Fast 60 Mio. Kubikmeter zur Flutung in der Lausitz für Bergbaufolgeseen 2020 abgenommen

LMBV stellte aus Wasserreinigungsanlagen rund 41 Mio. Kubikmeter bisher in 2020 für die Vorflut in der Lausitz zur Verfügung

Senftenberg. Mehr als 58 Mio. Kubikmeter wurden bisher aus den
Lausitzer Vorflutern durch die LMBV in die Bergbaufolgeseen des
Bergbausanierers eingeleitet, wie die LMBV-Flutungszentrale in ihrer
jüngsten Hochrechnung vom 10. Dezember 2020 ausweist.

Dabei wurden im Jahresverlauf rund 7 Mio. Kubikmeter ökologisch
verträglich aus der Neiße „abgezapft“. Hauptspender war die Spree mit
mehr als 39 Mio. Kubikmeter über den gesamten Jahresverlauf. Die
Schwarze Elster als dritter „Lieferant“ steuerte rund 12 Mio. Kubikmeter
insbesondere in den niederschlagsreichen Monaten des Jahres bei.

Auf der Abnehmer-Seite profitierten insbesondere das Speicherbecken
(SB) Bärwalde mit rund 20 Mio. Kubikmeter im Jahresverlauf. In das SB
Dreiweibern, auch als Dreiweiberner See bekannt, flossen 2020 bisher
rund 5,6 Mio. Kubikmeter. Das zum Verbund-Wasserspeichersystem Lohsa II
gehörige SB Burghammer nahm etwa 6,6 Mio. Kubikmeter auf.

Neben dem Partwitzer See mit 6 Mio. Kubikmeter wurde auch der
Geierswalder See mit etwa 7 Mio. Kubikmeter im Laufe des Jahres
versorgt. Der Großräschener See wurde mit ca. 1,6 Mio. Kubikmeter
gestützt; rund 2 Mio. Kubikmeter gingen in den Gräbendorfer See. Rund 6
Mio. Kubikmeter wurden in den Sedlitzer See eingeleitet.

Darüber hinaus stellte die LMBV aus den Grubenwasserreinigungsanlagen
Rainitza und Pößnitz jeweils ca. 18 Mio.m³ zur Stützung der Schwarzen
Elster bereit. Das Vorflutsystem Altdöbern/Greifenhain wurde mit ca. 5
Mio. m³ gestützt. Aus dem Speichersystem Lohsa II wurden über den
Bernsteinsee weitere 10 Mio.  Kubikmeter zur Niedrigwasseraufhöhung der
Spree ausgeleitet.


Angesichts Pandemieentwicklung wechselt Bergbausanierer vornehmlich in mobiles Arbeiten

Nur noch betriebsnotwendiges Schlüsselpersonal an LMBV-Standorten vor Ort

Senftenberg | Sondershausen | Leipzig. Angesichts der weiter steigenden 7-Tage-Inzidenz im Umfeld der LMBV-Standorte, das heißt die Zahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner, hat der LMBV-Krisenstab in enger Abstimmung mit den Betriebsräten am 11. Dezember 2020 festgelegt, dass LMBV-Mitarbeiter ab 14. Dezember 2020 vornehmlich in mobiles Arbeiten bzw. in Urlaub wechseln.

Dies bedeutet, dass bis einschließlich 12. Januar 2021 nur noch das Personal für betriebsnotwendige Prozesse und sogenanntes Schlüsselpersonal an den Standorten verbleibt. Der Großteil der 680 Mitarbeiter wechselt in ein mobiles Arbeitssystem. Die Baustellen in der Bergbausanierung - soweit möglich - und der Untertage-Verwahrung werden weiter betrieben und alle betriebsnotwendigen Anlagen betreut. Die bekannten Erreichbarkeiten des Unternehmens werden weiter sichergestellt.


Das Jahr 2020 ist ein besonderes Jahr – Gedanken zum Barbaratag

Senftenberg | Leipzig | Sondershausen. Bereits im Mittelalter gilt
die Heilige Barbara als Schutzpatronin der Bergleute. Sie erbaten von
ihr Schutz und Beistand vor den unheilvollen Gefahren ihrer Arbeit im
Berg und vor dem Leid und den Entbehrungen, was vielen
Bergarbeiterfamilien trotz der schweren Arbeit gegeben war.

