Ausschreibung zur Fallwildsuche aufgrund der afrikanischen Schweinepest in der Lausitz

Suche von erkrankten oder verendeten Wildschweinen bzw. Kadavern soll in den Eigenjagdbezirken unterstützt werden

Senftenberg. Die LMBV hat kürzlich eine Ausschreibung zur Fallwildsuche aufgrund der afrikanischen Schweinepest auf Flächen in einer Größenordnung von mehr als 2.200 Hektar gestartet. Die Suche von erkrankten oder verendeten Wildschweinen/Kadavern soll dabei in den Eigenjagdbezirken der Tagebaubereiche

  • Nochten (ca. 337 ha),
  • Burghammer (ca. 152 ha),
  • Lohsa/Dreiweibern (ca. 176 ha)
  • Scheibe (ca. 160 ha)
  • Spreetal (ca. 833 ha)
  • Bärwalde (ca. 165 ha)
  • Knappenrode (ca. 60 ha)
  • Heide VI (ca. 45 ha)
  • Laubusch/Erika-See (ca. 25 ha)
  • Seenkette (ca. 253 ha)

umgesetzt und unterstützt werden.

Die Laufzeit dieses Vertrages soll am 01.05.2022 beginnen und am 31.12.2022 enden. In der Kurzbeschreibung der Leistung heißt es: es gehe um Dienstleistungen in der Forstwirtschaft sowie die Fallwildsuche in Ostsachsen in den Landkreisen Bautzen und Görlitz sowie die Suche von erkrankten oder verendeten Wildschweinen/Kadavern in den Eigenjagdbezirken der Tagebaubereiche Nochten, Burghammer, Lohsa/Dreiweibern, Scheibe, Spreetal, Bärwalde, Knappenrode, Heide VI, Laubusch/Erika-See, Seenkette. Auch bisher erfolgen solche Leistungen bereits durch die LMBV-Abteilung Umweltschutz|Rekultivierung, Jagdpächter und beauftragte Dritte.


Bergbausanierer auf Brandenburgs größter Recruitingmesse vertreten

Senftenberg/Cottbus. Am 20.10.2021 präsentierte sich die LMBV auf der campus-X-change am Zentralcampus der BTU in Cottbus. Gemeinsam mit über 60 regionalen, nationalen und internationalen Unternehmen stellte sich die LMBV den Fragen der Studierenden und Absolventen.

Die Messe startete mit einer Begrüßungsveranstaltung mit Grußworten der amtierenden BTU-Präsidentin, Prof. Dr. Gesine Grande, dem Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg, Hendrik Fischer, sowie dem Leiter des Career Centers der BTU, Thomas Elfert.

Anschließend öffneten sich die Messezelte für alle Interessierten. Zahlreiche internationale Studierende nutzten die Möglichkeit, sich am Stand der LMBV über Praktikumsplätze, Abschlussarbeiten oder einen Jobeinstieg nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums zu informieren.

Im Vorfeld der Messe gab es für alle Studierenden die Möglichkeit, auf einer Matching-Plattform Gespräche mit den Arbeitgebern für die Präsenzmesse anzufragen. Das Interesse am Unternehmen und den Stellenausschreibungen der LMBV war vor allem bei Studierenden des Master-Studiengangs Environmental and Resource Management sehr groß, die den Schwerpunkt auf einen integrativen Umwelt- und Ressourcenschutz setzen.

campus-X-change

Impressionen von der Messe


Staatssekretär R. Genilke zu Arbeitsbesuch in der Lausitz unterwegs beim Bergbausanierer

Nötige Sicherungsarbeiten für die B 169 dauern voraussichtlich noch bis zum Frühjahr 2022 an

Senftenberg. Am 14. Oktober 2021 besuchte der Staatssekretär im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg (MIL) Rainer Genilke im Rahmen eines Arbeitsbesuches die Lausitz. Er wurde u.a. von Egbert Neumann, Abteilungsleiter Verkehr und weiteren Mitarbeitern des MIL und des Landesbetriebes Straßenwesen Brandenburg (LS) begleitet.

