Wasser marsch: Zuleiter zum Klinger See fertiggestellt

Senftenberg. Der Zuleiter zum Klinger See wurde in dieser Woche in Betrieb genommen. Mit dem symbolischen Ruf „Wasser marsch!“ begann die kontrollierte Einleitung von Wasser aus der Tranitz in den See bei Jänschwalde.
Über das rund 2,5 Kilometer lange Bauwerk können künftig bis zu einem Kubikmeter Wasser pro Sekunde in den Klinger See eingeleitet werden. Der Zuleiter schafft damit eine wesentliche Voraussetzung für die Flutung des Gewässers. Die Tranitz dient dabei in den Monaten mit Wasserführung als einzige Quelle.
Die Planungen für das Projekt begannen bereits im Jahr 2004 mit der Einreichung der Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren „Herstellung des Klinger Sees". Der entsprechende Beschluss wurde 2018 erteilt. 2020 starteten die Vorarbeiten mit der Baufeldfreimachung der Zuleitertrasse. Im Jahr 2023 begann der Bau des Zuleiters, der Mitte Februar 2026 mit der wasserrechtlichen Bauabnahme abgeschlossen werden konnte. Trotz der technisch anspruchsvollen Bauweise wurden die veranschlagten Baukosten in Höhe von etwa 4,5 Millionen Euro eingehalten. Größere Schwierigkeiten im Bauverlauf traten nicht auf.
Ein zentrales Element der Baumaßnahme war die im Jahr 2022 verlegte 90 Zentimeter starke und knapp 160 m lange Rohrleitung, die den offenen Zuleitergraben mit dem See verbindet und zugleich dem Schutz der Böschung dient. Mithilfe einer ferngesteuerten Raupe wurde das ca. 35 Tonnen schwere Rohr einschließlich der Beschwerung gegen den Auftrieb präzise auf der dafür vorab hergestellten Rampe verlegt.
Realisiert wurde das Bauwerk von der Oehme GmbH aus Dorfchemnitz. Für die technische Planung war das Ingenieurbüro SWECO GmbH aus Finsterwalde verantwortlich.
Neben der technischen Umsetzung spielte auch der ökologische Aspekt eine wichtige Rolle: In den Wegedurchlässen wurden Otterbermen eingebaut, um Tieren sichere und trockene Querungsmöglichkeiten zu bieten. Für den Erosionsschutz der Böschung kamen zudem rund 33 Kilometer Reisigfaschinen zum Einsatz.
Des Weiteren erhielt das Grabenprofil über die gesamte Länge eine geosynthetische Tondichtungsbahn um Wasserverluste durch Versickern in den Untergrund zu verhindern.
Die Bauweise sowie die Lage des Einleitungsortes, mittig im See, wurden so gewählt, dass eine Kurzschlussströmung zum später geplanten Ableiter verhindert wird und zur Verbesserung der Wasserqualität eine gleichmäßige Durchmischung des Sees gewährleistet ist. Die eingeleiteten Wassermengen werden durch die LMBV erfasst und in der WBLR (Wasserbewirtschaftungszentrale Lausitzer Revier) überwacht.
Mit dem neuen Zuleiter verfügt der Klinger See nun über eine funktionsfähige Anlage zur Flutung.

Weitere Projekte am Klinger See sind Oberflächenverdichtungsmaßnahmen auf der kippenseitigen Uferböschung des Klinger Sees, Rekultivierungsmaßnahmen und der Bau des Ableiters in den nächsten Jahren.


Erste Dalben wurden im Sornoer Kanal gesetzt

Schifffahrtstechnische Ausrüstung durch V & C Metzner begonnen

Senftenberg/ OT Kleinkoschen. Seit dem 13. Februar 2026 wurden die ersten Dalben unter winterlichen Wetterbedingungen im Sornoer Kanal (Überleiter 10) im Auftrag der LMBV eingebracht.

Dazu hatte das ausführende Unternehmen Metzner GmbH entsprechende Technik aufgebaut und bis zum 16. Februar 2026 bereits die ersten sieben Dalben in den Kanalgrund von der Landseite aus eingerammt.

Ein Mobilteleskopkran der Kranlogistik Lausitz GmbH mit einer Vibrationsramme M-32 HFV kam dabei zum Einsatz, wie Polier Tony Krüger vom Auftragnehmer Metzner informierte.

Die Rammarbeiten für die ersten Festmach- und Schutz-Dalben wurden trotz witterungsbedingter Herausforderungen, wie Frost, Schnee und acht Zentimeter dickem Eis im Kanal begonnen und werden in den kommenden Tagen weiter umgesetzt.

Parallel wurden am Rosendorfer Kanal (Überleiter 8) die Pontonauftstandsflächen zusammengebaut. Diese zusammengesetzten Pontons sollen für das seeseitige Einbringen der Dalben in den kommenden Tagen genutzt werden. 

Insgesamt werden 25 große Dalben in den beiden Kanälen eingebracht; hinzu kommen noch weitere kleine Markierungsdalben. (MF)

Mobilteleskopkran beim Anschlagen einer Dalbe
Mobilteleskopkran beim Anschlagen einer Dalbe
Einschwenken einer Dalbe
Einschwenken einer Dalbe
Erfolgreiches Einrammen einer Dalbe
Erfolgreiches Einrammen einer Dalbe


Fotos: Tony Krüger (V & C Metzner GmbH) und Magnus Freund (LMBV)

Erste Dalben seeseitig im Sornoer Kanal gesetzt.
Schuten und Technik im ÜL 10 eingefroren
Polier Tony Krüger im Gespräch mit M. Freund


61 Millionen Kubikmeter Wasser für die Flutung und Nachsorge der Lausitzer Bergbaufolgeseen der LMBV

Schwerpunkte des Wassermanagements der LMBV in der Lausitz im Jahr 2025

Senftenberg. Für die Bergbaufolgeseen der LMBV im Lausitzer Revier konnten in 2025 rund 61 Millionen Kubikmeter Wasser für die Flutung und Nachsorge aus den Flüssen genutzt werden, so Maik Ulrich, Leiter der Wasserbewirtschaftungszentrale Lausitzer Revier der LMBV, zu den vorläufigen Flutungszahlen des vergangenen Jahres. In den beiden Vorjahren lagen die genutzten Wassermengen aus den Lausitzer Vorflutern mit rund 89 Mio. m³ (2023) und rund 86 Mio. m³ (2024) auf einem etwas höheren Niveau. Dies hat vor allem mit den bereits weitestgehend abgeschlossenen Flutungsvorgängen zu tun, so dass sich der Fokus stärker hin auf die Bewirtschaftung der vorhandenen LMBV-Bergbaufolgeseen verschoben hat.

Mit rund 47 Mio. m³ wurde der größte Teil des Wassers aus dem Einzugsgebiet der Spree gewonnen. Die Schwarze Elster trug rund 9 Mio. m³ bei, während aus dem Einzugsgebiet der Neiße etwa 5 Mio. m³ herangezogen wurden. Demgegenüber stehen Ausleitungen von 48 Mio. m³ in die Flussgebiete, um etwa die Pegelstände bei Niedrigwasser zu stützen sowie den ökologischen Erhalt zu gewährleisten.

Die Aufteilung der Einleitungen zwischen den Flussgebieten variierte etwas gegenüber den Vorjahren. So konnte in den Vorjahren noch mehr Wasser aus der Lausitzer Neiße in die Bergbaufolgeseen (z. B. 2023 mit 8 Mio. m³) als in 2025 herangeführt werden. Auch die Schwarze Elster lieferte ihrerseits in 2024 noch 17 Mio. m³.

Bezogen auf die Bergbaufolgeseen der LMBV im Lausitzer Revier profitierte 2025 besonders des Speicherbecken Lohsa II mit 16,7 Mio. m³ und der als Wasserspeicher genutzte Bärwalder See mit 14,1 Mio. m³ von den Flutungseinleitungen. Im Brandenburgisch-Sächsischen Grenzgebiet erhielt - mit dem Sedlitzer See als Schwerpunkt - die sogenannte Restlochkette eine Zufuhr von 15 Mio. m³ im Jahr 2025.

Bei den Ausleitungen 2025 stand insbesondere die Spree in der niederschlagsarmen Zeit im Fokus: rund 16,3 Mio. m³ wurden dem Fluss im Jahr 2025 gezielt aus dem Speicher Lohsa II zugeführt und mit 7,2 Mio. m³ Wasser aus dem Speichersee Bärwalde ergänzt. (UST)

Der Sedlitzer See - in der Mitte der Restlochkette - war ein Flutungsschwerpunkt in 2025.

Fotos & Grafiken: LMBV/WBLR

Die Landmarke am Sedlitzer See sowie der Sornoer Kanal - kurz vor der Neugestaltung des Umfelds.
Aus- und Einleitungen im Jahr 2025 - Schwerpunkte des Handelns der WBLR.
Der Speicher Bärwalde.
Einleitmengen Lausitz - Zahlenreihe von 2000 bis 2025 | Quelle: WBLR
Zulauf-Anlage für den Speicher Lohsa II


Holzungen an der Glassandhalde Kleinkoschen sind gestartet

Senftenberg/OT Kleinkoschen. Die angekündigten Arbeiten an der Glassandhalde sind entsprechend dem mit dem Auftragnehmer abgestimmten Bauablaufplan angelaufen. Seit Januar 2026 finden dazu die vorbereitenden Holzungen statt. Die Holzungen erfolgen auf einer ca. acht Hektar großen Bearbeitungsfläche.

Durch die Glassandrückgewinnung verblieb bei Kleinkoschen eine sogenannte Endböschung. Im Rahmen komplexer bodenphysikalischer Untersuchungen wurde festgestellt, dass der trocken verkippte sandige Boden im wassergesättigten Zustand stark verflüssigungsgefährdet und damit nicht standsicher ist. Der Grund für die Wassersättigung im Boden ist im tagebaubedingten Grundwasserwiederanstieg zu finden. Ziel ist es, mit einer Böschungssicherung die bergbaubedingten Gefährdungen zu beseitigen, um die dauerhafte geotechnische und öffentliche Sicherheit wiederherzustellen.

Das entsprechende RDV-Trägergerät wurde in der dritten Januarwoche angeliefert und wird nun sukzessive aufgebaut und aufgerüstet. Die konkreten Rüttelverdichtungs-Arbeiten sollen dann im März 2026 beginnen.

Die Verdichtungsarbeiten sollen auf einer 49 Meter breiten Trasse umgesetzt werden. Es wird ein etwa 921 Meter langer versteckter Damm bis zum Tagebauliegenden hergestellt. Dabei sind Teufen von 30 bis 46 Meter zu verdichten. Diese Arbeiten sind derzeit bis zum Sommer 2027 geplant. Eine Wiederaufforstung wird unmittelbar nach Abschluss der Sanierungsarbeiten unter Beachtung der Bodenverhältnisse mit standortsgerechten Baum- und Straucharten erfolgen. Zum Schutz des Umfeldes und zur Beweissicherung erfolgt parallel ein umfangreiches baubegleitendes Mess- und Kontrollprogramm. (UST)

Bauschild für die Sicherung der Glassandhalde
Fotos: Uwe Steinhuber | LMBV


Erneute Dialogveranstaltung in Kostebrau

Senftenberg/Kostebrau. Durchaus lebhaft ging es bei einer neuerlichen Informationsveranstaltung zur geplanten EHS-Monodeponie am 16. Januar in der Mehrzweckhalle Kostebrau zu. Etwa 60 Anwohner – und damit deutlich weniger als bei der Auftaktveranstaltung im Jahr 2023 – aus dem unmittelbaren Projektumfeld waren gekommen, um sich die unterschiedlichen Sichtweisen von LMBV und Vertretern der Bürgerinitiative anzuhören, die das Projekt ablehnt. Im Vorfeld hatten sich Vertreter des Bergbausanierers mit denen des Ortsbeirats und der BI getroffen und über den Ablauf der Veranstaltung verständigt. Erstmals wurde somit nicht nur der LMBV, sondern auch den Anwohnern eine Bühne geboten, um ihre Perspektive in einem Vortrag einzubringen.

In der Veranstaltung, zu der der Ortsbeirat Kostebrau eingeladen hatte, stellte für die LMBV zunächst Sven Radigk, Leiter der Projektgruppe Gewässergüte Fließgewässer Lausitz, den Planungsstand vor. Demnach wurden die Vorplanungen im Herbst 2025 abgeschlossen und im Dezember eine sogenannte Tischvorlage bei der Genehmigungsbehörde, dem LBGR, eingereicht. Die Deponie wird eine Basis- und eine Oberflächenabdichtung erhalten. Die EHS-Aufbereitungsanlage nebst Betriebsgebäuden wird sich unmittelbar neben dem Deponiekörper befinden. Die Behandlungshallen, in denen der Eisenhydroxidschlamm durch Zusatzstoffe „einbaufähig“ gemacht wird, sind überdacht. Damit geht die LMBV auch auf vorgebrachte Einwände wegen vermeintlicher Staubbelästigung ein. Diese ist laut Radigk aber schon deshalb abwegig, weil das EHS mit hoher Feuchtigkeit angeliefert wird. Das Transportaufkommen ist – im Vergleich zu anderen Maßnahmen in derselben Region – überschaubar. Nach bisherigen Berechnungen werden täglich rund 10 volle Lkw zur Deponie fahren – und leer wieder zurück. Die Anbindung erfolgt über die L60. Aktuell läuft die Vorbereitung des abfallrechtlichen Planfeststellungsverfahrens, für das voraussichtlich 2027 der Antrag eingereicht werden soll. Bei erfolgter Genehmigung und nach der Ausschreibung der Bauleistungen könnte die Deponie 2035 ihre Arbeit aufnehmen.

Für die Bürgerinitiative gegen den Bau der Deponie an dieser Stelle, einem Betriebsgelände der LMBV, erneuerte Michael Kirbis als Referent die Einwände. Dabei wurde u.a. die Standortauswahl kritisiert und die Unbedenklichkeit des zu deponierenden EHS angezweifelt. Kirbis ging darauf ein, dass Kostebrau schon seit vielen Jahrzehnten durch den Bergbau vorbelastet sei. Als Risiken wurden u.a. Umweltbelastungen und Langzeitwirkungen benannt.

Gefordert wurde z.B. eine Aussetzung des Genehmigungsverfahrens, aber auch eine dauerhafte Beobachtung und Überwachung der Deponie, sichere Nachsorgekonzepte sowie Transparenz bei Finanzierungs- und Haftungsfragen. Fragen der Anwohner bezogen sich nach den zwei Vorträgen außerdem auf das Thema Grundwasser und den Umgang mit dem Wasser, das dem EHS entzogen wird. Am Rande der Veranstaltung wurde ein zusätzlicher Fragenkatalog an die LMBV überreicht.

S. Radigk stellte indes klar, dass die Entscheidung über den Bau der Deponie letztlich bei der Genehmigungsbehörde liegt. Die LMBV bot Exkursionen zum Baggerfeld 116, zur Wasserbehandlungsanlage Plessa und zur Vorsperre Bühlow an, an denen auch die Kostebrauer teilnehmen können. Knapp 20 Anwohner trugen sich in die Liste ein, die meisten Interessenten gab es für eine Besichtigung des Standortes am Baggerfeld 116. (KHM)

Etwa 60 Gäste kamen zur Informationsveranstaltung in die Mehrzweckhalle Kostebrau.


Reges Interesse am B 97-Testfeld und dem Rütteldruckverdichtungsverfahren

Burgneudorfer brachten viele Fragen zur Info-Veranstaltung in die Grundschule mit

Spreetal. Ein Testfeld zur Vorbereitung der LMBV-Sanierungsarbeiten der B97 warf kürzlich in Burgneudorf viele Fragen auf: Aus welchen Gründen fiel die Wahl genau auf diesen Standort? Müssen die Anwohner mit Lärmbelästigungen rechnen? Welche Arbeitszeiten sind geplant? Die Informationsveranstaltung der LMBV zum Testfeld in der Grundschule Burgneudorf klärte auf.

Holger Uibrig, Abteilungsleiter Planung Ostsachsen der LMBV und Dr. Michael Dennhardt, Sachverständiger für Geotechnik (CDM Smith), informierten am 15. Januar bei einer Abendveranstaltung in der Burgneudorfer Grundschule über den aktuellen Stand der Planung der Sanierung der B97 und S130, erläuterten die Ziele des Testfeldes und beantworten die Fragen der interessierten Gäste. Marco Beer, Bürgermeister der Gemeinde Spreetal, hatte im Vorfeld dafür geworben, aktiv das Gespräch mit den Anwohnern zu suchen.

Nachdem die aufwendigen Vorplanungen abgeschlossen sind, wird nun der Genehmigungsantrag mit all seinen Anforderungen erarbeitet, berichtete Holger Uibrig. Beabsichtigt sei, den Antrag spätestens Ende des Jahres 2028 einzureichen. Abhängig von der Dauer des Genehmigungsverfahrens würde die Sanierungsmaßnahme Anfang der 2030er-Jahre beginnen.    

Da mit der zwingend erforderlichen Sanierung der B97 und S130 in einem Abschnitt zwischen Spreetal und Hoyerswerda eine mehrjährige Sperrung beider Straßen verbunden ist, soll der Einsatz der Technologie so weit optimiert werden, dass die Dauer der Sperrung so kurz wie möglich gehalten wird und die Straßen danach wieder gefahrlos befahrbar sind.

Genau dafür werde das Testfeld benötigt, betonte Dr. Dennhardt. Einen erheblichen Einfluss auf die Dauer der Maßnahme habe der Abstand, in dem die Lanzen bei der Rütteldruckverdichtung (RDV) in den Boden getrieben werden. Der Experte spricht in diesem Zusammenhang von einem Raster. Wenn beispielsweise für das Raster Abstände von 4 mal 4 Meter genutzt werden könnten, kämen die Arbeiten deutlich schneller voran als bei einem Raster von 3 mal 3 Metern. Zugleich würde mit dem Testfeld ermittelt, wieviel Boden zur Wiederauffüllung gebraucht werde, aber auch was für ein Mess- und Kontrollprogramm angewendet werden müsste, um einen jederzeit sicheren Betrieb zu gewährleisten.

Ein geeigneter Standort für das Testfeld sei nach einer ganzen Reihe von Kriterien gründlich ermittelt worden, ging Dennhardt auf eine Frage aus dem Publikum ein. Anforderungen seien unter anderem vergleichbare Bodenverhältnisse mit dem Straßenuntergrund und zugleich relativ gleichmäßige Verhältnisse innerhalb des Testfeldes gewesen. Dafür wurden die im Areal überall vorhandenen Drucksondierungen ausgewertet. Zugleich spielten die Flächenverfügbarkeit als auch die Zugänglichkeit eine Rolle. Aus insgesamt fünf geeigneten Standorten habe sich dieser als bester erwiesen, so Dennhardt.

Das Testfeld werde eine Größe von nicht ganz 4 Fußballfeldern haben, informierte LMBV-Planungsleiter Uibrig. Die Arbeiten würden Ende 2026 oder Anfang 2027 beginnen und rund ein Jahr in Anspruch nehmen. Etwaige Belastungen für die Anwohner sollten vermieden oder zumindest auf ein Minimum reduziert werden. Dazu würden ein Lärmmonitoring installiert, Schwingungsmessungen vorgenommen und Gebäude beweisgesichert. Bei entsprechenden Anzeichen könne technologisch auf verschiedene Weise nachgesteuert werden.

Die LMBV-Unternehmenskommunikation informierte, dass die LMBV in diesem Sommer am Knappensee einen Baustellentag plant. Dort könnte die Technologie der Rütteldruckverdichtung aus der Nähe betrachtet und mit Anwohnern aus dem dortigen Projektumfeld über deren Erfahrungen gesprochen werden.

Die LMBV kündigte an, dass diese Info-Veranstaltung ein Auftakt war. Bei entsprechenden Planungsfortschritten würde erneut eingeladen und informiert. Anfragen könnten jederzeit an die LMBV gerichtet werden. Kontaktadressen ebenso wie aktuelle Informationen seien auf der Internetseite des Projekts unter www.b97-sanierung.de zu finden. (KHM)


Übergabe eines Fördermittelbescheides zur Umfeldgestaltung an der Landmarke erfolgt

Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg erhält dafür rund 1,2 Mio. Euro

Senftenberg/OT Großkoschen. Am 15. Januar 2026 hat die Ministerin und Chefin der Staatskanzlei des Landes Brandenburg, Kathrin Schneider, einen Fördermittelbescheides über 1,2 Mio. Euro an den Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg, Detlev Wurzler, im Beisein von OSL-Landrat Siegurd Heinze und LMBV-Chef Bernd Sablotny sowie weiteren Gästen überreicht.

Der Zweckverband entwickelt derzeit den Erlebnisstandort der Landmarke „Rostiger Nagel“ im Lausitzer Seenland weiter. In den vergangenen Jahren ist die touristische Bedeutung dieses Aussichtsturms stetig gestiegen, was sich in dem großen Interesse der Besucher – etwa 144.000 im zurückliegenden Jahr 2025 – wieder spiegelt. Im Zuge der Neugestaltung soll das Umfeld des „Rostigen Nagels“ nun bis zum Frühjahr 2026 weiter aufgewertet und den aktuellen Bedürfnissen der touristischen Nutzung angepasst werden. Die LMBV errichtet parallel unweit der Landmarke eine Anlandestelle im Zuge der noch umzusetzenden schifffahrtstechnischen Ausrüstung des Sornoer Kanals.

D. Wurzler dankte dem Land Brandenburg und der ILB für diese Förderung. Der Verbandsvorsitzende S. Heinze betonte, dass die Förderung zum richtigen Zeitpunkt komme, wo doch der Sedlitzer See in diesem Jahr im Mittelpunkt des LMBV-Sanierungsgeschehens stehen werde, nach dem Motto: „LMBV macht aus grau jetzt blau.“ B. Sablotny bedankte sich bei allen Teilnehmern für das konzentrierte Hinarbeiten auf die Saisonnutzung am Sedlitzer See. Bereits zum Mai 2026 soll die Marina Sedlitz in Nutzung gehen können und der Seenverbund über die Kanäle ab 29. Juni 2026 nun noch eher in der Saison ermöglicht werden. (UST)

Planungsunterlage des ZV LSB
Fotos: Uwe Steinhuber | LMBV


Wir sind schneller: „Fünf Seen – ein Verbund“

Freigabe der Überleiter im Lausitzer Seenverbund kommt bereits zum 29. Juni 2026

Senftenberg. Am 13. Januar 2026 haben sich in Großkoschen bei der regelmäßigen Statusberatung zum Fortgang in der Restlochkette die Vertreter von Landesregierungen, Behörden, Zweckverbänden, der Landkreise und Kommunen mit dem Bergbausanierer LMBV gemeinsam darauf verständigt, den Seenverbund in der Restlochkette auf den

29. Juni 2026 vorzuziehen.

Der Sedlitzer See soll Anfang Mai 2026 für die Schifffahrt und den Gemeingebrauch freigegeben werden. In den nächsten Monaten werden die letzten Voraussetzungen geschaffen, damit bis dahin die erste Wassersportsaison auf dem Sedlitzer See möglich wird. Parallel wird die LMBV die Überleiter 8, 10 und 11 so weit ausstatten, dass Freizeitkapitäne den Verbund der fünf Bergbaufolgeseen ab dem 29. Juni 2026 nutzen können. (UST)

Foto vom Lausitzer Seenland | Steffen Rasche für LMBV


Warnung: Eisflächen auf Bergbaufolgeseen und Speichern nicht betreten!

Senftenberg. Aufgrund der aktuell niedrigen Temperaturen warnt auch die LMBV davor, Eisflächen auf Bergbaufolgeseen und anderen Wasserspeichern zu betreten. Durch die wechselnden Wasserspiegel ist das Eis oft nicht tragfähig. Bei Betreten besteht deshalb Lebensgefahr!

Insbesondere in den Speichern und den unterhalb liegenden Fließgewässern ändern sich durch die aktive Bewirtschaftung Wasserstände häufig. Dadurch entstehen unter dem Eis gefährliche Hohlräume und Spannungen im Eis, welche urplötzlich zum Aufbruch der Eisfläche führen.

Auch die Flüsse sind ständig in Bewegung. Deshalb sind sie meistens nicht vollständig zugefroren. Randeis an den Ufern kann leicht abbrechen, da sich durch die ständig wechselnden Wasserstände auch hier Hohlräume bilden.

Gerade auf Kinder haben zugefrorene Flüsse und Seen oft eine große Anziehungskraft. Deshalb sollten Eltern ihren Kindern die Gefahren beim Betreten von Eisflächen immer wieder vermitteln und durch eigenes, richtiges Verhalten Vorbild sein. (UST / mit LTV)

Symbolfoto: Eiszapfen am Bergbaufolgesee


Freigabe der Landesstraße 60 zwischen Lauchhammer und Finsterwalde nach umfangreicher Sanierung

Senftenberg/Lauchhammer. Mit der Fertigstellung der Brücke am Abzweig Lichterfelder Straße erfolgte am 18. Dezember 2025 die Freigabe der L60 zwischen Kleinleipisch und Lichterfeld. Mirko Buhr, Bürgermeister der Stadt Lauchhammer, und LMBV-Abteilungsleiter Michael Matthes gaben gemeinsam mit Dr. Justus Metzner, Geschäftsführer der Metzner GmbH, Michael Kerger vom Bauamt des Amtes Kleine Elster und Sören Miertzsch, Leiter der Straßenmeisterei Schwarzheide, die Straße durch einen symbolischen Banddurchschnitt zur Nutzung frei. Damit endet ein jahrzehntelanges Kapitel des Neubaus und der Sanierung der L60.

Die Landesstraße zwischen den Ortsteilen Schipkau, Kostebrau, Lauchhammer-Ost und Lichterfeld wurde seit 2014 in mehreren Straßenabschnitten auf einer Länge von elf Kilometern saniert. Sie führt über die Kippenmassive der ehemaligen Tagebaue Kleinleipisch, Friedländer, Anna-Süd sowie Marie-Anne I und IV. „Da die Befahrbarkeit der Straßentrassen auch nach Abschluss des Grundwasserwiederanstiegs zu gewährleisten ist, bestand für die LMBV eine Sanierungspflicht für die Endsicherung des Untergrundes der Trasse“, erklärte Michael Matthes.

Im Rahmen der Sanierung wurden Medien umverlegt und der vorhandene Straßenkörper rückgebaut. Die Sicherung des Untergrundes auf einem ca. 15 m breiten Geländestreifen wurde mittels Einbaus eines geogitterbewährten Sicherungspolsters mit einer Kronenbreite von ca. 10 - 11 m und Flankenneigungen von 1:1,5 realisiert. Anschließend wurde der Straßenoberbau hergestellt und die verkehrstechnische Umgestaltung von Kurvenradien und Straßenkuppen in einzelnen Abschnitten vorgenommen.

Im Zuge der Straßensanierung wurden weiterhin die Brücke Schwarze Keute errichtet und Teile der ehemaligen Flutungsleitung zum Bergheider See zurückgebaut. Das neue Brückenbauwerk zielt darauf ab, die Vorflutverbindung zwischen der Schwarze Keute, dem Restloch 113 und dem Restloch 75/99, sicherzustellen. Von 2018 bis 2022 wurden Rütteldruck- und Rüttelstopfverdichtungen als baugrundverbessernde Maßnahmen durchgeführt. Die Brücke ist ca. 35 Meter lang; die Stützweite beträgt 9,30 Meter. Die Straße über der Brücke wurde auf rund 600 Meter neu errichtet. Nachauftragnehmer der Firma Metzner war Hentschke Bau, welche den Brückenbau übernommen haben.

Mit dem Abschluss der Beschilderungs- und Markierungsarbeiten auf der L60 erfolgte nun die Verkehrsfreigabe. Die Umfahrung wird in naher Zukunft zurückgebaut. Finanziert wurde die Maßnahme über den §2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung. Die Gesamtkosten der Sanierung aller Straßenabschnitte belaufen sich auf rund 13,5 Mio Euro. Im Umfeld der L60 sind in den kommenden Jahren weitere Arbeiten im Rahmen der bergbaulichen Sanierung geplant. Dazu gehören der Rückbau der alten Flutungsleitung sowie das Auffüllen von Tieflagen; die Befahrbarkeit der L60 wird von diesen Maßnahmen jedoch nicht betroffen sein.

Fotos: Gernot Menzel für LMBV


LTV: Länderübergreifende Studie zum Wasserhaushalt Lausitz beauftragt

Pirna. Der Wasserhaushalt der Lausitz wurde in den letzten 100 Jahren durch den Braunkohlebergbau massiv beeinflusst und verändert. Mit dem Kohleausstieg und den Klimaveränderungen wird die verfügbare Wassermenge, das sogenannte Wasserdargebot, in den Lausitzer Flüssen weiter zurückgehen. Unter diesen Randbedingungen einen weitgehend selbstregulierenden Wasserhaushalt in der Lausitz aufzubauen, ist eine Generationenaufgabe und wird Jahrzehnte dauern. Die Vorbereitungen dafür laufen jedoch bereits.

So wurde unter anderem in diesem Jahr mit der Bearbeitung einer Speicherstudie begonnen, in der nach Optimierungspotenzialen bestehender Talsperren, Wasserspeicher und Bergbaufolgeseen in den Einzugsgebieten der Spree und der Schwarzen Elster gesucht wird. Dabei werden unter anderem die Bewirtschaftung der Stauanlagen sowie die Auswirkungen einer möglichen Vergrößerung der Stauräume unter die Lupe genommen. Untersucht wird auch, welche Effekte eine Verbundbewirtschaftung bestehender Speicher haben könnte, um Wasserdefizite besser ausgleichen zu können und die Anlagenbewirtschaftung klimaresilienter auszugestalten. Die Ergebnisse sollen im Frühjahr 2027 vorliegen.

Die Speicherstudie wurde in Abstimmung mit der länderübergreifenden Arbeitsgruppe „Flussgebietsbewirtschaftung Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße“ - in der auch die LMBV vertreten ist - vorbereitet und durch die Landestalsperrenverwaltung Sachsen beauftragt. Ihre Erstellung wird durch die Geschäftsstelle Lausitz* koordiniert. Die Studie kostet rund 170.000 Euro, finanziert durch den Europäischen Just Transition Funds (JTF) sowie aus Mitteln des Freistaates Sachsen. Sie ist eine von mehreren Studien, die durch die Landestalsperrenverwaltung Sachsen zum Thema Wasserhaushalt Lausitz laufen oder noch beauftragt werden sollen. Insgesamt stehen ihr dafür rund 1,79 Millionen Euro aus Landes- und EU-Mitteln zur Verfügung.

*Die Geschäftsstelle Lausitz wurde durch die Landestalsperrenverwaltung für die länderübergreifende Arbeitsgruppe „Flussgebietsbewirtschaftung Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße“ eingerichtet. Mitglieder der Arbeitsgruppe sind unter anderem die Bundesländer Brandenburg, Sachsen und Berlin. Finanziert wird die Geschäftsstelle durch den Just Transition Fund der EU sowie Mitteln aus dem sächsischen Haushalt.

Die vier Mitarbeitenden der Geschäftsstelle koordinieren Untersuchungen zum Wasserhaushalt Lausitz und sind für das Datenmanagement verantwortlich. Zudem begleiten sie die Weiterentwicklung eines Flussgebietsmodells, das die Grundlage für eine langfristige Bewirtschaftung der Flussgebiete Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße bildet. Genutzt werden soll das Modell zudem, um wasserwirtschaftliche Planungen besser bewerten zu können und diese in das strategische Wassermanagement einzuordnen.

Quelle: PM der LTV v. 15.12.2025

Symbol-Fotos von LMBV-Speichern - Autor St. Rasche


LDS gibt weitere Flächen auf Geierswalder und Partwitzer See für die Schifffahrt frei

Dresden/Elsterheide. Die Landesdirektion Sachsen (LDS) hat weitere Flächen auf dem Geierswalder und dem Partwitzer Sees für die Schifffahrt freigegeben. »Wir entwickeln die Schifffahrt auf sächsischen Seen weiter – mit Augenmaß, damit Tourismus, Bootssport und Wirtschaft wachsen und gleichzeitig die Natur weiter atmen kann. Nur so können die Regionen rund um die Seen nachhaltig davon profitieren«, so Béla Bélafi, LDS-Präsident.

Auf dem Geierswalder See betrifft dies Wasserflächen am südwestlichen und am nordwestlichen Ufer. Aus Naturschutzgründen wird ein Teil der Fläche am nordwestlichen Ufer jährlich vom 1. März bis 30. September gesperrt.

Auf dem Partwitzer See werden Wasserflächen am Süd- und Südwestufer, am Ufer nördlich des Barbara-Kanals sowie im nördlichen Seegebiet erstmalig für die Schifffahrt nutzbar. Ein Teil der Fläche am Südwestufer ist jährlich vom 1. März bis zum 30. September ebenfalls aus Gründen des Naturschutzes gesperrt.

Die freigegebenen Flächen waren bisher geotechnische Sperrgebiete. Die Fortschritte der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) bei den Sanierungsarbeiten, insbesondere bei der Herstellung der Standsicherheit, machten die Freigabe für die Schifffahrt möglich. Die Flächen können, wie die bisher freigegebenen Seeflächen, mit Fahrgastschiffen, motorangetriebenen Sportbooten sowie mit Sportbooten ohne Motor befahren werden.

Die Freigaben und temporären Sperrungen erfolgen mittels wasserrechtlicher und schifffahrtsrechtlicher Allgemeinverfügungen. Diese umfassen Karten mit genauer Verortung der Flächen. Die Bekanntmachung erfolgt im Amtsblatt der Gemeinde Elsterheide vom 12.12.2025. Die Allgemeinverfügungen werden am 13.12.2025 wirksam.

Die LDS hat bisher große Teile der auf sächsischem Territorium liegenden Seefläche des Geierswalder Sees in den Jahren 2013 und 2018 für die Schifffahrt freigegeben. 2019 folgten Teile des Partwitzer Sees und der Barbara-Kanal, der beide Seen verbindet. Im Jahr 2024 wurden die Genehmigung für die Marina und einen Fahrgastschiffsanleger am Partwitzer See sowie die Freigabe weiterer Gewässerstrecken für die Schifffahrt erteilt.

Quelle: PM der LDS v. 12.12.2025

Übersichtskarte über die schiffbaren Gewässerstrecken auf dem Geierswalder See und Partwitzer See (Stand 12. Dezember 2025)
Foto: LMBV


Barbarafeier der LMBV im dreißigsten Jubiläumsjahr in Cottbus

Senftenberg/Cottbus. Am 4. Dezember 2025 wurde die traditionelle Barbarafeier der Bergbausanierer im Lausitzer Revier – diesmal in Cottbus – ausgerichtet. Rund 800 Gäste waren der Einladung gefolgt und konnten eine stimmungsvolle Veranstaltung erleben.

Als Ehrengäste konnte der kaufmännische Geschäftsführer Torsten Safarik die Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland Elisabeth Kaiser vom Bundesministerium der Finanzen und in Vertretung des Ministerpräsidenten Dr. Dietmar Woidke den Wirtschaftsminister Daniel Keller in der Messehalle der CMT begrüßen. Er überbrachte herzliche Grüße des Ministerpräsidenten, der Folgendes ausrichten ließ: „Seit 30 Jahren sorgt die LMBV erfolgreich dafür, dass aus den ehemaligen Tagebauflächen in der Lausitz und im Mitteldeutschen Revier wertvolle Lebensräume und attraktive Seenlandschaften entstehen. Dass dieses Jubiläum mit der Barbarafeier zusammen gefeiert wird, symbolisiert die enge Verbindung zwischen traditionellem Bergbau und modernem Strukturwandel. Ihre Arbeit ist ein bedeutender Beitrag für die nachhaltige Entwicklung Brandenburgs und die Zukunft der Region. Im Namen der Landesregierung danke ich allen Beschäftigten für ihr Engagement und ihre jahrelange, erfolgreiche Arbeit. Gemeinsam blicken wir auf eine erfolgreiche Vergangenheit und auf die vor uns liegenden Aufgaben. Glückauf!

Bernd Sablotny hob bei seinem Rückblick auf das Jahr 2025 hervor, dass die LMBV als ein Unternehmen handelt, das versteht, dass Sanierung nicht geradlinig verläuft, sondern sich ständig verändert: von Großprojekten hin zu langfristiger Gewässerbewirtschaftung, von der bergtechnischen Sanierung hin zu Ewigkeitslasten, die Generationen begleiten werden.

Staatsministerin Kaiser betonte in ihrem Grußwort die Rolle der LMBV im noch laufenden Strukturwandel in den ostdeutschen Revieren und zeigte eine hohe Wertschätzung für all die sichtbaren Ergebnisse des Landschaftswandels durch das Wirken der Bergbausanierer. "Was hier – auf der größten Landschaftsbaustelle Europas – in den vergangenen drei Jahrzehnten entstanden ist, ist wahrlich beeindruckend. Trostlose „Mondlandschaften“ haben sich in attraktive Naherholungsgebiete verwandelt. Mit vielfältigen und naturnahen Freizeit- und Tourismusangeboten, mit intakter Land- und Forstwirtschaft."

Ministerpräsident Michael Kretschmer, der wegen kurzfristiger Verpflichtungen in Berlin nicht selbst in Cottbus präsent sein konnte, schrieb in einem Grußwort: „Seit drei Jahrzehnten verwandelt die LMBV die Altlasten des Bergbaus in lebenswerte Zukunftsräume. Von der Bodensanierung bis zum selbstregulierenden Wasserhaushalt: durch die wertvolle Arbeit der LMBV entstehen neue Chancen für Natur, Tourismus und die wirtschaftliche Entwicklung. Sie legt das Fundament für einen erfolgreichen Strukturwandel unserer Kohleregionen. Die Regionen, die einst unseren Wohlstand unter großen Belastungen getragen haben, verdienen weiterhin Planungssicherheit, Anerkennung und eine starke Perspektive.“

Weitere Auszüge aus dem Bericht von Bernd Sablotny: "Wer heute auf die LMBV schaut, sieht ein Unternehmen, das sich ständig verändert – und das sich gerade durch diese Fähigkeit zum Wandel definiert. Unsere Geschichte beginnt nicht als Sanierer, nicht als Gestalter neuer Landschaften, sondern als Erbe einer jahrzehntelang geprägten Bergbauindustrie. Und sie beginnt mit einer riesigen Aufgabe: die Hinterlassenschaften eines industriellen Zeitalters nicht nur stillzulegen, zurückzubauen und zu sichern, sondern in lebenswerte Räume zu verwandeln, Perspektiven zu schaffen.

Mit dem ersten Verwaltungsabkommen 1992 wurden die Grundlagen gelegt. 1995 folgte durch die Verschmelzung von LBV und MBV die Bildung der LMBV – und damit der Startpunkt für eine Aufgabe, deren Dimension man in der Anfangszeit kaum ermessen konnte. Damals ging es um schiere Masse: riesige Kippenflächen, offene Tagebaue, 1.200 km instabile Böschungen, Gewässer, die diese Bezeichnung kaum verdienten. Die Region war im Umbruch – und wir mittendrin, als Feuerwehr, als Krisenmanager, als Verwalter eines Erbes, das größer war, als es viele von außen ahnten.

Die 1990er Jahre waren eine Phase, die man rückblickend kaum greifen kann. Das Tempo war enorm. Was gestern noch ein aktiver Tagebau war, befand sich heute in der Stilllegung – und ging morgen bereits einen ersten Schritt in Richtung Rekultivierung. Wir mussten gleichzeitig planen, sichern, zurückbauen, verhandeln, erklären. Und wir mussten lernen, wie man eine Region umbaut, die zuvor über Jahrzehnte durch und für den Braunkohlebergbau gestaltet worden war.

Im Laufe der Jahre veränderte sich der Charakter unserer Arbeit. Aus Rückbau wurde Sanierung. Aus Sicherung wurde Gestaltung. Aus der Beseitigung akuter Gefahren wurde ein langfristiges Management geotechnischer und hydrologischer Prozesse. Doch jede Phase brachte ihre eigenen Zäsuren mit sich – und manche von ihnen waren schmerzhaft.

2009 hat die Rutschung am Concordia See in Nachterstedt das ganze Land aufgerüttelt. Für uns war sie ein tiefgreifender Einschnitt. Sie hat allen Beteiligten  drastisch vor Augen geführt, welche Verantwortung wir tragen. Die geotechnische Sicherheit wurde neu justiert. Methoden wurden hinterfragt, Modelle weiterentwickelt, Überwachungssysteme verbessert. Nachterstedt war ein Wendepunkt – nicht, weil wir versagt hätten, sondern weil wir begriffen, dass Sanierung kein lineares Projekt ist, sondern ein dynamischer Prozess.

Ähnlich prägend war das Setzungsfließen der Innenkippe im ehemaligen Tagebau Spreetal im Jahr 2010. Diese Ereignisse haben uns gezeigt, wie komplex das Zusammenspiel aus Kippenmaterial, Grundwasser sowie inneren und äußeren Initialen ist – und wie schnell sich Rahmenbedingungen ändern können. Sie haben uns geschärft. Sie haben uns zu einem Unternehmen gemacht, das Risiken nicht nur reaktiv begegnet, sondern vorausdenkend. In 2023 haben wir die sog. Innenkippenpriorisierung auf den Weg gebracht, um in den nächsten 15 bis 20 Jahren ca. 80 % der ca. 300 km² Sperrflächen wieder freigeben zu können.

Die aktuelle Situation am Störmthaler Kanal zeigt ebenfalls, wie sich die Randbedingungen jederzeit ändern können. Grundwasserstand, suffosionsgefährdete Böden und ein Schleusenbauwerk, das im Nachhinein gesehen doch einige Defizite aufweist, machten seit 2021 ständig neue Sicherungsmaßnahmen erforderlich. Anfang November diesen Jahres zeigten sich Setzungen, die eine entstehende innere Erosion vermuten ließen. Sofortiges Handeln war erforderlich, noch in diesem Jahr werden die gerade errichteten Stützkörper im Oberwasser des Kanals erweitert. Es sind genau diese Momente, in denen sich zeigt, wofür die LMBV steht: Wir reagieren schnell, wir handeln konsequent, und wir entwickeln Lösungen, um den auftretenden Risiken zu begegnen.

Ab 2010 kamen zunehmend auch Gewässerthemen hinzu. Mit dem Grundwasserwiederanstieg und dem Grundwasserschluss der Fließgewässer zeigten sich erste Verockerungserscheinungen – gesellschaftlich ein Reizthema. Wir mussten Lösungen finden, insbesondere für die Spree, kurz-, mittel- und langfristig. In einem ersten Schritt mussten wir die Spree bekalken und die Vorsperre Bühlow als Absetzbecken nutzen. In einem zweiten Schritt sind wir mit unseren Modularen Grundwasserreinigungsanlagen an der Spree die Hotspots gezielt angegangen. Aktuell arbeiten wir an dem großen Ziel, die Spree bis Anfang der 2040er Jahre in ein klares Gewässer zu verwandeln. Dazu sind drei Vorhaben erforderlich: Erstens der Bau einer Dichtwand an der Spreewitzer Rinne, zweitens die Errichtung von Brunnenriegeln und Überleitung der ungereinigten Wässer nach Schwarze Pumpe sowie drittens der Ausbau der Grubenwassereinigungsanlage in Schwarze Pumpe. Zum Schutz der Schwarzen Elster ertüchtigen wir derzeit die GWRA Pößnitz und haben Ende November die WBA Plessa in Betrieb nehmen können.

Vor gut 25 Jahren wurde die Flutungszentrale in der Lausitz gebildet, um den Flutungsprozess der Tagebaurestlöcher in Abstimmung mit den Ländern und der LEAG zielgerichtet angehen zu können. Dieser Prozess ist weitestgehend abgeschlossen. Jetzt müssen wir uns um die Bewirtschaftung der Tagebaurestseen nach Menge und Güte kümmern. Dies alles in Wechselwirkung mit dem schwankenden Wasserdargebot von Spree, Neiße und Schwarzer Elster. Folgerichtig haben wir die Flutungszentrale im September in Wasserbewirtschaftungszentrale Lausitzer Revier (WBLR) umbenannt. Eine Aufgabe, die dauerhaft wahrzunehmen ist und Ende der 2030er Jahre in staatliche Hände übergehen soll.

Nach 30 Jahren Sanierung ist es jetzt an der Zeit, sich aus der Fläche zurückzuziehen. Von 84.000 ha standen Ende 2023 noch 75.000 ha unter Bergaufsicht. In Mitteldeutschland können wir in den nächsten beiden Jahrzehnten für ca. 90% der Flächen und Anlagen das Ende der Bergaufsicht erreichen. In der Lausitz sind wir dagegen noch im aktiven Sanierungsprozess gebunden. Dabei ist das Ende der Bergaufsicht nur ein wichtiger erster Schritt. Für den Rückzug aus der Fläche ist die Unterhaltungslast für die entstandenen Gewässer an die Länder und Kommunen zu übergeben, die Liegenschaften zu bereinigen und das Monitoring zu beenden oder an die zuständigen Fachbehörden zu übertragen. Mit dem Tagebau Merseburg-Ost haben wir in 2024 bereits die ersten drei Schritte erfolgreich abschließen können.

All dies klingt technokratisch, sanierungstechnisch eben. Schauen wir auf die Landschaften im Wandel, sehen wir – nicht ohne Stolz - , was wir gemeinsam, die LMBV, der Bund, die Länder und die Regionen, erreicht haben. In Mitteldeutschland der Geiseltalsee, die Goitzsche, der Cospudener, der Zwenkauer, der Störmthaler und der Markkleeberger See. In der Lausitz der Berzdorfer, der Bärwalder, der Geierswalder, der Partwitzer und der Großräschener See, die sich hervorragend entwickeln, um nur einige Seen zu nennen. Im nächsten Jahr kommen der Sedlitzer See und am 31.07.2026 die Überleiter der Restlochkette hinzu.

Der Bereich Kali-Spat-Erz wurde 2014 durch die Verschmelzung von GVV und LMBV Teil unseres Unternehmens. Dort waren und sind die Arbeiten schon weit fortgeschritten. Bis auf Restleistungen in der Verwahrung der Gruben, haben wir dort Anlagen zu betreiben, um die Ewigkeitslasten des Bergbaus zu bewältigen. Aktuell bauen wir beispielsweise an der Arsenabreicherungsanlage im Bielatal und planen eine Wasserbehandlungsanlage in Elbingerode. Die Verwahrung in Elbingerode soll in 2030 abgeschlossen werden.

Es zeigt sich aber, dass wir uns immer mehr mit der Erneuerung der Anlagen beschäftigen müssen, denn auch die Anlagen sind teilweise schon mehr als 30 Jahre alt. Dies gilt nicht nur für KSE, sondern auch für die Braunkohlesanierung." (UST)

Nach der Zeremonie zu Ehren der Bergbehörden wurde im Saal das Steigerlied gemeinsam gesungen.
Nach der Zeremonie zu Ehren der Bergbehörden wurde im Saal das Steigerlied gemeinsam gesungen.
Bernd Sablotny im Gespräch mit Wirtschaftsminister Daniel Keller und LBGR-Präsident Sebastian Fritze.
Bernd Sablotny im Gespräch mit Wirtschaftsminister Daniel Keller und LBGR-Präsident Sebastian Fritze.
Das Ensemble „Die Weberknechte“.
Das Ensemble „Die Weberknechte“.
Fotos: Gernot Menzel für LMBV


LMBV präsentiert sich auf Karrieremessen in Cottbus und Dresden

Senftenberg/Cottbus/Dresden. Gemeinsam mit über 80 regionalen, nationalen und internationalen Unternehmen sowie Forschungsinstituten präsentierte sich die LMBV am 12. November 2025 am Zentralcampus Cottbus der BTU Cottbus-Senftenberg auf Brandenburgs größter Recruitingmesse für akademische Fachkräfte.

Zahlreiche Studierende und Absolventen nutzten auf der campus-X-change die Gelegenheit, sich am Stand der LMBV über Praktikumsplätze, Abschlussarbeiten oder einen Jobeinstieg nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums zu informieren.

Vor allem Studierende des Umwelt- und Ressourcenmanagements, des Bauingenieurwesens und der Wasserbewirtschaftung waren an den Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten bei der LMBV interessiert. Gezielte Nachfragen wurden insbesondere zur Nachhaltigkeit in der Bergbausanierung und zur Gewässergütebeeinflussung von Fließgewässern gestellt.

Zusätzlich zu den Ausstellern bot die Karrieremesse allen Interessierten ein umfangreiches Rahmenprogramm – bestehend aus einem Shooting für Bewerbungsfotos, einer Jobwall mit aktuellen Stellenanzeigen der Unternehmen sowie einer Matchingplattform, auf der im Vorfeld der Messe Gesprächstermine für den Tag vereinbart werden konnten.

In Dresden fand am 11. November 2025 die Messe Karrierewege an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) statt. Auch hier nutzten neben der LMBV über 90 regionale und überregionale Unternehmen sowie Institutionen die Möglichkeit, ihre Jobangebote zu präsentieren und zahlreiche Fragen der Studierenden zu beantworten. Der Bergbausanierer war zum ersten Mal auf der Recruitingmesse vertreten und vernetzte sich vor Ort vor allem mit den Studierenden des Bauingenieurwesens, der Geoinformation und der Wirtschaftswissenschaften.

Fotos: LMBV


Grundwassermodell Lausitz: Instrument für eine zukunftsgerichtete Wasserbewirtschaftung

Cottbus. Das länderübergreifende Planungsinstrument "Grundwassermodell Lausitz" (GWM Lausitz) soll einen Beitrag zur nachhaltigen Bewältigung der Folgen des Braunkohleausstiegs und zur Unterstützung des Strukturwandels in der Lausitz leisten. Bei einer Informationsveranstaltung in Cottbus wurden am 17. November 2025 vor mehr als 240 Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Bergbau, Verwaltung und Verbandswesen die Ziele des Projekts erläutert.

Die Tagung brachte Beteiligte des Vorhabens aus den zuständigen Landesministerien und den Geologischen Diensten der Bundesländer Brandenburg und Sachsen sowie der Projektkoordination mit Fachleuten aus der Hydrogeologie zusammen. In Vorträgen und Diskussionsforen erörterten die Expertinnen und Experten Fragestellungen zu den zentralen Anforderungen an das künftige Grundwassermodell. Thematisiert wurden die Ausgangslage und Aufgabenstellung für die anstehende Grundwassermodellierung, einzelne Planungsschritte in der fachlichen Zusammenarbeit sowie Umfang und Qualität der zu erhebenden Daten für den Aufbau und Betrieb des Grundwassermodells im Untersuchungsgebiet.

In seiner Begrüßung hob der Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Prof. Dr. Ralph Watzel, die Bedeutung des Projekts hervor: "Der Ausstieg aus der Kohleverstromung und der damit verbundene Strukturwandel wirken sich erheblich auf den Wasserhaushalt der Lausitz aus. Für eine zukunftsgerichtete Grundwasserbewirtschaftung in der Region sind länderübergreifende Maßnahmen erforderlich, die vom Bund im Rahmen des Projekts ›Grundwassermodell Lausitz‹ maßgeblich unterstützt werden. Als nationaler geologischer Dienst von Deutschland bringt die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe die notwendige Fachkompetenz mit, um das anspruchsvolle Vorhaben zu koordinieren."

Der Leiter des zur BGR gehörenden Forschungs- und Entwicklungszentrums Bergbaufolgen (FEZB), Prof. Dr. Christoph Neukum, betonte in seinem Vortrag: "Ein solch großes Grundwassermodell mit den geplanten wasserwirtschaftlichen Zielen aufzubauen, ist eine echte Herausforderung. Die Fülle der vorliegenden geologischen Daten, kombiniert mit der Vielzahl laufender wasserwirtschaftlicher Maßnahmen, die gleichermaßen berücksichtigt werden müssen, macht die Bearbeitung zeitaufwändig. Mit dem Modell werden neue Maßstäbe sowohl in der Modellierung als auch im Grundwassermanagement gesetzt."

Die Leiterin des Referats Bergbauwassermanagement, Flussgebietsbewirtschaftung im Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL), Dr. Christin Jahns, unterstrich in ihrem Vortrag: "150 Jahre Bergbau in der Region haben den natürlichen Wasserhaushalt der Lausitz tiefgreifend verändert. Das betrifft nicht nur das Grundwasser, sondern auch die Oberflächengewässer. Mit dem vereinbarten Kohleausstieg bis 2038 steht die Region vor einem Wendepunkt, bei dem die Wiederherstellung eines sich weitgehend selbst regulierenden Wasserhaushalts von zentraler Bedeutung ist. Wasser ist eine der wichtigsten Ressourcen und ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Alltags. Im Zuge des wirtschaftlichen Transformationsprozesses muss daher eine sichere und nachhaltige Wasserversorgung für Bevölkerung, Industrie und Umwelt gewährleistet werden."

Als Leiter der begleitenden Bund-Länder-Arbeitsgruppe und Leiter des Referats Hochwasserschutz, Wasserhaushalt Lausitz im Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz (MLEUV) des Landes Brandenburg hob Simon Henneberg die konstruktive und zielführende Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten hervor: "Um die zukünftigen Herausforderungen in der Lausitz zu meistern, gilt es, die gute Zusammenarbeit zwischen Brandenburg als Unterlieger und Sachsen als Oberlieger in der Lausitz und seinen Flusseinzugsgebieten fortzuführen. Das Grundwassermodell Lausitz ist ein gelungenes Beispiel, wie gemeinsam mit Sachsen und dem Bund unter hohem Zeitdruck wichtige Grundlagenarbeiten für die anstehenden komplexen Fragestellungen umgesetzt werden."

Beim Grundwassermodell Lausitz handelt es sich um ein Grundwasserströmungsmodell, das Fließpfade, Fließgeschwindigkeiten und Grundwassermengen berechnet. Das Modell baut auf den verfügbaren geologischen und geophysikalischen Daten auf und setzt sich aus einem geologisch-hydrogeologischen Strukturmodell, einem Grundwasserströmungsmodell sowie einem Bodenwasserhaushaltsmodell zusammen. Die Bergbauunternehmen in der Lausitz sind fachlich eingebunden und Ergebnisse und Erkenntnisse aus ihren bereits bestehenden Regionalmodellen werden berücksichtigt. Das Untersuchungsgebiet für das Grundwassermodell Lausitz umfasst 10.265 Quadratkilometer, wovon sich knapp zwei Drittel auf brandenburgischem und gut ein Drittel auf sächsischem Gebiet befinden. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund neun Millionen Euro, die zu 70 Prozent vom Bund und zu 30 Prozent von den Ländern Brandenburg und Sachsen finanziert werden. (BGR)

Weiterführende Informationen:

Symbolfotos von Gernot Menzel und Dr. Uwe Steinhuber


Technische Herausforderungen gemeistert: Wasserbehandlungsanlage Plessa läuft im Probebetrieb

Senftenberg/Plessa. Nach baulich bedingten Verzögerungen ist die Wasserbehandlungsanlage Plessa Ende Oktober 2025 in den dreimonatigen Probebetrieb gegangen. In dieser Anlage sollen künftig eisenhaltige Wässer gereinigt und so die Schwarze Elster vor Eisenhydroxidschlamm und Verockerung geschützt werden.

Undichtigkeiten in den so genannten Reaktionsbecken der Anlage und die Zulieferung wesentlicher Spezialbauteile hatten zum Verzug geführt. „Uns ist es mit einem Kraftakt aller Beteiligten gelungen, die Anlage in den Probebetrieb zu überführen“, so Torsten Safarik, Kaufmännischer Geschäftsführer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV).

Mit dem Probebetrieb werden die Funktionsweise und die Steuerungstechnik der Wasserbehandlungsanlage Plessa nach einem genauen Fahrplan schrittweise in Betrieb genommen und getestet, um die Anlage für den späteren Regelbetrieb einzufahren.

Bis heute - und auch während der gesamten Errichtungszeit der WBA - dient insbesondere das vorgelagerte LMBV-Restloch 112 mittels dosierter Kalkzufuhr der Eisenminderung der aus dem Norden zufließenden Wässer. Damit war vor der Inbetriebnahme und ist auch während des Probe- und Einfahrbetriebes die Wasserbehandlung des anströmenden eisenhaltigen Wassers gesichert. Dies wird in Abstimmung mit den Behörden fortgesetzt.

Die Wasserbehandlungsanlage Plessa schützt künftig die Schwarze Elster vor Eisenhydroxidschlamm und Verockerung.
Fotos: Dr. Uwe Steinhuber und Luftbild von Christian Horn


Baubeginn der Sickerstützscheibe am Südufer des Berzdorfer Sees

Senftenberg. Anfang November beginnt die LMBV mit einer weiteren Sanierungsmaßnahme am Berzdorfer See. Im Süden bzw. Südwesten des Sees, im Strandabschnitt „Blaue Lagune“, wird in die bestehende Böschung eine so genannte „Sickerstützscheibe“ eingebaut: eine Sickeranlage zur Entwässerung von Böschungen. Sie besteht aus einem in Falllinie abgetreppt ausgeführtem Schlitzgraben, der mit Schotter, Kies oder auch mit Einkornbeton verfüllt wird.

Ziel der Maßnahme ist, die Absenkung der Sickerlinie um ca. zwei Meter in der Böschung zur realisieren. Dadurch wird die Dauerstandsicherheit der Böschung hergestellt. Des Weiteren werden die vorhandenen Böschungsfußgräben ertüchtigt und zusätzliche Ableiter von der Berme bis zur Wasserlinie des Restsees errichtet.

Die Bauarbeiten werden bis ins Frühjahr 2026 dauern, der Rundweg an diesem Abschnitt ist in dieser Zeit gesperrt, eine Umleitung ist ausgeschildert.

Ausführendes Bauunternehmen ist die Steinle Bau GmbH. Die Baukosten belaufen sich auf ca. 1 Million Euro.

Hintergrund:

Der Berzdorfer See ist ein ehemaliger Braunkohletagebau, der zwischen 1946 und 1997 rund 305 Millionen Tonnen Rohbraunkohle lieferte. Der Abbau von Braunkohle begann im „Berzdorfer Becken“ jedoch bereits schon im ausgehenden 19. Jahrhundert in kleineren Gruben.

Die derzeitigen Sanierungsmaßnahmen durch die LMBV sind voraussichtlich mit die letzten bergbaulichen Tätigkeiten am See, der längst touristisch genutzt wird. Das Ende der Bergaufsicht und die Übertragung des Gewässers an den Freistaat Sachsen werden derzeit vorbereitet. Anfang des Jahres 2025 wurden bereits die Verträge über die vorzeitige Folgenutzung des Berzdorfer Sees zwischen der LMBV, der Stadt Görlitz sowie der Gemeinde Schönau-Berzdorf angepasst und unterzeichnet. Diese Verträge werden so auch nach der Übertragung des Gewässers ihre Gültigkeit behalten.

Foto: LMBV/Steffen Rasche (2024)


Staatssekretärin Barbara Meyer vom SMIL war zu einem Arbeitsbesuch beim Bergbausanierer LMBV

Senftenberg/Dresden. Am 17. Oktober 2025 besuchte Staatssekretärin Barbara Meyer vom Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung die LMBV. Sie wurde von Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung, zu einem Arbeitsgespräch zu den vielfältigen Themen der Bergbausanierung am Sitz des Unternehmens empfangen. Gemeinsam mit dem Sanierungsbereichsleiter Lausitz, Gerd Richter, ging es im Anschluss auf eine Informationstour in das sächsisch-brandenburger Sanierungsgebiet.

Dabei stand das Fertigstellen der Restlochkette Sedlitz, Scado, Koschen und Meuro, das sind der Sedlitzer, der Partwitzer, der Geierswalder und der Großräschener See und die damit verbundenen Fragen im Mittelpunkt. Ziel der LMBV ist es, bis zum 31. Juli des kommenden Jahres alle wesentlichen noch ausstehenden Sicherungs- und Ausrüstungsarbeiten vollendet zu haben, um gemeinsam mit den Landesregierungen von Sachsen und Brandenburg diese Bergbaufolgeseen und die verbindenden Kanäle frei geben zu können. Dieser wichtige Tag für die Braunkohlesanierung wird schon heute unter dem Motto „Fünf Seen – ein Verbund“ gemeinsam mit der Region vorbereitet.

Wichtige Stationen der Befahrung waren die geplanten und im Bau befindlichen Destinationen in Brandenburg sowie der Standort des zukünftigen Schiffsanlegers und Hafens am Partwitzer See. Auch wurde die Umrüstung der Wehre erörtert. Um ein attraktives Segel- und Hausbootrevier im Kerngebiet der Restlochkette zu schaffen, müssten noch drei Brücken, eine am sächsischen Barbarakanal, zu beweglichen Brücken umgebaut werden.

Barbara Meyer ist seit 1992 in verschiedenen Funktionen im Freistaat Sachsen tätig gewesen und wurde am 1. Juli 2022 zur Staatssekretärin im Staatsministerium für Regionalentwicklung des Freistaates Sachsen berufen. Weiterhin ist sie seit dem 19. Dezember 2024 Staatssekretärin im Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung.

Fotos: Dr. Uwe Steinhuber für LMBV


Erstmals brasilianische Delegation der Nationalen Bergbau-Behörde in der Lausitz zu Gast

Senftenberg/Dresden. Am 7. Oktober 2025 waren internationale Bergbau-Experten in der Lausitz bei der LMBV zu Gast. Zuvor hatte das United Nations University Institute for Integrated Management of Material Fluxes and of Resources (UNU-FLORES) gemeinsam mit dem Bergbausanierer LMBV zu einer zweitägigen Tagung mit einer anschließenden Exkursion zu aktuellen Sanierungsprojekten im Lausitzer Revier eingeladen. Sie wurden dort von Dr. Oliver Totsche und Jörg Schlenstedt begleitet.

Der Austausch stand unter dem Motto: „Bergbauhinterlassenschaften in Chancen verwandeln  - Turning Mining Legacies into Opportunities“. Am 6. Oktober 2025 präsentierten am Sitz der UNU-Flores in Dresden zunächst zahlreiche nationale und auch internationale Experten aus dem Bereich der Wiedernutzbarmachung Aspekte ihrer Arbeit. Neben der LMBV waren die Bergakademie Freiberg (TU BAF), die TU Dresden, die BTU Cottbus-Senftenberg und das Forschungsinstitut Bergbaufolgelandschaften (FIB) aus Finsterwalde präsent. Das Forschungszentrum für Nachbergbau (FZN) aus Bochum zeigte Beispiele und Projekte aus internationalen Kooperationen.

Nachwuchswissenschaftler von UNU-Flores berichteten von Forschungsansätzen aus ihren Heimatländern Indien, Süd-Korea und Ghana. Die brasilianische Delegation der Nationalen Bergbau-Behörde (ANM) - als Teil des Ministeriums für Bergbau und Energie (Brazilian Ministry of Mines and Energy, National Mining Agency) - präsentierte eindrucksvolle Zahlen der bergbaulichen Entwicklung der letzten hundert Jahre in Brasilien. Die Behörde wurde im Jahr 2021 gegründet mit der Aufgabe, die Wiedernutzbarmachung zu überwachen und die Nachnutzung von verlassenen Bergwerken zu organisieren.

Vorher war sie nur eine Abteilung des Ministeriums. In Brasilien ist die Pflicht zur Wiedernutzbarmachung noch nicht endgültig gesetzlich geregelt. Es besteht daher auch keine Pflicht, angemessene Rückstellungen zu bilden. Brasilien ist andererseits ein wichtiger internationaler Player im Bergbau, einige der weltweitgrößten Bergbaukonzerne haben dort ihren Sitz. Daneben gibt es aber auch zehntausende kleiner Bergbaubetriebe und aufgegebener Bergwerke. Die brasilianische Delegation war daher sehr an den Erfahrungen der LMBV zur Wiedernutzbarmachung interessiert. Die Delegation stand unter Leitung von Roger Romão Cabral, Director of ANM – DIRC/ANM.

Das FZN, unter Ihnen der Strategic Officer für Internationalization Dennis Pulimittathu und Direktor Ulrich Wessel, war bereits auf die LMBV für einen vertieften Austausch zu gekommen und nahm dankbar die Gelegenheit der Exkursion war. Das FZN als Teil der TH Georg Agricola hat den Anspruch, alle Kompetenzen zu bündeln, die für eine erfolgreiche und nachhaltige Nachbergbauzeit erforderlich sind. Sie sind damit direkt in die Transformationsprozesse des Ruhrgebiets und des auslaufenden rheinischen Braunkohlebergbaus eingebunden. Alle Teilnehmer zeigten sich beeindruckt von der Vielfalt der Herausforderungen, vor der der Bergbausanierer LMBV steht. (UST)

"Bergbauhinterlassenschaften in Chancen verwandeln" war das Motto der Exkursion.
Prof. Alexey Alekseenko (UNU) und Jörg Schlenstedt (LMBV) begutachten gemeinsam den Kippenboden.
Fotos: Dr. Uwe Steinhuber | LMBV


60 Jahre Talsperre Spremberg an der Spree – LMBV als verlässlicher Partner zur Eisenminderung und bei Entschlammung gewürdigt

Bräsinchen. Das größte wasserwirtschaftliche Bauwerk Brandenburgs wurde am 8. Oktober 2025 laut 2025 laut Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MLEUV) genau 60 Jahre alt.

Ab 1958 wurde in sieben Jahren Bauzeit quer durch das Durchbruchstal der Spree ein 3.700 Meter langer Erdstaudamm errichtet. Seit ihrer Inbetriebnahme am 8. Oktober 1965 ist die Talsperre Spremberg Teil eines Speichersystems im oberen Einzugsgebiet der Spree, wehrt Hochwasser ab und dient der Wasserversorgung bei Niedrigwasser.

„Der Bau war eine technische Meisterleistung, die innovatives Denken von den damaligen Wasserbauingenieuren erforderte. Um den schwierigen Baugrund und die herausfordernden Grundwasserverhältnisse in den Griff zu bekommen, musste der Untergrund sicher abgedichtet werden. Zu diesem Zweck wurde das Joosten-Verfahren zur Verfestigung der Böden weiterentwickelt. Viele der für diesen Staudamm entwickelten technischen und konstruktiven Lösungen waren wegweisend und gaben Impulse für die Forschung und Weiterentwicklung des Talsperrenbaus“, so Dirk Ilgenstein, Präsident des Landesamtes für Umwelt (LfU) bei einer Feierstunde vor Ort im Pumpenhaus bei Bräsinchen.

Wasser-Abteilungsleiterin Anke Hermann vom Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg würdigte das gemeinsame Vorgehen von LfU und LMBV bei Verringerung der Eisenfrachten in der Spree. Die vielfältigen umgesetzten Maßnahmen griffen bereits und würden durch weitere Vorhaben, wie eine geplante Dichtwand am Speicher Lohsa II, schrittweise weiter von der LMBV ergänzt. Dafür werde sich das MLUEV weiter engagieren, auch bei den Verhandlungen zum Folgeabkommen für die Braunkohlesanierung ab 2028. „Der Bergbausanierer leiste mit der jährlichen Beräumung der Vorsperre Bühlow  einen wesentlichen Beitrag dazu, dass das Spreewasser die Talsperre in klarem Zustand verlässt“, so der LfU-Präsident.

Ursprünglich gab die Wasserversorgung der Braunkohlekraftwerke den entscheidenden Anlass für den Bau der Talsperre. Auch der Hochwasserschutz und die zusätzliche Bereitstellung von Wasser in Trockenzeiten förderten seinerzeit die Entscheidung. Aus heutiger Sicht war dies eine sehr vorausschauende Entscheidung. Der Klimawandel verschärft mit höheren Temperaturen, stärkerer Verdunstung und geringeren Abflüssen das Niedrigwasserproblem. Extremwetterlagen mit Starkniederschlägen sowie langanhaltende Regenereignisse erhöhen das Hochwasserrisiko. Die Talsperre Spremberg muss für all diese Fälle vorbereitet sein. Deshalb findet hier - bei laufendem Betrieb - eine umfassende Generalsanierung statt. Seit dem Jahr 2005 setzt das Land Brandenburg, unterstützt von der Europäischen Union und dem Bund, umfangreiche finanzielle Mittel dafür ein.

Mit dem Bau der Talsperre entstand die größte Wasserfläche der Niederlausitz außerhalb der Teichlandschaften. Die Freizeitnutzungen wurden immer bedeutender: Camping, Baden, Segeln, Angeln, Radfahren und Vogelbeobachtung. Es gibt zu jeder Jahreszeit gute Gründe für einen Besuch der Talsperre, die aufgrund ihrer einzigartigen Natur im Jahr 2004 als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde. Das Gebiet ist ca. 1.000 Hektar groß – bereits 259 Vogelarten wurden dort schon gezählt.

 

Die Talsperre Spremberg in Zahlen (Quelle LfU):

Hydrologie

 

Einzugsgebiet

2,281 km²

Jahresabflusssumme

390.000.000 m³

   

Staudamm – das Absperrbauwerk

 

Länge der Dammkrone:

3.700 m

Höhe der Dammkrone:

12 m

Breite der Dammkrone:

5 m

   

Staubecken

 

Höchster möglicher Stau

94,15 m. ü. NN

Stauziel (Dauerstau)

92,00 m. ü. NN

Gesamtstauraum

38,47 Mio. m³

Hochwasser-Rückhalteraum

17,40 Mio. m³

Betriebsraum

21,06 Mio. m³

Speicherfläche (max.)

8,99 km²

   
Blick über die Talsperre Spremberg (2025)
Fotos: Dr. Uwe Steinhuber und Luftbilder von Steffen Rasche


Fünf Seen — ein Verbund: Am 31. Juli 2026 ist “Stichtag” im Lausitzer Seenland

Senftenberg. Das Lausitzer Seenland verwandelt sich vom ehemaligen Bergbaurevier in ein Urlaubsparadies. Mit der Entstehung einer einzigartigen Wasserwelt wächst hier Europas größte künstliche Seenlandschaft heran. Einen bedeutenden Meilenstein erreicht die Region am 31. Juli 2026: Dann werden erstmals fünf schiffbare Seen durch Kanäle miteinander verbunden sein. Der vernetzte Seenverbund wird den Senftenberger, Geierswalder, Partwitzer, Sedlitzer und Großräschener See umfassen. Zusammen ergibt sich eine Wasserfläche von etwa 5.300 Hektar zum Bootfahren.

„Wir als Bergbausanierer haben in den vergangenen Jahren alle zuständigen Akteure und Behörden der Region an einen Tisch geholt, um unser Ziel zu erreichen: Die Verbindung aller fünf Seen nächstes Jahr. Wir blicken mit Enthusiasmus und Vorfreude auf den 31. Juli nächsten Jahres“, so Bernd Sablotny, Geschäftsführer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH.

Kathrin Winkler, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland e.V. freut sich: „Mitten im Sommer 2026 heißt es Leinen los für ausgedehnte Bootstouren über fünf Seen. Die Freigabe markiert einen wichtigen Schritt für die Weiterentwicklung des Wassertourismus im Lausitzer Seenland. Die vernetzten Seen im Herzen der Region bieten neue Perspektiven für die Erholung und Freizeitgestaltung und stärken die Wettbewerbsfähigkeit unserer Region. Von dieser Entwicklung werden Urlauber, Einwohner und die Tourismuswirtschaft profitieren.“

Schon heute können Freizeitkapitäne über den Koschener Kanal vom Senftenberger See zum Geierswalder See und über den Barbara-Kanal weiter zum Partwitzer See fahren. Neu hinzukommen ab nächstem Jahr drei schiffbare Kanäle: Der Sornoer Kanal verbindet den Geierswalder See mit dem Sedlitzer See, der Rosendorfer Kanal den Partwitzer See mit dem Sedlitzer See und der Ilse-Kanal den Sedlitzer See mit dem Großräschener See.

Künftig sollen auch Fahrgastschiffe auf dem freigegebenen Seenverbund kreuzen und Besucher auf dem Wasserweg durch die Region führen. Aktuell liegt mit der „Wilden Ilse“ im Hafen Großräschen ein geeignetes Fahrgastschiff bereit. Die Zweckverbände Lausitzer Seenland Brandenburg und Sachsen planen, ein bis zwei weitere Ausflugsschiffe anzuschaffen und diese durch einen externen Betreiber bewirtschaften zu lassen.

Ziel ist es, ein attraktives Angebot für Einheimische und Gäste zu schaffen und die Nutzung der Seenlandschaft zu stärken. Interessierte Unternehmen oder Organisationen sind eingeladen, ihre Interessenbekundung bis zum 7. November 2025 an den Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg per E-Mail an verbandsleitung@zv-lsb.de zu richten.

Fotos: LMBV/Christian Horn und Steffen Rasche (Luftbild)


Sanierung B 97/S 130: LMBV eröffnet Bürgerbüro in der Gemeinde Spreetal

Senftenberg/Spreetal. Im Beisein des Bauamtsleiters von Spreetal, Jens Wündrich und des Ortsvorstehers von Burghammer, Uwe Lüders, hat die LMBV ein Bürgerbüro in der Gemeinde eröffnet. Mit dem Büro schafft die LMBV die Möglichkeit, sich auf kurzem Wege über die geplante Sanierung der B 97 und der Zufahrtstraße S 130 zu informieren und Gespräche zu betroffenen Grundstücken zu führen. Das angemietete Bürgerbüro befindet sich im Mehrzweckgebäude Burghammer, in dem auch die Freiwillige Feuerwehr beheimatet ist. Gern werden dort Gesprächstermine für  interessierte Bürger nach Anmeldung vergeben.

„Die dringend erforderliche Sicherung der B 97/S 130 ist für uns ein ebenso wichtiges wie umfangreiches Projekt. Mit Abschluss der Vorplanung werden die Konturen der Sanierungsmaßnahme deutlicher. Insbesondere die Flächeneigentümer wollen wir frühzeitig darüber informieren, in welcher Weise Flächen betroffen sein werden“; erläutert Steffen Kowalick, zuständiger Projektmanager bei der LMBV. Zugleich erhielten die Spreetalerinnen und Spreetaler die Möglichkeit, sich über die anstehenden Maßnahmen zu informieren. „Ich freue mich, dass wir mit Unterstützung des Dorfclubs Burghammer ein Büro in unmittelbarer Nähe der Komplexmaßnahme einrichten konnten“, fügt er hinzu.

Erste sichtbare Aktivitäten im Zusammenhang mit der Sanierungsmaßnahme wird es im vierten Quartal 2025 geben. Dabei handelt es sich um Holzungs- und Rodungsarbeiten zur Vorbereitung eines Testfeldes nördlich der S 130 zwischen der B 97 und Burgneudorf. Das Testfeld soll Erkenntnisse darüber liefern, wie das technische Vorgehen gewählt werden muss, damit die eigentliche Sicherung ebenso gründlich wie zügig durchgeführt werden kann. Die Ergebnisse des Testfeldes fließen in den Genehmigungsantrag für die komplexe Sanierungsmaßnahme ein. Mit einem Beginn der Maßnahme rechnet die LMBV weiterhin nicht vor Anfang der 2030er Jahre. Mit dem Testfeld sind keine Straßensperrungen verbunden.

Auf einer Länge von ca. drei Kilometern verläuft die B 97 zwischen Spremberg und Hoyerswerda auf instabilen Kippenböden des einstigen Tagebaus Brigitta. Dieser Streckenabschnitt ist geotechnisch gefährdet. Zur dauerhaften Sicherung ist eine grundlegende Sanierung zwingend erforderlich.

Eigentümer betroffener Grundstücke werden direkt von der LMBV angeschrieben und zu Gesprächen eingeladen. Die wichtigsten und aktuellen Informationen zum Stand der Planung finden sich zudem auf der Projektwebsite www.b97-sanierung.de. (KHM)

Fotos: LMBV/Gernot Menzel/Steffen Rasche


Großes Interesse am Tag der offenen Baustelle in Altdöbern

Senftenberg/Altdöbern. Am 20. September 2025 öffnete die Baustelle am Restloch Greifenhain in Altdöbern ihre Zäune für die Öffentlichkeit. Über 200 interessierte Bürger, darunter zahlreiche Anwohner der umliegenden Ortschaften, nutzten die Gelegenheit, einen exklusiven Blick in den sonst gesperrten Bereich zu werfen und sich vor Ort über die Fortschritte der Sanierung zu informieren.

Ein besonderes Highlight des Tages war die Möglichkeit, Fahrten in den Sperrbereich zu unternehmen, die alle ausgebucht waren. Unter fachkundiger Führung konnten die Besucher erleben, wie die Arbeiten zur geotechnischen Grundsicherung am künftigen See voranschreiten.

An drei Stationen informierte die LMBV gemeinsam mit ihren Sanierungspartnern der Metzner GmbH und ECOSOIL Ost GmbH die Bürger über die aktuell durchgeführten Bautätigkeiten und Sanierungsmaßnahmen.

Im Fokus standen dabei die Arbeiten der Rütteldruckverdichtung im Bereich Altdöbern, die dazu dienen die gekippten Böschungen zu stabilisieren. Zudem wurde die Massengewinnung mittels Schürfkübel erklärt. Der Boden der ufernahen Bereiche wird gewonnen, um im Hinterland Tieflagen zu verfüllen und diese geotechnisch zu sichern. Die Maßnahmen sollen Mitte 2026 abgeschlossen sein. Weiterführend folgen dann noch u.a. die Oberflächenverdichtung und Endprofilierung der Böschungen und die Beräumung der Vorländer und Bäume im Wasser bis in die 30er Jahre.

Die wasserbauliche Ufersicherung des Restpfeilers Pritzen wird in 2026 beginnen. Die Sanierung des Kliffs mittels Steinschüttungen erfolgt auf einer Strecke von etwa anderthalb Kilometern um die Halbinsel.

„Dem Bergbausanierer war es mit dem Baustellentag ein Anliegen, den Bürgern einen tieferen Einblick in die Dimensionen des Großprojektes am Restloch Greifenhain zu gewähren und die komplexen Sanierungsabläufe verständlich zu erklären“, so der verantwortliche LMBV-Projektmanager Tobias Kienz. Neben den Baustellenführungen standen Infostände der beteiligten Firmen für alle interessierten Gäste bereit.

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Historie:

Die bergbauliche Geschichte begann nördlich des Dörfchens Greifenhain, zwischen Cottbus und Senftenberg gelegen, mit dem Aufschluss des gleichnamigen Tagebaus im Jahr 1936. Der Nachbartagebau Gräbendorf folgte 1981. In beiden Gruben zusammen wurden hier insgesamt rund 335 Millionen Tonnen Rohbraunkohle aus der Erde geholt.

Als 1994 der Tagebau Greifenhain stillgelegt wurde, übernahm die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) die verantwortungsvolle Aufgabe, die stillgelegten Gruben zu sanieren und zu rekultivieren.

Der Tagebau Greifenhain diente seit 1936 den „Anhaltinischen Kohlenwerken“ als Ersatz für die Brückentagebaue der Lausitz und war nach 1949 der modernste Tagebau der DDR. Das geplante Abbbaufeld Greifenhain war insgesamt ca. 50 Quadratkilometer groß, wovon aber nur 22 Quadratkilometer ausgekohlt wurden.

Eckdaten zum Restloch Greifenhain:

  • Fremdflutung: 1998 bis 2007
  • Seefläche derzeit: ca. 860 ha
  • Seefläche Flutungsende: 960 ha
  • Seetiefe: 60,7 m (nach Flutungsende)
  • Oberer Endwasserstand: 82,4 m NHN
  • Derzeitiger Flutungsstand: 79,23 m NHN
  • Eigenaufgang derzeit: 60 bis 70 cm im Jahr

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Fotos: LMBV/Gernot Menzel


Flutungszentrale Lausitz besteht ein Vierteljahrhundert: Veränderte Aufgaben und Umbenennung in WBLR

Senftenberg/Lichterfeld. In einer Feierstunde am 22. September 2025 wurde das fünfundzwanzigjährige Bestehen der Flutungszentrale Lausitz bei der LMBV (FZL) auf dem Bergheider See im Aquaforum gewürdigt. Die Geschäftsführung der LMBV hatte dazu Wegbegleiter und Partner eingeladen.

Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, betonte aus diesem Anlass, dass „die Flutungszentrale ein wichtiger und unverzichtbarer Steuerer der Flutungsprozesse von mehr als zwanzig Lausitzer Bergbaufolgeseen der LMBV in den zurückliegenden Jahren war“ und bedankte sich bei den FZL-Mitarbeitenden und allen Beteiligten, die die Flutungszentrale mit ihrer täglichen Arbeit unterstützen.

Die Gründung der Flutungszentrale Lausitz (FZL) im September 2000 markierte einen Meilenstein in der wasserwirtschaftlichen Sanierung der Lausitzer Bergbauregion. Durch die enge Zusammenarbeit von LMBV und Ländern entstand eine Institution, die in ihrer Art einzigartig ist. Ihre vorrangige Aufgabe war es, die Flutung der entstehenden Bergbaufolgeseen fachlich fundiert, zentral und länderübergreifend zu steuern und zu koordinieren.

Nach 25 Jahren gemeinsamer Anstrengungen haben inzwischen die meisten LMBV-Seen ihren unteren Endwasserstand erreicht. Daher liegt die Kernaufgabe der Flutungszentrale zunehmend in der Bewirtschaftung der Bergbaufolgeseen und der Flussgebiete im Lausitzer Revier. Um diesem Umstand künftig Rechnung zu tragen, wird die Flutungszentrale nun in „Wasserbewirtschaftungszentrale Lausitzer Revier (WBLR)” umbenannt.

Im Rahmen einer Feierstunde am 22. September 2025 hat die Geschäftsführung zusammen mit den Mitarbeitenden der Flutungszentrale auf einem solarbetriebenen Konferenzboot am Bergheider See bei Lichterfeld die Umbenennung vorgenommen. Zusammen mit langjährigen Partnern und Mitstreitern wurde dort der Blick auf das Wirken dieser kleinen Organisationseinheit und ihre besondere Stellung innerhalb der LMBV geworfen.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Organisationseinheiten ist die Flutungszentrale nicht nur für eine effektive Sanierung, sondern auch für einen funktionierenden Wasserhaushalt in den von uns beeinflussten Flussgebieten verantwortlich. Beides erfordert komplexe Berechnungen, zeitlich exakt abgestimmte Steuerungen sowie fundierte Anlagenkenntnis und praktische Betriebserfahrung. Durch die enge interne Abstimmung und intensive Vernetzung mit den Behörden und regionalen Bewirtschaftern ermöglicht die Flutungszentrale praxisgerechte und vorausschauende Bewirtschaftungsentscheidungen.

Für die Mitarbeitenden der Flutungszentrale kommt zu ihren ohnehin anspruchsvollen Aufgaben derzeit eine weitere hinzu. Die gestiegenen Anforderungen durch den sich immer stärker zeigenden Klimawandel in Verbindung mit dem bevorstehenden Kohleausstieg sowie die enge Vernetzung mit den staatlichen Bewirtschaftern der Bundesländer, dem Landesamt für Umwelt (LfU) und der Landestalsperrenverwaltung (LTV), machen eine komplette softwaretechnische Neuaufstellung der Wasserbewirtschaftung innerhalb der LMBV erforderlich. Da es dafür keine Standardsoftware gibt, sind umfangreiche Anpassungen und Neuentwicklungen erforderlich.

Hintergrund:

Die Komplexität des Flutungsgeschehens in der Lausitz erforderte besondere Aufmerksamkeit. Die vielfältigen Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen den Niederschlagsmengen, dem für die Flutung nutzbaren Dargebot in den Lausitzer Flusseinzugsgebieten von Spree, Lausitzer Neiße und Schwarzer Elster, den vielen Wassernutzern, den ökologischen Erfordernissen sowie den Sanierungs- und Baumaßnahmen an den zukünftigen Seen machten eine spezifische Form der Organisation der Steuerung und Kontrolle des Flutungsgeschehens notwendig.

Deshalb wurde am 14. September 2000 die Flutungszentrale Lausitz bei der LMBV als länderübergreifende Schnittstelleneinheit gegründet. Das Betrachtungsgebiet erstreckt sich dabei vom Süden, den Quellgebieten der Spree und Schwarzen Elster sowie in der Neiße vom Berzdorfer See, bis zum Norden nach Fürstenwalde/Spree vor Berlin.

Die bisherige FZL der LMBV in Senftenberg hat derzeit fünf Mitarbeiter und wird von Maik Ulrich geleitet. Im Leitstand an der Knappenstraße 1 laufen täglich über eine Million Messwerte von ca. 4.400 Messstellen der wasserwirtschaftlichen Anlagen auf. Es werden von hier 18 Ein- und zwölf Auslaufbauwerke, 47 Pumpstationen, 65 Wehranlagen und 13 Überleitungkanäle gesteuert und überwacht.

Bereits 17 größere Bergbaufolgeseen der LMBV in der Lausitz haben 2025 ihren unteren Zielwasserstand erreicht. Für 7 weitere größere Lausitzer Gewässer steht dies in den kommenden Jahren an. Der bergbaulich entstandene LMBV-Absenkungstrichter von etwa 7,0 Mrd. Kubikmeter in der Lausitz ist bereits zu ca. 90 Prozent wieder aufgefüllt, dies entspricht etwa 6,4 Mrd. Kubikmeter. Beim Wiederauffüllen gingen rund 2,4 Mrd. Kubikmeter in die Restlöcher und etwa 4,0 Mrd. Kubikmeter in das Grundwasser.  (UST)

Fotos: LMBV/Gernot Menzel


Hydraulisches Ausspiegeln von vier LMBV-Restlöchern bei Senftenberg vollzogen

Senftenberg. Nach den jüngsten Messungen der LMBV-Markscheider vom 15. September 2025 konnte konstatiert werden, dass das planmäßige hydraulische Ausspiegeln des Restloches Sedlitz sowohl mit dem Restloch Meuro als auch mit Restlöchern Skado und Koschen nun vollständig vollzogen ist. Der Wasserstand in allen vier LMBV-Bergbaufolgeseen liegt nun bei +100,36 m NHN. Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt und Meilenstein hin zu einer künftigen Nutzung dieser Lausitzer Bergbaufolgeseen.

