Silbersee-Testfeld wird derzeit vor Friedersdorfer Strand gerüttelt

Senftenberg/Lohsa. Auf dem sächsischen Silbersee, auch als Restloch Friedersdorf oder Speicher Lohsa I bekannt, werden derzeit Untersuchungen zum Seegrund und Uferbereich bei Friedersdorf im Rahmen des § 3 des VA Braunkohlesanierung angestellt. Von Ende 2022 bis April 2023 hat der Bergbausanierer LMBV ein Testfeld für einen 200 Tonnen schweren seegestützten Seilbagger LR 1300 eingerichtet und trifft damit vorbereitende Maßnahmen für eine vorgesehene Sanierung des Südufers. Mit den Ergebnissen des Testfeldes und der Nachsondierungen soll die weitere LMBV-Planung für die dann umzusetzende uferparallele Sanierung präzisiert werden.

Zunächst wurde auf dem 340 Hektar großen Altgewässer ein Rüttel-Testfeld auf einer 105 x 31 Meter großen Fläche nahe dem Ufer gestartet. Dort werden nun verschiedene Zugabematerialien für die Rüttelverdichtung bis Ende März 2023 getestet. Bis zu 315 Rüttelsäulen sollen in dem Testareal im Bergbaufolgesee zunächst von einem pontonbasierten RDV-Seilbagger bis in 30 Meter Tiefe eingebracht werden. Den Auftrag dafür hat die Firma V.C. Metzner von der LMBV übernommen. Zum 6. April 2023 soll der derzeitige Sperrbauzaun wieder zurückgebaut werden.

Nachdem bereits mit der Kommune Lohsa und regionalen Medien das Vorhaben vorgestellt worden war, informierte die LMBV auf Wunsch des MDR am 7. März 2023 auch live in der Sendung MDR um Zwei. Hierfür stand LMBV-Abteilungsleiter Karsten Handro gemeinsam mit MDR-Reporterin Pauline Vestring vor der Kamera. Ab Oktober 2023 bis April 2025 soll nun voraussichtlich die uferparallele Sanierung des Südufers mittels RDV und LRV erfolgen und dafür auch der See bzw. der Strand vorübergehend gesperrt werden. Im Jahr 2024 wird der See gesperrt bleiben. Ab der Saison 2025 soll der Silbersee dann wieder nutzbar sein, wenn die Sanierungsarbeiten wie geplant durchgeführt werden können. Diese Zeitschiene beruht auf dem aktuellen Stand der Planungen.

Hintergrund: Für das Testfeld war bereits in den Jahren 2021/22 am Ostufer des Restloches eine Einsatzstelle für die Rüttel- und Pontontechnik errichtet worden. Bei Lohsa führt zudem die Bahnstrecke über die östliche Abraumkippe des Alttagebaus am Rande des Silbersees entlang. Der nach Einstellung des großräumigen Braunkohlebergbaus ansteigende Grundwasserspiegel verschlechterte auch die Baugrundeigenschaften des östlichen Abraumkippenkörpers derart, dass die Standsicherheit dieser Uferböschung gefährdet schien. Die Gefahr des Fließrutschens oder eines Grundbruchs erforderte eine permanente geotechnische Überwachung der Eisenbahnstrecke, die zeitweise nur mit verminderter Geschwindigkeit befahren werden durfte.

Um einen weiteren Betrieb der Niederschlesischen Eisenbahnmagistrale zu gewährleisten, wurde im Rahmen eines Vorhabens i.A. der LMBV zur Bergbausanierung der schlecht tragfähige Baugrund des östlichen Kippenkörpers stabilisiert und verbessert. Die Sicherung selbst erfolgte ab März 2011 auf einer Dammlänge von 1.640 Meter. Der sogenannte Sicherungskörper wurde bis zu 34 Meter tief und bis zu 65 Meter breit verdichtet. Insgesamt mussten damals dafür ca. 3.500.000 Kubikmeter Dammvolumen verdichtet und auch zwischenzeitlich kleinere abgegangene Bereiche aufgefüllt werden.

