkt des Besucherinteresses.
Gruppenbild: Gemeinsam angefahren im entstehenden Anke-Stollen.
Kleine Bewohnerin der Baustelle des Anke-Stollens – Natur bleibt im Blick.
Austausch zum Thema Grubenwasser bei Befahrung mit RAG-Vertretern fortgeführt
Sondershausen. Vier Vertreter der RAG Aktiengesellschaft waren am 1. Juni 2023 zu Gast im Kali-Spat-Erz-Revier der LMBV. Sie besuchten die Grubenwasserreinigungsanlage (GWRA) Uhlenbachtal, den Schlüsselstollen (Freieslebenschacht) sowie die Schlotten in Wimmelburg (W-Schacht). Bei der RAG sind die Befahrungsgäste für Fragen der Wasserhaltung, des Monitorings und der Analyse von Grubenwässern sowie der Planung und Errichtung von Grubenwasserreinigungsanlagen verantwortlich. Insofern konnte während der Befahrung ein wertvoller Austausch zum Thema Grubenwasser fortgeführt werden.
Sebastian Tugendheim übernahm die Einführung zu den Aufgaben des Zentralen Grubenwassermanagements in Sachsen-Anhalt und erläuterte die Funktionsweise der Grubenwasserreinigung im Uhlenbachtal. Anschließend wurde unter Führung von Ralph Haase, LMBV-Sanierungsbereichsleiter Kali-Spat-Erz, im Freieslebenschacht bei Mansfeld eingefahren und der zentrale Entwässerungsstollen des Mansfelder Reviers, der Schlüsselstollen, befahren. Zum Abschluss wurden die Schlotten in Wimmelburg besichtigt. Dazu erfolgte die Seilfahrt über den W-Schacht. Das Projektteam am Standort Wimmelburg kümmerte sich neben der technischen Sicherstellung auch um die Betreuung der Gäste.
An der Fördermaschine im Schacht Wimmelburg
Fotos: LMBV/Ralph Haase
Grubenwassermanagement Sachsen-AnhaltBetriebsgebäude GWRA UhlenbachtalGruppenfoto am FreieslebenschachtIn den Wimmelburger Schlotten
Bergbausanierer auf Karrieremesse in Erfurt vertreten
Sondershausen/Erfurt. Erstmalig präsentierte sich die LMBV am 5. Mai 2023 auf der Zentralen Karrieremesse der Fachhochschule Erfurt. Gemeinsam mit über 60 weiteren Unternehmen und Institutionen nutzte die LMBV die Möglichkeit, ihre Jobangebote vorzustellen und zahlreiche Fragen der Studierenden zu beantworten.
Vor allem Fachhochschüler des Bauingenieurwesens, der Forstwirtschaft und der Wirtschaftswissenschaften waren an den Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten des Bergbausanierers interessiert. Am Informationsstand wurden vorwiegend Praktikumsplätze angefragt.
Foto: LMBV
Michael Wagner (Stab, Betrieb KSE) und Anne-Katrin Matschke (Personalwesen, Betrieb Lausitz) präsentierten die LMBV auf der Karrieremesse
Bau einer Sickerwasserreinigungsanlage im Bielatal — vorbereitende Arbeiten haben begonnen
Sondershausen/Altenberg. Ende Februar haben die ersten vorbereitenden Arbeiten für den Bau einer Sickerwasserreinigungsanlage an der Industriellen Absetzanlage Bielatal (IAA) in Altenberg begonnen. Die am Fuß des Hauptdammes der IAA Bielatal austretenden Sickerwässer erfahren infolge der Durchdringung des Aufbereitungsrückstandes eine Anreicherung mit Schwermetallen, im Wesentlichen Arsen.
Um die Einleitkonzentration zu senken, die Gewässergüte zu verbessern und einen besseren ökologischen und chemischen Zustand der Vorfluter Kleine und Große Biela gemäß Bewirtschaftungszielen der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen, errichtet die LMBV am Auslauf der IAA eine Anlage zur Reduzierung der Arsenbelastung der austretenden Sickerwässer.
In Vorbereitung des Baus wird eine, noch im Baufeld befindliche Rundhalle rückgebaut und der künftige Baubereich mit einer Amphibienleiteinrichtung umspannt. Der eigentliche Bau der Reinigungsanlage beginnt voraussichtlich im Frühjahr 2024 und soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
Die Bielatalhalde ist eine der größten Absetzhalden für Aufbereitungsrückstände in Deutschland. Sie wurde ab 1967 angelegt und war für einen Betrieb bis 2020 projektiert. Die Einstellung des Betriebes erfolgte parallel mit dem Ende des Zinnerzbergbaus am 31.03.1991.
Der Hauptdamm hat heute eine Höhe von maximal 79 m und eine maximale Dammkronen-Länge von 680 m. Zwischen dem Haupt- und dem Gegendamm wurden auf einer Fläche von ca. 57 ha in Summe rd. 10,5 Mio m³ Abgänge aus der Zinnerzaufbereitung eingelagert.
Im Zeitraum vom Juni 2012 bis Dezember 2013 wurde die IAA durch die damalige GVV mbH (Rechtsnachfolgerin der Zinnerz GmbH Altenberg) saniert und verwahrt.
Die IAA Bielatal gehört heute zum Betrieb Kali-Spat-Erz (K-S-E) der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) in Sondershausen und steht unter Bergaufsicht durch das Sächsische Oberbergamt (SOBA) in Freiberg.
Fotos: LMBV-Archiv und A. Schallau
Nachsorgebetrieb Zwickau ist umgezogen
Zwickau. Der Nachsorgebetrieb Zwickau ist umgezogen und ab sofort unter der folgenden Adresse erreichbar: Planitzer Straße 2, 08056 Zwickau.
Die bisherigen Telefonnummern bleiben erhalten.
Ein Schwerpunkt der Tätigkeit des Nachsorgebetriebes Zwickau ist der Betrieb der Grundwasserreinigungsanlage am ehemaligen Kokereistandort Schedewitz. Der vormalige Kokereistandort Brückenberg gehört ebenfalls zum Aufgabenbereich.
Das Bergbau-Poldergebiet stände heute ohne künstliche Entwässerung – im Rahmen der bergbaulichen Nachsorge – unter Wasser.
Foto: LMBV/Ch. Bedeschinski
Dokumentation von Messwerten in der Grundwasserreinigungsanlage Zwickau/Schedewitz
Sondershausen/Steinbach. Nachdem Mitte Februar die Arbeiten in Steinbach in den sogenannten Sprengvortrieb übergegangen sind, findet derzeit werktäglich eine Sprengung vor Ort statt. Bis dahin erfolgte der Vortrieb aufgrund des vorhandenen weichen Gesteins rein mechanisch. Durch das Auffahren eines neuen Stollens soll die dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden.
Aktuell kommen circa 35 kg patronierter Emulsionssprengstoff pro Sprengung zum Einsatz. Ungefähr 2 Meter kommt man dabei derzeit im Gebirge bzw. Stollen voran. Rund 60 Tonnen Gesteinsmassen werden dabei aus dem Gebirgsverband gelöst. Der darin gelöste Kalkstein wird auf dem Gelände der Baustelle zwischengelagert und zu einem späteren Zeitpunkt für die Sicherung der ehemaligen Spülhalde vor Ort genutzt.
Der Vortrieb erfolgt zyklisch, folgende Arbeitsschritte werden dabei durchgeführt. - Bohren - Besetzen der Bohrungen mit Sprengstoff - Sprengung - Wartezeit (Belüftung des Stollens bzw. Abzug der Sprenggase) - Freiladen und Abtransport des Haufwerks bzw. der Gesteinsmassen - Sichern des Gewölbes durch Aufbringen des Spritzbetons und Ankern
Die Arbeiten vor Ort finden in den behördlich genehmigten Zeiträumen statt. Genehmigt wurde in punkto Erschütterung das Zeitfenster Montag bis Freitag von 06 bis 22 Uhr und in punkto Lärm montags bis freitags von 06 bis 20 Uhr. Es erfolgt eine Überwachung an drei Erschütterungs- sowie verschiedenen Lärmmessstellen. Es ist davon auszugehen, dass die Erschütterungs- und Lärmemissionen mit dem Fortschreiten des Baus zurück gehen.
Der Steinbachstollen und der neue Steinbachstollen befinden sich in Bad Liebenstein, Ortsteil Steinbach. Der neue Steinbachstollen wird annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren. Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Grubenwässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet. Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 Meter bei einem offenen Querschnitt von 12 Quadratmetern. Im Vergleich dazu beträgt die Länge des aktuell für die Grubenentwässerung genutzten Stollens ca. 1.090 Meter bei einem Querschnitt von sechs Quadratmetern. Die Bauzeit beträgt circa 24 Monate und wird voraussichtlich bis Mai 2024 andauern.
Quelle Video: ARGE Steinbachstollen
Eindrücke von den Sprengarbeiten vor Ort
https://www.youtube.com/watch?v=R1AwcAJtrK8
Arbeiten am neuen Steinbachstollen gehen in Sprengvortrieb über
Sondershausen/Steinbach. Ab der kommenden Woche sollen die Arbeiten am neuen Steinbachstollen in den sogenannten Sprengvortrieb übergehen. Zwischen 7 und 20 Uhr werktags findet voraussichtlich eine Sprengung am Tag statt. Durch das Auffahren eines neuen Stollens soll die dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden.
Hintergrund zur Baumaßnahme:
Durch die Auffahrung eines neuen Stollens soll die dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden. Der Steinbachstollen und der neue Steinbachstollen befinden sich in Bad Liebenstein, Ortsteil Steinbach. Der neue Steinbachstollen wird annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren. Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Grubenwässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet. Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 Meter bei einem offenen Querschnitt von 12 Quadratmetern. Im Vergleich dazu beträgt die Länge des aktuell für die Grubenentwässerung genutzten Stollens ca. 1.090 Meter bei einem Querschnitt von sechs Quadratmetern. Die Bauzeit beträgt circa 24 Monate und wird voraussichtlich bis Mai 2024 andauern.
Impressionen von den Bautätigkeiten vor Ort (Fotos: H. Köhler)
Röhrigschacht Wettelrode: Reguläre Instandsetzungsarbeiten der Schachtröhre beginnen im Februar
Sondershausen/Wettelrode. Anfang Februar sollen die Instandsetzungsarbeiten an der Schachtröhre beginnen. Neben einem Wechsel der Schachteinbauten erfolgt eine Instandsetzung der Stahlkonstruktion der Rasenhängebank. Des Weiteren sollen Verlagerungen der Einstriche aus einer vorhergehenden Sanierungsmaßnahme (2012) rekonstruiert werden. Bei den geplanten Arbeiten handelt es sich um reguläre Sanierungsmaßnahmen.
Notwendig wurden diese, weil die im Schacht vorhandenen Konstruktionsteile verschlissen sind und ausgetauscht werden müssen. Der Austausch wird in mehreren Teilabschnitten vollzogen.
In den Jahren 2012 und 2013 wurden bereits Sanierungsmaßnahmen im Schacht durchgeführt. Die Arbeiten an der Röhre werden voraussichtlich 8 Monate dauern und durch die Schachtbau Nordhausen GmbH ausgeführt. Dabei werden verschlissene Bauteile demontiert und durch neue ersetzt. Dies erfolgt etappenweise vom Dach des Fördergutträgers. Die Instandsetzung der Baugruppe übertage schließt sich an.
Über die damit verbundene temporäre Schließung des Besucherbergwerkes hatte die Stadt Sangerhausen berichtet. Noch bis einschließlich 5. Februar sind für Besucher reguläre Seilfahrten mit Führung unter Tage möglich. Weitere Informationen dazu: Schaubergwerk Röhrigschacht
LMBV-Experten bei Jahrestagung der IMWA 2022 in Neuseeland
Senftenberg/Christchurch. Die Jahrestagung 2022 der International Mine Water Association (IMWA) fand vom 6. bis 10. November 2022 in Christchurch, Neuseeland, statt.
Die IMWA ist eine interdisziplinäre Organisation, welche sich schwerpunktmäßig mit den verschiedenen Aspekten von Grubenwässern, deren Hydrologie, Chemie, Biologie, Umweltaspekten und der potenziellen Wiederverwendung beschäftigt. Auch das Wassermanagement, die Wasserbehandlung, Prognosen zur Wassermenge und -beschaffenheit sowie die Wiederherstellung von Wasserhaushalten in Bergbaugebieten sind wesentliche Themen. Die LMBV ist Mitglied der IMWA.
Die Jahrestagung 2022 fand nach der Coronapandemie-bedingten Unterbrechung erstmals wieder in Präsenz unter dem Motto „Reconnect“ – „Neuverknüpfung“ statt. Es nahmen 130 Teilnehmer aus 20 Ländern teil. Die LMBV wurde in Christchurch durch Dr. Oliver Totsche und Katja Kunze vertreten. Die auf der Tagung diskutierten und vorgestellten Themen umfassten die Bereiche Hinterlassenschaften des Bergbaus, Bergwerksschließung, Wiedernutzbarmachtung, Wassermanagement, Tailings und Bergbaufolgeseen, Klimawandel, Wasserbehandlung, Geochemie, Hydrogeologie und Monitoring.
Die LMBV stellte in ihrem Vortrag die derzeit laufenden Betrachtungen zum „Einfluss des Klimawandels sowie des Kohleausstiegs auf die weitere wasserwirtschaftliche Sanierung in der Lausitz“ vor. Hierbei zeigte sich, dass die LMBV im internationalen Vergleich eine Vorreiterrolle einnimmt.
Auf der Tagung konnten bestehende Kontakte vertieft und neue Kontakte geknüpft werden. Die britische Coal Authority ist z. B. eine ähnliche staatliche Organisation wie die LMBV, welche aber neben der Betreuung von Altbergbaustandorten auch Bergbaulizenzen vergibt.
An die Tagung schloss sich eine dreitägige Exkursion an. Hierbei wurden u. a. eine renaturierte Goldmine, aktive Braunkohletagebaue und deren Wasseraufbereitungsanlagen sowie Altbergbaustandorte besucht. Eine in Neuseeland an mehreren Standorten genutzte Art der Wasseraufbereitung sind Muschelschalen-Reaktoren, welche ihre Wirkung durch den Kalk der Muschelschalen sowie durch die sich ausbildenden reduzierenden Verhältnisse beim mikrobiellen Abbau der organischen Muschelreste entfalten.
Der internationale Austausch und die Sichtung von nationalen und internationalen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben unterstützt die LMBV in ihren vielschichtigen und langfristigen Sanierungsaufgaben. Autorin: Katja Kunze | LMBV
Fotos: LMBV/Katja Kunze u. Andere
IMWA 2022: Blick in die “Echo Coal Mine”, wobei der Kohleflözverlauf gut sichtbar ist
LMBV-Vortrag auf der IMWA 2022 von Katja Kunze, LMBV-Mitarbeiterin
IMWA-Tourpunkt: Schlammtrocknung in Geotubes in der “Stockton Coal Mine”
IMWA 2022: Besichtigung eines Muschelschalen-Reaktors zur Wirkung von Kalk und mikrobieller Reduktion durch organische Muschelreste
Gelände der Stockton Coal Mine - interessierte IMWA-Besucher vor Ort
Publikation
Brunndöbra: Verwahrarbeiten laufen weiter
Sondershausen/Brunndöbra. Nachdem im August 2019 im Bereich der ehemaligen Schwerspatgrube Brunndöbra ein Tagesbruch entdeckt wurde, laufen die Sanierungsarbeiten vor Ort aktuell weiter auf Hochtouren.
Ungünstige Wetterlagen, die mit Wasser- und Schlammeinbrüchen einhergingen, erschwerten bislang die Arbeiten. Des Weiteren erforderten schwierige geologische Randbedingungen, bei denen auf Lockergestein extrem fester Baryt (Schwerspat) folgte, einen zusätzlichen Einbau von Ausbau sowie Anpassungen der Teuftechnologie.
Nach dem Durchschlag zum Grubengebäude erschwerten außerdem hohe CO2-Konzentrationen die Arbeiten.
Gegenwärtig erfolgt die Weiterführung der Teuf- und Ausbauarbeiten bis auf das Sohlniveau der Gangstrecke 203 SO. Parallel wurden die befahrbaren Grubenbereiche mit dem Sächsischen Oberbergamt begutachtet und weiterer Sicherungsbedarf in den noch offenen Gangstrecken erkannt. Dazu wird nun ein Verwahrkonzept erarbeitet.
Das Unternehmen Schachtbau Nordhausen führt die Sanierungsmaßnahme, bei dem die ungesicherten Hohlräume mit Beton gesichert werden, im Auftrag der LMBV aus.
Blick in die Gangstrecke 206 (Fotograf: André Schallau)
Sondershausen/Elbingerode. Mit der Produktionseinstellung auf dem Schwefelkiesbergwerk am 1. August 1990 endete die untertägige Rohstoffgewinnung im Elbingeröder Komplex. Nach den ersten Sicherungsmaßnahmen kam es 1,5 Jahre später durch den Beschluss der Treuhandanstalt zur endgültigen Schließung und anschließenden Verwahrung. Hierbei galt es einen Hohlraum vom rund 2,03 Millionen Kubikmeter und einer maximalen Teufe von 473 Meter zu sichern.
Mit gutachterlicher Begleitung wurde ein Verwahrungskonzept entwickelt bei dem die Bereiche unterhalb der 7. Sohle geflutet und ab der 7. Sohle eine kohäsive Verwahrung realisiert wurde. Im Bereich der 0. Sohle erfolgte über ABM-Maßnahmen die Errichtung eines Besucherbergwerkes.
Die Verwahrung wird von den entferntesten Grubenbauen zum Zentralschacht und von unten nach oben durchgeführt. Mit diesem Vorgehen werden seit Mitte der 90er Jahre sukzessive betonähnliche Versatzmengen in die Grube eingebracht.
Mit diesem Vorgehen wurden rund 880.000 Tonnen eines speziell zugelassenen Versatzmörtels von 1995 bis 2003 per Pumpversatz verbaut. Nach einer längeren Zeit der weiteren Flutung mit Monitoringphasen schloss sich in den Jahren 2015/ 2016 die Verwahrung der 1. Sohle (3.700 Tonnen) an.
Im Jahr 2017 begann die Teilverwahrung des Abbaus 1/27. Mit seinen 10.200 Kubikmeter Hohlraum, einer Breite von circa 40 Metern und einer Höhe von 12 Metern war dies der noch größte zusammenhängende Hohlraum des Bergwerkes. 5.700 Tonnen eines dünnflüssigen Versatzbaustoffes wurden dabei eingesetzt. Parallel dazu wurde das umfangreiche Monitoring fortgesetzt. Wie bereits in der Vergangenheit ist es speziell in den oberflächennahen Bereichen essenziell, eine Überwachung der Wasserwegsamkeiten sowie des Chemismus an den Messstellen zu überwachen.
Mitte Juni dieses Jahres konnten die Arbeiten für den zweiten Versatzabschnitt beginnen, welcher Ende September erfolgreich abgeschlossen wurde. Diesen Verwahrungsarbeiten gingen umfangreiche Vorbereitungsmaßnahmen auf dem Abbau voraus, wie die Spül-/Entlüftungsschlauchverlegung, das Fixieren von Rohrleitungen, der Aufbau einer Zwischenwasserhaltung etc.
Der Baustoff wurde in trockener Form mit Kesselfahrzeugen angeliefert, im Misch-/Pumpmobil mit Wasser versetzt und mittels Schläuchen in das Bergwerk zum Spülort geleitet. Das dünnflüssige betonartige Material nivelliert sich in der Fläche aus und ist nach einer Abbindezeit von 12 Stunden bereits begehbar. Bei einer Umgebungstemperatur von bis zu 28 °C und 99 % Luftfeuchtigkeit wurden 3.714 Tonnen Versatz eingebracht. Das entspricht einer Tagesleistung von 4 LKW à 27 Tonnen.
In den nächsten Jahren folgen weitere vorbereitende Schritte zur Verwahrung und die Versatzeinbringung wird zielgerichtet fortgesetzt.
Das dünnflüssige, betonartige Material ist nach einer Abbindezeit von 12 Stunden bereits begehbar.
Feierlicher Stollenanschlag für den neuen Steinbachstollen
Sondershausen/Steinbach. Mit einem offiziellen Stollenanschlag wurde im Thüringer Bergdorf Steinbach am 29. September symbolisch der Startschuss für den Bau eines neuen Entwässerungsstollens gegeben. Rund 100 Gäste verfolgten den feierlichen Akt vor Ort. Durch die Auffahrung des neuen Stollens soll die dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden. Für die Dauer seiner Bauzeit trägt der Stollen den Namen seiner Patin Anke-Stollen. Die ehemalige Betriebsratsvorsitzende des mitteldeutschen Reviers und Mitglied des Aufsichtsrates der LMBV, Anke Thäle, führte mit einem Bohrwagen die erste Bohrung am zukünftigen Stollen durch.
Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung und Technischer Geschäftsführer der LMBV, erläuterte: "Vor 30 Jahren wurde das Bergwerk, in dem Flussspat, auch bekannt als Fluorit, abgebaut wurde, stillgelegt. Die Entwässerung im alten Steinbachstollen ist jedoch nicht mehr gewährleistet und droht durch angeschwemmte Holzteile zu verstopfen." Dadurch könnten sich Grubenwässer aufstauen und unkontrolliert abfließen. Der Stau könne dort nicht beseitigt werden, weil Teile des alten Stollens verrohrt wurden. Deshalb habe sich die LMBV für den Bau eines neuen Stollens entschieden.
Es sei ein „schöner Brauch“ den Stollenanschlag feierlich zu begehen, sagte der Geschäftsführer von Schachtbau Nordhausen, Michael Seifert. Dazu gehöre es auch, die Heilige Barbara als Schutzpatronin der Bergleute anzurufen. Mit dem Vortrag ihres „Stollengedichtes“ erinnerte im Anschluss die Stollenpatin an die Geschichte der stillgelegten Grube Steinbach und der Bewohner des Bad Liebensteiner Ortsteils Steinbach. In der Vergangenheit war die Region bekannt für die Produktion von Messern und Werkzeugen.
Der neue Steinbachstollen wird parallel zum alten Stollen angelegt und ist mit 1.200 Metern etwas länger. Der Querschnitt wird mit zwölf Quadratmetern doppelt so groß wie bisher, damit Maschinen den Stollen befahren können. Die Kosten schätzt die LMBV auf rund sechs Millionen Euro. Voraussichtlich im Mai 2024 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
Impressionen vom Stollenanschlag Fotos: Anika Dollmeyer, Luftbilder Christian Horn
Einladung: feierlicher Stollenanschlag zum Neuauffahren des Steinbachstollens
Sondershausen/Steinbach. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) lädt am Donnerstag, dem 29.September 2022, von 11 bis 13 Uhr Anwohner, Pressevertreter und interessierte Bürger zum öffentlichen Stollenanschlag am zukünftigen neuen Steinbachstollen ein. Im Rahmen der zünftigen Ver-anstaltung spielt nach den Ansprachen und dem symbolischen Stollenanschlag durch die Stollenpatin eine Bergmannskapelle auf.