Seit der Entwicklung des modernen Bergbaus im 18. Jahrhunderts werden
am Namenstag der Barbara, dem 4. Dezember, Andachten zu Ehren der
Heiligen Barbara gehalten. Seit ihrer Gründung vor 25 Jahren führt auch
die LMBV diese Tradition fort, am Barbaratag Bilanz über das Erreichte
ziehen, einen Ausblick auf die bevorstehenden Aufgaben zu geben und den
Beteiligten mit einem kräftigen Händedruck und einem Bergmannstrunk Dank
zu sagen.

In diesem Jahr kann die LMBV-Barbarafeier nicht stattfinden. Das ist
bedingt durch die Corona-Pandemie nicht möglich. Der Schutz der
Gesundheit und des Wohlergehens der Menschen steht im Vordergrund
unseres Handelns.

Wir bringen St. Barbara ein Glückauf

 

Wir bringen Sankt Barbara ein Glückauf,

wir Männer vom Schlägel und Eisen,

wir wollen bei fröhlichen Festes Lauf

die Heilige ehren und preisen.

 

Glückauf unser Gruß in des Berges Nacht,

wo des Mannes Mut sich kann zeigen;

Glückauf unser Gruß wenn der Frohsinn lacht

beim Klange der Becher und Geigen!

 

Glückauf unser Gruß in Freude und Leid

wenn hinab zur Teufe wir fahren,

dann mag Sankt Barbara, die fromme Maid,

zur glücklichen Schicht uns bewahren.

 

Sie möge behüten des Berges Hort,

daß der Schatz der Teufe sich mehre!

Sie segne das Werk im Streb und vor Ort,

dem Wasser und Wetter sie wehre!

 

Daß fröhlich wir fahren hinab, hinauf,

laß fromm uns die Heilige preisen.

Wir bringen Stankt Barbara ein Glückauf,

wir Männer von Schlägel und Eisen!

 

Gedicht des saarländischen Bergmannsdichters Adolf Groß

Quelle: Recherche von Hans-Jürgen Schmidt


Winterbaustellen im Lausitzer Sanierungsrevier laufen weiter — Winterkampf

Erster Schnee im Winter 20/21 behindert die Bergbausanierungsarbeiten nur wenig

Senftenberg/Klein Partwitz. Das LMBV-Brückenbauwerk für den künftigen
Überleiter 3a zwischen Neuwieser See und Blunoer Südsee nahe Klein
Partwitz gewinnt dank den Mitarbeitern der STRABAG trotz Null Grad
Umgebungstemperatur weiter an Gestalt.

Am 3. Dezember 2020 begannen weitere Betonarbeiten, die auch vom
ersten Schnee des Winters 20/21 nicht unterbrochen wurden. Dafür kamen
im Halbstundentakt Betonmischfahrzeuge zum Zuge, die eine mobile
Betonpumpe mit Material bedienten.

Auch an der LMBV-Baustelle am Altarm der Spree nahe der Ruhlmühle
liefen die Arbeiten der Fa. TWB und der LUG zum Errichten einer dritten
MWBA kontinuierlich trotz Frost und Schnee weiter. Ende des I. Quartals
2021 soll die Anlage zur Eisenminderung voraussichtlich in Betrieb
gehen.

Ebenso intensiv drehten sich am 03.12.2020 die Langarmbagger und
Greifer für den Ausbau der Kleinen Spree bei Burghammer, wie die
Fotoimpressionen zeigen – dem Wintereinzug zum Trotz.

Impressionen von den Arbeiten auf den LMBV-Baustellen mit Schnee F.: UST


MLUK: Mindestabflüsse an Spree und Schwarzer Elster wieder erreicht, so Ad hoc-AG

Bewirtschaftungsprozesse der wichtigen Lausitzer Vorfluter normalisieren sich

Cottbus. In ihrer vorerst letzten Sitzung stellten die Experten der
Ad-hoc-AG „Extremsituation“ am 23.11.2020 fest, dass seit Mitte Oktober
die Mindestabflüsse in der Spree eingehalten werden und die Talsperren
in Sachsen und Brandenburg aufgrund der seitdem gefallenen Niederschläge
über 50 Prozent gefüllt sind.

