MIL|LBGR|LK OSL: Pappelweg in Lauchhammer: Eigentümer über Absiedlungzeitraum informiert

Potsdam | Lauchhammer. Zu den Ergebnissen eines neuerlichen
Gutachtens für das Gebiet Pappelweg in Lauchhammer hat am 3. November
2020 auf Einladung des Bürgermeisters der Stadt Lauchhammer, Roland
Pohlenz, eine Informationsveranstaltung für die Eigentümer und Anwohner
im Bereich des Pappelwegs in Lauchhammer stattgefunden. Hierbei
informierten das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR)
und der Landkreis Oberspreewald-Lausitz gemeinsam mit dem Ministerium
für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg und dem Bergbausanierer
LMBV zu den geotechnischen Untersuchungsergebnissen für den Bereich des
Wohngebietes Pappelweg in Lauchhammer.

Wie bereits auf der Einwohnerveranstaltung am 25. Juni 2020
angekündigt, haben das Landesbergamt und der Landkreis im Zuge des
Verfahrens ein weiteres, speziell geohydrologisches Gutachten
beauftragt. Widerlegt wurde damit die zwischenzeitlich bestehende
Befürchtung, die sofortige Beendigung aller Nutzungen müsse angeordnet
werden. Die gutachterliche Einschätzung lautet ungeachtet dessen, dass
die Absiedlung der Grundstücke im Hinblick auf die Gefahr der
Bodenverflüssigung des Untergrundes nach wie vor geboten ist. Nach
Ausschöpfung aller denkbaren Ermittlungen und Prüfungen mit
entsprechenden Sachverständigengutachten besteht demnach Einigkeit bei
den zuständigen Ordnungsbehörden, dass der Standsicherheitsgefahr nicht
anders als nur durch eine Absiedlung zu begegnen ist. Eine Sanierung und
damit Stabilisierung des Baugrunds unter den Gebäuden ist nicht
möglich. Wie lange das bestehende und nicht weiter verminderbare
Restrisiko noch tragbar ist, war Gegenstand ausgiebiger fachlicher
Erörterungen des Landkreises und des Landesbergamts mit verschiedenen
Gutachtern und Vertretern der LMBV. Im Ergebnis empfehlen das
Landesbergamt und der Landkreis als zuständige Ordnungsbehörden den
Anwohnern und Gartennutzern, im Interesse ihrer eigenen Sicherheit
möglichst schnell – jedoch spätestens bis zum Ende des Jahres 2022 –
umzuziehen.

Landrat Siegurd Heinze: „Auch das neuerliche Gutachten ändert nichts
an der Tatsache, dass es, wie schon bei der Grubenteichsiedlung und der
Wilhelm-Külz-Straße in Lauchhammer keine Alternative dazu gibt, den
Standort Pappelweg dauerhaft aufzugeben. Ich bedaure diesen Umstand
zutiefst und habe Verständnis für die Sorgen der betroffenen Anwohner.
Der Landkreis wird gemeinsam mit dem Landesbergamt als zuständige
Ordnungsbehörden weiterhin alles dafür tun, Lösungen für die betroffenen
Bürgerinnen und Bürger zu finden. Ich appelliere vor dem Hintergrund
der latent bestehenden Gefährdung an die betroffenen Bürgerinnen und
Bürger, im Interesse ihrer eigenen Sicherheit möglichst zeitnah zu
handeln.“ Gerd Richter, LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz: „Die LMBV
wird sich im Auftrag von Bund und Land Brandenburg um die weitere
Umsetzung der Entschädigungsfragen kümmern. Dazu gab es im Anschluss an
die Bürgerversammlung persönliche Gespräche mit den Eigentümern, die zu
weiteren vorabgestimmten Gesprächsterminen führen werden. Ziel ist eine
vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Pappelweg-Anwohnern bei voller
Unterstützung aller am Prozess Beteiligter.“

