Zusätzliche Tonnen kennzeichnen Sperrbereich auf dem Senftenberger See
Senftenberg. Im Auftrag der LMBV mbH wurden in den vergangenen Wochen um die Insel im Senftenberger See zusätzlich zur schifffahrtsrechtlichen Austonnung (LfU) weitere rund 190 Tonnen mit Sperrbereichsbeschilderung ausgebracht. Diese Verdichtung dient der deutlichen, inselumlaufenden Abgrenzung des geotechnischen Sperrbereiches.
Zwischen den Tonnen wurden durch die ausführende Firma BUG Dienstleistungen GmbH & Co.KG so genannte Schwimmkugelketten gespannt, die ein versehentliches Überfahren bzw. Überwinden der Sperrkette verhindern sollen. Damit reagierte die LMBV auf eine Maßgabe des Sachverständigen für Geotechnik, mögliche Maßnahmen zu ergreifen, um unbefugtes Betreten, Anlegen und Ankern auf der Insel und den vorgelagerten Flachwasserbereichen auszuschließen.
So können Bootsführer, Stand-up-Paddler und Surfer deutlich auf die Gefahren im Sperrbereich hingewiesen werden. Im Herbst werden die Schwimmkugelketten zwischen den Tonnen wieder eingeholt, die Tonnen bleiben auf dem Wasser.
BGR setzt Messhubschrauber zur Untersuchung von Bergbaufolgen in der Lausitz ein
BGR-Messhubschrauber im Einsatz
Geophysikalische Messflüge im Raum Finsterwalde im Rahmen einer Pilotstudie
Hannover | Cottbus. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) führt vom 10. bis 12. Mai 2021 mit ihrem Hubschrauber im Rahmen einer Pilotstudie geophysikalische Messflüge südlich von Finsterwalde (Brandenburg) durch. Das Messgebiet überdeckt die „Finsterwalder Restlochkette“, eine Gruppe von ehemaligen Braunkohletagebauen südlich der Stadt.
Das aerogeophysikalische Programm findet in Zusammenarbeit mit der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) und in Absprache mit dem Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg (LBGR) statt. Die Untersuchungen in der Lausitz stehen in Zusammenhang mit der Gründung des Forschungs- und Entwicklungszentrums Bergbaufolgen (FEZB) in Cottbus. Das FEZB ist eine neue Einrichtung der BGR zur Förderung der nachhaltigen Gestaltung von Bergbaufolgelandschaften. Die im Fokus des FEZB stehenden Forschungsthemen sind auf die Bereiche Grundwasser und Boden, Sanierungsbergbau, Geotechnik und Umwelt-Monitoring ausgerichtet.
Zur Rehabilitation ehemaliger Gebiete des Braunkohletagebaus in der Lausitz werden großflächig Informationen zu Grundwasserleitern benötigt. Insbesondere stehen deren Mineralisation, Tiefe, Mächtigkeit und Deckschicht im Fokus der Untersuchungen der aktuellen Pilotstudie.
Während der ersten Messkampagne in der nächsten Woche wird der BGR-Hubschrauber (Kennung: D-HBGR) ein Gammastrahlen-Spektrometer an Bord haben, um Informationen über Altlasten und Oberflächeneigenschaften im Messgebiet zu erhalten. Im Juli sind weitere aerogeophysikalischen Messungen geplant, um den tieferen Untergrund zu untersuchen. Zur Pilotstudie
Kontakt:
BGR-Projektleiter:
Dr. Bernhard Siemon (BGR),
E-Mail: Bernhard.Siemon@bgr.de; Tel.: +49 511 643 3488
Gunnar John nimmt Arbeit als kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV auf
Senftenberg. Mit Wirkung vom 1. Mai 2021 wurde Gunnar John zum neuen kaufmännischen Geschäftsführer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) in Senftenberg berufen. Er folgt auf Dr. Hans-Dieter Meyer, der zum Jahresende 2020 aus dem Bundesunternehmen ausgeschieden war.