Hintergrund zur Baumaßnahme: Durch die Auffahrung eines neuen Stollens soll die dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden. Der Steinbachstollen und der neue Steinbachstollen befinden sich in Bad Liebenstein, Ortsteil Steinbach.
Der neue Steinbachstollen wird annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren. Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Grubenwässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet.
Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 m bei einem offenen Quer-schnitt von 12 m². Im Vergleich dazu beträgt die Länge des aktuell für die Grubenentwässerung genutzten Stollens ca. 1.090 m bei einem Querschnitt von 6 m².
Die Bauzeit beträgt circa 24 Monate und wird voraussichtlich bis Mai 2024 andauern.
ACHTUNG: Die Baustellenzufahrt erfolgt über den Liebensteiner Weg. Die Parkmöglichkeiten vor Ort sind eingeschränkt. Bitte folgen Sie den Hinweisen vor Ort. Festes Schuhwerk wird unbedingt empfohlen.
Bilder vom Baustellentag im Juli 2022
Hartmut Köhler (Projektmanager LMBV) startet mit einer neuen Besuchergruppe.
Röhrigschacht Wettelrode nach Wassereinbruch wieder eröffnet
Sondershausen/Wettelrode. Am 10. August 2022 wird der Röhrigschacht des Besucherbergwerks Wettelrode unter Teilnahme von Pressevertretern für den regulären Museumsbetrieb wieder eröffnet. Der aus dem 19. Jahrhundert stammende Schacht gilt als eines der wenigen verbliebenen Industriedenkmäler des einst in der Region bedeutenden Kupferschieferbergbaus. Havariebedingt kam es am 21. Februar 2022 zur Sperrung der Schachtanlage für den Besucherverkehr. Um sein Absaufen zu unterbinden, wurde das verstärkt zuströmende Wasser mit hohem Aufwand durch zusätzliche Pumpensysteme gehoben. Diese wurden samt Steigleitung neben dem bereits vorhandenen Pumpensystem installiert und führten erfolgreich zum Sinken der Pegelstände.
Laut LMBV-Einsatzleiter Sebastian Tugendheim belaufen sich die Wasserzuläufe gegenwärtig etwa auf dem Stand von vor der Havarie. Die Kontrollen der Wasserhaltung inklusive des Auslaufes am Stollenmundloch des Segen-Gottes-Stollen werden durch die LMBV fortgeführt. Ebenso läuft das Monitoringprogramm zur weiteren Untersetzung der Ursachenforschung weiter. Dem Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt (LAGB) wurde ein Sachstandbericht übergeben, es folgt eine weitere Betrachtung in diesem Kreis.
Mundloch des Segen-Gottes-Stollen vom Schaubergwerk Röhrigschacht in Wettelrode nach Sangerhausen, als Zufluss in die Gonna. Foto am 24. März 2022.
Archivfotos der LMBV aus dem März 2022
Ableitung des Wassers in Segen-Gottes-Stollen.Das überschüssige Wasser wird in den Seegen-Gottes-Stolln gehoben.
Zahlreiche Besucher nutzten den Baustellentag am Steinbachstollen
Sondershausen/Steinbach. Mehr als 120 Besucher waren der Einladung der LMBV an die Anrainer gefolgt und informierten sich am 16. Juli 2022 über das Bauvorhaben Auffahrung neuer Steinbachstollen. Hartmut Köhler (Projektmanager der LMBV) und Ralph Haase (LMBV-Bereichsleiter KSE) sowie Jens Schmidt (Planung und Bauoberleitung, Mitteldeutsche Montan GmbH) führten Anwohner, Pressevertreter und interessierte Bürger über das Gelände.
In kleinen Gruppen ging es zur Baustelle am bisherigen Stollenanschnitt und zum Mundloch des bisherigen, alten Stollens. Die Experten beantworteten zahlreiche Fragen und konnten Bedenken ausräumen: Das 1991 stillgelegte Bergwerk wird nach aktuellem Stand nicht wieder zum Abbau von Schwerspat geöffnet. Für den Lärmschutz wurde im Vorfeld ein Lärmschutz- und Erschütterungsgutachten erstellt, das während der gesamten Bauzeit überwacht wird. Des Weiteren wird die Radonbelastung für die Arbeiter vor Ort überwacht.
Interessierte Besucher betrachten die Planungsunterlagen für den neuen Steinbachstollen.
Häufig gefragt wurde nach der Notwendigkeit eines neuen Stollens. Bei regulären Kontrollen stellte die LMBV fest, dass im bestehenden Stollen Holz und Geröll aus der Grube aufgeschwemmt wurden. Es bestehe die Gefahr, dass der Stollen mit der Zeit verstopfen könnte, erläuterte Ralph Haase, Leiter des Sanierungsbereiches Kali-Spat-Erz. Warum die Grube nach ihrer Stilllegung nicht beräumt wurde, ist heute nicht mehr nachvollziehbar.
Die Auslage von Planungsunterlagen und auch historischen Rissen zum alten Stollen vermittelten den interessierten Besuchern weitere Einzelheiten.
Hintergrund zur Baumaßnahme:
Durch die Auffahrung eines neuen Stollens soll die dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden. Der Steinbachstollen und der neue Steinbachstollen befinden sich in Bad Liebenstein, Ortsteil Steinbach. Der neue Steinbachstollen wird annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren. Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Grubenwässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet. Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 Meter bei einem offenen Querschnitt von 12 Quadratmetern. Im Vergleich dazu beträgt die Länge des aktuell für die Grubenentwässerung genutzten Stollens ca. 1.090 Meter bei einem Querschnitt von sechs Quadratmetern. Die Bauzeit beträgt circa 24 Monate und wird voraussichtlich bis Mai 2024 andauern.
Impressionen vom Baustellentag Fotos: Anika Dollmeyer
Hartmut Köhler (Projektmanager LMBV) startet mit einer neuen Besuchergruppe.
Ralph Haase, Leiter des Sanierungsbereiches Kali-Spat-Erz der LMBV im Gespräch mit dem Thüringer Landtagsabgeordneten Marcus Malsch
Jens Schmidt (Mitteldeutsche Montan GmbH) beantwortete Fragen.
Zahlreiche Besucher machten den Baustellentag der LMBV zum Erfolg.
Jenny Findeisen, (Unternehmenskomm. LMBV) am Infostand für die Besucher.
Einladung zum LMBV-Baustellentag am Steinbachstollen
Sondershausen/Steinbach. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) lädt am 16. Juli 2022, von 10 bis 12 Uhr Anwohner, Pressevertreter und interessierte Bürger ein, sich über das Bauvorhaben Auffahrung neuer Steinbachstollen zu informieren. Gemeinsam mit den bauausführenden Unternehmen Schachtbau Nordhausen und Berg-sicherung Ilfeld erläutert das Unternehmen LMBV das Baugeschehen vor Ort und gibt Einblicke in den geplanten Bauablauf.
Hintergrund zur Baumaßnahme: Durch die Auffahrung eines neuen Stollens soll die dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden. Der Stein-bachstollen und der neue Steinbachstollen befinden sich in Bad Liebenstein, Ortsteil Steinbach.
Der neue Steinbachstollen wird annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren. Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Gruben-wässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet. Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 m bei einem offenen Quer-schnitt von 12 m². Im Vergleich dazu beträgt die Länge des aktuell für die Grubenent-wässerung genutzten Stollens ca. 1.090 m bei einem Querschnitt von 6 m². Die Bauzeit beträgt circa 24 Monate und wird voraussichtlich bis Mai 2024 andauern.
ACHTUNG: Die Baustellenzufahrt erfolgt über den Liebensteiner Weg. Die Parkmög-lichkeiten vor Ort sind eingeschränkt. Bitte folgen Sie den Hinweisen vor Ort. Festes Schuhwerk wird unbedingt empfohlen.
Steinbachstollen Bauvorbereitung
LMBV-Workshop geplant: Reaktivität von Kalkprodukten bei der Gewässerbehandlung
Senftenberg. Die LMBV plant einen Workshop für die Anwender von Kalkprodukten bei der Konditionierung von Bergbaufolgeseen. Dieser wird am 06.07.2022 in der Zeit von 9:00 bis 11:30Uhr als LMBV-Webkonferenz stattfinden.
Für die objektive Vergleichbarkeit der Wirksamkeit von carbonatischen Kalkprodukten für die Wasserbehandlung von Bergbaufolgeseen ist eine Charakterisierung hinsichtlich der Alkalinitätsfreisetzung unter neutralen pH-Wert-Verhältnissen für die LMBV unabdingbar. Diese ist auf der Basis der derzeit in Produktdatenblättern verfügbaren Informationen nicht ableitbar.
Aufgrund dessen wurde im Auftrag der LMBV eine Verfahrensvorschrift zur Ermittlung der Reaktivität von carbonatischen Kalkprodukten bei einem pH-Wert von 6,5 entwickelt. Die Reaktivität ist sowohl für die Beschaffung von Produkten als auch für die Bewertung von Maßnahmen für die LMBV maßgeblich. Der Bergbausanierer plant zukünftige Sanierungsmaßnahmen zur Wasserbehandlung auf Grundlage dieser Methodik auszuschreiben.
Um potenziellen Auftragnehmern und wissenschaftlichen Partnern die Herangehensweise zukünftiger Ausschreibungen sowie die praktische Durchführung der dafür notwendigen Analysenmethode näher zu bringen, führt die Abteilung Grundsätze der Geotechnik/Wasserwirtschaft diesen Workshop durch.
Hinweis: Für die Durchführung des Verfahrens ist ein pH-Stat-Titrator erforderlich.
Folgende Aspekte sollen beim Workshop erläutert werden:
Einführung, Veranlassung und Zielstellung der LMBV
Theoretische Grundlagen und Anforderungen
Vorstellung der praktischen Umsetzung der Verfahrensvorschrift inklusive der Datenbereitstellung
Fragen/Diskussionen
Vorstellung der Durchführung einer Vergleichsuntersuchung
Die Veranstaltung findet als Web-Konferenz statt.
Für die Teilnahme fallen für Sie keine Teilnahmegebühren an.
Bitte teilen Sie uns Ihr Interesse an diesem Workshop per E-Mail an katja.kunze@lmbv.de mit. Die Einwahldaten werden Ihnen vor Beginn der Veranstaltung zur Verfügung gestellt.
LMBV-Bergbaufolgesee: Einleiten von Kalkmilch zur Konditionierung
Fotos: LMBV/Symbolbilder
Einsatz von Kalkprodukten mit Sanierungsschiff
Kalk-Transporter
Silo-Kalk-Transporter
„GRAS DRÜBER …“: Sonderausstellung zu Umweltpolitik und Rekultivierung
Bochum. Zum ersten Mal in der Geschichte des Deutschen Bergbau-Museums Bochum widmet sich eine Sonderausstellung dem Thema Umweltpolitik und Rekultivierung: „Gras drüber … Bergbau und Umwelt im deutsch-deutschen Vergleich“ möchte aus einer historischen Perspektive kommend zu einem reflektierten Umgang mit Umweltfragen in Gegenwart und Zukunft beitragen. Anhand der drei Bergbaureviere Ruhrgebiet, Lausitz und Wismut-Gebiete und der dort gewonnenen Bodenschätze werden Einblicke in die deutsch-deutsche Geschichte geboten.
In der Pressemitteilung zur Ausstellung heißt es:
„Erstmals in der Geschichte des Deutschen Bergbau-Museums Bochum widmet sich eine Sonderausstellung dem Thema Umweltpolitik und Rekultivierung: „Gras drüber … Bergbau und Umwelt im deutsch-deutschen Vergleich“ möchte aus einer historischen Perspektive kommend zu einem reflektierten Umgang mit Umweltfragen in Gegenwart und Zukunft beitragen. Anhand der drei Bergbaureviere Ruhrgebiet, Lausitz und Wismut-Gebiete und der dort gewonnenen Bodenschätze werden Einblicke in die deutsch-deutsche Geschichte geboten. Die Sonderausstellung zeigt dabei auch Objekte, die erstmals in Museen präsentiert werden. Die Ausstellung wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und ist vom 11. Juni 2022 bis zum 15. Januar 2023 im Museumserweiterungsbau DBM+ zu sehen. Der Eintritt zur Sonderausstellung kostet 3 Euro.
Die Sonderausstellung „Gras drüber … Bergbau und Umwelt im deutsch-deutschen Vergleich“ im Deutschen Bergbau-Museum Bochum will im wahrsten Sinne unter die Grasnarbe schauen. Sie beleuchtet drei Bodenschätze und zwei Staaten: den Steinkohlenbergbau in der BRD sowie in der DDR den Lausitzer Braunkohlentagebau und die Gewinnung von Uranerz in den Wismut-Gebieten. Dabei werden die wechselseitigen Verflechtungen auf politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene dargestellt. „Gras drüber …“ ist Teil eines durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundvorhabens zur Stärkung der DDR-Forschung.
Zwei Staaten – drei Reviere – eine Geschichte
Die Ausstellung beginnt „Hier und jetzt“ und empfängt die Besuchenden mit einer Foto- und Klanginstallation aus den drei renaturierten Landschaften sowie einer Gegenüberstellung von zwei Kunstwerken, mit denen das Spannungsverhältnis von Bergbau und Umwelt verdeutlicht wird. Es folgt ein Einblick in die ehemaligen Bergbaureviere anhand von Film- und Fotoaufnahmen. Weiter geht es im Ausstellungsbereich „Glückauf ohne Grenzen“, der neben den Grundlagen zu den drei Bergbausparten auch die Einflüsse auf die Umwelt und den Alltag der drei Reviere im Rückblick vermittelt. Auf Basis dieser Grundlagen geht die Reise dann in „Kein Zurück zur Natur“ in die Reviere nach dem Bergbau. Dieser Bereich führt in wissenschaftliche und politische Rahmenbedingungen ein, die geschaffen werden müssen, damit aus den Revieren Folgelandschaften als Natur aus zweiter Hand werden können.
Die Ausstellung bietet dabei spannende Erkenntnisse in bislang wenig bekannte Forschungsvorhaben der BRD und der DDR und legt offen, dass Umweltschutz in Deutschland keine Erfindung des 21. Jahrhunderts ist. Deutlich wird dies im Teil „Auf zur Umweltunion“, in dem politische Entscheidungsprozesse in beiden Staaten ebenso erläutert werden wie Bewegungen aus der Bevölkerung heraus, die besonders ab den 1980er-Jahren zu einem Umdenken in der Politik geführt haben. Zum Abschluss der Ausstellung steht die Frage „Und nun?“, wobei Umweltpolitik, Proteste und Bergbau in Gegenwart und Zukunft anhand von Objekten mit hohem Gegenwartsbezug vermittelt werden.
„Unsere Arbeit an ‚Gras drüber ...‘ hat gezeigt, dass wir Haltungen und Thesen zu Bergbau und Umwelt im deutsch-deutschen Vergleich korrigieren und teilweise neu bewerten müssen. Mit ‚Gras drüber …‘ wollen wir unsere Forschungsergebnisse in die Öffentlichkeit tragen und sie mit den Besuchenden teilen. Diese Sonderausstellung zeigt damit auch die Aufgabe eines Leibniz-Forschungsmuseums: Wir übersetzen Forschung mit Exponaten in Bilder und unmittelbares Erleben und wollen mit unserem Tun einen Beitrag zu aktuellen gesellschaftlichen Themen bieten“, sagt Dr. Michael Farrenkopf, Deutsches Bergbau-Museum Bochum.
Vielfalt der Objekte
Gezeigt werden insgesamt rund 800 Objekte, die aus dem Montanhistorischen Dokumentationszentrum (montan.dok) sowie von rund 140 leihgebenden Institutionen stammen. Die Bandbreite reicht von Gemälden, Fotografien und Plakaten, Maschinenteilen und Modellen, Film- und Tonaufnahmen bis hin zu Objekten aus dem vergangenen Alltag in den Revieren und solchen mit hohem Gegenwartsbezug. In der Ausstellung werden einige Objekte erstmals überhaupt in einem Museum ausgestellt. Dazu gehören neben einer Replik der ältesten Jagdwaffen der Welt, den Schöninger Speeren, auch Leihgaben aus dem Privatbesitz von Rekultivierungswissenschaftler und GRÜNEN-Gründungsmitglied Wilhelm Knabe…
Ausstellungsgestaltung & Szenografie
„Gras drüber …“ ist im Museumserweiterungsbau DBM+ über zwei Ebenen angelegt und wurde durch die GfG / Gruppe für Gestaltung GmbH, Bremen, gemeinsam mit dem Montanhistorischen Dokumentationszentrum (montan.dok) umgesetzt. Die Szenografie nimmt den Gedanken von „unter die Grasnarbe schauen“ auf und arbeitet mit Kulissenbauelementen sowie natürlichen, größtenteils wiederverwendbaren Materialien. Die einzelnen Bereiche der Ausstellung erhalten ein individuelles Design und bieten vielfältige Einblicke in Themen und Objekte. Die Besuchenden sind immer wieder eingeladen, ihre Perspektive zu verändern, Ansichten zu hinterfragen.
Das Spannungsverhältnis von Bergbau und Umwelt wird auch in das Ausstellungserleben überführt. In der Sonderausstellung werden immer wieder Perspektiven, Haltungen und Ereignisse gegenübergestellt. Ähnlich wie die Komplexität von gesellschaftlichen und politischen Prozessen nimmt auch die Verdichtung von Elementen und Exponaten mal ab und mal zu. Rund 20 Leitobjekte werden aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet und in geschichtliche, zeitgenössische, museale oder objektgeschichtliche Zusammenhänge gesetzt.
„Die Komplexität historischer Ereignisse und der hohe Bezug zu unserer Gegenwart hat uns bei der Arbeit an ‚Gras drüber ...‘ immer wieder überrascht. Wir möchten den Besuchenden mit der Szenografie und den Vermittlungsebenen Impulse bieten. Es gibt bei den Themen Bergbau und Umwelt nie nur eine Perspektive. Wir möchten dazu einladen, im wahrsten Sinne an der Oberfläche zu graben, um eine eigene Meinung zu entwickeln“, sagt Carsten Dempewolf, GfG / Gruppe für Gestaltung.
Vermittlungsaspekte & Begleitprogramm
Die durchgehend zweisprachige Ausstellung wird auf Vermittlungsebene durch Multimediastationen sowie Persona-Dialoge unterstützt. Sie bieten aus unterschiedlichen Positionen Impulse wie Reibungsfläche. Zur Ausstellung wird auch ein Multimediaguide angeboten. Er ist ab Juli unter „Gras drüber ... Bergbau und Umwelt im deutsch-deutschen Vergleich“ in der CultwayApp erhältlich. Die App kann im AppStore oder im Google Play Store kostenlos heruntergeladen werden. Das Angebot kann als Audioguide in der Ausstellung, vor oder nach dem Museumsbesuch genutzt werden. Zudem wird die Sonderausstellung durch ein diverses Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm ergänzt.
Begleitband
Der Katalog zu „Gras drüber ... Bergbau und Umwelt im deutsch-deutschen Vergleich“ erscheint im Verlag De Gruyter | Oldenbourg. Die Publikation ist als Begleitband konzipiert: Sie enthält neben einem Teil über die Inhalte und Konzeption der Sonderausstellung auch einen Teil mit Beiträgen von externen Forschenden zu Umweltpolitik, Bergbaufolgelandschaften, Genderstudies und Naturschutz, Technikgeschichte mit dem Schwerpunkt auf Gesundheitsaspekten, Kulturwissenschaften und Vermittlungstheorie. Er ist im Museumsshop sowie im Buchhandel für 34,95 Euro erhältlich, er wird zudem als Open Access Publikation veröffentlicht.“ Quelle: PM des Deutschen Bergbau-Museum v. 08.06.2022
01_Gras drüber_Willi Sitte und Eberhard Göschel (c) H. Kandalowski
00_Gras drüber_(c) H. Kandalowski
13_Gras drüber_Proteste in der Lausitz für den Erhalt der Reviere (c) H. Kandalowski
Brikett aus der Brikettfabrik Brieske I/II – 03_Gras drüber_Leitobjekt Schmuckbrikett (c) Kandalowski
04_Gras drüber_Modell F 60 (c) H. K.
05_Gras drüber_Gewinnung (c) Kandalowski – Lausitz rechts
06_Gras drüber_Bergbau und Alltag (c) Heike Kandalowski
07_Gras drüber_Bergbau und Gesundheit (c) Heike Kandalowski
12_Gras drüber_Rekultivierungsforscher Wilhelm Knabe (c) Heike Kandalowsk
16_Gras drüber_Die Entstehung von Umweltbewusstsein (c) Heike Kandalowski
15_Gras drüber_Umweltbewegung in der DDR (c) Heike Kandalowski
Projektleitungen des Ausstellungsprojekts: Dr. Michael Farrenkopf, Deutsches Bergbau-Museum Bochum, und Carsten Dempewolf, GfG / Gruppe für Gestaltung
Umweltgerechte Entsorgung und Beitrag zum Gewässerschutz in Bischofferode
Sondershausen/Kassel. Durch Niederschlag entstehen an der verbliebenen Rückstandshalde des ehemaligen Bergwerks Bischofferode kontinuierlich salzhaltige Wässer, welche die Umwelt belasten. Um die Menge dieser Haldenwässer zu reduzieren, plant der verantwortliche Sanierungsträger LMBV eine partielle Abdeckung der Halde. Bis zur Umsetzung und Fertigstellung dieser Maßnahme, werden die Gru-benhohlräume des ehemaligen Bergwerkes Bischofferode im LMBV-Sanierungsbereich Kali-Spart-Erz schrittweise und kontrolliert mit den noch anfallenden Haldenwässern geflutet.
Um dies schadlos für das Bergwerk und die Tagesoberfläche zu gestalten, werden die Wässer mit hoch salzhaltigen Prozesswässern des Unternehmens K+S gemischt und über eine Bohrung nach unter Tage verbracht. Damit erfolgt die umweltgerechte Entsorgung der langfristig anfallenden Haldenwässer in Bischofferode. Bislang müssen diese über das zentrale Laugenstapelbecken Wipperdorf kontrolliert an den Vorfluter Wipper abgegeben werden. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung werden die Flutungsmaßnahmen der LMBV voraussichtlich Ende 2022 beginnen und bis Ende 2033 andauern.
