Bergbausanierer feiert Richtfest an der Wasserbehandlungsanlage Plessa

Senftenberg/Plessa. Zum Schutz der Schwarzen Elster vor Eisen und Versauerung entsteht derzeit in Plessa am Zusammenfluss von Floß- und Hammergraben eine Wasserbehandlungsanlage der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV).

Zum Richtfest am 21. Juli 2021 erschienen zahlreiche Vertreter von Behörden und Verbänden, der bauausführenden Firmen und der LMBV.

„In der Anlage wird künftig das zusammengeführte Oberflächenwasser, das vom Bergheider See über die Kleine Restlochkette bis hierher fließt, gereinigt. So werden Umweltbelastungen für die Schwarze Elster minimiert, der Eisenwert sinkt und der pH-Wert steigt“, erklärte LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny zum Richtfest.

Traditionell wurde durch Bauherren und ausführende Firmen ein abschließender Handgriff organisiert: Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter Lausitz der LMBV, Frank Wogan vom Bundesministerium für Finanzen, Christoph Heil von der Firma Otto Heil GmbH sowie Göran Schrey, Amtsdirektor des Amtes Plessa schlugen jeweils einen Nagel in einen Dammbalken.

Die Gäste überzeugten sich vor Ort vom Fortschritt der Baumaßnahme, die rund 80 Millionen Euro kostet. „Das Betreiben der Anlage nach der Fertigstellung wird eine sehr langfristige Aufgabe sein", so Bernd Sablotny.

Die offiziellen Rundgänge nach der feierlichen Zeremonie führten die zahlreichen Gäste an diesem Tag bis in die Wehranlage, in der sich künftig Floß- und Hammergraben vereinen und gereinigt in die Schwarze Elster führen.

Die Wasserbehandlungsanlage wird bis Ende des Jahres 2025 fertiggestellt werden. Danach ist ein Probebetrieb geplant.

Zur Funktionsweise der Wasserbehandlungsanlage Plessa:

Das Wasser aus Floß- und Hammergraben wird über ein Wehr in die Anlage eingelassen und in die Reaktionsbecken gepumpt. Dort wird Kalkmilch zugesetzt sowie Flockungshilfsmittel. Danach fließt es weiter in die Sedimentationsbecken. Der Eisenhydroxidschlamm setzt sich in diesem Prozess langsam ab, das Klarwasser kann schließlich an der Oberfläche abgezogen werden. Das gereinigte Wasser wird über eine Ablaufleitung und Ablaufturbine zur Energierück-gewinnung wieder in der Hammergraben eingeleitet und der Schwarzen Elster zugeführt. Der verbleibende Eisenhydroxidschlamm wird aufbereitet, per LKW durch  einen Entsorgungsdienstleister abgeholt und einer stofflichen Verwertung zugeführt.

Hintergrund:

In der Region um Lauchhammer setzte um 1850 der industrielle Braunkohlenbergbau ein. In den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts entstand eines der größten zusammenhängenden Tagebaugebiete der ehemaligen DDR. Ein weit verbreiteter natürlicher Bestandteil im Lausitzer Boden sind Eisensulfide.  Durch die jahrzehntelange Grundwasserabsenkung entstanden wasserlösliche Eisen-, Säure- und Sulfatverbindungen. Nachdem ein Großteil der Lausitzer Tagebaue nach 1990 geschlossen wurde, stieg das Grundwasser allmählich wieder an. Damit wurden diese chemischen Verbindungen in unterschiedlichem Maße in die Flüsse und Seen der Lausitz getragen.
Wasserbehandlungsanlagen der LMBV finden sich somit an den Lausitzer Flüssen Spree und Schwarzer Elster. (UST | angepasst 27.10.25)


LMBV-Rundgänge an Baustelle der Wasserbehandlungsanlage Plessa ausgebucht

Die im Bau befindliche neue Eisenminderungsanlage öffnet für Interessierte am 21. Juli ihre Tore

Senftenberg/Plessa. Die LMBV und die beteiligten Firmen haben für Mittwoch, den 21. Juli 2021, Anwohner und Interessierte zu einem Rundgang auf die Baustelle der Wasserbehandlungsanlage Plessa an der B169 eingeladen.

Das Angebot stieß auf reges Interesse. Nunmehr sind die Rundgänge ausgebucht.

