DEBRIV: Braunkohletag 2021 online — Zur Lage und Perspektiven des Strukturwandels in Revieren

Braunkohleindustrie fordert Verlässlichkeit | Beitrag der Bergbausanierung gewürdigt

Berlin. Der diesjährige Braunkohletag fand online mit rund 400 Teilnehmern statt. Der Ministerpräsident des Freistaats Sachsen, Michael Kretschmer, und der Präsident des Verbands der europäischen Kohleindustrie EURACOAL, Vladimir Budinsky, nahmen an der Veranstaltung mit Grußworten teil. Der Bundestagsabgeordnete Bernd Westphal sowie die Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Kerstin Andreae und Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) sowie der Vorstandvorsitzende und der Hauptgeschäftsführer des DEBRIV diskutierten Fragen der Umsetzung des KVBG und Aspekte der europäischen Energie- und Klimapolitik im Rahmen von Podiumsdiskussionen. Der Vorsitzende des Vorstands des Deutschen Braunkohle-Industrie-Vereins (DEBRIV), Dr. Helmar Rendez, ließ auch das zurückliegende Jahr Revue passieren.

Auch der Beitrag der Bergbausanierung wurde dabei im Statement von Dr. Helmar Rendez gewürdigt: „Der Projektträger der Bergbausanierung in Ostdeutschland, die LMBV, hat die Sanierung in vielen Einzelprojekten weitergeführt. Die LMBV hat 2020 Leistungen in einem Umfang von rund 263 Millionen Euro realisiert. Das Wassermanagement ist nach drei Jahren relativ starker Trockenheit in Ostdeutschland derzeit besonders herausfordernd. Ein Schwerpunkt der LMBV ist, die Zielvorgaben in den Fließgewässern, insbesondere im Bereich der Spree mit ihrer Bedeutung für die Bundeshauptstadt, zu gewährleisten. Weitere Hauptaufgabe bleibt die geotechnische Sicherung von Tagebaukippen als Aufgabe der öffentlichen Sicherheit. Das Verfahren der schonenden Sprengverdichtung kommt an vielen Standorten zum Einsatz. Insgesamt erwarten die LMBV noch für viele Jahre anspruchsvolle Aufgaben in der Bergbausanierung.“

Die deutsche Braunkohleindustrie fordert Verlässlichkeit in der Energie- und Klimapolitik, um den gesetzlich geregelten Kohleausstieg bis Ende 2038 erfolgreich zu gestalten. Zu keinem anderen energiepolitischen Thema habe, so der Vorsitzende des Vorstands des DEBRIV, Dr. Helmar Rendez, in den vergangenen Jahrzehnten ein ähnlich umfassender gesamtgesellschaftlicher Dialog stattgefunden, den es aus Sicht der Braunkohleindustrie zu sichern und zu festigen gilt.

Das Kohleausstiegsgesetz berücksichtigt nach Auffassung der Braunkohleindustrie angemessen die Interessen der Reviere. Die verbleibenden Zeiträume für die Kohlenutzung geben den Revieren eine faire Chance zur Anpassung und Neuausrichtung. Weitere die Energiewirtschaft treffende Klimazielverschärfungen oder Eingriffe in die Tagebauentwicklung würden dagegen das Risiko von Strukturbrüchen in den betroffenen Regionen verstärken. Tagebaue und Kraftwerke in den Braunkohlerevieren bleiben bis Ende 2038 notwendig, um die Sicherheit der Stromversorgung in Deutschland nicht zu gefährden. „In den ersten Monaten des laufenden Jahres haben wir gesehen, dass es jederzeit zu Dunkelflauten kommen kann, die eine Absicherung durch konventionelle Kraftwerke erfordert,“ sagte Rendez auf dem diesjährigen Braunkohletag, der in diesem Jahr online mit mehreren Hundert Teilnehmern durchgeführt wurde.

