Baufortschritt sichtbar: Aufstellen der künftigen Eisenschlamm-Silos in Plessa erfolgt
Senftenberg / Plessa.
Am 17. und 19. November 2022 wurden die beiden jeweils rund 100-Kubikmeter fassenden grünen Silos für die künftige Schlammabfuhr in Plessa auf der LMBV-Baustelle angeliefert und aufgestellt. Damit ist bauliche Komplettierung der künftigen Wasserbehandlungsanlage weitestgehend abgeschlossen. Nunmehr laufen u.a. die Arbeiten für das Errichten der Rohrbücke, der Krananlagen und vor allem für EMSR-Arbeiten in den Innenbereichen.
Dazu gehört auch das Anschließen der bereits aufgestellten Winkelschlammpressen und der Pumpen für den Transport des Eisenhydroxidschlamms (EHS) aus den Sedimentationsbecken zu den Schlammeindickern. Dies bestätigte der verantwortliche LMBV-Abteilungsleiter Michael Matthes auf Nachfrage dem RBB.
Ein Hingucker ist die zwischenzeitlich eingebaute Schnecke der Ablaufturbine zur Energierückgewinnung bei der Zuführung des gereinigten Wassers in den Hammergraben. Mit dem Wiedereinbinden des Hammergrabens stehen Abschnitte der Anlage bereits gewollt unter Wasser. Mit Dammbalken und Tauchpumpen werden noch auszurüstende Abschnitte derzeit noch trocken gehalten. Auch der Bau der Verbindungsstraßen, der Abfahr-Waage, der Aufstell- und Parkflächen ist weit vorangekommen.
Demnächst beginnt der Bau der Außenzaun- und Beleuchtungsanlagen. Wenn u.a. die noch ausstehenden Pumpenteile zugeliefert werden, ist mit der Aufnahme eines schrittweisen Testbetriebes zu rechnen, der nach den Funktionsabnahmen in einen dreimonatigen Probebetrieb überführt werden soll, so der zuständige Projektmanager Andreas Meth.
Update:
Der Anlagenbau ist bis auf derzeit laufende Mängelbeseitigungen und Restleistungen fast vollständig abgeschlossen.
Momentan laufen die Vorbereitungen zur Gesamtinbetriebnahmeund dem dreimonatigen Probebetrieb. Danach schließt sich ein einjähriger Einfahrbetrieb an.
Der Beginn des Probebetriebs der WBA Plessa wird noch in 2025 erwartet.
Die bauzeitlichen Entwicklungen durch die Corona-Pandemie und Marktveränderungen bei Zulieferungen aufgrund der Konflikte in der Ukraine führten zu Einschränkungen für die bauausführenden Unternehmen bei der Erfüllung des Leistungssolls. Zudem wurden, auch aus den vorgenannten Gründen, Anpassungen verschiedener Planungen notwendig, um den aktuellen Stand der Technik abzubilden. Die komplexen Sachverhalte wurden und werden weiter durch die Beteiligten geprüft und umgesetzt. (UST) Update v. 11.07.25
Der Kran wurde zum Aufstellen der Schlammsilos genutzt.
Fotos: LMBV
LMBV-Abteilungsleiter Michael Matthes erläutert die Wirkprinzipien der Eisenminderungsanlage Plessa
Am Turbinenhaus der WBA Plessa: Blick auf die Förderschnecke.
Wasser des Hammergrabens in der Zulaufanlage zur WBA Plessa
Auf Erkundungstour auf der weit vorangekommenen Baustelle
Fachexkursion der EuroGeoSurveys zu Lausitzer Bergbauthemen
Senftenberg. Auf Einladung des Präsidenten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und des Verbandes der Staatlichen Geologischen Dienste in Europa (EuroGeoSurveys), Prof. Dr. Ralph Watzel, reisten die Direktorinnen und Direktoren der Dienste in den Anrainerstaaten von Nordsee/Nordostatlantik am 17. November 2022 in die Lausitz, um sich über den aktiven Braunkohlenbergbau und den Sanierungsbergbau zu informieren.
Die ganztägige Fachexkursion startete für die rund 20 Teilnehmer mit einer kurzen Einführung zur Tagebauführung am LEAG-Kraftwerk Schwarze Pumpe sowie einer anschließenden Befahrung des Tagebaus Welzow.
