Rundweg um den Großräschener See vollendet


Einweihung des Rundwegs um den Gr0ßräschener See
Bürgermeister von Großräschen und Senftenberg, zuschauende Radfahrer, ZV-Vorsteher und Vertreterin von GL4, OSL-Landrat sowie LMBV-Sanierungsbereichsleiter am 3. Juni 2021 konzertiert für die Freigabe im Einsatz (v.l.n.r.)

Senftenberg. Der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg und die LMBV weihten am 3. Juni 2021 gemeinsam mit den anrainenden Kommunen und beteiligten Behörden den letzten Abschnitt des Radweges um den Großräschener See ein.

Das 2,8 Kilometer lange, asphaltierte Radwegstück bildet den Lückenschluss des Rad- und Wanderweges rund um den Großräschener See. 1,4 Kilometer der Strecke sind naturnah als zweistreifige Asphaltstrecke gestaltet.

Der Radweg führt entlang des Aussichtspunktes Reppister Höhe, der im Zuge das Radwegbaus komplett überarbeitet und erneuert wurde. Zur Erinnerung an die bergbauliche Tätigkeit wurden verkleinerte Flächendarstellungen abgebaggerter Orte im Maßstab 1:150 in der Region aufgebaut. Sie werden ergänzt durch die vorhandenen Gedenksteine und neue Cortenstahl-Stelen mit den Ortsnamen. Bis Ende Juni 2021 soll auch der Unterstand und die teils noch fehlenden Stelen fertiggestellt werden.

Das Bauprojekt wurde im Zeitraum von März bis Mai 2021 umgesetzt. Finanziert wurde das Vorhaben als Schnittstellen-Projekt aus §2 und §4 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung. Von den ca. 700.000 € Baukosten wurden 80 Prozent vom Land Brandenburg getragen.

„Für den Großräschener See ist es ein weiterer Meilenstein“ sagte Gerd Richter, LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz. Am See seien nur noch wenige Arbeiten zu bewerkstelligen. Ein letzter großer zu sanierender Böschungsbereich stehe kurz vor der Bauabnahme. Es gelte noch einige Untiefen zu beseitigen, die Flutungsleitung zurückzubauen und die Verwahrung von Filterbrunnen fortzusetzen.

Aussichtspunkt Reppister Höhe ist nun gut erreichbar


Aussichtspunkt Reppister Höhe
Erneuerter Aussichtspunkt Reppister Höhe fast fertig gestellt
Aussichtspunkt Reppister Höhe
Erinnerung an verschwundene Orte am Aussichtspunkt Reppister Höhe

Neuer Radweg am Großräschener See
Neuer Radrundweg zur Reppister Höhe


Erste Testläufe für neugebaute Wasserbehandlungsanlage Ruhlmühle

Vorbereitungen für den Probe- und Einfahrbetrieb der Anlage zum Eisenreduzieren laufen auf Hochtouren

Senftenberg/Neustadt an der Spree/Ruhlmühle. Mit der Inbetriebnahme des ersten Moduls an der LMBV-Eisenminderungsanlage (MWBA Ruhlmühle) unweit des Neustädter Ortsteils Döschko ist ein wichtiger Meilenstein erreicht.

Seit 2. Juni 2021 finden im Reaktionsbecken der Anlage die ersten verfahrenstechnischen Schritte zur Oxidation und Neutralisation statt. Zunächst wird ein Kalkhydrat im Reaktionscontainer der Kalkdosierstation als Suspension angemischt und anschließend in das Spundwandbecken eingebracht. Über mehrere Belüftungselemente wird dem Wasser-Kalk-Gemisch Sauerstoff zugeführt. Ziel ist es, dass das gelöste Eisen durchoxidiert und mithilfe des Kalkes der pH-Wert von ca. 4 auf 8,5 angehoben wird.

Die modulare Anlage besteht prinzipiell aus Reaktions-, Flockungs- und Sedimentationscontainern sowie Schlamm-Pufferschächten. In den nächsten Tagen sollen die weiteren Module der Wasserbehandlungsanlage gestartet und getestet werden, um anschließend in den zweimonatigen Probebetrieb zu wechseln.