Verlässlichkeit für den weiteren Betrieb der Tagebaue und Kraftwerke sei unverzichtbar, da komplexe Tagebaue mit den zugehörigen Kraftwerken und Veredlungsbetrieben nicht stetig an geänderte Ausgangsvorgaben angepasst werden können. Dies sei auch nicht erforderlich, denn der deutsche Kohleausstiegspfad, so der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende, ist mit den Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens und den nationalen Minderungspflichten vereinbar: Bis 2019 hat die Braunkohle in Deutschland ihre CO2-Emissionen um 60 Prozent gemindert und steht damit an der Spitze der Industriesektoren. Bis zum Jahr 2023 wird der CO2-Ausstoß aus der Nutzung der Braunkohle in Deutschland um 70 Prozent unter dem Ausgangsniveau von 1990 liegen. Bis 2030 werden die Emissionen der deutschen Braunkohle etwa um 80 Prozent gegenüber 1990 zurückgehen und spätestens Ende 2038 bei Null liegen.

Der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende wandte sich auf dem diesjährigen Braunkohletag gegen einen neuen Überbietungswettbewerb bei den Klimazielen und Maßnahmen. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Einhaltung der Generationsverantwortung beim Klimaschutz müsse verantwortungsvoll und sachgerecht umgesetzt werden. Die jetzt vorgelegte Novelle des Bundes-Klimaschutzgesetzes darf nicht zu neuen Unsicherheiten und Risiken führen; für die Braunkohle steht der Ausstiegspfad bereits fest. Wer nun einen noch früheren Kohleausstieg fordert, der verkennt die Erforderlichkeit einer sicheren Energieversorgung der deutschen Wirtschaft für ihre Wettbewerbsfähigkeit sowie die Herausforderungen der Strukturentwicklung in den Revieren. Bund und Länder müssen die erst im Sommer 2020 beschlossenen Regelungen des KVBG bei allen relevanten Beratungen auf der EU-Ebene berücksichtigen, schützen und durchsetzen. Die Politik darf nicht aus den Augen verlieren, wie ambitioniert der aktuelle Minderungspfad in der Braunkohle nach dem KVBG bereits heute ist, erklärte der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende. Zudem werde der europäische Handel mit Emissionszertifikaten dafür sorgen, dass der europäische CO2-Reduktionspfad im Bereich der Kraftwerke und großen Industriebetriebe eingehalten werde.


Gespräche zum formellen Feststellen der Fertigstellung des Bärwalder Sees laufen

Ziel des Bergbausanierers ist es, möglichst vor der Saison 2022 eine entsprechende Vereinbarung zu unterzeichnen

Blick auf die Ortslage Boxberg - unweit vom Bärwalder See

Senftenberg/Boxberg. Die Sanierungsarbeiten der LMBV am Bärwalder See sind weitgehend abgeschlossen, die Bergaufsicht für den Bergbaufolgesee ist jedoch noch nicht beendet. Die Herstellung des Bärwalder Sees auf der Grundlage des dafür erlassenen wasserbehördlichen Planfeststellungsbeschlusses aus dem Jahre 2005 konnte von der zuständigen Behörde bislang auch noch nicht abgenommen werden.

Hiervon unabhängig können große Teile der Wasserfläche unter Berücksichtigung der kommunalen touristischen und wirtschaftlichen Wünsche und Interessen bereits seit einigen Jahren saisonal aufgrund privatrechtlicher Folgenutzungsverträge mit der Anliegergemeinde Boxberg und der erforderlichen wasserrechtlichen Genehmigungen touristisch genutzt werden. Die wirtschaftliche und touristische Nachnutzung der Bergbaufolgeseen wird somit ausdrücklich durch die LMBV unterstützt.

Am Beispiel des Bärwalder Sees zeigen sich im Übrigen sehr eindrucksvoll die Ergebnisse der Bergbausanierung der LMBV, die seit nunmehr 25 Jahren ehemals vom Braunkohlenbergbau geprägte industrielle Landschaften umgestaltet und für künftige Generationen nutzbar macht. Allerdings gehört die Organisation dieser Nachnutzung oder auch die Herstellung schiffbarer künstlicher Tagebaurestseen für die vorzeitige touristische Folgenutzung nicht zu den Aufgaben der LMBV.