Das partielle Abdecken der Halde wird voraussichtlich von 2024 bis 2032 dauern. Am 16. Mai 2022 beginnen die vorbereitenden Arbeiten zur Errichtung einer Entladestation für Tanklastwagen, welche zukünftig K+S-Prozesswässer anliefern werden. Die behördlichen Genehmigungen für den Anlagenbau liegen vor. Die Errichtung der Anlage erfolgt durch K+S.
Die Anlage mit drei Lkw-Entladestellen, die den Richtlinien für wassergefährdende Stoffe entspricht, besteht aus einem Pumpenhaus und drei 50-Kubikmeter-Tanks sowie einem Container mit Sanitäranlage und Aufenthaltsraum für das Personal. Von der Entladestelle führt eine etwa 600 Meter lange Pipeline zur Einleitbohrung in das Berg-werk. Sie wird ebenfalls in den kommenden Monaten gebaut.
Auffahrung eines neuen Stollens sichert dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach
Sondershausen | Steinbach. Die LMBV plant die dauerhafte Entwässerung der Grube Steinbach durch die Auffahrung eines neuen Stollens zu gewährleisten. Bereits am 2. Mai 2022 werden die ersten Vorarbeiten vor Ort stattfinden.
Der Steinbachstollen und der neue Steinbachstollen befinden sich in Bad Liebenstein, Ortsteil Steinbach. Der neue Steinbachstollen wird annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren. Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Grubenwässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet. Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 m bei einem offenen Querschnitt von 12 m². Im Vergleich dazu beträgt die Länge des aktuell für die Grubenentwässerung genutzten Stollens ca. 1.090 m bei einem Querschnitt von 6 m².
Die Bauzeit beträgt circa 24 Monate und wird voraussichtlich bis Mai 2024 andauern.
Die LMBV hat den Auftrag zur Auffahrung an die Arbeitsgemeinschaft Steinbachstollen, bestehend aus den Firmen Schachtbau Nordhausen und Bergsicherung Ilfeld, vergeben. Die zur Auffahrung des Stollens notwendigen bergbehördlichen Genehmigungen liegen vor.
Neuer Steinbachstollen Anstichstelle
Röhrigschacht: Ursachenforschung geht weiter
Sondershausen | Wettelrode. Am 24. März 2022 informierte Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung über die aktuelle Situation im Besucherbergwerk Wettelrode und den Sachstand zur Ursachenforschung des massiven Wassereinbruchs. Neben Landrat André Schröder und Sangerhausens Oberbürgermeister Sven Strauß nahmen Vertreter der zuständigen Behörde, des Museumsbetriebes Röhrigschacht sowie der Landesanstalt für Altlastenfreistellung Sachsen-Anhalt an der Arbeitsberatung teil.
Im aktuellen Fokus der Untersuchungen liegen unter anderem die in den 90er Jahren gefluteten Grubenhohlräume des Sangerhäuser Kupferschieferbergbaus. Möglich ist, dass hier über durchlässige Gesteinsschichten das Wasser in das Besucherbergwerk einströmt.
Nach ersten Analysen konnten die Starkniederschläge im Februar 2022 als Verursacher der Zuflüsse ausgeschlossen werden. Auch eine zweite Möglichkeit, dass der in unmit-telbarer Nähe zum Bergwerksstandort befindliche Kunstteich Wettelrode Ursache der starken Zuflüsse sein könnte, hatte sich vorerst nicht bestätigt. Das Untersuchen der potentiellen Ursachen erfolgt auch mit externen Sachverständigen im Auftrag der Lan-desanstalt für Altlastenfreistellung Sachsen-Anhalt.
Parallel dazu optimiert der Sanierungsträger LMBV weiter das gegenwärtige Abpumpen der anfallenden Wässer, so dass die Energieversorgung unter Tage und damit der Be-trieb der Pumpen gesichert ist. Der Zustrom von Wässern aus dem umgebenden Ge-birge hat etwas nachgelassen und beträgt derzeit circa 180 - 190 m³/h. Die Öffnung des Museumsbetriebes Röhrigschacht Wettelrode ist auf Grund der aktuell weiter anhaltenden Zuflüsse zum Bergwerk und der durch den Wassereinbruch verursachten Beeinträchtigungen noch nicht absehbar.
Pegelmessung im Areal des temporären DammsBernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, im Gespräch mit Astrid Gessert (LMBV)Das überschüssige Wasser wird in den Seegen-Gottes-Stolln gehoben.Das überschüssige Wasser wird über ein Pumpensystem in den Seegen-Gottes-Stolln gehoben.
Röhrigschacht: Weiter hoher Wasserzustrom im Schacht – Ursachensuche begonnen
Sondershausen | Wettelrode. Die LMBV optimiert weiter das gegenwärtige Abpumpen der in ihrem Bergwerk Wettelrode anfallenden Wässer. Das betrifft insbesondere die Energieversorgung sowie die Ausfallsicherheit der Pumpen unter Tage. Der Zustrom von Wässern aus dem umgebenden Gebirge hat bisher nicht nachgelassen und beträgt weiterhin um die 200 m³/h. Bis zum Wassereinbruch wurden durchschnittlich nur 70 bis 80 m³/h gefördert.
Nach ersten Untersuchungen können die Starkniederschläge im Februar 2022 als Verursacher der Zuflüsse ausgeschlossen werden.
Auch eine zweite Möglichkeit, dass der in unmittelbarer Nähe zum Bergwerksstandort befindliche Kunstteich Wettelrode Ursache der starken Zuflüsse sein könnte, hat sich vorerst nicht bestätigt. Aus diesem waren nach Angaben des Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt Mitte Februar etwa 10.000 m³ Wasser abgelassen worden. Vergleicht man diese Menge mit dem bisher aus dem Bergwerk abgepumpten Wasservolumen, so sind diese in etwa gleich groß. Demzufolge müsste der Zustrom daher merklich nachlassen. Das ist aber bisher nicht der Fall.
Weitere mögliche Ursachen werden derzeit auch mit Hilfe von externen Experten analysiert. Dabei rücken die in den 90er Jahren gefluteten Grubenhohlräume des Sangerhäuser Kupferschieferbergbaus in den Fokus der Untersuchungen. Parallel dazu erfolgen Untersuchungen zu möglichen Gegenmaßnahmen zum Eindämmen der Zuflüsse im Bergwerk Wettelrode.
Die Öffnung des Museumsbetriebes Röhrigschacht Wettelrode ist auf Grund der aktuell weiter anhaltenden hohen Zuflüsse zum Bergwerk noch nicht absehbar.
Sebastian Tugendheim, LMBV-Einsatzleiter vor Ort , im Gespräch mit Ralph Haase, Bereichsleiter Kali-Spat-Erz (LMBV), v.l.n.r.
Pump-Maßnahmen im Besucherbergwerk Wettelrode greifen
Sondershausen/Wettelrode. Nachdem wegen des stark erhöhten Wasserzutrittes im Röhrigschacht das Besucherbergwerk in Wettelrode gesperrt werden musste, kann die LMBV-Einsatzleitung ein erstes positives Signal vermelden. Das System der Notwasserhaltung greift und die Pegelstände im Grubengebäude beginnen zu sinken. Seit Freitagnacht sind neben den regulären drei Pumpen zwei weitere in Betrieb genommen worden, die insgesamt circa 250 m3 Wasser pro Stunde von der 1. Sohle des Röhrigschachtes in den 120 Meter höher gelegenen Segen-Gottes-Stollen heben. Dafür wurde eine weitere Steigleitung installiert.
Damit ist ein sukzessives Entfernen von Sandsäcken am Grundablass des Damms im Querschlag 1. Sohle sowie an der Dammkrone möglich geworden. „Dennoch müssen die Gegebenheiten vor Ort weiter beobachtet und kontrolliert werden, um bei Veränderungen jederzeit gezielt handeln zu können“, so Sebastian Tugendheim, LMBV-Einsatzleiter vor Ort.
Die Absicherung eines 24-Stunden-Betriebes vor Ort erfolgt aktuell durch Bergsicherung Wimmelburg, weitere Mitarbeiter der LMBV, des Unternehmens Schachtbau Nordhausen, Mitarbeiter des Besucherbergwerks sowie der Bergwacht Harz.
Gemeinsam mit Vertretern zuständiger Behörden, der Stadt Sangerhausen und des Museumsbetriebes Röhrigschacht informierte am 3. März 2022 Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, über die aktuelle Situation im Besucherbergwerk Wettelrode. Wegen des stark erhöhten Wasserzutrittes im Röhrigschacht muss derzeit das Besucherbergwerk in Wettelrode geschlossen bleiben.
Bereits in der Vergangenheit hatte der Bergbau in der Region mit starken Wasserzuflüssen zu kämpfen. Diese führten letztlich zum Einstellen des Bergbaus im Sangerhäuser Revier.
Pump-Maßnahmen im Besucherbergwerk Wettelrode greifen: Pegelstände beginnen zu sinken
Sondershausen/Wettelrode. Nachdem wegen des stark erhöhten Wasserzutrittes im Röhrigschacht das Besucherbergwerk in Wettelrode gesperrt werden musste, kann die LMBV-Einsatzleitung ein erstes positives Signal vermelden. Das System der Notwasserhaltung greift und die Pegelstände im Grubengebäude beginnen zu sinken. Seit Freitagnacht sind neben den regulären drei Pumpen zwei weitere in Betrieb genommen worden, die insgesamt circa 250 m3 Wasser pro Stunde von der 1. Sohle des Röhrigschachtes in den 120 Meter höher gelegenen Segen-Gottes-Stollen heben. Dafür wurde eine weitere Steigleitung installiert.
Damit ist ein sukzessives Entfernen von Sandsäcken am Grundablass des Damms im Querschlag 1. Sohle sowie an der Dammkrone möglich geworden. „Dennoch müssen die Gegebenheiten vor Ort weiter beobachtet und kontrolliert werden, um bei Veränderungen jederzeit gezielt handeln zu können“, so Sebastian Tugendheim, LMBV-Einsatzleiter vor Ort.
Die Absicherung eines 24-Stunden-Betriebes vor Ort erfolgt aktuell durch Bergsicherung Wimmelburg, weitere Mitarbeiter der LMBV, des Unternehmens Schachtbau Nordhausen, Mitarbeiter des Besucherbergwerks sowie der Bergwacht Harz.
Gemeinsam mit Vertretern zuständiger Behörden, der Stadt Sangerhausen und des Museumsbetriebes Röhrigschacht informierte am 3. März 2022 Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, über die aktuelle Situation im Besucherbergwerk Wettelrode. Wegen des stark erhöhten Wasserzutrittes im Röhrigschacht muss derzeit das Besucherbergwerk in Wettelrode geschlossen bleiben.
Bereits in der Vergangenheit hatte der Bergbau in der Region mit starken Wasserzuflüssen zu kämpfen. Diese führten letztlich zum Einstellen des Bergbaus im Sangerhäuser Revier.
Fotos: R. Haase/J. Findeisen
Das Wasser steht kniehoch in den Gängen
Sperrung des Besucherbergwerkes Wettelrode
Sondershausen/Wettelrode. Gemeinsam mit Vertretern zuständiger Behörden, der Stadt Sangerhausen und des Museumsbetriebes Röhrigschacht informierte am 3. März 2022 Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, über die aktuelle Situation im Besucherbergwerk Wettelrode. Wegen des stark erhöhten Wasserzutrittes im Röhrigschacht muss derzeit das Besucherbergwerk in Wettelrode geschlossen bleiben. Zusätzlich eingebrachte Pumpen und Steigleitungen sollen den Wasserpegel im Grubengebäude stabilisieren.
„Oberstes Ziel ist, dass wir die gegenwärtige Situation beherrschen. Die nächsten Tage werden zeigen, ob die Maßnahmen der Notwasserhaltung greifen“, so LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny. In den nächsten Tagen wird von der LMBV genau beobachtet, ob diese Maßnahmen der Notwasserhaltung greifen und sich die Situation entspannt. Über das weitere Vorgehen wird die LMBV informieren. Bereits in der Vergangenheit hatte der Bergbau in der Region mit starken Wasserzuflüssen zu kämpfen. Diese führten letztlich zum Einstellen des Bergbaus im Sangerhäuser Revier.
Seit dem 21. Februar 2022 strömt verstärkt Wasser in das Bergwerk ein. Mit circa 150 Kubikmeter Wasser pro Stunde wird derzeit die doppelte Wassermenge gegenüber dem Normalbetrieb über ein fest installiertes Pumpensystem von der 1. Sohle des Röhrigschachtes in den 120 Meter höher gelegenen Segen-Gottes-Stollen gehoben. Von dort aus erfolgt die Ableitung in den Helme-Zufluss Gonna. Weitere Pumpensysteme samt Steigleitung werden derzeit installiert, so dass die Pumpleistung auf eine Gesamtleistung von mindestens 220 Kubikmeter pro Stunde erhöht werden kann.
Das Unternehmen Schachtbau Nordhausen und die Bergsicherung Wimmelburg (LMBV) sind vor Ort im Einsatz und werden von den technischen Mitarbeitern des Museumsbetriebes unterstützt. Einsatzleiter vor Ort ist Sebastian Tugendheim (LMBV).
Bernd Sablotny (Sprecher der LMBV-Geschäftsführung) im Bereich des errichteten Damms im Querschlag zur 1. Sohle Röhrigschacht.
Über ein Pumpensystem werden derzeit circa 150 Kubikmeter pro Stunde von der 1. Sohle des Röhrigschachtes in den 120 Meter höher gelegenen Segen-Gottes-Stollen gehoben. (Bildquelle: R.Haase/J. Findeisen)
Das Wasser strömt seit dem 21. Februar in die Schächte.
Sebastian Tugendheim, LMBV-Einsatzleiter vor Ort , im Gespräch mit Ralph Haase, Bereichsleiter Kali-Spat-Erz (LMBV), v.l.n.r.
D. Bodenstab, Schachtbau Nordhausen, erläutert LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny die Funktionsweise der neu eingesetzten Pumpe zur Notwasserhaltung
Presseeinladung: Zuströmendes Wasser im Röhrigschacht der LMBV
Bergbausanierer informiert über Sperrung des Besucherbergwerkes Wettelrode
Sondershausen/Wettelrode. Wegen des stark erhöhten Wasserzutrittes im Röhrigschacht der LMBV muss derzeit das Besucherbergwerk in Wettelrode geschlossen bleiben.
Über das weitere Vorgehen möchten wir Sie gern informieren:
am Donnerstag, den 3. März um 15 Uhr
im ErlebnisZentrum Bergbau Röhrigschacht
Lehde 17 in 06526 Sangerhausen.
Vor Ort stehen Ihnen Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung und Ralph Haase, Bereichsleiter Kali-Spat-Erz zur Verfügung.
Hintergrund: Mit circa 150 m³ Wasser pro Stunde wird derzeit die doppelte Wassermenge gegenüber dem Normalbetrieb über ein fest installiertes Pumpensystem vom betroffenen Röhrigschacht in den Segen-Gottes-Stolln befördert. Von dort aus erfolgt die Ableitung in den Helme-Zufluss Gonna. Weitere Pumpensysteme sollen installiert werden, da der Wasserpegel trotz der gegenwärtigen Wasserhaltungsmaßnahmen unverändert steigt.
Tagesbruch in Brunndöbra wird gesichert
Sondershausen/Brunndöbra. Aktuell wird ein Tagesbruch im Bereich der ehemaligen Schwerspatgrube Brunndöbra saniert. Der entstandene Hohlraum wird mit Beton verfüllt. Trotz ungünstiger Wetterlagen und problematischer Bodenverhältnisse kommt das Sanierungsgeschehen gut voran. Voraussichtlich wird die Sicherung Ende 2022 abgeschlossen sein.
Das Unternehmen Schachtbau Nordhausen führt die Sanierungsmaßnahmen im Auftrag der LMBV aus. Der Tagesbruch, bei dem niemand zu Schaden kam, wurde im August 2019 entdeckt. Bevor die Sanierungsarbeiten beginnen konnten, war ein umfangreiches Vorprogramm, u. a. Bohrmaßnahmen, notwendig gewesen.
Blick auf die Baustelle mit Vorteufe, über welche der Tagesbruch mit Beton verfüllt wird
Blick auf die Vorteufe, über die der Tagesbruch mit Beton verfüllt wird und abgesperrter Tagesbruch
Weitere Sicherungsarbeiten am Fördergerüst Nienstedt erfolgt
Abbau des Portalkrans erfolgt zur Gefahrenabwehr
Sondershausen/Nienstedt. Im Rahmen von Sicherungsarbeiten erfolgte am 20. Oktober die planmäßige Demontage des Portalkrans am Fördergerüst Nienstedt. Damit wird das mehr als 60-jährige Doppelbock-Fördergerüst entlastet, das unter Denkmalschutz steht. Für diese Realisierung kam ein 300 Tonnen Schwerlastkran zum Einsatz.
In knapp 60 Metern Höhe wurde der Portalkran von einer externen Spezialfirma abgebaut und nach unten geholt.
Das Gerüst wird turnusmäßig von der LMBV sowie von Sachverständigen der Nordhäuser Bauprüfinstitut GmbH begutachtet, um Gefahren für die öffentliche Sicherheit rechtzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten. So geschehen zuletzt im Juni 2020. Hier fand eine umfangreiche Begutachtung mittels Hubsteiger statt, bei welcher alle Seilscheibenbühnen und Hilfsbühnen sowie Stützen kontrolliert wurden. Im Anschluss wurden durch die Mitarbeiter des Zentralen Grubenwassermanagements der LMBV die potenziellen Gefahrenquellen beseitigt,indem beispielsweise Ketten als Abfangsicherung an vereinzelten Komponenten angebracht wurden.
Errichtet 1963, ist das Fördergerüst des Bernard Koenen Schachts II eines der letzten noch erhaltenen Doppelbock-Fördergerüste und neben der Spitzkegelhalde ein unverwechselbares Zeugnis des regionalen Kupferschieferbergbaus in Mitteldeutschland. Bereits in den 1990er Jahren wurde die 60 Meter hohe Landmarke unter Denkmalschutz gestellt. Die Teufe des Schachtes fand zwischen 1956 und 1961 statt. Mit einem Schachtdurchmesser von 6 Metern und einer Endteufe von 871 Metern besaß der Schacht zwei Sohlenabgänge. Im Grubenfeld der Bernard Koenen Schächte wurden bis zur Produktionseinstellung 1990 ca. 13,9 Mio. Tonnen Erz gefördert.
In knapp 60 Metern Höhe wurde der Portalkran von einer externen Spezialfirma abgebaut und nach unten geholt.
Beitrag und Video in der MZ
Die Mitteldeutsche Zeitung berichtete am 21.10.2021 über den Abbau des Portalkrans und publizierte ein Video dazu. Dieses ist über Youtube abrufbar. Der Bericht befindet sich hinter der Bezahlschranke.
Morgendlicher Arbeitsbeginn in Nienstedt (Foto: S. Tugendheim)
Impressionen vom Abbau des Portalkrans (Fotos von Jakob Richter)
Erfolgreiche Inbetriebnahme der neuen Laugenleitung von Menteroda nach Wipperdorf
Bergbausanierer schafft modernes System um Reststoffe aus ehemaligem Kalibergwerk Volkenroda sicher und für umweltverträglich abzuleiten
Sondershausen/Menteroda. Am 7. September 2021 konnte an der
Steuerungswarte am Stapelbecken Menteroda eine neu errichtete
Laugenleitung der LMBV symbolisch in Betrieb gesetzt werden.
Umweltstaatssekretär Olaf Möller vom Freistaat Thüringen (TMUEN) war
Ehrengast bei dieser symbolischen Inbetriebnahme. Anwesend waren
weiterhin Siegfried Röver als Vertreter des Bundesministeriums der
Finanzen (BMF), Mario Suckert, Präsident des Thüringer Landesamtes für
Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN), und Jörg Bodenstein,
stellvertretender Leiter des Referats Bergbau, Strahlenschutz,
Altlastenmanagement im Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und
Naturschutz (TMUEN).
Der LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny bezeichnete das vollendete
Bauprojekt in seiner Rede als „hochwertigen Umweltschutz“. Die
Laugenleitung sei eine wichtige Voraussetzung dafür, die
Hinterlassenschaften aus dem Betrieb des ehemaligen Kalibergwerks
Volkenroda geordnet, sicher und umweltverträglich ableiten zu können, so
der Geschäftsführer weiter. Staatssekretär Olaf Möller lobte in seinem
Grußwort, dass die LMBV „in weiser Voraussicht vor fast 10 Jahren mit
der Planung des Projekts begonnen“ hatte. Für ihn war es nach 30 Jahren,
als er die Grube Volkenroda ein erstes Mal besucht hatte, ein
„bewegender Moment“ wieder am Standort zu sein. Abschließend wünschte er
„Wasser marsch für die Leitung!“.
Der Bau der Laugenleitung war nötig geworden, als sich das Ende der
bisherigen Flutung durch untertägiges Einleiten von anfallenden
Haldenwässern abzeichnete. Rund 45 Millionen Tonnen Rückstände aus dem
ehemaligen Kalibergwerk Volkenroda lagern auf der im Ort Menteroda
gelegenen Halde. Diese Rückstände werden kontinuierlich durch
Niederschläge ausgelaugt. In der Folge treten salzhaltige Sickerwässer
aus der Halde aus, die nicht in die Umgebung oder die umgebenden
Gewässer eingeleitet werden dürfen. Nach mehr als 25 Jahren
Haldenbewirtschaftung, -überdeckung und -begrünung ist es in Menteroda
gelungen, die jährlich anfallenden Wässer auf ca. 100.000 Kubikmeter pro
Jahr zu reduzieren.
Bisher wurden die Haldensickerwässer in die Grube Volkenroda
eingeleitet. Eine Verbindung zum Grubenfeld ist nur noch über zwei
Tiefbohrungen mit einer Teufe von bis zu 1.055 Meter möglich, da die zum
Kalibergwerk gehörigen Schächte mittlerweile fachgerecht verwahrt
wurden. Bei einem definierten, gutachterlich festgelegten Niveau wird
die Einleitung von Haldensickerwässern und somit die Flutung des
ehemaligen Bergwerks eingestellt. Dieses Ende der Flutungsphase wird im
Laufe des Jahres 2022 erwartet. Die Grundlage dieser Abschätzung sind
unter anderem permanente Lösungsspiegelüberwachung über Drucksonden,
regelmäßige Lotungen, langjährige Messungen des Senkungsgeschehens und
die Registrierung und Wertung der seismischen Aktivität im Bereich des
Grubenfeldes.