Die LMBV-Wasserbehandlungsanlage entsteht in Plessa am Zusammenfluss von Floß- und Hammergraben und wird künftig dem Schutz der Schwarzen Elster vor Eisen und Versauerung dienen.


Starkregen in Ostsachsen — LMBV-Flutungsabnahmen durch Speicher und Seen

Bis zu 16 Kubikmeter pro Sekunde aus Flüssen für Speicher und Bergbaufolgeseen entnommen

Senftenberg. Nach Auskunft der LMBV-Flutungszentrale Lausitz zur aktuellen Situation in den Lausitzer Flussgebieten und zu den Flutungsentnahmen für Bergbauspeicher und Bergbaufolgeseen kann die LMBV Folgendes mitteilen:

Die Niederschläge vom 16.07. und 17.07.2021 bewirkten einen rasanten Anstieg der Abflussmengen auch in den Lausitzer Flussgebieten von Lausitzer Neiße (HW-Warnstufe 2), Spree und Schwarzer Elster (HW-Warnstufe 2).

In Abstimmung mit der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen und dem LfU Brandenburg wurden zur Entlastung der Abflussspitzen in den Flüssen am Samstag folgende Flutungsbauwerke der LMBV in Betrieb genommen:

  • Speicherbecken Bärwalde [= Bärwalder See] – hier Einleitung aus der Spree mit bis zu 3 m³/s,    
  • Speicherbecken Dreiweibern [= Dreiweiberner See] – hier Einleiten aus der Kleinen Spree mit bis zu 1,6 m³/s,
  • Abnahme mit der LMBV-Pumpstation Spreewitz aus der Spree mit 1,6 m³/s und
  • zum Geierswalder See aus Schwarzer Elster mit 10 m³/s .

Die Zuleitung aus der Schwarzen Elster ermöglichte eine Weiterleitung von ca. 3,5 m³/s über den Sornoer Kanal und den Rosendorfer Kanal in das LMBV-Restloch Sedlitz [= Sedlitzer See].

Die Neißewasserüberleitung der LMBV (zur Spree) musste am Samstag aufgrund des hohen Eigendargebotes in der weiterführenden Vorflut (Schöpse und Spree) vorübergehend außer Betrieb genommen werden.

Zuvor war die LMBV-Pumpstation Steinbach (an der Neiße) bereits seit dem 08.07.21 mit einer Pumpe in Betrieb, da Niederschläge im Einzugsgebiet des Isergebirges seit Ende Juni in der Lausitzer Neiße abflusswirksam wurden.

Insgesamt hatte das Flutungsaufkommen für die Lausitzer LMBV-Speicher und Bergbaufolgeseen seit Anfang Januar 2021 bis zum 16.07.21 (vor dem Starkregen in Ostsachsen) bereits die Summe von 88,5 Mio. Kubikmeter erreicht – nun werden noch die Zahlen vom Wochenende dazu kommen (diese werden zur Zeit noch ermittelt bzw. berechnet). Dies sind sehr gute Abnahmemengen für die Bergbausanierer.


LMBV lädt ein zum Baustellenrundgang an entstehende Wasserbehandlungsanlage Plessa

Die im Bau befindliche neue Eisenminderungsanlage der Bergbausanierer öffnet für Interessierte ihre Tore

Senftenberg/Plessa. Neue Eisenminderungsanlage öffnet ihre Tore: Die LMBV und die am Bau beteiligten Firmen laden am Mittwoch, dem 21. Juli 2021, ab 16 Uhr Anwohner und Interessierte zu einem Rundgang auf die Baustelle der Wasserbehandlungsanlage Plessa an der B169 ein.

Die LMBV-Wasserbehandlungsanlage entsteht in Plessa am Zusammenfluss von Floß- und Hammergraben und wird künftig dem Schutz der Schwarzen Elster vor Eisen und Versauerung dienen.

Um an den Rundgängen teilzunehmen, ist festes Schuhwerk und eine vorherige Anmeldung erforderlich. Je nach gemeldeter Teilnehmerzahl wird es Führungen jeweils um 16:00 Uhr und 16:30 Uhr geben.

Wir freuen uns über eine rege Teilnahme und bitten um Anmeldung unter der Angabe „Rundgang Plessa“ an veranstaltungen@lmbv.de bis spätestens 18. Juli 2021.

