MdB Lay im Dialog mit Bürgermeister, Zweckverband und Bergbausanierer
Groß Särchen. Bereits zum achten Mal besuchte die Lausitzer Bundestagsabgeordnete Caren Lay im Rahmen ihrer Sommertour das Lausitzer Seenland. Im Rahmen dieses Besuches diskutierte die stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE am 20. August 2021 in Groß Särchen u.a. mit dem Bürgermeister von Lohsa, Thomas Leberecht, Hoyerswerdas Baudezernenten Dietmar Wolf, dem Geschäftsführer des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen Daniel Just sowie LMBV-Bereichsleiter Gerd Richter, die sie eingeladen hatte.
Für das Gespräch hatte das Mitglied des Bundestages Thesen zur Zukunft der Lausitz entworfen mit dem Ziel, das Lausitzer Seenland gemeinsam weiter zu entwickeln: Das Seenland müsse zudem ganzheitlich begriffen werden, unabhängig von der Landesgrenze. Auch bei der Frage, ob es eine eigenständige touristische Destination sei. Zudem forderte sie mehr Personal und Gelder für den sächsischen Teil des Zweckverbandes Lausitzer Seenland.
Auch das Fortführen von §4-Maßnahmen im Rahmen des VA BKS sei für sie eine wichtige politische Entscheidung. "Für einen echten Entwicklungsschub reichten aber die bisherigen Maßnahmen noch nicht aus. Ich möchte daher, dass bei der nächsten Fortschreibung des Finanzierungsabkommens zwischen Bund und den Ländern Sachsen und Brandenburg im Jahr 2022 die Mittel für die §4-Maßnahmen deutlich erhöht werden“ so die Parlamentarierin. Dazu solle auch das Seenland stärker als länderübergreifendes Projekt verstanden werden.
Diskussionsort: Krabathof in G. Särchen
LMBV und Zweckverband LSB: Reppister Höhe nach Umgestaltung feierlich eingeweiht
"Erlebbarmachung verschwundener Orte" im ehemaligen Tagebau Meuro am Großräschener See
Senftenberg. Nach der Freigabe des noch fehlenden Teilstückes des Radweges am Großräschener See Anfang Juni wurde am 19.08.2021 der Aussichtspunkt Reppister Höhe eingeweiht.
Der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg nahm die Fertigstellung der Baumaßnahme zum Anlass, um im Rahmen einer Feierlichkeit, die Neugestaltung des Aussichtspunktes zu präsentieren.
Neben dem Leiter für Infrastruktur des Zweckverbandes, Martin Wolf, dem Bürgermeister von Senftenberg, Andreas Fredrich und dem Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung Großräschen, Christoph Schmidtchen, waren als Zeitzeugen Einwohner und Einwohnerinnen der ehemaligen Orte eingeladen.
Die Umgestaltung steht im Zeichen der „Erlebbarmachung der verschwundenen Orte“. Zur Erinnerung an die bergbauliche Tätigkeit wurden verkleinerte Flächendarstellungen abgebaggerter Orte im Maßstab 1:150 in der Region aufgebaut.
Sie werden ergänzt durch die vorhandenen Gedenksteine und neue Cortenstahl-Stelen mit den Ortsnamen. Zusätzlich ist eine Rasthütte für Touristen und Fahrradfahrer entstanden.
Finanziert wurde das Vorhaben als Schnittstellen-Projekt aus §2 und §4 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung.
Impressionen vom Einweihen (F.: UST)
Wasserschutzpolizei von SN und BB legt gemeinsam am Geierswalder See ab
Geierswalde. Am 12. August 2021 eröffneten der sächsische Staatsminister des Innern, Prof. Dr. Roland Wöller und der brandenburgische Minister des Innern und für Kommunales, Michael Stübgen im Beisein des LMBV-Chefs Bernd Sablotny die neue gemeinsame Dienststelle der Wasserschutz-Polizeien beider Länder am Geierswalder See.
Damit wird die länderübergreifende Kooperation in der Region der Lausitzer Seen weiter optimiert.
Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller: »Das Gebäude bietet beste Voraussetzungen für den Dienst auf dem Wasser. Seit über acht Jahren sorgen sowohl die brandenburgischen als auch die sächsischen Beamten gemeinsam für mehr Sicherheit auf den Gewässern der Lausitzer Seen. Von dieser Kooperation profitieren auch die vielen Touristinnen und Touristen, die diese Region besuchen und sicher Wassersport betreiben sowie Bootsausflüge genießen können. Ich danke allen an dem Projekt Beteiligten für ihr großes Engagement und wünsche Allzeit gute Fahrt sowie stets eine Handbreit Wasser unterm Kiel.«
Innenminister Michael Stübgen: »Die Lausitzer Seenlandschaft wächst und mit ihr wächst auch die Herausforderung, einen reibungslosen Schiffs- und Sportbootsverkehr zu gewährleisten. Brandenburg und Sachsen sorgen deshalb gemeinsam für die Sicherheit auf dem Wasser. Die professionelle Zusammenarbeit der Wasserschutzpolizeien ist eine vorbildhafte Kooperation unserer beiden Länder. Mit der neuen Dienststelle am Geierswalder See erreicht diese Kooperation nun einen echten Meilenstein. Die Polizistinnen und Polizisten erhalten für ihren anspruchsvollen Einsatz eine Ausgangsstation, die den vielfältigen Aufgaben gewachsen ist. Die Lausitzer Seenkette ist damit gut aufgestellt, um wirtschaftlich und touristisch weiter zu gedeihen.«
Landrat und Verbandsvorsitzender des Zweckverbands Lausitzer Seenland, Michael Harig: »Das Lausitzer Seenland erstreckt sich über die Landegrenze zwischen Brandenburg und dem Freistaat Sachsen. Es handelt sich nicht nur um die größte Landschaftsbaustelle Europas, sondern um das größte von Menschenhand geschaffene Seengebiet im europäischen Raum. In nur drei Jahrzehnten ist es durch die gewaltige Kraftanstrengung des Bundes und der beiden Länder mittels der LMBV sowie der Städte und Gemeinden im Seenlandgebiet gelungen, ein attraktives Feriengebiet zu schaffen.
Mit dem Funktionsgebäude des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen (LSS) am Geierswalder See wurde die Möglichkeit geschaffen, einen gemeinsamen Dienstposten der Wasserschutzpolizei in Sachsen und Brandenburg einzurichten. Darüber freue ich mich sehr. Die Arbeit der Wasserschutzpolizei ist im Interesse aller Gewässernutzer, seien es Gäste oder Einheimische. Die gemeinsame Dienststelle wird somit zur Attraktivität des Lausitzer Seenlandes beitragen. Sie unterstreicht das gute Miteinander zwischen Brandenburg und Sachsen auf diesem Gebiet.«
Bereits seit 2013 bestreifen die länderübergreifend tätigen Wasserschutzpolizeien das Lausitzer Seenland gemeinsam. Mit dem Gebäude fallen nun die langen Wege zwischen den unterschiedlichen Dienststellen in Sachsen und Brandenburg weg. Somit kann die Polizei länger auf dem Wasser sein. Das neue Dienstgebäude umfasst zwei Büros, Technikraum, Umkleide, Dusche und Garage auf etwa 160 Quadratmetern.
Eigentümer der Immobilie ist der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen
Bauherr und Eigentümer des Multifunktionsgebäudes ist der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen. Die Baukosten, die größtenteils durch den Projektträger der Braunkohlesanierung, die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), mitfinanziert werden, belaufen sich auf etwa 1,35 Millionen Euro. Auch der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement unterstützt das Projekt finanziell, um die besonderen Anforderungen einer Polizeidienststelle zu realisieren.
Mitte des vergangenen Jahres wurde der Mietvertrag zwischen dem Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen und dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement für die Nutzung der Räumlichkeiten durch die Wasserschutzpolizeien unterschrieben. Mit der Gesamtmaßnahme verfolgt der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen das Ziel, den bereits vorhandenen Wasserwanderrastplatz am Geierswalder See zu erweitern – denn das neue Dienstgebäude der Wasserschutzpolizei hat zudem Sanitäreinrichtungen für Wasserwanderer.
Hintergrund: Mit der Überführung der LMBV-Bergbaufolgeseen in ehemaligen Braunkohletagebauen in der Lausitz in eine vorrangig touristische Nutzung wurde aufgrund der Zunahme schiffbarer Gewässer die enge Zusammenarbeit der Wasserschutzpolizeien des Freistaates Sachsen und des Landes Brandenburg notwendig. Eine am 1. Juni 2013 beschlossene Kooperationsvereinbarung der beiden Bundesländer sah neben der gemeinsamen schifffahrtspolizeilichen Präsenz beider Wasserschutzpolizeien auf allen Seen des Seenverbundes auch eine gemeinsame Dienststelle vor Ort vor.