Kalksilos, Reaktionscontainer und -becken der MWBA Ruhlmühle

Mit der neuen modularen Wasserbehandlungsanlage der LMBV an der Ruhlmühle sollen künftig bis zu 100 l/s aus dem Altarm der Spree als einem Hotspot des Eisenanfalls gefasst und weitestgehend vom Mineral Eisen befreit werden. Bisher läuft dem Vorfluter eine hohe Eisenfracht aus dem Grundwasseranstrom des pleistozänen Grundwasserleiters „Spreewitzer Rinne“ zu.

Dieses stark eisenbelastete Grundwasser wird zurzeit über den Altarm in die Spree abgeleitet. Zielsetzung der Maßnahme ist daher, den natürlich vorhandenen Altarm der Spree als Fassungselement synergetisch zu nutzen und das Wasser mittels Pumpstation in die MWBA zu heben. Bis zu 1.200 Kilogramm Eisenverbindungen sollen dem Altarm der Spree mit dieser dritten Anlage, neben der MWBA Neustadt/Spree und der MWBA Burgneudorf, künftig täglich - in einem 24/7-Betriebsregime - dauerhaft durch die LMBV entzogen werden. (RK)

Eindrücke von der MWBA Ruhlmühle der LMBV (Fotos: R. Kaltschmidt)


Inbetriebnahme des Reaktionsbeckens

Automatische Rechenreinigungsanlage fängt Schwemmgut vor der Pumpstation der MWBA ab

Blick von der eisenbelasteten Furt in Fließrichtung zur MWBA

LAUSITZWELLE-Reporter M. Pollmann im Interview mit LMBV-Arbeitsgruppenleiter S. Radigk


85 Mio. m³ bisher für Flutung der Lausitzer Bergbaufolgeseen des Bergbausanierers

Bis Ende Mai 2021 gutes Flutungsergebnis durch Flutungszentrale Lausitz erreicht

Senftenberg. Die Flutung der Lausitzer Bergbaufolgeseen der LMBV kam in den ersten 21 Wochen des Jahres 2021 kontinuierlich gut voran: bisher konnten mehr als 85 Mio. Kubikmeter aus Überschusswasser von Spree, Schwarzer Elster und Lausitzer Neiße zum Fluten der bergbaulichen Speicher und Bergbaufolgeseen der LMBV entnommen werden. Dies sei laut Doris Mischke, Leiterin der LMBV-Flutungszentrale Lausitz, „ein tolles Flutungsergebnis* bis heute. Solche Mengen hatten wir zuletzt in den Jahren 2007 und 2008 innerhalb des ersten Halbjahres erreicht.“

Aus dem Bereich der Spree standen in den Frühjahrsmonaten 2021 bisher in Summe etwa 56,5 Mio. m³, aus der Schwarzer Elster 16,4 Mio. m³ sowie aus Lausitzer Neiße 12,1 Mio. m³ zur Flutung der LMBV zur Verfügung, ermittelte die Flutungszentrale Lausitz der LMBV nach vorläufigen Zahlen per 31. Mai 2021. Hierbei sind die Mengen zum Füllen des LEAG-Gewässers Cottbuser Ostsee noch unberücksichtigt.

Hauptabnehmer waren das Speicherbecken (SB) Lohsa II, das Restloch Sedlitz, der Speicher Burghammer und der Speicher Dreiweibern. In das SB Lohsa II gingen davon 30,6 Mio. m³. In den Sedlitzer See wurden aus allen drei Flusseinzugsgebieten der Lausitz ca. 23 Mio. m³ eingeleitet. Damit konnte der etwa 1.400 ha große Sedlitzer See, an dessen Ufern noch verschiedene Sanierungsvorhaben der LMBV laufen, in den zurückliegenden fünf Monaten um bisher 186 Zentimeter höher eingestaut werden.

Das SB Bärwalde „schluckte“ etwa 7,2 Mio. m³, das Speicherbecken Dreiweibern 4,5 Mio. m³ und rund 5,3 Mio. m³ nahm der Speicher Burghammer (Bernsteinsee) auf. Dem Partwitzer See und dem Geierswalder See konnten seit Jahresbeginn zusammen rund 10,3 Mio. Kubikmeter Stützungswasser zugeführt werden.

Auch der Wasserstand des Großräschener See konnte aus Überleitungen mit etwa 2,5 Mio. m³ gestützt werden, der für touristische Nutzungen erforderliche Wasserstand von 100,0 m NHN konnte aber nicht erreicht werden.

