Testfeld: LMBV erprobt optimale Sanierung der B97

Baustelle wird nördlich der S130 eingerichtet / Holzungsarbeiten ab 1. Oktober 2026

Senftenberg/Spreetal. Ein Testfeld zur Rütteldruckverdichtung (RDV) soll wichtige Erkenntnisse für die dringend erforderliche Sicherung der B97 und S130 zwischen Spreetal und Hoyerswerda liefern. Die Baustelle wird jetzt nach und nach eingerichtet. Am 1. Oktober sollen die Holzungsarbeiten beginnen, um das Baufeld für die technischen Anlagen freizumachen. Die Sanierung ist notwendig, weil der mehrere Kilometer lange Streckenabschnitt über den einstigen Tagebau Brigitta verläuft und aufgrund der instabilen Kippenböden geotechnisch gefährdet ist.
Das Testfeld entsteht nördlich der S130 zwischen dem Abzweig der B97 und der Ortschaft Burgneudorf. Es wird eine Fläche von 2,7 Hektar umfassen, was der Größe von knapp vier Fußballfeldern entspricht.
Auch wenn die RDV eine erprobte Technologie im Lausitzer Revier ist, ist der Untergrund nirgendwo gleich, wissen die Bergbauexperten. Aus diesem Grund soll im sanierungsbedürftigen Umfeld der B97 getestet werden, in welchen Abständen die Rüttellanze in den Boden getrieben werden muss, um den Untergrund zuverlässig und dauerhaft zu stabilisieren. Ob die Lanze im Abstand von drei Metern, vier Metern oder gar 4,5 Metern neu angesetzt wird, hat Einfluss auf die Kosten, aber auch auf die Dauer der Sanierungsmaßnahme – und damit auf die Dauer der Straßensperrung.
Neben den Erkenntnissen zum RDV-Raster erwartet der Bergbausanierer unter anderem auch Informationen darüber, welche Mengen an Zugabematerial benötigt werden. Um einen jederzeit sicheren Einsatz der RDV zu gewährleisten, werden durch ein weiträumiges Monitoring auch die Grundlagen für die Entwicklung eines Mess- und Kontrollprogramms ermittelt.
„Der tatsächliche Einsatz der RDV im Testfeld wird nur wenige Monate dauern“, informiert Steffen Kowalick, Projektleiter der Sanierungsmaßnahme bei der LMBV. Straßensperrungen seien für das Testfeld nicht geplant. Nach Abschluss der RDV-Tests würden nicht mehr erforderliche Anlagen zurückgebaut und die Fläche für die Nachnutzung im Rahmen der Komplexmaßnahme gesichert. All dies soll Anfang des 3. Quartals 2027 erledigt sein.
Die Erkenntnisse des Testfeldes werden in die konkrete Sanierungsplanung eingearbeitet. Derzeit rechnet die LMBV mit einem Beginn der Gesamtmaßnahme frühestens Anfang der 2030er Jahre. Mit der Sanierung ist eine Sperrung der B97/S130 für fünf bis zehn Jahre verbunden.
Weiterführende Informationen zur Sanierung der B97/S130 und zum Testfeld finden Sie auf der LMBV-Projektwebsite www.b97-sanierung.de. Dort gibt es auch einen News-Bereich und Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Verlauf der zu sanierenden Bundesstraße 97 am Spreetaler See zwischen Hoyerswerda und Schwarze Pumpe
Fotos: Steffen Rasche für LMBV


Unterbrochene LMBV-Baumaßnahme am Berzdorfer Seeufer wird ab Anfang September fortgeführt

Zugänglichkeit des Strandbereiches an der Blauen Lagune war bisher für die Sommersaison sichergestellt - Bau der Sickerstützscheibe geht weiter

Senftenberg/Görlitz. Das Projektmanagement der LMBV informiert, dass die Baumaßnahme des Bergbausanierers zur Sanierung der Südwest-Böschung am Berzdorfer See ab dem 01.09.2026 weitergeführt und voraussichtlich im Dezember 2026 fertiggestellt wird.

Die dafür beantragte verkehrsrechtliche Anordnung ist so ausgelegt, dass der sichere Zugang vom Parkplatz der Blauen Lagune sowohl zum Strand als auch zum dortigen Restaurant weiterhin gewährleistet ist.

Der Rundweg am Berzdorfer See in Richtung Rutschung P wird für die Arbeiten hingegen geschlossen. Die entsprechenden Verkehrszeichen werden kurzfristig vom Auftragnehmer aufgestellt.

Der Restaurantbetreiber an der Blauen Lagune als auch der benachbarte Projektentwickler wurden vor Beginn der Arbeiten durch das LMBV-Projektmanagement über die Besonderheiten und Einschränkungen im Zusammenhang mit der Baustelle informiert. (UST)

Blick über die Blaue Lagune am Berzdorfer See, 2026

Hintergrund: Anfang November 2025 hatte die LMBV mit der Sanierungsmaßnahme am Berzdorfer Seeufer begonnen. Im Strandabschnitt „Blaue Lagune“ war es notwendig, in die bestehende Böschung eine so genannte „Sickerstützscheibe“ einzubauen.

Dabei handelt es sich um eine Sickeranlage zur Entwässerung von Böschungen. Sie besteht aus einem in Falllinie abgetreppt ausgeführtem Schlitzgraben, der mit Schotter, Kies oder auch mit Einkornbeton verfüllt wird.