Gegenwärtig werden Gespräche zwischen LMBV und Freistaat Sachsen geführt, um einzelne Bedingungen abzustimmen, die es der LMBV als Grundstückseigentümerin der Bergbaufolgeseen und berg- und wasserrechtlich Verpflichtete ermöglichen, die Zustimmung zur Feststellung der Fertigstellung (FdF) zu geben. Hier geht es insbesondere um den Vorrang noch erforderlicher Sanierungsmaßnahmen vor der touristischen Nutzung, um Fragen der Verkehrssicherungspflicht, der Unterhaltungspflicht und um Haftungsfreistellungen.

Sobald dazu eine Einigung schriftlich fixiert ist oder der Freistaat Sachsen den Bärwalder See als sächsisches Landesgewässer von der LMBV auf der Grundlage der bestehenden Gewässerrahmenvereinbarung übernimmt, kann seitens der LMBV die Zustimmung zur FdF erklärt werden. „Unser Ziel ist es, möglichst vor der Saison 2022 eine entsprechende Vereinbarung zu unterzeichnen“, so die zuständige LMBV-Bereichsleiterin Flächenmanagement Evelyn Künzler.

Impressionen vom LMBV-Bergbaufolgesee Bärwalder See (Fotos: P. Radke | 2020)


Mehr als 75 Millionen Kubikmeter Wasser in 2021 für Flutung in der Lausitz bisher genutzt

49 Millionen Kubikmeter kamen aus dem Einzugsgebiet der Spree

Senftenberg. Nach vorläufigen Zahlen der LMBV-Flutungszentrale Lausitz vom 7. Mai 2021 konnten bisher bereits mehr als 75 Millionen Kubikmeter in 2021 für die Flutung der bergbaulichen Speicher und Bergbaufolgeseen der LMBV in der Lausitz genutzt werden.

Dabei kamen 49 Millionen Kubikmeter aus dem Einzugsgebiet der Spree. Die Schwarze Elster steuerte etwas mehr als 16 Millionen Kubikmeter und die Lausitzer Neiße rund 10 Millionen Kubikmeter seit Jahresbeginn bei. Hauptabnehmer waren das Speicherbecken Lohsa II mit rund 28 Millionen Kubikmeter, der Speicher Burghammer mit fast 5 Millionen Kubikmeter und der Speicher Bärwalder See mit fast 7 Millionen Kubikmeter.

Der Sedlitzer See wurde mit etwa 20 Millionen Kubikmeter aus dem Dargebot der Flüsse und dem Überschusswasser aus benachbarten Restlöchern um ca. 1,5 Meter höher als zum Jahresanfang eingestaut. Dem Partwitzer See und dem Geierswalder See konnten seit Jahresbeginn zusammen rund 10 Millionen Kubikmeter Stützungswasser zugeführt werden. Die Gesamtjahresmenge 2020 für die Flutung der Lausitzer Bergbaufolgeseen und Speicher betrug im Vergleich dazu 63 Millionen Kubikmeter.

Für die Flutung des Cottbuser Ostsee (LEAG) konnten bisher in 2021 weitere 12,5 Millionen Kubikmeter (zu oben Genanntem) aus der der Spree entnommen werden, so die FZL am 7. Mai 2021.


Auslaufbauwerk am Speicher Lohsa II
Blick über das Auslaufbauwerk auf den Speicher Lohsa II

Speicher Lohsa II
Der Speicher Lohsa II wurde 2021 weiter angestaut - stieg seit Jahresbeginn um +2 m

