Streckenverwahrung bei Sedlitz wird voraussichtlich mehrere Monate dauern

Senftenberg. Die Bundesstraße 169 (B 169) zwischen Senftenberg und Sedlitz musste am 15. April 2021 durch den Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg voll gesperrt werden.

Die Sperrung wird voraussichtlich mehrere Monate dauern. Grund ist eine unter der Bundesstraße verlaufende Altberg-Entwässerungsstrecke, die früher für die Tagebauentwässerung in den vierziger Jahren genutzt wurde. Im Zuge von planmäßigen Erkundungskontrollbohrungen an dieser Strecke wurden dort Hohlräume festgestellt. Diese könnten die Sicherheit des Straßenverkehrs gefährden.

Nach Auswertung durch einen Sachverständigen wird nun eine Technologie zur Verwahrung der angetroffenen Strecke erarbeitet, die in den nächsten Monaten umgesetzt wird.

Blick auf die B169 bei Senftenberg (LMBV/Archivfoto 2017)


Sanierungsstützpunkt mit künftiger Boots-Einlassstelle am Sedlitzer See nimmt Gestalt an

Senftenberg. Am Nordufer des Sedlitzer Sees schreitet der Bau des künftigen LMBV-Sanierungsstützpunkts für das Gewässerbehandlungsschiff der LMBV und der öffentlichen Bootseinlassstelle sichtbar voran.

Die 300 Meter lange Kaimauer ist bereits fertiggestellt. Die Slipanlage für die öffentliche Bootseinlassstelle ist baulich vorbereitet und die Dalben für die Schwimmstege der künftigen Anlegestelle sind gesetzt. Die bevorstehenden Straßen- und Wegebauarbeiten werden das Ensemble vervollständigen. Letzte Betonierarbeiten sind erfolgt und aktuell werden die Borde für die geplante Infrastruktur gesetzt. Damit können die Pflasterarbeiten in den nächsten Tagen beginnen.

Neben der Bootseinlassstelle ist das Betriebsgebäude für das Gewässerbehandlungsschiff der LMBV errichtet worden. Das Gebäude befindet sich in der Phase des Innenausbaus. Die Trockenbauarbeiten sind abgeschlossen und gegenwärtig werden die Elektro-, Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärinstallationsarbeiten durchgeführt. Der Sanierungsstützpunkt wird künftig Werkstatt und zugleich Winterquartier für das LMBV-eigene Sanierungsschiff „Klara“. In der Wartungshalle finden das Sanierungsschiff mit seinen zwei Schuten Platz. Die Tankstelle zur Betankung der Schiffe ist bereits samt eines Leichtflüssigkeitsabscheidersystems direkt vor der Halle installiert.

Bis Ende Mai 2021 sollen die Asphaltierung der Straße, Zaunbaumaßnahmen sowie die Böschungsgestaltung folgen. Der Bau der öffentlichen Einlassstelle erfolgt über Fördermittel des Landes Brandenburg mit Eigenbeteiligung der Stadt Senftenberg.

Impressionen von der LMBV-Baustelle Fotos: S. Rasche für LMBV


Gewässerbehandlungsschiff “Klara” bekalkt erneut planmäßig den Partwitzer See

Senftenberg. Das LMBV-eigene Sanierungsschiff "Klara" ist derzeit erneut wieder auf dem Partwitzer See planmäßig im Einsatz. Obwohl schon seit längerem touristisch genutzt, muss dieses Bergbaufolgegewässer regelmäßig mit Kalk behandelt werden.

Grund für die notwendige Bekalkung ist u.a. die hohe Durchströmung des Sees mit Wasser, das für die Flutung des benachbarten Bergbaufolgesees genutzt wird. Damit verändert sich auch immer wieder der pH-Wert des Partwitzer Sees. Das Wasser fließt durch den Geierswalder und Partwitzer See weiter über den Sornoer und Rosendorfer Kanal bis in den Sedlitzer See.

