WCL: Erste Lausitzer WasserCluster-Konferenz in Cottbus informierte breites Publikum

Cottbus. Den großen Herausforderungen bei der Bewältigung der mit dem Strukturwandel in der Lausitz einhergehenden wasserwirtschaftlichen Aufgaben Rechnung tragend, sind drei Fachministerien der Einladung des Wasser-Cluster-Lausitz e.V. zur Teilnahme an der Wasserkonferenz gefolgt. Die Veranstaltung wurde am 12. März 2021 an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) als Hybridveranstaltung mit mehr als 450 Online-Teilnehmenden aus dem In- und Ausland sowie einem sehr begrenzten Personenkreis in Präsenz durchgeführt.

Die Präsidentin der BTU Cottbus-Senftenberg Universität Prof. Gesine Grande unterstreicht in ihrer Eröffnungsrede die Rolle der Universität als Plattform für den fachlichen Austausch und den Diskurs: „Die Weichen, die wir heute für eine verantwortungsvolle und nachhaltige Nutzung unserer überaus wichtigen Ressource Wasser stellen, haben unmittelbare Auswirkungen auf unsere Zukunft und die unserer Region. Über meine Funktion im Nachhaltigkeitsbeirat des Landes Brandenburg werde ich die Brisanz des Themas, die Ergebnisse der Konferenz und das Know-how der BTU hinsichtlich der wasserwirtschaftlich zu lösenden Aufgaben einbringen.“

In ihrer Videobotschaft sagt die zuständige Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Berlin Regine Günther: „Die jahrzehntelangen massiven Eingriffe in den Wasserhaushalt durch die Braunkohleförderung sowie der beschleunigte Klimawandel stellen die Hauptstadtregion zukünftig vor enorme Herausforderungen bei der sicheren Wasserversorgung. Wir benötigen ein kluges und vorausschauendes Wassermanagement unter Berücksichtigung der Gewässerökologie. Dabei gilt es jetzt gemeinsam einer möglichen Wasserknappheit entgegen zu steuern. Die Wasserkonferenz ist hier ein wichtiger Beitrag.“

Auf die Rolle des Landes Brandenburg geht Umweltminister Axel Vogel ein: „Der Ausstieg aus der Braunkohle ist alleine schon aus Gründen des Klimaschutzes unvermeidlich und zwingend erforderlich. Die gravierenden Folgen des Kohleabbaus für den Wasserhaushalt werden uns noch lange begleiten und können nicht von einer Generation bewältigt werden. Für die dafür notwendigen Maßnahmen sind zuallererst die Bergbauunternehmen nach dem Verursacherprinzip in der Pflicht. Gleichzeitig arbeiten Brandenburg, Sachsen und Berlin länderübergreifend an Lösungen zur Stabilisierung des Wasserhaushalts.

Zur Absicherung aller ökologischen und wasserwirtschaftlichen Interessen, vor allem in niederschlagsarmen Zeiten, braucht es ein gemeinsames und zielgerichtetes Handeln auf allen Ebenen. Das gilt für das Einzugsgebiet von Spree und der Schwarzen Elster gleichermaßen. In Abstimmung mit Sachsen wird aktuell die Nutzung der Tagebaurestseen sowohl für den Wasserrückhalt in Hochwassersituationen als auch für die Niedrigwasseraufhöhung untersucht. Wir brauchen zur Bewältigung dieser Aufgaben, die dazu noch durch den fortschreitenden Klimawandel erschwert wird, zukunftsorientierte Anpassungsstrategien und weiterhin die gemeinsame Anstrengung von Unternehmen, Landnutzern, Politik, Wissenschaft und allen beteiligten Akteuren.“

Wie ein roter Faden durchzieht es alle Vorträge: Die Bewältigung der wasserwirtschaftlichen Folgen des Braunkohlebergbaues in Verbindung mit den zeitgleich wirkenden Einflüssen des Klimawandels sind als Mehrgenerationsaufgaben zu sehen. Dafür gibt es weltweit keine Beispiele. Hier hat das Bundesunternehmen Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) in den vergangenen 25 Jahren auf vorbildliche Weise gezeigt, wie trotz häufiger Trockenwetterperioden Bergbaufolgeseen aufgefüllt und zu erlebnisreichen Landschaften entwickelt werden können.

