Stellungnahme der LMBV zum Offenen Brief des Aktionsbündnisses Klare Spree e.V. vom 01.09.2022

Senftenberg. Die LMBV hat am 2. September 2022 zu einem Offenen Brief  des Vorsitzenden des Aktionsbündnisses Klare Spree e.V. vom 1. September 2022 wie folgt Stellung genommen:

Das aktuelle Gesamtkonzept im Spreegebiet Südraum sieht das flussnahe Abfangen der eisenhaltigen Grundwässer und die Ableitung in eine zentrale Wasserbehandlungsanlage (hier: GWBA Schwarze Pumpe) vor. Das Ziel ist die Verringerung des Eiseneintrages in die Spree/Kleine Spree aus dem Bereich der Spreewitzer Rinne und damit Minderung der Eisenbelastung der Spree im Bereich Spremberg/Talsperre Spremberg.

Im Spreegebiet Südraum konnten im Jahr 2022 alle kurz- und mittelfristigen Maßnahmen aus dem fachgutachterlichen Barrierekonzept von 2012 zum Abschluss gebracht werden:

  • Abfangriegel mit 6 Filterbrunnen im Bereich der Kleinen Spree bei Spreewitz
  • containergestützte, modulare Wasserbehandlungsanlage (MWBA) am Standort Burgneudorf einschließlich dem dazugehörigen Abfangriegel mit zehn Filterbrunnen an der Kleinen Spree
  • modulare Wasserbehandlungsanlage (MWBA) am Standort Abfanggraben Neustadt (Spree)
  • Errichtung der MWBA im Bereich Ruhlmühle am Altarm der Spree im Neustädter Ortsteil Döschko

Diese Maßnahmen zeigen bereits ihre Wirkung, so dass der Aufwand der Bewirtschaftungsmaßnahmen an der Vorsperre zur Talsperre Spremberg sich bereits im Zeitraum ab dem nächsten Verwaltungsabkommens (VA VII 2023 – 2027 geplant) deutlich verringern wird.

Die langfristige Gesamtkonzeption der LMBV für den Südraum der Spree („Barrierekonzept Spreegebiet Südraum“) sieht Leistungen zur Quellstärkenreduzierung sowie zur flussnahen Grundwasser-Fassung und Überleitung in eine zentrale Wasserbehandlungsanlage (ZWBA) vor und gliedert sich in drei Vorhaben:

  • Vorhaben 1: „Errichtung einer Dichtwand am Nordostufer des SB Lohsa II“
  • Vorhaben 2: „Flussnahe Barrieren/GW-Abfangmaßnahmen an der Spree und Kleinen Spree mit Überleitung zur zentralen Wasserbehandlung"
  • Vorhaben 3: „Erweiterungsbauwerk als Vorreinigungsstufe an der Grubenwas serbehandlungsanlage (GWBA) Schwarze Pumpe"

Diese Vorhaben wirken grundsätzlich unabhängig voneinander und werden jede für sich ihren Beitrag zur Bewältigung der Situation leisten. Die Vorhaben 2 und 3 befinden sich im laufenden Planungsprozess, so wird bspw. für das Vorhaben 3 gerade ein gemeinschaftlicher Sonderbetriebsplan von LEAG und LMBV für das Erweiterungsbauwerk der Grubenwasserbehandlungsanlage (GWBA) Schwarze Pumpe nach § 52 Abs. 3 BbergG zur Einreichung beim Sächsischen Oberbergamt erarbeitet.

Das Vorhaben 1 „Errichtung einer Dichtwand am Nordostufer des SB Lohsa II“ stellt einen großen Eingriff in den Untergrund dar und erfordert daher die Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens. Die geschätzten Gesamtkosten liegen bei rund 100 Mio. Euro (Preisstand 2020).

Auf Grund des zu führenden Genehmigungsverfahrens mit seinen Vorbereitungsleistungen, insbesondere aber aufgrund der Dimension des Projekts – geplant ist eine Länge der Dichtwand von sieben Kilometern bei einer Tiefe von durchschnittlich rund 90 Metern – ist mit einem voraussichtlichen Bauende ab Ende der 30er Jahre zu rechnen.