Bei einem Treffen an der Verwahrbaustelle an der abschnittsweise gesperrten B 169 begrüßte Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, den Gast aus Potsdam. Er wurde dabei von Gerd Richter, LMBV-Bereichsleiter Sanierung Lausitz und Stephan Paul, Sachverständiger und Leiter Altbergbau der Fa. DMT, sowie Thomas Kauert als Bauleiter und Geschäftsführer der BLZ Geotechnik Service GmbH Gommern unterstützt.

Gemeinsam mit dem Landesbetrieb Straßenwesen wurden Fragen des Umgangs mit den Altbergbau-Hinterlassenschaften am Rande der Südbrandenburger Nord-Süd-Magistrale bei Sedlitz diskutiert. Anschließend nahm sich Staatssekretär R. Genilke noch Zeit, um sich über weitere Projekte der Bergbausanierer in der Lausitz berichten zu lassen. Das Bundesunternehmen nutzte die Chance, zu aktuellen Vorhaben am Sedlitzer See und Partwitzer See näher zu informieren.

Im Gespräch: Sts. R. Genilke (2.v.l.) mit B. Sablotny (r.) und G. Richter (LMBV)
Im Gespräch: Sts. R. Genilke (2.v.l.) mit B. Sablotny (r.) und G. Richter (LMBV)
Impressionen vom Arbeitsbesuch (LMBV)


Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar auf Informationstour im Lausitzer Seenland

Senftenberg. Auf Einladung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) nahm sich Sachsens Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar kürzlich Zeit, die Sanierungstätigkeit der LMBV bei einem persönlichen Besuch anzusehen. Der Landespolizeipräsident wurde am 8. Oktober 2021 durch den Geschäftsführer der LMBV, Bernd Sablotny, durch Gerd Richter, Bereichsleiter Sanierung Lausitz sowie Grit Uhlig, Bereichsleiterin Sanierung Mitteldeutschland, in Senftenberg begrüßt.

Nach einem Einführungsvortrag folgte die Revierbefahrung, die in das sächsische Sanierungsgebiet führte. Dort wurde unter anderem das wichtige Thema der In-lake-Gewässerbehandlung anhand des LMBV-eigenen Sanierungsschiff „Klara“ erläutert. Des Weiteren wurde zur Vereinheitlichung von sächsisch-brandenburgischen Schifffahrtsregelungen sowie zur Sicherheit von Innenkippen und bergbaubedingten Absperrungen gesprochen – dies sowohl das mitteldeutsche als das Lausitzer Revier betreffend.

Mit großem Interesse verfolgte Horst Kretzschmar die Ausführungen der LMBV und verwies auf die Anknüpfungspunkte zwischen Polizei, Polizei- und Ordnungsbehörden und dem Bergbausanierer LMBV am Geierswalder See, an dem ein brandenburgisch-sächsischer Wasserschutzpolizeiposten eingerichtet wurde, der für mehr Sicherheit im Lausitzer Seenland sorgen soll.


Notwendige Sanierungsarbeiten am Hindenberger See weit fortgeschritten

Nach RDV- und RSV-Arbeiten ist nun das oberflächennahe Verdichten und das Endgestalten auf der Agenda

Senftenberg/Luckau. Seit dem Start der langfristig geplanten und mit Anrainern abgestimmten notwendigen geotechnischen Sicherungsleistungen am Restloch A (Hindenberger See) im ehemaligen Tagebau Schlabendorf-Nord zu Beginn des Jahres 2021 liegen die Arbeiten gut im Zeitplan.

Die Rütteldruckverdichtungs- bzw. Rüttelstopfverdichtungsmaßnahme am Uferbereich des Restloches A konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Rund elf Hektar wurden in einer Teufe (Tiefe) von bis zu 24 Metern verdichtet, die Länge des entstehenden Rütteldamms betrug dabei 1.233 Meter, die Breite 34 Meter.