Zum Sanierungsbergbau der LMBV standen u.a. die Wasseraufbereitung in der GWRA Rainitza und die touristische Nachnutzung und Rekultivierung am Beispiel Großräschener See auf dem Programm. An den IBA-Terrassen angekommen, stellte der kaufmännische Geschäftsführer der LMBV, Gunnar John, die umfangreichen Arbeiten des Bergbausanierers vor. Zahlreiche Nachfragen der Exkursionsteilnehmer, auch zur Geschichte und der landschaftlichen Entwicklung in der Lausitz, verdeutlichten das große Interesse der internationalen Gäste.
Als Abschluss ging es für alle Beteiligten zum Restloch Greifenhain. Hier standen die Verdichtungstechnologien der LMBV und speziell die Fallgewichtsverdichtung am Altdöberner See im Mittelpunkt.
Die angereisten Vertreter aus den Niederlanden, Großbritannien, Irland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Island und den Färöer-Inseln zeigten sich beeindruckt von den Dimensionen und bekundeten auch im Hinblick auf den Aufbau des neuen Forschungs- und Entwicklungszentrums Bergbaufolgen (FEZB) der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Cottbus großes fachliches Interesse an den aktuellen Bergbauthemen der Lausitz.
Zum Abschluss waren die Teilnehmenden zur Fallgewichtsverdichtung an das Restloch Greifenhain gefahren.
Fotos: LMBV
Die internationalen Gäste zeigten großes Interesse am Sanierungsbergbau.Fallgewichtsverdichtung am Altdöberner SeeKarsten Handro, LMBV-Abteilungsleiter Projektmanagement, erläuterte die Verdichtungstechnologie.
Infrastrukturelle Erschließung für das neue Vereinszentrum am Knappensee vollendet
Senftenberg/Groß Särchen. Am Knappensee läuft neben den eigentlichen Sicherungsarbeiten die Vorbereitung für die Zeit nach der Sanierung. Die Fläche des einstigen Zeltplatzes 1 in Groß Särchen wurde in den vergangenen Monaten mit neuen Verkehrswegen, 30 Parkplätzen, und Straßenbeleuchtung auf LED-Basis ausgestattet sowie die Umfeldgestaltung angelegt. Die Medien wurden neu erschlossen.
Mit der am 17. November 2022 erfolgten VOB-Bauabnahme ist nun die Voraussetzung für den Bau des eigentlichen Vereinszentrums geschaffen. Das Vereinszentrum soll verschiedene Vereinsaktivitäten bündeln und für die Wiederbelebung des Knappensees nach der Sicherung sorgen. Auf einer Gesamtfläche von 3,3 Hektar ist eine Fläche mit 10 Parzellen entstanden.
Die Gemeinde Lohsa hatte die Teilprojektträgerschaft im Rahmen des Paragrafen 4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung für dieses Infrastrukturprojekt übernommen. Der Freistaat Sachsen übernimmt hierbei 85 Prozent der Finanzierung.
Foto: LMBV/Steffen Rasche
Fläche des neuen Vereinszentrums am Knappensee/Groß Särchen
15. Regionalkonferenz zum Lausitzer Seenland in Knappenrode
Knappenrode. Am 9. November 2022 fand in der Energiefabrik Knappenrode die schon traditionelle jährliche Regionalkonferenz im Lausitzer Seenland statt. An historischer Stätte im ehemaligen Kühlgebäude der Brikettfabrik versammelten sich rund 100 Teilnehmer aus Sachsen und Brandenburg, die an der Entwicklung des Lausitzer Seenlandes (LS) mitwirken.
