Landesamt für Umwelt informiert: Arbeitsgruppe Niedrigwasser und Ad-hoc-AG “Extrem-Situation“ nehmen Arbeit auf

Cottbus. Kaum Niederschlag im Juni in Verbindung mit hochsommerlichen Temperaturen führten zu einem deutlichen Rückgang der Abflüsse in der Spree und Schwarzen Elster.

Einige Mindestabflüsse können trotz erster ergriffener Maßnahmen nicht mehr gehalten werden. Das Landesamt für Umwelt berief deswegen am 17.06.2021 die länderübergreifende Ad-hoc-Arbeitsgruppe „Extremsituation“ ein, um der bereits angespannten Situation in Zusammenarbeit mit den sächsischen und Berliner Kolleginnen und Kollegen zu begegnen. Die LMBV ist mit ihren Experten von der Flutungszentrale Lausitz daran beteiligt.

Die Trockenjahre 2018 bis 2020 sind nicht vergessen. Aus diesem Grund reagierte das Landesamt für Umwelt frühzeitig auf die kritisch werdende Situation und berief erneut die Ad-hoc-AG „Extremsituation“ ein – eine länderübergreifende Arbeitsgruppe, deren Arbeit sich die letzten drei extremen Dürrejahre bewährt hat. Ziel ist es, Strategien und Maßnahmen zu erarbeiten, um die Abflüsse in der Spree und Schwarzen Elster so weit wie möglich zu stabilisieren.

Neben Temperaturen von zum Teil über 30 Grad Celsius fiel im Juni bisher deutlich zu wenig Regen. Seit Junibeginn wurden an der Messstation in Cottbus 3,8 Millimeter Niederschlag gemessen. Durchschnittlich fallen im Juni circa 50 Millimeter Regen in Cottbus (langjährige Reihe 1981 bis 2020). Die Vorhersagen kündigen zwar auch heftige Wärmegewitter an, wo diese allerdings auftreten und ob diese auch tatsächlich (Stark-)Regen bringen, ist nicht vorhersagbar.

Spree

Die sächsischen Speicher konnten in den Wintermonaten 2020 und 2021 ihr Stauziel erreichen und haben in der 23. Kalenderwoche mit der Niedrigwasseraufhöhung für Brandenburg und Berlin begonnen. Auch die Abgaben an der Talsperre Spremberg wurden auf 9,9 Kubikmeter pro Sekunde erhöht, um die Abflüsse in der Spree zu stützen. Aktuell liegt der Wasserstand der Talsperre Spremberg bei 91,70 Meter NHN (Normalhöhennull) und fällt um 2 Zentimeter pro Tag.

Trotz Abgabenerhöhung der Talsperre Spremberg konnte der Mindestabfluss von 4,5 Kubikmetern pro Sekunde am Pegel Leibsch UP am Ausgang des Spreewaldes aufgrund der sommerlichen Temperaturen und hohen Verdunstung nicht mehr gehalten werden. Der Abfluss in Leibsch UP liegt aktuell bei 3,28 Kubikmeter pro Sekunde (Stand 17.06.2021). Der mittlere Abfluss am Pegel Leibsch UP für den Monat Juni beträgt 7,76 Kubikmeter pro Sekunde (langjährige Reihe 1991 bis 2019).

Aus diesem Grund wurden bereits in der 23. Kalenderwoche 2021 erste Maßnahmen, wie die Reduzierung einzelner Ableitungen aus der Spree, ergriffen, um den Abfluss am Pegel Leibsch UP zu stützen. Am 14.06.2021 tagte in diesem Zusammenhang auch die AG Niedrigwasserbewirtschaftung – eine regional arbeitende Gruppe, bestehend aus dem Landesamt für Umwelt, den unteren Wasserbehörden und Gewässerunterhaltungsverbänden im mittleren Spreegebiet. Es wurden Strategien und Maßnahmen abgestimmt, um der zuspitzenden Situation zu begegnen. Den unteren Wasserbehörden wurde empfohlen, aufgrund der rückgehenden Abflussverhältnisse Allgemeinverfügungen zu erlassen, welche die Entnahme aus Oberflächengewässern beschränken. Die Veröffentlichung der Allgemeinverfügungen für die Landkreise im mittleren Spreegebiet ist für die 25. Kalenderwoche 2021 vorgesehen.