LMBV-Speicher Burghammer - Bernsteinsee in der Lausitz

Auslaufbauwerk aus dem Speicher Burghammer zur Kleinen Spree


Zusätzliche Tonnen kennzeichnen Sperrbereich auf dem Senftenberger See

Senftenberg. Im Auftrag der LMBV mbH wurden in den vergangenen Wochen um die Insel im Senftenberger See zusätzlich zur schifffahrtsrechtlichen Austonnung (LfU) weitere rund 190 Tonnen mit Sperrbereichsbeschilderung ausgebracht. Diese Verdichtung dient der deutlichen, inselumlaufenden Abgrenzung des geotechnischen Sperrbereiches.
Zwischen den Tonnen wurden durch die ausführende Firma BUG Dienstleistungen GmbH & Co.KG so genannte Schwimmkugelketten gespannt, die ein versehentliches Überfahren bzw. Überwinden der Sperrkette verhindern sollen. Damit reagierte die LMBV auf eine Maßgabe des Sachverständigen für Geotechnik, mögliche Maßnahmen zu ergreifen, um unbefugtes Betreten, Anlegen und Ankern auf der Insel und den vorgelagerten Flachwasserbereichen auszuschließen.
So können Bootsführer, Stand-up-Paddler und Surfer deutlich auf die Gefahren im Sperrbereich hingewiesen werden. Im Herbst werden die Schwimmkugelketten zwischen den Tonnen wieder eingeholt, die Tonnen bleiben auf dem Wasser.


BGR setzt Messhubschrauber zur Untersuchung von Bergbaufolgen in der Lausitz ein

BGR-Messhubschrauber im Einsatz

Geophysikalische Messflüge im Raum Finsterwalde im Rahmen einer Pilotstudie

Hannover | Cottbus. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) führt vom 10. bis 12. Mai 2021 mit ihrem Hubschrauber im Rahmen einer Pilotstudie geophysikalische Messflüge südlich von Finsterwalde (Brandenburg) durch. Das Messgebiet überdeckt die „Finsterwalder Restlochkette“, eine Gruppe von ehemaligen Braunkohletagebauen südlich der Stadt.

Das aerogeophysikalische Programm findet in Zusammenarbeit mit der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) und in Absprache mit dem Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg (LBGR) statt. Die Untersuchungen in der Lausitz stehen in Zusammenhang mit der Gründung des Forschungs- und Entwicklungszentrums Bergbaufolgen (FEZB) in Cottbus. Das FEZB ist eine neue Einrichtung der BGR zur Förderung der nachhaltigen Gestaltung von Bergbaufolgelandschaften. Die im Fokus des FEZB stehenden Forschungsthemen sind auf die Bereiche Grundwasser und Boden, Sanierungsbergbau, Geotechnik und Umwelt-Monitoring ausgerichtet.

Zur Rehabilitation ehemaliger Gebiete des Braunkohletagebaus in der Lausitz werden großflächig Informationen zu Grundwasserleitern benötigt. Insbesondere stehen deren Mineralisation, Tiefe, Mächtigkeit und Deckschicht im Fokus der Untersuchungen der aktuellen Pilotstudie.

Während der ersten Messkampagne in der nächsten Woche wird der BGR-Hubschrauber (Kennung: D-HBGR) ein Gammastrahlen-Spektrometer an Bord haben, um Informationen über Altlasten und Oberflächeneigenschaften im Messgebiet zu erhalten. Im Juli sind weitere aerogeophysikalischen Messungen geplant, um den tieferen Untergrund zu untersuchen. Zur Pilotstudie

Kontakt:

BGR-Projektleiter:
Dr. Bernhard Siemon (BGR),
E-Mail: Bernhard.Siemon@bgr.de; Tel.: +49 511 643 3488


Gunnar John nimmt Arbeit als kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV auf

Senftenberg. Mit Wirkung vom 1. Mai 2021 wurde Gunnar John zum neuen kaufmännischen Geschäftsführer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) in Senftenberg berufen. Er folgt auf Dr. Hans-Dieter Meyer, der zum Jahresende 2020 aus dem Bundesunternehmen ausgeschieden war.

Gunnar John hat Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaft in Berlin, Paris und Berkeley studiert. Mit der Deutschen Einigung war er zunächst im Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung, dann in unterschiedlichen Leitungsfunktionen in der Staatskanzlei des Landes Brandenburg, in der Senatsverwaltung für Finanzen (SenFin) in Berlin und dann ab 2000 im Bundesministerium der Finanzen (BMF) mit den unterschiedlichsten Aspekten des Aufbaus Ost und der Strukturprobleme Ostdeutschlands – auch der Bergbaugebiete - bis 2012 betraut. Hilfreich für seine Tätigkeit in einem institutionellen Zuwendungsempfänger wie dem Bergbausanierer LMBV sind weiterhin seine langjährigen Erfahrungen in den Haushaltshausabteilungen im BMF und bei SenFin.