Dass auch in den niederschlagsarmen Jahren 2018 bis 2020 keiner der Spreeanrainer bis Berlin einen größeren Schaden genommen hat, liegt nach Ansicht von Sachsens Umweltminister Wolfram Günther am engen Schulterschluss zwischen Berlin, Brandenburg und Sachsen. Günther: „Mit unseren Speichern im Oberen Spreegebiet sorgt die sächsische Landestalsperrenverwaltung kontinuierlich für eine angemessene Wasserführung der Spree. Wir stimmen uns bereits seit vielen Jahren länderübergreifend ab, um das Wasser in den Einzugsgebieten von Spree und Schwarzer Elster zu bewirtschaften. Auf diese Zusammenarbeit werden wir bei der Bewältigung des Struktur- und Klimawandels aufbauen.“

Dazu sei auch ein besserer Wasserrückhalt in der Fläche, im Siedlungsraum und im unbebauten Offenland notwendig. „Die Folgen des Braunkohleabbaus für den Wasserhaushalt in der Lausitz werden uns noch Jahrzehnte begleiten und viel Geld kosten. Selbstverständlich müssen die Kohleunternehmen ihre gesetzlichen Verpflichtungen erfüllen. Die darüber hinaus gehenden Langzeitkosten können die Länder nicht allein stemmen. Hier ist der Bund gefragt, denn die jahrzehntelange Kohlenutzung war ein Teil der nationalen Energieversorgung“, so der Minister weiter.

Im Schlusswort der Wasserkonferenz betonte Sprembergs Bürgermeisterin und ehemaliges Mitglied der Kommission Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung, die so genannte „Kohlekommission“ Christine Herntier: „Ich fahre heute etwas beruhigter nach Hause und wünsche mir vor allem, dass neben künftigen regelmäßigen Wasserkonferenzen vor allem die noch bestehende Denkhindernisse an den Ländergrenzen zum Wohle der Lausitz aber auch der Hauptstadtmetropole noch schneller überwunden werden“. Quelle: WasserCluster Lausitz-Pressemeldung (c/o BTU) 12. März 2021, 15 Uhr


Sächsisches Oberbergamt informiert: Erste Experteneinschätzungen zur Knappensee-Böschungsbewegung

Etwa eine Mio. Kubikmeter ausgeflossen - Keine Freigabe des Altbergbaugewässers in 2022 zu erwarten

Freiberg/Lohsa. Nach ersten Experteneinschätzungen zur Knappensee-Böschungsbewegung vor Ort kommt das SächsOBA, die LTV gemeinsam mit Sachverständigen für Geotechnik sowie LMBV-Verantwortlichen zu folgenden ersten Einschätzungen: Am 11. März 2021 kam es im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen zu einem Setzungsfließen im Bereich G-Nord/Hochkippe am Ostufer des Knappensees. Die ausgeflossenen Massen umfassen ca. 1 Mio. Kubikmeter, ermittelt aus dem erfolgten Wasserspiegelanstieg und markscheiderischen Daten.

Der Wasserstand erhöhte sich aufgrund der ausfließenden Massen um 36 Zentimeter am Ereignistag, am Folgetag sank dieser auf 29 cm. Die Schwallwelle betrug nach Augenzeugenaussagen ca. 1,50 Meter und traf schräg zur Uferlinie im Bereich Südböschung/Groß Särchen auf. Es wurden mehrere eingeschossige Gebäude beschädigt sowie ein Grundstück. Personen kamen nicht zu Schaden.

