Zwei Tourismus-Ministerinnen zu Gast am Rostigen Nagel

Tourismusverband, Zweckverband und LMBV begrüßten die Ministerinnen Klement und Klepsch im Lausitzer Seenland

Senftenberg/OT Klein Koschen. Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement und Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch besuchten am 21. Juli 2026 das Lausitzer Seenland. Hintergrund der gemeinsamen Visite der beiden Ministerinnen im Lausitzer Seenland ist die grenzübergreifende Förderung des Strukturwandels und des Tourismus.

Die beiden Ministerinnen besuchten auch den „Rostigen Nagel“ am Sornoer Kanal.  Sie wurden dort u. a. auch von den Geschäftsführern der LMBV herzlich begrüßt. Der „Rostige Nagel“ als markante Landmarke und Aussichtsturm aus Cortenstahl liegt direkt an der Grenze der beiden Bundesländer und ist ein zentraler Anlaufpunkt für den sich ausweitenden Rad- und Wassertourismus im Seenland. Die Landesregierung in Brandenburg hatte hierfür bereits Förderungen für die Neugestaltung und den Service am „Rostigen Nagel“ inklusive eines Bootsanlegers und neuen Aufenthaltsbereichen für den ZV LSB bereitgestellt.

Die Ministerinnen wurden von Kathrin Winkler, Geschäftsführerin des TV LS, Martin Wolf vom ZV LSB und dem Lausitzbeauftragten Dr. Klaus Freytag sowie dem Ersten Beigeordneten des Landrats OSL Robert Weidner und den LMBV-Geschäftsführern begleitet. Die LMBV-Geschäftsführung erläuterte den umfangreichen Sanierungsauftrag, der in den letzten Monaten mit der Freigabe der Überleiter zum Sedlitzer See verbunden war und gab einen Ausblick auf die kommenden Herausforderungen.

Zuvor waren die Ministerinnen an den IBA-Terrassen am Großräschener See zu Gast. Anlass des dortigen Besuchs war die offizielle Übergabe eines Förderbescheids für den dritten Bauabschnitt zum Ausbau des „Campus IBA-Terrassen“.  Zuvor waren bereits das neue Besucherzentrum in einem 1. Bauabschnitt gefördert worden. Weitere Mittel wurden für ein Co-Working-Space und Energiewerkstatt als 2. Bauabschnitt bereitgestellt.(UST)

Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement und Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch besuchten am 21. Juli 2026 das Lausitzer Seenland. Sie wurden von Kathrin Winkler, GF des TV LS, Martin Wolf vom ZV LSB und Dr. Klaus Freytag sowie dem Ersten Beigeordneten des Landrats OSL Robert Weidner und den LMBV-Geschäftsführern begleitet.

Fotos: Dr. Uwe Steinhuber


Türkische Vize-Umweltministerin auf Einladung des Bundesumweltministeriums auf dem Bergheider See

Türkisch-Deutscher Austausch bei Seerundfahrt auf dem AQUAFORUM

Senftenberg/Lichterfeld. Am 2. Juli 2026 besuchte die stellvertretende türkische Umweltministerin Fatma Varank auf Einladung des BMUNK das Besucherbergwerk F 60 und das AQUAFORUM auf dem Bergheider See. Sie wurde von Rita Schwarzelühr-Sutter, der Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit und weiteren Mitarbeitern begleitet.

Die LMBV war stellvertretend zu einer regionalen Gesprächsrund dazu geladen worden, wo u. a. Alena Friedrich, Projektmanagerin bei ZV LSB und Marcus Ott, Leiter des Sachgebiets Wirtschaft und Förderung beim Landkreis Oberspreewald-Lausitz (OSL) zu lokalen KoMoMa-Projekten am Senftenberger und Sedlitzer See vortrugen.

Der Lausitz-Beauftragte des Landes Brandenburg. Dr. Klaus Freytag, hatte in das Thema des Klimaschutzes und des geplanten Kohleausstiegs und den damit verbundenen Herausforderungen im Land Brandenburg eingeführt. Gerd Richter, LMBV-Sanierungsbereichsleiter, erklärte insbesondere die Rolle der LMBV im Lausitzer Strukturwandel nach der Deutschen Einheit.

Susanne David von der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH, in der rund 1.000 Beschäftigte verteilt auf die Standorte Berlin, Bonn und Cottbus arbeiten, stellte das Konzept KoMoNa vor. KoMoNa steht dabei für „Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen“. Es handelt sich dabei um ein Förderprogramm des Bundesumweltministeriums.

Diese Vorstellung wurde von Dr. Kai Winkelmann ergänzt. Er leitet beim Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI) das Fachgebiet „Think Tank und Cluster Dekarbonisierung der Industrie“. Das in Cottbus ansässige KEI wird von der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH betrieben und arbeitet im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums und des Bundesumweltministeriums.

Der Klimatologe Dr. Martin Kühne sprach für Grünen und die schon lange existierende Umweltgruppe Cottbus und setzte sich kritisch mit der großen Wasserfläche des Cottbusser Ostsees der LEAG auseinander. Er betonte dabei die Notwendigkeit eines effektiven Wasserrückhalts in der Lausitz und wünschte sich vom Bergbautreibenden kleiner gestaltete künftige Bergbaufolgeseen.

Die stellvertretende türkische Umweltministerin Fatma Varank, die regelmäßig zu politischen Konsultationen - wie etwa im Rahmen des hochrangigen Deutsch-Türkischen Klima- und Umweltlenkungsausschusses oder des Petersberger Klimadialogs - nach Berlin reist, zeigte sich sehr aufgeschlossen gegenüber dem sich vollziehenden Landschaftswandel in der Lausitz, auch vor dem imposanten Hintergrund der stillgesetzten Arbeitsmaschine F 60, die sie zuvor besucht hatte. (UST)

Gruppenbild der Delegation vor der imposanten Kulisse der F 60.