Gunnar John freut sich, zusammen mit seinem im letzten Jahr bestellten Geschäftsführer Kollegen Bernd Sablotny die vielfältig noch vor der LMBV stehenden Herausforderungen und Aufgaben zur weiteren Umsetzung der bergrechtlichen Verpflichtungen aus der DDR-Zeit anzugehen. Die LMBV wird in effizienter Weise noch bis ins nächste Jahrzehnt daran arbeiten. Er will seinen Beitrag dafür leisten, dass die LMBV weiter vertrauensvoll mit den ostdeutschen Ländern Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie Thüringen und den beteiligten Bundesministerien zusammenarbeiten wird.

Gunnar John - Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV


Gemeinsame Übergabe der neuen Rettungsstation am Berzdorfer See

Görlitz/Senftenberg. Am 29. April 2021 wurde die neue Rettungsstation Berzdorfer See offiziell an die Stadt Görlitz übertragen. Zu einem symbolischen Banddurchschnitt hatten daher die Stadtverwaltung und die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH an das Ufer der ehemaligen Tagebaus Berzdorf eingeladen. Die LMBV und die Stadt Görlitz schafften in den zurückliegenden zwei Jahren in einem gemeinsamen Bauprojekt das Errichten der neuen Rettungsstation für den Berzdorfer See. Am Nordstrand des Bergbaufolgesees vor den Toren von Görlitz wurde das Gebäude zur künftigen medizinischen Erstversorgung und Rettung in Projektträgerschaft von LMBV und Görlitz errichtet.

Anlässlich der feierlichen Einweihung sandte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer eine Videobotschaft: „Ich weiß noch, wie wir am Berzdorfer See standen und den damaligen Container in Betrieb genommen haben, der als Rettungsstation fungierte. Jetzt bekommt das Ganze Hand und Fuß mit einem richtigen Gebäude, mit adäquaten Arbeitsbedingungen.“ Der Sanierungsbereichsleiter der LMBV, Gerd Richter, und der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu übergaben dem zukünftigen Betreiber vom Deutschen Roten Kreuz zwei gerahmte Bilder mit einem historischen Foto des ehemaligen Tagebaus Berzdorf sowie eine aktuelle Luftaufnahme des Berzdorfer Sees. Die Rettungsstation dient künftig der Rettung und medizinischen Erstversorgung am See und wird für mehr Sicherheit am Bergbaufolgesee sorgen helfen. Zusätzlich soll die Möglichkeit bestehen, Veranstaltungen außerhalb der Bade- und Segelsaison abzusichern.

Die Station verfügt über eine Beobachtungsplattform, einen Erstversorgungsraum, einen Beobachtungsraum sowie WC und Dusche. Der Bergbausanierer LMBV war Träger der Baumaßnahme, die über den Paragrafen 4 des Verwaltungsabkommens zwischen Bund und Freistaat Sachsen zur "Erhöhung des Folgenutzungsstandards" finanziert wurde. Die Gesamtkosten für Planung und Realisierung belaufen sich dabei auf rund 600.000 Euro Fremdleistungen. Die gemeinsame Finanzierung erfolgte mit 80 Prozent durch den Freistaat Sachsen. Die Stadt Görlitz übernahm einen Anteil von 20 Prozent. „Nur die gemeinsame Finanzierung durch den Paragrafen 4 des Verwaltungsabkommens hat die Umsetzung dieses infrastrukturfördernden Projektes möglich gemacht. Im Rahmen der Bergbausanierung wäre das nicht möglich gewesen, gleichwohl hätte die Stadt so ein Projekt allein auch nicht umsetzen können“ erklärte Gerd Richter von der LMBV.