*Im Vergleich zu den Flutungsmengen der vorangegangen Jahre (Die Jahresmengen 2018: 58 Mio.m³; 2019: 78 Mio.m³; 2020: 63 Mio. m³) ist das ein sehr gutes Ergebnis, so die FZL zu ihren vorläufigen Erhebungen.

Lausitzer-Seenland-Impressionen


Radweg an Ostböschung des Sedlitzer Sees teilweise frei

Senftenberg/Sedlitz. Senftenberg/Sedlitz. Die Vollsperrung des touristischen Rad-/Wanderwegs zwischen Ilse-Kanal und Lieske kann ab dem 4. Juni 2021 teilweise aufgehoben werden. Dies betrifft den Abschnitt vom Oberen Landgraben bis zum Gewerbegebiet/Sanierungsstützpunkt entlang der Ostböschung des Sedlitzer Sees. Die bestehende Umleitung des Radwegs am See verkürzt sich somit. Die Umleitung über Bahnsdorf, Allmosen und Dörrwalde nach Sedlitz und in die Gegenrichtung gilt weiterhin voraussichtlich bis 31. Juli 2021. Die Strecke ist ausgeschildert.

Der Sedlitzer See ist in der so genannten Restlochkette (Tagebaue Sedlitz/Skado/Koschen) der letzte See, der durch die LMBV gestaltet und geflutet wird. Die Ufergestaltung nimmt im Osten als auch im Westen des ehemaligen Braunkohletagebaus Sedlitz immer mehr Formen an. Am Seeufer entstehen unter anderem ein Gewerbegebiet, ein Sanierungsstützpunkt für das LMBV-eigene Gewässerbehandlungsschiff und ein Wasserwanderrastplatz.


Hochbau der neuen Wasserbehandlungsanlage Plessa schreitet voran

Erste Anlagenbestandteile des Eisenminderungsprojektes sind bereits gut zu erkennen

Das Fundament für das mittlere Sedimentationsbecken ist bereits betoniert

Senftenberg | Plessa. Auf Bitten von Antenne Brandenburg holte sich Reporter Daniel Mastow und Mitarbeiter Ralf Frenzel einen persönlichen Eindruck vom Baufortschritt auf der LMBV-Großbaustelle bei Plessa. Nach jahrelangem Planen erfolgte 2020 der erste Spatenstich für die neue Wasserbehandlungsanlage zur Eisenminderung von bergbaulich beeinflussten Wässern vor der Schwarzen Elster.

Die zuständigen LMBV-Abteilungsleiter Michael Matthes und LMBV-Projektmanager Andreas Meth standen dazu am 25. Mai 2021 vor Ort Rede und Antwort und begleiteten die RBB-Mitarbeiter über die Baustelle. Diese ist unmittelbar an der B 169 nahe der Ortslage Plessa zu finden.

Die einzelnen Komponenten der künftigen Anlage lassen sich schon gut erahnen. So sind die Fundamente der drei großen Sedimentationsbecken schon fast fertig gegossen worden - derzeit wachsen auch die Wände in die Höhe. Auch die Funktionsgebäude und das Reaktionsbecken sind bereits auszumachen. Insgesamt drehen sich derzeit fünf Baukräne auf der Baustelle, die die rund 80 Bauleute bei den Flecht- und Betonarbeiten unterstützen.

In der dreistraßigen Anlage werden künftig bis zu 1,6 Kubikmeter Wasser pro Sekunde behandelt. Der pH-Wert wird dadurch von circa drei auf 6,5 bis 8,5 angehoben. Die Eisenfracht soll zukünftig so von durchschnittlich 60 mg/l auf unter drei mg/l reduziert werden. Von der Planung bis zum Regelbetrieb der Wasserbehandlungsanlage Plessa sind 80 Millionen Euro veranschlagt. Das Bauende ist für Ende 2021 anvisiert. Danach folgt ein einjähriger Einfahr- und Probebetrieb.

Die rund 4,5 Hektar große Anlage wird nach ihrer Inbetriebnahme insbesondere die Schwarze Elster vor einem Eiseneintrag, insbesondere aus dem Hammergraben und Floßgraben, und einer damit einhergehenden Versauerung schützen.