Über die sächsische und brandenburgische Wasserschutzpolizei
Am Hafen des Geierswalder Sees wird künftig ein Boot der gemeinsamen Wasserschutzpolizei ablegen, das zum Bestand der Brandenburger Wasserschutzpolizei gehört.
Vorrangige Aufgabe der Wasserschutzpolizei – sowohl in Sachsen als auch in Brandenburg – ist die Gefahrenabwehr. Diese umfasst insbesondere alle Maßnahmen zur Beseitigung von Verkehrsstörungen, die Absicherung von Gefahrenstellen und die Verkehrsüberwachung zur Gewährleistung der Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs sowie Schiffskontrollen in der Berufs- und Freizeitschifffahrt.
Die brandenburgische Wasserschutzpolizei betreut insgesamt 2.600 Kilometer Wasserstraßen, davon sind ca. 1.000 Kilometer Bundeswasserstraßen – dies entspricht über 20 Prozent aller Bundeswasserstraßen. Die Brandenburger Gewässer sind Bestandteil des größten geschlossenen Wassersportreviers Europas: etwa 20 Prozent der privaten Sportboote im Bundesgebiet sind in Berlin und Brandenburg registriert. Die Kolleginnen und Kollegen aus Sachsen betreuen insgesamt 172 Kilometer Bundeswasserstraße entlang der Elbe sowie weitere 20 Fließgewässer und 94 Seen.
Organisatorisch ist die sächsische Wasserschutzpolizei beim Präsidium der Bereitschaftspolizei angegliedert und strukturell in die beiden Abschnitte Wasserschutzpolizei Dresden und Wasserschutzpolizei Riesa geteilt, die insgesamt fünf Dienstorte beinhalten.
Die Organisationseinheiten der Wasserschutzpolizei des Landes Brandenburg sind hingegen zentral an den Polizeidirektionen angebunden und in Reviere und Bootsliegeplätze untergliedert. Quelle: SMI v.12.08.21 | redigiert LMBV
Impressionen vom Einweihungstag
Die Polizeiwache im Gebäude des ZV LSS
Großes Interesse an der Eröffnung
Polizeipräsident Horst Kretzschmar begrüßt LMBV-Chef Bernd Sablotny
Die Minister auf der 1. gemeinsamen Tour
LMBV-Chef Sablotny im Gespräch mit dem Innenminister und dem Landrat BZ
24-h-Einfahrbetrieb der neugebauten Wasserbehandlungsanlage Ruhlmühle gestartet
Senftenberg/Neustadt an der Spree/Ruhlmühle. Nach einer erfolgreichen Testphase und der Abnahme der Bauleistungen ist die modulare Wasserbehandlungsanlage (MWBA Ruhlmühle) der LMBV am 30.07.2021 in den konstanten Betrieb übergegangen. Damit ist ein wichtiger Meilenstein zur Behandlung des stark eisenbelasteten Grundwassers unweit des Neustädter Ortsteils Döschko erreicht.
„Bis zu 100 l/s Wasser können ab sofort aus dem ca. 1.800 Meter langen Altarm an der Ruhlmühle als einem Hotspot des Eisenanfalls gefasst und zu mindestens 90 Prozent vom Eisen befreit werden“, erklärt LMBV-Projektmanager Joachim Schmidt. Bis zu 1.200 Kilogramm Eisenfracht pro Tag werden so zukünftig dem Altarm, vor Eintritt in die Spree, mit der dritten modularen Wasserbehandlungsanlage der LMBV entzogen. Bisher lief dem Vorfluter die Eisenfracht aus dem Grundwasseranstrom des pleistozänen Grundwasserleiters „Spreewitzer Rinne“ ungereinigt zu.
Ziel ist es, das gelöste Eisen abzuscheiden und mithilfe von Kalk den pH-Wert des Wassers von ca. 4-5 auf 8-8,5 anzuheben. Das gereinigte Wasser wird in die Spree eingeleitet. Der über mehrere Verfahrensstufen eingedickte Eisenhydroxidschlamm wird mit Zentrifugen entwässert und in 10 m³ Containern zur Verwertung bzw. Entsorgung bereitgestellt. Mit Hilfe kontinuierlich arbeitender Messtechnik sowie Monitoringprogrammen wird die Anlagenfahrweise überwacht.