In der Schwarzen Elster führt der trockengefallene Abschnitt zwischen
Kleinkoschen und der Mündung der Rainitza wieder Wasser. Der Stauraum
des Speicherbeckens Niemtsch (Senftenberger See) konnte
ebenfalls zu fast 50 Prozent wieder aufgefüllt werden. Im Ergebnis der
Beratung der Ad-hoc-AG wurde festgelegt, dass die reguläre
Wasserbewirtschaftung in den Einzugsgebieten von Spree und Schwarzer
Elster prinzipiell wiederaufgenommen werden kann.

Spree

Im Oktober lagen die Niederschläge sowohl im sächsischen als auch im
brandenburgischen Einzugsgebiet der Spree deutlich über den
durchschnittlichen, mittleren Monatsniederschlägen. Die Zuflüsse zu den Talsperren Bautzen und Quitzdorf
stiegen entsprechend. Die Talsperre Bautzen ist aktuell zu knapp 60
Prozent gefüllt (Stand 18.11.2020). Der Betriebsraum der Talsperre
Quitzdorf steht zurzeit mit rund 31 Prozent zur Verfügung.

Der Wasserstand der Talsperre Spremberg stieg
aufgrund der weiterhin relativ hohen Zuflüsse von bis zu 11,5 Kubikmeter
pro Sekunde auf aktuell 91,28 Meter Normalhöhennull (NHN, Stand
23.11.2020). Die Talsperre Spremberg ist damit zu knapp 60 Prozent
gefüllt. Die Abgabe der Talsperre Spremberg verbleibt weiterhin auf 7,2
Kubikmeter pro Sekunde, da aufgrund von Baumaßnahmen an der Talsperre
Spremberg bis Ende Dezember ein Stauziel von 91,50 Meter NHN nicht
überschritten werden soll. Des Weiteren wurde im November begonnen im
Spreewald den Winterstau anzusteuern.

Zurzeit werden am Unterpegel Leibsch 10,4 Kubikmeter pro Sekunde und
am Pegel Große Tränke (Berlin) 11,7 Kubikmeter pro Sekunde gemessen,
damit werden die erforderlichen Mindestabflüsse in der Spree
überschritten. Sollten sich die Abflüsse in der Spree weiterhin stabil
verhalten, wird voraussichtlich auch bald wieder die Flutung des Cottbusser Ostsees
fortgesetzt werden können. Die einleitbaren Mengen legt das Landesamt
für Umwelt fest und passt diese je nach Wetter und Abfluss an die
Situation täglich an.

Schwarze Elster

Im Schwarze-Elster-Gebiet bewirkten die Niederschläge im Oktober,
dass zum einen der gesamte Verlauf der Schwarzen Elster wieder Wasser
führt und dass zum anderen in das Speicherbecken Niemtsch (Senftenberger
See) Wasser eingeleitet werden konnte. Der Wasserstand des Speicherbeckens Niemtsch
stieg auf 98,69 Meter NHN, das entspricht einem Füllstand von 48
Prozent. Durch die geringen Niederschläge im November sind die Abflüsse
in der Schwarzen Elster wieder gesunken. Zur Schonung des
Wasserdargebotes im Speicherbecken Niemtsch stützt zurzeit die LMBV-Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza die Schwarze Elster.

Aufgrund der Entspannung der Niedrigwassersituation in den
Einzugsgebieten der Spree und Schwarzen Elster beendete die Ad-hoc-AG
„Extremsituation“ nun die Extrembewirtschaftung und formulierte weitere
Empfehlungen zur Wasserbewirtschaftung der Winterperiode. Vorsorglich
ist bereits eine Sitzung der Ad-hoc AG für Ende März 2021 zur
abschließenden Bewertung der Entwicklungen im Spree- und Schwarze
Elstergebiet anberaumt.

Alle Akteure der Wasserbewirtschaftung Sachsens, Berlins, Brandenburgs sowie der LMBV-Flutungszentrale Lausitz
arbeiten weiterhin gemäß den länderübergreifend abgestimmten
Bewirtschaftungsgrundsätzen eng zusammen. Diese Grundsätze geben Rang-
und Reihenfolge der Wasserbevorteilung im Spree- und
Schwarze-Elster-Gebiet vor. Die Mindestabflüsse und die Wiederauffüllung der Speicher zu sichern, hat dabei die höchste Priorität. Quelle: MLUK v. 25.11.2020 / redigiert


Bau der Behandlungsanlage Ruhlmühle ein Jahr nach Baustart weit vorangeschritten

Eisenminderungsanlagen der Bergbausanierer an der Spreeaue bis 2021 komplett

Senftenberg | Neustadt | Ruhlmühle. Die Bauarbeiten an der modularen Wasserbehandlungsanlage (MWBA) Ruhlmühle „biegen auf die Zielgerade ein“, so die LMBV-Zuständigen.