Fotos: Dr. Uwe Steinhuber


Der Silbersee ist zum Baden und Bootfahren freigegeben

Senftenberg/Lohsa. Nach erfolgreichem Abschluss der bergmännischen Sicherungsmaßnahmen am Silbersee durch die LMBV und aller behördlichen Prüfungen steht der See pünktlich zur Sommerferiensaison allen Bürgerinnen und Bürgern sowie Gästen der Region wieder zum Erholen, Verweilen und Baden zur Verfügung. Durch die geotechnisch notwendigen Sicherungsmaßnahmen war der See in großen Teilen für die Nutzung gesperrt worden.

Im Silbersee kann zukünftig nicht nur gebadet werden, sondern auch das Befahren der Wasserfläche mit kleinen nichtmotorisierten Booten oder Wassersportgeräten ist im ausgewiesenen Bereich wieder möglich. Die nutzbare Wasserfläche ist durch Bojenketten gekennzeichnet. Der Bereich des Mortkaer Sees sowie der Verbindungskanal dorthin sind aus naturschutzrechtlichen sowie geotechnischen Gründen weiterhin von einer Nutzung ausgeschlossen.

Die Zulassung für den Gemeingebrauch wurde am gestrigen Tag durch den Landkreis veröffentlicht: https://www.landkreis-bautzen.de/download/landrat/Elektronisches_Amtsblatt_262026_vom_01.07.2026.pdf

Lohsaers Bürgermeister Thomas Leberecht, Mitarbeiter des Projektmanagements der LMBV, die neuen Pächter des Campingplatzes am Silbersee und zahlreiche Schüler der Lohsaer Oberschule gaben den Startschuss für die Badesaison. Sie ließen es sich nicht nehmen gemeinsam offiziell anzubaden.

Historie:

Der Silbersee ist ein geflutetes Tagebaurestloch. Das Gewässer entstand durch die Flutung des ehemaligen Tagebaues Werminghoff II, der von 1935 bis 1960 betrieben wurden. 53 Millionen Tonnen Braunkohle wurden hier gefördert. Nach der Stilllegung begann bereits zu DDR-Zeiten die Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft. Die einstige Grube diente jedoch hauptsächlich als Brauchwasserspeicher. Das Landschaftsschutzgebiet „Speicherbecken Lohsa“ sollte seit 1957 gleichzeitig zu einem Erholungsgebiet mit Naturschutzbereichen ausgebaut werden. Aus diesem Grund erfolgte am Silbersee eine vielfältige Reliefgestaltung mit kulturfreundlichen Böden. Nicht landwirtschaftlich genutzte Kippen wurden aufgeforstet oder der natürlichen Sukzession überlassen. Die Restlöcher Friedersdorf und Mortka flutete man 1971 planmäßig mit Spreewasser. Nur bestimmte Uferbereiche sind bis heute für die Erholung nutzbar, denn an einigen Stellen drohen Rutschungen. Unterirdische Entwässerungsstrecken hatte man teilweise nicht verfüllt, so dass sie im Laufe der Zeit einbrechen und zu Bergschäden führen könnten. Besonders nachdem es 1971 zu Rutschungen in der Nähe der Ortslage Mortka kam, mussten größere Gebiete gesperrt werden. Da der Mensch diese Areale nicht betreten durfte, konnte sich die Tier- und Pflanzenwelt hier ungestört entwickeln.

Mit dem Ende der Braunkohle-Ära wurden die Wasserhaltungen in den einstigen Tagebauen eingestellt und der Grundwasserspiegel stieg in der Lausitz flächendeckend wieder an, was ein Risiko für Rutschungsereignisse in den Kippenarealen mit sich bringt.

Sicherungsarbeiten am See:

Daraufhin führte die LMBV im Auftrag des Sächsischen Oberbergamtes die geotechnisch notwendigen Sicherungsmaßnahmen durch, um die Uferbereiche am Silbersee zu stabilisieren und eine sichere Nutzung auch in Zukunft zu ermöglichen.

In den Jahren 2012 bis 2016 wurde die setzungsfließgefährdete einstige Abraumkippe im Osten des Silbersees, an der Bahnstrecke Knappenrode-Horka, aufwendig mit einer Tiefenverdichtung gesichert. Die Bahnstrecke wurde für die Sicherungsarbeiten gesperrt. Danach wurde in den Jahren 2020/21 das Gelände des Hochwasserschutzlagers wieder hergestellt und eine Einsetzstelle errichtet.

Zuletzt wurde der Untergrund am Friedersdorfer Strand ab 2024 tiefenverdichtet, sodass in der Saison 2025 bereits ein kleiner Badebereich wieder genutzt werden konnte. Ab der Saison 2026 steht der Silbersee der Allgemeinheit gemäß Genehmigung und den Grenzen des Gemeingebrauches zur Verfügung.

Fotos: LMBV/Gernot Menzel und Steffen Rasche


Historischer Meilenstein erreicht: Bergbausanierer LMBV gibt drei weitere Kanäle für die Schifffahrt frei

Es entsteht ein neuer "Fünf-Seen-Verbund" im Lausitzer Seenland

Senftenberg. Ein visionäres Großprojekt der Braunkohlesanierung wurde Wirklichkeit. Ab dem 29. Juni 2026 sind der Senftenberger See, Geierswalder See, Partwitzer See, Sedlitzer See und Großräschener See erstmals komplett über schiffbare Kanäle miteinander verbunden. Wassersportler und Freizeitkapitäne können das Kerngebiet des Lausitzer Seenlandes nun ohne Umsetzen befahren. Der Sedlitzer See, mit rund 1.400 Hektar der größte Freizeitsee der Region, fungiert dabei als die zentrale maritime Drehscheibe.