Roland Pohlenz, Bürgermeister der Stadt Lauchhammer: „Die von allen
Anwohnern bzw. Grundstückseigentümern lang erwartete weitere
gutachterliche Bewertung der Situation am Pappelweg hat nicht nur die
unumgängliche Notwendigkeit der Absiedlung bekräftigt, sondern zugleich
den zuständigen Behörden ermöglicht, eine klare Aussage zum noch
verfügbaren Zeitrahmen bis zur endgültigen Aufgabe des Wohnstandortes zu
definieren. Gleichzeitig bin ich jedoch froh, dass die von mir mehrfach
geäußerte Bitte, die Betroffenen nicht länger im Unklaren zu lassen,
erfüllt worden ist. Ich werde weiterhin alles dafür tun, dass der noch
verfügbare Zeithorizont genutzt wird, um eine einvernehmliche Lösung
zwischen den Betroffenen und den Entscheidern des Landes und des Bundes
zu finden.“ Jan Drews, Abteilungsleiter Gemeinsame Landesplanung
Berlin-Brandenburg (GL) im Infrastrukturministerium des Landes
Brandenburg (MIL): „Das Land Brandenburg hat ein großes Interesse daran,
dass alle Beteiligten gemeinsam Lösungen für die betroffenen Anwohner
finden. Wir sind uns bewusst, mit welchen Härten die notwendige
Absiedlung für sie verbunden ist. Die gestrige Informationsrunde der
zuständigen Behörden mit den Betroffenen hat hierfür eine gute
Arbeitsgrundlage geschaffen.“

Hintergrund: Das heutige Stadtgebiet von Lauchhammer ist durch
intensiven, lange währenden Braunkohlenbergbau geprägt. In und um die
ehemaligen Ortschaften der heutigen Stadt Lauchhammer wurden bereits
Mitte des 19. Jahrhunderts kleinere Tiefbaugruben betrieben. Ab Ende des
19. Jahrhunderts entstanden die ersten kleineren Tagebaue. Aufgrund der
sich weiter entwickelnden umliegenden Großtagebaue und der damit nahezu
dauerhaften Absenkung des Grundwassers wurden Siedlungen für die
Bergleute unter anderem auf gekippten Flächen im heutigen Stadtgebiet
errichtet. Seit Beendigung des Bergbaus Anfang der 1990er Jahre steigt
das Grundwasser wieder an. Damit verbunden sein können Vernässungen von
Gebäuden, aber auch Gefährdungen im Zusammenhang mit möglichen
Verflüssigungen im Untergrund, die bis hin zum Geländeeinbruch eine
Gefahr für die darauf befindlichen Gebäude darstellen.

Quelle: PM des MIL und des Landkreises OSL v. 04.11.2020


LMBV: Bergbausanierer verzichtet aufgrund Corona-Pandemie auf Barbarafeier 2020

Senftenberg. Aufgrund der aktuellen Entwicklung der
Corona-Pandemie in Deutschland entschied sich die LMBV, ihre für Anfang
Dezember in Cottbus geplante traditionelle Barbarafeier in diesem Jahr
nicht durchführen.

Seit Gründung des Unternehmens vor 25 Jahren nutzt die LMBV in
Fortsetzung altehrwürdiger bergbaulicher Traditionen alljährlich die
Gelegenheit, um mit den Partnern der Bergbausanierung, Vertretern von
Kommunen, Landkreisen, Bundes- und Landesinstitutionen sowie
Auftragnehmern und Mitarbeitern der LMBV anlässlich des Tages der
Heiligen Barbara am 4. Dezember Bilanz über die erreichten Ergebnisse zu
ziehen, einen Ausblick auf die bevorstehenden Aufgaben zu geben und
allen Beteiligten für ihren Anteil an der geleisteten Arbeit zu danken.