Für die Betriebsführung des Bekalkungsschiffs ist seit Januar 2020 die BRAIN Brandenburg Innovation GmbH durch die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH beauftragt. Auch am Schlabendorfer See wird derzeit wieder bekalkt; dort ist das BRAIN-eigene Schiff "Barbara" für die Bergbausanierer im Einsatz.

Kalkeintrag im Partwitzer See (LMBV-Archiv 2017)


Schon 53 Mio. m³ für Flutung der Lausitzer Bergbaufolgeseen der LMBV abgenommen

Senftenberg. Die Flutung der Lausitzer Bergbaufolgeseen der LMBV kam in den ersten elf Wochen des Jahres 2021 gut voran. Bisher konnten rund 53,5 Mio. Kubikmeter Wasser für die Flutung der Bergbauspeicher und Bergbaufolgeseen genutzt werden. Im ersten Quartal 2020 waren es hingegen nur 22 Mio. Kubikmeter gewesen.

Aus der Spree konnten in diesem Jahr bereits 35,8 Mio. m³ Wasser, aus der Schwarzen Elster 12,3 Mio. m³ und aus der Lausitzer Neiße 5,4 Mio. m³ entnommen werden, ermittelte die Flutungszentrale Lausitz der LMBV in Senftenberg (Stand 23.03.2021).

In das Speicherbecken Lohsa II gelangten davon 18 Mio. m³, in das Speicherbecken Bärwalde 5,3 Mio. m³ sowie 6 Mio. Kubikmeter Wasser in das Speicherbecken Dreiweibern.

Die LMBV-Flutungsschwerpunkte in der Lausitz waren der Geierswalder See und der Partwitzer See, die beide ihre touristischen Zielwasserstände erreichten. Auch der Sedlitzer See konnte gespeist werden; hier sind bisher 5,2 Mio. Kubikmeter Wasser hinzugekommen. geändert 24.03.21

Blick über den bergbaulichen LMBV-Speicher Lohsa II 2020

LMBV-Speicher füllen sich in 2021 - Archivfotos aus 2020 von P. Radke


Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest durch Suche nach Fallwild

LMBV-Wälder in Ostsachsen werden intensiv abgesucht

Senftenberg. Derzeit sind Mitarbeiter der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) in den LMBV-eigenen Waldgebieten um die einstigen Braunkohletagebaue Spreetal/Scheibe, Burghammer, Lohsa/Dreiweibern und Bärwalde unterwegs, um so genanntes Fallwild zu suchen.

Auch um Nochten werden die Eigenjagdbezirke abgesucht. Nötig ist dies, um die Ausbreitung der hochansteckenden für Schweine tödlichen Afrikanischen Schweinepest einzudämmen. Veranlasst wurden die Suchaktionen durch die Landkreise Görlitz und Bautzen, die Sperrbereiche und Pufferzonen ausgewiesen haben.

Für die LMBV bedeutet dies, dass einmal monatlich pro Jagdbezirk die Waldflächen intensiv nach toten Wildschweinen abgesucht werden. Bisher wurde noch kein Fallwild gefunden.

Aktuell gilt die Anordnung zur Suche bis Ende April, jedoch ist davon auszugehen, dass die Landkreise diese Anordnungen verlängern werden. So werden auch in den kommenden Wochen Suchaktionen stattfinden.

LMBV-Mitarbeiter bei der Fallwildsuche nahe Nochten. (Foto: LMBV)


Bau modularer Wasserbehandlungsanlage Ruhlmühle an Spree-Altarm auf Zielgeraden

Probebetrieb der Anlage zum Eisenreduzieren soll voraussichtlich ab Mai 2021 starten

Endspurt auf der Baustelle der MWBA Ruhlmühle

Senftenberg | Neustadt an der Spree | Ruhlmühle. Die Bauarbeiten an der Eisenminderungsanlage nahe der Spree-Ruhlmühle (MWBA Ruhlmühle) befinden sich laut LMBV-Zuständigen in der Endphase.