Vom Bergmann zum See(n)mann: Erfolgreiche Sanierung

Jahrzehntelang haben Generationen von Bergleuten und Sanierern an der Wiedernutzbarmachung der vormaligen Tagebaue gearbeitet. Mit der Freigabe der Überleiter 8 (Rosendorfer Kanal), 10 (Sornoer Kanal) und 11 (Ilse-Kanal) schließt die LMBV ein Kernstück ihrer Sanierungsarbeit ab. „Dieser Verbund ist ein riesiger Schritt nach vorn, den wir gemeinsam mit unseren Partnern in der Region würdigen“, betont Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung. „Hauptaufgabe des Bergbausanierers war und ist es, sichere Landschaften nach dem Kohleabbau für eine nachhaltige Nachnutzung zu schaffen. Mit dem nun vollendeten Verbund übergeben wir ein einzigartiges Wasserparadies an die Menschen vor Ort und den Tourismus.“ B. Sablotny weiter: „Wir standen als Bergbausanierer vor vielen Herausforderungen, die die LMBV nur gemeinsam mit ihren vielen Partnern meistern konnten.“

Länderübergreifender Festakt auf und am Wasser

Die Bedeutung des Projekts für den Strukturwandel im sächsisch-brandenburgischen Revier wurde auch durch den prominent besetzten Festakt am Nordufer des Sedlitzer Sees unterstrichen:

  • Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke startete im Hafen Großräschen und reiste in Begleitung von LMBV-Chef Bernd Sablotny und dem Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, Alexander Erbert, per Boot durch den Ilse-Kanal an.
  • Ministerpräsident Michael Kretschmer legte zeitgleich im sächsischen Hafen Geierswalde ab. Begleitet vom Kaufmännischen LMBV-Geschäftsführer Torsten Safarik und dem Bautzener Landrat Udo Witschas passierte er den Sornoer Kanal.
  • Beide Delegationen trafen am zentralen Festplatz am Sedlitzer Seeufer ein, um den Seenverbund gemeinsam mit der Ostbeauftragten des Bundes, Elisabeth Kaiser, symbolisch der Region zu übergeben.

Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke betonte aus diesem Anlass: „Heute ist ein bedeutender Tag für die Lausitz, für Brandenburg und Sachsen: Mit der Eröffnung des Seenverbundes wird der tiefgreifende Wandel der Region ganz besonders sichtbar. Aus dem Kohlerevier wird Europas größtes künstliches Wassersportrevier. Ich bin dankbar für die gemeinsamen Kraftanstrengung von Bund, Ländern, Kommunen und Bergbausanierern. Die Wiedernutzbarmachung der durch die Tagebaue beanspruchten Gebiete ist ein ökologische Großprojekt, das zu den beeindruckendsten Erfolgsgeschichten der Wiedervereinigung zählt. Brandenburg und Sachsen haben sich früh gemeinsam dazu bekannt, eine zusammenhängende touristische Wasserlandschaft zu entwickeln. Mit der heutigen Freigabe der Kanäle zwischen den Tagebauseen wird das Realität. So feiern wir heute den Wandel der Lausitz vom Braunkohlerevier zur Region mit moderner Forschung und Wirtschaft - und besten touristischen Perspektiven."

Ministerpräsident Michael Kretschmer: Das Lausitzer Seenland ist ein Paradebeispiel für gelungenen Strukturwandel und eine gute länderübergreifende Zusammenarbeit. Wo einst Braunkohle gefördert wurde, entstehen heute attraktive Orte für Erholung, Tourismus und wirtschaftliche Entwicklung. Das zeigt eindrucksvoll, welche Chancen in diesem Wandel liegen und welche neuen Perspektiven für die Menschen, Kommunen und Unternehmen entstehen können. Sachsen unterstützt diese positive Entwicklung und hat sich bislang mit mehr als 28 Millionen Euro Landesmitteln an der Herstellung der Seenlandschaft beteiligt. So gestalten wir den Wandel unserer Region aktiv mit und schaffen aus den Hinterlassenschaften des Braunkohlebergbaus attraktive Tourismusziele und lebenswerte Erholungsräume.“

Sornoer Kanal - Blickrichtung zum Sedlitzer See

Neue touristische Perspektiven und Wasserqualität

Für die Urlaubsregion zwischen Berlin und Dresden ergeben sich völlig neue Dimensionen. Die schiffbaren Verbindungen verknüpfen moderne Marinas, Strände und Radwege zu einem zusammenhängenden Erlebnisraum. Kürzlich wurde zudem die neue Sedlitzer Marina mit modernen Steganlagen fertiggestellt. Auch qualitativ überzeugt das Revier: Die beteiligten Gewässer weisen inzwischen allesamt ein stabiles, pH-neutrales Milieu auf und bieten hervorragende Bedingungen für Badegäste und Wassersportler.

Am Nachmittag wurde der historische Moment zusätzlich durch die „5-Seen-Challenge“ gefeiert. Zum Live-Event, bei dem viertausend Menschen in der gesamten Region fast zeitgleich mit blauen Badekappen ihre Strände eroberten und so symbolisch den neuen Seenverbund einweihten, erklärte Bernd Sablotny: „Ohne den Tourismusverband und die Zweckverbände Lausitzer Seenland Brandenburg und Sachsen wären wir heute nicht hier. Sie werden künftig diese Tagebaurestlöcher, die wir als Bergbausanierer zu Seen gestaltet, geflutet und die umliegenden Flächen gesichert haben, nachnutzen und weiterentwickeln zu aller Wohl.“

Pressekontakt für Rückfragen: Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) Unternehmenskommunikation / Pressestelle | E-Mail: pressesprecher@lmbv.de | Website: www.lmbv.de | FAQ zum Seenverbund: https://www.lmbv.de/aufgaben/nachnutzung/eroeffnung-des-seenverbundes-im-lausitzer-seenland/

Fotos: Steffen Rasche für LMBV


Probebetrieb für Sedlitzer Ableiter hat begonnen

Erstes Wasser in den künftigen Bewirtschaftungskanal zum Testen eingeleitet

Senftenberg. Nach der baulichen Fertigstellung des Ableiters Sedlitz konnte der Bergbausanierer LMBV am 23. Juni 2026 den symbolischen Schieber für den ersten Testlauf mit Wasser aus dem Sedlitzer See ziehen. Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter Lausitz, gab dafür das Signal, wenig später wurden die ersten bis zu 80 Liter pro Sekunde Wasser in den Ableiter Sedlitz über einen Bypass eingespeist.

Die LMBV konnte neben den zuständigen Behörden auch die an der Projektierung sowie die am Bau Beteiligten herzlich begrüßen. Auch der Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, Alexander Erbert und Andreas Pfeiffer, Bürgermeister der Stadt Senftenberg, waren der Einladung zum Start des Probebetriebs gefolgt.