Damit sind der künftige Sedlitzer See und der Großräschener See wie auch der Partwitzer und der Geierswalder See auf einem Wasserspiegelniveau eingestaut, so die Flutungszentrale Lausitz. Noch ist die Befahrbarkeit mit Booten bis zu Regelungen in 2026  nicht erlaubt, da noch Sanierungsarbeiten i. A. der LMBV am Sedlitzer See und Ausstattungsarbeiten an den Überleitern vorgesehen sind.

Der Sedlitzer See ist über den Ilse Kanal (Überleiter 11) mit dem Großräschener See hydraulisch verbunden – nur noch eine Bojenkette riegelt den Kanal noch auf der Großräschener Seite ab.  Zum Partwitzer See sind für den Sedlitzer See über den Rosendorfer Kanal (Überleiter 10) und zum Geierswalder See mit dem Sornoer Kanal (Überleiter 8) ebenfalls hydraulische Verbindungen gegeben, die für eine Bootsnutzung jedoch noch gesperrt bleiben. Am Überleiter 8 und 10 sind derzeit jeweils die Schütztafeln kurz unter die Wasserspiegellinie gefahren worden, so die Flutungszentrale Lausitz. Die hydraulisch „unterströmten“ Verbindungen bestehen damit bis auf Weiteres auch als sichtbare Barriere.

Da auch der Senftenberger See – zuletzt bei einem Wasserstand von +98,70 m NHN gemessen – bereits über den Koschener Kanal und eine Schleuse mit dem Geierswalder See für Boote verbunden ist, lautet das Motto von Bergbausanierern und Touristikern für eine künftige Nutzung der Seen ab Herbst 2026 : „Fünf Seen - ein Verbund - ab 2026“.  (UST)

Blick über die Restlochkette
Fotos: LMBV | S. Rasche, C.Horn und Dr. Steinhuber


Kleinkoschen: LMBV informierte Bürger über geplante Sicherung der Glassandhalde

Senftenberg. Am Abend des 8. September folgten mehr als 60 Bürger aus Kleinkoschen, einem Ortsteil von Senftenberg, der Einladung der LMBV zum Festplatz, um mehr über die anstehende Sanierung der nahegelegenen Glassandhalde zu erfahren.

Nach einer Begrüßung durch Bürgermeister Andreas Pfeiffer und den Ortsvorsteher Dr. Matthias Leiker wandte sich LMBV-Abteilungsleiter Michael Matthes an die Anwohner. Er informierte zum Hintergrund der notwendigen geotechnischen Sicherung der Böschungen der östlich zwischen der Ortslage und dem Geierswalder See befindlichen gekippten Bereiche. Hier wurden vormals Glassande zwischengelagert.

Ab Oktober 2025 wird i. A. der LMBV die Baustelleneinrichtung für die geplante Verdichtungsmaßnahme der Böschungen  beginnen. Zunächst beginnen auf der ca. acht Hektar großen Fläche Holzungsmaßnahmen, dann wird das Trägergerät für die Rütteldruckverdichtung (RDV) zum Jahresende angeliefert.

Ab Januar 2026 sollen dann die Verdichtungsarbeiten auf einer 49 Meter breiten Trasse beginnen. Es wird ein etwa 921 Meter langer versteckter Damm bis zum Tagebauliegenden hergestellt. Dabei sind Teufen von 30 bis 46 Meter zu kompaktieren. Diese Arbeiten sind derzeit bis zum Sommer 2027 geplant. Anschließend wird die Fläche mit einer Zwischenbegrünung versehen, bevor die Wiederaufforstung ansteht. (UST)

Weitere Detailinformationen finden Sie hier: Infoblatt Sanierung Glassandhalde Kleinkoschen (PDF)

Blick über die Glassandhalde zum Ortsteil Kleinkoschen
Fotos: LMBV | Dr. Uwe Steinhuber


Gemeinde Boxberg/O.L. schreibt aktuell Flächen zur touristischen Nutzung aus

Boxberg/Oberlausitz. Die Gemeinde Boxberg/O.L. schreibt aktuell Flächen zur touristischen Nutzung im Bebauungsplangebiet Uhyst „Ufergestaltung Strand 1“ am Bärwalder See zum Verkauf aus.

Es handelt sich dabei jeweils um ein bebaubares Grundstück am Seerundweg bzw. Badestrand mit angrenzenden Waldflächen/ Gehölzen (Fläche 1) und ein bebaubares Grundstück in Höhe des Safariwildreviers bzw. Hundestrandes mit Zugang zur Schwimmsteganlage (Fläche 2).

Die Ausschreibungsunterlagen sind auf der Internetseite der Gemeindeverwaltung abrufbar.

Foto: LMBV/Steffen Rasche (2024)


Tag der offenen Baustelle in Altdöbern am 20. September 2025

Senftenberg/Altdöbern. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) lädt interessierte Bürger und Anwohner der angrenzenden Gemeinden zu einem Tag der offenen Baustelle an das Restloch Greifenhain ein.

Der Baustellentag findet statt:

am Samstag, 20. September 2025

von 10:00 bis 15:00 Uhr

an der Baustelleneinrichtung am Ende der Jauerschen Straße in 03229 Altdöbern.

Es wird Fahrten in den Sperrbereich am Altdöberner See geben. Hier werden Fachleute zu den aktuellen und künftigen Bautätigkeiten informieren. Vor Ort dabei sind die Sanierungspartner Metzner GmbH, ECOSOIL Ost GmbH und Carl Beutlhauser Baumaschinen GmbH. Diese werden die Sanierungsmaßnahmen erläutern und die Baustellentechnik vorführen.

Informationen zur Historie und dem aktuellen Sanierungsgeschehen in Altdöbern werden außerdem an der Baustelleneinrichtung vor dem Sperrbereich über Informationstafeln und einen Film erhältlich sein.

Anmeldungen zu den Fahrten sind über die Veranstaltungsseite möglich.

Fotos: LMBV/Christian Horn (2025)


Bürgerforum „Klare Spree“ in Spremberg – LMBV informierte zum Stand der Eisenminderungs-Vorhaben

Senftenberg/Spremberg. Zum bereits siebten Bürgerforum zur Spree hatten das Aktionsbündnis „Klare Spree“ und die Stadtverwaltung Spremberg in das Spreekino am Markt am 4. September 2025 eingeladen. Laut Bürgermeisterin Christine Herntier ging es darum, „gemeinsam mit Experten, die zum Thema Wasser Neues beisteuern können, das Thema braune Spree zu diskutieren und Lösungsansätze vorzustellen sowie Machbarkeiten zu erörtern“. Der Einladung waren neben zahlreichen interessierten Bürgern auch Vertreter der Behörden, darunter vom Landesamt für Umwelt (LfU), vom Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) und vom Sächsischen Oberbergamt (OBA) gefolgt.

Nach einer Begrüßung und Einführung durch Bürgermeisterin Herntier berichtete zunächst Dr. Klaus-Peter Schulze, vormaliger Bundestagsabgeordneter der Region und  langjähriger Bürgermeister von Spremberg, von den Bemühungen der Arbeitsgruppe Wasser der LausitzRunde, in der Bundes- und Landespolitik Gehör für die Themen der Spree zu bekommen. Der bevorstehende Kohleausstieg in der Lausitz wird nach seiner Ansicht u. a. einen starken Rückgang der Wasserführung in der Spree bewirken.

Gute Basis dafür seien mit den Ergebnissen der 2023 veröffentlichten Studie „Wasserwirtschaftliche Folgen des Braunkohleausstiegs in der Lausitz“ zur wasserwirtschaftlichen Entwicklung der Lausitz bis 2100 vom UBA geleistet worden.  Darauf aufbauend hat die AG Wasser im selben Jahr bereits einen Forderungskatalog erstellt und an entsprechende Partner übergeben. In der Folge habe beispielsweise das SMEKUL eine „Überleitungsstudie“ in Auftrag gegeben. Mit dem Eingang der Forderungen in den Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD sei nun die Bundespolitik gefordert.

Für die LMBV konnte Sven Radigk, Leiter der Projektgruppe Gewässergüte Fließgewässer Lausitz, den Sachstand aus Sicht des Bergbausanierers erläutern. Er schloss seine Darstellungen an die Aussagen der LMBV von 2024 anlässlich von „Zehn Jahre Aktionsbündnis“ an. Mit den bereits im Betrieb befindlichen Anlagen zur Eisenminderung und weiteren Maßnahmen wurde bereits eine Reduzierung der Eisengehalte in der Spree am Pegel bei Zerre auf 4,3 mg/l Eisen (2022/23) von vormals 6,1 (2013-2022) auf nunmehr 4,1 mg/l Eisen (2024) jahresdurchschnittlich reduziert. Die Trendumkehr wurde ab 2019 mit dem schrittweisen Aufbau und dem nachfolgenden Einsatz der mittelfristig errichteten LMBV-Grundwasserabfangmaßnahmen und Wasserbehandlungsanlagen an der südlichen Hauptspree bzw. Kleinen Spree erreicht.

Als Teil der langfristigen Lösungen soll ergänzend auch eine Dichtwand am Nordostufer des Speichers Lohsa II i. A. der LMBV entstehen, die den eisenhaltigen und sauren Grundwasserabstrom des Speicherbeckens Lohsa II um 5 Mio. Kubikmeter p.a. reduziert sowie mindestens 10 Mio. Kubikmeter neutrales Speicherwasser zur Wassermengenbewirtschaftung der Spree p.a. zurückhalten könnte. Die vorgeschalteten Fachgutachten zur Dichtwand-Technologie und zu deren Wirksamkeit sowie zur Erforderlichkeit, Geeignetheit und Angemessenheit wurden zwischenzeitlich i. A. der LMBV erarbeitet. Entsprechend der 147. StuBA-Sitzung wurde eine Beschlusslage des Steuerungs- und Budgetausschusses zur Braunkohlesanierung zum LMBV-Vorhaben per 13. Februar 2025 erreicht. Seit März 2025 wird nunmehr eine Funktionalausschreibung für einen Totalunternehmer (d.h. mit der damit verbundenen vollumfänglichen Haftung für die Objektplanung sowie für die Mängelfreiheit und die Gewährleistung des zu errichtenden Bauwerks) für das Dichtwandvorhaben insgesamt, von den projektverantwortlichen Sanierungsplanern der LMBV vorbereitet.

Die Dichtwand selbst soll auf etwa 7.400 Meter auf einer 50 Meter breiten Trasse errichtet werden. Dazu sind mittlere Teufen von 75 Metern zu bearbeiten, um eine zwei bis sieben Zentimeter beidseitige Tondichtung im gefrästen Schlitz herzustellen. Ganz wesentlich sind parallel die entsprechenden Grundstücksfragen einer Klärung zuzuführen. Für mehr als 90 Prozent der Trasse sei dies zwischenzeitlich bereits gelungen. Aus dem Publikum merkte dazu der ehemalige Bundes- und Landtagsabgeordnete und Spremberger Ulrich Freese an, dass ihm eine mögliche „Fräszeit“ von etwa acht Jahren zu lang erscheine und er sich eine Beschleunigung wünsche.  Er stellte dies auch in den Zusammenhang mit dem zeitlichen Ablauf des bevorstehenden Kohleausstiegs.

Der Ortsvorsteher von Cantdorf, Renè Nakoinz, interessierte sich für das geplante Vorgehen von LfU, Stadtverwaltung und LMBV zum punktuellen  Ausbaggern und Beräumen der Spree im Stadtgebiet Spremberg, insbesondere am Stadtmühlenwehr. Hierzu sind unter Federführung des zuständigen LfU noch weitere vorbereitende Arbeitsschritte nötig.

Dr. Falk Ebersbach vom Sächsischen Oberbergamt aus Freiberg befasste sich in seinem Beitrag mit den formalen Voraussetzungen eines zügigen Planfeststellungsverfahrens am Beispiel des PFV für eine Dichtwand. Das OBA selbst sieht dem Antrag der LMBV mit Interesse entgegen und wird „unverzüglich“ mit der Bearbeitung beginnen. Dr. Ebersbach versteht darunter ein Handeln, dass „ohne eigenes Verschulden nichts verzögert“. Mögliche Beschleunigungselemente sind bereits durch die komplette Digitalisierung der behördlichen Befassung erreicht. Auch der frühzeitige Einsatz eines UVP-Sachverständigen beim Antragsteller stärke dabei das zügige Handeln der Behörde.

Nachdem der Auftakt mit dem Dichtwand-Scopingtermin im Jahr 2021 durchgeführt werden konnte, könne das Verfahren alsbald nach Vorliegen des Antrags eröffnet und dann die entsprechenden Dokumente ausgelegt und daraufhin Stellungnahmen der beteiligten Träger öffentlicher Belange eingereicht und ausgewertet werden. Üblicherweise bedürfen solche bergbaulichen Planfeststellungsverfahren eine Dauer von drei bis fünf Jahren. Der Antragsteller habe zudem einen Anspruch auf eine Betriebsplanzulassung. Vorzeitige Baubeginne liegen hierbei ebenso im Rahmen des Ermessens der Bergbehörde.

Winfried Böhmer, eines der Gründungsmitglieder des Aktionsbündnisses, bedankte sich zum Abschluss bei allen Akteuren für das bereits erreichte Eisenmindern in der Spree. Er bekräftigte das Motto des Forums „Dichtwand jetzt!“ noch einmal aus naturschutzfachlicher Sicht und verband dies auch mit der Unterstützung des Wunsches, dass die Menschen in und um Spremberg ebenfalls bald wieder in eine klaren Spree baden können, den der Moderator des Abends, Michael Apel, zuvor geäußert hatte. (UST)

Die Vorsperre zur Talsperre Spemberg ist ein wichtiger Eisenfänger in der Spree.
Fotos: LMBV | Dr. Uwe Steinhuber


DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell bei der LMBV in der Lausitz zu Gast

Senftenberg. Auf Einladung von Torsten Safarik, Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV, war Stefan Körzell, Mitglied des Geschäftsführenden Bundesvorstandes des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), am 19. August 2025 beim Bergbausanierer zu Gast. Gemeinsam mit Frederik Moch, DGB-Abteilungsleiter Struktur-, Industrie- und Dienstleistungspolitik und der DGB-Praktikantin Pia-Marie Schulz wurde das Lausitzer Revier der LMBV unter fachkundiger Führung von Sanierungsbereichsleiter Gerd Richter befahren. Dabei wurden aktuelle Sanierungsschwerpunkte der LMBV wie u. a. am Sedlitzer See oder auch am Restloch Greifenhain vorgestellt.

Schnell wurde eine gemeinsame Basis für die Gespräche gefunden, leistet die LMBV doch einen aktiven Beitrag in dem seit 1990 bereits laufenden Strukturwandel in der Lausitz. DGB-Vorstand Stefan Körzell war seinerseits gemeinsam mit Frederik Moch auch Mitglied der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“, kurz Kohlekommission. Diese Kommission hatte zu einer gemeinsamen Empfehlung für den Ausstieg aus der Kohleverstromung gefunden.

Als Gewerkschaftsvertreter hatten sie sich dort besonders für einen sozial gerechten Strukturwandel eingesetzt: „Niemand darf ins Bergfreie fallen!“ war dabei einer der Leitgedanken. Das Ergebnis: Betriebsbedingte Kündigungen wurden ausgeschlossen. Es gibt ein staatliches Anpassungsgeld, mit dem ggfs. Jahre bis zum vorzeitigen Renteneintritt überbrückt werden können. Zentral waren und sind für den DGB aber auch die im Abschlussbericht festgehaltenen Investitionen und Strukturhilfen. Damit sollen in den betroffenen Regionen neue Arbeitsplätze, neue Industrien, Technologie- und Forschungscluster sowie eine moderne Infrastruktur entstehen können und Bundesbehörden und Forschungseinrichtungen angesiedelt werden.

Wenn wir schneller aus der Kohleverstromung aussteigen wollen, müssen wir das Geld für die notwenigen Investitionen in die Hand nehmen. Es ist nur gerecht, wenn alle Beteiligten die Kosten für den Strukturwandel gemeinsam tragen, statt die Betroffenen mit unsicheren Zukunftsaussichten alleine zu lassen. Denn der Strukturwandel ist politisch gewollt, um die Verpflichtungen beim Klimaschutz zu erfüllen, die Deutschland mit dem Klimaabkommen von Paris eingegangen ist. Aus diesem Abkommen leitet sich die Verpflichtung ab, den Wandel in den betroffenen Regionen gerecht zu gestalten. Gerade den Menschen im Osten Deutschlands, die einen großen Strukturbruch nach der Wende mitgemacht haben, sind wir das schuldig,“ so Stefan Körzell 2019 im „vorwärts“.

2021 hat der Deutsche Gewerkschaftsbund daher ein Projekt „Revierwende“ ins Leben gerufen, das von der Lausitz bis in den Südwesten Deutschlands reicht. Seitdem ist das dieses Projekt an sechs Standorten, verteilt auf die drei Braunkohlereviere und die Steinkohlekraftwerksstandorte im Ruhrgebiet und Saarland vor Ort. Denn mit dem Beschluss bis spätestens 2038 aus der Kohleverstromung auszusteigen, steigt auch der Transformationsdruck in den Revieren. Damit die Zukunft der Reviere nachhaltig gestaltet und die Energiewende erfolgreich umgesetzt werden kann, fließen bekanntlich insgesamt über 40 Milliarden Euro in den aktuellen Strukturwandel. Die Aufgaben für die Reviere sind dabei groß. „Es gilt sich neu zu erfinden, die industrielle Basis nicht zu verlieren und gleichzeitig attraktiv zu bleiben, um im Wettbewerb zu bestehen. Doch zuallererst muss gelten, dass niemand ins Bergfreie fällt. Für den DGB, seine Mitgliedsgewerkschaften und das Projekt Revierwende ist klar, dass in erster Linie die Menschen in den Revieren angesprochen, mitgenommen und einbezogen werden müssen,“ heißt es beim DGB.

Stefan Körzell, Jahrgang 1963, ist gelernter Maschinenschlosser. Zunächst wurde er DGB-Kreisvorsitzender und übernahm dann später den Vorsitz des DGB Bezirks Hessen–Thüringen. Seit 2014 bis heute ist er Mitglied im geschäftsführenden DGB-Bundesvorstand. (UST)

Rütteldruckverdichtung i. A. der LMBV am Restloch Greifenhain
Fotos: DGB | Pia-Marie Schulz & LMBV | Dr. Uwe Steinhuber


Tour der LMBV mit Seenluft24 durch die Tagebau-Restlochkette

Senftenberg. Im August 2025 ging Reporter Ralf Jußen von Seenluft24 der Frage nach, wie der Stand der Sanierung am zentralen Sedlitzer See der LMBV ist. Gemeinsam mit dem Sanierungsbereichsleiter Lausitz, Gerd Richter, ging der Regionalsender auf eine Befahrung, um die laufenden Arbeiten an und um die Restlochkette bei Senftenberg in Augenschein zu nehmen.

Dabei gab LMBV-Prokurist G. Richter Erläuterungen zum Bau des weitestgehend bereits fertigen Ableiters, zur schonenden Sprengverdichtung auf der Brückenfeldkippe bei Sedlitz, zur Totholzbergung auf dem See sowie zum Ausspiegeln mit den benachbarten Bergbaufolgeseen.

Ziel aller Arbeiten, auch der noch ausstehenden Ausstattung der verbindenden Überleiter zum Partwitzer See, zum Geierswalder See und Großräschener See ist die Fertigstellung und Nutzbarmachung des Sedlitzer Sees im Jahr 2026. Mit interessanten Drohnenaufnahmen bekommen Interessierte einen guten Überblick über den Stand der Sanierungsprojekte. (UST)

Hier die Links zu den Online-Filmbeiträgen von Seenluft24:

Dreh bei den Bohrarbeiten der TDE auf der Brückenfeldkippe
Fotos: LMBV | Dr. Uwe Steinhuber


LMBV spiegelt Wasserhöhe zwischen Sedlitzer und Großräschener See aus

Senftenberg. Am 18. August 2025 wurden weitere fünf Dammbalken am Ilse Kanal zwischen Sedlitzer und Großräschener See gezogen. Die noch im Kanal verbliebenen, tiefer liegenden sieben Dammbalken werden in den kommenden Wochen ebenfalls entnommen.

Damit gibt es keine wesentliche hydraulische Trennung mehr zwischen den beiden Bergbaufolgeseen in der Lausitz. Die Wasserhöhe beider Seen wird bei ca. 100,40 NHN (Normalhöhenull) liegen. Eine Schiffbarkeit des Ilse Kanals ist damit aber noch nicht gegeben. Dafür müssen erst formale Voraussetzungen geschaffen werden.

Anfang September werden auch die anderen zur so genannten Restlochkette gehörenden Seen ausgespiegelt sein: Der Geierswalder, der Partwitzer, der Sedlitzer und der Großräschener See sind geflutete, nebeneinander liegende ehemalige Braunkohlentagebaue, die auf einer Wasserhöhe schiffbar miteinander verbunden sein werden.

Mit einer Nutzung all dieser Seen im Verbund mit dem Senftenberger See rechnet die LMBV in der nächsten Saison. Dann werden insgesamt ca. 4000 Hektar Wasserfläche als Herz des Lausitzer Seenlands nutzbar sein. (Update v. 18.08.25 12.30 erfolgt | UST)


Erster Spatenstich für das Projekt KANU am Ufer des Sedlitzer Sees erfolgt

Senftenberg / OT Sedlitz. Die Flutung des Sedlitzer Sees befindet sich in der finalen Phase – ab dem Jahr 2026 soll der größte See im Lausitzer Seenland der öffentlichen Nutzung zur Verfügung stehen. Daran glauben nicht nur die Mitglieder des Sedlitzer Wassersportvereins, sondern auch die Vertreter des Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg als auch des Bergbausanierers LMBV.

Um die touristische Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit dieser besonderen Destination langfristig zu sichern, ist auch der Aufbau und Ausbau einer touristischen Infrastruktur von zentraler Bedeutung. Das betrifft unter anderem den ca. 25 Hektar großen Entwicklungsstandort „Sedlitzer Bucht“. Mit dem Baustart für ein Multifunktionsgebäude (KANU Sedlitz) an der Marina Sedlitz durch den Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (ZV LSB) wird nun in diesem Bereich ein weiterer Meilenstein gesetzt.  

Dazu erfolgte an der Sedlitzer Bucht im Ortsteil Sedlitz am 23. Juli 2025 der erste Spatenstich. Um das geplante Projekt erfolgreich umsetzen zu können, werden Mittel aus dem Investitionsgesetz Kohleregion zur Verfügung gestellt. Dazu übergab Kathrin Schneider, Ministerin und Chefin der Staatskanzlei des Landes Brandenburg, einen entsprechenden Bewilligungsbescheid der ILB in Höhe von etwa 4,4 Mio. Euro.

Verbandsvorsteher Detlef Wurzler bedankte sich bei der Landesregierung, beim Landkreis OSL, der Stadt Senftenberg sowie der LMBV für die bisherige Unterstützung. Gerd Richter betonte für den Bergbausanierer, dass der Sedlitzer See derzeit Sanierungsschwerpunkt ist und voraussichtlich 2026 schiffbar erklärt werden kann. Dann folgt parallel noch die Ausstattung der Überleiter, um künftig den Verbund der fünf Seen bei Senftenberg schiffbar zu machen. (UST)

Erster Spatenstich des ZV LSB für das Projekt KANU am Ufer des Sedlitzer Sees erfolgt.
Fotos: LMBV | Dr. Uwe Steinhuber


Arbeitsbesuch des Präsidenten der Landesdirektion Sachsen bei der LMBV in der Lausitz

Senftenberg. Der Präsident der Landesdirektion Sachsen (LDS) Béla Bélafi und weitere Mitarbeiter der LDS besuchten am 16. Juli 2025 die LMBV in der Lausitz. Dabei wurden der Präsident und seine Mitarbeiter von den beiden Geschäftsführern Bernd Sablotny und Torsten Safarik herzlich am Sitz des Unternehmens begrüßt.

Nach einem Einführungsgespräch nutzte die Geschäftsführung der LMBV die Gelegenheit, den Präsidenten und seine Mitarbeiter bei einer Jeep-Tour über die Arbeiten der Bergbausanierer im Lausitzer Revier zu informieren. Der LDS-Chef konnte sich dabei vom vielfältigen Landschaftswandel und den noch bestehenden Herausforderungen an den Bergbaufolgeseen im entstehenden Lausitzer Seenland selbst überzeugen.

Die Befahrung wurde vom zuständigen LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz Gerd Richter geleitet, der seinerseits von der Fachreferentin Corinna Hampe unterstützt und vom Pressesprecher Dr. Uwe Steinhuber begleitet wurde. Auf der Seen-Runde standen nach den jüngsten Schifffahrtserklärungen auf der Brandenburger Seite u. a. auch für den Partwitzer und Geierswalder See die Rückkopplungen für Sachsen und die künftigen Funktionen der verschiedenen Überleiter, die nötigen Austonnungen aber auch das geplante Hafenprojekt am Partwitzer See im Mittelpunkt des Austausches. Hierzu brachte sich auch die Bürgermeisterin von Elsterheide, Antje Gasterstädt, in die Diskussion ein. 

Beim Einsatz des Wasserbehandlungsschiffes „Klara“ wurden die Aufgaben bei der Güteentwicklung der künstlichen Bergbaufolgeseen dargestellt. Auch der Sanierungsstützpunkt am Sedlitzer See und der künftige See-Ableiter wurden besichtigt.

Für alle Beteiligten war dies ein nützlicher Informationsaustausch zu den verschiedensten Vorhaben. Der LDS-Präsident wurden von Fachleuten von den Dienststellen Dresden und Leipzig begleitet, darunter waren der Referatsleiter für Bergbau, Bergbaufolgen, Grundwasser Dominik Oberhettinger und die beiden Sachgebietsleiterinnen im Referat 47 Uschi Muschol sowie Dr. Verena Maleska. 

„Es ist beeindruckend zu sehen, mit wie viel Erfolg und Herzblut der Wandel in der Lausitz vorangetrieben wird. Hier wird angepackt und etwas für die Region geschaffen. Es ist eine Aufgabe, die Generationen überdauert, doch bereits jetzt trägt sie Früchte, wenn ich z. B. an den Bärwalder See oder Partwitzer See denke. Als Landesdirektion stehen wir hier an der Seite des Unternehmens und der Kommunen vor Ort, um gemeinsam im Team voranzukommen – für die Menschen und die Natur. Solche Termine vor Ort sind
ideal, um die weiteren Vorhaben zu besprechen und Unklarheiten frühzeitig auszuräumen. Entscheidungen allein vom Schreibtisch aus sind nicht immer zielführend. Der Vor-Ort-Termin war bestens organisiert und aufschlussreich“, so LDS-Präsident Béla Bélafi, der betonte, wie wichtig die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten für den Erfolg des Lausitzer Strukturwandels ist. (mit LDS v. 18.07.25 ergänzt | UST)

Präsident der Landesdirektion Sachsen Béla Bélafi mit Mitarbeitern sowie der BM A. Gasterstädt bei der LMBV an der Anlegestelle des Wasserbehandlungsschiffes "Klara" am Partwitzer See
Fotos: LMBV | Dr. Uwe Steinhuber


Bärwalder See: Weiterer touristischer Aspekt mit ARCHE am größten See Sachsens

Klitten. Die Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch hat am 9. Juli 2025 das Restaurant „Arche“ am Ufer des Bärwalder Sees in Klitten im Landkreis Görlitz besucht. Der Betrieb des als Schiff gestalteten Restaurants startete vor knapp einem Jahr zunächst mit einem Kaffee- und Kuchenangebot und das Restaurant selbst öffnete im Spätsommer 2024 seine Türen.

Seit der Eröffnung im letzten Jahr hat sich das Restaurant ‚Arche‘ zu einem beliebten Anziehungspunkt am Bärwalder See entwickelt. Es steht beispielhaft für die erfolgreiche Verbindung von touristischer Entwicklung und regionaler Wertschöpfung hier in der Strukturwandelregion im Lausitzer Seenland. Mein Dank gilt der Familie Mücke und seinem gesamten Team, dass sie neben dem Skan-Park mit diesem kulinarischen Angebot einen weiteren touristischen Höhepunkt am größten See Sachsens geschaffen haben“, so Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch.

Der Zittauer Kieferorthopäde Giesbert Mücke hat mit seiner Familie in den letzten Jahren sehr viel zur Entwicklung der touristischen Infrastruktur am Bergbaufolgesee beigetragen. So ließ er zuerst den Skan-Park errichten, welcher im April 2003 eröffnet wurde und der sich direkt neben dem Restaurant „Arche“ befindet. Die Häuser wurden nach skandinavischem Vorbild in Holzständerbauweise errichtet. Es gibt acht Ferienhäuser und sechs Tiny Houses sowie ein Gemeinschaftshaus für Events. Zudem erwartet die Gäste eine holzbefeuerte Sauna mit einem Hot Tub, Sonnenliegen für Ruhepausen und weitere Freizeitangebote im Außenbereich für Groß und Klein.

Das Restaurant „Arche“ wird vom Dresdner Küchenchef Axel Göber geführt. Im Gastraum befinden sich 80 Plätze. Im Obergeschoss gibt es außerdem vier Ferienwohnungen. Die Stromversorgung erfolgt durch die eigene Photovoltaikanlage. Die Energie für das Kühlhaus und die Heizung laufen über ein Rückgewinnungssystem. Giesbert Mücke erhielt für sein Engagement am Bärwalder See 2023 eine Auszeichnung als einer von „Sachsens Tourismushelden“. Der Skan-Park trägt das Prädikat „Familienfreundlich im Lausitzer Seenland“.

Der Bärwalder See der LMBV entstand bis 2009 durch Flutung des ehemaligen Braunkohletagebaus Bärwalde und ist laut Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus „nun einer der beliebtesten Badeseen in Sachsen“. Er ist Sachsens größter Binnensee mit 1.299 Hektar und 58 Meter Tiefe. Der asphaltierte Seerundweg bietet auf 21 km für Radfahrer, Skater und Läufer tolle Ausblicke. Es gibt Möglichkeiten am See für Motor- und Elektrobootfahren, Segeln, Paddeln, Rudern, Kanu, Kajak, Stand Up Paddle Board, Angeln und Fahrgastschifffahrt sowie Wind-, Foil- und Kitesurfen. Außerdem gibt es Badestrände in Boxberg, Uhyst und Klitten. Der See hat eine ausgezeichnete Badewasserqualität. Quelle: PM des SMKT v. 09.07.2025 mit LMBV  (UST)

Das Lausitzer Seenland entwickelt sich positiv weiter.
Boxberger Ufer vor Kraftwerkskulisse - LMBV-Luftbild vom Bärwalder See | 2024


Arbeitsbesuch des Brandenburger Infrastrukturministers bei der LMBV

Senftenberg. Am 9. Juli 2025 waren Minister Detlef Tabbert und Staatssekretärin Dr. Ina Bartmann vom Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg (MIL) zu Gast bei der LMBV in der Lausitz. Sie wurden herzlich von den Geschäftsführern Bernd Sablotny und Torsten Safarik am Sitz des Unternehmens begrüßt. Die Geschäftsführung nutzte die Gelegenheit, aktuelle Herausforderungen in der Bergbausanierung vorzustellen.

Die LMBV dankte dem Minister und seinen Mitarbeitenden insbesondere für die kürzlich erfolgte rechtliche Schiffbarmachung des Großräschener Sees. Im Mittelpunkt des Austausches standen u. a. die noch zu leistenden Arbeiten in der Restlochkette.

Gemeinsam wurden im Anschluss die Baustelle des Ableiters Sedlitz, das Brückenfeld Sedlitz und der Überleiter 11 im Geländewagen befahren. Den Abschluss bildete ein Info-Halt am kürzlich für die Schifffahrt freigegebenen Großräschener See. Minister Tabbert hatte bereits an anderer Stelle betont: „Als gebürtiger Brandenburger und langjähriger Bürgermeister weiß ich, wie sehr sich Investitionen in die Infrastruktur lohnen und wie wichtig diese für die Menschen vor Ort sind.“  

Die MIL-Hausspitze wurde von Heidrun Lochmann von der GL4 und der persönlichen Referentin des Ministers Nadja Gnauck begleitet. (UST)

MIL-Hausspitze mit der LMBV-Geschäftsführung und Begleitern am Sedlitzer See.
Fotos: LMBV


BVMW lädt zur Informationsveranstaltung “Die LMBV als Auftraggeber für den regionalen Mittelstand”

Senftenberg. Im Rahmen einer Veranstaltungreihe des Bundesverbandes Mittelständische Wirtschaft e.V. stellt sich die LMBV als Auftraggeber dem regionalen Mittelstand in der Lausitz vor. Erfahren Sie als mittelständischer Unternehmer, ob und wenn ja, wie Sie mit Ihrem Unternehmen von dem Auftragsvolumen in der Bergbausanierung profitieren können.

Sie sind als interessiertes mittelständisches Unternehmen zu der gemeinsamen Informationsveranstaltung eingeladen. Die Veranstaltung findet

am Donnerstag, den 10.07.2025 um 17 Uhr im

Kulturschiff Großkoschen (Familienpark Großkoschen)
Straße zur Südsee 1
01968 Senftenberg

statt.  Weitere Informationen sowie die Anmeldung finden Sie auf der Internetseite des BVMW e.V.

Link zur Veranstaltung.



Brandenburg macht Lausitzer Bergbaufolgeseen schiffbar

Potsdam. Mit der Verkündung der 12. Änderungsverordnung zur Landesschifffahrtsverordnung (LSchiffV) werden ab dem 19. Juni 2025 weitere Brandenburger Teile des Lausitzer Seenlandes für die Schifffahrt geöffnet. Damit setzt das Land einen weiteren Meilenstein für die touristische und wirtschaftliche Entwicklung der Region und gleicht die Regelungen an die bereits geltenden Vorschriften im benachbarten Freistaat Sachsen an.

Detlef Tabbert, Minister für Infrastruktur und Landesplanung: „Die Öffnung eines großen
Teils der Lausitzer Seen für die Schifffahrt ist ein bedeutender Schritt für die weitere touristische Entwicklung des Lausitzer Seenlandes. Wir schaffen damit neue Möglichkeiten für Wassersport und stärken weiter die Attraktivität des Lausitzer Seenlandes als Naherholungs-, Wohn- und Wirtschaftsstandort. Ich begrüße ausdrücklich, dass wir mit der neuen Verordnung einheitliche und praktikable Regeln für alle Nutzerinnen und Nutzer in den brandenburgischen und sächsischen Teilen der Seenkette schaffen und zugleich den Schutz der einzigartigen Natur sicherstellen. Die heute in Kraft tretende Änderung der Landesschifffahrtsverordnung ist eine entscheidende Etappe, damit im kommenden Jahr die durchgängige Nutzung der kompletten Seenkette sowie die Übergabe an die Allgemeinheit gefeiert werden kann.“

Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung und Technischer Geschäftsführer der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH ergänzt: „Mit der Erklärung der Schiffbarkeit für den Großräschener See sowie für die Gesetzesangleichung der Brandenburger Teile des Partwitzer und Geierswalder Sees ist ein wichtiger Meilenstein in der Braunkohlesanierung erreicht. Wir gestalten Landschaften, die jetzt für alle auch auf dem Wasser erlebbar werden.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

I. Regelungen für die Lausitzer Seen

Schiffbarkeit: Der Großräschener See sowie die Brandenburger Teile des Partwitzer und
Geierswalder Sees
werden offiziell für die Schifffahrt freigegeben. Die sächsischen
Bereiche dieser Seen sind bereits schiffbar.

Der Schiffsverkehr vom Senftenberger See durch den Überleiter 12 (Koschener Kanal) in den Geierswalder See inklusive eines Verbindungsstückes auf dem Geierswalder See bis zur Landesgrenze Sachsen war bereits seit der 5. Änderungsverordnung zur Landesschifffahrtsverordnung vom 17.5.2013 schiffbar. Durch die Neuregelung der Landesschifffahrtsverordnung ist nunmehr die Brandenburger Seefläche auf dem Geierswalder See insgesamt bis zur Landesgrenze Sachsen für schiffbar erklärt worden.

Uferabstand: Auf den genannten Seen ist ein Abstand von 50 Metern zum Ufer einzuhalten. Ausnahmen gelten für Hafeneinfahrten, Überleiter und Anlegestellen.

Naturschutz: Das Naturschutzgebiet Sorno-Rosendorfer Buchten und das Natura 2000-Gebiet „Lausitzer Bergbaufolgelandschaften“ bleiben für die Schifffahrt gesperrt. Zusätzlich wird eine Schutzzone von 300 Metern vor dem Vogelschutzgebiet (SPA-Gebiet) eingerichtet, die nicht befahren werden darf. Diese Zone wird entsprechend ausgetonnt.

Höchstgeschwindigkeiten: Für Kleinfahrzeuge gilt auf dem Großräschener See eine Höchstgeschwindigkeit von 15 km/h (analog zum Senftenberger See). Auf dem Geierswalder und Partwitzer See beträgt die Höchstgeschwindigkeit 30 km/h, um die Regelungen mit Sachsen zu harmonisieren.

Nachtfahrverbot: Das bisherige Nachtfahrverbot auf schiffbaren Landesgewässern entfällt auf dem Geierswalder und Partwitzer See, da in Sachsen kein solches Verbot besteht und die Landesgrenze durch die Seen verläuft.

Sicherheitsausstattung: Vermieter von Sportbooten sind verpflichtet, ihren Mietern kostenfrei Rettungswesten anzubieten. Die generelle Pflicht zur Vorhaltung von Rettungsmitteln entfällt, um das Landesrecht an das Bundesrecht anzugleichen.

Segelverbot in Kanälen: In den Überleitern zwischen den Seen gilt künftig ein Segelverbot, ebenfalls zur Angleichung an das Bundesrecht.

II. Weitere Änderungen der LSchiffV

  • Ordnungswidrigkeitstatbestand Cannabis: Die Verordnung führt einen Ordnungswidrigkeitstatbestand für den Konsum von Cannabis auf Landesgewässern ein, analog zu den Bundeswasserstraßen.
  • Anpassung der Besatzungsregelungen: Die Vorschriften für die Besatzung von Fahrgastschiffen werden aktualisiert.
  • Entwidmung von Gewässern: Die schiffbaren Abschnitte der Gülper Havel, der Nuthe in Potsdam und der Stepenitz in Wittenberge werden verkürzt und damit teilweise entwidmet.
  • Zuständigkeitsverordnung: Die bisher gesonderte Zuständigkeitsverordnung für Ordnungswidrigkeiten in der Binnenschifffahrt vom 17. März 1998 wird in die LSchiffV aufgenommen.

Hintergrund: Mit der 12. Änderungsverordnung setzt Brandenburg einen langjährigen Abstimmungs-prozess mit dem Freistaat Sachsen und der LMBV zur Nutzung der Lausitzer Tagebauseen fort. Ziel ist es, die Seenlandschaft als überregionalen Erholungsraum und touristisches Highlight zu etablieren, ohne dabei den Naturschutz zu vernachlässigen. Die neuen Regelungen schaffen Planungssicherheit für Kommunen, Investoren und Nutzer und stärken die Entwicklung der gesamten Region.
Das Land Brandenburg hat in den vergangenen rund 20 Jahren Landesfördermittel im Umfang von rund 100 Millionen Euro für die Herstellung der Überleiter zwischen den Seen und von weiteren öffentlichen Infrastrukturen im Lausitzer Revier eingesetzt.

Reaktionen aus dem Lausitzer Seenland:

 

Siegurd Heinze, Landrat Landkreis Oberspreewald-Lausitz: "Die Änderung der Schifffahrtsverordnung ist ein gewaltiger Schub für die weitere Entwicklung des Tourismus im Lausitzer Seenland. Endlich wurde nach der Freigabe des Koschener Kanals im Jahr 2013 ein einheitliches Schifffahrtsrecht auf dem Geierswalder und Partwitzer See erreicht - das sächsische Schifffahrtsrecht wurde durch Brandenburg übernommen. Weiterhin wurde, was noch wichtiger ist, der Großräschener See für die Schifffahrt freigegeben. Dies stellt einen Meilenstein dar und ist zugleich der Vorläufer für die im nächsten Jahr zu erwartende Freigabe des Sedlitzer Sees, womit dann fünf Seen schiffbar miteinander verbunden wären. Wir lassen immer mehr die Visionen der Vordenker Rippel und Kuhn für ein Lausitzer Seenland Realität werden. Viele haben daran mitgewirkt. Ein ausdrücklicher Dank dafür an das MIL, Herrn Minister Tabbert, und an die LMBV, Herrn Geschäftsführer Sablotny. Heute ist ein Tag zum Feiern, morgen geht es weiter, um neue Ufer beziehungsweise neue Seen zu erreichen.“

Kathrin Winkler, Geschäftsführerin, Tourismusverband Lausitzer Seenland e.V.: „Für den Tourismusverband Lausitzer Seenland ist die neue Schifffahrtsverordnung ein entscheidender Schritt, um das touristische Potenzial des Großräschener Sees voll auszuschöpfen. Die Nachfrage bei Übernachtungsgästen in Brandenburg nach wasserbezogenen Aktivitäten ist fast doppelt so hoch wie der bundesweite Durchschnitt. Der Bootstourismus ist für unsere Region ein zentrales Thema. Damit gehen auch eine hohe Nachfrage nach Sportbootliegeplätzen, Gewässerzugängen für Wasserurlauber mit eigenem Boot und Anlegemöglichkeiten einher. Diesen infrastrukturellen Themen werden wir uns weiterhin, gemeinsam mit allen Akteuren, widmen. Die neue Verordnung ermöglicht uns, die Region als attraktives Reiseziel für Wassersportler, Familien und Naturfreunde noch gezielter zu vermarkten, neue Angebote zu entwickeln und das Lausitzer Seenland als moderne, barrierefreie Destination national und international zu positionieren. Damit setzen wir einen wichtigen Meilenstein für die nachhaltige Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit unserer Urlaubsregion.“

Detlev Wurzler, Verbandsvorsteher Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg: „Die neue Schifffahrtsverordnung ist ein weiterer, wichtiger Meilenstein auf dem langen Weg zum einheitlich gedachten und gelebten Lausitzer Seenland. Unser Dank gilt allen, die aktiv an diesem Prozess mitgewirkt haben. Besonders freut uns, dass die Vorschläge und Hinweise der Akteure vor Ort beachtet wurden und in die Verordnung eingeflossen sind.“

Thomas Zenker, Bürgermeister der Stadt Großräschen: „Endlich! Nach langem Warten eröffnet die neue Schifffahrtsverordnung die Möglichkeit, dass die Sportboote – nunmehr ohne den bürokratischen Aufwand von Sonderanträgen - den Großräschener See erobern. Damit kann auch der Großräschener Hafen seiner Bestimmung gerecht werden. Für die touristische Entwicklung des Lausitzer Seenlandes und die Entwicklung von Großräschen zur Seestadt ist damit ein Meilenstein erreicht. Nunmehr gilt: Leinen los und Ahoi!“

Andreas Pfeiffer, Bürgermeister der Stadt Senftenberg: Ein sehr guter Tag für das Lausitzer Seenland. Mit der neuen Schifffahrtsverordnung schaffen wir klare und einheitliche Regeln auf den Seen und stärken damit den Wassertourismus in unserer Region. Der Gast denkt nicht in Landesgrenzen, sondern in Erlebnissen und Eindrücken. Diese Verordnung ist ein gemeinsamer Erfolg für das Lausitzer Seenland.“

Quellen: Medieninormation des MIL v. 19.06.2025 | ergänzt mit PM des LK OSL und mit LMBV (UST)

Das Lausitzer Seenland entwickelt sich positiv weiter - Fotos sagen mehr als Worte.
Blick über den Großräschener See zum Sedlitzer See. Im Hintergund der Partwitzer See, der Geierswalder See und der Senftenbger See | Luftbild LMBV 2024


B97-Sanierung unerlässlich

Schwarze Pumpe. Die Sanierung eines Teilabschnittes der Bundesstraße 97 zwischen Spremberg und Hoyerswerda ist unerlässlich. Aber die Bemühungen der LMBV sind darauf ausgerichtet, die dafür erforderliche Vollsperrung so kurz wie möglich zu halten. Das waren die Kernaussagen von Holger Uibrig, Abteilungsleiter Planung-Ost bei der LMBV, beim nunmehr 35. Treffen des Wirtschaftsverkehrsnetzwerkes Lausitz Mitte Juni im DOCK3 in Schwarze Pumpe.

Die Mitglieder des Netzwerkes und ihre Gäste, etwa 40 an der Zahl, sehen das Projekt zwar als schmerzlichen, aber notwendigen Eingriff in ihre Interessen – immerhin pendeln zum Industriepark Schwarze Pumpe täglich rund 5.000 Beschäftigte, die Hälfte davon aus Sachsen. Der Schwerlastverkehr läuft zwar hauptsächlich in Richtung Cottbus (über die B97 zur A15) und Großräschen (über die B156 zur A13), aber auch in Richtung Hoyerswerda fließt ein Teil des Verkehrs, der für den Industriepark wichtig ist. Entsprechend deutlich war der Wunsch der Verkehrsexperten, die Sperrung so kurz wie möglich umzusetzen.

Weitgehend Einverständnis herrschte darüber, dass der Eingriff unabwendbar sei. Denn der rund 3 Kilometer lange Abschnitt, der über Kippenboden des einstigen Tagebaus Brigitta verläuft, gilt seit Jahren als geotechnisch gefährdet. Zurzeit laufe die Genehmigungsplanung für ein Testfeld, erläuterte Uibrig, dort solle das technologische Vorgehen getestet und optimiert werden.

Stephan Berger, Abteilungsleiter Mobilität im Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung, erneuerte ausdrücklich die Unterstützung des Freistaates für diese Vorzugsvariante – und gegen eine Reaktivierung der alten F97, die ebenfalls über Kippengelände führen und deutlich länger dauern würde. „Wir unterstützen die Maßnahme bei allen Schwierigkeiten – und freuen uns über jeden Monat, den wir gewinnen“, so Berger.


Erste Dammbalken gezogen: Wasser läuft nun durch den Ilse Kanal zum Sedlitzer See

Senftenberg. Seit dem 4. Juni 2025 läuft planmäßig Wasser vom Großräschener See zum Sedlitzer See. 

Mittels Mobilkran wurden die ersten Dammbalken im Überleiter 11 (Ilse Kanal) gezogen. Nun erfolgt die Überleitung von ca. 1,3 Kubikmetern Wasser pro Sekunde in den Sedlitzer See. Die Überleitungsmenge nimmt durch den sinkenden Wasserstand im Großräschener See in den nächsten Tagen kontinuierlich ab.

Der Großräschener See wird dabei gezielt um wenige Zentimeter abgesenkt; derzeit lag dort der Wasserpegel bei anfänglich 100,79 m NHN. Der Sedlitzer See soll seinerseits sukzessive von bisher 100,28 m NHN um 15 Zentimenter ansteigen.

Nach vier Wochen sollte sich der Wasserstand im Großräschener See auf das Niveau der Oberkannte der verbliebenen Dammbalken bei etwa +100,57 m NHN abgesenkt haben. In dieser Zeit sind ca. 1,7 Mio. Kubikmeter Wasser übergeleitet und der Wasserstand im Großräschener See um ca. 22 cm abgesenkt. Dies ist für den Großräschener See unbedenklich.

Insgesamt werden während des Ausspiegelungsprozesses von bis zu zwölf Wochen voraussichtlich ca. 4,5  bis 5,0 Mio. Kubikmeter Wasser vom Großräschener See in den Sedlitzer See übergeleitet mit dem Ziel, ein schrittweises Ausspiegeln der beiden Bergbaufolgeseen zu erreichen. (UST | redigiert am 27.06.25)

Drohnenblick auf den Überleiter 11
Ziehen der ersten Dammbalken
Dammbalken im Ilse Kanal werden entnommen, Foto: Stefanie Klein


Australische Delegation beim Ostdeutschen Wirtschaftsforum 2025

Bad Saarow. Im Rahmen einer Informationsreise in die Lausitz australischer Multiplikatoren und Einkaufsexperten aus dem Bereich Bergbausanierung nahm eine Delegation aus Australien an zwei Programmelementen des OWF 2025 teil.

Neben einer Präsentationsveranstaltung fand am 19.05.2025 innerhalb des OWF-Veranstaltungsprogramms als weiteres Highlight ein Deutsch-Australischer Fachaustausch statt.

Die LMBV war durch den Fachreferenten Jörg Schlenstedt in diesem Fachaustausch und Paneldiskussion vertreten. Der Titel der Veranstaltung lautete:  Transformation im Dialog: „Erfolgreiche Bergbausanierung von der Lausitz bis Australien - Transformation in Dialogue: Successful Mining Restoration – From Lusatia to Australia.“  JS/UST

Hintergrund: Die erfolgreichen Renaturierungsprojekte in der Lausitz haben international Vorbildcharakter. Im Rahmen der internationalen Deep-Dive-Veranstaltung war beim OWF die Gelegenheit, von diesen langjährigen Erfahrungen Deutschlands in der Kohletagebausanierung zu profitieren und innovative Ansätze für die Zukunft zu diskutieren. Australische Experten und Akteure aus der Lausitz tauschten sich aus und lernten voneinander, um die Schließung und Renaturierung von fast 240 australischen Bergwerken bis 2040 erfolgreich zu gestalten.

Wie sich diese Chancen konkret nutzen lassen, zeigte dieses Format von Germany Trade & Invest (GTAI). Nach Impulsvorträgen von ausgewiesenen Vertretern aus der Lausitz und Australien bot die anschließende Paneldiskussion Raum für praxisnahen Austausch. Teilnehmende diskutierten mit Fachleuten und regionalen Partnern über aktuelle Marktchancen und Kooperationsmöglichkeiten in der Bergbausanierung. So wurde die Gelegenheit genutzt, sich mit den internationalen Teilnehmenden aus Australien zu vernetzen und gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen der Bergbausanierung zu entwickeln.

Ostdeutsches Wirtschaftsforum OWF 2025 in Bad Saarow, Deutschland, 19. Mai 2025.
© GTAI / bundesfoto / Christina Czybik
Impressionen von der GTAI beim OWF 2025 Fotos: Christina Czybi


EHS-Themenwerkstatt: Der Schutz des Grundwassers genießt höchste Priorität

Senftenberg. Wer in Brandenburg eine Deponie errichten möchte, muss dafür Sorge tragen, dass das Grundwasser nicht beeinträchtigt wird. Das gilt natürlich auch für die geplante EHS-Monodeponie bei Kostebrau. „Der Grundwasserschutz genießt in der Deponieverordnung höchste Priorität“, betonte Dr. Ulrich Stock bei der LMBV-Themenwerkstatt zu EHS in Senftenberg. Stock, promovierter Geotechniker und Leitender Regierungsdirektor a.D., verantwortete viele Jahre als Abteilungsleiter den Bereich Technischen Umweltschutz beim Landesamt für Umwelt Brandenburg.

Mit „Schutz des Grundwassers – zentrale Anforderungen der Deponieverordnung“ war die nunmehr 5. Themenwerkstatt überschrieben, an der rund 20 interessierte Gäste teilnahmen. Unter ihnen waren erneut Bürger aus Ortschaften rund um die geplante Deponie ebenso wie Vertreter von Behörden und aus der Wirtschaft.

Deponien müssen, bevor sie errichtet werden, einen strengen Genehmigungsprozess durchlaufen. Was dabei berücksichtigt, geprüft oder auch nachgewiesen werden muss, regelt die Deponieverordnung, setzte Dr. Stock den Rahmen für seinen ebenso kompetenten wie kurzweiligen Fachvortrag. Zentraler Bestandteil sei beispielsweise das „Multibarrierekonzept“. Je nach Gefährlichkeit der Abfälle müssten mehrere Schutzschichten die Deponie nach unten wie nach oben abdecken, um eine potenzielle Beeinträchtigung des Grundwassers zu verhindern. Jede dieser Barrieren müsse unabhängig voneinander wirken, betonte der Deponieexperte.
Als Materialien für solche Barrieren kämen unter anderem Kunststoffdichtungsbahnen, Bentonitmatten oder auch Ton in unterschiedlichen Stärken in Betracht. Damit sich die Teilnehmer ein Bild davon machen konnten, reichte er mehrere dieser möglichen Dichtungsmaterialien durch die Reihen.

Neben den Barrieren gebe es klare Kriterien für die Standortwahl. Dabei gehe es ebenso um den Abstand zum Grundwasser wie um die geotechnische Stabilität des Bodens. Streng begutachtet werde zudem das Material, das in der Deponie eingebaut werden soll. Nicht zuletzt gebe es ein klar definiertes Messregime, das den Deponiebetrieb überwacht.

In der anschließenden Diskussion ging es unter anderem um die Wahl des Deponiestandortes, den grundsätzlichen bergrechtlichen Status des für die Deponie vorgesehenen Areals auf dem Betriebsgelände der LMBV sowie um den aktuellen Stand des Projekts. Sven Radigk, Leiter der Arbeitsgruppe „Gewässergüte Fließgewässer Lausitz“ bei der LMBV, erläuterte, dass all die Kriterien der Deponieverordnung gründlich abgearbeitet werden und die Planungen voranschreiten. Die Vorplanungen könnten demnächst abgeschlossen werden. Über die Ergebnisse werde wie angekündigt informiert.

Um nicht immer nur über den geplanten Deponiestandort nahe Kostebrau zu reden, verabredete man sich, diesen mal gemeinsam in Augenschein zu nehmen. Die LMBV sicherte zu, eine solche Exkursion zu organisieren.


Der Wirtschaftsweg um den Großräschener See ist wieder nutzbar

Senftenberg/Goßräschen. Der Wegebau auf der Westseite des ehemaligen Tagebaus Meuro und heutigen Großräschener Sees ist nun planmäßig beendet. Insbesondere die vielfältigen Nutzer des Wirtschaftsweges - darunter auch Radtouristen - können ab sofort diesen Rundweg um den Großräschener See wieder ohne Umleitung nutzen.

Die Aufwertung des Wegeabschnitts und der Zufahrten wurde von der Firma Richard Schulz Tiefbau GmbH im Auftrag der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH durchgeführt. Auf dem betreffenden Abschnitt wurden die vorhandene Betonplattenstraße zurückgebaut, Teile der Asphaltstraße abgefräst und ein neuer Asphaltweg errichtet. Der neue ca. 750 Meter lange Wegeabschnitt präsentiert sich mit einer Breite von drei Metern zuzüglich Bankette.

Im Rahmen des Bauvorhabens wurden eine Feuerwehrzufahrt zur Löschwasserentnahme zum Restloch Meuro/Großräschener See errichtet sowie eine Betonfläche von 7.600 Quadratmetern beseitigt. Abseits der Strecke sind bis Ende Mai 2025 noch einige Restarbeiten zu erledigen.

Arbeiten am Radrundweg um den Großräschener See sind abgeschlossen
Wirtschaftsweg und entsiegelte Fläche mit Blick zum Großräschener See


Friedersdorfer Strand am Silbersee zu Ostern nutzbar

Senftenberg/Lohsa. Am sächsischen Silbersee wurde bis zuletzt gearbeitet, um den Friedersdorfer Strand ab 18. April 2025 für die Badesaison temporär freizugeben. Vertreter des Sächsischen Oberbergamtes (OBA Sachsen) und der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) übergaben den Strand bei einem Vor-Ort-Termin zur saisonalen Nutzung an die Gemeinde Lohsa und den Campingplatzbetreiber. Seit November 2023 hatten die beauftragten Unternehmen Metzner GmbH und HAGN Umwelttechnik GmbH im Auftrag der LMBV und in Abstimmung mit dem OBA Sachsen intensiv an der geotechnischen Sicherung des Silbersees, insbesondere am Friedersdorfer Strand, gearbeitet.

Mittels seeseitiger Rüttelstopfverdichtung und einer leichten Rüttelverdichtung im Uferbereich wurden rund eine Mio. Kubikmeter Bodenvolumen verdichtet und damit der Friedersdorfer Strand für eine gefahrlose Nutzung vorbereitet. Im März 2025 erfolgten planmäßig die letzten Profilierungsarbeiten am Ufer. Innerhalb des ausgewiesenen Badebereichs kann jetzt offiziell gebadet werden. Zwei neue Informationstafeln informieren nun über die Sanierungsleistungen am See und das Speicherbecken Lohsa I. 

Die Nutzung des Badebereichs wird vorerst zeitlich beschränkt. Bis Oktober 2025 wird der Strandbereich nutzbar sein. Denn komplett abgeschlossen sind die Bauarbeiten noch nicht. Es werden die rückgebauten Flächen, Sport- und Freizeitbereiche auf dem Campingplatz wiederhergestellt. Am östlichen Ufer, außerhalb des Strandbereiches, folgen noch Ersatzpflanzungen mit verschiedenen Gehölzen zur ökologischen Kompensation der in Anspruch genommenen Flächen. (SK)

v.l.: Karsten Handro - LMBV-Abteilungsleiter Projektmanagement, Robert Kaschkat - Sächsisches Oberbergamt, Falk Nowotnick - Betreiber des Campingplatzes und Thomas Leberecht - Bürgermeister der Gemeinde Lohsa bei der saisonalen Freigabe des Badebereichs am Silbersee. (Foto: Gernot Menzel)

Hintergrund: Der Silbersee ist ein Speichergewässer der sächsischen Landestalsperrenverwaltung (LTV). Er entstand aus dem ehemaligen Tagebau Werminghoff II, der 1935 bis 1960 betrieben wurde. In den Jahren 1967 bis 1971 wurden die beiden entstandenen Restlöcher Friedersdorf und Mortka für deren heutige Funktion als Speicherbecken Lohsa I vorbereitet und geflutet. Mit dem Wiederansteigen des Grundwassers in der Region stieg die Gefahr von spontanen Böschungseinbrüchen in den Kippenbereichen. Ein Großteil der Flächen und Ufer mussten vorsorglich gesperrt werden. Mit den Sanierungsarbeiten wird die geotechnische Sicherheit für den Silbersee hergestellt, um eine Nachnutzung als Speicherbecken und in ausgewiesenen Teilbereichen eine touristische Nutzung zu ermöglichen.

Der Strand am Silbersee ist fertiggestellt und kann für die Badesaison 2025 genutzt werden. (Foto: Gernot Menzel)
Bis zuletzt wurde am Friedersdorfer Strand gearbeitet. (Foto: Gernot Menzel)
Seeseitige Rüttelstopfverdichtungsarbeiten im Oktober 2024 (Foto: Christian Horn)


Verwahren von alten Brunnen rund um und am Berzdorfer See hat begonnen

Senftenberg/Görlitz. Derzeit werden im Auftrag der LMBV, der Projektträgerin der Braunkohlesanierung im Osten Deutschlands, noch alte bergbauliche Filterbrunnen im Umfeld des vormaligen Tagebaus Berzdorf bei Görlitz endverwahrt. Den Auftrag dazu hat die Bohrgesellschaft Landsberg mbH im Frühjahr bis zum Ende des Jahres 2025 übernommen.

Insgesamt sind 148 Filterbrunnenstandorte nachzuverwahren bzw. zu sichern. Unter Berücksichtigung der Vorortsituation befinden sich die Standorte im unbefestigten Gelände oder im Bereich von befestigten Wegen, Straßen, Plätzen und im Flachwasserbereich rund um den Bergbaufolgesee. Dies kann zu lokalen und temporären Einschränkungen am See führen, für die die LMBV um Verständnis bei Anrainern und Besuchern am Berzdorfer See bittet.

Die alten Filterbrunnen im Bereich des ehemaligen Tagebaues Berzdorf wurden nach der Tagebaueinstellung zum Teil bereits rückgebaut und mit sandig-kiesigen Materialien – damals jedoch ohne Verdichtung – verwahrt.

Um eine mögliche künftige Gefährdung durch Filterbrunnen, die sich in direkten Bereichen der öffentlichen Zugänglichkeit bzw. in Bereichen der direkten Nachnutzung befinden und somit eine Einschränkung für die Wiedernutzbarmachung der Oberfläche darstellen könnten, auszuschließen, müssen alle Filterbrunnenstandorte noch einmal aufgesucht und mit kohäsivem Material nachverwahrt werden.

Dies kann z. B. durch Verpressen von hydraulisch dichtem Material, Dichtungs- bzw. Dämmsuspension passieren. Bei einem Nichtauffinden werden die Oberflächen der vormaligen Brunnenstandorte mit Geotextilien gesichert.

Foto: LMBV/Steffen Rasche (2024)


Vereinbarung zwischen LMBV und Universität der Vereinten Nationen unterzeichnet

Dresden. Am 8. April 2025 wurde anlässlich der Dresden Nexus Conference 2025 ein Vereinbarungsmemorandum zwischen der LMBV und der Universität der Vereinten Nationen in Dresden unterzeichnet. In der Auftaktveranstaltung der DNC 2025 ging es um "The Future of Resources – Resources for the Future", die globale Trends und wegweisende Impulse aufzeigte. Dazu trugen neben der Begrüßung durch Prof. Tshilidzi Marwala, Rektor der United Nations University und UN Under-Secretary-General, insbesondere der Keynote-Vortrag von Prof. Dr. Dr. mult. Hans Joachim Schellnhuber, Generaldirektor des International Institute for Applied Systems Analysis, bei.

Im Rahmen der Eröffnungssession wurden auch die Geschäftsführer der LMBV, Bernd Sablotny und Torsten Safarik auf die Bühne gebeten, um gemeinsam mit Prof. Tshilidzi Marwala und der Prof. Dr. Edeltraud Günther, Direktorin der United Nations University vom Institute for Integrated Management of Material Fluxes and of Resources die o.g. Vereinbarung zu unterzeichnen. Diese anerkennt den beiderseitigen Nutzens einer Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung, Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, Lehre, Veranstaltungen, Bewusstseinsbildung, Wissenstransfer und Anwendung der Ergebnisse zur Lösung globaler Herausforderungen.

Beide Vertragsparteien wollen ihre Zusammenarbeit durch diese Absichtserklärung formalisieren, um den Rahmen für ihre Zusammenarbeit und die Bereiche von beiderseitigem Interesse zu umreißen, und dass sie das Engagement für eine nachhaltige Entwicklung und den Wunsch teilen, die Forschung, den Aufbau von Kapazitäten und das Bewusstsein für die nachhaltige Bewirtschaftung von Umweltressourcen wie Wasser, Boden, Abfall, Energie und anderen Georessourcen zu fördern.

Die Vertragsparteien wollen beim Zugang zu Daten aus Sanierungsmaßnahmen in einer Modellregion zusammenarbeiten und Expertenwissen für Vernetzung und strategische Partnerschaften bereitstellen. Neben wissenschaftlichen Veröffentlichungen geht es auch um das Entwickeln praktischer Lösungen für spezifische Herausforderungen und eine internationale Vernetzung sowie eine verbesserte Sichtbarkeit und öffentliche Akzeptanz.

Zum Hintergrund: Die UNU-FLORES ist eines von 14 Instituten und Programmen in zwölf verschiedenen Ländern, die zusammen die Universität der Vereinten Nationen (UNU) bilden - eine globale Denkfabrik und postgraduale Lehreinrichtung mit Sitz in Tokio. Sie hat den Auftrag, durch gemeinsame Forschung und Ausbildung zur Lösung der drängenden globalen Probleme des menschlichen Überlebens, der Entwicklung und des Wohlergehens beizutragen, die den Vereinten Nationen, ihren Völkern und Mitgliedstaaten ein Anliegen sind.

Vom 8. bis 10. April 2025 findet die Dresden Nexus Conference (DNC) 2025 im Deutschen Hygiene-Museum Dresden (DHMD) die globale Resource Nexus Community statt, um innovative Konzepte nachhaltiger Ressourcennutzung zu diskutieren. Unter dem Motto „Die Zukunft der Ressourcen – Ressourcen für die Zukunft“ ist die DNC 2025 Teil der weltweiten Feierlichkeiten zum 50. Jubiläum der United Nations University (UNU) und richtet den Blick auf vergangene Erfolge sowie zukünftige Herausforderungen. Die internationale Konferenz, die über 150 Vorträge in mehr als 50 Sessions und Side-Events umfasst, vereint Teilnehmende aus über 75 Ländern und setzt neue Maßstäbe in Forschung, Politik und Wirtschaft.

In der Auftaktveranstaltung ging es um "The Future of Resources – Resources for the Future". In der Keynote der Session 2 "Healthy Food – Healthy Planet" mit internationalen Experten ist u. a. ein Beitrag der LMBV von Geschäftsführer Torsten Safarik geplant unter dem Motto: “Von der Wissenschaft in die Praxis: Umsetzung von Bergbau-Stilllegungen in der Lausitz / From Science to Practice: Managing the postmininig transition in Lusatia“

Ein weiteres Highlight der DNC 2025 ist die begleitende Kunstausstellung von Jens Galschiøt, welche aktuelle Fragen der verantwortungsvollen Ressourcennutzung thematisiert. Dazu gehört die "Freedom to Pollute": Diese Skulptur hinterfragt provokant den Umgang mit Umweltverschmutzung und fordert zu einem bewussteren Umgang mit Ressourcen auf. Inmitten ernster Gespräche über Nachhaltigkeit wird eine sechs Meter hohe, rauchende Freiheitsstatue die UNU-Ressourcenkonferenz dominieren, welche direkt vor dem Eingang des DHMD aufgebaut wurde. Die Ausstellung lädt Medien und Besucher dazu ein, sich mit der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und nachhaltiger Entwicklung auseinanderzusetzen und bietet inspirierende Denkanstöße.  UST

Impressionen von der DNC 2025
Nach der Unterzeichnung des MoU zwischen UNU Flores und LMBV




LMBV informiert Flächeneigentümer zu Entschädigungsfragen

Flächeneigentümer im Umfeld der Sanierungsmaßnahme B97 bei Spreetal werden für potenzielle Schäden nach einer klaren Methodik entschädigt. Darüber informierte die LMBV bei einer Veranstaltung Anfang April im Schloss Hoyerswerda. Geladen waren alle Flächeneigentümer, deren Flächen im gutachterlich definierten Einwirkbereich der komplexen Straßensanierung liegen. Das Sächsische Bergamt erläuterte seine Rolle als verfahrensführende Behörde und die erforderlichen Schritte für den Vorhabenträger im Umgang mit betroffenen Eigentümern.

Für die anspruchsvolle geotechnische Sicherung eines rund drei Kilometer langen Teilstücks der B97 zwischen Spremberg und Hoyerswerda und der angrenzenden S130 nach Burgneudorf laufen die Vorplanungen. Bis Mitte des Jahres 2025 sollen diese abgeschlossen sein, informierte Gerd Richter, Leiter des Sanierungsbereichs Lausitz der LMBV. Danach gebe es dann auch einen angepassten Bauzeitplan. Schon jetzt versicherte Richter, dass während der Sanierung alle verfügbare Technik eingesetzt werde, um die erforderliche Stabilisierung des Untergrundes so schnell wie möglich herzustellen.

In welcher Weise die Technik am besten eingesetzt wird, sollen probeweise Rütteldruckverdichtungen auf einem Testfeld nördlich der S130 zeigen. Wenn alles optimal laufe, könnten dafür noch im Winter 2025/26 erforderliche Holzungen erfolgen. Im Anschluss werde das Testfeld errichtet.

Die Sanierungsmaßnahme findet im Wesentlichen auf Flächen statt, die sich im Eigentum Dritter befinden. Im Umgang mit diesen Flächeneigentümern erfordert das Sächsische Oberbergamt (OBA) von der LMBV „volle Transparenz“. Dabei hoffe das OBA, dass es nach entsprechendem Engagement und Erläuterungen zum Ausgleich potenzieller Schäden durch die LMBV zu privatrechtlichen Vereinbarungen komme, betonte Nina Luchterhand-Rülke, Leiterin des Rechts-Referats im OBA. Nur wenn es trotz aller Bemühungen keine Einigung gebe, könne das OBA auch anordnen, dass Eigentümer die befristete Nutzung ihrer Flächen für die Sanierungsmaßnahme dulden müssen.

Damit es nicht so weit kommt, erläuterte Claudia Schulz, bei der LMBV zuständig für Bergschäden und Entschädigungen, die Grundzüge der Entschädigung. Wichtig dabei sei der Grundsatz der Gleichbehandlung. Um dies zu gewährleisten, würden die unterschiedlichen Flächen nach klaren Kriterien kategorisiert. Für bestimmte Gebäude werde vor Beginn der Sanierungsmaßnahme durch externe Sachverständige der Ist-Zustand ermittelt, um einen objektiven Vorher-Nachher-Vergleich zu ermöglichen.

Gerd Richter unterstrich, dass jede Nutzungseinschränkung privater Flächen nur temporär sei und dass die Einschränkungen mit dem Einsatz der Technik durch das Areal „wanderten“. Damit nahm er einzelnen Eigentümern die Sorge, dass während des gesamten Maßnahmezeitraums alle Flächen gleichzeitig betroffen sein werden.

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LDS stellt für Bärwalder See die Fertigstellung für die Schifffahrt fest

Dresden | Senftenberg | Boxberg. Die Landesdirektion Sachsen hat mit zwei Allgemeinverfügungen den rechtlichen Rahmen für die dauerhafte schifffahrtliche Nutzung des Bärwalder Sees im Rahmen des Wasser- und Schifffahrtsrechts geschaffen. Damit kann der rund 13 Quadratkilometer große See, der aus einem Tagebaurestloch entstand und durch die LMBV als Bergbausanierer hergestellt wurde, pünktlich zum Start der Wassersportsaison am 1. April 2025 künftig von jedermann mit Fahrgastschiffen sowie nichtmotor- und motorangetriebenen Sportbooten befahren werden.

»Der größte Binnensee Sachsens, der Bärwalder See, ist ab der kommenden Saison für die Schifffahrt frei zugänglich. Das ist ein bedeutender Meilenstein bei der Umwandlung des früheren Tagebaues Bärwalde zu einem überregionalen Zentrum der Erholung und des Wassersports. Zugleich lässt die Freigabe die Lausitz als aufstrebende Wassersport- und Wassertourismusregion noch stärker strahlen.« so Béla Bélafi, Präsident der Landesdirektion Sachsen. »Mit den Allgemeinverfügungen wurde ein stabiler und verlässlicher Rechtsrahmen geschaffen. Mit diesem haben die Gemeinde Boxberg/Oberlausitz und die Investoren Planungssicherheit bei der Entwicklung weiterer touristischer Angebote. Die Nutzer des Sees, insbesondere die Hobby-Kapitäne, wissen jetzt genau, was wo und zu welcher Zeit auf dem See möglich ist. Zugleich ist für den Schutz der seltenen Vögel gesorgt, denen der Bärwalder See als Lebensraum dient

Mit der Feststellung der Fertigstellung des Sees für die Schifffahrt entfällt die bisherige Praxis der Erteilung von wasserrechtlichen Einzelzulassungen für die durch die Allgemeinverfügung zugelassenen Nutzungen, einschließlich des damit für Nutzer und Behörden verbundenen hohen Aufwandes. Dies begrüßte auch der Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny nachdrücklich: »Dies ist auch ein wichtiger Schritt hin zur noch anstehenden Beendigung der Bergaufsicht für diesen großen Bergbaufolgesee in Sachsen. «

Drei Flächen werden aus natur- und artenschutzrechtlichen Gründen ständig von der Befahrung mit Wasserfahrzeugen freigehalten: Die auch bisher schon gesperrte trapezförmige Fläche in der Seemitte, die Westbucht nördlich von Uhyst sowie die Ostbucht südlich des Boxberger Strandes.

Ebenfalls aus Gründen des Natur- und Artenschutzes wurde außerdem folgende zeitliche Begrenzung für das Befahren des Sees erforderlich: Von November bis März ist die Nutzung ganztägig sowie in den Monaten April, Mai und Oktober in den Nachtstunden untersagt. Darüber hinaus wird ein rund 1,2 Kilometer langer und 150 Meter breiter Uferstreifen nördlich der Westbucht für die Schifffahrt gesperrt sein.

Im Zusammenspiel der beiden Allgemeinverfügungen wird die Nutzung in den freigegebenen Bereichen zwischen dem 1. Juni und dem 30. September ohne Einschränkungen möglich sein. Zwischen dem 1. April und dem 31. Mai sowie dem 1. und dem 31. Oktober kann der See vom Sonnenauf- bis Sonnenuntergang mit den oben genannten Wasserfahrzeugen befahren werden.

Die Allgemeinverfügung der Landesdirektion Sachsen zur Feststellung der Fertigstellung und jene zur temporären Begrenzung der Nutzung sind das Ergebnis eines umfangreichen Verwaltungsverfahrens. Dabei wurden zahlreiche Behörden und Institutionen, unter anderem der Landkreis Görlitz und die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), beteiligt. Vorbehaltlich etwaiger Rechtsbehelfe gegen die Allgemeinverfügungen der Landesdirektion sollte der unbefristeten Nutzung des Bärwalder Sees für die Schifffahrt nunmehr nichts mehr im Wege stehen.

Eine weitere Jedermanns-Nutzung am Bärwalder See soll zeitgleich durch das Landratsamt Görlitz ermöglicht werden. Mit einer eigenen Allgemeinverfügung regelt dieses den sogenannten Gemeingebrauch. Dazu gehören unter anderem das Baden und Schwimmen sowie das Befahren mit kleinen Wasserfahrzeugen ohne maschinellen Antrieb, wie z. B. Ruder-, Paddel-, Tret- und kleine Segelboote.

Interessierte können die Allgemeinverfügungen der Landesdirektion Sachsen ab dem 28. März 2025 online auf dem Bekanntmachungsportal der Landesdirektion Sachsen abrufen. Das Landratsamt Görlitz wird seine Allgemeinverfügung gesondert öffentlich bekannt geben. (Quelle: Medieninfo der LDS v. 21.03.25 | LMBV-Zitat ergänzt | UST)

Archiv-Fotos: Christian Horn und Steffen Rasche für LMBV
LMBV-Luftbild vom Bärwalder See | 2024


Namibische Experten zur Weiterbildung über die Post-Bergbauphase bei der LMBV

Senftenberg. Eine Delegation aus hochrangigen Vertretern des namibischen Bergbau- und Energieministeriums sowie des Ministeriums für Umwelt, Forsten und Tourismus besuchte vom 17. bis 18. März 2025 die LMBV in der Lausitz. In den zwei Besuchstagen fand ein reger Austausch zwischen den neun namibischen Vertretern, Experten der LMBV sowie mit dem Kaufmännischen Geschäftsführer der LMBV, Torsten Safarik, und Dr. Gero von Daniels sowie Franziska Zelina von der Berliner Geschäftsstelle des Steuerungs- und Budgetausschusses für die Braunkohlesanierung statt.

Begleitet wurde die Delegation von Catarina Tarpo vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, BMUV, und Atossa Pandazmapoo von der GIZ, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit. Von Seiten der LMBV verantwortete Sandra Linge vom Büro der Geschäftsführung die Organisation.

Hintergrund: Die Internationale-Klimaschutz-Initiative des BMUV ist Teil der Klimaschutzbemühungen der Bundesregierung. Im Rahmen dieser Initiative plant das zuständige Referat II 5 Afrika ein Regionalvorhaben in der südlichen Region Afrikas. Das Vorhaben fokussiert sich auf den umwelt- und sozialverträglichen Abbau kritischer Ressourcen für die Energiewende, die Etablierung lokaler Wertschöpfung sowie regionaler Standards. Im März 2024 führten ein BMUV-Referatsleiter und die zuständige Referentin Catarina Tarpo in Namibia politische Gespräche zum Projekt. Das namibische Energie- und Bergbauministerium sowie das Umweltministerium hatten Bedarf für eine Delegationsreise nach Deutschland zur Weiterbildung über die Post-Bergbauphase in Ostdeutschland nach der Wende geäußert.

Am 17. März begrüßte Ina Lilienthal, Leiterin des Büros der LMBV-Geschäftsführung, die namibische Delegation und führte in die Aufgaben des Bergbausanierers ein. Fachreferent Jörg Schlenstedt beschrieb die planungsrechtlichen Grundlagen für die LMBV und deren Verknüpfung innerhalb des deutschen Planungssystems. Durch die Geschäftsstelle des StuBA wurde die Braunkohlenfinanzierung erläutert. Der Vorsitzende des Zweckverbandes Lausitzer Seenland, Detlef Wurzler, stellte am Nachmittag den Verband vor und betonte die engen Abstimmungen mit der Bergbausanierung. Eine Exkursion zum Aussichtspunkt Rostiger Nagel und nach Brieske schlossen den Tag ab.

Der Folgetag wurde am Vormittag durch LMBV-Fachvorträge zur Geotechnik von Kerstin Abraham, den wasserwirtschaftlichen Fragen durch Katja Kunze und zur bergbaulichen Rekultivierung durch Jörg Schlenstedt gestaltet. Die anschließende Exkursion führte zum Aussichtspunkt Reppist, zum Überleiter 11, zur Wasserbehandlungsanlage Rainitza und über die IBA-Terrassen zum Sanierungsstützpunkt der LMBV am Sedlitzer See. Dort empfing Projektmanager Henry Ruske die Delegation und informierte zu den laufenden Sanierungsarbeiten am Bergbaufolgesee. (JS | UST)

Fotos: LMBV


Totholz-Beräumen auf dem Sedlitzer See angelaufen

Senftenberg. Seit Mitte Februar 2025 sind zwei Ponton-Einheiten im Auftrag der LMBV auf dem Sedlitzer See unterwegs. Diese schwimmenden Arbeitseinheiten sorgen dafür, dass das Totholz im gefluteten Restloch schrittweise geschnitten und beräumt wird. Mitte März kam eine weitere, dritte Arbeitseinheit auf dem See dazu.

Ziel der Arbeiten ist es, eine sichere Wasserlamelle von zwei Metern im Bergbaufolgesee herzustellen. Zunächst werden die Zufahrten zu den Überleitern, dies sind die Flächen vor dem Rosendorfer und dem Sornoer Kanal, beräumt. Teilweise werden auch Stubben mittels „Ziehen“ aus dem Wasser bzw. vom Seegrund entfernt.

Das geschnittene treibende Holz wird im weiteren Verlauf der Maßnahme durch die ausführende Firma entfernt. Dieses Holz wird je nach Zustand zum Errichten von Kompensationsmaßnahmen genutzt oder im Seetiefsten verbracht. Das restliche Holz geht in das Eigentum der ausführenden Firma über.

Im Partwitzer, Geierswalder, Großräschener und Sedlitzer See ist nach dem Beenden dieser Maßnahme das notwendige Totholzbergen abgeschlossen. Lediglich in der Rosendorfer Bucht verbleiben aus Naturschutzgründen Hölzer im Wasser.

„Das Aufwuchs- und Totholzberäumen ist eine wichtige Voraussetzung, um den Sedlitzer See für die künftige wassertouristische Nutzung in den kommenden Jahren vorzubereiten“, so der zuständige LMBV-Abteilungsleiter Michael Matthes. (UST)

Fotos: Henry Ruske und Drohnen-Bilder v. Christian Horn für LMBV
Totholzbergen im Sedlitzer See


105. Sitzung des Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg

Cottbus. Am 13. März 2025 kamen die Mitglieder des Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg zu ihrer 105. Sitzung in Cottbus zusammen. Neben Vertretern der Landkreise, Gewerkschaften, der Kirchen und Verbände sind auch der Sanierer LMBV und die bergbautreibende LEAG - hier als beratende Mitglieder - im Ausschuss beteiligt. Zu Beginn der Sitzung zog der Leiter der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg (GL) beim Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) Timo Fichtner eine Zwischenbilanz zur bisherigen Braunkohlen- und Sanierungsplanung aus Sicht des MIL. Er verwies u.a. auf die 15 Sanierungs- und sieben Braunkohlenpläne, an denen der Ausschuss intensiv mitgewirkt hatte. T. Fichtner betonte u.a. das Bemühen der GL, die Bergbausanierung immer mit den entsprechenden Mitteln, auch nach den Abstimmungen im StuBA und im entsprechenden RSB, auszustatten und zu begleiten. Aktuell sei von der GL das Zielabweichungsverfahren zum Teilfeld I Welzow-Süd intensiv zu bearbeiten.

Hinsichtlich des Wiedernutzbarmachens des Tagebaus Jänschwalde stellte der LEAG-Vertreter Dr. Thomas Koch eine Drei-Seen-Landschaft vor. Der entsprechende Zielabweichungsbeschluss läge dazu vor. Für diese Drei-Seen-Landschaft sind zuvor u.a. 1.300 Filterbrunnen und 14 Kilometer Gleise zurückzubauen sowie die künftigen Seeufer mit einem Volumen von 65 Mio. Kubikmeter mit RDV bzw. 3,8 Mio. Kubikmeter mit LRV zu verdichten. Zum Reliefgestalten sollen 124 Mio. Kubikmeter mit Großgeräten bewegt werden. Mit mobilem Erdbau müssen rund 21 Mio. Kubikmeter zum Böschungsabflachen und Kippenabtragen bewegt werden. Rund 6.200 Hektar sollen land- und forstwirtschaftlich rekultiviert werden. Der Rückbau und die Demontage der Förderbrücke sei für 2026 vorgesehen. Ein entsprechender Abschlussbetriebsplan des Tagebau-Betreibers Leag sei zwischenzeitlich vom LBGR genehmigt worden. Der Zulassungsbescheid und der Abschlussbetriebsplan sind noch bis zum 17. März 2025 öffentlich ausgelegt.

Zweifel gäbe es an der Standsicherheit der künftigen Seenlandschaft, so Ausschussmitglied René Schuster. Zudem gäbe es Bedenken, ob das vorhandene Wasser überhaupt ausreichen würde, die drei neuen Seen zu füllen. Hierzu informierte Dr. Koch, dass verschiedene Alternativen zur Wasserzuführung vorzugsweise aus der Neiße beziehungsweise und/oder aus der Spree in Vorbereitung des wasserrechtlichen Planverfahrens geprüft werden. Ziel sei es, bis zu vier Kubikmeter pro Sekunde für das Fluten verfügbar zu machen. Eine wasserrechtliche Erlaubnis für den Tagebau Jänschwalde sowie das Planfeststellungsverfahren für die Herstellung der Tagebauseen ständen noch aus. Das LBGR gehe von einem Antrag des Unternehmens dazu in 2026 aus. Mit einem vorzeitigen Beginn könnte LEAG ab 2028 mit dem Fluten beginnen. Bis in die 2040er Jahre werde voraussichtlich das Fluten und bis 2044 die See-Endgestaltung andauern.

Für die LEAG stellte Dr. Thomas Koch zudem die aktuellen Pläne zur Wiedernutzbarmachung am Cottbuser Ostsee vor. Seitdem am 23. Dezember 2024 im Cottbuser Ostsee der Zielwasserstand von 62,5 Meter über Normal-Null planmäßig erreicht worden war, sei kein Wasser mehr aus der Spree in den See geflossen. Bis dato habe der Ziel-Wasserstand ohne weitere Wassereinleitungen gehalten werden können. „Der Cottbuser Ostsee aber ist nach wie vor im Bergrecht“, sagte Dr. Koch, der als Leiter der Abteilung Geotechnik bei der LEAG verantwortlich für die Arbeiten zur Wiedernutzbarmachung der Bergbaulandschaft ist. „Ein Zaun sichert so lange das gesamte Areal, bis der See und auch seine Uferbereiche sicher in eine öffentliche Trägerschaft übergeben werden können. Bis dahin ist noch einiges zu tun“, betonte Dr. Koch aus diesem Anlass. Er appellierte auch an die Vernunft der Anrainer und Besucher, diese Absperrungen zu respektieren.

Nach zurückliegenden Abbrüchen am Schlichower Ufer sollen 2025 diese Uferveränderungen weiter gesichert werden. Dafür werden Erdmassen aus dem früheren Tagebau-Lärmschutzdamm genutzt und in den Abbruchkesseln verkippt. Danach werde das Erdreich dort verdichtet und der Uferbereich neu modelliert. Diese Arbeiten zur Sicherung des Schlichower Ufers werden vermutlich bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen. Im Jahr 2027 will das Unternehmen ein bis dahin noch weiter zu beplanendes und zu genehmigendes Auslaufbauwerk für den Cottbuser Ostsee errichten. Die LEAG arbeitet dafür weiter auf der Basis des genehmigten Abschlussbetriebsplanes des Tagebaus und den umzusetzenden Regelungen und Nebenbestimmungen des wasserrechtlichen Planfeststellungsbeschlusses. Ziel sei es, die Arbeiten zur Wiedernutzbarmachung am Cottbuser Ostsee bis Anfang der 2030er Jahre abzuschließen. Danach müssten noch Standsicherheitsgutachten erarbeitet werden. Ziel sei die Entlassung der Ufer aus der Bergaufsicht.

In einer Stellungnahme von Welzows Bürgermeisterin Birgit Zuchold wurde eindrücklich eine Ersatzstraße zwischen Spremberg und Welzow im Bereich des Tagebaus Welzow-Süd von LEAG und LMBV (hier für die rückwärtigen Bereiche) gefordert. Voraussetzung sei jedoch, dass ein Baulastträger nach dem Bau die Unterhaltung der Straße übernehmen müsse. Die künftige Baulastträgerschaft sei nach wie vor ungeklärt. Und planen können die Unternehmen üblicherweise erst, wenn sie den Baulastträger kennen. Dies sei vor allem wichtig, um zu wissen, ob für eine Landesstraße, Kreisstraße oder lediglich für einen Wirtschaftsweg die Planungen und Vorbereitungen aufgenommen werden sollten. Dies bestimme die Fahrbahnbreite, den Untergrund und auch die Anschlussmöglichkeiten.

Und die Zeit dränge: Der Braunkohlenabbau im Tagebau Welzow-Süd soll voraussichtlich 2033 enden. 2027/2028 plane die Leag als Bergbautreibende, die Liegenschaften im alten Haidemühl zu überbaggern. Dann verschwänden neben der Hauptstraße des vormaligen Dorfes auch Teile der Betriebsstraße der LMBV. Dass das Land Brandenburg nach dem Bau der Straße die Baulastträgerschaft übernehme, forderten kürzlich die Abgeordneten der SPD und der CDU im Kreistag Spree-Neiße in einem Beschluss und Schreiben an die Landesregierung. Sie sähen die neue Straße als Ersatz einer Landesstraße und das Land deshalb in der Pflicht. Im Landtag sei dies jedoch schon in einem anderen Zusammenhang verneint worden, so die Aussage eines Ausschussmitgliedes. Die GL wurde aufgefordert, diese Frage weiter zu moderieren.