Es liegen nunmehr ausreichende Voruntersuchungen vor, um auf dem Weg eines abschließenden Fachgutachtens ein Votum zur Dichtwand-Technologie und ihrer Realisierungsmöglichkeiten zu erzeugen. Dies wird zügig in 2023 erfolgen und die geplante Gesamtlaufzeit bis zur Fertigstellung nicht beeinträchtigen.

Die Herangehensweise wird mit allen Partnern der LMBV weiter besprochen werden.

Fotos: LMBV


101. Aufsichtsratssitzung der LMBV fand am 31. August 2022 im Lausitzer Revier statt

Senftenberg/Lübbenau. Am 31. August 2022 trat der Aufsichtsrat der LMBV zu seiner 101. Sitzung in Lübbenau zusammen. Bereits am Vortag hatten sich die LMBV-Aufsichtsräte zu einer Revierbefahrung im Lausitzer Nordraum des LMBV-Sanierungsgebietes bei Lübbenau versammelt.

Im Mittelpunkt dieser Informationstour am 30. August 2022 standen das Umsetzen der Filterbrunnenverwahrung in Seese-Ost und die Kippenverdichtung mittels der „Schonenden Sprengverdichtung“ am Bischdorfer See. In seinem Einführungsvortrag gab der Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny, grundlegende Erläuterungen zu den angewendeten technischen Verfahren und zu zukünftigen Herausforderungen in der Sanierungstätigkeit.

Der LMBV-Aufsichtsrat besichtigte anschließend zwei Sanierungsbaustellen, wobei die Techniken des Filterbrunnenversatzes und der Schonenden Sprengverdichtung veranschaulicht und weitere Auskünfte über laufende und künftige Sanierungsvorhaben gegeben wurden.

Den Abschluss des Tages bildete eine Befahrung der Wasserwege im Spreewald, bei der auf die Lösungen der LMBV für eine Eisenminderung in der Spree im Spreegebiet Nordraum eingegangen wurde.

Aufsichtsräte, Geschäftsführer und Mitarbeiter der LMBV gemeinsam im Foto
Fotos: Steffen Rasche für LMBV


Pressereisende zu Gast bei LMBV und Flutungszentrale Lausitz

Senftenberg. Bei einer vom Tourismusverband Lausitzer Seenland e.V. organisierten Pressereise stand am 29.08.22 ein Besuch der LMBV und der Flutungszentrale Lausitz in Senftenberg auf dem Programm.

Unter den Teilnehmern waren Heidi Diehl (nd, Forum, Mitteldeutsche und Stuttgarter Zeitung), Hella Kaiser (Tagesspiegel), Edith Spitzer (55PLUS-magazin.net), Kathrin Krueger (Sächsische Zeitung), Pia Lucchesi (Morgenpost Sachsen) und Tom Nebe (dpa). Außerdem begleiteten Regina Zibell von der Pressestelle der Tourismus-Marketing Brandenburg mbH sowie Kathrin Winkler und Katja Wersch vom Tourismusverband die Gruppe. Sie wurden vom Pressesprecher der LMBV herzlich in der Knappenstraße am Sitz des Unternehmens begrüßt.

In einem Einführungsvortrag ging Maik Ulrich, Leiter der LMBV-Flutungszentrale Lausitz, auf die Aufgaben und Ziele der Flutungszentrale und die bergbauliche Wasserwirtschaft ein. Zudem erläuterte er u.a. die hydrologische Situation in den Flussgebieten und die Entwicklung des Wasserdargebots. Großes Interesse zeigten die Journalisten an den Herausforderungen des Wassermanagements nach dem Kohleausstieg.

Im Anschluss des Vortrags besichtigten die Teilnehmenden den Leitstand der Flutungszentrale. Hier stellte sich Martin Hoffmann, Mitarbeiter der Flutungszentrale Lausitz, den zahlreichen Fragen zu technischen Abläufen an den Betriebsanlagen sowie zu den verschiedenen LMBV-Wasserbehandlungsmaßnahmen.