Nach Rückbau der alten Bahnanlagen ab 2010 war die Kippenstabilisierung entlang der etwa 2,5 km langen Trasse mittels Rüttelstopf- und Rütteldruckverdichtung (RSV/RDV) sowie im Bereich der Innenkippe oberflächennah mit dem HEIC-Verfahren der britischen Firma Landpac erfolgt. Zeitweise waren dabei bis zu vier Tiefenrüttler gleichzeitig im Einsatz. Im Anschluss wurden erdbautechnisch die Seeuferböschung und der Bahndamm wiederhergestellt. Nach fast fünfjähriger Bauzeit konnte am 01.03.2016 die gesicherte Bahntrasse in Lohsa von der LMBV an die DB Netz AG offiziell zurück übergeben werden.

Der Silbersee selbst ist kein LMBV-Gewässer. Der Silbersee ist ein Speichergewässer der sächsischen Landestalsperrenverwaltung, der inmitten eines waldreichen Gebietes gelegen und in den 60er Jahren durch Flutung des ehemaligen Braunkohletagebaus Werminghoff II entstanden ist. Seit Anfang der 1970er Jahre wird er vor allem auch für die Naherholung und zum Angeln genutzt. Am Friedersdorfer Ufer des Silbersees befindet sich ein Badestrand und angrenzend ein privat geführter Campingplatz. Derzeit ist die Wasserfläche aufgrund der noch notwendigen bergtechnischen Sanierung temporär gesperrt.

Fotos: Gernot Menzel f. LMBV (2023)


Weitere Eisenminderung in der Spree durch LMBV umgesetzt — Jahresbericht erschienen

Senftenberg/Spremberg. Der Jahresbericht 2022 zum "Monitoring der Eisenbelastung der Spree und in der Talsperre Spremberg" – erstellt durch den Fachgutachter Klare Spree der LMBV Dr. Uhlmann vom Institut für Wasser und Boden (IWB Dresden) – liegt vor.

Die Wasserbehandlung durch den bedarfsgerechten Betrieb der Konditionierungsanlage im Zulauf der Spree zur Talsperre Spremberg zeigte auch im Jahr 2022 ihre positive Wirkung. Die Konditionierungsanlage, bestehend aus der Bekalkungsanlage in Spremberg-Wilhelmsthal sowie nach ca. 1,5 km Fließweg der Flockungshilfsmittelzugabe am Einlaufbauwerk der Vorsperre Bühlow, erzielte eine deutliche Erhöhung des Eisenrückhaltes. Circa 52 Prozent der Eisenfracht der Spree wurde in der Vorsperre zurückgehalten und somit die Hauptsperre der Talsperre, d. h. der Spremberger Stausee, entlastet.

Gleichzeitig wird somit die Einhaltung der Ablaufwerte aus der Talsperre am Pegel Bräsinchen gesichert. Die Eisen-gesamt-Konzentration lag hier 2022 jahresdurchschnittlich bei 0,5 mg/L sowie ganzjährig < 2 mg/L und somit stabil unterhalb der Sichtbarkeitsschwelle für partikuläres Eisen in der Spree. Bei Einhaltung einer jahresdurchschnittlichen Eisen-gesamt-Konzentration von ≤ 1,8 mg/L gilt gemäß der „Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer“ (OGewV) in Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL), der gute ökologische Zustand bzw. bei stark anthropogen (hier: bergbaulich) beeinflussten Fließgewässern, das gute ökologische Potential bezogen auf den chemischen Einzelparameter (ACP) Eisen, als erfüllt. Die Talsperre Spremberg (Vor- und Hauptsperre) erzielte dabei insgesamt einen Eisenrückhalt von ca. 90 Prozent bezogen auf die Immission, d. h. die Eisenfracht in der Spree.

Der durch die Konditionierung (hier: Kalkung und Flockung) geförderte Eisenrückhalt in der Vorsperre Bühlow hat bei vergleichsweise moderaten Durchflussmengen der Spree von ca. 9 m³/s in 2022 sowie kontinuierlichen Teilberäumungsleistungen mittels Saug-/Spülbaggerung im Vorstaubecken wiederum gut funktioniert. In 2022 wurden die Einzelmaßnahmen zur Entnahme, Entwässerung und fachgerechten Entsorgung von eisenhydroxidbelasteten Schlämmen (EHS) in Projektträgerschaft der LMBV fortgeführt.