Gunnar John hat Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaft in Berlin, Paris und Berkeley studiert. Mit der Deutschen Einigung war er zunächst im Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung, dann in unterschiedlichen Leitungsfunktionen in der Staatskanzlei des Landes Brandenburg, in der Senatsverwaltung für Finanzen (SenFin) in Berlin und dann ab 2000 im Bundesministerium der Finanzen (BMF) mit den unterschiedlichsten Aspekten des Aufbaus Ost und der Strukturprobleme Ostdeutschlands – auch der Bergbaugebiete - bis 2012 betraut. Hilfreich für seine Tätigkeit in einem institutionellen Zuwendungsempfänger wie dem Bergbausanierer LMBV sind weiterhin seine langjährigen Erfahrungen in den Haushaltshausabteilungen im BMF und bei SenFin.
Gunnar John freut sich, zusammen mit seinem im letzten Jahr bestellten Geschäftsführer Kollegen Bernd Sablotny die vielfältig noch vor der LMBV stehenden Herausforderungen und Aufgaben zur weiteren Umsetzung der bergrechtlichen Verpflichtungen aus der DDR-Zeit anzugehen. Die LMBV wird in effizienter Weise noch bis ins nächste Jahrzehnt daran arbeiten. Er will seinen Beitrag dafür leisten, dass die LMBV weiter vertrauensvoll mit den ostdeutschen Ländern Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie Thüringen und den beteiligten Bundesministerien zusammenarbeiten wird.
Gunnar John - Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV
Gemeinsame Übergabe der neuen Rettungsstation am Berzdorfer See
Görlitz/Senftenberg. Am 29. April 2021 wurde die neue Rettungsstation Berzdorfer See offiziell an die Stadt Görlitz übertragen. Zu einem symbolischen Banddurchschnitt hatten daher die Stadtverwaltung und die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH an das Ufer der ehemaligen Tagebaus Berzdorf eingeladen. Die LMBV und die Stadt Görlitz schafften in den zurückliegenden zwei Jahren in einem gemeinsamen Bauprojekt das Errichten der neuen Rettungsstation für den Berzdorfer See. Am Nordstrand des Bergbaufolgesees vor den Toren von Görlitz wurde das Gebäude zur künftigen medizinischen Erstversorgung und Rettung in Projektträgerschaft von LMBV und Görlitz errichtet.
Anlässlich der feierlichen Einweihung sandte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer eine Videobotschaft: „Ich weiß noch, wie wir am Berzdorfer See standen und den damaligen Container in Betrieb genommen haben, der als Rettungsstation fungierte. Jetzt bekommt das Ganze Hand und Fuß mit einem richtigen Gebäude, mit adäquaten Arbeitsbedingungen.“ Der Sanierungsbereichsleiter der LMBV, Gerd Richter, und der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu übergaben dem zukünftigen Betreiber vom Deutschen Roten Kreuz zwei gerahmte Bilder mit einem historischen Foto des ehemaligen Tagebaus Berzdorf sowie eine aktuelle Luftaufnahme des Berzdorfer Sees. Die Rettungsstation dient künftig der Rettung und medizinischen Erstversorgung am See und wird für mehr Sicherheit am Bergbaufolgesee sorgen helfen. Zusätzlich soll die Möglichkeit bestehen, Veranstaltungen außerhalb der Bade- und Segelsaison abzusichern.
Die Station verfügt über eine Beobachtungsplattform, einen Erstversorgungsraum, einen Beobachtungsraum sowie WC und Dusche. Der Bergbausanierer LMBV war Träger der Baumaßnahme, die über den Paragrafen 4 des Verwaltungsabkommens zwischen Bund und Freistaat Sachsen zur "Erhöhung des Folgenutzungsstandards" finanziert wurde. Die Gesamtkosten für Planung und Realisierung belaufen sich dabei auf rund 600.000 Euro Fremdleistungen. Die gemeinsame Finanzierung erfolgte mit 80 Prozent durch den Freistaat Sachsen. Die Stadt Görlitz übernahm einen Anteil von 20 Prozent. „Nur die gemeinsame Finanzierung durch den Paragrafen 4 des Verwaltungsabkommens hat die Umsetzung dieses infrastrukturfördernden Projektes möglich gemacht. Im Rahmen der Bergbausanierung wäre das nicht möglich gewesen, gleichwohl hätte die Stadt so ein Projekt allein auch nicht umsetzen können“ erklärte Gerd Richter von der LMBV.
