Bergbaufolgeseen nach Niederschlägen mit Wasser versorgt — FZL steuert
Senftenberg. Flächendeckende Niederschläge von in
Summe 50 bis 80mm innerhalb von vier Tagen (13. bis 16. Oktober)
bewirkten in den drei Lausitzer Flüssen Spree, Schwarze Elster und
Lausitzer Neiße erhöhte Abflüsse. Damit war es möglich, unter anderem
den Bärwalder See, das Speicherbecken Lohsa II, den Dreiweiberner und
den Geierswalder See mit Wasser zu versorgen. Dies teilte die
Flutungszentrale der LMBV heute mit. An einzelnen Flusspegeln waren
kurzzeitig erhöhte Abflussmengen bis hin zur Hochwasserwarnstufe 1 (von 4
Warnstufen) erreicht. Der langjährige Monatsmittelwert für
Niederschläge im Monat Oktober liegt z.B. an der Station
Bautzen/Kubschütz bei 58 mm, an dieser Station wurden in den vier Tagen
ca. 65 mm registriert.
Für die Wiederauffüllung der Bergbauspeicher und Bergbaufolgeseen
wurden Ende vergangener Woche Flutungsentnahmen aus der Spree von ca. 5
Mio. Kubikmetern und aus der Schwarzen Elster von ca. 1 Mio. Kubikmetern Wasser möglich. Die Schwerpunkte der Flutungsentnahmen waren:
der Bärwalder See mit max. Entnahmen von bis zu 4 m³/s,
das Speicherbecken Lohsa II mit bis zu 4 m³/s,
der Dreiweiberner See mit max. Entnahmen von bis zu 2,3 m³/s, und
der Geierswalder See mit einer max. Entnahmen von bis zu 6 m³/s.
Am 16. Oktober konnte, nachdem der Hochwasserscheitel im Schöpsgebiet
langsam abflachte, auch die Pumpstation Steinbach mit einer Pumpe in
Betrieb genommen werden und das Wasser aus der Lausitzer Neiße über die
Pumpstation Spreewitz und den Oberen Landgraben in den Sedlitzer See
übergeleitet werden. Seit Sonntag sind die Durchflussmengen an den
Flusspegeln wieder rückläufig und die ersten Flutungsentnahmen wie z. B.
am Speicherbecken Lohsa II mussten bereits am Montag wieder geschlossen
werden. Die Schwarze Elster führt seit dem 15. Oktober auch unterhalb
vom Verteilerwehr Kleinkoschen bis nach Senftenberg wieder Wasser. Damit
können die Umbindungsarbeiten von der Rainitza in das neue Grabenbett
im Bereich des neuen Sielbauwerks an der Schwarzen Elster wie geplant in
dieser Woche durchgeführt werden.
Spreetaler See bleibt vorerst ohne Zwischennutzung
Senftenberg/Spreetal. Um die Instandsetzung der B97 und
die Nutzung des Spreetaler Sees ging es in einem Gespräch zwischen dem
Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, Bernd Sablotny, und dem
Bürgermeister der Gemeinde Spreetal, Manfred Heine, Ende vergangener
Woche. Begleitet wurde Manfred Heine von Gemeinderatsmitglied
Hans-Jörg Herholz, aufseiten der LMBV saß Gerd Richter,
Sanierungsbereichsleiter Lausitz, mit am Tisch. Für das Vorhaben,
die B97 bis Ende November instand zu setzen und gleichzeitig die
Planungen für eine langfristige Grundsanierung als qualifizierte
Erhaltungsmaßnahme voranzutreiben, zeigten die Gemeindevertreter
Verständnis. Manfred Heine verwies jedoch auf die wichtige Anbindung
auch für Radfahrer. „Es wäre das falsche Signal, die Straße
grundsätzlich zu sanieren und einen straßenbegleitenden Radweg zu
vergessen“, erklärte Heine. Beide Seiten waren sich bewusst, dass
diesbezüglich die Straßenverkehrsbehörden die notwendigen Verfahren
führen müssten. Ein wichtiges Thema des Gesprächs war auch die
künftige Nutzung des Spreetaler Sees. „Wir haben Erkenntnisse über das
hydrogeologische Großraummodell erhalten, die noch präzisiert werden
müssen. Dementsprechend können wir heute noch nicht sagen, wann, ob und
wie eine Zwischennutzung des Sees möglich ist“, führte Bernd Sablotny
aus. Demnach wird der bisher geplante Endwasserstand von 108,0 m NHN
nicht erreicht, im Moment liegt der Wasserstand bei unter 106 m NHN.