Schwarze Elster

Die ausbleibenden Niederschläge im Einzugsgebiet der Schwarzen Elster haben zu einem drastischen Einbruch des Abflusses geführt. Am Pegel Neuwiese (Sachsen, zwischen Hoyerswerda und Senftenberg) wurden am 17.06.2021 circa 0,23 Kubikmeter pro Sekunde gemessen. Der mittlere Abfluss liegt bei 2,95 Kubikmeter pro Sekunde. Am Pegel Kleinkoschen UP sind es aktuell nur noch 0,135 Kubikmeter pro Sekunde.

In der 23. Kalenderwoche 2021 wurde begonnen, mit Ausleitungen aus der Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza und durch Abgabenerhöhung aus dem Speicherbecken Niemtsch (Senftenberger See) den Pegel Biehlen 1 zu stützen. Der Abfluss am Pegel Biehlen 1 liegt aktuell bei 0,91 Kubikmeter pro Sekunde. Der mittlere Abfluss für diesen Pegel liegt im Juni normalerweise bei 2,17 Kubikmeter pro Sekunde (langjährige Reihe von 1991 bis 2017).

Durch die aufgenommene Stützung des Pegels Biehlen 1 fällt der Wasserstand am Speicherbecken Niemtsch um 1 bis 2 Zentimeter pro Woche und liegt aktuell bei 98,95 Meter NHN. Mit den steigenden Temperaturen und der damit zunehmenden Verdunstung wird sich die Abnahme des Wasserstandes beschleunigen.

Aufgrund der Wetterprognosen wird davon ausgegangen, dass die Niedrigwassersituation, die gerade erst begonnen hat, sich weiter verschärfen wird. Aus diesem Grund werden sowohl die länderübergreifenden Ad-hoc-AG „Extremsituation“ als auch die AG Niedrigwasserbewirtschaftung im mittleren Spreegebiet ihre Arbeit in regelmäßigen Abständen fortsetzen. Die nächste Sitzung ist für Juli geplant. Quelle: LfU v. 18.06.2021

Die Trockenjahre 2018 bis 2020 sind nicht vergessen


Trockenes Flussbett der Schwarzen Elster


LfU: Erste Maßnahmen zum Stützen des Spree-Abflusses im mittleren Spreegebiet ergriffen

Reduzierung der Abgabemengen aus der Spree für mehrere Gewässer vom LfU angeordnet

Cottbus. Ausbleibende Niederschläge und die ersten sommerlichen Temperaturen in diesem Jahr führen zum Rückgang der Abflüsse in der Spree. Eine schnelle Entspannung der meteorologisch-hydrologischen Verhältnisse sei derzeit nicht in Sicht, so das Landesamt für Umwelt (LfU). Deshalb habe das LfU im Vorgriff auf das Niedrigwasserkonzept für die mittlerer Spree in Absprache mit den Landkreisen Maßnahmen eingeleitet, um die Abflüsse der Spree zu stützen.

Das Landesamt informierte die unteren Wasserbehörden sowie Wasser- und Bodenverbände über die aktuelle Situation und leitet erste Schritte zur Abflussstützung, sowie Reduzierungen von Ausleitungen aus der Spree, ein. Als Hauptmaßnahme wurde die Reduzierung der Abgabemengen aus der Spree für mehrere Gewässer angeordnet. Das hydrologischen Messprogramm, also Abflussmessungen an ausgewählten Profilen und Ausleitungen, wurde außerdem bereits verdichtet.