Für das Lausitzer Seenland ist der Bau des Ableiters Sedlitz bedeutsam. Gemeinsam mit den bereits vorhandenen Überleitern zwischen den Seen wird künftig ein koordiniertes Wassermanagement möglich sein.

Für die 2.800 Meter lange Gewässerverbindung zwischen Sedlitzer See und Schwarzer Elster, die über Kippengelände führt, waren eine Vielzahl von Vorarbeiten nötig. Die Rütteldruckverdichtung einer  Trasse in den Ausmaßen von 250 Länge, 60 Meter Breite und bis zu 40 Meter Teufe konnte dabei in den Jahren 2018 und 2019 realisiert werden. Dabei wurden 600.000 m³ Kippenboden verdichtet.

In einem weiteren Bauabschnitt wurden mittels Rüttelstopfverdichtung zwischen 2019 und 2021 etwa 4.560 verdichtete Säulen in den Untergrund auf 1.200 Meter Länge, 60 Meter Breite und einer Teufe von 25 Meter eingebracht. Der Ausbau des Gerinnes des Ableiters folgte in den Jahren 2022 bis 2026 auf einer Länge von 2.800 m. Dieses Gerinne hat eine Sohlbreite von sieben Metern. Die Böschungen wurden in einem Verhältnis von 1:2 hergestellt, um eine Abflussmenge von bis zu drei m³/s bei Mittelwasserverhältnissen zu bewältigen zu können. Die Fertigstellung konnte im Juni 2026 erreicht werden.

Im Rahmen der Bergbausanierung sind für den Ableiter Sedlitz seit 2013 rund 55,3 Mio. € aufgewendet worden, einschließlich der vorlaufenden Verdichtung des Kippenbodens. Mit dem Bauwerk erfolgt die Anbindung von später acht hydraulisch miteinander verbundenen Bergbaufolgeseen mit künftig rund 5.600 Hektar Wasserfläche an das Gewässernetz: Dazu zählen zunächst der Großräschener See, der Sedlitzer See, der Geierswalder See und Partwitzer See. Später kommen noch der Neuwieser See, der Spreetaler See, der Sabrodter See und der Blunoer Südsee dazu. (UST)

Gemeinsam zum Erfolg: Start des Probebetriebs

Der nun gestartete Probebetrieb ist in Abstimmung mit LfU und dem LBGR in zwei Phasen unterteilt. In der ersten Phase folgen nach einer Nullmessung der relevanten Grundwassermessstellen entlang des Ableiters weitere sechs Arbeitsschritte:

  • Schritt 1 (23.06.2026): Füllen des Gerinnes über Wassergüteleitung an der Wehranlage bis Wasserstand Schwarze Elster am 23./24.06.26: Verharrungszustand und Kontrolle der Böschungen des Gerinnes nach ca. 24 Stunden
  • 06.2026: Rückbau Fangedamm am Sielbauwerk (danach stellt sich im gesamten Neubaugerinne Wasserstand der Schwarzen Elster ein)
  • Schritt 2 (26.06.2026): Inbetriebnahme Wassergütemessung und Überprüfung Messwerte
  • Schritt 3 (30.06.2026): Beginn Untersuchung Leistungsfähigkeit Gerinne mit begleitenden Messungen
  • Schritt 4: Inbetriebnahme Laufzeitdifferenzenverfahren und Pegel Messstrecke sowie Überprüfung Wassermengenermittlung
  • Schritt 5: Schrittweise Erhöhung Durchfluss bis max. 0,5 m³/s inkl. Messungen
  • Schritt 6: wenn Schritte 1 – 5 erfolgreich, Entscheidung Probebetriebskommission über Rückbau Spundwand am Pumpwerk Rainitza

In der Probebetriebsphase 2 folgen weitere Aufgabenschritte:

  1. Schritt: Schließen des Sielbauwerkes und kontrolliertes Füllen des Gerinnes über Wehranlage bis max. + 101,00 m NHN, anschließend Verharrungszustand und Kontrolle der Gerinneböschungen nach mind. 24 Stunden
  2. Schritt: Entleerung des Gerinnes durch schrittweises Öffnen des Sielbauwerkes
  3. Schritt: Weiterführung der Untersuchung der hydraulischen Leistungsfähigkeit der Wehranlage, schrittweise Erhöhung der Durchflüsse bis max. 3,0 m³/s, begleitende Messungen
  4. Schritt: Beginn ses vorläufigen Betriebs nach Abschluss aller Untersuchungen
  5. Schritt: Abschluss des Probebetriebs mit Berichterstattung und Freigabe durch OWB und LBGR
Hintergrund: Der Ableiterbau hat eine lange Vorgeschichte.

Das Bauprojekt bestand aus mehreren Bauabschnitten mit verschiedenen Teilaufgaben:

  • temporäre Umverlegung der Rainitza und Abbruch des Rainitza-Gerinnes
  • Vorbereitung und Verdichtung der vorgesehenen Trasse
  • Bau eines Wehrs als Auslaufbauwerk Sedlitzer See
  • Errichtung eines Sielbauwerks als Hochwasserschutzanlage und Anbindung an die Schwarze Elster
  • Herstellung des Ableiterprofils mit temporärer Bauwasserhaltung
  • Bau eines Trogbauwerks unter der B96
  • Herstellung einer Wildbrücke
  • Bau eines sandgeschlemmten Wirtschaftswegs
  • Anbindung der Rainitza an den Ableiter und Rückbau der umverlegten Rainitza

Fotos: Dr. Uwe Steinhuber | Gernot Menzel | Christian Horn


LMBV-Medieneinladung zum Festakt „Fünf Seen – ein Verbund“ am Sedlitzer Seeufer am 29. Juni 2026

Großer Tag für das Lausitzer Seenland: Verbundfreigabe von fünf Bergbaufolgeseen steht bevor

Senftenberg. Am 29. Juni 2026 werden die Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg und des Freistaates Sachsen und die Staatsministerin Elisabeth Kaiser auf Einladung der LMBV gemeinsam mit der Region am Nordufer des Sedlitzer Sees den Verbundstart vor Ort symbolisch bei einem Festakt ab 11 Uhr einläuten. Gemeinsam mit allen Beteiligten werden an diesem Tag auch der Sornoer Kanal und der Ilse-Kanal in Nutzung gehen. Die LMBV erwartet dazu Partner und Gäste zu 10:30 Uhr am Nordufer des Sedlitzer Sees am sog. Sanierungsstützpunkt. Die Ausschilderung erfolgt zum Sedlitzer See von der B 156 aus.