Es handelt sich um ein singuläres Ereignis, das sich im Rahmen der Risikobetrachtung bewegt. Zum Initial des Setzungsfließens kann man zum jetzigen Zeitpunkt keine genauen Aussagen treffen, es können mehrere Faktoren (in Kombination) ursächlich sein.

Befliegungen des Rutschungsbereichs zur Erfassung der Kubatur und Lotungen zur Erfassung der Unterwassersituation werden in den nächsten Tagen stattfinden.

Eine Gefährdung von gesperrten Innenkippen liegt im Lausitzer Revier generell vor. Die besondere Situation der Sanierungsarbeiten am Knappensee mit einer Hochkippe im unsanierten Böschungsbereich kann nicht verallgemeinert werden.

Es wurde Baustopp für die Sanierungsarbeiten am Knappensee ausgesprochen, in den kommenden Tagen wird die Situation neu bewertet.

Der Knappensee kann nach jetzigem Kenntnisstand 2022 nicht freigegeben werden, so dass SächsOBA in seiner heutigen Einschätzung.

Seeseitige Ansicht der betroffenen Uferabschnitts am Knappensee

Archivaufnahme der Sanierung


Landseitige und seeseitige RDV-Technik am Knappensee im Einsatz - 2020


Sächsisches Oberbergamt informiert: Rutschung an noch unsaniertem Uferabschnitt am gesperrten Knappensee

Setzungsfließereignis an der Nordostböschung unterhalb der ehemaligen Hochkippe


Seeseitige Ansicht des betroffenen Uferabschnitts am Knappensee

Freiberg/Lohsa. Maßgebend für den Eintritt der umfangreichen Rutschung vom 11. März 2021 am Knappensee war die geotechnische Gefährdungssituation an den Uferbereichen der Ostböschung des Knappensees. Diese Gefährdungssituation ist in der Instabilität der Innenkippen begründet und war ein wesentlicher Grund für die umfangreichen Sanierungsarbeiten, die seit 2014 zur Sicherung des Knappensees durchgeführt werden. Das Ausfließen von Massen in den See wird durch sogenannte „versteckte Dämme“ zur Stabilisierung der Böschungen verhindert. Dieser Damm sollte an dem von der Rutschung betroffenen Uferabschnitt erst noch durch die planmäßige Sanierung mittels Rütteldruckverdichtung geschaffen werden. Ausgelöst wurde die Rutschung vom 11. März 2021 dann durch Initialeinträge bei seeseitigen Profilierungsarbeiten am Ufer zur Vorbereitung dieser geplanten Rütteldruckverdichtung, welche sich selbst verstärkten und zu dem eskalierenden Ausfließen der Kippenmassen und der Schwallwelle führten.

Diese Ursachenkette ermittelten die beauftragten externen Sachverständigen für Geotechnik und stellten sie nun dem Sächsischen Oberbergamt als zuständiger Gefahrenabwehrbehörde und der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) vor. Die Ursachenermittlung wurde am 2. Juni 2021 durch das Oberbergamt und die LMBV bestätigt. Der abschließende geotechnische Bericht der Sachverständigen für Geotechnik soll voraussichtlich am 18. Juni 2021 vorgelegt werden.

Die Rutschung kam an den bereits mit Rütteldruckverdichtung gesicherten benachbarten Uferbereichen zum Stehen. Diese Sicherungsdämme haben den großen Belastungen standgehalten und somit auch einen Nachweis der Wirksamkeit der Sanierungsmaßnahmen erbracht. Die Sachverständigenauswertung schafft für das Oberbergamt und die LMBV nunmehr die Basis für die weitere Planung. Neben den bereits erfolgten Sofortmaßnahmen nach der Rutschung müssen die Voraussetzung für eine Fortsetzung der regulären Sanierungsarbeiten geschaffen werden. Dazu wird zunächst der geotechnisch instabile Rutschungskessel gesichert. Bis zum 28. Juni 2021 soll durch die Sachverständigen ein Konzept zu den erforderlichen Sicherungs- und Sofortmaßnahmen erarbeitet werden. Über die Fortsetzung der regulären Sanierung des Knappensees in den betroffenen Bereichen kann dann erst im Frühjahr 2022 entschieden werden.