Grund dafür sind die gestiegenen Temperaturen seit letzter Woche und fehlende Niederschläge. Seit Junibeginn sind lediglich 0,2 Liter pro Quadratmeter in Cottbus an Regen gefallen. Durchschnittlich fallen in Cottbus im Juni 50 Liter pro Quadratmeter Regen (langjährige Reihe 1981 bis 2010). Auch im Oberlauf der Spree fiel in dieser Zeit kaum Regen. Für die kommenden 14 Tage sind zudem keine Niederschläge in der gesamten Lausitz vorhergesagt.

Die Speicher in Sachsen sind zwar noch gut gefüllt, aber an der Talsperre Spremberg wurde die Abgabe zur Stützung des Spreegebietes auf aktuell 9,9 Kubikmeter die Sekunde erhöht. Aktuell sinkt der Beckenwasserstand um 3 Zentimeter pro Tag. Die sächsischen Speicher haben mit der Niedrigwasseraufhöhung begonnen. Unter diesen Bedingungen verringern sich die Reserven zügig. Trotz Abgabenerhöhung der Talsperre Spremberg konnte der Abfluss am Pegel Leibsch UP nicht mehr gehalten werden. Aufgrund der sommerlichen Temperaturen und der aufblühenden Vegetation, vor allem im Spreewald, stieg die Verdunstung deutlich an.

Am 09.06.2021 wurde am Pegel Leibsch UP ein Abfluss von lediglich 3,46 Kubikmeter pro Sekunde gemessen (Stand 09.06.2021). Der mittlere Abfluss am Pegel Leibsch UP liegt im Juni bei 7,76 Kubikmeter pro Sekunde basierend auf der langjährigen Reihe 1991 bis 2019. Aufgrund der Vorhersagen ist mit einem weiteren Rückgang der Abflüsse in der Spree sowie dem Erfordernis weiterer Maßnahmen zur Abflussstützung zu rechnen. Aus diesem Grund bittet das LfU schon jetzt, um einen sensiblen und sparsamen Umgang mit der Ressource Wasser.

Quelle: LfU-Medieninfo v. 10.06.21


Sächsisches Oberbergamt informiert: Erste Ergebnisse zu den Ursachen der Rutschung am Knappensee im März 2021

Die Sachverständigen legen erste Ergebnisse zu den Ursachen der Rutschung am Knappensee vom 11. März 2021 vor

Freiberg/Lohsa. Maßgebend für den Eintritt der umfangreichen Rutschung vom 11. März 2021 am Knappensee war die geotechnische Gefährdungssituation an den Uferbereichen der Ostböschung des Knappensees. Diese Gefährdungssituation ist in der Instabilität der Innenkippen begründet und war ein wesentlicher Grund für die umfangreichen Sanierungsarbeiten, die seit 2014 zur Sicherung des Knappensees durchgeführt werden. Das Ausfließen von Massen in den See wird durch sogenannte „versteckte Dämme“ zur Stabilisierung der Böschungen verhindert. Dieser Damm sollte an dem von der Rutschung betroffenen Uferabschnitt erst noch durch die planmäßige Sanierung mittels Rütteldruckverdichtung geschaffen werden. Ausgelöst wurde die Rutschung vom 11. März 2021 dann durch Initialeinträge bei seeseitigen Profilierungsarbeiten am Ufer zur Vorbereitung dieser geplanten Rütteldruckverdichtung, welche sich selbst verstärkten und zu dem eskalierenden Ausfließen der Kippenmassen und der Schwallwelle führten.

Diese Ursachenkette ermittelten die beauftragten externen Sachverständigen für Geotechnik und stellten sie nun dem Sächsischen Oberbergamt als zuständiger Gefahrenabwehrbehörde und der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) vor. Die Ursachenermittlung wurde am 2. Juni 2021 durch das Oberbergamt und die LMBV bestätigt. Der abschließende geotechnische Bericht der Sachverständigen für Geotechnik soll voraussichtlich am 18. Juni 2021 vorgelegt werden.