Wir freuen uns, wenn Sie sich bei Interesse zu dieser Veranstaltung im Vorfeld bereits unter pressesprecher@lmbv.de bitte bis zum 24.06.26 anmelden.

Für die Medienvertreter bieten wir zusätzlich noch an:

  • Um den Verbund anschaulich zu zeigen, wird Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke um 9:45 Uhr im Hafen Großräschen ein Polizeiboot besteigen und dort direkt bereits schon für erste Fragen von Journalisten bis 10:00 Uhr kurz zur Verfügung stehen. Der Ministerpräsident des Landes Brandenburg wird bei seiner Fahrt durch den Großräschener See über den Ilse-Kanal zum Nordufer des Sedlitzer Sees vom Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny, und dem Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, Alexander Erbert, begleitet.
  • Parallel wird der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer im Hafen Geierswalde ebenfalls um 9:45 Uhr vor dem Ablegen für Fotos und O-Töne zur Verfügung stehen. Er wird in Begleitung des Kaufmännischen Geschäftsführers der LMBV, Torsten Safarik, und dem Landrat des Landkreises Bautzen, Udo Witschas, ebenfalls ein Polizeiboot nutzen, um vom Geierswalder See kommend durch den Sornoer Kanal zum Nordufer der Sedlitzer Sees anzureisen.

Die Zeit von der Bootsabfahrt bis zum Festakt sollte jeweils ausreichend sein, um als Medienschaffender parallel auf dem Landweg auch das Festgelände der LMBV am Nordufer des Sedlitzer Sees rechtzeitig zu erreichen.

Blick über den Überleiter 11 zum Großräschener See (Ilse-Kanal)

Hintergrund: Es handelt sich um einen großen Schritt für die Lausitz: Genau 100 Jahre sind seit der Aufschlussbaggerung für den damaligen Tagebau Ilse-Ost im Jahr 1926 vergangen, in dessen Restloch sich heute der Sedlitzer See der LMBV erstreckt. Bis zur heutigen Nutzung dieses vormaligen Restloches haben Generationen von Bergleuten an der komplexen Wiedernutzbarmachung der ehemaligen Tagebaue gearbeitet. Am Beispiel des nun entstandenen Lausitzer Verbundes von fünf von Menschenhand hergestellten Gewässern lässt sich gut das Motto der LMBV „Vom Bergmann zum See(n)mann“ nachvollziehen. Hauptaufgabe des Bergbausanierers war und ist, sichere Landschaften nach dem Bergbau für eine Nachnutzung in der Region herzustellen.

Der Sprecher der Geschäftsführung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau- Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), Bernd Sablotny, betont: „Dieser Verbund ist ein großer Schritt nach vorn, den wir gemeinsam mit unseren Partnern würdigen. Mit den abgestimmten und gezielten Anstrengungen für diesen Seenverbund hatten es alle Beteiligten bereits zum 24. April 2026 geschafft, eine allererste Wassersportsaison auf dem Sedlitzer See ermöglichen. Mit der nun bevorstehenden Freigabe der Überleiter 10 und 11 können Bootsnutzer den Verbund der fünf Bergbaufolgeseen ab dem 29. Juni 2026 befahren.“

Auch die Arbeiten am Überleiter Nr. 8 (Rosendorfer Kanal) i. A. der LMBV werden noch im Spätsommer 2026 abgeschlossen. Bereits Anfang 2026 hatten sich in Großkoschen bei einer der regelmäßigen LMBV-Statusberatungen zum Fortgang in der Restlochkette die dort beteiligten Vertreter von Landesregierungen, Behörden, Zweckverbänden, der Landkreise und Kommunen mit dem Bergbausanierer LMBV gemeinsam darauf verständigt, den Seenverbund in der Restlochkette bereits frühzeitig zum 29. Juni 2026 zu organisieren. Damit wird eine breite Nutzung des Seenverbundes noch in der touristischen Saison in 2026 ermöglicht. (UST)

Fotos:  LMBV | Steffen Rasche | 2026


Fachexkursion des Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg im Jahr 2026

LMBV war Gastgeberin mit Themen des Seeverbundes und der Bergbausanierung

Cottbus/Senftenberg. Am 11. Juni 2026 begaben sich die Mitglieder des Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg auf ihre diesjährige auswärtige Sitzung. Dabei wurde das entstehende Lausitzer Seenland befahren. Erste Station war der Sornoer Kanal, wo LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz, Gerd Richter, zu den Arbeiten auf und am Sedlitzer See informierte. Martin Wolf vom Zweckverband Lausitzer Seenland erläuterte ergänzend die Vorhaben zur Umgestaltung des Geländes am Rostigen Nagel inklusive einer neu errichteten Anlegestelle für Schiffe und Bootsfahrer.

Die nächste Station war der von der LMBV geplante und kurz vor seiner Vollendung stehende Ableiter aus dem Sedlitzer See, der künftig Überschusswasser aus der Restlochkette in die Schwarze Elster abtransportieren kann. An der Marina Sedlitz konnten sich die Ausschussmitglieder von den Nutzungsmöglichkeiten für die Wassersportler überzeugen, die seit Ende April 2026 den See zu großen Teilen bereits nutzen können. Auch das im Bau befindliche Gebäude des Zweckverbandes an der Marina war von Interesse. Die Tour führte dann vorbei an der Brückenfeldkippe, die sich noch in der teilweisen Sicherung mittels Verdichtungsarbeiten befindet, zum Sanierungsstützpunkt der LMBV am Nordufer des Sedlitzer Sees.