Ziel der Maßnahme ist, eine Absenkung der Sickerlinie um ca. zwei Meter in der Böschung zur realisieren. Dadurch wird die Dauerstandsicherheit der Böschung hergestellt. Des Weiteren werden die vorhandenen Böschungsfußgräben ertüchtigt und zusätzliche Ableiter von der Berme bis zur Wasserlinie des Sees errichtet.

Fotos: Steffen Rasche für LMBV

Umleitung während der Sanierung der Südwestböschung vom 01.09.26 - 31.12.26


Ausbau der Kleinen Spree abgeschlossen – Durchflusskapazität auf 7 Kubikmeter pro Sekunde erhöht

Belastungstest bestätigt Funktionsfähigkeit der ausgebauten Gewässerstrecke zwischen Burghammer und Spreewitz

Senftenberg/Burgneudorf. Der Ausbau der Kleinen Spree von Burghammer bis Spreewitz ist erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines abschließenden Belastungstests wurde in der vergangenen Woche die für das Bauvorhaben vorgesehene maximale Durchflussmenge von bis zu 7 Kubikmetern Wasser pro Sekunde erreicht. Damit ist die Kleine Spree für die vollständige betriebliche Nutzung der Wasserausleitung aus dem Wasserspeichersystem Lohsa II ertüchtigt.

Die Ausbaustrecke umfasst eine Länge von rund 5,4 Kilometern. Durch die Verbreiterung und Neuprofilierung des Gewässers konnte die Durchflusskapazität von bislang rund 1,5 auf bis zu 7 Kubikmeter pro Sekunde erhöht werden. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf rund 5,5 Millionen Euro.

Belastungstest bestätigt Funktionsfähigkeit

Für den abschließenden Test wurde die Abgabemenge aus dem Speicherbecken Burghammer ab dem 13. August 2026 schrittweise erhöht. Bis zum 21. August 2026 wurde der Abfluss in Schritten von etwa 0,5 Kubikmetern pro Sekunde gesteigert.  Vor jeder Erhöhung wurde ein Monitoring durchgeführt und bei Erreichen der Maximalmenge eine Verweilzeit von 24 h eingehalten.

Während dieser Phasen kontrollierten Fachleute die gesamte Ausbaustrecke. Das Planungsbüro Sweco GmbH führte Böschungsbegehungen durch, um mögliche Unregelmäßigkeiten frühzeitig zu erkennen. Auch fanden seitens der Planer und der Landestalsperrenverwaltung (LTV) Drohnenbefliegungen der Trasse statt. Parallel waren Messtrupps der SGL Spezial- und Bergbau-Servicegesellschaft Lauchhammer mbH und der Staatlichen Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft (BfUL) vor Ort, um unabhängige und belastbare Messwerte zu erheben. Die Messergebnisse wurden mit den automatisch erfassten Daten der LMBV abgeglichen.

Am Pegel Burgneudorf 1 stellte sich bei einer Abgabe von bis zu 6,5 Kubikmetern pro Sekunde aus dem Speicher Burghammer zusammen mit dem Wasser der Kleinen Spree und der Abgabe aus dem Speicher Lohsa I der angestrebte Gesamtabfluss von 7 Kubikmetern pro Sekunde ein.

Um den Wasserstand im Speicher Burghammer während des Tests nicht zu stark abzusenken, wurden parallel rund 3,3 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Speicher Lohsa II über die Tunnelröhre nach Burghammer übergeleitet.

An der Durchführung des Belastungstests waren neben dem Planungsbüro Sweco GmbH und dem ausführenden Auftragnehmer Hagn Umwelttechnik GmbH, die LMBV als Auftraggeber, sowie die Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen (LTV) als aktueller und zukünftiger Bewirtschafter beteiligt. Unterstützt wurde der Test durch die Messtrupps der BfUL und der SGL.

Blick auf den Flussverlauf der Kleinen Spree

Gewässerausbau mit ökologischen Strukturen

Die vorbereitenden Arbeiten für den Gewässerausbau, einschließlich der Suche und Beräumung von Kampfmitteln, begannen bereits im Herbst 2018. Im Sommer 2019 erfolgte in Burgneudorf der erste Spatenstich für die Neuprofilierung der Kleinen Spree. Seit Juli 2020 wurde nach der vollständigen Entschlammung der Ausbaustrecke innerhalb des ursprünglichen Gewässerverlaufs das neue Trapezprofil hergestellt.

Die Sohlbreite beträgt im Ausbaubereich nun durchschnittlich fünf bis sechs Meter. Eine mäandrierende Niedrigwasserrinne sorgt für eine naturnähere Gewässerstruktur. Das neue Gewässerbett ist insgesamt rund zehn Meter breit. Der Ausbau erfolgte dabei in der sogenannten „fließenden Welle“, sodass die Arbeiten unter Aufrechterhaltung des Wasserflusses durchgeführt werden konnten.

Auch ökologische Aspekte wurden bei der Gestaltung berücksichtigt. Auf ausgewählten Abschnitten mit einer Gesamtlänge von rund einem Kilometer entstanden Gewässeraufweitungen, kleine Inselflächen, Schilfbereiche und unterschiedlich geneigte Böschungen. Damit wurden vielfältige, gewässertypische Strukturen geschaffen und die Lebensbedingungen für die Fließgewässerfauna verbessert.

Wichtiger Baustein für die Wasserbewirtschaftung

Die Kleine Spree ist ein wesentlicher Bestandteil des Wasserspeichersystems Lohsa II, zu dem das Restloch Lohsa II, der Dreiweiberner See und der Bernsteinsee gehören. Das Wasserspeichersystem dient insbesondere der Niedrigwasseraufhöhung der Spree und damit dem Schutz des Biosphärenreservates Spreewald sowie der Stützung des Wasserhaushaltes von Berlin.