A. Meth erläutert RBB-Reporter D. Mastow den Baufortschritt der WBA

Funktionsprinzip der Wasserbehandlungsanlage Plessa

 

Das Oberflächenwasser aus dem Floß- und Hammergraben wird oberhalb der Wehranlage über das Entnahmepumpwerk zur Eisenoxidation in das Reaktionsbecken geleitet. Durch die Zugabe von Kalkmilch wird die Eisenoxidation angeregt. Ein dem oxidierten Oberflächenwasser zugegebenes Flockungshilfsmittel sorgt dafür, dass der Eisenhydroxid-Rohschlamm (EHS) sich anschließend in den am Hammergraben entlang angeordneten Sedimentationsbecken absetzt. Über eine Ablaufleitung wird das an der Oberfläche abgezogene Klarwasser über eine Ablaufturbine zur Energierückgewinnung wieder in den Hammergraben eingeleitet.

Das EHS-Pumpwerk befördert den zurückgebliebenen Rohschlamm zur EHS-Aufbereitung. Dieser wird in den drei stationären Schlammeindickern durch die erneute Zugabe von Flockungshilfsmitteln konzentriert. Anschließend erfolgt die Schlammentwässerung und abschließend dessen Konditionierung mithilfe weiterer Flockungshilfsmittel und/oder Flugasche. Der dadurch hinsichtlich seiner Konsistenz transportfähige EHS wird schließlich auf LKWs verladen und einer Verwertung oder Entsorgung zugeführt.

Mit dem offiziellen Spatenstich in Plessa begannen am 10. Juli 2020 die Arbeiten für die neue Wasserbehandlungsanlage der LMBV. Mit ihrer Errichtung am Zusammenfluss von Floß- und Hammergraben, am östlichen Ortseingang in Plessa an der B 169, wurde Anfang April 2020 die Bietergemeinschaft WKS Technik GmbH und Otto Heil GmbH & Co. KG beauftragt. Zuvor erfolgte das Setzen der 955 Meter langen Dichtwand um die Anlage durch die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) WBA Plessa, bestehend aus den Firmen BAUER Spezialtiefbau GmbH, AMAND Bau Sachsen GmbH & Co. KG und BERGER Grundbautechnik GmbH. Diese schützt die Baustelle und später die WBA Plessa vor aufsteigendem Grundwasser aus dem feuchten Niederungsgebiet der Schwarzen Elster.

Baustellen-Impressionen


Halbzeitetappe bei Bodensanierung im Industriepark Schwarze Pumpe erreicht

Arbeiten in den Aushubbereichen Vorlagetanks und Destillation sind in vollem Gange

Schwarze Pumpe/Senftenberg. Etwas mehr als fünfzig Prozent des zu behandelnden Bodens in den Arealen der ehemaligen Gaswerksanlagen der Entphenolung, Vorlagetanks, Destillation, Extraktion und Teerscheidung Ost wurden bisher in der Vakuumthermischen Reinigungsanlage (VTRA) am Standort Schwarze Pumpe erfolgreich gereinigt.

Der Bodenaustausch ist in drei von sechs Bauabschnitten abgeschlossen. Bis Ende 2022 sollen rund 286.000 Tonnen kontaminierter Boden behandelt und wieder eingebaut werden. Insgesamt werden dabei rund 430.000 Tonnen Bodenaushub bewegt. Für die Entnahme des belasteten Bodens an den vier definierten Hauptschadstoffquellen wird eine Konstruktion aus Spundwandkästen in zwei Ebenen errichtet. Dies ermöglicht die Bodenentnahme unter Einsatz eines Teleskopbaggers bis in vierzehn Meter Tiefe. Insgesamt müssen im Inneren der Primärspundwandkästen 147 Einzelspundwandkästen gesetzt werden. Hiervon wurden 76 bereits bearbeitet.

Der aus den Kontaminationsbereichen entnommene Boden wird gemäß Kontaminationsbelastung der vorgegebenen Kategorien 1-3 (unbelastet – kontaminiert) zugeordnet und dann entsprechend zwischengelagert oder gereinigt. Nicht belasteter Boden wird in die Spundwandkästen im Grundwasser-Anschnittsbereich wieder eingebracht. (RK)

Voraushub im Bereich der Destillation

Impressionen von den Arbeiten im Industriepark Schwarze Pumpe


Bohr- und Verfüllarbeiten an B 169 und Begleitwegen kommen schrittweise voran

Ein Kernbohrgerät der Spezialfirma BLZ Gommern im Einsatz

Senftenberg. In den zurückliegenden Wochen sind im Auftrag der LMBV eine Vielzahl von Erkundungs- und Verfüllbohrungen im Bereich der gesperrten B 169 bei Sedlitz niedergebracht worden.