Mit Beendigung der Flutung erfolgt nun die umweltgerechte Entsorgung
der langfristig weiterhin anfallenden Haldensickerwässer über das
zentrale Laugenstapelbecken Wipperdorf. Das dortige Becken hat ein
Volumen von rund 620.000 Kubikmetern und fasst auch die Sickerwässer
anderer Halden aus dem Kalirevier Südharz. Bescheidkonform werden die
Haldenabwässer dort unter Einhaltung der Überwachungswerte anschließend
in den Vorfluter Wipper abgeleitet.
Ende November 2018 hatte die LMBV die bergrechtliche Zulassung für
den Bau der 13,5 Kilometer langen Haldenabwasserleitung von Menteroda zu
jenem zentralen Laugenstapelbecken Wipperdorf erhalten. Damit fand eine
im Jahr 2014 begonnene Planungs- und Genehmigungsphase ihren Abschluss.
Seit 2019 liefen nun die Baumaßnahmen und wurden im Sommer 2021 und
damit rechtzeitig vor dem Ende der Flutung abgeschlossen.
Die Leitung wurde unter Beachtung denkmalpflegerischer, ökologischer
und bodenkundlicher Belange sowie vielen Beauflagungen Dritter verlegt.
Dabei erfolgte der Bau auf rund 12 Kilometern in offener Bauweise sowie
mittels neun Bohrungen beispielsweise unter der DB-Strecke Halle–Kassel
oder einem etwa 100 Meter hohen Geländesprung, der so genannten
Dün-Kante.
Die Leitung ist nach dem neuesten Stand der Technik errichtet und
mittels eines sehr hochwertigen Kunststoff-Medienrohres auf der
Gesamtlänge permanent leckageüberwacht. Selbst kleinste Beschädigungen
der dünnen Aluminium-Ummantelung werden somit unmittelbar vom System
erfasst, lokalisiert und die notwendigen Havariemaßnahmen zur
Verhinderung des Austritts von Lauge automatisch eingeleitet. Damit
wurde ein modernes System errichtet, um die zwangsläufig anfallenden
Reststoffe der ehemaligen Kaliindustrie sicher und umweltverträglich
handhaben zu können.
Visualisierung der neuen 13,5 Kilometer langen Laugenleitung von Menteroda nach Wipperdorf als rote Linie (Quelle: LMBV)
Impressionen von der Veranstaltung (Fotos: LMBV/Christian Bedeschinski)
Menteroda StapelbeckenBegrüßung an der SteuerungswarteWasser marsch für die Leitung an der StartknopfanlageBesichtigung der PumpanlageDie Inbetriebnahme der neuen Laugenrohrleitung am Standort Menteroda der LMBV-KSE. Foto: 2. September 2021.Jörg Bodenstein, Olaf Möller, Bernd Sablotny und Mario Suckert im GesprächAndré Schallau stellt das Projekt im Bergmannsverein Menteroda im Einzelnen vorMenteroda Rückstandshalde Laugenbecken
Bohrerkundungsprogramm im Abstrom der Grundwasserreinigungsanlage Schedewitz
Nachsorgebetrieb Zwickau steht weiter in Beobachtung der LMBV
Sondershausen/Zwickau. Derzeit ist im Auftrag der LMBV ein Bohrerkundungsprogramm im Abstrom der Grundwasserreinigungsanlage Schedewitz im Gange. Die Bohranlage steht „auf dem Präsentierteller“ an einer der meistbefahrenen Kreuzung von Zwickau. Die Neugier ist allseits groß. Die mindestens neun (von bis zu dreizehn) Bohrungen mit Ausbau zu Grundwassermessstellen und weitere Erkundungsarbeiten werden noch mehrere Wochen andauern, so Dipl.-Geol. (FH) Helmar Sittner, LMBV-Projektmanager des Nachsorgebetriebes Zwickau.
Das Bergbau-Poldergebiet stände heute ohne künstliche Entwässerung - im Rahmen der bergbauichen Nachsorge - unter Wasser. Ein Schwerpunkt der Tätigkeit des Nachsorgebetriebes Zwickau ist daher der Betrieb der Grundwasserreinigungsanlage am ehemaligen Kokereistandort Schedewitz. Im vergangenen Jahr 2020 konnte ein sehr gutes Jahresergebnis mit dem Austrag der höchsten Schadstoffmenge - seit 2012 - erzielt werden. Für die Kokereistandorte Brückenberg und Schedewitz werden außerdem das Monitoring fortgesetzt und zusammen mit dem Rahmengutachter weitere technische Erkundungsprogramme erarbeitet.
Ausführendes Bohrunternehmen ist die Firma BLZ Geotechnik Brunnenbau GmbH Torgau. Die umzusetzenden Bohrtiefen liegen zwischen sieben und neun Metern. Auf Grund der Besonderheiten – das Untersuchungsgebiet liegt in einem Bergbausenkungsgebiet, das sich durch den historischen Steinkohlenbergbau um etwa sechs bis acht Meter abgesenkt hat und gestörte Grundwasserverhältnisse hinterließ – ist der Messstellenausbau zudem sehr diffizil auch durch die geringe Grundwasserleitermächtigkeit, d.h. eine dezimetergenaue Ausbaukonfiguration zum Messen ist notwendig.
Die Schwierigkeiten der Maßnahmen bestehen darin, dass alle Bohrpunkte in historisch bebautem Gelände liegen und viele Bohrhindernisse und unzählige Leitungen zu beachten sind. Daher sind durchweg Hand-Vorschachtungen bei sehr begrenzten Platzverhältnissen erforderlich und teilweise Verkehrsraumeinschränkungen notwendig.
Bohrerkundung in Zwickau - F.: H. Sittner
Bohrerkundungsprogramm im Abstrom der Grundwassereinigungsanlage Schedewitz
Mitten im bebauten Gebiet: Bohrungen für Messstellen
98. Aufsichtsratssitzung der LMBV fand am 11. August 2021 im Sangerhäuser Revier statt
Untertage-Erkundung des Schlüsselstollens und der Wimmelburger Schlotten
Senftenberg/Eisleben. Die nunmehr schon 98. Sitzung des Aufsichtsrats der LMBV fand am 11. August 2021 in Eisleben statt. Die LMBV-Aufsichtsräte hatten sich am Vortag bereits zu einer Revierbefahrung im Sangerhäuser Revier versammelt.
Im Mittelpunkt dieser Informationstour am 10. August 2021 stand das Einfahren zum Schlüsselstollen über den Freieslebenschacht des Sanierungsbereiches Kali-Spat-Erz der LMBV. Zuvor gab der Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny, gemeinsam mit Mitarbeitern des Sanierungsbereiches Kali-Spat-Erz einen breiten Überblick über die noch anstehenden Aufgaben der LMBV in dieser Region.
Über den LMBV-Schacht in Wimmelburg wurden anschließend auch die Wimmelburger Schlotten erkundet. Die teilweise nur hüfthohen Stollengänge auf dem Weg dorthin verlangten den Räten körperlich alles ab, gaben zudem auch einen guten Einblick in die Untertagearbeit und das umfangeiche Aufgabenportfolio der LMBV-Mitarbeiter an diesen Standorten. Alternativ konnte noch Lademannschacht-Halde Eisleben besichtigt werden.
Im Kreise der Aufsichtsräte konnte neu der BMF-Referatsleiter Dr. Andreas Kerst begrüßt werden, nachdem zuvor der Vertreter der Anteilseigner Ministerialrat Joachim Löbach wegen der Übernahme neuer Aufgaben ausgeschieden war.
Aufsichtsräte, Geschäftsführer und Mitarbeiter der LMBV gemeinsam im Foto
Offizielle Inbetriebnahme neuer Haldenabwasserleitung im September geplant
Investitionsvorhaben des Sanierungsbereiches Kali-Spatz-Erz erfolgreich umgesetzt
Sondershausen/Menteroda/ Wipperdorf. Die LMBV hat mit der bevorstehenden Fertigstellung der neu errichteten Haldenabwasserleitung von Menteroda nach Wipperdorf ein wichtiges Projekt zur geordneten Ableitung der von der Halde des ehemaligen Kalibergwerkes Volkenroda anfallenden salzhaltigen Wässer abgeschlossen.
An diesem langfristig vorbereiteten Investitionsvorhaben des Sanierungsbereiches Kali-Spatz-Erz des Bergbausanierers haben viele Beteiligte erfolgreich mitgewirkt. Gemeinsam mit Gästen, darunter Vertretern des Freistaates Thüringen, und Mitwirkenden möchte die LMBV am 7. September 2021 ab 10:30 Uhr an die Steuerungswarte am Stapelbecken Menteroda die Laugenleitung symbolisch in Betrieb setzen.
2014 begannen bereits ersten die Planungen für das Projekt. Ende November 2018 hatte die LMBV die bergrechtliche Zulassung für den Bau der insgesamt 13,5 Kilometer langen Haldenabwasserleitung von Menteroda zum zentralen Laugenstapelbecken Wipperdorf erhalten. Der Baustart folgte dann im Jahr 2019. Der Leitungsbau erfolgte auf etwa zwölf Kilometern in offener Bauweise sowie mittels Vortrieb über neun Bohrungen.
Die Leitung ist nach dem neusten Stand der Technik errichtet und mittels eines sehr hochwertigen Kunststoff-Medienrohres auf die Gesamtlänge permanent leckageüberwacht. Damit wurde ein modernes System errichtet, um die zwangsläufig anfallenden Reststoffe der ehemaligen Kaliindustrie sicher und umweltverträglich handhaben zu können.
Hintergrund: Rund 45 Millionen Tonnen Rückstände aus dem ehemaligen Kalibergwerk Volkenroda lagern auf einer im Ort Menteroda gelegenen Halde der LMBV. Diese Rückstände werden kontinuierlich durch Niederschläge ausgelaugt. In der Folge treten salzhaltige Sickerwässer aus der Halde aus, die nicht in die Umgebung oder die umgebenden Gewässer eingeleitet werden dürfen.
Nach mehr als 25 Jahren Haldenbewirtschaftung, -überdeckung und -begrünung ist es in Menteroda gelungen, die jährlich anfallenden Wässer auf ca. 100.000 Kubikmeter pro Jahr zu reduzieren. Nach dem Beenden des bisherig möglichen Einleitens in die Grube Pöthen erfolgt künftig die umweltgerechte Entsorgung der langfristig weiterhin anfallenden Haldensickerwässer über das zentrale Laugenstapelbecken Wipperdorf der LMBV
Blick über das Stapelbecken auf die LMBV-Halde Menteroda
Impressionen vom Leitungsbau
Geophysikalische Untersuchungen am Petersenschacht von Grubenwehr unterstützt
Blick vom Versatzniveau nach Übertage mit abgemauertem Wetterkanal
Sondershausen. Während Reparaturarbeiten am Fördergerüst des Petersenschachtes sowie des daran angrenzenden Gebäudekomplexes wurde zwischen den beiden Druckstützen ein Loch von 0,15 m² und ca. ein Meter Tiefe festgestellt.
Um eine Gefährdung der Verfüllsäule in der benachbarten Schachtröhre zum einen und einer Beeinträchtigung der Tagesanlagen sowie der öffentlichen Sicherheit zum anderen auszuschließen erfolgte ein erstes Sichten von historischen Unterlagen.
Daran schlossen sich geophysikalische Untersuchungen des Bereiches und eine direkte Kontrolle des oberen Abschnitts der Schachtröhre durch den Auf- und Abseiltrupp der Zentralen Grubenwehr Südharz an.
Der als Schacht II für das Kaliwerk „Glückauf“ Sondershausen geteufte Petersenschacht erreichte eine Endteufe von 793,5 m. Er wurde ab 1907 abgeteuft. Das in diesem Bereich ca. 10 m mächtige Kalilager aus Sylvinit, anhydritischem Hartsalz und Carnallit konnte bei einer Teufe von 762 m angetroffen werden. Namensgeber für den Schacht ist der damalige Staatsminister und stellv. Vorsitzender der neuen Gewerkschaft „Glückauf-Bebra“ Hermann Petersen (1844-1917), welcher sich für die ansässige Kaliindustrie stark engagierte. Für neue Förder- und Absatzquoten wurde der Schacht binnen drei Jahren bis 1910 niedergebracht.
Nach nur dreijähriger Kaliförderung erfolgte die Nachnutzung des Schachtes als Wetter-, Seilfahrt- und Materialschacht für das Werk „Glückauf“. Ab 1955 wurden die Räumlichkeiten des gesamten Gebäudekomplexes für die „Zentrale Forschungsstelle für die Kaliindustrie der DDR“ hergerichtet. In den Jahren 1993-1994 erfolgte die Verwahrung des Schachtes nach dem bereits üblichen Stand der Technik mit Widerlagern und Dichtelementen. In einer Teufe von zwei bis drei Metern sind zwei Wetterkanäle bekannt. Über diese Bereiche sind Frischwetter in den Schacht und von dort in die Grube geleitet worden. Die Recherchen in der Verwahrdokumentation führten zur Erkenntnis, dass diese teilverwahrt sind, und die Lokation der Bruchstelle zwischen den Druckstreben auf einen der Wetterkanäle passen würde.
Aus diesem Grund erfolgte im Bereich des Bruchs vor dem Gebäude im Dezember 2020 eine erste geophysikalische Untersuchung mittels Georadar, einem zerstörungsfreien Erkundungsverfahren. Es wurden zwei unterschiedliche Sendeantennen mit Frequenzen von 200 MHz und 400 MHz eingesetzt. Im Bereich des Bruchs und seiner Umgebung konnten hiermit lufterfüllte Hohlräume nachgewiesen werden, die lagemäßig zum Lüftungskanal passen und eine nicht vollständige Verfüllung dieses implizieren.
Um den Zustand der Verfüllsäule oberhalb des Dichtelementes direkt zu eruieren, war ein Befahren durch den Auf- und Abseiltrupp der Grubenwehr erforderlich. Ende April 2021 wurde die Kontrollöffnung der Schachtabdeckung geöffnet und darüber ein Dreibock aufgestellt. Als Anschlagpunkt für das Fahr- und Sicherheitsseil wurde eine ausreichend tragfähige Konstruktion innerhalb der Schachthalle gewählt. Vor dem Abseilen wurde der lufterfüllte Bereich bis auf das Versatzniveau gastechnisch freigemessen. Abseilen und Aufstieg erfolgte aktiv mit einem Abseilgerät und Hand- bzw. Bruststeigklemme, gesichert über ein mitlaufendes Auffanggerät.
Im Ergebnis konnten keine Beeinträchtigungen der Schachtwandung festgestellt werden; auch die Versatzabsperrbauwerke in den Wetterstrecken sind ohne Befund oder Mängel. Die Niveaus der Kies- und Sandschüttungen sind deutlich sichtbar markiert und somit kann ein Auslaufen der Verfüllmassen aus dem Wetterkanal in die Schachtröhre ausgeschlossen werden.
Um die Verwahrsituation im Gebäudekomplex im unmittelbaren Bereich um die Schachtröhre festzustellen, wurde daraufhin im Mai eine zweite Georadarmessung auf der Ackersohle ausgeführt. Diese ergab starke Reflexionen im Bereich des ehemaligen Lüftungskanals. Diese können sowohl auf eine nicht vollständige Verfüllung des Lüftungskanals mit einem stark reflektierenden Feststoff oder auf lufterfüllten Hohlraum deuten. Hier wird eine geplante lokale Bohrung Aufschluss über die Beschaffenheit des Untergrundes geben.
Untersuchungen am Schacht
Georadar
Abseilen in den Petersenschacht über einen Dreibock – Blick in das Schachtgebäude
Radargramm: Tiefenschnitt
Abseilen der Grubenwehr in den Petersenschacht über einen Dreibock
Gunnar John nimmt Arbeit als kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV auf
Senftenberg. Mit Wirkung vom 1. Mai 2021 wurde Gunnar John zum neuen kaufmännischen Geschäftsführer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) in Senftenberg berufen. Er folgt auf Dr. Hans-Dieter Meyer, der zum Jahresende 2020 aus dem Bundesunternehmen ausgeschieden war.
Gunnar John hat Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaft in Berlin, Paris und Berkeley studiert. Mit der Deutschen Einigung war er zunächst im Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung, dann in unterschiedlichen Leitungsfunktionen in der Staatskanzlei des Landes Brandenburg, in der Senatsverwaltung für Finanzen (SenFin) in Berlin und dann ab 2000 im Bundesministerium der Finanzen (BMF) mit den unterschiedlichsten Aspekten des Aufbaus Ost und der Strukturprobleme Ostdeutschlands – auch der Bergbaugebiete - bis 2012 betraut. Hilfreich für seine Tätigkeit in einem institutionellen Zuwendungsempfänger wie dem Bergbausanierer LMBV sind weiterhin seine langjährigen Erfahrungen in den Haushaltshausabteilungen im BMF und bei SenFin.
Gunnar John freut sich, zusammen mit seinem im letzten Jahr bestellten Geschäftsführer Kollegen Bernd Sablotny die vielfältig noch vor der LMBV stehenden Herausforderungen und Aufgaben zur weiteren Umsetzung der bergrechtlichen Verpflichtungen aus der DDR-Zeit anzugehen. Die LMBV wird in effizienter Weise noch bis ins nächste Jahrzehnt daran arbeiten. Er will seinen Beitrag dafür leisten, dass die LMBV weiter vertrauensvoll mit den ostdeutschen Ländern Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie Thüringen und den beteiligten Bundesministerien zusammenarbeiten wird.
Gunnar John - Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV
Führungsseile im Freieslebenschacht vom Bergbausanierer erneuert
Freieslebenschacht II spielt signifikante Rolle als Startpunkt für die Kontrollfahrten im Schlüsselstollen Sonderhausen. Im Zuge der Überwachungs- und Kontrolltätigkeiten der LMBV im Kupferschieferrevier der Mansfelder Mulde spielt der Freieslebenschacht II eine signifikante Rolle. Das Monitoring des Einstaukörpers des gefluteten Grubenreviers sowie seine Funktion als Startpunkt für die Kontrollfahrten im Schlüsselstollen geben dem Schacht seine heutige Hauptbedeutung.
Die Befahrung des saigeren Schachtes erfolgt über eine Zylinderdoppeltrommel-Flurfördermaschine aus dem Jahr 1908. Der Schacht selbst ist im oberen Bereich mit Ziegelmauerwerk und im Bereich der wasserführenden Schichten bis 110 m Teufe mit Tübbingen ausgebaut. Bis zur Endteufe steht der Schacht ausbaulos.
Die Führung der beiden Fördergestelle wird über gespannte Spiralseile (Durchmesser 24 mm) sichergestellt. Je vier Seile pro Fördermittel ermöglichen eine drall- und kollisionsfrei geführte Fahrt durch den Schacht. Mit dem turnusmäßigen Sachverständigengutachten 2020 über die Führungsseile, wurde für sieben der acht Seile die baldige Ablegereife festgestellt. In Zusammenarbeit mit der DMT Leipzig wurde eine Technologie zur Demontage der alten und Montage von neuen Seilen erstellt. Mit der Ausführung der Leistung wurde die Schachtbau Nordhausen GmbH beauftragt.
Am 15. März 2021 begann die Demontage des ersten Führungsseils. Die Seilklemmen im Schachtsumpf und die Befestigungen im Förderturm wurden entlastet. Anschließend konnte das Führungsseil mittels Hilfsseil auf das Niveau der Rasensohle herabgelassen und mit einem Teleskoplader aus dem Schacht gezogen werden. Über eine geänderte Montagetechnologie aus dem Hause Schachtbau Nordhausen werden die neuen Seile (Typ: rechtsgängiges Kreuzschlagseil 6x19 Seal) mit den vom Werk gelieferten Einwegtrommeln auf eine Abrollvorrichtung in dem übertägigen Fördergestell geladen.
Das Seilende mit der Vergussbirne wurde anschließend in den Förderturm gezogen und verspannt. Mit ca. 0,5 m/s konnte nun das Fördermittel in Richtung Schachtsumpf gefahren werden, wobei sich das neue Führungsseil gleichzeitig abtrommelte und vorerst frei im Schacht hing. Auf dem Niveau des Füllortes angelangt, erfolgte die Einführung in die Spannbühne und die Arretierung mit Seilklemmen. Mit Spindeln auf dem Niveau der Seilscheiben wird die erforderliche Spannung von rd. 23 kN aufgebracht.
Dieser Vorgang konnte nun identisch mit allen zu wechselnden Seilen nacheinander durchgeführt werden. So wurde sichergestellt, dass beim Verfahren der Gestelle keine Verdrehung des Förderkorbs im Schacht erfolgt. Die demontierten Seile wurden Übertage in handhabbare Stücke geschnitten und fachgerecht entsorgt. Durch einen reibungsfreien Ablauf der Arbeiten zum Seilwechsel konnte die Maßnahme innerhalb von 2 Wochen abgeschlossen werden. Am 07.04.2021 fand die Prüfung durch den Sachverständigen sowie die Endabnahme statt. An dieser Stelle sei den beteiligten Unternehmen gedankt, die eine zügige, unfallfreie und fachgerecht ausgeführte Erneuerung ermöglichten.
Erneuerung der Führungsseile auf der Schachtanlage Freieslebenschacht 2 der LMBV, Sparte Kali-Spat-Erz, KSE, in Großörner im ehemaligen Mansfelder Kupferschiefer-Revier. Foto am 22. März 2021. Erneuerung der Führungsseile auf der Schachtanlage Freieslebenschacht 2 der LMBV, Sparte Kali-Spat-Erz, KSE, in Großörner im ehemaligen Mansfelder Kupferschiefer-Revier. Foto am 22. März 2021.
Planmäßiger Führungswechsel im Bereich Kali-Spat-Erz — Ralph Haase neuer Sanierungsbereichsleiter
Am 01.02.2021 hat Dipl.-Ing. Ralph Haase als Leiter des Sanierungsbereiches KSE die Arbeit aufgenommen
Sonderhausen. Am 1. Februar 2021 hat Dipl.-Ing. Ralph Haase als Leiter des Sanierungsbereiches Kali-Spat-Erz in Sonderhausen seine Arbeit aufgenommen.
Der 53-Jährige Bergbau-Experte war zuvor bis 2010 mehrere Jahre bei der Firma GSES GmbH in Sondershausen beschäftigt. Zuletzt war er in leitender Funktion bei der Schachtbau Nordhausen GmbH und als Geschäftsführer der Mitteldeutschen MONTAN GmbH in Nordhausen aktiv.