Plessaer Baustellen-Impressionen


LfU: Wechselhaftes Wetter führt zur Entspannung der Niedrigwassersituation in der Lausitz

LMBV-Bergbau-Speicher stützen Niedrigwasseraufhöhung der Spree

Cottbus. In dieser Woche tagte die länderübergreifende Ad-hoc-Arbeitsgruppe „Extremsituation“ - unter Einbeziehung der LMBV -zum zweiten Mal in diesem Jahr, um die aktuelle Niedrigwassersituation in der Lausitz zu bewerten. Der über Wochen hinweg trockene und heiße Juni endete mit ergiebigen Niederschlägen in Brandenburg. Der Regen zum Monatswechsel und die seither wechselhafte Witterung des Julis haben zu einer Entspannung der Niedrigwassersituation in den Flussgebieten von Spree und Schwarzer Elster beigetragen. Besonders im Norden des Landes fielen innerhalb weniger Tage lokal enorme Regenmengen von teilweise mehr als 200 Millimeter. Die brandenburgischen Einzugsgebiete von Spree und Schwarzer Elster erhielten flächendeckend Regen im Bereich von 20 bis 40 Millimetern.

Spree

Die Niederschläge von Ende Juni sind im sächsischen Einzugsgebiet der Spree deutlich geringer ausgefallen als in Brandenburg. Durch vereinzelte Niederschlagsereignisse der ersten Juliwochen bewegen sich die Zulaufmengen zu den sächsischen Speichern aber dennoch nahe der langjährigen Mittelwerte. Bei einem mehrtägigen Ausbleiben von Niederschlägen ist aber nach wie vor ein zügiger Abflussrückgang zu beobachten, da die Grundwasserdefizite der Vorjahre noch nicht ausgeglichen sind.

Die in der 23. Kalenderwoche gestartete Niedrigwasseraufhöhung wird bedarfsgerecht fortgesetzt. Bisher wurden hierfür die Talsperre Quitzdorf, sowie ersatzweise die Speicher Lohsa I, Bärwalde und Lohsa II beansprucht. Die Talsperre Bautzen konnte aufgrund einer Baustelle im Unterlauf keine erhöhte Abgabe tätigen. Die Abgabe der Talsperre Spremberg erfolgt bedarfsgerecht zwischen 8 und 10 Kubikmeter pro Sekunde, um die Abflüsse in der Spree zu stützen. Aktuell liegt der Wasserstand der Talsperre Spremberg bei 91,28 Meter NHN (Normalhöhennull) und fällt um 1 Zentimeter pro Tag.

Der Abfluss am Pegel Leibsch UP am Ausgang des Spreewaldes schwankt in den letzten Wochen in Folge der Niederschlagsereignisse zwischen 2,5 und 7 Kubikmeter pro Sekunde. Heiße Tage machen sich dabei durch einen schnellen Abflussrückgang bemerkbar. Aktuell liegt der Abfluss in Leibsch UP bei 5,88 Kubikmeter pro Sekunde (Stand 12.07.2021), der mittlere Abfluss für den Monat Juli beträgt 7,26 Kubikmeter pro Sekunde (langjährige Reihe 1991 bis 2019).

Die im Juni zur Abflussstützung ergriffenen Maßnahmen, werden aufgrund des starken Schwankungsverhaltens mit häufiger Unterschreitung des Mindestabflusses, vorerst aufrechterhalten. Eine Umsetzung weiterer oder eine Intensivierung bestehender Maßnahmen ist jedoch nach aktuellem Stand nicht erforderlich.

Schwarze Elster

Die ausbleibenden Niederschläge im Einzugsgebiet der Schwarzen Elster hatten im Juni zu einem drastischen Einbruch des Abflusses geführt. Nachdem am Morgen des 22. Juni am Pegel Neuwiese (Sachsen, zwischen Hoyerswerda und Senftenberg) nur noch 70 Liter pro Sekunde registriert wurden, kam der Abfluss auf dem brandenburgischen Abschnitt der Schwarzen Elster bis zum Verteilerwehr Kleinkoschen nahezu vollständig zum Erliegen. Die Niederschläge Ende Juni und der ersten Juliwochen sorgten bisher wieder für eine permanente Wasserführung bis Kleinkoschen. Nach mehrtätiger Trockenheit ist aber auch in der Schwarzen Elster weiterhin ein starker Abflussrückgang zu beobachten, sodass die Gefahr des Trockenfallens nicht gebannt ist.