„Die letzten Meter der Flutung sind entscheidend, aber wir wollen keine
Hoffnungen auf Investitionen schüren, die sich nicht erfüllen lassen“,
erklärte er. Manfred Heine forderte daraufhin eine komplette
Betrachtung der Situation mit den neuen Erkenntnissen. „Mich überrascht
diese Aussage nicht, aber eine Komplettbetrachtung ist sehr wichtig, um
einzuschätzen, ob der Aufwand der Maßnahmen vertretbar ist oder nicht.“ LMBV
und Gemeindevertretung werden in den nächsten Wochen zu einem erneuten
Gespräch zusammenkommen, um weitere gemeinsame Fragen zu klären.
Wasserzuleiter zum Klinger See wird vorerst zurückgestellt
Senftenberg/Klinge. Um die Flutung des Klinger Sees
ging es in einem Gespräch zwischen LMBV-Geschäftsführung, dem
Ortsvorsteher des Ortsteiles Gosda der Gemeinde Wiesengrund, Vertretern
des Heimatvereins Klinge e.V. sowie der Interessengemeinschaft Klinger
See e.V. in der vergangenen Woche.
Anlass dafür gab das überarbeitete hydrogeologische Großraummodell
(HGM), nach dem im Klinger See der bisher geplante Endwasserstand von
71,5 m NHN nicht erreicht wird. Die aktuell ermittelten
Grundwasserverhältnisse führen zu weitreichenden Fragestellungen, die
auch den Klinger See betreffen. Dessen planfestgestellter Endwasserstand
ließe sich nur über eine dauerhafte Wasserzuleitung aus der Tranitz
gewährleisten. Nach jetzigem Stand wird der mittlere Endwasserstand im
Bereich des Klinger Sees demnach bei circa 68,6 Metern NHN liegen,
derzeit liegt er bei 53,3 m NHN.
Die hydrogeologischen Modelle bilden die Grundlage für alle weiteren
Planungen zur Bergbausanierung. „Wir sind an genehmigungsrechtliche
Fragen gebunden, die erst geklärt werden müssen. Auch wenn es jetzt
Differenzen gibt, die LMBV muss hierbei genau prüfen“, erklärte Bernd
Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung. Der Bau des Zuleiters wird
vorerst zurückgestellt.
Dagegen erklärten die Vertreter des Ortes Klinge: „Es soll jederzeit
die Möglichkeit geben, das Wasser nicht aus der Region abfließen zu
lassen, was wir in den letzten Jahren immer wieder erleben mussten.
Wasserabschläge aus z.B. einem Frühjahrshochwasser müssen möglich sein.
Deshalb fordern wir nach 20 Jahren Planvorbereitung die funktionsfähige
Herstellung des Zuleiters auf der Grundlage der Genehmigung des
Planfeststellungsbeschlusses.“
Die LMBV wird als nächstes die Randbedingungen für die weitere
Flutung des Klinger Sees klären und die genehmigungsrechtlichen
Voraussetzungen schaffen. Erst dann können weitere Festlegungen für die
Sanierungsarbeiten getroffen werden.
Neue Auszubildende zum Tag des Berufsanfängers im Lausitzer Seenland unterwegs
Senftenberg. Anlässlich des LMBV-Tages für
Berufsanfänger besuchten am Montag, den 12. Oktober, zwölf Auszubildende
aus dem ersten Lehrjahr und eine Auszubildende aus dem zweiten Lehrjahr
den LMBV-Standort in Senftenberg, um sich über ihren (neuen)
Arbeitgeber zu informieren. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen
werden an zwei Ausbildungsstätten in Lauchhammer und Espenhain zu
Fachkräften für Lagerlogistik, zu Kauffrauen und -männer für
Büromanagement sowie zur Restaurantfachfrau ausgebildet.