Neben der Flutungszentrale stand für die Pressereisenden u.a. eine Fahrradtour um den Großräschener See sowie eine Vorstellung der Planungen für die touristische Entwicklung am Ostufer des Großräschener Sees und zum Lagunendorf Sedlitz am Sedlitzer See auf dem Programm. Zudem gab es einen Törn im Segelkutter über den Senftenberger See sowie eine kurze Führung am Stadthafen Senftenberg.

Fotos: LMBV / R. Kaltschmidt


Landtagsabgeordnete aus Sachsen und Brandenburg zu Infobesuch an der Spree

Senftenberg/Spremberg. Bei ihrer gemeinsamen Lausitztour trafen sich am 24. August 2022 die Politikerinnen von Bündnis 90/Die Grünen Ricarda Budke, Abgeordnete im Brandenburger Landtag, und Ines Kummer, Mitglied des Sächsischen Landtages, mit Sven Radigk, Leiter der LMBV-Projektgruppe „Gewässergüte Fließgewässer Lausitz“, im Spremberger Ortsteil Cantdorf. Ebenfalls beim Termin anwesend waren Isabell Hiekel, Mitglied der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Brandenburger Landtag, sowie Sprembergs Bürgermeisterin, Christine Herntier, und Winfried Böhmer, Stellvertretender Vorsitzender und Sprecher des Aktionsbündnisses Klare Spree e.V.

Im Mittelpunkt des Informationsbesuches stand die Wasserbeschaffenheit im Einzugsgebiet der Spree und die wasserwirtschaftliche Sanierungstätigkeit der LMBV. In einem Einführungsgespräch an der Bekalkungsstation, als Teilanlage 1 der Konditionierungsanlage Spree am Pegel Spremberg-Wilhelmsthal, wurden den Gästen die Mittel- und Langfristmaßnahmen näher erläutert, die im Hinblick auf die Reduzierung der Eisenfracht zum Tragen kommen bzw. geplant sind.

Vorher-/Nachher-Luftbilder von der Hauptsperre, dem auch touristisch genutzten Spremberger Stausee veranschaulichten bisher erreichte Ziele, beispielsweise die erfolgreiche Konditionierung in der Vorsperre der Talsperre Spremberg. Zudem wurde die Funktionsweise der Bekalkungsstation in Verbindung mit der Flockungshilfsmitteldosierstation (Teilanlage 2) vor Ort näher erklärt.

Die Teilnehmer tauschten sich rege über das Wassermanagement in der Lausitz aus, welches eine große Herausforderung, insbesondere auch lange Zeit nach der Beendigung des derzeit noch aktiven Braunkohlenbergbaus, darstellen wird.

Nach einem kurzen Halt auf der ersatzneugebauten Wilhelmsthaler Brücke mit Blick auf den Altarm der Spree und die Austragsleitungsplattform ging es für die Gäste weiter zur Vorsperre Bühlow. Sven Radigk erläuterte hier neben der Entwicklung des Füllungsgrades im Vorstaubecken auch die Beräumung der Vorsperre mit den derzeit laufenden Arbeiten am Sedimentationsbecken II und III sowie die derzeitigen Entsorgungswege bezüglich der stofflichen Verwertung des Eisenhydroxidschlammes.

v.l.n.r. MdL Ines Kummer, MdL Ricarda
Budke / v.l.n.r. hinten: Winfried Böhmer (Aktionsbündnis Klare Spree), Sven Radigk (LMBV), MdL Isabell Hiekel
Fotos: LMBV / R. Kaltschmidt


Honigbienen am Großräschener See im Einsatz

Senftenberg. Tausende Bienen sind seit einigen Wochen in der Bergbaufolgelandschaft am Großräschener See aktiv. In Zusammenarbeit mit Leuschis Imkerei aus Guteborn sind im Mai zwanzig sogenannte Beuten aufgestellt worden.