Mit einer Tagschichtbesetzung und zusätzlicher Fernüberwachung nachts läuft die Wasserbehandlungsanlage durchgehend im 24-Stunden-Betrieb. Für das Anlagenpersonal gilt es jetzt, im Einfahrbetrieb weitere Langzeiterfahrungen zu sammeln, Fehler zu beheben und sicherzustellen, dass die Anlage innerhalb der geplanten Parameter läuft.
Der Einfahrbetrieb wird noch in diesem Jahr gleitend in den Regelbetrieb übergehen. Ab dem Jahr 2022 wird die Firma Wasserverband Lausitz Betriebsführungs GmbH, die seit Januar 2021 auch für die Anlagen MWBA Neustadt/Spree und MWBA Burgneudorf zuständig ist, die Wasserbehandlungsanlage Ruhlmühle betreiben.
LMBV-Projektmanager Joachim Schmidt
Eindrücke von der MWBA Ruhlmühle der LMBV (Fotos: R. Kaltschmidt)
Altarm der Spree
Elektronische Messstellen
Einbringen von Kalkmilch in das Reaktionsbecken
LMBV-Mitarbeiter vor Ort
Gereinigtes Wasser strömt aus der Anlage
Im Erfahrungsaustausch mit Experten zum Nachbergbau von der TH Bochum
Strukturwandel und Erfahrungen nach dem Bergbau ist in Ost- und Westdeutschland im Fokus
Senftenberg. Für einen Erfahrungsaustausch zur Bergbausanierung trafen sich am 4. August 2021 Vertreter der Technischen Hochschule Georg Agricola Bochum in Begleitung des Lausitz-Beauftragten des Ministerpräsidenten Dr.-Ing. Klaus Freytag bei der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH in der Lausitz.
LMBV-Sanierungsbereichsleiter Gerd Richter führte die Fachleute des Bochumer Forschungszentrums Nachbergbau Prof. Dr.-Ing. Peter Goerke-Mallet und Dipl.-Ing. Jürgen Brüggemann durch das Lausitzer Sanierungsgebiet. Unter anderen waren die Arbeiten rund um den Sedlitzer See Teil der Besichtigungsroute.
Die Technische Hochschule Georg Agricola (THGA) ist eine Hochschule mit langer Tradition. 1819 wurde sie in Bochum als Bergschule für die Steigerausbildung gegründet. Die Technische Hochschule Georg Agricola ist eng mit dem Ruhrgebiet verbunden und hat sich zum Ziel gesetzt, den Strukturwandel in Stadt und Region zu bewältigen. Gelingen soll das durch Kooperationen mit Partnern aus regionaler, aber auch internationaler Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft.
Im weltweit einzigartigen Forschungszentrum Nachbergbau kümmert man sich deshalb um die dringenden Fragen, die kommen, wenn der Bergbau geht. Am Forschungszentrum wird untersucht, wie sich die komplexen Aufgaben rund um die Folgenutzung gestalten lassen – und nehmen vor allem die Zukunftspotenziale in den Blick.
Vertreter des Bochumer Forschungs-Zentrums Nachbergbau zu Gast bei der LMBV am Sedlitzer See
Auf Revierfahrt mit der LMBV
Auf Einladung von Dr. Freytag in der Lausitz auch bei der LMBV unterwegs
MDR-Reporterin M. Arndt vor Ort im Rekultivierungsgebiet bei Lohsa
Senftenberg/Lohsa. Auf Anfrage trafen sich am 4. August der LMBV-Fachreferent Jörg Schlenstedt und LMBV-Pressesprecher Dr. Uwe Steinhuber mit der für den MDR arbeitenden Journalistin Madeleine Arndt zu einem Vorort-Termin am Speicherbecken Lohsa II.
Die Journalistin arbeitet an einem Online-Artikel und Radiobeitrag, in denen es um die Rekultivierung von Tagebaulandschaften geht.
Die LMBV-Gesprächspartner erläuterten das Vorgehen des Bergbausanierers bei der Wiedernutzbarmachung. Der studierte Forstwirt Schlenstedt erklärte dazu die Grundzüge der forstlichen Rekultivierung im Umfeld des Bergbaufolge-Gewässers.