In einem gesonderten Tagesordnungspunkt stellte Prof. Dr. Christoph Neukum seinen Fachbereich „Forschungs- und Entwicklungszentrum Bergbaufolgen“, kurz FEZB, der BGR (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe) vor, der in Cottbus seit 2002 ansässig und mit 31 Fachstellen, von denen 26 bereits besetzt seien, ausgestattet wurde. Die Forschungsthemen sind auf die Umweltmedien Grundwasser und Boden sowie auf Sanierungsbergbau, Geotechnik und Umwelt-Monitoring ausgerichtet und umfassen folgende Schwerpunkte:

  • Hydrogeochemische Veränderungen in Grundwasser und Boden
  • Entwicklung angepasster Monitoring- und Prognosewerkzeuge
  • Bewertung von Langzeitfolgen
  • Gestaltung neuer Landschaften
  • Langfristige Datenhaltung
  • (Inter)nationale Vernetzung und regionaler Bezug

Der FEZB widme sich u.a. wissenschaftlichen Fragen der Wasserqualitäten in den Restlöchern, der Wechselwirkung von Seewasser und Grundwasser, der geotechnischen Stabilität, so z. B. der geophysikalischen Begleitung der SSPV – hier u.a. in enger Zusammenarbeit mit der LMBV bei der Verdichtung am Brückenfeld Sedlitz – sowie einem übergreifenden Grundwassermodell Lausitz. Forschungsthemen seien z. B. auch die isotopenhydrologischen und hydrochemischen Untersuchungen der Wechselwirkungen zwischen dem Grundwasser und den Bergbaufolgeseen im Lausitzer Revier, wozu beispielsweise im Jahr 2024 im Rahmen des Montanhydrologischen Monitorings der LMBV etwa 400 Grundwasserproben und rund 700 Oberflächenwasserproben aus Fließen und Bergbaufolgeseen für Isotopenuntersuchungen entnommen wurden. Im Zusammenwirken mit der LMBV wurde u.a. auch der Eisensulfidumsatz in der Spreewitzer Rinne weiter quantifiziert, da die Verteilung des Eisens und Sulfats in den Grundwasserleitern sowie der Beitrag der einzelnen Komponenten - natürliche Sedimente, Kippen- und Haldenablagerungen - noch nicht vollständig geklärt sei.  (UST)

Fotos: Dr. Steinhuber und Luftbilder von Steffen Rasche für LMBV


Konditionierungsanlage reduzierte auch 2024 die Eisenfracht in der Spree — Jahresberichte erschienen

Senftenberg/Spremberg. Der Jahresbericht 2024 zum "Monitoring der Eisenbelastung der Spree und in der Talsperre Spremberg" durch den Fachgutachter Klare Spree der LMBV Dr. Uhlmann vom Institut für Wasser und Boden (IWB Dresden) liegt vor. Die Wasserbehandlung durch den bedarfsgerechten Betrieb der Konditionierungsanlage im Zulauf der Spree zur Talsperre Spremberg zeigte auch im Jahr 2024 ihre positive Wirkung. Die Konditionierungsanlage, bestehend aus der Bekalkungsanlage in Spremberg-Wilhelmsthal sowie nach ca. 1,5 km Fließweg der Flockungshilfsmittelzugabe am Einlaufbauwerk der Vorsperre Bühlow, erzielte wiederum eine Erhöhung des Eisenrückhaltes im Vorstaubecken.

Circa 35 Prozent der Eisenfracht der Spree wurde in der Vorsperre zurückgehalten und somit die Hauptsperre der Talsperre, d. h. der Spremberger Stausee, entlastet. Gleichzeitig wird somit die Einhaltung der Ablaufwerte aus der Talsperre am Pegel Bräsinchen gesichert. Die Eisen-gesamt-Konzentration lag hier 2024 jahresdurchschnittlich bei 0,6 mg/L sowie ganzjährig < 2 mg/L und somit stabil unterhalb der Sichtbarkeitsschwelle für partikuläres Eisen in der Spree.

Bei Einhaltung einer jahresdurchschnittlichen Eisen-gesamt-Konzentration von ≤ 1,8 mg/L gilt gemäß der „Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer“ (OGewV) in Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL), der gute ökologische Zustand bzw. bei stark anthropogen (hier: bergbaulich) beeinflussten Fließgewässern, das gute ökologische Potential bezogen auf den allgemeinen physikalisch-chemischen Parameter (ACP) „Eisen“, als erfüllt. Die Talsperre Spremberg (Vor- und Hauptsperre) erzielte dabei insgesamt einen Eisenrückhalt von ca. 81 Prozent bezogen auf die Immission, d. h. die im Spreewasser transportierte Eisenfracht.

Die Entwicklung der Eisen-gesamt-Konzentrationen im EZG Spree verlief in 2024 moderat. Dies war in 2024 zum einen witterungsbedingt und ganzjährig, auf die vergleichsweise höheren Abflüsse in der Spree zurückzuführen. Zum anderen waren im Zulauf der Spree zur Talsperre Spremberg, aufgrund des Eisenrückhaltes an den seit Mitte 2021 komplett fertiggestellten GW-Abfangmaßnahmen der LMBV in Ostsachsen (hier: Barrierekonzept Spreegebiet Südraum), deutlich reduzierte Eisenfrachten (Pegel Wilhelmsthal: i. M. von ca. 5.500 kg/d auf ca. 4.000 kg/d) aus dem Oberlauf der Spree zu verzeichnen.

Aufgrund dessen ist auch die jährliche Mengenzuwachsrate an Eisenhydroxidschlamm (EHS) im Vorstaubecken der Vorsperre Bühlow rückläufig und quasi halbiert worden (d. h. von ca. 40.000 m³ auf etwa 20.000 m³ pro Jahr). Insofern war die zyklische Beräumung der Vorsperre mittels Saug-/Spülbaggerung in 2024 grundsätzlich nicht erforderlich. Eine neuerliche, bedarfsgerechte Entschlammungsmaßnahme im Auftrag der LMBV startete sodann im November 2024 mit den Saugspülbaggerarbeiten.

Der durch die Konditionierung (hier: Kalkung und Flockung) geförderte Eisenrückhalt in der Vorsperre Bühlow hat bei vergleichsweise erhöhten Durchflussmengen der Spree von jahresdurchschnittlich 11,8 m³/s (Pegel Spremberg) in 2024 wiederum gut funktioniert. Der Einsatz von Flockungs- und Flockungshilfsmitteln (hier: Weißfeinkalk und Koaret PA 3230 T) wird im Hinblick auf die aquatischen Lebewesen durch ein fischereibiologisches Monitoring in der Talsperre überwacht, um eventuelle Auswirkungen der Wasserbehandlung auf Fische und Großmuscheln sowie auf das Makrozoobenthos festzustellen bzw. auszuschließen.

Mit dem Einsatz der Flockungs- und Flockungshilfsmittel (d. h. Kalkprodukte und FHM) wurden die Umweltbedingungen für die aquatische Fauna (Wasserorganismen) durch die erfolgreiche Erhöhung des Eisenrückhaltes in der Vorsperre Bühlow verbessert, wodurch auch in 2024 die Stabilität des Fischbestandes und der Benthosdichte zu erklären ist. Im Einklang mit den Vorjahresergebnissen kann das Fazit gezogen werden, dass die Vorteile einer verbesserten Eisenrückhaltung, die mit den Wasserkonditionierungsmaßnahmen mittels Kalkprodukten und FHM eventuell noch vorhandene Restrisiken für Fische und andere aquatische Organismen (z. B. Mollusken und Wasserinsekten) bei weitem aufwiegen (Quelle: Monitoringbericht 2024 zum „Jungfisch-, Benthos- und Großmuschelmonitoring im Rahmen der FFH-Verträglichkeitsprüfung für die Ausbringung von Flockungsmitteln in der Talsperre Spremberg“ vom Institut für Binnenfischerei e.V. [IfB] Potsdam-Sacrow).

Fotos: LMBV/Steffen Rasche (2024)

Neue Publikationen


B97-Sanierung muss auf bestehender Trasse erfolgen

Die erforderliche grundhafte Sanierung der B97, die auf einem Teilstück zwischen Spreetal und Hoyerswerda auf Kippengelände verläuft, muss auf der bestehenden Trasse erfolgen. Eine Alternativ-Variante über die frühere F97 sei geotechnisch nicht zu verantworten, erläuterte Gerd Richter, Leiter des Sanierungsbereichs Lausitz der LMBV, Ende Februar in der Sitzung des Stadtrates Hoyerswerda. Zu dieser Einschätzung sei der geotechnische Sachverständige nach einer erneuten Begutachtung der Situation gekommen.

Richter zeigte Verständnis für die Sorgen der Stadträte bezüglich der mehrjährigen Maßnahme zur Sicherung der Bundesstraße B97 und der angrenzenden Staatsstraße S130. Noch sei die Maßnahmenplanung in einem frühen Stadium. Präzise Zeitpläne seien daher nach wie vor schwierig. Weiterhin müsse mit einer Maßnahmendauer von 5 bis 10 Jahren gerechnet werden. Sicher sei, dass die Sanierung frühestens 2030 beginnt. Richter versicherte, dass die LMBV alles technisch Machbare unternehmen werde, um die Dauer der Straßensperrung so kurz wie möglich zu halten.

„Das Ausweichen auf die F97 wäre mit erheblichen zeitlichen Verzögerungen verbunden, die nicht zu tolerieren sind“, betonte der Sanierungsexperte. Bis zur Fertigstellung der F97 müsste die bestehende und gefährdete B97 noch bis in die 2050er Jahre genutzt werden. Nach Einschätzung des geotechnischen Gutachters wäre das nicht nur ein zu hohes Risiko. Aufgrund des stetig aufsteigenden Grundwassers sei zu befürchten, dass es in dieser Zeit zu weiteren ggf. sogar zur dauerhaften Vollsperrung – und damit doch zu den erforderlichen Umleitungen – kommt.

Ein Ausweichen auf die alte F97 hat zwei sehr zeitkritische Faktoren. Zum einen würde die Verlegung der Bundesstraße auf die Trasse der alten F97 einen Neubau bzw. eine wesentliche Änderung bedeuten. Das erfordert eine notwendige, aber ungewisse Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan. Allein dieser politische Prozess, bei dem bundesweit Regionen im Wettbewerb um dringliche Infrastrukturprojekte stehen, dauert Jahre.

Die geotechnische Sicherung ist der zweite kritische Faktor. Die Trasse der alten F97 verläuft – wie auch das zu sanierende Teilstück der jetzigen B97 – über gekippten Boden. Eine Tiefenverdichtung mithilfe der Rütteldrucktechnologie wäre ebenfalls notwendig. Bevor dort aber gerüttelt werden kann, wären aufwändige Vorarbeiten notwendig, beispielsweise die Sicherung der Deponie Spreetal, der Böschungen der Pflugkippe 2 sowie Randgrabenbereiche des ehemaligen Tagebaus.

Hinzu kommt, dass die Nutzung der alten F97 die unmittelbare Anbindung der S130 kappen würde. Die geplante Sanierungsmaßnahme betrachtet dagegen die B97 und die S130, die Burgneudorf an die Bundesstraße anbindet, als Einheit. Zugleich ist die erforderliche Sicherung der kritischen Infrastruktur wie Medienleitungen (Fernwärme, Trinkwasser, 110 kV-Leitung) in den Planungen berücksichtigt. Durch eine Verlegung der B97 müssten Verkehrsbeziehungen neu überdacht und die Mediensicherung separat angegangen werden. Die ohnehin schon sehr komplexe Sanierungsmaßnahme müsste um weitere Sicherungs- und Straßenbaumaßnahmen erweitert werden.


Vergabeverfahren für das Vorhaben Dichtwand Lohsa II/Spreewitzer Rinne startet

Senftenberg. Die Ausschreibung zur Planung des Vorhabens einer vollwirksamen Dichtwand am Nordostufer des Speicherbeckens Lohsa II zur dauerhaften Minderung des Eiseneintrags in die Spree und die Kleine Spree kann nunmehr vonseiten der LMBV beginnen. Damit kann die weitere Umsetzung des Gesamtkonzepts im ostsächsischen Südraum der Spree vorangehen. Dieses sieht vor, drei Vorhaben umzusetzen, um dauerhaft den bergbaubedingten Eiseneintrag in die Flüsse zu mindern:

1. Die Errichtung einer Dichtwand am Nordostufer des Speicherbeckens Lohsa II
2. Flussnahe Barrieren/ Grundwasser-Abfangmaßnahmen an Spree und Kleiner Spree mit Überleitung zur zentralen Wasserbehandlung, d.h. in die Grubenwasserbehandlungsanlage Schwarze Pumpe
3. Errichtung und Betrieb eines Erweiterungsbauwerks als Vorreinigungsstufe in der Grubenwasserreinigungsanlage Schwarze Pumpe

Die EU-weite Ausschreibung zum Dichtwand-Vorhaben am Speicherbecken Lohsa II erfolgt vergaberechtlich als zweistufiges Verhandlungsverfahren mit öffentlichem Teilnahmewettbewerb. Der Baubeginn ist für Anfang der 2030er Jahre avisiert, die geplanten Kosten belaufen sich nach heutigem Kenntnisstand auf rund 100 Mio. Euro.

Hintergrund:

Aufgrund des bergbaubedingten Eiseneintrags in Folge des Abstroms von saurem Grundwasser aus den ehemaligen, betriebsbedingten Absenkungstrichtern der Tagebaue Burghammer und Lohsa II besteht in der Errichtung einer vollwirksamen Dichtwand in Kombination mit den anderen Bestandteilen des Gesamtkonzepts Südraum Spree (s. die vorgenannten Vorhaben 1, 2 und 3), die einzige Möglichkeit für die LMBV, den behördlich vorgegebenen Orientierungswert von jahresdurchschnittlich ≤1,8 mg/Liter Eisen (gesamt) am Referenzpegel Zerre (an der Landesgrenze von Sachsen zu Brandenburg) einzuhalten.

Die derzeit insbesondere in Spremberg zu beobachtende Verockerung der Spree – dieses Phänomen wird auch „Braune Spree“ genannt – hat geologische und historische Ursachen: Eisen ist ein weit verbreitetes natürliches Element in der Erdkruste. Auch in der Lausitz gab es früher große Eisenerzvorkommen, die als Raseneisenerz oberflächennah abgebaut wurden. Die im Boden der Lausitz natürlich vorhandenen Minerale Pyrit und Markasit – im Volksmund als Katzengold bezeichnet – sind chemische Verbindungen von Eisen und Schwefel, so genannte Eisensulfide.
Durch den Kontakt mit Luftsauerstoff in Folge der Grundwasserabsenkung verwittern die Eisensulfide und es entsteht Eisenhydroxid und Sulfat. Eisen und Sulfat werden durch den nachbergbaulichen Grundwasserwiederanstieg (GWWA) großräumig, jedoch in unterschiedlichem Maße (d. h. als Frachten oder Konzentrationen) in die Flüsse und Seen der Lausitz eingetragen.
Die LMBV beobachtet und kontrolliert diese Entwicklung über ein „Montanhydrologisches Monitoring“, das in Brandenburg und Sachsen großflächig etabliert wurde. Darauf aufbauend wurden durch die LMBV und ihre Partner bei Behörden und Kommunen zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen beauftragt, um die Belastungsschwerpunkte aus dem Grundwasserwiederanstieg zu ermitteln. Nach Auswertung dieser Studien wurden verschiedene Modelle ingenieurtechnisch entwickelt, wirtschaftlich bewertet und daraus machbare, technische oder naturräumliche Lösungsvarianten entworfen.
Seit 2013 setzen alle an der Problemlösung Beteiligten, darunter die LMBV, die verantwortlichen Behörden, die Boden- und Wasserverbände und die Kommunen – unter Federführung der Bergämter in Brandenburg (LBGR) und Sachsen (OBA) – einen länderübergreifenden Maßnahmenkatalog um, der darauf abzielt, die Verockerung von Flüssen und Seen in der Lausitz mittel- und langfristig zu mindern und das Problem der „Braunen Spree“ zukünftig bereits an den Quellen zu reduzieren.
Bis solch langfristige Maßnahmen wie die Dichtwand Lohsa II greifen, werden derzeit zur Eisenminderung u.a. modulare Wasserbehandlungsanlagen – so z.B. in Burgneudorf, Neustadt/Spree und an der Ruhlmühle – sowie Abfangriegel mit Brunnen und Horizontaldrainagen betrieben. Des Weiteren erfolgt als Brückentechnologie zum Schutz der Spreeunterlieger (Stadt Cottbus und das UNESCO-Biossphärenreservat Spreewald) die Wasserbehandlung durch den dauerhaften Regelbetrieb einer Konditionierungsanlage (d.h. mittels Kalkung und Flockung) im Zulauf der Spree zur Talsperre Spremberg.

Weitere Informationen unter https://www.lmbv.de/bergbaufolgen/verockerung-versalzung/loesungen-fuer-die-spree/

Foto: LMBV/Steffen Rasche


Alle in einem Boot: „Herz des Lausitzer Seenlandes“ wird bis 2026 fertig

Senftenberg. Nach der 8. Statusberatung „Restlochkette“ am 11. Februar 2025 zieht Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), eine sehr positive Bilanz: „Unser Gremium besteht seit 2021 und mittlerweile aus allen zuständigen Behörden- und Kommunalvertretern, die an den fünf Seen: Geierswalder, Partwitzer, Sedlitzer, Großräschener sowie Senftenberger See mit uns gemeinsam konstruktiv arbeiten. Es macht mich sehr dankbar und froh, dass wir quasi in einem Boot sitzen, um unser Ziel zu erreichen“, so Sablotny mit Blick auf den Tagungsort, das Kulturschiff am Senftenberger See.
Die LMBV hat Prioritäten gesetzt und das Ziel der Nutzbarkeit dieser im Bergbau als „Erweiterte Restlochkette“ bezeichneten Gewässer samt ihrer Überleiter für das Jahr 2026 avisiert. „Dann wollen wir, dass Gäste im Lausitzer Seenland gar nicht mehr spüren, dass sie im Bergbaufolgegewässer unterwegs sind oder dass sie eine Landesgrenze passieren, wenn sie zum Beispiel auf dem Partwitzer See segeln oder den Geierswalder See mit dem Fahrrad erkunden“, erklärt Bernd Sablotny.
Dafür müssen sächsische sowie brandenburgische Behörden, Landkreise, Kommunen, Bergämter, die jeweiligen Tourismusverbände und selbstverständlich die LMBV ihre Aufgaben erledigen. Rund 35 Köpfe sind im Gremium zusammengefasst und arbeiten konzentriert an ihren Themen. Es müssen Landesschifffahrtsverordnungen angeglichen, Genehmigungen für Austonnungen auf den Seen geprüft oder Flurneuordnungsverfahren geführt werden, um nur einige zu nennen.
Die LMBV steht noch vor zahlreichen Sanierungsmaßnahmen, die vor allem den Sedlitzer See betreffen. „Wir werden dieses Jahr den Ableiter des Sedlitzer Sees fertigstellen und damit die Anbindung an die Vorflut, die Schwarze Elster, erreichen. Das ist sozusagen der Überlauf des Seenlands“, so Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter Lausitz der LMBV. Die Sprengarbeiten an der Brückenfeldkippe nahe Sedlitz laufen planmäßig, sodass der Wasserstand nach dieser Sanierungsmaßnahme angehoben werden kann. Außerdem müssen die Gewässerverbindungen zwischen Sedlitzer sowie Partwitzer bzw. Geierswalder See für die Schifffahrt ausgestattet werden – Dalben werden gesetzt, Seezeichen gestellt und anderes mehr im Jahr 2026. Die Ausschreibungen dafür werden jetzt vorbereitet. Die Beräumung des Sedlitzer Sees von Totholz beginnt ebenfalls noch in diesen Tagen.

„Mich freut besonders, dass wir in diesem Jahr den Großräschener See zur Nutzung freigeben können – darauf haben die Großräschener lange gewartet. Ab April können sie ihren See vom Hafen aus fürs Bootfahren nutzen und baden, sobald das Wetter es erlaubt“, so Bernd Sablotny.

Insgesamt ca. 4000 Hektar Wasserfläche werden nach 2026 als Herz des Lausitzer Seenlands nutzbar sein, fünf Seen in einem Verbund schiffbar. Ein Ziel, für das sich die Arbeit des Gremiums lohnt.

Die nächste Statusberatung findet voraussichtlich im Juni 2025 statt.

Fotos: LMBV


LMBV und Stadt Görlitz: Sanieren des Berzdorfer Sees geht in die Schlussphase

Görlitz/Senftenberg. Am 15. Januar 2025 wurden die überarbeiteten Verträge über die vorzeitige Folgenutzung des Berzdorfer Sees zwischen der LMBV und der Stadt Görlitz sowie der Gemeinde Schönau-Berzdorf unterzeichnet.

Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, betonte, dass „mit den nun gesetzten Unterschriften ein weiteres positives Kapitel des südlichsten Bergbaufolgesees der LMBV in der Lausitz aufgeschlagen wird. Das Sanieren des Sees geht in die Schlussphase. Dieser Dreiklang von Sanieren, Nutzen und Erreichen des Endes der Bergaufsicht ist uns wichtig. Der See wird mit dieser Entwicklung ein erfolgreiches Pilotvorhaben zur Übertragung an den Freistaat Sachsen.“

Der Kaufmännische Geschäftsführer der LMBV, Torsten Safarik, freute sich als gebürtiger Görlitzer, „dass die vereinbarte vorzeitige Folgenutzung am Haussee der Stadt nahtlos möglich gemacht wurde und damit vor allem Klarheit über den Umgang mit den Stränden besteht.“

Oberbürgermeister Octavian Ursu dankte den Beteiligten: „Es war ein langer, und nicht immer einfacher, Weg, den wir gemeinsam mit LMBV, Landesdirektion und Landkreis als Anliegergemeinden bis zur Schiffbarkeit im Jahr 2022 gegangen sind. Vielen Dank dafür, dass wir nun mit der Unterzeichnung des Nutzungsvertrages einen weiteren wichtigen Schritt zum Ausbau der touristischen Infrastruktur am See machen.“

„Die Regelungen des Nutzungsvertrages geben uns nicht nur Sicherheit bei der Organisation und Nutzung von Flächen und Wegen, sondern ermöglichen uns auch, die weitere Entwicklung am Berzdorfer See aktiv voranzutreiben“, ergänzt Bürgermeister Benedikt M. Hummel.

Bereits 2022 wurde die Schiffbarkeit durch die Landesdirektion Sachsen und der Gemeingebrauch durch den Landkreis Görlitz erklärt. Die Nutzung der Seefläche ist damit für jedermann gestattet. Die bestehenden Nutzungsverträge konnten in der Folge so angepasst werden, dass nur noch die kommunal genutzten Uferflächen vertraglich zu regeln waren. Derzeit werden von der LMBV noch Restleistungen in der Sanierung erbracht. Ziel ist es, 2026 die Abschlussdokumentation für die Sanierung beim sächsischen Oberbergamt einzureichen und das Ende der Bergaufsicht für den Berzdorfer See bis zum umgebenden Wirtschaftsweg zu beantragen.

Der Berzdorfer See ist Bestandteil der Gewässerrahmenvereinbarung aus dem Jahr 2008 zwischen dem Freistaat Sachsen und der LMBV zur Übertragung der Tagebaurestseen im Freistaat Sachsen. Der Übertragungsprozess soll 2028 mit dem Berzdorfer See erstmalig angegangen werden. Die jetzt unterzeichneten Nutzungsverträge sind mit dem Freistaat abgestimmt und können unverändert übernommen werden.

Für die Stadt wurde der „Vertrag über die vorzeitige Folgenutzung des Berzdorfer Sees“ von den Vertretern der Stadt Görlitz durch Oberbürgermeister Octavian Ursu und Bürgermeister Benedikt M. Hummel sowie für die LMBV von den Geschäftsführern Bernd Sablotny und Torsten Safarik unterzeichnet. Für die Gemeinde Schönau-Berzdorf unterschrieb Bürgermeisterin Luisa Rönisch den entsprechenden Vertrag. Als Vertreter der weiteren Anliegergemeinde am See war Bürgermeister Silvio Renger für Markersdorf ebenfalls anwesend.

 

Hintergrund:

Im Rahmen der Braunkohlesanierung entstehen im Freistaat Sachsen zahlreiche Bergbaufolgeseen in den Hohlformen ehemaliger Tagebaue. Die LMBV stellt diese Bergbaufolgeseen auf der Grundlage ihrer bergrechtlichen Wiedernutzbarmachungs-Pflicht gemäß den ihr erteilten wasserrechtlichen Planfeststellungsbeschlüssen her.

Der Berzdorfer See ist Bestandteil der zwischen dem Freistaat Sachsen und der LMBV abgeschlossenen Rahmenvereinbarung zur Übertragung der Tagebaurestseen im Freistaat Sachsen vom 15. Januar 2008 und soll nach Erfüllen aller Voraussetzungen an den Freistaat Sachsen übertragen werden. Das rund 969 Hektar große Gewässer ist in der verbliebenen Hohlform des vormaligen Tagebaus Berzdorf von 2002 bis 2013 vorallem mit Neißewasser geflutet worden. Der See hat ein Volumen von etwa 333 Mio. Kubikmeter und eine sehr gute Wasserqualität.

Die Anrainerkommunen haben ein besonderes Interesse an der Nutzung des Berzdorfer Sees, insbesondere an der Förderung der regionalen touristischen Entwicklung. Für den Berzdorfer See wurden bereits seitens der zuständigen Landesdirektion entsprechende Allgemeinverfügungen erlassen, so zur Feststellung der Fertigstellung von Gewässerstrecken des Berzdorfer Sees v. 9. August 2022, zur temporären Begrenzung der Nutzung für die Schifffahrt v. 9. August 2022 sowie zur Zulassung des Gemeingebrauchs am Berzdorfer See v. 17. August 2022. Die Allgemeinverfügung Gemeingebrauch gilt derzeit in der geänderten Fassung v. 31. Mai 2023.

Der vorliegende Vertrag mit Görlitz dient der aktuellen Regelung der Nutzung der vertragsgegenständlichen Flächen bis hin zur Wasserfläche des Berzdorfer Sees. Dabei geht es um Ufer- und Landflächen, insbesondere der vor Ort als Strandbereiche ausgewiesenen, gekennzeichneten Flächen - u. a. der Strandbereich Nordstrand und der Nordoststrand, der Strandbereich mit Erweiterung im Bereich der Halbinsel Tauchritz - sowie der vor Ort als Hundestrand ausgewiesenen Fläche bei Deutsch-Ossig, in einem Umfang von insgesamt 43.730 m².

Die LMBV gestattet der Stadt Görlitz als Nutzerin die vorzeitige Folgenutzung der vertragsgegenständlichen Flächen für touristische Zwecke mit dem Ziel, nach der Eröffnung der Schiffbarkeit am Berzdorfer See sowie der Zulassung des Gemeingebrauchs durch die Regelung der Nutzung die Entwicklung des regionalen Tourismus und der kommunalen Wirtschaft zu unterstützen.

Die LMBV ist weiter für die Ufer- und Landflächen des Vertragsgegenstandes bergrechtlich verantwortlich. Die Durchführung notwendiger Sanierungsmaßnahmen der LMBV aus berg- und wasserrechtlichen Verpflichtungen - vorallem oberhalb des Wirtschaftsweges - haben Vorrang vor den vorzeitigen Folgenutzungen des Berzdorfer Sees. Im Bereich des Nordoststrandes erfolgen noch Sanierungsmaßnahmen zum Beseitigen von Kliffen, die zu zeitlichen Einschränkungen der Nutzungen des Badens und Erholens führen können.

Die Kommune ist verantwortlich und trägt die Kosten für die landseitigen Unterhaltungsmaßnahmen, die auf dem Vertragsgegenstand durch die Nutzungen entstehen, u. a. für Strandreinigung, Rasenmahd, Papierkorbleerung, Müllbeseitigung. Darüber hinaus trägt sie alle anfallenden laufenden öffentlichen Lasten, Abgaben und Grundsteuern für den Vertragsgegenstand. (UST)

Fotos: S. Rasche für LMBV | 2024


Medieneinladung: Unterzeichnung des Nutzungsvertrages zum Berzdorfer See mit der Stadt Görlitz am 15.01.2025

Medieneinladung

Sehr geehrte Medienvertreterinnen und Medienvertreter,

hiermit laden wir Sie herzlich zur Unterzeichnung des "Vertrages über die vorzeitige Folgenutzung des Berzdorfer Sees", der im Dezember 2024 im Görlitzer Stadtrat beschlossen wurde, ein:

Mittwoch, 15. Januar 2025

um 11 Uhr

Hotel Insel der Sinne, Dachgeschoss, Am See 33, Görlitz

Die Unterzeichnung erfolgt durch die Geschäftsführer der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH, Bernd Sablotny und Torsten Safarik, sowie für die Stadt Görlitz durch Oberbürgermeister Octavian Ursu und Bürgermeister Benedikt M. Hummel. Als Vertreter der weiteren Anliegergemeinden am See werden Bürgermeisterin Luisa Rönisch für Schönau-Berzdorf und Silvio Renger für Markersdorf ebenfalls anwesend sein.

Der Vertrag regelt unter anderem die Nutzung von verschiedenen Flächen und Wegen und wird vor Ort vorgestellt. Für Detailfragen stehen die Anwesenden anschließend im Gespräch zur Verfügung.

Wir bitten Sie um Rückmeldung zu Ihrer Teilnahme bis Dienstag, 14. Januar 2025 unter presse@goerlitz.de

Fotos: LMBV


Flutungszahlen der LMBV für 2024: Flutung der Bergbaufolgeseen weitestgehend abgeschlossen

Senftenberg. Für die Bergbaufolgeseen der LMBV im Lausitzer Revier konnten in 2024 bisher rund 86 Mio. m³ Wasser für die Flutung und Nachsorge aus den Flüssen genutzt werden, so Maik Ulrich, Leiter der Flutungszentrale Lausitz der LMBV, zu den vorläufigen Flutungszahlen des vergangenen Jahres.

Mit rund 62 Mio. m³ wurde der größte Teil des Wassers aus dem Einzugsgebiet der Spree gewonnen. Die Schwarze Elster trug rund 23 Mio. m³ bei, während aus dem Einzugsgebiet der Neiße etwa 1 Mio. m³ herangezogen wurden. Demgegenüber stehen Ausleitungen von 76 Mio m³ in die Flussgebiete, um etwa die Pegelstände bei Niedrigwasser zu stützen sowie den ökologischen Erhalt zu gewährleisten.

Mitte Dezember 2023 waren die genutzten Wassermengen mit rund 89 Mio. m³ mit der aktuellen Situation vergleichbar. Lediglich die Aufteilung zwischen den Flussgebieten variierte. So wurde 2023 mit 8 Millionen m³ deutlich mehr Wasser aus der Neiße in die Berbaufolgeseen geleitet. Die Schwarze Elster lieferte mit 17 Millionen m³ weniger Wasser als 2024.

Bezogen auf die Bergbaufolgeseen der LMBV im Lausitzer Revier profitierte 2024 besonders der als Wasserspeicher genutzte Bärwalder See von den Flutungen. Bis Mitte Dezember wurden hierfür bereits 20 Mio. m³ aus der Spree gewonnen. In Brandenburg erhielt der Sedlitzer See mit der Einleitung von 15 Mio. m³ die größte Wassermenge.

Die LMBV hat ihre bisherigen Darstellungen im Bereich des Wassermanagements einer Prüfung unterzogen. Die Flutung der Bergbaufolgeseen ist weitestgehend abgeschlossen. Lediglich der Klinger und der Altdöberner See in der Lausitz zeigen derzeit sanierungsbedingt noch größere Wasserdefizite auf. Gleiches gilt für den Concordia See und den Lappwaldsee im mitteldeutschen Raum.

„Im Vordergrund stehen heute bei der LMBV Fragen der Bewirtschaftung der Tagebaurestseen nach Menge und Güte in enger Abstimmung mit unseren staatlichen Partnern. Folgerichtig will die LMBV im nächsten Jahr die Flutungszentrale Lausitz umbenennen. Dazu sind erste Gespräche Anfang 2025 mit den Behörden und Ministerien geplant,“ so Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, kürzlich in Radebeul.

Das Lausitzer Seenland mit dem Partwitzer See im Vordergrund rechts und dem Geierswalder See links daneben. Weiter hinten zeigen sich der Senftenberger, der Sedlitzer sowie der Großräschener See.

Fotos: LMBV

Bärwalder See
Altdöberner See
Klinger See
Lappwaldsee


Sanierungsplanung der B 97/S 130 schreitet voran

Senftenberg. In Vorbereitung des erforderlichen Genehmigungsprozesses für die grundlegende Sanierung der B97/S130 in einem Teilstück zwischen Spremberg und Hoyerswerda informierte die LMBV Vertreter von Kommunen, Behörden und Medienträgern zum aktuellen Planungsstand in Senftenberg. Die Planungsunterlagen befinden sich derzeit mit der Genehmigungsbehörde, dem Sächsischen Oberbergamt, in Abstimmung.
Im Rahmen der Vorplanung wurden verschiedene geotechnische und umweltfachliche Gutachten erstellt. Auch mit den Trägern von Versorgungsleitungen beispielsweise zur Übertragung von Strom oder Fernwärme wurden Vereinbarungen und Planungsabsprachen getroffen.
Die grundlegende Sanierung eines Teilstücks der B97/S130 zwischen Hoyerswerda und Spremberg ist unabdingbar. Der Straßenabschnitt verläuft über die aufgeschüttete Kippe des ehemaligen Tagebaus Brigitta und ist geotechnisch gefährdet. Um die Straße dennoch für ihre Nutzer offen zu halten, wurden Sicherungsmaßnahmen zur Verdichtung des Bodens bereits vor rund 20 Jahren (2003 bis 2007) vorgenommen. Wenige Jahre später begann ein umfangreiches Monitoring des Straßenzustands, das bis heute fortgeführt wird. Im Jahr 2020 führten Risse in der Straße bereits zu einer Sperrung eines Teilstücks.  Wenige Monate später konnte der Abschnitt mit der bereits vorher bestehenden Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 wieder genutzt werden.
Damit die Sanierung so gründlich wie nötig und zugleich so schnell wie möglich erfolgt, wird die LMBV im nächsten wichtigen Schritt ein Testfeld in unmittelbarer Nähe der B97/S130 einrichten. Dieses Testfeld soll beispielsweise zeigen, in welchen Abständen bei der Rütteldruckverdichtung die Rüttellanze in den Boden getrieben werden muss. Mit der Errichtung des Testfeldes sind Holzungen verbunden. Zuvor ist auch für das Testfeld ein Genehmigungsverfahren beim Oberbergamt zu führen.
Die Erkenntnisse des Testfeldes fließen in die Planung der Gesamtmaßnahme ein. Dann erst lassen sich konkrete, belastbare Angaben zum Ablauf und zur zeitlichen Einordnung der notwendigen Arbeiten machen. Sicher ist, dass für die weiteren Planungsschritte, die Einarbeitung der Testfeldergebnisse und das Genehmigungsverfahren noch einige Jahre benötigt werden. Mit dem bisher gewonnenen Wissen ist mit einem Beginn der Maßnahme nicht vor 2030 zu rechnen. Zu den Verzögerungen kommt es unter anderem aufgrund von Liegenschaftsfragen, Genehmigungsaspekten sowie technischen Herausforderungen.
Zur Information über den Stand der Sanierungsmaßnahme hat die LMBV in diesem Jahr eine Internetseite eingerichtet. Zu erreichen ist diese unter www.b97-sanierung.de. Dort finden sich nicht nur jederzeit aktuelle Informationen über das Vorhaben. In einem Fragen-und-Antworten-Katalog sind auch allgemein interessierende und häufig gestellte Fragen beantwortet.

Fotos: LMBV


Bodenaufwertung mit EHS: Experten sehen Chancen für Kippenböden in begrenztem Umfang

Senftenberg. Vom Bergbau in Anspruch genommene Böden können durch Eisenhydroxidschlamm (EHS), bei entsprechender Aufbereitung, nicht nur gefahrlos verwendet, sondern auch aufgewertet werden. Das war eine zentrale Aussage der 4. EHS-Themenwerkstatt am 28. November in Senftenberg, die durch die LMBV initiiert wurde. Die Veranstaltung trug den Titel „Nutzungsmöglichkeiten und -grenzen für EHS bei der Bodenaufwertung“. An der Themenwerkstatt beteiligten sich neben interessierten Bürgerinnen und Bürgern auch Vertreter des Landesamtes für Umwelt Brandenburg, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, des Forschungsinstituts für Bergbaufolgelandschaften (FIB) und der LEAG. Es kam zu einer sehr sachlich geprägten und fachlich fundierten Diskussion.

„Unser Pilotprojekt auf der Innenkippe Spreetal hat nach vier Jahren gezeigt, dass durch den gezielten Einsatz von Eisenhydroxidschlämmen der Boden von Renaturierungsflächen nachhaltig aufgewertet werden kann“, erläuterte Dr. Oswald Blumenstein, der zu dem Thema an der Uni Potsdam geforscht hat und inzwischen die InterEnviroCon GmbH leitet. Nicht nur Eisen sei ein natürlicher Bestandteil des Bodens und werde zum Leben gebraucht. Auch mit Blick auf den immer wieder ins Spiel gebrachten Arsengehalt des EHS bat der Experte um Sachlichkeit: „Auf der Projektfläche wurden nicht nur alle Werte laut Bodenschutzverordnung eingehalten. Der Arsengehalt im EHS war hier sogar niedriger als das, was man üblicherweise in der Lausitz im Boden findet“. Das heißt die geogen bedingte (natürliche) Hintergrundbelastung mit Arsen auf dieser Kippenfläche war höher, als die Vorbelastung aus den Voruntersuchungen als sogenanntes Nullmonitoring.

Dr. Blumenstein hatte gemeinsam mit Frank Pustlauck zum Thema EHS-Nutzung ein sogenanntes Pilot- und Demonstrationsvorhaben (PuD) im Auftrag der LMBV durchgeführt. Im Rückblick auf dieses Pilotprojekt kamen die Referenten bei der Themenwerkstatt zu interessanten Schlussfolgerungen (Auszug):

  • Mit Eisenhydroxidschlamm aus Grabenaushub können viele wichtige, fruchtbarkeitsbestimmende Eigenschaften des Bodens auf Renaturierungsflächen des Bergbaus verbessert werden.
  • Eine deutliche Steigerung der positiven Wirkung wird durch eine Zumischung von organischen Komponenten erzielt.
  • Es ist eine Verbesserung der Wuchseigenschaften von Gehölzen und Gras-Kräuter-Kulturen möglich.
  • Die positive Wirkung ist artenspezifisch und kann noch optimiert werden.
  • Zu hohe Gaben an EHS führen zur Verschlechterung der Wuchseigenschaften, es tritt eine starke Verunkrautung als Überdüngungseffekt auf.

Bei der im Pilotprojekt verwendeten Einbaumenge (hier: 1.100 Kubikmeter EHS-Substrat) handelt es sich freilich um einen winzigen Bruchteil dessen, was jährlich an EHS im Lausitzer Gebiet anfällt. In der an den Vortrag anschließenden Diskussion ging es unter anderem um den Kalkgehalt der Schlämme, ebenso um pH-Werte und die Herausforderungen bei der Genehmigung bzw. Schaffung der Durchführungsvoraussetzungen eines solchen Projektes.

Sven Radigk, Leiter der Projektgruppe „Gewässergüte Fließgewässer Lausitz“ bei der LMBV, betonte die Komplexität der Aufgabe: „Bergbausanierung heißt für uns oftmals, Dinge anzugehen, die vorher noch niemand umgesetzt hat. Wir stehen bei EHS vor einer großen Aufgabe, die weite Teile der Lausitz betrifft. Trotz aller Bemühungen um Vermeidung, Verwertung und Verspülung werden noch für viele Jahrzehnte erhebliche Mengen EHS anfallen, sodass es auch entsprechende Kapazitäten für die Beseitigung als Deponierung braucht.“ Die geplante Deponie in Kostebrau sei nur eines von vielen Projekten zum Thema EHS, jedoch am Ende jedweder Maßnahmeumsetzungen zur Reduzierung der Eisenbelastung in den betroffenen Lausitzer Gewässern essenziell.

Hintergrund: Die LMBV plant bei Kostebrau eine EHS-Monodeponie auf eigenem Betriebsgelände. Im unmittelbaren Umfeld gibt es dagegen Widerstände. Gleichzeitig besteht die Notwendigkeit einer Deponie, um einen Großteil der anfallenden EHS-Massen auf diese Weise sicher, schadlos und gemeinwohlverträglich zu beseitigen, wie dies gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz erforderlich ist.

Die Themenwerkstatt-Reihe zur EHS-Thematik wird mit weiteren Veranstaltungen im kommenden Jahr fortgesetzt. 

Fotos: LMBV


WAL-Betrieb: Fachaustausch mit Wasserwirtschaft-Experten in der Lausitz bei LMBV erfolgt

Senftenberg. Im Rahmen eines fachlichen Austauschs mit Kolleginnen und Kollegen aus der Wasserwirtschaft ergab sich kürzlich die Gelegenheit, die Modulare Wasserbehandlungsanlage Ruhlmühle in Neustadt an der Spree im Ortsteil Döschko und die Konditionierungsanlage Spree in Spremberg im OT Cantdorf der LMBV zu besichtigen und wertvolle Einblicke zu gewinnen, informierte die Wasserverband Lausitz Betriebsführungs GmbH auf ihrer Website.

Die o. g. Anlagen sind essenzielle Bestandteile der umfangreichen wasserwirtschaftlichen Sanierungsmaßnahmen, welche von der LMBV durchgeführt werden, denn die jahrzehntelange Kohleförderung hat deutliche Spuren hinterlassen. Infolge des Braunkohleabbaus in der Lausitz sickern Eisen- und Schwefelverbindungen über die Grundwasserleiter, bei steigendem nachbergbaulichen Grundwasserständen und erhöhtem Niederschlagsaufkommen in die Spree, wodurch die Eisen- und Sulfatwerte im Fließgewässer stark ansteigen.

Der WAL-Betrieb unterstützt diese Ziele durch den tagtäglichen Betrieb der innovativen Wasserbehandlungsanlagen im Auftrag der LMBV – so in Burgneudorf, in Neustadt an der Spree und im OT Döschko an der Ruhlmühle sowie die Konditionierungsanlage im Zulauf der Spree zur Talsperre Spremberg. Die Anlagen sind darauf spezialisiert, dass durch die ehemaligen Tagebaue bergbaulich beeinflusste Grundwasser zu reinigen und kontrolliert in die umliegenden Oberflächengewässer einzuleiten. Mit den etablierten Prozessschritten der Wasserbehandlung zur Enteisenung wie Belüftung, Neutralisation, Flockung und Sedimentation tragen diese wesentlich zur Sicherung der Wasserqualität bei und setzen Maßstäbe für eine nachhaltige Aufbereitung.

Die MWBA Ruhlmühle kann bis zu 100 Liter Wasser pro Sekunde verarbeiten/aufbereiten und entfernt dabei über 90 % des darin enthaltenen Eisenhydroxids, welcher als Eisenhydroxidschlamm extrahiert und schlussendlich fachgerecht entsorgt wird. Dies entspricht einer täglichen Eisenfracht von 1.200 Kilogramm an gebundenem Eisen, welches dem Wasser aus dem Altarm der Spree entzogen wird.

Im Rahmen der Besichtigung erhielten die Teilnehmenden detaillierte Einblicke in die Funktionsweise und den Betrieb der Anlagen. Die Besichtigung bot gleichzeitig eine ideale Plattform für den fachlichen Austausch und verdeutlichte die Bedeutung moderner Wasserbehandlungstechnologien. Um die Herausforderungen der Renaturierung ehemaliger Bergbauregionen nachhaltig zu bewältigen, bedarf es einer engen Zusammenarbeit aller handelnden Akteure, so die Autorin Susan Bandorski, Leiterin Projektentwicklung/Öffentlichkeitsarbeit beim WAL-Betrieb. (UST / SB WAL-B)

Fotos: WAL-Betrieb | LMBV 2024


AG Flussgebietsbewirtschaftung: Nach dem Bergbau in der Lausitz bleibt die Jahrhundertaufgabe des Wasserhaushaltes

Dresden. Am 14. November 2024 fand im Sächsischen Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft (SMEKUL) in Dresden ein Pressegespräch statt. Die zentrale Botschaft war, dass die Wasserversorgung in der Lausitz und nachfolgend auch in Berlin zu einer Jahrhundertaufgabe mit noch nicht abschätzbaren Kosten werde. Um nach dem Ende des Braunkohleabbaus einen selbstregulierenden Wasserhaushalt „hinzubekommen“, könne es Jahrzehnte oder sogar einhundert Jahre dauern, betonte eingangs Regina Heinecke-Schmitt, Abteilungsleiterin im sächsischen Umweltministerium, bei diesem Termin anlässlich einer Tagung der Arbeitsgruppe Flussgebietsbewirtschaftung Spree, Schwarze Elster, Lausitzer Neiße in Dresden. An dieser Arbeitsgruppentagung nahmen auch LMBV-Abteilungsleiter Dr. Oliver Totsche und Maik Ulrich, Leiter der Flutungszentrale Lausitz der LMBV teil.

Bis zu einem selbstregulierenden Wasserhaushalt seien viele einzelne Schritte zu gehen, betonte die sächsische Wasser-Expertin und verwies unter anderem auf die Flutung und Nachsorge bei Tagebau-Restseen und das einhergehende Ansteigen der Grundwasserspiegel. „Nicht zuletzt müssen wir dabei einpreisen, dass wir parallel auch klimatische Veränderungen haben“, zitiert dpa die Abteilungsleiterin. Vorstellungen über den Zufluss von Wasser und die Verdunstung seien noch vor Jahrzehnten ganz anders gewesen. All das müsse in Strategien für ein nachhaltiges und Ressourcen schonendes Management einfließen.

Laut Heinecke-Schmitt lässt sich derzeit nicht abschätzen, „was das am Ende koste“. Derzeit laufende Machbarkeitsstudien seien durch die Länder Brandenburg, Berlin und Sachsen finanziell abgesichert. Dafür stünden 1,6 Mio. Euro bereit. Eine Studie zum Grundwassermodell werde gemeinsam mit dem Bund finanziert und sei auf neun Millionen Euro veranschlagt. 70 Prozent davon trage der Bund, je 15 Prozent die Bundesländer Brandenburg und Sachsen, so Anke Herrmann, Abteilungsleiterin im zuständigen Brandenburger Ministerium MLUK laut dpa.

Eine Machbarkeitsstudie laufe derzeit zu einem möglichen Überleiter von der Elbe in die Lausitz. Es gäbe allerdings Sorgen etwa beim Hamburger Hafen, ob man auf dem Trockenen sitze, wenn Wasser aus der Elbe abgeleitet würde, hieß es. Die Machbarkeitsstudie für den Elbe-Überleiter sei nur ein Baustein des wasserwirtschaftlichen Gesamtkonzepts, das in etwa zwei bis drei Jahren vorliegen soll. „Wir sind sehr daran interessiert, dass das schnell geht“, unterstrich Heinecke-Schmitt.

Ein Fokus richtete sich auch auf den Spreewald und seine künftige Wasserversorgung. Nach den Worten von Simon Henneberg, Referatsleiter im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) in Brandenburg, gelte es beim Spreewald zu überdenken, wie man ihn als Biosphärenreservat und UNESCO-Weltkulturerbe mit Tourismus erhalten kann. Das heiße nicht, dass alles eins zu eins so bleiben müsse. Es gehe aber um die Frage, in welchem Umfang Wassereinsparungen möglich seien. (UST - mit dpa)

Pressegespräch der Arbeitsgruppe Flussgebietsbewirtschaftung Spree, Schwarze Elster, Lausitzer Neiße in Dresden
Fotos: Dr. Oliver Totsche (LMBV) Luftbilder: Steffen Rasche für LMBV


Neukonstituierung des Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg am 14.11.2024 erfolgt

Cottbus. Am 14.11.2024 hat sich der Braunkohlenausschuss des Landes Brandenburg (BKA BB) in Cottbus neu konstituiert. Zunächst fand eine Vorstellung der beschließenden Mitglieder für die 9. Amtsperiode des BKA statt. Darauf folgte ein Statement des geschäftsführenden Ministers für Infrastruktur und Landesplanung und die Berufung der Vertreter der Kammern und Verbände. Die LMBV hat als Sanierungsbergbautreibende - ebenso wie der aktive Kohleförderer LEAG - eine beratende Stimme im Ausschuss, die von LMBV-Prokurist Gerd Richter, Bereichsleiter des Sanierungsbereiches Lausitz, wahrgenommen wird.

Am Anfang der 104. Ausschusssitzung stand die Neuwahl des Vorsitzes und der Stellvertreter. Die Leitung dieser Wahl aus den Reihen der Mitglieder erfolgte durch Winfried Böhmer als das Mitglied, das dem Ausschuss bereits am Längsten angehört – hier seit 1994. Zum Vorstand des BKA BB wurden folgende Persönlichkeiten gewählt:

Vorsitzende:       Kerstin Kircheis (Wiederwahl)

  1. Stellvertreter: Frank Schneider (Wiederwahl)
  2. Stellvertreter: Dorothee Land (neu, zuvor: Matthias Scheufele)

Der geschäftsführende Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, Rainer Genilke, setzte in seiner Einführungsrede verschiedene Schwerpunkte, so Kati Starost, LMBV-Abteilungsleiterin, in ihrer Nachschau. Der BKA BB und die Gesellschaft befinden sich in einer Transformation, betonte der Minister. In diesen Zeiten ist die Arbeit des Sanierungsbergbaus auf Basis der Verwaltungsabkommen unverändert wichtig, ebenso wie auch das Ausführen des Braunkohleplanverfahrens Welzow-Süd TA I mit dem Herstellen eines neuen Restsees. Auch die Arbeit des Braunkohlenausschusses behält seine zentrale Bedeutung. Der Minister und gewählte Vizepräsident des Landtages in Potsdam wünschte dem Braunkohlenausschuss weiterhin Erfolg für das Erledigen seiner Aufgaben.

In der nachfolgenden Berichterstattung u.a. zu Fragen der Arbeit der LMBV ging es z. B. um vorhandene Partnerschaften des Bergbausanierers mit Wissenschaftsinstitutionen zum Thema der Verwertung und Nachnutzung von Eisenhydroxid sowie um das Vorgehen des Sanierungsunternehmens zur möglichen Aufhebung der großflächig noch eingerichteten Sperrbereiche, so um:

  • das Pilotvorhaben mit der SSPV im Tgb. Seese-Ost:
    • Dort ist eine Fertigstellung der SSPV angestrebt.
    • Der Nachweis des Verdichtungserfolges ist noch nötig.
    • Die Vorlage der Nachweise über den Verdichtungserfolg liegen bei den Bergämtern.
    • Eine Abnahme des LBGR ist notwendig, um Überführung des Piloten SSPV in einen Regelbetrieb vornehmen zu können.
  • die Restlochkette, im Bereich der Innenkippe Koschen:
    • Dort ist die Fläche durch RDV-Dämme eingerahmt,
    • eine rechnerische Überprüfung der Verdichtungsergebnisse ist in Arbeit bei Sachverständigen und
    • bei positiven Ergebnissen kann eine Freigabe dieser Flächen erfolgen.

Eine Freigabe des weit größeren Teils an gesperrten Innenkippen-Flächen wird noch Jahre andauern:

  • als Ziel sind 80 % in 15 bis 20 Jahren zu sichern und nachfolgend nutzbar zu machen.
  • Es erfolgte der Verweis auf bereits gegebene Informationen der LMBV zur Innenkippen-Priorisierung in der BKA-Sitzung am 16.11.2023.
  • Die Sanierung von herausfordernden ausgewählten Teilflächen wird noch Jahrzehnte andauern; sie ist zudem mit hohen Kosten verbunden, wie z. B. im Tgb. Schlabendorf-Süd. Die Bundesregierung suche parallel Wildnis-Entwicklungsgebiete.
  • Grundlage der LMBV sind jedoch bisher die Sanierungsrahmenpläne  in Untersetzung mit den ABP.  Wildnisgebiets-Ausweisungen seien mit umfassenden Fragestellungen verbunden, die auch auf Landesebene weiter zu klären und zu diskutieren sind. (KS|UST)
104. Sitzung des Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg in Cottbus
Fotos: Kati Starost (LMBV)


Mongolische Wirtschaftsdelegation im LMBV-Sanierungsgebiet unterwegs

Senftenberg | Lausitzer Seenland. Am 14. November machten sich 30 Fachleute aus der mongolischen Wirtschaft mit Projekten der LMBV in der Lausitz vertraut. Sie waren von der OAV - German Asia-Pacific Business Association eingeladen worden und wurden von der China & Mongolei-Regionalmanagerin Louisa de Fallois begleitet. Jörg Schlenstedt und Dr. Uwe Steinhuber betreuten die Gäste seitens der LMBV.

Zunächst wurde der Hafen Großräschen, der Weinberg und die Seebrücke vorgestellt und das Sanierungsgebiet der LMBV räumlich abgesteckt. Bei einem Einführungsvortrag zu den Aufgaben und Herausforderungen der LMBV konnte Fachreferent Jörg Schlenstedt auch auf seine Expertise bei der Betreuung von Umweltvorhaben der LMBV in der Mongolei im Verbund mit weiteren Unternehmen aus der Vergangenheit aufsetzen. Die mongolischen Gäste zeigten sich sehr wissbegierig zu Fragen der Organisation und Planung von nachbergbaulichen Vorhaben.

Im weiteren Verlauf wurden die Besucher bei einer Bustour mit dem Lausitzer Seenland bekannt gemacht. Nach einem Blick auf die Kippenbereiche in einen aktiven Tagebau bei Welzow wurde am Seestrand Lieske die Aufgaben bei der Gestaltung des Sedlitzer Sees erläutert. Am Leuchtturm Geierswalde ließ sich die Nachbergbau-Folgelandschaft gut demonstrieren. An der „Himmelsleiter“ des Rostigen Nagels konnten sich die Mitglieder der mongolischen Wirtschaftsdelegation selbst einen guten Überblick über die Lausitzer Bergbaufolgelandschaft verschaffen.

Die Delegation weilt in Deutschland anlässlich des Deutsch-Mongolischen Wirtschaftsausschusses (DMWA), der am 15. November 2024 vom Ostasiatischen Verein (OAV) organisiert wird. Der DMWA dient dazu bestehende bilaterale Kooperationsprojekte zu besprechen um am 18. November der Regierungsarbeitsgruppe im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) mit der Parlamentarischen Staatssekretärin Brantner und dem mongolischen Wirtschaftsminister in Berlin in Statements Bericht zu erstatten. Der Fokus lag dabei auf Bergbau und Rohstoffen, Erneuerbare Energien und Umwelt, sowie Logistik und Transport. (UST)

Die mongolischen Fachleute zeigten sich von der Größe der Lausitzer Bergbaufolgeseen beeindruckt.
Fotos: Dr. Uwe Steinhuber und Jörg Schlenstedt (LMBV)


Veranstaltungsreihe der LMBV wird fortgesetzt: Themenwerkstatt zur Bodenaufwertung mit EHS

Senftenberg. Welchen Beitrag kann Eisenhydroxidschlamm (EHS) leisten, um nährstoffarme Kippenböden aufzuwerten? Was genau geschieht mit den EHS-Bestandteilen in der Natur? Lassen sich aus einem Pilotvorhaben Schlüsse für eine landwirtschaftliche Nutzung des EHS ziehen? Trifft das auch für die riesigen Mengen zu, die in Folge des Grundwasserwiederanstiegs an die Oberfläche und in die Lausitzer Flüsse eingetragen werden?

Diesen und anderen Fragen will eine weitere Themenwerkstatt der LMBV nachgehen, die sich mit dem Thema Eisenhydroxidschlamm beschäftigt. Referent ist diesmal der Experte Dr. Oswald Blumenstein, der dazu an der Universität Potsdam geforscht hat und inzwischen die InterEnviroCon GmbH leitet. Er hatte zum Thema EHS-Nutzung ein sogenanntes Pilot- und Demonstrationsvorhaben (PuD) im Auftrag der LMBV auf der Innenkippe Spreetal durchgeführt.

Hintergrund: Die LMBV plant auf ihrem Betriebsgelände, dem früheren Baggerfeld 116 im Randschlauch Kostebrau des ehemaligen Tagebau Klettwitz, eine Deponie für Eisenhydroxidschlamm. Während es im unmittelbaren Projektumfeld Kritik an dem Vorhaben gibt, sehen Experten und das Aktionsbündnis Klare Spree darin eine Lösung für das EHS-Problem, das zur Verockerung der Spree und anderer Fließgewässer führt. Die Monodeponie könnte demnach – neben der Vermeidung und Wiederverwertung von EHS – eine von vielen Lösungen sein, um der Sache (d.h. dem schieren Mengenproblem von zukünftig etwa 60.000 Tonnen EHS-Anfall pro Jahr) Herr zu werden.
Um das Thema etwas weiter zu öffnen und den Austausch über offene Fragen zu ermöglichen, wird die Veranstaltungsreihe im November 2024 fortgesetzt.
Prof. Blumenstein wird die Themenwerkstatt mit einem Vortrag über „Nutzungsmöglichkeiten und -grenzen für EHS in der Landwirtschaft“ einleiten. Anschließend sollen die Teilnehmer in einen möglichst regen Austausch zum Thema „EHS als Bodenverbesserer“ kommen.

Die Veranstaltungen sind offen und bedürfen keiner Anmeldung.dies

Die Themenwerkstatt mit Dr. Oswald Blumenstein zu

„Nutzungsmöglichkeiten und -grenzen für EHS in der Landwirtschaft

findet statt am:

Donnerstag, 28. November 2024,
17:00 Uhr
Kreisverwaltung Senftenberg,

Großer Sitzungssaal, Dubinaweg 1

01968 Senftenberg


LMBV informierte Sedlitzer über Sanierungsfortschritt auf der Brückenfeldkippe

Senftenberg/Sedlitz. Auf einer gut besuchten Einwohnerversammlung am Abend des 4. November 2024 nutzte die LMBV die Möglichkeit, Interessierte über den Sanierungsfortschritt auf der Brückenfeldkippe zu informieren. Der zuständige LMBV-Sanierungsbereichsleiter für die Lausitz, Gerd Richter, löste damit eine Zusage des Unternehmens ein, regelmäßig über die Sanierungsarbeiten am und um den Sedlitzer See zu berichten. Er wurde dabei von Abteilungsleiter Michael Matthes und dem verantwortlichen Projektmanager Henry Ruske unterstützt.

Nach einer Begrüßung durch den Sedlitzer Ortsvorsteher Frank Ciesielski gemeinsam mit seinem Stellvertreter konnte G. Richter festhalten, dass die seit Mitte Januar 2024 laufenden Sprengarbeiten auf der Sedlitzer Brückenfeldkippe i.A. der LMBV planmäßig vorankommen. Im Vorfeld waren die notwendigen Beweissicherungen bei Anrainern durchgeführt worden. Alle beantragten Beweissicherungen wurden rechtzeitig erstellt. Bei den Verdichtungsarbeiten wurden entsprechend den begleitenden Schwinggeschwindigkeits-Messungen bisher alle Grenzwerte eingehalten - abgesehen von einer Ausnahme seien daher auch keine Vorkommnisse zu verzeichnen gewesen. Bei der anfänglich seenahen Sprengverdichtung wurde zunächst der dortige Stützkörper mit 680 Sprengbohrlöchern im Wege der herkömmlichen Sprengverdichtung (SPV) abgearbeitet und fertiggestellt. Hierbei kamen Ladungen von bis zu 19 Kilogramm je Sprengbohrloch bei der bis zu 40 Meter mächtigen Kippe zum Einsatz. G. Richter betonte, dass er mit der Arbeit der auftragnehmenden Sprengfirmen bisher sehr zufrieden sei.

Bei den bis zu 30-Meter tiefen Sprengungen kam es dort zu den erwarteten Absenkbeträgen von 0,2 bis 4,0 Meter. Wie der begleitend tätige Sachverständige für Geotechnik Falk Hoffmann von der Geotechnik der Firma GUB ergänzte, lagen die Absenkungen in diesem anfänglichen Primärstützkörper im Schnitt bei 1,1 Meter, was grundsätzlich den Erfolg der Verdichtungen anzeige. In den nachfolgenden nordwestlichen Sprengfeldern wurden bisher schon 590 Sprengbohrlöcher mit der „Schonenden Sprengverdichtung“ (SSPV) mit weitaus geringeren Ladungen abgesprengt. Hier kam es in der Kippe in der sog. Sprengfläche I konkret zu Absenkbeträgen von 0,2 bis 1,2 Meter, im Durchschnitt waren es 0,4 Meter. In den kommenden Monaten sind noch weitere 1.630 Sprengbohrlöcher planmäßig abzuarbeiten.

Dabei wird auch der noch stehende Sichtschutz-Waldgürtel zur Ortslage hin beansprucht werden. Die Sanierer werden weiter „sanft unterwegs sein, ohne Schaden anzurichten“, so Richter. Für voraussichtlich Ende 2025 ist der Abschluss der Sprengarbeiten zu erwarten, so seine Prognose. Nach den Sprengverdichtungen sind noch Geländeauffüllungen vorzunehmen, um die Sollhöhen gegenüber dem ansteigenden Grundwasser zu erreichen. Möglichst bis Dezember 2027 sollen diese Geländeauffüllungen in den ersten Sprengfeldern abgeschlossen werden, so die derzeitigen Planungen. 2028 schließt sich dann noch das Planieren und Meliorieren der Flächen an. Parallel werden die nördlichen Ackerflächen im Feld II und VI noch mit der SSPV und Walzen bearbeitet werden.

Erste dokumentierte Vorher-Nachher-Verdichtungskontrollen mittels Drucksondierungen und Rammsondierungen belegen das Erfordernis der umgesetzten Verdichtungsarbeiten und „bezeugen den Erfolg der ausgeführten SSPV“, so der beauftragte Gutachter Dipl.-Ing. Falk Hoffmann. Ziel ist es, eine spätere Wald- oder angrenzende Ackernutzung wieder sicherzustellen. Der Experte wies auch noch einmal auf die vorhandenen und einzuhaltenden Absperrungen hin, damit niemand im noch ungesicherten oder noch nicht aufgefüllten Gelände zu Schaden komme.

Eine Folge-Informationsveranstaltung für die Sedlitzer unter Mitwirkung der LMBV wurde für das spätere Frühjahr 2025 von Gerd Richter angekündigt. (UST / gekürzt 8.11.24)

Abarbeitungsplan der Sprengfelder auf der Brückenfeldkippe (Stand 2024)
Fotos: Dr. Steinhuber | Grafiken: LMBV


Rektor der UN-Universität Prof. Dr. Marwala unterwegs im LMBV-Revier

Senftenberg. Am 2. November 2024 besuchte der Rektor der UN-Universität und Untergeneralsekretär der United Nations Prof. Dr. Tshilidzi Marwala die LMBV und auch das Sanierungsgebiet des Unternehmens in der Lausitz. Er wurde von Torsten Safarik, Kaufmännischer Geschäftsführer, und vom Lausitz-Sanierungsbereichsleiter Gerd Richter zunächst bei der LMBV in Senftenberg empfangen. Gemeinsam gingen sie anschließend auf eine Jeep-Tour, um sich über den Wandel in der Lausitz und die Bergbausanierung zu informieren. Dabei wurden u.a. die Ableiterbaustelle vom Sedlitzer See, die Marina am Sedlitzer See, der Ilse-Kanal, der Hafen Großräschen sowie der LMBV-Sanierungstagebau Greifenhain angefahren.

Die LMBV gratulierte zudem Prof. Dr. Marwala auch herzlich zu seiner Auszeichnung mit dem Carlowitz-Nachhaltigkeitspreis, der ihm im Rahmen der SÄCHSISCHEN NACHHALTIGKEITSKONFERENZ 2024 als „KI-Wissenschaftler für Nachhaltigkeit“ am 01.11.2024 in Chemnitz verliehen worden war. Veranstalter war dort die Sächsische Hans-Carl-von-Carlowitz-Gesellschaft e. V. zur Förderung der Nachhaltigkeit.

Als Bergbausanierer hat die LMBV eine ganz besondere Bindung zu Hans Carl von Carlowitz, der als Oberberghauptmann bereits 1713 schon das Wieder-Anpflanzen von Bäumen gefordert hat, nachdem für den Bergbau bereits viele Bäume - u.a. für den Schachtausbau und als Brennmaterial - geholzt worden waren. Durch ihn wurde damit der Begriff der forstwirtschaftlichen Nachhaltigkeit erstmals begründet. Dies ist auch heute für die Sanierungstätigkeit der LMBV ein wichtiges Kriterium. Mit dem Fertigstellen auch des Sedlitzer Sees wird beispielsweise die engere Restlochkette um Senftenberg im Jahr 2026 nachhaltig in eine Nutzung überführt. Rund 4.000 ha Wasserfläche werden dann zusammenhängend für Besucher auf und an den Seen nutzbar werden.

Der UNU-Rektor wurde von Prof. Dr. Edeltraud Guenther, Direktorin der United Nations University | Institute for Integrated Management of Material Fluxes and of Resources (UNU-FLORES), von UNU-Programmdirektor Prof. Dr. Daniel Karthe, von Dr. Alexey Alekseenko, Leiter des UNU Flores-Büros in Weißwasser sowie weiteren Mitarbeitern begleitet. (UST)

Am Ilse-Kanal auf der Großräschener Seeseite wurde das entstehende Lausitzer Seenland erklärt.
Gemeinsamer Abschluss einer informativen Tour bei der LMBV in Bad Muskau.

Hintergrund zum „Hans Carl von Carlowitz – Nachhaltigkeitspreis“ für Prof. Marwala: Durch seine wegweisenden Forschungsergebnisse und -leistungen zur Verbindung von Nachhaltigkeit mit künstlicher Intelligenz (KI) inspirierte Prof. Marwala Forschung und Ausbildung für die Agenda 2030 (Pact of the Future) der UNO. Authentisch gäbe er den inhärenten Wert der Natur weiter und setze sich unbeirrbar wie Hans Carl von Carlowitz (1645-1714), für eine nachhaltige Wirtschaftsweise und vorausplanende Wirtschaftspolitik ein. Er wirke als Rektor der Universität der Vereinten Nationen als Pionier und Koordinator der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Er ermutige für eine weltumfassende Nachhaltigkeitspolitik. 

Hintergrund zu Hans Carl von Carlowitz: Als Leiter des Oberbergamtes Freiberg lag unter anderem die Holzversorgung des kursächsischen Berg- und Hüttenwesens in seiner Zuständigkeit. Der immense Holzbedarf als Baumaterial und Brennstoff unter Tage und zur Verhüttung machte eine planvolle, nachhaltige Bewirtschaftung dieser Ressource notwendig. Bedeutung erlangte Carlowitz als Verfasser des ersten eigenständigen Werkes über die Forstwirtschaft, Sylvicultura oeconomica, oder haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur wilden Baum-Zucht (1713). In seinem Werk fasste er das im Dreißigjährigen Krieg verringerte forstliche Wissen seiner Zeit zusammen, erweiterte es durch eigene Erfahrungen und formulierte erstmals das Prinzip der forstwirtschaftlichen Nachhaltigkeit: „Wird derhalben die gröste Kunst / Wissenschafft / Fleiß / und Einrichtung hiesiger Lande darinnen beruhen / wie eine sothane Conservation und Anbau des Holtzes anzustellen / daß es eine continuirliche beständige und nachhaltende Nutzung gebe / weiln es eine unentberliche Sache ist / ohne welche das Land in seinem Esse [im Sinne von Wesen, Dasein] nicht bleiben mag.“ – Sylvicultura Oeconomica (1713), S. 105–106

Fotos: Prof. Dr. Daniel Karthe | UNU


Schiffstaufe erfolgt — Neues Leben für das Motorschiff Seelust auf dem Bärwalder See

Senftenberg/Klitten. Hunderte Interessierte wollten sich das Ereignis nicht entgehen lassen: am 25.10.2024 wurde das erste Fahrgastschiff auf dem Bärwalder See als Motorschiff Seelust von privaten Investoren getauft und für Ausflugsfahrten in Dienst gestellt. Ein Lausitzer Ford-Autohändler und ein Reiseunternehmer aus der Region sind das Wagnis eingegangen, ein Ausflugsschiff für den größten See Sachsens zu erwerben. Dabei bekamen sie hinsichtlich der Zulassungen und Vorbereitungen Unterstützung von der Kommune Boxberg, der Landesdirektion Sachsen und der LMBV, die jeweils ihren Beitrag für den künftigen Schiffsverkehr auf dem Bergbaufolgegewässer der LMBV unweit der Kulisse des Kraftwerkes Boxberg der LEAG geleistet haben.

Bernd Budi und Patrick Schmidt haben für diesen Zweck die Bärwalder Schiffs GmbH gegründet und das Motorschiff von der Reederei von Wilfried Meyer am Markkleeberger See erworben. Dort hatte der Kopflader wegen der anhaltenden Sperrung des Störmthaler Kanals auf Grund geotechnischer Herausforderungen keine zeitnahe wirtschaftliche Zukunft mehr. In der Lausitz hat das Fahrgastschiff nun einen neuen Hafen und eine zweite Zukunft. Es bietet künftig Linienfahrten bis zum 1. Dezember diesen Jahres an. Derzeit sind fünf Fahrten am Tag geplant. Aber auch Sonderfahrten für Events oder zum Brunchen sollen aufgelegt werden. Mehr Informationen sind unter www.msseelust.de oder 035894 359994 zu bekommen.

Die MS Seelust ist klimatisiert, heizbar und barrierefrei und hat eine Breite von 4,90 Meter bei 21,90 Meter Länge. Der Tiefgang liegt bei 1,10 Meter. Die zugelassene Personenzahl beträgt 120. Gebaut wurde das Schiff auf der LUX-Werft in Mohndorf am Rhein im Jahr 2018. Die Antriebsmotoren sind Diesel-Hybrid mit 170 KW, wobei die Stromversorgung auf Lithium-Ionen-Batterie mit 62 KW beruht. Als Antrieb dient ein Schottel SRP 100. Die Personenschifffahrt im Leipziger Neuseenland Markkleeberger See und Störmthaler See GmbH & Co. KG war die Vorbesitzerin. (UST)

MS Seelust vor seiner Taufe am Bärwalder See
Zur Erinnerung an den Start der Schifffahrt: ein Findling von der Gemeinde Boxberg
Fotos: Dr. Uwe Steinhuber


Spree: Erneute Beräumung der Vorsperre Bühlow ab November 2024

Senftenberg/Spremberg. In enger Abstimmung mit dem für die Talsperre Spremberg verantwortlichen Landesamt für Umwelt (LfU) erfolgen ab November 2024 im Auftrag der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) Saugbaggerarbeiten in der Vorsperre Bühlow.

Im Rahmen der Maßnahmen zur Eisenrückhaltung und -minderung in der Spree, wird eisenhaltiges Sediment aus der Vorsperre entnommen und mithilfe eines Saugspülbaggers in ein Schlammstapelbecken der Vorsperre zur Entwässerung überführt. Im ersten Leistungsabschnitt werden durch den Auftragnehmer der LMBV, der TWB Tief- und Wasserbau GmbH Boblitz, in 110 Baggertagen etwa 40.000 m³ Eisenhydroxidschlamm (EHS) von der Sohle der Vorsperre entnommen.

Im Anschluss, nach einer Nachentwässerung innerhalb des Schlammstapelbeckens, wird das Material fachgerecht entsorgt, d. h. einer stofflichen Verwertung oder einer schadlosen Beseitigung zugeführt.

Fotos: LMBV/Filmart (2020)


Revierbefahrung des Steuerungs- und Budgetausschusses für die Braunkohlesanierung

Senftenberg. Die Mitglieder des Steuerungs- und Budgetausschusses der Braunkohlesanierung (StuBA) befuhren im Rahmen ihrer jüngsten Sitzung das Lausitzer Revier der LMBV. 

Erster Stopp der Befahrung war die Wasserbehandlungsanlage Plessa, in der derzeit Nassproben stattfinden. Außerdem schauten sich die fast 30 Mitglieder gemeinsam mit den LMBV-Geschäftsführern das Baggerfeld 116 sowie die Baustelle des Brückenbauwerks L60 an der Schwarzen Keute an. Auch die Maßnahmen zur Böschungsgestaltung am Südufer des Bergheider Sees, dem ehemaligen Tagebau Klettwitz, wurden erklärt. Den Abschluss der Befahrung bildete ein Kurzbesuch der historischen Brikettfabrik Louise in Domsdorf.

Im Steuerungs- und Budgetausschuss für die Braunkohlesanierung (StuBA) entscheiden und kontrollieren Bund und Länder die Sanierungsmaßnahmen der LMBV. (KHM)

Die Mitglieder des Steuerungs- und Budgetausschusses für die Braunkohlesanierung am Bergheider See 2024 - mit den sie begleitenden LMBV-Fachleuten.

Fotos: Gernot Menzel


MIL: Vereinbarung zur Nutzung weiterer Lausitzer Tagebauseen ab 2026 mit LMBV

Potsdam/Senftenberg. Zu den Ergebnissen der Kabinettssitzung vom 27. August 2024 teilte Regierungssprecher Florian Engels in Potsdam mit:

"In der Lausitz können voraussichtlich im Jahr 2026 vier weitere Tagebauseen öffentlich genutzt werden. Das Kabinett hat heute einer entsprechenden Vereinbarung mit der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) zur Zwischennutzung der aus Tagebaurestlöchern entstandenen Gewässer im Lausitzer Seenland zugestimmt. Anschließend hat Infrastrukturminister Rainer Genilke die Vereinbarung gemeinsam mit den Geschäftsführern der LMBV, Bernd Sablotny und Torsten Safarik, unterzeichnet.

Damit sind die Weichen gestellt für die Freigabe von Sedlitzer und Großräschener See, der brandenburgischen Teile von Partwitzer und Geierswalder See sowie der verbindenden Überleiter. Die Vereinbarung schafft die rechtliche Grundlage für die angestrebte Freigabe der Gewässer für Sport- und Segelboote sowie das Wasserwandern, Baden und Tauchen zum Jahr 2026.

Infrastrukturminister R. Genilke betonte: „Die Freigabe der Gewässer für die Nutzung durch die Öffentlichkeit wird ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des Lausitzer Seenlandes. Es entsteht eine überregional bedeutsame Kulturlandschaft, die sicher viele Menschen anziehen und begeistern wird. Doch nicht nur der Tourismus und die regionale Wirtschaft werden davon profitieren, sondern zu allererst die Bewohnerinnen und Bewohner. Sie erhalten nach den jahrzehntelangen Beeinträchtigungen durch den Bergbau eine Landschaft mit ganz neuen Nutzungs- und Naherholungsmöglichkeiten zurück. Dafür hat das Land Brandenburg zusammen mit der LMBV sowie Bund und Kommunen in den vergangenen Jahren die Voraussetzungen geschaffen. Kommunen, Zweckverbände und Investoren erhalten Planungssicherheit für ihre eigenen Vorhaben und Investitionen. Heute beginnt ein weiteres Stück Zukunft für die Lausitz und ganz Brandenburg.“

Bernd Sablotny fügte hinzu: „Bereits seit 2021 bereiten wir uns gemeinsam mit der Region auf die Freigabe der Gewässer vor. Wir freuen uns, dass wir die abgestimmten Termine einhalten und am Großräschener See bereits in diesem Jahr eine Teilfreigabe erreichen konnten. Nun bereiten wir weiter die durchgängige Nutzung der Restlochkette für 2026 und damit die Übergabe an die Allgemeinheit vor.“

Die Tagebauseen, Überleiter und Uferbereiche stehen aktuell noch unter Bergaufsicht. Nach der Gewässerrahmenvereinbarung aus dem Jahr 2009 sollen die Tagebauseen nach dem Ende der Bergaufsicht an das Land Brandenburg übergehen. Da dieser Schritt noch einige Jahre dauern wird, die Gewässer aber inzwischen eine öffentliche Nutzung erlauben, waren zwischen Land und LMBV Regelungen für eine vorzeitige Öffnung abzustimmen. Damit tragen Land und LMBV dem großen öffentlichen Interesse an der Öffnung der seit Jahren sichtbaren Gewässer und der Nutzung der bereits fertiggestellten Strände, Häfen und weiteren Anlagen an den Ufern Rechnung.

Die Vereinbarung regelt die Unterhaltungspflichten des Gewässers während der Dauer der Bergaufsicht, die Verkehrssicherungspflichten, Fragen der Beschilderung und Kennzeichnung sowie Haftungsfragen. Zudem wird der weiteren Sanierung Vorrang vor einer Nutzung eingeräumt.

Damit 2026 auch in Brandenburg die Nutzung der länderübergreifend schiffbar verbundenen Tagebauseen möglich wird, ist im nächsten Schritt die Landesschifffahrtsverordnung zu ändern und die geotechnische Nutzungsfreigabe nach Abschluss der restlichen Sanierungsarbeiten durch das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg (LBGR) erforderlich.

Lausitzer Seenland – Europas größte künstlich geschaffene Seenlandschaft

Durch Rekultivierung und Flutung der Tagebaurestlöcher der Bergbaufolgelandschaft Südbrandenburgs und Nordostsachsens (Lausitzer Revier) entstand und entsteht Europas größte künstlich geschaffene Seenlandschaft. Dazu gehören auf Brandenburger Seite der Senftenberger, Sedlitzer, Großräschener, Partwitzer (anteilig) und Geierswalder (anteilig) See sowie die Überleiter Rosendorfer, Sornoer, Ilse und Koschener Kanal.

Die Herstellung dieser länderübergreifenden Seenkette ist eines der bedeutendsten Großprojekte im Lausitzer Revier im Rahmen des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung. Das Vorhaben ist seit langem zwischen dem Land Brandenburg und dem Freistaat Sachsen zur Steigerung des touristischen Potenzials verabredet. Gemeinsam wurde bereits im Jahr 2001 mit der LMBV als zuständigem Bergbauunternehmen eine entsprechende Vereinbarung zur Herstellung schiffbarer Verbindungen zwischen den entstehenden Seen abgeschlossen. Das Land Brandenburg hat in den vergangenen 20 Jahren Landesfördermittel im Umfang von rund 100 Millionen Euro für die Herstellung der Überleiter sowie von weiteren öffentlichen Infrastrukturen eingesetzt.

Bedeutende in Realisierung befindliche und geplante Projekte

  • Überleiter 8, 10, 11 und 12
  • Maritimes Gewerbegebiet Nordufer Sedlitzer See
  • Landmarke „Rostiger Nagel“, Schwimmender Steg am Sedlitzer See
  • Stadtstrand Großräschen
  • Seestrand Lieske am Sedlitzer See
  • Hafen, Verkehrserschließung und Wasserwanderrastplatz Sedlitzer Bucht
  • Radrundwege(abschnitte) insbesondere um Großräschener und Sedlitzer See
  • Steganlage im Überleiter 12
  • Schiffsanleger Sedlitz am Großräschener
  • Öffentliche Erschließung und Steganlage Nordufer Bergheider See

Quelle: Medieninfo der Staatskanzlei des Landes Brandenburg v. 27.08.24  (UST)

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Karte der Restlochkette - mit Landesgrenze zwischen Sachsen und Brandenburg

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Foto: Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung |
Luftfotos: LMBV/Steffen Rasche

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Plangenehmigung für Hafen am Partwitzer See übergeben

Klein Partwitz. Die Landesdirektion Sachsen (LDS) hat in ihrer Funktion als obere Wasserbehörde im Freistaat Sachsen die Plangenehmigung für die Errichtung des Hafens am Partwitzer See erteilt. Vor der Kulisse der zukünftigen Marina überreichten die Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch und Regina Kraushaar, Präsidentin der Landesdirektion Sachsen,  am 19. August 2024 den Bescheid an die Gemeinde Elsterheide.

»Wir sagen heute Leinen los für den Hafen am Partwitzer See. Für den Weg hierher braucht es Menschen, die das Potential des Sees erkennen, loslegen, nicht nachlassen, einen langen Atem haben und Projekte wie dieses verwirklichen. Dafür möchte ich Danke sagen, der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), der Landesdirektion, dem Landkreis, der Gemeinde, den Investoren und die vielen Menschen, die ihren Teil dazu beigetragen haben. Der Partwitzer See zeigt einmal mehr die gesamte Schönheit und Vielfalt unseres Freistaates und hat sich bereits jetzt zu einem Urlaubsparadies entwickelt. Mit dem Hafen wird die touristische Anziehungskraft weiterwachsen, auch über die Grenzen Sachsens hinaus. Ich wünsche viel Erfolg und Kraft bei der weiteren Umsetzung des Vorhabens und einen zügigen Bauverlauf«, so Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch laut der gemeinsamen Presseerklärung von SMWK und LDS.

»Noch ein Highlight im Lausitzer Seenland – das ist eine gute Nachricht für all jene, die am liebsten auf dem Wasser unterwegs sind«, so Regina Kraushaar. »Ich bin sicher: Der Hafen am Partwitzer See und die neue Marina werden Strahlkraft weit über die Lausitz hinaus entfalten. Das ist gelebter und klug gestalteter Strukturwandel, der für Freizeit und Erholung, aber auch für Arbeitsplätze und sichere Zukunft in der Lausitz gleichermaßen steht."

Kernstück des Hafens wird ein rund 170 Meter langes Molenbauwerk mit Anlegestelle für die öffentliche Fahrgastschifffahrt. Dahinter entstehen vier wellengeschützt liegende Schwimmstege mit Liegeplätzen für insgesamt 112 Sportboote bis 10 Meter Länge. Über eine Slipanlage mit Rampe können Boote mit und ohne Motor auf Anhängern in die Marina eingelassen oder herausgezogen werden. Auch eine Löschwasser-Entnahmestelle für die Feuerwehr sowie der Anschluss an bestehende Zuwegungen zum Hafen sind geplant. "Wenn alles planmäßig läuft, kann Ende des Jahres 2025 mit dem Bau begonnen werden, die Gesamtkosten belaufen sich nach heutigem Kenntnisstand auf ca. 6,3 Mio. Euro", erklärte Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter der LMBV.

Der Partwitzer Hafen ist ein Schlüsselprojekt zur Entwicklung des Tourismus am Partwitzer- und Geierswalder See. Die beiden Gewässer sind über den schiffbaren Barbarakanal miteinander verbunden. Über den Rosendorfer- und den Sornoer Kanal sind nach der Fertigstellung des Sedlitzer Sees in Brandenburg auch Bootstouren bis in das Nachbarbundesland möglich. Auf diese Weise kann man mit Wasserfahrzeugen von See zu See »wandern« oder mit dem Fahrgastschiff zu kleinen Kreuzfahrten aufbrechen. Der Hafen am Partwitzer See wird dabei als zentraler Ausgangspunkt innerhalb der Lausitzer Seenkette dienen.

Der Hafen soll nicht nur die Wasserinfrastruktur verbessern, sondern auch die weitere Entwicklung der »Küste« fördern. Direkt an die Marina angrenzend soll eine Ferienhaussiedlung mit einem Hafengebäude entstehen – das Projekt »Aqua Terra Lausitz«, von der Gemeinde Elsterheide initiiert. Damit wird der Partwitzer Hafen auch zur Verbindung zwischen wasser- und landseitigem Tourismus. Das Vorhaben wurde von der Gemeinde Elsterheide beantragt, zusammen mit dem Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen und der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH entwickelt und vom Freistaat Sachsen über §4-Mittel gefördert. Quellen: PM der LDS v. 19.08.24 und LMBV (KHM)

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v.l.n.r.: Bautzens Landrat Udo Witschas, Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch, Elsterheides Bürgermeisterin Antje Gasterstedt, die Präsidentin der Landesdirektion Sachsen Regina Kraushaar und Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter Lausitz der LMBV, beim Pressetermin am Partwitzer See.

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Fotos: Gernot Menzel


Teilfreigabe des Großräschener Sees: Strandnutzung ab 08.08.2024 offiziell möglich geworden

Senftenberg/Großräschen. Ab dem 8. August 2024 kann man am Großräschener Stadtstrand ganz offiziell in die kühlen Fluten des Großräschener Sees eintauchen und auf dem Strandsand aus Kiesgruben in Freienhufen und Saalhausen relaxen. An der Allgemeinverfügung und den Sicherheitsprüfungen, die dafür nötig waren, mussten viele Institutionen mitwirken, was leider eine frühere Freigabe nicht zuließ.

Am 07.08.2024 hat das Landratsamt Oberspreewald-Lausitz den Bescheid bzw. die erlösende Nachricht amtlich bekannt gemacht. Die entsprechende Allgemeinverfügung (AV) des Landkreises Oberspreewald-Lausitz wurde im Amtsblatt Nr. 13/2024 veröffentlicht und ist zudem online einsehbar unter www.osl-online.de/bekanntmachungen.

Grit Klug, Erste Beigeordnete und Dezernentin für Bau, Ordnung und Umwelt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz: „Mit dem heutigen Tag bekommt das Lausitzer Seenland am Stadtstrand von Großräschen eine weitere attraktive Möglichkeit für den Sprung ins kühle Nass. Die Allgemeinverfügung unserer unteren Wasserbehörde steht für sicheres Baden im Strandbereich des Tagebaurestloches. Im gemeinsamen Zusammenwirken mit LMBV, Stadt und LBGR ist diese teilweise Freigabe eine richtungsweisende Entscheidung und ein weiteres positives Zeichen für das Seenland insgesamt.