Seine Berufsausbildung hat er im Kaliwerk Sondershausen als Bergbautechnologe mit Abitur absolviert. Danach studierte Ralph Haase an der Technischen Universität Clausthal Geotechnik, Bergbau und Entsorgung. Der gebürtige Sondershäuser ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er freut sich auf die neue Herausforderung und auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Ralph Haase
Jahresrückblick zur Bergbausanierung I – gespiegelt in Überschriften der Regionalzeitungen
I. Quartal 2020
Senftenberg | Sonderhausen |Leipzig. Nachfolgend soll ein Jahresrückblick zur Bergbausanierung – gespiegelt in den Überschriften
der Regionalzeitungen in den LMBV-Revieren – gegeben werden. Die Auswahl erfolgte selektiv aus Sicht der LMBV-Unternehmenskommunikation. Hier Teil I
Januar 2020
„Großbaustelle Blunodamm“ lautete eine Überschrift der LR-Ausgabe Hoyerswerda v. 27.01.2020 und erklärte das LMBV-Vorhaben zum Bau des Überleiters 3. Mit „Ferienhaus-Siedlung wächst am Partwitzer See“ beschrieb die LR am 28.01.2020 eine private Investition am Restloch Skado. „Am Knappensee bleibt es rebellisch“ hieß es bei der LR am 1. Februar. Die laufenden Sanierungsarbeiten der LMBV werden auch in diesem Jahr weiterhin kritisch von einer BI begleitet. Wichtigste Botschaft:
„Zum Saisonstart 2022 soll der Knappensee freigeben werden.“
Februar 2020
„Lober-Leine-Kanal soll zurückgebaut werden“, leitet am 3. Februar die MZ Bitterfeld den Auftrag zur vorlaufenden Kartierung ein. Die Sächsische Zeitung Hoyerswerda berichtete am 04.02.2020: „Unbekannte fluten Baustelle am Rostigen Nagel“. Hier hatten Unbekannte das LMBV-Wehr am Sornoer Kanal widerrechtlich geöffnet. „Kalk färbt den Partwitzer See“ heißt es kurz darauf in der SZ am 05.02., wo über die begonnene LMBV-Konditionierung berichtet wird. Die LVZ titelte am 05.02. zu einem Investitionsvorhaben an einem Bergbaufolgesee: „Am Bockwitzer See soll ein Surferparadies entstehen“. Für die LR war an diesem Tag wichtig, das am „Senftenberger See wieder saniert“ wird.
Bei der LR in Hoyerswerda war am 06.02. der für das Jahr am Geierswalder See geplante „Wasserwanderrastplatz im Fokus“. Die
Leipziger Bergbaufolgeseen haben laut Freier Presse v. 08.02. eine „Neue Plattform zum Neuseenland“. „Die Hochkippe Scheibe ist jetzt gesperrt“, so die SZ am 11.02. zur Ausweitung des Sperrbereiches im Umfeld des Speichers Lohsa II. Die Gemeinde Boxberg positioniert sich laut SZ v. 12.02 gegen die Ausweitung der einer Schutzzone für Vögel auf dem LMBV-Bärwalder See: „Boxberg lehnt größere Naturschutzzone ab“. „Neue schwimmende Häuser legen an“ lautete dagegen die Überschrift der LR am
29.02., d.h. weitere floating homes werden den Bärwalder See im Laufe des Jahres bereichern.
März 2020
„Kupferschatz in Halden“ heißt es bei der MZ v. 02.03. zum neuen Anlauf, aus LMBV-Halden des Kupfererzbergbaus im Mansfelder Land z.B. wertvolle Metalle zu gewinnen oder diese anderen Nutzungen wie z.B. als PV-Anlagenstandorte zu überführen. Eine Studie belege laut LR v. 02.03. die Möglichkeiten auch der LMBV-Bergbaufolgeseen als Option für Floating Solar-Kraftwerke – zunächst sei dies aber regionalplanerisch vorzubereiten, bevor es heißen kann: „Solarstrom von Lausitz-Seen“. „Gefühlte Erdbeben bei Groß Lübbenau“ bewegen die Anrainer am LMBV-Tagebau Seese-Ost, wo mit schonender Sprengverdichtung eine Innenkippe durch die Bergbausanierer gesichert wird, so die LR v. 03.03.2020. Die LVZ vermeldet am 09.03. bezüglich des Wirtschaftsweges
um den Bockwitzer See „Risse im Asphalt werden immer größer“. Die LMBV kündigte für anstehende Sanierungsarbeiten eine Sperrung an. Am 11.03. berichtet die SäZ über „Uferumgestaltungen am Geierswalder See“ und erläutert die Ufersicherungen der LMBV unterhalb des Leuchtturm-Hotels. Die LR zieht am 17.03. nach: „Geierswalder See bleibt Baustelle“.
Die LR nimmt am 14.03. ein futuristisches Gebäude in den Blick: Sedlitz bekommt Kanu-Landmarke“. Am 18.03. wird ebenda gemeldet; dass der „Senftenberger See ab April nutzbar“ wird. Am 19.03. wird unter „Flüsschen stützt Fluss“ über den LMBV-Beitrag aus der Reinigungsanlage Rainitza für die Schwarze Elster berichtet. Die LVZ zitiert am 19.03. unter „3D-Zeitreise zur See-Geschichte“ die geförderte Idee einer Darstellung des Störmthaler Sees. Im März sollte eigentlich eine Infoveranstaltung der LMBV zur Gestaltung der Gösel stattfinden, die coronabedingt gestrichen werden musste, wie die LVZ am 23.03. bedauert. Die LR erklärt am 25.03. ihren Lesern, dass (die) „See-Sanierung blockt Nutzung“ und untersetzt, dass die laufenden Arbeiten der LMBV auf und am Großräschener See noch Vorrang haben. "Wir können kein Wasser herbeizaubern“ – so die Überschrift der SZ vom 30.03. zur pausierenden Flutung in der Lausitz. Dagegen gibt es „Edle Tropfen von der Tagebaukante“ laut LVZ v. 30.03., wo über die 1.300 Rebstöcke am Störmthaler See gesprochen wird.
April 2020
Die MZ hat am 01.04. wieder die zur Veräußerung anstehenden „Flachhalden (der LMBV) im Blick“. Dagegen: „Am Senftenberger See werden die Sperrschilder abgebaut“, teilt die LR am selben Tag mit. „Still ruht der Bärwalder See“ erklärt die SZ die Corona-Auswirkungen bei Boxberg am Bergbaufolgesee der LMBV. Der Corona-Tod des StararchitektenMichael Sorkin, der als „Baumeister“ in den 90er Jahren auch in Leipzig aktiv war, lässt die LVZ Anfang April titeln: „Erfinder des Leipziger Neuseenlandes an Covid-19 gestorben“. Am Geiseltalsee der LMBV gäbe es nun einen weiteren „Platz an der Sonne“, so die MZ über eine neue
Beherbergungsmöglichkeit in Oechlitz. Die LR würdigt am 02.04., dass die LMBV Wort gehalten habe: „Senftenberger See ohne Bagger-Pontons“. Die SZ schildert am 03.04. über die Vorbereitungen der LMBV von Einsatz- und Löschwasserentnahmestellen unter „Planungen für …Kalkschiffe“.
„Kleine Restlochkette jetzt am Netz“, so informiert die LR am 04.04. über das fertiggestellte LMBV-Ablaufsystem vom Bergheider See bis Grünewald. Die SZ sagt am 04.04. ein „Sonniges Wochenende am Berzdorfer See“ voraus, wo vor allem die Corona-geplagten Görlitzer erwartet werden. Die LVZ weist darauf hin, dass „Die Parkplätze weiter dicht“ an den Südraum Bergbaufolgeseenseen seien. „Rostiger Nagel steht an Großbaustelle“ bzw. „Neue Brücke im Lausitzer Seeland“ schildern Lausitzer Zeitungen am 07.04. Die MZ fragt am selben Tag hinsichtlich der Wassersportler „Was darf man noch auf der Goitzsche?“. Die SZ schildert ähnlich am 08.04.: “Autozufahrten zum Berzdorfer See gesperrt“, um eine Abstandsgebots-Einhaltung zu erreichen. „Wir halten die Sperrung der Zufahrten für falsch“, so die SZ drei Tage später. Auch der „Strand des Scheibesees (sei) gesperrt“, erklärt die LR am 11.04. ihren Lesern.
Kaufmännischer Kapitän verlässt zum Jahresende das Deck des Unternehmens
Tätigkeit von Geschäftsführer Dr. Hans-Dieter Meyer in der LMBV endet zum Jahresende
Senftenberg. Der langjährige kaufmännische Geschäftsführer der LMBV,
Dr. Hans-Dieter Meyer, scheidet zum Jahresende aus dem Unternehmen aus.
Die LMBV dankt Dr. Meyer für die über viele Jahre gezeigte
Leistungsbereitschaft und Führung und wünscht alles Gute für die nächste
Lebensetappe.
Der Lauchhammeraner stand dem Bergbausanierer seit 2008 in dieser
Funktion vor und hat die verschiedenen Unternehmungen seit 1990 mit
großem Engagement mitgestaltet. Hans-Dieter Meyer wurde 1957 in der
Stadt Lauchhammer geboren und wuchs in der Lausitz auf. Nach einem
Studium der Volkswirtschaft in Berlin promovierte er dort 1985 und
arbeitete im Anschluss in Bergbauunternehmen.
Nach 1990 wurde er u. a. zum Kaufmännischen Geschäftsführer der
Braunkohlenveredlung Lauchhammer sowie der Sanierungsgesellschaft
Lauchhammer berufen. Seit 1997 war er zunächst als Bereichsleiter
Einkauf, Verkauf, Materialwirtschaft und seit 2001 als Bereichsleiter
Controlling/Finanzen – jeweils mit Prokura ausgestattet – in der LMBV
tätig. Im Jahr 2007 nahm er darüber hinaus die Aufgaben eines
kaufmännischen Geschäftsführers der Gesellschaft zur Verwertung und
Verwahrung stillgelegter Bergwerke Sondershausen, einer damaligen
Tochtergesellschaft der LMBV, wahr.
Kienbaum Consultants International GmbH haben im November 2020 den
Auftrag übernommen, einen „Kaufmännischen Geschäftsführer (m/w/d)“ für
die LMBV zu suchen. In der veröffentlichten Stellenbeschreibung heißt es
u.a.: „Die komplexen Aufgaben in der Bergbausanierung, des
Wassermanagements, der Gestaltung des Landschaftswandels, der
Folgenutzung und der Flächenvermarktung werden die LMBV noch lange
fordern. Entsprechend zukunftsorientiert sind auch die
kaufmännisch-administrativen Prozesse des Unternehmens zu steuern. Als
öffentliche Zuwendungsempfängerin ist die LMBV den besonderen
Gegebenheiten öffentlicher Unternehmen unterworfen.“
Weiter wird betont: „Das Spannungsfeld zwischen sicheren und
nachhaltigen Lösungen einerseits und Kosteneffizienz andererseits
balanciere“ der oder die Gesuchte „in der Rolle aktiv aus“. Die
Organisation einer Ingenieurgesellschaft mit ihren rund 700
Beschäftigten an drei Standorten führe der künftige Geschäftsführer
gemeinsam mit dem Technischen Geschäftsführer. Er oder sie „befähige und
motiviere die Mitarbeitenden für die Aufgaben in Gegenwart und Zukunft.
Nach außen vertrete“ er/sie „die LMBV gegenüber Politik, Verwaltung,
Öffentlichkeit, Medien sowie sonstigen Stakeholdern.“ In seiner
Zuständigkeit liegen:
die Aufstellung, Einreichung und Umsetzung des Wirtschaftsplans
die Bewirtschaftung von Zuwendungsmitteln
Buchführung, Inventar, Controlling, Rechnungswesen und
Jahresabschluss nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden
handelsrechtlichen Vorschriften
die Vergabe von Aufträgen nach den einschlägigen vergaberechtlichen Vorschriften
die Führung der Ressorts Personalwesen, Justitiariat, Flächenmanagement
Erwartet werden u.a.:
ein erfolgreich abgeschlossenes Hochschulstudium (z. B.
Master/Diplom/Staatsexamen in Volkswirtschaftslehre,
Betriebswirtschaftslehre, Rechtswissenschaften oder einem vergleichbaren
Studiengang)
mehrjährige Berufserfahrung mit Führungsverantwortung in der öffentlichen Verwaltung oder in öffentlichen Unternehmen
langjährige berufliche Erfahrung in der Regional- und
Strukturpolitik sowie Förderpraxis, bevorzugt mit Blick auf die Länder
Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
tiefe Kenntnisse des Haushaltsrechts und der Haushaltssystematik des
Bundes und der Länder; solide Kenntnisse der einschlägigen gesetzlichen
Vorschriften (insbesondere des Handels- und Vergaberechts)
langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit öffentlichen
Verwaltungen und politischen Gremien, bevorzugt im Bund-Länder-Kontext
Kenntnisse im Immobilienmanagement seien von Vorteil, heißt es
abschließend in der Ausschreibung, die bis zum 31.12.2020 läuft. Mehr
unter www.kienbaum.de
Geschäftsführer: B. Sablotny und Dr. Meyer
Gestandener Bergmann Domnowski nimmt Abschied vom aktiven Berufsleben
Sanierungsbereichsleiter Kali-Spat-Erz Jörg Domnowski geht in die Ruhephase der Altersteilzeit
Führungskräftetagung 2020 der LMBV in Tauchritz am Berzdorfer See.
Senftenberg | Sonderhausen. Zum 31. Dezember 2020 wechselt der
Sanierungsbereichsleiter Kali-Spat-Erz Jörg Domnowski in die Ruhephase
der Altersteilzeit.
Vor mehr als 42 begann Jörg Domnowski nach dem Abitur sein
Arbeitsleben im Kaliwerk Bleicherode. Nach Armee und Studium an der
Verkehrshochschule „Friedrich List“ in Dresden war er im Schachtbau
Nordhausen und später wieder im Kaliwerk Bleicherode als
Transporttechnologe und im Investitionsbereich tätig.
Mitte 1990 war Jörg Domnowski in der neu gebildeten Kali Südharz AG
in die schwierige Umstrukturierung der ostdeutschen Kaliindustrie
eingebunden und wechselte Ende 1991 in den Liegenschaftsbereich. Nach
der Verschmelzung der Kali Südharz AG auf die GVV im Jahre 1993 führte
er seine Tätigkeiten in diesem Aufgabengebiet fort.
Von 2004 bis 2016 war er Abteilungsleiter und hat auch den Prozess
der Verschmelzung der GVV auf die LMBV im Jahr 2014 aktiv mitgestaltet.
Seit Oktober 2016 führte Jörg Domnowski mit Erfolg den
Sanierungsbereich Kali-Spat-Erz mit rund 90 direkt bzw. indirekt
zugeordneten Mitarbeitern und ist hier maßgeblich an der Ausrichtung des
Bereiches für die bevorstehenden z.T. noch sehr langwierigen Aufgaben
in der Verwahrung der ehemaligen untertägigen Bergwerke und ihren
Hinterlassenschaften beteiligt.
Die LMBV dankt ihm für die Leistungsbereitschaft und wünscht alles Gute für die nächste Lebensetappe.
Angesichts Pandemieentwicklung wechselt Bergbausanierer vornehmlich in mobiles Arbeiten
Nur noch betriebsnotwendiges Schlüsselpersonal an LMBV-Standorten vor Ort
Senftenberg | Sondershausen | Leipzig. Angesichts der weiter steigenden 7-Tage-Inzidenz im Umfeld der LMBV-Standorte, das heißt die Zahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner, hat der LMBV-Krisenstab in enger Abstimmung mit den Betriebsräten am 11. Dezember 2020 festgelegt, dass LMBV-Mitarbeiter ab 14. Dezember 2020 vornehmlich in mobiles Arbeiten bzw. in Urlaub wechseln.
Dies bedeutet, dass bis einschließlich 12. Januar 2021 nur noch das Personal für betriebsnotwendige Prozesse und sogenanntes Schlüsselpersonal an den Standorten verbleibt. Der Großteil der 680 Mitarbeiter wechselt in ein mobiles Arbeitssystem. Die Baustellen in der Bergbausanierung - soweit möglich - und der Untertage-Verwahrung werden weiter betrieben und alle betriebsnotwendigen Anlagen betreut. Die bekannten Erreichbarkeiten des Unternehmens werden weiter sichergestellt.
Das Jahr 2020 ist ein besonderes Jahr – Gedanken zum Barbaratag
Senftenberg | Leipzig | Sondershausen. Bereits im Mittelalter gilt
die Heilige Barbara als Schutzpatronin der Bergleute. Sie erbaten von
ihr Schutz und Beistand vor den unheilvollen Gefahren ihrer Arbeit im
Berg und vor dem Leid und den Entbehrungen, was vielen
Bergarbeiterfamilien trotz der schweren Arbeit gegeben war.
Seit der Entwicklung des modernen Bergbaus im 18. Jahrhunderts werden
am Namenstag der Barbara, dem 4. Dezember, Andachten zu Ehren der
Heiligen Barbara gehalten. Seit ihrer Gründung vor 25 Jahren führt auch
die LMBV diese Tradition fort, am Barbaratag Bilanz über das Erreichte
ziehen, einen Ausblick auf die bevorstehenden Aufgaben zu geben und den
Beteiligten mit einem kräftigen Händedruck und einem Bergmannstrunk Dank
zu sagen.
In diesem Jahr kann die LMBV-Barbarafeier nicht stattfinden. Das ist
bedingt durch die Corona-Pandemie nicht möglich. Der Schutz der
Gesundheit und des Wohlergehens der Menschen steht im Vordergrund
unseres Handelns.
Wir bringen St. Barbara ein Glückauf
Wir bringen Sankt Barbara ein Glückauf,
wir Männer vom Schlägel und Eisen,
wir wollen bei fröhlichen Festes Lauf
die Heilige ehren und preisen.
Glückauf unser Gruß in des Berges Nacht,
wo des Mannes Mut sich kann zeigen;
Glückauf unser Gruß wenn der Frohsinn lacht
beim Klange der Becher und Geigen!
Glückauf unser Gruß in Freude und Leid
wenn hinab zur Teufe wir fahren,
dann mag Sankt Barbara, die fromme Maid,
zur glücklichen Schicht uns bewahren.
Sie möge behüten des Berges Hort,
daß der Schatz der Teufe sich mehre!
Sie segne das Werk im Streb und vor Ort,
dem Wasser und Wetter sie wehre!
Daß fröhlich wir fahren hinab, hinauf,
laß fromm uns die Heilige preisen.
Wir bringen Stankt Barbara ein Glückauf,
wir Männer von Schlägel und Eisen!
Gedicht des saarländischen Bergmannsdichters Adolf Groß
Quelle: Recherche von Hans-Jürgen Schmidt
Arbeiten zum Errichten der LMBV-Laugenleitung ab Menteroda auf der Zielgeraden
Künftiges Ableiten anfallender Laugen von der Halde in Menteroda zum zentralen Laugenstapelbecken in Wipperdorf
Sondershausen | Volkenroda. Auf Anfrage der Thüringer Allgemeinen
Zeitung informierte der LMBV-Sanierungsbereich Kali-Spat-Erz kürzlich
zum Stand des Anbindens der künftigen Laugenableitung von Menteroda an
die von Sollstedt nach Wipperdorf zum zentralen Laugenstapelbecken in
Wipperdorf bereits gelegte LMBV-Rohrleitung.
Bisher wurden die Haldenabwässer der Halde in Menteroda zum Verwahren
der Grubenbaue Volkenroda genutzt. Nach dem Verschluss der Schächte
Ende der 1990 Jahre erfolgt bisher das weitere Verwahren des ehemaligen
Kalibergwerkes Volkenroda mit Haldenabwässern der Halde in Menteroda
durch eine gesteuerte Flutung derzeit noch über die 1.055 m tiefe
Bohrung bei Urbach.
Auf der Grundlage der eingeleiteten Mengen und des langjährigen
geomechanischen und seismischen Monitorings wird das Ende dieser
Flutungsphase im Laufe des Jahres 2021 erwartet. Danach schließt sich
eine langfristige Beobachtungs- und Auswertungsphase sowie die der
Verschluss. der vorhandenen Bohrungen an.
Die Leitungsverlegung von Menteroda zum Anbindepunkt an die von
Sollstedt nach Wipperdorf zum zentralen Laugenstapelbecken in Wipperdorf
verlaufende Leitung ist zu ca. 95 Prozent baulich abgeschlossen und ein
Großteil der in Anspruch genommenen Flächen wiederhergestellt bzw.
bereits wieder in Benutzung (z. B. durch die Landwirtschaft).
Gegenwärtig laufen die Installationsarbeiten für die Ausrüstungen in
den zur Leitung gehörenden 20 Schachtbauwerken, entsprechende
Wiederherstellungs-, Verfüll- und Rückbauarbeiten sowie die
Programmierung und Installation der Mess- Steuer- und Regeltechnik für
den Betrieb der Anlage.
Die letzten, noch ausstehenden Tiefbauarbeiten wie die Querung der
Bahnstrecke Halle - Kassel und die Errichtung des Anbindepunktes werden
im ersten Quartal 2021 durchgeführt. Die Inbetriebnahme der Leitung wird
entsprechend aktuellem Stand voraussichtlich gegen Ende des ersten
Quartals 2021 erwartet, so dass ein gleitender Übergang zwischen Ende
des Flutens und der Überleitung nach Wipperdorf erfolgen kann. Fotos: KSE
Geotechnischer Beirat 2020 führt wieder Koryphäen der Geotechnik zusammen
GTB der LMBV tagt erneut beim Bergbausanierer
Senftenberg. Unter Leitung des LMBV-Bereichsleiters Technik Eckhard
Scholz versammelten sich auf Einladung des Bergbausanierers am 5.
November 2020 die Mitglieder des Geotechnischen Beirates des
Unternehmens in der Lausitz.
Der fachliche Austausch zu schwierigen Fragen der Lausitzer
Innenkippen versammelte u.a. Fachleute und Koryphäen der Geotechnik aus
ganz Deutschland in Senftenberg, darunter Prof. Dr.-Ing. Wolfram Kudla
von der TU Bergakademie Freiberg, Prof. Dr. Rolf Katzenbach von der TU
Darmstadt, Falk Hoffmann, Fa. G.U.B., Dr. Jürgen Keßler, vormals
Beratende Ingenieure für Umweltgeotechnik und Grundbau GmbH, Kai
Reinhardt, Prokurist der BIUG, Dr. Alfred Vogt, Geotechniker, Gutachter
Matthias Götz vom Erdbaulabor Leipzig, Dr.-Ing. Holger Mansel, Prokurist
der IGBW Ingenieurbüro für Grundwasser GmbH, Franziska Uhlig-May,
Leiterin Geotechnik der LEAG sowie Kathy Sommer, Leiterin Geotechnik
Lausitz der LMBV und Dr. Robert Böhnke, Leiter Geotechnik
Mitteldeutschland sowie die Geotechnikerinnen Katja Mühlig und Beate
Lucke.