In diesem Jahr sollte sich der Fokus der Barbarafeier insbesondere
auf das 25jährige Bestehen des Unternehmens richten. Die im September
2020 geplante Veranstaltung zum Unternehmensjubiläums musste bereits
abgesagt werden. Zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligten sowie zur
Vermeidung einer weiteren Verbreitung des Coronavirus ist die
Entscheidung zur Absage der Veranstaltung aber notwendig.


Bereits ein Drittel der Kippenböschung von Neumanns Grube in Hosena verdichtet

Senftenberg | Hosena. Die Verdichtungsarbeiten an
der Kippenböschung der Neumanns Grube in Hosena, Ortsteil von
Senftenberg, gehen zügig voran. Seit September wurde bereits ein Drittel
der bisher ungesicherten Fläche im Auftrag der Lausitzer und
Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft durch die Firma ECOSOIL
gesichert.

Zum Einsatz kommt hierfür amphibische Technik, die vom Wasser aus die
insgesamt rund 45.000 Kubikmeter Massen mittels leichter
Rütteldruckverdichtung in Tiefen von bis zu acht Metern stabilisiert.
Allein für den Seebereich wurden fast 2.700 Ansatzpunkte definiert, an
denen der Rüttler zum Einsatz kommt. Der Wasserstand in der Neumanns
Grube wird während den Arbeiten permanent überwacht. Die
Verdichtungsarbeiten sind bis Ende dieses Jahres geplant.

Im Frühjahr nächsten Jahres beginnt anschließend der Bau des 70 Meter
langen Notüberlaufes zwischen Neumanns Grube und Germaniateich. Dieser
wird jeweils um ein Ein- und Auslaufbauwerk ergänzt, welche von einer 50
Zentimeter starken Granitsteinmauer eingefasst werden. Der Notüberlauf
dient zukünftig dem Wasserausgleich zwischen den beiden Gewässern.

Auch die im Februar geholzte Fläche wird 2021 wieder aufgeforstet und
bepflanzt. An diese Arbeiten schließen sich Pflegeleistungen für die
Fläche an, die voraussichtlich bis Ende 2022 andauern werden. Die Kosten
für die Sanierungsmaßnahme liegen bei rund einer Millionen Euro.

Hintergrund:

Neumanns Grube, auch Grube C oder Neumannsteich genannt, ist ein
ehemaliger Glassand-Tagebau in Hosena. Die LMBV sicherte in den
vergangenen Jahren bereits die Hosenaer Restlöcher Sondergrube und Werk 4
und führte Rekultivierungsarbeiten z.B. am Schilfteich, Klammersteich,
dem benachbarten Clubteich und Germaniateich durch.


Restloch Greifenhain bei Altdöbern voraussichtlich erst nach 2030 nutzbar

Künftiger Altdöberner See noch länger in der Sanierungsphase

LMBV-Sanierungsarbeiten am am Restloch Greifenhain (künftiger Altdöberner See)

Senftenberg/Altdöbern. Der künftige Altdöberner See, das Restloch
Greifenhain, wird nunmehr voraussichtlich erst nach 2030 nutzbar sein,
da noch notwendige Sanierungsarbeiten erst in den kommenden Jahren
umsetzbar sind.

Dazu informierten am 29. Oktober 2020 Bernd Sablotny, Sprecher der
Geschäftsführung der LMBV und Gerd Richter,
LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz, den Amtsdirektor des Amtes
Altdöbern sowie den Bürgermeister von Altdöbern.

„In den vergangenen Jahren haben wir in der Seenland-Region bereits
viel vorangebracht“, erklärte Gerd Richter. Unvorhergesehene Ereignisse
wie die Insel-Rutschung am Senftenberger See, langfristige zusätzliche
Aufgaben wie die Beräumung der Vorsperre Bühlow von Eisenhydroxidschlamm
und Kostensteigerungen beim Bau beispielsweise der
Wasserbehandlungsanlage Plessa seien jedoch nicht immer planbar, müssten
aber ins laufende Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung
integriert werden. „Daher werden derzeit Prioritäten der anstehenden
Sanierungsarbeiten neu gesetzt und u.a. damit das Restloch Greifenhain
später fertig“, so Richter. Auch wird eine Zwischennutzung des
entstehenden Bergbaufolgesees bis zum Erreichen der Sanierungsziele
nicht möglich.