Dort wurden die Konditionierungsarbeiten der „Klara“ und das neue Arbeits- und Kontrollboot der LMBV vorgestellt. Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, nutzte die Mittagspause für einen Vortrag zum künftigen Umgang mit den derzeit noch gesperrten Innenkippen. Im Fokus stand auch der Stand der Vorbereitungen zur geplanten Freigabe des Seenverbundes am 29. Juni 2026. Auf der Befahrung wurde dann noch die Arbeitsweise einer LMBV-Wasserbehandlungsanlage unweit des Großräschener Sees vorgestellt. Ein Blick in den Stadthafen und auf den Großräschener See bildeten den Abschluss der Informationsfahrt 2026.

Die Befahrungen des Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg dienen der Vor-Ort-Informierung der Ausschussmitglieder über den aktuellen Stand, Fortschritte und Probleme bei der Sanierung von Braunkohlenfolgelandschaften. Sie werden in der Regel vom Sanierungsunternehmen LMBV oder dem Bergbautreibenden LEAG organisiert und durchgeführt. Die gewonnenen Erkenntnisse flossen und fließen direkt in die regionale Willensbildung und die gesetzliche Braunkohlen- und Sanierungsplanung des Landes Brandenburg ein. (UST)

Fachexkursion 2026 - Gruppenbild am Nordufer des Sedlitzer Sees

Rückblick: Die Fachexkursion bzw. Sommer-Befahrung des Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg finden regelmäßig statt. Im September 2020 führte diese beispielsweise die Mitglieder in die ehemaligen LMBV-Tagebaue Schlabendorf und Seese. Dort standen dabei konkrete geotechnische Sicherungen und Erdarbeiten im Fokus.  Ein vordergründiges Thema im Jahr 2024 war die von der LMBV vorangetriebene Teilfreigabe für eine Zwischennutzung des Großräschener Sees ab jenem Pfingstwochenende. Der Ausschuss informierte sich u. a. über den Status der schiffbaren Infrastruktur und die behördlichen Genehmigungen für den dortigen Stadthafen. 2024 ließen sich die Ausschuss-Mitglieder auch die Jahresbilanz der Braunkohlensanierung präsentieren, bei der die LMBV im Lausitzer und Mitteldeutschen Revier ein Gesamt-Finanzierungsvolumen von rund 281 Millionen Euro für die Bergbausanierung umgesetzt hatte.

Fotos: Dr. Uwe Steinhuber | LMBV


Abschluss der Rütteldruckverdichtung am Restloch Greifenhain

Senftenberg/Altdöbern. Die geotechnische Sicherung der Ufer am vormaligen Tagebau Greifenhain ist in ihre Endphase gekommen. Am 10. Juni 2026 wurde um 11:30 Uhr symbolisch das letzte Rüttelloch bei Altdöbern bearbeitet. Mit der an einem Seilbagger angehängten Rüttellanze war das gekippte Ufermaterial Schritt für Schritt bis ins Liegende verdichtet worden, um eine geotechnisch sichere Böschung herzustellen.

Am Restloch Greifenhain wurden in den zurückliegenden Jahren mehrere hundert Meter Ufer in verschiedenen Abschnitten i. A. der LMBV durch Sanierungsunternehmen gesichert. Eine besondere Herausforderung war das Umfahren eines noch nicht verdichteten Bereiches eines Rutschungskessels aus dem Jahr 2008, für den die Verdichtungstechnologie angepasst werden musste. Hier erfolgte nun der Lückenschluss zu dem bereits hergestellten versteckten Damm.

Dazu hatte der Sachverständige für Geotechnik ein Raster vorgegeben, in dem die zu verdichtenden Rüttellöcher für einen versteckten Damm gekennzeichnet waren. Durch die Kompaktion mit dem in das Erdreich eingelassenen Rüttler wird das geschüttete Erdreich in diesem Raster verdichtet und eine standsichere Uferlinie hergestellt, die später noch abgeflacht wird.

Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter Lausitz der LMBV, nutzte die Gelegenheit, sich bei den ausführenden Bergbausanierern der ECOSOIL Ost GmbH für die Leistungen zu bedanken. Rund neun Mio. Euro wurden allein für die Arbeiten zur Tiefenverdichtung am Kessel aufgewendet. Der Dank der LMBV ging auch an den Bürgermeister von Altdöbern, Peter Winzer, der stellvertretend für die Einwohner des Ortes, die über viele Jahre die Arbeiten zur bergtechnischen Sicherung vor ihrer Haustür erleben, der Einladung der LMBV gefolgt war.

Weitere Ufersicherungsmaßnahmen an der gegenüberliegenden Halbinsel Pritzen mit Großgeräten und Wasserbausteinen stehen derzeit und in der kommenden Zeit noch an. Hierfür wird der Aufwand rund 14 Mio. Euro betragen.  (UST)

Zum Tagebau Greifenhain: Der Tagebau lief von 1936 bis 1994. Seitdem saniert die LMBV die Ufer des hinterlassenen Restloches. Rund 31 km² hatte der Tagebau in Anspruch genommen. Um rund 298 Mio. Tonnen Rohbraunkohle zu fördern, mussten in der Tagebaulaufzeit etwa 1,4 Mrd. Kubikmeter Abraum bewegt werden. Dabei entstanden Hochkippen und aufgefüllte Abbaubereiche, die nun teilweise zu Ufern des künftigen Altdöberner Sees werden. Noch stehen abschließende Sanierungsmaßnahmen zur Uferprofilierung und oberflächennahen Verdichtung bevor.

Mit dem Altdöberner See entsteht ein etwa 1.000 Hektar großes Gewässer, dem derzeit noch etwa 1,80 Meter Wassersäule fehlen (79,62 m NHN) und der momentan eine Ausdehnung von 891 Hektar hat. Mit dann 60,7 Meter im Seetiefsten wird er der zweittiefste Lausitzer Bergbaufolgesee der LMBV sein - nach dem Berzdorfer See mit 72 Metern. Der See wird einmal ein Volumen von rund 294 Mio. Kubikmeter Wasser umfassen. Die Ufer sind fast 33 Kilometer lang. Die Güte des Seewassers ist hervorragend; der pH-Wert liegt im neutralen Bereich bei etwa 8.