Die gravitative EHS-Entwässerung als Regeltechnologie erfolgte regulär in Verbindung mit den drei Sedimentationsbecken an der Vorsperre Bühlow. Der in 2022 an der Vorsperre angefallene EHS wurden beprobt, analysiert und ausnahmslos als nicht gefährlicher Abfall einer stofflichen Verwertung mit einer Gesamtmenge von ca. 75.000 t zugeführt. Die Rückführung des EHS in den Wirtschaftskreislauf gemäß dem „Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Bewirtschaftung von Abfällen“ (KrWG) erfolgte in 2022 mit zwei Dritteln der Gesamtmenge überwiegend als rohstoffliche Verwertung, d. h. für die Herstellung von Produkten zur Entschwefelung in Biogasanlagen. Etwa ein Drittel der Gesamtmenge wurde baustofflich verwertet, d. h. als Zuschlagstoff zur Herstellung mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB).

Der Einsatz von Flockungs- und Flockungshilfsmitteln (Weißfeinkalk und Koaret PA 3230 T) wird im Hinblick auf die aquatischen Lebewesen durch ein fischereibiologisches Monitoring in der Talsperre Spremberg überwacht, um eventuelle Auswirkungen der Wasserbehandlung auf Fische und Großmuscheln sowie auf das Makrozoobenthos festzustellen bzw. auszuschließen. Mit dem Einsatz der Flockungs- und Flockungshilfsmittel wurden die Umweltbedingungen für die aquatische Fauna durch die erfolgreiche Erhöhung des Eisenrückhaltes in der Vorsperre Bühlow verbessert, wodurch auch in 2022 die Stabilität des Fischbestandes und der Benthosdichte zu erklären ist.

Im Einklang mit den Vorjahresergebnissen kann der Schluss gezogen werden, dass die Vorteile einer verbesserten Eisenrückhaltung, die mit den Wasserkonditionierungsmaßnahmen eventuell noch vorhandenen Restrisiken für Fische und andere aquatische Organismen bei weitem aufwiegen (siehe dazu den Monitoringbericht 2022 zum Fischbestands- und Benthosmonitoring in der Talsperre Spremberg vom Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow).

Fotos: LMBV/Steffen Rasche (2022)

Neue Publikationen


Bodenreinigung im Industriepark Schwarze Pumpe abgeschlossen

Senftenberg/Schwarze Pumpe. Die Bodenaustauschmaßnahme mittels Vakuumthermischer Bodenreinigung im Industriepark Schwarze Pumpe ist am 9. Februar offiziell durch die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) sowie die beteiligten Firmen und Behörden abgeschlossen worden. Zur feierlichen Veranstaltung fanden sich an diesem Tag rund 100 Gäste im Klubhaus in Schwarze Pumpe ein.
Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter Lausitz, hob in seinem Einführungsvortrag hervor, dass die ausgetragene Schadstoffmenge nachweislich mindestens 764 Tonnen umfasst habe und die behördlichen Vorgaben für alle Schadstoffarten übererfüllt wurden. „Im Zeitraum der Arbeiten, von Mitte 2017 bis Ende 2022, ist es erfreulicherweise und trotz der anspruchsvollen Aufgaben zu keinen relevanten Unfällen gekommen“, erklärte Gerd Richter dankbar.
Insgesamt 147 Spundwandkästen Boden wurden während der Maßnahme ausgehoben. Der aus den sechs Bauabschnitten entnommene kontaminierte Boden wurde in der Vakuumthermischen Reinigungsanlage (VTRA) im Industriepark behandelt und aufbereitet. Der gereinigte Boden konnte am Entnahmestandort wieder eingebracht werden. Ausführender Auftragnehmer war die ARGE VTRA und Bodenaustausch Schwarze Pumpe, bestehend aus den Firmen Lobbe Industrieservice GmbH & Co KG und Bauer Resources GmbH.