Kathy Sommer beim Vortrag
Die Fachleute waren vom Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, Bernd
Sablotny, gemeinsam mit den LMBV-Prokuristen Eckhard Scholz und Dirk
Sonnen herzlich zu dieser Beiratssitzung 2020 begrüßt worden. Im
Ergebnis des Lausitzer Rutschungsereignisses bei Bergen auf der
Innenkippe Spreetal im Jahr 2010 und dem erkannten Handlungsbedarf wurde
damals unmittelbar mit der Gründung eines Beirats den neuen
Innenkippen-Herausforderungen Rechnung getragen und das Monitoringsystem
Langzeitstandsicherheit ausgeweitet sowie fortgeschrieben.
Die LMBV hatte ganz zeitnah schon 2010 zu ihrer fachlichen
Unterstützung diesen „Geotechnischen Beirat“ etabliert, der sich aus
anerkannten Wissensträgern aus der Wissenschaft und Forschung sowie der
Praxis zusammensetzt. Er tagte im zurückliegenden Jahrzehnt mehrmals zu
verschiedenen inhaltlichen Schwerpunkten, aus deren Fachdiskussionen
sich diverse neue Hinweise und Vorgaben für die praktischen
geotechnischen Sanierungsarbeiten ergaben. Es gilt nach wie vor,
eventuell vorhandene Wissens- und Kenntnislücken weiter zu
identifizieren und zu schließen. Foto: Steffen Rasche für LMBV
GTB der LMBV - Tagung 2020 - Fotos: Steffen Rasche für LMBV
Dr. Jürgen Keßler hat langjährige Praxiserfahrungen
Gespannte Aufmerksamkeit: B. Sablotny und E. Scholz – im Hintergrund D. Sonnen
Fachbeitrag von Prof. Dr.-Ing. W. Kudla v. der TU Bergakademie Freiberg
Beiratsmitglieder: F. Uhlig-May, K. Reinhardt, Dr. Keßler, Prof. Dr. Katzenbach, M. Götz und Dr. Mansel
LMBV: Bergbausanierer verzichtet aufgrund Corona-Pandemie auf Barbarafeier 2020
Senftenberg. Aufgrund der aktuellen Entwicklung der
Corona-Pandemie in Deutschland entschied sich die LMBV, ihre für Anfang
Dezember in Cottbus geplante traditionelle Barbarafeier in diesem Jahr
nicht durchführen.
Seit Gründung des Unternehmens vor 25 Jahren nutzt die LMBV in
Fortsetzung altehrwürdiger bergbaulicher Traditionen alljährlich die
Gelegenheit, um mit den Partnern der Bergbausanierung, Vertretern von
Kommunen, Landkreisen, Bundes- und Landesinstitutionen sowie
Auftragnehmern und Mitarbeitern der LMBV anlässlich des Tages der
Heiligen Barbara am 4. Dezember Bilanz über die erreichten Ergebnisse zu
ziehen, einen Ausblick auf die bevorstehenden Aufgaben zu geben und
allen Beteiligten für ihren Anteil an der geleisteten Arbeit zu danken.
In diesem Jahr sollte sich der Fokus der Barbarafeier insbesondere
auf das 25jährige Bestehen des Unternehmens richten. Die im September
2020 geplante Veranstaltung zum Unternehmensjubiläums musste bereits
abgesagt werden. Zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligten sowie zur
Vermeidung einer weiteren Verbreitung des Coronavirus ist die
Entscheidung zur Absage der Veranstaltung aber notwendig.
Neue Auszubildende zum Tag des Berufsanfängers im Lausitzer Seenland unterwegs
Senftenberg. Anlässlich des LMBV-Tages für
Berufsanfänger besuchten am Montag, den 12. Oktober, zwölf Auszubildende
aus dem ersten Lehrjahr und eine Auszubildende aus dem zweiten Lehrjahr
den LMBV-Standort in Senftenberg, um sich über ihren (neuen)
Arbeitgeber zu informieren. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen
werden an zwei Ausbildungsstätten in Lauchhammer und Espenhain zu
Fachkräften für Lagerlogistik, zu Kauffrauen und -männer für
Büromanagement sowie zur Restaurantfachfrau ausgebildet.
Sowohl die Personalabteilung als auch der Betriebsrat begrüßten die
neuen Auszubildenden herzlich zum Start der Ausbildung. In einführenden
Vorträgen stellten sie die Hauptaufgaben der LMBV sowie die Arbeit des
Betriebsrates vor. Zwei Vertreter der IG BCE informierten im Anschluss
zur Arbeit der Gewerkschaft und über die Jugendorganisation der IG BCE.
Nach dem Mittagessen ging es mit der Unternehmenskommunikation auf
eine kleine, zweistündige Befahrung durch das nahegelegene Lausitzer
Seenland. Ausgangspunkt bildete das Sielbauwerk des Ableiters Sedlitz.
Hier wurde das Wassermanagement der LMBV genauer erläutert. Anschließend
ging es zur LMBV-Großbaustelle an den Sedlitzer See, an dem die
Auszubildenden einiges über die laufenden Arbeiten der LMBV erfuhren. Am
Beispiel des vor kurzem fertiggestellten Seestrandes in Lieske wurde
auch die Zusammenarbeit der LMBV mit externen Partnern, Gemeinden und
Kommunen erläutert. Im am Seestrand liegenden Informationscontainer des
Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg lernten die Auszubildenden
zudem die Geschichte des Lausitzer Bergbaus näher kennen.
Den Abschluss bildeten die IBA-Terrassen am Großräschener See, an
denen die touristische Nachnutzung der ehemaligen Bergbauflächen noch
einmal deutlich wurde. Auch die Entwicklung des Lausitzer Seenlandes
wurde thematisiert. Am späteren Nachmittag trat die Gruppe schließlich
ihre Heimreise nach Espenhain bzw. Richtung Lauchhammer an.
Die neuen Auszubildenden der LMBV zu Besuch am Standort in Senftenberg
Führungskräfte-Tagung 2020 gab Impulse zum Bewältigen anstehender Herausforderungen
Gruppenbild der Teilnehmer 2020
Tauchritz | Senftenberg. Unweit des Berzdorfer Sees, einem
Bergbaufolgesee der LMBV, haben sich am 30. September und 1. Oktober
2020 im „Gut am See“ auf Einladung der Geschäftsführung 42
Führungskräfte und Vertreter des Gesamtbetriebsrates der LMBV
zusammengefunden.
In dem denkmalgerecht sanierten und kürzlich neben dem Tauchritzer
Wasserschloss eröffneten Hotel wurden die kommenden Herausforderungen in
den Jahren 2021/22 in der Bergbausanierung von dem Sprecher der
Geschäftsführung und den Bereichs-, Abteilungs- und
Arbeitsgruppenleitern der LMBV analysiert und entsprechende
Schlussfolgerungen zwischen den Leitungsebenen diskutiert. Leitthema
waren die mittelfristigen Anforderungen an die Bergbausanierung und die
strategische Ausrichtung der Prozessführung und der Führungstätigkeit.
Geschäftsführer Bernd Sablotny führte mit seinen Erkenntnissen,
Erfahrungen und Erwartungen aus den ersten 300 Tagen in der LMBV ein.
Im Mittelpunkt der Tagung stand neben der mittel- und langfristigen
Projektplanung (Basisvortrag zum „Stand der Projektplanung
Braunkohlesanierung im Vorfeld der Evaluierung und Verhandlungen zum VA
VII BKS“) für den Zeitraum bis 2027 und Folgejahre auch die Projektion
in die weitere Aufgabenzukunft des Sanierungsbereiches KSE ebenso wie
die Budget- und Aufgabenerfüllung in den einzelnen Sanierungsbereichen
unter Berücksichtigung entsprechender Vorgaben des derzeit gültigen
Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung. Olaf Gunder, Vorsitzender
des Gesamtbetriebsrates der LMBV, gab differenzierte Hinweise für die
kommende Aufgabenbewältigung. Diskutiert wurden auch Anforderungen an
die Corporate Identity der LMBV in der künftigen Projektentwicklung.
Die Führungskräfte von den verschiedenen LMBV-Standorten Leipzig,
Senftenberg und Sonderhausen nutzen die Tagung zum kollegialen
Erfahrungsaustausch und zur fachlichen Diskussion. Am Abend besichtigten
sie u.a. das ehemalige Wasserschloss und die Heimatsstube Tauchritz
sowie den vor einigen Jahren von der LMBV als historisches
Anschauungsobjekt bereitgestellten Schaufelradbagger 1452, der heute vom
Verein bergbaulicher Zeitzeugen e.V. Berzdorfer Straße 102 in 02827
Görlitz OT Hagenwerder erhalten wird. Das Tagebaugroßgerät mit der
Typenbezeichnung SRs 1200 war im Jahr 1961 vom VEB Schwermaschinenbau
Lauchhammerwerk hergestellt worden und arbeitete zunächst im Tagebau
Phönix im Altenburger Land. Bis 2001 war er noch im Einsatz im
Sanierungsbetrieb im LMBV-Tagebau Berzdorf.
Sprecher der LMBV-Geschäftsführung Bernd Sablotny beim Impulsvortrag
Unternehmenspräsentation zur EinheitsExpo in Potsdam bis 4. Oktober 2020
Großes Interesse von Politikern und Bürgern an LMBV-Schaufenster in Landeshauptstadt
Senftenberg/Potsdam. Die EinheitsExpo zum 30.
Jahrestag der Deutschen Einheit öffnete am 5. September 2020 in Potsdam
offiziell. Die Lausitzer und Mitteldeutsche
Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH stellt dabei im Rahmen der
Landespräsentation Brandenburg am Alten Markt in Potsdam den Wandel des
Lausitzer Braunkohlenreviers zum Lausitzer Seenland dar.
Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke und Staatsministerin Kathrin
Schneider ließen sich es am Sonnabend zum Rundgang nicht nehmen, den
Kaufmännischen Geschäftsführer der LMBV, Dr. Hans-Dieter Meyer, vor dem
LMBV-Ausstellungs-Cube zu begrüßen.
Gezeigt wird auf großformatigen Orthofotografien das Lausitzer
Seenland im Jahr 2006 sowie auf der Rückseite im Jahr 2019.
Erstaunliches lässt sich da ablesen: Der Tagebau Meuro bei Großräschen
beispielsweise ist 2006 noch eine graue Kippenlandschaft, dreizehn Jahre
später füllt eine blaue Wasserfläche mit einem Steg am Ufer und einem
Hafenbecken die Fläche – der heutige Großräschener See.
Auch eine großformatige Abbildung des „liegenden Eiffelturms“, der
stillgelegten Förderbrücke F60 am Bergheider See, ist zu sehen. Außerdem
verweist das Unternehmen in seinem Cube auf die Nutzung der
entstandenen Gewässer: Liegestühle und Sonnensegel folgen nach den
Sanierungsmaßnahmen. So lässt sich der Landschaftswandel auch plastisch
darstellen. Über einen QR-Code können Besucher das Unternehmen auch
„online“ weiterverfolgen, der Link zur Homepage verweist ebenso wie das
Sonderlogo auf das 25-jährige Bestehen des Unternehmens in diesem Jahr.
Die begehbare Stadtkulisse in Potsdam, die noch bis zum 4.Oktober
unter dem Motto "Kommen- gucken - staunen" steht, umfasst zahlreiche so
genannte City-Cubes, Ausstellungscontainer, und ist so an die aktuelle
Corona-Pandemie angepasst. Digitalstelen vermitteln den Besuchern
Informationen und Höhepunkte aus 30 Jahren deutscher Geschichte. Ein
Wegeleitsystem, das zwischen Freundschaftsinsel, Bassinplatz,
Hegelallee, Luisenplatz und Lustgarten führt, hilft bei der Orientierung
in der Stadt.
Ministerpräsident Woidke am LMBV-Cube
Medieninteresse zum Eröffnungsrundgang – Zwei Lausitzer im Gespräch
LMBV-Geschäftsführer Dr. Hans-Dieter Meyer und Staatskanzlei-Chefin Dr. Kathrin Schneider vorm LMBV-Cube in Potsdam
Aufsichtsrat des Unternehmens tagte diesmal im Südraum von Leipzig
95. Aufsichtsratssitzung im 25. Jubiläumsjahr des Bergbausanierers
Befahrungsgruppe am Hafen Zwenkau
Leipzig | Großpösna. Am 19. August 2020 trat der Aufsichtsrat der LMBV
zu seiner 95. Sitzung in Großpösna unter Beachtung der noch geltenden
Corona-Hygienevorschriften zusammen. Die Beratung stand unter Leitung
von Ministerialrat a.D. Dr. Ulrich Teichmann, der den Vorsitz innehat.
Der Veranstaltung vorgelagert war eine Informationstour durch den
Südraum von Leipzig. Die LMBV-Geschäftsführung und beauftragte
LMBV-Mitarbeiter informierten die Räte über laufende und künftige
Sanierungsvorhaben im Bereich Mitteldeutschland, darunter an der
Baustelle für den in Planung befindlichen Harthkanal zwischen Zwenkauer
See und Cospudener See.
Der LMBV-Aufsichtsrat besichtigte auch die benachbarte
BAB-72-Baustelle in Begleitung des sächsischen LASUV bei Rötha, die
teilweise über Kippenflächen des vormaligen Tagebaus Espenhain führt.
Hier errichtet eine ARGE den Abschnitt 5.1 von der B 95 / B 176 bei
Borna bis zur B 95 bei Rötha über eine Länge von 9,5 km. Die Planungen
für diesen Abschnitt liefen seit November 2004. Die 2020 noch bestehende
7,2 km lange Endlücke - beginnend an der Anschlussstelle Espenhain Nord
- ist bis voraussichtlich 2026 im Bau. Alle Fotos: Christian Bedeschinski für LMBV
Impressionen von der Tour der Räte
AR-Vorsitzender Dr. Teichmann und LMBV-GF Dr. Meyer folgen interessiert dem Vortrag von Abteilungsleiter T. Rösler
Während der Vorort-Befahrung des Aufsichtsrates
Aufsichträtin Regierungsdirektorin Heike Große-Wilde im Dialog mit LMBV-Vertretern
LMBV-Geschäftsführer Sablotny führte zur BAB-72-Baustelle inhaltlich ein
„Farbe statt Festakt“ – 25jähriges Jubiläum der LMBV steht im September an
Doch alle Feierlichkeiten und Events wurden Corona-bedingt abgesagt. Dafür heißt es nun „Gute Taten statt Feiern“
"Farbe statt Festakt" - Neuer Lok-Anstrich
Senftenberg. Der Bergbausanierer LMBV begeht in den kommenden Wochen
seinen 25. Geburtstag. Doch alle Feierlichkeiten und Events wurden
Corona-bedingt abgesagt. Dafür heißt es nun „Gute Taten statt Feiern“.
Dazu wurde beispielsweise das Erneuern des verblassenden
Farbanstriches einer ehemaligen LMBV-Grubenlok – ein Erinnerungsrelikt,
welches heute der Stadt Senftenberg gehört – unmittelbar an der B 96 am
Ortausgang der OSL-Kreisstadt unter dem Motto „Farbe statt Festakt“
veranlasst. Ursprünglich war im September 2020 in Berlin ein Festakt der
LMBV mit Bundesvertretern und den Ministerpräsidenten der ostdeutschen
Braunkohleländer geplant, der jedoch in der geplanten Form angesichts
der Coronapandemie nicht mehr so durchführbar war.
Zu den Aktivitäten rund um das 25jährige Jubiläum der LMBV gehören
das Erstellen einer Übersichts-Chronik, die einige wesentliche
Meilensteine der Bergbausanierung festhält, ebenso wie das Entwickeln
von 25 Lentikularkarten zu 25 ausgewählten Bergbaufolgeseen bzw.
Sanierungs- und Verwahrprojekten. Diese „Wackelkarten“-Motive machen den
vollzogenen Landschaftswandel in den Revieren auf eigene Art erlebbar.
Im Rahmen der Landesausstellung Brandenburg in Potsdam zum Tag der
Deutschen Einheit unter dem Leitmotto „Auf zu neuen Ufern“ wird auch ein
LMBV-Container mit großformatigen Orthofotos und Bildern vom
Strukturwandel in der Lausitz ab 5. September 2020 zu sehen sein.
Wer sich selbst einen Eindruck von den vielen Umbrüchen in den
ehemaligen Tagebaulandschaften machen will, dem sei auch die LMBV-Reihe
„Wandlungen und Perspektiven „an Herz“ gelegt. Hier sind bereits zweimal
25 Broschüren in den zurückliegenden Jahren erstellt worden, die fast
alle Tagebaugebiete in der Lausitz und in Mitteldeutschland
in Verantwortung der LMBV historisch aufgearbeitet und mit ihren
Entwicklungen darstellen. Die Septemberausgabe der Unternehmenszeitung „konkret“
wird im „Format 5x5“ insbesondere Mitarbeiter zu Wort kommen lassen,
die bereits fünf, zehn, fünfzehn, zwanzig oder fünfundzwanzig für die
Firma aktiv sind.
Erfolgreich umgesetzte LMBV-Projekte
Goitzsche mit PegelturmSeilbagger am Ufer des Klinger SeesRDV-Bagger am RL Greifenhain – Böschungsverdichten am Altdöberner SeeFörderturm des Martin-Hoop-Schachtes IV (Ziegelbau), der sich im Grundeigentum der LMBV befindetSanierungsstützpunkt im Bau
MDR-Dreh beim Bereich KSE an Schächten in Wimmelburg und Großörner
Kurzreportage zu Wasserhaltungen und Schächten der LMBV für MDR-Sendung „Sachsen-Anhalt heute“ entstanden
MDR-Autor Sven Stephan mit Sven Bauer und Heiko Grabowski beim Fachsimpeln
Wimmelburg. Am 10. August 2020 drehte ein Filmteam des MDR an den
Standorten in Wimmelburg sowie Großörner des Bereiches Kali-Spat-Erz
einen Beitrag zum Grubenwassermanagement der LMBV im Mansfelder Revier.
Im Nachsorgebetrieb Niederröblingen übt die LMBV zudem auch die
Kontrolle und Nachsorge von bereits verwahrten Schächten aus.
Auf Bitten des für den MDR tätigen Filmautors Sven Stephan erläuterte
Sven Bauer, Abteilungsleiter Verwahrung, die Aufgaben der LMBV zunächst
am Beispiel des W-Schachtes Wimmelburg in der Maschinenstraße und
später rund um die Wasserhaltung des Schlüsselstollens. Er wurde dabei
unterstützt vom zuständigen LMBV-Projektmanager Heiko Grabowski und
seinen Mitarbeitern Peter Lange und Sven Strube, die vor der Kamera als
Wasserprobennehmer, als Anschläger und als Fördermaschinist fungierten.
Das MDR-Team zeigte sich beeindruckt von der vermutlich ältesten noch
in Betrieb befindlichen Fördermaschine am W-Schacht. Eine Vielzahl von
Kontrollaufgaben im Untertagebereich des W-Schachtes sind gemäß
Sonderbetriebsplan noch regelmäßig durchzuführen: monatliche Messung des
Anstauniveaus der Mansfelder Mulde, visuelle Kontrollen des
bergmännisch befahrbaren Hohlraumsystems auf First- und Stoßabschalungen
und der Zustand der sogenannten Sohlendurchbrüche zum Erkennen von
Verformungen, Brüchen und Setzungen der Verfüllmassen, nivellitische
Kontrolle von Meßpunkten und Gipsmarkenbeobachtung und
Rißbreitenmessung. Sven Bauer erklärte anhand eines alten Risswerkes
u.a. die Geologie des Mansfelder Landes und die nach 1990 an die LMBV
übergegangenen Schachtanlagen, die noch in bergrechtlicher Verantwortung
der LMBV stehen und u.a. für Inspektionen und Revisionen
aufrechterhalten werden müssen.
Für den Erhalt und Betrieb des LMBV-Abschnitts des Schlüsselstollens
werden derzeit noch zwei Schachtanlagen unterhalten. Mit dem Einstieg in
den Freieslebenschacht 2 bei Großörner nahe Leimbach demonstrierten die
LMBV-Mitarbeiter beispielhaft das umfangreiche Portfolio der noch
vielfältigen Untertage-Aufgaben des Bereiches Kali-Spat-Erz im
Nachsorgebetrieb Niederröblingen, zu denen auch hydrologische und
hydrochemische Untersuchungen gehören. Zweimal jährlich wird
beispielsweise über den Freieslebenschacht ein Abschnitt des
Schlüsselstollens per Boot kontrolliert und dessen Zustand dokumentiert.
Der Filmbeitrag soll voraussichtlich am 17. August 2020 in der Sendung „MDR Sachsen-Anhalt heute“ ab 19.00 Uhr laufen.
Impressionen vom Drehtag
Peter Lange fährt im W-Schacht ein
Historische Fördermaschine in Wimmelburg
Dreh am Freieslebenschacht
MDR-Autor Stephan und S. Bauer beim Dreh unter Tage
Wasserprobennahme unter Tage
Sven Strube im Einsatz als Fördermaschinist
KSE-Sanierungsbergman P. Lange
Aktuelle Luftbildaufnahmen von der Bergbausanierung aus dem Jahr 2020
Faszinierende Blicke auf die LMBV-Bergbaufolge-Landschaften im Osten Deutschlands
RDV-Bagger am RL Greifenhain - Kippenböschungsverdichten am Atdöberner See
Senftenberg/Leipzig/Sonderhausen. Im Auftrag der LMBV war in den Sommermonaten der Fotografenmeister Peter Radke erneut im Hubschrauber unterwegs, um Sanierungs- und Verwahrungsprojekte der Bergbausanierung in den Revieren abzulichten.
Dabei überflog der Fotograf u.a. die Pinge bei Altenberg, die Halden im Mansfelder Land wie auch die Rütteldruckverdichter am Gräbendorfer See oder den Seilbagger am Klinger See. Eindrucksvoll sind auch Bilder von den verschiedenen Bergbaufolgeseen, wobei einige bereits weit entwickelt und andere noch in der Sanierungs- und Flutungsphase sind. Ob es der Große Goitzschesee bei Bitterfeld, der Bischdorfer See bei Lübbenau, der künftige Ilsestrand am Großräschener See oder der Biedermeierstrand am Hayner Ufer und die Sportbucht am Schladitzer See nördlich von Leipzig ist - sie alle sind Hingucker, Bergbaufolgeseen made by LMBV.
PS: Die berühmte Altenberger Pinge ist ein beeindruckendes Zeugnis der Bergbaugeschichte in Europa. Verursacht durch den Zusammenbruch von unterirdischen Grubenbauen entstand ein Einsturztrichter von beachtlichen Ausmaßen - etwa 400 Meter Durchmesser und 130 Meter Tiefe. 1545 und 1578 stürzten Teile des Grubenbaus ein, was zu mehreren Tagebrüchen führte. Trotzdem wurde der unkontrollierte Erzabbau bis zum großen Pingenbruch am 24. Januar 1620 fortgesetzt. Nach diesem Bruch schlossen sich die betroffenen Gruben zur »Zwitterstocks-Gewerkschaft« zusammen und bauten fortan die Bruchmassen ab. Erst nach 1990 endete der Zinnbergbau in Altenberg und fiel in die Verantwortung der GVV, heute LMBV.