Gerd Richter, LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz ergänzt: „Dies ist eine richtungsweisende Entscheidung des Landkreises OSL, bereits in dieser Phase der Zwischennutzung des Bergbaufolgesees auch das Baden vom Stadtstrand Großräschen im Großräschener See rechtlich verbindlich für 2024 zu ermöglichen. Die LMBV hat ihrerseits im Vorfeld alles unternommen, um die geotechnische Sicherheit und die notwendige Wasserüberdeckung im Betriebsgewässer zu ermöglichen. Dies alles passiert am vormaligen Restloch des Tagebaus Meuro noch unter dem Bergrecht – hier gilt unser besonderer Dank der begleitenden Bergbehörde LBGR in Cottbus, die die jetzigen temporären Lösungen mitträgt.

Es bleibt das Ziel der LMBV, die derzeitigen Zwischennutzungen in 2026 in dauerhaft sichere Nutzungen überführen zu können, wenn auch die bergtechnische Sanierung am und um den benachbarten Sedlitzer See vor dem Abschluss stehen wird. Dann werden auf einem Wasserspiegel-Niveau ausgespiegelt gemeinsam vier Bergbaufolgeseen mit rund 4.000 Hektar für die Einheimischen und Touristen zusammenhängend zur Nutzung bereitgestellt.

Dies wird dann im Strukturwandel ein weiterer wichtiger Entwicklungsschritt des Lausitzer Seenlandes sein und der LMBV und den beteiligten Bergbausanierern zur Ehre gereichen.“

Das Team von den IBA-Terrassen hat die Sperrschilder durch die aktuelle Badeordnung ersetzt und die gelben Bojen verlegt. Die Regeln sollen für Sicherheit, Sauberkeit und gegenseitige Rücksichtnahme am Strand sorgen. Ein QR-Code auf den Schildern leitet die Gäste zur vollständigen Fassung der Badeordnung.

Der Großräschener See ist als Bergbaugewässer gesperrt, deshalb beschränkt sich die Erlaubnis auf den 500 m langen Stadtstrand und den Wasserbereich innerhalb der Bojen. Der Badestrand ist unbewacht, das Baden geschieht auf eigene Gefahr. Bitte achten sie besonders auf ihre Kinder. Aufgrund der kleinen Nutzfläche ist nur das Baden erlaubt. Wassersport wie Kajak oder Paddelboote, Surfen oder Angeln müssen bis zur endgültigen Seefreigabe warten, auf die wir für 2026 hoffen.

Der Strandparkplatz, der Strand, die Müll- und Wertstoffeimer und der Radweg um den See sind bereits fertig. Noch fehlen die Sozialgebäude – das Baden soll trotzdem schon möglich sein. In der „Zwischenzeit“ können die 500 m entfernten Toiletten und Wickelmöglichkeiten am Hafen im Zielhaus genutzt werden.

Bürgermeister Thomas Zenker „Ich freue mich über die Allgemeinverfügung, die den Großräschenern und den Touristen das erste Anbaden ermöglicht. So können wir erste Erfahrungen für die Zukunft sammeln. Die Boote mit Sondernutzungserlaubnis bringen schon seit dem Mai Bewegung auf den See, die eingewiesenen Bootsführer halten sich gut an die Absprachen. Wenn alle Gäste ihren Strandbereich so verlassen, wie sie ihn vorfinden möchten, können wir auf eine gute erste Badesaison hoffen, auch wenn sich diese auf den August und September beschränkt. Die Genehmigung war für alle Beteiligten Neuland, weswegen ich mich trotz der Verzögerungen bei der LMBV, dem Landesbergamt, dem Landkreis OSL und dem Zweckverband LSB herzlich bedanken möchte.“ (UST)

Quellen: Medieninfo der Stadt Großräschen v. 7. August 2024; O-Ton v. LMBV und LK OSL

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Langfristig vorbereiteter Badestrand am Großräschener See, einem LMBV-Bergbaufolgesee | 2023

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Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig bei der LMBV in der Lausitz zu Gast

Senftenberg/Klein Partwitz. Am 23. Juli 2024 war der sächsische Staatsminister für Wirtschaft und Arbeit, Martin Dulig, zu einem Informationsbesuch bei der LMBV. Am Sitz des Unternehmens in Senftenberg wurde er vom Sprecher der Geschäftsführung, Bernd Sablotny und Lausitz-Sanierungsbereichsleiter Gerd Richter herzlich zu einem Informationsaustausch empfangen. Der sächsische Wirtschaftsminister wurde von Pressesprecher Jens Jungmann sowie Ralph Weidner und Robert Wand aus dem SMWA fachlich begleitet.

Mit Jeeps wurden im Anschluss verschiedene Baustellen des Bergbausanierers am Ableiter Sedlitz sowie der Brückenfeldkippe sowie dem Sanierungsstützpunkt am Sedlitzer See besichtigt. Ein Schwerpunkt des fachlichen Austausches waren u.a. sogenannte § 4-Vorhaben des Freistaates, für welche die LMBV als Projektträgerin fungiert. Hier trug Dr. Robert Böhnke, § 4-Koordinator der LMBV, fachlich zum Austausch bei. Am Beispiel des Vereinsgeländes des "1. Segelclub Partwitzer See e.V." kam der Minister auch mit dem Vereinsvorsitzenden Jens Schuster im Vereinsgelände an der Hohen Düne 1 ins Gespräch. Die Bürgermeisterin der Anlieger-Gemeinde Elsterheide, Antje Gasterstädt, brachte sich hier ebenfalls mit ihren kommunalen Erfahrungen in den Austausch ein.

Der aus einer Fusion entstandene "1. Segelclub Partwitzer See e.V." kann bereits auf eine 60-jährige Tradition im Segel- und Regattasport zurückblicken. Wegen der der notwendig gewordenen Sanierungsarbeiten am Knappensee war und ist eine Nutzung für den Segelsport an jenem Gewässer langfristig nicht möglich. Aus diesem Grund hatten sich der 1. Segelclub Knappensee e.V. und der Oberlausitzer Segelclub e.V. Neukirch mit dem Sanierungsstart am Knappensee dazu entschieden, einen gemeinsamen neuen Weg zu beschreiten und sich am Partwitzer See neu zu etablieren. Dazu entstanden unter u.a. ein Vereinsgelände mit Bootshaus und eine Steganlage, die im Frühjahr 2024 fertig gestellt worden war.

Minister Dulig bedankte sich bei der LMBV, die er umgangssprachlich als „Schönmacher der Bergbaufolgelandschaften und -seen“ bezeichnete, für den konstruktiven Dialog und die vielfältigen Informationen. Er akzeptierte, dass viel von der Arbeit der LMBV und der beauftragten Sanierungsfirmen nicht immer schon für Jedermann sichtbar seien, aber zum Gelingen der Entwicklung im Revier produktiv beitragen und bekräftigte, sich gemeinsam für die weitere Entwicklung des Umsetzens der Ziele der Bergbausanierung zu verwenden und sich auch künftig mit dem SMWA mit einzubringen. (UST)

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Steganlage des "1. Segelclub Partwitzer See e.V."

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LMBV-Ersatzneubau des Durchlasses D‑603 zwischen den Restlöchern 76 und 78 ist fertiggestellt

Eröffnung des dafür gesperrten Radweges zw. Lauchhammer und Tröbitz wg. Deckschicht-Mangel temporär abgesagt

Senftenberg/Lauchhammer. Ein Teilabschnitt des Radwegs zwischen Lauchhammer und Tröbitz ist seit März 2023 gesperrt. Der Radweg ist Bestandteil des Radwanderweges Kohlebahntrasse EE13 des Wegenetzes Elbe-Elster. Er verläuft auf 26,6 km zwischen den Ortsteilen Domsdorf und Grünewalde.

Grund dafür war die i.A. der LMBV durchzuführende Erneuerung des Durchlassbauwerks zwischen den Restlöchern 76 und 78, dem Kleinen Woobergsee und der Grünewalder Linse.

Im Zuge der Realisierung dieses Ersatzneubaus im Rahmen der Bergbausanierung wurde auch der Teilabschnitt des Radweges Domsdorf-Grünewalde, welcher das Baufeld quert und durch die Baumaßnahme in Anspruch genommen wurde, erneuert.

Leider ist die Erneuerung der Asphalttragdeckschicht durch das von der LMBV beauftragte Asphaltunternehmen aus dem Raum Cottbus mangelhaft ausgeführt worden, sodass die Bauabnahme und die Inbetriebnahme des Radweges im Juli 2024 zunächst gescheitert ist. Die Firma wurde daher aufgefordert, die Asphalttragdeckschicht in einen mangelfreien Zustand zu versetzen.

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Kleine Restlochkette Durchlass
Fast fertiggestellter Durchlass zwischen RL 76 und 78 in 2024

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Erfahrungsaustausch mit Wismut-Führungskräften in der Lausitz

Senftenberg. Am 11. Juli 2024 besuchte die Geschäftsführung und ein erweiterter Führungskreis der Wismut GmbH die LMBV in Senftenberg. Die Wismut GmbH führt die Stilllegung, Sanierung und Rekultivierung von Urangewinnungs- und Uranaufbereitungsbetrieben in Sachsen und Thüringen durch. Gesellschafter ist die Bundesrepublik Deutschland, welche durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz vertreten wird.
Die Gäste unter Führung des Technischen Geschäftsführers Dr. Michael Paul aus Chemnitz wurden von Bernd Sablotny und Torsten Safarik von Seiten der LMBV-Geschäftsführung herzlich in Senftenberg begrüßt. Nach einem Einführungsvortrag zu den Herausforderungen im Sanierungsbergbau der LMBV informierten sich die Gäste bei einer Befahrung unter Leitung von Prokurist Gerd Richter im Lausitzer Revier.
Dabei wurden aktuelle Sanierungsbaustellen wie der Ableiter aus der Restlochkette, das Verdichten auf der Brückenfeldkippe, das Fluten des Sedlitzer Sees sowie das Rütteldruckverdichten und das Ufergestalten am Restloch Greifenhain vorgestellt. Viele Themen der Braunkohlsanierung sind den Führungskräften des Bergbausanierers von der Wismut GmbH aus der eigenen bergmännischen und nachsorgenden Arbeit geläufig. Auch wenn die Wismut einen anderen Gesellschafter und auch teilweise andere Startbedingungen als die LMBV hatte, war doch der gegenseitige Erfahrungsaustauch zu den anstehenden Herausforderungen sehr nützlich. So standen Fragen der Haldensanierungen, der Wasserbehandlung und das Betreiben von Absetzanlagen im Mittelpunkt.

Info zur Wismut: Seit 1991 werden die vom Uranerzbergbau geschädigten Regionen in Sachsen und Thüringen saniert. Bisher hat das bundeseigene Unternehmen für diese Aufgabe rund 7,2 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt eingesetzt. Die Flächen, welche jahrzehntelang vom Uranerzbergbau beansprucht wurden, sind zum großen Teil wieder nutzbar gemacht. Sie erhöhen nun wieder die Umwelt- und die Lebensqualität der im Umfeld lebenden Menschen. Den betroffenen Kommunen wird durch die enge Zusammenarbeit mit der Wismut eine Grundlage für die Zukunft geschaffen. So ist die Gemeinde Schlema heute wieder ein Kurort und die sanierte Haldenlandschaft seit 2019 Teil des UNESCO Welterbes. Ronneburg begrüßte 2007 zur Bundesgartenschau rund 1,5 Mio. Besucher. Mit rund 800 Beschäftigten ist die Wismut GmbH mit Sitz in Chemnitz nach wie vor ein großer Arbeitgeber in der Region und Auftraggeber für ortsansässige Unternehmen. Der Personalabbau seit 1990 - anfänglich ca. 30.800 Beschäftigte - erfolgte schrittweise und sozialverträglich.


Entwicklungspotenziale des Scheibe-Sees sollen besser genutzt werden

Unterzeichneter LOI - v.l.n.r.: Bürgermeister von Spreetal Marco Beer, Bürgermeister von Hoyerswerda Mirko Pink, Landrat des Landkreises Bautzen Udo Witschas, Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen Michael Kretschmer, Bürgermeister von Lohsa Thomas Leberecht, LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny, LMBV-Geschäftsführer Torsten Safarik, LMBV-Sanierungsbereichsleiter Gerd Richter

Zwenkau/Hoyerswerda. Das touristische Entwicklungspotenzial des Scheibe-Sees auszunutzen und gleichwohl der Sanierungsverpflichtung im ehemaligen Tagebau Scheibe gerecht zu werden - das haben die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) gemeinsam mit den Anrainerkommunen und dem Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen (ZV LSS) mit einer Absichtserklärung festgehalten.

Am 3. Juli 2024 unterzeichneten der Hoyerswerdaer Bürgermeister für kommunale Dienstleistungen Mirko Pink, der Lohsaer Bürgermeister Thomas Leberecht und der Spreetaler Bürgermeister Marco Beer sowie vorab der Geschäftsführer des ZV LSS Daniel Just gemeinsam mit den Geschäftsführern der LMBV Bernd Sablotny und Torsten Safarik einen sogenannten Letter of Intent (LOI), um ihren Kooperationswillen bezüglich der Nutzung der Entwicklungspotenziale des Scheibe Sees deutlich zu machen.

Es ist gemeinsames Ziel, unter Berücksichtigung der bestehenden Rahmenbedingungen die Nutzungsmöglichkeiten des Scheibe-Sees im Interesse der Öffentlichkeit weiter zu entwickeln und zu erweitern. Hierzu können die Kommunen ihre angestrebten Nutzungsarten definieren. Man erhofft sich u.a. Synergien aus der Sanierung des ehemaligen Tagebaus für die Weiterentwicklung zu einem etablierten See.

Die Sanierung des Tagebaufolgesees ist noch nicht vollständig abgeschlossen. So sind beispielsweise noch Sicherungsarbeiten an verschiedenen Uferbereichen erforderlich. Auch ist weiterhin durch die LMBV die Wasserqualität zu sichern. Der insoweit geltende Sanierungsvorrang ist bei der Gestattung der vorzeitigen Nutzung des Scheibe-Sees zu berücksichtigen. Bisher erfolgt eine vorzeitige Folgenutzung einer Teilwasserfläche am Westufer des Sees (Baden, Luftmatratzen, SUP-Boards) auf der Grundlage einer gesonderten vertraglichen Vereinbarung mit der Stadt Hoyerswerda. Die Anrainerkommunen und der ZV LSS streben die Nutzung einer größeren Wasserfläche an.

Der Scheibe-See ist Bestandteil der zwischen dem Freistaat Sachsen und der LMBV abgeschlossenen Rahmenvereinbarung und soll nach Erfüllung aller Voraussetzungen an den Freistaat Sachsen übertragen werden. Die Flächen des zukünftigen Scheibe-Sees der LMBV stehen unter Bergaufsicht.


Sprengverdichtungsarbeiten im Tagebau Seese-Ost beginnen im Juli 2024

Senftenberg/Groß Lübbenau. Zur Gewährleistung der dauerhaften Stand- bzw. Grundbruchsicherheit der Innenkippe des ehemaligen Braunkohletagebaus Seese-Ost erfolgen seit 2014 abschnittsweise Stabilisierungsarbeiten in mehreren Gefährdungsbereichen mittels schonender Sprengverdichtung (SSPV). Diese Stabilisierungsarbeiten werden im Jahr 2024 auf der Innenkippe im Bereich des Kahnsdorfer Sees fortgeführt und beginnen voraussichtlich im Juli 2024.
Hierbei handelt es sich hauptsächlich um forstwirtschaftliche und landwirtschaftliche Flächen mit einer Größe von ca. 110 Hektar. Die vorbereitenden Arbeiten wurden bereits aufgenommen. Das Arbeitsfeld befindet sich im geotechnischen Sperrbereich und demzufolge im Betretungsverbot.

Die genauen Sprengzeiten werden in Groß Lübbenau öffentlich bekannt gemacht.

Hintergrund: Der Tagebau Seese-Ost förderte von 1983 bis 1996 rund 55 Mio. Tonnen Braunkohle. Etwa 297 Mio. Kubikmeter Abraum wurden bewegt. Er versorgte mit dem benachbarten Tagebau Schlabendorf-Süd die Kraftwerke Lübbenau und Vetschau.
Das Verfahren der Schonenden Sprengverdichtung (SSPV) wird bei hohen bzw. endgültigen Grundwasserständen in sensiblen Kippenbereichen angewendet und erreicht eine Tiefe von bis zu 30 Metern. Mit einem leichten Bohrgerät werden Sprenglöcher vertikal bzw. bis 30 Grad geneigt in den Kippenboden gebohrt. In diese werden Sprengladungen einge-bracht. Durch die unterirdische Sprengung entsteht ein Verdichtungseffekt, durch den sich der Boden im Sprengbereich absenkt. Die entstandenen Sprengmulden werden dann in der Regel mit Erdboden aufgefüllt.

Beispiel für Schonende Sprengverdichtung


LMBV für familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik geehrt

Berlin/Senftenberg. Im Rahmen einer feierlichen Verleihung wurde der Bergbausanierer LMBV am 18. Juni 2024 in Berlin mit dem Zertifikat zum „audit berufundfamilie“ ausgezeichnet.

Das Qualitätssiegel gilt als strategisches Managementinstrument zur nachhaltigen Gestaltung einer vereinbarkeitsfördernden Organisationskultur. Neben mehr als 300 weiteren Organisationen durchlief die LMBV in den vorangegangenen zwölf Monaten erfolgreich den strukturierten Auditierungsprozess der berufundfamilie Service GmbH, die auf eine Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung zurückgeht.

Zu den Zielen der LMBV, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter zu fördern, zählen u.a. das Verbessern der Arbeitsorganisation im Rahmen eines umfassenden IT-Transformationsprozesses, das Schaffen eines formalen Rahmens zur Möglichkeit des Sabbaticals als weiteres Element der Arbeitszeitgestaltung und -flexibilisierung sowie das Erweitern der Betrieblichen Gesundheitsförderung.

Überreicht wurden die Zertifikate zum „audit berufundfamilie und audit familiengerechte hochschule“ im Haus der Deutschen Wirtschaft von der Schirmherrin des Audit, der Bundesfamilienministerin Lisa Paus.

Zu den Gratulanten zählten zudem Oliver Schmitz, Geschäftsführer der berufundfamilie Service GmbH, und Prof. Dr. Dr. Helmut Schneider, Inhaber des SVI-Stiftungslehrstuhls für Marketing und Dialogmarketing an der Steinbeis-Hochschule und Zertifizierungsbeauftragter des berufundfamilie-Kuratoriums.

Bundesfamilienministerin Lisa Paus betonte: „Die zertifizierten Unternehmen, Institutionen und Hochschulen zeigen Verantwortungsbewusstsein, dass ihre Beschäftigten leichter Familie und Beruf vereinbaren können. Sie sind damit nicht nur Vorbilder für Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen in Deutschland. Sie profitieren auch im Wettbewerb um die besten Fachkräfte und tragen zu einer modernen, familienbewussten Arbeitswelt bei. Ich gratuliere allen Zertifikatsträgern und -trägerinnen, die sich auf diesen Weg gemacht haben, die noch am Anfang stehen oder die schon länger dabei sind und sich Jahr für Jahr verbessern und weiterentwickeln."

Die LMBV wird in der kommenden Zeit weiter an der Umsetzung der konkreten Maßnahmen für die Zielerreichung zur weiteren Ausgestaltung von Vereinbarkeit von beruflichen und privaten Herausforderungen arbeiten.

Fotos: Jens Schicke / berufundfamilie Service GmbH


Mitglieder des Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg informierten sich bei der LMBV

Cottbus/Altdöbern. Die diesjährige Fachexkursion führte die Mitglieder des Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg am 13. Juni 2024 zu einer Befahrung an den LMBV-Tagebau Greifenhain und in das dortige Sanierungsgebiet. Die LMBV als Gastgeber und Begleiter nahm die demokratisch bestimmten Ausschussvertreter nahe der Ortslage Altdöbern in Empfang.

In geländegängigen Fahrzeugen wurden zwei laufende Sanierungsbaustellen des vormaligen Tagebaus Greifenhain aufgesucht. Dort gaben LMBV-Prokurist und Sanierungsbereichsleiter Gerd Richter zusammen mit Abteilungsleiter Jens Bäcker und Projektmanager Tobias Kienz entsprechende fachliche Erläuterungen zu den laufenden Rütteldruckverdichtungen an der Rutschungsumfahrung und zum Einsatz eines Schürfkübel-Seilbaggers am Ufer des Restloches Greifenhain.

Weitere Punkte der Tour waren die Arbeiten am Schmiedsteich, der Südgraben Altdöbern, einem erfolgreichen Projekt zur Gefahrenabwehr durch den Grundwasserwiederanstieg sowie die Tieflagenauffüllung am nördlichen Kippenrand. Auch die noch zu beseitigenden Kliffbildungen am Seeufer bei der Ortslage Pritzen wurden besprochen. Nach einem Mittagsimbiss am Campingplatz Casel am Gräbendorfer See stand noch die L 52, die teilweise über Kippe führt, auf der Besuchsagenda. Die teilnehmenden Mitglieder des Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg nutzten die Gelegenheit, vielfältige Fragen zur Arbeit der LMBV zu stellen.

Fotos: LMBV

Gruppenbild bei der Befahrung am LMBV-Tagebau Greifenhain mit Mitgliedern des Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg


Staatssekretär Uwe Schüler informierte sich an LMBV-Anlage in Plessa

Senftenberg | Plessa. Am 24. Mai 2024 informierte sich Infrastrukturstaatssekretär Uwe Schüler vom Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) bei der LMBV über den Fortgang der Errichtung der Wasserbehandlungsanlage (WBA) Plessa. Er wurde herzlich vom LMBV-Sanierungsbereichsleiter des Sanierungsbereiches Lausitz, Gerd Richter und vom Projektmanager Markus Steinhardt sowie Pressesprecher Dr. Uwe Steinhuber begrüßt. Der seit November 2023 ins Amt berufene Staatssekretär, der aus der Lausitz stammt, war bereits von 2019 bis 2023 als Staatssekretär im Ministerium des Innern des Landes Brandenburg tätig. Er wurde von Magdalena Kanther und Bert Klinkenberg vom MIL fachlich begleitet.

Bei einem Rundganginformierten die LMBV-Vertreter über die Herausforderungen bei der Umsetzung des Investitionsvorhabens des Bergbausanierers. Im Rahmen der Visite des Staatssekretärs suchten auch Vertreter der benachbarten Agrar GmbH "Elstertal" Plessa mit der Geschäftsführerin Kerstin Hennig und des Landesbauernverbandes Brandenburg e.V. - darunter Fabian Blöchl - an der Spitze das Gespräch mit Staatssekretär Uwe Schüler und den LMBV-Verantwortlichen.

Die LMBV wies darauf hin, dass die prekäre Lage der Landwirte in der Elsteraue hinsichtlich von Vernässungen bekannt sei, die aber in keinem inhaltlichen Zusammenhang mit dem Bau der WBA Plessa stehen. Die Unterhaltung von Fließgewässern ist jedoch gem. aktueller Gesetzgebung hoheitliche Aufgabe des Landes Brandenburg (für Gewässer I. Ordnung wie die Schwarze Elster) bzw. des Gewässerunterhaltungsverbandes Kleine Elster-Pulsnitz (für Gewässer II. Ordnung wie zum Bsp. Hammergraben). 

Sobald die Gespräche der verantwortlichen Stellen zur Umsetzung von Maßnahmen zur Optimierung der Abflussverhältnisse in der Hauptvorflut zum Ergebnis geführt werden, könnte die LMBV entsprechend ihrem Auftrag für den bergbaubedingten Anteil an den Kolmationsschichten in den Vorflutern möglicherweise unterstützend tätig werden. Momentan seien noch keine solchen geplanten Maßnahmen des LfU bzw. des Gewässerunterhaltungsverbandes bekannt.

Ein Beginn des Probebetriebs der WBA Plessa wird noch in 2025 erwartet. (UST) mit Ergänzung v. 11.07.25

Fotos: Dr. U. Steinhuber für LMBV


LMBV, Städte und Behörden ermöglichen für 2024 Zwischennutzung für Boote auf dem Großräschener See

Senftenberg | Großräschen. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), der Landkreis Oberspreewald-Lausitz, die Stadt Großräschen, die Stadt Senftenberg und der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (ZV LSB) sowie das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe des Landes Brandenburg (LBGR) haben sich gemeinsam im Ergebnis ihrer Bemühungen auf eine vorfristige Zwischennutzung des Großräschener Sees verständigt.

Dazu wurde eine Zwischennutzungsvereinbarung zwischen der LMBV, der Stadt Großräschen und dem Zweckverband LSB geschlossen, die der Landkreis Oberspreewald-Lausitz bestätigt hat. Mit dieser Nutzungsvereinbarung soll ab Pfingsten 2024 der Großräschener See von genehmigten Wasserfahrzeugen für die Saison 2024 bereits zwischengenutzt werden können. Der für eine Zwischennutzung notwendige Mindestwasserstand im Bergbaufolgesee von +100,00 m NHN wurde zum Beginn der Saison stabil erreicht. „Damit kann nun eine Bootssaison 2024 auch an diesem Bergbaufolgesee starten“, so Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV. „Dies ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur touristischen Nutzung der Restlochkette, die wir 2026 erreichen wollen.“

Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz konnte bislang bereits für 12 Boote und Wasserfahrzeuge, die aufgrund ihrer Größe oder Art zusätzlich eine Gestattung der unteren Wasserbehörde benötigen, die entsprechenden Zulassungen vorbereiten. OSL-Landrat Siegurd Heinze betonte: „Freizeitkapitäne können nun aktuell auf einem weiteren attraktiven Gewässer im Verbund des Lausitzer Seenlandes in See stechen und verweilen. Mit der geschlossenen Vereinbarung nehmen wir einen weiteren Schritt auf dem Weg hin zu einer angestrebten vollumfänglichen Nutzungsfreigabe des Sees. Auf dieses Ziel arbeiten alle Beteiligten auch weiter engagiert und zügig hin. Bis es soweit ist, wünschen wir ‚Schiff Ahoi!‘“. (Stand. 17.05.2024 12.30 Uhr)

Fotos: Steffen Rasche für LMBV

Hintergrund:

Die Gestattung zum Befahren mit den Booten gemäß den Anträgen der Stadt Großräschen, der IBA-Terassen GmbH, des Ilsesee-Sportvereins Sedlitz-Großräschen e.V. und der BUG Lausitz GmbH & Co. KG setzte neben der Zwischennutzungsvereinbarung zwischen der LMBV, der Stadt Großräschen und dem Zweckverband LSB über die im Eigentum der LMBV befindliche Teilwasserfläche des noch in Herstellung befindlichen und unter Bergaufsicht stehenden Großräschener Sees  die Unterzeichnung einer Haftungs- und Einverständniserklärung der Stadt Großräschen gegenüber der LMBV für die im Eigentum der Stadt Großräschen befindliche Teilwasserfläche sowie die Erteilung einer wasserrechtlichen Ausnahmegenehmigung zum Befahren nicht schiffbarer Gewässer - hier des Großräschener Sees – gem. § 43 Abs. 3 BbgWG für insgesamt 12 Boote und das Fahrgastschiff „Wilde Ilse“, voraus.

Zudem muss zwingend die Einhaltung bestimmter Voraussetzungen, Bedingungen sowie Verhaltensanforderungen einschließlich einer Haftungsfreistellung der LMBV und Haftungsübernahme durch die Stadt für die vorbenannten Nutzungen gesichert sein. Jeder Schiffs- und Bootsführer etc. muss zudem über die Pflicht zur Einhaltung der Betretungs- und Befahrverbote der gekennzeichneten und ausgewiesenen Wasser- und Uferbereiche sowie über die Besonderheiten, insbesondere Lage und Bedeutung der Austonnung und das Überfahrverbot informiert, Schiffs- und Bootsführer nachweislich belehrt werden.

Am wichtigsten ist zu beachten, dass das Befahren des Großräschener Sees mit genehmigten Wasserfahrzeugen nur bei dem Seewasserstand von +100,0 m NHN gestattet ist. Beim Unteschreiten dieses Wasserstandes gilt grundsätzlich das Befahrensverbot.

Das Einsetzen, das Befahren und Anlegen der Wasserfahrzeuge hat nur vom Stadthafen Großräschen aus zu erfolgen; Anlandungen mit den Wasserfahrzeugen von der Seeseite aus sind untersagt. Zu allen Uferböschungen des Großräschener Sees ist beim Befahren wasserseitig ein Mindestabstand von 100 Meter einzuhalten. Zur Uferböschung SPA-Gebiet „Lausitzer Bergbaufolgelandschaft“ (Vogelschutzgebiet) im südlichen Teil des Großräschener Sees ist ein größerer Abstand von 300 Meter einzuhalten.

Die Nutzungen erfolgen nur durch einen der LMBV und den Behörden namentlich bekannten, erfassten und zahlenmäßig begrenzten Personenkreis. Eine Nutzung durch namentlich nicht bekannte Personen - z. B. einem Bootsverleih - ist, mit Ausnahme der Beförderung von Personen mit dem Fahrgastschiff „Wilde Ilse“ im Rahmen der Ausnahmegenehmigung durch den LK OSL, ausgeschlossen. Veranstaltungen und Wettkämpfe sind nicht zulässig. Die freigegebene Teilwasserfläche im Rahmen der Sondernutzung darf nur bei Tageslicht und ausreichender Sicht befahren werden. 

Darüber hinaus wurde das kommunale Interesse an der Nutzung des im Norden befindlichen Stadtstrandes sowie der sich anschließenden Teilwasserfläche des Großräschener Sees zum Baden bereits für die touristische Saison 2024 signalisiert. Nach dem Abarbeiten von technischen Sanierungsvorgaben – in Abstimmung mit dem LBGR – könnte auch der bisherige geotechnische Sperrbereich am Großräschener See bis auf den Bereich des Stadtstrandes eingezogen werden. Künftig weisen daher noch Schilder auf jene Flächen hin, die noch nicht freigegeben werden.

Die nachgewiesene Standsicherheit und die hydromechanische Stabilität für das Tagebaurestgewässer Meuro/Großräschener See ist unter der Voraussetzung der Einhaltung des unteren Wasserstandes +100,00 m NHN gegeben. Bei Unterschreitung dieses Wasserstandes müssen die Flächen des Großräschener Sees wieder gesperrt werden. Ob auch im Jahr 2025 eine Zwischennutzung gelingt, orientiert sich an den Sanierungsbedürfnissen am benachbarten Sedlitzer See und wird sich am erreichten Wasserstand festmachen.


Pressetermin vor Ort: Vorfristige Zwischennutzung für Boote auf dem Großräschener See ab Pfingsten

Senftenberg | Großräschen. Zu einer presseöffentlichen Vorstellung der Zwischennutzung laden wir am:

17. Mai 2024 um 15:00 Uhr

in die Tourismusinformation an den Hafen Großräschen an der Seestraße ein.

 

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), der Landkreis Oberspreewald-Lausitz, die Stadt Großräschen, die Stadt Senftenberg und der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg werden gemeinsam das Ergebnis ihrer Bemühungen um eine vorfristige Zwischennutzung des Großräschener Sees vorstellen. Mit einer Nutzungsvereinbarung soll ab Pfingsten 2024 der Großräschener See für eine definierte Anzahl von Booten und Wasserfahrzeugen für die Saison 2024 bereits zwischengenutzt werden können. Der für eine Zwischennutzung notwendige Mindestwasserstand im Bergbaufolgesee von +100,00 m NHN wurde zum Beginn der Saison stabil erreicht.

Damit kann nun eine Bootssaison 2024 auch an diesem Bergbaufolgesee starten“, so Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV. Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz hat dafür die entsprechenden Zulassungen vorbereitet.

Hintergrund: Am 11. Mai 2019 konnte nach baulicher Fertigstellung die Einweihung des Hafens Großräschen feierlich begangen werden. Gemeinsam wurde intensiv weiter an der Umsetzung einer Zwischennutzung gearbeitet. Ob auch im Jahr 2025 eine Zwischennutzung gelingt, orientiert sich an den Sanierungsbedürfnissen am benachbarten Sedlitzer See und wird sich am jeweils wetterbedingt erreichten Wasserstand festmachen. Für 2026 wird angestrebt, dass die Restlochkette - mit dem Sedlitzer See, dem Geierswalder See und dem Partwitzer See - zusammen mit dem Großräschener See in die dauerhafte Nutzung gehen könnte.

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Fotos: Steffen Rasche


LMBV empfängt Oberlausitzer Landräte am Knappensee

Lohsa/Koblenz. Einen Einblick ins Sanierungsgeschehen am Knappensee sowie einen Ausblick auf die Entwicklung der LMBV-Projekte in Ostsachsen und im Seenland gab am Sonntag, dem 12. Mai, Gerd Richter, LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz. Er empfing am Vormittag Bautzens Landrat Udo Witschas sowie Dr. Stephan Meyer, Landrat des Landkreises Görlitz, am gesperrten Knappensee.

Beide CDU-Landräte hatten sich an diesem Tag zu einer Frühlingswanderung mit interessierten Besuchern verabredet, die von Mortka nach Koblenz und zurück führte. Rund 60 Teilnehmer waren dem Aufruf gefolgt und zeigten sich sehr interessiert an den aktuellen Sanierungsarbeiten, welche die LMBV als Projektträger im Auftrag des Sächsischen Oberbergamtes ausführt. Landrat Udo Witschas betonte die Langfristigkeit aber auch die Notwendigkeit dieser Arbeiten am Knappensee. Gerd Richter erklärte die in den nächsten Jahren anstehenden Leistungen und hierbei vor allem die am 2021 entstandenen Rutschungskessel im See.

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Fotos: LMBV


Seefreigabe geplant: Zwischennutzung im Jahr 2024 für den Großräschener See in Vorbereitung

Senftenberg/Großräschen.  Der Bergbausanierer LMBV hat auf Medienanfragen hin bestätigt, dass kurzfristig eine Erfolgsnachricht für das Lausitzer Seenland mit einer geplanten Zwischennutzung im Jahr 2024 für den Großräschener See ab Pfingsten kommen könnte.

„Dies könnte ein wichtiger weiterer Meilenstein auf dem Weg für die künftige Nutzung der Restlochkette aus Sedlitzer See, Partwitzer See, Geierswalder See und Großräschener See sein, die wir im Jahr 2026 ansteuern“, so der Sprecher der Geschäftsführung der LMBV Bernd Sablotny.

Das diese Zwischennutzung am  Großräschener See nun möglich werden könnte, ist dem beharrlichen Vorantreiben von bisher noch notwendigen Sanierungsarbeiten durch die LMBV und dem parallelen Abarbeiten von geforderten Stellungnahmen und Anträgen zur Zwischennutzung zu verdanken. Gleichermaßen ist der Stadt Großräschen, hier insbesondere dem Bürgermeister Thomas Zenker, und dem Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg mit dem Verbandsvorsteher Detlef Wurzler sowie dem Landkreis OSL für ihr Engagement in dieser Angelegenheit zu danken, so die LMBV. Das Unternehmen hatte sich – nachdem bereits 2019 erstmals zeitweilig der Hafen geöffnet wurde – nun dem Ziel einer Zwischennutzung im Jahr 2024 (und optional auch 2025) des Sees gemeinsam mit den Landes- und Kreisbehörden in enger Abstimmung mit der Kommune Großräschen sehr intensiv verschrieben.

Eine wesentliche Voraussetzung ist ein Wasserstand von 100,00 bis 101,00 m NHN im Bergbaufolgegewässer als Grundvoraussetzung für eine Zwischennutzung, der jetzt gegeben ist. Derzeit liegt der Wasserspiegel bei ca. 100,8 m NHN. Bei einem Wasserstand von unter 100,00 NHN ist die Nutzung der Wasserfläche im Teilbereich der Innenkippe jedoch wieder einzustellen, unter 99,5 m NHN kann dann kein Bootsverkehr mehr stattfinden. „Auf Grund der anhaltenden Niederschläge seit dem Herbst haben sich die Wasserverhältnisse so verbessert, dass wir von einer Nutzung bis in den September 2024 ausgehen können. Nichtsdestotrotz werden wir die Bewirtschaftung der Seen der Restlochkette weiter nach sanierungstechnischen Erfordernissen im Sedlitzer See steuern müssen“, so Bernd Sablotny weiter. Die LMBV hat zudem einen ergänzenden Antrag zum Abschlussbetriebsplan an das LBGR gestellt, der jedoch noch beschieden werden muss.

Parallel arbeitet die LMBV noch an rechtlichen Vertragsunterlagen (Nutzungsvertrag mit der Stadt Großräschen, Haftungs- und Einverständniserklärung), um die Haftungsfragen zu klären. Sofern alle Bemühungen erfolgreich werden und die zuständigen Behörden ihre entsprechenden Zustimmungen erteilen, könnte am Pfingstfreitag (17.05.2024) eine Nutzung des Sees über den Hafen für behördlich genehmigte, vorab definierte Anzahl von Booten ermöglicht werden. Dazu haben die kommunalen und regionalen Akteure entsprechenden Anträge gestellt. Die untere Wasserbehörde des LK OSL prüft diese Anträge derzeit und ist dazu in der weiteren Beteiligung. 

Da es sich um eine eingeschränkte Nutzung handelt, könnten am Freitag vor Pfingsten in einem kleinen Kreis die Nutzungsvereinbarung in einem regionalen Pressetermin unterzeichnet werden und die ersten Boote auf den See gehen. Ein Baden wird im ersten Schritt noch nicht möglich sein. Dies ist für den Frühsommer als Option in Prüfung: ein Baden nur vom Stadtstrand aus wäre dann – aus heutiger Sicht - später in der Saison 2024 nach Erlass einer „Allgemeinverfügung über einen eingeschränkten Gemeingebrauch am GR-See (AV)“ möglich.

Fotos: LMBV/Steffen Rasche (2023)


Dem Denkmal eine Zukunft geben: Staatskanzlei fördert Konzeptstudie zur Nutzung der ehemaligen Kraftzentrale Brieske

Senftenberg/Brieske. Sie ist ein Zeugnis der Lausitzer Bergbaukultur und steht unter Denkmalschutz: die einstige Kraftzentrale der Brikettfabrik Brieske in Senftenberg. In direkter Nachbarschaft zu weiteren historischen Ensembles wie dem Zechenhaus und der Gartenstadt Marga soll der Kraftzentrale neues Leben eingehaucht werden. Wie das Gebäude genutzt werden könnte, soll in einer Konzeptstudie untersucht werden. Die Staatskanzlei fördert die Studie mit Landesmitteln in Höhe von 50.000 Euro. Den symbolischen Förderscheck hat der Lausitz-Beauftragte des Ministerpräsidenten, Klaus Freytag, heute an Jörg Lietzke, Abteilungsleiter Flächenmanagement Lausitz der  Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH übergeben.

Lietzke: „Die Kraftzentrale Marga wird auch als Kathedrale der Arbeit bezeichnet. Zum einen wegen ihrer Bauform und der großen Halle im Innern. Zum anderen auf Grund ihrer früheren Bedeutung als technisches Herzstück des gesamten Braunkohlenwerkes vom Tagebau über die Kesselhäuser und Brikettfabriken bis hin zur Werkssiedlung. Dieses Wahrzeichen nicht nur als Bauwerk zu erhalten – dafür trägt der Denkmalschutz bereits Rechnung – sondern wieder mit Leben zu erfüllen und einer neuen, möglichst wirtschaftlichen Zweckbestimmung zuzuführen, dafür haben wir heute einen zielgerichteten Schritt getan.“

Freytag betonte: „Mit der Förderung der Konzeptstudie unterstreichen wir unser Engagement zur Bewahrung der kulturellen Identität der Lausitz. Die Ergebnisse der Studie werden entscheidend dazu beitragen, dass die LMBV zielgerichtet potenzielle Nutzer und Investoren ansprechen und den Standort als lebendigen Teil des kulturellen Erbes der Region entwickeln kann.“

Die Konzeptstudie wird eine umfassende Untersuchung einschließlich der baulichen Statik und Möglichkeiten für eine langfristig nachhaltige Nutzung des Gebäudes beinhalten. Besonderes Augenmerk liegt auf der Verbindung zur Geschichte des Standortes und seiner Integration in das kulturelle und touristische Umfeld des Lausitzer Seenlands. Insbesondere sollen mögliche Synergien mit dem gegenüberliegenden Zechenhaus untersucht werden.

Im April 2022 konnte bereits das gegenüberliegende Zechenhaus samt Fläche an den Landkreis Oberspreewald-Lausitz veräußert werden. Perspektivisch soll das historische Gebäude als Kreisarchiv und Schaudepot des Kreismuseums und für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. Auch dieses Projekt wird im Rahmen des Lausitzer Strukturwandels gefördert.

Die Beauftragung der Konzeptstudie wird, entsprechend der Förderbedingungen, an fachkundige und leistungsfähige Anbieter unter wettbewerblichen Gesichtspunkten und wirtschaftlichen Bedingungen erfolgen.


Exkursion zur Baustelle der Wasserbehandlunganlage Plessa

Lauchhammer/Plessa. Eine Exkursion zur Baustelle der Wasserbehandlungsanlage (WBA) Plessa führte dieser Tage Bürger aus Lauchhammer und Kostebrau zusammen. Die Wasserbehandlungsanlage Plessa wird künftig Eisenhydroxid aus dem Floßgraben und dem Hammergraben ausfällen und so die Schwarze Elster vor Verockerung schützen. Diese so genannten EHS-Rückstände aus dem Reinigungsprozess sollen, so die aktuellen Planungen der LMBV, künftig auf einer Monodeponie nahe Kostebrau endgelagert werden. Um hier die Möglichkeit einer sachlichen Information zum Thema zu bieten, wurde die Exkursion für interessierte Anwohner aus Kostebrau und Lauchhammer seitens der LMBV initiiert. Vertreter der Bürgerinitiative, die die Monodeponie ablehnen, nahmen an der Exkursion nicht teil.
Markus Steinhardt, zuständiger LMBV-Projektmanager der Wasserbehandlungsanlage in Plessa, erläuterte in dem zweistündigen Rundgang die Notwendigkeit der Anlage, die nach Inbetriebnahme zwischen 15.000 und 25.000 Tonnen EHS zurückhalten wird. Zudem erklärte er die Funktionsweise, angefangen vom Entnahmepumpwerk über das Reaktionsbecken, die drei Sedimentationsbecken, das EHS-Pumpwerk, die Schlammeindickung und -entwässerung bis hin zur Konditionierung und Einleitung des gereinigten Wassers in die Vorflut.
Die Teilnehmer nutzten unter anderem die Gelegenheit, in die Sedimentationsbecken hinabzusteigen - eine Möglichkeit, die es nach Inbetriebnahme nicht mehr geben wird.
Die Exkursion gehört zu einer Reihe von Informationsangeboten, welche die LMBV im Zusammenhang mit der geplanten EHS-Deponie initiiert hat.


Finanzierung der Sicherung des Helenesees bei Frankfurt/O. durch Bund und Land bestätigt

Berlin/Potsdam/Senftenberg. Die Finanzierung der Maßnahmen zur Gefahrenabwehr am Helenesee bei Frankfurt/Oder ist gesichert. Im Rahmen von § 3 des aktuellen Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung wurde die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) mit der Sanierung des derzeit gesperrten Tagebaufolgesees beauftragt. Das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) und die LMBV haben sich verständigt, dass sich das LBGR am Helenesee weiterhin engagiert und die nächsten Planungsphasen leitet und vorantreibt. Nachfolgend wird die LMBV die Sicherungsmaßnahmen vollständig übernehmen und umsetzen.

Dies beschloss in seiner jüngsten Sitzung am 20. März 2024 der Steuerungs- und Budgetausschuss für die Braunkohlesanierung (StuBA) in Berlin. „Bund und Land beteiligen sich jeweils zur Hälfte an den Kosten. Wir sind froh, dass sich alle Beteiligten für die Sicherung des Helenesees engangieren und auf unsere Erfahrungen in der Bergbausanierung bauen“, so Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV.
Der Staatssekretär des brandenburgischen Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung (MIL), Uwe Schüler, betont: „Die gemeinsam mit dem Bund vereinbarte Sicherstellung der Finanzierung der Sanierungsmaßnahmen über das Verwaltungsabkommen Braunkohlensanierung ist ein gutes Signal für die Region und für ganz Brandenburg.“ Das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung hat sich als für die Umsetzung des Verwaltungsabkommens zuständiges Ressort für die Aufnahme des Projektes in den Anwendungsbereich eingesetzt. Die Landesmittel werden in einem Haushaltstitel des MIL bereitgestellt. Staatssekretär Uwe Schüler: „Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag, damit der Helenesee wieder für die Region als Bade- und
Veranstaltungsort nutzbar werden kann. Es ist allen Beteiligten klar, dass dabei noch ein weiter Weg vor uns liegt.“

Wirtschaftsstaatssekretär Hendrik Fischer: „Ich freue mich sehr, dass die Finanzierung der Helenesee-Sanierung gesichert ist. Mit dieser Klarheit im Rücken kann es nun Schritt für Schritt losgehen. Die Sanierung nach den umfassenden Rutschungen ist sicherlich ein Kraftakt. Daher danke ich allen Beteiligten ausdrücklich für die gute, gemeinsame Vorarbeit und wünsche weiterhin gutes Gelingen. Die Stadt Frankfurt/Oder hat mit ihren Informationsveranstaltungen die Kommunikation vor Ort maßgeblich gestaltet. Die Sperrung des Helenesees und die Arbeiten vor Ort sind auch für die Betroffenen eine Herausforderung. Und es wird noch einige Zeit dauern – aber die Freude wird groß sein, wenn der See wieder genutzt werden kann. Er ist bei den Bürgerinnen und Bürgern sehr beliebt und auch eine feste touristische Größe.“

Das LBGR hatte den See im Mai 2021 nach einer Rutschung am Oststrand vollständig gesperrt. „Wir sind froh, dass wir nun zügig mit den Planungen für die Sicherung des Helenesees beginnen können, denn wir wissen um die große Bedeutung des Gewässers in der Region. Wenn alles komplikationslos verläuft, könnten Ende des Jahres 2027 die ersten Sicherungsmaßnahmen am Nordufer beginnen“, so LBGR-Präsident Sebastian Fritze. Die Behörde hatte Anfang März ein Standsicherheitsgutachten für den Helenesee vorgestellt, das an den Uferbereichen eine sogenannte Verflüssigungsgefahr attestiert. Dort sind es vor allem locker gelagerte Sande, die mit technischen Mitteln, z.B. dem Abtrag der Massen beseitigt oder dem Rütteldruckverdichtungsverfahren stabilisiert werden sollen.

Art und Umfang der erforderlichen Gefahrenabwehrmaßnahmen sowie die genauen Kosten können jedoch erst nach Vorliegen der Vorplanung, bei welcher aus mehreren möglichen Sicherungstechnologien eine Vorzugsvariante mit fundierter Kostenschätzung erarbeitet wird, bewertet werden.

Hintergrund:
Im März 2021 kam es am Oststrand des Helenesees nahe Frankfurt/Oder zu einer Rutschung. Diese ist rund 30 Meter breit und reichte zwischen neun und zwölf Meter ins Hinterland. Rund 500 m3 Bodenmassen rutschten in den See, sodass der Badestrand komplett zerstört wurde. Mit der Allgemeinverfügung „Maßnahmen zur Abwehr von Gefahren aufgrund früherer bergbaulicher Tätigkeit am Helenesee“ vom 21. Mai 2021 sperrte das LBGR den kompletten See und seine Uferbereiche. Bereits 2011 war es am Südufer des Helenesees zu Rutschungen gekommen.

Der ehemalige Tagebau Helene/Nord förderte von 1940 bis 1958 Braunkohle und war nach der Flutung bis vor wenigen Jahren ein beliebter Ort für Erholung und Events mit überregionaler Bedeutung bis zur Bundeshauptstadt Berlin.


Zur Pressemitteilung


Mögliche EHS-Monodeponie unterliegt strengen Regularien

Senftenberg. Von der Genehmigung über den Betrieb bis hin zu Nachsorge und Nachnutzung: Eine EHS-Monodeponie, wie die LMBV sie im ehemaligen Bergbaugebiet nahe der Ortschaft Kostebrau plant, würde strengen Regularien unterliegen. Daran ließ Dr. Bernd Dutschmann, der Verbandsvorsteher des Abfallentsorgungsverbands Schwarze Elster, bei der 3. von der LMBV initiierten Themenwerkstatt am 14. März auf dem BTU-Campus in Senftenberg keinen Zweifel. Die Veranstaltung trug den Titel: „Harte Bandagen für Deponien. Was auf einer DK 1 deponiert werden darf“. An der Themenwerkstatt beteiligten sich neben interessierten Bürgerinnen und Bürgern auch Vertreter der Bürgerinitiative Kostebrau, des Landesbergamtes Brandenburg, des Aktionsbündnisses Klare Spree sowie der Bürgermeister von Lauchhammer, Mirko Buhr, und die Landtagsabgeordnete Isabell Hiekel (Grüne).

Entscheidend sei eine stichhaltige Begründung für die Notwendigkeit der Maßnahme, betonte Dutschmann. Eine Deponie sei immer „das letzte Mittel“, sagte er. Zuvor müssten alle Möglichkeiten geprüft und genutzt werden, auf welchen Wegen der Eisenhydroxidschlamm (EHS) wirtschaftlich zu verwerten sei. Nur die dann immer noch verbleibenden Mengen dürften einer Deponierung zugeführt werden. Sie müssten es allerdings auch, da sie als Abfall gelten.

Sven Radigk, Projektleiter EHS-Monodeponie der LMBV, erinnerte daran, dass trotz verschiedener Verwertungsoptionen noch für viele Jahrzehnte erhebliche Mengen EHS anfielen. In diesem Zusammenhang verwies er auf die vorherige Themenwerkstatt im Februar, in der mit dem Geschäftsführer der Produktions- und Umweltservice (P.U.S.) GmbH Lauta. Dr. Matthias Leiker, eigens diese Frage vertiefend erörtert worden war.

Verbandsvorsteher Dutschmann erläuterte den erforderlichen Aufbau der Schichten für eine genehmigungsfähige Deponie. Dieser würde sich abhängig von der Gefährlichkeit des abzulagernden Materials unterscheiden. So gelten für nicht gefährliche Abfälle und eine Deponie der Deponieklasse (DK) 1 beispielsweise geringere Auflagen bei der Basisabdichtung als bei einer Deponie der Klasse DK 2. Gleiches gelte für die Oberflächenabdichtung, wenn die Deponie ihren genehmigten Füllstand erreicht hat und eine neue Oberfläche für die Nachnutzung hergestellt wird.

In der nachfolgenden, thematisch vielseitigen Diskussion ging es unter anderem um Kriterien für die Anlieferung des EHS, die Prüfung alternativer Standorte sowie den Umgang mit potenziellen Insolvenzrisiken eines Deponiebetreibers. Immerhin handele es sich um ein über viele Jahrzehnte dauerndes Projekt. Eigens für diesen Fall werde mit der Genehmigung festgelegt, welche finanziellen Sicherheitsleistungen der Betreiber hinterlegen muss, erklärte Dutschmann. Radigk ergänzte, dass es sich bei der LMBV um ein bundeseigenes Unternehmen handele, das durch den Staat abgesichert sei.

Hintergrund: Die LMBV plant bei Kostebrau eine EHS-Monodeponie auf eigenem Betriebsgelände. Im unmittelbaren Umfeld gibt es dagegen Widerstände. Gleichzeitig besteht die Notwendigkeit einer Deponie, um einen Großteil der anfallenden EHS-Massen auf diese Weise schadlos zu beseitigen und dabei sicher zu verwahren.

Die Themenwerkstatt-Reihe zur EHS-Thematik wird mit weiteren Veranstaltungen nach der Sommerpause fortgesetzt. Die Planungen dafür laufen in Kürze an. Über die Themen und die genauen Termine wird die LMBV rechtzeitig informieren.

Lauchhammers Bürgermeister Mirko Buhr und LMBV-Projektverantwortlicher Sven Radigk im Gespräch mit der Bürgerinitiative Kostebrau.


LMBV-Themenwerkstatt zu harten Regularien für Deponien

Senftenberg. Die Veranstaltungsreihe der LMBV am BTU-Campus in Senftenberg wird am 14. März 2024 fortgesetzt.

Welche Regelungen gelten für den Bau einer Deponie der Klasse DK1? Was darf dort verwahrt werden? Welche Grenzwerte müssen dabei eingehalten werden?

Diesen und anderen Fragen will eine weitere Themenwerkstatt der LMBV nachgehen, die sich mit dem Thema Eisenhydroxidschlamm beschäftigt. Referent ist Dr. Bernd Dutschmann, der den Abfallversorgungsverband Schwarze Elster leitet.

Hintergrund: Die LMBV plant auf ihrem Betriebsgelände eine Deponie für Eisenhydroxidschlamm (EHS). Während es im unmittelbaren Projektumfeld Kritik an dem Vorhaben gibt, sehen Experten und das Aktionsbündnis Klare Spree darin eine Lösung für das EHS-Problem, das zur Verockerung der Spree und anderer Fließgewässer führt. Die Monodeponie könnte demnach – neben der Vermeidung und Wiederverwertung von EHS – eine von vielen Lösungen sein, um der Sache Herr zu werden.

Um das Thema etwas weiter zu öffnen, den Austausch zu ermöglichen und zugleich Missverständnisse auszuräumen, wird die Veranstaltungsreihe im März fortgesetzt.

Dr. Bernd Dutschmann wird die Themenwerkstatt mit einem Vortrag über „Harte Bandagen für Deponien. Was bei einer DK 1 deponiert werden darf“ einleiten. Anschließend sollen die Teilnehmer in einen möglichst regen Austausch zum Thema kommen.

Was?

LMBV-Themenwerkstatt zu EHS: „Harte Bandagen für Deponien. Was auf einer DK1 deponiert werden darf.“

Wer?

Dr. Bernd Dutschmann, Verbandsvorsteher Abfallentsorgungsverband Schwarze Elster

Wann?

14. März 2024, 17:00 Uhr – 18.30 Uhr

Wo?

BTU-Campus Senftenberg, Universitätsplatz 1, Gebäude 2, Senatssaal (1. Etage)

Weitere Veranstaltungen in dieser Themenreihe sind in Vorbereitung.

Die Teilnahme an der Veranstaltung bedarf keiner Anmeldung.


Konditionierungsanlage reduzierte auch 2023 die Eisenfracht in der Spree — Jahresbericht erschienen

Senftenberg/Spremberg. Der Jahresbericht 2023 zum "Monitoring der Eisenbelastung der Spree und in der Talsperre Spremberg" durch den Fachgutachter „Klare Spree“ der LMBV Dr. Uhlmann vom Institut für Wasser und Boden (IWB Dresden) liegt vor. Die Wasserbehandlung durch den bedarfsgerechten Betrieb der Konditionierungsanlage im Zulauf der Spree zur Talsperre Spremberg zeigte auch im Jahr 2023 ihre positive Wirkung. Die Konditionierungsanlage, bestehend aus der ertüchtigten Bekalkungsanlage in Spremberg-Wilhelmsthal sowie nach ca. 1,5 km Fließweg der Flockungshilfsmittelzugabe am Einlaufbauwerk der Vorsperre Bühlow, erzielte eine deutliche Erhöhung des Eisenrückhaltes.

Circa 43 Prozent der Eisenfracht der Spree wurde in der Vorsperre zurückgehalten und somit die Hauptsperre der Talsperre, d. h. der Spremberger Stausee, entlastet. Gleichzeitig wird somit die Einhaltung der Ablaufwerte aus der Talsperre am Pegel Bräsinchen gesichert. Die Eisen-gesamt-Konzentration lag hier 2023 jahresdurchschnittlich bei 0,5 mg/I sowie ganzjährig < 2 mg/I und somit stabil unterhalb der Sichtbarkeitsschwelle für partikuläres Eisen in der Spree.

Bei Einhaltung einer jahresdurchschnittlichen Eisen-gesamt-Konzentration von ≤ 1,8 mg/I gilt gemäß der „Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer“ (OGewV) in Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL), der gute ökologische Zustand bzw. bei stark anthropogen (hier: bergbaulich) beeinflussten Fließgewässern, das gute ökologische Potential bezogen auf den allgemeinen physikalisch-chemischen Parameter (ACP) „Eisen“, als erfüllt. Die Talsperre Spremberg (Vor- und Hauptsperre) erzielte dabei insgesamt einen Eisenrückhalt von ca. 88 Prozent bezogen auf die Immission, d. h. die im Spreewasser transportierte Eisenfracht.

Die Entwicklung der Eisen-gesamt-Konzentrationen im EZG Spree verlief in 2023 moderat bzw. sogar rückläufig. Dies war zum einen witterungsbedingt, auf die langanhaltenden Dürreperioden, mit großräumig und flächenhaft abgesenkten Grundwasserständen zurückzuführen, wodurch die Exfiltration aus den Grundwasserleitern in die Fließgewässer reduziert wurde. Zum anderen waren im Zulauf der Spree zur Talsperre Spremberg, aufgrund des Eisenrückhaltes an den Mitte 2021 komplett fertiggestellten GW-Abfangmaßnahmen der LMBV in Ostsachsen (hier: Barrierekonzept Spreegebiet Südraum), deutlich reduzierte Eisenfrachten (Pegel Wilhelmsthal: i. M. von ca. 5.500 kg/d auf ca. 3.800 kg/d) aus dem Oberlauf der Spree zu verzeichnen.

Aufgrund dessen ist auch die jährliche Mengenzuwachsrate an Eisenhydroxidschlamm (EHS) im Vorstaubecken der Vorsperre Bühlow rückläufig und quasi halbiert worden (d. h. von ca. 40.000 m³ auf ≤ 20.000 m³ pro Jahr). Insofern war die zyklische Beräumung der Vorsperre mittels Saug-/Spülbaggerung in 2023 bedarfsgerecht nicht erforderlich.

Gleichzeitig wurden die Maßnahmen zur Ertüchtigung der Bekalkungsstation im Spremberger OT Cantdorf in 2023 abgeschlossen. Dazu zählten die lokale Beräumung und Entwässerung von EHS mittels Saug-/Spülbaggerung in Geotubes sowie die Errichtung einer Sohlschwelle am Altarm Wilhelmsthal. Neugebaut wurde ein Bediensteg (inklusive Slipanlage für das Arbeitsboot) zur wasserseitigen Unterhaltung der Plattform für den Eintrag der Kalksuspension in der Hauptspree.

Der durch die Konditionierung (hier: Kalkung und Flockung) geförderte Eisenrückhalt in der Vorsperre Bühlow hat bei vergleichsweise moderaten Durchflussmengen der Spree von jahresdurchschnittlich 10,4 m³/s (Pegel Spremberg) in 2023 wiederum gut funktioniert. Der Einsatz von Flockungs- und Flockungshilfsmitteln (hier: Weißfeinkalk und Koaret PA 3230 T) wird im Hinblick auf die aquatischen Lebewesen durch ein fischereibiologisches Monitoring in der Talsperre überwacht, um eventuelle Auswirkungen der Wasserbehandlung auf Fische und Großmuscheln sowie auf das Makrozoobenthos festzustellen bzw. auszuschließen.

Mit dem Einsatz der Flockungs- und Flockungshilfsmittel (d. h. Kalkprodukte und FHM) wurden die Umweltbedingungen für die aquatische Fauna (Wasserorganismen) durch die erfolgreiche Erhöhung des Eisenrückhaltes in der Vorsperre Bühlow verbessert, wodurch auch in 2023 die Stabilität des Fischbestandes und der Benthosdichte zu erklären ist. Im Einklang mit den Vorjahresergebnissen kann das Fazit gezogen werden, dass die Vorteile einer verbesserten Eisenrückhaltung, die mit den Wasserkonditionierungsmaßnahmen mittels Kalkprodukten und FHM eventuell noch vorhandene Restrisiken für Fische und andere aquatische Organismen (z. B. Mollusken und Wasserinsekten) bei weitem aufwiegen (Quelle: Monitoringbericht 2023 zum „Jungfisch-, Benthos- und Großmuschelmonitoring im Rahmen der FFH-Verträglichkeitsprüfung für die Ausbringung von Flockungsmitteln in der Talsperre Spremberg“ vom Institut für Binnenfischerei e.V. [IfB] Potsdam-Sacrow).

Fotos: LMBV/Steffen Rasche (2023)

Neue Publikationen


Trotz Einsatzmöglichkeiten stößt EHS-Verwertung an Grenzen

Senftenberg. Eisenhydroxid erfährt mittlerweile in verschiedenen Produkten eine sinnvolle Verwendung. Gleichwohl verbleiben auch bei den besten Verfahren beseitigungsbedürftige Rückstände. Zudem stellen die enormen Mengen und deren Beschaffenheit des in der Lausitz anfallenden Eisenhydroxidschlamms (EHS), aus dem der Wertstoff gewonnen werden kann, eine besondere Herausforderung dar. Das ist das Fazit der zweiten von der LMBV initiierten Themenwerkstatt, die am 15. Februar auf dem BTU-Campus in Senftenberg „Möglichkeiten und Grenzen der EHS-Verwertung“ zum Thema hatte.
Vor einem voll besetzten Saal stellte Dr. Matthias Leiker, Geschäftsführer der Produktions- und Umweltservice (P.U.S.) GmbH Lauta, verschiedene Einsatzmöglichkeiten von Eisenhydroxid dar. Aufgrund seiner hohen Bindungsfähigkeit leiste das Eisenhydroxid in Biogasanlagen hilfreiche Dienste bei der Entschwefelung, Anlagenstabilisierung und Schaumbekämpfung. Gleiches gelte für die Reinigung von Wasserkreisläufen und der Verbesserung der Wasserqualität. Weltweit vertreibt Leiker die Produkte je nach Einsatzzweck als Pulver, Granulat oder Pellets.
Um die Produkte herzustellen, braucht es Eisenhydroxid in hoher Reinheit, machte der P.U.S.-Chef in der ebenso lebhaften wie fachkundigen Diskussion deutlich. Damit künftig auch EHS-Schlämme aus dem Verantwortungsbereich der LMBV von der P.U.S. genutzt werden können, seien Investitionen in der Grubenwasserbehandlungsanlage der LEAG in Schwarze Pumpe bereits planerisch vorgesehen, ergänzte Sven Radigk, Leiter der LMBV-Projektgruppe „Gewässergüte Fließgewässer Lausitz“. Genau genommen sei allerdings auch die Verwertung nur eine Zwischenlösung, betonte Dr. Leiker. Selbst die EHS-Produkte wären nach mehreren Einsatzzyklen gesättigt und müssten fachgerecht beseitigt werden.
Was zudem alles überlagert, ist das schiere Mengenproblem. Die Schlämme der LMBV könnten nicht einfach so wie sie sind genommen und weiterverarbeitet werden. Die Extraktion des Eisenhydroxids im Zuge der Wasserbehandlung stelle hohe finanzielle Aufwände dar. Zudem sind die Verarbeitungskapazitäten begrenzt. Aus diesem Grund hält die LMBV nach dem aktuellen Stand der Dinge rund 10.000 der jährlich durchschnittlich anfallenden 60.000 Tonnen EHS für wirtschaftlich verwertbar.
An der Themenwerkstatt nahmen neben interessierten Bürgerinnen und Bürgern, Experten von LBGR, LMBV und IHK Cottbus sowie den Bürgermeistern von Lauchhammer und Kostebrau, Mirko Buhr und Hubert Lerche, auch die Landtagsabgeordneten Isabell Hiekel (Grüne) und Wolfgang Roick (SPD) teil.
Im Vorfeld der Veranstaltung äußerten Vertreterinnen und Vertreter der Kostebrauer Bürgerinitiative gegen die EHS-Monodeponie im Rahmen einer Kundgebung ihren Unmut. Einige von ihnen besuchten auf Einladung der LMBV dann ebenfalls die Themenwerkstatt und beteiligten sich an der Diskussion. Worum es ihnen geht, brachte eine Kostebrauerin auf den Punkt: „Wir haben nichts gegen eine Deponie. Wir verstehen schon, dass das Thema ernst ist. Aber wir wollen sie nicht bei uns.“

Hintergrund: Die LMBV plant bei Kostebrau eine EHS-Monodeponie auf eigenem Betriebsgelände. Im unmittelbaren Umfeld gibt es dagegen Widerstände. Gleichzeitig besteht die Notwendigkeit einer Deponie, um einen Großteil der anfallenden EHS-Massen auf diese Weise schadlos zu beseitigen und dabei sicher zu verwahren.

Die  Themenwerkstatt-Reihe wird mit zunächst einer weiteren Veranstaltung fortgesetzt:

„Harte Bandagen für Deponien. Was auf einer DK1 deponiert werden darf.

Donnerstag, 14. März  2024,
17:00 Uhr
BTU-Campus Senftenberg, Senatssaal im Gebäude 2
Universitätsplatz 1
01968 Senftenberg

Die Veranstaltung ist offen und bedarf keiner Voranmeldung.


LMBV lässt in Probefeld eine Dichtwand an der Abproduktenhalde Terpe errichten

Senftenberg/Terpe. Im Zeitraum Mitte Januar bis Mitte Februar entstand eine Baustelleneinrichtung im Auftrag der LMBV nahe der Abproduktenhalde Terpe (APH Terpe). Hier soll in einem definierten Abschnitt eine Probedichtwand im Boden errichtet werden. Es handelt sich um einen Feldversuch der LMBV zur planerischen Prüfung und Vorbereitung für eine mögliche umfassendere vertikale Abdichtung der APH Terpe. Die Länge der im Rahmen des Feldversuches herzustellenden Dichtwand beträgt zunächst 15 Meter, die Tiefe hierbei etwa 16,5 Meter. Der Feldversuch vor Ort ist für den Zeitraum bis Mai 2024 geplant. Anschließend erfolgt nachlaufend zunächst die Ergebnisbewertung.

„Der jetzt ausgeführte Feldversuch für das Errichten einer Dichtwand dient der planerischen Prüfung und Vorbereitung für eine mögliche vertikale Abdichtung der Abproduktenhalde bis in Tiefen von bis zu ca. 18 Meter. Damit soll ein Abströmen von kontaminiertem Grundwasser, das direkt unterhalb des Haldenkörpers vorhanden ist, unterbunden werden,“ so Joachim Schmidt, verantwortlicher Projektmanager der LMBV.

Die Abproduktenhalde Terpe sowie die Sanierung des kontaminierten Grundwassers unterliegen dem Bergrecht (BBergG). Die Grundwasserkontamination betrifft die oberen, nur lokal ausgebildeten Grundwasserleiter. Dieses Grundwasser unterliegt einer sehr geringen Dynamik und hat keine direkte hydraulische Anbindung an die tieferliegenden Hauptgrundwasserleiter. Auch die Überwachung standorttypischer Schadstoffe (BTEX, Alkylphenole, PAK) ist über den Abschlussbetriebsplan „Abproduktenhalde Terpe“ bergrechtlich geregelt und wird am Standort durch Untersuchungen an ca. 70 Grundwassermessstellen quartalsweise bis jährlich umgesetzt. Die Reinigung des aus mehreren Sanierungsbrunnen gehobenen kontaminierten Grundwassers und die Wiedereinleitung des gereinigten Wassers wird nach strengen Vorgaben der zuständigen Bergbehörde durch monatliche Analysen kontrolliert.

Hintergrund: Die Abproduktenhalde Terpe (im allgemeinen Sprachgebrauch auch als Deponie Terpe benannt) wurde in einer ehemaligen Kiesgrube aufgebaut. Im Zeitraum 1959 - 1965 diente diese aufgelassene Grube zur Ablagerung von Aschen aus dem Kraftwerk sowie von Generatoren- und Filteraschen aus dem Druckgaswerk des ehemaligen Gaskombinates Schwarze Pumpe. Auf diese Ascheschicht wurden ab 1965 Teerölfeststoffe (TÖF) verbracht.

Die Abproduktenhalde bestand aus einer Produktenhalde, einer s.g. Havariehalde sowie den nördlichen und südlichen Teerbecken. In die Teerbecken wurden flüssig-pastöse Teerölfeststoffe eingebracht, während im Bereich der Produktenhalde feste Staub-Dickteer-Gemische, das sog. „Produkt“, abgelagert wurden. Auf der Havariehalde wurden Havariemassen aus dem ehemaligen Gaskombinat Schwarze Pumpe aufgehaldet, ein Konglomerat aus gering bis stark kontaminierten Bauschutt, Erdaushub und Aschen. Ab 1985 erfolgte der teilweise Rückbau der Staub-Dickteer-Produkte und der Einbau von mit teer- bzw. ölbelastetem Boden- und Bauschuttmassen. Die Einlagerung endete im Jahr 1990.

Die Abproduktenhalde wurde seit 1994 saniert. In einer 1. Phase wurden die abgelagerten TÖF-Produkte mit Ausnahme der Havariehalde ausgehoben und entsorgt bzw. verwertet. Im Bereich der nördlichen Teerbecken erfolgte auch eine teilweise Immobilisierung der TÖF-Produkte durch Einmischen von Asche. In der anschließenden 2. Phase wurde die Halde durch Umlagerung verbleibender Restmassen (Aschen) konturiert und durch eine Oberflächenabdichtung versiegelt. Diese Sanierungsarbeiten wurden 2007 abgeschlossen.

Baustelleneinrichtung an der APH Terpe (Foto: Gernot Menzel)
Fotos: LMBV / Uwe Steinhuber


Temporäre Tonnagebeschränkung auf der Ortrander Straße in Lauchhammer nötig

Lokale Gefährdungssituation durch temporären Anstieg des Grundwassers infolge der Niederschläge eingetreten

Senftenberg/Lauchhammer. Aufgrund der Niederschlagssituation der letzten Wochen ist jetzt ein Vorwarnwert für den nördlichen Teil der Ortrander Straße erreicht worden, so dass entsprechend eines „Havarieplans“ eine Begrenzung der Tonnage auf 20 Tonnen auf dieser Strecke erfolgen musste. Bei weiterem Grundwasseranstieg kann auch noch eine weitere Beschränkung auf 12 Tonnen erforderlich werden.

Der Teil der Ortrander Straße, der im Auftrag der LMBV durch Rütteldruckverdichtung gesichert wurde, ist von diesen Beschränkungen nicht betroffen. Die Ausschilderung erfolgte bereits ab dem Kreisel, also auch auf dem Teil der Ortrander Straße, der durch Rütteldruckverdichtung gesichert wurde, da weiter nördlich keine Wendemöglichkeiten für LKW bestehen. Während die vorhandene gewerbliche Nutzung der Grundstücke an der Ortrander Straße mit üblichen Geräten und Fahrzeugen bis 40 t Gesamtgewicht bei mittleren Grundwasserständen keine generellen Einschränkungen vorsieht, tritt bei einem temporären Anstieg des Grundwassers infolge hoher Niederschläge eine verschärfte Gefährdungssituation ein.

Zum Hintergrund: Das Restloch 35 (Wehlenteich) entstand durch die Geländeinanspruchnahme der Grube Emanuel für den Braunkohlenbergbau Anfang des 20. Jahrhunderts. Unmittelbar westlich des Wehlenteichgebietes schließt sich innerhalb der Begrenzung des ehemaligen Tagebaues Emanuel das RL 38 (Kuthteich) an. Der gesamte Bereich zwischen den beiden Restlöchern besteht aus Kippenboden. Die ersten Bebauungen im Bereich des heutigen sogenannten Kippen-Abschnittes „Ki 3.1“ erfolgten Anfang der 1950 Jahre, weitere Bebauungen dann in den 1960er Jahren.

Im Rahmen der geotechnischen Untersuchungen am RL 35 wurde für den nördlichen Bearbeitungsbereich des Kippengebietes eine durchschnittliche Kippenmächtigkeit von 17 m bis 19 m ermittelt. Der Großteil des anstehenden locker gelagerten Kippenbodens ist wassergesättigt und somit bei Initialeintrag in diesen verflüssigungsgefährdet. Während die vorhandene gewerbliche Nutzung der Grundstücke an der Ortrander Straße mit üblichen Geräten und Fahrzeugen bis 40 t Gesamtgewicht bei mittleren Grundwasserständen keine generellen Einschränkungen vorsieht, tritt bei einem temporären Anstieg des Grundwassers infolge hoher Niederschläge eine verschärfte Gefährdungssituation ein.

Für die dauerhafte Überwachung der Grundwasserstände im Bearbeitungsgebiet wurde ein Grundwassermonitoring installiert. Die permanente Kontrolle der Grundwasserverhältnisse im Bereich der Gewerbeflächen, an der Ortrander Straße sowie für die Bereiche der Baustraße zur Medienumverlegung/Medientrasse wurden folgende Grundwassermessstellen (GWM) mit einem Datenfernübertragungssystem ausgestattet:

- GWM 003890 nahe der Nordostecke Ki 3.1

- GWM 003368 nahe der Ortrander Straße im nördlichen Teil der Gewerbefläche

- GWM 003895 nahe der Ortrander Straße im südlichen Teil der Gewerbefläche

- GWM 003214 nahe dem Kreisel Süd der Ortrander Straße im südlichen Teil des Kippengebietes

Es wurde unter Berücksichtigung der jeweiligen Betriebsabläufe ein „Havarieplan“ erarbeitet, welcher in Abhängigkeit vom temporären Anstieg des Grundwassers die einzuleitenden Maßnahmen und die erforderlichen Einschränkungen sowie die diesbezüglichen Verantwortlichkeiten beschreibt. Weitere Bereiche mit einem ähnlichen Havarieplan sind die inzwischen freigezogenen Kippengebiete Külzstraße und Pappelweg.

Blick über den Wehlenteich hin zum Kuthteich
Fotos: LMBV-Archiv| Steffen Rasche


Veranstaltungsreihe zur EHS-Thematik wird fortgesetzt

Senftenberg. Die LMBV plant auf ihrem eigenen Betriebsgelände eine Deponie für Eisenhydroxidschlamm (EHS). Während es im unmittelbaren Projektumfeld Kritik an dem Vorhaben gibt, sehen Experten darin eine Lösung für das EHS-Problem, das zur Verockerung der Spree und anderer Fließgewässer führt. Auch über die Wiederverwertung von EHS wird nachgedacht, aber für die schiere Menge der eisenhaltigen Schlämme braucht es verschiedene Lösungen. Die Monodeponie auf dem Betriebsgelände der LMBV ist nur eine davon. Betroffen vom Thema ist die gesamte Lausitz.
Um das Thema etwas weiter zu öffnen, den Austausch zu ermöglichen und zugleich Missverständnisse auszuräumen, wird die Veranstaltungsreihe im Februar fortgesetzt.
Dr.-Ingenieur Matthias Leiker, Geschäftsführer der Produktions- und Umweltservice GmbH in Lauta wird die Themenwerkstatt mit einem Vortrag über „Möglichkeiten und Grenzen der EHS-Verwertung“ einleiten. Anschließend sollen die Teilnehmer in einen möglichst regen Austausch zum Thema kommen.

Am 14. März 2024 geht die Themenwerkstatt in die vorerst letzte Runde mit dem Thema „Harte Bandagen für Deponien. Was auf einer DK1 deponiert werden darf.“

Die Veranstaltungen sind offen und bedürfen keiner Anmeldung.

Die Themenwerkstatt

Möglichkeiten und Grenzen der EHS-Verwertung

findet statt am:

Donnerstag, 15. Februar 2024,
17:00 Uhr
BTU-Campus Senftenberg, Senatssaal im Gebäude 2
Universitätsplatz 1
01968 Senftenberg


Veranstaltungsreihe zur Eisenhydroxidschlamm-Thematik gestartet

Senftenberg. Das Aktionsbündnis Klare Spree (ABKS) hat seine Forderung nach praktikablen Lösungen für das Thema Eisenhydroxidschlamm erneuert und setzt dabei auf Unterstützung in der Region sowie durch die Länder Brandenburg und Sachsen. Das ist der Tenor einer von der LMBV initiierten Themenwerkstatt, die sich am 18. Januar auf dem BTU-Campus in Senftenberg mit „Lösungen für gesunde Gewässer in der Lausitz“ beschäftigte. Dabei stellte Dieter Perko, Bürgermeister der Gemeinde Neuhausen und Vorsitzender des ABKS, die Ziele und Forderungen des Bündnisses vor und stellte sich den Fragen der Teilnehmer, darunter Experten von LBGR, LMBV und IHK Cottbus, interessierte Bürger sowie die Bürgermeister von Lauchhammer und Kostebrau, Mirko Buhr und Hubert Lerche.
Es wurde deutlich, dass die EHS-Monodeponie bei Kostebrau nur eine von vielen Lösungen beim Kampf gegen die Verockerung der Gewässer in der Lausitz ist. Perko forderte insbesondere die weitere Beräumung der Vorsperre Bühlow, um die Talsperre Spremberg nicht noch weiter zu belasten. Aber auch den Flusslauf der Spree z. B. im Stadtgebiet von Spremberg gelte es von EHS zu befreien, weil sonst dauerhafte Schäden der Vegetation drohten. In diesem Zusammenhang kam erneut eine Dichtwand bei Lohsa ins Spiel, die den Zustrom von EHS und anderen Bestandteilen gen Norden bremsen soll. Sie könnte langfristig auch die Talsperre Spremberg entlasten.
Auch das generelle Wasserproblem der Lausitz wurde diskutiert und dabei auf die Zusammenarbeit der Länder Sachsen, Brandenburg und Berlin verwiesen. „Dadurch, dass das Problem in Berlin angekommen ist, hat sich der Druck erhöht. Es ist uns völlig klar, dass auch in Zukunft Eisenockerschlämme in Größenordnungen anfallen werden. Deshalb brauchen wir dringend Lösungen, um die Spree und andere Gewässer sauber zu halten“, so Perko.
In den Jahren 2013 bis 2022 wurden bereits 250.000 Tonnen EHS aus der Vorsperre Bühlow beräumt. Doch der Zustrom reißt nicht ab.

Die Themenwerkstatt-Reihe zur EHS-Thematik wird mit zunächst zwei weiteren Veranstaltungen fortgesetzt:
- 15. Februar 2024, 17 Uhr: Möglichkeiten und Grenzen der EHS-Verwertung
- 14. März 2024, 17 Uhr: Harte Bandagen für Deponien. Was auf einer DK1 deponiert werden darf.

Hintergrund: Die LMBV plant bei Kostebrau eine EHS-Monodeponie auf eigenem Betriebsgelände. Im unmittelbaren Umfeld gibt es dagegen Widerstände. Gleichzeitig besteht die Notwendigkeit einer Deponie, um einen Teil der anfallenden EHS-Massen auf diese Weise sicher zu verwahren.

Die Veranstaltungen sind offen und bedürfen keiner Anmeldung. Die nächste  Themenwerkstatt findet statt am:

Donnerstag, 15. Februar 2024,
17:00 Uhr
BTU-Campus Senftenberg, Senatssaal im Gebäude 2
Universitätsplatz 1
01968 Senftenberg


Schonendes Sprengen auf der Brückenfeldkippe bei Sedlitz beginnt

Senftenberg. Im Auftrag der LMBV löste der Sprengberechtigte Sven Krause von der auftragnehmenden Firma  TDE am 16. Januar 2024 um 15.05 Uhr die erste gezielte Sprengung zur Verdichtung der sog. Brückenfeldkippe bei Sedlitz aus. Es kommt das Verfahren der Schonenden Sprengverdichtung (SSPV) zum Einsatz. Es werden in der Folgezeit rund 3.200 weitere Bohrlöcher abgeteuft und mit 4.300 Zündern und etwa 13.000 kg Sprengstoff bis Ende 2025 besetzt werden. 

Bei dieser ersten Sprengung handelt es sich um ein Bohrloch mit vier Ladungen von ca. je 4,5 kg, gestaffelt bis in eine Tiefe von ca. 30 Metern. Dies ist der Auftakt zu noch länger andauernden notwendigen Sicherungsarbeiten im Kippengelände zwischen dem bereits uferseitig gesicherten Restloch Sedlitz und der Ortslage Sedlitz. Die dort locker gelagerten Abraummassen in der sog. „Brückenfeldkippe“ müssen schrittweise verdichtet werden, bevor der Sedlitzer See voraussichtlich in Gänze 2026 seiner Nutzung zugeführt werden kann.

Im Vorfeld war es daher notwendig, den bisher für den zeitlich parallelen Ableiterbau (auf den ersten 600 Metern ab Uferlinie) noch niedrig gehaltenen Wasserstand im Restloch Sedlitz auf für die SSPV notwendige Höhe von mindesten 99,50 m NHN zu bringen, damit eine ausreichende Aufsättigung der Kippe für das anzuwendende Verdichtungsverfahren erfolgen konnte.

Dank der gezielten Bewirtschaftung der Flutungszentrale Lausitz konnte der Wasserstand im Restloch Sedlitz seit Dezember 2023 um etwa 130 Zentimeter durch Zuleitung von Spree- und Neißewasser aus dem Oberen Landgraben sowie von Elsterwasser über den Sornoer Kanal aus benachbarten Restlöchern angehoben werden.

Die nächsten Sprengungen werden jetzt auf ca. 120 Hektar in den kommenden Monaten schrittweise umgesetzt werden. Im zeitlichen Vorlauf waren an angrenzenden Infrastrukturen und Wohnbebauungen Beweissicherungsverfahren durchgeführt worden. Die von der SSPV ausgelösten Schwingungen werden zudem überwacht. Die Sprengparameter sind so ausgerichtet, dass die  vorgegebenen Grenzwerte entsprechend DIN 4150 nicht überschritten werden.

Auf dem Brückenfeld Sedlitz werden verschiedene technische Verfahren angewendet. Dabei kommen die tiefenwirksame Oberflächenverdichtung (TOV) mittels Walze und die Schonende Sprengverdichtung zum Einsatz. Mithilfe der Schonenden Sprengverdichtung werden erst die forstwirtschaftlichen Flächen und später die Landwirtschaftsfläche gesichert. Dafür erfolgten 2022 und 2023 bereits die notwendigen Holzungen. Nach dem Ende der Verdichtungsarbeiten beginnen ab 2026 die dann noch notwendigen Geländeauffüllungen sowie die Aufforstungsmaßnahmen.

Hintergrund: Das Brückenfeld Sedlitz ist eine ungesicherte Tagebaukippe. Zwischen 1921 und 1980 förderte der Tagebau Ilse-Ost/Sedlitz Braunkohle, auch im so genannten Brückenfeld. Die Kippe besteht aus locker gelagertem Boden und ist nicht sicher. Es handelt sich um eine sogenannte Innenkippe. In dieser kann es mit ansteigendem Grundwasser zu „spontanen Verflüssigungen“, bergmännisch zu Rutschungen bzw. Grundbrüchen, kommen. Auslöser sind unterschiedliche Initiale, z. B. Erschütterungen. Die Gefahr, die von solchen Innenkippen ausgehen kann, ist im Jahr 2018 am nahen Senftenberger See wieder verstärkt ins öffentliche Bewusstsein gerückt, als Teile der Insel im See abrutschten. Mit aufsteigendem Grundwasser und der Flutung des Sedlitzer Sees in den nächsten Jahren wird die Brückenfeldkippe immer unsicherer. Dadurch ist es zwingend erforderlich, die Sanierung anzugehen. Der entstandene Waldbestand und die 40jährige Lagerung reichten nicht aus, um die Erdmassen zu stabilisieren. Der Mensch hatte tief in die Bodenstrukturen eingegriffen. Nun muss diese mit vorhandener Technologie verdichtet werden, um Gefahren zu beseitigen. Das Brückenfeld Sedlitz befindet sich östlich von Sedlitz, einem Ortsteil von Senftenberg.

Landwirtschaftsfläche auf der Brückenfeldkippe Sedlitz von Steffen Rache für LMBV 2023
Luftaufnahme Brückenfeldkippe (2023)
Fotos: LMBV


LMBV startet Veranstaltungsreihe zur Eisenhydroxidschlamm-Thematik

Senftenberg. Die LMBV plant auf ihrem eigenen Betriebsgelände eine Deponie für Eisenhydroxidschlamm (EHS). Während es im unmittelbaren Projektumfeld Kritik an dem Vorhaben gibt, sehen Experten darin eine Lösung für das EHS-Problem, das unter anderem zur Verockerung der Spree und anderer Fließgewässer führt. Auch über die Wiederverwertung von EHS wird nachgedacht, aber für die schiere Menge der eisenhaltigen Schlämme braucht es verschiedene Lösungen. Die LMBV betriebseigene Monodeponie ist nur eine davon. Betroffen vom Thema ist die gesamte Lausitz.
Um das Thema etwas weiter zu öffnen, den Austausch zu ermöglichen und zugleich Missverständnisse auszuräumen, werden ab Januar 2024 zunächst drei Themenwerkstätten angeboten.
Auftakt war am 18. Januar mit Dieter Perko, Bürgermeister der Gemeinde Neuhausen und Vorsitzender des Aktionsbündnisses Klare Spree. Er ging der Frage nach, warum es dringend Lösungen für gesunde Gewässer in der Lausitz braucht und was EHS damit zu tun hat.
Weitere Veranstaltungen sind für den 15. Februar („Möglichkeiten und Grenzen der Wiederverwertung von EHS“) und den 14. März („Harte Bandagen für Deponien – was auf einer Deponie der Klasse 1 [DK 1] deponiert werden darf“) am selben Ort geplant.
Sven Radigk, Projektleiter bei der LMBV: „Das Thema ‘Wasserressourcen schützen – EHS entsorgen‘ beschäftigt die LMBV in der gesamten Lausitz intensiv, schon seit über zehn Jahren. Schlussendlich betrifft das Thema Wasser uns alle und jeden. Wenn wir saubere Gewässer haben wollen, müssen wir die Eisenhydroxidschlämme wirtschaftlich verwerten oder gemeinwohlverträglich beseitigen. Wir wollen mit den Themenwerkstätten zeigen, dass für ein so komplexes Thema wie EHS unterschiedliche Lösungsansätze gebraucht werden, aber auch eine sachliche Diskussion, um Vor- und Nachteile abzuwägen. Die EHS-Entsorgungsfrage darf zukünftig nicht das K.O.-Kriterium für notwendige Wasserbehandlungen oder erforderliche Gewässerunterhaltungsmaßnahmen sein respektive werden.“

Die Veranstaltungen sind offen und bedürfen keiner  Anmeldung. Die nächste  Themenwerkstatt findet statt am:

Donnerstag, 15. Februar 2024,
17:00 Uhr
BTU-Campus Senftenberg, Senatssaal im Gebäude 2
Universitätsplatz 1
01968 Senftenberg


LMBV erstmals als familienfreundliches Unternehmen zertifiziert

Senftenberg/Leipzig/Sondershausen. Der Bergbausanierer LMBV wurde kürzlich im Dezember nach einem umfangreichen Audit zum Thema „Beruf und Familie“ offiziell zertifiziert. Das bundeseigene Unternehmen, dass derzeit rund 700 Mitarbeiter an drei Betriebsstandorten hat, kann nun als „familienfreundliches Unternehmen“ agieren.

