Bundesministerien und Länder schließen neues Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung

Berlin. Die Finanzierung der Braunkohlesanierung in Ostdeutschland ist auch für die kommenden fünf Jahre gesichert. Bundesminister der Finanzen Christian Lindner, Bundesumweltministerin Steffi Lemke und die Ministerpräsidenten der Länder Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben ein weiteres Verwaltungsabkommen für den Zeitraum 2023 bis 2027 unterzeichnet. Der vom Bund und den Braunkohleländern für diesen Zeitraum bereitgestellte finanzielle Gesamtrahmen beläuft sich auf 1,44 Milliarden Euro, wovon 978,7 Millionen Euro auf den Bund entfallen. Das für die kommenden fünf Jahre vereinbarte Volumen für die Braunkohlesanierung liegt damit um 214 Millionen Euro über dem des derzeitigen Verwaltungsabkommens.

Bundesfinanzminister Christian Lindner: „Gemeinsam mit den Ländern haben wir uns darauf verständigt, die Finanzierung der Braunkohlesanierung in den nächsten fünf Jahren fortzuführen und auszuweiten. Der bereitgestellte Finanzrahmen liegt mit 1,4 Milliarden Euro spürbar über dem Budget der vergangenen Jahre. Für unserer aller Haushalte ist das – gerade in der heutigen Zeit – ein erheblicher Kraftakt. Umso mehr freue ich mich, dass wir hier gemeinsam einen Konsens gefunden haben.“

Bundesumweltministerin Steffi Lemke: „Die Braunkohlesanierung geht weiter – das ist ein wichtiges Signal für die ehemaligen ostdeutschen Tagebauregionen und den Naturschutz. Die Bundesregierung unterstützt die von der damaligen Umweltzerstörung stark betroffenen Bundesländer auch weiterhin bei der Bewältigung der Folgen. Die notwendigen Schutzmaßnahmen für Böden, Gewässer und Natur werden wir auch in den nächsten fünf Jahren voranbringen. Eine qualitativ hochwertige Sanierung sichert gleichzeitig Arbeitsplätze und gibt den Regionen neue Perspektiven."

Gegenstand der Braunkohlesanierung ist die Bewältigung der Folgen des DDR-Braunkohleabbaus durch Wiedernutzbarmachung und Rekultivierung von vormals in Anspruch genommenen Flächen. Damit einher geht eine gemeinsame Strukturentwicklungspolitik, die Arbeitsplätze sichert und den betroffenen Regionen neue Perspektiven gibt. Seit 1991 haben Bund und Länder bereits über 11,9 Milliarden Euro in die Braunkohlesanierung investiert.

Mit dem neuen Verwaltungsabkommen bekennen sich die Partner ausdrücklich zu einer gemeinsamen Fortführung der Braunkohlesanierung. Sie haben sich dabei darauf verständigt, die noch anstehenden Aufgaben unter besonderer Beachtung ihrer hohen Umweltwirkung und unter Berücksichtigung der zunehmenden Auswirkungen klimatischer Veränderungen weiterhin effektiv, effizient und nachhaltig zu organisieren.

Darüber hinaus haben sich Bund und Länder mit dem neuen Verwaltungsabkommen zum Ziel gesetzt, die Übertragung von abgeschlossenen Sanierungsmaßnahmen auf vom Bund unabhängige Trägerstrukturen entscheidend voranzubringen. In den vergangenen Jahren konnten in der Braunkohlesanierung große Fortschritte erzielt werden. Vielerorts sind attraktive Bergbaufolgelandschaften entstanden, große Flächen wurden rekultiviert und wieder nutzbar gemacht. Trotz dieser Erfolge bestehen noch langjährige Herausforderungen, insbesondere bei der Sicherung von Innenkippen sowie der Herstellung eines sich weitgehend selbst regulierenden Wasserhaushalts.