Gemeinsam mit der Rekultivierungsabteilung der LMBV wurde eine geeignete Stelle ausgesucht, an der es für die Bienen über die gesamte Saison hinweg eine kontinuierlich und breite Auswahl an Blühpflanzen und Wildkräutern gibt.

Aufgrund der vielfältigen Entwicklung der Natur auf den Bergbaufolgeflächen finden neben den Honigbienen auch Wildbienen, darunter hochgradig gefährdete Wildbienenarten, hier einen idealen Lebensraum.

Bergbaufolgelandschaften des Braunkohlenbergbaus bieten für die kleinen, leicht zu übersehenden Arten große Chancen. Die weiten, oft unzerschnittenen Nachbergbau-Flächen, die Armut an Nährstoffen und die relative Störungsarmut gegenüber der normalen Kulturlandschaft sind die Voraussetzungen für das Vorkommen hunderter, häufig gefährdeter und selten gewordener Tier- und Pflanzenarten.

Fotos: Christian Horn und Stefanie Klein für LMBV


SMKT-Tourismusfachleute mit der LMBV in der Lausitz unterwegs

Senftenberg/Dresden. Auf Einladung des Sprechers der Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny, waren am 22.07.2022 Tourismusfachleute aus dem Geschäftsbereich der Sächsischen Staatsministerin für Kultur und Tourismus (SMKT) bei der LMBV zu Gast. In Senftenberg wurden die Ministerialvertreter von Gerd Richter, Leiter des Sanierungsbereiches Lausitz, herzlich willkommen geheißen.

In einem Auftaktgespräch wurden dem Leiter der Tourismus-Abteilung bei der Sächsischen Staatsministerin für Kultur und Tourismus, Ministerialdirigent Frank Ortmann, die derzeitigen Herausforderungen der Bergbausanierer bei der Umsetzung der Wiedernutzbarmachungsverpflichtungen vorgestellt.

An dem Arbeitsgespräch beteiligten sich auch der Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg, Detlef Wurzler, und der Geschäftsführer des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen, Daniel Just. Bei einer anschließenden Befahrung wurden den Tourismusexperten ausgewählte Sanierungsprojekte und Entwicklungsflächen vorgestellt.

Begleitet wurde der Abteilungsleiter aus dem SMKT von der Referatsleiterin Aline Fiedler, Referat 51 - Tourismuspolitik, Destinationsentwicklung, Kulturtouristische Vernetzung, sowie der Stellvertretenden Referatsleiterin Birgit Lohmann aus dem Referat 52 für Tourismuswirtschaft, Kur- und Erholungsorte, Touristische Infrastruktur und von Referent Christoph Henning.

Tourismusfachleute aus dem SMWK mit der LMBV in der Lausitz unterwegs
Fotos: LMBV/Uwe Steinhuber


Bundestagsabgeordnete Hannes Walter und Timo Schisanowski zu Gast bei der LMBV

Senftenberg/Großräschen. Auf Bitten der Bundestagsabgeordneten informierten sich MdB Hannes Walter und MdB Timo Schisanowski am 14. Juli 2022 bei der LMBV über den Stand der Bergbausanierung in der Lausitz. Dazu wurden die beiden Bundestagsabgeordneten und ihre Begleiter am Großräschener See vom Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny, begrüßt. In einem Einführungsgespräch wurde den Gästen die Vielfalt der künftigen Herausforderungen für die LMBV erläutert. Am Beispiel des fast fertigen Großräschener Sees und des noch in Sanierung befindlichen Sedlitzer Sees konnten sich die SPD-Politiker ein eigenes Bild von der Größe der Bergbaufolgeseen und der Komplexität der damit verbundenen Aufgaben machen. LMBV-Abteilungsleiter Michael Matthes ergänzte das Bild mit Fakten zu geplanten Sanierungsleistungen.

Hannes Walter vertritt als direkt gewählter Abgeordneter seit dem 26. September 2021 die Interessen der Bürgerinnen und Bürger des Wahlkreises Elbe-Elster – Oberspreewald-Lausitz II im Deutschen Bundestag. Nach dem Erlangen der Fachhochschulreife in Herzberg studierte er und schloss als Master of Science in Betriebswirtschaftslehre 2014 an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg ab. Seitdem arbeitete er im Familienunternehmen Automobile Walter & Sohn in Massen.