In Zusammenarbeit der LMBV als Projektträgerin und der Stadt Görlitz wurden bereits zuvor im Rahmen des Paragrafen 4 des Verwaltungsabkommen Braunkohlesanierung mit der Erschließung des Nordstrandes und dessen öffentlichen Zuwegungen, Medienverlegung, Errichtung von Stellplätzen und dem Bau des Bootsanlegers die Voraussetzungen für eine touristische Nutzung geschaffen. (UST/RK)
Übergabe der Rettungsstation (Fotos: Steffen Rasche für LMBV)
Temporäres Sperren des Restloches Casel für angrenzende RDV für zwei Monate nötig
„Rütteldruckverdichtung der Innenkippe Greifenhain: Kippe 10 bis Restloch Casel“
Senftenberg/Drebkau. Das zwischen Drebkau und Casel gelegene kleine Restloch Casel muss im Mai und Juni 2021 vorübergehend gesperrt werden. Eine angrenzende Sanierungsmaßnahme i.A. der LMBV nähert sich dem Gewässer an, sodass für diese zwei Monate der Zugang zum Restloch Casel nicht möglich sein wird. Dafür wird das Gewässer vorübergehend geotechnisch gesperrt, temporär umzäunt und die Angelnutzung zeitweise ausgesetzt.
Die Rütteldruckverdichtungsarbeiten i.A. der LMBV dienen zum Beseitigen der bergbaulichen Gefährdung im Kippengelände und somit zum Herstellen einer dauerhaften geotechnischen und öffentlichen Sicherheit. Sie werden im Rahmen der genehmigten „Rütteldruckverdichtung der Innenkippe Greifenhain: Kippe 10 bis Restloch Casel“ durchgeführt.
Die Arbeiten werden von der Firma GMB GmbH ausgeführt. Für die Gesamtmaßnahme, die im August 2020 begonnen wurde, sind fast 5.500 Verdichtungspunkte mit Rüttellanzen abzuarbeiten. In bis zu 25 bis 45 Meter Tiefe wird ein verdichteter Bereich auf 2.500 Meter Länge und 35 bis 70 Meter Breite in der Kippe hergestellt. Die Gesamtmaßnahme soll Ende November 2022 abgeschlossen werden.
Die LMBV informierte bei einem Vorort-Gespräch am Restloch Casel am 29.04.2021 über die ab Mai 2021 anstehenden Sicherungsarbeiten nahe diesem kleinen Restloch, das vorwiegend als Angelgewässer genutzt wird. Zu dem Informationsgespräch waren alle Beteiligten geladen, darunter der Landesforst Brandenburg als Flächeneigentümer, die GMB, die Sachverständigen für Geotechnik der GUB, der lokale Anglerverband, die Anrainer-Kommunen sowie das LBGR.
Das Restloch Casel liegt an der Landstraße L 52 zwischen Drebkau und Casel. Es entstand in den Jahren 1956 bis 1961 durch eine nicht vollständige Verkippung eines Randbereiches des Tagebaus Greifenhain und wurde bereits im Jahr 2006 von der LMBV weitestgehend gesichert.
Geplante RDV-Trasse - in rot gekennzeichnet
Vorort-Gespräch am Restloch Casel
Sachstand zu Ursachen der Sperrung der B 169 sowie zur Verwahrnotwendigkeit von Strecke
Gemeinsames Pressegespräch zur B 169 bei der LMBV
Senftenberg. Am 27.04.2021 fand ein Pressegespräch zur Verwahr-Notwendigkeit einer alten Untertage-Strecke unter der derzeit gesperrten B 169 bei Sedlitz am Sitz der LMBV statt. Dabei standen OSL-Landrat Siegurd Heinze, LBGR-Präsident Sebastian Fritze und Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich gemeinsam mit LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny Medienvertretern Rede und Antwort.
Die Bundesstraße 169 zwischen Sedlitz und Senftenberg musste am 15. April 2021 durch den Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg voll gesperrt werden. Grund dafür ist eine direkt unter und neben der Bundesstraße verlaufende alte rund 400 Meter lange Entwässerungsstrecke in mehr als 40 Meter Tiefe, die früher für die Tagebauentwässerung der Ilse Bergbau A.G. genutzt wurde.