Durch bauzeitliche Anpassungen u.a. zum Schutz der Anlage gegen ein
100jähriges Hochwasser am Altarm der Spree waren nicht vorgesehene
Leistungen zusätzlich zu erbringen. Die Anlage sollte ursprünglich zum
Jahresende 2020 fertiggestellt und anschließend in die Bewirtschaftung
durch einen Betreiber überführt werden. Bedingt durch die COVID-19
Pandemie und damit verbundener Lieferengpässe bei (u.a. ausländischen)
Ausrüstungsherstellern haben sich zudem teilweise Bauleistungen zur
Errichtung der Anlage zeitlich etwas verschoben.

Weiterhin wurde aufgrund des anstehenden Wasserchemismus ergänzend
noch ein hilfreicher kathodischer Korrosionsschutz für die wesentlichen
Anlagenteile - zur Vermeidung von Materialdickenverlusten und den damit
einhergehenden Tragfähigkeitsverlusten – mit geplant. Auch diese
ergänzende Ausstattung der Anlage wird derzeit integriert. Diese
modulare Wasserbehandlungsanlage wird In Abhängigkeit der genannten
Ergänzungen und Einschränkungen aller Voraussicht nach Ende des 1.
Quartals 2021 in Betrieb genommen und in einen planmäßigen Probe- und
Einfahrbetrieb bis Ende Dezember 2021 überführt, an den sich ab Januar
2022 der Regelbetrieb anschließen soll.

Emsiges Geschehen auf der MWBA-Baustelle nahe der Spree-Ruhlmühle

Die MWBA Neustadt/Spree der LMBV wurde im November
2019 abgenommen und wird demgemäß seit ca. einem Jahr eingefahren. Bei
Eingangskonzentrationen von ca. 320 mg/L aus dem
Grundwasser-Abfanggraben Neustadt (Spree) reduziert die Anlage - mit
einem Wirkungsgrad von ≥ 90% - das behandelte Klarwasser auf
durchschnittlich 5 mg/L Eisen-gesamt als Ablaufwert in die Große Spree.
Die Anlage in Neustadt wird seit ihrer Fertigstellung dauerhaft, mit
saisonalen Schwankungen des zulaufenden Wassers, derzeit mit ca. 15 l/s,
aus dem Neustädter Graben, betrieben

Die MWBA Burgneudorf der LMBV musste im Jahr 2020 in
einem weiteren Nachjustierungsschritt verfahrenstechnisch optimiert
werden. Die Wasserbehandlungsanlage befindet sich derzeit bereits mit
einer der beiden Prozessstraßen wieder im Betrieb. Aufgrund der
Verdreifachung der Eisenkonzentration im Grundwasseranstrom zur Kleinen
Spreeaue, der Azidität sowie des Sauerstoffbedarfs bezüglich der zu
behandelnden Grundwässer, mussten die Reaktionscontainer der MWBA
umgebaut bzw. nachgerüstet werden. Die Anpassung betrifft chemisch die
Erhöhung der Neutralisations- und Oxydationsleistung (d. h. den
Kalkeintrag und die Belüftungsleistung), in Verbindung mit der
hydraulisch erforderlichen Erhöhung der Mischenergieerzeugung (zur
Kalklösung bei Trockendosierung) sowie der Turbulenzsteigerung (zur
Wasserumwälzung) in den Reaktionscontainern der modularen Anlage.

Diese verfahrenstechnischen Optimierungen werden voraussichtlich im
Dezember 2020 mit der Abnahme der Gesamtanlage, bestehend aus dem 10er
Brunnenriegel, den Rohrleitungssystemen zur Rohwasser-Überleitung und
Klarwasser-Ableitung sowie der fertiggestellten modularen,
containergestützten Wasserbehandlungsanlage nach ca. vier Jahren Bauzeit
abgeschlossen sein. Im Januar 2021 könnte dann die gesamte MWBA
Burgneudorf aufgrund der stark erhöhten Eisenabscheidung mit daraus
resultierenden Eisenhydroxidschlamm(EHS)-Anfall- bzw. Entsorgungsmengen
in einen dreischichtigen Einfahrbetrieb überführt werden.