Voraussetzung für das Sichern der Fläche war das Absenken des See- und Kippenwasserspiegels mittels einer eigens hierfür errichteten Pumpstation sowie über acht Vertikalfilterbrunnen, die das Wasser, nach vorheriger Konditionierung, in den Lichtenauer See abgegeben haben.

Zurzeit wird die Oberflächenverdichtung mittels einer Polygon-Walze vorgenommen. Ergänzend finden die Herstellung eines Erdstützkörpers und Böschungsgestaltung statt.

Die Sicherungsleistungen werden durch die Lausitzer Firma BUG Dienstleistungen GmbH aus Elsterheide i.A. der LMBV ausgeführt. Die Maßnahme dieser Kippenverdichtung, einschließlich der Böschungsendgestaltung und Rekultivierung, wird voraussichtlich planmäßig im Frühjahr 2022 abgeschlossen sein.

Blick über die Arbeiten am Restloch A


Restloch Casel nahe der L 52 erneut für Verdichtungsarbeiten bis Mitte Dezember gesperrt

Senftenberg/Drebkau. Nach den von Mai bis Anfang Juli 2021 erfolgten Verdichtungsarbeiten am Restloch Casel ist ab dem 30.09.2021 erneut die temporäre Sperrung des Gewässers notwendig.

Wie bereits angekündigt, erfolgt diese zweite Sperrung zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit, da sich die Rütteldruckverdichtungsarbeiten der Ostböschung nähern.

Die Sicherungsmaßnahme wird bis voraussichtlich Mitte Dezember 2021 umgesetzt. Die Art der Sperrung erfolgt, wie bereits im 2. Quartal diesen Jahres, durch Verwallungen der Zufahrten mittels Wurzelstubben sowie durch das Aufstellen von Verbots- und Hinweisschildern.

Sobald das Restloch Casel wieder frei zugänglich ist, informiert die LMBV rechtzeitig.

Hintergrund:

Die Rütteldruckverdichtungsarbeiten i.A. der LMBV dienen zum Beseitigen der bergbaulichen Gefährdung im Kippengelände und somit zum Herstellen einer dauerhaften geotechnischen und öffentlichen Sicherheit. Sie werden im Rahmen der genehmigten „Rütteldruckverdichtung der Innenkippe Greifenhain: Kippe 10 bis Restloch Casel“ durchgeführt.

Die Arbeiten werden von der Firma GMB GmbH ausgeführt. Für die Gesamtmaßnahme, die im August 2020 begonnen wurde, sind fast 5.500 Verdichtungspunkte mit Rüttellanzen abzuarbeiten. In bis zu 25 bis 45 Meter Tiefe wird ein verdichteter Bereich auf 2.500 Meter Länge und 35 bis 70 Meter Breite in der Kippe hergestellt. Die Gesamtmaßnahme soll Ende November 2022 abgeschlossen werden.

Das Restloch Casel liegt an der Landstraße L 52 zwischen Drebkau und Casel. Es entstand in den Jahren 1956 bis 1961 durch eine nicht vollständige Verkippung eines Randbereiches des Tagebaus Greifenhain und wurde bereits im Jahr 2006 von der LMBV weitestgehend gesichert.

RL Casel RDV
Geplante RDV-Trasse - in rot gekennzeichnet
Temporäre Sperren notwendig (Luftbilder: Steffen Rasche für LMBV)


Technische Übergabe: Strabag übergibt Schlüssel für Betriebsgebäude an LMBV

Senftenberg. Im Beisein von Staatssekretär Werner Gatzer und Ministerialdirektor Stefan Ramge (beide Bundesministerium der Finanzen) wurde am Mittwochabend (22.9.2021) der fertiggestellte Sanierungsstützpunkt am Ufer des Sedlitzer Sees übergeben. Den symbolischen Schlüssel für das neu errichtete Betriebsgebäude des LMBV-Gewässerbehandlungsschiffs „Klara“ nahm LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny von Jörg Frisch, Technischer Bereichsleiter der Firma Strabag, entgegen.