Am Pegel Neuwiese wurden am 12.07.2021 auf Grund nächtlicher Niederschläge von bis zu 20 Millimeter ein Abfluss von circa 1,5 Kubikmeter pro Sekunde gemessen. Der mittlere Abfluss liegt bei 2,95 Kubikmeter pro Sekunde. Der Abschnitt zwischen Verteilerwehr Kleinkoschen und der Mündung der Rainitza führt aktuell kein Wasser, da das wenige zur Verfügung stehende Wasser in das Speicherbecken Niemtsch (Senftenberger See) eingeleitet wird, um es unterhalb von Senftenberg zur Stützung des Mindestabflusses wieder in die Schwarze Elster einzuleiten.

Der Abfluss am Pegel Biehlen 1, unterhalb von Senftenberg, wird weiterhin über die Ausleitung aus der LMBV-Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza und durch die Abgabe aus dem Speicherbecken Niemtsch (Senftenberger See) gestützt. Der Abfluss am Pegel Biehlen 1 liegt aktuell bei 0,7 Kubikmeter pro Sekunde. Der mittlere Abfluss für diesen Pegel liegt im Juli bei 1,78 Kubikmeter pro Sekunde (langjährige Reihe von 1991 bis 2017).

Der Wasserstand am Speicherbecken Niemtsch liegt noch auf einem verhältnismäßig hohen Niveau von 98,96 Meter NHN. Eine zwischenzeitliche Wasserstandsabsenkung bis 98,90 Meter NHN konnte durch die gefallenen Niederschläge und den sporadischen Zulauf kompensiert werden. Bei steigenden Temperaturen und einem erneuten Ausbleiben von Niederschlägen wird sich die Abnahme des Wasserstandes aber wieder beschleunigen.

Aufgrund der Wetterprognosen und der vorhandenen Speicherfüllungen im Spree und Schwarze Elster Gebiet wird davon ausgegangen, dass sich die Niedrigwassersituation kurzfristig nicht verschärfen wird. Aus diesem Grund wird die länderübergreifenden Ad-hoc-AG „Extremsituation“ die Situation weiter beobachten und voraussichtlich erst wieder in der zweiten Augusthälfte zusammentreten. Quelle: PM der Ad-hoc-AG Extremsituation v. 14.07.2021 / MLUK / LfU

LMBV-Luftbilder von Bergbaufolgeseen und Speichern aus 2021 und 2020 (S. Rasche und P. Radke)


Presseinladung zum Richtfest an der Wasserbehandlungsanlage Plessa

Presseinformation: Baustellenrundgang an der entstehenden Wasserbehandlungsanlage Plessa für Bürger

Senftenberg/Plessa. Zum Schutz der Schwarzen Elster vor Eisen und Versauerung entsteht in Plessa am Zusammenfluss von Floß- und Hammergraben eine Wasserbehandlungsanlage. Zum Richtfest und offiziellem Nageleinschlag laden wir Sie am

Mittwoch, dem 21. Juli 2021, um 14 Uhr

auf die Baustelle an der B169 ein.

Im Anschluss folgen ein Baustellenrundgang und die Möglichkeit mit den am Bau beteiligten Firmen und Behörden ins Gespräch zu kommen. Um an den Rundgängen teilzunehmen, ist festes Schuhwerk erforderlich. Wir freuen uns über Ihre Teilnahme und bitten Sie um Ihre Rückmeldung bis zum 16. Juli 2021 über veranstaltungen@lmbv.de.

Gleichzeitig bitten wir um Veröffentlichung der Einladung zu einem Baustellenrundgang für die Bürger, der sich an den offiziellen Teil anschließen wird.

Presseinformation: Baustellenrundgang an der entstehenden Wasserbehandlungsanlage Plessa für Bürger

Die LMBV und die beteiligten Firmen laden am Mittwoch, dem 21. Juli 2021, ab 16 Uhr Anwohner und Interessierte zu einem Rundgang auf die Baustelle der Wasserbehandlungsanlage Plessa an der B169 ein.

Die Wasserbehandlungsanlage entsteht in Plessa am Zusammenfluss von Floß- und Hammergraben und wird künftig dem Schutz der Schwarzen Elster vor Eisen und Versauerung dienen.

Um an den Rundgängen teilzunehmen, ist festes Schuhwerk und eine vorherige Anmeldung erforderlich. Je nach gemeldeter Teilnehmerzahl wird es Führungen jeweils um 16:00 Uhr und 16:30 Uhr geben.