Wohnbebauung an der GoitzscheVerichtung der Inselufer im künftigen Cottbuser OstseeWindräder nahe des Bischdorfer Sees
LMBV-Luftbilder 2020 v. P. Radke
Seilbagger am Ufer des Klinger Sees
Kali-Rückstandhalde
Goitzsche mit Pegelturm
Schladitzer Bucht
Ehem. Bergwerkstandort
Entstehende Sedlitzer Bucht
Böschungssicherung RL Meuro
Künftiger Ilse-Strand RL Meuro
Sanierungsstützpunkt im Bau
Verdichtung von Instabiltäten
Massenaufhöhung in der Lausitz
Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe zu Gast
Erfahrungsaustausch zwischen LMBV und BGR-Experten
Senftenberg/Hannover. Der Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Prof. Dr. Ralph Watzel war am 13. Juli 2020 mit Mitarbeitern, darunter dem Abteilungsleiter Prof. Dr. Thomas Himmelsbach sowie PD Dr. habil. Christoph Neukum sowie Stabsmitarbeiterin Claudia Blume zu einem Arbeitsbesuch in der Lausitz beim Bergbausanierer LMBV. Sie wurden von Dr. Peer Hoth vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) begleitet.
Die Wissenschaftler wurden herzlich vom Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny, am Sitz des Unternehmens in Senftenberg begrüßt. Im Rahmen von Fachgesprächen, an denen der Bereichsleiter Technik, Eckhard Scholz sowie der Sanierungsbereichsleiter Lausitz, Gerd Richter, teilnahmen, wurden beiderseits interessierende Fragen besprochen und bei einer anschließenden Befahrung von Lausitzer Sanierungsbaustellen und Bergbaufolgeseen vertieft. So informierten sich die Experten u.a. am Ableiter vom Sedlitzer See, am Gewässerbehandlungsschiff „Klara sowie und am Großräschener See über Sanierungsstrategien der Bergbausanierer.
Impressionen vom Arbeitsbesuch der BGR-Vertreter in der Lausitz
Erläuterungen zur “Klara” von B. Noppe
Am Tunnel des Überleiters 11
Aus der Entfernung: Rüttelstopfen
Pandemie-Krisenstab bewertete aktuelle Lage im Unternehmen u. auf Sanierungsbaustellen
Krisenstab des Bergbausanierers trat am 24. Juni 2020 erneut zusammen
Senftenberg/Leipzig/Sondershausen. Der Pandemie-Krisenstab der LMBV kommt in seiner aktuellen Lageeinschätzung für die LMBV zu dem Ergebnis, dass sich die ergriffenen Maßnahmen gut bewährt und einen hohen Anteil daran haben, dass der Betriebsablauf in der Pandemiephase ohne bedeutende Einschränkungen gewährleistet werden konnte. Auf den Sanierungs- und Verwahrungsbaustellen konnten in allen Bereichen im ersten Halbjahr 2020 insgesamt sehr gute Ergebnisse erreicht werden.
Gleichzeitig wird aber darauf hingewiesen, dass die festgelegten Maßnahmen, insbesondere die Einhaltung der Abstandsregeln und Hygieneschutzmaßnahmen, weiterhin einen hohen Stellenwert bei der Bekämpfung der Pandemie haben und behalten werden.
Die LMBV wird deshalb weiterhin in den internen Abläufen und auch im Außenverkehr die direkten Arbeitskontakte auf das dringlich notwendige Maß beschränken und Arbeitsberatungen sowie Außenkontakte mit ihren Partnern und Auftragnehmern nur mit dem absolut notwendigen Personenkreis durchführen.
Die LMBV-Geschäftsführung bedankt sich an dieser Stelle bei ihren Partnern und Auftragnehmern für die Mitwirkung und Unterstützung in der für alle Bereiche schwierigen Situation der Bewältigung der Corona COVID 19 Pandemie.
Der Pandemie-Krisenstab der LMBV wird seine Arbeit auch im 2. Halbjahr 2020 entsprechend der aktuellen Bedingungen fortführen.
Kontrollbefahrung am Fördergerüst der ehem. Schachtanlage „B. Koenen II“ Nienstedt
Sicherungsarbeiten auf der unteren Seilscheibenbühne des Doppelbock-Fördergerüstes erfolgt
Fördergerüst Bernard Koenen Schacht II mit den ehem. Schachtgebäuden und der Spitzkegelhalde
Sondershausen | Nienstedt. Direkt an der Autobahn 38 liegend, präsentiert sich das Fördergerüst der ehemaligen Schachtanlage Nienstedt in Verantwortung der LMBV als weithin sichtbarer, landschaftsprägender Fixpunkt im Mansfelder Land. Das Fördergerüst am Bernard Koenen Schacht II ist eines der letzten noch erhaltenen Doppelbock-Fördergerüste und neben der Spitzkegelhalde Zeugnis des regionalen Kupferschieferbergbaus in Mitteldeutschland. Die 60 Meter hohe Landmarke wurde bereits in den 1990er Jahren unter Denkmalschutz gestellt. Nienstedt ist ein Ortsteil der Stadt Allstedt im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt.
Im Jahr 1956 war mit den Teufarbeiten des Schachtes, mit einem lichten Durchmesser von sechs Meter, begonnen worden. Nach fünfjähriger Bauzeit wurde die Endteufe von 871 Meter des zukünftigen Wetter-, Flucht- und Förderschacht erreicht. Durch den VEB Thüringer Stahlbau erfolgte dazu das Herstellen eines genieteten Fördergerüsts ab 1960. Mit der Einstellung der Förderung nach 1990 erfolgte schrittweise die Verfüllung des Schachtes und der Rückbau der beiden Fördermaschinen einschließlich Fördergestelle und Führungsgerüst in späterer Verantwortung der GVV, heute des LMBV-Sanierungsbereiches KSE.
Mittlerweile weist das Fördergerüst fortschreitende Korrosionsschäden auf. Das Gerüst wird daher turnusmäßig von der LMBV und Sachverständigen der Nordhäuser Bauprüfinstitut GmbH befahren, um Gefahren für die öffentliche Sicherheit rechtzeitig zu erkennen und zu unterbinden.
So fand am 9. Juni 2020 eine Befahrung mittels eines Hubsteigers statt. Mit einem 64 Meter langen Ausleger konnten der Sachverständige alle Seilscheibenbühnen und Hilfsbühnen sowie Stützen befahren und begutachten sowie anschließend durch die Mitarbeiter des Zentralen Grubenwassermanagements die potenziellen Gefahrenquellen beseitigt werden. Dazu wurden unter anderem Ketten als Abfangsicherung angebracht. Ein nächster Schritt wird der Rückbau des Portalkrans auf dem Fördergerüst sein. In zwei Jahren erfolgt dann im Jahr 2022 voraussichtlich eine erneute Begutachtung des Gerüstes mit einer technischen Bewertung. Fotos: FILMART für LMBV|KSE
Eindrücke aus Sondershausen (Fotos: Danny Bodenstab)
Sicherungsarbeiten auf der unteren Seilscheibenbühne des Fördergerüstes NienstedtFördergerüst Bernard Koenen Schacht II mit den ehem. Schachtgebäuden und der Spitzkegelhalde
Für zwei Ausbildungsrichtungen 2020/2021 werden 12 Azubis vom Bergbausanierer gesucht
Seit dem Bestehen der LMBV wurde schon mehr als 1.670 jungen Menschen durch eine qualitativ hochwertige Erstausbildung der Eintritt ins Berufsleben ermöglicht
Senftenberg/Lauchhammer/Espenhain. Die LMBV stellt erneut 12 neue Ausbildungsplätze für das Ausbildungsjahr 2020/21 zur Verfügung. Die dreijährige Ausbildung wird in nachfolgend genannten Ausbildungsstätten realisiert:
für Fachkraft für Lagerlogistik (m/w/d) in Lauchhammer (Ausbildungseinrichtung ist die TÜV Rheinland Akademie GmbH; Berufsschule ist das Oberstufenzentrum Elbe-Elster, Feldstraße 7a in 04910 Elsterwerda)
für Kaufmann/-frau für Büromanagement in Espenhain (Ausbildungseinrichtung ist die TDE Personal Service GmbH; Berufsschule ist das Berufliche Schulzentrum 6 der Stadt Leipzig, Am kleinen Feld 3/5 in 04205 Leipzig)
Bewerbungsende ist am 30.06.2020. Die Bewerbungen für diese Ausbildungsberufe sind mit
Bewerbungsschreiben,
tabellarischem Lebenslauf,
Schulzeugnis des letzten Schuljahres und dem Halbjahreszeugnis des laufenden Schuljahres und
ggfs. Nachweisen von Praktika (Schulpraktika)
an die LMBV mbH Abteilung Personalwesen Knappenstraße 1 in 01968 Senftenberg zu senden.
Weltbienentag am 20. Mai – Wild- und Honig-Bienen in den Bergbaufolge-Landschaften
Bergbausanierer LMBV hat neun Standorte für Honigbienen regionalen Imkern zur Verfügung gestellt – Wilde schwarze Mauerbiene kommt in der Lausitz nur in ehemaligen Tagebauen Schlabendorf und Seese vor
Senftenberg/Leipzig. Untersuchungen ergaben, dass beispielsweise im „Naturparadies Grünhaus“, einer Bergbaufolgelandschaft der Tagebaue Kleinleipisch/Klettwitz, welches durch die NABU-Stiftung betreut wird, u.a. insgesamt elf wertgebende, nicht parasitisch lebende Bienenarten vorkommen.
So auch die spezialisierte Dünen-Seidenbiene und die auf Abbruchkanten und Steilhänge angewiesene Gebänderte Pelzbiene. In Sachsen wurden in den Bergbaufolgelandschaften bis zu 98 vom Aussterben bedrohte und stark gefährdete Arten nachgewiesen, in Sachsen-Anhalt waren es 68 Arten. Dazu zählen auch solche, die regional bereits als ausgestorben bzw. verschollen gelten.
Winterimpression vom Ufer des Schlabendorfer Sees nahe Wanninchen im Sanierungsbereich Lausitz
Neben den Wildbienen, die in den Bergbaufolgelandschaften einen idealen Lebensraum finden, gibt es auf den Flächen der ehemaligen Tagebaue auch Standorte, die regionalen Imkern für Honigbienen zur Verfügung gestellt werden. Derzeit gibt es diesbezüglich acht Nutzungsverträge im mitteldeutschen Raum und einen aktiven Vertrag der Lausitz. Anfragen von Imkern werden grundsätzlich positiv beantwortet, sofern es sich um begehbare Flächen außerhalb geotechnischer Sperrbereiche handelt.
Bergbaufolgelandschaften des Braunkohlenbergbaus bieten auch für die kleinen, leicht zu übersehenden Arten große Chancen. Die großen, oft unzerschnittenen Nachbergbau-Flächen, die Armut an Nährstoffen und die relative Störungsarmut gegenüber der normalen Kulturlandschaft sind die Voraussetzungen für das Vorkommen hunderter, häufig gefährdeter und selten gewordener Tier- und Pflanzenarten. Insbesondere für Insekten und Spinnen sind es geradezu ideale Lebensräume. Die Lebensraummosaike aus offenen Flächen, Gras- und Buschflächen, kleinen Steilkanten und Hängen und schließlich Waldflächen unterschiedlichster Dichte und Struktur bieten eine große Vielfalt an Nahrungs- und Brutplätzen.
So sind die Bergbaufolgelandschaften das Zuhause mehrerer in Deutschland hochgradig gefährdeter Wildbienenarten. Neben einzeln lebenden Arten gibt es unter ihnen auch in Brutkolonien nistende oder wie die Honigbiene auch staatenbildende Arten. Parasitisch lebende Kuckucksbienen sammeln dagegen keine Nahrung, sondern schmuggeln ihre Eier in die Brutzellen anderer Arten. Zwei vom Aussterben in Deutschland bedrohte Arten sind die die Samthummel und die Schwarzbürstige Mauerbiene.
Letztere kommt in blütenreichen Säumen und Lichtungen von Wäldern der Lausitz einzig im Bereich der ehemaligen Tagebaue Schlabendorf-Seese vor. In den Bergbaufolgelandschaften sind diese Lebensräume regelmäßig vorhanden, so dass die Schwarzbürstige Mauerbiene eine gute Chance hat, sich wieder im Lausitzer Revier auszubreiten und damit ihr Vorkommen zu stabilisieren.
Es gibt übrigens etwa 50 verschiedene mitteleuropäische Arten der Mauerbiene. Eine der häufigsten und mit am weitesten verbreitete Art ist die Rote Mauerbiene, in der Fachsprache als "Osmia rufa" bezeichnet. Sie ist neun bis 14 Millimeter groß, hat einen schwarzen Kopf, der bei den Weibchen schwarz, bei den Männchen weiß behaart ist, und einen rötlichbraunen Körper.
Fotos: Dr. C. Saure für NaturschutzFonds Brandenburg | Ralf Donat, Siemann-Stiftung, für LMBV| Christian Bedeschinski für LMBV, Bergbaufolgelandschaft bei Wanninchen | Peter Radke Luftbild für LBMV | STMUV Bayern
Bergbaufolgelandschaft im NSG Wanninchen
Bienenwolf, eine Grabwespe, in der Bergbaufolgelandschaft der Bergener Höhe
Bergbaufolgelandschaft bei Schlabendorf – Bleßgänse
Blick auf das RL 14/15 der LMBV mit Sielmanns-Station Wanninchen (Tgb. Schlabendorf-N.)
Rhododendrenblüte 2020 im Lausitzer Findlingspark
Biene im Anflug
Schwarzbürstige Mauerbiene F.: NSF C. Saure
Ausgabe 03/2020 der Unternehmens-Zeitschrift “konkret” Mitte Mai erschienen
Senftenberg/Leipzig/Sonderhausen. Blickt man zurück in die vergangenen Wochen und wagt einen Ausblick auf Kommendes, so wird eines klar: Es sind bewegte Zeiten, in denen auch die Mitarbeiter der LMBV und der von ihr beauftragten Firmen und Institutionen tätig sind.
Das belegt auch die neue Ausgabe der „LMBV konkret“ einmal mehr. Im Editorial würdigt der heutige LMBV-Prokurist und Bereichsleiter Technik Eckhard Scholz die nun schon seit 20 Jahren andauernde Erfolgsgeschichte der Flutungszentrale Lausitz, die er mit aufgebaut hat.
Gewaltig wirken auf Außenstehende die Spundbohlen für die künftige Kaimauer am Sedlitzer See, die in diesen Tagen eingerammt werden: dort entsteht am Nordufer eine Anlegestelle für den Sanierungsstützpunkt der LMBV und das in Erschließung befindliche Gewerbegebiet der Stadt Senftenberg.
Auf dem von der LMBV mit geschaffenen Weinberg am Ufer des Geiseltalsees begann kurz vor Ostern die Winzerfamilie Reifert östlich der Altanlage mit ergänzenden maschinellen Pflanzarbeiten. Auf insgesamt 5,1 Hektar wurden weitere Rebstöcke des "Goldenen Steigers" am Geiseltalsee gepflanzt. Als Würdigung für die gute Zusammenarbeit mit der LMBV während der letzten zwei Jahrzehnte blieb es Dietmar Onnasch, langjähriger LMBV-Abteilungsleiter Projektmanagement Sachsen-Anhalt, vorbehalten, den letzten Rebstock zu setzen. Am 16. April 2020 pflanzte er einen Grauburgunder-Setzling mit Schaufel und Wassereimer.
Die Maßnahmen zur Reduzierung der Eisenfracht in der Spree haben auch 2019 eine sehr gute Wirkung erzielt, konnte Sven Radigk, Leiter der LMBV-Projektgruppe Gewässergüte Fließgewässer Lausitz den Jahresbericht zum „Monitoring der Eisenbelastung der Spree und der Talsperre Spremberg“, der jüngst fertiggestellt wurde, resümieren. Verfasst wurde dieser Bericht vom LMBV-Fachgutachter Dr. Wilfried Uhlmann vom Dresdener Institut für Wasser und Boden (IWB).
Vorbereitungen für Abdichtungsmaßnahmen haben an weiteren Gebäuden begonnen – Ziel der LMBV ist die nachhaltige Sicherung von Gebäuden in Delitzsch gegen ansteigendes Grundwasser. Keller von Wohn- und Geschäftshäuser in der Ritterstraße und der Badergasse sollen in den kommenden Monaten durch den Einbau einer Schwarzen Wanne nachhaltig gegen das aufsteigende Grundwasser im Auftrag der LMBV gesichert werden.
Der Rückbau der rund 65 Kilometer langen Flutungsleitung im Südraum Leipzig i.A. der LMBV schreitet weiter voran. Im Bereich der Weißen Elster, in der Nähe der Ortschaft Kleindalzig, wurde Ende April ein 150 Meter langes Teilstück der Ringleitung erfolgreich aus einem Düker gezogen. Bislang wurden rund 12 Kilometer der nun nicht mehr benötigten Ringleitung abgebaut.
An anderer Stelle wird derzeit an einer neuen Leitung gebaut, nämlich an der Haldenlaugenleitung Menteroda-Wipperdorf. In der Ortslage Friedrichsrode konnte kürzlich mit dem Bau eines großen Speicherschachtes für die Laugenleitung begonnen werden. Dieser Speicherschacht dient zukünftig der Zwischenspeicherung der Lauge für Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten an dieser Leitung. "Insgesamt sind bereits 10,8 Kilometer der insgesamt mehr als 12,4 Kilometer langen künftigen Laugenleitung erstellt", so zuständige Bereichsleiter Jörg Domnowski.
Drei Haldengrundstücke des Kupferschiefer-Bergbaus stehen zum Verkauf
Die drei Flachhalden werden in Denkmalliste des Landes Sachsen-Anhalt als Baudenkmäler geführt
Sondershausen/Hettstedt/Klostermansfeld. Die LMBV mbH ist u.a. Eigentümerin von Groß- und Kleinhalden des ehemaligen Kupferschieferbergbaus im Landkreis Mansfeld–Südharz in Sachsen–Anhalt und schreibt derzeit bis zum 19. Juni 2020 drei bergbaulich vorgenutzte Grundstücke nebst aufliegendem Haldenmaterial öffentlich zum Verkauf aus. Es handelt sich um:
Los 1 - Haldengrundstück zum Zirkelschacht (östlich von Klostermansfeld nahe B180) Größe ca. 15,26 ha
Los 2 - Haldengrundstück zum Eduardschacht (südlich von Hettstedt an Eislebener Str.) Größe ca. 16,13 ha
Los 3 – Haldengrundstück zum Lichtloch 28Z (südöstlich von Hettstedt nahe L72) Größe ca. 2,97 ha
Die Grundstücke sind nicht erschlossen und unterliegen derzeit keiner Nutzung. Lediglich eine kleine Teilfläche auf dem Plateau der Halde zum Zirkelschacht ist an ein Mobilfunkunternehmen mit örtlicher Funkfeststation verpachtet. Die Halden werden in der Denkmalliste des Landes Sachsen-Anhalt als Baudenkmäler geführt und sind von Restriktionen des Naturschutzes betroffen. Nähere Informationen zur Ausschreibung finden Sie hier.
Halde zum Zirkelschacht
Fördergerüst und Halde bei Nienstedt im Abendlicht – Tolles Foto von Danny Bodenstab
Wissenswertes zur Förderung in den Schachtanlagen "Koenen 1 & 2" und zum Abbau des Kupferschieferflözes
Niederröblingen (Helme)/Sondershausen. Die beiden hier abgebildten Fotos hat Danny Bodenstab von der Fa. SCHACHTBAU NORDHAUSEN GmbH dem Sanierungsbereich KSE und der Unternehmenskommunikation der LMBV zur Verfügung gestellt.
Sie zeigen die Spitzkegelhalde und das Fördergerüst Nienstedt des Bernard Koenen-Schachtes 2 bei Nienstedt in der Gemeinde Allstedt in Sachsen-Anhalt.
Die Schachtanlage "Bernard Koenen" bei Niederröblingen bestand bis zum Ende der Produktion am 10. August 1990 aus den Schächten "Bernard Koenen 1" in Niederröblingen als dem Hauptschacht und den Flucht- und Wetterschächten "Bernard Koenen 2" in Nienstedt in der Gemeinde Allstedt im Land Sachsen-Anhalt sowie dem Bohrschacht Mönchpfiffel. Der Bernard Koenen-Schacht 2 war außerdem Förderschacht für taubes Gestein.
An den ehemaligen Bergbau erinnern neben den Spitzkegelhalden das letzte erhalten gebliebene Fördergerüst einer großen Schachtanlage in Nienstedt, ein Doppelbock-Fördergerüst von 51 Metern Höhe, sowie auf dem Gelände des Schachtes in Niederröblingen ein Denkmal aus Förderwagen.
Die heute noch an den Standorten Niederröblingen und Nienstedt weithin sichtbaren Halden entstanden während der Betriebszeit der Schächte. Die Halde des Koenen-Schachtes 1 weist eine Höhe von 125 Meter über Gelände auf und enthält auf einer Fläche von 14 Hektar etwa 13,2 Millionen Tonnen Gestein.
Die Halde des Schachtes 2 in Nienstedt erreicht eine Höhe von 100 Metern und weist bei elf Hektar Fläche einen Inhalt von 9,4 Millionen Tonnen Haldenmaterial auf. Das Haldenmaterial bestehe zum überwiegenden Teil aus Zechsteinkalk. Es seien alle in der Grube angetroffenen Gesteine enthalten, auf der Halde des Schachtes 1 auch in größeren Mengen Steinsalz. Die Halde in Nienstedt weise wegen der dort verstürzten oberkarbonen Gesteine aus den Auffahrungen zum Baufeld Osterhausen einen deutlich rötlichen Farbton auf.
Das Betriebsgelände des Bernard Koenen-Schachtes 1 wird bis in die Gegenwart von dem Bergbau- und Tiefbauunternehmen BST Mansfeld GmbH & Co KG genutzt, das versucht, an diesem Standort die bergmännischen Traditionen zu erhalten und auch wieder Berglehrlinge ausbildete. Das Gelände des Schachtes in Nienstedt teilten sich zeitweise bis zu drei mittelständische Unternehmen.