Mit Mitteln des Bundes und des Landes Brandenburg entstand am Nordufer des Sedlitzer Sees im Zeitraum von Dezember 2019 bis September 2021 der Sanierungsstützpunkt der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), der zukünftig der Unterbringung und als Heimathafen des unternehmenseigenen Gewässerbehandlungsschiffes „Klara“ dienen wird. Das für diesen Zweck errichtete Betriebsgebäude wird Winterquartier und zugleich Wartungshalle für die „Klara“ sein. Werner Gatzer erklärte zur Eröffnung: „Dem Bund ist wie den anderen öffentlichen Institutionen dabei sehr bewusst, dass uns das Thema Wasserregulierung und Wasserbehandlung noch sehr lange begleiten und fordern wird. Manches wird gar als Ewigkeitslast verbleiben, über deren Finanzierung Bund und Länder gemeinsam reden und eine faire Lösung finden müssen.“ Bernd Sablotny erläuterte bestätigend: „Dieser Hallenbau ist eine Investition in die Zukunft. Auch angesichts der anstehenden Ewigkeitskosten der Bergbausanierung liegt noch viel Arbeit vor der LMBV.“

Der Sanierungsstützpunkt am Sedlitzer See umfasst außerdem eine wasserseitige Anlegestelle, Verkehrswege und Parkflächen sowie eine eigene Tankstelle zur Betankung des Schiffes. Zur Sicherung des Areals wurde eine rund 290 Meter lange Kaimauer errichtet.

Vor der  Technischen Übergabe hatten sich Staatssekretär Gatzer und Ministerialdirektor Ramge  gemeinsam mit dem kaufmännischen Geschäftsführer der LMBV, Gunnar John, und Sanierungsbereichsleiter Lausitz, Gerd Richter, auf Revierbefahrung rund um Senftenberg begeben und sich über die aktuellen Maßnahmen sowie die anstehenden herausfordernden Aufgaben des bundeseigenen Unternehmens informiert.

LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny erhält den symbolischen Schlüssel für den Sanierungsstützpunkt von Jörg Frisch, Strabag-Bereichsleiter, im Beisein von BMF-Staatssekretär Werner Gatzer und LMBV-Sanierungsbereichsleiter Gerd Richter


Information beim Bürgerforum „Klare Spree“ mit Umweltminister A. Vogel in Spremberg

Bergbausanierer informierte über Erreichtes und Geplantes bei der Eisenminderung in der Spree

Spremberg/Senftenberg. Am 15.09.2021 lud die Stadtverwaltung Spremberg erneut zu einem Bürgerforum „Klare Spree“ ein. Schwerpunkt der öffentlichen Veranstaltung war das Thema der Verockerung der Spree. Erstmalig war auch ein Brandenburgischer Umweltminister bei dieser Veranstaltungsreihe der Stadt Spremberg anwesend. Axel Vogel, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz im Land Brandenburg, bereicherte die Veranstaltung durch einen Redebeitrag und stellte sich den Fragen der betroffenen Bürger in Spremberg.

Die LMBV, vertreten durch den Leiter der Projektgruppe Gewässergüte Fließgewässer Lausitz Sven Radigk, informierte über durchgeführte und geplante Maßnahmen sowie über die Ergebnisse der zurückliegenden drei Jahre insbesondere im Bereich des südlichen Spreeabschnittes auf sächsischem Territorium, über das Spremberger Stadtgebiet hinaus, bis hin zur Talsperre Spremberg. Neben den Ausführungen der LMBV wurde ein Vortrag zum Thema „Bergbau und Wasser – eine jahrhundertlange Wechselbeziehung im Einzugsgebiet von Spree und Schwarzer Elster – bald Vergangenheit?“ von Dr. Thomas Koch vom Förderverein Wasser-Cluster-Lausitz e. V. (WCL) geleistet.