Wir freuen uns über eine rege Teilnahme und bitten um Anmeldung unter der Angabe „Rundgang Plessa“ an veranstaltungen@lmbv.de bis spätestens 18. Juli 2021.


Bergbausanierer übergibt Bootshaus an 1. Segelclub Partwitzer See e.V.

Festliche Schlüsselübergabe am Bergbaufolgesee an Verein erfolgt

Klein Partwitz. Mit einer festlichen Schlüsselübergabe feierte der 1. Segelclub Partwitzer See e.V. am Wochenende die Einweihung seines neuen Vereinsdomizils am Partwitzer See. LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz, Gerd Richter, übergab den Schlüssel vor zahlreichen Gästen an Vereinschef Jens Schuster.

Nicht umhin kamen die Beteiligten an diesem Tag, einen Blick zurück zu wagen. Immerhin ist die Geschichte des Vereins eng mit den Aufgaben der LMBV verknüpft: Nach den Rutschungsereignissen auf den Lausitzer Innenkippen um 2010 stand fest, dass der Knappensee, die ursprüngliche Heimstatt des Vereins, saniert und damit auf Jahre nicht zugänglich sein würde.

Der Verein musste nach Ausweichmöglichkeiten suchen und wurde gemeinsam mit Kommunen, LMBV, Sächsischem Oberbergamt und weiteren Partnern fündig. "Dass wir nun hier stehen und endlich unser Bootshaus haben, macht mich sehr froh", führte Jens Schuster aus.

Insgesamt 580.000 Euro hat das Vorhaben gekostet, das durch den Freistaat Sachsen über §4 des Verwaltungsabkommens VI zur Braunkohlesanierung als Maßnahme zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards finanziert werden konnte. Entstanden ist eine Bootshalle mit Vereinsräumen und sanitären Einrichtungen.

Gerd Richter verwies darauf, dass der Blick in die weitere Geschichte ebenfalls lohne: Zwischen 1939 und 1977 wurden im damaligen Tagebau Scado rund 239 Millionen Tonnen Rohbraunkohle gefördert. Mit der Flutung 2004 begann das Kapitel der Nachnutzung. "Nun werden weitere Kapitel Geschichte geschrieben, die mit dem Wassersport zu tun haben. Die Entwicklung im Herzen des Lausitzer Seenlands geht voran", sagte er.

Impressionen vom Bootshauseinweihen am 10. Juli 2021


Restloch Casel ab dem 09. Juli 2021 wieder frei zugänglich

Eine zweite Sperrung ab Herbst 2021 nötig

Senftenberg/Drebkau. Nach den von Mai bis Anfang Juli 2021 erfolgten Verdichtungsarbeiten am Restloch Casel wird die temporäre Sperrung des Gewässers ab Freitag, dem 09. Juli 2021 aufgehoben. Die Stubbenverwallungen werden beräumt und seitlich abgelagert.

Eine zweite Sperrung des Restloches Casel wird im Herbst nötig sein, wenn sich die Rütteldruckverdichtungsarbeiten der Ostböschung nähern. Laut Bauzeitenplan wird diese Sicherungsmaßnahme voraussichtlich in der Zeit von Mitte September bis Mitte November 2021 umgesetzt. Über den genauen Termin informiert die LMBV rechtzeitig.

Hintergrund:

Die Rütteldruckverdichtungsarbeiten i.A. der LMBV dienen zum Beseitigen der bergbaulichen Gefährdung im Kippengelände und somit zum Herstellen einer dauerhaften geotechnischen und öffentlichen Sicherheit. Sie werden im Rahmen der genehmigten „Rütteldruckverdichtung der Innenkippe Greifenhain: Kippe 10 bis Restloch Casel“ durchgeführt.

Die Arbeiten werden von der Firma GMB GmbH ausgeführt. Für die Gesamtmaßnahme, die im August 2020 begonnen wurde, sind fast 5.500 Verdichtungspunkte mit Rüttellanzen abzuarbeiten. In bis zu 25 bis 45 Meter Tiefe wird ein verdichteter Bereich auf 2.500 Meter Länge und 35 bis 70 Meter Breite in der Kippe hergestellt. Die Gesamtmaßnahme soll Ende November 2022 abgeschlossen werden.