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Fotos: Christian Horn für LMBV


Braunkohlentag 2026 in Köln — LMBV-Fachleute zum Erfahrungsaustausch bei RWE im Tagebau Hambach dabei

Braunkohle sichert weiterhin heimisches Energiesystem ab – Schnelles Handeln in der Energiepolitik gefordert

Köln/Senftenberg. Am 28. Mai 2026 trafen sich in Köln Vertreter aller Mitgliedsunternehmen des Deutschen Braunkohlen-Industrie-Vereins e. V. (DEBRIV) zu ihrer Jahrestagung. Der Deutsche Braunkohlen-Industrie-Verein e. V. setzt sich als Wirtschaftsverband für die Interessen der Unternehmen der deutschen Braunkohleindustrie ein. Er fördert die technischen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der Branche. Die LMBV ist seit Anfang der 90er Jahre Mitglied des Vereins. Mit Blick auf den gesetzlich beschlossenen Ausstieg aus der Kohleverstromung Ende 2038 arbeitet der DEBRIV gemeinsam mit seinen Mitgliedern daran, die Transformation der Braunkohleindustrie, den Strukturwandel in den Revieren und die Energiezukunft Deutschlands aktiv mitzugestalten.

Am 29. Mai 2026 fanden Befahrungen im rheinischen Revier statt. Im Mittelpunkt des Interesses stand die zu errichtende Rheinwasser-Transportleitung (RWTL) und die die Tagebauführung im Tagebau Hambach. Die Führungskräfte der LMBV interessierten sich vor allem für die fachlichen Planungen und die künftige Ausgestaltung der Wasserzuführung aus dem Rhein. Ausgehend vom Aussichtpunkt terra:nova in Elsdorf wurde die Baustelle für das künftige Einlaufbauwerk am Tagebaurand angefahren. Von der Sophienhöhe gab es einen guten Einblick in die Rekultivierungsarbeiten im Tagebau Hambach.

Auch die Standorte von Solarfeldern im Tagebau als auch die Baustelle eines großen Batteriespeichers wurden angefahren. Deutlich sichtbar waren auch im weiteren Verlauf der Befahrung die Vorschüttungen unterhalb der Kante zum Hambacher Forst als auch die Arbeitsfläche des Schaufelradbaggers 290 zur Ausgestaltung des künftigen Manheimer Hafens. 2030 soll nach dem jetzt geplanten Ende der Kohlegewinnung der Start der Befüllung des Hambacher Sees erfolgen. Nach zehn Jahren werden bereits 1.300 Hektar Seefläche vom Wasser bedeckt sein. Der Zielwasserspiegel könnte dann nach rd. 40 Jahren erreicht werden. Dazu werden zwei Rohrstränge mit DIN 1.400 für die Hambach-Leitung, deren Teillänge bei 18.900 Meter liegt, verlegt.

Für die RWTL werden insgesamt mehr als 10.000 Stahlrohre auf einer Gesamtlänge von 45 Kilometer verbaut werden. Besonders die beschichteten Rohre mit einem Durchmesser von 2,20 Meter für die 21,8-Kilometer lange Bündelungsleitung bei einem Einzelgewicht von etwa 15.000 kg werden von RWE derzeit aus Algerien und der Türkei beschafft. An einem Lagerstandort am vormaligen Kraftwerk Neurath konnten sich die Teilnehmer der Befahrung davon einen ersten Eindruck verschaffen.

Höhepunkt der Veranstaltung am 28. Mai war eine Paneldiskussion zur Lage der deutschen Wirtschaft mit dem DEBRIV-Vorstandsvorsitzenden Jörg Waniek, dem IGBCE-Vorsitzenden Michael Vassiliadis sowie Professor Justus Haucap, Direktor des Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE) an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Mit Blick auf das Zusammenspiel von energieintensiver Industrie und Energieerzeugung betonte Vassiliadis: „Es droht, dass die energieintensive Industrie mit den aktuellen Energiepreisen nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Diese bedenkliche Entwicklung setzt unseren Standort massiv unter Druck und gefährdet reihenweise gute, tarifgebundene Arbeitsplätze in der Industrie.“ Dieses Szenario könnte früher oder später auch die Stromproduzenten treffen, sollte die Industrie als zentraler Kunde ausfallen. "Daher brauche es jetzt eine kluge Infrastruktur-, Energie- und Industriepolitik, die gezielt Zusatzbelastungen in den Energiepreise senkt", so Vassiliadis weiter.

Haucap unterstrich, dass Deutschland insgesamt deutlich wettbewerbsfähiger werden müsse. In der Energiewirtschaft seien stärkere marktwirtschaftliche Elemente erforderlich. Es könne nicht sein, dass Deutschland Stromexporte infolge negativer Preise teuer bezahle. „Reformen sind nicht immer angenehm und erscheinen kurzfristig unattraktiv. Für den langfristigen Erhalt unseres Wohlstands sind sie jedoch unabdingbar“, so Haucap.

Auch die Braunkohleindustrie, die sich derzeit im Wandel befindet, spürt diesen Handlungsdruck. Waniek wies in der Diskussion daraufhin, dass auch bei einer möglichst erneuerbaren Energieversorgung noch immer gesicherte Leistungen notwendig seien, um das System im Bedarfsfall zu stabilisieren. „Noch leistet die Braunkohle maßgeblich diesen Beitrag. Deshalb brauchen wir zügig klare Leitplanken für neue gesicherte Kapazitäten – von Speichern bis hin zu Kraftwerken. Die Braunkohleindustrie wird auch künftig Verantwortung übernehmen, auch über das Ende der Braunkohleverstromung hinaus“.

Der Industriestandort Deutschland stehe weiterhin vor anhaltenden energiepolitischen Herausforderungen. Geopolitische Verschiebungen, wachsende globale Energiebedarfe und der zunehmende Wettbewerbsdruck erfordern mehr Unabhängigkeit bei Sicherheit, Energie und Märkten sowie neue Bündnisse und Partnerschaften. Vor diesem Hintergrund erörterte der Deutsche Braunkohlen-Industrie-Verein gemeinsam mit seinen Gästen auf dem diesjährigen Braunkohlentag in Köln mögliche Handlungsfelder für Deutschland. Der Bundesverband Braunkohle fordert ein zügiges Handeln von Politik und Wirtschaft, um die Energieversorgung im Zuge der Energiewende stabil, bezahlbar und wettbewerbsfähig zu sichern.