Nach der derzeitigen Realisierung der Elektro-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik (EMSR) bis Ende April 2021, werden voraussichtlich bis Anfang Mai 2021 auch die Straßenbauarbeiten und die Einzäunung fertiggestellt. Voraussichtlich Mitte des II. Quartals 2021 kann die Anlage dann auch in einen planmäßigen Probe- und Einfahrbetrieb überführt werden.

Mit der neuen modularen Wasserbehandlungsanlage (MWBA) der LMBV an der Ruhlmühle sollen künftig bis zu 100 l/s aus dem Altarm der Spree als einem Hotspot des Eisenanfalls gefasst und weitestgehend vom Mineral Eisen befreit werden. Bisher läuft dem Vorfluter eine hohe Eisenfracht zu.

Bis zu 1.200 Kilogramm Eisenhydroxid sollen dem Altarm der Spree mit dieser dritten Anlage, neben der MWBA Neustadt/Spree und der MWBA Burgneudorf, künftig täglich entzogen werden.

Dafür arbeiten die beauftragten Ingenieur- und Baufirmen TWB Tief- und Wasserbau GmbH aus Boblitz/Spreewald sowie UMTEC GmbH aus Halle/Saale gemeinsam in einer ARGE und zusammen mit den Planern der LUG Engineering GmbH aus Cottbus und GIP Grundwasser-Ingenieurbau Planung GmbH aus Dresden kontinuierlich an der Umsetzung des LMBV-Vorhabens. (RK)


Durch Ausbau nimmt die Neuprofilierung der Kleinen Spree weiter Gestalt an

Bisher wurde etwa die Hälfte der geplanten Ausbaustrecke bereits fertiggestellt

Technikeinsatz an der Kleinen Spree

Senftenberg/Spreewitz. Durch den im Auftrag der LMBV derzeit laufenden Ausbau nimmt die Neuprofilierung der Kleinen Spree immer mehr Gestalt an. Der Ausbauabschnitt der Kleinen Spree von Burghammer bis Spreewitz in der Gemeinde Spreetal für eine maximale Abflusskapazität von 7 m³/s ist ein wichtiger Bestandteil des Wasserspeichersystems Lohsa II, das aus den drei Speicherbecken (SB) Dreiweibern, Lohsa II und Burghammer besteht.

Das Wasserspeichersystem Lohsa II dient der Niedrigwasseraufhöhung der Spree und damit dem Schutz des Biosphärenreservates Spreewald und der Stützung des Wasserhaushaltes von Berlin.

Grundlage für den derzeitigen Ausbau bildet das entsprechende Planfeststellungsverfahren zum „Wasserspeichersystem Lohsa II“ Teil 2 „Ausbau Kleine Spree von Burghammer bis Spreewitz“ vom 21. März 2018. Durch den Ausbau der Kleinen Spree auf einer Länge von 5,4 Kilometern soll das Wasserspeichersystem Lohsa II vollständig betriebsfähig werden.

Das Vorhaben schließt auch eine Entnahme vorhandener Eisenhydroxidschlamm-Ablagerungen im und am Gewässer ein. Dazu wurde mittels Saug-Spülverfahren der sedimentierte Eisenhydroxidschlamm über Landsammelleitungen zu geotextilen Entwässerungsschläuchen gepumpt und nach dortiger Entwässerung fachgerecht entsorgt.

Die vorbereitenden Arbeiten für den Gewässerausbau einschließlich der Kampfmittel-Suche und -Beräumung begannen schon im Herbst 2018. Seit Juli 2020 wird nach vollständiger Entschlammung der Ausbaustrecke innerhalb des ursprünglichen Gewässerverlaufes das neue Trapezprofil hergestellt. Die Arbeiten durch die auftragnehmende Firma HAGN Umwelttechnik GmbH aus Sulzemoos finden weitestgehend einseitig am Flusslauf statt. Die Ausbauabschnitte werden wechselnd an denjenigen Uferbereich gelegt, an dem mit geringeren ökologischen Auswirkungen zu rechnen ist.