Der Amtsdirektor Frank Neubert äußerte sein Unverständnis und die
Enttäuschung zu dieser Entscheidung sehr deutlich. Er hatte in den
vergangenen Monaten mit der bisherigen klaren Planungsschiene der LMBV
einer Seenutzung für den Zeitraum 2026 zahlreiche Investitionen
angeschoben. „Insbesondere die intensiven Vorbereitungen für private
Investitionen in der gewerblichen Gesundheitswirtschaft und im
touristischen Bereich in der Gemeinde Altdöbern werden durch die
deutliche Verschiebung nun infrage gestellt. Positiv ist zu bewerten,
dass mit der Erklärung zur Verschiebung der Fertigstellung des
Altdöberner Sees diesmal durch die LMBV Klartext zu den künftigen
Zeiträumen gesprochen wurde und somit die Planungen und Aktivitäten für
die touristische Ausrichtung nicht bis 2026 dann ins Leere laufen“.

Bürgermeister Peter Winzer zeigte sich angesichts des
notwendigerweise angepassten Sanierungszeitraumes, der eine spätere
Seefertigstellung umfasst, unzufrieden. Er äußerte aber auch Verständnis
für die faktischen Zwänge des Bergbausanierers: „Diese neue Zeitschiene
ist für die See-Anrainer natürlich unbefriedigend. Dennoch sind wir der
LMBV für ihre Offenheit und frühzeitige Veränderungsansage dankbar.
Damit können und müssen sich auch die Touristiker und Anwohner auf die
neuen Gegebenheiten mittelfristig einstellen“, so Winzer.

LMBV-Sanierungsarbeiten am RL Greifenhain dauern an


LMBV: Sichtbarer Baufortschritt am entstehenden Überleiter 3a bei Klein Partwitz

Weiteres Kernelement des schiffbaren Lausitzer Seenlands entsteht

Senftenberg | Klein Partwitz. Wie neue Aufnahmen der auftragnehmenden
Firma Strabag belegen, ist ein weiterer sichtbarer Baufortschritt am
entstehenden LMBV-Projekt Überleiter 3a zu verzeichnen. Derzeit finden
die Schalungsarbeiten an den Widerlagern der Brücke statt.

Der Überleiter 3a entsteht zwischen dem Neuwieser See und dem Blunoer
Südsee. Das Bauwerk wird künftig die beiden Bergbaufolgeseen bei Klein
Partwitz verbinden und ein Kernelement des schiffbaren Lausitzer
Seenlands werden. Ziel der Bergbausanierer ist es, das Bauwerk im Jahr
2021 fertigzustellen.

Fotos: Schneider, Fa. Strabag


Impressionen vom Bauvorhaben Überleiter 3 a


Neue Info-Tafel am Geierswalder See zu geplantem Wasserwanderrastplatz aufgestellt

Arbeiten am neuen Wasserwanderrastplatz Geierswalder See gehen gut voran

Senftenberg/Geierswalde. Viel hat sich bereits seit
dem ersten Spatenstich vor zwei Monaten, am 27. August, für das künftige
Multifunktionsgebäude am entstehenden Wasserwanderrastplatz
Geierswalder See getan. Vom, aus §4-Mitteln finanzierten, Gebäude steht
bereits das Erdgeschoss. In dieses wird unter anderem das
Hafenmeisterbüro einziehen.

Eine neue Tafel der LMBV und des Zweckverbandes Lausitzer Seenland
Sachsen informiert nun auch direkt gegenüber der Baustelle über die
geplanten Investitionen. Neben dem Multifunktionsgebäude werden eine
Bootseinlassstelle inkl. Hebeanlage für Menschen mit körperlichen
Beeinträchtigungen sowie 22 Landliegeplätze für Sportboote sam Trailern
entstehen. Zudem wird der Campingplatz ausgebaut.