Dazu sind zwei Kernbohrgeräte und ein Spülbohrgerät der Firma BLZ Gommern im Einsatz. Begleitet und überwacht wird dies von der Fachfirma DMT.

Bei den bisher getätigten Bohrungen direkt im Verlauf der B 169 wurden zwei weitere hängende Brüche in 10 bzw. 30 Meter Teufe über der darunterliegenden Entwässerungsaltstrecke angetroffen, angebohrt, verrohrt und anschließend mit Verfüllmaterial verwahrt.

Sobald die notwendigen Bohrungen im Bereich des südöstlich verlaufenden Wirtschafts- und Radweges abgeschlossen werden können, sollen die Ausbau- und Wartungsarbeiten am Wirtschaftsweg für den Individual-Richtungsersatzverkehr in Richtung Sedlitz beginnen.

Die rote Linie zeigt den Verlauf der untertägigen Strecke unter der B 169

Impressionen von den Arbeiten an B 169


DEBRIV: Braunkohletag 2021 online — Zur Lage und Perspektiven des Strukturwandels in Revieren

Braunkohleindustrie fordert Verlässlichkeit | Beitrag der Bergbausanierung gewürdigt

Berlin. Der diesjährige Braunkohletag fand online mit rund 400 Teilnehmern statt. Der Ministerpräsident des Freistaats Sachsen, Michael Kretschmer, und der Präsident des Verbands der europäischen Kohleindustrie EURACOAL, Vladimir Budinsky, nahmen an der Veranstaltung mit Grußworten teil. Der Bundestagsabgeordnete Bernd Westphal sowie die Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Kerstin Andreae und Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) sowie der Vorstandvorsitzende und der Hauptgeschäftsführer des DEBRIV diskutierten Fragen der Umsetzung des KVBG und Aspekte der europäischen Energie- und Klimapolitik im Rahmen von Podiumsdiskussionen. Der Vorsitzende des Vorstands des Deutschen Braunkohle-Industrie-Vereins (DEBRIV), Dr. Helmar Rendez, ließ auch das zurückliegende Jahr Revue passieren.

Auch der Beitrag der Bergbausanierung wurde dabei im Statement von Dr. Helmar Rendez gewürdigt: „Der Projektträger der Bergbausanierung in Ostdeutschland, die LMBV, hat die Sanierung in vielen Einzelprojekten weitergeführt. Die LMBV hat 2020 Leistungen in einem Umfang von rund 263 Millionen Euro realisiert. Das Wassermanagement ist nach drei Jahren relativ starker Trockenheit in Ostdeutschland derzeit besonders herausfordernd. Ein Schwerpunkt der LMBV ist, die Zielvorgaben in den Fließgewässern, insbesondere im Bereich der Spree mit ihrer Bedeutung für die Bundeshauptstadt, zu gewährleisten. Weitere Hauptaufgabe bleibt die geotechnische Sicherung von Tagebaukippen als Aufgabe der öffentlichen Sicherheit. Das Verfahren der schonenden Sprengverdichtung kommt an vielen Standorten zum Einsatz. Insgesamt erwarten die LMBV noch für viele Jahre anspruchsvolle Aufgaben in der Bergbausanierung.“

Die deutsche Braunkohleindustrie fordert Verlässlichkeit in der Energie- und Klimapolitik, um den gesetzlich geregelten Kohleausstieg bis Ende 2038 erfolgreich zu gestalten. Zu keinem anderen energiepolitischen Thema habe, so der Vorsitzende des Vorstands des DEBRIV, Dr. Helmar Rendez, in den vergangenen Jahrzehnten ein ähnlich umfassender gesamtgesellschaftlicher Dialog stattgefunden, den es aus Sicht der Braunkohleindustrie zu sichern und zu festigen gilt.