Der Bautzener Landrat Udo Witschas als Vorsitzender des ZV LSS begrüßte die Gäste und unterstrich die Chancen, gemeinsam zurückzublicken und gleichzeitig Ausblicke vermittelt zu bekommen. Für die gastgebende Kommune sprach Hoyerswerdas Bürgermeister Torsten Ruban-Zeh in seinem Grußwort über die Vorhaben der Seenland-Stadt unter dem Motto „#WHY!“ sowie u.a. auch über die Entwicklungen am stadtnahen Bergbaufolgesee Scheibe und berichtete zu verschiedenen Strukturwandel-Vorhaben
Detlev Wurzler, Verbandsvorsteher des ZV LSB blickte auf seine Wunschliste aus 2021 zurück, die u.a. ein einheitliches Schifffahrtsrecht für das länderübergreifende Seenland beinhaltete. Hier seien erste Schritte der beiden Länder mit Zielrichtung bis 2024 zu verzeichnen. Die im Vorjahr angesprochenen Hindernisse aus dem Landesentwicklungsplan, die künftige Ansiedlungen im Seenland erschweren könnten, konnten bisher nicht revidiert werden.
Schwerpunkt der Entwicklungen beim ZV LSB bleibe der Sedlitzer See. Hier konnte der Änderungs-Aufstellungsbeschluss für den B-Plan Nr. 5 „Seestrand Lieske“ erreicht werden. Wurzler sah ebenfalls positive Tendenzen bei den B-Plänen Nr. 25 „Hotel am Sedlitzer Hafen“ und Nr. 33 „Wohngebiet Sedlitzer Bucht“. Er stellte zudem die sechs Projekte des ZV im laufenden Strukturwandel vor, darunter das Schiffanleger-Vorhaben bei Sedlitz am Großräschener See, wo die LPH 3 abgeschlossen werden konnte. Der nun mit dem Land BB abgestimmte Kaufantrag für nötige Flächen auch am Ufer werde zeitnah bei der LMBV gestellt werden können. Das Erschließungsvorhaben Sedlitzer Bucht mit 2,1 Mio. Euro Umfang werde voraussichtlich am 25.11.22 abgeschlossen. Detlev Wurzler verwies auch auf Aufwertungsideen am Rostigen Nagel sowie das Errichten von Themenspielplätzen am Senftenberger See und das teilweise Modernisieren der Freizeit-Infrastruktur am Senftenberger See hin.
Daniel Just, Geschäftsführer des ZV LSS, konnte den Mitarbeiterstamm des Verbandes dank der Förderungen aus dem STARK-Programm auf nunmehr zehn Mitwirkende erhöhen und damit weitere Leistungen nach der Übergabe des Multifunktionsgebäudes mit der Bewirtschaftung des Steges und dem Hafenbetrieb am Geierswalder See anbieten. Hier könnten ergänzend durch einen privaten Investor u.a. TINY-Häuser entstehen. Das weitere Ausbauen des Wegeleitsystems im Seenland an 130 Standorten soll am 03.01.2023 starten Zudem wird die vorhandene Kilometrierung weiter ergänzt. Größtes Asset des ZV sei die gemeinsam mit der Gemeinde Elsterheide vorgenommene planerische Entwicklung von zunächst 10 ha Flächen auf dem Koschendamm.
Gerd Richter gab für die Bergbausanierer der LMBV einen Rund- und Ausblick auf die notwendigen ingenieurtechnischen Leistungen im Seenland. Er verwies auf den Schwerpunkt der Arbeiten rund um den Sedlitzer See mit dem Ziel, einen ausgespiegelten Kernseenverbund von ca. 4.000 ha bis 2026 anzustreben. Dazu werden rund 80 Mio. Euro an Leistungen u.a. für die Sicherung der Brückenfeldkippe und den noch zu bauenden Ableiter vom Sedlitzer See umzusetzen sein. Im Fortgang stellte der LMBV-Vertreter weitere Vorhaben von der Fallgewichtsverdichtung am Altdöberner See, der fortzuführenden Inlake-Behandlungen bis hin zum Sanieren am Knappensee und zum Testrütteln am Silbersee vor.