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung des BMF und BMUV v. 08.12.2022

Fotos: BMF/Photothek

Verwaltungsabkommen VA VII


Bündelung von Erfahrungsschätzen: LEAG und LMBV arbeiten künftig enger zusammen

Senftenberg/Cottbus. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) und die Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG) wollen künftig für die Herstellung einer vielfältigen und nachhaltigen Bergbaufolgelandschaft enger zusammenarbeiten. Dafür beabsichtigen die Unternehmen ihre jeweiligen Erfahrungsschätze, sowie ihre Kapazitäten und Ressourcen zum Nutzen der regionalen Entwicklung zu bündeln und zur gegenseitigen Unterstützung einzubringen. Die Ziele zur Planung und Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft in der Lausitz wurden jetzt in einer gemeinsamen Absichtserklärung festgehalten.

Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV: „Bereits bestehende Gremien, in dem beide Unternehmen vertreten sind, wie der Geotechnische Beirat oder die AG Flussgebietsbewirtschaftung Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße, zeigen, wie wichtig es ist, auf fachlicher Ebene gut zusammenzuarbeiten. Eine darüberhinausgehende Bündelung der unterschiedlichen Erfahrungsschätze der Unternehmen bietet die Chance, den mit dem anstehenden Kohleausstieg und Strukturwandel einhergehenden Herausforderungen verantwortungsbewusst begegnen zu können, um künftigen Generationen eine nachnutzungsgerechte Bergbaufolgelandschaft zu hinterlassen.“

Zu den thematischen Schwerpunkten der gemeinsamen Zusammenarbeit zählen der Wasserhaushalt und Klimawandel, die Sicherung von Kippenflächen, sowie berg- und umweltrechtliche Genehmigungsverfahren. Neben den strukturellen Veränderungen durch den Kohleausstieg haben sich auch die fachlichen Erkenntnisse und umweltrechtliche Anforderungen im Laufe der Zeit deutlich verändert. Vor allem die durch bergbauliche Tätigkeiten erfolgten Eingriffe in den Natur- und Wasserhaushalt müssen unter Einhaltung der strengeren Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrechtslinie sowie der NATURA 2000 ausgeglichen und kompensiert werden. Ziel der engeren Zusammenarbeit beider Unternehmen bleibt, in Zukunft einen sich weit gehend selbst regulierenden Wasserhaushalt zu erreichen.

„Die gemeinsame Absichtserklärung zur künftigen Zusammenarbeit stellt eine wichtige Weichenstellung zur Gestaltung einer folgenutzungsgerechten Bergbaufolgelandschaft dar. Für eine effiziente Umsetzung der bergbaulichen Verpflichtungen beider Unternehmen ist es sinnvoll, bestehende Kooperationen fortzusetzen und den Informationsaustausch zu verstärken. Damit unterstützen wir die regionale Entwicklung der Lausitz und können Impulse für eine chancenreiche Folgenutzung der Bergbaufolgelandschaft setzen“, so der LEAG-Vorstand für Produktion Dr. Ing. Philipp Nellessen.

Gunnar John, Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV erklärt dazu: „Unser aller Ziel muss es sein, nach dem Bergbau Raum für neue Entwicklungen der natürlichen Umwelt sowie für wirtschaftliche und soziale Entwicklungen zu schaffen. Die Absichtserklärung verleiht dem gemeinsamen Willen Ausdruck, auf aktuelle und zukünftige Fragen soweit im Rahmen der Unternehmenszwecke möglich einvernehmliche Antworten zu finden, die für beide Seiten und die Allgemeinheit nützlich sind.“


Neues Mehrzweckboot für die Feuerwehr am Berzdorfer See

Görlitz. Am 30. November 2022 fand im Hafen des Berzdorfer Sees die Übergabe eines neues Bootes mit Transportanhänger an die Görlitzer Berufsfeuerwehr statt.

Neben LMBV-Vertretern waren Feuerwehrchefin Anja Weigel, weitere Feuerwehrleute sowie Oberbürgermeister Octavian Ursu und Ordnungsamtsleiter Uwe Restetzki bei der Einweihung dabei.