Darüber hinaus ermöglicht das Speichersystem eine verbesserte wasserwirtschaftliche Steuerung der Bergbaufolgeseen. Mit der Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Kleinen Spree steht nun eine deutlich größere Kapazität für die gezielte Ausleitung von Wasser aus dem Speichersystem in die Spree zur Verfügung.

Fotos: Gernot Menzel und Martin Hoffmann für LMBV


Richtfest für Multifunktionsgebäude „KANU“ des Zweckverbandes LSB gefeiert

Infrastruktur am Sedlitzer See nimmt weiter Gestalt an

Senftenberg/OT Sedlitz. Am 22. Juli 2026 konnte der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (ZV LSB) das offizielle Richtfest für das künftig markante Multifunktionsgebäude „KANU“ am Hafen der Sedlitzer Bucht am Sedlitzer See der LMBV mit Bauleuten und Gästen feiern.

Der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg beging diesen Meilenstein zusammen mit den Bauleuten und dem Berliner Architekturbüro Cubus Plan GmbH. Das Gebäude ist optisch einem umgedrehten Kanu nachempfunden und setzt ein wichtiges Zeichen für die touristische Erschließung des Lausitzer Seenlandes.

Beim Richtfest war die zukünftige Kubatur des „umgekippten Kanus“, wie Landrat Alexander Erbert den Bau bezeichnete, bereits gut zu erahnen. Das Holzgerippe aus 16 Rahmenbindern ergibt die Form eines umgedrehten Kanus und soll zeigen, dass der Landschaftswandel „alles auf links dreht“ und künftig ein Hingucker für Seenland-Gäste sein wird, so Senftenbergs Bürgermeister Andreas Pfeiffer. Ein Kanu, das im Wasser fahren soll, wird gewöhnlich so gebaut, indem es zunächst auf dem Kopf steht. Beim Kanu-Haus werde so der „Fortschritt des entstehenden Seenlandes“ präsentiert, so die Architekten.

Die Außenhülle aus Holz auf 16 Brettsperrholzbindern überwölbt rund 760 Quadratmeter Fläche, davon 387 Quadratmeter Nutzfläche. Das Gebäude, dass 2027 fertig gestellt werden soll, dient künftig als Wasserwanderstützpunkt und bietet Aufenthalts- und Umkleideräume, Sanitäranlagen und die Möglichkeit für einen Imbisses. Auch das das Büro des Sedlitzer Ortsvorstehers Frank Ciesielski wird dort angesiedelt sein. Die Inbetriebnahme ist für den Frühsommer 2027 zum Start der dortigen Wassersportsaison vorgesehen.

Am 23. Juli 2025 war der erste Spatenstich für das Gebäude getätigt worden. Fast genau zwölf Monate später erfolgte jetzt das Richtfest. Im abgelaufenen Jahr mussten vom ZV LSB manche Herausforderungen gelöst werden. Insbesondere der Baugrund mit Resten aus der früheren Bergbautätigkeit hatte für einen erhöhten Aufwand gesorgt, da dort ein Geogitter ergänzend eingebracht werden musste, um mögliche Setzungen des Bodens zu vermeiden.

Das „umgedrehte Kanu“ ist das Ergebnis eines Wettbewerbs, den einst der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg als Bauherr ausgeschrieben hatte. Als Gewinner ging das Büro Cubus Plan GmbH hervor. Die Firma bezeichnet das Sedlitzer Kanu-Haus als „Transformation von Technik zu Natur“. Das Gebäude soll die Nutzung für Wassersport und Tourismus ausstrahlen, die Identität des Ortes erlebbar machen und als Landmarke wirken. Die Ideen für das Kanu-Gebäude waren bereits vor zwanzig Jahren zusammen mit den Sedlitzer und den Planern der LMBV im Rahmen der IBA-Ideenfindungen mit entwickelt worden, wie die Landschaftsarchitektin Elke Löwe anmerkte. (UST)

Der Richtmeister bei seinem Richtspruch.

Fotos: Dr. Uwe Steinhuber


Zwei Tourismus-Ministerinnen zu Gast am Rostigen Nagel

Tourismusverband, Zweckverband und LMBV begrüßten die Ministerinnen Klement und Klepsch im Lausitzer Seenland

Senftenberg/OT Kleinkoschen. Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement und Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch besuchten am 21. Juli 2026 das Lausitzer Seenland. Hintergrund der gemeinsamen Visite der beiden Ministerinnen im Lausitzer Seenland ist die grenzübergreifende Förderung des Strukturwandels und des Tourismus.

Die beiden Ministerinnen besuchten auch den „Rostigen Nagel“ am Sornoer Kanal.  Sie wurden dort u. a. auch von den Geschäftsführern der LMBV herzlich begrüßt. Der „Rostige Nagel“ als markante Landmarke und Aussichtsturm aus Cortenstahl liegt direkt an der Grenze der beiden Bundesländer und ist ein zentraler Anlaufpunkt für den sich ausweitenden Rad- und Wassertourismus im Seenland. Die Landesregierung in Brandenburg hatte hierfür bereits Förderungen für die Neugestaltung und den Service am „Rostigen Nagel“ inklusive eines Bootsanlegers und neuen Aufenthaltsbereichen für den ZV LSB bereitgestellt.