Die Rutschung kam an den bereits mit Rütteldruckverdichtung gesicherten benachbarten Uferbereichen zum Stehen. Diese Sicherungsdämme haben den großen Belastungen standgehalten und somit auch einen Nachweis der Wirksamkeit der Sanierungsmaßnahmen erbracht. Die Sachverständigenauswertung schafft für das Oberbergamt und die LMBV nunmehr die Basis für die weitere Planung. Neben den bereits erfolgten Sofortmaßnahmen nach der Rutschung müssen die Voraussetzung für eine Fortsetzung der regulären Sanierungsarbeiten geschaffen werden. Dazu wird zunächst der geotechnisch instabile Rutschungskessel gesichert. Bis zum 28. Juni 2021 soll durch die Sachverständigen ein Konzept zu den erforderlichen Sicherungs- und Sofortmaßnahmen erarbeitet werden. Über die Fortsetzung der regulären Sanierung des Knappensees in den betroffenen Bereichen kann dann erst im Frühjahr 2022 entschieden werden.

Am Knappensee laufen im Auftrag des Sächsischen Oberbergamtes seit mehreren Jahren aufwendige Sicherungsarbeiten. Die LMBV als Projektträgerin vergibt nach Ausschreibung die konkrete Umsetzung der Arbeiten an geeignete Sanierungsunternehmen. Da bis zum Abschluss der Sanierungsmaßnahmen geotechnische Risiken bestehen, erfolgen die Arbeiten abschnittsweise unter hohen Sicherheitsauflagen und werden von Sachverständigen begleitet und überwacht. Für die Zeit der Sicherung des Bergbaufolgesees ist das Gebiet eingezäunt und für jegliche öffentliche Nutzung gesperrt. Quelle: Medieninfo des SächsOBA v. 08.06.2021



Rundweg um den Großräschener See vollendet


Einweihung des Rundwegs um den Gr0ßräschener See
Bürgermeister von Großräschen und Senftenberg, zuschauende Radfahrer, ZV-Vorsteher und Vertreterin von GL4, OSL-Landrat sowie LMBV-Sanierungsbereichsleiter am 3. Juni 2021 konzertiert für die Freigabe im Einsatz (v.l.n.r.)

Senftenberg. Der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg und die LMBV weihten am 3. Juni 2021 gemeinsam mit den anrainenden Kommunen und beteiligten Behörden den letzten Abschnitt des Radweges um den Großräschener See ein.

Das 2,8 Kilometer lange, asphaltierte Radwegstück bildet den Lückenschluss des Rad- und Wanderweges rund um den Großräschener See. 1,4 Kilometer der Strecke sind naturnah als zweistreifige Asphaltstrecke gestaltet.

Der Radweg führt entlang des Aussichtspunktes Reppister Höhe, der im Zuge das Radwegbaus komplett überarbeitet und erneuert wurde. Zur Erinnerung an die bergbauliche Tätigkeit wurden verkleinerte Flächendarstellungen abgebaggerter Orte im Maßstab 1:150 in der Region aufgebaut. Sie werden ergänzt durch die vorhandenen Gedenksteine und neue Cortenstahl-Stelen mit den Ortsnamen. Bis Ende Juni 2021 soll auch der Unterstand und die teils noch fehlenden Stelen fertiggestellt werden.

Das Bauprojekt wurde im Zeitraum von März bis Mai 2021 umgesetzt. Finanziert wurde das Vorhaben als Schnittstellen-Projekt aus §2 und §4 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung. Von den ca. 700.000 € Baukosten wurden 80 Prozent vom Land Brandenburg getragen.

„Für den Großräschener See ist es ein weiterer Meilenstein“ sagte Gerd Richter, LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz. Am See seien nur noch wenige Arbeiten zu bewerkstelligen. Ein letzter großer zu sanierender Böschungsbereich stehe kurz vor der Bauabnahme. Es gelte noch einige Untiefen zu beseitigen, die Flutungsleitung zurückzubauen und die Verwahrung von Filterbrunnen fortzusetzen.