Das 7,40 Meter lange Mehrzweckboot und seine Besatzung werden für die Aufgaben Feuerlöschen, Technische Hilfeleistung und Menschenrettung auf dem Wasser eingesetzt. Finanziert wurde das Boot aus der Braunkohlesanierung.

Fotos: LMBV


Bauzufahrt für die Sicherung der Brückenfeldkippe Sedlitz ist vorbereitet

Sedlitz. Am 30.11.2022 konnte die Bauzufahrt für die Sicherung der Brückenfeldkippe Sedlitz in Betrieb gehen. Gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Fredrich, Ortsvorsteher Steffen Philipp, Arnd Kaiser als  Vertreter aus der Ortschaft, LMBV-Bereichsleiter Gerd Richter und Jörg Frisch von der ausführenden Baufirma STRABAG AG wurde das obligatorische Band durchtrennt und der Weg für die Baufahrzeuge freigemacht. Damit ist die nächste Etappe auf dem Weg zu einer sicheren Bergbaufolgelandschaft am Sedlitzer See bereitet.

Für die Sicherung der Kippenfläche zwischen Sedlitz und dem Sedlitzer See wurde in den vergangenen Wochen eine Baustraße außerhalb der Ortschaft Sedlitz errichtet. Somit wird die zu sichernde Fläche aus Richtung B156 über den Ilse-Kanal und die anschließende Landwirtschaftsfläche erreicht. Diese separate Zufahrt wurde hergerichtet, um die Sedlitzer Anwohner vor Beeinträchtigungen durch die geplanten Baustellentransporte zu bewahren.

Mit den bereits begonnenen Holzungsarbeiten wird demnächst auch der Abtransport mit Lastkraftwagen folgen. Mit dem Start der eigentlichen Sicherungsmaßnahmen werden auch die benötigten Erdmassen mit den LKWs über diese Strecke transportiert. In Richtung B156 wird für die LKWs eine Einbahnstraße eingerichtet, die die Langsamfahrstrecke in Anspruch nehmen wird. Der Radweg wird geschont, indem parallel zu diesem eine temporäre Transporttrasse mit ungebundener Asphaltdecke gebaut wurde.

Die eigentlichen Verdichtungsarbeiten beginnen voraussichtlich im Spätherbst 2023. Mit-hilfe der Schonenden Sprengverdichtung (SSPV) werden erst die forstwirtschaftliche Fläche, später die Landwirtschaftsfläche gesichert. Mit dem Ende der Sprengverdichtung beginnen ab 2026 die notwendigen Geländeauffüllungen sowie Aufforstungsmaßnahmen.

Offizieller Banddurchnitt mit (v.l) Jörg Frisch/STRABAG, Gerd Richter/LMBV, Bürgermeister Andreas Fredrich, Steffen Philipp und Arnd Kaiser als Vertreter des Ortsteils Sedlitz

Fotos: LMBV/Christian Bedeschinski, Steffen Rasche, SK

Brückenfeldkippe Sedlitz, August 2022


Baufortschritt sichtbar: Aufstellen der künftigen Eisenschlamm-Silos in Plessa erfolgt

Senftenberg / Plessa.

Am 17. und 19. November 2022 wurden die beiden jeweils rund 100-Kubikmeter fassenden grünen Silos für die künftige Schlammabfuhr in Plessa auf der LMBV-Baustelle angeliefert und aufgestellt. Damit ist bauliche Komplettierung der künftigen Wasserbehandlungsanlage weitestgehend abgeschlossen. Nunmehr laufen u.a. die Arbeiten für das Errichten der Rohrbücke, der Krananlagen und vor allem für EMSR-Arbeiten in den Innenbereichen.

Dazu gehört auch das Anschließen der bereits aufgestellten Winkelschlammpressen und der Pumpen für den Transport des Eisenhydroxidschlamms (EHS) aus den Sedimentationsbecken zu den Schlammeindickern. Dies bestätigte der verantwortliche LMBV-Abteilungsleiter Michael Matthes auf Nachfrage dem RBB.