Am Knappensee laufen im Auftrag des Sächsischen Oberbergamtes seit mehreren Jahren aufwendige Sicherungsarbeiten. Die LMBV als Projektträgerin vergibt nach Ausschreibung die konkrete Umsetzung der Arbeiten an geeignete Sanierungsunternehmen. Da bis zum Abschluss der Sanierungsmaßnahmen geotechnische Risiken bestehen, erfolgen die Arbeiten abschnittsweise unter hohen Sicherheitsauflagen und werden von Sachverständigen begleitet und überwacht. Für die Zeit der Sicherung des Bergbaufolgesees ist das Gebiet eingezäunt und für jegliche öffentliche Nutzung gesperrt.

Quelle: Medieninfo des SächsOBA v. 08.06.2021

Landseitige und seeseitige RDV-Technik am Knappensee im Einsatz - 2020
Seeseitige RDV am Knappensee am Uferabschnitt D-Ost 2020


Baustart für Radwegbau rund um den Großräschener See am 8. März 2021

Lückenschluss des Radweges um den Großräschener See mit Umgestaltung der Reppister Höhe

Großräschen. Südwestlich vom Großräschener See starten am 8. März 2021 die Bauarbeiten für einen 2,8 Kilometer langen Radwegeabschnitt.

Dieser Radweg im Bereich der Reppister Höhe ist Teil der Lückenschlussmaßnahme rund um den Großräschener See. Er wird im Auftrag der LMBV vom Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg als Projektträger errichtet. Entstehen soll ein drei Meter breiter Radweg in Asphaltbauweise. Weiterhin wird in diesem Zuge die Reppister Höhe umgestaltet.

Die voraussichtliche Fertigstellung ist für Ende Mai 2021 vorgesehen. Der benannte Abschnitt ist während der Bauzeit voll gesperrt. Dieses Projekt wird überwiegend finanziert aus Mitteln des Landes Brandenburg des § 4 Verwaltungsabkommen zur Braunkohlensanierung.

Quelle: Pressemitteilung des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg vom 04.03.2021


Übersichtskarte - in grün der zu bauende Wegeabschnitt (zur Verfügung gestellt v. ZV LSB)

Aussichtspunkt Reppister Höhe ist nun gut erreichbar


Großräschener Hafen
Aussichtspunkt Reppister Höhe
Erinnerung an verschwundene Orte am Aussichtspunkt Reppister Höhe


Sanierungsarbeiten im Randschlauch Kostebrau 2021 auf der Zielgeraden

Senftenberg | Kostebrau | Klettwitz. Die im Jahr 2020 wieder angelaufenen Sanierungsarbeiten im Randschlauch Kostebrau gehen im Sommer 2021 auf die Zielgeraden. Neben der Böschungsgestaltung stehen vor allem künftig noch Aufforstungsarbeiten im Mittelpunkt.
Konkret handelt es sich bei den Sanierungsarbeiten im ehemaligen Randschlauch Kostebrau, ein besonders tiefliegendes Gebiet. Hier werden etwa 1,5 Millionen Kubikmeter Erdmassen umgeschichtet, wobei allein 38.000 Kubikmeter für die Verfüllung eines dort befindlichen kleinen Restloches benötigt werden.
Darüber hinaus erfolgt die Auffüllung von Tieflagen, als auch die standsichere Gestaltung der Böschungen. Insgesamt handelt es sich um eine 150 Hektar große zu rekultivierende Fläche nördlich der Straße von Kostebrau nach Klettwitz. Hier ist die Fa. Strabag i.A. der LMBV tätig.
Die Sanierung in diesem Bereich soll bis zum Sommer 2021 weitestgehend abgeschlossen werden. Anschließend sind Wegebauarbeiten und Böschungsbegrünungen vorgesehen, bis es letztlich an das Pflanzen eines neuen Waldes geht. Die Bergbaufolgelandschaft sieht in diesem Bereich die forstwirtschaftliche Nachnutzung vor. Es werden vor allem standortgerechte Bäume - d.h. nicht nur Monokulturen - nach Vorliegen des bodengeologischen Kartierungsberichtes gepflanzt.
Der südlich angrenzende Lauchhammeraner Ortsteil Kostebrau gilt als Halbinsel inmitten der großräumigen Bergbaulandschaft. Weite Kippenflächen, Randschläuche und wassergefüllte Restlöcher umgeben und prägen den Ort mit seinen etwa 500 Einwohnern. Nun wird hier im Umfeld bald wieder ein neuer Wald dank der LMBV-Aktivitäten heranwachsen. (RK)