Sowohl die Personalabteilung als auch der Betriebsrat begrüßten die
neuen Auszubildenden herzlich zum Start der Ausbildung. In einführenden
Vorträgen stellten sie die Hauptaufgaben der LMBV sowie die Arbeit des
Betriebsrates vor. Zwei Vertreter der IG BCE informierten im Anschluss
zur Arbeit der Gewerkschaft und über die Jugendorganisation der IG BCE.
Nach dem Mittagessen ging es mit der Unternehmenskommunikation auf
eine kleine, zweistündige Befahrung durch das nahegelegene Lausitzer
Seenland. Ausgangspunkt bildete das Sielbauwerk des Ableiters Sedlitz.
Hier wurde das Wassermanagement der LMBV genauer erläutert. Anschließend
ging es zur LMBV-Großbaustelle an den Sedlitzer See, an dem die
Auszubildenden einiges über die laufenden Arbeiten der LMBV erfuhren. Am
Beispiel des vor kurzem fertiggestellten Seestrandes in Lieske wurde
auch die Zusammenarbeit der LMBV mit externen Partnern, Gemeinden und
Kommunen erläutert. Im am Seestrand liegenden Informationscontainer des
Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg lernten die Auszubildenden
zudem die Geschichte des Lausitzer Bergbaus näher kennen.
Den Abschluss bildeten die IBA-Terrassen am Großräschener See, an
denen die touristische Nachnutzung der ehemaligen Bergbauflächen noch
einmal deutlich wurde. Auch die Entwicklung des Lausitzer Seenlandes
wurde thematisiert. Am späteren Nachmittag trat die Gruppe schließlich
ihre Heimreise nach Espenhain bzw. Richtung Lauchhammer an.
Die neuen Auszubildenden der LMBV zu Besuch am Standort in Senftenberg
Seestrand Lieske ist fertiggestellt
Senftenberg
LMBV
Bauabnahme Sedlitzer See Strand Lieske
Senftenberg/Lieske. Nachdem im Jahr 2019 der zweite
Bauabschnitt am Seestrand Lieske begonnen wurde, konnte heute die
Bauabnahme zur Fertigstellung erfolgen. Gemeinsam mit dem Zweckverband
Lausitzer Seenland Brandenburg wurden in den vergangenen Monaten die
Gestaltung der Strandbereiche Nordwest und Südost auf einer Länge von
230 und 390 m realisiert. Außerdem konnten Zuwegungen über Rampen und
Treppenanlagen gebaut und Freiflächen gestaltet werden.
Auch eine Slipanlage für Sportboote im Bereich Südost und ein
Fahrgastschiffsanleger im Bereich Nordwest sind entstanden. Im Frühjahr
2021 erfolgen noch Komplettierungsarbeiten (Ausgleichspflanzungen,
Mobilar) durch den Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg
Die Maßnahme enthielt außerdem die Ertüchtigung des Einlaufs des Oberen Landgrabens in den Sedlitzer See. Genutzt
werden kann der fertiggestellte Strand aufgrund des noch nicht
erreichten Endwasserstands im Sedlitzer See (Nutzung ab 100,0 NHN
möglich, Endwasserstand 101m NHN) noch nicht. Derzeit beträgt der
Wasserstand 94,38 m NHN.
Nun erfolgen jedoch enge Abstimmungen zwischen Zweckverband Lausitzer
Seenland Brandenburg, der LMBV und dem Land Brandenburg, um zügig
Teilnutzungen der hergestellten Fläche zu ermöglichen.
Mit der Bauabnahme am Donnerstag wird die Übergabe des Seestrands
Lieske an den Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg vorbereitet.