Ein Hingucker ist die zwischenzeitlich eingebaute Schnecke der Ablaufturbine zur Energierückgewinnung bei der Zuführung des gereinigten Wassers in den Hammergraben. Mit dem Wiedereinbinden des Hammergrabens stehen Abschnitte der Anlage bereits gewollt unter Wasser. Mit Dammbalken und Tauchpumpen werden noch auszurüstende Abschnitte derzeit noch trocken gehalten. Auch der Bau der Verbindungsstraßen, der Abfahr-Waage, der Aufstell- und Parkflächen ist weit vorangekommen.

Demnächst beginnt der Bau der Außenzaun- und Beleuchtungsanlagen. Wenn u.a. die noch ausstehenden Pumpenteile zugeliefert werden, ist mit der Aufnahme eines schrittweisen Testbetriebes  zu rechnen, der nach den Funktionsabnahmen in einen dreimonatigen Probebetrieb überführt werden soll, so der zuständige Projektmanager Andreas Meth.

Update:

Der Anlagenbau ist bis auf derzeit laufende Mängelbeseitigungen und Restleistungen fast vollständig abgeschlossen.

Momentan laufen die Vorbereitungen zur Gesamtinbetriebnahme und dem dreimonatigen Probebetrieb. Danach schließt sich ein einjähriger Einfahrbetrieb an.

Der Beginn des Probebetriebs der WBA Plessa wird noch in 2025 erwartet.

Die bauzeitlichen Entwicklungen durch die Corona-Pandemie und Marktveränderungen bei Zulieferungen aufgrund der Konflikte in der Ukraine führten zu Einschränkungen für die bauausführenden Unternehmen bei der Erfüllung des Leistungssolls. Zudem wurden, auch aus den vorgenannten Gründen, Anpassungen verschiedener Planungen notwendig, um den aktuellen Stand der Technik abzubilden. Die komplexen Sachverhalte wurden und werden weiter durch die Beteiligten geprüft und umgesetzt. (UST) Update v. 11.07.25

Der Kran wurde zum Aufstellen der Schlammsilos genutzt.
Fotos: LMBV


Fachexkursion der EuroGeoSurveys zu Lausitzer Bergbauthemen

Senftenberg. Auf Einladung des Präsidenten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und des Verbandes der Staatlichen Geologischen Dienste in Europa (EuroGeoSurveys), Prof. Dr. Ralph Watzel, reisten die Direktorinnen und Direktoren der Dienste in den Anrainerstaaten von Nordsee/Nordostatlantik am 17. November 2022 in die Lausitz, um sich über den aktiven Braunkohlenbergbau und den Sanierungsbergbau zu informieren.

Die ganztägige Fachexkursion startete für die rund 20 Teilnehmer mit einer kurzen Einführung zur Tagebauführung am LEAG-Kraftwerk Schwarze Pumpe sowie einer anschließenden Befahrung des Tagebaus Welzow.

Zum Sanierungsbergbau der LMBV standen u.a. die Wasseraufbereitung in der GWRA Rainitza und die touristische Nachnutzung und Rekultivierung am Beispiel Großräschener See auf dem Programm. An den IBA-Terrassen angekommen, stellte der kaufmännische Geschäftsführer der LMBV, Gunnar John, die umfangreichen Arbeiten des Bergbausanierers vor. Zahlreiche Nachfragen der Exkursionsteilnehmer, auch zur Geschichte und der landschaftlichen Entwicklung in der Lausitz, verdeutlichten das große Interesse der internationalen Gäste.

Als Abschluss ging es für alle Beteiligten zum Restloch Greifenhain. Hier standen die Verdichtungstechnologien der LMBV und speziell die Fallgewichtsverdichtung am Altdöberner See im Mittelpunkt.