Timo Schisanowski ist ebenfalls seit 2021 im Bundestag und stammt aus Hagen. Nach dem Abitur am Christian-Rohlfs-Gymnasium in Hagen-Haspe und seinem Zivildienst im St.-Josefs-Hospital in Hagen-Altenhagen nahm er ein Jura-Studium an der Ruhr-Universität Bochum und Fernuniversität Hagen auf. Der Wirtschaftsjurist war zuletzt Geschäftsstellenleiter der VBW Stiftung bei der VBW Bauen und Wohnen GmbH in Bochum.

Die Abgeordneten wurden von Dominic Hake, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Büro Walter, und Nadine Hönicke aus Senftenberg begleitet.


Großes Interesse am Baustelleninformationstag am Knappensee

Senftenberg/Groß Särchen. Zu einem Baustelleninformationstag am Knappensee hatten die LMBV und das Sächsische Oberbergamt (OBA) am 9. Juli 2022 geladen, um über die weiteren Schritte der Gefahrenabwehrmaßnahmen vor allem nach der Rutschung 2021 zu informieren.

Über 200 Interessierte, darunter zahlreiche Anwohner der umliegenden Ortschaften, besichtigten die Baustelle in Groß Särchen. An mehreren Stationen informierten die LMBV und das Sächsische Oberbergamt die Bürger, unterstützt durch die Gemeinde Lohsa, den Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen, die Firmen V&C Metzner, Ecosoil Ost GmbH und die Freiwillige Feuerwehr Groß Särchen.

Großes Interesse galt den zeitnahen Zielsetzungen, um die touristische Nutzung des Knappensees wieder aufleben zu lassen und den entstandenen Rutschungskessel an der Ostböschung zu sanieren.

Kai Oliver Dammer, Referent für Braunkohlenbergbau im OBA Sachsen, kündigte für 2027 eine Prüfung durch Sachverständige zur Teilnutzung des Knappensees an. Bereits für 2023 ist avisiert, Teile des Rundwegs von Groß Särchen bis Maukendorf freizugeben. Zudem gab die Gemeinde Lohsa bekannt, dass sie plant, die Brücke am Knappensee-Einlauf in Groß Särchen 2022 fertigzustellen. Ebenfalls 2022 soll am Groß Särchener Ufer die Erschließung des Vereinszentrums mit Zufahrt, Trinkwasser, Abwasser, Regenentwässerung, Parkplätzen, Straßenbeleuchtung und Ersatzpflanzungen geschaffen sein. Vereine können dann bereits ab 2023 bauen.

Über die Sanierungstechnologien der Rütteldruckverdichtung und leichten Rütteldruckverdichtung, die am Knappensee zum Einsatz kommen, informierte der verantwortliche Projektmanager der LMBV, Marko Walter. Der Rutschungskessel wird mit einem zweigeteilten Damm wasserseitig und landseitig geschlossen, an den Seiten stabilisiert und wieder verfüllt. „Der gesamte Einzugsbereich erstreckt sich auf 28 Hektar. Ende 2024 bzw. Anfang 2025 kann voraussichtlich mit dem Bau des Dammes begonnen werden. Die Gesamtmaßnahme dauert aus heutiger Sicht bis zum Ende dieses Jahrzehnts“, erläuterte Walter.

Fotos: LMBV/Steffen Rasche und Christian Horn


Moderne Rettungstechnik für ostsächsische Bergbaufolgeseen

Lohsa/Hoyerswerda. Das Baden an den ostsächsischen Bergbaufolgeseen Dreiweiberner See, Silbersee und Scheibe-See wird in diesem und den kommenden Sommern sicherer. Das ermöglichen so genannte Rescue-Water-Crafts, ein Trailer und Kalan sowie weitere Schutzausrüstung, die am Freitag, dem 1. Juli 2022, am Dreiweiberner See offiziell durch die LMBV und die Gemeinde Lohsa abgenommen und in Betrieb gegangen sind.