Aussichtspunkt Reppister Höhe ist nun gut erreichbar


Aussichtspunkt Reppister Höhe
Erneuerter Aussichtspunkt Reppister Höhe fast fertig gestellt
Aussichtspunkt Reppister Höhe
Erinnerung an verschwundene Orte am Aussichtspunkt Reppister Höhe

Neuer Radweg am Großräschener See
Neuer Radrundweg zur Reppister Höhe


Erste Testläufe für neugebaute Wasserbehandlungsanlage Ruhlmühle

Vorbereitungen für den Probe- und Einfahrbetrieb der Anlage zum Eisenreduzieren laufen auf Hochtouren

Senftenberg/Neustadt an der Spree/Ruhlmühle. Mit der Inbetriebnahme des ersten Moduls an der LMBV-Eisenminderungsanlage (MWBA Ruhlmühle) unweit des Neustädter Ortsteils Döschko ist ein wichtiger Meilenstein erreicht.

Seit 2. Juni 2021 finden im Reaktionsbecken der Anlage die ersten verfahrenstechnischen Schritte zur Oxidation und Neutralisation statt. Zunächst wird ein Kalkhydrat im Reaktionscontainer der Kalkdosierstation als Suspension angemischt und anschließend in das Spundwandbecken eingebracht. Über mehrere Belüftungselemente wird dem Wasser-Kalk-Gemisch Sauerstoff zugeführt. Ziel ist es, dass das gelöste Eisen durchoxidiert und mithilfe des Kalkes der pH-Wert von ca. 4 auf 8,5 angehoben wird.

Die modulare Anlage besteht prinzipiell aus Reaktions-, Flockungs- und Sedimentationscontainern sowie Schlamm-Pufferschächten. In den nächsten Tagen sollen die weiteren Module der Wasserbehandlungsanlage gestartet und getestet werden, um anschließend in den zweimonatigen Probebetrieb zu wechseln.


Kalksilos, Reaktionscontainer und -becken der MWBA Ruhlmühle

Mit der neuen modularen Wasserbehandlungsanlage der LMBV an der Ruhlmühle sollen künftig bis zu 100 l/s aus dem Altarm der Spree als einem Hotspot des Eisenanfalls gefasst und weitestgehend vom Mineral Eisen befreit werden. Bisher läuft dem Vorfluter eine hohe Eisenfracht aus dem Grundwasseranstrom des pleistozänen Grundwasserleiters „Spreewitzer Rinne“ zu.

Dieses stark eisenbelastete Grundwasser wird zurzeit über den Altarm in die Spree abgeleitet. Zielsetzung der Maßnahme ist daher, den natürlich vorhandenen Altarm der Spree als Fassungselement synergetisch zu nutzen und das Wasser mittels Pumpstation in die MWBA zu heben. Bis zu 1.200 Kilogramm Eisenverbindungen sollen dem Altarm der Spree mit dieser dritten Anlage, neben der MWBA Neustadt/Spree und der MWBA Burgneudorf, künftig täglich - in einem 24/7-Betriebsregime - dauerhaft durch die LMBV entzogen werden. (RK)

Eindrücke von der MWBA Ruhlmühle der LMBV (Fotos: R. Kaltschmidt)


Inbetriebnahme des Reaktionsbeckens

Automatische Rechenreinigungsanlage fängt Schwemmgut vor der Pumpstation der MWBA ab

Blick von der eisenbelasteten Furt in Fließrichtung zur MWBA

LAUSITZWELLE-Reporter M. Pollmann im Interview mit LMBV-Arbeitsgruppenleiter S. Radigk


85 Mio. m³ bisher für Flutung der Lausitzer Bergbaufolgeseen des Bergbausanierers

Bis Ende Mai 2021 gutes Flutungsergebnis durch Flutungszentrale Lausitz erreicht

Senftenberg. Die Flutung der Lausitzer Bergbaufolgeseen der LMBV kam in den ersten 21 Wochen des Jahres 2021 kontinuierlich gut voran: bisher konnten mehr als 85 Mio. Kubikmeter aus Überschusswasser von Spree, Schwarzer Elster und Lausitzer Neiße zum Fluten der bergbaulichen Speicher und Bergbaufolgeseen der LMBV entnommen werden. Dies sei laut Doris Mischke, Leiterin der LMBV-Flutungszentrale Lausitz, „ein tolles Flutungsergebnis* bis heute. Solche Mengen hatten wir zuletzt in den Jahren 2007 und 2008 innerhalb des ersten Halbjahres erreicht.“