Das Kohleausstiegsgesetz berücksichtigt nach Auffassung der Braunkohleindustrie angemessen die Interessen der Reviere. Die verbleibenden Zeiträume für die Kohlenutzung geben den Revieren eine faire Chance zur Anpassung und Neuausrichtung. Weitere die Energiewirtschaft treffende Klimazielverschärfungen oder Eingriffe in die Tagebauentwicklung würden dagegen das Risiko von Strukturbrüchen in den betroffenen Regionen verstärken. Tagebaue und Kraftwerke in den Braunkohlerevieren bleiben bis Ende 2038 notwendig, um die Sicherheit der Stromversorgung in Deutschland nicht zu gefährden. „In den ersten Monaten des laufenden Jahres haben wir gesehen, dass es jederzeit zu Dunkelflauten kommen kann, die eine Absicherung durch konventionelle Kraftwerke erfordert,“ sagte Rendez auf dem diesjährigen Braunkohletag, der in diesem Jahr online mit mehreren Hundert Teilnehmern durchgeführt wurde.

Verlässlichkeit für den weiteren Betrieb der Tagebaue und Kraftwerke sei unverzichtbar, da komplexe Tagebaue mit den zugehörigen Kraftwerken und Veredlungsbetrieben nicht stetig an geänderte Ausgangsvorgaben angepasst werden können. Dies sei auch nicht erforderlich, denn der deutsche Kohleausstiegspfad, so der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende, ist mit den Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens und den nationalen Minderungspflichten vereinbar: Bis 2019 hat die Braunkohle in Deutschland ihre CO2-Emissionen um 60 Prozent gemindert und steht damit an der Spitze der Industriesektoren. Bis zum Jahr 2023 wird der CO2-Ausstoß aus der Nutzung der Braunkohle in Deutschland um 70 Prozent unter dem Ausgangsniveau von 1990 liegen. Bis 2030 werden die Emissionen der deutschen Braunkohle etwa um 80 Prozent gegenüber 1990 zurückgehen und spätestens Ende 2038 bei Null liegen.

Der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende wandte sich auf dem diesjährigen Braunkohletag gegen einen neuen Überbietungswettbewerb bei den Klimazielen und Maßnahmen. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Einhaltung der Generationsverantwortung beim Klimaschutz müsse verantwortungsvoll und sachgerecht umgesetzt werden. Die jetzt vorgelegte Novelle des Bundes-Klimaschutzgesetzes darf nicht zu neuen Unsicherheiten und Risiken führen; für die Braunkohle steht der Ausstiegspfad bereits fest. Wer nun einen noch früheren Kohleausstieg fordert, der verkennt die Erforderlichkeit einer sicheren Energieversorgung der deutschen Wirtschaft für ihre Wettbewerbsfähigkeit sowie die Herausforderungen der Strukturentwicklung in den Revieren. Bund und Länder müssen die erst im Sommer 2020 beschlossenen Regelungen des KVBG bei allen relevanten Beratungen auf der EU-Ebene berücksichtigen, schützen und durchsetzen. Die Politik darf nicht aus den Augen verlieren, wie ambitioniert der aktuelle Minderungspfad in der Braunkohle nach dem KVBG bereits heute ist, erklärte der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende. Zudem werde der europäische Handel mit Emissionszertifikaten dafür sorgen, dass der europäische CO2-Reduktionspfad im Bereich der Kraftwerke und großen Industriebetriebe eingehalten werde.


Gespräche zum formellen Feststellen der Fertigstellung des Bärwalder Sees laufen

Ziel des Bergbausanierers ist es, möglichst vor der Saison 2022 eine entsprechende Vereinbarung zu unterzeichnen

Blick auf die Ortslage Boxberg - unweit vom Bärwalder See

Senftenberg/Boxberg. Die Sanierungsarbeiten der LMBV am Bärwalder See sind weitgehend abgeschlossen, die Bergaufsicht für den Bergbaufolgesee ist jedoch noch nicht beendet. Die Herstellung des Bärwalder Sees auf der Grundlage des dafür erlassenen wasserbehördlichen Planfeststellungsbeschlusses aus dem Jahre 2005 konnte von der zuständigen Behörde bislang auch noch nicht abgenommen werden.

Hiervon unabhängig können große Teile der Wasserfläche unter Berücksichtigung der kommunalen touristischen und wirtschaftlichen Wünsche und Interessen bereits seit einigen Jahren saisonal aufgrund privatrechtlicher Folgenutzungsverträge mit der Anliegergemeinde Boxberg und der erforderlichen wasserrechtlichen Genehmigungen touristisch genutzt werden. Die wirtschaftliche und touristische Nachnutzung der Bergbaufolgeseen wird somit ausdrücklich durch die LMBV unterstützt.