Finanziert wurde die Baumaßnahme aus den Paragrafen 2 und 4 im Rahmen
des VA VI der Braunkohlesanierung, insgesamt betragen die Kosten für
diesen Abschnitt rund zwei Millionen Euro. Ausführende Firma war die
Firma Steinle Bau GmbH (Löbau).
Fotos: Steffen Rasche/LMBV
Barrierefreier Zugang zum Strand
Uferbereich Lieske
Aussichtspunkt Seestrand Lieske
Führungskräfte-Tagung 2020 gab Impulse zum Bewältigen anstehender Herausforderungen
Gruppenbild der Teilnehmer 2020
Tauchritz | Senftenberg. Unweit des Berzdorfer Sees, einem
Bergbaufolgesee der LMBV, haben sich am 30. September und 1. Oktober
2020 im „Gut am See“ auf Einladung der Geschäftsführung 42
Führungskräfte und Vertreter des Gesamtbetriebsrates der LMBV
zusammengefunden.
In dem denkmalgerecht sanierten und kürzlich neben dem Tauchritzer
Wasserschloss eröffneten Hotel wurden die kommenden Herausforderungen in
den Jahren 2021/22 in der Bergbausanierung von dem Sprecher der
Geschäftsführung und den Bereichs-, Abteilungs- und
Arbeitsgruppenleitern der LMBV analysiert und entsprechende
Schlussfolgerungen zwischen den Leitungsebenen diskutiert. Leitthema
waren die mittelfristigen Anforderungen an die Bergbausanierung und die
strategische Ausrichtung der Prozessführung und der Führungstätigkeit.
Geschäftsführer Bernd Sablotny führte mit seinen Erkenntnissen,
Erfahrungen und Erwartungen aus den ersten 300 Tagen in der LMBV ein.
Im Mittelpunkt der Tagung stand neben der mittel- und langfristigen
Projektplanung (Basisvortrag zum „Stand der Projektplanung
Braunkohlesanierung im Vorfeld der Evaluierung und Verhandlungen zum VA
VII BKS“) für den Zeitraum bis 2027 und Folgejahre auch die Projektion
in die weitere Aufgabenzukunft des Sanierungsbereiches KSE ebenso wie
die Budget- und Aufgabenerfüllung in den einzelnen Sanierungsbereichen
unter Berücksichtigung entsprechender Vorgaben des derzeit gültigen
Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung. Olaf Gunder, Vorsitzender
des Gesamtbetriebsrates der LMBV, gab differenzierte Hinweise für die
kommende Aufgabenbewältigung. Diskutiert wurden auch Anforderungen an
die Corporate Identity der LMBV in der künftigen Projektentwicklung.
Die Führungskräfte von den verschiedenen LMBV-Standorten Leipzig,
Senftenberg und Sonderhausen nutzen die Tagung zum kollegialen
Erfahrungsaustausch und zur fachlichen Diskussion. Am Abend besichtigten
sie u.a. das ehemalige Wasserschloss und die Heimatsstube Tauchritz
sowie den vor einigen Jahren von der LMBV als historisches
Anschauungsobjekt bereitgestellten Schaufelradbagger 1452, der heute vom
Verein bergbaulicher Zeitzeugen e.V. Berzdorfer Straße 102 in 02827
Görlitz OT Hagenwerder erhalten wird. Das Tagebaugroßgerät mit der
Typenbezeichnung SRs 1200 war im Jahr 1961 vom VEB Schwermaschinenbau
Lauchhammerwerk hergestellt worden und arbeitete zunächst im Tagebau
Phönix im Altenburger Land. Bis 2001 war er noch im Einsatz im
Sanierungsbetrieb im LMBV-Tagebau Berzdorf.
Sprecher der LMBV-Geschäftsführung Bernd Sablotny beim Impulsvortrag
Präsidentin der Landesdirektion Sachsen, Regina Kraushaar, auf Informationstour
Senftenberg. Zu einer Informationstour durch das
sächsische Lausitzer Sanierungsgebiet starteten am Mittwoch Vertreter
des Sanierungsbereichs der LMBV und die Präsidentin der Landesdirektion
Sachsen, Frau Regina Kraushaar.