LMBv-Eisenminderungsanlagen an der Spreeaue - hier im Überblick


Ausbau der Kleinen Spree — Wesentliche Arbeiten im Abschnitt III voraus. Ende 2020 fertig

5,4 km langer Streckenabschnitt der Kleinen Spree wird bis 2022 ertüchtigt

Ausbau der Kleinen Spree in Burgneudorf - Blick nach Norden

Senftenberg | Burgneudorf. Auf dem insgesamt ca. 5,4 km langen
Streckenabschnitt der Kleinen Spree, der sich in ca. drei gleich lange
Abschnitte (Abschnitt I; II und III) untergliedert, werden die
wesentlichen Flussausbaumaßnahmen im Abschnitt III voraussichtlich im
Jahr 2020 im Auftrag der LMBV von den Auftragnehmern fertiggestellt.

Dieser Abschnitt endet in Spreewitz mit der Einmündung in die Spree
und beginnt ca. 1,8 km stromauf an der Verkehrswegebrücke über die
Kleine Spree. In diesem Abschnitt befinden sich noch zwei Bereiche, in
denen Versorgungsleitungen für die Einhaltung von Mindestabständen der
herzustellenden Gewässersohle tiefergelegt werden müssen. Diese
Maßnahmen werden im Jahr 2020 begonnen und voraussichtlich im Jahr 2021
abgeschlossen. Zu diesem Leitungsbestand zählt die
Trinkwasserhaupt-Versorgungsleitung DN 600 bei Station 0+640 km und eine
Trinkwasserleitung bei Station 1+229 km.

Weiterhin erfolgen im Bauabschnitt II, der sich bis zur Brücke über
die Kleine Spree in Burgneudorf erstreckt, derzeit begleitende
Wegebaumaßnahmen und die Herstellung von Entwässerungsflächen für den
Aushub aus dem Flussausbau und der Voraushub für die
Gewässerprofilierung. Voraussichtlich wird dieser Flussabschnitt im 1.
Quartal 2022 fertiggestellt. In diesem Abschnitt befinden sich zwei
herzustellende Brückenbauwerke, zu denen gegenwärtig die
Planungsleistungen durchgeführt werden.

Der Flussausbau im Abschnitt I bis zur Kleine Spreebrücke in
Burghammer soll - aus heutiger Sicht - ebenfalls im Jahr 2022
fertiggestellt werden.


Zusätzliche Absperrungen am Sperrgebiet Schlabendorf-Süd ausgebaut

Zuwegungen in den Sperrbereich zusätzlich mittels Zäunen und Verwallungen verbaut

Senftenberg | Fürstlich Drehna | Zinnitz. Auch wenn das
Landschaftsbild auf den LMBV-Kippenflächen des ehemaligen Tagebaues
Schlabendorf-Süd ein idyllisches Naturbild vermittelt, so bestehen dort
nicht sichtbare Gefahren.

Es kam im gesperrten Tagebaugelände mehrmals in den zurückliegenden
Jahren zu unerwarteten Bodenbewegungen und Grundbrüchen größeren
Ausmaßes. Diese Ereignisse haben ihre Ursache in den besonderen
bodenmechanischen Eigenschaften des Schlabendorfer Kippenbodens (locker
gelagerte, gleichförmige Lausitzer Sande) im Zusammenhang mit dem hohen
Grundwasserstand.

Aufgrund des sehr hohen geotechnischen Gefährdungspotentials ist die
gesamte Kippenfläche als Sperrgebiet ausgewiesen, was ein
Betretungsverbot für die Öffentlichkeit bedeutet. Ein Betreten durch den
Bergbausanierer LMBV bzw. durch beauftragte und besonders eingewiesene
Personen findet nur bei absoluter Notwendigkeit und unter größtmöglichen
Sicherheitsanforderungen statt. Die Sperrbereichsgrenze ist auf der
gesamten Länge durch eine regelmäßige Beschilderung „Sperrbereich –
Betreten verboten – Lebensgefahr“ für jedermann kenntlich gemacht.