Die Sohlbreite im Ausbaubereich wird im Mittel fünf bis sechs Meter betragen und eine mäandrierende Niedrigwasserrinne aufweisen. Das neue Gewässerbett wird insgesamt ca. zehn Meter breit sein. Der Gewässerausbau erfolgt in der „fließenden Welle“. Somit kann in weiten Teilen des Ausbaubereiches auf eine trockene Baugrube mit Wasserhaltung und Umflut verzichtet werden. Nur in Bereichen wo der Einbau von Wasserbaupflaster vorgesehen ist, wird eine Bauwasserhaltung erforderlich. Durch den Einbau eines hauptsächlich einlagigen ungebundenen Kornfilters werden Flusssohle sowie Böschungen gesichert. Zur Böschungssicherung erfolgt zudem der Auftrag von Oberboden und die Begrünung sukzessive zum Ausbaufortschritt, wobei die optische Integration des Gewässers in das vorhandene Landschaftsbild unterstützt werden soll.

Zur Verbesserung der Lebensbedingungen für die Fließgewässerfauna werden in ausgewählten Bereichen mit einer Gesamtlänge von ca. einem Kilometer Aufweitungen, kleine Inselflächen, Schilfflächen und unterschiedlich geneigte Böschungen angelegt, um gewässertypische Strukturen zur Verbesserung der Lebensbedingungen für die Gewässerfauna und –flora zu schaffen. Die Naturschutzfachlichen Anforderungen werden durch eine ökologische Baubegleitung überwacht und beinhalten u.a. auch das Umsetzen von Ameisennestern, das Bergen von Höhlenbäumen sowie das Anbringen von Nistkästen.

Bis Ende Februar 2021 konnte die Hälfte der geplanten Ausbaustrecke bereits fertiggestellt werden. Der Abschluss der Maßnahme zum Flussausbau ist derzeit witterungsabhängig im Frühjahr 2022 geplant. Anschließend erfolgt noch der Neubau einer Fußgängerbrücke, einer Wirtschaftsbrücke sowie der Ersatzneubau des Pegels Burgneudorf in der Nähe der Straßenbrücke des Ortes Burgneudorf. Das Bauvorhaben wird abschließend durch die Bepflanzung der beanspruchten Flächen entlang des Gewässers komplettiert.

Die erforderlichen umfangreichen Umverlegungs- bzw. Sanierungsmaßnahmen der querenden Rohrleitungen wurden und werden in enger Abstimmung mit den jeweiligen Medienträgern durchgeführt. Zudem wird die Gesamtmaßnahme, wie bereits schon im Planungsprozess, durch die Landestalsperrenverwaltung, welche die Unterhaltungslast der Kleinen Spree als Gewässer 1. Ordnung im Sinne des Sächsischen Wassergesetzes ausübt, im Rahmen der Ausführung begleitet. (UST Stand: 15.03.2021)

Aufnahmebehälter aus Geotextil für abgesaugten Schlamm aus Kleiner Spree

Ausbau-Fotos aus 2020


WCL: Erste Lausitzer WasserCluster-Konferenz in Cottbus informierte breites Publikum

Cottbus. Den großen Herausforderungen bei der Bewältigung der mit dem Strukturwandel in der Lausitz einhergehenden wasserwirtschaftlichen Aufgaben Rechnung tragend, sind drei Fachministerien der Einladung des Wasser-Cluster-Lausitz e.V. zur Teilnahme an der Wasserkonferenz gefolgt. Die Veranstaltung wurde am 12. März 2021 an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) als Hybridveranstaltung mit mehr als 450 Online-Teilnehmenden aus dem In- und Ausland sowie einem sehr begrenzten Personenkreis in Präsenz durchgeführt.