Der Wasserwanderrastplatz gilt als Schlüsselprojekt des
Standortentwicklungskonzeptes. Die derzeitig laufenden Maßnahmen
ergänzen die bereits seit 2007 an der Südböschung, unterhalb des Hotels
„Der Leuchtturm“, verankerte Schwimmsteganlage für Boote.


Start der Arbeiten an B 97 zwischen Hoyerswerda und Schwarze Pumpe

Senftenberg. Am vergangenen Freitag, 16. Oktober
2020, begannen die Arbeiten zur Instandsetzung der Bundesstraße 97 mit
dem Abfräsen der beschädigten Asphaltschicht. Den Zuschlag für die
Straßenbauarbeiten erhielt die Firma EUROVIA GmbH aus Berlin. In dieser
Woche erfolgt das Fräsen der Bankette, damit in der kommenden Woche die
Asphaltarbeiten beginnen können.

Die Instandsetzung des derzeitig auf einer Länge von 3 Kilometern
gesperrten Abschnittes zwischen Hoyerswerda und Schwarze Pumpe soll bis
Ende November 2020 abgeschlossen sein. Dies teilte Bernd Sablotny,
Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, am 9. Oktober gemeinsam mit dem
Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LA SuV) während einer
Informationsveranstaltung für die von der Sperrung betroffenen
Anrainerkommunen und Behörden mit.

Danach kann die B97, wie bisher auch, unter den bestehenden
Verhaltensregeln genutzt werden: Die Signalanlage, die bei Eintritt
eines Ereignisses sofort auf rot schaltet, und die bestehende
Geschwindigkeitsbeschränkung werden wieder in Betrieb genommen. „Diese
Maßnahme stellt eine mittelfristige Sicherung des Straßenabschnitts
dar“, so Bernd Sablotny.

Als langfristige Lösung ist die Sanierung der jetzigen B97-Trasse
vorgesehen. Von einer Verlegung der Trasse wird aufgrund der
geotechnischen Situation abgesehen. Der Zeitrahmen für die
Straßensanierung der B97 wird unter Vollsperrung mit 5 bis 10 Jahren
eingeschätzt. „Für die Vorbereitung der Maßnahme werden mehrere Jahre
benötigt. In dieser Zeit werden die Fragen der Umleitung geklärt“,
führte der zuständige Referatsleiter Verkehr im Sächsischen Ministerium
für Wirtschaft und Arbeit, Dietmar Pietsch, aus.

 

Hintergrund:

Die Bundesstraße 97 zwischen Hoyerswerda und Schwarze Pumpe ist
derzeit auf einer Länge von ca. 3 Kilometern voll gesperrt. Es handelt
sich um einen Abschnitt auf locker gelagerter Kippe des einstigen
Tagebaus Spreetal.

Hier sind in den zurückliegenden Wochen parallel zur Fahrbahn auf 220
Metern zusätzliche 1.800 Vertikaldrains mit Spezialtechnik im Auftrag
der LMBV bis zu 15 Meter in den umgebenden Kippenboden gedrückt worden.
Diese Vertikaldrains helfen, die 1964 über Kippenbereiche des Tagebaus
Spreetals geführte und nur geringfügig verdichtete Straße im Bereich
einer Tieflage zusätzlich zu sichern.

Zugleich wurde die Sperrpause für Überwachungsarbeiten des
Kippenumfeldes und weitere geotechnische Untersuchungen zur B97 genutzt.
Dabei hatte der beauftragte Sachverständige für Geotechnik eine
ungleichmäßige Setzung der Fahrbahnen um bis zu 4 bis 6 Zentimeter und
aufgetretene Risse im Straßenkörper registriert. Das Eindrücken der
Vertikaldrains führte zu lokalen Verdichtungen des Bodens und zu
Setzungen und Mitnahmesetzungen bis unter den Straßenkörper auf Grund
der lockeren Lagerung unter der Straße.