Die Anschaffung der Ausrüstungsgegenstände erfolgte über §4-Mittel des Freistaates Sachsen in Teilprojektträgerschaft der Gemeinde Lohsa. Gemeinsam mit dem DRK-Kreisverband Bautzen e.V., Wasserwacht Ortsgruppe Hoyerswerda, war der Maßnahmenantrag entsprechend der Forderung des Freistaates Sachsen, vertreten durch das Sächsische Oberbergamt, über die Kommune gestellt worden.

Hagen Aust, Vorsitzender der Hoyerswerdaer Wasserwacht, zeigte sich am Freitag sehr zufrieden mit der Ausrüstung. "Wir können mit dieser Rettungstechnik und den dazugehörigen Utensilien nun vor allem den Badebetrieb, aber auch den Sport- und Freizeitbootverkehr an den beliebten Badeseen in Sachen Sicherheit verbessern. Das ist für alle ein gutes Signal!"

Auch Thomas Leberecht, Bürgermeister der Gemeinde Lohsa, betonte, dass nun die Bergbaufolgeseen sicherer würden. Peter Mark, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Bautzen e.V. hob die gute Ausstattung hervor, da sie zeige, wie spannend Ehrenamt sein könne und warb für Nachwuchs bei Wasserwacht und Rettungsdienst.

Insgesamt kosteten die zwei Rescue-Water-Crafts mit Trailer, Kalan, Rettungsbrettern und Schutzausrüstung rund 100.000 Euro, die als Bruttofestbetrag durch den Freistaat Sachsen finanziert wurden.

Fotos: LMBV/Kathleen Hofmann-Mitzschke


Bundestagsabgeordnete A. Baerbock besuchte LMBV-Großbaustelle bei Plessa

Senftenberg | Plessa. Am Nachmittag des 27. Juni 2022 besuchte das Mitglied des Bundestages Annalena Baerbock eine Baustelle der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) in Brandenburg. Die über die Landesliste von Bündnis 90/Die Grünen Brandenburg in den Bundestag gewählte Potsdamer Politikerin wurde herzlich von der Geschäftsführung der LMBV vor Ort auf dem Gelände der künftigen Wasserbehandlungsanlage (WBA) Plessa begrüßt. Die noch im Bau befindliche Anlage zur künftigen Eisenminderung soll nach Inbetriebnahme die Schwarze Elster vor einem Eiseneintrag und einer damit einhergehenden Versauerung schützen.

Der Sprecher der LMBV-Geschäftsführung Bernd Sablotny informierte die Abgeordnete über den Stand der Bergbausanierung in der Lausitz und das konzipierte technische Vorhaben zur Reduzierung der mineralischen Bestandteile der dem Hammergraben und Floßgraben zulaufenden bergbaulichen Wässer. Diese Überschusswässer gelangen vom Norden her über verschiedene bergbauliche Hohlformen, beginnend am Bergheider See über die Seeteichsenke und weitere 14 miteinander verbundene Restlöcher nach Süden über Gräben zum Flussbett der Schwarzen Elster.

Bevor sie in diesen Fluss gelangen, werden sie in der WBA weitestgehend von Eisen befreit. Dabei wird die Eisenkonzentration von anfänglich über 60 mg/l entsprechend den behördlichen Vorgaben auf unter 3 mg/l gesenkt. Das Bauende der rund 4,5 Hektar großen Anlage ist voraussichtlich für das Jahresende 2022 geplant. Sie soll anschließend in einen mehr als einen einjährigen Test- und Probebetrieb gehen. Von der Planung seit ca. 2010 bis zum Regelbetrieb der Anlage sind Investitionskosten in Höhe von etwa 80 Millionen Euro veranschlagt, allein für Bau und Ausrüstung werden rund 40 Millionen Euro investiert, so Sablotny.