Das Restloch Casel liegt an der Landstraße L 52 zwischen Drebkau und Casel. Es entstand in den Jahren 1956 bis 1961 durch eine nicht vollständige Verkippung eines Randbereiches des Tagebaus Greifenhain und wurde bereits im Jahr 2006 von der LMBV weitestgehend gesichert.

Geplante RDV-Trasse - in rot gekennzeichnet

Temporäre Sperren werden beseitigt

(Luftbilder: Steffen Rasche für LMBV)


Sanierungsstützpunkt am Sedlitzer See steht kurz vor seiner Vollendung

„Klaras Hütte“ ist fast fertig: Winterquartier für Wasserbehandlungsschiff entstanden

Senftenberg/Sedlitz. Am Nordufer des Sedlitzer Sees ist ein weiteres Sanierungsprojekt der LMBV auf der Zielgeraden: das künftige Winter-Domizil für das unternehmenseigene Wasserbehandlungsschiff „Klara“ ist fast fertig errichtet.

Noch im Juli 2021 wird das beauftragte Bauunternehmen STRABAG die fertiggestellte Halle am Sanierungsstützpunkt dann an die LMBV übergeben. Auch die 300 Meter lange Kaimauer mit künftiger Boots-Einlassstelle am noch in Flutung und Sanierung befindlichen Bergbaufolgesee wurde bereits errichtet.

Der Sanierungsstützpunkt wird künftig Werkstatt und zugleich Winterquartier für das LMBV-eigene Sanierungsschiff „Klara“. In der Wartungshalle finden das Sanierungsschiff mit seinen zwei Schuten Platz. Die Tankstelle zur Betankung der Schiffe ist bereits samt eines Leichtflüssigkeits-Abscheidersystems direkt vor der Halle installiert.

2019 war der Auftrag ausgeschrieben worden: das Errichten und Ausbauen einer Stahlhalle und eines Bürogebäudes inkl. technischer Gebäudeausrüstung auf einer Grundfläche von ca. 900 m² war eines der Hauptgewerke. Auch Wartungsleistungen für die technischen Anlagen bis Ende 2023 gehören zum Auftragsvolumen.

26 Stahlrohrdalben (Länge bis 15,5 m) waren zu liefern und einzubauen; zwei 4x20x1,5-Meter-Schwimmpontons herzustellen und einzuschwimmen, mit ca. 15.000 Tonnen Wasserbausteinen eine Ufersicherung mit Deckwerk auszubauen. Neben Erdarbeiten waren zudem für die Einsatzstelle ca. 4.000 m² Stahlspundbohlen bei Einzellängen bis 15 m zu liefern und einzubringen sowie 45 Tonnen Gurtung und ca. 850 Meter Rundstahlanker zu liefern und einzubauen.

Eine aktive Korrosionsschutzanlage für den bauzeitlichen und dauerhaften Betrieb sowie die Medienerschließungsarbeiten für Gas, Elektro, Trinkwasser, Telekommunikation und die Straßenbeleuchtung waren ebenso umzusetzen. Die entsprechenden Verkehrsflächen wurden in Asphaltbauweise errichtet. Zum Auftragsumfang gehörte auch die Lieferung und Errichtung einer Containertankanlage mit einem Volumen von gesamt ca. 10.000 Litern.

Der Sedlitzer See (Restloch Sedlitz) wird seit Jahren gezielt von der LMBV geflutet; jedoch erfolgte diese Flutung stets unter der Berücksichtigung von zahlreichen wasserstandsabhängigen Sanierungsarbeiten an den umlaufenden Uferbereichen und dem jeweiligen Wasserdargebot in Spree, Neiße und Schwarzer Elster. Nur wenn in diesen genannten Flüssen ein ausreichendes Wasserangebot vorhanden ist, kann Wasser für die Flutung der Bergbaufolgeseen verwendet werden.

Mit der Einleitung von 23 Mio. m³ Wasser aus Lausitzer Neiße, Spree und Schwarzer Elster konnte der Wasserstand im Jahr 2021 (hier: Flutungszeitraum von Januar bis Ende Mai 2021) um ca. 1,9 m angehoben werden. Der aktuelle Wasserstand beträgt 96,7 m NHN (94,4 m NHN im Juni 2020 und 94,8 m NHN im Dez. 2020).