Asphaltfräsarbeiten auf dem gesperrten Abschnitt der B97


Bergbaufolgeseen nach Niederschlägen mit Wasser versorgt — FZL steuert

Senftenberg. Flächendeckende Niederschläge von in
Summe 50 bis 80mm innerhalb von vier Tagen (13. bis 16. Oktober)
bewirkten in den drei Lausitzer Flüssen Spree, Schwarze Elster und
Lausitzer Neiße erhöhte Abflüsse. Damit war es möglich, unter anderem
den Bärwalder See, das Speicherbecken Lohsa II, den Dreiweiberner und
den Geierswalder See mit Wasser zu versorgen. Dies teilte die
Flutungszentrale der LMBV heute mit.
An einzelnen Flusspegeln waren
kurzzeitig erhöhte Abflussmengen bis hin zur Hochwasserwarnstufe 1 (von 4
Warnstufen) erreicht. Der langjährige Monatsmittelwert für
Niederschläge im Monat Oktober liegt z.B. an der Station
Bautzen/Kubschütz bei 58 mm, an dieser Station wurden in den vier Tagen
ca. 65 mm registriert. 

Für die Wiederauffüllung der Bergbauspeicher und Bergbaufolgeseen
wurden Ende vergangener Woche Flutungsentnahmen aus der Spree von ca. 5
Mio. Kubikmetern und aus der Schwarzen Elster von ca. 1 Mio. Kubikmetern Wasser möglich. Die Schwerpunkte der Flutungsentnahmen waren:

  • der Bärwalder See mit max. Entnahmen von bis zu 4 m³/s,
  • das Speicherbecken Lohsa II mit bis zu 4 m³/s,
  • der Dreiweiberner See mit max. Entnahmen von bis zu 2,3 m³/s, und
  • der Geierswalder See mit einer max. Entnahmen von bis zu 6 m³/s.

Am 16. Oktober konnte, nachdem der Hochwasserscheitel im Schöpsgebiet
langsam abflachte, auch die Pumpstation Steinbach mit einer Pumpe in
Betrieb genommen werden und das Wasser aus der Lausitzer Neiße über die
Pumpstation Spreewitz und den Oberen Landgraben in den Sedlitzer See
übergeleitet werden.
Seit Sonntag sind die Durchflussmengen an den
Flusspegeln wieder rückläufig und die ersten Flutungsentnahmen wie z. B.
am Speicherbecken Lohsa II mussten bereits am Montag wieder geschlossen
werden. Die Schwarze Elster führt seit dem 15. Oktober auch unterhalb
vom Verteilerwehr Kleinkoschen bis nach Senftenberg wieder Wasser. Damit
können die Umbindungsarbeiten von der Rainitza in das neue Grabenbett
im Bereich des neuen Sielbauwerks an der Schwarzen Elster wie geplant in
dieser Woche durchgeführt werden.