In Zusammenarbeit der LMBV als Projektträgerin und der Stadt Görlitz wurden bereits zuvor im Rahmen des Paragrafen 4 des Verwaltungsabkommen Braunkohlesanierung mit der Erschließung des Nordstrandes und dessen öffentlichen Zuwegungen, Medienverlegung, Errichtung von Stellplätzen und dem Bau des Bootsanlegers die Voraussetzungen für eine touristische Nutzung geschaffen. (UST/RK)

Übergabe der Rettungsstation (Fotos: Steffen Rasche für LMBV)


Temporäres Sperren des Restloches Casel für angrenzende RDV für zwei Monate nötig

„Rütteldruckverdichtung der Innenkippe Greifenhain: Kippe 10 bis Restloch Casel“

Senftenberg/Drebkau. Das zwischen Drebkau und Casel gelegene kleine Restloch Casel muss im Mai und Juni 2021 vorübergehend gesperrt werden. Eine angrenzende Sanierungsmaßnahme i.A. der LMBV nähert sich dem Gewässer an, sodass für diese zwei Monate der Zugang zum Restloch Casel nicht möglich sein wird. Dafür wird das Gewässer vorübergehend geotechnisch gesperrt, temporär umzäunt und die Angelnutzung zeitweise ausgesetzt.

Die Rütteldruckverdichtungsarbeiten i.A. der LMBV dienen zum Beseitigen der bergbaulichen Gefährdung im Kippengelände und somit zum Herstellen einer dauerhaften geotechnischen und öffentlichen Sicherheit. Sie werden im Rahmen der genehmigten „Rütteldruckverdichtung der Innenkippe Greifenhain: Kippe 10 bis Restloch Casel“ durchgeführt.

Die Arbeiten werden von der Firma GMB GmbH ausgeführt. Für die Gesamtmaßnahme, die im August 2020 begonnen wurde, sind fast 5.500 Verdichtungspunkte mit Rüttellanzen abzuarbeiten. In bis zu 25 bis 45 Meter Tiefe wird ein verdichteter Bereich auf 2.500 Meter Länge und 35 bis 70 Meter Breite in der Kippe hergestellt. Die Gesamtmaßnahme soll Ende November 2022 abgeschlossen werden.

Die LMBV informierte bei einem Vorort-Gespräch am Restloch Casel am 29.04.2021 über die ab Mai 2021 anstehenden Sicherungsarbeiten nahe diesem kleinen Restloch, das vorwiegend als Angelgewässer genutzt wird. Zu dem Informationsgespräch waren alle Beteiligten geladen, darunter der Landesforst Brandenburg als Flächeneigentümer, die GMB, die Sachverständigen für Geotechnik der GUB, der lokale Anglerverband, die Anrainer-Kommunen sowie das LBGR.

Das Restloch Casel liegt an der Landstraße L 52 zwischen Drebkau und Casel. Es entstand in den Jahren 1956 bis 1961 durch eine nicht vollständige Verkippung eines Randbereiches des Tagebaus Greifenhain und wurde bereits im Jahr 2006 von der LMBV weitestgehend gesichert.

Geplante RDV-Trasse - in rot gekennzeichnet

Vorort-Gespräch am Restloch Casel


Sachstand zu Ursachen der Sperrung der B 169 sowie zur Verwahrnotwendigkeit von Strecke

Gemeinsames Pressegespräch zur B 169 bei der LMBV

Senftenberg. Am 27.04.2021 fand ein Pressegespräch zur Verwahr-Notwendigkeit einer alten Untertage-Strecke unter der derzeit gesperrten B 169 bei Sedlitz am Sitz der LMBV statt. Dabei standen OSL-Landrat Siegurd Heinze, LBGR-Präsident Sebastian Fritze und Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich gemeinsam mit LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny Medienvertretern Rede und Antwort.

Die Bundesstraße 169 zwischen Sedlitz und Senftenberg musste am 15. April 2021 durch den Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg voll gesperrt werden. Grund dafür ist eine direkt unter und neben der Bundesstraße verlaufende alte rund 400 Meter lange Entwässerungsstrecke in mehr als 40 Meter Tiefe, die früher für die Tagebauentwässerung der Ilse Bergbau A.G. genutzt wurde.