Die Ministerinnen wurden von Kathrin Winkler, Geschäftsführerin des TV LS, Martin Wolf vom ZV LSB und dem Lausitzbeauftragten Dr. Klaus Freytag sowie dem Ersten Beigeordneten des Landrats OSL Robert Weidner und den LMBV-Geschäftsführern begleitet. Die LMBV-Geschäftsführung erläuterte den umfangreichen Sanierungsauftrag, der in den letzten Monaten mit der Freigabe der Überleiter zum Sedlitzer See verbunden war und gab einen Ausblick auf die kommenden Herausforderungen.

Zuvor waren die Ministerinnen an den IBA-Terrassen am Großräschener See zu Gast. Anlass des dortigen Besuchs war die offizielle Übergabe eines Förderbescheids für den dritten Bauabschnitt zum Ausbau des „Campus IBA-Terrassen“.  Zuvor waren bereits das neue Besucherzentrum in einem 1. Bauabschnitt gefördert worden. Weitere Mittel wurden für ein Co-Working-Space und Energiewerkstatt als 2. Bauabschnitt bereitgestellt.(UST)

Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement und Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch besuchten am 21. Juli 2026 das Lausitzer Seenland. Sie wurden von Kathrin Winkler, GF des TV LS, Martin Wolf vom ZV LSB und Dr. Klaus Freytag sowie dem Ersten Beigeordneten des Landrats OSL Robert Weidner und den LMBV-Geschäftsführern begleitet.

Fotos: Stephan Trutschler | U. Steinhuber 


Türkische Vize-Umweltministerin auf Einladung des Bundesumweltministeriums auf dem Bergheider See

Türkisch-Deutscher Austausch bei Seerundfahrt auf dem AQUAFORUM

Senftenberg/Lichterfeld. Am 2. Juli 2026 besuchte die stellvertretende türkische Umweltministerin Fatma Varank auf Einladung des BMUNK das Besucherbergwerk F 60 und das AQUAFORUM auf dem Bergheider See. Sie wurde von Rita Schwarzelühr-Sutter, der Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit und weiteren Mitarbeitern begleitet.

Die LMBV war stellvertretend zu einer regionalen Gesprächsrund dazu geladen worden, wo u. a. Alena Friedrich, Projektmanagerin bei ZV LSB und Marcus Ott, Leiter des Sachgebiets Wirtschaft und Förderung beim Landkreis Oberspreewald-Lausitz (OSL) zu lokalen KoMoMa-Projekten am Senftenberger und Sedlitzer See vortrugen.

Der Lausitz-Beauftragte des Landes Brandenburg. Dr. Klaus Freytag, hatte in das Thema des Klimaschutzes und des geplanten Kohleausstiegs und den damit verbundenen Herausforderungen im Land Brandenburg eingeführt. Gerd Richter, LMBV-Sanierungsbereichsleiter, erklärte insbesondere die Rolle der LMBV im Lausitzer Strukturwandel nach der Deutschen Einheit.

Susanne David von der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH, in der rund 1.000 Beschäftigte verteilt auf die Standorte Berlin, Bonn und Cottbus arbeiten, stellte das Konzept KoMoNa vor. KoMoNa steht dabei für „Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen“. Es handelt sich dabei um ein Förderprogramm des Bundesumweltministeriums.

Diese Vorstellung wurde von Dr. Kai Winkelmann ergänzt. Er leitet beim Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI) das Fachgebiet „Think Tank und Cluster Dekarbonisierung der Industrie“. Das in Cottbus ansässige KEI wird von der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH betrieben und arbeitet im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums und des Bundesumweltministeriums.

Der Klimatologe Dr. Martin Kühne sprach für Grünen und die schon lange existierende Umweltgruppe Cottbus und setzte sich kritisch mit der großen Wasserfläche des Cottbusser Ostsees der LEAG auseinander. Er betonte dabei die Notwendigkeit eines effektiven Wasserrückhalts in der Lausitz und wünschte sich vom Bergbautreibenden kleiner gestaltete künftige Bergbaufolgeseen.

Die stellvertretende türkische Umweltministerin Fatma Varank, die regelmäßig zu politischen Konsultationen - wie etwa im Rahmen des hochrangigen Deutsch-Türkischen Klima- und Umweltlenkungsausschusses oder des Petersberger Klimadialogs - nach Berlin reist, zeigte sich sehr aufgeschlossen gegenüber dem sich vollziehenden Landschaftswandel in der Lausitz, auch vor dem imposanten Hintergrund der stillgesetzten Arbeitsmaschine F 60, die sie zuvor besucht hatte. (UST)

Gruppenbild der Delegation vor der imposanten Kulisse der F 60.

Fotos: Dr. Uwe Steinhuber


Der Silbersee ist zum Baden und Bootfahren freigegeben

Senftenberg/Lohsa. Nach erfolgreichem Abschluss der bergmännischen Sicherungsmaßnahmen am Silbersee durch die LMBV und aller behördlichen Prüfungen steht der See pünktlich zur Sommerferiensaison allen Bürgerinnen und Bürgern sowie Gästen der Region wieder zum Erholen, Verweilen und Baden zur Verfügung. Durch die geotechnisch notwendigen Sicherungsmaßnahmen war der See in großen Teilen für die Nutzung gesperrt worden.

Im Silbersee kann zukünftig nicht nur gebadet werden, sondern auch das Befahren der Wasserfläche mit kleinen nichtmotorisierten Booten oder Wassersportgeräten ist im ausgewiesenen Bereich wieder möglich. Die nutzbare Wasserfläche ist durch Bojenketten gekennzeichnet. Der Bereich des Mortkaer Sees sowie der Verbindungskanal dorthin sind aus naturschutzrechtlichen sowie geotechnischen Gründen weiterhin von einer Nutzung ausgeschlossen.