Am Beispiel des Bärwalder Sees zeigen sich im Übrigen sehr eindrucksvoll die Ergebnisse der Bergbausanierung der LMBV, die seit nunmehr 25 Jahren ehemals vom Braunkohlenbergbau geprägte industrielle Landschaften umgestaltet und für künftige Generationen nutzbar macht. Allerdings gehört die Organisation dieser Nachnutzung oder auch die Herstellung schiffbarer künstlicher Tagebaurestseen für die vorzeitige touristische Folgenutzung nicht zu den Aufgaben der LMBV.

Gegenwärtig werden Gespräche zwischen LMBV und Freistaat Sachsen geführt, um einzelne Bedingungen abzustimmen, die es der LMBV als Grundstückseigentümerin der Bergbaufolgeseen und berg- und wasserrechtlich Verpflichtete ermöglichen, die Zustimmung zur Feststellung der Fertigstellung (FdF) zu geben. Hier geht es insbesondere um den Vorrang noch erforderlicher Sanierungsmaßnahmen vor der touristischen Nutzung, um Fragen der Verkehrssicherungspflicht, der Unterhaltungspflicht und um Haftungsfreistellungen.

Sobald dazu eine Einigung schriftlich fixiert ist oder der Freistaat Sachsen den Bärwalder See als sächsisches Landesgewässer von der LMBV auf der Grundlage der bestehenden Gewässerrahmenvereinbarung übernimmt, kann seitens der LMBV die Zustimmung zur FdF erklärt werden. „Unser Ziel ist es, möglichst vor der Saison 2022 eine entsprechende Vereinbarung zu unterzeichnen“, so die zuständige LMBV-Bereichsleiterin Flächenmanagement Evelyn Künzler.

Impressionen vom LMBV-Bergbaufolgesee Bärwalder See (Fotos: P. Radke | 2020)


Mehr als 75 Millionen Kubikmeter Wasser in 2021 für Flutung in der Lausitz bisher genutzt

49 Millionen Kubikmeter kamen aus dem Einzugsgebiet der Spree

Senftenberg. Nach vorläufigen Zahlen der LMBV-Flutungszentrale Lausitz vom 7. Mai 2021 konnten bisher bereits mehr als 75 Millionen Kubikmeter in 2021 für die Flutung der bergbaulichen Speicher und Bergbaufolgeseen der LMBV in der Lausitz genutzt werden.

Dabei kamen 49 Millionen Kubikmeter aus dem Einzugsgebiet der Spree. Die Schwarze Elster steuerte etwas mehr als 16 Millionen Kubikmeter und die Lausitzer Neiße rund 10 Millionen Kubikmeter seit Jahresbeginn bei. Hauptabnehmer waren das Speicherbecken Lohsa II mit rund 28 Millionen Kubikmeter, der Speicher Burghammer mit fast 5 Millionen Kubikmeter und der Speicher Bärwalder See mit fast 7 Millionen Kubikmeter.

Der Sedlitzer See wurde mit etwa 20 Millionen Kubikmeter aus dem Dargebot der Flüsse und dem Überschusswasser aus benachbarten Restlöchern um ca. 1,5 Meter höher als zum Jahresanfang eingestaut. Dem Partwitzer See und dem Geierswalder See konnten seit Jahresbeginn zusammen rund 10 Millionen Kubikmeter Stützungswasser zugeführt werden. Die Gesamtjahresmenge 2020 für die Flutung der Lausitzer Bergbaufolgeseen und Speicher betrug im Vergleich dazu 63 Millionen Kubikmeter.

Für die Flutung des Cottbuser Ostsee (LEAG) konnten bisher in 2021 weitere 12,5 Millionen Kubikmeter (zu oben Genanntem) aus der der Spree entnommen werden, so die FZL am 7. Mai 2021.


Auslaufbauwerk am Speicher Lohsa II
Blick über das Auslaufbauwerk auf den Speicher Lohsa II

Speicher Lohsa II
Der Speicher Lohsa II wurde 2021 weiter angestaut - stieg seit Jahresbeginn um +2 m

LMBV-Speicher Burghammer - Bernsteinsee in der Lausitz

Auslaufbauwerk aus dem Speicher Burghammer zur Kleinen Spree