Sven Radigk erläuterte den Stand der Planung und Umsetzung der Maßnahmen zur Reduzierung der Eisenbelastung durch die LMBV. Er ging insbesondere darauf ein, dass der Bergbausanierer sein Barrierekonzept zur Reduzierung der Eisenbelastung im Spreegebiet Südraum seit 2015 konsequent umgesetzt hat. Die im November 2014 dazu definierten mittelfristigen Abfangmaßnahmen an den Hotspots des Eiseneintrages aus dem pleistozänen Grundwasserleiter „Spreewitzer Rinne“ in die Kleine und Große Spree wurden bauseitig investiv, bis Mitte 2021 realisiert. Die Anlagen befinden sich derzeit im Einfahr- bzw. bereits im Regelbetrieb. Damit habe die LMBV ihr selbst gestecktes ambitioniertes Ziel, diese mittelfristigen Einzelmaßnahmen in einem Zeitfenster von 5 bis 8 Jahren (2015 - 2022) umzusetzen, bereits nach 6,5 Jahren erreicht. Dazu wurden Kosten in Höhe von rund 25 Mio. € aufgewendet. Sven Radigk betonte, dass dieses Etappenziel, einen wichtigen Meilenstein im Kampf gegen die Braune Spree kennzeichnet und dies als gemeinsamer Erfolg aller beteiligten Akteure zu werten ist.

Darüber hinaus zeigte er auf, welche Maßnahmen langfristig und dauerhaft geplant, genehmigt und realisiert werden müssen, um einen ökologisch begründeten Zielwert von jahresdurchschnittlich 1,8 mg/L der Eisen-gesamt-Konzentration an der Landesgrenze zwischen Sachsen und Brandenburg in der Spree (Pegel Zerre) zu etablieren. Erst dadurch wird das wasserwirtschaftliche Sanierungsziel der LMBV erreichbar, nämlich den guten ökologischen Zustand gemäß der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) für die Spree herzustellen und gleichzeitig die Sichtbarkeitsschwelle (Fe < 2 mg/L) für partikuläres Eisen in der Spremberger Spree zu unterschreiten.

Im Ergebnis des „Konzeptes zur Ableitung der erforderlichen Maßnahmen zur Wasserbehandlung der Spree im Südraum der LMBV“ (Teil I und II) wurden im März 2019 den sächsischen Fachbehörden sowie anschließend, in den Gremien der Braunkohlesanierung vorgestellt. Das LMBV-Konzept wurde im Juli 2019 mit den Mitgliedern des Regionalen Sanierungsbeirates (RSB) Ostsachsen diskutiert sowie in der nachfolgenden 126. Sitzung des Steuerungs- und Budgetausschusses für die Braunkohlesanierung (StuBA) von den Bund-Länder-Vertretern am 11.09.2019 zur Kenntnis genommen.

Durch das Sächsische Oberbergamt (OBA) wurde als verfahrensführende Behörde der zu beantragenden, bergrechtlichen Planfeststellungsverfahren (PFV) nachfolgend festgelegt: Es werden zwei unabhängige Genehmigungsverfahren, als obligatorische Rahmenbetriebspläne innerhalb eines jeweiligen bergrechtlichen PFV, geführt:

Vorhaben 1 - Errichtung einer Dichtwand am Nordufer des Speicherbeckens Lohsa II

Vorhaben 2 - Flussnahe Barrieren/GW-Abfangmaßnahmen mit Überleitung zur ZWBA

Als zentrale Wasseraufbereitungsanlage (ZWBA) ist die Grubenwasserbehandlungsanlage (GWBA) der LEAG am Standort Schwarze Pumpe vorgesehen. Für die GWBA muss im Anschluss an die Grundwasser(GW)-Überleitung (Q rd. 800 L/s) von den Abfangbrunnenriegeln (ca. 80 Filterbrunnen) an Kleiner und Großer Spree aus dem Vorhaben 2 ein Erweiterungsbauwerk als Vorreinigungsstufe an der GWBA Schwarze Pumpe errichtet werden (Vorhaben 3).