Die Zulassung für den Gemeingebrauch wurde am gestrigen Tag durch den Landkreis veröffentlicht: https://www.landkreis-bautzen.de/download/landrat/Elektronisches_Amtsblatt_262026_vom_01.07.2026.pdf

Lohsaers Bürgermeister Thomas Leberecht, Mitarbeiter des Projektmanagements der LMBV, die neuen Pächter des Campingplatzes am Silbersee und zahlreiche Schüler der Lohsaer Oberschule gaben den Startschuss für die Badesaison. Sie ließen es sich nicht nehmen gemeinsam offiziell anzubaden.

Historie:

Der Silbersee ist ein geflutetes Tagebaurestloch. Das Gewässer entstand durch die Flutung des ehemaligen Tagebaues Werminghoff II, der von 1935 bis 1960 betrieben wurden. 53 Millionen Tonnen Braunkohle wurden hier gefördert. Nach der Stilllegung begann bereits zu DDR-Zeiten die Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft. Die einstige Grube diente jedoch hauptsächlich als Brauchwasserspeicher. Das Landschaftsschutzgebiet „Speicherbecken Lohsa“ sollte seit 1957 gleichzeitig zu einem Erholungsgebiet mit Naturschutzbereichen ausgebaut werden. Aus diesem Grund erfolgte am Silbersee eine vielfältige Reliefgestaltung mit kulturfreundlichen Böden. Nicht landwirtschaftlich genutzte Kippen wurden aufgeforstet oder der natürlichen Sukzession überlassen. Die Restlöcher Friedersdorf und Mortka flutete man 1971 planmäßig mit Spreewasser. Nur bestimmte Uferbereiche sind bis heute für die Erholung nutzbar, denn an einigen Stellen drohen Rutschungen. Unterirdische Entwässerungsstrecken hatte man teilweise nicht verfüllt, so dass sie im Laufe der Zeit einbrechen und zu Bergschäden führen könnten. Besonders nachdem es 1971 zu Rutschungen in der Nähe der Ortslage Mortka kam, mussten größere Gebiete gesperrt werden. Da der Mensch diese Areale nicht betreten durfte, konnte sich die Tier- und Pflanzenwelt hier ungestört entwickeln.

Mit dem Ende der Braunkohle-Ära wurden die Wasserhaltungen in den einstigen Tagebauen eingestellt und der Grundwasserspiegel stieg in der Lausitz flächendeckend wieder an, was ein Risiko für Rutschungsereignisse in den Kippenarealen mit sich bringt.

Sicherungsarbeiten am See:

Daraufhin führte die LMBV im Auftrag des Sächsischen Oberbergamtes die geotechnisch notwendigen Sicherungsmaßnahmen durch, um die Uferbereiche am Silbersee zu stabilisieren und eine sichere Nutzung auch in Zukunft zu ermöglichen.

In den Jahren 2012 bis 2016 wurde die setzungsfließgefährdete einstige Abraumkippe im Osten des Silbersees, an der Bahnstrecke Knappenrode-Horka, aufwendig mit einer Tiefenverdichtung gesichert. Die Bahnstrecke wurde für die Sicherungsarbeiten gesperrt. Danach wurde in den Jahren 2020/21 das Gelände des Hochwasserschutzlagers wieder hergestellt und eine Einsetzstelle errichtet.

Zuletzt wurde der Untergrund am Friedersdorfer Strand ab 2024 tiefenverdichtet, sodass in der Saison 2025 bereits ein kleiner Badebereich wieder genutzt werden konnte. Ab der Saison 2026 steht der Silbersee der Allgemeinheit gemäß Genehmigung und den Grenzen des Gemeingebrauches zur Verfügung.

Fotos: LMBV/Gernot Menzel und Steffen Rasche


Historischer Meilenstein erreicht: Bergbausanierer LMBV gibt drei weitere Kanäle für die Schifffahrt frei

Es entsteht ein neuer "Fünf-Seen-Verbund" im Lausitzer Seenland

Senftenberg. Ein visionäres Großprojekt der Braunkohlesanierung wurde Wirklichkeit. Ab dem 29. Juni 2026 sind der Senftenberger See, Geierswalder See, Partwitzer See, Sedlitzer See und Großräschener See erstmals komplett über schiffbare Kanäle miteinander verbunden. Wassersportler und Freizeitkapitäne können das Kerngebiet des Lausitzer Seenlandes nun ohne Umsetzen befahren. Der Sedlitzer See, mit rund 1.400 Hektar der größte Freizeitsee der Region, fungiert dabei als die zentrale maritime Drehscheibe.