Kathrin Winkler vom Tourismusverband LS erläuterte die Herausforderungen seit dem Corona-Jahr 2021. Die Touristen nutzen deutlich kürzere Buchungsfristen, verweilen aber auch etwas länger im Seenland. Dem Fachkräftemangel sehen sich auch die hiesigen Touristiker ausgesetzt. Regionalplaner Matthias Wedepohl von Projekt M erklärte den Ansatz für das bis Mai 2023 zu erstellende strategische Regionale Entwicklungskonzept auf der sächsischen Seite des Seenlandes und knüpfte dabei an den Rahmenplan auf Brandenburger Seite aus 2021 an
Dr. Torsten Heyer von der TU Dresden vom Institut für Wasserbau und Technische Hydromechanik informierte zu einem beauftragten Konzept zur Reduzierung künftiger Planungsrisiken für Anlagen auf und an Bergbaufolgeseen am Beispiel des Sedlitzer und des Geierswalder Sees. Dabei geht es um die Einschätzung möglicher Gefahren, der Ausgesetztheit und Anfälligkeit bei Starkwinden, Wellen- und Eisgang sowie einhergehenden Sedimenttransporten. Dazu werden insbesondere die Geomorphologie der Seeböden und Seeufer durch numerische Nachbildung der Hohlformen sowie die Streichlängen einfallender Winde mitberücksichtigt, um Masterpläne für Seegangs- und Sedimentprognose zu erstellen.
Eingangsbereich der Energiefabrik Knappenrode im November 2022
Landrat Udo Witschas begrüßte als Vorsitzender des ZV LSS die Gäste
Blick in das Ausstellungsgelände Knappenrode
Gerd Richter gab für die LMBV einen Überblick
Energiefabrik Knappenrode 2022 – Detail
LMBV-Beitrag zur Regionalkonferenz
Sanierungsarbeiten zum Herstellen der Trittsicherheit am Restloch 38 haben begonnen – Zunächst Vegetationsberäumen
Senftenberg/Lauchhammer. Mit der am 1. Oktober 2022 am Restloch 38 (Kuthteich) i.A. der LMBV begonnenen Maßnahme werden in den kommenden Monaten Erosionsschutzmatten (Bitumen-Mineralgemisch-Matten) und Geogitter auf einer Fläche von 5.500 m² verlegt.
Ziel dieser Sanierungsmaßnahme ist das Herstellen der Trittsicherheit im nordöstlichen Bereich des Restlochs, in dem zur Zeit beim Betreten noch Lebensgefahr besteht. Vorbereitend dazu wird bis zum Ende des Jahres zunächst die Vegetation beräumt und eine Geräteeinsatzstelle hergestellt.
Weiterhin ist vor dem Verlegen der Erosionsschutzmatten die Böschung in diesem Abschnitt zu profilieren und noch vorhandene Kohletrübe zu beräumen.
Mit einem Auftrag von Oberboden und der Bepflanzung soll die Maßnahme Ende 2023 abgeschlossen werden.
Rückblick: Die Sanierung des Restlochs 38, das aus dem 1918 aufgeschlossenen Tagebau Kuth hervorging, wurde im Dezember 2015 mit der Baufeldfreimachung begonnen. Danach wurden die Kippenstabilisierung der Ostböschung mittels Rütteldruckverdichtung (RDV) und die Uferprofilierung der Ostböschung durchgeführt. Auf dem verdichteten Damm wurde 2019 die Ortrander Straße mit straßenbegleitendem Radweg wieder hergestellt.
Foto: LMBV/Steffen Rasche
Restloch 38
Bürgerinformation zur Schonenden Sprengverdichtung auf der Brückenfeldkippe
Senftenberg/Sedlitz. Am 21. September 2021 informierte die LMBV über die anstehenden Sicherungsmaßnahmen auf der Brückenfeldkippe im Ortsteil Sedlitz.
Bereichsleiter Gerd Richter informierte über den Stand der Arbeiten. Die Anwohner erhielten die Gelegenheit Fragen und Bedenken im direkten Gespräch mit den Projektverantwortlichen der LMBV zu erörtern.
Die Sicherungsmaßnahmen der Sedlitzer Brückenfeldkippe befinden sich in Vorbereitung
Derzeit werden die vorbereitenden Arbeiten für die eigentliche Sicherung der Innenkippe durchgeführt. Das sind die Herstellung der Bauzufahrten, um die Transporte nicht durch den Ort führen zu müssen, und die Kontrolle und ggf. Verwahrung untertägiger Strecken des Altbergbaus. Diese Arbeiten werden bis Ende 2022 vollendet sein.
Parallel zu den Arbeiten der LMBV wird durch die Firma Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH die Hochspannungsleitung saniert, erläuterte der Mitnetz-Projektplaner Andreas Klemm.