Die angereisten Vertreter aus den Niederlanden, Großbritannien, Irland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Island und den Färöer-Inseln zeigten sich beeindruckt von den Dimensionen und bekundeten auch im Hinblick auf den Aufbau des neuen Forschungs- und Entwicklungszentrums Bergbaufolgen (FEZB) der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Cottbus großes fachliches Interesse an den aktuellen Bergbauthemen der Lausitz.

Zum Abschluss waren die Teilnehmenden zur Fallgewichtsverdichtung an das Restloch Greifenhain gefahren.
Fotos: LMBV


Infrastrukturelle Erschließung für das neue Vereinszentrum am Knappensee vollendet

Senftenberg/Groß Särchen. Am Knappensee läuft neben den eigentlichen Sicherungsarbeiten die Vorbereitung für die Zeit nach der Sanierung. Die Fläche des einstigen Zeltplatzes 1 in Groß Särchen wurde in den vergangenen Monaten mit neuen Verkehrswegen, 30 Parkplätzen, und Straßenbeleuchtung auf LED-Basis ausgestattet sowie die Umfeldgestaltung angelegt. Die Medien wurden neu erschlossen.

Mit der am 17. November 2022 erfolgten VOB-Bauabnahme ist nun die Voraussetzung für den Bau des eigentlichen Vereinszentrums geschaffen. Das Vereinszentrum soll verschiedene Vereinsaktivitäten bündeln und für die Wiederbelebung des Knappensees nach der Sicherung sorgen. Auf einer Gesamtfläche von 3,3 Hektar ist eine Fläche mit 10 Parzellen entstanden. 

Die Gemeinde Lohsa hatte die Teilprojektträgerschaft im Rahmen des Paragrafen 4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung für dieses Infrastrukturprojekt übernommen. Der Freistaat Sachsen übernimmt hierbei 85 Prozent der Finanzierung.

Foto: LMBV/Steffen Rasche


15. Regionalkonferenz zum Lausitzer Seenland in Knappenrode

Knappenrode. Am 9. November 2022 fand in der Energiefabrik Knappenrode die schon traditionelle jährliche Regionalkonferenz im Lausitzer Seenland statt. An historischer Stätte im ehemaligen Kühlgebäude der Brikettfabrik versammelten sich rund 100 Teilnehmer aus Sachsen und Brandenburg, die an der Entwicklung des Lausitzer Seenlandes (LS) mitwirken.

Der Bautzener Landrat Udo Witschas als Vorsitzender des ZV LSS begrüßte die Gäste und unterstrich die Chancen, gemeinsam zurückzublicken und gleichzeitig Ausblicke vermittelt zu bekommen. Für die gastgebende Kommune sprach Hoyerswerdas Bürgermeister Torsten Ruban-Zeh in seinem Grußwort über die Vorhaben der Seenland-Stadt unter dem Motto „#WHY!“ sowie u.a. auch über die Entwicklungen am stadtnahen Bergbaufolgesee Scheibe und berichtete zu verschiedenen Strukturwandel-Vorhaben

Detlev Wurzler, Verbandsvorsteher des ZV LSB blickte auf seine Wunschliste aus 2021 zurück, die u.a. ein einheitliches Schifffahrtsrecht für das länderübergreifende Seenland beinhaltete. Hier seien erste Schritte der beiden Länder mit Zielrichtung bis 2024 zu verzeichnen. Die im Vorjahr angesprochenen Hindernisse aus dem Landesentwicklungsplan, die künftige Ansiedlungen im Seenland erschweren könnten, konnten bisher nicht revidiert werden.