Vom Bergmann zum See(n)mann: Erfolgreiche Sanierung

Jahrzehntelang haben Generationen von Bergleuten und Sanierern an der Wiedernutzbarmachung der vormaligen Tagebaue gearbeitet. Mit der Freigabe der Überleiter 8 (Rosendorfer Kanal), 10 (Sornoer Kanal) und 11 (Ilse-Kanal) schließt die LMBV ein Kernstück ihrer Sanierungsarbeit ab. „Dieser Verbund ist ein riesiger Schritt nach vorn, den wir gemeinsam mit unseren Partnern in der Region würdigen“, betont Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung. „Hauptaufgabe des Bergbausanierers war und ist es, sichere Landschaften nach dem Kohleabbau für eine nachhaltige Nachnutzung zu schaffen. Mit dem nun vollendeten Verbund übergeben wir ein einzigartiges Wasserparadies an die Menschen vor Ort und den Tourismus.“ B. Sablotny weiter: „Wir standen als Bergbausanierer vor vielen Herausforderungen, die die LMBV nur gemeinsam mit ihren vielen Partnern meistern konnten.“

Länderübergreifender Festakt auf und am Wasser

Die Bedeutung des Projekts für den Strukturwandel im sächsisch-brandenburgischen Revier wurde auch durch den prominent besetzten Festakt am Nordufer des Sedlitzer Sees unterstrichen:

  • Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke startete im Hafen Großräschen und reiste in Begleitung von LMBV-Chef Bernd Sablotny und dem Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, Alexander Erbert, per Boot durch den Ilse-Kanal an.
  • Ministerpräsident Michael Kretschmer legte zeitgleich im sächsischen Hafen Geierswalde ab. Begleitet vom Kaufmännischen LMBV-Geschäftsführer Torsten Safarik und dem Bautzener Landrat Udo Witschas passierte er den Sornoer Kanal.
  • Beide Delegationen trafen am zentralen Festplatz am Sedlitzer Seeufer ein, um den Seenverbund gemeinsam mit der Ostbeauftragten des Bundes, Elisabeth Kaiser, symbolisch der Region zu übergeben.

Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke betonte aus diesem Anlass: „Heute ist ein bedeutender Tag für die Lausitz, für Brandenburg und Sachsen: Mit der Eröffnung des Seenverbundes wird der tiefgreifende Wandel der Region ganz besonders sichtbar. Aus dem Kohlerevier wird Europas größtes künstliches Wassersportrevier. Ich bin dankbar für die gemeinsamen Kraftanstrengung von Bund, Ländern, Kommunen und Bergbausanierern. Die Wiedernutzbarmachung der durch die Tagebaue beanspruchten Gebiete ist ein ökologische Großprojekt, das zu den beeindruckendsten Erfolgsgeschichten der Wiedervereinigung zählt. Brandenburg und Sachsen haben sich früh gemeinsam dazu bekannt, eine zusammenhängende touristische Wasserlandschaft zu entwickeln. Mit der heutigen Freigabe der Kanäle zwischen den Tagebauseen wird das Realität. So feiern wir heute den Wandel der Lausitz vom Braunkohlerevier zur Region mit moderner Forschung und Wirtschaft - und besten touristischen Perspektiven."

Ministerpräsident Michael Kretschmer: Das Lausitzer Seenland ist ein Paradebeispiel für gelungenen Strukturwandel und eine gute länderübergreifende Zusammenarbeit. Wo einst Braunkohle gefördert wurde, entstehen heute attraktive Orte für Erholung, Tourismus und wirtschaftliche Entwicklung. Das zeigt eindrucksvoll, welche Chancen in diesem Wandel liegen und welche neuen Perspektiven für die Menschen, Kommunen und Unternehmen entstehen können. Sachsen unterstützt diese positive Entwicklung und hat sich bislang mit mehr als 28 Millionen Euro Landesmitteln an der Herstellung der Seenlandschaft beteiligt. So gestalten wir den Wandel unserer Region aktiv mit und schaffen aus den Hinterlassenschaften des Braunkohlebergbaus attraktive Tourismusziele und lebenswerte Erholungsräume.“

Sornoer Kanal - Blickrichtung zum Sedlitzer See

Neue touristische Perspektiven und Wasserqualität

Für die Urlaubsregion zwischen Berlin und Dresden ergeben sich völlig neue Dimensionen. Die schiffbaren Verbindungen verknüpfen moderne Marinas, Strände und Radwege zu einem zusammenhängenden Erlebnisraum. Kürzlich wurde zudem die neue Sedlitzer Marina mit modernen Steganlagen fertiggestellt. Auch qualitativ überzeugt das Revier: Die beteiligten Gewässer weisen inzwischen allesamt ein stabiles, pH-neutrales Milieu auf und bieten hervorragende Bedingungen für Badegäste und Wassersportler.

Am Nachmittag wurde der historische Moment zusätzlich durch die „5-Seen-Challenge“ gefeiert. Zum Live-Event, bei dem viertausend Menschen in der gesamten Region fast zeitgleich mit blauen Badekappen ihre Strände eroberten und so symbolisch den neuen Seenverbund einweihten, erklärte Bernd Sablotny: „Ohne den Tourismusverband und die Zweckverbände Lausitzer Seenland Brandenburg und Sachsen wären wir heute nicht hier. Sie werden künftig diese Tagebaurestlöcher, die wir als Bergbausanierer zu Seen gestaltet, geflutet und die umliegenden Flächen gesichert haben, nachnutzen und weiterentwickeln zu aller Wohl.“

Pressekontakt für Rückfragen: Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) Unternehmenskommunikation / Pressestelle | E-Mail: pressesprecher@lmbv.de | Website: www.lmbv.de | FAQ zum Seenverbund: https://www.lmbv.de/aufgaben/nachnutzung/eroeffnung-des-seenverbundes-im-lausitzer-seenland/

Fotos: Steffen Rasche für LMBV


Probebetrieb für Sedlitzer Ableiter hat begonnen

Erstes Wasser in den künftigen Bewirtschaftungskanal zum Testen eingeleitet

Senftenberg. Nach der baulichen Fertigstellung des Ableiters Sedlitz konnte der Bergbausanierer LMBV am 23. Juni 2026 den symbolischen Schieber für den ersten Testlauf mit Wasser aus dem Sedlitzer See ziehen. Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter Lausitz, gab dafür das Signal, wenig später wurden die ersten bis zu 80 Liter pro Sekunde Wasser in den Ableiter Sedlitz über einen Bypass eingespeist.