Unter der Leitung von Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter Lausitz,
ging es nach einer kurzen Einführung zur Entwicklung der LMBV und ihren
Aufgaben an den Überleiter 9, den Barbara-Kanal, der im vergangenen
Jahr freigegeben werden konnte. Des Weiteren besichtigte die Präsidentin
den Überleiter 3 und 3a sowie den Aussichtspunkt Bergen. Dort gewann
sie einen Einblick in die Dimension des geotechnischen Ereignisses, das
sich mittlerweile zum 10. Mal jährt.
Auch der Industriepark Schwarze Pumpe war Anlaufpunkt der Tour. Die
dortige Vakuumthermische Reinigungsanlage der LMBV zeigte eindrucksvoll,
wie notwendig die Bodensanierung an diesem Standort ist. Die
Wasserbehandlungsanlage Burgneudorf und der Horizontalfilterbrunnen 3
der Stadt Hoyerswerda gaben Einblick in die vielseitigen Aufgaben der
LMBV, die mit dem Wiederanstieg des Grundwassers und der
Wasserbeschaffenheit zusammenhängen.
"Es war eine sehr informative Befahrung, an der ich gern teilgenommen
habe. Sie hat mir einen guten, fundierten Einblick in die Arbeit der
LMBV gewährt", bedankte sich Regina Kraushaar im Anschluss an die
Befahrung bei den Teilnehmern und Organisatoren.
Frischer Anstrich für historische Senftenberger Lok zum LMBV-Jubiläum
LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny und Bürgermeister Andreas Fredrich vor Senftenbergs Lok mit frischem Anstrich am 10.09.2020 (Foto: S. Rasche für LMBV)
Senftenberg. Der Bergbausanierer LMBV begeht in
diesen Tagen sein 25. Unternehmensjubiläum. Alle Veranstaltungen aus
diesem Anlass wurden jedoch Corona-bedingt abgesagt. Ursprünglich war im
September 2020 in Berlin eine Veranstaltung der LMBV mit
Bundesvertretern und den Ministerpräsidenten der ostdeutschen
Braunkohleländer geplant, die jedoch angesichts der Coronapandemie nicht
mehr durchführbar war.
„Die frei gewordenen Mittel haben wir deshalb gut und sinnvoll zum
Erhalt eines Zeugnisses des Braunkohlenbergbaus einsetzen können", freut
sich Bernd Sablotny. Am 10. September 2020 präsentierte der Sprecher
der Geschäftsführung der LMBV die fertige E-Lok samt Abraumwagen dem
Bürgermeister der Stadt Senftenberg, Andreas Fredrich. Dieser zeigte
sich zufrieden mit dem frischen Farbanstrich, der gleichzeitig
Korrosionsschutz ist.
Lok und Abraumwagen stehen unter Denkmalschutz. Die auch
„Hundert-Tonnen-Loks“ genannten, mit Gleichstrom betriebenen Maschinen
gehören der am meisten gebauten E-Lok-Baureihe Deutschlands an. Die
Senftenberger Lok ist eine EL2 mit der Nummer 4-1204-100-B3. Sie wurde
1986 an das damalige VEB Braunkohlenkombinat Senftenberg geliefert und
war im Tagebau Seese-Ost im Einsatz. Für die Laubag fuhr sie vermutlich
bis 1994, nach ihrer Aufarbeitung 2003 in Senftenberg ist sie als
Denkmal am Ortseingang präsent.
Für weiterführende Informationen zur Geschichte des Lausitzer Braunkohlenbergbaus seit 1990 sei die LMBV-Reihe „Wandlungen
und Perspektiven" empfohlen, die fast alle Tagebaugebiete in der
Lausitz und in Mitteldeutschland in Verantwortung der LMBV historisch
aufarbeitet und mit ihren Entwicklungen darstellt. Im September
erscheint außerdem eine Darstellung der bisherigen Meilensteine der LMBV
anlässlich des 25-jährigen Unternehmensjubiläums, die ebenfalls auf der
Homepage abrufbar sein wird.