Gezielt fragte M. Arndt auch zu den Gründen der vielen sichtbaren Sperrschilder und der dahinterliegenden Sperrungen der Innenkippen in der Lausitz. Derzeit sind im Freistaat Sachsen LMBV-weit noch etwa 11.000 ha geotechnisch gesperrt, darunter 3.700 ha noch nicht fertig gestellte Wasserflächen. Für die rund 7.700 ha an gesperrten Arealen auf Innenkippen werden derzeit auf Basis von Gutachten und Konzeptionen technische Wege zum schrittweisen Sichern dieser Flächen beraten.
Vorort-Interview im LMBV-Revier
Im MDR-Interview: LMBV-Fachreferent Jörg Schlenstedt
Blick auf den LMBV-Speicher Lohsa II
12-jährige Forstkultur auf Kippe: Roteichen, Hainbuchen, Kiefer
Radweg am Sedlitzer See vom Bergbausanierer wieder freigegeben
Senftenberg/Sedlitz. Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg und LMBV haben zum 1. August 2021 die langjährige Radwegsperrung um den Sedlitzer See aufgehoben. Damit ist die Fahrt zwischen Lieske am Nordostufer entlang bis zum Überleiter 11 wieder befahrbar.
Das Teilstück am See entlang östlich der Ortslage Sedlitz ist aufgrund der Sanierungsarbeiten an der Brückenfeldkippe weiterhin gesperrt, die dortige Umleitung ist ausgeschildert.
Bergbausanierer feiert Richtfest an der Wasserbehandlungsanlage Plessa
Senftenberg/Plessa. Zum Schutz der Schwarzen Elster vor Eisen und Versauerung entsteht derzeit in Plessa am Zusammenfluss von Floß- und Hammergraben eine Wasserbehandlungsanlage der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV).
Zum Richtfest am 21. Juli 2021 erschienen zahlreiche Vertreter von Behörden und Verbänden, der bauausführenden Firmen und der LMBV.
„In der Anlage wird künftig das zusammengeführte Oberflächenwasser, das vom Bergheider See über die Kleine Restlochkette bis hierher fließt, gereinigt. So werden Umweltbelastungen für die Schwarze Elster minimiert, der Eisenwert sinkt und der pH-Wert steigt“, erklärte LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny zum Richtfest.
Traditionell wurde durch Bauherren und ausführende Firmen ein abschließender Handgriff organisiert: Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter Lausitz der LMBV, Frank Wogan vom Bundesministerium für Finanzen, Christoph Heil von der Firma Otto Heil GmbH sowie Göran Schrey, Amtsdirektor des Amtes Plessa schlugen jeweils einen Nagel in einen Dammbalken.
Die Gäste überzeugten sich vor Ort vom Fortschritt der Baumaßnahme, die rund 80 Millionen Euro kostet. „Das Betreiben der Anlage nach der Fertigstellung wird eine sehr langfristige Aufgabe sein", so Bernd Sablotny.
Die offiziellen Rundgänge nach der feierlichen Zeremonie führten die zahlreichen Gäste an diesem Tag bis in die Wehranlage, in der sich künftig Floß- und Hammergraben vereinen und gereinigt in die Schwarze Elster führen.
Die Wasserbehandlungsanlage wird bis Ende des Jahres 2025 fertiggestellt werden. Danach ist ein Probebetrieb geplant.
Zur Funktionsweise der Wasserbehandlungsanlage Plessa:
Das Wasser aus Floß- und Hammergraben wird über ein Wehr in die Anlage eingelassen und in die Reaktionsbecken gepumpt. Dort wird Kalkmilch zugesetzt sowie Flockungshilfsmittel. Danach fließt es weiter in die Sedimentationsbecken. Der Eisenhydroxidschlamm setzt sich in diesem Prozess langsam ab, das Klarwasser kann schließlich an der Oberfläche abgezogen werden. Das gereinigte Wasser wird über eine Ablaufleitung und Ablaufturbine zur Energierück-gewinnung wieder in der Hammergraben eingeleitet und der Schwarzen Elster zugeführt. Der verbleibende Eisenhydroxidschlamm wird aufbereitet, per LKW durch einen Entsorgungsdienstleister abgeholt und einer stofflichen Verwertung zugeführt.