Spreetaler See bleibt vorerst ohne Zwischennutzung

Senftenberg/Spreetal. Um die Instandsetzung der B97 und
die Nutzung des Spreetaler Sees ging es in einem Gespräch zwischen dem
Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, Bernd Sablotny, und dem
Bürgermeister der Gemeinde Spreetal, Manfred Heine, Ende vergangener
Woche.
Begleitet wurde Manfred Heine von Gemeinderatsmitglied
Hans-Jörg Herholz, aufseiten der LMBV saß Gerd Richter,
Sanierungsbereichsleiter Lausitz, mit am Tisch.
Für das Vorhaben,
die B97 bis Ende November instand zu setzen und gleichzeitig die
Planungen für eine langfristige Grundsanierung als qualifizierte
Erhaltungsmaßnahme voranzutreiben, zeigten die Gemeindevertreter
Verständnis. Manfred Heine verwies jedoch auf die wichtige Anbindung
auch für Radfahrer. „Es wäre das falsche Signal, die Straße
grundsätzlich zu sanieren und einen straßenbegleitenden Radweg zu
vergessen“, erklärte Heine. Beide Seiten waren sich bewusst, dass
diesbezüglich die Straßenverkehrsbehörden die notwendigen Verfahren
führen müssten.
Ein wichtiges Thema des Gesprächs war auch die
künftige Nutzung des Spreetaler Sees. „Wir haben Erkenntnisse über das
hydrogeologische Großraummodell erhalten, die noch präzisiert werden
müssen. Dementsprechend können wir heute noch nicht sagen, wann, ob und
wie eine Zwischennutzung des Sees möglich ist“, führte Bernd Sablotny
aus. Demnach wird der bisher geplante Endwasserstand von 108,0 m NHN
nicht erreicht, im Moment liegt der Wasserstand bei unter 106 m NHN.
„Die letzten Meter der Flutung sind entscheidend, aber wir wollen keine
Hoffnungen auf Investitionen schüren, die sich nicht erfüllen lassen“,
erklärte er.
Manfred Heine forderte daraufhin eine komplette
Betrachtung der Situation mit den neuen Erkenntnissen. „Mich überrascht
diese Aussage nicht, aber eine Komplettbetrachtung ist sehr wichtig, um
einzuschätzen, ob der Aufwand der Maßnahmen vertretbar ist oder nicht.“
LMBV
und Gemeindevertretung werden in den nächsten Wochen zu einem erneuten
Gespräch zusammenkommen, um weitere gemeinsame Fragen zu klären.


Wasserzuleiter zum Klinger See wird vorerst zurückgestellt

Senftenberg/Klinge. Um die Flutung des Klinger Sees
ging es in einem Gespräch zwischen LMBV-Geschäftsführung, dem
Ortsvorsteher des Ortsteiles Gosda der Gemeinde Wiesengrund, Vertretern
des Heimatvereins Klinge e.V. sowie der Interessengemeinschaft Klinger
See e.V. in der vergangenen Woche.

Anlass dafür gab das überarbeitete hydrogeologische Großraummodell
(HGM), nach dem im Klinger See der bisher geplante Endwasserstand von
71,5 m NHN nicht erreicht wird. Die aktuell ermittelten
Grundwasserverhältnisse führen zu weitreichenden Fragestellungen, die
auch den Klinger See betreffen. Dessen planfestgestellter Endwasserstand
ließe sich nur über eine dauerhafte Wasserzuleitung aus der Tranitz
gewährleisten. Nach jetzigem Stand wird der mittlere Endwasserstand im
Bereich des Klinger Sees demnach bei circa 68,6 Metern NHN liegen,
derzeit liegt er bei 53,3 m NHN.

Die hydrogeologischen Modelle bilden die Grundlage für alle weiteren
Planungen zur Bergbausanierung. „Wir sind an genehmigungsrechtliche
Fragen gebunden, die erst geklärt werden müssen. Auch wenn es jetzt
Differenzen gibt, die LMBV muss hierbei genau prüfen“, erklärte Bernd
Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung. Der Bau des Zuleiters wird
vorerst zurückgestellt.

Dagegen erklärten die Vertreter des Ortes Klinge: „Es soll jederzeit
die Möglichkeit geben, das Wasser nicht aus der Region abfließen zu
lassen, was wir in den letzten Jahren immer wieder erleben mussten.
Wasserabschläge aus z.B. einem Frühjahrshochwasser müssen möglich sein.
Deshalb fordern wir nach 20 Jahren Planvorbereitung die funktionsfähige
Herstellung des Zuleiters auf der Grundlage der Genehmigung des
Planfeststellungsbeschlusses.“

Die LMBV wird als nächstes die Randbedingungen für die weitere
Flutung des Klinger Sees klären und die genehmigungsrechtlichen
Voraussetzungen schaffen. Erst dann können weitere Festlegungen für die
Sanierungsarbeiten getroffen werden.