Diese „Nördliche Grenzstrecke“ wurde vor etwa 100 Jahren bergmännisch im Untergrund vorgetrieben und als „Deutscher Türstock“ mit Holz ausgebaut. Dies ist u.a. dem Originalriss des Tagebaus Ilse-Ost aus dem Jahr 1929 zu entnehmen. Die Auskohlung im angrenzenden Bereich erfolgte 1943 und 1944. Mehrere Tagesbrüche und Einsenkungen im Verlauf der unterirdischen Grenzstrecke sind aktenkundig.
Im Zuge von planmäßigen Erkundungskontrollbohrungen i.A. der LMBV an dieser Strecke wurden am 12. April 2021 mehrere Hohlräume festgestellt, obwohl diese 1967/68 bereits mit Sand und später mit Braunkohlen-Filteraschen verwahrt worden war. Diese Hohlräume können von den Firsten her einbrechen bzw. zu Verbrüchen bis an die Straßenoberfläche führen.
Dies könnte die Sicherheit des darüber laufenden Straßenverkehrs gefährden. Zunächst sind in einer ersten Sicherungsphase weitere 20 bis 25 Kernbohrungen auf und an der B 169 von der LMBV geplant, um damit auch gleichzeitig mögliche Leerräume mit kohäsiven Verfüllbaustoff zu versetzen. Mit den dabei gewonnenen Erkenntnissen kann dann ggfs. über noch weitere nötige Sicherungs- und Verwahrarbeiten entschieden werden, zu denen bisher erste Variantenbetrachtungen vorliegen.
Als Zeitraum für die notwendigen Sanierungsarbeiten ist voraussichtlich mit sechs bis neun Monaten zu rechnen. Zur bauzeitlichen Verkehrsführung ist die LMBV mit der Stadt Senftenberg und der dem Landratsamt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz in der Abstimmung. Für den Individualverkehr zwischen Sedlitz und Senftenberg wird es eine zeitnahe Lösung für die Sedlitzer Bürgerinnen und Bürger geben.
Rißwerk aus dem Jahr 1929
Pressegespräch bei der LMBV
Pressegespräch zu Ursachen der Sperrung der B 169 bei Sedlitz sowie zum Ausblick geplant
Medienvertreter-Einladung zum Pressegespräch
Senftenberg. Die Bundesstraße 169 (B 169) zwischen Sedlitz und Senftenberg musste am 15. April 2021 durch den Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg voll gesperrt werden. Grund ist eine unter der Bundesstraße verlaufende alte Entwässerungsstrecke, die früher für die Tagebauentwässerung genutzt wurde.
Im Zuge von planmäßigen Erkundungskontrollbohrungen an dieser Strecke wurden Hohlräume festgestellt. Diese könnten die Sicherheit des Straßenverkehrs gefährden. Nach Auswertung durch Sachverständige für Geotechnik wird nun an einer Sicherungstechnologie zur Verwahrung dieser Altstrecke gearbeitet.
Am Dienstag, dem 27. April 2021, laden wir daher Medienvertreter von ca. 16:00 bis ca. 17:00 Uhr zu einem Pressegespräch gemeinsam mit den zuständigen Behörden in den Barbarasaal in der Knappenstraße 1 in Senftenberg zur LMBV ein, um über das weitere Vorgehen zu informieren.
Für Ihre Fragen und für O-Töne stehen Ihnen Vertreter der LMBV, des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, des Landkreises OSL und der Gelegenheitskommune Senftenberg zur Verfügung.
Wir bitten pandemiebedingt um Ihre vorherige Anmeldung bis 27. April 2021 14:00 Uhr unter veranstaltung@lmbv.de mit Namen, Arbeit-/Auftraggeber, E-Mail-Adresse und Telefonnummer. Während der Veranstaltung ist eine Maske zu tragen und die gültigen Abstände einzuhalten.
Zuwegung zur Reppister Höhe wurde im Tagebau Meuro fertig asphaltiert
Radweg-Lückenschluss-Baumaßnahme kommt voran
Senftenberg. Der bisher nur sandgeschlemmte LMBV-Wirtschaftsweg zum Aussichtspunkt Reppist, der vor allem für forstwirtschaftliche und Kontroll-Aufgaben genutzt wurde und als Wanderweg von Ausflüglern mitgenutzt wurde, wurde kürzlich ertüchtigt. Dazu wurde er u.a. asphaltiert.