Aus dem Bereich der Spree standen in den Frühjahrsmonaten 2021 bisher in Summe etwa 56,5 Mio. m³, aus der Schwarzer Elster 16,4 Mio. m³ sowie aus Lausitzer Neiße 12,1 Mio. m³ zur Flutung der LMBV zur Verfügung, ermittelte die Flutungszentrale Lausitz der LMBV nach vorläufigen Zahlen per 31. Mai 2021. Hierbei sind die Mengen zum Füllen des LEAG-Gewässers Cottbuser Ostsee noch unberücksichtigt.

Hauptabnehmer waren das Speicherbecken (SB) Lohsa II, das Restloch Sedlitz, der Speicher Burghammer und der Speicher Dreiweibern. In das SB Lohsa II gingen davon 30,6 Mio. m³. In den Sedlitzer See wurden aus allen drei Flusseinzugsgebieten der Lausitz ca. 23 Mio. m³ eingeleitet. Damit konnte der etwa 1.400 ha große Sedlitzer See, an dessen Ufern noch verschiedene Sanierungsvorhaben der LMBV laufen, in den zurückliegenden fünf Monaten um bisher 186 Zentimeter höher eingestaut werden.

Das SB Bärwalde „schluckte“ etwa 7,2 Mio. m³, das Speicherbecken Dreiweibern 4,5 Mio. m³ und rund 5,3 Mio. m³ nahm der Speicher Burghammer (Bernsteinsee) auf. Dem Partwitzer See und dem Geierswalder See konnten seit Jahresbeginn zusammen rund 10,3 Mio. Kubikmeter Stützungswasser zugeführt werden.

Auch der Wasserstand des Großräschener See konnte aus Überleitungen mit etwa 2,5 Mio. m³ gestützt werden, der für touristische Nutzungen erforderliche Wasserstand von 100,0 m NHN konnte aber nicht erreicht werden.

*Im Vergleich zu den Flutungsmengen der vorangegangen Jahre (Die Jahresmengen 2018: 58 Mio.m³; 2019: 78 Mio.m³; 2020: 63 Mio. m³) ist das ein sehr gutes Ergebnis, so die FZL zu ihren vorläufigen Erhebungen.

Lausitzer-Seenland-Impressionen


Radweg an Ostböschung des Sedlitzer Sees teilweise frei

Senftenberg/Sedlitz. Senftenberg/Sedlitz. Die Vollsperrung des touristischen Rad-/Wanderwegs zwischen Ilse-Kanal und Lieske kann ab dem 4. Juni 2021 teilweise aufgehoben werden. Dies betrifft den Abschnitt vom Oberen Landgraben bis zum Gewerbegebiet/Sanierungsstützpunkt entlang der Ostböschung des Sedlitzer Sees. Die bestehende Umleitung des Radwegs am See verkürzt sich somit. Die Umleitung über Bahnsdorf, Allmosen und Dörrwalde nach Sedlitz und in die Gegenrichtung gilt weiterhin voraussichtlich bis 31. Juli 2021. Die Strecke ist ausgeschildert.

Der Sedlitzer See ist in der so genannten Restlochkette (Tagebaue Sedlitz/Skado/Koschen) der letzte See, der durch die LMBV gestaltet und geflutet wird. Die Ufergestaltung nimmt im Osten als auch im Westen des ehemaligen Braunkohletagebaus Sedlitz immer mehr Formen an. Am Seeufer entstehen unter anderem ein Gewerbegebiet, ein Sanierungsstützpunkt für das LMBV-eigene Gewässerbehandlungsschiff und ein Wasserwanderrastplatz.