Seit 2017 lief die Maßnahme der Bodensanierung im Industriepark. Etwa 1,3 km Spundwände wurden als Primärspundwände für die Baugrubensicherung bis in eine Tiefe von 20 Metern eingebracht. Danach wurde eine tiefer liegende Arbeitsebene hergestellt, von der aus weitere 147 Einzelspundwandkästen mit einer Grundfläche von jeweils 10 x 11 Metern eingerammt wurden, um den Bodenaushub bis in 14 Metern Tiefe vorzunehmen. Insgesamt sind ca. 13.000 m³ Bausubstanz abgebrochen, ca. 400.000 Tonnen Boden bewegt und davon ca. 286.000 Tonnen kontaminierter Boden gereinigt worden. Allein die Kosten für die Tiefbauarbeiten und die vakuumthermische Bodenreinigung belaufen sich auf insgesamt etwa 57 Mio. Euro.

Hintergrund:

Das einstige Gaskombinat Schwarze Pumpe war das Herzstück der Energieversorgung in der DDR. Von 1955 bis 1990 wurden rund 900 Millionen Tonnen Rohbraunkohle zu Briketts, Elektroenergie, Koks und Gas verarbeitet. Der Betriebskomplex bestand aus drei Brikettfabriken, drei Kraftwerken, einer Kokerei, einem Druckgaswerk sowie den Nebenanlagen Entphenolung, Extraktion und Destillation.
Insbesondere in diesen Nebenanlagen verursachte die Produktion Schadstoffemissionen in den Untergrund. Der Boden und das Grundwasser wurden teilweise stark mit Kohlenwasserstoffen, BTEX, PAK und Alkylphenolen aus der Braunkohleveredlung belastet. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft erhielt den Auftrag, die stillgelegten Anlagen zurückzubauen, die Altlasten im Untergrund zu erkunden, weitgehend zu sanieren und die Flächen im Rahmen von Abschlussbetriebsplänen für eine industriell-gewerbliche Nachnutzung herzustellen. Nicht nur Boden wurde in den vergangenen fünf Jahren gereinigt, auch kontaminiertes Grundwasser wurde und wird einer Reinigung und Aufbereitung unterzogen: Mehrere Haltungsbrunnen fördern das mit Schadstoffen belastete Grundwasser in die Abwasserbehandlungsanlage im Industriepark Schwarze Pumpe, wo die Schadstoffe biologisch abgereinigt werden.

Fotos: LMBV/Steffen Rasche


Vorläufige Flutungsergebnisse der LMBV für 2022: 108 Mio. m³ eingeleitet und 98 Mio. m³ abgegeben

Senftenberg/Leipzig. Nach vorläufigen Zusammenstellungen konnte die LMBV im Jahr 2022 108 Mio. m³ in ihre Bergbaufolgegewässer einleiten und bis zu 98 Mio. m³ im gleichen Zeitraum an die Vorflut u.a. zur Stützung in Niedrigwasserzeiten und zum ökologischen Erhalt abgegeben.

In Mitteldeutschland konnten im Jahr 2022 rund 22 Mio. m³ von der LMBV für die Flutung und Nachsorge aus den Vorflutern herangezogen werden. Mit einer Flutungswassermenge von rund 9 Mio. m³ aus der Weißen Elster bildet der Zwenkauer See den Einleit-Schwerpunkt in Mitteldeutschland. In den Geiseltalsee konnten rund 5,6 Mio. m³ und in den Haselbacher See rund 3,5 Mio. m³ eingeleitet werden.

Die LMBV-Ausleitungsmengen der Bergbaufolgeseen in Mitteldeutschland betragen in Summe für das Jahr 2022 rund 33,5 Mio. m³.

Mit rund 86 Mio. m³ reiht sich das Jahr 2022 hinsichtlich der Flutungswassermenge der LMBV in der Lausitz eher unterdurchschnittlich ein, so Maik Ulrich. Leiter der LMBV-Flutungszentrale Lausitz. Allerdings hebt sich das Jahr im Vergleich zu den zurückliegenden Trockenjahren positiv ab, so Dr. Oliver Totsche, zuständiger LMBV-Abteilungsleiter.

Der „Hauptspender“ für die Lausitzer Flutungsprozesse war 2022 erneut wieder die Spree mit rund 62,5 Mio. m³ -  während die Schwarze Elster etwa 15, 9 Mio. m³ und Neiße (nur) 7,6 Mio. m³ im Jahr beisteuern konnten. Hauptsächlich im I. und IV. Quartal des Jahres 2022 konnte geflutet werden.