Eisenfracht in der Spree 2020 erneut durch Bergbausanierer-Einsatz deutlich reduziert

Senftenberg/Dresden/Spremberg. Eine wichtige fortlaufende wasserwirtschaftliche Sanierungsaufgabe der LMBV war auch im Jahr 2020 die Reduzierung der sanierungsbergbaubedingten Stoffeinträge aus den Grundwasserleitern in die Fließgewässer. Dabei bildet das Einzugsgebiet der Spree einen Schwerpunkt der problembezogenen Handlungserfordernisse in der Lausitz.
„Die Maßnahmen zur Reduzierung der Eisenfracht in der Spree haben auch 2020 eine sehr gute Wirkung erzielt“, resümiert für die LMBV die Projektgruppe „Gewässergüte Fließgewässer Lausitz“ den Jahresbericht 2020 zum „Monitoring der Eisenbelastung der Spree und der Talsperre Spremberg“, der jüngst fertiggestellt wurde. Verfasst hat den neuen Bericht auch 2020 der LMBV-Fachgutachter Dr. Wilfried Uhlmann vom Dresdener Institut für Wasser und Boden (IWB).
Handlungsschwerpunkt war 2020 die Verringerung der Eisenfrachten im Spreegebiet mit dem Betrieb der Konditionierungsanlage an der Spree vor der Talsperre Spremberg. „Das Betreiben der Konditionierungsanlage und die kontinuierlichen Beräumungsmaßnahmen (Vorsperre Bühlow) im Zulauf der Spree zur Talsperre Spremberg sind“, so Marius Schlösser von der Projektgruppe, „zurzeit die wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen die Eisenbelastung der Spree und zum Schutz des Spreewaldes.“
Diese Konditionierungsanlage in der Spree im Zulauf zur Vorsperre Bühlow bestehend aus zwei Teilanlagen (TA I – Bekalkungsanlage im Bereich Spremberg-Wilhelmsthal und TA II - Flockungshilfsmittelzugabe am Einlaufbauwerk der Vorsperre) erzielte eine wirksame Erhöhung des Eisenrückhaltes in der Vorsperre Bühlow auf ca. 66 % (2019: 53%) bezogen auf die Eisenfracht in der Spree in Spremberg-Wilhelmsthal, entlastet damit die Hauptsperre und sichert gleichzeitig die Einhaltung der Zielwerte unterhalb der Talsperre am Pegel Bräsinchen.
Für den Parameter Eisen-gesamt wurden hier 2020 jahresdurchschnittlich 0,4 mg/l registriert. Die Talsperre Spremberg (Vor- u. Hauptsperre) leistet im Berichtszeitraum insgesamt einen Eisenrückhalt von ca. 94 %. Die Eisen-gesamt-Konzentration am Auslauf der Vorsperre Bühlow war erstmalig seit der kontinuierlichen Messreihe (ab 2012 gemessen an der Messstelle Bühlower Brücke) ganzjährig im Mittel der Tageswerte bei 1,8 mg/L. Somit wurde der Orientierungswert der Oberflächengewässerverordnung (OGewV) nach der Vorsperre Bühlow 2020 überwiegend unterschritten.
Mitverantwortlich für die reduzierte Eisenbelastung der Spree sind jedoch auch die Trockenjahre 2018 bis 2020. „Aufgrund der fehlenden Niederschläge und der damit verbundenen geringeren Grundwasserneubildung wurde zudem weniger Eisen aus dem Grundwasserleiter in die Oberflächengewässer eingetragen.“
Durch die verstärkte Eisenausfällung in der Vorsperre Bühlow steigen die Anforderungen an die bedarfsgerechte, zyklische Beräumung. In 2020 wurden die Maßnahmen zur Teilberäumung von eisenhydroxidbelasteten Schlämmen (EHS) mittels Saug-/Spülbaggerung in Projektträgerschaft der LMBV fortgeführt.
Die in 2020 an der Vorsperre angefallenen Eisenhydroxidschlämme (EHS) mit einer Gesamtmenge von ca. 45.000 t wurden im Auftrag der LMBV beprobt, analysiert und ausnahmslos als nicht gefährliche Abfälle einer stofflichen Verwertung zugeführt.
Durch den Einsatz von Flockungs- und Flockungshilfsmitteln und den damit verbundenen verbesserten Eisenrückhalt im Zuge der Konditionierungsmaßnahmen konnten zudem die Umweltbedingungen für die aquatische Fauna in den Gewässern verbessert werden. Sie haben sich 2020 weiter stabilisiert.
Zu diesem Ergebnis kommt der bereits im Dezember 2020 erstellte Monitoringberichtdes Instituts für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow.
Alle relevanten Berichte zum Thema sind auch auf der Homepage der LMBV unter dem Punkt Wassermanagement/Wasserbeschaffenheit/Lösungen für die Spree einsehbar und zugänglich.