Schwerpunkt der Entwicklungen beim ZV LSB bleibe der Sedlitzer See. Hier konnte der Änderungs-Aufstellungsbeschluss für den B-Plan Nr. 5 „Seestrand Lieske“ erreicht werden. Wurzler sah ebenfalls positive Tendenzen bei den B-Plänen Nr. 25 „Hotel am Sedlitzer Hafen“ und Nr. 33 „Wohngebiet Sedlitzer Bucht“. Er stellte zudem die sechs Projekte des ZV im laufenden Strukturwandel vor, darunter das Schiffanleger-Vorhaben bei Sedlitz am Großräschener See, wo die LPH 3 abgeschlossen werden konnte. Der nun mit dem Land BB abgestimmte Kaufantrag für nötige Flächen auch am Ufer werde zeitnah bei der LMBV gestellt werden können. Das Erschließungsvorhaben Sedlitzer Bucht mit 2,1 Mio. Euro Umfang werde voraussichtlich am 25.11.22 abgeschlossen. Detlev Wurzler verwies auch auf Aufwertungsideen am Rostigen Nagel sowie das Errichten von Themenspielplätzen am Senftenberger See und das teilweise Modernisieren der Freizeit-Infrastruktur am Senftenberger See hin.

Daniel Just, Geschäftsführer des ZV LSS, konnte den Mitarbeiterstamm des Verbandes dank der Förderungen aus dem STARK-Programm auf nunmehr zehn Mitwirkende erhöhen und damit weitere Leistungen nach der Übergabe des Multifunktionsgebäudes mit der Bewirtschaftung des Steges und dem Hafenbetrieb am Geierswalder See anbieten. Hier könnten ergänzend durch einen privaten Investor u.a. TINY-Häuser entstehen. Das weitere Ausbauen des Wegeleitsystems im Seenland an 130 Standorten soll am 03.01.2023 starten Zudem wird die vorhandene Kilometrierung weiter ergänzt. Größtes Asset des ZV sei die gemeinsam mit der Gemeinde Elsterheide vorgenommene planerische Entwicklung von zunächst 10 ha Flächen auf dem Koschendamm.

Gerd Richter gab für die Bergbausanierer der LMBV einen Rund- und Ausblick auf die notwendigen ingenieurtechnischen Leistungen im Seenland. Er verwies auf den Schwerpunkt der Arbeiten rund um den Sedlitzer See mit dem Ziel, einen ausgespiegelten Kernseenverbund von ca. 4.000 ha bis 2026 anzustreben. Dazu werden rund 80 Mio. Euro an Leistungen u.a. für die Sicherung der Brückenfeldkippe und den noch zu bauenden Ableiter vom Sedlitzer See umzusetzen sein. Im Fortgang stellte der LMBV-Vertreter weitere Vorhaben von der Fallgewichtsverdichtung am Altdöberner See, der fortzuführenden Inlake-Behandlungen bis hin zum Sanieren am Knappensee und zum Testrütteln am Silbersee vor.

Kathrin Winkler vom Tourismusverband LS erläuterte die Herausforderungen seit dem Corona-Jahr 2021. Die Touristen nutzen deutlich kürzere Buchungsfristen, verweilen aber auch etwas länger im Seenland. Dem Fachkräftemangel sehen sich auch die hiesigen Touristiker ausgesetzt. Regionalplaner Matthias Wedepohl von Projekt M erklärte den Ansatz für das bis Mai 2023 zu erstellende strategische Regionale Entwicklungskonzept auf der sächsischen Seite des Seenlandes und knüpfte dabei an den Rahmenplan auf Brandenburger Seite aus 2021 an

Dr. Torsten Heyer von der TU Dresden vom Institut für Wasserbau und Technische Hydromechanik informierte zu einem beauftragten Konzept zur Reduzierung künftiger Planungsrisiken für Anlagen auf und an Bergbaufolgeseen am Beispiel des Sedlitzer und des Geierswalder Sees. Dabei geht es um die Einschätzung möglicher Gefahren, der Ausgesetztheit und Anfälligkeit bei Starkwinden, Wellen- und Eisgang sowie einhergehenden Sedimenttransporten. Dazu werden insbesondere die Geomorphologie der Seeböden und Seeufer durch numerische Nachbildung der Hohlformen sowie die Streichlängen einfallender Winde mitberücksichtigt, um Masterpläne für Seegangs- und Sedimentprognose zu erstellen.