Trotz der Hinweisschilder wird der Sperrbereich, mit steigender
Tendenz, durch unbefugte Personen betreten und befahren. Zwischen dem
Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) und der LMBV mbH
wurde daraufhin vereinbart, die Zuwegungen in den Sperrbereich
zusätzlich mittels Zäunen und Verwallungen abzusperren.

Bis zum Abschluss der Sicherung der Kippenflächen bleibt das Betreten
der Sperrbereiche ausdrücklich untersagt, da es jederzeit und
unvorhersehbar zu Bodenbewegungen kommen kann, die eine akute
Lebensgefahr darstellen. Personen könnten verschüttet, eingeklemmt oder
zerquetscht werden, Fahrzeuge könnten umstürzen oder in plötzlich
entstehenden Wasserflächen versinken, in Waldbereichen bestehe die
Gefahr von umstürzenden Bäumen. Aufgrund der bestehenden Gefährdungen
weist die LMBV erneut darauf hin, die örtlichen Sperrschilder und
Kennzeichnungen zu beachten und den Sperrbereich nicht zu betreten.

Gefahren auf ungesicherten Kippen


Geotechnischer Beirat 2020 führt wieder Koryphäen der Geotechnik zusammen

GTB der LMBV tagt erneut beim Bergbausanierer

Senftenberg. Unter Leitung des LMBV-Bereichsleiters Technik Eckhard
Scholz versammelten sich auf Einladung des Bergbausanierers am 5.
November 2020 die Mitglieder des Geotechnischen Beirates des
Unternehmens in der Lausitz.

Der fachliche Austausch zu schwierigen Fragen der Lausitzer
Innenkippen versammelte u.a. Fachleute und Koryphäen der Geotechnik aus
ganz Deutschland in Senftenberg, darunter Prof. Dr.-Ing. Wolfram Kudla
von der TU Bergakademie Freiberg, Prof. Dr. Rolf Katzenbach von der TU
Darmstadt, Falk Hoffmann, Fa. G.U.B., Dr. Jürgen Keßler, vormals
Beratende Ingenieure für Umweltgeotechnik und Grundbau GmbH, Kai
Reinhardt, Prokurist der BIUG, Dr. Alfred Vogt, Geotechniker, Gutachter
Matthias Götz vom Erdbaulabor Leipzig, Dr.-Ing. Holger Mansel, Prokurist
der IGBW Ingenieurbüro für Grundwasser GmbH, Franziska Uhlig-May,
Leiterin Geotechnik der LEAG sowie Kathy Sommer, Leiterin Geotechnik
Lausitz der LMBV und Dr. Robert Böhnke, Leiter Geotechnik
Mitteldeutschland sowie die Geotechnikerinnen Katja Mühlig und Beate
Lucke.

Kathy Sommer beim Vortrag

Die Fachleute waren vom Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, Bernd
Sablotny, gemeinsam mit den LMBV-Prokuristen Eckhard Scholz und Dirk
Sonnen herzlich zu dieser Beiratssitzung 2020 begrüßt worden. Im
Ergebnis des Lausitzer Rutschungsereignisses bei Bergen auf der
Innenkippe Spreetal im Jahr 2010 und dem erkannten Handlungsbedarf wurde
damals unmittelbar mit der Gründung eines Beirats den neuen
Innenkippen-Herausforderungen Rechnung getragen und das Monitoringsystem
Langzeitstandsicherheit ausgeweitet sowie fortgeschrieben.

Die LMBV hatte ganz zeitnah schon 2010 zu ihrer fachlichen
Unterstützung diesen „Geotechnischen Beirat“ etabliert, der sich aus
anerkannten Wissensträgern aus der Wissenschaft und Forschung sowie der
Praxis zusammensetzt. Er tagte im zurückliegenden Jahrzehnt mehrmals zu
verschiedenen inhaltlichen Schwerpunkten, aus deren Fachdiskussionen
sich diverse neue Hinweise und Vorgaben für die praktischen
geotechnischen Sanierungsarbeiten ergaben. Es gilt nach wie vor,
eventuell vorhandene Wissens- und Kenntnislücken weiter zu
identifizieren und zu schließen. Foto: Steffen Rasche für LMBV

GTB der LMBV - Tagung 2020 - Fotos: Steffen Rasche für LMBV


B 97-Abschnitt zwischen Hoyerswerda und Schwarze Pumpe wieder frei

Senftenberg/Spreetal. Der seit Mitte August 2020
beschädigte B97-Abschnitt zwischen Hoyerswerda und Schwarze Pumpe wurde
im Auftrag der LMBV in den zurückliegenden Wochen instandgesetzt und ist
seit dem 5. November für den öffentlichen Verkehr wieder nutzbar. Drei
Wochen eher als anvisiert.