Der Bergbausanierer hatte sich Anfang 2023 auf den Weg gemacht, das Zertifikat zum „audit berufundfamilie“ zu erlangen. Den notwendigen Auditprozess begleitete mit Dr. Elisabeth Mantl eine erfahrene Auditorin und Beraterin. Bereits zu Beginn des Auditverfahrens mit Aufnahme des Status Quo attestierte sie: „Die LMBV war und ist bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie bereits gut aufgestellt.“

Anfang Juli 2023 wurden in einem ersten Audit-Meilenstein - dem Strategieworkshop unter Einbindung der Bereichsleitungen, Arbeitnehmervertretungen, der Schwerbehindertenvertretung sowie der Gleichbehandlungsbeauftragten - die Leitplanken für das Audit gesteckt. Das übergeordnete Ziel in diesem Prozess ist es, den Beschäftigten eine gute Vereinbarung von Beruf und Familie zu ermöglichen.

Der Familienbegriff ist dabei weiter gefasst und wurde als Vereinbarkeit von dienstlichen und individuellen Belangen definiert. Diese Formulierung zeigt auch die Vielschichtigkeit des Themas. Grundsätzlich wird von der Umsetzung eines familien- und lebensphasenbewussten Personalmanagements in der LMBV eine stabilisierende Wirkung auf die Mitarbeiterbindung sowie die Arbeitgeberattraktivität erwartet. In der LMBV steht dieses unter dem Motto, dass zufriedene Menschen auch erfolgreicher arbeiten.

An einem zentralen Auditierungsworkshop im Sommer 2023 nahmen Vertreter aus unterschiedlichsten Unternehmensbereichen teil, die einen Mix aus inhaltlichen Interessenslagen, Standorten und Tätigkeitsbereichen darstellten. Beschäftigte und Auditorin halten nach einer angeregten Diskussion fest, dass es bereits viele gute Ansätze und Handlungsbereiche zur Vereinbarkeit von dienstlichen und individuellen Belangen gibt. Dazu zählen u. a. die Vereinbarungen zur Arbeitszeitgestaltung mit Funktionszeiten und zum mobilen Arbeiten oder Informationen zum aktuellen Geschehen in der LMBV in der Mitarbeiterzeitung „LMBV intern“.

In der begleitenden Diskussion zu den Entwicklungswünschen wurde allerdings auch deutlich, dass die Umsetzbarkeit für die LMBV als Zuwendungsempfängerin des Bundes teilweise eingeschränkt ist. Die Zielvereinbarung – wesentliches Element für eine Zertifizierung – enthält daher auch eine Formulierung zur Schaffung von Verständnis und Akzeptanz bei den Beschäftigten hinsichtlich des Besserstellungsverbotes.

Die erarbeitete und nun vorliegende Zielvereinbarung ist die Grundlage für die Begutachtung und den Erhalt des Zertifikats zum „audit berufundfamilie“. Sie ist mit Maßnahmen und Verantwortlichkeiten sowie zeitlichen Umsetzungshorizonten untersetzt und stellt damit eine Art Projektplan dar. Jetzt gilt es, gemeinsam mit den Beschäftigten das Umsetzen des Maßnahmenplans im Unternehmen zu starten.

Um sich am Fachkräftemarkt zu behaupten, geht auch die LMBV vielseitige Wege, um ihre Belegschaft zu halten und neue Mitarbeitende zu gewinnen. Dabei stehen wir im harten Wettbewerb um die besten Köpfe. Unsere vielfältigen Angebote zur flexiblen Arbeitsgestaltung, insbesondere auch unsere Arbeitszeitmodelle, ermöglichen eine immer bessere Vereinbarkeit und Balance zwischen Arbeit und individuellen Bedürfnissen.“ Dr. Berthold Stevens, Bereichsleiter Personal und Recht

Hintergrund: Warum ist der Bergbausanierer LMBV „familienfreundlich“?

Laut dem mit der IGBCE vereinbarten Tarifvertrag haben die Beschäftigten der LMBV u.a. günstige Rahmenbedingungen, die mit 38,5 Stunden Arbeitszeit pro Woche und einem Gleitzeitrahmen von 6:00 bis 20:00 Uhr ohne Kernzeit eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf bieten. Zunehmend werden auch die Möglichkeiten zu Teilzeit-Arbeitsmodellen genutzt. Die vielseitigen Aufgabenstellungen und ein transparentes und offenes Arbeitsumfeld ermöglichen vielen Beschäftigten - auch mit der Ausstattung der entsprechenden PC-Technik - die Möglichkeit zur mobilen Arbeit. Neben 30 Tagen Urlaub zzgl. einer Betriebsruhe zwischen Weihnachten und Neujahr werden gem. Entgelttarifvertrag der LMBV 13,2 Monatsgehälter pro Jahr gezahlt. Es gibt die Optionen einer fundierten Einarbeitung, betriebliche interne und externe Fortbildungen sowie eine unterstützende betriebliche Altersvor-sorge mit einem arbeitgeberfinanzierten Rentenbaustein sowie einem AG-Zuschuss zur Entgeltumwandlung.


Filmische Impressionen der LMBV zur Barbarafeier 2023

Senftenberg | Leipzig | Sonderhausen. Am Abend des 5. Dezember 2023 hatten filmische Impressionen der LMBV zur Barbarafeier 2023 ihre Premiere. Sie zeigen ausschnittsweise und beispielhaft Szenen aus der Wiedernutzbarmachungsarbeit der Bergbausanierer. Konzipiert von der LMBV-Unternehmenskommunikation, hat die FILMART Potsdam mit ihrem Geschäftsführer Christian Horn und mit Unterstützung der Agentur agreement diesen interessanten Jahresrückblick erstellt.

Dieser ist nun auch in der LMBV-Mediathek zu finden.

Foto: LMBV | Matthias Müller


Weitere Informationsveranstaltung der LMBV für Sedlitzer Anrainer vor Kippenverdichtung

Senftenberg | OT Sedlitz. Am Abend des 14. November 2023 hatte der Sanierungsbereich Lausitz der LMBV zu einer weiteren Informationsveranstaltung der Bergbausanierer für die Sedlitzer Anrainer in das Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr eingeladen. Anlass war der Fortschritt der Rodungsarbeiten auf der benachbarten Brückenfeldkippe. Dieser noch ungesicherte Innenkippenbereich steht alsbald auch zur geotechnischen Sicherung an.

Gerd Richter, Bereichsleiter des Sanierungsbereiches Lausitz stellte den erreichten Holzungsfortschritt dar und informierte über das beginnende Einrichten der Baustelle für die geplanten Verdichtungssprengungen. Hier wird die auftragnehmende Firma TDE voraussichtlich ab dem 16. Januar 2024 in einem ersten Testfeld mit dem Abbohren für die Schonende Sprengverdichtung (SSPV) ortsfern beginnen. Ein zweites Testfeld ist für den September 2024 geplant. Auf den Erkenntnissen der Testfelder aufbauend und den Vorgaben des Sachverständigen für Geotechnik folgend werden dann in mehreren Sprengfeldern die Verdichtungsarbeiten schrittweise umgesetzt werden.

Im Vorfeld wurden bereits die an die Kippe angrenzenden Eigentümer und Anwohner kontaktiert und vorlaufende Beweissicherungsverfahren begonnen, teilweise auch schon abgeschlossen. Der LMBV-Bausachverständige Torsten Sprenger – Telefon 03573 84 4628 – wird im Dezember und Januar noch weitere Termine vor Ort in Sedlitz wahrnehmen. Einige Sedlitzer, auch mit einer möglicher Randbetroffenheit, nutzen nach einer expliziten Aufforderung des Veranstalters die Gelegenheit, sich für solch eine Beweissicherung noch anzumelden T. Sprenger stand im Anschluss auch für Fragen zur Verfügung und verteilte noch etwa 16 ergänzende Meldebögen.

Rund 50 Sedlitzer waren der Einladung der LMBV gefolgt. Seitens der Stadtverwaltung folgten auch Geschäftsbereichsleiter Carsten Henkel und Falk Peschel vom Büro des Bürgermeisters den Ausführungen der LMBV. Der Bergbausanierer wird künftig jährlich über den Verdichtungsfortschritt informieren und benannte Ansprechpartner für die Zeit dazwischen.

Fotos: LMBV | Dr. Steinhuber
Anträge auf eine vorlaufende Beweisssicherung wurden von den Bürgern angenommen.


Geologische Dienste der DACH-Staaten auf Fachexkursion zu Lausitzer Bergbauthemen

Senftenberg. Auf Einladung des Präsidenten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) Prof. Dr. Ralph Watzel, reisten Vertreter der Geologischen Dienste von Bundes- und Landesebene der DACH-Staaten (Deutschland, Österreich, Schweiz) in der vergangenen Woche in die Lausitz, um sich im Rahmen eines jährlichen Erfahrungsaustausches zu Rohstoffpolitik und Rohstoffgeologie auch über den aktiven Braunkohlenbergbau und den Sanierungsbergbau zu informieren.

Die ganztägige Fachexkursion am 12. Oktober 2023 startete für die rund 15 Teilnehmer mit einer kurzen Einführung zur Tagebauführung am LEAG-Kraftwerk Schwarze Pumpe sowie einer anschließenden Befahrung des Tagebaus Welzow-Süd.

Zum Sanierungsbergbau der LMBV standen u.a. die eingesetzten Verdichtungstechnologien in der Lausitz und die touristische Nutzung der Bergbaufolgeseen auf dem Programm. Bevor es an den Altdöberner See, dem ehemaligen Tagebau Greifenhain, ging, gab der Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny, einen umfassenden Einblick in die umfangreichen Arbeiten und Herausforderungen des Bergbausanierers.

Abschließend ging es für alle Beteiligten zum Gräbendorfer See. Hier standen die Rekultivierung und der Naturschutz im Mittelpunkt der Ausführung. Der Gräbendorfer See entstand bis 2007 durch die Flutung des ehemaligen Braunkohletagebaus Gräbendorf und wurde 2018 aus der Bergaufsicht entlassen. Die Insel am östlichen Ufer ist Teil einer ca. 170 Hektar großen Fläche des Europäischen Vogelschutzgebietes "Lausitzer Bergbaufolgelandschaft". Sturmmöwen haben sich nach Ende des Abbaus der Braunkohle und mit der Ausbildung großflächiger Sandoffenflächen hier angesiedelt.

Fotos: LMBV


Prof. Luckner aus dem Wissenschaftlich-Technischen Beirat verabschiedet

Senftenberg. Der Wissenschaftlich-Technische Beirat für wasserwirtschaftliche Maßnahmen, welcher im Jahr 2004 durch die LMBV und dem StuBA etabliert wurde, tagte am 11. Oktober 2023 zum 31. Mal. 

Zur 31. Sitzung wurde Prof.  Dr.-Ing. habil Ludwig Luckner, ein Gründungsmitglied des WTB, von Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, mit dem Dank für die langjährig erfolgreich geleistete Arbeit verabschiedet. 

Prof. Dr. Traugott Scheytt (rechts im Bild), Lehrstuhlinhaber für Hydrogeologie und Hydrochemie an der TU Bergakademie Freiberg, wurde als neues Mitglied des WTB begrüßt.

Der WTB berät die LMBV bei grundsätzlichen wasserwirtschaftlichen Fragestellungen und prüft Projektskizzen und Vorschläge Dritter zu Lösungsansätzen der wasserwirtschaftlichen Sanierung.


Nachhaltigkeit der Bergbaufolgelandschaften im Mittelpunkt eines Gesprächs mit Fraktionschefs der BÜNDNISGRÜNEN

Potsdam/Senftenberg. Am 4. September 2023 traf sich Gunnar John, Kaufmännischer Geschäftsführer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) mit Cornelia Lüddemann, Vorsitzende der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag Sachsen-Anhalt, Franziska Schubert, Fraktionsvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag und Benjamin Raschke, Co-Fraktionsvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Brandenburger Landtag, um sich über die Fortschritte in der Bergbausanierung im Osten Deutschlands auszutauschen.

LMBV-Geschäftsführer G. John konnte anhand der ersten Nachhaltigkeitsberichte des Umwelt-, Ingenieur- und Bergbauunternehmens LMBV die langfristigen Strategien für einen nachhaltigen Umgang mit Bergbaufolgelandschaften im Lausitzer und mitteldeutschen Revier erläutern. Neben dem Bereitstellen von Flächen für das Nationale Naturerbe entwickelt die LMBV auch Flächen, die sich künftig für das Verpachten zum Solar- und Windenergie-Erzeugen eignen könnten. Neben Wasserqualitäts- und Wasserquantitätsfragen waren auch die anstehenden Daueraufgaben des Bundesunternehmens in der aktuellen und künftigen Bergbausanierung von Interesse.

Publikation


Bundestagsabgeordnete Lay erneut im Dialog mit Bürgermeister, Zweckverband und Bergbausanierer

Geierswalde. Bereits zum zehnten Mal besuchte die Lausitzer Bundestagsabgeordnete Caren Lay im Rahmen ihrer Sommertour das Lausitzer Seenland. Anlässlich dieses Besuches diskutierte die stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE am 14. September 2023 am Geierswalder See u.a. mit dem Bürgermeister von Lohsa, Thomas Leberecht, dem Geschäftsführer des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen Daniel Just sowie LMBV-Abteilungsleiter Karsten Handro über aktuelle Themen.

Im Gespräch informierte sich das Mitglied des Bundestages zu den bergbausanierungstechnischen Fortschritten der LMBV im Lausitzer Seenland. K. Handro verwies auf die vielfältigen Baustellen und prioritären Projekte, darunter den Bau des Ableiters vom Sedlitzer See, die Vorbereitungen zur Schonenden Sprengverdichtung auf der Brückenfeldkippe oder die Leistungen zur Strand- und Ufergestaltung am Geierswalder Strand.

Daniel Just erläuterte das bereits Erreichte im Seenland und thematisierte das mögliche Auslaufen von §4-Maßnahmen nach 2027 und die bis dahin nur begrenzt für die sächsische Lausitz zur Verfügung stehenden Mittel des Freistaates. Hierzu wird sich die Abgeordnete weiter sachkundig machen und politisch für ein Fortsetzen solcher Maßnahmen zum Erhöhen des Folgenutzungsstandards eintreten. Mit den in 2023 und Folgejahren zur Verfügung stehenden §4-Mittteln sollen vor allem der als Mole vorgesehene Schiffsanleger am Partwitzer See weiter geplant und umgesetzt werden sowie am Bärwalder See die Steganlagen bei Klitten erneuert werden.

Fotos: LMBV/Dr. Uwe Steinhuber


Erfahrungsaustausch mit Vertretern der Umweltministerien aus Brandenburg und Sachsen erfolgt

Senftenberg. Auf Einladung des Bergbausanierers begrüßte Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, am 8. September 2023 Vertreter des SMEKUL und MLUK in Senftenberg zu einem fachlichen Erfahrungsaustausch.

Die Abteilungsleiterin Wasser und technischer Umweltschutz im Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft (SMEKUL), Dr. Regina Heinecke-Schmitt, wurde von der zuständigen Referentin Henriette Schindler begleitet. Vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) waren in Vertretung der Abteilungsleiterin Anke Herrmann (Wasser und Bodenschutz) der Referatsleiter Simon Christian Henneberg vom Referat 24 (Hochwasserschutz, Wasserhaushalt Lausitz) gemeinsam mit der zuständigen Referentin Anna-Theresia Männel dabei.

Neben grundlegenden Fragen der Fortschritte in der bergbaulichen Sanierung und dabei auftretenden berg- und wasserrechtlichen Fragen wurden von Dirk Sonnen, Bereichsleiter Sanierungsplanung der LMBV, insbesondere die Herausforderungen des Anfalls von Eisenhydroxidschlamm in Abreinigungsanlagen des Unternehmens und in Lausitzer Fließgewässern vorgestellt. Neben den modularen Eisenminderungsanlagen an der Spree war die in Errichtung befindliche Wasserbehandlungsanlage Plessa von Interesse, deren Baustelle im Anschluss unter fachmännischer Begleitung besichtigt wurde.

Fotos: LMBV/Gernot Menzel


Gefrierbohrungs-Probennahmen auf Kippen im Tagebau Seese-Ost angelaufen

Groß Lübbenau/Senftenberg. Ungewohnte Fahrzeuge mit flüssigem Stickstoff waren kürzlich im Tagebau Seese-Ost unterwegs. Die Silotransportfahrzeuge gehören zu einem nicht alltäglichen Vorhaben im nördlichen Lausitzer Sanierungsgebiet der LMBV. Für die Beendigung der Bergaufsicht auf Innenkippen ist für den Bergbausanierer u. a. auch eine Bescheinigung der geotechnischen Sicherheit mit Hilfe eines quantitativen Verdichtungsnachweises erforderlich.

„Ein solch quantitativer Nachweis zur Beseitigung der Geländeeinbruch- und Setzungsfließgefahr auf Basis von erdstatischen Berechnungen erfordert zudem material- und zustandsbeschreibende Parameter, die möglichst exakt die verdichteten Kippensande charakterisieren“, so der die LMBV hierbei begleitende Sachverständige und Diplom-Ingenieur für Spezialtiefbau Kai Reinhardt von der BIUG Beratende Ingenieure für Umweltgeotechnik und Grundbau GmbH.

Diese Parameter sollen mit Laboruntersuchungen an quasi ungestörten Bodenproben ermittelt werden. Der Dichtezuwachs nach einer SSPV ist - im Vergleich zur Rütteldruck- oder Rüttelstopf-Verdichtung - jedoch verhältnismäßig gering und damit das Gewinnen quasi ungestörter Proben unterhalb des Grundwasserspiegels mit Linerbohrungen nicht unproblematisch. Alternativ kann hier mit dem Wirkprinzip der Stickstoffvereisung gearbeitet werden.

Diese Lösung wird derzeit als Bodenvereisung bis in Teufen bis 30 Meter mit anschließender Gefrierproben-Entnahme aus Kernbohrungen an zwei Bohrpunkten auf den mit dem schonenden Sprengen gesicherten Kippen im Tagebau Seese-Ost von der Firma Züblin i.A. der LMBV umgesetzt. Hier sind vor allem Seeser Sande und Schmelzwassersande anzutreffen.

Solche vereisten Proben sollen nun Im August und September 2023 bei insgesamt sechs Kernbohrungen an definierten Bohrpunkten gewonnen werden. In einem Labor in Schwarze Pumpe werden diese gefrorenen Bodenproben anschließend untersucht und eine bereichsbezogene Korrelation der Parameter mit Ergebnissen der markscheiderischen, geophysikalischen und hydraulischen Messungen sowie Sondierungen vorgenommen.

Für den Bereich der Innenkippe Spreetal, wo vor allem Talsande mit höherem bindigen Anteil anzutreffen sind, werden für das kommende Jahr ebenfalls Gefrierkernbohrproben von der LMBV geplant.

Projektteam aus Planern, Geotechnikern, Sachverständigem, Bauüberwacher, Bohr-Verantwortlichem, Unternehmerkontrolleur und Gefrierexperten im Tgb. Seese-Ost vor Ort.
Fotos: Dr. Uwe Steinhuber | LMBV


Berliner Wasserbetriebe-Chef informierte sich an MWBA Ruhlmühle

Neustadt/Spree. Im Rahmen seiner Spreetour entlang des Flusslaufes informierte sich Prof. Dr. Christoph Donner, Vorstandsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe, am 10. August 2023 auch an der Modularen Wasserbehandlungsanlage Ruhlmühle der LMBV über die Behandlungsschritte des stark eisenbelasteten Grundwassers im Südraum des Spreegebiets.

Neben den Erläuterungen zur technischen Anlage durch den zuständigen LMBV-Projektmanager Joachim Schmidt standen auch die anderen Lausitzer Lösungen für eine saubere Spree im Fokus.

Seit Frühjahr 2013 setzen alle an der Problemlösung Beteiligten, darunter die LMBV, die verantwortlichen Behörden, die Boden- und Wasserverbände und die Kommunen unter Federführung der Landesbergämter in Brandenburg und Sachsen einen umfangreichen Maßnahmenkatalog um, der darauf abzielt, die Verockerung von Flüssen und Seen in der Lausitz zu reduzieren und das Problem der „Braunen Spree“ langfristig an den Quellen zu lösen.

Zwischen 2014 und 2021 entstanden drei Modulare Wasserbehandlungsanlagen im südlichen Spreegebiet an der Landesgrenze zwischen Sachsen und Brandenburg. Diese containergestützten Anlagen bilden neben dem Eisenrückhalt in der Talsperre Spremberg den abschließenden Meilenstein der mittelfristigen Maßnahmen zur Reduktion der Eisenbelastung in der Spree.

Foto: Berliner Wasserbetriebe/Hans Scherhaufer


LMBV stellt Projektstand in Kostebrau vor

Senftenberg/Kostebrau. Auf Einladung des Ortsbeirates Kostebrau stellte die LMBV am 3. August 2023 den Projektstand der geplanten EHS-Monodeponie vor. An der Informationsveranstaltung, die vor der regulären Ortsbeiratssitzung in der Mehrzweckhalle des Ortes stattfand, nahmen rund 120 Personen teil.

Sven Radigk, Projektverantwortlicher der LMBV, begründete in seinem Vortrag die Notwendigkeit einer solchen Deponie und die Auswahl des Standortes – es handelt sich um eine Betriebsfläche der LMBV. Zugleich machte er deutlich, dass das Projekt noch ganz am Anfang der Planung stehe und mit einer Inbetriebnahme bestenfalls in einem Jahrzehnt zu rechnen sei.

Kritische Fragen aus dem Publikum beschäftigten sich mit möglichen Staubbelastungen durch die Deponie ebenso wie mit dem erforderlichen Schwerlastverkehr. Auch die stoffliche Zusammensetzung des Eisenhydroxidschlamms spielte eine Rolle. Es wurde deutlich, dass aufgrund der bergbaulichen Vorgeschichte viele Einwohner des Ortes die Deponie ablehnen.

Die LMBV kündigte an, weitere Informationsveranstaltungen in der Region anbieten zu wollen. Zudem wurde der Vorschlag unterbreitet, Exkursionen zur Wasserbehandlungsanlage Plessa oder auch zur Vorsperre Bühlow durchzuführen.

Weiterführende Informationen finden Sie unter www.ehs-deponie.de

 

Publikationen


Folgenutzen an Bergbaufolgesee wird erhöht: Neuer Spielplatz am Scheibe-See entsteht

Senftenberg/Kühnicht. Nach dem im Mai 2023 bereits ein neuer Parkplatz am Scheibe-See offiziell freigegeben wurde, lässt die LMBV im Auftrag des Freistaates Sachsen derzeit neben dem Parkplatz am Kühnichter Ufer einen Spielplatz errichten.

Die §4-Maßnahme zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards am LMBV-Bergbaufolgesee Scheibe wurde in drei Bauabschnitte geteilt. Im ersten Bauabschnitt wurde ein Parkplatz für etwa 120 PKW errichtet und das Gebiet mit Medien erschlossen. Diese Arbeiten sind bereits abgeschlossen.

Der zweite Bauabschnitt umfasst die Errichtung des Spielplatzes. Er soll grundsätzlich an das Thema „Sand der Lausitz“ und im Besonderen mit einzelnen Elementen an den ehemaligen Braunkohlentagebau Scheibe angelehnt sein. So wird ein Sand-Spielfeld für Beachvolleyball und andere Ballspielarten angelegt. Der Spielplatz selbst bekommt unter anderem ein Kombigerät mit Kletterrampe, Seilnetzbrücke, Kletterwand und Rutsche, eine Schaukel, Balanciersteine, ein Dreier-Turnreck sowie zwei Federwippen. Hinzu kommen eine Wasser-/Matsch-Spielfläche und ein Kriechtunnel. Die Maßnahme befindet sich derzeit in der Realisierung und wird voraussichtlich bis Ende September 2023 bauseitig abgeschlossen sein.

Im dritten Bauabschnitt sollen dann noch Sanitäranlagen errichtet werden. Da eine erste Ausschreibung dieser Leistungen nicht erfolgreich war, befindet sich eine neue Ausschreibung in Planung. Eine Zeitschiene zur Errichtung der Sanitäranlagen kann derzeit noch nicht benannt werden.

Fotos: LMBV/Steffen Rasche


Französischer Reporter vor Ort: Aushub für künftigen Ableiter aus dem Restloch Sedlitz kommt voran

Senftenberg/Sedlitz. Am 20. Juli 2023 informierte sich der Deutschland-Korrespondent für französischsprachige Medien Thomas Schnee, gemeinsam mit der Fotografin Silke Reents über die Lausitz. Für das Magazin Reporterre, das hauptfranzösische Medium für Ökologie und Umwelt, sollte eine Reportage über die Wiedernutzbarmachung und Renaturierung der Lausitzer Tagebaue entstehen.

Zunächst stand die Bergbaufolgelandschaft im Bereich Grünhaus auf der Agenda der Reporter. Hier wurden die Journalisten fachkundig von Dr. Stefan Röhrscheid, Projektleiter der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe im Tagebauraum Klettwitz begleitet. Im zweiten Tagesabschnitt standen die Sanierungsarbeiten der LMBV im Bereich der Restlochkette (RLK) bei Senftenberg im Mittelpunkt. Hier begleiteten Projektmanagerin Vivien Wolf und Pressesprecher Dr. Uwe Steinhuber die Reporter.

Den Hauptstadt-Reporter T. Schnee interessierten vor allem Fragen hinsichtlich der Struktur der Bergbausanierung und der Rolle der LMBV – zudem, welche Missionen die Verwaltungsgesellschaft habe. Von Interesse waren auch die Hauptphasen und die Geschichte der Nachnutzung der Tagebaue in der Lausitz sowie heutige Herausforderungen bei der Wiedernutzbarmachung und Renaturierung. Ganz konkret ging es auch um Fragen „Wie demokratisch und ökologisch läuft dieser Prozess? Hat der Kohlekompromiss eine Wende bzw. Beschleunigung eingeleitet?“

Zum entstehenden Ableiter Sedlitz, der auf einer Länge von 2.800 Meter im Zeitraum von 12/2022 – 01/2025 entsteht, gab es viele Einzelfragen. Eine zu bauende Wildbrücke und das zu errichtende Trogbauwerk unterhalb der B 96 sind Bestandteile des Vorhabens. Die Sohlbreite des Ableiters wird einmal sieben Meter betragen, der Einschnitt eine Weite von bis zu 30 Meter haben. Der Ableiter Sedlitz wird im Auftrag der LMBV für eine Ausleitkapazität aus dem Sedlitzer See von durchschnittlich drei Kubikmetern Wasser pro Sekunde gebaut. Das Wehr zum Steuern der Bewirtschaftung der RLK und das Siel zum Schutz vor Hochwasser aus der Schwarzen Elster wurden bereits errichtet.

Derzeit laufen durch die beauftragte Sanierungsfirma Aushubarbeiten auf den unteren zwei Ausbauebenen. In der aktuellen Baumaßnahme ist ein Aushubvolumen von ca. 300.000 m³ auf ca. 2.400 Meter zu bewältigen. Für das Herstellen des Gerinnes sind im Baufeld Aushubtiefen von bis zu sieben Metern erforderlich, wodurch eine zusätzliche temporäre Grundwasserabsenkung notwendig ist. Das Profil wird dazu mit Langarmbaggern ausgebaggert und zusätzlich mit Bentonitmatten gedichtet. Zum Teil wird der ausgehobene Boden über einer sog. geosynthetischen Tondichtungsbahn (GTD) wieder eingebaut, teilweise erfolgt die Nutzung des Aushubmaterials in anderen Sanierungsmaßnahmen, z. B. zum Geländeauffüllen im Brückenfeld Sedlitz. Abschließend erfolgt noch eine Böschungsendgestaltung an den Flanken des Ableiters. Die Kosten belaufen sich insgesamt auf rund 55 Millionen Euro einschließlich der vorlaufenden Verdichtung des Kippenbodens.

Der Deutschland-Korrespondent für französischsprachige Medien Thomas Schnee im Gespräch mit V. Wolf und dem Bauüberwacher


Ertüchtigte Fußgängerbrücke am Knappensee-Einlauf freigegeben

Senftenberg/Groß Särchen. Mit dem Ertüchtigen und der Freigabe der Fußgänger- und Fahrradbrücke über den Einlauf des Schwarzwassers zum Knappensee ist kürzlich ein kommunal lang erwarteter Lückenschluss vollzogen worden. Die Brücke verbindet nun die östliche Seite des Südufers bei Groß Särchen wieder mit dem westlichen Ufer und ist Teil des künftigen Knappensee-Seerundweges für Fußgänger und Fahrradfahrer.

Das Brückenbauwerk wurde am 12. Juli 2023 offiziell für die Nutzung freigegeben. Den symbolischen Banddurchschnitt vollzogen (im Bild v.l.n.r.) Lohsas Bürgermeister Thomas Leberecht, Bauamtsleiter Jens Kieschnick, Kay Böhme von der Firma Stahlbau Graf aus Weinböhla und LMBV-Abteilungsleiter Karsten Handro.

Die neue Stahlkonstruktion wurde für die ehemalige marode Holzbohlenbrücke an gleicher Stelle errichtet. Bis auf Pylone, Zugstangen und Lagerung wurde sie komplett neu gebaut. Dazu gehören der Brückenüberbau, der Belag mit rutschhemmender, fahrradfreundlicher RHD-Beschichtung sowie die beleuchteten Handlaufgeländer.

Für die Gemeinde Lohsa stellt die Übergabe der Brücke und die infrastrukturelle Erschließung des Vereinszentrums einen wichtigen Meilenstein bei der künftigen touristischen Entwicklung und Wiederbelebung des Knappensees dar.

Das rund 680.000 Euro teure Brückenbauprojekt wurde weitestgehend mit Hilfe von Paragraph-4-Mitteln zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards finanziert.

Fotos: Gernot Menzel/LMBV


Feierliche Grundsteinlegung für VTG-Instandhaltungswerk in Freienhufen — auf ehemaliger LMBV-Fläche

Großräschen/Freienhufen. Das Hamburger Unternehmen "Vereinigte Tanklager und Transportmittel GmbH" (VTG) hat am 29.06.2023 in Freienhufen den Grundstein für ein Instandhaltungswerk für Güterwagen gelegt.

Das 1.700 Quadratmeter umfassende Werk im Industrie- und Gewerbegebiet "Sonne" wird künftig eine Instandhaltungskapazität von rund 2.000 Güterwagen pro Jahr besitzen. VTG investiere am Standort einen zweistelligen Millionenbetrag in den Neubau, so der Investor bei der Grundsteinlegung. Bereits Anfang 2024 solle das Instandhaltungswerk in Betrieb gehen, so die VTG.

Bereits im Jahr 2021 hatte die LMBV dafür eine Industriebaufläche im Lausitz-Industriepark Sonne/Großräschen mit einer Größe von ca. 6,5 Hektar an die VTG Maintenance Assets GmbH zur Ansiedlung eines Instandsetzungswerkes für Güterwagen verkauft. Es gehört zu den grundsätzlichen Aufgaben des Bergbausanierers, Flächen des vormaligen Braunkohlenbergbaus aus der Zeit von 1949 bis 1989 für die Ansiedlung von Industrie und Gewerbe vorzubereiten und zu veräußern.

Blick auf den Lausitz-Industriepark Sonne in Freienhufen (Foto: LMBV/Radke 2019)

Der Industriepark Sonne ist in den zurückliegenden Jahren aus dem ehemaligen Braunkohleveredlungskomplex Sonne durch die Sanierungsmaßnahmen der LMBV und einer Standortneuerschließung unter Einsatz von Fördermitteln gemeinsam mit der Stadt Großräschen entwickelt worden. Im Rahmen der Grundsanierung durch den Bergbausanierer wurden zwei der drei Gleisanschlüsse zurückgebaut. Während die Gleisverbindung zu den Tagebauen Greifenhain und Meuro nun nicht mehr existiert, steht der Anschluss zur Bundesbahn der VTG weiterhin zur Verfügung und war eines der wichtigsten Ansiedlungskriterien.


30 Jahre Forschungsinstitut FIB e.V. – Wissensfortschritt für Bergbaufolgelandschaften

Finsterwalde. Am 23. Juni 2023 hatte sich das FIB e.V. Gäste eingeladen, um gemeinsam das 30jährige Bestehen des Forschungsinstitutes für Bergbaufolgelandschaften (FIB) zu begehen. Seit drei Jahrzehnten erarbeitet das Forschungsinstitut von Finsterwalde aus Lösungen für die Sanierung und die Nachnutzung der durch die Rohstoffgewinnung genutzten Landschaften, insbesondere in Braunkohle- sowie Erz- und Salzabbaugebieten.

Das FIB habe durch langjährige Forschung und mit praxisnahen Pilotprojekten in der Lausitz wertvolle Erkenntnisse zur „Heilung von Landschaften“ gewonnen, wie es der zuständige Referatsleiter Dr. Carsten Leßner für das zuwendungsgebende MLUK des Landes Brandenburg i.V. von Sts. Anja Boudon am Rednerpult betonte. „Sie tragen dazu bei, Antworten auf Fragen zu zukunftsfähiger Land- und Forstwirtschaft, zum Naturschutz und Wasserhaushalt, zur Gewässerökologie, Landschaftsplanung und Klimaanpassung zu finden.“

Das FIB sei Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis, dessen Erkenntnisse stets auch den Betrieben und der Region zu Gute kommen, lobte das MLUK. „Es reiht sich ein in eine auch deutschlandweit herausragende Forschungslandschaft in Brandenburg. Im Doppelhaushalt ist es gelungen, die Förderung auf eine institutionelle Förderung umzustellen und das FIB dauerhaft abzusichern.“ Das MLUK fördere daher, oftmals im Verbund mit anderen Partnern, Projekte, die vor allem auf die Anwendung und somit auf das Zusammenspiel zwischen Forschung, Wissenstransfer und Praxis ausgerichtet sind. In diesem Jahr konnte die Grundfinanzierung in eine institutionelle Förderung für das FIB von mehr als 650.000 Euro umgewandelt werden.

In einer Presse-Erklärung des Agrar-Umweltminister Axel Vogel hieß es weiter: „Der jahrhundertelange Eingriff durch den Menschen hat seine Spuren hinterlassen – sei es im Wasserhaushalt, in der Natur, der Kulturlandschaft und nicht zuletzt in der Beschäftigung der Menschen vor Ort. Diese umfassende, derzeit stattfindende Transformation zu begleiten und zu fördern, ist ein Kernanliegen der Brandenburger Landesregierung und meines Ressorts. Unterstützung dabei bietet seit 30 Jahren das Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften, das mit viel wissenschaftlichem, aber stets praxisnahem Know-How mithilft, nachhaltige Lösungen für aktuelle Fragen zu erarbeiten.“

Diesem schloss sich auch der sächsische Staatsminister für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft Wolfram Günther mit seinem persönlichen Grußwort vor Ort an. Die Landesgrenze in der Lausitz verbinde beide Länder und auch die Arbeit des FIB erfolge länderübergreifend. Darüber sei er froh. Mit dem Klimawandel, dem bevorstehenden Kohleausstieg kommen mehr und neue Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Wasserhaushalt und den Erneuerbaren Energien auch in der Lausitz dazu. Dazu sei der Beitrag des FIB nötiger denn je. „Die Lausitz ist eine wunderschöne Region und Vieles bereits Nachnutzbares hat dort schon ihren eigenen Reiz.“

Die Veranstaltung wurde vom FIB-Forscher Dr. Dirk Knoche hervorragend moderiert. Institutsleiter Dr. Michael Haubold-Rosar ging in seinem Festvortrag auf das Thema „Forschung in Bergbaufolgelandschaften – alte und neue Herausforderungen“ ein und ließ die insgesamt mehr als 70 Jahre Forschungen zu forstlichen und landwirtschaftlichen Rekultivierung angemessen Revue passieren. Schon seit den 1960er Jahren wird in Finsterwalde Rekultivierungsforschung betrieben. Mit der Neugründung des FIB e.V. im Jahr 1992 als gemeinnützige außeruniversitäre Einrichtung wurden die wissenschaftlichen Arbeiten zur Wiedernutzbarmachung der ehemaligen Bergbauflächen für die Land- und Forstwirtschaft erweitert durch Forschungen zur Gewässerökologie und Renaturierung naturschutzfachlich wertvoller Bereiche. Das FIB ist damit die einzige Einrichtung in Deutschland, die sich so umfassend und interdisziplinär mit diesem besonderen Landschaftstyp beschäftigt – ein Alleinstellungsmerkmal auch im internationalen Vergleich.

Das 1992 gegründete Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften in Finsterwalde ist eine der insgesamt acht Forschungseinrichtungen, die vom Brandenburger Agrar-Umweltministerium gefördert werden. Die enge Kooperation mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen – national und international – ermöglicht die komplexe anwendungsorientierte Forschung, die den Brandenburger Betrieben unmittelbar zugutekommt. Auch die Lausitzer Bergbau- und Sanierungsunternehmen wie LEAG und LMBV arbeiten eng mit dem FIB zusammen und kooperieren bei Pilotvorhaben und Praxisversuchen.

Derzeit läuft im FIB ein vom Agrar-Umweltressort in Auftrag gegebenes Projekt „Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe“, das zur Stärkung der Bioökonomie in Brandenburg, zur Vernetzen von Akteurinnen und Akteuren und zum Wissenstransfer als Teil der kommenden Landesstrategie Bioökonomie dienen soll. Im Projektzeitraum 2021 bis 2024 fördert das Agrar- und Umweltministerium das Vorhaben mit rund 983.000 Euro aus den Klimamitteln des Landes. Pünktlich zum Jubiläum ging dazu die Webseite „neuwerg - Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe im Land Brandenburg“ an den Start.  

Elbe-Elster-Landrat Christian Jaschinski und der Finsterwalder Bürgermeister Jörg Gampe würdigten in Grußworten ebenfalls die erfolgreiche Arbeit des Instituts. Unter den Gästen der Veranstaltung waren auch ehemalige und aktive Forschende wie Praktiker, darunter Dr. Gerhard Gunschera, Dr. Karl Preußner, Dipl.-Forstwirt Jörg Schlenstedt (LMBV), Dipl.-Forstwirt Dr. Michael Rösler (LEAG), Dr. Anita Kirmer, Franziska Uhlig-Mey (Leiterin Genehmigungen Green Business bei LEAG) Dipl. Biologe Ingmar Landeck, Dipl.-Ing. (FH) Antje Lorenz, Dr. Frank Rümmler, Dr. Dietmar Wiedemann, Prof. Dr. rer. pol. Stefan Zundel (BTU), Ingolf Arnold (WCL), Dr. Uwe Steinhuber (LMBV) und viele andere.

Podiumsdiskussion - mit Fachreferent Jörg Schlenstedt von der LMBV


Schulleiter und Schulleiterinnen informieren sich an MWBA Neustadt zu Gewässergüte

Neustadt/Spree. Auf Einladung des Bürgermeisters der Gemeinde Spreetal, Manfred Heine, besuchte eine Gruppe von Schulleitern am 14. Juni 2023 die Modulare Wasserbehandlungsanlage (MWBA) der LMBV in Neustadt/Spree.

Sven Radigk, Leiter der Projektgruppe Gewässergüte Fließgewässer Lausitz, informierte die Teilnehmer ausführlich über die Funktionsweise der Reinigungsanlage und die Lösungen der LMBV für eine saubere Spree im Spreegebiet Südraum.

Im Anschluss an den Fachvortrag wurden die Besucher über das Gelände der Wasserbehandlungsanlage geführt und zahlreiche Fragen u.a. zur Entsorgung des Eisenhydroxidschlammes beantwortet. Abschließend ging es für alle an die Spree, um das Ergebnis der Reduzierung der Eisenfracht aus nächster Nähe zu begutachten.

Die MWBA Neustadt gehört neben den Anlagen in Burgneudorf und an der Ruhlmühle zu den umgesetzten Mittelfristmaßnahmen, um dem Problem der „Braunen Spree“ im südlichen Spreegebiet an der Landesgrenze zwischen Sachsen und Brandenburg entgegenzuwirken.

Die drei containergestützten Anlagen fangen eisenhaltiges Wasser in besonders belasteten Bereichen (sogenannten Hotspots des Eiseneintrags) über den Grundwasserpfad im Anstrom von Spree und Kleiner Spree ab. Das eisenhaltige und saure Wasser wird in den Anlagen durch Zugabe von Kalkprodukten und Flockungshilfsmitteln von über 90 Prozent des Eisens befreit. Das eisenreduzierte und pH-neutrale Wasser gelangt anschließend zurück in das Fließgewässer.

Vor der Installation der MWBAs in Burgneudorf, Neustadt und am Altarm der Ruhlmühle wurde die Eisenfracht aus dem Grundwasseranstrom des pleistozänen Grundwasserleiters „Spreewitzer Rinne“ direkt in die Spree bzw. Kleine Spree eingetragen. Dies bedeutete vor Inbetriebnahme dieser Anlagen eine Eisenfracht von bis zu 8.000 kg pro Tag am Gütepegel Zerre an der Landesgrenze von Brandenburg zu Sachsen. Dieser Wert wurde im ganzjährigen Regelbetrieb aller, von 2015 bis Mitte 2021 geplanten und fertiggestellten Anlagen, im Jahr 2022 halbiert und sorgt somit für eine relevante Eisenminderung in der Spree.

Fotos: LMBV/R. Kaltschmidt


Scheinbar voller Großräschener See: Baden noch nicht erlaubt – Wasserstand dort sinkt wieder

Pumpen bzw. Heber stützen den Wasserstand in der Schwarzen Elster und im Restloch Sedlitz

Senftenberg/Großräschen. Im Frühjahr hat die LMBV-Flutungszentrale so viel Wasser wie möglich aus den Vorflutern entnommen und in die Restlöcher der Region eingeleitet. So konnte über den Oberen Landgraben Neiße- und Spreewasser an den Sedlitzer See herangeführt werden. Vom Jahresanfang bis zum Frühjahr 2023 konnte der Wasserstand im Restloch Sedlitz mit 5,5 Mio. Kubikmeter aus den Vorflutern und 5,9 Mio. Kubikmeter aus den beiden benachbarten Seen bis auf das Niveau von 98,44 m NHN angestaut werden. Parallel laufen derzeit Aushubarbeiten zum Bau eines Ableiters im Auftrag der LMBV, die noch keinen höheren Wasserstand in diesem Restloch erlauben.

Um diesen Wasserstand möglichst für noch anstehende Sanierungsarbeiten am Sedlitzer See – es sind noch Sprengverdichtungen in der Brückenfeldkippe nötig - weiter zu halten, wurden zusätzlich rund 9,3 Mio. Kubikmeter in den rund 800 ha großen Großräschener See als Zwischenpuffer eingestapelt, um bei einem heißen und trockenen Sommer und erwarteten Verdunstungsverlusten dieses Zusatzwasser in den rund 1.200 ha großen Sedlitzer See überführen zu können.

Dieses im Restloch des vormaligen Tagebaus Meuro vorgehaltene Wasser – derzeit liegt der Wasserstand bei etwa 100,66 m NHN - steht nun dem Bergbausanierer LMBV zur Verfügung, um die Abstrom-, Abschlags- und Verdunstungs-Verluste im benachbarten Restloch Sedlitz auszugleichen. Dazu wurde ein dreistrangiger Heber im Ilse-Kanal installiert und seit Anfang Juni vom Bergbausanierer betrieben. Die Kapazität der Überleitungsmengen vom Restloch Meuro zum Restloch Sedlitz ist bis auf 1,5 m³/s geplant.

Das Wasser wird dabei völlig ohne Energieaufwendung, lediglich getrieben durch die Erdbeschleunigung, von RL Meuro nach RL Sedlitz übergehoben. Nur zum Starten des Hebevorganges wird kurzzeitig Energie benötigt, um mittels Vakuumpumpe die Leitungen zu evakuieren. Sind diese gefüllt und der Heber läuft, ist keine Energiezufuhr mehr nötig. Um ein Abreißen des Hebers zu verhindern, ist gelegentlich eine Nachevakuierung notwendig.

Trotz des temporären Erreichens des Zielwasserstandes (100,00 – 101 m NHN) im Großräschener See ist dort die Wasserfläche nach wie vor gesperrt und insbesondere das Baden noch untersagt. Alle 25 Meter weist ein Sperrschild der LMBV auf diesen Umstand hin. Im Sommer 2023 sind zudem noch bergbaulich hinterlassene Überhöhen im Gewässer mit schwimmender Technik zu beseitigen, um eine sicher nutzbare Wasserlamelle von zwei Metern zu erzeugen. Die LMBV weist daher erneut auf die Gefahren einer illegalen Badenutzung hin. Erst mit dem geplanten Ausspiegeln des Sedlitzer Sees mit dem Großräschener See im Zeitraum 2025/2026 wird voraussichtlich auch eine Badenutzung auf Antrag im Großräschener See organisiert werden können.

Auf Initiative der Stadt Großräschen wird derzeit ein Antrag eines Wassersportvereins für eine Zwischennutzung durch Kutter und Rettungsboote für diesen Sommer von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises OSL geprüft. Die LMBV als bergrechtlich verantwortliches Unternehmen für das noch nicht völlig fertige Restloch hat dazu eine positive Stellungnahme abgegeben. Es wird derzeit davon ausgegangen, dass für einen klar abgrenzten Teilbereich auf dem Bergbaufolgesee temporär und gefahrlos die angefragte Bootsnutzung ermöglicht werden soll. Dafür waren im Vorfeld noch Auflagen von den Antragstellern zu erfüllen bzw. Unterlagen beizubringen wie z.B. ein Rettungswerk.

Die Schwarze Elster wird derzeit parallel dazu aus der LMBV-Grubenwasser-Reinigungsanlage Rainitza durch eine vorgelagerte Wasserentnahme am Restloch Sedlitz über die Pumpstation Bahnsdorf von der LMBV gestützt – auch entsprechend den Juni-Absprachen in der Ad hoc-AG „Extremsituation Schwarze Elster“. Das Wasser wird aus der Pumpstation Bahnsdorf in die Rainitza abgeschlagen und mündet dann in die Schwarze Elster oberhalb des Stadtgebietes Senftenberg. Aktuell werden zu diesem Zweck bis zu 500 l/s abgegeben. Am Partwitzer See und Geierswalder See besteht zudem für die FZL die Möglichkeit, Wasser in den Sedlitzer See überzuleiten. Damit besteht indirekt auch die Möglichkeit, über diese beiden „Flachspeicher“ die Schwarze Elster zeitweilig mit zu stützen. In den vergangenen Jahren ist dies auch praktiziert worden. Das Wasser allein aus diesen beiden Restseen reicht allerdings nicht aus, die Wasserverluste im Sommer in den Seen selbst und den Stützungsbedarf der Schwarzen Elster zu decken. (Neue Textfassung v. 16.06.23 - Ergänzungen zum Überheben eingefügt)

500 l/s Stützungswasser für die Schwarze Elster kommen derzeit von der LMBV.


LMBV steht der Großen Lausitzrunde Rede und Antwort – Kommunalvertreter fordern mehr Speicherräume

Lausitzrunde verabschiedet Positionspapier Wasserproblem in der Lausitz

Forst. Auf Einladung der sogenannten Großen „Lausitzrunde“ gab LMBV-Sanierungsbereichsleiter Gerd Richter am 8. Juni 2023 Einblicke in die derzeitigen Aufgaben der Bergbausanierer und beantwortete eine Vielzahl von Fragen der Teilnehmer zu einzelnen Vorhaben der LMBV.

Die Große Lausitzrunde ist ein kommunales Bündnis aus Vertretern von 56 Lausitzer Städten und Gemeinden Brandenburgs und Sachsens unter Leitung der Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier und des Weißwasseraner Oberbürgermeisters Torsten Pötzsch. Ein weiteres der in der Runde behandeltes Thema war, dass mit dem bevorstehenden Ende der Braunkohlenförderung in der Lausitz der Wasserhaushalt aus dem Gleichgewicht kommen werde. Die Kommunen fordern daher einmal mehr Lösungen von Bund und Land. Auch Wasserimporte geraten daher ins Blickfeld.

Um das Wasserproblem in der Lausitz in den kommenden Jahrzehnten in den Griff zu bekommen, fordern die Kommunen der Region den Ausbau und die Ertüchtigung der bisherigen Speicherräume. Damit sollen Vorräte aus den feuchten Monaten vorgehalten werden können. Die vorhandenen Speicherkapazitäten für Wasser müssten auf ein Gesamtvorratsvolumen im Spreegebiet von mindestens 180 Millionen Kubikmeter weiter ausgebaut werden, heißt es in dem am Donnerstag in Forst verabschiedeten Positionspapier der Lausitzrunde. Auch die Speicher Lohsa II und der Speicher Bärwalde wurden neben dem entstehenden Cottbusser Ostsee als Speicherräume aufgeführt.

Die Lausitzrunde nimmt mit ihren Forderungen Bezug auf eine Studie des Umweltbundesamtes (UBA), die am 12. Juni 2023 veröffentlicht werden soll. Die Studie komme zu dem Schluss, dass der Wasserhaushalt im Spree-Flussgebiet nach dem erwarteten Aus der Kohleförderung einen strukturellen Wasserdefizit-Ausgleich brauche.

Den Untersuchungen zufolge werde es nach dem Ende des Braunkohlebergbaus deutlich weniger Wasser in der Region geben als heute. So sei im sächsischen Teil der Spree mit einem Defizit von jährlich rund 95 Millionen Kubikmetern zu rechnen, im brandenburgischen Teil der Spree mit einem Defizit von bis zu 126 Millionen Kubikmeter p.a. Durch eine weitergehende Nutzung von geeigneten Bergbaufolgeseen als Wasserspeicher könnte dieses Defizit ausgeglichen werden. Die Studie empfehle zudem, die Deckung der Wasserdefizite durch Wasserüberleitungen aus benachbarten Flussgebieten wie Elbe, Lausitzer Neiße und Oder abzusichern. Daher dringen die Bürgermeister und Wasserexperten bei Letzterem auf eine zügige Diskussion und Entscheidung von Bund und Ländern über Varianten des „Wasserimports“ in die Region.

„Es gehe um Tempo bei diesen großen wasserwirtschaftlich notwendigen Grundsatzentscheidungen“, sagte Wasserexperte Ingolf Arnold vom Verein Wasser Cluster Lausitz. Er wies darauf hin, dass bereits vor 30 Jahren festgehalten wurde, dass das Spreesystem kollabiere, wenn nichts getan werde. Die Kommunen forderten darüber hinaus eine schnelle Einigung über die Finanzierung und die künftige Lastenverteilung. Selbst wenn Behörden und Unternehmen wie die LMBV und die LEAG ihre Hausaufgaben gemacht haben, werde das Spreesystem ohne Ergänzung trotzdem nicht funktionieren, warnte Wasserfachmann Arnold. Die Zivilgesellschaft habe sich über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren an die höheren Wassermengen in der Spree gewöhnt - bis hin zur Trinkwasserversorgung in Berlin. Getoppt werde alles vom Klimawandel. „Deshalb müssen die drei Bundesländer Berlin, Brandenburg und Sachsen aber auch der Bund bei Beratungen in einem Boot sitzen“. Denn die Wasserversorgung der Metropolregion Berlin-Brandenburg hänge maßgeblich von der Wasserführung der Spree ab. Mit dem Braunkohlebergbau in der Lausitz wurde durch die Grundwasserhebung der Wasserhaushalt der Spree über Jahrzehnte gestützt. Mit dem Ende der Kohle werde sich dies verändern.

Lausitzrunde
Dr. rer. nat. Klaus-Peter Schulze warb für ein gemeinsames Postionspapier zum Wasserhaushalt


Bergbausanierer auf Karrieremesse in Cottbus

Senftenberg/Cottbus. Gemeinsam mit über 100 regionalen, nationalen und internationalen Unternehmen sowie Forschungsinstituten präsentierte sich die LMBV am 6. Juni 2023 am Zentralcampus Cottbus der BTU Cottbus-Senftenberg auf Brandenburgs größter Recruitingmesse für akademische Fachkräfte.

Zahlreiche Studierende und Absolventen nutzten auf der campus-X-change die Gelegenheit, sich am Stand der LMBV über Praktikumsplätze, Abschlussarbeiten oder einen Jobeinstieg nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums zu informieren.

Vor allem Studierende des Bauingenieurwesens, der Wasserbewirtschaftung und des Umwelt- und Ressourcenmanagements waren an den Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten des Bergbausanierers interessiert.

Zusätzlich zu den Ausstellern bot die Karrieremesse allen Interessierten ein umfangreiches Rahmenprogramm.

Foto: LMBV/R. Kaltschmidt


Braunkohlentag 2023: Braunkohleunternehmen arbeiten am Wandel

Transformation und Energiesicherheit – Diese beiden großen Themen bestimmten den Braunkohlentag 2023

Köln. Eingeladen vom Deutschen Braunkohlen-Industrie-Verein e. V. (DEBRIV), dem Bundesver­band Braunkohle, trafen sich am 1. und 2. Juni 2023 Vertreterinnen und Vertreter aus den Mitglieds­unternehmen, der Politik, den Behörden und Kommunen sowie der Wissenschaft, um die Transformation der deutschen Braunkohleindustrie in Zeiten der Energie­krise zu diskutieren.

Beim Braunkohlentag 2023, dem Jahrestreffen des DEBRIV ging es in diesem Jahr um den fortschreitenden Wandel in den Revieren: Wie gestalten die Unternehmen die Transformation? Wie lässt sie sich beschleunigen? Wie gestaltet sich der Strukturwandel? Welche Wiedernutzbarmachungskonzepte werden verfolgt? Und wie können die Regionen weiterhin zu einer sicheren Stromversorgung in Deutschland beitragen? „Denn auch wenn 2022 die Braunkohle in der Krise dringend benötigt wurde: Der Kohleausstieg ist gesetzlich fixiert. Wir setzen ihn um und sorgen dafür, dass der Kohleausstieg und vor allem die Transformation der Energiesysteme, Unternehmen sowie Regionen funktionieren“, betont Dr. Philipp Nellessen, Vorstandsvorsitzender des DEBRIV, in seiner Rede vor den über 400 Gästen der Veranstaltung.

Die deutschen Braunkohle gewinnenden Unternehmen RWE, LEAG, MIBRAG und ROMONTA investieren massiv in den Ausbau der erneuerbaren Energien, Speicher­kapazitäten sowie H2-ready-Gaskraftwerke. Bis 2030 sollen allein in den Braunkohle­regionen gut weitere 9 GW installierte Leistung an erneuerbaren Energien entstehen.  Zusätzlich sind 6 GW wasserstofffähige Gaskraftwerke geplant. Die anderen Mitglieds­unternehmen stellen sich ebenfalls auf den Wandel in ihrer Branche ein. So werden neue Wertschöpfungsketten erschlossen, Geschäftsfelder ausgebaut und in die Weiter­bildung investiert. Die Ziele: Der Aufbau einer nachhaltigen Energieerzeugung und die Sicherung der Arbeitsplätze in den Regionen. Bereits heute sind auch die Fragen der späteren Wiedernutzbarmachung der noch aktiven Tagebaue zu klären, für die die LMBV als Bergbausanierer bereits vielfältige nachnutzbare Erfahrungen vorweisen kann.

„Für den laufenden bergbaulichen Betrieb, seinen Abschluss, eine gute Wiedernutzbarmachung sowie für die Investitionen in die Energieversorgung außer­halb der Braunkohle brauchen die Unternehmen stabile und verlässliche Rahmen­bedingungen“, stellt DEBRIV-Hauptgeschäftsführer Dr. Thorsten Diercks fest. „Vor allem das Umweltrecht und das Bergrecht müssen die notwendigen zügigen Entscheidungen ermöglichen. Leistungsfähige und fachlich gut besetzte Geneh­migungsbehörden bleiben für den Bergbau und seine Transformation unverzichtbar.“

Über den DEBRIV: Der Deutsche Braunkohlen-Industrie-Verein e. V. (DEBRIV) fördert die technischen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der Braunkohleindustrie. Mit Blick auf den gesetzlich beschlossenen Kohleausstieg bis 2038 arbeitet der DEBRIV gemeinsam mit seinen Mitgliedern daran, die Transformation der Braunkohleindustrie, den Strukturwandel in den Revieren und die Energiezukunft Deutschlands aktiv mitzugestalten. Die LMBV ist eines der Mitgliedsunternehmen des Arbeitgeberverbandes.

Über den Braunkohlentag: Der Braunkohlentag ist zentrales Forum und wichtige Austauschplattform zu aktuellen Themen rund um die deutsche Braunkohle. Er wird vom DEBRIV jährlich an wechseln­den Orten in den Revieren ausgerichtet. Im Rahmen des Braunkohlentags finden Fachvorträge und Podiumsdiskussionen statt. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Behörden, Wirtschaft und Wissenschaft informieren und beziehen Stellung zu aktuellen energie- und umweltpolitischen Themen. 


LR-Radtour mit Halt an der Wasserbehandlungsanlage in Eichow

Eichow/Senftenberg. Die Lausitzer-Rundschau-Sommertour stand am Samstag, den 13. Mai 2023 unter dem Motto „Zwischen Spreewald und Seenland“ und so führte die Tour die 25 Teilnehmenden, die in Vetschau gestartet waren, u.a. zur Wasserbehandlungsanlage (WBA) der LMBV nach Eichow. Helmut Ziehe, Tour-Guide und als Diplom-Ingenieur u. a. im damaligen VEB Kraftwerke Lübbenau-Vetschau für die Wasserwirtschaft mitverantwortlich, gab zunächst einen historischen Abriss zum Standort am ehemaligen Kraftwerk Vetschau und verdeutlichte die Bedeutung der vormaligen Fischteiche für die Konsumgüterproduktion in einem DDR-Großbetrieb, wo über 30 Jahre lang Fischzucht betrieben wurde. Die Teiche wurden dabei mit Brauchwasser aus dem Kraftwerk befüllt und konnten bspw. durch die ganzjährige Wärme des Wassers, die Fischproduktion entsprechend unterstützen bzw. sogar beschleunigen.

Seit 2014 werden die Erdbecken als LMBV-Wasserbehandlungsanlage nachgenutzt, um die eisenbelasteten Wässer aus dem Eichower Fließ zu reinigen und somit den Eiseneintrag in das Greifenhainer Fließ deutlich zu reduzieren sowie letztlich die Eisenfrachten vom UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald fernzuhalten. Sven Radigk, Leiter der Projektgruppe Gewässergüte Fließgewässer Lausitz bei der LMBV, informierte die Teilnehmer ausführlich über die Funktionsweise der Reinigungsanlage mit der Wasserfassung im Eichower Fließ mittels Pumpstation sowie Förderung per Druckrohrleitung in drei nachgeschaltete Absetzbecken. Zudem ging er auf die weiteren Kenndaten der Anlage ein.

Die aus dem Einzugsgebiet Eichower Fließ stammenden, aktuell vergleichsweise geringeren Abflussmengen (ca. 10-80 l/s) mit jahreszeitlich erhöhten Eisen-gesamt-Konzentrationen (ca. 50-110 mg/l) werden seit Mai 2014 mit einem jahresdurchschnittlichen Wirkungsgrad von mehr als 90 Prozent in der naturräumlichen WBA reduziert. Durch die passive Wasserbehandlung von rund 6 Mio. Kubikmeter seit Mai 2014 konnten in den drei Absetzbecken insgesamt etwa 360.000 Kilogramm Eisen zurückgehalten werden. Hierdurch wird das Greifenhainer Fließ um circa 50 Prozent seiner Eisenfracht reduziert und somit der Südumfluter der Spree entlastet.

Im Anschluss an den Vortrag wurden zahlreiche Fragen gestellt. Von großem Interesse war für die Teilnehmer u.a. die Frage der Entsorgung bzw. die Möglichkeiten der Verwertung des Eisenhydroxidschlammes (EHS) sowie weitere LMBV-Maßnahmen, zur Verbesserung der Wasserbeschaffenheit im Einzugsgebiet der Spree.

Die Sommertour führte die Teilnehmer anschließend weiter über Wüstenhain zum Gräbendorfer See und zurück nach Vetschau.

Fotos: LMBV/R. Kaltschmidt

Publikation


Aktionsbündnis Klare Spree begeht zehnjähriges Jubiläum

Raddusch/Senftenberg. Am 9. Mai 2023 lud das Aktionsbündnis Klare Spree e. V. (ABKS) zum Festakt nach Raddusch ein. Hier gründete sich im Saal des Hotels am gleichnamigen Radduscher Naturhafen am 10. Dezember 2012 aus verschiedensten Akteuren der Zivilgesellschaft das ABKS, um auf das Problem der Verockerung (Eisenbelastung) der Fließgewässer, insbesondere (damals) aus den südlich gelegenen, bergbaulich beeinflussten Zuflüssen in das UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald, aufmerksam zu machen. Diese Schaffung von Öffentlichkeit für das Thema der Gefahr der Verockerung von Gewässern sowie das Hineinwirken in den politischen Raum, um dieses (damals) akute Problem auf die Agenda der Verantwortungsträger zu setzen, ist der historische und bleibende Verdienst der Akteure im ABKS.

Die LMBV, als wichtiger Dialogpartner des ABKS und Projektträgerin von Maßnahmen gegen die bergbaubedingte Eisenbelastung der Gewässer, wurde zum Festakt ebenfalls eingeladen und durch den Kaufmännischen Geschäftsführer Gunnar John sowie den Leiter der Projektgruppe Gewässergüte Fließgewässer Lausitz Sven Radigk vertreten.

Die Jubiläumsrede zum Festakt hielt der Vereinsvorsitzende Dieter Perko, bei der er insbesondere auf die noch anstehenden Aufgaben im Südraum der Spree verwies. Im Anschluss wurden Grußworte vom ehemaligen Vereinsvorsitzenden Peter Stephan, vom Lausitzbeauftragten der brandenburgischen Landesregierung und vormaligen Präsidenten des LBGR Dr. Klaus Freytag sowie vom langjährigen Präsidenten des Landesumweltamtes in Brandenburg Prof. Dr. Matthias Freude an das ABKS und seine Gäste gerichtet. Alle Redner blickten auf die Anfangsjahre von 2013 bis 2017 zurück. In diesen wurde durch pragmatisches Handeln der Entscheidungsträger in den zuständigen Ministerien und Verwaltungen sowie infolgedessen, durch die Umsetzung von Sofortmaßnahmen durch den Bergbausanierer LMBV, insbesondere die Verockerung des „Inneren Spreewaldes“ erfolgreich abgewehrt.

Gastredner Jörg Frauenstein vom Umweltbundesamt (UBA) hielt einen Fachvortrag in Bezugnahme auf die aktuelle Studie zu den „Wasserwirtschaftlichen Folgen des Braunkohleausstiegs in der Lausitz“ und hat in diesem Zusammenhang auf die zukünftig anstehenden, wasserwirtschaftlichen Herausforderungen im Dreiklang von Kohleausstieg, Klimawandel und Gütesteuerung (Eisen und Sulfat) im Einzugsgebiet der Spree, nachdrücklich hingewiesen.

Der Vorsitzende des ABKS Dieter Perko, der auch den Abend moderierte, versicherte den Anwesenden das bisher gezeigte Engagement von Vereinsvorstand und Mitgliedern, bezüglich der zukünftigen Herausforderungen zum nachhaltigen Schutz des Spreewaldes, zum Wassermanagement und zur Güteentwicklung der Spree sowie aller betroffenen Gewässer in der Lausitz, aufrecht zu erhalten.

v.l.n.r.: Dr. Klaus-Peter Schulze (ehem. MdB und Beisitzer im Vorstand des ABKS e.V.), Sven Radigk (Leiter der Projektgruppe Gewässergüte Fließgewässer Lausitz, LMBV), Dieter Perko (Bürgermeister der Gemeinde Neuhausen/Spree und Vorsitzender des ABKS e.V.) - Foto: ABKS/Bettina Schoradt
Fotos: LMBV


Feierliche 100. Sitzung des Brandenburger Braukohlenausschusses — mit LMBV-Beitrag

Cottbus. Am 30. März 2023 waren die Mitglieder des Braukohlenausschusses des Landes Brandenburg und Gäste zur feierlichen 100. Sitzung im Stadthaus in Cottbus zusammengekommen. Der Braunkohlenausschuss (BKA) ist ein Gremium der Raumordnung auf der Ebene der Regional- und Landesplanung, welches z. B. in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Brandenburg im Auftrag der jeweiligen Landesregierung die Rahmenbedingungen für den Abbau von Braunkohle erarbeitet und die dazugehörigen Braunkohlen- und Sanierungspläne entwirft. Kernpunkt ist hierbei die Mitwirkung und Willensbildung der betroffenen und beteiligten Bürger, von involvierten Institutionen und Beteiligten, darunter Kirchen, Landkreise, Naturschutz-, Bauern- und Unternehmerverbände sowie Gewerkschaften. Zur Mitwirkung und regionalen Willensbildung bei der Braunkohlen- und Sanierungsplanung wurde der Braunkohlenausschuss des Landes Brandenburg schon sehr früh am 27.09.1990 mit Sitz in Cottbus gebildet. Die LMBV ist - ebenso wie die LEAG - ein aktiv beratendes und berichtendes Mitglied. Als Rechtsgrundlagen wurden dafür ein Gesetz zur Regionalplanung und zur Braunkohlen- und Sanierungsplanung sowie eine Verordnung über die Abgrenzung der Braunkohlen- und Sanierungsplangebiete im Land Brandenburg 1996 verabschiedet.

Vorsitzende ist derzeit die Cottbuser Politikerin Kerstin Kircheis, die die vergangenen 33 Jahre BKA-Arbeit würdigte. Mit ihr hätten bereits insgesamt sieben Vorsitzende den Ausschuss geleitet und acht zuständige Minister diesen fachlich begleitet. Unter anderem wurden 15 Sanierungspläne verabschiedet. Oberstes Ziel war ein gemeinsames Einstehen für die Zukunft der Region, was sich u.a. auch in der Gemeinsamen Erklärung v. 14.12.2021 zum Fortsetzen der Braunkohlesanierung an das BMF dokumentierte. Zur 100. Sitzung im dreiundreißigsten Jahr des Wirkens des BKA waren auch ehemalige Vorsitzende wie Werner Schaaf, Wolfgang Schossig, Holger Bartsch und Dr. Dietmar Woidke eingeladen. Der Brandenburgische Ministerpräsident war daher auch zu einem ersten Grußwort gebeten worden. Er betonte, dass das Ringen um bestmögliche Entscheidungen oft den Charakter des Findens von Kompromissen getragen hatte und erinnerte an die Anfangsjahre. Immer an einem Donnerstag fanden die Sitzungen damals statt. Da er selbst fast an der Tagebaukante groß geworden ist, seien ihm die heftigen Diskussionen um den Erhalt der Arbeitsplätze in den Tagebauen und Kraftwerken noch bewusst, wie auch beim Blick in alte Protokolle klar wird. Was alles entstanden ist, sei heute gut auf Luftbildern zu sehen.

Dr. Woidke, geboren in Naundorf bei Forst, war seit 1998 als Mitglied des Kreistages Spree-Neiße und später auch als Vorsitzender des Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg an den Planungen des Braunkohleabbaus und der Sanierungsarbeiten mit beteiligt. Es gab auch Kritik: Brandenburgs Braunkohleplanung sei „keine ruhmreiche Geschichte. Zweimal stoppte das Verfassungsgericht Pläne, die der Braunkohlenausschuss durchgewunken hatte“ sagte René Schuster von der GRÜNEN LIGA, der seit 1999 die Umweltverbände im Ausschuss vertritt. Schuster sprach auch über seine Erfahrungen im Ausschuss: „Über viele Jahre ging es im Ausschuss nicht um ergebnisoffene Diskussionen, sondern um die Durchsetzung der Wünsche des Kohleunternehmens gegen alle Bedenken. Zahlreiche dieser Entscheidungen haben sich im Nachhinein als falsch erwiesen.“

Dr. Philipp Nellessen, Vorstandsmitglied der LEAG, der erstmals im BKA dabei war, blickte auf bewegende drei Jahrzehnte zurück. Er erinnerte daran, dass für das Unternehmen vor allem auch die Versorgungssicherheit mit bezahlbarem, günstigen Strom im Vordergrund stand. LEAG konnte auch in Krisenzeiten stabil und zu konstanten Preisen produzieren. Künftig solle mit der GIGAWatt-Idee eine kohlefreie Stromerzeugung als Ziel erreicht werden. Dafür blieben dem Unternehmen nur noch 15 Jahre, um neben der Kohleförderung auch neue Angebote für Grünstrom zu entwickeln. Seien es 1990 noch 17 Tagebaue mit 200 Mio. t Kohle-Förderung durch 60.000 Mitarbeiter gewesen, sank dieses Zahl 2022 auf vier Tagebaue mit 50 Mio. t Förderung mit 7.000 Beschäftigten. LEAG müsse weiter um Akzeptanz für seine Tagebaue kämpfen, da die Eingriffe in die Landschaft weithin sichtbar und tiefgehend seien. Er äußerte den Dank für die Arbeit im Ausschuss: diese war oft konstruktiv und lösungsorientiert. Auch künftig brauche dieser Ausschuss gemeinsam zu tragende Kompromisse - LEAG ihrerseits wolle auch fürderhin Verantwortung für die Region übernehmen.

Für die LMBV gab Bernd Sablotny als Sprecher der Geschäftsführung neben einem kurzen Rückblick vor allem einen Ausblick auf kommende Herausforderungen. Die LMBV betreue über 50 inaktive Tagebaue mit etwa 400 Mitarbeitern in der Region. Nach den Strukturveränderungen von den Länderbereichen zu Sanierungsbereichen und der räumlichen Konzentration mit dem Umzug 2007 nach Senftenberg sei das Unternehmen fest in der Region verankert. Die Bergbausanierer hätten bereits viel erreicht, aber es läge noch viel vor ihnen, da die Arbeiten unterschiedlich weit vorangekommen seien. Rund 700 Mio. Euro stünden bis 2027 für aktuelle Leistungen in der Brandenburgischen Lausitz zur Verfügung, so wie im VA VII vereinbart. Es sei kein einheitliches Agieren unternehmensweit mehr möglich – es gäbe phasenverschobene Aufgaben hinsichtlich des mitteldeutschen Reviers. Zudem lägen die größeren baulichen Sanierungsmaßnahmen bereits hinter der LMBV – vor ihr stünden viele kleinteilige Aufgaben. Der Wandel vom Restloch zu Jedermann-Gewässern bedürfe entsprechender Verfahren – wobei viele Einzelfragen zu lösen seien. Nur 4.000 ha LMBV-Abschlussbetriebsplan-Flächen seien bisher aus der Bergaufsicht entlassen, so Sablotny, daher wolle die LMBV mehr Rückzug aus der Fläche organisieren. Hinzu komme ein Kostendrittel nicht mehr steuerbarer Aufgaben als Sockelbelastung im Sinne von Ewigkeitslasten. Auch die Sanierung der Innenkippen bleibe eine noch zu schulternde Last – die flächendeckenden Sperrungen ab 2010 hätten 30.000 ha, davon 20.000 ha Landflächen in der Lausitz, erfasst. Zum Umgang mit diesen erfolge ein Priorisieren, welches noch in der Bund-Länder-Geschäftsstelle für die Braunkohlesanierung (GS StuBA) abzustimmen sei. Welche dies sein sollen, mit welchen Zielen, dies sei noch in der Diskussion, auch im BKA. Bernd Sablotny wünschte dem Ausschuss auch künftig ein „gutes Händchen“ beim Finden von tragfähigen Kompromissen.

Fotos: Dr. Uwe Steinhuber / LMBV


Baustart zum Grabenaushub am Ableiter Sedlitz mit offiziellem Spatenstich

Senftenberg. Mit einem symbolischen Spatenstich wurde am heutigen 29. März 2023 der offizielle Auftakt für die Hauptarbeiten am Ableiter Sedlitz gegeben. Das 2,8 Kilo-meter lange Bauwerk ist künftig der „Überlauf“ der so genannten erweiterten Restlochkette. Mit ca. 5.600 Hektar Fläche werden die Bergbaufolgeseen Großräschener, Sedlitzer, Geierswalder, Partwitzer, Neuwieser, Spreetaler und Blunoer Südsee untereinander verbunden und über den Ableiter Sedlitz an das Gewässernetz – hier die Schwarze Elster – angeschlossen sein. 

Für das Lausitzer Seenland ist der Bau des Ableiters Sedlitz somit besonders bedeutsam. Mithilfe der bereits vorhandenen Überleiter zwischen den Seen und dem Ableiter Sedlitz wird künftig ein koordiniertes Wassermanagement möglich sein. Die LMBV ist bestrebt, bis 2026 die Restlochkette, zu der der Sedlitzer, der Geierswalder und Partwitzer See gehören, sowie den Großräschener See zu fluten und fertigzustellen. 

Die vorbereitenden Arbeiten für den Ableiter und der Erstaushub des Bodens sind weit vorangeschritten. Nun folgen die Arbeiten auf den unteren zwei Ausbauebenen. Für die Herstellung des Gerinnes sind im Baufeld Aushubtiefen von bis zu sieben Metern erforderlich, wodurch eine zusätzliche temporäre Grundwasserabsenkung notwendig ist. Die Bauwasserhaltung ist in Vorbereitung und soll nach Ostern in Betrieb gehen, um die endgültige Tiefe des Grabens trockenen Fußes auszubaggern und profilieren zu können. Neben der Bauwasserhaltung ist auch ein Grenzwasserstand von 98,5 m NHN im Sedlitzer See einzuhalten.

Die Gewässerverbindung ist ca. 2.800 Meter lang und hat eine Sohlbreite von ca. sieben Metern und eine Weite von ca. 30 Metern. Das Profil wird ausgebaggert und mit Bentonitmatten gedichtet. Abschließend erfolgt die Böschungsendgestaltung.

Für die nicht touristisch nutzbare Wasserverbindung wurde in den Vorjahren bereits die Trasse geotechnisch vorbereitet, das Auslaufbauwerk am Sedlitzer See sowie das Sielbauwerk am Zufluss zur Schwarzen Elster errichtet. Im Zuge der folgenden Maßnahmen wird ein Trogbauwerk unterhalb der B 96 sowie eine Wildbrücke ergänzt. Parallel zum Ableiter soll ein sandgeschlemmter Wirtschaftsweg zur Unterhaltung und Bewirtschaftung der Anlage entstehen.

Der Ableiter Sedlitz wird eine Ausleitkapazität aus dem Sedlitzer See von durchschnittlich drei Kubikmetern Wasser pro Sekunde haben. Die Kosten belaufen sich insgesamt auf rund 55 Millionen Euro einschließlich der vorlaufenden Verdichtung des Kippenbodens. Die Bergbaufolgeseen der so genannten erweiterten Restlochkette entstehen aus den einstigen Braunkohletagebauen Sedlitz, Scado, Koschen, Meuro, Spreetal und Bluno. 

Offizieller Spatenstich (v.l.): Jörg Frisch (Technischer Bereichsleiter Strabag), Andreas Pfeiffer (Bürgermeister Senftenberg), Gerd Richter (Sanierungsbereichsleiter Lausitz LMBV), Daniel Just (Geschäftsführer ZVLSS) und Henry Kleinstück (Geschäftsführer ABG)

Fotos: LMBV/Menzel und LMBV/Horn


Zweite Wasserkonferenz Lausitz: Erfahrungen – Perspektiven – Handlungsoptionen

Hoyerswerda. Am 20. März 2023 hatte die Sächsische Agentur für Strukturentwicklung (SAS) und der Wasser-Cluster-Lausitz e.V. anlässlich des Weltwassertages 2023 zu einem Erfahrungsaustausch zum Thema „KOHLEAUSSTIEG = WASSERMANGEL?“ Politiker und Fachleute eingeladen. Rund 150 Tagungsteilnehmer, darunter neben den Umweltministern von Brandenburg und Sachsen der Chef des Bergbausanierers LMBV, Bernd Sablotny, der Brandenburger Lausitzbeauftragte Klaus Freytag oder auch die Bürgermeister Torsten Ruban-Zeh aus Hoyerswerda, Frank Lehmann aus Lauta und Manfred Heine aus Spreetal.

Erneut habe das Trockenjahr 2022 gezeigt, welche Bedeutung die vom Braunkohlenbergbau in die Spree eingeleiteten Sümpfungsmengen für die Spreewasserführung besitzen. Der mit einem künftigen Kohleausstieg verbundene Wegfall der Sümpfungswasser-Einleitungen auf Null führe zu vollkommen neuen wasserwirtschaftlichen Randbedingungen für das Wassermanagement der Spree. Zugeschaltet wurde u.a. die Parlamentarischen Staatsekretärin im BMUV Dr. Bettina Hoffmann, die betonte, dass das Thema Wasser und Kohle in keiner Region in Deutschland so intensiv diskutiert werde, wie in der Lausitz. „Es gilt, Bedarfe und Angebot langfristig in eine Balance zu bringen“, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin. Das werde sehr schwierig, betonte ihr Brandenburger Kollege Axel Vogel.

Gemeinsam mit dem Umweltbundesamt wurden erste vorläufige und richtungsweisende Hauptergebnisse der Forschungsstudie „Wasserwirtschaftliche Folgen des Kohleausstieges“ durch die Arbeitsgemeinschaft WAFl vorgestellt. Eine Erweiterung des Wasserdargebots in der Region sei unerlässlich. Allein mit Optimierungen gehe es nicht, so Jörg Frauenstein vom UBA. Insbesondere zur Frage, wie hoch der künftige Wassermangel in den Flüssen vermutlich ausfallen wird und welche Maßnahmen zur Vermeidung von wasserwirtschaftlichen Stresssituationen aus gutachterlicher Sicht geeignet erscheinen, stellte die Forschungsstudie dar. Dies sei zugleich der Beginn einer breiten fachlichen wie politischen Diskussion.

Die Auswirkungen von 160 Jahren Braunkohlenbergbau auf den Wasserhaushalt von mindestens drei Bundesländern und auf den Grenzbereich zur Republik Polen lassen sich nicht mit übereilt entwickelten Lösungen ungeschehen machen. Demnach werde das verfügbare Wasserdargebot in der Region künftig nicht ausreichen, um alle Bedarfe ohne Anpassungen decken zu können. Sowohl eine Verstärkung des Wasserdargebots als auch die Einschränkung der Nutzungen durch Begrenzung von Wasserentnahmen berühren vielfältigste Interessen und sind umsichtig gegeneinander abzuwägen.

Die Schaffung notwendiger Reserven in der komplexen Wasserbewirtschaftung sei zunächst ergebnissoffen und im Dialog mit allen betroffenen Anrainern weiterführend zu betrachten. Welche der Lösungen tatsächlich umgesetzt würden, bedarf angesichts des notwendigen zeitlichen Vorlaufs für Planung, Genehmigung und Realisierung allerdings zeitnaher Entscheidungen der zuständigen landespolitischen Institutionen und Gremien, um den Kohleausstieg nicht zu gefährden

Neben dem Impulsvortrag zur UBA-Wasserstudie war auch die LMBV mit einem Fachbeitrag von Dr. Oliver Totsche zu den „Herausforderungen für die weit vorangeschrittene Bergbausanierung“ vertreten. Die wasserwirtschaftlichen Aufgaben im Sanierungsbergbau der LMBV konnten bereits zu rund 90 Prozent umgesetzt werden. Die Endphase im LMBV-Bereich wird nunmehr stärker als bisher durch den Kohleausstieg beeinflusst werden. Hinzu kommt ein verstärkt wahrnehmbarer Einfluss der Folgen des Klimawandels auf die Erreichung von Zielstauhöhen einiger Bergbaufolgeseen. Diese ei der LMBV gesammelten Erfahrungen werden künftig bei der Rekultivierung der aktuell noch betriebenen Tagebaue einfließen müssen

Die vom Umweltbundesamt im Auftrag gegebene Studie komme u.a. zu dem Ergebnis, dass es Überleitungen aus der Elbe, der Neiße oder der Oder bräuchte, um die Wasserprobleme in der Lausitz und Berlin zu beherrschen. Kritische Worte gab es auch von Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel zum angedachten Elbeüberleiter in die Lausitz, da auch für die Elbe die Wasserrahmenrichtlinie der EU gälte. Der Fluss habe in Trockenzeiten zudem zu wenig Wasser. „Wir werden Sparsamkeit zu einem langfristigen Ziel machen müssen“, unterstrich Minister Vogel. Brandenburg habe schon ein Niedrigwasserkonzept für den Spreewald erarbeitet. Nicht mehr ausgeschlossen sei demnach, künftig im Sommer einzelne Fließe trockenfallen zu lassen.

Sachsens Umweltminister Wolfram Günther stellte klar, dass die Probleme mit dem Wasserhaushalt in der Lausitz nicht mit dem Kohleausstieg begründet seien, sondern deren Ursachen im damaligen Braunkohleabbau-Einstieg lägen. „Es wird noch viele Jahre dauern bis der Lausitzer Wasserhaushalt den neuen geänderten Anforderungen gerecht werden kann“, so Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel: „Dabei gilt zunächst das Verursacherprinzip. Deshalb müssen bei allen Vorhaben die verantwortlichen Bergbauunternehmen an den Kosten und den zu ergreifenden Maßnahmen zur Wiederherstellung eines funktionierenden Wasserhaushaltes entsprechend beteiligt werden.“

Umweltminister Axel Vogel unterstrich: „In der niederschlagsarmen Lausitz ist Wasser eine der zentralen Ressourcen für den Strukturwandel. Nur durch ein strategisches Wassermanagement sind die ökonomischen, ökologischen und sozialen Herausforderungen beim Kohleausstieg und bei den voranschreitenden Klimaveränderungen zu bewältigen. Brandenburg arbeitet für die zukünftige Entwicklung der Region und den Spreewald mit seiner einzigartigen Gewässerlandschaft daran, dass auch weiter das notwendige Wasser zur Verfügung steht.“

Aus Sicht des MLUK gehöre die Kohleindustrie zu den größten Wasserverbrauchern im Land. Durch den jahrzehntelangen Abbau der Braunkohle haben sich die Landschaft und der Wasserhaushalt im Grund- und Oberflächenwasser in der Lausitz stark verändert. Jedes Jahr würden durch die Tagebaue hunderte Millionen Kubikmeter Grundwasser gehoben und in die Gewässer – hauptsächlich die Spree, aber auch die Schwarze Elster und die Lausitzer Neiße – geleitet. Mit dem bevorstehenden Kohleausstieg, dem Strukturwandel sowie der Klimaveränderung ändern sich aktuell die Rahmenbedingungen für den Wasserhaushalt in der Lausitz.

Ein wichtiger Schritt für das strategische Wassermanagement sei der Aufbau des Grundwassermodells Lausitz. Zusammen mit dem Bund und dem Freistaat Sachsen werde bis 2027 ein großräumiges Grundwassersimulationsmodell aufgebaut, das die Grundlage für die länderübergreifende Grundwasserbewirtschaftung in der Lausitz darstellt, so das MLUK. Mit dem Grundwassermodell Lausitz könnten perspektivisch Prognosen zu allen wichtigen Kenngrößen und Entwicklungen im Grundwasser in der Lausitz getroffen werden. Der Bund, Sachsen und Brandenburg haben sich gerade auf die Finanzierung eines Grundwassermodells für die Lausitz geeinigt. 9,3 Millionen Euro solle die Ermittlung des Ist-Standes kosten. „Wir sollten alles daransetzen, frühzeitige Lösungen zu erarbeiten“, forderte die Parlamentarischen Staatsekretärin Dr. Hoffmann.

Auch im Oberflächenwassermanagement arbeiten Brandenburg, Sachsen und Berlin bereits länderübergreifend eng zusammen. Die länderübergreifende Ad-hoc-AG steuere die Oberflächenabflüsse von Spree und Schwarzer Elster in Trockenzeiten. Gemeinsam werden die nächsten wichtigen Untersuchungen zum Wasserhaushalt in der Lausitz angestoßen. Ziel sei es, die Erweiterung des Simulationsmodells für das Oberflächenwasser, die Erarbeitung eines Wasserwirtschaftlichen Gesamtkonzeptes, Untersuchungen zu Wasserspeichermöglichkeiten sowie Wasserüberleitungen bis zum Jahr 2026 zu erarbeiten.

Darüber hinaus unterstütze Brandenburg das Land Berlin auch dabei, selbstständig die Wasserversorgung für die fast 3,7 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner zu sichern. „Ohne Trinkwasser kein erfolgreicher Strukturwandel“ – dazu wurden auf der Konferenz auch praktikable Wege aufgezeigt, wie auf freiwilliger Basis Wasserversorgungsunternehmen länder- und verbandsübergreifend die Zeichen der Zeit erkannt haben. Zur länderübergreifenden Trinkwasserversorgung referierten u.a. LWG Lausitzer Wasser GmbH und EWAG-Vertreter (EWAG Kamenz Energie und Wasserversorgung AG).

Nach 60 Jahren enger Verflechtung der kommunalen Trinkwasserversorgungssysteme mit dem von Bergbauwasser lebenden Trinkwasserwerk Schwarze Pumpe, konnte zum Jahresanfang 2023 dieser Verbund planmäßig gelöst werden. Dies ist jedoch erst der Anfang für den Prozess einer länder- und verbandsübergreifenden Zusammenarbeit verbunden mit dem weiteren Ausbau der Netzinfrastruktur sowie einigen Wasserwerken. Für die Beteiligten Verbände und Unternehmen stellt dies eine große Herausforderung für mindestens eine Dekade dar.