Schonende Sprengverdichtung beginnt Ende 2023
In der vegetationsfreien Zeit dieses Jahres beginnen die Holzungsarbeiten an der Forstwirtschaftsfläche. Dabei wird ein Waldstreifen nahe der Ortschaft Sedlitz stehen bleiben. Dieses Waldstück dient während der Sanierungstätigkeit als Sicht- und Lärmschutz für die Sedlitzer.
Die eigentlichen Verdichtungsarbeiten beginnen voraussichtlich im Spätherbst 2023. Mithilfe der Schonenden Sprengverdichtung (SSPV) werden erst die forstwirtschaftliche Fläche, später die Landwirtschaftsfläche gesichert. Mit dem Ende der Sprengverdichtung beginnen ab 2026 die notwendigen Geländeauffüllungen sowie Aufforstungsmaßnahmen.
Brückenfeldkippe von oben
Gerd Richter im Dialog mit den Anwohnern von Sedlitz
Filterbrunnenverwahrung auf der Brückenfeldkippe
Errichtung der Nordzufahrt zu Brückenfeldkippe Sedlitz
Publikation
Einladung zur Informationsveranstaltung Brückenfeldkippe Sedlitz
Senftenberg/Sedlitz. Die Stadt Senftenberg und die LMBV laden am 21. September 2022 um 17:00 Uhr zu einer gemeinsamen Informationsveranstaltung zu den anstehenden Sicherungsmaßnahmen an der sogenannten „Brückenfeldkippe Sedlitz“ ein. Anwohner und Interessierte können sich über die aktuellen und zukünftigen Baumaßnahmen am Rande der Ortschaft Sedlitz informieren und mit den Verantwortlichen ins Gespräch kommen.
Treffpunkt ist am Ortsausgang in der Sornoer Straße von Sedlitz, direkt am Wirtschaftsweg in Richtung Löschwasserentnahmestelle Sedlitzer See.
Brückenfeldkippe von oben
Harvester am Brückenfeld im Einsatz
Filterbrunnenverwahrung auf der Brückenfeldkippe
Verkehrsminister Guido Beermann vor Ort an freigegebener B 169 in Sedlitz
Senftenberg/Sedlitz. Anlässlich der kürzlich vom Brandenburger Landesbetrieb Straßenwesen erfolgten Freigabe der B 169 zwischen Sedlitz und Senftenberg (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) am 8. September 2022, informierte sich heute der Brandenburger Verkehrsminister Guido Beermann vor Ort über die Sanierung des Streckenabschnitts.
Zuvor war es hier zu hängenden Tagesbrüchen gekommen, die Schäden auf der Fahrbahn verursacht hatten. Anschließend hatte die LMBV Bohr- und Verwahrarbeiten beauftragt, die von Fachfirmen durchgeführt wurden. "Wir haben 115 Bohrungen niedergebracht in einem Abstand von ca. 10 bis 15 Metern", erklärte Gunnar John, Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV. Verfüllt wurden die Hohlräume mit 917 Kubikmetern betonähnlichem Versatzmaterial.
Nachdem das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) nach diesen Arbeiten die Freigabe erteilt hatte, konnten die Straßenbauarbeiten beginnen.
Verkehrsminister Guido Beermann erklärte: „Ich freue mich, dass es dem Landesbetrieb und dem beauftragten Bauunternehmen gelungen ist, die im Frühjahr angekündigte Bauzeit einzuhalten. Dies gelang, obwohl die Sanierung keine Routineangelegenheit war.
Mit der Verkürzung von Abläufen gelang es, die Straße in vier Monaten fertig zu stellen. Durch diese geringstmögliche Bauzeit konnte die ohnehin schon sehr lange Sperrzeit der Straße weiter reduziert werden.“ Zur vergleichsweise schnellen Umsetzung des Vorhabens, so der Brandenburger Landesbetrieb Straßenwesen in seiner Presseerklärung, hat die Vollsperrung der B 169 zwischen Sedlitz und Senftenberg beigetragen.
Auf den zeitraubenden Umbau der Verkehrssicherung und Ampeln bei halbseitiger Sperrung konnte verzichtet werden. Die Vollsperrung war vor allem notwendig, weil die Fahrbahn wegen der Bohrarbeiten beschädigt und deshalb die Verkehrssicherheit nicht gewährleistet war.