Damit kann er in den zukünftigen Rundweg um den Großräschener See, der gegenwärtig i.A. des Zweckverbandes Lausitzer Seenlandes Brandenburg und der LMBV errichtet wird, eingebunden werden.
Am 8. März 2021 hatten südwestlich vom Großräschener See die Bauarbeiten für einen insgesamt 2,8 Kilometer langen Radwegeabschnitt begonnen. Dieser Radweg im Bereich der Reppister Höhe entsteht als drei Meter breiter Radweg in Asphaltbauweise und ist Teil einer Lückenschlussmaßnahme rund um den Großräschener See. Dieser Weg wird im Auftrag der LMBV vom Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg als Projektträger errichtet.
Übersichtskarte - in grün der zu bauende Wegeabschnitt (bereitgestellt v. ZV LSB)
Blick nach Westen zur Reppister Höhe
Ein Viertel der notwendigen Sprengungen auf Kippe Seese-Ost bereits umgesetzt
TDE-Bohrtrupp auf der Gefährdungsfläche Süd am Restloch 23 (Bischdorfer See) im Einsatz
Warum in Groß Lübbenau mitunter die Kaffeetassen in den Schränken klirren
Senftenberg/Groß Lübbenau. Südlich der Ortslage Groß Lübbenau laufen derzeit intensive Sanierungsarbeiten auf den Innenkippen des ehemaligen Tagebaus Seese-Ost im Rahmen einer von der Bergbehörde zugelassen Sicherungstechnologie. Im Auftrag der LMBV werden im gegenwärtigen Abschnitt rund 100 ha mit der sogenannten schonenden Sprengverdichtung bearbeitet. Runde ein Viertel der notwendigen Sprengungen auf den Kippen von Seese-Ost sind bereits umgesetzt, so kürzlich der für die Umsetzung zuständige LMBV-Abteilungsleiter Jens Bäcker.
Für diese Verdichtungsarbeiten hat die auftragnehmende Firma TDE zwei kippentaugliche Bohrgeräte sowie weitere Transportfahrzeuge zum Herstellen der Sprenglöcher im Einsatz. Derzeit erfolgen alle zwei Werktage am Nachmittag die Verdichtungssprengungen, nachdem zuvor zwischen drei und sechs Bohrlöcher je Bohrgerät – max. 12 p.d. - abgeteuft und nachfolgend mit Sprengladungen besetzt worden sind. Durchschnittlich muss dafür zwischen 20 und 30 Meter tief in den Kippenkörper gebohrt werden.
Es kommen je nach planmäßiger Vorgabe des Sachverständigen für Geotechnik zwischen 30 und 60 Kilogramm Sprengstoff je Sprenggruppe zum Einsatz. So werden beispielsweise drei Sprengladungen mit je 1 bis 1,5 kg in drei Ebenen in ein einzelnes Bohrloch ein gehangen und später Millisekundenabstand gezündet. Insgesamt sind in dieser Sanierungsphase bis Ende 2022 etwa 3.100 Bohrungen abzuteufen, wovon rund 900 bereits abgespengt wurden. Derzeit werden die sogenannte Gefährdungsfläche Nord mit einer Größe von etwa 73 ha und die Gefährdungsfläche Süd am Restloch 23 (Bischdorfer See) mit einer Größe von etwa 20 ha bis Ende 2022 bearbeitet.
Vor Beginn der Sanierungsarbeiten wurden Beweissicherungsverfahren zum Bautenzustand in der Umgebung vorgenommen. Zudem werden regelmäßig in elf Gebäuden in Groß Lübbenau und zwei Gebäuden in Bischdorf überwachende Schwinggeschwindigkeitsmessungen zur Überprüfung der durch die Sprengungen erzeugten Schwingungen vorgenommen. Diese Auswertungen erfolgen jeweils zeitnah nach den Sprengungen durch ein Fachbüro und liegen bisher immer unter den von der zuständigen Behörde vorgegebenen Immissionsschutz-Richtwerten. Dennoch sind die Sprengwellen oft auch noch in größerer Entfernung wahrzunehmen und bringen mitunter auch „die Kaffeetassen in den Schränken der Anrainer zum kurzzeitigen Wackeln“, so Bäcker.