Die Präsidentin der BTU Cottbus-Senftenberg Universität Prof. Gesine Grande unterstreicht in ihrer Eröffnungsrede die Rolle der Universität als Plattform für den fachlichen Austausch und den Diskurs: „Die Weichen, die wir heute für eine verantwortungsvolle und nachhaltige Nutzung unserer überaus wichtigen Ressource Wasser stellen, haben unmittelbare Auswirkungen auf unsere Zukunft und die unserer Region. Über meine Funktion im Nachhaltigkeitsbeirat des Landes Brandenburg werde ich die Brisanz des Themas, die Ergebnisse der Konferenz und das Know-how der BTU hinsichtlich der wasserwirtschaftlich zu lösenden Aufgaben einbringen.“

In ihrer Videobotschaft sagt die zuständige Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Berlin Regine Günther: „Die jahrzehntelangen massiven Eingriffe in den Wasserhaushalt durch die Braunkohleförderung sowie der beschleunigte Klimawandel stellen die Hauptstadtregion zukünftig vor enorme Herausforderungen bei der sicheren Wasserversorgung. Wir benötigen ein kluges und vorausschauendes Wassermanagement unter Berücksichtigung der Gewässerökologie. Dabei gilt es jetzt gemeinsam einer möglichen Wasserknappheit entgegen zu steuern. Die Wasserkonferenz ist hier ein wichtiger Beitrag.“

Auf die Rolle des Landes Brandenburg geht Umweltminister Axel Vogel ein: „Der Ausstieg aus der Braunkohle ist alleine schon aus Gründen des Klimaschutzes unvermeidlich und zwingend erforderlich. Die gravierenden Folgen des Kohleabbaus für den Wasserhaushalt werden uns noch lange begleiten und können nicht von einer Generation bewältigt werden. Für die dafür notwendigen Maßnahmen sind zuallererst die Bergbauunternehmen nach dem Verursacherprinzip in der Pflicht. Gleichzeitig arbeiten Brandenburg, Sachsen und Berlin länderübergreifend an Lösungen zur Stabilisierung des Wasserhaushalts.

Zur Absicherung aller ökologischen und wasserwirtschaftlichen Interessen, vor allem in niederschlagsarmen Zeiten, braucht es ein gemeinsames und zielgerichtetes Handeln auf allen Ebenen. Das gilt für das Einzugsgebiet von Spree und der Schwarzen Elster gleichermaßen. In Abstimmung mit Sachsen wird aktuell die Nutzung der Tagebaurestseen sowohl für den Wasserrückhalt in Hochwassersituationen als auch für die Niedrigwasseraufhöhung untersucht. Wir brauchen zur Bewältigung dieser Aufgaben, die dazu noch durch den fortschreitenden Klimawandel erschwert wird, zukunftsorientierte Anpassungsstrategien und weiterhin die gemeinsame Anstrengung von Unternehmen, Landnutzern, Politik, Wissenschaft und allen beteiligten Akteuren.“

Wie ein roter Faden durchzieht es alle Vorträge: Die Bewältigung der wasserwirtschaftlichen Folgen des Braunkohlebergbaues in Verbindung mit den zeitgleich wirkenden Einflüssen des Klimawandels sind als Mehrgenerationsaufgaben zu sehen. Dafür gibt es weltweit keine Beispiele. Hier hat das Bundesunternehmen Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) in den vergangenen 25 Jahren auf vorbildliche Weise gezeigt, wie trotz häufiger Trockenwetterperioden Bergbaufolgeseen aufgefüllt und zu erlebnisreichen Landschaften entwickelt werden können.

Dass auch in den niederschlagsarmen Jahren 2018 bis 2020 keiner der Spreeanrainer bis Berlin einen größeren Schaden genommen hat, liegt nach Ansicht von Sachsens Umweltminister Wolfram Günther am engen Schulterschluss zwischen Berlin, Brandenburg und Sachsen. Günther: „Mit unseren Speichern im Oberen Spreegebiet sorgt die sächsische Landestalsperrenverwaltung kontinuierlich für eine angemessene Wasserführung der Spree. Wir stimmen uns bereits seit vielen Jahren länderübergreifend ab, um das Wasser in den Einzugsgebieten von Spree und Schwarzer Elster zu bewirtschaften. Auf diese Zusammenarbeit werden wir bei der Bewältigung des Struktur- und Klimawandels aufbauen.“