Das Vorhaben 1 (Dichtwand SB Lohsa II) ist das einzige Element, welches sich langfristig das Prädikat der Nachhaltigkeit verdient. Die Dichtwand arbeitet als hydraulische Barriere und erzeugt nach Fertigstellung (ca. in 2038) keine Personal-, Energie- und/oder Stoffkosten (z. B. zur Wasserbehandlung; u. a. Neutralisationsmittel; z. B. Kalkprodukte) oder Flockungshilfsmittel (FHM u. a. als synthetisches Polymer; z. B. Koaret PA 3230 T).

Darüber hinaus entsteht keine Rückbauverpflichtung. Die Dichtwand stellt über Jahrzehnte (quasi im Synergieeffekt kostenfrei), das zusätzlich eingestaute Grund- und Oberflächenwasser von mindestens 9 Mio. m³ pro Jahr, dem Wasserspeichersystem (WSS) Lohsa II bezüglich der Niedrigwasseraufhöhung in der Spree, dauerhaft zur Verfügung und stellt somit ein wichtiges Element, auch im Hinblick auf die langfristige Trinkwasserversorgung von Frankfurt (Oder) und Berlin, den Klimawandel mit langanhaltenden Dürreperioden sowie für das Braunkohleausstiegsszenario in der Lausitz bis 2038, mit den damit verbundenen rückläufigen Sümpfungswassereinleitungen im Einzugsgebiet (EZG) der Spree, dar. Auch Dr. Thomas Koch (WCL) hat in seinem Vortrag, auf die enormen, anstehenden, wasserwirtschaftlichen Herausforderungen im Dreiklang von Kohleausstieg, Klimawandel und Gütesteuerung (Eisen und Sulfat) im EZG der Spree, nachdrücklich hingewiesen.

Die Dichtwand mindert dauerhaft (24/7) den Aufwand der GW-Fassung, Überleitung und Behandlung im Vorhaben 2 bezüglich der Menge (Q= minus 20%) und der Enteisenung (Fe-Fracht = minus 44%) im Ergebnis der geohydraulischen GW-Modellierung der Spreewitzer Rinne.

Beide Vorhaben lösen in Kombination und Korrelation, infolge der Implementierung des Orientierungswertes der OGewV für den Parameter (ACP) „Eisen-gesamt“ am Gütepegel Zerre von jahresdurchschnittlich ≤ 1,8 mg/L, das temporäre Barrierekonzept als Brückentechnologie im Bereich der Talsperre Spremberg (Vorsperre Bühlow) sowie gleichzeitig als „Nullvariante“ der Maßnahmen zur Reduzierung der Eisenbelastung im Spreegebiet Südraum, langfristig und vollständig ab.

Auch der Stellvertretende Vorsitzende und Sprecher des „AKTIONSBÜNDNIS KLARE SPREE“ e. V. (ABKS), Winfried Böhmer, gab abschließend zu Protokoll, dass die ernsthaften Bemühungen und die bisher erzielten Ergebnisse der LMBV in Bezug auf die Maßnahmen zur Eisenminderung in der Spree anerkannt werden. Gleichzeitig wies er jedoch eindringlich darauf hin, dass die Zielwerterreichung der Eisen-gesamt-Konzentration von 1,8 mg/L in der Spree bis 2038 viel zulange dauert und dieser Zeitrahmen für das ABKS inakzeptabel sei.