Weitere Informationen: https://www.b-tu.de/en/news/article/23355-kohleausstieg-wassermangel-zweite-wasserkonferenz-lausitz

Fotos: Torsten Kellermann für WCL


„Leinen los“ am Berzdorfer See! — Vorrang der Sanierung bleibt gewährleistet

Allgemeinverfügungen der Landesdirektion Sachsen zur Nutzung des Berzdorfer Sees mit Wasserfahrzeugen ab sofort verbindlich 

 

Dresden/Görlitz. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) hat am 16. März 2023 ihre Widersprüche zurückgenommen, die gegen die Allgemeinverfügungen der Landesdirektion Sachsen (LDS) eingelegt wurden.

Diese waren bereits im letzten Jahr zur Nutzung des Berzdorfer Sees von der LDS erlassen worden. Damit ist der Berzdorfer See ab sofort in weiten Teilen zum Befahren mit Wasserfahrzeugen für jedermann nutzbar.

Lediglich einige Beschränkungen, die aus Naturschutzgründen erforderlich sind, bleiben erhalten. Das Verfahren zur Feststellung der Fertigstellung des Sees für die Schifffahrt ist damit abgeschlossen.

»Ich freue mich, dass die Anlieger und Nutzer des Berzdorfer Sees – ganz besonders die Freizeitkapitäne – nun Rechtssicherheit haben und sich entspannt auf die Sommersaison auf dem See vorbereiten können.« äußert sich Regina Kraushaar, Präsidentin der Landesdirektion Sachsen. »Die Attraktivität der Region gewinnt noch einmal ganz erheblich, denn von dieser Allgemeinverfügung wird auch der Tourismus nochmals kräftig profitieren können.«

Die Rücknahmen der Widersprüche sind das Ergebnis zahlreicher Gespräche zwischen der LMBV und der Landesdirektion Sachsen. Hierbei wurde u. a. vereinbart, dass der Allgemeinverfügung vom 9. August 2022 zur Feststellung der Fertigstellung von Gewässerstrecken des Berzdorfer Sees eine Präambel vorangestellt wird.

Diese Präambel betont nochmals den sich aus berg- und wasserrechtlichen Verpflichtungen ergebenden Vorrang der Sanierung durch die LMBV.

Die Allgemeinverfügung kann im Internetportal der Landesdirektion Sachsen (http://www.lds.sachsen.de/bekanntmachung) in der Rubrik Umweltschutz/Wasserwirtschaft eingesehen werden.

Zusätzlich wird die Öffentlichkeit über Aushänge in den Seeanliegerkommunen Görlitz und Markersdorf sowie im Amtsblatt der Gemeinde Schönau-Berzdorf unterrichtet. Herausgeber: Landesdirektion Sachsen v. 17.03.2023

Fotos: LMBV-Archiv / P. Radke


Einblicke in die Arbeit der Flutungszentrale Lausitz — Unternehmer und Gewerbetreibende des BVMW bei LMBV zu Gast

Senftenberg. Der Einladung des BVMW-Regionalbüros der Wirtschaftsregion Brandenburg Süd-Ost zu einem Vortrag der LMBV am Abend des 14. März 2023 folgten rund 50 Unternehmer und Gewebetreibende. Den Gästen waren besondere Einblicke in die Arbeit der Flutungszentrale Lausitz versprochen worden. Sie wurden zunächst herzlich vom Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny, im Barbarasaal begrüßt, der die Idee von Organisator Ralf Henkler vom Mittelstands-Verband für einen solchen beginnenden Austausch positiv bewertete.

Der Verband hatte mit der Fragestellung geladen, ob man wissen wolle, „…wie der größte Wasserhahn Deutschlands, vielleicht sogar Europas“ funktioniere? Die besondere geographische Lage, geologische Beschaffenheit sowie die mehr als 100jährige Inanspruchnahme durch den Bergbau machen die Lausitz zu einem Reallabor für ein außergewöhnlich anspruchsvolles Wassermanagement“, so der BVMW. Bereits im Jahr 2000 veranlassten diese außergewöhnlichen Randbedingungen die Bundesländer Brandenburg, Berlin und Sachsen dazu, ein umfassendes Wasser-Monitoring im Rahmen der Braunkohlesanierung zu aktivieren. “Mit der in Senftenberg ansässigen Flutungszentrale Lausitz entstand eine in dieser Form einzigartige Institution, die einen sowohl vielfältigen als auch komplexen Aufgabenbereich übernommen hat.“

Maik Ulrich, Leiter der Flutungszentrale Lausitz, stellte in seinem Vortrag dann seine Arbeit zum Fluten und Bewirtschaften von Bergbaufolgeseen vor. Nach dem Vortrag gab es noch die Möglichkeit zu Fragestellungen und Diskussionen sowie zum Besuch des Leitstandes der Flutungszentrale. (Zitate aus Einladung | Der Mittelstand. BVMW e.V.)

Fotos: Dr. Uwe Steinhuber (2023)



Silbersee-Testfeld wird derzeit vor Friedersdorfer Strand gerüttelt

Senftenberg/Lohsa. Auf dem sächsischen Silbersee, auch als Restloch Friedersdorf oder Speicher Lohsa I bekannt, werden derzeit Untersuchungen zum Seegrund und Uferbereich bei Friedersdorf im Rahmen des § 3 des VA Braunkohlesanierung angestellt. Von Ende 2022 bis April 2023 hat der Bergbausanierer LMBV ein Testfeld für einen 200 Tonnen schweren seegestützten Seilbagger LR 1300 eingerichtet und trifft damit vorbereitende Maßnahmen für eine vorgesehene Sanierung des Südufers. Mit den Ergebnissen des Testfeldes und der Nachsondierungen soll die weitere LMBV-Planung für die dann umzusetzende uferparallele Sanierung präzisiert werden.

Zunächst wurde auf dem 340 Hektar großen Altgewässer ein Rüttel-Testfeld auf einer 105 x 31 Meter großen Fläche nahe dem Ufer gestartet. Dort werden nun verschiedene Zugabematerialien für die Rüttelverdichtung bis Ende März 2023 getestet. Bis zu 315 Rüttelsäulen sollen in dem Testareal im Bergbaufolgesee zunächst von einem pontonbasierten RDV-Seilbagger bis in 30 Meter Tiefe eingebracht werden. Den Auftrag dafür hat die Firma V.C. Metzner von der LMBV übernommen. Zum 6. April 2023 soll der derzeitige Sperrbauzaun wieder zurückgebaut werden.

Nachdem bereits mit der Kommune Lohsa und regionalen Medien das Vorhaben vorgestellt worden war, informierte die LMBV auf Wunsch des MDR am 7. März 2023 auch live in der Sendung MDR um Zwei. Hierfür stand LMBV-Abteilungsleiter Karsten Handro gemeinsam mit MDR-Reporterin Pauline Vestring vor der Kamera. Ab Oktober 2023 bis April 2025 soll nun voraussichtlich die uferparallele Sanierung des Südufers mittels RDV und LRV erfolgen und dafür auch der See bzw. der Strand vorübergehend gesperrt werden. Im Jahr 2024 wird der See gesperrt bleiben. Ab der Saison 2025 soll der Silbersee dann wieder nutzbar sein, wenn die Sanierungsarbeiten wie geplant durchgeführt werden können. Diese Zeitschiene beruht auf dem aktuellen Stand der Planungen.

Hintergrund: Für das Testfeld war bereits in den Jahren 2021/22 am Ostufer des Restloches eine Einsatzstelle für die Rüttel- und Pontontechnik errichtet worden. Bei Lohsa führt zudem die Bahnstrecke über die östliche Abraumkippe des Alttagebaus am Rande des Silbersees entlang. Der nach Einstellung des großräumigen Braunkohlebergbaus ansteigende Grundwasserspiegel verschlechterte auch die Baugrundeigenschaften des östlichen Abraumkippenkörpers derart, dass die Standsicherheit dieser Uferböschung gefährdet schien. Die Gefahr des Fließrutschens oder eines Grundbruchs erforderte eine permanente geotechnische Überwachung der Eisenbahnstrecke, die zeitweise nur mit verminderter Geschwindigkeit befahren werden durfte.

Um einen weiteren Betrieb der Niederschlesischen Eisenbahnmagistrale zu gewährleisten, wurde im Rahmen eines Vorhabens i.A. der LMBV zur Bergbausanierung der schlecht tragfähige Baugrund des östlichen Kippenkörpers stabilisiert und verbessert. Die Sicherung selbst erfolgte ab März 2011 auf einer Dammlänge von 1.640 Meter. Der sogenannte Sicherungskörper wurde bis zu 34 Meter tief und bis zu 65 Meter breit verdichtet. Insgesamt mussten damals dafür ca. 3.500.000 Kubikmeter Dammvolumen verdichtet und auch zwischenzeitlich kleinere abgegangene Bereiche aufgefüllt werden.

Nach Rückbau der alten Bahnanlagen ab 2010 war die Kippenstabilisierung entlang der etwa 2,5 km langen Trasse mittels Rüttelstopf- und Rütteldruckverdichtung (RSV/RDV) sowie im Bereich der Innenkippe oberflächennah mit dem HEIC-Verfahren der britischen Firma Landpac erfolgt. Zeitweise waren dabei bis zu vier Tiefenrüttler gleichzeitig im Einsatz. Im Anschluss wurden erdbautechnisch die Seeuferböschung und der Bahndamm wiederhergestellt. Nach fast fünfjähriger Bauzeit konnte am 01.03.2016 die gesicherte Bahntrasse in Lohsa von der LMBV an die DB Netz AG offiziell zurück übergeben werden.

Der Silbersee selbst ist kein LMBV-Gewässer. Der Silbersee ist ein Speichergewässer der sächsischen Landestalsperrenverwaltung, der inmitten eines waldreichen Gebietes gelegen und in den 60er Jahren durch Flutung des ehemaligen Braunkohletagebaus Werminghoff II entstanden ist. Seit Anfang der 1970er Jahre wird er vor allem auch für die Naherholung und zum Angeln genutzt. Am Friedersdorfer Ufer des Silbersees befindet sich ein Badestrand und angrenzend ein privat geführter Campingplatz. Derzeit ist die Wasserfläche aufgrund der noch notwendigen bergtechnischen Sanierung temporär gesperrt.

Fotos: Gernot Menzel f. LMBV (2023)


Weitere Eisenminderung in der Spree durch LMBV umgesetzt — Jahresbericht erschienen

Senftenberg/Spremberg. Der Jahresbericht 2022 zum "Monitoring der Eisenbelastung der Spree und in der Talsperre Spremberg" – erstellt durch den Fachgutachter Klare Spree der LMBV Dr. Uhlmann vom Institut für Wasser und Boden (IWB Dresden) – liegt vor.

Die Wasserbehandlung durch den bedarfsgerechten Betrieb der Konditionierungsanlage im Zulauf der Spree zur Talsperre Spremberg zeigte auch im Jahr 2022 ihre positive Wirkung. Die Konditionierungsanlage, bestehend aus der Bekalkungsanlage in Spremberg-Wilhelmsthal sowie nach ca. 1,5 km Fließweg der Flockungshilfsmittelzugabe am Einlaufbauwerk der Vorsperre Bühlow, erzielte eine deutliche Erhöhung des Eisenrückhaltes. Circa 52 Prozent der Eisenfracht der Spree wurde in der Vorsperre zurückgehalten und somit die Hauptsperre der Talsperre, d. h. der Spremberger Stausee, entlastet.

Gleichzeitig wird somit die Einhaltung der Ablaufwerte aus der Talsperre am Pegel Bräsinchen gesichert. Die Eisen-gesamt-Konzentration lag hier 2022 jahresdurchschnittlich bei 0,5 mg/L sowie ganzjährig < 2 mg/L und somit stabil unterhalb der Sichtbarkeitsschwelle für partikuläres Eisen in der Spree. Bei Einhaltung einer jahresdurchschnittlichen Eisen-gesamt-Konzentration von ≤ 1,8 mg/L gilt gemäß der „Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer“ (OGewV) in Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL), der gute ökologische Zustand bzw. bei stark anthropogen (hier: bergbaulich) beeinflussten Fließgewässern, das gute ökologische Potential bezogen auf den chemischen Einzelparameter (ACP) Eisen, als erfüllt. Die Talsperre Spremberg (Vor- und Hauptsperre) erzielte dabei insgesamt einen Eisenrückhalt von ca. 90 Prozent bezogen auf die Immission, d. h. die Eisenfracht in der Spree.

Der durch die Konditionierung (hier: Kalkung und Flockung) geförderte Eisenrückhalt in der Vorsperre Bühlow hat bei vergleichsweise moderaten Durchflussmengen der Spree von ca. 9 m³/s in 2022 sowie kontinuierlichen Teilberäumungsleistungen mittels Saug-/Spülbaggerung im Vorstaubecken wiederum gut funktioniert. In 2022 wurden die Einzelmaßnahmen zur Entnahme, Entwässerung und fachgerechten Entsorgung von eisenhydroxidbelasteten Schlämmen (EHS) in Projektträgerschaft der LMBV fortgeführt.

Die gravitative EHS-Entwässerung als Regeltechnologie erfolgte regulär in Verbindung mit den drei Sedimentationsbecken an der Vorsperre Bühlow. Der in 2022 an der Vorsperre angefallene EHS wurden beprobt, analysiert und ausnahmslos als nicht gefährlicher Abfall einer stofflichen Verwertung mit einer Gesamtmenge von ca. 75.000 t zugeführt. Die Rückführung des EHS in den Wirtschaftskreislauf gemäß dem „Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Bewirtschaftung von Abfällen“ (KrWG) erfolgte in 2022 mit zwei Dritteln der Gesamtmenge überwiegend als rohstoffliche Verwertung, d. h. für die Herstellung von Produkten zur Entschwefelung in Biogasanlagen. Etwa ein Drittel der Gesamtmenge wurde baustofflich verwertet, d. h. als Zuschlagstoff zur Herstellung mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB).

Der Einsatz von Flockungs- und Flockungshilfsmitteln (Weißfeinkalk und Koaret PA 3230 T) wird im Hinblick auf die aquatischen Lebewesen durch ein fischereibiologisches Monitoring in der Talsperre Spremberg überwacht, um eventuelle Auswirkungen der Wasserbehandlung auf Fische und Großmuscheln sowie auf das Makrozoobenthos festzustellen bzw. auszuschließen. Mit dem Einsatz der Flockungs- und Flockungshilfsmittel wurden die Umweltbedingungen für die aquatische Fauna durch die erfolgreiche Erhöhung des Eisenrückhaltes in der Vorsperre Bühlow verbessert, wodurch auch in 2022 die Stabilität des Fischbestandes und der Benthosdichte zu erklären ist.

Im Einklang mit den Vorjahresergebnissen kann der Schluss gezogen werden, dass die Vorteile einer verbesserten Eisenrückhaltung, die mit den Wasserkonditionierungsmaßnahmen eventuell noch vorhandenen Restrisiken für Fische und andere aquatische Organismen bei weitem aufwiegen (siehe dazu den Monitoringbericht 2022 zum Fischbestands- und Benthosmonitoring in der Talsperre Spremberg vom Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow).

Fotos: LMBV/Steffen Rasche (2022)

Neue Publikationen


Bodenreinigung im Industriepark Schwarze Pumpe abgeschlossen

Senftenberg/Schwarze Pumpe. Die Bodenaustauschmaßnahme mittels Vakuumthermischer Bodenreinigung im Industriepark Schwarze Pumpe ist am 9. Februar offiziell durch die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) sowie die beteiligten Firmen und Behörden abgeschlossen worden. Zur feierlichen Veranstaltung fanden sich an diesem Tag rund 100 Gäste im Klubhaus in Schwarze Pumpe ein.
Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter Lausitz, hob in seinem Einführungsvortrag hervor, dass die ausgetragene Schadstoffmenge nachweislich mindestens 764 Tonnen umfasst habe und die behördlichen Vorgaben für alle Schadstoffarten übererfüllt wurden. „Im Zeitraum der Arbeiten, von Mitte 2017 bis Ende 2022, ist es erfreulicherweise und trotz der anspruchsvollen Aufgaben zu keinen relevanten Unfällen gekommen“, erklärte Gerd Richter dankbar.
Insgesamt 147 Spundwandkästen Boden wurden während der Maßnahme ausgehoben. Der aus den sechs Bauabschnitten entnommene kontaminierte Boden wurde in der Vakuumthermischen Reinigungsanlage (VTRA) im Industriepark behandelt und aufbereitet. Der gereinigte Boden konnte am Entnahmestandort wieder eingebracht werden. Ausführender Auftragnehmer war die ARGE VTRA und Bodenaustausch Schwarze Pumpe, bestehend aus den Firmen Lobbe Industrieservice GmbH & Co KG und Bauer Resources GmbH.

Seit 2017 lief die Maßnahme der Bodensanierung im Industriepark. Etwa 1,3 km Spundwände wurden als Primärspundwände für die Baugrubensicherung bis in eine Tiefe von 20 Metern eingebracht. Danach wurde eine tiefer liegende Arbeitsebene hergestellt, von der aus weitere 147 Einzelspundwandkästen mit einer Grundfläche von jeweils 10 x 11 Metern eingerammt wurden, um den Bodenaushub bis in 14 Metern Tiefe vorzunehmen. Insgesamt sind ca. 13.000 m³ Bausubstanz abgebrochen, ca. 400.000 Tonnen Boden bewegt und davon ca. 286.000 Tonnen kontaminierter Boden gereinigt worden. Allein die Kosten für die Tiefbauarbeiten und die vakuumthermische Bodenreinigung belaufen sich auf insgesamt etwa 57 Mio. Euro.

Hintergrund:

Das einstige Gaskombinat Schwarze Pumpe war das Herzstück der Energieversorgung in der DDR. Von 1955 bis 1990 wurden rund 900 Millionen Tonnen Rohbraunkohle zu Briketts, Elektroenergie, Koks und Gas verarbeitet. Der Betriebskomplex bestand aus drei Brikettfabriken, drei Kraftwerken, einer Kokerei, einem Druckgaswerk sowie den Nebenanlagen Entphenolung, Extraktion und Destillation.
Insbesondere in diesen Nebenanlagen verursachte die Produktion Schadstoffemissionen in den Untergrund. Der Boden und das Grundwasser wurden teilweise stark mit Kohlenwasserstoffen, BTEX, PAK und Alkylphenolen aus der Braunkohleveredlung belastet. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft erhielt den Auftrag, die stillgelegten Anlagen zurückzubauen, die Altlasten im Untergrund zu erkunden, weitgehend zu sanieren und die Flächen im Rahmen von Abschlussbetriebsplänen für eine industriell-gewerbliche Nachnutzung herzustellen. Nicht nur Boden wurde in den vergangenen fünf Jahren gereinigt, auch kontaminiertes Grundwasser wurde und wird einer Reinigung und Aufbereitung unterzogen: Mehrere Haltungsbrunnen fördern das mit Schadstoffen belastete Grundwasser in die Abwasserbehandlungsanlage im Industriepark Schwarze Pumpe, wo die Schadstoffe biologisch abgereinigt werden.

Fotos: LMBV/Steffen Rasche


Vorläufige Flutungsergebnisse der LMBV für 2022: 108 Mio. m³ eingeleitet und 98 Mio. m³ abgegeben

Senftenberg/Leipzig. Nach vorläufigen Zusammenstellungen konnte die LMBV im Jahr 2022 108 Mio. m³ in ihre Bergbaufolgegewässer einleiten und bis zu 98 Mio. m³ im gleichen Zeitraum an die Vorflut u.a. zur Stützung in Niedrigwasserzeiten und zum ökologischen Erhalt abgegeben.

In Mitteldeutschland konnten im Jahr 2022 rund 22 Mio. m³ von der LMBV für die Flutung und Nachsorge aus den Vorflutern herangezogen werden. Mit einer Flutungswassermenge von rund 9 Mio. m³ aus der Weißen Elster bildet der Zwenkauer See den Einleit-Schwerpunkt in Mitteldeutschland. In den Geiseltalsee konnten rund 5,6 Mio. m³ und in den Haselbacher See rund 3,5 Mio. m³ eingeleitet werden.

Die LMBV-Ausleitungsmengen der Bergbaufolgeseen in Mitteldeutschland betragen in Summe für das Jahr 2022 rund 33,5 Mio. m³.

Mit rund 86 Mio. m³ reiht sich das Jahr 2022 hinsichtlich der Flutungswassermenge der LMBV in der Lausitz eher unterdurchschnittlich ein, so Maik Ulrich. Leiter der LMBV-Flutungszentrale Lausitz. Allerdings hebt sich das Jahr im Vergleich zu den zurückliegenden Trockenjahren positiv ab, so Dr. Oliver Totsche, zuständiger LMBV-Abteilungsleiter.

Der „Hauptspender“ für die Lausitzer Flutungsprozesse war 2022 erneut wieder die Spree mit rund 62,5 Mio. m³ -  während die Schwarze Elster etwa 15, 9 Mio. m³ und Neiße (nur) 7,6 Mio. m³ im Jahr beisteuern konnten. Hauptsächlich im I. und IV. Quartal des Jahres 2022 konnte geflutet werden.

Hauptabnehmer waren der Speicher Lohsa II mit 17,8 Mio. m³, der Bärwalder See (Speicher Bärwalde) mit etwa 16,6 Mio. m³ und das Speicherbecken Burghammer mit etwa 10 Mio. m³. Schwerpunkt der Flutungen war im Brandenburgischen Teil der Lausitz der Sedlitzer See, dem rund 36 Mio. m³ - darunter auch aus Überleitungen aus den Restlöchern Skado und Koschen – erhalten hatte. Etwa 9,3 Mio. m³ konnten für den Großräschener See zur Stabilisierung verfügbar gemacht werden.

Die Ausleitungen der LMBV aus den Lausitzer Bergbaufolgeseen summierten sich im Jahr 2022 auf rund 64 Mio. m³; dies entspräche in etwa dem Mittelwert der letzten 10 Jahre, so Ulrich. Abnahmen und Abgaben halten sich in der zurückliegenden Dekade -  in der Summe der Jahre - etwa im Gleichgewicht.

Die Schwarze Elster war auch 2022 wegen ausbleibender Niederschläge und die Auswirkung der zurückliegenden Trockenjahre durch geringe Abflüsse geprägt. Im Juni fiel die Schwarze Elster zum wiederholtem Male trocken. Eine Stützung der Schwarzen Elster aus der Restlochkette über die Rainitza erfolgte ab Anfang April 2022 durchgehend bis zum Jahresende. Insgesamt wurden zur Stützung der Schwarzen Elster aus der Restlochkette rund 6 Mio. m³ über die Rainitza von der LMBV abgegeben.

Foto: St. Rasche für LMBV 19.01.2023


LMBV präsentiert sich auf Karrieremesse ORTE in Freiberg

Senftenberg/Freiberg. Gemeinsam mit über 70 regionalen und überregionalen Unternehmen sowie Institutionen präsentierte sich die LMBV am 12. Januar 2023 auf der 28. Karrieremesse ORTE der TU Bergakademie Freiberg.

Zahlreiche Studierende und Alumni nutzten die Gelegenheit, sich am Stand der LMBV über Praktikumsplätze, Abschlussarbeiten oder einen Jobeinstieg nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums zu informieren.

Aktuelle Stellenangebote wurden näher besprochen und die Tätigkeiten des Bergbausanierers in den Revieren der Lausitz und Mitteldeutschlands erläutert. Das Interesse am Unternehmen war vor allem bei Studierenden der Geo-, Ingenieur- und Naturwissenschaften groß.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm, u.a. mit einem Bewerbungsmappencheck, rundete die Messe ab.

Foto: LMBV


Bodenreinigung im Industriepark Schwarze Pumpe kurz vor Abschluss

Senftenberg. Am 13.12.2022 wurde der letzte der insgesamt 147 Spundwandkästen im Rahmen der Quellstärkereduzierung mittels Bodenaustausch im Industriepark Schwarze Pumpe im Auftrag der LMBV ausgehoben. Der aus den sechs Bauabschnitten entnommene kontaminierte Boden wird in der Vakuumthermischen Reinigungsanlage (VTRA) im Industriepark behandelt und aufbereitet. Der gereinigte Boden wird am Entnahmestandort wieder eingebracht. Ausführende Firma ist die ARGE VTRA und Bodenaustausch Schwarze Pumpe.

Seit 2017 läuft die Maßnahme der Bodensanierung im Industriepark. Etwa 1,3 km Spundwände wurden als Primärspundwände für die Baugrubensicherung bis in eine Tiefe von 20 Metern eingebracht. Danach wurde eine tiefer liegende Arbeitsebene hergestellt, von der aus weitere 147 Einzelspundwandkästen mit einer Grundfläche von jeweils 10 x 11 Metern eingerammt wurden, um den Bodenaushub bis in 14 Metern Tiefe vorzunehmen. Ende des 1. Quartals 2023 soll diese Bodensanierungsmaßnahme am Standort Schwarze Pumpe beendet sein. Zum Abschluss werden dann insgesamt ca. 13.000 m³ Bausubstanz abgebrochen, ca. 400.000 Tonnen Boden bewegt und davon ca. 286.000 Tonnen kontaminierter Boden gereinigt worden sein. Allein die Kosten für die Tiefbauarbeiten und die vakuumthermische Bodenreinigung belaufen sich auf insgesamt etwa 57 Mio. Euro.

Hintergrund:

Das einstige Gaskombinat Schwarze Pumpe war das Herzstück der Energieversorgung in der DDR. Von 1955 bis 1990 wurden rund 900 Millionen Tonnen Rohbraunkohle zu Briketts, Elektroenergie, Koks und Gas verarbeitet. Der Betriebskomplex bestand aus drei Brikettfabriken, drei Kraftwerken, einer Kokerei, einem Druckgaswerk sowie den Nebenanlagen Entphenolung, Extraktion und Destillation.

Insbesondere in diesen Nebenanlagen verursachte die Produktion Schadstoffemissionen in den Untergrund. Der Boden und das Grundwasser wurden teilweise stark mit Kohlenwasserstoffen, BTEX, PAK und Alkylphenolen aus der Braunkohleveredlung belastet. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft erhielt den Auftrag, die stillgelegten Anlagen zurückzubauen, die Altlasten im Untergrund zu erkunden, weitgehend zu sanieren und die Flächen im Rahmen von Abschlussbetriebsplänen für eine industriell-gewerbliche Nachnutzung herzustellen. Nicht nur Boden wurde in den vergangenen fünf Jahren gereinigt, auch kontaminiertes Grundwasser wurde und wird einer Reinigung und Aufbereitung unterzogen: Mehrere Haltungsbrunnen fördern das mit Schadstoffen belastete Grundwasser in die Abwasserbehandlungsanlage im Industriepark Schwarze Pumpe, wo die Schadstoffe biologisch abgereinigt werden.

Fotos: LMBV/Steffen Rasche


Bundesministerien und Länder schließen neues Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung

Berlin. Die Finanzierung der Braunkohlesanierung in Ostdeutschland ist auch für die kommenden fünf Jahre gesichert. Bundesminister der Finanzen Christian Lindner, Bundesumweltministerin Steffi Lemke und die Ministerpräsidenten der Länder Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben ein weiteres Verwaltungsabkommen für den Zeitraum 2023 bis 2027 unterzeichnet. Der vom Bund und den Braunkohleländern für diesen Zeitraum bereitgestellte finanzielle Gesamtrahmen beläuft sich auf 1,44 Milliarden Euro, wovon 978,7 Millionen Euro auf den Bund entfallen. Das für die kommenden fünf Jahre vereinbarte Volumen für die Braunkohlesanierung liegt damit um 214 Millionen Euro über dem des derzeitigen Verwaltungsabkommens.

Bundesfinanzminister Christian Lindner: „Gemeinsam mit den Ländern haben wir uns darauf verständigt, die Finanzierung der Braunkohlesanierung in den nächsten fünf Jahren fortzuführen und auszuweiten. Der bereitgestellte Finanzrahmen liegt mit 1,4 Milliarden Euro spürbar über dem Budget der vergangenen Jahre. Für unserer aller Haushalte ist das – gerade in der heutigen Zeit – ein erheblicher Kraftakt. Umso mehr freue ich mich, dass wir hier gemeinsam einen Konsens gefunden haben.“

Bundesumweltministerin Steffi Lemke: „Die Braunkohlesanierung geht weiter – das ist ein wichtiges Signal für die ehemaligen ostdeutschen Tagebauregionen und den Naturschutz. Die Bundesregierung unterstützt die von der damaligen Umweltzerstörung stark betroffenen Bundesländer auch weiterhin bei der Bewältigung der Folgen. Die notwendigen Schutzmaßnahmen für Böden, Gewässer und Natur werden wir auch in den nächsten fünf Jahren voranbringen. Eine qualitativ hochwertige Sanierung sichert gleichzeitig Arbeitsplätze und gibt den Regionen neue Perspektiven."

Gegenstand der Braunkohlesanierung ist die Bewältigung der Folgen des DDR-Braunkohleabbaus durch Wiedernutzbarmachung und Rekultivierung von vormals in Anspruch genommenen Flächen. Damit einher geht eine gemeinsame Strukturentwicklungspolitik, die Arbeitsplätze sichert und den betroffenen Regionen neue Perspektiven gibt. Seit 1991 haben Bund und Länder bereits über 11,9 Milliarden Euro in die Braunkohlesanierung investiert.

Mit dem neuen Verwaltungsabkommen bekennen sich die Partner ausdrücklich zu einer gemeinsamen Fortführung der Braunkohlesanierung. Sie haben sich dabei darauf verständigt, die noch anstehenden Aufgaben unter besonderer Beachtung ihrer hohen Umweltwirkung und unter Berücksichtigung der zunehmenden Auswirkungen klimatischer Veränderungen weiterhin effektiv, effizient und nachhaltig zu organisieren.

Darüber hinaus haben sich Bund und Länder mit dem neuen Verwaltungsabkommen zum Ziel gesetzt, die Übertragung von abgeschlossenen Sanierungsmaßnahmen auf vom Bund unabhängige Trägerstrukturen entscheidend voranzubringen. In den vergangenen Jahren konnten in der Braunkohlesanierung große Fortschritte erzielt werden. Vielerorts sind attraktive Bergbaufolgelandschaften entstanden, große Flächen wurden rekultiviert und wieder nutzbar gemacht. Trotz dieser Erfolge bestehen noch langjährige Herausforderungen, insbesondere bei der Sicherung von Innenkippen sowie der Herstellung eines sich weitgehend selbst regulierenden Wasserhaushalts.

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung des BMF und BMUV v. 08.12.2022

Fotos: BMF/Photothek

Verwaltungsabkommen VA VII


Bündelung von Erfahrungsschätzen: LEAG und LMBV arbeiten künftig enger zusammen

Senftenberg/Cottbus. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) und die Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG) wollen künftig für die Herstellung einer vielfältigen und nachhaltigen Bergbaufolgelandschaft enger zusammenarbeiten. Dafür beabsichtigen die Unternehmen ihre jeweiligen Erfahrungsschätze, sowie ihre Kapazitäten und Ressourcen zum Nutzen der regionalen Entwicklung zu bündeln und zur gegenseitigen Unterstützung einzubringen. Die Ziele zur Planung und Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft in der Lausitz wurden jetzt in einer gemeinsamen Absichtserklärung festgehalten.

Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV: „Bereits bestehende Gremien, in dem beide Unternehmen vertreten sind, wie der Geotechnische Beirat oder die AG Flussgebietsbewirtschaftung Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße, zeigen, wie wichtig es ist, auf fachlicher Ebene gut zusammenzuarbeiten. Eine darüberhinausgehende Bündelung der unterschiedlichen Erfahrungsschätze der Unternehmen bietet die Chance, den mit dem anstehenden Kohleausstieg und Strukturwandel einhergehenden Herausforderungen verantwortungsbewusst begegnen zu können, um künftigen Generationen eine nachnutzungsgerechte Bergbaufolgelandschaft zu hinterlassen.“

Zu den thematischen Schwerpunkten der gemeinsamen Zusammenarbeit zählen der Wasserhaushalt und Klimawandel, die Sicherung von Kippenflächen, sowie berg- und umweltrechtliche Genehmigungsverfahren. Neben den strukturellen Veränderungen durch den Kohleausstieg haben sich auch die fachlichen Erkenntnisse und umweltrechtliche Anforderungen im Laufe der Zeit deutlich verändert. Vor allem die durch bergbauliche Tätigkeiten erfolgten Eingriffe in den Natur- und Wasserhaushalt müssen unter Einhaltung der strengeren Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrechtslinie sowie der NATURA 2000 ausgeglichen und kompensiert werden. Ziel der engeren Zusammenarbeit beider Unternehmen bleibt, in Zukunft einen sich weit gehend selbst regulierenden Wasserhaushalt zu erreichen.

„Die gemeinsame Absichtserklärung zur künftigen Zusammenarbeit stellt eine wichtige Weichenstellung zur Gestaltung einer folgenutzungsgerechten Bergbaufolgelandschaft dar. Für eine effiziente Umsetzung der bergbaulichen Verpflichtungen beider Unternehmen ist es sinnvoll, bestehende Kooperationen fortzusetzen und den Informationsaustausch zu verstärken. Damit unterstützen wir die regionale Entwicklung der Lausitz und können Impulse für eine chancenreiche Folgenutzung der Bergbaufolgelandschaft setzen“, so der LEAG-Vorstand für Produktion Dr. Ing. Philipp Nellessen.

Gunnar John, Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV erklärt dazu: „Unser aller Ziel muss es sein, nach dem Bergbau Raum für neue Entwicklungen der natürlichen Umwelt sowie für wirtschaftliche und soziale Entwicklungen zu schaffen. Die Absichtserklärung verleiht dem gemeinsamen Willen Ausdruck, auf aktuelle und zukünftige Fragen soweit im Rahmen der Unternehmenszwecke möglich einvernehmliche Antworten zu finden, die für beide Seiten und die Allgemeinheit nützlich sind.“


Neues Mehrzweckboot für die Feuerwehr am Berzdorfer See

Görlitz. Am 30. November 2022 fand im Hafen des Berzdorfer Sees die Übergabe eines neues Bootes mit Transportanhänger an die Görlitzer Berufsfeuerwehr statt.

Neben LMBV-Vertretern waren Feuerwehrchefin Anja Weigel, weitere Feuerwehrleute sowie Oberbürgermeister Octavian Ursu und Ordnungsamtsleiter Uwe Restetzki bei der Einweihung dabei.

Das 7,40 Meter lange Mehrzweckboot und seine Besatzung werden für die Aufgaben Feuerlöschen, Technische Hilfeleistung und Menschenrettung auf dem Wasser eingesetzt. Finanziert wurde das Boot aus der Braunkohlesanierung.

Fotos: LMBV


Bauzufahrt für die Sicherung der Brückenfeldkippe Sedlitz ist vorbereitet

Sedlitz. Am 30.11.2022 konnte die Bauzufahrt für die Sicherung der Brückenfeldkippe Sedlitz in Betrieb gehen. Gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Fredrich, Ortsvorsteher Steffen Philipp, Arnd Kaiser als  Vertreter aus der Ortschaft, LMBV-Bereichsleiter Gerd Richter und Jörg Frisch von der ausführenden Baufirma STRABAG AG wurde das obligatorische Band durchtrennt und der Weg für die Baufahrzeuge freigemacht. Damit ist die nächste Etappe auf dem Weg zu einer sicheren Bergbaufolgelandschaft am Sedlitzer See bereitet.

Für die Sicherung der Kippenfläche zwischen Sedlitz und dem Sedlitzer See wurde in den vergangenen Wochen eine Baustraße außerhalb der Ortschaft Sedlitz errichtet. Somit wird die zu sichernde Fläche aus Richtung B156 über den Ilse-Kanal und die anschließende Landwirtschaftsfläche erreicht. Diese separate Zufahrt wurde hergerichtet, um die Sedlitzer Anwohner vor Beeinträchtigungen durch die geplanten Baustellentransporte zu bewahren.

Mit den bereits begonnenen Holzungsarbeiten wird demnächst auch der Abtransport mit Lastkraftwagen folgen. Mit dem Start der eigentlichen Sicherungsmaßnahmen werden auch die benötigten Erdmassen mit den LKWs über diese Strecke transportiert. In Richtung B156 wird für die LKWs eine Einbahnstraße eingerichtet, die die Langsamfahrstrecke in Anspruch nehmen wird. Der Radweg wird geschont, indem parallel zu diesem eine temporäre Transporttrasse mit ungebundener Asphaltdecke gebaut wurde.

Die eigentlichen Verdichtungsarbeiten beginnen voraussichtlich im Spätherbst 2023. Mit-hilfe der Schonenden Sprengverdichtung (SSPV) werden erst die forstwirtschaftliche Fläche, später die Landwirtschaftsfläche gesichert. Mit dem Ende der Sprengverdichtung beginnen ab 2026 die notwendigen Geländeauffüllungen sowie Aufforstungsmaßnahmen.

Offizieller Banddurchnitt mit (v.l) Jörg Frisch/STRABAG, Gerd Richter/LMBV, Bürgermeister Andreas Fredrich, Steffen Philipp und Arnd Kaiser als Vertreter des Ortsteils Sedlitz

Fotos: LMBV/Christian Bedeschinski, Steffen Rasche, SK

Brückenfeldkippe Sedlitz, August 2022


Baufortschritt sichtbar: Aufstellen der künftigen Eisenschlamm-Silos in Plessa erfolgt

Senftenberg / Plessa.

Am 17. und 19. November 2022 wurden die beiden jeweils rund 100-Kubikmeter fassenden grünen Silos für die künftige Schlammabfuhr in Plessa auf der LMBV-Baustelle angeliefert und aufgestellt. Damit ist bauliche Komplettierung der künftigen Wasserbehandlungsanlage weitestgehend abgeschlossen. Nunmehr laufen u.a. die Arbeiten für das Errichten der Rohrbücke, der Krananlagen und vor allem für EMSR-Arbeiten in den Innenbereichen.

Dazu gehört auch das Anschließen der bereits aufgestellten Winkelschlammpressen und der Pumpen für den Transport des Eisenhydroxidschlamms (EHS) aus den Sedimentationsbecken zu den Schlammeindickern. Dies bestätigte der verantwortliche LMBV-Abteilungsleiter Michael Matthes auf Nachfrage dem RBB.

Ein Hingucker ist die zwischenzeitlich eingebaute Schnecke der Ablaufturbine zur Energierückgewinnung bei der Zuführung des gereinigten Wassers in den Hammergraben. Mit dem Wiedereinbinden des Hammergrabens stehen Abschnitte der Anlage bereits gewollt unter Wasser. Mit Dammbalken und Tauchpumpen werden noch auszurüstende Abschnitte derzeit noch trocken gehalten. Auch der Bau der Verbindungsstraßen, der Abfahr-Waage, der Aufstell- und Parkflächen ist weit vorangekommen.

Demnächst beginnt der Bau der Außenzaun- und Beleuchtungsanlagen. Wenn u.a. die noch ausstehenden Pumpenteile zugeliefert werden, ist mit der Aufnahme eines schrittweisen Testbetriebes  zu rechnen, der nach den Funktionsabnahmen in einen dreimonatigen Probebetrieb überführt werden soll, so der zuständige Projektmanager Andreas Meth.

Update:

Der Anlagenbau ist bis auf derzeit laufende Mängelbeseitigungen und Restleistungen fast vollständig abgeschlossen.

Momentan laufen die Vorbereitungen zur Gesamtinbetriebnahme und dem dreimonatigen Probebetrieb. Danach schließt sich ein einjähriger Einfahrbetrieb an.

Der Beginn des Probebetriebs der WBA Plessa wird noch in 2025 erwartet.

Die bauzeitlichen Entwicklungen durch die Corona-Pandemie und Marktveränderungen bei Zulieferungen aufgrund der Konflikte in der Ukraine führten zu Einschränkungen für die bauausführenden Unternehmen bei der Erfüllung des Leistungssolls. Zudem wurden, auch aus den vorgenannten Gründen, Anpassungen verschiedener Planungen notwendig, um den aktuellen Stand der Technik abzubilden. Die komplexen Sachverhalte wurden und werden weiter durch die Beteiligten geprüft und umgesetzt. (UST) Update v. 11.07.25

Der Kran wurde zum Aufstellen der Schlammsilos genutzt.
Fotos: LMBV


Fachexkursion der EuroGeoSurveys zu Lausitzer Bergbauthemen

Senftenberg. Auf Einladung des Präsidenten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und des Verbandes der Staatlichen Geologischen Dienste in Europa (EuroGeoSurveys), Prof. Dr. Ralph Watzel, reisten die Direktorinnen und Direktoren der Dienste in den Anrainerstaaten von Nordsee/Nordostatlantik am 17. November 2022 in die Lausitz, um sich über den aktiven Braunkohlenbergbau und den Sanierungsbergbau zu informieren.

Die ganztägige Fachexkursion startete für die rund 20 Teilnehmer mit einer kurzen Einführung zur Tagebauführung am LEAG-Kraftwerk Schwarze Pumpe sowie einer anschließenden Befahrung des Tagebaus Welzow.

Zum Sanierungsbergbau der LMBV standen u.a. die Wasseraufbereitung in der GWRA Rainitza und die touristische Nachnutzung und Rekultivierung am Beispiel Großräschener See auf dem Programm. An den IBA-Terrassen angekommen, stellte der kaufmännische Geschäftsführer der LMBV, Gunnar John, die umfangreichen Arbeiten des Bergbausanierers vor. Zahlreiche Nachfragen der Exkursionsteilnehmer, auch zur Geschichte und der landschaftlichen Entwicklung in der Lausitz, verdeutlichten das große Interesse der internationalen Gäste.

Als Abschluss ging es für alle Beteiligten zum Restloch Greifenhain. Hier standen die Verdichtungstechnologien der LMBV und speziell die Fallgewichtsverdichtung am Altdöberner See im Mittelpunkt.

Die angereisten Vertreter aus den Niederlanden, Großbritannien, Irland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Island und den Färöer-Inseln zeigten sich beeindruckt von den Dimensionen und bekundeten auch im Hinblick auf den Aufbau des neuen Forschungs- und Entwicklungszentrums Bergbaufolgen (FEZB) der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Cottbus großes fachliches Interesse an den aktuellen Bergbauthemen der Lausitz.

Zum Abschluss waren die Teilnehmenden zur Fallgewichtsverdichtung an das Restloch Greifenhain gefahren.
Fotos: LMBV


Infrastrukturelle Erschließung für das neue Vereinszentrum am Knappensee vollendet

Senftenberg/Groß Särchen. Am Knappensee läuft neben den eigentlichen Sicherungsarbeiten die Vorbereitung für die Zeit nach der Sanierung. Die Fläche des einstigen Zeltplatzes 1 in Groß Särchen wurde in den vergangenen Monaten mit neuen Verkehrswegen, 30 Parkplätzen, und Straßenbeleuchtung auf LED-Basis ausgestattet sowie die Umfeldgestaltung angelegt. Die Medien wurden neu erschlossen.

Mit der am 17. November 2022 erfolgten VOB-Bauabnahme ist nun die Voraussetzung für den Bau des eigentlichen Vereinszentrums geschaffen. Das Vereinszentrum soll verschiedene Vereinsaktivitäten bündeln und für die Wiederbelebung des Knappensees nach der Sicherung sorgen. Auf einer Gesamtfläche von 3,3 Hektar ist eine Fläche mit 10 Parzellen entstanden. 

Die Gemeinde Lohsa hatte die Teilprojektträgerschaft im Rahmen des Paragrafen 4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung für dieses Infrastrukturprojekt übernommen. Der Freistaat Sachsen übernimmt hierbei 85 Prozent der Finanzierung.

Foto: LMBV/Steffen Rasche


15. Regionalkonferenz zum Lausitzer Seenland in Knappenrode

Knappenrode. Am 9. November 2022 fand in der Energiefabrik Knappenrode die schon traditionelle jährliche Regionalkonferenz im Lausitzer Seenland statt. An historischer Stätte im ehemaligen Kühlgebäude der Brikettfabrik versammelten sich rund 100 Teilnehmer aus Sachsen und Brandenburg, die an der Entwicklung des Lausitzer Seenlandes (LS) mitwirken.

Der Bautzener Landrat Udo Witschas als Vorsitzender des ZV LSS begrüßte die Gäste und unterstrich die Chancen, gemeinsam zurückzublicken und gleichzeitig Ausblicke vermittelt zu bekommen. Für die gastgebende Kommune sprach Hoyerswerdas Bürgermeister Torsten Ruban-Zeh in seinem Grußwort über die Vorhaben der Seenland-Stadt unter dem Motto „#WHY!“ sowie u.a. auch über die Entwicklungen am stadtnahen Bergbaufolgesee Scheibe und berichtete zu verschiedenen Strukturwandel-Vorhaben

Detlev Wurzler, Verbandsvorsteher des ZV LSB blickte auf seine Wunschliste aus 2021 zurück, die u.a. ein einheitliches Schifffahrtsrecht für das länderübergreifende Seenland beinhaltete. Hier seien erste Schritte der beiden Länder mit Zielrichtung bis 2024 zu verzeichnen. Die im Vorjahr angesprochenen Hindernisse aus dem Landesentwicklungsplan, die künftige Ansiedlungen im Seenland erschweren könnten, konnten bisher nicht revidiert werden.

Schwerpunkt der Entwicklungen beim ZV LSB bleibe der Sedlitzer See. Hier konnte der Änderungs-Aufstellungsbeschluss für den B-Plan Nr. 5 „Seestrand Lieske“ erreicht werden. Wurzler sah ebenfalls positive Tendenzen bei den B-Plänen Nr. 25 „Hotel am Sedlitzer Hafen“ und Nr. 33 „Wohngebiet Sedlitzer Bucht“. Er stellte zudem die sechs Projekte des ZV im laufenden Strukturwandel vor, darunter das Schiffanleger-Vorhaben bei Sedlitz am Großräschener See, wo die LPH 3 abgeschlossen werden konnte. Der nun mit dem Land BB abgestimmte Kaufantrag für nötige Flächen auch am Ufer werde zeitnah bei der LMBV gestellt werden können. Das Erschließungsvorhaben Sedlitzer Bucht mit 2,1 Mio. Euro Umfang werde voraussichtlich am 25.11.22 abgeschlossen. Detlev Wurzler verwies auch auf Aufwertungsideen am Rostigen Nagel sowie das Errichten von Themenspielplätzen am Senftenberger See und das teilweise Modernisieren der Freizeit-Infrastruktur am Senftenberger See hin.

Daniel Just, Geschäftsführer des ZV LSS, konnte den Mitarbeiterstamm des Verbandes dank der Förderungen aus dem STARK-Programm auf nunmehr zehn Mitwirkende erhöhen und damit weitere Leistungen nach der Übergabe des Multifunktionsgebäudes mit der Bewirtschaftung des Steges und dem Hafenbetrieb am Geierswalder See anbieten. Hier könnten ergänzend durch einen privaten Investor u.a. TINY-Häuser entstehen. Das weitere Ausbauen des Wegeleitsystems im Seenland an 130 Standorten soll am 03.01.2023 starten Zudem wird die vorhandene Kilometrierung weiter ergänzt. Größtes Asset des ZV sei die gemeinsam mit der Gemeinde Elsterheide vorgenommene planerische Entwicklung von zunächst 10 ha Flächen auf dem Koschendamm.

Gerd Richter gab für die Bergbausanierer der LMBV einen Rund- und Ausblick auf die notwendigen ingenieurtechnischen Leistungen im Seenland. Er verwies auf den Schwerpunkt der Arbeiten rund um den Sedlitzer See mit dem Ziel, einen ausgespiegelten Kernseenverbund von ca. 4.000 ha bis 2026 anzustreben. Dazu werden rund 80 Mio. Euro an Leistungen u.a. für die Sicherung der Brückenfeldkippe und den noch zu bauenden Ableiter vom Sedlitzer See umzusetzen sein. Im Fortgang stellte der LMBV-Vertreter weitere Vorhaben von der Fallgewichtsverdichtung am Altdöberner See, der fortzuführenden Inlake-Behandlungen bis hin zum Sanieren am Knappensee und zum Testrütteln am Silbersee vor.

Kathrin Winkler vom Tourismusverband LS erläuterte die Herausforderungen seit dem Corona-Jahr 2021. Die Touristen nutzen deutlich kürzere Buchungsfristen, verweilen aber auch etwas länger im Seenland. Dem Fachkräftemangel sehen sich auch die hiesigen Touristiker ausgesetzt. Regionalplaner Matthias Wedepohl von Projekt M erklärte den Ansatz für das bis Mai 2023 zu erstellende strategische Regionale Entwicklungskonzept auf der sächsischen Seite des Seenlandes und knüpfte dabei an den Rahmenplan auf Brandenburger Seite aus 2021 an

Dr. Torsten Heyer von der TU Dresden vom Institut für Wasserbau und Technische Hydromechanik informierte zu einem beauftragten Konzept zur Reduzierung künftiger Planungsrisiken für Anlagen auf und an Bergbaufolgeseen am Beispiel des Sedlitzer und des Geierswalder Sees. Dabei geht es um die Einschätzung möglicher Gefahren, der Ausgesetztheit und Anfälligkeit bei Starkwinden, Wellen- und Eisgang sowie einhergehenden Sedimenttransporten. Dazu werden insbesondere die Geomorphologie der Seeböden und Seeufer durch numerische Nachbildung der Hohlformen sowie die Streichlängen einfallender Winde mitberücksichtigt, um Masterpläne für Seegangs- und Sedimentprognose zu erstellen.

LMBV-Beitrag zur Regionalkonferenz


Sanierungsarbeiten zum Herstellen der Trittsicherheit am Restloch 38 haben begonnen – Zunächst Vegetationsberäumen

Senftenberg/Lauchhammer. Mit der am 1. Oktober 2022 am Restloch 38 (Kuthteich) i.A. der LMBV begonnenen Maßnahme werden in den kommenden Monaten Erosionsschutzmatten (Bitumen-Mineralgemisch-Matten) und Geogitter auf einer Fläche von 5.500 m² verlegt.

Ziel dieser Sanierungsmaßnahme ist das Herstellen der Trittsicherheit im nordöstlichen Bereich des Restlochs, in dem zur Zeit beim Betreten noch Lebensgefahr besteht. Vorbereitend dazu wird bis zum Ende des Jahres zunächst die Vegetation beräumt und eine Geräteeinsatzstelle hergestellt.

Weiterhin ist vor dem Verlegen der Erosionsschutzmatten die Böschung in diesem Abschnitt zu profilieren und noch vorhandene Kohletrübe zu beräumen.

Mit einem Auftrag von Oberboden und der Bepflanzung soll die Maßnahme Ende 2023 abgeschlossen werden.

Rückblick: Die Sanierung des Restlochs 38, das aus dem 1918 aufgeschlossenen Tagebau Kuth hervorging, wurde im Dezember 2015 mit der Baufeldfreimachung begonnen. Danach wurden die Kippenstabilisierung der Ostböschung mittels Rütteldruckverdichtung (RDV) und die Uferprofilierung der Ostböschung durchgeführt. Auf dem verdichteten Damm wurde 2019 die Ortrander Straße mit straßenbegleitendem Radweg wieder hergestellt.

Foto: LMBV/Steffen Rasche


Bürgerinformation zur Schonenden Sprengverdichtung auf der Brückenfeldkippe

Senftenberg/Sedlitz. Am 21. September 2021 informierte die LMBV über die anstehenden Sicherungsmaßnahmen auf der Brückenfeldkippe im Ortsteil Sedlitz.

Bereichsleiter Gerd Richter informierte über den Stand der Arbeiten. Die Anwohner erhielten die Gelegenheit Fragen und Bedenken im direkten Gespräch mit den Projektverantwortlichen der LMBV zu erörtern.

Die Sicherungsmaßnahmen der Sedlitzer Brückenfeldkippe befinden sich in Vorbereitung

Derzeit werden die vorbereitenden Arbeiten für die eigentliche Sicherung der Innenkippe durchgeführt. Das sind die Herstellung der Bauzufahrten, um die Transporte nicht durch den Ort führen zu müssen, und die Kontrolle und ggf. Verwahrung untertägiger Strecken des Altbergbaus. Diese Arbeiten werden bis Ende 2022 vollendet sein.

Parallel zu den Arbeiten der LMBV wird durch die Firma Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH die Hochspannungsleitung saniert, erläuterte der Mitnetz-Projektplaner Andreas Klemm.

Schonende Sprengverdichtung beginnt Ende 2023

In der vegetationsfreien Zeit dieses Jahres beginnen die Holzungsarbeiten an der Forstwirtschaftsfläche. Dabei wird ein Waldstreifen nahe der Ortschaft Sedlitz stehen bleiben. Dieses Waldstück dient während der Sanierungstätigkeit als Sicht- und Lärmschutz für die Sedlitzer.

Die eigentlichen Verdichtungsarbeiten beginnen voraussichtlich im Spätherbst 2023. Mithilfe der Schonenden Sprengverdichtung (SSPV) werden erst die forstwirtschaftliche Fläche, später die Landwirtschaftsfläche gesichert. Mit dem Ende der Sprengverdichtung beginnen ab 2026 die notwendigen Geländeauffüllungen sowie Aufforstungsmaßnahmen.

 

Publikation


Einladung zur Informationsveranstaltung Brückenfeldkippe Sedlitz

Senftenberg/Sedlitz. Die Stadt Senftenberg und die LMBV laden am 21. September 2022 um 17:00 Uhr zu einer gemeinsamen Informationsveranstaltung zu den anstehenden Sicherungsmaßnahmen an der sogenannten „Brückenfeldkippe Sedlitz“ ein.
Anwohner und Interessierte können sich über die aktuellen und zukünftigen Baumaßnahmen am Rande der Ortschaft Sedlitz informieren und mit den Verantwortlichen ins Gespräch kommen.

Treffpunkt ist am Ortsausgang in der Sornoer Straße von Sedlitz, direkt am Wirtschaftsweg in Richtung Löschwasserentnahmestelle Sedlitzer See.


Verkehrsminister Guido Beermann vor Ort an freigegebener B 169 in Sedlitz

Senftenberg/Sedlitz. Anlässlich der kürzlich vom Brandenburger Landesbetrieb Straßenwesen erfolgten Freigabe der B 169 zwischen Sedlitz und Senftenberg (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) am 8. September 2022, informierte sich heute der Brandenburger Verkehrsminister Guido Beermann vor Ort über die Sanierung des Streckenabschnitts.

Zuvor war es hier zu hängenden Tagesbrüchen gekommen, die Schäden auf der Fahrbahn verursacht hatten. Anschließend hatte die LMBV Bohr- und Verwahrarbeiten beauftragt, die von Fachfirmen durchgeführt wurden. "Wir haben 115 Bohrungen niedergebracht in einem Abstand von ca. 10 bis 15 Metern", erklärte Gunnar John, Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV. Verfüllt wurden die Hohlräume mit 917 Kubikmetern betonähnlichem Versatzmaterial.

Nachdem das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) nach diesen Arbeiten die Freigabe erteilt hatte, konnten die Straßenbauarbeiten beginnen.
Verkehrsminister Guido Beermann erklärte: „Ich freue mich, dass es dem Landesbetrieb und dem beauftragten Bauunternehmen gelungen ist, die im Frühjahr angekündigte Bauzeit einzuhalten. Dies gelang, obwohl die Sanierung keine Routineangelegenheit war.

Mit der Verkürzung von Abläufen gelang es, die Straße in vier Monaten fertig zu stellen. Durch diese geringstmögliche Bauzeit konnte die ohnehin schon sehr lange Sperrzeit der Straße weiter reduziert werden.“ Zur vergleichsweise schnellen Umsetzung des Vorhabens, so der Brandenburger Landesbetrieb Straßenwesen in seiner Presseerklärung, hat die Vollsperrung der B 169 zwischen Sedlitz und Senftenberg beigetragen.

Auf den zeitraubenden Umbau der Verkehrssicherung und Ampeln bei halbseitiger Sperrung konnte verzichtet werden. Die Vollsperrung war vor allem notwendig, weil die Fahrbahn wegen der Bohrarbeiten beschädigt und deshalb die Verkehrssicherheit nicht gewährleistet war.

Um Schwertransporte zu vermeiden, hatte das Bauunternehmen die entnommenen Erdstoffe und den Schotter auf der gesperrten Straße abgelagert. Auch dadurch wurden die Bauarbeiten deutlich beschleunigt. Mit dem Abraum konnte die Fahrbahn neu aufgebaut werden.

Danach wurde die Straße asphaltiert. In dem Bereich, in dem Bohrungen vorgenommen worden waren, mussten umfangreiche Erdarbeiten auf etwa 500 Meter Länge und einer Tiefe von 2,50 Meter durchgeführt werden. Zum Sichern des Untergrundes gegen eventuell in der Zukunft auftretende Tagesbrüche wurde so genanntes Geogitter verlegt.


Service- und Überwachungsgebäude am Geierswalder Badestrand in Betrieb genommen

Senftenberg/Elsterheide. Das neu errichtete Service- und Überwachungsgebäude am Badestrand des Geierswalder Sees wurde am 1. September 2022 von der Gemeinde Elsterheide feierlich in Betrieb genommen. Mit der Eröffnung kann die Ortsgruppe Hoyerswerda der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes in das Obergeschoss des Gebäudes am Bergbaufolgesee einziehen. Bis zu vier Rettungsschwimmer werden ab Saisonstart 2023 dort stationiert sein. Die bislang provisorische Containerlösung wird durch diese moderne Rettungswache abgelöst. Im Rahmen der öffentlichen Nutzung gibt es neben den Sanitäranlagen für Strandbesucher auch ein Wickelraum im Untergeschoss. Die Räumlichkeiten können in den Sommermonaten täglich genutzt werden.

Die Baumaßnahme des zweistöckigen Objektes mit etwa 500.000 Euro Kosten ist als eine § 4-Maßnahme gemäß dem Verwaltungsabkommen über die Finanzierung der Braunkohlesanierung in einer anteiligen LMBV-Projektbegleitung durch die Gemeinde Elsterheide mit § 4-Mitteln des Freistaates Sachsen und Eigenmitteln realisiert worden, so Elsterheides Bürgermeister Dietmar Koark.

Eine Umfeldbegrünung findet aufgrund der künftig noch erforderlichen Ufer-Sanierungsarbeiten am Strand derzeit noch nicht statt. Ab Oktober 2022 soll das dortige Ufer im Rahmen von planmäßigen Sicherungsarbeiten i.A. der LMBV dauerhaft ausgebaut werden, so der LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz Gerd Richter anläßlich der Einweihung. Geplant sind Steinschüttungen und Buhnen, die den Strand schützen und die Wasserfläche ruhiger werden lassen. Die Maßnahme soll bis zum Frühjahr 2023 abgeschlossen sein.

Fotos: LMBV / Dr. Uwe Steinhuber


Stellungnahme der LMBV zum Offenen Brief des Aktionsbündnisses Klare Spree e.V. vom 01.09.2022

Senftenberg. Die LMBV hat am 2. September 2022 zu einem Offenen Brief  des Vorsitzenden des Aktionsbündnisses Klare Spree e.V. vom 1. September 2022 wie folgt Stellung genommen:

Das aktuelle Gesamtkonzept im Spreegebiet Südraum sieht das flussnahe Abfangen der eisenhaltigen Grundwässer und die Ableitung in eine zentrale Wasserbehandlungsanlage (hier: GWBA Schwarze Pumpe) vor. Das Ziel ist die Verringerung des Eiseneintrages in die Spree/Kleine Spree aus dem Bereich der Spreewitzer Rinne und damit Minderung der Eisenbelastung der Spree im Bereich Spremberg/Talsperre Spremberg.

Im Spreegebiet Südraum konnten im Jahr 2022 alle kurz- und mittelfristigen Maßnahmen aus dem fachgutachterlichen Barrierekonzept von 2012 zum Abschluss gebracht werden:

  • Abfangriegel mit 6 Filterbrunnen im Bereich der Kleinen Spree bei Spreewitz
  • containergestützte, modulare Wasserbehandlungsanlage (MWBA) am Standort Burgneudorf einschließlich dem dazugehörigen Abfangriegel mit zehn Filterbrunnen an der Kleinen Spree
  • modulare Wasserbehandlungsanlage (MWBA) am Standort Abfanggraben Neustadt (Spree)
  • Errichtung der MWBA im Bereich Ruhlmühle am Altarm der Spree im Neustädter Ortsteil Döschko

Diese Maßnahmen zeigen bereits ihre Wirkung, so dass der Aufwand der Bewirtschaftungsmaßnahmen an der Vorsperre zur Talsperre Spremberg sich bereits im Zeitraum ab dem nächsten Verwaltungsabkommens (VA VII 2023 – 2027 geplant) deutlich verringern wird.

Die langfristige Gesamtkonzeption der LMBV für den Südraum der Spree („Barrierekonzept Spreegebiet Südraum“) sieht Leistungen zur Quellstärkenreduzierung sowie zur flussnahen Grundwasser-Fassung und Überleitung in eine zentrale Wasserbehandlungsanlage (ZWBA) vor und gliedert sich in drei Vorhaben:

  • Vorhaben 1: „Errichtung einer Dichtwand am Nordostufer des SB Lohsa II“
  • Vorhaben 2: „Flussnahe Barrieren/GW-Abfangmaßnahmen an der Spree und Kleinen Spree mit Überleitung zur zentralen Wasserbehandlung"
  • Vorhaben 3: „Erweiterungsbauwerk als Vorreinigungsstufe an der Grubenwas serbehandlungsanlage (GWBA) Schwarze Pumpe"

Diese Vorhaben wirken grundsätzlich unabhängig voneinander und werden jede für sich ihren Beitrag zur Bewältigung der Situation leisten. Die Vorhaben 2 und 3 befinden sich im laufenden Planungsprozess, so wird bspw. für das Vorhaben 3 gerade ein gemeinschaftlicher Sonderbetriebsplan von LEAG und LMBV für das Erweiterungsbauwerk der Grubenwasserbehandlungsanlage (GWBA) Schwarze Pumpe nach § 52 Abs. 3 BbergG zur Einreichung beim Sächsischen Oberbergamt erarbeitet.

Das Vorhaben 1 „Errichtung einer Dichtwand am Nordostufer des SB Lohsa II“ stellt einen großen Eingriff in den Untergrund dar und erfordert daher die Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens. Die geschätzten Gesamtkosten liegen bei rund 100 Mio. Euro (Preisstand 2020).

Auf Grund des zu führenden Genehmigungsverfahrens mit seinen Vorbereitungsleistungen, insbesondere aber aufgrund der Dimension des Projekts – geplant ist eine Länge der Dichtwand von sieben Kilometern bei einer Tiefe von durchschnittlich rund 90 Metern – ist mit einem voraussichtlichen Bauende ab Ende der 30er Jahre zu rechnen.

Es liegen nunmehr ausreichende Voruntersuchungen vor, um auf dem Weg eines abschließenden Fachgutachtens ein Votum zur Dichtwand-Technologie und ihrer Realisierungsmöglichkeiten zu erzeugen. Dies wird zügig in 2023 erfolgen und die geplante Gesamtlaufzeit bis zur Fertigstellung nicht beeinträchtigen.

Die Herangehensweise wird mit allen Partnern der LMBV weiter besprochen werden.

Fotos: LMBV


101. Aufsichtsratssitzung der LMBV fand am 31. August 2022 im Lausitzer Revier statt

Senftenberg/Lübbenau. Am 31. August 2022 trat der Aufsichtsrat der LMBV zu seiner 101. Sitzung in Lübbenau zusammen. Bereits am Vortag hatten sich die LMBV-Aufsichtsräte zu einer Revierbefahrung im Lausitzer Nordraum des LMBV-Sanierungsgebietes bei Lübbenau versammelt.

Im Mittelpunkt dieser Informationstour am 30. August 2022 standen das Umsetzen der Filterbrunnenverwahrung in Seese-Ost und die Kippenverdichtung mittels der „Schonenden Sprengverdichtung“ am Bischdorfer See. In seinem Einführungsvortrag gab der Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny, grundlegende Erläuterungen zu den angewendeten technischen Verfahren und zu zukünftigen Herausforderungen in der Sanierungstätigkeit.

Der LMBV-Aufsichtsrat besichtigte anschließend zwei Sanierungsbaustellen, wobei die Techniken des Filterbrunnenversatzes und der Schonenden Sprengverdichtung veranschaulicht und weitere Auskünfte über laufende und künftige Sanierungsvorhaben gegeben wurden.

Den Abschluss des Tages bildete eine Befahrung der Wasserwege im Spreewald, bei der auf die Lösungen der LMBV für eine Eisenminderung in der Spree im Spreegebiet Nordraum eingegangen wurde.

Aufsichtsräte, Geschäftsführer und Mitarbeiter der LMBV gemeinsam im Foto
Fotos: Steffen Rasche für LMBV


Pressereisende zu Gast bei LMBV und Flutungszentrale Lausitz

Senftenberg. Bei einer vom Tourismusverband Lausitzer Seenland e.V. organisierten Pressereise stand am 29.08.22 ein Besuch der LMBV und der Flutungszentrale Lausitz in Senftenberg auf dem Programm.

Unter den Teilnehmern waren Heidi Diehl (nd, Forum, Mitteldeutsche und Stuttgarter Zeitung), Hella Kaiser (Tagesspiegel), Edith Spitzer (55PLUS-magazin.net), Kathrin Krueger (Sächsische Zeitung), Pia Lucchesi (Morgenpost Sachsen) und Tom Nebe (dpa). Außerdem begleiteten Regina Zibell von der Pressestelle der Tourismus-Marketing Brandenburg mbH sowie Kathrin Winkler und Katja Wersch vom Tourismusverband die Gruppe. Sie wurden vom Pressesprecher der LMBV herzlich in der Knappenstraße am Sitz des Unternehmens begrüßt.

In einem Einführungsvortrag ging Maik Ulrich, Leiter der LMBV-Flutungszentrale Lausitz, auf die Aufgaben und Ziele der Flutungszentrale und die bergbauliche Wasserwirtschaft ein. Zudem erläuterte er u.a. die hydrologische Situation in den Flussgebieten und die Entwicklung des Wasserdargebots. Großes Interesse zeigten die Journalisten an den Herausforderungen des Wassermanagements nach dem Kohleausstieg.

Im Anschluss des Vortrags besichtigten die Teilnehmenden den Leitstand der Flutungszentrale. Hier stellte sich Martin Hoffmann, Mitarbeiter der Flutungszentrale Lausitz, den zahlreichen Fragen zu technischen Abläufen an den Betriebsanlagen sowie zu den verschiedenen LMBV-Wasserbehandlungsmaßnahmen.

Neben der Flutungszentrale stand für die Pressereisenden u.a. eine Fahrradtour um den Großräschener See sowie eine Vorstellung der Planungen für die touristische Entwicklung am Ostufer des Großräschener Sees und zum Lagunendorf Sedlitz am Sedlitzer See auf dem Programm. Zudem gab es einen Törn im Segelkutter über den Senftenberger See sowie eine kurze Führung am Stadthafen Senftenberg.

Fotos: LMBV / R. Kaltschmidt


Landtagsabgeordnete aus Sachsen und Brandenburg zu Infobesuch an der Spree

Senftenberg/Spremberg. Bei ihrer gemeinsamen Lausitztour trafen sich am 24. August 2022 die Politikerinnen von Bündnis 90/Die Grünen Ricarda Budke, Abgeordnete im Brandenburger Landtag, und Ines Kummer, Mitglied des Sächsischen Landtages, mit Sven Radigk, Leiter der LMBV-Projektgruppe „Gewässergüte Fließgewässer Lausitz“, im Spremberger Ortsteil Cantdorf. Ebenfalls beim Termin anwesend waren Isabell Hiekel, Mitglied der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Brandenburger Landtag, sowie Sprembergs Bürgermeisterin, Christine Herntier, und Winfried Böhmer, Stellvertretender Vorsitzender und Sprecher des Aktionsbündnisses Klare Spree e.V.

Im Mittelpunkt des Informationsbesuches stand die Wasserbeschaffenheit im Einzugsgebiet der Spree und die wasserwirtschaftliche Sanierungstätigkeit der LMBV. In einem Einführungsgespräch an der Bekalkungsstation, als Teilanlage 1 der Konditionierungsanlage Spree am Pegel Spremberg-Wilhelmsthal, wurden den Gästen die Mittel- und Langfristmaßnahmen näher erläutert, die im Hinblick auf die Reduzierung der Eisenfracht zum Tragen kommen bzw. geplant sind.

Vorher-/Nachher-Luftbilder von der Hauptsperre, dem auch touristisch genutzten Spremberger Stausee veranschaulichten bisher erreichte Ziele, beispielsweise die erfolgreiche Konditionierung in der Vorsperre der Talsperre Spremberg. Zudem wurde die Funktionsweise der Bekalkungsstation in Verbindung mit der Flockungshilfsmitteldosierstation (Teilanlage 2) vor Ort näher erklärt.

Die Teilnehmer tauschten sich rege über das Wassermanagement in der Lausitz aus, welches eine große Herausforderung, insbesondere auch lange Zeit nach der Beendigung des derzeit noch aktiven Braunkohlenbergbaus, darstellen wird.

Nach einem kurzen Halt auf der ersatzneugebauten Wilhelmsthaler Brücke mit Blick auf den Altarm der Spree und die Austragsleitungsplattform ging es für die Gäste weiter zur Vorsperre Bühlow. Sven Radigk erläuterte hier neben der Entwicklung des Füllungsgrades im Vorstaubecken auch die Beräumung der Vorsperre mit den derzeit laufenden Arbeiten am Sedimentationsbecken II und III sowie die derzeitigen Entsorgungswege bezüglich der stofflichen Verwertung des Eisenhydroxidschlammes.

v.l.n.r. MdL Ines Kummer, MdL Ricarda
Budke / v.l.n.r. hinten: Winfried Böhmer (Aktionsbündnis Klare Spree), Sven Radigk (LMBV), MdL Isabell Hiekel
Fotos: LMBV / R. Kaltschmidt


Honigbienen am Großräschener See im Einsatz

Senftenberg. Tausende Bienen sind seit einigen Wochen in der Bergbaufolgelandschaft am Großräschener See aktiv. In Zusammenarbeit mit Leuschis Imkerei aus Guteborn sind im Mai zwanzig sogenannte Beuten aufgestellt worden.

Gemeinsam mit der Rekultivierungsabteilung der LMBV wurde eine geeignete Stelle ausgesucht, an der es für die Bienen über die gesamte Saison hinweg eine kontinuierlich und breite Auswahl an Blühpflanzen und Wildkräutern gibt.

Aufgrund der vielfältigen Entwicklung der Natur auf den Bergbaufolgeflächen finden neben den Honigbienen auch Wildbienen, darunter hochgradig gefährdete Wildbienenarten, hier einen idealen Lebensraum.

Bergbaufolgelandschaften des Braunkohlenbergbaus bieten für die kleinen, leicht zu übersehenden Arten große Chancen. Die weiten, oft unzerschnittenen Nachbergbau-Flächen, die Armut an Nährstoffen und die relative Störungsarmut gegenüber der normalen Kulturlandschaft sind die Voraussetzungen für das Vorkommen hunderter, häufig gefährdeter und selten gewordener Tier- und Pflanzenarten.

Fotos: Christian Horn und Stefanie Klein für LMBV


SMKT-Tourismusfachleute mit der LMBV in der Lausitz unterwegs

Senftenberg/Dresden. Auf Einladung des Sprechers der Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny, waren am 22.07.2022 Tourismusfachleute aus dem Geschäftsbereich der Sächsischen Staatsministerin für Kultur und Tourismus (SMKT) bei der LMBV zu Gast. In Senftenberg wurden die Ministerialvertreter von Gerd Richter, Leiter des Sanierungsbereiches Lausitz, herzlich willkommen geheißen.

In einem Auftaktgespräch wurden dem Leiter der Tourismus-Abteilung bei der Sächsischen Staatsministerin für Kultur und Tourismus, Ministerialdirigent Frank Ortmann, die derzeitigen Herausforderungen der Bergbausanierer bei der Umsetzung der Wiedernutzbarmachungsverpflichtungen vorgestellt.

An dem Arbeitsgespräch beteiligten sich auch der Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg, Detlef Wurzler, und der Geschäftsführer des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen, Daniel Just. Bei einer anschließenden Befahrung wurden den Tourismusexperten ausgewählte Sanierungsprojekte und Entwicklungsflächen vorgestellt.

Begleitet wurde der Abteilungsleiter aus dem SMKT von der Referatsleiterin Aline Fiedler, Referat 51 - Tourismuspolitik, Destinationsentwicklung, Kulturtouristische Vernetzung, sowie der Stellvertretenden Referatsleiterin Birgit Lohmann aus dem Referat 52 für Tourismuswirtschaft, Kur- und Erholungsorte, Touristische Infrastruktur und von Referent Christoph Henning.

Tourismusfachleute aus dem SMWK mit der LMBV in der Lausitz unterwegs
Fotos: LMBV/Uwe Steinhuber


Bundestagsabgeordnete Hannes Walter und Timo Schisanowski zu Gast bei der LMBV

Senftenberg/Großräschen. Auf Bitten der Bundestagsabgeordneten informierten sich MdB Hannes Walter und MdB Timo Schisanowski am 14. Juli 2022 bei der LMBV über den Stand der Bergbausanierung in der Lausitz. Dazu wurden die beiden Bundestagsabgeordneten und ihre Begleiter am Großräschener See vom Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny, begrüßt. In einem Einführungsgespräch wurde den Gästen die Vielfalt der künftigen Herausforderungen für die LMBV erläutert. Am Beispiel des fast fertigen Großräschener Sees und des noch in Sanierung befindlichen Sedlitzer Sees konnten sich die SPD-Politiker ein eigenes Bild von der Größe der Bergbaufolgeseen und der Komplexität der damit verbundenen Aufgaben machen. LMBV-Abteilungsleiter Michael Matthes ergänzte das Bild mit Fakten zu geplanten Sanierungsleistungen.

Hannes Walter vertritt als direkt gewählter Abgeordneter seit dem 26. September 2021 die Interessen der Bürgerinnen und Bürger des Wahlkreises Elbe-Elster – Oberspreewald-Lausitz II im Deutschen Bundestag. Nach dem Erlangen der Fachhochschulreife in Herzberg studierte er und schloss als Master of Science in Betriebswirtschaftslehre 2014 an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg ab. Seitdem arbeitete er im Familienunternehmen Automobile Walter & Sohn in Massen.

Timo Schisanowski ist ebenfalls seit 2021 im Bundestag und stammt aus Hagen. Nach dem Abitur am Christian-Rohlfs-Gymnasium in Hagen-Haspe und seinem Zivildienst im St.-Josefs-Hospital in Hagen-Altenhagen nahm er ein Jura-Studium an der Ruhr-Universität Bochum und Fernuniversität Hagen auf. Der Wirtschaftsjurist war zuletzt Geschäftsstellenleiter der VBW Stiftung bei der VBW Bauen und Wohnen GmbH in Bochum.

Die Abgeordneten wurden von Dominic Hake, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Büro Walter, und Nadine Hönicke aus Senftenberg begleitet.


Großes Interesse am Baustelleninformationstag am Knappensee

Senftenberg/Groß Särchen. Zu einem Baustelleninformationstag am Knappensee hatten die LMBV und das Sächsische Oberbergamt (OBA) am 9. Juli 2022 geladen, um über die weiteren Schritte der Gefahrenabwehrmaßnahmen vor allem nach der Rutschung 2021 zu informieren.

Über 200 Interessierte, darunter zahlreiche Anwohner der umliegenden Ortschaften, besichtigten die Baustelle in Groß Särchen. An mehreren Stationen informierten die LMBV und das Sächsische Oberbergamt die Bürger, unterstützt durch die Gemeinde Lohsa, den Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen, die Firmen V&C Metzner, Ecosoil Ost GmbH und die Freiwillige Feuerwehr Groß Särchen.

Großes Interesse galt den zeitnahen Zielsetzungen, um die touristische Nutzung des Knappensees wieder aufleben zu lassen und den entstandenen Rutschungskessel an der Ostböschung zu sanieren.

Kai Oliver Dammer, Referent für Braunkohlenbergbau im OBA Sachsen, kündigte für 2027 eine Prüfung durch Sachverständige zur Teilnutzung des Knappensees an. Bereits für 2023 ist avisiert, Teile des Rundwegs von Groß Särchen bis Maukendorf freizugeben. Zudem gab die Gemeinde Lohsa bekannt, dass sie plant, die Brücke am Knappensee-Einlauf in Groß Särchen 2022 fertigzustellen. Ebenfalls 2022 soll am Groß Särchener Ufer die Erschließung des Vereinszentrums mit Zufahrt, Trinkwasser, Abwasser, Regenentwässerung, Parkplätzen, Straßenbeleuchtung und Ersatzpflanzungen geschaffen sein. Vereine können dann bereits ab 2023 bauen.

Über die Sanierungstechnologien der Rütteldruckverdichtung und leichten Rütteldruckverdichtung, die am Knappensee zum Einsatz kommen, informierte der verantwortliche Projektmanager der LMBV, Marko Walter. Der Rutschungskessel wird mit einem zweigeteilten Damm wasserseitig und landseitig geschlossen, an den Seiten stabilisiert und wieder verfüllt. „Der gesamte Einzugsbereich erstreckt sich auf 28 Hektar. Ende 2024 bzw. Anfang 2025 kann voraussichtlich mit dem Bau des Dammes begonnen werden. Die Gesamtmaßnahme dauert aus heutiger Sicht bis zum Ende dieses Jahrzehnts“, erläuterte Walter.

Fotos: LMBV/Steffen Rasche und Christian Horn


Moderne Rettungstechnik für ostsächsische Bergbaufolgeseen

Lohsa/Hoyerswerda. Das Baden an den ostsächsischen Bergbaufolgeseen Dreiweiberner See, Silbersee und Scheibe-See wird in diesem und den kommenden Sommern sicherer. Das ermöglichen so genannte Rescue-Water-Crafts, ein Trailer und Kalan sowie weitere Schutzausrüstung, die am Freitag, dem 1. Juli 2022, am Dreiweiberner See offiziell durch die LMBV und die Gemeinde Lohsa abgenommen und in Betrieb gegangen sind.

Die Anschaffung der Ausrüstungsgegenstände erfolgte über §4-Mittel des Freistaates Sachsen in Teilprojektträgerschaft der Gemeinde Lohsa. Gemeinsam mit dem DRK-Kreisverband Bautzen e.V., Wasserwacht Ortsgruppe Hoyerswerda, war der Maßnahmenantrag entsprechend der Forderung des Freistaates Sachsen, vertreten durch das Sächsische Oberbergamt, über die Kommune gestellt worden.

Hagen Aust, Vorsitzender der Hoyerswerdaer Wasserwacht, zeigte sich am Freitag sehr zufrieden mit der Ausrüstung. "Wir können mit dieser Rettungstechnik und den dazugehörigen Utensilien nun vor allem den Badebetrieb, aber auch den Sport- und Freizeitbootverkehr an den beliebten Badeseen in Sachen Sicherheit verbessern. Das ist für alle ein gutes Signal!"

Auch Thomas Leberecht, Bürgermeister der Gemeinde Lohsa, betonte, dass nun die Bergbaufolgeseen sicherer würden. Peter Mark, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Bautzen e.V. hob die gute Ausstattung hervor, da sie zeige, wie spannend Ehrenamt sein könne und warb für Nachwuchs bei Wasserwacht und Rettungsdienst.

Insgesamt kosteten die zwei Rescue-Water-Crafts mit Trailer, Kalan, Rettungsbrettern und Schutzausrüstung rund 100.000 Euro, die als Bruttofestbetrag durch den Freistaat Sachsen finanziert wurden.

Fotos: LMBV/Kathleen Hofmann-Mitzschke


Bundestagsabgeordnete A. Baerbock besuchte LMBV-Großbaustelle bei Plessa

Senftenberg | Plessa. Am Nachmittag des 27. Juni 2022 besuchte das Mitglied des Bundestages Annalena Baerbock eine Baustelle der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) in Brandenburg. Die über die Landesliste von Bündnis 90/Die Grünen Brandenburg in den Bundestag gewählte Potsdamer Politikerin wurde herzlich von der Geschäftsführung der LMBV vor Ort auf dem Gelände der künftigen Wasserbehandlungsanlage (WBA) Plessa begrüßt. Die noch im Bau befindliche Anlage zur künftigen Eisenminderung soll nach Inbetriebnahme die Schwarze Elster vor einem Eiseneintrag und einer damit einhergehenden Versauerung schützen.

Der Sprecher der LMBV-Geschäftsführung Bernd Sablotny informierte die Abgeordnete über den Stand der Bergbausanierung in der Lausitz und das konzipierte technische Vorhaben zur Reduzierung der mineralischen Bestandteile der dem Hammergraben und Floßgraben zulaufenden bergbaulichen Wässer. Diese Überschusswässer gelangen vom Norden her über verschiedene bergbauliche Hohlformen, beginnend am Bergheider See über die Seeteichsenke und weitere 14 miteinander verbundene Restlöcher nach Süden über Gräben zum Flussbett der Schwarzen Elster.

Bevor sie in diesen Fluss gelangen, werden sie in der WBA weitestgehend von Eisen befreit. Dabei wird die Eisenkonzentration von anfänglich über 60 mg/l entsprechend den behördlichen Vorgaben auf unter 3 mg/l gesenkt. Das Bauende der rund 4,5 Hektar großen Anlage ist voraussichtlich für das Jahresende 2022 geplant. Sie soll anschließend in einen mehr als einen einjährigen Test- und Probebetrieb gehen. Von der Planung seit ca. 2010 bis zum Regelbetrieb der Anlage sind Investitionskosten in Höhe von etwa 80 Millionen Euro veranschlagt, allein für Bau und Ausrüstung werden rund 40 Millionen Euro investiert, so Sablotny.

„Der Bund lasse die Lausitz bei der Beseitigung der Folgen des Braunkohleabbaus“ nach Worten der grünen Brandenburger Bundestagsabgeordneten Annalena Baerbock in einem Statement gegenüber begleitenden Medienvertretern „nicht im Stich. Demnächst wird das neue milliardenschwere Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung der DDR-Tagebaue bis 2027 unterschrieben werden“, sagte sie bei ihrem Besuch in Plessa. Das Abkommen solle sicherstellen, dass auch in den nächsten Jahrzehnten in der Region das Wasser gereinigt wird, um es kleineren Flüssen wieder zuzuführen.

Gerade mit Blick auf den zunehmenden Tourismus in der Lausitz sei die Wasserqualität wichtig, sagte Baerbock. „Wir machen uns aber auch jetzt schon Gedanken über die Zeit danach beziehungsweise über die langfristigen Folgen der Braunkohleförderung auf den Wasserhaushalt. Hier wurden Ewigkeitskosten verursacht, die es zu managen gilt“, so die Abgeordnete und Bundesaußenministerin. Mit Blick auf die Trockenheit durch den Klimawandel sei es wichtig, das Wasser in der Landschaft zu halten, auch für nachfolgende Generationen. Eine Maßnahme sei, das Wasser wieder zu reinigen.

„Wir spüren in der Lausitz seit langem, dass die Folgen des Braunkohletagebaus nicht mit dem Fingerschnips zu lösen sind“, betonte die Grünen-Politikerin. Deshalb sei es wichtig, dass die Bundesregierung die Region weiter unterstütze. Hieran knüpfte auch der Kaufmännische Geschäftsführer der LMBV, Gunnar John, an und erläuterte die auf Nachhaltigkeit angelegte Bergbausanierung. Im ersten Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens werden bereits für zehn der strategischen Nachhaltigkeitsziele erste Aussagen getroffen.

Bei einem Baustellenrundgang erläuterten Geschäftsführer Bernd Sablotny und Sanierungsbereichsleiter Lausitz Gerd Richter den derzeitig erreichten Bautenstand und das geplante Zusammenwirken der Komponenten der WBA. Das Oberflächenwasser aus dem Floß- und Hammergraben wird künftig oberhalb der Wehranlage über das Entnahmepumpwerk zur Eisenoxidation in die Reaktionsbecken geleitet. Durch die Zugabe von Kalkmilch wird dort die Eisenoxidation angeregt. Ein dem oxidierten Oberflächenwasser zugegebenes Flockungshilfsmittel sorgt dafür, dass der Eisenhydroxid-Rohschlamm (EHS) sich anschließend in den am Hammergraben entlang angeordneten Sedimentationsbecken absetzt. Über eine Ablaufleitung wird das an der Oberfläche abgezogene Klarwasser über eine Ablaufturbine zur Energierückgewinnung wieder in den Hammergraben eingeleitet.

Nach einem Aufstieg auf die Reaktionsbecken zur Eisenoxydation ging es zunächst an die Wehranlage mit Ablaufturbine. Danach folgte ein Stopp an einem der Sedimetationsbecken. Ein EHS-Pumpwerk befördert zuvor den zurückgebliebenen Rohschlamm zur EHS-Aufbereitung. Dieser wird in den drei stationären Schlammeindickern durch die erneute Zugabe von Flockungshilfsmitteln konzentriert. Anschließend erfolgt die Schlammentwässerung und abschließend dessen Konditionierung. Der dadurch hinsichtlich seiner Konsistenz transportfähige EHS wird schließlich auf LKWs verladen und einer Verwertung oder Entsorgung zugeführt.

Die Bundestagsabgeordnete A. Baerbock wurde von der Brandenburger MdL Isabell Hiekel, umweltpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion B90/ Die Grünen Brandenburg und den Mitarbeitern ihres Lausitzer Büros Mike Kess und Markus Pichlmaier begleitet. Ihrer Einladung war auch Dr. Gero von Daniels, Leiter der Bund-Länder-Geschäftsstelle (des Steuerungs- und Budgetausschusses) für die Braunkohlesanierung (GS StuBa), gefolgt.