Sollten im Zuge der Arbeiten auch nachweisliche Bauwerksschäden auftreten, werden diese vom Bergschadens-Management der LMBV auf Antrag von Betroffenen hin bearbeitet und ggfs. nach BBergG reguliert. Die ersten Arbeiten zur schonenden Sprengverdichtung in Seese-Ost hatten 2015 begonnen, wurden ortsnah 2017 bis 2019 fortgeführt und werden seit 2020 schrittweise weiter auf bisher noch nicht gesicherten Flächen voraussichtlich noch einige Jahre andauern, so der Bergbausanierer Jens Bäcker. Sprengmeister Lutz Rublack von der Fa. TDE und seine Bohr-Mitarbeiter arbeiten gewissenhaft an den Zielstellungen einer baldigen sicheren Bergbaufolgelandschaft und bemühen sich, alle Vorgaben zu einem möglichst schonenden Sprengen stets einzuhalten.
Raupengestützte Spezialtechnik der Fa. TDE zum Bohren auf KippenVerdichtete Kippenfläche im ehem. Tgb. Seese-Ost
Jens Bäcker im RBB-Interview
TDE-Bohrgerät im Einsatz
Dreier-Sprengladung – vorbereitet für ein Bohrloch zur sSPV
Sprengmeister Lutz Rublack beim Sprengvorbereiten
Zündeinrichtung
Herstellen der Zündbereitschaft durch Sprengmeister Lutz Rublack
Kurzfristiger Informations-Vorort-Termin an gesperrter Bundesstraße 169
OSL-Landrat, Senftenbergs Bürgermeister und Sedlitzer Ortsvorsteher erhielten vorläufigen Informationsstand aus erster Hand
Senftenberg. LMBV-Chef Bernd Sablotny informierte am 21. April 2021 zu der zwischen Senftenberg und Sedlitz gesperrten Bundesstraße 169 über die derzeitigen Erkenntnisse des Bergbausanierers hinsichtlich der Rissbildungen und Hohlraumvermutungen.
Seiner Einladung waren der Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, Siegurd Heinze, Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich sowie der Sedlitzer Ortsvorsteher Steffen Philipp gefolgt. Es wurden die nächsten Untersuchungsschritte und angelaufenen Planungen zur Gefahrenabwehr i. A. der LMBV erläutert. In der 17. KW sollen dann Festlegungen zum weiteren Umsetzen der nötigen Sicherungsarbeiten durch die LMBV in Abstimmung mit den Behörden erfolgen.
Landrat, Bürgermeister und Ortsvorsteher stimmten sich auch hinsichtlich der zu nutzenden Rettungswege und der betroffenen Schülerverkehre während der Sperrzeit ab. Die Erreichbarkeit des Ortsteils Sedlitz durch die Feuerwehr ist auch in der Zeit der Sperrung der B 169 sichergestellt. Die Feuerwehr und der Rettungsdienst werden im Einsatzfall einen Privatweg der Stadt Senftenberg am Großräschener See mit Sonderrechten nutzen, um Sedlitz schnell zu erreichen. Eine Nutzung der Privatwege am Großräschener See durch Busse der Verkehrsgesellschaft OSL wurde geprüft, ist jedoch aus Sicherheitsgründen nicht möglich.
Die Sperrung der Bundesstraße war am 15.04.2021 nach Hohlraumfeststellungen im Zuge planmäßiger Brunnenversatzarbeiten i.A. der LMBV im Randbereich des ehemaligen Tagebaus Sedlitz durch das Landesamt für Straßenwesen Brandenburg (LSB) veranlasst worden. Grund für die Vollsperrung ist u.a. eine unter der Bundesstraße verlaufende Altberg-Entwässerungsstrecke, die früher für die Tagebauentwässerung bis in den vierziger Jahren genutzt wurde. Im Zuge von planmäßigen Erkundungskontrollbohrungen an dieser Strecke wurden dort Hohlräume festgestellt. Diese könnten die Sicherheit des Straßenverkehrs gefährden.
Alle Involvierten sind sich der Erschwernisse durch das Sperren bewusst.
Gesperrte B 169 nach Gefahrerkennung
Sperrung aus Richtung Cottbus
Kontrollbohrung neben der B 169
Überwachung des Risses
Gefährdeter Abschnitt