Frischer Anstrich
MLUK: Weiterhin kritische Niedrigwassersituation an Spree und Schwarzer Elster
25. Ad hoc-Arbeitsgruppe „Extremsituation“ hat in Cottbus beraten
Cottbus. Am 14. September 2020 tagte die
länderübergreifende Ad-hoc-Arbeitsgruppe „Extremsituation“ bereits zum
25. Mal in Cottbus. Sie mahnte die weiterhin kritische
Niedrigwassersituation an Spree und Schwarzer Elster an. „Nachdem sich
Ende August durch flächendeckende Niederschläge eine leichte Entspannung
der Niedrigwassersituation abzeichnete, blieben seither weitere
Niederschläge nahezu aus. Durch die erneute sehr trockene und warme
Witterung herrschen in den Einzugsgebieten von Spree und Schwarzer
Elster weiterhin extreme Niedrigwasserverhältnisse.
Informationen zur Spree
Die Niedrigwassersituation im Oberlauf der Spree und den sächsischen
Zuflüssen hatte sich Anfang September nur kurzzeitig entspannt. In Folge
ausbleibender Niederschläge und weiterhin sehr geringer
Grundwasserzuflüsse gingen die Abflüsse wieder deutlich zurück. Die
Talsperre Bautzen ist momentan zu 39 Prozent gefüllt und stützt den
Abfluss der Spree geringfügig. Die Talsperre Quitzdorf steht wegen
fehlenden Speicherinhalts weiterhin nicht für die aktive Bewirtschaftung
zur Verfügung. Das LMBV-Speicherbecken Bärwalde konnte durch
die starken Niederschläge von Ende August auf 25 Prozent des
Speichervolumens aufgefüllt werden, welches bei Bedarf weiterhin genutzt werden kann, um die Abflüsse der Spree bis Ende September zu stützen.
Die Talsperre Spremberg erhielt in den ersten Septembertagen in Folge
der Niederschläge erhöhte Zuflüsse, sodass der Wasserstand um einige
Zentimeter anstieg. Bereits seit dem 4. September sind die Abflüsse am
Pegel Spremberg wieder auf einem sehr niedrigen Niveau und entsprechen
etwa der Abgabemenge von rund 6 Kubikmetern pro Sekunde. Aktuell
(14.09.2020) beträgt der Beckenwasserstand, bei leicht fallender
Tendenz, 90,27 Meter NHN. Der Abfluss am Unterpegel Leibsch hat sich
aufgrund der flächendeckenden Niederschläge etwas stabilisiert. Anfang
September erhöhte sich der Abfluss kurzzeitig bis auf 9 m³/s. Im
Spreewald kommt es zu einer stark verzögerten Abgabe von
Niederschlagswasser, sodass die Abflüsse bis Mitte September nur
sukzessive abnahmen. Aktuell beträgt der Abfluss 3,5 Kubikmetern pro
Sekunde und liegt deutlich unter dem mittleren Abfluss für September.
Dieser beträgt für den Referenzzeitraum (1991 – 2017) 11,2 Kubikmetern
pro Sekunde. In den kommenden Tagen muss bei ausbleibenden
Niederschlägen von einer weiteren geringen Abnahme der Abflüsse am
Unterpegel Leibsch ausgegangen werden. Eine Unterschreitung des temporär
festgelegten Mindestabflusses von 1,5 m³/s ist jedoch nicht zu
erwarten. Quelle MLUK v. 16.09.2020
Informationen zur Schwarzen Elster
An der Schwarzen Elster hatten die späten Augustniederschläge
zunächst zu einer Verbesserung der extremen Niedrigwassersituation
beigetragen. Da aber auch in diesem Einzugsgebiet seit Anfang September
weitere nennenswerte Niederschläge ausblieben, verschlechtert sich die
Abflusssituation gegenwärtig. Der trockengefallene Abschnitt der
Schwarzen Elster zwischen Neuwiese und Kleinkoschen, der in Folge der
Niederschläge wieder Wasser führte, fällt nun erneut trocken. Kurzzeitig
konnte der verfügbare Abfluss jedoch genutzt werden, um den
Senftenberger See (Speicherbecken Niemtsch) und den Geierswalder See
(Restloch Koschen) mit Wasser zu versorgen.