Die Bürgermeisterin der Stadt Spremberg Christine Herntier, die auch den Abend moderierte, zeigte sich dankbar für die bisher geleistete Arbeit der LMBV, wie auch für die finanzielle Absicherung der Maßnahmen über das aktuelle VA VI BKS von 2018 bis 2022 und wies insbesondere darauf hin, dass bei den anstehenden Verhandlungen zum VA VII BKS von 2023 bis 2027 die Finanzierung der Eisenminderungsmaßnahmen angemessen und auskömmlich berücksichtigt werden muss. Gleichzeitig verwies Sie darauf, dass die Stadt Spremberg weiterhin die Forderungen für Ersatz und Ausgleich bezüglich der Eisenbelastung der Spree aufrecht hält und in diesem Zusammenhang ihren Forderungskatalog fortschreiben werde.

 


Informationstour im Sanierungsgebiet am Knappensee mit Anrainerkommunen

Senftenberg/Groß Särchen. Lohsaer Gemeinderäte und Mitarbeiter der Verwaltung sowie Stadträte und Bürgermeister aus Wittichenau fuhren kürzlich auf Informationstour mit der LMBV die Uferbereiche des Knappensees ab. Eingeladen dazu hatte die mit der Sanierung vom Freistaat Sachsen beauftragte Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft in persona von Karsten Handro, Abteilungsleiter Projektmanagementund Knappensee-Projektmanager Marko Walter.

„Pandemiebedingt konnten wir in den vergangenen Monaten keine großen, öffentlichen Veranstaltungen durchführen und haben uns entschlossen, dem Wunsch der Knappensee-Anrainer-Kommunen nachzukommen und in kleinem Rahmen eine Informationstour unter freiem Himmel anzubieten”, erklärte Karsten Handro den Anlass für die Befahrung. In knapp anderthalb Stunden fuhren die interessierten Räte gemeinsam mit den LMBV-Kollegen die Sanierungsabschnitte am Knappensee ab. „Natürlich ist das Setzungsfließereignis vom März ein großes Thema”, erklärte Marko Walter. „Hier werden wir im Frühjahr 2022 ein Sanierungskonzept vorliegen haben, das ein weiteres Vorgehen aufzeigt”, so der Projektmanager.

Die Räte überzeugten sich vor Ort vom Baufortschritt an allen anderen Sanierungsabschnitten des Knappensees und zeigten sich beeindruckt von der Technologie der wasserseitigen Verdichtung. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass weiter kontinuierlich am Sanierungsprozess gearbeitet werden müsse, um den Knappensee wieder in eine Nutzung überführen zu können. Wann dies geschieht, hängt von der Sanierung des im März entstandenen Rutschungskessels ab. „Da hat das Sächsische Oberbergamt das letzte Wort”, erklärte Karsten Handro.


Minister Guido Beermann auf Informationstour am Sedlitzer See

Senftenberg. Wie bereits 2020, nahm sich Guido Beermann auch in diesem Jahr Zeit, die Sanierungstätigkeit der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH bei einem persönlichen Besuch anzusehen. Der Brandenburger Minister für Infrastruktur und Landesplanung wurde am 9. September durch die Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny und Gunnar John, in Senftenberg begrüßt. Nach einem Einführungsvortrag durch Gunnar John folgte die Revierbefahrung, die diesmal in das Herz des Lausitzer Seenlandes führte: an den Sedlitzer See.

Bernd Sablotny erklärte ausgehend vom Auslaufbauwerk am See ausführlich die anstehenden und laufenden  Sanierungsarbeiten. Schwerpunkt der Befahrung waren die Sicherungsmaßnahmen an der B169 und die künftige Sanierung der so genannten Brückenfeldkippe durch das Verfahren der schonenden Sprengverdichtung. Beide Technologien, die Sicherung der Bundesstraße und die Sanierung der Sedlitzer Kippe, wurden auf der Fahrt direkt vor Ort angesehen bzw. anhand von Kartenmaterial erklärt.

Die Befahrung endete am Hafen Großräschen mit dem Blick auf die Seebrücke und den einstigen Tagebau Meuro.