Dazu sei auch ein besserer Wasserrückhalt in der Fläche, im Siedlungsraum und im unbebauten Offenland notwendig. „Die Folgen des Braunkohleabbaus für den Wasserhaushalt in der Lausitz werden uns noch Jahrzehnte begleiten und viel Geld kosten. Selbstverständlich müssen die Kohleunternehmen ihre gesetzlichen Verpflichtungen erfüllen. Die darüber hinaus gehenden Langzeitkosten können die Länder nicht allein stemmen. Hier ist der Bund gefragt, denn die jahrzehntelange Kohlenutzung war ein Teil der nationalen Energieversorgung“, so der Minister weiter.

Im Schlusswort der Wasserkonferenz betonte Sprembergs Bürgermeisterin und ehemaliges Mitglied der Kommission Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung, die so genannte „Kohlekommission“ Christine Herntier: „Ich fahre heute etwas beruhigter nach Hause und wünsche mir vor allem, dass neben künftigen regelmäßigen Wasserkonferenzen vor allem die noch bestehende Denkhindernisse an den Ländergrenzen zum Wohle der Lausitz aber auch der Hauptstadtmetropole noch schneller überwunden werden“. Quelle: WasserCluster Lausitz-Pressemeldung (c/o BTU) 12. März 2021, 15 Uhr


Sächsisches Oberbergamt informiert: Erste Experteneinschätzungen zur Knappensee-Böschungsbewegung

Etwa eine Mio. Kubikmeter ausgeflossen - Keine Freigabe des Altbergbaugewässers in 2022 zu erwarten

Freiberg/Lohsa. Nach ersten Experteneinschätzungen zur Knappensee-Böschungsbewegung vor Ort kommt das SächsOBA, die LTV gemeinsam mit Sachverständigen für Geotechnik sowie LMBV-Verantwortlichen zu folgenden ersten Einschätzungen: Am 11. März 2021 kam es im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen zu einem Setzungsfließen im Bereich G-Nord/Hochkippe am Ostufer des Knappensees. Die ausgeflossenen Massen umfassen ca. 1 Mio. Kubikmeter, ermittelt aus dem erfolgten Wasserspiegelanstieg und markscheiderischen Daten.

Der Wasserstand erhöhte sich aufgrund der ausfließenden Massen um 36 Zentimeter am Ereignistag, am Folgetag sank dieser auf 29 cm. Die Schwallwelle betrug nach Augenzeugenaussagen ca. 1,50 Meter und traf schräg zur Uferlinie im Bereich Südböschung/Groß Särchen auf. Es wurden mehrere eingeschossige Gebäude beschädigt sowie ein Grundstück. Personen kamen nicht zu Schaden.

Es handelt sich um ein singuläres Ereignis, das sich im Rahmen der Risikobetrachtung bewegt. Zum Initial des Setzungsfließens kann man zum jetzigen Zeitpunkt keine genauen Aussagen treffen, es können mehrere Faktoren (in Kombination) ursächlich sein.

Befliegungen des Rutschungsbereichs zur Erfassung der Kubatur und Lotungen zur Erfassung der Unterwassersituation werden in den nächsten Tagen stattfinden.

Eine Gefährdung von gesperrten Innenkippen liegt im Lausitzer Revier generell vor. Die besondere Situation der Sanierungsarbeiten am Knappensee mit einer Hochkippe im unsanierten Böschungsbereich kann nicht verallgemeinert werden.

Es wurde Baustopp für die Sanierungsarbeiten am Knappensee ausgesprochen, in den kommenden Tagen wird die Situation neu bewertet.

Der Knappensee kann nach jetzigem Kenntnisstand 2022 nicht freigegeben werden, so dass SächsOBA in seiner heutigen Einschätzung.