BTUC: Bergbau-Wasser-Klima sind die Themen der 1. Wasserkonferenz Lausitz — LMBV dabei

Verantwortliche aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der drei Bundesländer Sachsen, Brandenburg und Berlin diskutieren mit einem breiten Fachpublikum

Cottbus | Senftenberg. Anlässlich des Weltwassertages findet am Freitag, 12. März 2021, an der BTU Cottbus-Senftenberg die erste Wasserkonferenz für die Lausitz statt. Mit dabei sind die Umweltminister von Sachsen und Brandenburg Wolfram Günther und Axel Vogel sowie die Berliner Umweltsenatorin Regine Günther. Für die LMBV wird Eckhard Scholz, Bereichsleiter Technik der LMBV, zu den Teilnehmern sprechen und vortragen.

Im Zeitraum nach 1990 konnten durch Wassereinleitungen des aktiven Braunkohlebergbaus die Wassermengen und deren Verteilung noch großflächig gesteuert werden. Sie wurden oft an den Bedarfen orientiert geregelt, beispielsweise in der Flussgebietsbewirtschaftung oder der Flutung der Tagebauseen.

Mit dem definitiven Kohleausstieg werden nunmehr wasserwirtschaftliche Herausforderungen für die Lausitz relevant, die mit rückläufigen Wassermengen in Flüssen einhergehen werden. Von dieser Niedrigwasser-Entwicklung wird nicht nur die Lausitzer Region betroffen sein. Die Wirkungen werden bis in die Metropolregion Berlin- Brandenburg spürbar werden und dies über einen langen Zeitraum.

Die Konferenz und die Initiativen des Wasser-Cluster-Lausitz e.V. sollen das umfangreiche Wissen und die Erfahrungen von Landeswasserbehörden, Bergverwaltungen und den Bergbauunternehmen LEAG und LMBV bündeln und für die Zukunft nachhaltig nutzbar machen.