Hintergrund:
In der Region um Lauchhammer setzte um 1850 der industrielle Braunkohlenbergbau ein. In den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts entstand eines der größten zusammenhängenden Tagebaugebiete der ehemaligen DDR. Ein weit verbreiteter natürlicher Bestandteil im Lausitzer Boden sind Eisensulfide. Durch die jahrzehntelange Grundwasserabsenkung entstanden wasserlösliche Eisen-, Säure- und Sulfatverbindungen. Nachdem ein Großteil der Lausitzer Tagebaue nach 1990 geschlossen wurde, stieg das Grundwasser allmählich wieder an. Damit wurden diese chemischen Verbindungen in unterschiedlichem Maße in die Flüsse und Seen der Lausitz getragen. Wasserbehandlungsanlagen der LMBV finden sich somit an den Lausitzer Flüssen Spree und Schwarzer Elster. (UST | angepasst 27.10.25)
Wasserbehandlung zum Schutz der Schwarzen Elster
LMBV-Rundgänge an Baustelle der Wasserbehandlungsanlage Plessa ausgebucht
Die im Bau befindliche neue Eisenminderungsanlage öffnet für Interessierte am 21. Juli ihre Tore
Senftenberg/Plessa. Die LMBV und die beteiligten Firmen haben für Mittwoch, den 21. Juli 2021, Anwohner und Interessierte zu einem Rundgang auf die Baustelle der Wasserbehandlungsanlage Plessa an der B169 eingeladen.
Das Angebot stieß auf reges Interesse. Nunmehr sind die Rundgänge ausgebucht.
Die LMBV-Wasserbehandlungsanlage entsteht in Plessa am Zusammenfluss von Floß- und Hammergraben und wird künftig dem Schutz der Schwarzen Elster vor Eisen und Versauerung dienen.
Starkregen in Ostsachsen — LMBV-Flutungsabnahmen durch Speicher und Seen
Bis zu 16 Kubikmeter pro Sekunde aus Flüssen für Speicher und Bergbaufolgeseen entnommen
Senftenberg. Nach Auskunft der LMBV-Flutungszentrale Lausitz zur aktuellen Situation in den Lausitzer Flussgebieten und zu den Flutungsentnahmen für Bergbauspeicher und Bergbaufolgeseen kann die LMBV Folgendes mitteilen:
Die Niederschläge vom 16.07. und 17.07.2021 bewirkten einen rasanten Anstieg der Abflussmengen auch in den Lausitzer Flussgebieten von Lausitzer Neiße (HW-Warnstufe 2), Spree und Schwarzer Elster (HW-Warnstufe 2).
In Abstimmung mit der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen und dem LfU Brandenburg wurden zur Entlastung der Abflussspitzen in den Flüssen am Samstag folgende Flutungsbauwerke der LMBV in Betrieb genommen:
Speicherbecken Bärwalde [= Bärwalder See] – hier Einleitung aus der Spree mit bis zu 3 m³/s,
Speicherbecken Dreiweibern [= Dreiweiberner See] – hier Einleiten aus der Kleinen Spree mit bis zu 1,6 m³/s,
Abnahme mit der LMBV-Pumpstation Spreewitz aus der Spree mit 1,6 m³/s und
zum Geierswalder See aus Schwarzer Elster mit 10 m³/s .
Die Zuleitung aus der Schwarzen Elster ermöglichte eine Weiterleitung von ca. 3,5 m³/s über den Sornoer Kanal und den Rosendorfer Kanal in das LMBV-Restloch Sedlitz [= Sedlitzer See].
Die Neißewasserüberleitung der LMBV (zur Spree) musste am Samstag aufgrund des hohen Eigendargebotes in der weiterführenden Vorflut (Schöpse und Spree) vorübergehend außer Betrieb genommen werden.
Zuvor war die LMBV-Pumpstation Steinbach (an der Neiße) bereits seit dem 08.07.21 mit einer Pumpe in Betrieb, da Niederschläge im Einzugsgebiet des Isergebirges seit Ende Juni in der Lausitzer Neiße abflusswirksam wurden.
Insgesamt hatte das Flutungsaufkommen für die Lausitzer LMBV-Speicher und Bergbaufolgeseen seit Anfang Januar 2021 bis zum 16.07.21 (vor dem Starkregen in Ostsachsen) bereits die Summe von 88,5 Mio. Kubikmeter erreicht – nun werden noch die Zahlen vom Wochenende dazu kommen (diese werden zur Zeit noch ermittelt bzw. berechnet). Dies sind sehr gute Abnahmemengen für die Bergbausanierer.