Seeseitige Ansicht der betroffenen Uferabschnitts am Knappensee

Archivaufnahme der Sanierung


Landseitige und seeseitige RDV-Technik am Knappensee im Einsatz - 2020


Sächsisches Oberbergamt informiert: Rutschung an noch unsaniertem Uferabschnitt am gesperrten Knappensee

Setzungsfließereignis an der Nordostböschung unterhalb der ehemaligen Hochkippe


Seeseitige Ansicht des betroffenen Uferabschnitts am Knappensee

Freiberg/Lohsa. Maßgebend für den Eintritt der umfangreichen Rutschung vom 11. März 2021 am Knappensee war die geotechnische Gefährdungssituation an den Uferbereichen der Ostböschung des Knappensees. Diese Gefährdungssituation ist in der Instabilität der Innenkippen begründet und war ein wesentlicher Grund für die umfangreichen Sanierungsarbeiten, die seit 2014 zur Sicherung des Knappensees durchgeführt werden. Das Ausfließen von Massen in den See wird durch sogenannte „versteckte Dämme“ zur Stabilisierung der Böschungen verhindert. Dieser Damm sollte an dem von der Rutschung betroffenen Uferabschnitt erst noch durch die planmäßige Sanierung mittels Rütteldruckverdichtung geschaffen werden. Ausgelöst wurde die Rutschung vom 11. März 2021 dann durch Initialeinträge bei seeseitigen Profilierungsarbeiten am Ufer zur Vorbereitung dieser geplanten Rütteldruckverdichtung, welche sich selbst verstärkten und zu dem eskalierenden Ausfließen der Kippenmassen und der Schwallwelle führten.

Diese Ursachenkette ermittelten die beauftragten externen Sachverständigen für Geotechnik und stellten sie nun dem Sächsischen Oberbergamt als zuständiger Gefahrenabwehrbehörde und der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) vor. Die Ursachenermittlung wurde am 2. Juni 2021 durch das Oberbergamt und die LMBV bestätigt. Der abschließende geotechnische Bericht der Sachverständigen für Geotechnik soll voraussichtlich am 18. Juni 2021 vorgelegt werden.

Die Rutschung kam an den bereits mit Rütteldruckverdichtung gesicherten benachbarten Uferbereichen zum Stehen. Diese Sicherungsdämme haben den großen Belastungen standgehalten und somit auch einen Nachweis der Wirksamkeit der Sanierungsmaßnahmen erbracht. Die Sachverständigenauswertung schafft für das Oberbergamt und die LMBV nunmehr die Basis für die weitere Planung. Neben den bereits erfolgten Sofortmaßnahmen nach der Rutschung müssen die Voraussetzung für eine Fortsetzung der regulären Sanierungsarbeiten geschaffen werden. Dazu wird zunächst der geotechnisch instabile Rutschungskessel gesichert. Bis zum 28. Juni 2021 soll durch die Sachverständigen ein Konzept zu den erforderlichen Sicherungs- und Sofortmaßnahmen erarbeitet werden. Über die Fortsetzung der regulären Sanierung des Knappensees in den betroffenen Bereichen kann dann erst im Frühjahr 2022 entschieden werden.

Am Knappensee laufen im Auftrag des Sächsischen Oberbergamtes seit mehreren Jahren aufwendige Sicherungsarbeiten. Die LMBV als Projektträgerin vergibt nach Ausschreibung die konkrete Umsetzung der Arbeiten an geeignete Sanierungsunternehmen. Da bis zum Abschluss der Sanierungsmaßnahmen geotechnische Risiken bestehen, erfolgen die Arbeiten abschnittsweise unter hohen Sicherheitsauflagen und werden von Sachverständigen begleitet und überwacht. Für die Zeit der Sicherung des Bergbaufolgesees ist das Gebiet eingezäunt und für jegliche öffentliche Nutzung gesperrt.

Quelle: Medieninfo des SächsOBA v. 08.06.2021

Landseitige und seeseitige RDV-Technik am Knappensee im Einsatz - 2020
Seeseitige RDV am Knappensee am Uferabschnitt D-Ost 2020