Die im Bau befindliche LMBV-Wasserbehandlungsanlage Plessa (Juni 2022)


Informationen zur LMBV-Baustelle der Wasserbehandlungsanlage Plessa in der Lausitz

Senftenberg | Plessa. Mit dem offiziellen Spatenstich in Plessa begannen am 10. Juli 2020 die Arbeiten für die neue Wasserbehandlungsanlage der LMBV. Mit ihrer Errichtung am Zusammenfluss von Floß- und Hammergraben, am östlichen Ortseingang in Plessa an der B 169, wurde Anfang April 2020 eine Bietergemeinschaft von WKS Technik GmbH und Otto Heil GmbH & Co. KG beauftragt.

Zuvor erfolgte das Setzen einer 955 Meter langen Dichtwand um die Anlage durch die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) WBA Plessa, bestehend aus den Firmen BAUER Spezialtiefbau GmbH, AMAND Bau Sachsen GmbH & Co. KG und BERGER Grundbautechnik GmbH. Diese schützt die Baustelle und später die WBA Plessa vor aufsteigendem Grundwasser aus dem feuchten Niederungsgebiet der Schwarzen Elster.

Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, verwies in seinem Grußwort auf die lange Bergbaugeschichte des Großraumes Lauchhammer‒Plessa. Damit verbunden ist auch der vor über 150 Jahren beginnende Eingriff in den Wasserhaushalt. „Mit dem offiziellen Baustart für die Errichtung der Wasserbehandlungsanlage Plessa setzen wir einen ganz wesentlichen Meilenstein für die Bewältigung der bergbaulichen Hinterlassenschaften in der Region.“ 

Die rund 4,5 Hektar große Anlage wird nach ihrer Inbetriebnahme die Schwarze Elster vor einem Eiseneintrag, insbesondere aus dem Hammergraben und Floßgraben, und einer damit einhergehenden Versauerung schützen. Eine Wasserbehandlung der einzelnen kleinen Gewässer in der sogenannten Kleinen Restlochkette wäre technisch zu aufwendig und erzielt durch weiter zuströmendes Grundwasser nur kurzfristig einen Erfolg. Während des Anlagenbaus wird das Wasser aus dem Hammergraben über eine insgesamt 430 Meter lange Rohleitung umgeleitet.

In der dreistraßigen Anlage werden künftig bis zu 1,6 Kubikmeter Wasser pro Sekunde behandelt. Der pH-Wert wird dadurch von circa drei auf 6,5 bis 8,5 angehoben. Die Eisenfracht soll zukünftig so von durchschnittlich 60 mg/l auf unter drei mg/l reduziert werden. Von der Planung seit ca. 2010 bis zum Regelbetrieb der Wasserbehandlungsanlage Plessa sind über alle Planungen und Baulose ca. 80 Millionen Euro veranschlagt. Für den Bau und die Ausrüstung der WBA werden rund 40 Millionen Euro investiert. Das Bauende ist - ursprünglich für Ende 2022 - in 2025 anvisiert. In 2025 laufen die Vorbereitungen zur Gesamtinbetriebnahme und dem dreimonatigen Probebetrieb. Danach schließt sich ein einjähriger Einfahrbetrieb an.

Am 21. Juli 2021 erfolgte das Richtfest – verbunden mit Baustellenrundgängen für Interessierte und Anrainer. Die bereits entstandenen Bauwerke, darunter die etwa 48 mal 18 Meter großen, dreistraßig gestalteten Reaktionsbecken – gut am blauen Geländer erkennbar – sind weithin sichtbar.

Das Oberflächenwasser aus dem Floß- und Hammergraben wird künftig oberhalb der Wehranlage über das Entnahmepumpwerk zur Eisenoxidation in das Reaktionsbecken geleitet. Durch die Zugabe von Kalkmilch wird die Eisenoxidation angeregt. Ein dem oxidierten Oberflächenwasser zugegebenes Flockungshilfsmittel sorgt dafür, dass der Eisenhydroxid-Rohschlamm (EHS) sich anschließend in den am Hammergraben entlang angeordneten Sedimentationsbecken absetzt. Über eine Ablaufleitung wird das an der Oberfläche abgezogene Klarwasser über eine Ablaufturbine zur Energierückgewinnung wieder in den Hammergraben eingeleitet.

Das EHS-Pumpwerk befördert den zurückgebliebenen Rohschlamm zur EHS-Aufbereitung. Dieser wird in den drei stationären Schlammeindickern durch die erneute Zugabe von Flockungshilfsmitteln konzentriert. Anschließend erfolgt die Schlammentwässerung und abschließend dessen Konditionierung mithilfe weiterer Flockungshilfsmittel und/oder Flugasche. Der dadurch hinsichtlich seiner Konsistenz transportfähige EHS wird schließlich auf LKWs verladen und einer Verwertung oder Entsorgung zugeführt. (UST) mit Update v. 11.07.25

Die im Bau befindliche LMBV-Wasserbehandlungsanlage Plessa (Juni 2022)


Umweltminister von Sachsen und Brandenburg zu Infobesuch beim Bergbausanierer LMBV in der Lausitz

Senftenberg. Die Umweltminister von Sachsen und Brandenburg, Wolfram Günther und Axel Vogel besuchten im Anschluss an eine gemeinsame Kabinettsitzung der Landesregierungen auf dem Lausitzring auch den Bergbausanierer LMBV. Sie wurden dazu am Nachmittag des 21. Juni 2022 herzlich vom LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny in Senftenberg begrüßt.

Im Mittelpunkt des Informationsbesuches stand die Arbeit der Flutungszentrale Lausitz (FZL) an der Landesgrenze in Senftenberg sowie die Speicherfunktionen von Braunkohle-Restlöchern wie des Bärwalder Sees (LMBV-Speicher Bärwalde) und des LMBV-Speichersystems Lohsa II. Aus diesen beiden bergbaulichen Speichern werden derzeit jährlich bereits bis zu 45 Mio. m³ p.a. zur Niedrigwasser-Aufhöhung der Spree im Verbund mit den Talsperren der LTV und des LfU beigetragen.

Die #Lausitz hat zu wenig Wasser. Doch ohne Wasser kein Strukturwandel. Deshalb arbeiten wir eng und gut mit #Brandenburg und #Berlin zusammen“, betonte anschließend Staatsminister Günther in einem Tweet. In der Diskussion wurden auch Maßnahmen zur Bewältigung der aktuellen Trockenheit und der länderübergreifenden Wasserbewirtschaftung angesprochen.

Die LMBV berichtete über ein erfolgreiches 2021er Jahr des Flutens der Restlöcher und Bergbauspeicher: 136 Mio m³ konnten aus den wenigen Lausitzer Flüssen zielführend genutzt und eingeleitet werden. Dem standen 2021 in der Lausitz aber auch Wasserausleitungen der LMBV, z. B. zur Niedrigwasser-Aufhöhung der Spree, von insgesamt 94 Mio m³ gegenüber.

In 2022 wurden bereits 54 Mio m³ für die Flutungen durch die FZL aus den Vorflutern verfügbar gemacht. Rund 10 Mio m³ wurden dazu aus der Spree in den LMBV-Speicher Bärwalde und rund 20 Mio m³ in den LMBV-Speicher Lohsa II eingeleitet und zwischengespeichert. Weitere vier Mio m³ gingen in das Restloch Burghammer. Flutungsschwerpunkt 2022 war zudem der Sedlitzer See in Brandenburg, der rund 21 Mio m³ aufgenommen hat und seit Ende Dezember 2021 bisher um rund einen weiteren Meter angestiegen war.

Hinsichtlich des Zielstellung zum Speichersystem Lohsa II (WSS) erläuterte B. Sablotny das Ziel der LMBV, über den Probestau mit derzeitigen Nutzungsmöglichkeiten hinaus die volle Funktionstüchtigkeit des WSS Lohsa II bis Ende der 2020er Jahre zu erreichen. Dazu seien zunächst noch folgende Bau- und Sanierungshauptleistungen im Rahmen der Bergbausanierung nötig:

  • Beendigung des Ausbaus der Kleinen Spree mit Brückenbau bis Ende 2025
  • Beseitigung der Rutschungsmassen aus dem Einlaufbereich des Tunnels Lohsa II Richtung Speicherbecken Burghammer ab 2026
  • Sichern und Erweitern der provisorischen Einsatzstellen im Speicher Lohsa II.

Parallel dazu soll der Planfeststellungsantrag Teil 3 – Wasserrechtliches Verfahren zur Bewirtschaftung des WSS Lohsa II erarbeitet werden, dessen Genehmigungsprozess dann noch weitere Zeit benötigen wird.



Bergbausanierer auf Karrieremessen in Cottbus und Freiberg vertreten

Senftenberg/Cottbus/Freiberg. Gemeinsam mit über 70 regionalen, nationalen und internationalen Unternehmen sowie Forschungsinstituten präsentierte sich die LMBV am 14. Juni 2022 am Zentralcampus Cottbus der BTU Cottbus-Senftenberg auf Brandenburgs größter Recruitingmesse für akademische Fachkräfte.

Eröffnet wurde die Messe mit einer Ansprache durch den Hauptberuflichen Vizepräsidenten der BTU Cottbus-Senftenberg, Prof. Dr.-Ing. Michael Hübner, sowie mit einem Grußwort durch den Minister für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg, Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach.

Anschließend öffneten sich die Messezelte für alle Interessierten. Zahlreiche Studierende und Absolventen nutzten auf der campus-X-change die Gelegenheit, sich am Stand der LMBV über Praktikumsplätze, Abschlussarbeiten oder einen Jobeinstieg nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums zu informieren.

Zudem waren Schüler und Schülerinnen eingeladen, einen Überblick zu den Angeboten von Schülerpraktika zu erhalten und gezielt Fragen zum Berufsalltag zu stellen.

In Freiberg fand am 9. Juni 2022 die Karrieremesse ORTE der TU Bergakademie Freiberg statt. Auch hier nutzten neben der LMBV über 50 regionale und überregionale Unternehmen sowie Institutionen die Möglichkeit, ihre Jobangebote zu präsentieren und zahlreiche Fragen der Studierenden zu beantworten.

Zahlreiche Interessierte auf der ORTE in Freiberg
Fotos: LMBV/R. Kaltschmidt


LMBV war Gastgeberin der Sommer-Befahrung des Brandenburger Braunkohlenausschusses

Senftenberg/Cottbus. Die Sommer-Befahrung des Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg führte dessen Mitglieder am 9. Juni 2022 in den Süden des Landes zum Lausitzer Seenland. Am Großräschener See, dem vormaligen Tagebau Meuro, begrüßte im Namen der LMBV der Sanierungsbereichsleiter Lausitz, Gerd Richter, die Ausschussmitglieder im Sanierungs-Revier. Beim Blick von der Victoriahöhe wurden Vergangenheit und Gegenwart der Bergbausanierung von Prokurist Richter vorgestellt. Dabei wurden von ihm Zusammenhänge zwischen von zu schaffenden sicheren Bergbaufolge-Landschaften, Flutungswasser-Verfügbarkeiten und kommenden Herausforderungen in der sogenannten Restlochkette erläutert.

Großräschens Bürgermeister Thomas Zenker gab einen kurzen Abriss zur Entwicklung der Kommune unter den besonderen Bedingungen des angrenzenden Tagebaus und des entstehenden Bergbaufolgesees. Durch frühzeitige kommunale Flächensicherung und langfristige Entwicklungspläne u.a. an der Seestraße, am Hafen, im Siedlungsgebiet Alma, und an den IBA-Terrassen konnten in den zurückliegenden Jahren, auch unter Einsatz von Mittel der Braunkohlesanierung, bereits viel Vorzeigbares entwickelt und gebaut werden. Das künftige Welcome- und Info-Center unmittelbar am Hafen sei derzeit im Bau und im Wachsen.

Aufgrund des noch ausreichenden Wasserüberdeckung ist eine langfristig sichere Nutzung des künstlichen Gewässers erst ab 2025/26 mit der dann erfolgte Ausspiegelung des Nachbarsees in Aussicht. An einer saisonalen und temporären Teilnutzung des Gewässers, für die u.a. noch Anträge der Kommune zur Haftungsfreistellung und Wassernutzung erarbeitet werden, wird von der LMBV positiv begleitet.

Am Sedlitzer See wurde dem Ausschuss die geplanten Sicherungsarbeiten der LMBV in den kommenden drei Jahren an der Brückenfeldkippe und für den Ausbau des Ausleiters aus dem künftigen Sedlitzer See vorgestellt. Bei einem Halt am bereits wasserführenden Ilse-Kanal wurde der Werdegang einer solchen Investition für den künftigen Wassertourismus und für das Flutungsgeschehen dargestellt. Durch die gezielte Flutung des Restloches Sedlitz in den zurückliegenden Monaten konnte der Wasserspiegel bereits auf 99,43 m NHN aufgefüllt werden, welcher dann u.a. die Folgesanierungsarbeiten ermöglicht. Allein seit Dezember 2021 stieg der Wasserspiegel um fast einen Meter an.

Am Südufer des künftigen Sedlitzer Sees stellte die LMBV die errichtete Kaimauer und ihren neuen Sanierungsstützpunkt vor. Letzte Station der diesjährigen Infotour war der Seestrand Lieske, der vom Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg entwickelt worden ist. Hier nutzte Altdöberns Amtsdirektor Frank Neubert die Gelegenheit, neue Pläne eines privaten Investors, die auch in der Gemeindevertretung alsbald behandelt werden, vorzustellen. So könnten bis zu 80 Ferienhäuser bei Lieske entstehen, wenn die Pläne genehmigt und umgesetzt werden können.

Braunkohlenausschuss des Landes Brandenburg zu Gast am Großräschener See der LMBV


Perspektiven für die Zukunft schaffen: sicher und nachhaltig

LMBV stellt zur 100. Aufsichtsratssitzung den Sanierungs- sowie erstmals den Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens vor

Senftenberg. „Im Jahr 2021 hat die LMBV ihre Aufgaben trotz widriger Umstände von Klimaveränderungen und Corona-Pandemie planmäßig fortgeführt und in der Braunkohlesanierung und der Verwahrung gute Ergebnisse erreicht“, erklärte Bernd Sablotny am 1. Juni zur Pressekonferenz des Unternehmens in Großräschen und stellte den Sanierungsbericht des Bundesunternehmens vor.

Es ist auch die Aufgabe eines Bundesunternehmens, die international seit 2015 geltenden Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und zu dokumentieren, wo es aktuell steht. „Mit diesem Bericht ist der Status quo seit den 1990er Jahren erfasst und gut dokumentiert, was wir bis 2021 erreicht haben“, ergänzte Gunnar John, Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV. Von den 17 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Nachhaltigkeitszielen kann von der LMBV zu den folgenden unterschiedlich umfangreich berichtet werden: Hochwertige Bildung, Geschlechtergerechtigkeit, Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen, Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, Industrie, Innovation und Infrastruktur, Nachhaltige Städte und Gemeinden, Nachhaltiger Konsum und Produktion, Maßnahmen zum Klimaschutz, Leben unter Wasser, Leben an Land, Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen.

„Seit dem Jahr 1991 konnten durch die Rekultivierung ca. 4 Millionen Tonnen CO2 langfristig gebunden werden. Im Jahr 2021 wurden allein 306.388 Bäume gepflanzt“, erklärte John weiter. In der Lausitz konnte der vorbergbauliche Waldumfang von 50 % der Waldflächen wieder hergestellt worden. Von den in Deutschland vorkommenden höheren Pflanzen finden sich über 30 Prozent auf den ehemaligen Bergbauflächen, von den Tieren (Vögel, Reptilien, Säugetieren) bis zu knapp 70 Prozent. Eine große Bedeutung in der nachhaltigen Sanierung kommt der Nutzung von Flächen für erneuerbare Energien zu. So wurden bis einschließlich 2021 von den rekultivierten Tagebauflächen 1.770 ha für die Errichtung von Photovoltaikanlagen genutzt sowie 166 Windkraftanlagen errichtet.

Der Rückblick beider Geschäftsführer ins Jahr 2021 zeigte: Die vorgegebenen Sanierungsziele im vierten Jahr des laufenden Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung von 2018 bis 2022 wurden erreicht. Im Jahr 2021 hat die LMBV Leistungen in einem Finanzierungsumfang von circa 246 Millionen Euro erbracht. Für Maßnahmen entsprechend des § 2 VA VI wurden durch den Bund und die Braunkohleländer im Jahr 2021 circa 190 Millionen Euro aufgewendet. Im § 3 VA VI wurden im Jahr 2021 im Rahmen der Braunkohlesanierung Sanierungsleistungen in Höhe des Vorjahresniveaus von circa 45 Millionen Euro realisiert. Des Weiteren wurden im Rahmen des § 4 VA VI in der Projektträgerschaft der LMBV Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards von ehemals bergbaulich genutzten Flächen mit einem Finanzvolumen von circa 11 Millionen Euro durchgeführt, die länderseitig durch den Freistaat Sachsen und das Land Brandenburg finanziert wurden. Im Jahr 2021 wurden zur Verwahrung des stillgelegten Kali-, Spat- und Erzbergbaus Maßnahmen mit einem Kostenvolumen von insgesamt rund 19 Millionen Euro umgesetzt, davon circa zwei Millionen Euro in Sachsen, vier Millionen Euro in Sachsen-Anhalt und 13 Millionen Euro in Thüringen.

Im besonderen Fokus der Arbeit standen in der Braunkohlesanierung auch im Jahr 2021 die Herstellung der geotechnischen Sicherheit von Tagebaukippen, die wasserwirtschaftlichen Maßnahmen in den Bergbaufolgeseen sowie die Fortschreibung und Umsetzung der Konzepte zur Behandlung bergbaulich beeinflusster Fließgewässer. In der Lausitz standen vor allem die Sanierungsarbeiten rund um den Sedlitzer See im Fokus, im mitteldeutschen Revier die geotechnische Sicherung des Tagebaus Nachterstedt sowie die Arbeiten am Speicher Borna und an der Hochkippe Borna-West.

Im Südharzrevier der LMBV lagen die Schwerpunkte in der Untersuchung und Planung der Abdeckung der Kalihalde Bischofferode und der Optimierung des Salzlastbewirtschaftungssystems durch Reduzierung der Salzlasten der Halde Bischofferode in das Stapelbecken Wipperdorf.

Bei den Gefahrenabwehrmaßnahmen gegen die Folgen des Grundwasserwiederanstieges hat die LMBV im Jahr 2021 die Zielstellungen im Wesentlichen erfüllt. Als Beispiele für diese Gefahrenabwehrmaßnahmen ist das kontinuierliche Fortführen der Böschungssicherungsarbeiten am ostsächsischen Knappensee, trotz der eingetretenen Böschungsbewegung vom März 2021, anzusehen. Das Weiterführen des Schnittstellenprojektes mit dem Freistaat Thüringen gegen die anstehenden Vernässungsgefahren und Kontaminierungen im Grundwasser in Schelditz sind hier zu nennen.

Schwerpunkt der Verwahrarbeiten in den zum Verantwortungsbereich der LMBV gehörenden Spat- und Erzgruben war die Unterhaltung der Wasserlösestollen, die Behandlung von austretenden Grubenwässern sowie die Sicherung und Rekultivierung von industriellen Absetzanlagen. Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang der Abschluss der Planungsarbeiten für das Neuauffahren des Steinbachstollens, sodass 2022 mit den Arbeiten begonnen werden kann.

Ausführliche Informationen zu den Sanierungsprojekten der LMBV unter www.lmbv.de bzw. im Sanierungsbericht und dem Nachhaltigkeitsbericht in der Mediathek der Website.

Blick auf die IBA-Terrassen in Großräschen (Steffen Rasche, 2021)


Sedimentationsbecken III an der Vorsperre Bühlow wird ab Juni beräumt

Senftenberg/Spremberg. Ab dem 01.06.2022 wird mit der Beräumung des Sedimentationsbecken III an der Vorsperre Bühlow begonnen. In das Becken wurden ca. 30.000 m³ Schlamm aus der Vorsperre eingetragen. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis zum 31.12.2022 andauern.

Die Transporte verlaufen über den Radweg und Amselweg bis hin zur L 52. Die Leerfahrten zum Sedimentationsbecken III erfolgen über den Pflasterweg. Die tägliche Transportleistung beläuft sich wie auch in den Vorjahren auf 10 bis 15 LKW.

Die Entschlammung der Vorsperre Bühlow erfolgt durch den Auftragnehmer der LMBV, die TWB Tief- und Wasserbau GmbH Boblitz, in Nutzung der technischen Anlagen und im Auftrag des Landesamtes für Umwelt Brandenburg.

Sedimentationsbecken III an der Vorsperre Bühlow / Fotos: Steffen Rasche und Christian Horn


Denkmalschützer und ‑pfleger mit Journalisten vor dem nächsten Kohleausstieg im Revier unterwegs

Weißwasser/Boxberg. Auf Einladung des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz (DNK) fand vom 4. bis 6. Mai 2022 eine Pressetour zur “Denkmalpflege im Braunkohlerevier Lausitz“ unter Leitung von Dr. Ulrike Wendland statt. Neben der LEAG war auch die LMBV in die Vorbereitung mit einbezogen worden, um der Frage nachzugehen: Wie verändert sich die industrielle Kulturlandschaft?

Die 42. Pressefahrt des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz startete in Weißwasser und führte die Teilnehmer zunächst zum Turm am Schweren Berg. Im Besucherzentrum des LEAG-Tagebaues Nochten wurde über die laufende Braunkohleförderung informiert. Da der Kohleausstieg beschlossen ist, stehen große Regionen in Deutschland vor der Herausforderung, einen weiteren Strukturwandel zu bewältigen - auch das Braunkohlerevier in der Lausitz. Daher widmete das DNK sich der Frage: „Wie verläuft der Transformationsprozess und welche Auswirkungen hat er auf die Industriekultur, die industriellen Kulturlandschaften, und auf die Menschen, die im Süden Brandenburgs und im Osten des Freistaates Sachsen eine neue Zukunft gestalten wollen? „

Die Pressefahrt 2022 führte die Teilnehmer zu „Hotspots der Veränderung“: bei der Befahrung des sächsischen Tagebaus Nochten wurden archäologische Fundstellen ansteuert, die dort zu Tage getreten waren. Mit dem Landesdenkmalamt Sachsen und dem Bergbautreibenden wurde über die Zusammenarbeit von Braunkohleförderer und Denkmalbehörden sowie über die Herausforderungen im kommenden Transformationsprozess diskutiert. Ausblicke auf bereits wieder nutzbar gemachte Industrielandschaften gaben später Mitarbeitende der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft.

Am Abend des 4. Mai 2022 vertieften - nach einer Begrüßung durch Werner v. Bergen (DNK) - Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Kulturtourismus und der angewandten Forschung in einem Gespräch, wie in einem erfolgreichen Strukturwandel Bewohnern und Bewohnerinnen ihre spezifische Identität bewahrt und neue Perspektiven gegeben werden können. Für die Bergbausanierer beteiligte sich Gerd Richter, LMBV-Bereichsleiter des Sanierungsbereiches Lausitz, im Podium an der Diskussion. Es wurden Zukunftsszenarien diskutiert. Die öffentliche Veranstaltung fand im Soziokulturellen Zentrum TELUX, in den Hallen des ehemaligen Glaswerkes, in Weißwasser statt. Ein zuvor von Oberbürgermeister Torsten Pötzsch vorgestelltes Bauwerk, ein notgesichertes Lagergebäude der Weißwasseraner Glasindustrie aus den 30er Jahren, der sogenannte Neufert-Bau, begeisterte viele Tour-Teilnehmer.

Am Folgetag stand neben der Energiefabrik Knappenrode auch ein großer Bergbaufolgesee der LMBV bei Boxberg im Mittelpunkt der Tour. Boxbergs Bürgermeister Achim Junker und Gerd Richter informierten über den erfolgten Wandel vom vormaligen Tagebau Bärwalde hin zum heutigen Bärwalder See. Nach der abrupten Tagebau-Stillsetzung im Jahr 1992 schloss sich eine aufwendige bergtechnische Sanierung an, die mit der 1997 gestarteten Flutung einen ersten Meilenstein mit dem Anfahren des Zielwasserstandes im Jahre 2009 erreichte. Seitdem wird die Wassermenge des auch als Speicher genutzten Bergbaufolgesees über die Flutungszentrale der LMBV weiter gesteuert, die Ufer dem Wellengang angepasst und die Grundlagen für kommunale und private Investitionen an den Ufern gelegt.

In Brandenburg besuchten die Reiseteilnehmer unter anderem die Förderbrücke F60 in Lichterfeld, die von einem Verein getragen wird, der 2018 den Deutschen Preis für Denkmalschutz erhielt. Wenige Orte weiter steht der Schaufelradbagger „Blaues Wunder“, an dem sich in Schipkau die Geister scheiden. Hier steht die Frage: Kann diese Anlage denkmalgerecht erhalten und touristisch genutzt werden oder setzt man auf den ehemaligen Industrieflächen andere Projekte um? Im IBA Studierhaus Großräschen, dem ehemaligen Beamtenwohnhaus der „Ilse-Bergbau Aktiengesellschaft“, folgte ein weiteres abendliches Fachgespräch unter dem Titel „Neue Denkmale – Neue Ideen?“.

Neben Thomas Zenker, Bürgermeister von Großräschen, beteiligten sich Reinhold Dellmann, Vorsitzender des Landesdenkmalbeirates Brandenburg und Minister a.D., Dr. Uwe Koch, Beauftragter für die Kulturentwicklung in der Lausitz, Brandenburgisches Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie Dr. Christine Onnen, Leiterin der Inventarisation am Brandenburgischen Landesdenkmalamt und Prof. Rolf Kuhn, ehemaliger Geschäftsführer der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land an dem Gespräch. Vorgestellt wurde bei der Reviertour auch die von der BKM, d.h. der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, geförderte Kampagne der Landesdenkmalämter zur Inventarisation der Kulturdenkmale in der montanindustriellen Kulturlandschaft.

Fotos: Dr. Uwe Steinhuber

Blick über den Bärwalder See


Wasserwanderrastplatz am Geierswalder See nun bereit für Gäste im Lausitzer Seenland

Das nun fertig gestellte und nutzbare Servicegebäude des WWRP - mit Hafenmeisterbüro



Das nun fertig gestellte und nutzbare Servicegebäude des WWRP - mit Hafenmeisterbüro
Gemeinsam auch beim Banddurchschnitt:  LMBV, Zweckverband LSS, Kommune Elsterheide



Gemeinsam auch beim Banddurchschnitt: LMBV, Zweckverband LSS, Kommune Elsterheide
Neue Feuerstelle am Ufer des Wasserwanderrastplatzes am Geierswalder See



Neue Feuerstelle am Ufer des Wasserwanderrastplatzes am Geierswalder See
Mit dem Wasserwanderrastplatz am Geierswalder See wird der LMBV-Bergbaufolgesee weiter aufgewertet



Mit dem Wasserwanderrastplatz am Geierswalder See wird der LMBV-Bergbaufolgesee weiter aufgewertet



Elsterheide | OT Geierswalde. Am 26. April 2022 schien die Sonne den Tüchtigen: die Ideengeber und Umsetzer vom Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen (ZV LSS) und der Kommune Elsterheide konnten mit der LMBV, die hier als Projektträgerin im Rahmen des § 4 der VA BKS aktiv war, gemeinsam das Fertigstellen des Wasserwanderrastplatzes am Geierswalder See zelebrieren. 

Nachdem der Verbandsvorsitzende, Bautzens Landrat Michael Harig, die Gäste begrüßte, den „Machern“ der Geschäftsstelle des ZV, den Baufirmen und der LMBV sowie den Mitfinanciers vom Freistaat Sachsen gedankt hatte, konnten neben dem Elsterheider Bürgermeister Dietmar Koark, Daniel Just als verantwortlicher Geschäftsführer der ZV LSS und Landrat M. Harig auch Gerd Richter, LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz den symbolischen Banddurchschnitt gemeinsam vornehmen.

Künftig können bis zu 18 Caravan-Stellplätze von Wohnmobilsten und acht Zeltplätze am Ufer von Wasserwanderern genutzt werden. Das Hafenmeisterbüro wird durch Mitarbeiter des ZV künftig besetzt werden und erste Anlaufstation für Gäste im Servicegebäude sein. Dort können neu entstandene Dusch-, Koch- und Waschmöglichkeiten genutzt werden. Zudem kann Grauwasser entsorgt werden. Eine anmietbare Feuer- und Grillstelle unmittelbar am Seeufer macht das neue Angebot des Rastplatzes attraktiv. 

Damit sei „ein weiterer vorzeigbarer Baustein für den Tourismus im Lausitzer Seenland entstanden“, so Landrat Harig. Nach den ersten Ideen aus dem Jahr 2013 konnten nach Klärung der Finanzierungszusagen 2018 die Planungen zunächst vertieft und bereits am 27.08.2020 der erste Spatenstich für das Gesamtvorhaben vollzogen werden. Am 12.08.2021 erfolgte die Übergabe des Servicegebäudes an die Wasserschutzpolizei.

Bürgermeister Koark verwies auf weitere Bauvorhaben im Rahmen der „Aufwertung nach der Kohle an Seesüdseite“. Da gehe es bspw. um die zweite Ausbaustufe des „Promenadenweges“ ab Herbst 2022 mit Fördermitteln in Höhe von 2,4 Mio. Euro, die die Gemeinde mit 400.000 Euro co-finanzieren werde sowie das bereits begonnene Erschließen der Anrainer-Zuwegungen für etwa 4,3 Mio. Euro, das ebenfalls einen kommunalen Anteil von etwa 500.000 Euro bedinge. Ziel sei es letztlich, „vernünftige Freizeitbedingungen am Geierswalder See auszugestalten“. 

Dabei sei die Kommune mit ihren Partnern vor Ort seit dem Einweihen der Marina im Jahr 2007 nicht müde geworden, immer wieder B-Pläne am Bergbaufolgesee der LMBV vorzubereiten und voranzutreiben. UST

Auch Anpflanzungen gehören zum Projekt des Wasserwanderrastplatzes am Geierswalder See
LMBV-Prokurist Gerd Richter dankt für das partnerschaftliche Miteinander bei dem §4-Projekt


Laga-Kommission in Spremberg — LMBV unterstützt mit Vortrag über Spree-Eisenminderung

Senftenberg/Spremberg. Im Rahmen der Bewerbung der Stadt Spremberg für die Ausrichtung der Brandenburger Landesgartenschau 2026 wurden am 4. April 2022 verschiedene Stationen in der Stadt durch die Interministerielle Arbeitsgruppe (IMAG) begutachtet. Die LMBV folgte – auch nach einem offiziellen Unterstützerschreiben durch die Geschäftsführung – der Einladung der Stadt Spremberg, mit einem Vortrag zur „Sauberen Spree“ den IMAG-Besuchstag zu begleiten.

Am Altarm der Spree im Spremberger Schlossbezirk informierte Sven Radigk, Leiter der LMBV-Projektgruppe „Gewässergüte Fließgewässer Lausitz“, die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Delegation über die Entstehung der Verockerung der „Braunen Spree“ und zur wasserwirtschaftlichen Sanierungstätigkeit der LMBV.

Näher erläutert wurden die Mittel- und Langfristmaßnahmen, die im Hinblick auf die Reduzierung der Eisenfracht zum Tragen kommen bzw. geplant sind. Bisher erreichte Ziele, beispielsweise die erfolgreiche Konditionierung in der Vorsperre der Talsperre Spremberg wurden durch Vorher-/Nachher-Luftbilder von der Hauptsperre, dem auch touristisch genutzten Spremberger Stausee, veranschaulicht.

Sven Radigk betonte während seines Vortrags die Notwendigkeit, die Herausforderungen der eisenbelasteten Spree proaktiv anzugehen und in der Bevölkerung offen anzusprechen, um so den Bürgerinnen und Bürgern ein Signal zu geben – auch hinsichtlich der Wasserproblematik, die im Gesamtprozess des Strukturwandels 2.0 eine bedeutende Rolle einnimmt.

Christine Herntier, Bürgermeisterin der Stadt Spremberg, hob die Wichtigkeit der langfristigen Lösungen für eine saubere Spree hervor, da die Auswirkungen und Erfolge der Wasserbehandlung in der Lausitz für die Entwicklung der Region essenziell seien und letztlich bis nach Berlin spürbar wären.

Hinsichtlich der touristischen Entwicklung verwies u.a. Michael Apel von der Spremberger Kino und Kultur GmbH auf Pläne, geführte Radtouren entlang der Spree mit Haltepunkten an den errichteten Konditionierungs- und Wasserbehandlungsanlagen der LMBV anzubieten, um so den technischen Hintergrund bei Reisenden, Urlaubern und Einheimischen stärker in den Vordergrund zu rücken.

In einer abschließenden Frage- und Diskussionsrunde vor Ort tauschten sich die Teilnehmenden über das Wassermanagement in der Lausitz und speziell in Spremberg aus, das in Gänze eine große Herausforderung auch lange Zeit nach dem aktiven Braunkohlenbergbau darstellen wird.

Fotos: R. Kaltschmidt


LMBV übergibt Zechenhaus Brieske an den Landkreis Oberspreewald-Lausitz

Senftenberg. Mit der offiziellen Übergabe des historischen Zechenhauses Brieske der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH an den Landkreis Oberspreewald-Lausitz beginnt eine neue Ära für dieses historische Gebäude in Senftenberg. Am 6. April 2022 um 10 Uhr wurde der Eigentümerwechsel mit einem feierlichen Akt vor Ort vollzogen. „Wir sind sehr froh, dass dieses denkmalgeschützte Gebäude nach jahrelangem Leerstand einen Käufer gefunden hat, der ein für so ein geschichtsträchtiges Haus angemessenes Nutzungskonzept vorsieht“, erklärt Gunnar John, Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV. Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz erwarb die Liegenschaft mit dazugehörigen Flächen. Über den Kaufpreis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart. Die Mittel dafür stammen unter anderem aus dem Strukturförderungsfond.

Geplant ist, im Zechenhaus das Zentraldepot des Landkreises mit Archiv und Kulturort zu etablieren. Der Sammlungsbestand der Museen des Landkreises umfasst ca. 30.000 Exponate. „Dies ist die Chance auf die Schaffung eines regionalen, kulturellen Leuchtturms. Es soll ein Ort für die Öffentlichkeit zugänglicher Ort werden, der sowohl die lange Industriegeschichte verkörpert und ihre Geschichte als Gedächtnis der Region bewahrt“, so Landrat Siegurd Heinze.

Hintergrund: Das Zechenhaus Brieske wurde 1908/09 als „Badehaus Marga“ durch die Ilse-Bergbau-Actiengesellschaft durch die Architekten Heidenreich und Michel geplant und als Verwaltungssitz und Sozialgebäude 1909/10  errichtet. Im Gebäude war eine für den Bergbau typische Waschkaue mit Kettenbad eingebaut, die noch bis heute in wesentlichen Teilen erhalten ist. Weiterhin waren im Gebäude Zechensaal, Magazin, Sanitätsstelle, Kasse sowie Büro und Aufenthaltsräume für Verwaltung und technische Leitung untergebracht. Eine Hausmeisterwohnung im Dachgeschoss gehörte ebenfalls zur Einrichtung.

Mit der Kombinatsbildung im Senftenberger Revier 1979 wurden die Mehrzahl der Büro- und Verwaltungsräume zu Mannschaftsumkleiden und Duschräumen umgebaut. Bis zum Anhalten der Brikettproduktion 1992 war das Gebäude fast ausschließlich als zentrale Wasch- und Umkleide in Nutzung. In einem Kellerbereich sowie in den Bereichen des Erdgeschosses war viele Jahre lang das Archiv der Bergbau-Unternehmen untergebracht. Als Firmenarchiv wurde das Gebäude noch bis 1999 genutzt, seitdem stand es leer. 1994 wurde es in die Liste der technischen Denkmale im Land Brandenburg aufgenommen und kam mit der Bildung der LMBV in deren Besitz.

Der Kaufmännische Geschäftsführer der LMBV Gunnar John im Gespräch mit Landrat OSL Siegurd Heinze und dem Bürgermeister der Stadt Senftenberg Andreas Fredrich
Fotos: Steffen Rasche für LMBV


98. Sitzung des Brandenburger Braunkohlenausschusses in Cottbus auch mit LMBV-Themen

Cottbus. Am 31. März 2022 tagte der Braunkohlenausschuss des Landes Brandenburg zum 98. Mal, auch diesmal unter Leitung der Vorsitzenden Kerstin Kircheis. In Cottbus wurde unter Tagesordnungspunkt 3 seitens des MIL zum Stand des geplanten Zielabweichungsverfahrens für den LE-B-Tagebau Jänschwalde informiert. Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts Cottbus zur nicht mehr gegebenen Vollziehbarkeit des Hauptbetriebsplans wird der Tagebau Jänschwalde zum 15. Mai 2022 stillgesetzt. Der LEAG-Vertreter im Ausschuss, Thomas Penk, informierte diesbezüglich über den nächsten juristischen Schritt einer Beschwerde beim OVG , die am 29. März eingelegt wurde. Das zuständige LBGR selbst wird keine Beschwerde einlegen und hat vom Bergbautreibenden zunächst bis zum 14.04.22 ein Konzept zur geotechnischen Sicherung abgefordert, da der weitere Vollzug des Hauptbetriebsplanes ab Mitte Mai gehemmt sei. Das LBGR kündigte eine Anordnung zur geotechnischen Sicherung des Tagebaubetriebs an. Das weitere Vorgehen der Gemeinsamen Landesplanung zum Zielabweichungsverfahren werde vor diesem Hintergrund zunächst ausgesetzt, so die GL-Referatsleiterin Gesa Dähnhardt.

Zum Tagesordnungspunkt 4 berichtete LBGR-Abteilungsleiter Uwe Sell über die Aktivitäten des Landesbergamtes nach dem geotechnischen Ereignis am 9. März 2021 am Helenesee. Das Bergbaufolgegewässer werde als „Altbergbau mit Rechtsnachfolger“ eingestuft, wobei diese Frage noch weiter juristisch geprüft werde. Eine künftige Zuordnung zur Braunkohlesanierung sei beabsichtigt bzw. seitens des Landes angestrebt. Nach dem Einrichten eines erweiterten Sperrbereiches wurden erste Untersuchungen am Restloch an die Firma BIUG beauftragt. In einer derzeit laufenden zweiten Etappe sei eine komplette geotechnische Untersuchung durch Sachverständige veranlasst worden. Dazu seien bis zu 30 Kernbohrungen sowie Drucksondierungen nötig, die weit über den ursprünglich angedachten Mai-Zeitraum bis nun Herbst 2022 umgesetzt werden. Ziel sei es, bis zum Jahresende 2022 einen geotechnischen Abschlussbericht der BIUG vorliegen zu haben, auf dem dann eine Sanierungsplanung aufsetzen könnte. Die dafür notwendige europaweite Ausschreibung wurde von Sell für den Zeitraum 2023/24 avisiert.

Das LBGR gehe dazu weitere Schritte, die weit über die eigentliche Gefahrenabwehr hinausgehe. Das Land Brandenburg gehe dafür auch in „finanzielle Vorleistung“ und werde über das LBGR einen Projektsteuerer beauftragen. Das Amt sei beim Altbergbau personell „schmalbrüstig aufgestellt“, so Uwe Seel, jedoch habe der LBGR-Präsident S. Fritze das weitere Vorangehen selbst zu seinem nachdrücklichen Anliegen gemacht. An die LMBV sei man diesbezüglich noch nicht offiziell herangetreten. Die GL4 macht zudem deutlich, dass die „zu erwartende lang andauernde Sanierung“ des Sees in einer dem für den Zeitraum ab 2023 erwarteten Folge-Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung zugrundeliegenden Projektplanung der Bergbausanierer noch nicht inkludiert sein konnte. Hier seien zunächst weitere Gespräche des Landes mit dem Bund nötig.

Unter dem Tagesordnungspunkt 5 berichtete die LMBV zu geplanten Sanierungsleistungen im Raum Lauchhammer. Den Sachstandsbericht dazu gab Gerd Richter, Leiter des LMBV-Sanierungsbereiches Lausitz. Er erläuterte zunächst den Stand der Verhandlungen auf dem sogenannten Kippenareal Ki 5, wo aus Standsicherheitsgründen die Aufgabe von Wohnbebauungen und Gewerbestandorten laut LBGR bis zum Jahresende 2022 notwendig seien. An der Wilhelm-Külz-Straße seien private Eigentümer und gewerbliche Ansiedlungen,  am Pappelweg Wohn- und Gartengrundstücke betroffen. Die Verhandlungen mit dem überwiegenden Teil der Betroffenen zur Absiedelung seien gut vorangekommen, im Einzelfall noch nicht abgeschlossen. Mit der nach dem Rückbau der Gebäude geplanten bergtechnischen Sicherung des Kippenareals soll eine Trittsicherheit und auf den Verkehrsflächen eine Befahrbarkeit für luftbereifte Fahrzeuge bis 25 Tonnen erzielt werden. Damit würde sich das mittels Verdichtung gesicherte Kippenareal dann wieder als städtischer Baugrund für leichte setzungsunempfindliche Bauwerke z.B. der Photovoltaik oder als Natur-Retentionsräume eignen.

Richter kündigte auch die Fortführung der Einzelhaus-Sicherungsplanungen für die Schloss-Siedung in Lauchhammer an, nachdem das Moratorium des MIL und der damit verbundene Planungsstopp im Februar 2022 aufgehoben worden seien. Im ersten Schritt seien das Einholen verbindlicher Interessensbekundungen der derzeit 54 Betroffenen und dann das Überarbeiten der bereits vorliegenden ersten 24 Planungen vorgesehen. Im nächsten Schritt ist eine Infoveranstaltung mit den Betroffenen geplant, um dann im Anschluss weitere Einzelhaus-Planungen neu ausschreiben zu können. Gerd Richter informierte zudem über weitere laufende und geplante Vorhaben der LMBV im Raum Lauchhammer.

Impressionen von der 98. Sitzung des Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg in Cottbus - Fotos: Dr. Steinhuber


Spatenstich für Wasserwanderrastplatz an der Sedlitzer Bucht erfolgt

Senftenberg. Am 28. März 2022 erfolgte im Beisein des Infrastrukturstaatssekretärs Rainer Genilke (MIL) der erste Spatenstich für die wassertouristische Erschließung am Sedlitzer See. Der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg schafft mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung in den kommenden Jahren die wassertouristische Infrastruktur in der Sedlitzer Bucht.

Das Vorhaben umfasst die Schaffung eines touristischen Standorts mit Wasserwanderrastplatz, Schiffsanleger und nachfolgend zu installierender Freizeitinfrastruktur in drei funktional aufeinander aufbauenden eigenständigen Bauabschnitten. Im ersten Bauabschnitt erfolgen die Planungsleistungen und die verkehrs- und medientechnische Erschließung. Der zweite Bauabschnitt umfasst „Hafenplatz, Strand und Steganlagen“ und der dritte Bauabschnitt die Errichtung des Multifunktionsgebäudes.

Rainer Genilke: „Ich freue mich, dass es jetzt losgeht mit den Bauarbeiten am Wasserwanderrastplatz. Wir wollen, dass sich der Wassertourismus im Lausitzer Seenland weiter gut entwickelt. Das Land Brandenburg unterstützt die Entwicklung des Lausitzer Seenlandes seit Jahrzehnten aktiv und mit großem finanziellen Einsatz. Wir wollen, dass der Strukturwandel gelingt und die Menschen auch nach dem Kohleabbau hier gute Arbeits- und Lebensbedingungen vorfinden. Die touristische Entwicklung trägt dabei entscheidend zur regionalen Wertschöpfung bei.

Herausragendes Element des sich immer weiter entwickelnden länderübergreifenden Lausitzer Seenlands ist die schiffbar verbundene Kette von Tagebauseen. Wasserwandern soll zu den Attraktionen der Tourismusregion gehören. Mit dem Fortschreiten der Gewässerherstellung gibt es hierfür immer bessere Bedingungen. Es braucht jedoch nicht nur Verbindungen auf dem Wasser, sondern auch attraktive Standorte an Land. Dabei wollen wir den Zweckverband unterstützen.“

Für den ersten Bauabschnitt zur Schaffung der wassertouristischen Basisinfrastruktur am Sedlitzer See wurden Fördermittel in Höhe von 1,57 Millionen aus dem Verwaltungsabkommen VI zur Braunkohlensanierung im vergangenen Jahr bewilligt. Die Gesamtkosten betragen 2,16 Millionen Euro. Der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg steuert 590.000 Euro als Eigenanteil bei.

Die LMBV hatte bereits die Vorarbeit an der Sedlitzer Bucht geleistet. Mit der Böschungssicherung und –endgestaltung des Ufers und der Ausformung des Hafenbeckens samt Ausstattung mit Dalben und Slipanlage schuf die LMBV die Voraussetzungen für die touristische und wirtschaftliche Entwicklung.in




Bergbausanierer als „Top Company 2022“ ausgezeichnet

Senftenberg/Leipzig/Sondershausen. Die LMBV wurde vom Arbeitgeber-Bewertungsportal kununu als Top Company 2022 ausgezeichnet. Das Gütesiegel, das seit 2015 vergeben wird und auf den Online-Bewertungen der Mitarbeitenden und Bewerbern basiert, zeichnet besonders beliebte Unternehmen aus. Der Bergbausanierer zählt mit einem kununu-Score von 4,1 Sternen sowie einer Weiterempfehlungsquote von 86 Prozent zu den 5 Prozent der beliebtesten Arbeitgeber auf kununu.

Voraussetzungen für die Auszeichnung:
• Mindestens sechs Bewertungen von Mitarbeitenden
• Mindestens einen Score von 3,8 Sternen insgesamt, als auch bei den Bewertungen der Mitarbeitenden
• Im Durchschnitt muss der Mitarbeiter-Bewertungsscore der zurückliegenden zwölf Monate bei mindestens 3,8 Sternen liegen
• Mindestens eine Bewertung muss in den letzten zwölf Monaten erfolgt sein. Eine aktualisierte Bewertung wird dabei auch als neue Bewertung gewertet

Im Rahmen der LMBV-Einschätzungen beurteilten 95 Prozent ihr Gehalt als gut oder sehr gut. Benefits, die besonders hervorgehoben wurden, sind die betriebliche Altersvorsorge, flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit zur Teilnahme an Mitarbeiter-Events.

Laut kununu genießt unter allen Arbeitgeber-Siegeln auf dem Markt das Top Company-Siegel die größte Bekanntheit in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Auszeichnung wird auf Basis von Bewertungen auf dem jeweiligen Unternehmensprofil erstellt. Durch die datenbasierte und unabhängige Vergabe des Siegels kann kununu eine authentische Bewertung der jeweiligen Unternehmensdarstellung gewährleisten.

Mit derzeit rund 700 Mitarbeitenden an den Standorten Senftenberg, Leipzig und Sondershausen ist die LMBV als Ingenieur- und Umweltunternehmen stets auf der Suche nach Mitarbeitenden, die bereit sind, sich den Herausforderungen anspruchsvoller Tagesaufgaben zu stellen und die eine abwechslungsreiche, stets interessante und verantwortungsvolle Tätigkeit erwarten.

Aktuelle Stellenangebote: www.lmbv.de/karriere/stellenangebote


Konditionierungsanlage reduzierte auch 2021 die Eisenfracht in der Spree — Jahresbericht erschienen

Senftenberg/Spremberg. „Die LMBV-Wasserbehandlung durch den bedarfsgerechten Betrieb der Konditionierungsanlage im Zulauf der Spree zur Talsperre Spremberg zeigte auch im Jahr 2021 ihre positive Wirkung“, resümiert Sven Radigk, Leiter der LMBV-Projektgruppe „Gewässergüte Fließgewässer Lausitz“ den Jahresbericht zum Monitoring der Eisenbelastung der Spree und der Talsperre Spremberg, der jüngst fertiggestellt wurde. Verfasst wurde der Bericht vom LMBV-Fachgutachter Dr. Wilfried Uhlmann vom Dresdener Institut für Wasser und Boden (IWB).

Die Konditionierungsanlage, bestehend aus der Bekalkungsanlage in Spremberg-Wilhelmsthal sowie nach ca. 1,5 km Fließweg der Flockungshilfsmittelzugabe am Einlaufbauwerk der Vorsperre Bühlow, erzielte eine deutliche Erhöhung des Eisenrückhaltes. Circa 41 Prozent der Eisenfracht der Spree wurde in der Vorsperre zurückgehalten und somit die Hauptsperre der Talsperre, d. h. der Spremberger Stausee, entlastet.

Gleichzeitig wird somit die Einhaltung der Ablaufwerte aus der Talsperre am Pegel Bräsinchen gesichert. Die Eisen-gesamt-Konzentration lag hier 2021 durchschnittlich bei 0,5 mg/l sowie ganzjährig < 2 mg/l und somit stabil unterhalb der Sichtbarkeitsschwelle für partikuläres Eisen in der Spree. Die Talsperre Spremberg (Vor- und Hauptsperre) erzielte dabei insgesamt einen Eisenrückhalt von ca. 90 Prozent bezogen auf die Immission, d. h. die Eisenfracht in der Spree.

Der durch die Konditionierung geförderte Eisenrückhalt in der Vorsperre Bühlow hat trotz vergleichsweise höheren Durchflussmengen der Spree in 2021 und kontinuierlichen Teilberäumungsleistungen im Vorstaubecken wiederum gut funktioniert. In 2021 wurden die Einzelmaßnahmen zur Entnahme, Entwässerung und fachgerechten Entsorgung von eisenhydroxidbelasteten Schlämmen (EHS) in Projektträgerschaft der LMBV fortgeführt.

Die EHS-Entwässerung als Regeltechnologie erfolgt regulär in Verbindung mit den drei Sedimentationsbecken an der Vorsperre Bühlow. Der in 2021 an der Vorsperre angefallene EHS wurden beprobt, analysiert und ausnahmslos als nicht gefährlicher Abfall einer stofflichen Verwertung mit einer Gesamtmenge von ca. 26.450 t zugeführt.

Die Rückführung des EHS in den Wirtschaftskreislauf gemäß dem Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Bewirtschaftung von Abfällen (KrWG) erfolgte erstmals in 2021 teilweise als rohstoffliche Verwertung (hier: für die Herstellung von Produkten zur Entschwefelung in Biogasanlagen) jedoch weiterhin überwiegend, zur baustofflichen Verwertung, d. h. als Zuschlagstoff für die Ersatzbaustoffherstellung.

Der Einsatz von Flockungs- und Flockungshilfsmitteln (Weißfeinkalk und das FHM Koaret PA 3230 T) wird im Hinblick auf die aquatischen Lebewesen durch ein fischereibiologisches Monitoring in der Talsperre Spremberg überwacht, um eventuelle Auswirkungen der Wasserbehandlung auf Fische und Großmuscheln sowie auf das Makrozoobenthos festzustellen bzw. auszuschließen.

Mit dem Einsatz der Flockungs- und Flockungshilfsmittel wurden die Umweltbedingungen für die aquatische Fauna durch die erfolgreiche Erhöhung des Eisenrückhaltes in der Vorsperre Bühlow verbessert, wodurch auch in 2021 die Stabilität des Fischbestandes und der Benthosdichte zu erklären ist.

Im Einklang mit den Vorjahresergebnissen kann der Schluss gezogen werden, dass die Vorteile einer verbesserten Eisenrückhaltung, die mit den Wasserkonditionierungsmaßnahmen eventuell noch vorhandenen Restrisiken für Fische und andere aquatische Organismen bei weitem aufwiegen (siehe den Monitoringbericht 2021 zum Fischbestands- und Benthosmonitoring in der Talsperre Spremberg vom Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow).

Neue Publikationen


LS Brandenburg: Bohr- und Verwahrarbeiten der LMBV auf B 169 beendet

Senftenberg. In Umsetzung des bestätigten Abschlussbetriebsplanes zum Tagebau Sedlitz musste die LMBV 2021 im Bereich der B 169 zwischen Senftenberg und Sedlitz die sichere Verwahrung von untertägigen Hohlräumen (Nördliche Grenzstrecke) im Tagebaurandbereich durch Kontrollbohrungen nachweisen. Dabei wurden Hohlräume in der Strecke und auch sogenannte hängende Brüche über der Strecke erkundet. Da die „Nördliche Grenzstrecke“ die B 169/96 zweimal quert und auf einer Länge von ca. 400 m unter der Fahrbahn verläuft, musste die Straße durch den zuständigen Landesbetrieb Straßenwesen gesperrt werden.

Durch die LMBV wurden unverzüglich die erforderlichen Bohr- und Verwahrarbeiten beauftragt. Diese gestalteten sich als sehr aufwändig. Durch auftretende Spülungsverluste während der Bohrarbeiten, hervorgerufen durch Hohlräume und lockere Lagerungen überhängenden Brüchen, mussten zahlreiche Bohrungen abgebrochen, verwahrt und wieder aufgebohrt werden. Durch die gegenseitige Beeinflussung aufgrund der geringen Bohrlochabstände konnte nur eine begrenzte Zahl an Bohrgeräten eingesetzt werden.

Nunmehr konnten die Bohr- und Verwahrarbeiten im Auftrag der LMBV abgeschlossen werden. Insgesamt wurden, einschließlich von Bohrungen bei denen die Strecke nicht getroffen wurde und Nachbohrungen, die aufgrund von Spülungsverlusten erforderlich wurden, 110 Bohrungen niedergebracht. Es wurden insgesamt 918 m³ Versatzmaterial aus einer fließfähigen Baustoffsuspension eingebracht.

Eine Gefährdung der Bundesstraße B 169/ B 96 durch neu entstehende Streckenverbrüche, die zu Tagesbrüchen führen können, ist nach den ausgeführten Erkundungs- und Verwahrungsarbeiten und derzeitiger Kenntnislage ausgeschlossen. Bis zum 31.03.2022 wird die Baustelle durch die LMBV beräumt sein. Die notwendige Begleit-Dokumentation wird derzeit von einem Sachverständigen im Auftrag der LMBV zusammengestellt und an die zuständige Behörde, das LBGR, übergeben.

Nach Abschluss der Erkundungs- und Verwahrarbeiten wird durch die LMBV eine gutachterliche Stellungnahme in Auftrag gegeben. Diese Stellungnahme muss durch das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) und den Landesbetrieb Straßenwesen fachtechnisch gewürdigt werden.

Die Vollsperrung der B 169 zwischen Sedlitz und Senftenberg muss bis zum Beginn der Baumaßnahme aufrechterhalten bleiben, da Fahrbahn wegen der Bohrarbeiten beschädigt und deshalb die Verkehrssicherheit nicht gewährleistet ist. Der Landesbetrieb Straßenwesen trifft nun die letzten Vorbereitungen für die Deckenerneuerung der B 169 von Sedlitz bis Ortsumgehung Senftenberg. Die Baustrecke hat eine Länge von etwa 3,2 Kilometern.

Zunächst werden die schon seit längerem geplanten Erneuerungsarbeiten ausgeschrieben. Läuft alles nach Plan, könnte im Mai mit den Bauarbeiten begonnen werden. Dazu muss die Bundesstraße bis zum Bauende im August 2022 weiterhin gesperrt bleiben.  Um Schwertransporte zu vermeiden, sollen die entnommenen Erdstoffe und der Schotter auf der gesperrten Straße abgelagert werden. Mit diesem Verfahren kann die Baumaßnahme deutlich beschleunigt werden. Nach Abschluss dieser Arbeiten wird der Bereich mit den Erdstoffen und dem Schotter wieder verfüllt und die Fahrbahn neu aufgebaut. Vorgesehen sind eine neue Schottertragschicht und eine Asphalttragschicht. Danach werden im gesamten Bereich die oberen beiden Asphaltlagen abgefräst.  Erst dann ist   die eigentliche Deckschichterneuerung auf der ganzen Breite der Bundesstraße geplant.

Für die Vollsperrung der Bundesstraße bleibt die bereits eingerichtete Umleitungsstrecke bestehen. Der Verkehr wird über Hörlitz, Lausitzring, Meuro, Freienhufen und Großräschen zur Kreuzung B 169 / B 96 bei Allmosen bzw. umgekehrt geleitet.

Die notwendigen Arbeitsschritte bei diesem Vorhaben, sind deutlich umfangreicher, als bei vergleichbaren Straßenbauprojekten. Der erste Bauabschnitt reicht vom Ortsausgang Sedlitz bis zur Brücke über die Rainitza. In dem Bereich, in dem die LMBV Bohrungen vorgenommen hatte, müssen umfangreiche Erdarbeiten auf etwa 500m Länge und einer Tiefe von 2,50 m durchgeführt werden. Zur Sicherung des Untergrundes gegen eventuell in der Zukunft auftretende Tagesbrüche ist geplant, zwei Lagen Geogitter und eine Lage Vliesstoff zu verlegen.

Der zweite Bauabschnitt erstreckt sich von der Brücke über die Rainitza bis zum Brückenbauwerk im Kreuzungsbereich der B 169 und der B 96 bei Senftenberg. In diesem Bereich werden nur die oberen Asphaltlagen abgefräst. Anschließend wird die Deckenerneuerung einschließlich die der Rampen vorgenommen. Der Verkehr in diesem Kreuzungsbereich wird mit Hilfe einer Baustellenampel über die Rampe Abfahrt Senftenberg, aus Fahrtrichtung Schwarzheide kommend, geleitet. Diese Rampe wird auch als Auffahrt in Fahrtrichtung Schwarzheide genutzt. Die Fahrtrichtung Sedlitz/Cottbus muss bis zum Bauende im August voll gesperrt bleiben.

Daten und Fakten zum Umfang des ersten Bauabschnitts:

ca. 15.200 m² Entfernen und herstellen Fahrbahnmarkierung
ca. 30.400 m² Entfernen und herstellen Asphaltdeckschicht
ca. 30.400 m² Entfernen und herstellen Asphaltbinderschicht
ca. 5.800 m² Entfernen und herstellen Asphalttragschicht
ca. 5.300 m² Entfernen und herstellen Schottertragschicht
ca. 12.800 m³ Boden aufnehmen und lagenweise einbauen
ca. 11.400 m² Einbau des Geogitters

Daten und Fakten zum Umfang des zweiten Bauabschnitts:

ca. 5.100 m² Entfernen und herstellen Fahrbahnmarkierung
ca. 13.500 m² Entfernen und herstellen Asphaltdeckschicht
ca. 13.500 m² Entfernen und herstellen Asphaltbinderschicht

Zu den Kosten des Vorhabens können zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Angaben gemacht werden.

Quelle: Pressemitteilung Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg vom 15. März 2022


Kommunen präsentieren Stand des Radwege-REK im Bereich Seese-Schlabendorf

Lübbenau/Senftenberg. Am 04.03.2022 wurde von den Bürgermeistern der vier beteiligten Kommunen Calau, Luckau, Lübbenau und Vetschau der erreichte Zwischenstand des „REK (Regionales Entwicklungskonzept) Seese-Schlabendorf“ in Lübbenau präsentiert. Dieses REK wurde unter Einbeziehung der Lausitzer Planungsabteilung der LMBV durch die Fa. KEM aus Dresden bearbeitet. Die anwesenden Stadtoberhäupter dankten allen Beteiligten, darunter auch den LMBV-Akteuren für ihren bisherigen konstruktiven Beitrag: „Ohne die LMBV geht es ja gar nicht; sie ist ein stets wichtiger Partner“, so Bürgermeister Lehmann.

Seit Beginn der Bearbeitung des REK Seese-Schlabendorf im Oktober 2016 wird das Projekt - nach erfolgter Beantragung Genehmigung durch die gemeinsame Landesplanung Berlin/Brandenburg GL4 - als sogenannte Brandenburger §4-Maßnahme im Rahmen des VA BKS vorangetrieben. Insgesamt gab es bisher elf gemeinsame Beratungen einschließlich einer öffentlichen Ergebnis-Präsentation im April 2018 in Calau. Ziel ist es, initiiert von den Städten Luckau, Lübbenau, Calau und Vetschau, die neuen Wege in das überregionale Wegenetz einzubinden und so Radtouristen über den Spreewald hinaus ein Angebot zu unterbreiten.

Die LMBV war von Anfang an beratend tätig, um mögliche Synergieeffekte zu vorgesehenen Sanierungsmaßnahmen beim Herausarbeiten von Maßnahmen im Umfeld der vormaligen Tagebaue Seese und Schlabendorf zu benennen. Dabei wurde untersucht, was vor dem Hintergrund der langfristigen geotechnisch noch notwendig gesperrten Innenkippenflächen in diesem Raum möglich ist und was in absehbarer Zeit umgesetzt werden könnte. Aus diesem Grund wurden die im REK ausgewiesenen Umsetzungsmaßnahmen vor allem in den Randbereichen der Tagebauflächen konzentriert.

Umsetzungsstart der ersten Maßnahme war im Jahr 2019 mit der Herstellung eines 9.750 Meter langen und asphaltierten Radweges zwischen Wanninchen und Fürstlich Drehna, Diese wurde teilweise als §4–Maßnahme vom Land Brandenburg gefördert und in Eigenregie der Stadt Luckau umgesetzt. Vorbereitend dazu erfolgten gemeinsame Abstimmungen zwischen der Stadt Luckau, dem ausführenden Planungsbüro und der LMBV. In diesem Zusammenhang wurden vorlaufend durch die LMBV alte Filterbrunnen im unmittelbaren Randbereich des neuen Weges sicher verwahrt. Laut Luckau wurden auch die Arbeiten am zweiten Vorhaben, hier zwischen Zinnitz und Schlabendorf am See auf 1.100 Meter begonnen

Umfangreiche Abstimmungen erfolgten auch mit der Stadt Lübbenau in Vorbereitung des Wegebaues zwischen Raddusch und dem Schacht V (über Groß Lübbenau). Diese Maßnahme wird ebenfalls über den § 4 durch das Land Brandenburg gefördert und in Eigenregie der Stadt Lübbenau realisiert. Der Beginn ist für April 2022 vorgesehen. Weitere Maßnahmen wie z.B. der Weg zwischen Kirschallee Mlode und Schacht V Bischdorf sind in Vorbereitung und im gemeinsamer Abstimmung mit der LMBV. Weiterhin erfolgen regelmäßige Abstimmungen mit den Bauämtern der Städte Luckau, Lübbenau und Vetschau, in denen Arbeitsstände bei der Umsetzung der REK-Maßnahmen erörtert werden.

Wichtige Fragen sind dabei künftig weiterhin das erwünschte Freihalten von Sichtschneisen, das alternative Definieren von Standorten von Aussichtstürmen und das Errichten von solchen Überblicksmöglichkeiten sowie von Schutzhütten und Rastpunkten. Aus LMBV-Sicht sind insbesondere das Berücksichtigen der vormaligen Filterbrunnen – mit bis zu 10 Meter Abstand - beim Planen der Trassenführungen, sofern diese nicht vorlaufend bereits verwahrt werden können.

Noch anstehende Sanierungsleistungen der LMBV

Um eine mittelfristige Nutzung des Bereiches Tagebau Seese-Ost, speziell des dort entstandenen Bischdorfer See der LMBV, zu erreichen, wurden durch den Bergbausanierer die planmäßigen Sanierungsarbeiten zur Schonenden Sprengverdichtung (SSPV) weiter kontinuierlich fortgesetzt. Ziel ist nach wie vor, diese Arbeiten auf Kippen mittelfristig fertigzustellen.

Notwendig sind nach der SSPV noch das anschließende geotechnisch notwendige grundwasserferne Auffüllen der gesicherten Bereiche und das nachfolgende Wiederaufforsten bzw. Herstellen landwirtschaftlich nutzbarer Flächen. Nach Realisieren der Sicherungsarbeiten am Bischdorfer See erfolgen noch Restarbeiten zum Beseitigen von Untiefen direkt im Restloch. Weiterhin werden auch die wasserqualitätsabhängige Konditionierung des Sees mittels Schiffstechnik und die Regulierung des Seewasserstandes fortgesetzt.

LMBV-Ausblick für die Zeit nach 2027

In den kommenden 15 Jahren sollen – so die langfristigen Planungen der LMBV - vorrangig die Bereich Seese-Ost und anschließend der Nordbereich des ehemaligen Tgb. Seese-West geotechnisch gesichert werden. Dazu werden entsprechen der gutachterlichen Vorgaben die Kippenböschungen und ein Teil des Hinterlandes der Schönfelder See (RL 4) nachgesichert.

Weiterhin soll die Pflugkippenböschung zwischen den künftigen landwirtschaftlichen Flächen und den Waldflächen der Kleptnaniederung mittels Rütteldruck (RDV) verdichtet und so gesichert werden. Dazu müssen in den kommenden Jahren die entsprechenden Vorbereitungsarbeiten erfolgen.

Die Kippenböschungen des Restloch 1 (Redlitzer See) sind ebenfalls noch durch RDV zu sichern. Nach der Sicherung der Kippenflächen und der Vorlage der entsprechenden Abschlussgutachten in Seese-Ost werden die Bearbeitungen für das Planfeststellungsverfahren „Bischdorfer See“ beginnen.

Infolge der weitaus umfangreicheren geotechnisch notwendigen Sanierungsarbeiten werden die Bereiche Seese-West Südteil, Schlabendorf-Nord und Schlabendorf-Süd anschließend gesichert. Dazu werden ein Großteil der Flächen mittels RDV und SSPV zu sichern und die Flächen anschließend grundwasserfern aufzufüllen sein. Diese Maßnahmen werden die LMBV über einen längeren Zeitraum im Lausitzer Nordraum beschäftigen.

Impressionen der Beratung in Lübbenau - Fotos: Dr. Steinhuber


Knappensee: Sanierungsarbeiten laufen kontinuierlich – Planungen für Rutschungskessel in Vorbereitung

Senftenberg/Lohsa. Am 11. März 2022 jährt sich das Rutschungsereignis am Altbergbaugewässer Knappensee. An einem noch nicht komplett gesicherten Uferabschnitt waren rund 1 Mio. Kubikmeter gekippter Boden in Richtung See in Bewegung geraten. Gemeinsam mit den Sachverständigen für Geotechnik und dem Sächsischen Oberbergamt wurden in den zurückliegenden Monaten Sofortmaßnahmen zur Eindämmung der Folgen der Rutschung getroffen, die Ursachen der Rutschung analysiert und Mittelfristmaßnahmen zur Sicherung des vorhandenen Kippenkörpers geplant.

Inhalte dieser Maßnahmen war ein umfangreiches Monitoringprogramm zum weiteren Verhalten der Kippe, Porenwasserdrucküberwachungen zur Sicherung der umliegenden Bereiche (Straßen und Siedlung) und Schutzmaßnahmen in Form von BigBag-Verwallungen. Weiterhin wurde der Sperrbereich um den Rutschungskessel herum erweitert.

Gemäß Abstimmung mit dem Sächsischen Oberbergamt sind bis zum Ende des Frühjahrs 2022 geeignete Varianten zum Sanierungskonzept durch das planende Ingenieurbüro zu erarbeiten. Nach derzeitigem Erkenntnisstand wird das planende Büro die Sanierungskonzeption bis Ende April an das Haus der LMBV übergeben. Danach wird das SächsOBA nach der Erörterung der Varianten die Vorzugsvariante für die weitere Planung auswählen. Für das Jahr 2022 ist danach die weitere Ausarbeitung der Genehmigungsplanung vorgesehen.

Im Winterhalbjahr 21/22 gab es bisher keine größeren Abbrüche oder unplanmäßige Veränderungen. Im Bereich der rechtsgelagerten Steilböschung Bereich G-Süd entstanden natürlich durch Wind- und Welleneinwirkung regelmäßig kleinere Abbrüche der Steilwandbereiche. Diese Vorgänge sind bis zum Erreichen einer stabilen Ausgleichsneigung unkritisch.

Das SächsOBA hatte als Sofortmaßnahme den Bereich D-Ost (Ufer Groß Särchen) mittels Big BAGs schützen lassen. Die Schutzvorkehrungen bleiben bis zur vollständigen Sicherung des Rutschungskessels bestehen. Derzeit kann über den genauen Zeitpunkt der Aufhebung der Allgemeinverfügung auf Grund des ausstehenden Sanierungskonzeptes noch keine Aussage getroffen werden.

Auch für das Jahr 2022 und auch darüber hinaus gelten die Einschränkungen der Allgemeinverfügung, welche durch das SächsOBA erlassen wurden. Nach Fertigstellung der Bereiche und Übergabe der Abschlussberichte durch die Sachverständigen für Geotechnik entscheidet das SächsOBA über die Veränderung der Sperrzaunführung.

Parallel wurde nach Freigabe durch die Sachverständigen an den anderen Uferabschnitten weitergearbeitet. Für die Sanierungsabschnitte U (Maukendorf), A|B-Nord (B 96), D-West (Neubuchwalder Bucht), D-Mitte (Rutschenpark) und D-Ost (Groß Särchen/Koblenz) sind für das Jahr 2022 - wie ursprünglich vorgesehen - die Fertigstellungen geplant. Es sind noch bis Ende Frühjahr Arbeiten zur Leichten Rüttelverdichtung (LRV) und danach Profilierungen und der Wegebau des Rundweges geplant.

Wie auch vor Ort am Knappensee zu sehen war bzw. ist, wurden und werden die Arbeiten i.A. des SächsOBA und der LMBV auch während der Wintermonate fortgeführt. Die milde Witterung erlaubte auch ein durchgehendes Arbeiten auf dem Wasser.

Die Vorbereitungsarbeiten zur Nachnutzung gehen trotz der noch offenen Sanierungsplanung der Ostböschung ebenfalls weiter. So werden die Arbeiten zur Erschließung der Vereinsfläche im Bereich Z1 ab Ende März 2022 weitergeführt und Ende Juni 2022 abgeschlossen. Weiterhin erfolgt zurzeit die Erschließungsplanung im Abschnitt U, in welchem die Bungalowgemeinschaft e.V. „Knappensee Nordstrand“ Maukendorf ihren Sitz hat. Hier sollen ab Ende 2022 die Erschließungsarbeiten vor Ort beginnen.

Archivfotos vom Knappensee


Einspülflächen im Südteich am SeeCampus bei Schwarzheide gesichert

Senftenberg/Schwarzheide. Die Arbeiten zur Sicherung der Einspülflächen im Südteich (RL 29) bei Schwarzheide konnten im Januar 2022 nach drei Jahren Bauzeit erfolgreich beendet werden. Hier wurden die vorhandenen, nicht trittfesten Ufer- und Flachwasserbereiche bis zu einer Mindestwassertiefe von zwei Meter abgetragen. Insgesamt wurden 240.000 Kubikmeter Schlamm innerhalb des Gewässers verlagert. Der erste Bauabschnitt umfasste die Kohleschlammfläche an der Nordwestböschung unterhalb des SeeCampus, der dritte die Eisenhydroxidschlammfläche mit kalkhaltigen Ablagerungen im westlichen Bereich des Südteichs. Die wasserseitig aufgenommenen Schlämme wurden mit einem Saugspülbagger im tiefsten Bereich des Restloches verbracht.

Die Sicherungsarbeiten umfassten unter anderem die Baufeldberäumung, wie Holzung, Rodung und Schilfmahd, umfangreiche Wegebaumaßnahmen, das Anlegen von Ausgleichs- und Hälterflächen für Amphibien sowie das Absammeln von Amphibien. Auch die Gewinnung, Zwischenlagerung und Wiederanpflanzung von geschützten Pflanzenpopulationen, wie zum Beispiel Wollgras und verschiedene Röhrichtarten, war Bestandteil der Maßnahme. Am Restloch 29 wurde die Vegetationsdecke per Schwimmbagger abgetragen und auf der Vernässungsfläche Süd eingebaut.

Die Saugspülarbeiten im Bereich der Kohleschlamm- und Eisenhydroxidschlammfläche und das Verspülen der Massen wurden ebenso durchgeführt wie die Böschungsprofilierung auf beiden Flächen. Unterhalb vom Seecampus wurde die Berme erweitert. Ausgeführt wurden die Arbeiten durch das Unternehmen ETK GmbH Erdbau & Transport Kehlbier aus Theißen. Die örtliche Bauüberwachung wurde von wkp Dresden wahrgenommen.

In den kommenden Jahren werden vier weitere Bauabschnitte im und am Restloch 29 realisiert, um die öffentliche Sicherheit herzustellen. Diese Bauabschnitte umfassen vor allem wasserseitige Arbeiten wie beispielsweise die Leichte Rütteldruckverdichtung im Ufer- und Flachwasserbereich und die Stabilisierung von Unterwasserböschungen. Des Weiteren sind landseitig Gelände-Aufhöhungen im Hinterland der rütteldruckverdichteten Dämme durchzuführen. 

Fotos für LMBV: wkp Dresden


LMBV-Brunnensystem in Senftenberg hat schon mehr als 70 Mio. m³ gehoben

Senftenberg. Das von der LMBV geplante und umgesetzte Brunnensystem in Senftenberg erfüllt voll umfänglich seine gesteckten Aufgaben und stellt eine sinnvolle Investition zum Erreichen der geforderten Schutzziele dar. Die jeweils vorgegebenen Grundwasserstände werden mit dem Betrieb der Horizontalfilterbrunnen eingehalten. Die sechs von der LMBV errichteten Horizontalfilterbrunnen (HBr) werden bedarfsgerecht betrieben und befinden sich – technisch gesehen - nach wie vor im Einfahrbetrieb. Mehr als 70 Mio. m³ beträgt die gesamte bisher gehobene Wassermenge seit Inbetriebnahme aller sechs Brunnen in Senftenberg. Die bisher entstandenen Kosten zum Unterhalt der Anlagen belaufen sich auf ca. 1,2 Mio. € per anno. Diese werden weiterhin aus dem laufenden Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung (VA VI) finanziert.

Die HBr 3, 4, 6 und 7 leiten in die GWRA Rainitza ab sowie die HBr 8 und 9 leiten in die GWRA Pößnitz ab. Die Wasserhebung erfolgt bedarfsgerecht und ist damit auch von meteorologischen Einflüssen abhängig. Im Jahr 2021 wurden etwa 11 Mio. m³ Grundwasser gehoben, abgeleitet und gereinigt über die Rainitza und Pößnitz letztendlich der Schwarzen Elster zugeführt. Dabei hoben der HBr 3 etwa 150 m³/h; der HBr 4 rund 200 m³/h; der HBr 6 etwa 60 m³/h und der HBr 7 durchschnittlich 220 m³/h. Beim HBr 8 waren es etwa 300 m³/h und beim HBr 9 bis zu 330 m³/h*. Die Gesamtanlage, bestehend aus sechs HBr und zwei Ableitsystemen - mit einer Länge von 11,9 km zur GWRA Rainitza und 7,6 km zur GWRA Pößnitz - wird wöchentlich kontrolliert. Der Betrieb der Anlage wird zudem fernüberwacht. Entsprechende Anlagenteile, wie z.B. die Gaswarnanlage zweimal jährlich, werden entsprechend ihrer Prüffristen gewartet.

An verschiedenen Stellen in der Stadt sind Grundwasser-Messpegel mit einer Steuer- und Regeltechnik installiert. Diese melden den Grundwasserstand an den nächstgelegenen Horizontalfilterbrunnen und dieser steuert die passenden Fördermengen selbstregulierend. Über drei bis acht sternförmig angeordnete horizontale Filterstränge im Brunnen wird das Grundwasser über Steigleitungen nach oben gepumpt. Die Leitungen sind luftdicht verschlossen. Andernfalls würden chemische Reaktionen dazu führen, dass die Leitungen auf lange Sicht verstopfen bzw. verockern. Das gehobene Wasser wird von den Filterbrunnen über Rohrleitungen und Schachtbauwerke zu den Grubenwasserreinigungsanlagen weitergeleitet.

Die Stadt Senftenberg war zum Zeitpunkt der Wende um 1990 zwischen Brieske, Sedlitz, Senftenberger See und Tagebau Meuro „eingekeilt“. In Ermangelung anderer Flächen für Wirtschaftsansiedlungen wurde die Kippenfläche Laugkfeld als Gewerbegebiet ausgewiesen. Mehr als 20 Firmen siedelten sich hier an. Mit aufsteigendem Grundwasser stieg auch die Gefährdung für die geotechnische Sicherheit: Setzungen, Sackungen und Grundbrüche können die Folge sein. Um der Gefährdung zu begegnen wurden verschiedene Varianten betrachtet und die Entscheidung fiel zugunsten eines Horizontalfilterbrunnensystems:

  • HBr 3 am Theater in der Laugkstraße seit 2014 in Betriebszustand
  • HBr 4 in der Badstraße seit 2014 in Betriebszustand
  • HBr 6 in der Güterbahnhofstraße seit 2013 in Betriebszustand

Die Brunnen im östlichen Stadtgebiet werden das Grundwasser dauerhaft auf einem ungefährlichen Niveau vom maximal 98 m NHN halten und die Bebauung in diesem Wohnbereich somit schützen. Auch das Gewerbegebiet konnte damit bestehen bleiben und die dort angesiedelten Unternehmer ihre erfolgreiche Arbeit fortsetzen.
Die Anwohner der Senftenberger Vogelsiedlung sind in Hochwassersituationen und durch den Grundwasserwiederanstieg in den zurückliegenden Jahren immer wieder mit Vernässungen in den Kellern konfrontiert worden. Die drei Horizontalfilterbrunnen im östlichen Teil der Stadt bilden unterirdisch einen Grundwasser-Absenkungstrichter, deren Wirkung nur bedingt bis zur Vogelsiedlung reicht. Zur Sicherung der Wohnhäuser wurde ein weiterer Horizontalfilterbrunnen zur dauerhaften Grundwasserniedrighaltung errichtet:

  • HBr 7 an der Hanseaten-/Kormoranstraße seit 2016 in Betriebszustand

Lösung für den Ortsteil Brieske: Das Briesker Wohngebiet zwischen Rentnerstraße und Briesker Straße liegt ähnlich wie die Vogelsiedlung im Gefährdungsbereich des nachbergbaulichen, natürlichen Grundwasserwiederanstiegs. Die zuvor angestellten Untersuchungen ergaben, dass eine Ertüchtigung bestehender Gräben nicht ausreichend wäre. Aus diesem Grund fiel die Entscheidung auch hier zugunsten einer Brunnenlösung aus. Zwei Horizontalfilterbrunnen schaffen hier nun Sicherheit:

  • HBr 8 in der Rentnerstraße seit 2017 in Betriebszustand
  • HBr 9 in der Straße „An der Wollschinka“ seit 2017 in Betriebszustand

Das dort gehobene Wasser wird über eine Leitung in Richtung Schwarzheide abgeschlagen. Auch das entsprechende Ableitungssystem wurde hierfür errichtet. In der Grubenwasserreinigungsanlage Pößnitz wird das gehobene Wasser aufbereitet und über die Pößnitz in die Schwarze Elster abgegeben.

Das HBr–System ist für eine Nutzungsdauer von ca. 80 Jahren ausgelegt. Der Bund und die Länder BB, SN, ST und TH hatten im § 5 des VA VI vereinbart, nach Lösungen zu suchen, solche Anlagen auf vom Bund unabhängige Strukturen zu übertragen. Dies bleibt noch eine Aufgabe für die Zukunft.

*Die angegebenen Fördermengen stellen Durchschnittswerte dar und sind dem jüngst erstellten internen Quartalsbericht III/2021 entnommen.

Kontrollbefahrung eines HBr | Foto: P. Radke
Impressionen vom Brunnensystem der LMBV in Senftenberg


Eintägige Straßensperrung nahe Kleinleipisch

Senftenberg. Voraussichtlich in der 7. Kalenderwoche wird in der Nähe von Kleinleipisch ein Belastungsversuch mit einer Sprengung mit geringer Lademenge durchgeführt. Dafür wird die Lichterfelder Straße aus Sicherheitsgründen voll gesperrt.

Der Belastungsversuch ist notwendig, um die künftige Sanierung dieses Straßenabschnitts vorzubereiten. Im Bereich der ehemaligen Tagebaufelder nördlich von Lauchhammer wurden in den vergangenen Jahren mehrere Abschnitte der über Kippengelände verlaufenden Straßen (L60) saniert. Im weiteren Verlauf der Sanierungsarbeiten soll auch die Lichterfelder Straße zwischen Kleinleipisch und der Einmündung in die L60 gesichert werden. Der Straßenabschnitt befindet sich nördlich von Kleinleipisch größtenteils auf dem Kippengelände des ehemaligen Tagebaus Kleinleipisch. Der von der Ortslage ausgehende, in nordöstliche Richtung verlaufende Teilabschnitt grenzt dabei an eine Hochkippenböschung an.

Der Belastungsversuch erfolgt mit einer Sprengung von ca. 5,5 Kilogramm und wird von der Firma "BUG-Dienstleistungen GmbH" ausgeführt. Die Straßensperrung wird mit Sicherheitsposten abgesichert.

Blick auf den ehemaligen Tagebau Kleinleipisch © LMBV/Peter Radke, 2014
Darstellung des Versuchsfelds nahe Kleinleipisch


Erfahrungsbericht über die praktische Ausführung der Schonenden Sprengverdichtung erschienen

Senftenberg/Leipzig/Sondershausen. Mit dem Ziel den Wettbewerb und die weitere Optimierung der Technologie der Schonenden Sprengverdichtung zu fördern, hat die LMBV einen „Erfahrungsbericht über die praktische Ausführung der Schonenden Sprengverdichtung (SSPV) im Bereich der LMBV“ erarbeitet.

Da bei öffentlichen Ausschreibungen bislang lediglich ein begrenzter Kreis an Bietern besteht, soll potenziellen zukünftigen Interessierten mit dem Erfahrungsbericht eine Zusammenfassung zu den wichtigsten Stellschrauben eines effektiven und sicheren SSPV-Prozesses gegeben werden, der sich für eine Kalkulation und die Bauausführung nutzen lässt.

Zu diesem Zweck wird zunächst ein Überblick über die typischen Rahmenbedingungen der SSPV-Maßnahmen sowie zu maßgeblichen Prozesszeiten gegeben, um eine möglichst realistische Kalkulation zu ermöglichen und die notwendigen Kriterien zur Gerätedimensionierung zu vermitteln. Die entsprechenden Geräte werden in einem separaten Abschnitt detailliert beschrieben, wobei die Schwerpunkte auf der Grundkonstruktion und der Bohrtechnik liegen. Dem potenziellen Bieter werden in diesem Zusammenhang die Vorteile der bewährten Technologie basierend auf Pistenraupen nahegebracht.

Zur Vermittlung verfahrenstechnischer Erfahrungswerte werden die Arbeitsschritte des Bohrens und des Ladungseinbaus vertiefend beleuchtet. Einerseits werden Möglichkeiten für einen effizienten, zügigen und sicheren Arbeitsablauf erläutert, andererseits werden Kenntnisse zu verschiedenen Arbeitsmaterialien und deren Dimensionierung weitergegeben.

Da es sich gezeigt hat, dass das Arbeitsregime – also Arbeitsablauf, möglicher Schichtbetrieb und Organisation – einen wesentlichen Einfluss auf den Fortschritt einer SSPV-Maßnahme hat, werden diesbezüglich abschließend mehrere Optionen vorgestellt und diskutiert.

Das Verfahren der SSPV wurde durch die LMBV mitentwickelt und in der Vergangenheit in großangelegten Feldversuchen zur Anwendungsreife gebracht. Seit mehreren Jahren wird sie zum Zweck der flächenhaften Sanierung von verflüssigungsgefährdeten Innenkippen erfolgreich angewendet und wird voraussichtlich für diesen Zweck auch zukünftig die Regeltechnologie darstellen.

Die Langzeiterfahrungen der LMBV sollen neuen Bietern helfen, einen Zugang zur Technologie und deren üblichen Rahmenbedingungen zu erhalten. Weiterhin können auch Unternehmen mit praktischer Erfahrung im Zusammenhang mit der SSPV von den Erkenntnissen, welche aus den aktuellen Maßnahmen oder der Anwendung des Verfahrens in anderen Sanierungsbereichen gewonnen wurden, profitieren.

Der Erfahrungsbericht vom 03.02.2022 wurde durch die Abteilung Grundsätze Geotechnik / Wasserwirtschaft in Zusammenarbeit mit den Abteilungen Geotechnik Lausitz, Planung Nord und dem Projektmanagement Nordraum der LMBV erarbeitet. Umfangreiche fachliche Unterstützung wurde dabei durch die Sachverständigen für Geotechnik der BIUG GmbH geleistet.

Der Bericht dient ausschließlich informativen Zwecken, vertragliche Bindungen entstehen dadurch nicht.

Publikation


LMBV-Eisenminderungsanlage Plessa bereits zu zwei Dritteln errichtet

Senftenberg/Plessa. Der Rohbau der künftigen LMBV-Wasserbehandlungsanlage bei Plessa ist bereits abgeschlossen. Rund zwei Drittel aller Bau- und Ausrüstungsmaßnahmen dieser 40-Millionen-Euro-Investion des Bergbausanierers sind von den auftragnehmenden Firmen bereits umgesetzt, so der verantwortliche LMBV-Projektmanager Andreas Meth. Ziel ist es, in der WBA dem anfallenden Eisenhydroxidschlamm das Wasser zu entziehen und abzutrennen.

Die bereits entstandenen Bauwerke, darunter die etwa 48 mal 18 Meter großen, dreistraßig gestalteten Reaktionsbecken – gut am blauen Geländer erkennbar – sind weithin sichtbar. Drei Rührwerke in den etwa 3.000 Kubikmeter großen Becken, wo künftig das zulaufende eisenhaltige Wasser mit Beflockungs- und Kalkzugaben und durch Belüften vermischt wird, sind bereits eingebaut.

Dem oxidierten Wasser aus den Reaktionsbecken wird dann zunächst Flockungshilfsmittel (FHM) zugegeben und es fließt weiter über Verteilerbecken in die drei parallel gebauten runden Sedimentationsbecken. Dort erfolgt die Abtrennung des Eisenhydroxid-Rohschlamms. Das Klarwasser wird an der Oberfläche abgezogen und über eine Ablaufleitung und eine Ablaufturbine - zur Energierückgewinnung - in den Graben unterhalb der Wehranlage eingeleitet.