Gerd Richter, LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz, gab am
Donnerstagnachmittag gemeinsam mit Vertretern der Straßenverkehrsbehörde
des Landkreises Bautzen, des Landesamts für Straßenbau und Verkehr
(Lasuv) und Spreetals Bürgermeister Manfred Heine nach erfolgter Abnahme
die Straße frei.

Alle Beteiligten hatten sich um eine schnellstmögliche Reparatur des
beeinträchtigen Straßenabschnittes bemüht. Gerd Richter dankte vor Ort
allen involvierten Behörden, Ingenieurbüros und Straßenbaufirmen und
Mitarbeitern, die diese vorfristige Freigabe ermöglicht hatten, für ihr
Engagement und insbesondere der Gemeinde Spreetal und ihren Bürger für
das Verständnis für die Umleitungsphase.

Nach der nun erfolgten Straßenreparatur kann die B 97 jetzt wieder
unter den bestehenden Verhaltensregeln genutzt werden: Die Signalanlage,
die bei Eintritt eines Ereignisses sofort auf Rot schaltet, und die
bestehende Geschwindigkeitsbeschränkung werden wieder in Betrieb
genommen. Neu sind dabei die optischen Leiteinrichtungen in der
Straßenmitte und am Rand der 30-er Zone. Diese sollen die
Geschwindigkeitsbegrenzung unterstützen.

„Diese nun umgesetzte Maßnahme stellt damit eine mittelfristige
Sicherung dieses Straßenabschnitts dar“, unterstrich Bernd Sablotny,
Sprecher der Geschäftsführung der LMBV bereits im Oktober. Als
langfristige Lösung ist die Sanierung der jetzigen B 97-Trasse
vorgesehen. Von einer Verlegung der Trasse wird aufgrund der
geotechnischen Situation abgesehen. Der Zeitrahmen für die
Straßensanierung der B 97 wird unter Vollsperrung mit 5 bis 10 Jahren
eingeschätzt. Für die Vorbereitung der Maßnahme werden mehrere Jahre
benötigt. In dieser Zeit werden auch die Fragen der Umleitungen geklärt.

Hintergrund: Die Bundesstraße 97 zwischen
Hoyerswerda und Schwarze Pumpe war seit dem 07. Juli 2020 planmäßig auf
einer Länge von ca. drei Kilometer für Arbeiten der LMBV voll gesperrt.
Es handelte sich um einen Abschnitt auf locker gelagerter Kippe des
einstigen Tagebaus Spreetal. Im Juli und August 2020 waren parallel zur
Fahrbahn auf 220 Meter zusätzliche 1.800 Vertikaldrains mit
Spezialtechnik im Auftrag der LMBV bis zu 15 Meter in den umgebenden
Kippenboden gedrückt worden. Diese Vertikaldrains sollen mithelfen, die
1964 über Kippenbereiche des Tagebaus Spreetals geführte und nur
geringfügig verdichtete Straße im Bereich einer Tieflage zusätzlich zu
sichern.

Ein beauftragter Sachverständiger für Geotechnik hatte im Zuge
der LMBV-Arbeiten am 18. August 2020 ungleichmäßige Setzungen der
Fahrbahnen um bis zu vier bis sechs Zentimeter und aufgetretene Risse im
Straßenkörper registriert. Das Eindrücken von Vertikaldrains hatte zu
lokalen Verdichtungen des Bodens und zu Setzungen und Mitnahmesetzungen
bis unter den Straßenkörper auf Grund der lockeren Lagerung unter der
Straße geführt.

Es wurde nun in den zurückliegenden Wochen der Versatz und die
Anschlussbereiche gefräst. Auf diese Fläche wurde ein Glasfaserflies
aufgebracht, auf welches eine Asphaltbinderschicht und zum Abschluss
eine Asphaltdeckschicht aufgetragen wurde. Die Banketten wurden an die
neue Höhe angepasst, die Fahrbahnmarkierung aufgetragen und die
Verkehrszeichen aufgestellt.

Fotos: LMBV/Rasche