Die Hybridveranstaltung wird gemeinsam von der BTU und dem Wasser-Cluster-Lausitz e.V. organisiert und durch das Land Brandenburg unterstützt. Das Interesse am Thema ist groß. Bisher liegen rund 230 Anmeldungen aus den Bereichen Politik, Kommunen, Wirtschaft und Behörden vor. Eine begrenzte Teilnehmerzahl wird im Audimax am Zentralcampus in Cottbus vor Ort sein, während der Großteil des Fachpublikums via Livestream dabei sein wird.

Anmeldungen für die Online-Teilnahme bis 28. Februar 2021 an: wassertag2021(at)wasser-cluster-lausitz.de

Das Programm besteht aus drei Themenblöcken:

  • BERGBAU: Zusammenhänge zwischen Braunkohle- und Sanierungsbergbau und dem regionalen Wasserhaushalt
  • WASSER: Wasserhaus­halt und bergbaubedingte Stoffbelastungen in Schwarzer Elster und Spree sowie sich daraus ergebende Handlungsoptionen
  • KLIMA: Klimaentwicklung, Auswirkungen auf Wasserhaushalt und Naturschutz

Quelle: PM der BTU v. 18.02.2021, redigiert

Große Insel im entstehenden Cottbuser Ostsee
Große Insel im entstehenden Cottbuser Ostsee


Winterbaustellen im Nordraum des LMBV-Sanierungsgebietes — z.B. bei Luckau — laufen

Senftenberg. Trotz der teils zweistelligen Minusgrade der vergangenen Tage waren die Sanierungstätigkeiten der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH im Nordraum weitgehend störungsfrei. So konnte bei der Rütteldruckverdichtungs- bzw. Rüttelstopfverdichtungsmaßnahme am Restloch A (Hindenberger See) bei Luckau planmäßig gearbeitet werden. Die Maßnahme dieser Kippenverdichtung dauert noch bis Frühjahr 2022. Rund elf Hektar werden in einer Teufe (Tiefe) von bis zu 24 Metern verdichtet, die Länge des entstehenden Rütteldamms beträgt 1233 Meter, die Breite 34 Meter.

Auch an der Vernässungsfläche Schlabendorf-Nord wird verdichtet. Der Hauptstützkörper wird 186 Meter lang und 45,5 Meter breit, es wird bis zu einer Teufe von 45,5 Meter verdichtet. Auch der dazugehörige Zuführungsstützkörper wird mit der Rütteldruckverdichtungstechnologie errichtet. Diese wird 186 Meter lang und 49 Meter breit. Die Rüttelteufe beträgt bis zu 44,5 Meter. Außerdem umfassen die Sanierungsleistungen auf dieser Fläche noch einen so genannten landseitigen Rucksack, ebenfalls einen Stützkörper, und einen seeseitigen Vorfeldstützkörper.

Die Arbeiten sind voraussichtlich im Herbst dieses Jahres abgeschlossen, die Rütteldruckverdichtungsmaßnahme wird bereits im zweiten Quartal 2021 beendet sein.

Die Rütteldruckverdichtung ist eine effektive Methode, um locker gelagerte, gleichförmige Lausitzer Sande bis in große Tiefen gleichmäßig zu verdichten. Das Verfahren ist besonders zur Stabilisierung erdfeuchter, wassergesättigter und somit setzungsfließgefährdeter Kippenböden geeignet.

Im Raum Schlabendorf-Nord wurde bis 1977 Braunkohle gefördert.

Fotos: Christian Horn für LMBV



Beginn der notwendigen Abbrucharbeiten an Wohnhaus in der Külz-Straße in Lauchhammer

Vor dem Rückbau: Gefährdetes Gebäude in der Külzstraße in Lauchhammer

Senftenberg/Lauchhammer. In dieser Woche beginnen erste notwendig gewordene Abbrucharbeiten an einem Wohnhaus in der Wilhelm-Külz-Straße in Lauchhammer in Abstimmung mit der Stadt Lauchhammer, dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz, dem Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg (LBGR) und dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg (MIL).