In den Vorträgen und Panels wurde neben der Energieversorgung auch die strategische Bedeutung von Rohstoffen für die Energiewende und die technologische Souveränität Europas hervorgehoben. Insbesondere in Sachen Aufbereitung von Rohstoffen ist Deutschland hier im internationalen Vergleich abgehängt. Zur Sicherung der Versorgung mit Rohstoffen braucht es eine Stärkung der gesellschaftlichen Akzeptanz heimischer Rohstoffgewinnung sowie die Ausbildung von qualifiziertem Personal. Die Branche ist hier von der Schwäche im Zulauf der MINT-Fächer betroffen. Bergbau müsse als Branche verstanden werden, die die Zukunft sichert. (UST)

LMBV-Mitarbeiter informierten sich bei der DEBRIV-Befahrung im RWE-Tagebau Hambach.

Über den Braunkohlentag: Der Braunkohlentag ist die Jahreskonferenz des DEBRIV, dem Bundesverband der Braunkohleindustrie. Sie dient als zentrales Forum und eine wichtige Austauschplattform rund aktuellen energie- und umweltpolitische Themen. Weitere Informationen Sie unter: https://debriv.de/medien-publikationen/veranstaltungen/

Fotos: LMBV / Dr. Uwe Steinhuber

Blick über Solarfelder hin zum Bagger 290 im RWE-Tagebau Hambach


Feierliches Einweihen der Sedlitzer Bucht erfolgt – Ein weiterer Meilenstein im Seenverbund wurde gesetzt

LMBV und ZV LSB haben Wort gehalten: Startpunkt für Wassersportler auf dem Sedlitzer See mit der Marina Sedlitz nun freigegeben

Senftenberg/ OT Sedlitz. Am 19. Mai 2026 war es soweit: die Marina Sedlitz wurde zum „Wassersport-Leben“ erweckt. Dazu hatte der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) alle Beteiligten an das Ufer des Sedlitzer Sees eingeladen. Nach der Schiffbarmachung des Bergbaufolgesees am 24. April des Jahres konnten nun die Marina mit ersten Zuwegungsbrücken, Stegen und Fingerstegen in Betrieb genommen werden. Der Sedlitzer See ist das größte künstliche Gewässer Brandenburgs, er bildet künftig das zentrale Kreuzungsbecken des schiffbaren Lausitzer Seenlandes.

Nach der Begrüßung durch Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg, Detlev Wurzler, ergriffen der neue OSL-Landrat Alexander Erbert und der Senftenberger Bürgermeister Andreas Pfeiffer das Wort. Alle Redner betonten den wichtigen nun erreichten Meilenstein im Lausitzer Seenland und das gemeinsame Ringen, um diesen Punkt an diesem Tage zu erreichen.

Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, bedankte sich bei allen Partnern, dass der Fahrplan zur Hafenfreigabe eingehalten werden konnte. Er dankte insbesondere den Sedlitzer Bürgern, die durch das nahe Sanierungsgeschehen und die zeitweise Sperrung der B 169 beeinträchtigt worden waren. Sein Dank galt auch dem Land Brandenburg, hier insbesondere dem Lausitzbeauftragten Dr. Klaus Freytag und der GL des MIL, und dem Landkreis OSL, in der Spitze mit dem kürzlich in den Ruhestand getretenen Landrat a. D. Siegurd Heinze und ebenso seiner Ersten Beigeordneten Grit Klug.

Projektentwickler Martin Wolf und Marcel Kersten vom ZV LSB informierten die zahlreichen Gäste über das Vorankommen bei der Hafenausgestaltung und des Projektes Kanu. Das markante Multifunktionsgebäude „KANU Sedlitz“ in Form eines umgedrehten Bootes befindet sich derzeit im Bau – der erste Spatenstich dafür war am 23. Juli 2025. Nach den Grußworten und Reden wurde symbolisch ein blaues Band durchgeschnitten und damit der Weg zum Hafen freigegeben. Im Anschluss gab es eine erste Ausfahrt mit Booten der Wasserwacht, der Feuerwehr Senftenberg und des Sedlitzer Wassersportvereins mit den Ehrengästen D. Wurzler, S. Heinze, A. Erbert, A. Pfeiffer, B. Sablotny und Dr. K. Freytag im Korso. Sanierungsbereichsleiter Gerd Richter und Ortsvorsteher Frank Ciesielski ergänzten die Bootsgäste.

Gemeinsam stehen die Partner für den Erfolg des Projektes.

Zum Multifunktionsgebäude „KANU Sedlitz“ und zur Marina

Im Süden des Kanu-Gebäudes, das 2027 in Betrieb gehen soll, so erläuterte Martin Wolf vom Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg als Bauherr, sei der öffentliche Teil geplant. Dort entstehe ein Wasserwanderrastplatz mit Sanitäreinrichtungen und Küche. Dieser Bereich sei für die im Sedlitzer Hafen angelegenen Wasserwanderer gedacht. Der nördliche Gebäudeteil spreche indes mehr die Einheimischen an. Dort werde ein Multifunktionsraum entstehen, das Büro des Ortsvorstehers sowie ein Imbiss.

Der Hafen in der Sedlitzer Bucht verfügt künftig über rund 50 Dauerliegeplätze und Gastliegeplätze. Die seeseitige Zufahrt erfolgt über ein ausgetonntes Fahrwasser in der ehemaligen Kohlebahnausfahrt des Restloches Sedlitz. Bis zur Saison 2027 werden noch ein kleiner Strand sowie die Slipanlage fertig gestellt. Zunächst entstehen auch bis zu zehn TINY-Häuser an Ufer. In den kommenden Jahren soll in unmittelbarer Seenähe ein neues Wohngebiet mit bis zu 80 Wohneinheiten sowie ein Hotelstandort wachsen. (UST)

Fotos: LMBV / Dr. Uwe Steinhuber

Alle Partner in einem Boot: LMBV, Land Brandenburg. Landkreis OSL und Kommune Senftenberg.