Die LMBV konnte neben den zuständigen Behörden auch die an der Projektierung sowie die am Bau Beteiligten herzlich begrüßen. Auch der Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, Alexander Erbert und Andreas Pfeiffer, Bürgermeister der Stadt Senftenberg, waren der Einladung zum Start des Probebetriebs gefolgt.

Für das Lausitzer Seenland ist der Bau des Ableiters Sedlitz bedeutsam. Gemeinsam mit den bereits vorhandenen Überleitern zwischen den Seen wird künftig ein koordiniertes Wassermanagement möglich sein.

Für die 2.800 Meter lange Gewässerverbindung zwischen Sedlitzer See und Schwarzer Elster, die über Kippengelände führt, waren eine Vielzahl von Vorarbeiten nötig. Die Rütteldruckverdichtung einer  Trasse in den Ausmaßen von 250 Länge, 60 Meter Breite und bis zu 40 Meter Teufe konnte dabei in den Jahren 2018 und 2019 realisiert werden. Dabei wurden 600.000 m³ Kippenboden verdichtet.

In einem weiteren Bauabschnitt wurden mittels Rüttelstopfverdichtung zwischen 2019 und 2021 etwa 4.560 verdichtete Säulen in den Untergrund auf 1.200 Meter Länge, 60 Meter Breite und einer Teufe von 25 Meter eingebracht. Der Ausbau des Gerinnes des Ableiters folgte in den Jahren 2022 bis 2026 auf einer Länge von 2.800 m. Dieses Gerinne hat eine Sohlbreite von sieben Metern. Die Böschungen wurden in einem Verhältnis von 1:2 hergestellt, um eine Abflussmenge von bis zu drei m³/s bei Mittelwasserverhältnissen zu bewältigen zu können. Die Fertigstellung konnte im Juni 2026 erreicht werden.

Im Rahmen der Bergbausanierung sind für den Ableiter Sedlitz seit 2013 rund 55,3 Mio. € aufgewendet worden, einschließlich der vorlaufenden Verdichtung des Kippenbodens. Mit dem Bauwerk erfolgt die Anbindung von später acht hydraulisch miteinander verbundenen Bergbaufolgeseen mit künftig rund 5.600 Hektar Wasserfläche an das Gewässernetz: Dazu zählen zunächst der Großräschener See, der Sedlitzer See, der Geierswalder See und Partwitzer See. Später kommen noch der Neuwieser See, der Spreetaler See, der Sabrodter See und der Blunoer Südsee dazu. (UST)

Gemeinsam zum Erfolg: Start des Probebetriebs

Der nun gestartete Probebetrieb ist in Abstimmung mit LfU und dem LBGR in zwei Phasen unterteilt. In der ersten Phase folgen nach einer Nullmessung der relevanten Grundwassermessstellen entlang des Ableiters weitere sechs Arbeitsschritte:

  • Schritt 1 (23.06.2026): Füllen des Gerinnes über Wassergüteleitung an der Wehranlage bis Wasserstand Schwarze Elster am 23./24.06.26: Verharrungszustand und Kontrolle der Böschungen des Gerinnes nach ca. 24 Stunden
  • 06.2026: Rückbau Fangedamm am Sielbauwerk (danach stellt sich im gesamten Neubaugerinne Wasserstand der Schwarzen Elster ein)
  • Schritt 2 (26.06.2026): Inbetriebnahme Wassergütemessung und Überprüfung Messwerte
  • Schritt 3 (30.06.2026): Beginn Untersuchung Leistungsfähigkeit Gerinne mit begleitenden Messungen
  • Schritt 4: Inbetriebnahme Laufzeitdifferenzenverfahren und Pegel Messstrecke sowie Überprüfung Wassermengenermittlung
  • Schritt 5: Schrittweise Erhöhung Durchfluss bis max. 0,5 m³/s inkl. Messungen
  • Schritt 6: wenn Schritte 1 – 5 erfolgreich, Entscheidung Probebetriebskommission über Rückbau Spundwand am Pumpwerk Rainitza

In der Probebetriebsphase 2 folgen weitere Aufgabenschritte:

  1. Schritt: Schließen des Sielbauwerkes und kontrolliertes Füllen des Gerinnes über Wehranlage bis max. + 101,00 m NHN, anschließend Verharrungszustand und Kontrolle der Gerinneböschungen nach mind. 24 Stunden
  2. Schritt: Entleerung des Gerinnes durch schrittweises Öffnen des Sielbauwerkes
  3. Schritt: Weiterführung der Untersuchung der hydraulischen Leistungsfähigkeit der Wehranlage, schrittweise Erhöhung der Durchflüsse bis max. 3,0 m³/s, begleitende Messungen
  4. Schritt: Beginn ses vorläufigen Betriebs nach Abschluss aller Untersuchungen
  5. Schritt: Abschluss des Probebetriebs mit Berichterstattung und Freigabe durch OWB und LBGR
Hintergrund: Der Ableiterbau hat eine lange Vorgeschichte.