Die Sanierungsarbeiten der von der LMBV beauftragten Firmen an den umlaufenden Böschungen des Sedlitzer Sees sind gut vorangekommen. Die Böschungssicherungsmaßnahmen im Nordfeld Sedlitz mit dem Wasserwanderrastplatz und vom Überleiter 11 bis nach Lieske sind abgeschlossen. Der Bau des Sanierungsstützpunktes wird im Sommer dieses Jahres abgeschlossen. Ebenso konnte die Böschungssicherung im Südfeld Sedlitz, südlich von der Landmarke fertiggestellt werden. Auf dem Skadodamm werden noch Restarbeiten durchgeführt.

Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen in den kommenden Jahren sind der Bau des Ableiters vom Sedlitzer See zur Schwarzen Elster, sowie die Sicherungsmaßnahmen im Brückenfeld Sedlitz (sSPV dort voraussichtlich ab Frühjahr 2023). Hier wird die Kippe durch eine schonende Sprengverdichtung und Bodenauffüllung gesichert. Eine Nutzung des künftigen Sees ist voraussichtlich ab einem Wasserstand von +100,0 m NHN möglich.

Drohnenaufnahmen vom 09.06.2021 v. FilmART | C. Horn für LMBV


Großes Interesse an angelaufenen Sanierungsmaßnahmen der LMBV bei Sedlitzern

Sanierungsbereich Lausitz informierte zu Brückenfeldkippe- und B 169-Sicherung

Senftenberg/Sedlitz. Im Rahmen des Ortsteilspaziergangs, zu dem Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich am späten Nachmittag des 22. Juni, geladen hatte, informierte die LMBV vor Ort zu den derzeitigen Sanierungsmaßnahmen in und um Sedlitz. Geschäftsführer Bernd Sablotny und Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter Lausitz des Unternehmens, begegneten dem Unmut der Sedlitzer Bürger mit großem Verständnis.

"Ich weiß, dass unsere Sanierungsmaßnahmen Sie alle im Moment sehr beschäftigen und Ihnen Kopfschmerzen bereiten", erklärte Gerd Richter. "Auch uns lassen sie nicht los und wir setzen alles daran, die Umsetzung so zügig wie möglich aber auch so sicher wie nötig, zu gestalten", fuhr er fort.

Er erklärte den Sedlitzern grundsätzlich die Vorgehensweise der Technologie der schonenden Sprengverdichtung auf der so genannten Brückenfeldkippe am See, die voraussichtlich in den nächsten Jahren auf sie zukommt. "Da der Wasserstand im Sedlitzer See aber noch nicht auf 98,5 bis 99 m NHN angestiegen ist, den wir benötigen, um gute Verdichtungserfolge zu erzielen, wird sich das Sprengen um mindestens ein Jahr verschieben", so Richter. Die Nachfrage, ob der Wald wirklich geholzt werden müsse, bejahte Richter und verwies auf Erfahrungen mit der Technologie in anderen Kippenbereichen. Die Bitte der Sedlitzer, ihre Häuser zu begutachten, um mögliche Schäden zu erkennen, nahm er an.

Das Thema, das den Einwohnern des Ortes unter den Nägeln brannte, war die derzeitig gesperrte B169, die zu großen Umwegen für alle führt. Die Erläuterungen Richters verfolgten die Sedlitzer mit großem Interesse. "Leider müssen wir aber hinnehmen, dass nicht nur unter der Bundesstraße unterirdische Hohlräume aus dem Altbergbau zu finden waren, sondern auch unter unserer geplanten Ausweich-Route", führte Gerd Richter aus. So zeichnet sich eine kurze Umleitungsstrecke auf dem Wirtschaftsweg zwar ab, die Verfüllung der Hohlräume darunter wird aber noch einige Wochen dauern.

Auf die Frage nach den Ausnahmegenehmigungen für die künftige Umleitung reagierte Senftenbergs Bürgermeister mit Augenmaß: Rettungsfahrzeuge und Pflegedienste gehe vor, jedoch werde in der Stadt wohlwollend geprüft, um auch Gewerbetreibende oder Gartenpächter zu berücksichtigen. Da stünden noch Entscheidungen aus.

Zu guter Letzt ergriff Detlef Wurzler, Geschäftsführer des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg, das Wort und erläuterte die Planungen am Sedlitzer See. Gut informiert machten sich die Sedlitzer schließlich nach rund anderthalb Stunden auf zur letzten Station des Ortsteilspaziergangs: zu Bratwurst und Getränken an der Feuerwache ihres Heimatdorfs. (KH / redigiert am 24.06.21)

Mit den Sedlitzern vor Ort im Gespräch