Hochbau der neuen Wasserbehandlungsanlage Plessa schreitet voran

Erste Anlagenbestandteile des Eisenminderungsprojektes sind bereits gut zu erkennen

Das Fundament für das mittlere Sedimentationsbecken ist bereits betoniert

Senftenberg | Plessa. Auf Bitten von Antenne Brandenburg holte sich Reporter Daniel Mastow und Mitarbeiter Ralf Frenzel einen persönlichen Eindruck vom Baufortschritt auf der LMBV-Großbaustelle bei Plessa. Nach jahrelangem Planen erfolgte 2020 der erste Spatenstich für die neue Wasserbehandlungsanlage zur Eisenminderung von bergbaulich beeinflussten Wässern vor der Schwarzen Elster.

Die zuständigen LMBV-Abteilungsleiter Michael Matthes und LMBV-Projektmanager Andreas Meth standen dazu am 25. Mai 2021 vor Ort Rede und Antwort und begleiteten die RBB-Mitarbeiter über die Baustelle. Diese ist unmittelbar an der B 169 nahe der Ortslage Plessa zu finden.

Die einzelnen Komponenten der künftigen Anlage lassen sich schon gut erahnen. So sind die Fundamente der drei großen Sedimentationsbecken schon fast fertig gegossen worden - derzeit wachsen auch die Wände in die Höhe. Auch die Funktionsgebäude und das Reaktionsbecken sind bereits auszumachen. Insgesamt drehen sich derzeit fünf Baukräne auf der Baustelle, die die rund 80 Bauleute bei den Flecht- und Betonarbeiten unterstützen.

In der dreistraßigen Anlage werden künftig bis zu 1,6 Kubikmeter Wasser pro Sekunde behandelt. Der pH-Wert wird dadurch von circa drei auf 6,5 bis 8,5 angehoben. Die Eisenfracht soll zukünftig so von durchschnittlich 60 mg/l auf unter drei mg/l reduziert werden. Von der Planung bis zum Regelbetrieb der Wasserbehandlungsanlage Plessa sind 80 Millionen Euro veranschlagt. Das Bauende ist für Ende 2021 anvisiert. Danach folgt ein einjähriger Einfahr- und Probebetrieb.

Die rund 4,5 Hektar große Anlage wird nach ihrer Inbetriebnahme insbesondere die Schwarze Elster vor einem Eiseneintrag, insbesondere aus dem Hammergraben und Floßgraben, und einer damit einhergehenden Versauerung schützen.

A. Meth erläutert RBB-Reporter D. Mastow den Baufortschritt der WBA

Funktionsprinzip der Wasserbehandlungsanlage Plessa

 

Das Oberflächenwasser aus dem Floß- und Hammergraben wird oberhalb der Wehranlage über das Entnahmepumpwerk zur Eisenoxidation in das Reaktionsbecken geleitet. Durch die Zugabe von Kalkmilch wird die Eisenoxidation angeregt. Ein dem oxidierten Oberflächenwasser zugegebenes Flockungshilfsmittel sorgt dafür, dass der Eisenhydroxid-Rohschlamm (EHS) sich anschließend in den am Hammergraben entlang angeordneten Sedimentationsbecken absetzt. Über eine Ablaufleitung wird das an der Oberfläche abgezogene Klarwasser über eine Ablaufturbine zur Energierückgewinnung wieder in den Hammergraben eingeleitet.

Das EHS-Pumpwerk befördert den zurückgebliebenen Rohschlamm zur EHS-Aufbereitung. Dieser wird in den drei stationären Schlammeindickern durch die erneute Zugabe von Flockungshilfsmitteln konzentriert. Anschließend erfolgt die Schlammentwässerung und abschließend dessen Konditionierung mithilfe weiterer Flockungshilfsmittel und/oder Flugasche. Der dadurch hinsichtlich seiner Konsistenz transportfähige EHS wird schließlich auf LKWs verladen und einer Verwertung oder Entsorgung zugeführt.