Hauptabnehmer waren der Speicher Lohsa II mit 17,8 Mio. m³, der Bärwalder See (Speicher Bärwalde) mit etwa 16,6 Mio. m³ und das Speicherbecken Burghammer mit etwa 10 Mio. m³. Schwerpunkt der Flutungen war im Brandenburgischen Teil der Lausitz der Sedlitzer See, dem rund 36 Mio. m³ - darunter auch aus Überleitungen aus den Restlöchern Skado und Koschen – erhalten hatte. Etwa 9,3 Mio. m³ konnten für den Großräschener See zur Stabilisierung verfügbar gemacht werden.

Die Ausleitungen der LMBV aus den Lausitzer Bergbaufolgeseen summierten sich im Jahr 2022 auf rund 64 Mio. m³; dies entspräche in etwa dem Mittelwert der letzten 10 Jahre, so Ulrich. Abnahmen und Abgaben halten sich in der zurückliegenden Dekade -  in der Summe der Jahre - etwa im Gleichgewicht.

Die Schwarze Elster war auch 2022 wegen ausbleibender Niederschläge und die Auswirkung der zurückliegenden Trockenjahre durch geringe Abflüsse geprägt. Im Juni fiel die Schwarze Elster zum wiederholtem Male trocken. Eine Stützung der Schwarzen Elster aus der Restlochkette über die Rainitza erfolgte ab Anfang April 2022 durchgehend bis zum Jahresende. Insgesamt wurden zur Stützung der Schwarzen Elster aus der Restlochkette rund 6 Mio. m³ über die Rainitza von der LMBV abgegeben.

Foto: St. Rasche für LMBV 19.01.2023


LMBV präsentiert sich auf Karrieremesse ORTE in Freiberg

Senftenberg/Freiberg. Gemeinsam mit über 70 regionalen und überregionalen Unternehmen sowie Institutionen präsentierte sich die LMBV am 12. Januar 2023 auf der 28. Karrieremesse ORTE der TU Bergakademie Freiberg.

Zahlreiche Studierende und Alumni nutzten die Gelegenheit, sich am Stand der LMBV über Praktikumsplätze, Abschlussarbeiten oder einen Jobeinstieg nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums zu informieren.

Aktuelle Stellenangebote wurden näher besprochen und die Tätigkeiten des Bergbausanierers in den Revieren der Lausitz und Mitteldeutschlands erläutert. Das Interesse am Unternehmen war vor allem bei Studierenden der Geo-, Ingenieur- und Naturwissenschaften groß.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm, u.a. mit einem Bewerbungsmappencheck, rundete die Messe ab.

Foto: LMBV


Bodenreinigung im Industriepark Schwarze Pumpe kurz vor Abschluss

Senftenberg. Am 13.12.2022 wurde der letzte der insgesamt 147 Spundwandkästen im Rahmen der Quellstärkereduzierung mittels Bodenaustausch im Industriepark Schwarze Pumpe im Auftrag der LMBV ausgehoben. Der aus den sechs Bauabschnitten entnommene kontaminierte Boden wird in der Vakuumthermischen Reinigungsanlage (VTRA) im Industriepark behandelt und aufbereitet. Der gereinigte Boden wird am Entnahmestandort wieder eingebracht. Ausführende Firma ist die ARGE VTRA und Bodenaustausch Schwarze Pumpe.

Seit 2017 läuft die Maßnahme der Bodensanierung im Industriepark. Etwa 1,3 km Spundwände wurden als Primärspundwände für die Baugrubensicherung bis in eine Tiefe von 20 Metern eingebracht. Danach wurde eine tiefer liegende Arbeitsebene hergestellt, von der aus weitere 147 Einzelspundwandkästen mit einer Grundfläche von jeweils 10 x 11 Metern eingerammt wurden, um den Bodenaushub bis in 14 Metern Tiefe vorzunehmen. Ende des 1. Quartals 2023 soll diese Bodensanierungsmaßnahme am Standort Schwarze Pumpe beendet sein. Zum Abschluss werden dann insgesamt ca. 13.000 m³ Bausubstanz abgebrochen, ca. 400.000 Tonnen Boden bewegt und davon ca. 286.000 Tonnen kontaminierter Boden gereinigt worden sein. Allein die Kosten für die Tiefbauarbeiten und die vakuumthermische Bodenreinigung belaufen sich auf insgesamt etwa 57 Mio. Euro.