Diese „Nördliche Grenzstrecke“ wurde vor etwa 100 Jahren bergmännisch im Untergrund vorgetrieben und als „Deutscher Türstock“ mit Holz ausgebaut. Dies ist u.a. dem Originalriss des Tagebaus Ilse-Ost aus dem Jahr 1929 zu entnehmen. Die Auskohlung im angrenzenden Bereich erfolgte 1943 und 1944. Mehrere Tagesbrüche und Einsenkungen im Verlauf der unterirdischen Grenzstrecke sind aktenkundig.

Im Zuge von planmäßigen Erkundungskontrollbohrungen i.A. der LMBV an dieser Strecke wurden am 12. April 2021 mehrere Hohlräume festgestellt, obwohl diese 1967/68 bereits mit Sand und später mit Braunkohlen-Filteraschen verwahrt worden war. Diese Hohlräume können von den Firsten her einbrechen bzw. zu Verbrüchen bis an die Straßenoberfläche führen.

Dies könnte die Sicherheit des darüber laufenden Straßenverkehrs gefährden. Zunächst sind in einer ersten Sicherungsphase weitere 20 bis 25 Kernbohrungen auf und an der B 169 von der LMBV geplant, um damit auch gleichzeitig mögliche Leerräume mit kohäsiven Verfüllbaustoff zu versetzen. Mit den dabei gewonnenen Erkenntnissen kann dann ggfs. über noch weitere nötige Sicherungs- und Verwahrarbeiten entschieden werden, zu denen bisher erste Variantenbetrachtungen vorliegen.

Als Zeitraum für die notwendigen Sanierungsarbeiten ist voraussichtlich mit sechs bis neun Monaten zu rechnen. Zur bauzeitlichen Verkehrsführung ist die LMBV mit der Stadt Senftenberg und der dem Landratsamt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz in der Abstimmung. Für den Individualverkehr zwischen Sedlitz und Senftenberg wird es eine zeitnahe Lösung für die Sedlitzer Bürgerinnen und Bürger geben.

Rißwerk aus dem Jahr 1929

Pressegespräch bei der LMBV


Pressegespräch zu Ursachen der Sperrung der B 169 bei Sedlitz sowie zum Ausblick geplant

Medienvertreter-Einladung zum Pressegespräch

Senftenberg. Die Bundesstraße 169 (B 169) zwischen Sedlitz und Senftenberg musste am 15. April 2021 durch den Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg voll gesperrt werden. Grund ist eine unter der Bundesstraße verlaufende alte Entwässerungsstrecke, die früher für die Tagebauentwässerung genutzt wurde.

Im Zuge von planmäßigen Erkundungskontrollbohrungen an dieser Strecke wurden Hohlräume festgestellt. Diese könnten die Sicherheit des Straßenverkehrs gefährden. Nach Auswertung durch Sachverständige für Geotechnik wird nun an einer Sicherungstechnologie zur Verwahrung dieser Altstrecke gearbeitet.

Am Dienstag, dem 27. April 2021, laden wir daher Medienvertreter von ca. 16:00 bis ca. 17:00 Uhr zu einem Pressegespräch gemeinsam mit den zuständigen Behörden in den Barbarasaal in der Knappenstraße 1 in Senftenberg zur LMBV ein, um über das weitere Vorgehen zu informieren.

Für Ihre Fragen und für O-Töne stehen Ihnen Vertreter der LMBV, des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, des Landkreises OSL und der Gelegenheitskommune Senftenberg zur Verfügung.

Wir bitten pandemiebedingt um Ihre vorherige Anmeldung bis 27. April 2021 14:00 Uhr unter veranstaltung@lmbv.de mit Namen, Arbeit-/Auftraggeber, E-Mail-Adresse und Telefonnummer. Während der Veranstaltung ist eine Maske zu tragen und die gültigen Abstände einzuhalten.