Im Stadtgebiet von Senftenberg erfolgt weiterhin die Stützung des Abflusses der Schwarzen Elster durch die Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza.
Der Abfluss am Pegel Biehlen beträgt aktuell 0,47 Kubikmeter pro
Sekunde. Der mittlere Abfluss für diesen Pegel liegt im September
normalerweise bei rund 2,19 Kubikmetern pro Sekunde.
Durch die Augustniederschläge und die kurzeitige Einleitung von Wasser, stieg der Wasserstand im Senftenberger See (Speicherbecken Niemtsch) Anfang September um wenige Zentimeter.
Seither können die Abflüsse der Schwarzen Elster wieder in geringem
Maße durch eine Wasserabgabe gestützt werden. Der Wasserstand des
Senftenberger Sees liegt aktuell bei 98,49 Meter NHN. Der
Wasserstand fällt nur sehr langsam; daher wird es im September keine
Nutzungseinschränkungen für den Senftenberger See geben.“ Quelle MLUK v. 16.09.2020
E. Scholz arbeitet in der Adhoc-AG mit
E. Scholz im Antenne-Interivew mit J. Jahn
Ableiter aus dem Bergbaufolgesee und Speicher Bärwalde
Start der 1. Messkampagne des gemeins. Reviernivellements bei Bad Muskau erfolgt
Vertreter der LVÄ sowie der Bergbauunternehmen trafen sich vor Ort in Bad Muskau zu ersten gemeinsamen Messungen im Grenzübergangsbereich der beiden Bundesländer
Bad Muskau. Die Vermessungsämter der Länder (LVÄ) Brandenburg und
Sachsen sowie die im Lausitzer Braunkohlerevier wirkenden
Bergbauunternehmen LMBV und LEAG werden die im Revier vorhandenen und
regelmäßig beobachteten Nivellementslinien zukünftig einer gemeinsamen
Bearbeitung unterwerfen.
Dazu trafen sich Vertreter der LVÄ sowie der Bergbauunternehmen vor
Ort in Bad Muskau zu ersten gemeinsamen Messungen im
Grenzübergangsbereich der beiden Bundesländer.
Grundlage bilden einschlägige Vorschriften aus dem Vermessungs- und
Bergrecht, aufgrund derer die Höhen im Gebiet des Lausitzer
Braunkohlereviers regelmäßig zu aktualisieren sind. Wegen der
weitgehenden Übereinstimmung der durch die Landesvermessungsbehörden und
die Bergbauunternehmen angelegten Höhenfestpunktnetze ist eine
gemeinsame, abgestimmte und arbeitsteilige Bearbeitung dieser
Höhenfestpunktnetze im gegenseitigen Interesse. Zudem führt die
gemeinsame Höhenbestimmung nach abgestimmten Standards zu einem
länderübergreifend einheitlichen und hinreichend kontrollierten
Höhennachweis für alle Beteiligten.
Dazu wurde eine Rahmenvereinbarung zwischen der LEAG (Lausitz Energie
Bergbau AG), der LMBV (Lausitzer und Mitteldeutsche
Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH), dem GeoSN (Staatsbetrieb
Geobasisinformation und Vermessung Sachsen) sowie der LGB
(Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg) geschlossen.
„Die Vertragsparteien vereinbaren, die im Lausitzer
Braunkohlerevier vorhandenen und regelmäßig zu beobachtenden
Nivellementslinien zukünftig einer gemeinsamen Bearbeitung zu
unterziehen. Grundlage bilden einschlägige Vorschriften aus dem
Vermessungs- und Bergrecht, aufgrund derer die Höhen im Gebiet des
Lausitzer Braunkohlereviers regelmäßig zu aktualisieren sind.