Zur Geschichte der bergbaulichen Anlagen in Nienstedt
Doppelbock-Fördergerüst - Foto: D. Bodenstab
Die untertägige Verbindung zwischen den Bernard Koenen-Schächten 1 und 2 wurde in der 8. Sohle bereits am 19. Juni 1959 hergestellt. Die Auffahrung der Flucht-und Wetterverbindung zum Thomas Münzer-Schacht in Sangerhausen, der auch im August 1990 still gelegt wurde, erreichte erst im Januar 1961 im Niveau der 6. Sohle ihr Ziel.
Der Abbau des Kupferschieferflözes zur Erzgewinnung begann am 1. September 1958 in der 9. Sohle (587 Meter unter Normalnull bzw. 725 Meter unter dem Gelände) mit dem traditionellen Huntestreb-Verfahren. Modernere Technologien wie der Einsatz des Plattenbandes, des Einschienenförderers (1959) oder des Geradstrebes (1960) wurden nach und nach eingeführt und verbesserten die Arbeitsbedingungen vor Streb erheblich.
Später vervollständigten der hoch mechanisierte Schälschrapperstrebbau (1969) und der vereinzelt eingesetzte Strebbruchbau (1979) die Palette der Abbauverfahren. Aus dem Grubenfeld der Schachtanlage "Bernard Koenen" wurden seit 1958 insgesamt 13,9 Millionen Tonnen Erz mit einem Metallinhalt von 315.800 Tonnen Kupfer und 1.579 Tonnen Silber gefördert. Dabei wurden im Jahre 1967 mit 747.300 Tonnen Erz und einem Metallinhalt von 18.863 Tonnen Kupfer und 94,3 Tonnen Silber die höchste Jahresförderung der Schachtanlage überhaupt erreicht.
Die Belegschaftsstärke betrug im gesamten Produktionszeitraum bis 1989 durchschnittlich 3.677 Personen, wobei in den Jahren von 1966 bis 1977 immer über 4.000 und im Jahr 1967 maximal 4.721 Personen beschäftigt waren. Anschließend nahm die Belegschaftsstärke bis zum Jahr 1989 kontinuierlich bis auf 3.457 Beschäftigte ab.
Das Grubenfeld wies bei Einstellung des Bergbaus am 10. August 1990 eine insgesamt abgebaute Fläche von 1,42 Quadratkilometern und einen bergmännisch geschaffenen Hohlraum von etwa 6,3 Millionen Kubikmeter auf. Im Zuge der nach der Abbaubeendigung erforderlichen Verwahrung der Gruben wurden die Schächte von der damaligen GVV - heute Sanierungsbereich KSE der LMBV - verfüllt und das Grubenfeld über Bohrungen mit Helmewasser geflutet. Diese Vorhaben wurden im Jahr 1996 abgeschlossen.
Quellen: Webseite des Ortes Nienstedt - http://nienstedt06542.weebly.com/die-kupferfoumlrderung.html sowie Berichte der Mitteldeutschen Zeitung | Unser Dank gilt zudem für die Fotos vom März 2020 an Danny Bodenstab von der Fa. SCHACHTBAU NORDHAUSEN GmbH
Weiterer Meilenstein zum Fertigstellen der Laugenleitung Menteroda-Wipperdorf
Bau des Speicherschachtes in Friedrichsrode für die Laugenleitung begonnen
Sondershausen/ Friedrichsrode. Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zum Fertigstellen der Laugenleitung Menteroda-Wipperdorf wurde kürzlich erreicht: In der Ortslage Friedrichsrode konnte mit dem Bau eines großen Speicherschachtes für die Laugenleitung begonnen werden. Dieser Speicherschacht dient zukünftig der Zwischenspeicherung der Lauge für Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten an dieser Leitung.
Insgesamt sind bereits 10,8 Kilometer der insgesamt mehr als 12,4 Kilometer langen künftigen Laugenleitung erstellt, so kürzlich KSE-Bereichsleiter Jörg Domnowski. Zurzeit werden die Haldenabwässer des Haldenstandortes Volkenroda noch in die Grube Volkenroda/Pöthen eingeleitet (Flutung). Zukünftig werden die anfallenden Haldenabwässer über die neue Laugenleitung dem Becken Wipperdorf zugeführt.
Bau eines großen Speicherschachtes Friedrichsrode für die Laugenleitung Menteroda-Wipperdorf begonnen
Im zurückliegenden Jahr 2019 wurde im LMBV-Verantwortungsbereich eine Gesamtchloridfracht im Vorfluter von etwa 47.000 t/a durch die Haldensickerwässer der Haldenstandorte Sondershausen, Bleicherode, Sollstedt, Bischofferode sowie Volkenroda und Roßleben verursacht. Daraus ergibt sich eine Jahresgesamtchloridfracht für den Vorfluter Wipper von ca. 45.000 t/a. Die Haldenabwässer des Haldenstandortes Roßleben in einer Größenordnung von 2.100 t/a Chloridfracht werden in den Vorfluter Unstrut geleitet. Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich die Jahresfracht halbiert. Die Gesamtchloridfracht ergibt sich aus dem diffusen Austrag der jeweiligen Halden sowie dem Abstoß aus dem „Zentralen Laugenstapelbecken Wipperdorf“ und im Bedarfsfall aus dem Becken Sondershausen. LMBV-Foto: KSE André Schallau
Befahrung der Kupferschiefer-Reviere im Südharz durch LMBV-Chef bei KSE erfolgt
Nachsorgebetrieb Niederröblingen sowie W-Schacht am Standort Wimmelburg und Röhrigschacht in Wettelrode befahren
Sondershausen/Niederröblingen/Wettelrode. Am 26. März 2020 setzte der Assessor des Bergfachs Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, seine Befahrung von Standorten des Zentralen Grubenwasser-Managements des Sanierungsbereichs Kali-Spat-Erz (KSE) mit dem Besuch des Nachsorgebetriebs Niederröblingen fort.
Am LMBV-Betriebsstandort der Bergsicherung Wimmelburg erfolgte die Begrüßung durch den KSE-Bereichsleiter Jörg Domnowski und eine Darstellung der Aufgabenfelder des Verwahrungsbergbaus in den ehemaligen Kupferschieferrevieren Mansfelder Mulde und Sangerhausen. Die rund 800 Jahre währende Kupferschiefergewinnung im südöstlichen Harzvorland förderte auf einer Fläche von 180 Quadratkilometern 19 Millionen Tonnen Erz und gewann daraus 2,6 Millionen Tonnen Kupfer und 14,2 Tonnen Silber. Der Bergbau ist geprägt durch flächige Abbauformen des meist nur 40 Zentimeter mächtigen Kupferschieferflözes.
Die aktive Förderung in dem ehemals deutlich größeren Teilrevier Mansfelder Mulde wurde 1969 eingestellt. Das bis über 1.000 Meter tiefe Grubengebäude konnte zwischen 1971 und 1982 durch Einstellung der Wasserhaltung bis auf das Niveau des Schlüsselstollens geflutet werden. Im Sangerhäuser Revier erlag der Bergbau einem Zusammenspiel von immensen montanhydrologischen Problemen, fallenden Kupferweltmarktpreisen und den politischen Veränderungen. Der letzte Kupferschiefer wurde 1989 gefördert. Die Flutung des Grubengebäudes erfolgte bis 1996. Die Gewährleistung der bergbaulichen Entwässerung ist für das Territorium langfristig von zentraler Bedeutung. Dazu werden Monitoring-, Kontroll- und Instandsetzungsaufgaben auf den Wasserlösestollen mit dazugehöriger Unterhaltung von Schacht- und weiterer Betriebsanlagen durch die LMBV durchgeführt.
In Begleitung des KSE-Mitarbeiters Sebastian Tugendheim wurde auch der W-Schacht am Standort Wimmelburg von Bernd Sablotny befahren. Zwischen 1866 und 1992 erfolgte im Wesentlich von hier, die Versorgung der Stadt Eisleben und der umliegenden Hütten durch den Bergbaubetrieb mit Trink- und Brauchwasser. An das Grubengebäude sind die teilweise bergbaulich genutzten natürlichen Anhydrithöhlensysteme der „Wimmelburger Schlotten“ angeschlossen.
Eine zweite Befahrungsetappe führte ins benachbarte Sangerhäuser Revier nach Wettelrode auf den Röhrigschacht. Hier wurden Schwerpunkte der Kontrollarbeiten der LMBV vor Ort durch die KSE-Mitarbeiter Peter Nicolai und Sebastian Tugendheim erläutert und die Abbautechnologie in der untertägigen Museumsstrecke des Erlebniszentrums Bergbau Röhrigschacht präsentiert. Mit dem Besuch des sogenannten „Grünen Gewölbes“, einer bunt mineralisierten Förderstrecke, wurde die Revierbefahrung abgerundet.
Impressionen von der Befahrung bei KSE
Im sog. "Grünen Gewölbe" untertage: Peter Nicolai, Bernd Sablotny und Sebastian TugendheimEindruckvoll: das "Grüne Gewölbe" untertage im Röhrigschacht: P. Nicolai, B.Sablotny und S. Tugendheim
Neu erarbeitete Rekultivierungsbroschüre der Bergbausanierer online
Ein Blaukehlchen in der Folgelandschaft
Senftenberg. "Landschaft entsteht und wandelt sich durch menschliches Handeln und das Wirken der Naturkräfte. Ressourcenabbau verändert eine Landschaft und ihre Ausstattung stetig. Während auf der Gewinnungsseite Vorhandenes zerstört wird, entsteht im ausgebeuteten Bereich Neues."
Die Entstehung vom Neuem in den Bergbaufolgelandschaften und die Widernutzbarmachung der vom Braunkohlenbergbau beanspruchten Flächen wird in der neuen LMBV-Fachbroschüre Den Boden für die Zukunft bereiten. Rekultivierung von Bergbaufolgelandschaften erläutert.
Auf 44 Seiten wird dabei ein konzentrierter Einblick in die wichtigsten Arbeitsfelder gegeben. Die Themen Boden, landwirtschaftliche sowie forstliche Rekultivierung, Fischerei und Wegebau stehen dabei im Fokus. Rechtliche Grundlagen werden, wie Fragen der Renaturierung, ebenfalls beleuchtet. Großformatige Fotos aus dem Lausitzer und Mitteldeutschen Revier sowie dem Bereich Kali-Spat-Erz verdeutlichen, neben zahlreichen Grafiken, die Erläuterungen. In enger Kooperation zwischen der Abteilung Umweltschutz/Rekultivierung und der Unternehmenskommunikation der LMBV ist diese Zusammenfassung erarbeitet worden. LMBV-Fachreferent Jörg Schlenstedt übernahm die fachliche Betreuung.
Für den internationalen Know-How-Austausch wurde die Broschüre zudem ins Englische, Chinesische, Polnische, Russische und Spanische übersetzt. Die deutsche und die englische Ausgabe stehen ab sofort unter "Mediathek – Publikationen" als PDF-Version zur Verfügung. Die Druckversion liegt ab Mitte April vor und kann gegen Zusendung eines adressierten und ausreichend frankierten Rückumschlages an die LMBV-Unternehmenskommunikation bestellt werden.
Impressionen der Bergbaufolgelandschaften - Fotos: L. Piltz für LMBV
Gottesanbeterin vor Lausitzer Kraftwerk
Kranich mit Jungtier am Bergbaufolgesee
Aufgeforsteter Wald auf einer ehemaligen Lausitzer Kippenfläche
Publikationen
Vorsorge zum Eindämmen der Pandemie — Krisenstab bewertet jeweils aktuell die Lage
Senftenberg/Leipzig/Sondershausen. Im Zusammenhang mit der aktuellen Entwicklung der Corona-Virus-Infektionskrankheit (COVID-19) hat die LMBV einen Pandemieplan für das Unternehmen in Kraft gesetzt und einen Krisenstab berufen. Dieser hat bis zum 27. März bereits 13 mal getagt und unternehmensseitige Klärungen zum jeweilige Fortschreiben dieses Pandemieplanes herbeigeführt.
Der Pandemieplan der LMBV beinhaltet allgemeine Verhaltensregeln für die Mitarbeiter und betriebsablauforganisatorische Maßnahmen zum Schutz vor der Erkrankung, zur Gewährleistung der Sicherheit im Verantwortungsbereich der LMBV sowie zur Aufrechterhaltung des Betriebsablaufes insbesondere in Anlagen mit Sicherheits- bzw. Umweltrelevanz. Die zuständigen Behörden der Länder wurden von den ergriffenen Maßnahmen der LMBV unterrichtet.
Um eine Verbreitung des Virus einzudämmen, wurden und werden nicht dringliche Arbeitsberatungen und Außenkontakte mit einer hohen Teilnehmerzahl auf das dringend Notwendige beschränkt bzw. vermieden. An Auftragnehmer und Partner: Bitte vermeiden Sie deshalb unnötige Besuche bei der LMBV.
Für den Fall von Eigenbetroffenheit oder Kontakten mit Betroffenen wurden Verhaltensvorgaben für die Mitarbeiter und innerbetriebliche Maßnahmen festgelegt. Die Maßnahmen der LMBV richten sich nach den gesetzlichen Vorgaben und den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Zum Schutz der Mitarbeiter bei gleichzeitiger Sicherung der betrieblichen Abläufe wurden umfassende Maßnahmen zur Flexibilisierung der Arbeitszeiten im Unternehmen bereits umgesetzt und auch das mobile Arbeiten zu Hause geregelt.
Derzeit laufen alle wesentlichen Sanierungsbaustellen der LMBV zusammen mit den Auftragnehmern unter Beachtung der Verhaltensregeln intensiv weiter.
(Stand: 16.03.2020, ergänzt am 27.03.2020)
Sperrbereiche und Verhaltensanforderungen unbedingt beachten!
Die LMBV betreibt in der Lausitz und im Raum Mitteldeutschland als bergrechtlich verantwortliche Projektträgerin Sanierungsbergbau inklusive Planung, Ausschreibung, Vergabe, Kontrolle und Abnahme der Sanierungsarbeiten mit dem Ziel der Beendigung der Bergaufsicht stillgelegter Bergwerke
Dabei sind zahlreiche berg- und wasserrechtliche Sanierungs- und Sicherheitsmaßnahmen noch nicht gänzlich abgeschlossen und zum Schutz der Bevölkerung so genannte geotechnische Sperrbereiche ausgewiesen. Diese sind mit Schildern gekennzeichnet. Im geotechnischen Sperrbereich besteht eine latente Gefahr für die Sicherheit. Das Betreten oder Befahren dieser Bereiche ist verboten.
Die LMBV weist darauf hin, folgende Verhaltensanforderungen einzuhalten: Alle Warn- und Hinweisschilder entlang der durch die LMBV freigegebenen Wirtschaftswege sind unbedingt zu beachten! Die Nutzung der durch die LMBV freigegebenen Wirtschaftswege erfolgt auf eigene Gefahr.
In Teilen der Kippenflächen ehemaliger Tagebaue sind aufgrund der noch erforderlichen Sicherung Sperrbereiche ausgewiesen, die durch Beschilderung „Sperrbereich – Betreten verboten – Lebensgefahr“ kenntlich gemacht sind.
Im Sperrbereich besteht die Gefahr • von Geländeeinbrüchen und Setzungsfließereignissen aufgrund von Bodenverflüssigungen • von Böschungsrutschungen, Böschungserosionen und deren Auswirkungen • einer nicht ausreichenden Tragfähigkeit der Oberfläche • von Bodensenkungen, Tagesbrüchen • tiefen Erosionsrinnen In den zur Nutzung freigegebenen Flächen der Bergbaufolgeseen dürfen die mit gelben Bojen gekennzeichneten zugelassenen Seebereiche nicht verlassen werden. Die Bereiche hinter den Bojenketten sind noch nicht gesichert und somit rutschungsgefährdet. Jedes Betreten oder Befahren kann ein Initial für das Auslösen von Böschungsrutschungen und deren Auswirkungen (z. B. Nachbrüche, Schwallwellen) darstellen. Weitere Gefahren bestehen in der Wind-/Wellenabrasion (Kliffbildung) und deren Auswirkungen (z. B. Nachbrüche) sowie tiefen Erosionsrinnen. Die ausgewiesenen Sperrbereiche sind über das Geoportal der LMBV jederzeit aktuell einsehbar. Bitte beachten Sie, dass sich jederzeit kurzfristige Änderungen der geotechnischen Sperrbereiche ergeben können und informieren Sie sich im Geoportal der LMBV.
Erneuerung der Ausbauelemente im Freieslebenschacht-Querschlag
Sondershausen/Mansfeld. Der Freieslebenschacht II, mit einer Teufe von 132 Meter, stellt heute noch ein zentrales bergbautechnisches Element für die Überwachungs- und Kontrolltätigkeit durch den Sanierungsbereich Kali-Spat-Erz der LMBV im Kupferschieferbergbaurevier der Mansfelder Mulde dar.
Namensgeber des Schachtes war der Geheime Finanzrat und Hauptfunktionär der Mansfelder Gewerkschaft Otto von Freiesleben.
Vom Schacht aus erfolgt bis zum 20 Kilometer entfernten Mundloch halbjährlich eine zweischichtige Kontrollbefahrung des Schlüsselstollens. Dieser wiederum dient als zentraler Wasserlösestollen der hydraulischen Entlastung des gefluteten Grubengebäudes. Damit hat der Schlüsselstollen eine wesentliche Langzeitfunktion für die öffentliche Sicherheit im Territorium.
Entsprechend ist die Unterhaltung und Überwachung des Schlüsselstollens einschließlich der dafür notwendigen Schächte, Lichtlöcher und Rettungswege im angrenzenden lufterfüllten Altbergbau im Abschlussbetriebsplan und im Überwachungsbetriebsplan für den Kupferschieferbergbau festgeschrieben und langfristig erforderlich. Mit dem Teufbeginn 1868 folgten zehn Jahre umfangreicher Vortriebsarbeiten unter teils widrigsten Bedingungen.
Die starken Wasserzutritte aus dem Gebirge führten zum zwischenzeitlichen Absaufen des Schachtes und machten den erstmaligen Einbau von Tübbingen als Schachtausbauelemente im Kupferschieferbergbau notwendig. Von 1877 bis 1917 diente der Schacht der Kupferschiefer- Förderung. Anschließend zur Wasserhaltung und Bewetterung der Grubenbaue genutzt, wurde der Freieslebenschacht II bei Beendigung des aktiven Bergbaus in der Mansfelder Mulde um 1969 bis zum Niveau Schlüsselstollen verfüllt und das darunter befindliche Grubenfeld geflutet.
Heute wird die denkmalgeschützte Tageschachtanlage für das Monitoring des angestauten Wassers in der Mansfelder Mulde und für Seil-/Materialfahrten im Zusammenhang mit den Kontrollbefahrungen des Schlüsselstollens genutzt. In dem 140 Meter langen Querschlag vom Schacht zum Stollen sind insbesondere auf den letzten 20 Meter Firste mit Kappen aus Eisenbahnschienen und Verzug (eingestapeltes taubes Gestein) gesichert.
Die Auswirkungen der feuchten Umgebung führen zu einer starken Korrosion der Sicherungselemente, sodass die Standsicherheit nur noch bedingt gegeben war. Die LMBV beauftragte die DMT-Niederlassung Leipzig mit der Planung und die BST Mansfeld GmbH mit den entsprechenden Instandsetzungsarbeiten. Nach der Baustelleneröffnung begann der Auftragnehmer am 29. Juli 2019 mit der Baustelleneinrichtung im über- und untertägigen Bereich.
Das Rauben des alten Stahlausbaus mit den darüber liegenden Lockermassen stellt für den gesamten Bauabschnitt eine Herausforderung dar. Unter Nutzung von temporäreren Sicherungsausbauen in Form von Holzstempeln wird der Ausbau kontrolliert zum Einsturz gebracht. Nach dem Herstellen der First- und Stoßsicherheit wird der endgültige Ausbau mittels Anker und Spritzbeton hergestellt. Bedingt durch das Antreffen von vorher unbekanntem Altbergbau wurde die Technologie teils durch Stahlkappen statt Anker geändert.
Im Kreuzungsbereich mit dem Schlüsselstollen ist die Situation durch eine Spannweite der Kappen von vier Meter und den Grad der Korrosion deutlich kritischer. Hinzu kommt die lagenweise Auflockerung in der Firste (dünnbankiger Rotliegend-Sandstein), sodass diese Bereiche bis zum standfesten Gebirge zurückzubauen sind. Diese Arbeiten sind ausschließlich händisch durchzuführen und setzen Erfahrung und Achtsamkeit voraus. Erst dann kann die Technologie für den o.g. Endausbau angewendet werden.
Bis Ende Februar 2020 werden die Instandsetzungsarbeiten im Querschlag und dem anschließenden Schlüsselstollen noch andauern. Die notwendige sichere Befahrung des Querschlags als Ausgangspunkt für die dauerhaften Kontrollen des Entwässerungsstollens der Mansfelder Mulde wird damit erreicht.
Impressionen von den untertägigen Sanierungsarbeiten - eingefangen von Heiko Grabowski | LMBV
Hergestellter Ausbau in Blickrichtung Schlüsselstollen
Sanierungsnotwendigkeit im Schlüsselstollen
Beraubte Firste
Assessor des Bergfachs Bernd Sablotny ist neuer Technischer Geschäftsführer der LMBV
Planmäßiger Führungswechsel beim Bergbausanierer
Senftenberg. Am 2. Januar 2020 hat der vom Gesellschafter neu berufene Technische Geschäftsführer der LMBV, Dipl.-Ing. und Assessor des Bergfachs Bernd Sablotny, in Senftenberg seine Arbeit aufgenommen.
Der 56-Jährige Bergbau-Experte folgt auf Klaus Zschiedrich, der zum Jahresende 2019 in den Ruhestand getreten war. Gemeinsam mit dem Kaufmännischen Geschäftsführer Dr. Hans-Dieter Meyer leitet Bernd Sablotny nun den Bergbausanierer.
Bernd Sablotny studierte von 1984 bis 1990 Bergbau an der RWTH Aachen. Nach dem Referendariat und der großen Staatsprüfung startete er 1993 im Sächsischen Oberbergamt ins Berufsleben. Nach verschiedenen Stationen im Sächsischen Oberbergamt sowie im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit, unter anderem als Stellvertreter des Präsidenten des Sächsischen Oberbergamtes, war Sablotny zuletzt von 2010 bis 2019 Abteilungsleiter Verkehr im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.
„Aus meiner beruflichen Vergangenheit kenne ich die LMBV als starken Partner in der Bergbausanierung“, so Sablotny. „Hier aktiv Verantwortung u.a. für die sichere Gestaltung von Böschungen und Kippen, bei der Flutung und Gütebehandlung als auch der Verwahrung untertägiger Grubenbaue zu übernehmen, sind eine große Herausforderung, der ich mich gerne stelle. Mich in die Gestaltung und Wiedernutzbarmachung der Bergbaufolgelandschaften einbringen zu können, freut mich sehr,“ so der neue Geschäftsführer.