Um Schwertransporte zu vermeiden, hatte das Bauunternehmen die entnommenen Erdstoffe und den Schotter auf der gesperrten Straße abgelagert. Auch dadurch wurden die Bauarbeiten deutlich beschleunigt. Mit dem Abraum konnte die Fahrbahn neu aufgebaut werden.
Danach wurde die Straße asphaltiert. In dem Bereich, in dem Bohrungen vorgenommen worden waren, mussten umfangreiche Erdarbeiten auf etwa 500 Meter Länge und einer Tiefe von 2,50 Meter durchgeführt werden. Zum Sichern des Untergrundes gegen eventuell in der Zukunft auftretende Tagesbrüche wurde so genanntes Geogitter verlegt.
LMBV-Geschäftsführer Gunnar John erläuterte die erfolgte Entwässerungsstrecken-VerwahrungBlick auf die freigegebene B169 zwischen Sedlitz und Senftenberg
Service- und Überwachungsgebäude am Geierswalder Badestrand in Betrieb genommen
Senftenberg/Elsterheide. Das neu errichtete Service- und Überwachungsgebäude am Badestrand des Geierswalder Sees wurde am 1. September 2022 von der Gemeinde Elsterheide feierlich in Betrieb genommen. Mit der Eröffnung kann die Ortsgruppe Hoyerswerda der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes in das Obergeschoss des Gebäudes am Bergbaufolgesee einziehen. Bis zu vier Rettungsschwimmer werden ab Saisonstart 2023 dort stationiert sein. Die bislang provisorische Containerlösung wird durch diese moderne Rettungswache abgelöst. Im Rahmen der öffentlichen Nutzung gibt es neben den Sanitäranlagen für Strandbesucher auch ein Wickelraum im Untergeschoss. Die Räumlichkeiten können in den Sommermonaten täglich genutzt werden.
Die Baumaßnahme des zweistöckigen Objektes mit etwa 500.000 Euro Kosten ist als eine § 4-Maßnahme gemäß dem Verwaltungsabkommen über die Finanzierung der Braunkohlesanierung in einer anteiligen LMBV-Projektbegleitung durch die Gemeinde Elsterheide mit § 4-Mitteln des Freistaates Sachsen und Eigenmitteln realisiert worden, so Elsterheides Bürgermeister Dietmar Koark.
Eine Umfeldbegrünung findet aufgrund der künftig noch erforderlichen Ufer-Sanierungsarbeiten am Strand derzeit noch nicht statt. Ab Oktober 2022 soll das dortige Ufer im Rahmen von planmäßigen Sicherungsarbeiten i.A. der LMBV dauerhaft ausgebaut werden, so der LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz Gerd Richter anläßlich der Einweihung. Geplant sind Steinschüttungen und Buhnen, die den Strand schützen und die Wasserfläche ruhiger werden lassen. Die Maßnahme soll bis zum Frühjahr 2023 abgeschlossen sein.
Fotos: LMBV / Dr. Uwe Steinhuber
Gemeinsam zum Erfolg: LMBV und Gemeinde Elsterheide – hier LMBV-Prokurist Gerd Richter (li) mit Bürgermeister Dietmar Koark bei der Einweihung
RWC im Einsatz – vor Rettungswache am Geierswalder See
Retter der DRK-Wasserwacht Hoyerswerda vor der Rettungswache Geierswalder See
Haben gemeinsam mitgewirkt: Planerin Carla Grünbeck, Koodinatorin Corina Hampe (beide LMBV) mit GF Daniel Just (ZV LSS)
Stellungnahme der LMBV zum Offenen Brief des Aktionsbündnisses Klare Spree e.V. vom 01.09.2022
Senftenberg. Die LMBV hat am 2. September 2022 zu einem Offenen Brief des Vorsitzenden des Aktionsbündnisses Klare Spree e.V. vom 1. September 2022 wie folgt Stellung genommen:
Das aktuelle Gesamtkonzept im Spreegebiet Südraum sieht das flussnahe Abfangen der eisenhaltigen Grundwässer und die Ableitung in eine zentrale Wasserbehandlungsanlage (hier: GWBA Schwarze Pumpe) vor. Das Ziel ist die Verringerung des Eiseneintrages in die Spree/Kleine Spree aus dem Bereich der Spreewitzer Rinne und damit Minderung der Eisenbelastung der Spree im Bereich Spremberg/Talsperre Spremberg.