Das Bauprojekt bestand aus mehreren Bauabschnitten mit verschiedenen Teilaufgaben:

  • temporäre Umverlegung der Rainitza und Abbruch des Rainitza-Gerinnes
  • Vorbereitung und Verdichtung der vorgesehenen Trasse
  • Bau eines Wehrs als Auslaufbauwerk Sedlitzer See
  • Errichtung eines Sielbauwerks als Hochwasserschutzanlage und Anbindung an die Schwarze Elster
  • Herstellung des Ableiterprofils mit temporärer Bauwasserhaltung
  • Bau eines Trogbauwerks unter der B96
  • Herstellung einer Wildbrücke
  • Bau eines sandgeschlemmten Wirtschaftswegs
  • Anbindung der Rainitza an den Ableiter und Rückbau der umverlegten Rainitza

Fotos: Dr. Uwe Steinhuber | Gernot Menzel | Christian Horn


LMBV-Medieneinladung zum Festakt „Fünf Seen – ein Verbund“ am Sedlitzer Seeufer am 29. Juni 2026

Großer Tag für das Lausitzer Seenland: Verbundfreigabe von fünf Bergbaufolgeseen steht bevor

Senftenberg. Am 29. Juni 2026 werden die Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg und des Freistaates Sachsen und die Staatsministerin Elisabeth Kaiser auf Einladung der LMBV gemeinsam mit der Region am Nordufer des Sedlitzer Sees den Verbundstart vor Ort symbolisch bei einem Festakt ab 11 Uhr einläuten. Gemeinsam mit allen Beteiligten werden an diesem Tag auch der Sornoer Kanal und der Ilse-Kanal in Nutzung gehen. Die LMBV erwartet dazu Partner und Gäste zu 10:30 Uhr am Nordufer des Sedlitzer Sees am sog. Sanierungsstützpunkt. Die Ausschilderung erfolgt zum Sedlitzer See von der B 156 aus.

Wir freuen uns, wenn Sie sich bei Interesse zu dieser Veranstaltung im Vorfeld bereits unter pressesprecher@lmbv.de bitte bis zum 24.06.26 anmelden.

Für die Medienvertreter bieten wir zusätzlich noch an:

  • Um den Verbund anschaulich zu zeigen, wird Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke um 9:45 Uhr im Hafen Großräschen ein Polizeiboot besteigen und dort direkt bereits schon für erste Fragen von Journalisten bis 10:00 Uhr kurz zur Verfügung stehen. Der Ministerpräsident des Landes Brandenburg wird bei seiner Fahrt durch den Großräschener See über den Ilse-Kanal zum Nordufer des Sedlitzer Sees vom Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny, und dem Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, Alexander Erbert, begleitet.
  • Parallel wird der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer im Hafen Geierswalde ebenfalls um 9:45 Uhr vor dem Ablegen für Fotos und O-Töne zur Verfügung stehen. Er wird in Begleitung des Kaufmännischen Geschäftsführers der LMBV, Torsten Safarik, und dem Landrat des Landkreises Bautzen, Udo Witschas, ebenfalls ein Polizeiboot nutzen, um vom Geierswalder See kommend durch den Sornoer Kanal zum Nordufer der Sedlitzer Sees anzureisen.

Die Zeit von der Bootsabfahrt bis zum Festakt sollte jeweils ausreichend sein, um als Medienschaffender parallel auf dem Landweg auch das Festgelände der LMBV am Nordufer des Sedlitzer Sees rechtzeitig zu erreichen.

Blick über den Überleiter 11 zum Großräschener See (Ilse-Kanal)

Hintergrund: Es handelt sich um einen großen Schritt für die Lausitz: Genau 100 Jahre sind seit der Aufschlussbaggerung für den damaligen Tagebau Ilse-Ost im Jahr 1926 vergangen, in dessen Restloch sich heute der Sedlitzer See der LMBV erstreckt. Bis zur heutigen Nutzung dieses vormaligen Restloches haben Generationen von Bergleuten an der komplexen Wiedernutzbarmachung der ehemaligen Tagebaue gearbeitet. Am Beispiel des nun entstandenen Lausitzer Verbundes von fünf von Menschenhand hergestellten Gewässern lässt sich gut das Motto der LMBV „Vom Bergmann zum See(n)mann“ nachvollziehen. Hauptaufgabe des Bergbausanierers war und ist, sichere Landschaften nach dem Bergbau für eine Nachnutzung in der Region herzustellen.

Der Sprecher der Geschäftsführung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau- Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), Bernd Sablotny, betont: „Dieser Verbund ist ein großer Schritt nach vorn, den wir gemeinsam mit unseren Partnern würdigen. Mit den abgestimmten und gezielten Anstrengungen für diesen Seenverbund hatten es alle Beteiligten bereits zum 24. April 2026 geschafft, eine allererste Wassersportsaison auf dem Sedlitzer See ermöglichen. Mit der nun bevorstehenden Freigabe der Überleiter 10 und 11 können Bootsnutzer den Verbund der fünf Bergbaufolgeseen ab dem 29. Juni 2026 befahren.“

Auch die Arbeiten am Überleiter Nr. 8 (Rosendorfer Kanal) i. A. der LMBV werden noch im Spätsommer 2026 abgeschlossen. Bereits Anfang 2026 hatten sich in Großkoschen bei einer der regelmäßigen LMBV-Statusberatungen zum Fortgang in der Restlochkette die dort beteiligten Vertreter von Landesregierungen, Behörden, Zweckverbänden, der Landkreise und Kommunen mit dem Bergbausanierer LMBV gemeinsam darauf verständigt, den Seenverbund in der Restlochkette bereits frühzeitig zum 29. Juni 2026 zu organisieren. Damit wird eine breite Nutzung des Seenverbundes noch in der touristischen Saison in 2026 ermöglicht. (UST)

Fotos:  LMBV | Steffen Rasche | 2026