Wegen der weitgehenden Übereinstimmung der durch die
Landesvermessungsbehörden (LVB) und die Bergbauunternehmen (BBU)
angelegten Höhenfestpunktnetze ist eine gemeinsame, abgestimmte und
arbeitsteilige Bearbeitung dieser Höhenfestpunktnetze im allseitigen
Interesse einer effizienten Aufgabenerledigung. Zudem führt die
gemeinsame Höhenbestimmung nach abgestimmten Standards zu einem
einheitlichen und hinreichend kontrollierten Höhennachweis für alle
beteiligten Stellen und deren Nutzer.“
Oben: Gemeinsames Foto mit den Verantwortlichen
Janus Czodrowski, Referatsleiter 32 - Geodätischer Raumbezug - vom Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen,
Stephan Bergweiler, Dezernatsleiter D 21 - Geodätischer Raumbezug - der Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg,
Marko Hein, Leiter der Markscheiderei der LEAG und
Stefan Weber, Mitarbeiter der Markscheiderei der LMBV sowie
den Nivellementstrupps der GMB und des GeoSN bei Bad Muskau.
Feldanweisung der Landesvermessungsbehörden und Bergbauunternehmen für die gemeinsame Aktualisierung der Höhen im Lausitzer Braunkohlerevier erarbeitet
Bad Muskau. Auf Basis dieser länderübergreifend abgestimmten
Rahmenvereinbarung und der darauf fußenden Feldanweisung fand am
15.09.2020 der Start der ersten Messkampagne im Netz 1. Ordnung
unmittelbar an der Landesgrenze zwischen dem Freistaat Sachsen und dem
Land Brandenburg statt.
Die mit den Landesvermessungen abgestimmten Feldanweisung sagt u.a. aus: „Aufgrund
der einschlägigen Vorschriften aus dem Vermessungs- und Bergrecht sind
die Höhen im Gebiet des Lausitzer Braunkohlereviers regelmäßig zu
aktualisieren. Wegen der weitgehenden Übereinstimmung der durch die
Landesvermessungsbehörden (LVB) und die Bergbauunternehmen (BBU)
angelegten Höhenfestpunktnetze ist eine konzertierte und arbeitsteilige
Bearbeitung dieser Höhenfestpunktnetze im allseitigen Interesse an einer
effizienten Aufgabenerledigung.
Zudem führt die gemeinsame Höhenbestimmung nach abgestimmten
Standards zu einem einheitlichen und hinreichend kontrollierten
Höhennachweis. Die Wiederholungsmessungen in der Lausitz sollen sowohl
der Analyse des Höhenänderungsgeschehens dienen als auch der
Bereitstellung von einheitlichen, anforderungsgerechten Höhen in der
Gebietsfläche als Anschlusshöhen für die Vermessungspraxis.
Diese Feldanweisung konzentriert sich auf das digitale
Präzisionsnivellement als das aktuelle für die geforderten Genauigkeiten
geeignete Verfahren. Das Vorhaben der beteiligten Stellen, im Bereich
der Lausitz bis zur Entlassung der Gebiete aus der Bergaufsicht die
Höhen gemeinsam zu aktualisieren, ist jedoch grundsätzlich offen für
alternative oder ergänzende Technologien, sofern diese hinsichtlich
ihrer Genauigkeit und Zuverlässigkeit den rechtlichen Anforderungen
genügen.
Aufgrund der komplexen Thematik kann und soll diese Feldanweisung
kein erschöpfender Leitfaden für alle beim Präzisionsnivellement
anfallenden Tätigkeiten sein. Vielmehr wird auf die anerkannten Regeln
des Präzisionsnivellements mittels Digitalnivellieren verwiesen, die in
den einschlägigen Erlassen, Richtlinien und fachlichen Weisungen der
Landesvermessungsbehörden sowie in den Lehrbüchern und DIN- und
ISO-Normen enthalten sind.“
Foto: Netzentwurf für das Rahmennetz des Lausitzer Braunkohlereviers, Rahmennetzlinien (rot), Anschluss-UF (schwarze Ringe)