LMBV-Beitrag zur Regionalkonferenz


Sanierungsarbeiten zum Herstellen der Trittsicherheit am Restloch 38 haben begonnen – Zunächst Vegetationsberäumen

Senftenberg/Lauchhammer. Mit der am 1. Oktober 2022 am Restloch 38 (Kuthteich) i.A. der LMBV begonnenen Maßnahme werden in den kommenden Monaten Erosionsschutzmatten (Bitumen-Mineralgemisch-Matten) und Geogitter auf einer Fläche von 5.500 m² verlegt.

Ziel dieser Sanierungsmaßnahme ist das Herstellen der Trittsicherheit im nordöstlichen Bereich des Restlochs, in dem zur Zeit beim Betreten noch Lebensgefahr besteht. Vorbereitend dazu wird bis zum Ende des Jahres zunächst die Vegetation beräumt und eine Geräteeinsatzstelle hergestellt.

Weiterhin ist vor dem Verlegen der Erosionsschutzmatten die Böschung in diesem Abschnitt zu profilieren und noch vorhandene Kohletrübe zu beräumen.

Mit einem Auftrag von Oberboden und der Bepflanzung soll die Maßnahme Ende 2023 abgeschlossen werden.

Rückblick: Die Sanierung des Restlochs 38, das aus dem 1918 aufgeschlossenen Tagebau Kuth hervorging, wurde im Dezember 2015 mit der Baufeldfreimachung begonnen. Danach wurden die Kippenstabilisierung der Ostböschung mittels Rütteldruckverdichtung (RDV) und die Uferprofilierung der Ostböschung durchgeführt. Auf dem verdichteten Damm wurde 2019 die Ortrander Straße mit straßenbegleitendem Radweg wieder hergestellt.

Foto: LMBV/Steffen Rasche


Bürgerinformation zur Schonenden Sprengverdichtung auf der Brückenfeldkippe

Senftenberg/Sedlitz. Am 21. September 2021 informierte die LMBV über die anstehenden Sicherungsmaßnahmen auf der Brückenfeldkippe im Ortsteil Sedlitz.

Bereichsleiter Gerd Richter informierte über den Stand der Arbeiten. Die Anwohner erhielten die Gelegenheit Fragen und Bedenken im direkten Gespräch mit den Projektverantwortlichen der LMBV zu erörtern.

Die Sicherungsmaßnahmen der Sedlitzer Brückenfeldkippe befinden sich in Vorbereitung

Derzeit werden die vorbereitenden Arbeiten für die eigentliche Sicherung der Innenkippe durchgeführt. Das sind die Herstellung der Bauzufahrten, um die Transporte nicht durch den Ort führen zu müssen, und die Kontrolle und ggf. Verwahrung untertägiger Strecken des Altbergbaus. Diese Arbeiten werden bis Ende 2022 vollendet sein.

Parallel zu den Arbeiten der LMBV wird durch die Firma Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH die Hochspannungsleitung saniert, erläuterte der Mitnetz-Projektplaner Andreas Klemm.

Schonende Sprengverdichtung beginnt Ende 2023

In der vegetationsfreien Zeit dieses Jahres beginnen die Holzungsarbeiten an der Forstwirtschaftsfläche. Dabei wird ein Waldstreifen nahe der Ortschaft Sedlitz stehen bleiben. Dieses Waldstück dient während der Sanierungstätigkeit als Sicht- und Lärmschutz für die Sedlitzer.

Die eigentlichen Verdichtungsarbeiten beginnen voraussichtlich im Spätherbst 2023. Mithilfe der Schonenden Sprengverdichtung (SSPV) werden erst die forstwirtschaftliche Fläche, später die Landwirtschaftsfläche gesichert. Mit dem Ende der Sprengverdichtung beginnen ab 2026 die notwendigen Geländeauffüllungen sowie Aufforstungsmaßnahmen.

 

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