Hintergrund:

Das einstige Gaskombinat Schwarze Pumpe war das Herzstück der Energieversorgung in der DDR. Von 1955 bis 1990 wurden rund 900 Millionen Tonnen Rohbraunkohle zu Briketts, Elektroenergie, Koks und Gas verarbeitet. Der Betriebskomplex bestand aus drei Brikettfabriken, drei Kraftwerken, einer Kokerei, einem Druckgaswerk sowie den Nebenanlagen Entphenolung, Extraktion und Destillation.

Insbesondere in diesen Nebenanlagen verursachte die Produktion Schadstoffemissionen in den Untergrund. Der Boden und das Grundwasser wurden teilweise stark mit Kohlenwasserstoffen, BTEX, PAK und Alkylphenolen aus der Braunkohleveredlung belastet. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft erhielt den Auftrag, die stillgelegten Anlagen zurückzubauen, die Altlasten im Untergrund zu erkunden, weitgehend zu sanieren und die Flächen im Rahmen von Abschlussbetriebsplänen für eine industriell-gewerbliche Nachnutzung herzustellen. Nicht nur Boden wurde in den vergangenen fünf Jahren gereinigt, auch kontaminiertes Grundwasser wurde und wird einer Reinigung und Aufbereitung unterzogen: Mehrere Haltungsbrunnen fördern das mit Schadstoffen belastete Grundwasser in die Abwasserbehandlungsanlage im Industriepark Schwarze Pumpe, wo die Schadstoffe biologisch abgereinigt werden.

Fotos: LMBV/Steffen Rasche


Bundesministerien und Länder schließen neues Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung

Berlin. Die Finanzierung der Braunkohlesanierung in Ostdeutschland ist auch für die kommenden fünf Jahre gesichert. Bundesminister der Finanzen Christian Lindner, Bundesumweltministerin Steffi Lemke und die Ministerpräsidenten der Länder Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben ein weiteres Verwaltungsabkommen für den Zeitraum 2023 bis 2027 unterzeichnet. Der vom Bund und den Braunkohleländern für diesen Zeitraum bereitgestellte finanzielle Gesamtrahmen beläuft sich auf 1,44 Milliarden Euro, wovon 978,7 Millionen Euro auf den Bund entfallen. Das für die kommenden fünf Jahre vereinbarte Volumen für die Braunkohlesanierung liegt damit um 214 Millionen Euro über dem des derzeitigen Verwaltungsabkommens.

Bundesfinanzminister Christian Lindner: „Gemeinsam mit den Ländern haben wir uns darauf verständigt, die Finanzierung der Braunkohlesanierung in den nächsten fünf Jahren fortzuführen und auszuweiten. Der bereitgestellte Finanzrahmen liegt mit 1,4 Milliarden Euro spürbar über dem Budget der vergangenen Jahre. Für unserer aller Haushalte ist das – gerade in der heutigen Zeit – ein erheblicher Kraftakt. Umso mehr freue ich mich, dass wir hier gemeinsam einen Konsens gefunden haben.“

Bundesumweltministerin Steffi Lemke: „Die Braunkohlesanierung geht weiter – das ist ein wichtiges Signal für die ehemaligen ostdeutschen Tagebauregionen und den Naturschutz. Die Bundesregierung unterstützt die von der damaligen Umweltzerstörung stark betroffenen Bundesländer auch weiterhin bei der Bewältigung der Folgen. Die notwendigen Schutzmaßnahmen für Böden, Gewässer und Natur werden wir auch in den nächsten fünf Jahren voranbringen. Eine qualitativ hochwertige Sanierung sichert gleichzeitig Arbeitsplätze und gibt den Regionen neue Perspektiven."

Gegenstand der Braunkohlesanierung ist die Bewältigung der Folgen des DDR-Braunkohleabbaus durch Wiedernutzbarmachung und Rekultivierung von vormals in Anspruch genommenen Flächen. Damit einher geht eine gemeinsame Strukturentwicklungspolitik, die Arbeitsplätze sichert und den betroffenen Regionen neue Perspektiven gibt. Seit 1991 haben Bund und Länder bereits über 11,9 Milliarden Euro in die Braunkohlesanierung investiert.