Mit dem offiziellen Spatenstich in Plessa begannen am 10. Juli 2020 die Arbeiten für die neue Wasserbehandlungsanlage der LMBV. Mit ihrer Errichtung am Zusammenfluss von Floß- und Hammergraben, am östlichen Ortseingang in Plessa an der B 169, wurde Anfang April 2020 die Bietergemeinschaft WKS Technik GmbH und Otto Heil GmbH & Co. KG beauftragt. Zuvor erfolgte das Setzen der 955 Meter langen Dichtwand um die Anlage durch die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) WBA Plessa, bestehend aus den Firmen BAUER Spezialtiefbau GmbH, AMAND Bau Sachsen GmbH & Co. KG und BERGER Grundbautechnik GmbH. Diese schützt die Baustelle und später die WBA Plessa vor aufsteigendem Grundwasser aus dem feuchten Niederungsgebiet der Schwarzen Elster.

Baustellen-Impressionen


Halbzeitetappe bei Bodensanierung im Industriepark Schwarze Pumpe erreicht

Arbeiten in den Aushubbereichen Vorlagetanks und Destillation sind in vollem Gange

Schwarze Pumpe/Senftenberg. Etwas mehr als fünfzig Prozent des zu behandelnden Bodens in den Arealen der ehemaligen Gaswerksanlagen der Entphenolung, Vorlagetanks, Destillation, Extraktion und Teerscheidung Ost wurden bisher in der Vakuumthermischen Reinigungsanlage (VTRA) am Standort Schwarze Pumpe erfolgreich gereinigt.

Der Bodenaustausch ist in drei von sechs Bauabschnitten abgeschlossen. Bis Ende 2022 sollen rund 286.000 Tonnen kontaminierter Boden behandelt und wieder eingebaut werden. Insgesamt werden dabei rund 430.000 Tonnen Bodenaushub bewegt. Für die Entnahme des belasteten Bodens an den vier definierten Hauptschadstoffquellen wird eine Konstruktion aus Spundwandkästen in zwei Ebenen errichtet. Dies ermöglicht die Bodenentnahme unter Einsatz eines Teleskopbaggers bis in vierzehn Meter Tiefe. Insgesamt müssen im Inneren der Primärspundwandkästen 147 Einzelspundwandkästen gesetzt werden. Hiervon wurden 76 bereits bearbeitet.

Der aus den Kontaminationsbereichen entnommene Boden wird gemäß Kontaminationsbelastung der vorgegebenen Kategorien 1-3 (unbelastet – kontaminiert) zugeordnet und dann entsprechend zwischengelagert oder gereinigt. Nicht belasteter Boden wird in die Spundwandkästen im Grundwasser-Anschnittsbereich wieder eingebracht. (RK)

Voraushub im Bereich der Destillation

Impressionen von den Arbeiten im Industriepark Schwarze Pumpe


Bohr- und Verfüllarbeiten an B 169 und Begleitwegen kommen schrittweise voran

Ein Kernbohrgerät der Spezialfirma BLZ Gommern im Einsatz

Senftenberg. In den zurückliegenden Wochen sind im Auftrag der LMBV eine Vielzahl von Erkundungs- und Verfüllbohrungen im Bereich der gesperrten B 169 bei Sedlitz niedergebracht worden.

Dazu sind zwei Kernbohrgeräte und ein Spülbohrgerät der Firma BLZ Gommern im Einsatz. Begleitet und überwacht wird dies von der Fachfirma DMT.

Bei den bisher getätigten Bohrungen direkt im Verlauf der B 169 wurden zwei weitere hängende Brüche in 10 bzw. 30 Meter Teufe über der darunterliegenden Entwässerungsaltstrecke angetroffen, angebohrt, verrohrt und anschließend mit Verfüllmaterial verwahrt.

Sobald die notwendigen Bohrungen im Bereich des südöstlich verlaufenden Wirtschafts- und Radweges abgeschlossen werden können, sollen die Ausbau- und Wartungsarbeiten am Wirtschaftsweg für den Individual-Richtungsersatzverkehr in Richtung Sedlitz beginnen.

Die rote Linie zeigt den Verlauf der untertägigen Strecke unter der B 169

Impressionen von den Arbeiten an B 169