„Der Bund lasse die Lausitz bei der Beseitigung der Folgen des Braunkohleabbaus“ nach Worten der grünen Brandenburger Bundestagsabgeordneten Annalena Baerbock in einem Statement gegenüber begleitenden Medienvertretern „nicht im Stich. Demnächst wird das neue milliardenschwere Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung der DDR-Tagebaue bis 2027 unterschrieben werden“, sagte sie bei ihrem Besuch in Plessa. Das Abkommen solle sicherstellen, dass auch in den nächsten Jahrzehnten in der Region das Wasser gereinigt wird, um es kleineren Flüssen wieder zuzuführen.

Gerade mit Blick auf den zunehmenden Tourismus in der Lausitz sei die Wasserqualität wichtig, sagte Baerbock. „Wir machen uns aber auch jetzt schon Gedanken über die Zeit danach beziehungsweise über die langfristigen Folgen der Braunkohleförderung auf den Wasserhaushalt. Hier wurden Ewigkeitskosten verursacht, die es zu managen gilt“, so die Abgeordnete und Bundesaußenministerin. Mit Blick auf die Trockenheit durch den Klimawandel sei es wichtig, das Wasser in der Landschaft zu halten, auch für nachfolgende Generationen. Eine Maßnahme sei, das Wasser wieder zu reinigen.

„Wir spüren in der Lausitz seit langem, dass die Folgen des Braunkohletagebaus nicht mit dem Fingerschnips zu lösen sind“, betonte die Grünen-Politikerin. Deshalb sei es wichtig, dass die Bundesregierung die Region weiter unterstütze. Hieran knüpfte auch der Kaufmännische Geschäftsführer der LMBV, Gunnar John, an und erläuterte die auf Nachhaltigkeit angelegte Bergbausanierung. Im ersten Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens werden bereits für zehn der strategischen Nachhaltigkeitsziele erste Aussagen getroffen.

Bei einem Baustellenrundgang erläuterten Geschäftsführer Bernd Sablotny und Sanierungsbereichsleiter Lausitz Gerd Richter den derzeitig erreichten Bautenstand und das geplante Zusammenwirken der Komponenten der WBA. Das Oberflächenwasser aus dem Floß- und Hammergraben wird künftig oberhalb der Wehranlage über das Entnahmepumpwerk zur Eisenoxidation in die Reaktionsbecken geleitet. Durch die Zugabe von Kalkmilch wird dort die Eisenoxidation angeregt. Ein dem oxidierten Oberflächenwasser zugegebenes Flockungshilfsmittel sorgt dafür, dass der Eisenhydroxid-Rohschlamm (EHS) sich anschließend in den am Hammergraben entlang angeordneten Sedimentationsbecken absetzt. Über eine Ablaufleitung wird das an der Oberfläche abgezogene Klarwasser über eine Ablaufturbine zur Energierückgewinnung wieder in den Hammergraben eingeleitet.

Nach einem Aufstieg auf die Reaktionsbecken zur Eisenoxydation ging es zunächst an die Wehranlage mit Ablaufturbine. Danach folgte ein Stopp an einem der Sedimetationsbecken. Ein EHS-Pumpwerk befördert zuvor den zurückgebliebenen Rohschlamm zur EHS-Aufbereitung. Dieser wird in den drei stationären Schlammeindickern durch die erneute Zugabe von Flockungshilfsmitteln konzentriert. Anschließend erfolgt die Schlammentwässerung und abschließend dessen Konditionierung. Der dadurch hinsichtlich seiner Konsistenz transportfähige EHS wird schließlich auf LKWs verladen und einer Verwertung oder Entsorgung zugeführt.

Die Bundestagsabgeordnete A. Baerbock wurde von der Brandenburger MdL Isabell Hiekel, umweltpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion B90/ Die Grünen Brandenburg und den Mitarbeitern ihres Lausitzer Büros Mike Kess und Markus Pichlmaier begleitet. Ihrer Einladung war auch Dr. Gero von Daniels, Leiter der Bund-Länder-Geschäftsstelle (des Steuerungs- und Budgetausschusses) für die Braunkohlesanierung (GS StuBa), gefolgt.

Die im Bau befindliche LMBV-Wasserbehandlungsanlage Plessa (Juni 2022)