Mit dem neuen Verwaltungsabkommen bekennen sich die Partner ausdrücklich zu einer gemeinsamen Fortführung der Braunkohlesanierung. Sie haben sich dabei darauf verständigt, die noch anstehenden Aufgaben unter besonderer Beachtung ihrer hohen Umweltwirkung und unter Berücksichtigung der zunehmenden Auswirkungen klimatischer Veränderungen weiterhin effektiv, effizient und nachhaltig zu organisieren.

Darüber hinaus haben sich Bund und Länder mit dem neuen Verwaltungsabkommen zum Ziel gesetzt, die Übertragung von abgeschlossenen Sanierungsmaßnahmen auf vom Bund unabhängige Trägerstrukturen entscheidend voranzubringen. In den vergangenen Jahren konnten in der Braunkohlesanierung große Fortschritte erzielt werden. Vielerorts sind attraktive Bergbaufolgelandschaften entstanden, große Flächen wurden rekultiviert und wieder nutzbar gemacht. Trotz dieser Erfolge bestehen noch langjährige Herausforderungen, insbesondere bei der Sicherung von Innenkippen sowie der Herstellung eines sich weitgehend selbst regulierenden Wasserhaushalts.

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung des BMF und BMUV v. 08.12.2022

Fotos: BMF/Photothek

Verwaltungsabkommen VA VII


Bündelung von Erfahrungsschätzen: LEAG und LMBV arbeiten künftig enger zusammen

Senftenberg/Cottbus. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) und die Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG) wollen künftig für die Herstellung einer vielfältigen und nachhaltigen Bergbaufolgelandschaft enger zusammenarbeiten. Dafür beabsichtigen die Unternehmen ihre jeweiligen Erfahrungsschätze, sowie ihre Kapazitäten und Ressourcen zum Nutzen der regionalen Entwicklung zu bündeln und zur gegenseitigen Unterstützung einzubringen. Die Ziele zur Planung und Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft in der Lausitz wurden jetzt in einer gemeinsamen Absichtserklärung festgehalten.

Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV: „Bereits bestehende Gremien, in dem beide Unternehmen vertreten sind, wie der Geotechnische Beirat oder die AG Flussgebietsbewirtschaftung Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße, zeigen, wie wichtig es ist, auf fachlicher Ebene gut zusammenzuarbeiten. Eine darüberhinausgehende Bündelung der unterschiedlichen Erfahrungsschätze der Unternehmen bietet die Chance, den mit dem anstehenden Kohleausstieg und Strukturwandel einhergehenden Herausforderungen verantwortungsbewusst begegnen zu können, um künftigen Generationen eine nachnutzungsgerechte Bergbaufolgelandschaft zu hinterlassen.“

Zu den thematischen Schwerpunkten der gemeinsamen Zusammenarbeit zählen der Wasserhaushalt und Klimawandel, die Sicherung von Kippenflächen, sowie berg- und umweltrechtliche Genehmigungsverfahren. Neben den strukturellen Veränderungen durch den Kohleausstieg haben sich auch die fachlichen Erkenntnisse und umweltrechtliche Anforderungen im Laufe der Zeit deutlich verändert. Vor allem die durch bergbauliche Tätigkeiten erfolgten Eingriffe in den Natur- und Wasserhaushalt müssen unter Einhaltung der strengeren Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrechtslinie sowie der NATURA 2000 ausgeglichen und kompensiert werden. Ziel der engeren Zusammenarbeit beider Unternehmen bleibt, in Zukunft einen sich weit gehend selbst regulierenden Wasserhaushalt zu erreichen.

„Die gemeinsame Absichtserklärung zur künftigen Zusammenarbeit stellt eine wichtige Weichenstellung zur Gestaltung einer folgenutzungsgerechten Bergbaufolgelandschaft dar. Für eine effiziente Umsetzung der bergbaulichen Verpflichtungen beider Unternehmen ist es sinnvoll, bestehende Kooperationen fortzusetzen und den Informationsaustausch zu verstärken. Damit unterstützen wir die regionale Entwicklung der Lausitz und können Impulse für eine chancenreiche Folgenutzung der Bergbaufolgelandschaft setzen“, so der LEAG-Vorstand für Produktion Dr. Ing. Philipp Nellessen.