In der Wilhelm-Külz-Straße in Lauchhammer sind bekanntlich neun Gebäude, darunter 5 Wohn- und 4 Gewerbebebauungen, infolge des Grundwasserwiederanstiegs im Bereich von Kippen des Altbergbaus in der Stadt grundbruch- und ggf. setzungsfließgefährdet.

Für das Areal liegen geotechnische Gutachten vor, die eine Standortaufgabe bis zum 31.12.2022 empfehlen. Ein erstes Wohnhaus musste daraufhin bereits aufgegeben und freigezogen werden. Dieses Objekt wird jetzt in den kommenden Wochen unter Einhaltung strenger Verhaltensanforderungen in Projektträgerschaft der LMBV von einer Baufirma abgebrochen. Weitere Rückbaumaßnahmen im Bereich der Wilhelm-Külz-Straße sind derzeit nicht vorgesehen.


In den ersten fünf Wochen in 2021 bereits fast 14 Mio. m³ in Bergbaufolgeseen abgenommen

LMBV-Wasserspeicher und Restlöcher nehmen Überschusswasser aus Spree und Schwarzer Elster auf

Zulauf in den Sedlitzer See

Senftenberg. Nach Hochrechnungen der Flutungszentrale Lausitz wurden bis zum 05.02.2021 schon etwa 13,8 Mio. m³ Überschusswasser in die Bergbaufolgeseen der LMBV aus den Flüssen der Region abgenommen. Dazu gehörte der Bärwalder See (LMBV-Speicher Bärwalde) mit rund 3,2 Mio. m³ aus der Spree.

In ähnlicher Größenordnung von 2,99 Mio. m³ wurde der LMBV- Speicher Lohsa II aus der Spree zur Entlastung des Flusses geflutet. Etwa 1,8 Mio. m³ wurden in den Speicher Burghammer übergeleitet. In das LMBV-Restloch Koschen, der Geierswalder See, wurde - innerhalb seines geplanten Schwankungsbereiches - mit etwa 1,21 Mio. m³ aufgefüllt.

Auch der Zuleiter zum Restloch Bluno war geöffnet worden: aus der Schwarzen Elster gingen vom 20.01. bis 29.01.21 etwa 0,95 Mio. m³ in das Restloch Bluno, den künftigen Neuwieser See. Aus dem Oberen Landgraben (OLG) wurden etwa 2,2 m³/s Spreewasser in das Restloch Sedlitz abgeschlagen. Rund 0,8 Mio. m³ wurden zudem aus dem Restloch Skado in das Restloch Sedlitz übergeleitet und von dort in die LMBV-Wasserbehandlungsanlage Rainitza gepumpt. 0,4 Mio. m³ konnten davon zur Stützung des LMBV-Restloches Meuro abgegeben werden.

Hier wurde beispielhaft zur Entlastung der Vorfluter Wasser abgenommen (Stand 05.02.2021):

  • Aus der Spree in den Oberen Landgraben: Im Foto der Abschlag zum Sedlitzer See. Zurzeit läuft Pumpbetrieb der Pumpstation Spreewitz mit vier Pumpen (entspricht der möglichen Volllast) 2,2 m³/s
  • Ankommendes Wasser im Schulenburgkanal, einem Zulauf bei Klitten, kurz vor der Einleitung in den Bärwalder See
  • Zulaufanlage in den Speicher Lohsa II: Entlastung der Spree im überströmten Betrieb mit 6,2 m³/s ins Speicherbecken Lohsa II: Bilder zeigen die LMBV-Zulaufanlage, das Spreewehr der LEAG sowie die Absturzrampe ins Speicherbecken Lohsa II

Alle Fotos: LMBV, Martin Hoffmann (FZL)

Abflüsse ermöglichen Wasserentnahmen