Im Spreegebiet Südraum konnten im Jahr 2022 alle kurz- und mittelfristigen Maßnahmen aus dem fachgutachterlichen Barrierekonzept von 2012 zum Abschluss gebracht werden:
Abfangriegel mit 6 Filterbrunnen im Bereich der Kleinen Spree bei Spreewitz
containergestützte, modulare Wasserbehandlungsanlage (MWBA) am Standort Burgneudorf einschließlich dem dazugehörigen Abfangriegel mit zehn Filterbrunnen an der Kleinen Spree
modulare Wasserbehandlungsanlage (MWBA) am Standort Abfanggraben Neustadt (Spree)
Errichtung der MWBA im Bereich Ruhlmühle am Altarm der Spree im Neustädter Ortsteil Döschko
Diese Maßnahmen zeigen bereits ihre Wirkung, so dass der Aufwand der Bewirtschaftungsmaßnahmen an der Vorsperre zur Talsperre Spremberg sich bereits im Zeitraum ab dem nächsten Verwaltungsabkommens (VA VII 2023 – 2027 geplant) deutlich verringern wird.
Die langfristige Gesamtkonzeption der LMBV für den Südraum der Spree („Barrierekonzept Spreegebiet Südraum“) sieht Leistungen zur Quellstärkenreduzierung sowie zur flussnahen Grundwasser-Fassung und Überleitung in eine zentrale Wasserbehandlungsanlage (ZWBA) vor und gliedert sich in drei Vorhaben:
Vorhaben 1: „Errichtung einer Dichtwand am Nordostufer des SB Lohsa II“
Vorhaben 2: „Flussnahe Barrieren/GW-Abfangmaßnahmen an der Spree und Kleinen Spree mit Überleitung zur zentralen Wasserbehandlung"
Vorhaben 3: „Erweiterungsbauwerk als Vorreinigungsstufe an der Grubenwas serbehandlungsanlage (GWBA) Schwarze Pumpe"
Diese Vorhaben wirken grundsätzlich unabhängig voneinander und werden jede für sich ihren Beitrag zur Bewältigung der Situation leisten. Die Vorhaben 2 und 3 befinden sich im laufenden Planungsprozess, so wird bspw. für das Vorhaben 3 gerade ein gemeinschaftlicher Sonderbetriebsplan von LEAG und LMBV für das Erweiterungsbauwerk der Grubenwasserbehandlungsanlage (GWBA) Schwarze Pumpe nach § 52 Abs. 3 BbergG zur Einreichung beim Sächsischen Oberbergamt erarbeitet.
Das Vorhaben 1 „Errichtung einer Dichtwand am Nordostufer des SB Lohsa II“ stellt einen großen Eingriff in den Untergrund dar und erfordert daher die Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens. Die geschätzten Gesamtkosten liegen bei rund 100 Mio. Euro (Preisstand 2020).
Auf Grund des zu führenden Genehmigungsverfahrens mit seinen Vorbereitungsleistungen, insbesondere aber aufgrund der Dimension des Projekts – geplant ist eine Länge der Dichtwand von sieben Kilometern bei einer Tiefe von durchschnittlich rund 90 Metern – ist mit einem voraussichtlichen Bauende ab Ende der 30er Jahre zu rechnen.
Es liegen nunmehr ausreichende Voruntersuchungen vor, um auf dem Weg eines abschließenden Fachgutachtens ein Votum zur Dichtwand-Technologie und ihrer Realisierungsmöglichkeiten zu erzeugen. Dies wird zügig in 2023 erfolgen und die geplante Gesamtlaufzeit bis zur Fertigstellung nicht beeinträchtigen.
Die Herangehensweise wird mit allen Partnern der LMBV weiter besprochen werden.
Fotos: LMBV
Vorsperre Bühlow im Juni 2021Wasserbehandlungsanlage RuhlmühleWasserbehandlungsanlage BurgneudorfGrubenwasserreinigungsanlage Schwarze PumpeHerstellen einer Dichtwand (Symbolfoto)