Gunnar John, Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV erklärt dazu: „Unser aller Ziel muss es sein, nach dem Bergbau Raum für neue Entwicklungen der natürlichen Umwelt sowie für wirtschaftliche und soziale Entwicklungen zu schaffen. Die Absichtserklärung verleiht dem gemeinsamen Willen Ausdruck, auf aktuelle und zukünftige Fragen soweit im Rahmen der Unternehmenszwecke möglich einvernehmliche Antworten zu finden, die für beide Seiten und die Allgemeinheit nützlich sind.“


Neues Mehrzweckboot für die Feuerwehr am Berzdorfer See

Görlitz. Am 30. November 2022 fand im Hafen des Berzdorfer Sees die Übergabe eines neues Bootes mit Transportanhänger an die Görlitzer Berufsfeuerwehr statt.

Neben LMBV-Vertretern waren Feuerwehrchefin Anja Weigel, weitere Feuerwehrleute sowie Oberbürgermeister Octavian Ursu und Ordnungsamtsleiter Uwe Restetzki bei der Einweihung dabei.

Das 7,40 Meter lange Mehrzweckboot und seine Besatzung werden für die Aufgaben Feuerlöschen, Technische Hilfeleistung und Menschenrettung auf dem Wasser eingesetzt. Finanziert wurde das Boot aus der Braunkohlesanierung.

Fotos: LMBV


Bauzufahrt für die Sicherung der Brückenfeldkippe Sedlitz ist vorbereitet

Sedlitz. Am 30.11.2022 konnte die Bauzufahrt für die Sicherung der Brückenfeldkippe Sedlitz in Betrieb gehen. Gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Fredrich, Ortsvorsteher Steffen Philipp, Arnd Kaiser als  Vertreter aus der Ortschaft, LMBV-Bereichsleiter Gerd Richter und Jörg Frisch von der ausführenden Baufirma STRABAG AG wurde das obligatorische Band durchtrennt und der Weg für die Baufahrzeuge freigemacht. Damit ist die nächste Etappe auf dem Weg zu einer sicheren Bergbaufolgelandschaft am Sedlitzer See bereitet.

Für die Sicherung der Kippenfläche zwischen Sedlitz und dem Sedlitzer See wurde in den vergangenen Wochen eine Baustraße außerhalb der Ortschaft Sedlitz errichtet. Somit wird die zu sichernde Fläche aus Richtung B156 über den Ilse-Kanal und die anschließende Landwirtschaftsfläche erreicht. Diese separate Zufahrt wurde hergerichtet, um die Sedlitzer Anwohner vor Beeinträchtigungen durch die geplanten Baustellentransporte zu bewahren.

Mit den bereits begonnenen Holzungsarbeiten wird demnächst auch der Abtransport mit Lastkraftwagen folgen. Mit dem Start der eigentlichen Sicherungsmaßnahmen werden auch die benötigten Erdmassen mit den LKWs über diese Strecke transportiert. In Richtung B156 wird für die LKWs eine Einbahnstraße eingerichtet, die die Langsamfahrstrecke in Anspruch nehmen wird. Der Radweg wird geschont, indem parallel zu diesem eine temporäre Transporttrasse mit ungebundener Asphaltdecke gebaut wurde.

Die eigentlichen Verdichtungsarbeiten beginnen voraussichtlich im Spätherbst 2023. Mit-hilfe der Schonenden Sprengverdichtung (SSPV) werden erst die forstwirtschaftliche Fläche, später die Landwirtschaftsfläche gesichert. Mit dem Ende der Sprengverdichtung beginnen ab 2026 die notwendigen Geländeauffüllungen sowie Aufforstungsmaßnahmen.

Offizieller Banddurchnitt mit (v.l) Jörg Frisch/STRABAG, Gerd Richter/LMBV, Bürgermeister Andreas Fredrich, Steffen Philipp und Arnd Kaiser als Vertreter des Ortsteils Sedlitz

Fotos: LMBV/Christian Bedeschinski, Steffen Rasche, SK

Brückenfeldkippe Sedlitz, August 2022