Der bei der Reaktion angefallene EHS-Rohschlamm kommt über ein EHS-Pumpwerk zur Schlamm-Eindickung. Dafür sind drei rundförmige Eindicker-Bauwerke zur Konzentration des Gemisches gebaut worden. Hier erfolgt erneut die Zugabe von FHM. Der Abzug des dann weiter eingedickten EHS erfolgt über eine Pumpstation zur Schlammentwässerung. Dort wird mit zwei Bandfilterpressen das Trübwasser zurück zur Wasserbehandlung und der entwässerte EHS in Schlammsilos gedrückt. Nach Zugabe von Branntkalk oder Flugasche kann mit der Verladung der weitere Entsorgungsweg beginnen.

Auch die drei großen Rund-Sedimentationsbecken mit den bereits eingebauten Räumerbrücken lassen ihre künftige Funktion zum Abziehen des Klarwassers und Separieren des Eisenhydroxid-Schlammes über den Mitteltrichter erahnen. Auch die drei Kalksilos stehen schon bereit. Im Maschinengebäude sind die Filterpressen bereits für die Schlammkonditionierung vorinstalliert.

Derzeit werden weitere Funktionsgebäude, darunter das Elektroversorgungsgebäude, mit einer Fassadenvorhängung versehen. Insgesamt sechs Gebäude auf dem WBA-Gelände, darunter die Betriebsüberwachungszentrale, werden mit diesen Fassadenplatten gestaltet und optisch aufgewertet. Dabei kommt Plattenmaterial der Produktreihe „EQUITONE“ und Zubehör der Fa. Eternit GmbH - heute Etex Germany Exteriors GmbH - zum Einsatz.

Fassadenvorhängung | Foto: Dr. Uwe Steinhuber | 04.02.2022
Impressionen von der Baustelle der künftigen WBA Plessa - Fotos: Dr. Uwe Steinhuber


Kalk-Kur für Scheibe-See ist abgeschlossen

Senftenberg. In den vergangenen zwei Monaten erhielt der Scheibe-See eine Wasserbehandlung zur Verbesserung des pH-Wertes. Mithilfe eines Schubverbands wurden ca. 3.000 Tonnen Kalksteinmehl in den See eingebracht. Das ist zum einen für die Flora und Fauna im Gewässer wichtig, zum anderen eine Bedingung für das Ausleiten von Wasser aus dem See. Die Maßnahme wurde am 11. Januar 2022 beendet. Aus heutiger Vorhersage wird der eingebrachte Kalk mehrere Jahre vorhalten, bevor der pH-Wert wieder so erheblich absinkt, sodass eine weitere Konditionierungskampagne notwendig sein wird. Zuletzt wurde der Scheibe-See vor 6 Jahren konditioniert.

Gewässerkonditionierung im Scheibe-See, Fotograf: Jörg Schlotter
Austragseinheit


Maik Ulrich ist neuer Leiter der LMBV-Flutungszentrale Lausitz

Senftenberg. Mit dem Ausscheiden in den Ruhestand von Doris Mischke, die die Flutungszentrale Lausitz viele Jahre erfolgreich führte, hat zum 1. Januar 2022 Maik Ulrich die Leitung dieses Fachreferats in der LMBV übernommen.

M. Ulrich arbeitete zuvor 16 Jahre in der Landestalsperrenverwaltung (LTV) des Freistaates Sachsen als ausgebildeter Hydrologe. Sein Aufgabengebiet umfasste dort die Bewirtschaftung der Talsperren Bautzen und Quitzdorf sowie die Flussgebietsbewirtschaftung der Spree und Schwarzen Elster.

Als Vertreter der LTV in den länderübergreifenden Gremien kennt er die Aufgaben der LMBV bereits sehr genau und wird mit seiner Erfahrung das Unternehmen bereichern.

Maik Ulrich
Maik Ulrich in der Flutungszentrale der LMBV in Senftenberg - Foto v. 03.01.2022 von RK


LMBV erneut im Gespräch mit dem Vorstand des Aktionsbündnisses Klare Spree

Erfahrungsaustausch bei Arbeitstreffen am 21. Dezember 2021 in Senftenberg

Senftenberg. Der Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny, empfing am 21. Dezember 2021 den Vorstand des Aktionsbündnisses Klare Spree e.V. (ABKS) zu einem ersten persönlichen Gespräch. Im Vorfeld hatten die Vertreter des Aktionsbündnisses Klare Spree der LMBV einen Fragen- und Forderungskatalog übergeben. Im vertrauensvollen Dialog wurden erneut vielzählige beiderseits interessierende Fragen besprochen, darunter die ABKS-Forderung, dass die Spree und ihre Nebenflüsse insgesamt sauberer werden mit dem Ziel von 1,8 mg/l Eisen gemäß Oberflächengewässerverordnung. Für Trinkwasserentnahmestellen fordert das ABKS für Sulfat die Einhaltung eines Grenzwertes von 220 mg/l an Entnahmestellen für die Trinkwasseraufbereitung.

LMBV zum Einhalten von Richt- und Grenzwerten: Der gemäß Oberflächengewässerverordnung (OGewV) ökologisch begründete Orientierungswert als Immissionswert der Eisen-gesamt-Konzentration von jahresdurchschnittlich ≤ 1,8 mg/L entspricht den Zielvorgaben der Europäischen Wasser-rahmenrichtlinie (EG-WRRL) für einen guten ökologischen Zustand bzw. für das gute ökologische Potential bei stark anthropogen (hier: bergbaulich) beeinflusste Oberflächenwasserkörper (OWK) der Fließgewässer. Zielstellung der bergbaulichen Sanierungstätigkeit der LMBV ist, dass Eisen kein begrenzender bzw. limitierender, allgemein physikalisch-chemischer Parameter (ACP) für die Zielerreichung eines guten ökologischen Potentials gemäß § 27 WHG darstellt und somit die Ziele zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) langfristig erreichbar sind.

Der Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 250 mg/L in den Wasserwerken Briesen und Berlin-Friedrichshagen wird eingehalten, selbst in den Trockenjahren 2018 bis 2020 lagen keine Überschreitungen der Sulfatkonzentrationen im Reinwasser vor. Das LBGR hat aktuell keine Gefährdungssituation für das WW Briesen festgestellt. Derzeit regelt der Bewirtschaftungserlass Sulfat (Spree) des Landes Brandenburg, dass bei Überschreitung von 280 mg/l am Pegel Neubrück an mehr als 328 Tage im Jahr (90%-Quantil) durch das LBGR geprüft werden muss, welche Maßnahmen zur Vermeidung einer Beeinträchtigung der Trinkwasserversorgung geeignet, angemessen und erforderlich sind. Dies ist nach Auffassung der LMBV ausreichend. Prognostisch wird ein Rückgang der Sulfatkonzentration in der Spree infolge des Rückgangs der Einleitmenge von Sümpfungswasser der LEAG erwartet.

Das Spreegebiet Nordraum ist innerhalb der betriebsbedingten GW-Absenkungstrichter ehemaliger Braunkohletagebaue (hier: Schlabendorf, Seese, Gräbendorf und Greifenhain) im Verantwortungsbereich der LMBV, durch einen flächenhaften, diffusen Stoffeintrag (Eisen und Sulfat) dominant geprägt bzw. gekennzeichnet. Dieser bergbaubedingte, diffuse Stoffeintrag über die GW-Leiter in die Oberflächengewässer (Exfiltration) erstreckt sich auf einer Fläche von ca. 1.300 km² und auf Fließgewässer-abschnitte von ca. 100 km im revierbezogen, nördlichen EZG der Spree.

In Bezug auf die aktuelle Einordnung bzw. Akzeptanz von Ewigkeitslasten (hier: “Beendigung der Fiktion zur Endlichkeit der Bergbausanierung gegenüber den Finanziers – Bund und ostdeutschen Braunkohleländern“) ist die langfristige Umsetzung von “Quellbehandlungsmaßnahmen“ im Kontext bzw. im Rahmen der Zielerreichung der Vorgaben bzgl. der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) einzuordnen. Diesbezüglich vorgesehene Maßnahmen sind dabei bereits planerisch, im Abgleich zwischen Erforderlichkeit, Geeignetheit und Angemessenheit, i. S. der Planrechtfertigung und Verhältnismäßigkeit insgesamt abzuwägen und ggf. nach dem “Stand der Technik“ im Rahmen der Braunkohlesanierung einzuordnen bzw. umzusetzen.

Laut ABKS und LMBV können die hohen Eiseneinträge in der Spreewitzer Rinne nur durch eine Dichtwand an Lohsa II entscheidend gesenkt werden. Die Errichtung der Dichtwand sollte auf Forderung des ABKS schnellstens umgesetzt werden, zumal dies auch eine erhebliche Kostenreduzierung für den Betrieb der Wasserbehandlungsanlagen in Ostsachsen und die Bewirtschaftung der Talsperre Spremberg bewirke.

LMBV-Planung einer Dichtwand am Speicher Lohsa II: Im Jahr 2021 wurden in Vorbereitung des bergrechtlichen Planfeststellungsverfahrens (PFV) mit dem Verfahrensführer (OBA), Inhalte und Untersuchungsumfänge für die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), u. a. für das Vorhaben 1 (“Errichtung Dichtwand am Nordostufer des SB Lohsa II“) abgestimmt und das Scoping-Verfahren mit dem Unterrichtungsschreiben des OBA zum Untersuchungsrahmen vom 10.12.2021 abgeschlossen. Im Rahmen der TöB-Beteiligung durch das OBA wurde auch das ABKS, über das LBGR Brandenburg angehört und hat eine Stellungnahme diesbezüglich abgegeben. Es zeichnen sich derzeit keine außergewöhnlichen Hemmnisse für das PFV ab.

Im Rahmen der Zeitschienen für die UVP, Ing.-techn. Planungen, Antragstellung und Genehmigungszeitraum für das PFV ergeben sich bis hin zum Planfeststellungsbeschluss (PFB) aus heutiger Sicht, keine wesentlichen Einsparpotentiale. Auch im Rahmen der Ausführungsplanung, vorbereitender Leistungen sowie der Geräteverfügbarkeit und -ertüchtigung (d. h. Schlitzfräsgeräte der LE-B) ist das Beschleunigungspotential marginal. In der Realisierungsphase (ca. 8 Jahre) gäbe es aus heutiger Sicht u. U. Optionen, die bauzeitverkürzend aktivierbar sein könnten.

Nach heutigem v. g. Planungsstand der LMBV könnten die Fräsarbeiten in 2028 mit dem ersten Schlitzfräsgerät (SFG) beginnen und in 2030, das zweite SFG folgen. Die Zeitschiene im Vorhaben 1 korreliert mit dem aktualisierten Revierkonzept der LEAG (LE-B), bzgl. der Fertigstellung der Dichtwände an den Tagebauen Reichwalde (2026) und Welzow (2028) zzgl. jeweils ein Jahr, für die Grundinstandsetzung (GI) der SFG.

Auswirkungen des Kohleausstiegs: Die schrittweise Einstellung der Sümpfungsmaßnahmen der LEAG und die in diesem Zusammenhang stehende rückläufige Einleitmenge der gereinigten Sümpfungswässer in die Vorfluter hat künftig einen Einfluss auf den Wasserhaushalt in der Lausitz. Die Bilanzierung sowie die Abschätzung der Auswirkungen erfolgt im Rahmen der in Bearbeitung befindlichen Studie des Umweltbundesamtes zu den „Wasserwirtschaftlichen Folgen des Braunkohleausstiegs in der Lausitz“. Die LMBV ist im Projektbeirat dieser Studie vertreten.

Die LMBV ist zudem Mitglied in der länderübergreifenden Arbeitsgruppe Flussgebietsbewirtschaftung Spree - Schwarze Elster - Lausitzer Neiße und in diesem Rahmen aktiv vertreten in den Arbeitskreisen Wassermenge, Wasserbeschaffenheit, Hochwasserschutz, Extremsituationen sowie in den Unterarbeitsgruppen Eisen- und Sulfatmonitoring, Braunkohleausstieg und in der Expertengruppe Klima/Klimawandel.

Die Flutungszentrale der LMBV koordiniert die länderübergreifende Flussgebiets-bewirtschaftung im Lausitzer Bergbaurevier in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden. Hierbei erfolgt u. a. die wöchentlichen Abstimmungen zur aktuellen Wassermengensteuerung zwischen der Flutungszentrale der LMBV und den Landesbehörden, einschließlich des LfU und der LTV.

LMBV-Lösungen für Eisenhydroxidschlamm-Verbringen: Im Ergebnis der Prüfung alternativer Verbringungswege zur derzeitigen kostenintensiven EHS-Verwertung über Entsorgungsfachbetriebe wird die Alternative der Verspülung von EHS in Bergbaufolgeseen derzeit nicht weiterverfolgt. Die LMBV favorisiert daher als „Ultima Ratio“, die Errichtung einer eigenen EHS-Monodeponie am Standort Kostebrau im Bundesland Brandenburg. Die technische und genehmigungsrechtliche Machbarkeit wurde mit positivem Ergebnis geprüft und liegt als Machbarkeitsstudie vor.

Im Rahmen des Akzeptanzmanagements wurde vonseiten der LMBV, in Vorbereitung der konkreten standortbezogenen Planungen ab 2022 sowie der TöB-Beteiligung im Genehmigungsverfahren, eine erste Informationsveranstaltung mit dem Landrat des Landkreises OSL, den betroffenen Stadtverordneten von Lauchhammer und Vertretern der Gemeinde Schipkau am 05.10.2021 im Kulturhaus Klettwitz durchgeführt.

Sowohl der Vorstand des Aktionsbündnisses Klare Spree als auch die LMBV haben vereinbart, ihre Gespräche auch in Zukunft konstruktiv fortzusetzen. An dem Gespräch am 21.12.21 haben Dr. rer. nat. Klaus-Peter Schulze, Winfried Böhmer, Dieter Perko, MdL Isabell Hiekel und Edelbert Jakubik (v.l.n.r.) sowie für die LMBV Dirk Sonnen, Bernd Sablotny, Sven Radigk und Katja Kunze teilgenommen.

Fotos: Steffen Rasche für LMBV


LMBV-Eisenminderungsanlage an der Spree in Ostsachsen

Eisenminderung an der Ruhlmühle 


Baustellenschild für das Errrichten der MWBA Ruhlmühle

LMBV-Bautafel am Altarm der Spree


MWBA der LMBV bei Neustadt (Spree)

LMBV-Anlage bei Neustadt an der Spree


LMBV-Medieninformation 43/2021: Erfolgreiches Fluten der Lausitzer Bergbaufolgeseen in 2021

Neuer Leiter der LMBV-Flutungszentrale Lausitz mit Maik Ulrich

Senftenberg. Die LMBV kann auf ein erfolgreiches Flutungsjahr 2021 zurückblicken. Bis zum 17.12.2021 konnten schon mehr als 130 Mio. Kubikmeter zum Auffüllen von Bergbaufolgeseen sowie deren Nachsorge in der Lausitz aus den Vorflutern genutzt werden.

Zum Vergleich: In den drei vorangegangen Trockenjahren konnte bedeutend weniger Vorflutwasser zur Flutung genutzt werden: 2018 kamen nur 58 Mio. Kubikmeter zusammen. 2019 summierten sich die Abnahmen auf etwa 78 Mio. Kubikmeter und 2020 auf 63 Mio. Kubikmeter. Die Spree lieferte in 2021 den Löwenanteil mit einem Volumen von rund 93 Mio. Kubikmeter, gefolgt von 21 Mio. Kubikmetern aus der Schwarzen Elster und 18 Mio. Kubikmetern aus der Lausitzer Neiße.

Hauptabnehmer waren der LMBV-Speicher Lohsa II mit 38 Mio. Kubikmeter sowie der Bärwalder See mit 19 Mio. Kubikmeter. Im Bernsteinsee sorgte die Durchleitung von 15 Mio. Kubikmeter für die Verbesserung und Stabilisierung der Wasserbeschaffenheit. Im Herzen des Lausitzer Seenlandes wurde der schon touristisch genutzte Geierswalder See mit 13 Mio. Kubikmeter aus der Schwarzen Elster gespeist, von denen 4,4 Mio. Kubikmeter zum Sedlitzer See weitergeleitet wurden.

Der Sedlitzer See ist seit Sommer 2020 der Flutungs-Schwerpunkt in Brandenburg. Mit 28 Mio. Kubikmeter aus Spree und Neiße und weiteren 12 Mio. Kubikmeter aus den benachbarten Bergbaufolgeseen konnte der für die Fortsetzung der Sanierung dringend benötigte Wasserspiegelanstieg von 94,9 auf 97,4 m NHN erreicht werden. Rund 6,6 Mio. Kubikmeter standen zur Stützung des Großräschener Sees in 2021 zur Verfügung.

Die LMBV nimmt jedoch in ihre Bergbaufolgegewässer nicht nur Wasser auf, sondern gibt auch einen Großteil in Trockenzeiten wieder an die Flüsse und Fließe ab: 2017 waren dies 139 Mio. Kubikmeter; 2018 noch 106 Mio. Kubikmeter; 2019 etwa 78 Mio. Kubikmeter und 2020 wiederum 80 Mio. Kubikmeter. In diesem Jahr konnten bisher 54 Mio. Kubikmeter wieder dem Spreegebiet, 31 Mio. Kubikmeter dem Elstergebiet und 7,5 Mio. Kubikmeter dem Neißegebiet zur Verfügung gestellt werden (in Summe 2021 92,5 Mio. Kubikmeter) .

Mit dem Ausscheiden in den Ruhestand von Doris Mischke, die die Flutungszentrale Lausitz viele Jahre erfolgreich geführt hat, übernimmt zum 1. Januar 2022 Maik Ulrich die Leitung dieses Fachreferats in der LMBV. Er arbeitete zuvor 16 Jahre in der Landestalsperrenverwaltung (LTV) des Freistaates Sachsen als ausgebildeter Hydrologe. Sein Aufgabengebiet umfasste die Bewirtschaftung der Talsperren Bautzen und Quitzdorf sowie die Flussgebietsbewirtschaftung der Spree und Schwarzen Elster. Als Vertreter der LTV in den länderübergreifenden Gremien kennt er die Aufgaben der LMBV sehr genau und wird mit seiner Erfahrung das Unternehmen bereichern.

Hintergrund zur LMBV: Im Jahr 2021 wird die LMBV als Bergbausaniererin im Osten Deutschlands insgesamt Leistungen in einem Finanzierungsumfang von ca. 258 Mio. € erbracht haben. In den Maßnahmen nach § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung werden das ca. 195 Mio. €, für die Maßnahmen nach § 3 des Verwaltungsabkommens ca. 48 Mio. € und für die Maßnahmen entsprechend § 4 ca. 15 Mio. € sein. Im Bereich Kali-Spat-Erz wird das Unternehmen bis zum Jahresende 2021 Verwahrungsleistungen in Höhe von etwa 22 Mio. € realisieren.


LMBV erläutert Untersuchungsstand an bergtechnisch gesperrter Bundesstraße bei Sedlitz

Zielstellung bleibt: die bergtechnische Sicherung der Strecken, einschließlich der Nebenarbeiten, soll im Frühjahr 2022 abgeschlossen sein

Senftenberg. Der zuständige Prokurist und Sanierungsbereichsleiter Lausitz, Gerd Richter, hat kürzlich am Sitz der LMBV gegenüber regionalen Medienvertretern auf Nachfrage die Situation an der gesperrten Bundesstraße 169 bei Sedlitz Stellung genommen.

In der 49. KW hatten die auftragnehmenden Firmen im Auftrag der LMBV bereits 84 Such-, Verwahr- und Kontrollbohrungen niedergebracht. In Interviews mit dem RBB TV sowie Seenluft24 erläuterte G. Richter die zwischenzeitlich vorgenommenen Verwahr- und Kontrollbohrungen, die im Bereich der Straße im Auftrag der LMBV abgeteuft wurden.

Bis Weihnachten 2021 seien noch weitere vier bis sechs Kontrollbohrungen vorgesehen und umzusetzen, ggfs. müssen im Januar noch ergänzende Kontrollbohrungen niedergebracht und verwahrt werden. Dies sollte auch unter widrigen Winterbedingungen möglich sein.

Die Bohrungen werden anschließend ausführlich dokumentiert und vom beauftragten Sachverständigen bewertet. Sofern keine weiteren Bohrungen nötig sind, wird dann umgehend die Abschlussdokumentation erstellt und an das zuständige LBGR übergeben und auch der Landesbetrieb Straßenwesen informiert. Abschließend ist an den Bohrstellen dann noch die Fahrdecke entsprechend auszubessern.

Zielstellung beleibt: die bergtechnische Sicherung der Strecken, einschließlich der Nebenarbeiten, soll – wie bisher kommuniziert – im Frühjahr 2022 abgeschlossen sein. (Stand 10.12.21)

Update: Bei den in der 50. KW umgesetzten 85. und 86. Bohrungen wurde nach Bohrspülverlusten erneut ein etwa zwei mal zwei Meter großer unterirdischer Hohlraum an der B 169 angetroffen. Dieser Hohlraum wurde zwischenzeitlich versetzt und das Versatzmaterial muss nun 28 Tage aushärten. Im Januar 2022 muss auch hierzu noch der Verwahrerfolg nachgewiesen werden. (Stand 16.12.21)

LMBV mit F. Richter im Seenluft24-Interview
Seenluft24-Repoter Fred Vorkefeld im Interview mit Gerd Richter


Überleiter 3a im Lausitzer Seenland fertiggestellt

Verbindung zwischen Neuwieser und Blunoer Südsee funktionstüchtig

Der Überleiter 3 a zwischen dem Blunoer Südsee und dem Neuwieser See ist Ende Oktober fertiggestellt worden. „Im Herbst konnten wir erfolgreich den Funktionstest der Stemmtore durchführen, sodass die VOB-Abnahme erfolgen konnte“, erklärt Projektmanager Steffen Kowalick. Der Überleiter 3a ist mit 40 Metern der Kürzeste im gesamten Lausitzer Seenland, die Länge der Brücke beträgt rund 27 Meter .
Der Überleiter 3a mit seinem Absperrbauwerk ermöglicht künftig als hydraulische Verbindung, Wasser vom Sabrodter See über den Blunoer Südsee zum Neuwieser See durch den Kanal strömen zu lassen oder das Wasser bei geschlossenem Stemmtor im Absperrbauwerk über den Sabrodter und Bergener See zu schicken. Aber auch wassertouristische Aspekte wurden beim Bau berücksichtigt. Mittelfristig wird der Kanal schifffahrtstechnisch ausgestattet.
Die künftige Kanalbrücke mit einer Fahrbahnbreite von 3,50 Meter wird auch nach ihrer Vollendung zunächst für die Öffentlichkeit gesperrt bleiben. Denn sowohl an den Bergbaufolgeseen als auch auf der Spreetaler Innenkippe stehen noch umfangreiche Sanierungsarbeiten der LMBV an.

Blick auf Überleiter 3a zwischen Neuwieser See und Blunoer Südsee


Umspannwerk Casel und ehemalige 6/30 kV-Freileitungstrasse zurückgebaut

Bergaufsicht für das Umspannwerk und die Freileitung endet nach § 69 Abs. 2 BBergG

Senftenberg | Drebkau. Die Bergaufsicht für das LMBV-Umspannwerk Casel und die ehemalige 6/30 kV-Freileitungstrasse endet mit dem heutigen Datum.

Das im Land Brandenburg am Rande der Gemeinde Casel befindliche Umspannwerk (UW) Casel diente ab 1983 vorrangig der Stromversorgung der Tagebaugeräte und Anlagen des ehemaligen LMBV-Tagebaues Gräbendorf. Mit der Stilllegung dieses Tagebaues wurde das UW Casel im 2. Halbjahr 2013 außer Betrieb genommen.

Der vollständige ober- und unterflurige Objektrückbau sowie die Aufnahme und Entsorgung von Flächenversieglungen und vorhandenen Abfallablagerungen erfolgten über die „Abänderung 01/15 „Abbruch von Anlagen der Stromversorgung und Wiedernutzbarmachung der Oberfläche vom Umspannwerk Casel und der ehem. 6/30 kV-Freileitungstrasse“ zum Sonderbetriebsplan Übergeordnete Stromversorgung Tagebau Greifenhain und Gräbendorf zugehörig zum Abschlussbetriebsplan Tagebau Gräbendorf.“

Durch die LMBV mbH wurde das Ing.-Büro pro terra Cottbus mit der Planung des Rückbaues des UW Casel sowie mit der Bauüberwachung beauftragt. Der Rückbau wurde durch die REA GmbH Koalick aus Drebkau im Zeitraum von 05/2016 bis 11/2019 realisiert. Ökologisch wurde die Abbruchmaßnahme durch die GMB GmbH begleitet und überwacht. Mit der Abschlußbefahrung vom 8. Dezember 2021 wurde die Bergaufsicht nach § 69 Abs. 2 BBergG für dieses Objekt erfolgreich beendet.

Karte

Hintergrund

Casel lag Mitte des 19. Jahrhunderts inmitten einer für diese Gegend typischen Heide- und Teichlandschaft. Die größten waren der Werg- und der Lug-Teich, die durch den kleinen Fluss Kzschischoka verbunden waren. Im Süden und Osten von Casel erstreckten sich ausgedehnte Waldflächen, der Tannenbusch, die Brandheide und die Große Heide.

Zunächst war der 1935 aufgeschlossene Tagebau Greifenhain bereits in den 1950er Jahren südlich an Casel vorbeigeschwenkt. 1981 ging der Tagebau Gräbendorf nördlich des Ortes in Betrieb. Am westlichen Rand von Casel befanden sich die Tagesanlagen. Nachdem der Abbau zunächst parallel zur Ortslage erfolgte, schwenkte der Tagebau ab 1983 nach Norden. Die Kohle im Tagebau Gräbendorf, in dem erst 1984 die Kohlenförderung begann, lag unter einer nur 20 bis 45 Meter mächtigen Abraumschicht. Im Vergleich zum Tagebau Greifenhain mit seinem bis zu 115 Meter mächtigen Deckgebirge war das verhältnismäßig wenig.

In nur zwei Schnitten gelangten die Abraumbagger zum Ziel: das zweite Lausitzer Kohleflöz In den acht Jahren der Kohlenförderung im Tagebau Gräbendorf wurden insgesamt 36 Millionen Tonnen Rohbraunkohle vor allem in die Kraftwerke nach Lübbenau und Vetschau, aber auch in die Brikettfabriken der Lausitz geliefert. Der drastische Absatzrückgang führte zur Einstellung der Kohlenförderung zum 31. Dezember 1992.

Der Bergbau und die Braunkohlesanierung im Raum Gräbendorf haben die Region zweimal deutlich verwandelt. Aus dem zunächst durch den Abbau völlig überformten vorbergbaulichen Terrain ist durch die Sanierung und Wiedernutzbarmachung eine lebenswerte Bergbaufolgelandschaft geworden. Mit dem aus dem Tagebaurestloch entstandenen See bieten sich Tourismus und Naherholung bislang ungeahnte Perspektiven.

Das schwimmende Haus auf dem Gräbendorfer See und der „Gräbendorfer Garten“, ein Umweltzentrum als Ort der Begegnung zwischen Mensch und Natur am südlichen Ufer des Sees, sind sichtbares Ergebnis des Strukturwandels in der Bergbaufolgelandschaft. Auf dem Gebiet der einstigen Tagesanlagen entstand ein Wassersportzentrum mit einer Ferienhaussiedlung und ein Campingplatz nahe dem Seeufer.

Luftbild von der Ortslage Casel am Gräbendorfer See (Foto: Peter Radke | 2019) sowie Blick auf das ehemalige Umspannwerk bei Casel


Zwei Drittel der von der LMBV zu behandelnden Böden im Industriepark Schwarze Pumpe sind gereinigt

Senftenberg | Schwarze Pumpe. Anfang Januar 2022 wird die „ARGE Vakuumthermische Reinigungsanlage und Bodenaustausch“ in Schwarze Pumpe erfolgreich den 100. Spundwandkasten im Aushubbereich im Auftrag der LMBV realisieren, so Prokurist Gerd Richter, LMBV-Bereichsleiter Sanierung Lausitz.

Kumuliert werden damit in diesem Lausitzer Groß-Sanierungsvorhaben bereits etwa 200.000 Tonnen von insgesamt zu behandelnden 286.000 Tonnen bearbeitet worden sein. „Damit sind etwa zwei Drittel der Gesamtreinigungsmenge durch die ARGE LOBBE/BAUER realisiert.“

Auch die geplanten 70.000 Tonnen Jahresreinigungsleistung im Jahr 2021 wurden bereits Ende November 2021 erreicht, unterstreicht der LMBV-Projektverantwortliche Joachim Schmidt.

„Jetzt arbeite die ARGE VTRA weiter mit Volldampf und wird auch Weihnachten und Silvester im 24-Stunden-Reinigungsbetrieb tätig sein.“ Bis voraussichtlich Ende 2022 sollen die insgesamt rund 286.000 Tonnen kontaminierter Boden behandelt und wieder eingebaut werden.

Hintergrund zur laufenden Bergbausanierung im Industriepark Schwarze Pumpe

Das einstige Gaskombinat Schwarze Pumpe war ein Herzstück der Energieversorgung der ehemaligen DDR. Von 1955 bis 1990 wurden rund 900 Millionen Tonnen Rohbraunkohle zu Briketts, Elektroenergie, Koks und Gas verarbeitet. Der Betriebskomplex bestand aus drei Brikettfabriken, drei Kraftwerken, einer Kokerei, einem Druckgaswerk sowie den Nebenanlagen Teerscheidung, Entphenolung, Extraktion und Destillation. Die Gasproduktion verursachte insbesondere in diesen Nebenanlagen Schadstoffemissionen in den Untergrund. Der Boden und das Grundwasser wurden teilweise stark mit Kohlenwasserstoffen wie BTEX, PAK und Alkylphenolen belastet.

Mit der politischen Wende wurde die thermische Braunkohleveredlung eingestellt, Produktionsanlagen außer Betrieb genommen. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft erhielt den Auftrag, stillgelegte Anlagen zurück zu bauen, die Altlasten im Untergrund zu beseitigen und die Flächen für eine industriell gewerbliche Nachnutzung vorzubereiten.

Am 31. Mai 2017 hatte die LMBV nach einer europaweiten Ausschreibung die Beauftragung zur Bodenreinigung von Ende 2017 bis ins Jahr 2022 in bestimmten belasteten Abschnitten des Industriegeländes Schwarze Pumpe vorgenommen. Das Ziel des Bodenaustauschs besteht in der Reduzierung der Schadstoffe, die sich mit dem Sickerwasser und dem aufgehenden Grundwasser aus dem Boden lösen. Mit der Beauftragung der Maßnahme an die Bietergemeinschaft LOBBE/BAUER, der ein langjähriger und umfangreicher Planungsprozess voranging, wird ein wichtiger Beitrag für die Grundwassersanierung geleistet.

Die notwendige Bodensanierung

Mit der Bodensanierung wird eine Quellstärkenreduzierung für das Grundwasser bezweckt. An den zuvor erkundeten Hauptschadstoffquellen wird kontaminierter Boden entnommen und durch gereinigten Boden bzw. unbelastete Erde ersetzt. Das Erdmaterial wird dazu bis in einer Tiefe von 14 Metern abgetragen. Der emissionsarme Bodenaushub aus solchen Tiefen ist nur mit Hilfe von Stahlspundwandkästen möglich.

Der aus den Kontaminationsbereichen entnommene Boden wird entsprechend der Stärke der Kontamination abgelagert oder behandelt. Belasteter Boden wird auf dem Gelände des Industrieparks, in der eigens für die LMBV-Maßnahme neu errichteten Vakuumthermischen Reinigungsanlage, aufbereitet. Nicht belasteter Boden wird in die Spundwandkästen wieder eingebracht – die Fläche wiederhergestellt.

Der Bodenaustausch dient der Quellstärkenreduzierung in den Arealen der ehemaligen Gaswerksanlagen der Entphenolung, Destillation, Extraktion und Teerscheidung Ost. Dazu sind 148 Spundwandkästen einzurichten, dort ein Bodenaushub von 311.000 Kubikmetern vorzunehmen und ca. 286.000 Tonnen sind der Bodenreinigung in der Vakuumthermischen Reinigungsanlage zu unterziehen.

In den einzelnen Abschnitten sind folgende Leistungen notwendig:

  • Vorlagetanks 133.000 m³ Boden - 64 Spundwandkästen geplant
  • Destillation 111.000 m³ Boden - 66 Spundwandkästen geplant
  • Extraktion 49.000 m³ Boden - 10 Spundwandkästen geplant
  • Teerscheidung Ost 18.000 m³ Boden - 8 Spundwandkästen geplant

Der Bodenaustausch in den Bereichen Teerscheidung Ost, Vorlagetanks und Extraktion ist im Dezember 2021 abgeschlossen. Derzeit erfolgt der Bodenaustausch in zwei Bauabschnitten im Bereich der ehemaligen Destillation.

Die Vakuumthermische Reinigungsanlage

Die Vakuumthermische Reinigungsanlage (VTRA) dient der Dekontamination des ausgehobenen, belasteten Bodenmaterials. Mit gekapselten LKW erfolgt der Transport des kontaminierten Bodens auf kurzem Weg zur Annahme-/Lagerhalle der VTRA, wird dort gesiebt, von Metallteilen befreit und in einen der beiden Vakuumtrockner aufgegeben.

In den Trocknern wird der Boden unter Vakuum auf bis zu 300°C erhitzt. Die Schadstoffe werden herausgelöst. Durch das Vakuum wird die Siedetemperatur der Schadstoffe herabgesetzt, sodass die Kornstruktur des Bodens bei dieser Reinigungsvariante nicht zerstört wird. Der Boden wird anschließend rückbefeuchtet und am Standort vollständig zur Verfüllung der Spundwandkästen verwendet. (Fotos: Fiskal | Lobbe sowie Kaltschmidt | LMBV und S. Rasche für LMBV)

Impressionen von der LMBV-Vakuum-Thermischen Reinigungsanlage (VTRA) in Schwarze Pumpe


Landkreis OSL will Zechenhaus Marga vom Bergbausanierer kaufen

Landrat Heinze will demnächst Notarvertrag mit Verkäuferin LMBV unterzeichnen

Senftenberg/OT Brieske. Auf Grube Marga stehe "das größte und beste Zechenhaus in Deutschland". So ist es formuliert im Handbuch für den deutschen Braunkohlenbergbau, das 1915 erschienen ist. Gemeinsam mit der benachbarten Kraftzentrale bildet das Ensemble heute das letzte Überbleibsel von der industriellen Vergangenheit der Gartenstadt Marga. Dort sorgten einst zwei Brikettfabriken und das Kraftwerk für Brennstoff und Strom.

Das Zechenhaus-Gebäude im Eigentum der LMBV will nun der Landkreis OSL erwerben. Dies habe der Kreistag OSL kürzlich beschlossen, wie Landrat Heinze in den regionalen Nachrichten bei Antenne Brandenburg am 30. November informierte. Der Landkreis will demnächst einen Kaufvertrag bei einem Notartermin mit der Verkäuferin LMBV unterzeichnen.

Fälschlicherweise wird das Zechenhaus oft als "Waschkaue" bezeichnet. Dabei bilden die Waschgelegenheiten nur einen kleinen Teil dieses Komplexes. In der Waschkaue konnten früher etwa 100 Beschäftigte auf einmal duschen. Die Arbeit in den benachbarten Brikettfabriken war schmutzig, besonders für Presser und Formleger. Es gab getrennte Bereiche für Männer, Frauen und Kinder. Auch die Bevölkerung aus der nahen Gartenstadt konnte die Waschgelegenheiten nutzen. Die meisten Wohnungen hatten im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts - die Brikettfabriken entstanden in den Jahren von 1906 bis 1912 - noch keine Duschmöglichkeiten.

Im Zechenhaus befand sich zudem die zentrale Leitung für das gesamte Werk. Dazu zählten unter anderem das Markscheidewesen, die Hauptmechanik sowie der Bereich des Werksdirektors. Gleich in der Eingangshalle befand sich ein großes Wandbild. Dieses präsentierte den Feierabend in einer Bergmannsfamilie. Zwischen 1962 und 1966 entstand östlich des Zechenhauses das Kraftwerk Brieske. Während die Brikettfabriken bereits 1991/1992 geschlossen wurden, ging das Kraftwerk unter Ägide der LMBV 1999 vom Netz. Lediglich die alte Kraftzentrale sowie das Zechenhaus blieben im neuen LMBV-Industriepark Marga erhalten.

Impressionen vom Zechenhaus der LMBV - Fotos: Christian Horn für LMBV


Bergbausanierer mit neuer Website online

LMBV-Internetauftritt technisch, inhaltlich und optisch überarbeitet

Die Unternehmenskommunikation der LMBV hat in den zurückliegenden Monaten den Internetauftritt des Unternehmens umfassend überarbeitet und modernisiert. Bewährte Informationsangebote auf der Unternehmensseite www.lmbv.de bleiben erhalten und wurden benutzerfreundlicher gestaltet. Die Menüführung wurde gestrafft und neu strukturiert. In der Mediathek (unter Service) sind alle Publikationen, Videos und Broschüren der LMBV weiterhin erhalten und durch die verbesserte Suche jetzt leichter zu finden. Die Internetseite existiert seit 1999 und wurde zuletzt 2010 erneuert.

Um im digitalen Bereich zukünftige Herausforderungen meistern zu können, wurde ein neues Content Management System implementiert. Neben einer einfachen Erstellung und Verwaltung aller Inhalte, werden Sicherheitslücken durch regelmäßige Updates zeitnah automatisch geschlossen.

Mit rund 100.000 Besuchern jährlich und über 350.000 Aufrufen ist die Internetseite der LMBV in den ostdeutschen Revieren gut nachgefragt. Dem steigenden Zugriff über mobile Endgeräte wurde Rechnung getragen, indem ein responsives Webdesign Anwendung findet. Die Inhalte der Website passen sich somit flexibel an die Gegebenheiten des Gerätes an, von dem aus die Seite besucht wird.

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Der Auftritt wurde zusammen mit der Berliner Werbeagentur agreement entwickelt und ist seit dem 01.12.2021 online.


Absage der für den 01.12.2021 geplanten traditionellen Barbarafeier in Cottbus

Senftenberg. Die Pandemiesituation in Deutschland verschärft sich auch in diesem Herbst zunehmend. Bund und Länder stehen im Gespräch, um weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu beschließen.

Einzelne Bundesländer und Landkreise haben bereits verschärfte Regelungen erlassen bzw. stehen kurz davor.

Aufgrund der aktuellen Entwicklung zur Corona-Pandemie mit den extrem steigenden Inzidenzzahlen in Deutschland hat der Krisenstab der LMBV am 15. November 2021 entschieden, zum Schutz der geladenen Gäste und der eigenen Mitarbeiter die am 1. Dezember geplante und vorbereitete traditionelle Barbarafeier der LMBV in Cottbus in diesem Jahr nicht durchführen.

Den mehr als 300 Gästen, die an dem als 2G-Veranstaltung geplanten festlichen Event teilnehmen wollten, wird zeitnah abgesagt.


Finanziers der Bergbausanierung haben Beitrag für Wasserprojekt Boxberg geleistet

Mitfinanzieren der Neustrukturierung der künftigen Trinkwasser-Versorgung für Ersatzmaßnahmen

Inbetriebnahme des neuen Wasserwerkes Boxberg/O.L.
Foto v.r.n.l.: Dr. Gero von Daniels, Leiter der Geschäftsstelle des StuBA, Andreas Eckhardt vom SMEKUL; Boxbergs Bürgermeister Achim Junker, Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV sowie Katrin Bartsch, Geschäftsführerin der SWW und Petra Brünner, Geschäftsführerin des WZV bei der symbolischen Inbetriebnahme

Boxberg | Senftenberg | Berlin. Mit der feierlichen Inbetriebnahme des neuen Wasserwerkes Boxberg/O.L. wurde ein wichtiger Meilenstein in Ostsachsen geschafft. Vor knapp einem Jahr im Juni 2021 konnte schon symbolisch der Spatenstich für den Neubau des Wasserwerkes vollzogen werden.

Auf Einladung des WZV „Mittlere Neiße Schöps“ sowie der Stadtwerke Weißwasser nahmen am 3. November 2021 auch Dr. Gero von Daniels als Leiter der Geschäftsstelle des Steuerungs- und Budgetausschusses der Braunkohlesanierung (StuBA) sowie Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, an der Veranstaltung teil.

„Ohne die Bergbausanierung, die sehr wesentlich vom Bund und dem Freistaat getragen wird, wären die hier erreichten Lösungen und baulichen Umsetzungen nicht denkbar gewesen“, so Bernd Sablotny. Gemeinsam mit den Partnern im Freistaat und im Wasserverbands (WZV) „Mittlere Neiße-Schöps“ konnten über die involvierte LMBV tragfähige Lösungen zur Mitfinanzierung der künftigen Wasserversorgung zusammen erreicht werden. Dazu hatte der StuBA mit seinen Entscheidungen diesen Start des Werkes auch mit möglich gemacht hat.

Der Dank des StuBA und der LMBV galt an diesem Tag insbesondere Katrin Bartsch, Geschäftsführerin der Stadtwerke Weißwasser (SWW), und Petra Brünner, Geschäftsführerin des (WZV) „Mittlere Neiße – Schöps“, für die erfolgreiche bauliche Umsetzung des Gesamt-Projektes der Trinkwasserversorgung.

Die Neustrukturierung der Trinkwasserversorgung im Gebiet des WZV „Mittlere Neiße Schöps“ sowie der Stadt Weißwasser beschäftigt die kommunalen Aufgabenträger und ihre Dienstleister schon seit vielen Jahren. Durch das nun erfolgte Realisieren des Wasserprojekts kann die künftige Trinkwasserversorgung im Norden des Landkreises Görlitz besser sichergestellt und zugleich auch ein Beitrag für die Strukturentwicklung in der Region erbracht werden.

Das Wasserwerk in Boxberg wird nach seiner Inbetriebnahme bis zu 35.000 Menschen mit Trinkwasser in hoher Qualität versorgen. Dafür sollen etwa  1,5 Millionen Kubikmeter aus dem unterirdischen Abstrom des vormaligen Restloches pro Jahr entnommen werden. Dafür wurden u.a. 36 Meter tiefe Brunnen gebohrt.

Alles in allem waren fast zehn Millionen Euro im Rahmen des Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung für diese in etwa 13 Mio Euro große Investition in der Lausitz aufzubringen, wobei der Bergbausanierer LMBV – bergbaulich bedingt - die Kosten für die Wasserfassung und die Rohwasserleitung übernahm und darüber hinaus etwas mehr als die Hälfte für den Neubau des Wasserwerks beisteuerte. Die Geschäftsstelle des StuBA, die Dr. Gero von Daniels vertrat, hatte ebenfalls ihren konstruktiven Beitrag zur Ermöglichung der Finanzierungsbeiträge und des Mittelabflusses leisten können. Dies wurde in voller Verantwortung gegenüber den Finanziers und für die Region getan. Es wurde auch deutlich, dass dies in überschaubarer Zeit geschah und gut und sinnvoll angelegtes Geld ist.

Bei der Inbetriebnahme wurde unterstrichen, dass das Wasser, welches aus dem Uferfiltrat am Bärwalder See gewonnen wird, eine sehr gute Qualität habe. Es sei ein mittelhartes Wasser. Dieses müsse nur leicht entsäuert werden und werde deshalb über Kalkstein gefiltert. Das Wasser enthalte nur eine geringe Konzentration von Eisen und Mangan, aber keine anderen Spurenstoffe. Mit der Wasserfassung am See sei auch klar, dass künftig mit dem Bärwalder See und seinen vielfältigen Nutzungen sorgsam umgegangen werden müsse. Ein Lob gab es bei der Eröffnung an die Firmen, die gute Arbeit geleistet haben und die Wasserwerk-Mannschaft vor Ort. Das Wasserwerk sei derzeit noch im Probebetrieb und solle Ende November in den Dauerbetrieb gehen. Für ein Jahr laufe eine Wasserzuführung aus Schwarze Pumpe noch zur Sicherheit parallel. (Text korrigiert am 09.03.22 | UST)


Beitrag des Bergbausanierers zur Regionalkonferenz Lausitzer Seenland geleistet

LMBV hat gute Grundlagen geschaffen - Bereits etwa 1,362 Mio. Übernachtungen im Seenland in 2019 laut DWIF erreicht

Senftenberg. Am 9. November 2021 fand im Senftenberger Ortsteil Brieske die schon traditionelle jährliche Regionalkonferenz im Lausitzer Seenland statt. An historischer Stätte im Gebäude der „Kaiserkrone“ versammelten sich unter Corona-Bedingungen rund 100 Teilnehmer aus Sachsen und Brandenburg, die an der Entwicklung des Lausitzer Seenlandes (LS) mitwirken.

OSL-Landrat Siegurd Heinze als Vorsitzender des ZV LSB begrüßte die Gäste mit „LS Ahoi“ und unterstrich die Chancen, gemeinsam zurückzublicken und gleichzeitig Ausblicke vermittelt zu bekommen. Für die gastgebende Kommune sprach Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich über die Vorhaben der Stadt an den beiden stadtnahen Bergbaufolgeseen und knüpfte mit dem Veranstaltungsort, eines vormals von Bergleuten gern genutzten Restaurants und Veranstaltungssaales in der Marga-Siedlung an das Motto der Touristiker vom „Bergmann zum Seemann“ an.

Daniel Just, Geschäftsführer des ZV LSS, verwies schlaglichtartig auf die erfolgten Investitionen des ZV am Geierswalder See mit dem Bau und der Übergabe des Multifunktionsgebäudes sowie dem Schaffen von Außenanlagen für Wohnwagen und dem weiteren Ausbau des Wegeleitsystems im Seenland an 130 Standorten. Mit einer zugesagten Förderung von 1,2 Mio. Euro über Strukturmittel kann der ZV sein Personal um bis zu fünf Stellen aufstocken und in 2022 dann mit neun Mitarbeitern seine vielfältigen Projekte weiter und besser voranbringen. Just stellte auch einen während der Corona-Zeit in Kooperation mit der KUFA Hoyerswerda entstandenen Promotionsfilm zum LS vor.

Detlev Wurzler konnte auf eine aufregende Zeit seit seinem Amtsanritt im November 2018 zurückblicken: die vorübergehende Seesperrung durch das LBGR nach dem Ausfließen von Inseluferbereichen, einem Brand im ZV-eigenen Strandhotel bis hin zu den Corona-Auswirkungen. Trotz alledem hat sich der ZV LSB gut entwickelt. So konnte im September 2020 der Seestrand Lieske baulich fertiggestellt werden. Eine Ausschreibung für 40 Ferienhäuser auf der dortigen 18,5 Hektar Fläche ist erfolgt und ein Investor für 2020 gebunden. Ebenso konnten die Vorbereitungen für die Ansiedlung eines 4-Sterne-BioNaturHotels mit 100 Zimmern und 11 Suiten getroffen werden. Am 23.09.2021 konnte auch der Rahmenplan bis 2030 für weitere zielgerichtete Entwicklungen im LS vom ZV verabschiedet werden.

Für die LMBV, die laut OSL-Landrat mit dem Sanierungsbergbau viele wichtige Grundlagen für das Fortschreiten im LS lege, informierte der Leiter des Sanierungsbereiches Lausitz über künftige Schwerpunkte der LMBV-Arbeiten an den Bergbaufolgeseen. Dabei legte er den Fokus auf die nötigen Arbeiten am und um den Sedlitzer See, der als Kernelement die Restlochkette künftig prägen wird. Als prioritäres Vorhaben charakterisierte er das Fertigstellen der Erweiterten Restlochkette und des Großräschener Sees, die künftig alle auf dem Niveau von +100 m NHN ausgespiegelt werden sollen. Richter informierte über den geplanten Fortgang der Fallgewichtsverdichtung im NW und NO der Böschungen am Restloch Greifenhain ab September 2022 und das Sichern von ersten Uferabschnitten an den gekippten Inseln im Senftenberger See voraussichtlich ab dem Winter 2024.

In der Folge beantwortete Marcus Heberle vom Tourismusverband LS die Frage, wie der Verband die Corona-Krise und ihre Auswirkungen gemeistert habe. Er informierte über die Aktivitäten, Produkte und Services, die von den Touristikern entwickelt wurden. Dies spiegelte sich auch in den vom DWIF erhobenen und berechneten Zahlen, denen zufolge 2019 laut Geschäftsbereichsleiter Moritz Sporer bereits 1,362 Mio. Übernachtungen im LS, davon 828.000 statistisch erfasst bei Beherbergungsbetrieben >10 Betten, zu verzeichnen waren. Dies generierte einen Gesamtumsatz von etwa 265 Mio. Euro in der Seenregion. An Wertschöpfung für die Region bedeutete dies in der ersten Umsatzstufe rund 74 Mio Euro durch direkte Ausgaben der Seenlandgäste für Eintrittsgelder, Gebühren etc., in der zweiten Umsatzstufe im Sinne der Umsatzrentabilität dann noch einmal 48 Mio Euro durch Ausgaben für Energie, die Brötchen beim Bäcker, die Blumen beim Gärtner u.v.a.m. Im Umkehrschluss schafft dieser Umsatz rechnerisch bereits für 6.370 Menschen Arbeit, die daraus ihr Primäreinkommen erzielen können.

Frank Ortmann, Tourismus-Abteilungsleiter im SMWKT, brachte die Sicht aus der Landesregierung in Dresden auf die Relevanz des Tourismus im LS ein und informierte u.a. über Förderprogramme, die für Akteure im LS von Interesse sein könnten. Aus der Praxis berichteten dann noch zwei erfolgreiche Investoren. Dr. Matthias Leiker sprach in seiner Funktion als Geschäftsführer der M.C.L. Touristik GmbH über die sichtbaren Entwicklungen seit 2013 beim „Ferienhof Radlerslust“ und berichtete über die schon sehr gut angenommenen neuen Angebote des - seit 2015 geplanten und im Sommer 2021 - geöffneten „Sonnenhofes 1864“ am Dorfanger in Großkoschen. Sehr engagiert stellte auch Neuinvestor Alfred Tempel sein Vorhaben „OSTufer“ am Geierswalder See mit moderner Strandbar und Wassersportangeboten vor, das er innerhalb kürzester Zeit gänzlich neu neben dem Bootsanleger und unterhalb der Strandpromenade aus dem „Boden gestampft“ und ab Ostern 2021 an den Markt gebracht habe.

Die Regionalkonferenzen sind seit vielen Jahren ein jährliches Update der Entwicklungen in der Region. Sie werden von den beiden Zweckverbänden des Lausitzer Seenlandes und dem Tourismusverband Lausitzer Seenland abwechselnd in Sachsen und Brandenburg organisiert. 2020 konnte die Konferenz wegen des Corona-Lockdowns nicht stattfinden.

Impressionen von der Regionalkonferenz 2021 - Fotos: Uwe Steinhuber


Revision der Tunnelröhre vom SB Lohsa II zum Bernsteinsee bis Ende November

Reinigung und Vermessung nach erfolgreichem Leerpumpen des Stahlbetonrohres gestartet

Senftenberg/Lohsa. Seit dem 4. Oktober 2021 findet an der gesamten Anlage der Tunnelröhre zwischen dem Speicherbecken Lohsa II und dem Bernsteinsee (Speicherbecken Burghammer) eine umfassende Revision statt.

Laut Betriebsvorschrift gilt es, alle fünf Jahre den Bauzustand der Tunnelröhre umfänglich zu begutachten. Als direkter Partner der LMBV setzt die Landestalsperrenverwaltung (LTV) Sachsen die Inspektion um.

In einem ersten Schritt wurde ab dem 18.10.21 mit dem Verschließen der Dammbalken am Ein- und Auslaufbauwerk begonnen, um das Wasser abzuhalten und die Röhre leer zu pumpen, sodass eine erste Begehung des Tunnels am 26.10.2021 möglich war.

Als nächste Schritte folgen die Reinigung und Vermessung der gesamten Anlage, das Begutachten des Betons sowie eine Funktionsprobe der Anlage. Letztlich werden dann eventuell anfallende Reparaturarbeiten durchgeführt. Ziel ist es, die Revision bis Ende November erfolgreich abzuschließen.

Überleiter Speicherbecken Lohsa II
Im Rahmen einer Dienstberatung des LMBV-Projektmanagements Sanierungsbereich Lausitz am 01.11.2021 wurde u.a. der Beton begutachtet und allen Kolleginnen und Kollegen die Funktionsweise der Anlage vor Ort erklärt.

Hintergrund

Die in den Jahren 1995 bis 1998 errichtete Anlage des Überleiters (ÜL) zwischen den ehemaligen Tagebauen Lohsa II und Burghammer (jetzt Speicherbecken - SB) ist ein wichtiger Bestandteil des Wasserspeichersystems Lohsa II.

Das Wasserspeichersystem Lohsa II (bestehend aus SB Dreiweibern, SB Lohsa II und SB Burghammer) soll zukünftig der Niedrigwasseraufhöhung der Spree, zum Schutz des Biosphärenreservates Spreewald und zur Stützung des Wasserhaushaltes von Berlin dienen.

Der Überleiter Lohsa II besteht im Wesentlichen aus einer 1.416 m langen Tunnelröhre DN 3000, einem Einlaufbauwerk im SB Lohsa II (einschließlich Betriebsgebäude), drei Kontrollschächten und einem Auslaufbauwerk im SB Burghammer. Die Gesamtlänge des Bauwerks beträgt ca. 1.500 Meter. Der Überleiter ist für einen Maximaldurchfluss von 10,0 m³/s ausgelegt.

Impressionen von der Begehung der Tunnelröhre (Fotos: Steffen Rasche)


Bergbausanierer informierte in Cottbus auf 97. Sitzung des Braunkohlenausschusses

Senftenberg | Cottbus. Auf 97. Sitzung des Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg informierte Gerd Richter, Leiter des Sanierungsbereiches Lausitz, unter Tagesordnungspunkt 4 über Schwerpunkte der Arbeit der LMBV im Jahr 2021 in Brandenburg.

Gerd Richter, der auch beratendes Mitglied im Ausschuss ist, zeigte u.a. Folien zu Verdichtungsmaßnahmen mit der sSPV im Bereich des Tagebaus Seese-Ost, zum Verfüllen von Tieflagen am Kittlitzer See und zum Sichern des Restloches A. Er ging auch auf wasserwirtschaftliche Maßnahmen im Raum Schlabendorf und das Sichern der Zinnitzer Tieflage im Tgb. Schlabendorf-Nord ein.

Zu den Leistungen der LMBV zählen auch die zwischenzeitlich abgeschlossene Fallgewichtsverdichtung (FGV) und Oberflächenverdichtung mit Walzen im Senkenbereich des LMBV-Teils des Tgb. Cottbus-Nord und der Erdbau und die FGV auf der nordwestlichen Innenkippe im Tgb. Jänschwalde. Erwähnt wurde auch das Sichern des Restloches Casel bis zum November 2021.

Richter wies auch auf die Leistungen zur Eisenminderung vor und in der Spree hin und erläuterte das komplette Beräumen des Sedimentationsbecken II an der Vorsperre Bühlow, wo rund 1.100 Tonnen EHS-Massen zur Deponierung angefallen sind. Auch die Fortschritte beim Bau der LMBV-Wasserbehandlungsanlage Plessa wurden aufgeführt. Richter ging auch auf die Situation zur notwendigen Absiedlung am Pappelweg und an der W.-Külzstraße in Lauchhammer ein.

In seinem Ausblick für die kommende Zeit legte der LMBV-Vertreter den Schwerpunkt auf die ab September 2022 vorgesehenen weiteren FGV-Maßnahmen am Restloch Greifenhain und das Sichern der Brückenfeldkippe Sedlitz ab 2023 bis ca. 2026. Der wasserstandsabhängige Ausbau des ersten Teilstücks von 600 Metern des Ableiters vom Sedlitzer See soll ebenfalls ab 2023 erfolgen. Erwähnung fand die fortlaufende Konditionierung in der Restlochkette, hier zunächst wieder im Partwitzer See.

Für das Sichern der Inseln im Senftenberger See benannte G. Richter zunächst zwei prioritäre Abschnitte ab dem Winter 2024/25, für die die LMBV demnächst in die weitere Behördenbefassung gehe. Mit Rüttelstopfarbeiten sollen an der L 60 die Grundlagen für ein Brückenbauwerk über den Ableiter der Schwarzen Keute gelegt werden. Derzeit existiert dort eine Umfahrung.

Impressionen aus der Stadthalle


Ausschreibung zur Fallwildsuche aufgrund der afrikanischen Schweinepest in der Lausitz

Suche von erkrankten oder verendeten Wildschweinen bzw. Kadavern soll in den Eigenjagdbezirken unterstützt werden

Senftenberg. Die LMBV hat kürzlich eine Ausschreibung zur Fallwildsuche aufgrund der afrikanischen Schweinepest auf Flächen in einer Größenordnung von mehr als 2.200 Hektar gestartet. Die Suche von erkrankten oder verendeten Wildschweinen/Kadavern soll dabei in den Eigenjagdbezirken der Tagebaubereiche

  • Nochten (ca. 337 ha),
  • Burghammer (ca. 152 ha),
  • Lohsa/Dreiweibern (ca. 176 ha)
  • Scheibe (ca. 160 ha)
  • Spreetal (ca. 833 ha)
  • Bärwalde (ca. 165 ha)
  • Knappenrode (ca. 60 ha)
  • Heide VI (ca. 45 ha)
  • Laubusch/Erika-See (ca. 25 ha)
  • Seenkette (ca. 253 ha)

umgesetzt und unterstützt werden.

Die Laufzeit dieses Vertrages soll am 01.05.2022 beginnen und am 31.12.2022 enden. In der Kurzbeschreibung der Leistung heißt es: es gehe um Dienstleistungen in der Forstwirtschaft sowie die Fallwildsuche in Ostsachsen in den Landkreisen Bautzen und Görlitz sowie die Suche von erkrankten oder verendeten Wildschweinen/Kadavern in den Eigenjagdbezirken der Tagebaubereiche Nochten, Burghammer, Lohsa/Dreiweibern, Scheibe, Spreetal, Bärwalde, Knappenrode, Heide VI, Laubusch/Erika-See, Seenkette. Auch bisher erfolgen solche Leistungen bereits durch die LMBV-Abteilung Umweltschutz|Rekultivierung, Jagdpächter und beauftragte Dritte.


Bergbausanierer auf Brandenburgs größter Recruitingmesse vertreten

Senftenberg/Cottbus. Am 20.10.2021 präsentierte sich die LMBV auf der campus-X-change am Zentralcampus der BTU in Cottbus. Gemeinsam mit über 60 regionalen, nationalen und internationalen Unternehmen stellte sich die LMBV den Fragen der Studierenden und Absolventen.

Die Messe startete mit einer Begrüßungsveranstaltung mit Grußworten der amtierenden BTU-Präsidentin, Prof. Dr. Gesine Grande, dem Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg, Hendrik Fischer, sowie dem Leiter des Career Centers der BTU, Thomas Elfert.

Anschließend öffneten sich die Messezelte für alle Interessierten. Zahlreiche internationale Studierende nutzten die Möglichkeit, sich am Stand der LMBV über Praktikumsplätze, Abschlussarbeiten oder einen Jobeinstieg nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums zu informieren.

Im Vorfeld der Messe gab es für alle Studierenden die Möglichkeit, auf einer Matching-Plattform Gespräche mit den Arbeitgebern für die Präsenzmesse anzufragen. Das Interesse am Unternehmen und den Stellenausschreibungen der LMBV war vor allem bei Studierenden des Master-Studiengangs Environmental and Resource Management sehr groß, die den Schwerpunkt auf einen integrativen Umwelt- und Ressourcenschutz setzen.

campus-X-change

Impressionen von der Messe


Staatssekretär R. Genilke zu Arbeitsbesuch in der Lausitz unterwegs beim Bergbausanierer

Nötige Sicherungsarbeiten für die B 169 dauern voraussichtlich noch bis zum Frühjahr 2022 an

Senftenberg. Am 14. Oktober 2021 besuchte der Staatssekretär im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg (MIL) Rainer Genilke im Rahmen eines Arbeitsbesuches die Lausitz. Er wurde u.a. von Egbert Neumann, Abteilungsleiter Verkehr und weiteren Mitarbeitern des MIL und des Landesbetriebes Straßenwesen Brandenburg (LS) begleitet.

Bei einem Treffen an der Verwahrbaustelle an der abschnittsweise gesperrten B 169 begrüßte Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, den Gast aus Potsdam. Er wurde dabei von Gerd Richter, LMBV-Bereichsleiter Sanierung Lausitz und Stephan Paul, Sachverständiger und Leiter Altbergbau der Fa. DMT, sowie Thomas Kauert als Bauleiter und Geschäftsführer der BLZ Geotechnik Service GmbH Gommern unterstützt.

Gemeinsam mit dem Landesbetrieb Straßenwesen wurden Fragen des Umgangs mit den Altbergbau-Hinterlassenschaften am Rande der Südbrandenburger Nord-Süd-Magistrale bei Sedlitz diskutiert. Anschließend nahm sich Staatssekretär R. Genilke noch Zeit, um sich über weitere Projekte der Bergbausanierer in der Lausitz berichten zu lassen. Das Bundesunternehmen nutzte die Chance, zu aktuellen Vorhaben am Sedlitzer See und Partwitzer See näher zu informieren.

Im Gespräch: Sts. R. Genilke (2.v.l.) mit B. Sablotny (r.) und G. Richter (LMBV)
Im Gespräch: Sts. R. Genilke (2.v.l.) mit B. Sablotny (r.) und G. Richter (LMBV)
Impressionen vom Arbeitsbesuch (LMBV)


Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar auf Informationstour im Lausitzer Seenland

Senftenberg. Auf Einladung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) nahm sich Sachsens Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar kürzlich Zeit, die Sanierungstätigkeit der LMBV bei einem persönlichen Besuch anzusehen. Der Landespolizeipräsident wurde am 8. Oktober 2021 durch den Geschäftsführer der LMBV, Bernd Sablotny, durch Gerd Richter, Bereichsleiter Sanierung Lausitz sowie Grit Uhlig, Bereichsleiterin Sanierung Mitteldeutschland, in Senftenberg begrüßt.

Nach einem Einführungsvortrag folgte die Revierbefahrung, die in das sächsische Sanierungsgebiet führte. Dort wurde unter anderem das wichtige Thema der In-lake-Gewässerbehandlung anhand des LMBV-eigenen Sanierungsschiff „Klara“ erläutert. Des Weiteren wurde zur Vereinheitlichung von sächsisch-brandenburgischen Schifffahrtsregelungen sowie zur Sicherheit von Innenkippen und bergbaubedingten Absperrungen gesprochen – dies sowohl das mitteldeutsche als das Lausitzer Revier betreffend.

Mit großem Interesse verfolgte Horst Kretzschmar die Ausführungen der LMBV und verwies auf die Anknüpfungspunkte zwischen Polizei, Polizei- und Ordnungsbehörden und dem Bergbausanierer LMBV am Geierswalder See, an dem ein brandenburgisch-sächsischer Wasserschutzpolizeiposten eingerichtet wurde, der für mehr Sicherheit im Lausitzer Seenland sorgen soll.


Notwendige Sanierungsarbeiten am Hindenberger See weit fortgeschritten

Nach RDV- und RSV-Arbeiten ist nun das oberflächennahe Verdichten und das Endgestalten auf der Agenda

Senftenberg/Luckau. Seit dem Start der langfristig geplanten und mit Anrainern abgestimmten notwendigen geotechnischen Sicherungsleistungen am Restloch A (Hindenberger See) im ehemaligen Tagebau Schlabendorf-Nord zu Beginn des Jahres 2021 liegen die Arbeiten gut im Zeitplan.

Die Rütteldruckverdichtungs- bzw. Rüttelstopfverdichtungsmaßnahme am Uferbereich des Restloches A konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Rund elf Hektar wurden in einer Teufe (Tiefe) von bis zu 24 Metern verdichtet, die Länge des entstehenden Rütteldamms betrug dabei 1.233 Meter, die Breite 34 Meter.

Voraussetzung für das Sichern der Fläche war das Absenken des See- und Kippenwasserspiegels mittels einer eigens hierfür errichteten Pumpstation sowie über acht Vertikalfilterbrunnen, die das Wasser, nach vorheriger Konditionierung, in den Lichtenauer See abgegeben haben.

Zurzeit wird die Oberflächenverdichtung mittels einer Polygon-Walze vorgenommen. Ergänzend finden die Herstellung eines Erdstützkörpers und Böschungsgestaltung statt.

Die Sicherungsleistungen werden durch die Lausitzer Firma BUG Dienstleistungen GmbH aus Elsterheide i.A. der LMBV ausgeführt. Die Maßnahme dieser Kippenverdichtung, einschließlich der Böschungsendgestaltung und Rekultivierung, wird voraussichtlich planmäßig im Frühjahr 2022 abgeschlossen sein.

Blick über die Arbeiten am Restloch A


Restloch Casel nahe der L 52 erneut für Verdichtungsarbeiten bis Mitte Dezember gesperrt

Senftenberg/Drebkau. Nach den von Mai bis Anfang Juli 2021 erfolgten Verdichtungsarbeiten am Restloch Casel ist ab dem 30.09.2021 erneut die temporäre Sperrung des Gewässers notwendig.

Wie bereits angekündigt, erfolgt diese zweite Sperrung zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit, da sich die Rütteldruckverdichtungsarbeiten der Ostböschung nähern.

Die Sicherungsmaßnahme wird bis voraussichtlich Mitte Dezember 2021 umgesetzt. Die Art der Sperrung erfolgt, wie bereits im 2. Quartal diesen Jahres, durch Verwallungen der Zufahrten mittels Wurzelstubben sowie durch das Aufstellen von Verbots- und Hinweisschildern.

Sobald das Restloch Casel wieder frei zugänglich ist, informiert die LMBV rechtzeitig.

Hintergrund:

Die Rütteldruckverdichtungsarbeiten i.A. der LMBV dienen zum Beseitigen der bergbaulichen Gefährdung im Kippengelände und somit zum Herstellen einer dauerhaften geotechnischen und öffentlichen Sicherheit. Sie werden im Rahmen der genehmigten „Rütteldruckverdichtung der Innenkippe Greifenhain: Kippe 10 bis Restloch Casel“ durchgeführt.

Die Arbeiten werden von der Firma GMB GmbH ausgeführt. Für die Gesamtmaßnahme, die im August 2020 begonnen wurde, sind fast 5.500 Verdichtungspunkte mit Rüttellanzen abzuarbeiten. In bis zu 25 bis 45 Meter Tiefe wird ein verdichteter Bereich auf 2.500 Meter Länge und 35 bis 70 Meter Breite in der Kippe hergestellt. Die Gesamtmaßnahme soll Ende November 2022 abgeschlossen werden.

Das Restloch Casel liegt an der Landstraße L 52 zwischen Drebkau und Casel. Es entstand in den Jahren 1956 bis 1961 durch eine nicht vollständige Verkippung eines Randbereiches des Tagebaus Greifenhain und wurde bereits im Jahr 2006 von der LMBV weitestgehend gesichert.

RL Casel RDV
Geplante RDV-Trasse - in rot gekennzeichnet
Temporäre Sperren notwendig (Luftbilder: Steffen Rasche für LMBV)


Technische Übergabe: Strabag übergibt Schlüssel für Betriebsgebäude an LMBV

Senftenberg. Im Beisein von Staatssekretär Werner Gatzer und Ministerialdirektor Stefan Ramge (beide Bundesministerium der Finanzen) wurde am Mittwochabend (22.9.2021) der fertiggestellte Sanierungsstützpunkt am Ufer des Sedlitzer Sees übergeben. Den symbolischen Schlüssel für das neu errichtete Betriebsgebäude des LMBV-Gewässerbehandlungsschiffs „Klara“ nahm LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny von Jörg Frisch, Technischer Bereichsleiter der Firma Strabag, entgegen.

Mit Mitteln des Bundes und des Landes Brandenburg entstand am Nordufer des Sedlitzer Sees im Zeitraum von Dezember 2019 bis September 2021 der Sanierungsstützpunkt der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), der zukünftig der Unterbringung und als Heimathafen des unternehmenseigenen Gewässerbehandlungsschiffes „Klara“ dienen wird. Das für diesen Zweck errichtete Betriebsgebäude wird Winterquartier und zugleich Wartungshalle für die „Klara“ sein. Werner Gatzer erklärte zur Eröffnung: „Dem Bund ist wie den anderen öffentlichen Institutionen dabei sehr bewusst, dass uns das Thema Wasserregulierung und Wasserbehandlung noch sehr lange begleiten und fordern wird. Manches wird gar als Ewigkeitslast verbleiben, über deren Finanzierung Bund und Länder gemeinsam reden und eine faire Lösung finden müssen.“ Bernd Sablotny erläuterte bestätigend: „Dieser Hallenbau ist eine Investition in die Zukunft. Auch angesichts der anstehenden Ewigkeitskosten der Bergbausanierung liegt noch viel Arbeit vor der LMBV.“

Der Sanierungsstützpunkt am Sedlitzer See umfasst außerdem eine wasserseitige Anlegestelle, Verkehrswege und Parkflächen sowie eine eigene Tankstelle zur Betankung des Schiffes. Zur Sicherung des Areals wurde eine rund 290 Meter lange Kaimauer errichtet.

Vor der  Technischen Übergabe hatten sich Staatssekretär Gatzer und Ministerialdirektor Ramge  gemeinsam mit dem kaufmännischen Geschäftsführer der LMBV, Gunnar John, und Sanierungsbereichsleiter Lausitz, Gerd Richter, auf Revierbefahrung rund um Senftenberg begeben und sich über die aktuellen Maßnahmen sowie die anstehenden herausfordernden Aufgaben des bundeseigenen Unternehmens informiert.

LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny erhält den symbolischen Schlüssel für den Sanierungsstützpunkt von Jörg Frisch, Strabag-Bereichsleiter, im Beisein von BMF-Staatssekretär Werner Gatzer und LMBV-Sanierungsbereichsleiter Gerd Richter


Information beim Bürgerforum „Klare Spree“ mit Umweltminister A. Vogel in Spremberg

Bergbausanierer informierte über Erreichtes und Geplantes bei der Eisenminderung in der Spree

Spremberg/Senftenberg. Am 15.09.2021 lud die Stadtverwaltung Spremberg erneut zu einem Bürgerforum „Klare Spree“ ein. Schwerpunkt der öffentlichen Veranstaltung war das Thema der Verockerung der Spree. Erstmalig war auch ein Brandenburgischer Umweltminister bei dieser Veranstaltungsreihe der Stadt Spremberg anwesend. Axel Vogel, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz im Land Brandenburg, bereicherte die Veranstaltung durch einen Redebeitrag und stellte sich den Fragen der betroffenen Bürger in Spremberg.

Die LMBV, vertreten durch den Leiter der Projektgruppe Gewässergüte Fließgewässer Lausitz Sven Radigk, informierte über durchgeführte und geplante Maßnahmen sowie über die Ergebnisse der zurückliegenden drei Jahre insbesondere im Bereich des südlichen Spreeabschnittes auf sächsischem Territorium, über das Spremberger Stadtgebiet hinaus, bis hin zur Talsperre Spremberg. Neben den Ausführungen der LMBV wurde ein Vortrag zum Thema „Bergbau und Wasser – eine jahrhundertlange Wechselbeziehung im Einzugsgebiet von Spree und Schwarzer Elster – bald Vergangenheit?“ von Dr. Thomas Koch vom Förderverein Wasser-Cluster-Lausitz e. V. (WCL) geleistet.

Sven Radigk erläuterte den Stand der Planung und Umsetzung der Maßnahmen zur Reduzierung der Eisenbelastung durch die LMBV. Er ging insbesondere darauf ein, dass der Bergbausanierer sein Barrierekonzept zur Reduzierung der Eisenbelastung im Spreegebiet Südraum seit 2015 konsequent umgesetzt hat. Die im November 2014 dazu definierten mittelfristigen Abfangmaßnahmen an den Hotspots des Eiseneintrages aus dem pleistozänen Grundwasserleiter „Spreewitzer Rinne“ in die Kleine und Große Spree wurden bauseitig investiv, bis Mitte 2021 realisiert. Die Anlagen befinden sich derzeit im Einfahr- bzw. bereits im Regelbetrieb. Damit habe die LMBV ihr selbst gestecktes ambitioniertes Ziel, diese mittelfristigen Einzelmaßnahmen in einem Zeitfenster von 5 bis 8 Jahren (2015 - 2022) umzusetzen, bereits nach 6,5 Jahren erreicht. Dazu wurden Kosten in Höhe von rund 25 Mio. € aufgewendet. Sven Radigk betonte, dass dieses Etappenziel, einen wichtigen Meilenstein im Kampf gegen die Braune Spree kennzeichnet und dies als gemeinsamer Erfolg aller beteiligten Akteure zu werten ist.

Darüber hinaus zeigte er auf, welche Maßnahmen langfristig und dauerhaft geplant, genehmigt und realisiert werden müssen, um einen ökologisch begründeten Zielwert von jahresdurchschnittlich 1,8 mg/L der Eisen-gesamt-Konzentration an der Landesgrenze zwischen Sachsen und Brandenburg in der Spree (Pegel Zerre) zu etablieren. Erst dadurch wird das wasserwirtschaftliche Sanierungsziel der LMBV erreichbar, nämlich den guten ökologischen Zustand gemäß der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) für die Spree herzustellen und gleichzeitig die Sichtbarkeitsschwelle (Fe < 2 mg/L) für partikuläres Eisen in der Spremberger Spree zu unterschreiten.

Im Ergebnis des „Konzeptes zur Ableitung der erforderlichen Maßnahmen zur Wasserbehandlung der Spree im Südraum der LMBV“ (Teil I und II) wurden im März 2019 den sächsischen Fachbehörden sowie anschließend, in den Gremien der Braunkohlesanierung vorgestellt. Das LMBV-Konzept wurde im Juli 2019 mit den Mitgliedern des Regionalen Sanierungsbeirates (RSB) Ostsachsen diskutiert sowie in der nachfolgenden 126. Sitzung des Steuerungs- und Budgetausschusses für die Braunkohlesanierung (StuBA) von den Bund-Länder-Vertretern am 11.09.2019 zur Kenntnis genommen.

Durch das Sächsische Oberbergamt (OBA) wurde als verfahrensführende Behörde der zu beantragenden, bergrechtlichen Planfeststellungsverfahren (PFV) nachfolgend festgelegt: Es werden zwei unabhängige Genehmigungsverfahren, als obligatorische Rahmenbetriebspläne innerhalb eines jeweiligen bergrechtlichen PFV, geführt:

Vorhaben 1 - Errichtung einer Dichtwand am Nordufer des Speicherbeckens Lohsa II

Vorhaben 2 - Flussnahe Barrieren/GW-Abfangmaßnahmen mit Überleitung zur ZWBA

Als zentrale Wasseraufbereitungsanlage (ZWBA) ist die Grubenwasserbehandlungsanlage (GWBA) der LEAG am Standort Schwarze Pumpe vorgesehen. Für die GWBA muss im Anschluss an die Grundwasser(GW)-Überleitung (Q rd. 800 L/s) von den Abfangbrunnenriegeln (ca. 80 Filterbrunnen) an Kleiner und Großer Spree aus dem Vorhaben 2 ein Erweiterungsbauwerk als Vorreinigungsstufe an der GWBA Schwarze Pumpe errichtet werden (Vorhaben 3).

Das Vorhaben 1 (Dichtwand SB Lohsa II) ist das einzige Element, welches sich langfristig das Prädikat der Nachhaltigkeit verdient. Die Dichtwand arbeitet als hydraulische Barriere und erzeugt nach Fertigstellung (ca. in 2038) keine Personal-, Energie- und/oder Stoffkosten (z. B. zur Wasserbehandlung; u. a. Neutralisationsmittel; z. B. Kalkprodukte) oder Flockungshilfsmittel (FHM u. a. als synthetisches Polymer; z. B. Koaret PA 3230 T).

Darüber hinaus entsteht keine Rückbauverpflichtung. Die Dichtwand stellt über Jahrzehnte (quasi im Synergieeffekt kostenfrei), das zusätzlich eingestaute Grund- und Oberflächenwasser von mindestens 9 Mio. m³ pro Jahr, dem Wasserspeichersystem (WSS) Lohsa II bezüglich der Niedrigwasseraufhöhung in der Spree, dauerhaft zur Verfügung und stellt somit ein wichtiges Element, auch im Hinblick auf die langfristige Trinkwasserversorgung von Frankfurt (Oder) und Berlin, den Klimawandel mit langanhaltenden Dürreperioden sowie für das Braunkohleausstiegsszenario in der Lausitz bis 2038, mit den damit verbundenen rückläufigen Sümpfungswassereinleitungen im Einzugsgebiet (EZG) der Spree, dar. Auch Dr. Thomas Koch (WCL) hat in seinem Vortrag, auf die enormen, anstehenden, wasserwirtschaftlichen Herausforderungen im Dreiklang von Kohleausstieg, Klimawandel und Gütesteuerung (Eisen und Sulfat) im EZG der Spree, nachdrücklich hingewiesen.

Die Dichtwand mindert dauerhaft (24/7) den Aufwand der GW-Fassung, Überleitung und Behandlung im Vorhaben 2 bezüglich der Menge (Q= minus 20%) und der Enteisenung (Fe-Fracht = minus 44%) im Ergebnis der geohydraulischen GW-Modellierung der Spreewitzer Rinne.

Beide Vorhaben lösen in Kombination und Korrelation, infolge der Implementierung des Orientierungswertes der OGewV für den Parameter (ACP) „Eisen-gesamt“ am Gütepegel Zerre von jahresdurchschnittlich ≤ 1,8 mg/L, das temporäre Barrierekonzept als Brückentechnologie im Bereich der Talsperre Spremberg (Vorsperre Bühlow) sowie gleichzeitig als „Nullvariante“ der Maßnahmen zur Reduzierung der Eisenbelastung im Spreegebiet Südraum, langfristig und vollständig ab.

Auch der Stellvertretende Vorsitzende und Sprecher des „AKTIONSBÜNDNIS KLARE SPREE“ e. V. (ABKS), Winfried Böhmer, gab abschließend zu Protokoll, dass die ernsthaften Bemühungen und die bisher erzielten Ergebnisse der LMBV in Bezug auf die Maßnahmen zur Eisenminderung in der Spree anerkannt werden. Gleichzeitig wies er jedoch eindringlich darauf hin, dass die Zielwerterreichung der Eisen-gesamt-Konzentration von 1,8 mg/L in der Spree bis 2038 viel zulange dauert und dieser Zeitrahmen für das ABKS inakzeptabel sei.

Die Bürgermeisterin der Stadt Spremberg Christine Herntier, die auch den Abend moderierte, zeigte sich dankbar für die bisher geleistete Arbeit der LMBV, wie auch für die finanzielle Absicherung der Maßnahmen über das aktuelle VA VI BKS von 2018 bis 2022 und wies insbesondere darauf hin, dass bei den anstehenden Verhandlungen zum VA VII BKS von 2023 bis 2027 die Finanzierung der Eisenminderungsmaßnahmen angemessen und auskömmlich berücksichtigt werden muss. Gleichzeitig verwies Sie darauf, dass die Stadt Spremberg weiterhin die Forderungen für Ersatz und Ausgleich bezüglich der Eisenbelastung der Spree aufrecht hält und in diesem Zusammenhang ihren Forderungskatalog fortschreiben werde.

 


Informationstour im Sanierungsgebiet am Knappensee mit Anrainerkommunen

Senftenberg/Groß Särchen. Lohsaer Gemeinderäte und Mitarbeiter der Verwaltung sowie Stadträte und Bürgermeister aus Wittichenau fuhren kürzlich auf Informationstour mit der LMBV die Uferbereiche des Knappensees ab. Eingeladen dazu hatte die mit der Sanierung vom Freistaat Sachsen beauftragte Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft in persona von Karsten Handro, Abteilungsleiter Projektmanagementund Knappensee-Projektmanager Marko Walter.

„Pandemiebedingt konnten wir in den vergangenen Monaten keine großen, öffentlichen Veranstaltungen durchführen und haben uns entschlossen, dem Wunsch der Knappensee-Anrainer-Kommunen nachzukommen und in kleinem Rahmen eine Informationstour unter freiem Himmel anzubieten”, erklärte Karsten Handro den Anlass für die Befahrung. In knapp anderthalb Stunden fuhren die interessierten Räte gemeinsam mit den LMBV-Kollegen die Sanierungsabschnitte am Knappensee ab. „Natürlich ist das Setzungsfließereignis vom März ein großes Thema”, erklärte Marko Walter. „Hier werden wir im Frühjahr 2022 ein Sanierungskonzept vorliegen haben, das ein weiteres Vorgehen aufzeigt”, so der Projektmanager.

Die Räte überzeugten sich vor Ort vom Baufortschritt an allen anderen Sanierungsabschnitten des Knappensees und zeigten sich beeindruckt von der Technologie der wasserseitigen Verdichtung. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass weiter kontinuierlich am Sanierungsprozess gearbeitet werden müsse, um den Knappensee wieder in eine Nutzung überführen zu können. Wann dies geschieht, hängt von der Sanierung des im März entstandenen Rutschungskessels ab. „Da hat das Sächsische Oberbergamt das letzte Wort”, erklärte Karsten Handro.


Minister Guido Beermann auf Informationstour am Sedlitzer See

Senftenberg. Wie bereits 2020, nahm sich Guido Beermann auch in diesem Jahr Zeit, die Sanierungstätigkeit der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH bei einem persönlichen Besuch anzusehen. Der Brandenburger Minister für Infrastruktur und Landesplanung wurde am 9. September durch die Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny und Gunnar John, in Senftenberg begrüßt. Nach einem Einführungsvortrag durch Gunnar John folgte die Revierbefahrung, die diesmal in das Herz des Lausitzer Seenlandes führte: an den Sedlitzer See.

Bernd Sablotny erklärte ausgehend vom Auslaufbauwerk am See ausführlich die anstehenden und laufenden  Sanierungsarbeiten. Schwerpunkt der Befahrung waren die Sicherungsmaßnahmen an der B169 und die künftige Sanierung der so genannten Brückenfeldkippe durch das Verfahren der schonenden Sprengverdichtung. Beide Technologien, die Sicherung der Bundesstraße und die Sanierung der Sedlitzer Kippe, wurden auf der Fahrt direkt vor Ort angesehen bzw. anhand von Kartenmaterial erklärt.

Die Befahrung endete am Hafen Großräschen mit dem Blick auf die Seebrücke und den einstigen Tagebau Meuro.


LMBV und Zweckverband LSB: Lüftungsschacht am Ilse Kanal als Hingucker gestaltet

Senftenberg. Vor einem Jahr rief der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg in Abstimmung mit der LMBV zu einem Wettbewerb zur Verschönerung des Lüftungsschachts am Ilse Kanal auf. Nun ist das Werk der freischaffenden Künstlerin Wenke Richter aus Senftenberg fertiggestellt.

Bei einem Pressetermin am 01.09.2021 vor Ort wurde die Gestaltung durch die Künstlerin W. Richter und Detlev Wurzler, Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg, präsentiert. Passend zum Lausitzer Seenland wurde auf dem Lüftungsschacht des Ilse Kanals, der zwischen dem Großräschener See und dem Sedlitzer See liegt, das Thema Wasser in den Vordergrund gestellt.

Vom Radweg aus, der um den Großräschener See führt, ist das Motiv der Seebrücke Großräschen gut sichtbar. Für Bahnreisende, die vom Zug aus auf den Lüftungsschacht blicken, wurde die Darstellung des sich dahinter befindenden Überleiters Nr. 11 aufgegriffen. „Zwei Wochen hat die Gestaltung am Schacht gedauert. Zu kämpfen hatte ich vor allem mit dem teils sehr starken Wind, aber in der Natur am Kanal zu arbeiten, war eine tolle Erfahrung“ resümierte Wenke Richter.

Ein weiterer Lüftungsschacht am Ilse Kanal, auf der Seite des Sedlitzer Sees, soll im Frühjahr 2022 durch die Künstlerin gestaltet werden, verkündete Detlev Wurzler zum Abschluss der Veranstaltung. Die Kunstaktion schließt an ein Graffiti-Projekt des Zweckverbandes LSB und der Stadt Senftenberg vom Frühjahr 2021 an.

Bereits am Buchwalder Strand gestalteten die Künstlerinnen Wenke Richter und Stephanie Lüning, gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen im Rahmen eines mehrtägigen Workshop-Programms, ein Sanitärgebäude.

Als Ziel des Projektes galt es, kreative Ideen der Kinder und Jugendlichen zu fördern und ihnen gleichzeitig den Unterschied zwischen illegalen Farbschmierereien und legaler Graffiti-Kunst auf dafür freigegebenen Flächen zu verdeutlichen.

So soll gezielt präventiv vorgegangen werden, um Beschädigungen und Schmierereien an öffentlichen oder privaten Gebäuden in der Region zu verhindern. Vermehrt seit dem letzten Jahr kam und kommt es im Lausitzer Seenland zu Graffitibeschmierungen an touristischen Attraktionen, wie zum Beispiel an Aussichtstürmen, deren Beseitigung kostenaufwendig sei.

Weiterer Hingucker im Seenland


Ministerpräsident Dr. Woidke informierte sich auch am künftigen Sedlitzer See

Chef des LMBV-Sanierungsbereiches Lausitz G. Richter erläuterte Sanierungsnotwendigkeiten und Flutungsziele

Lieske | Altdöbern. Am 23. August 2021 besuchte der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Dr. Dietmar Woidke das Amt Altdöbern.

Am sogenannten Seestrand im Norden des künftigen Sedlitzer Sees, einem Bergbaufolgesee der LMBV, wurde dem Landesvater die bisherigen Aktivitäten zur Entwicklung des Lausitzer Seenlandes insbesondere im Bereich der Ortslage Lieske vorgestellt.

Dazu hatte sich Amtsdirektor Frank Neubert auch Partner und Unterstützer vom Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg und der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft eingeladen.

Es wurde gemeinsam der im Amtsbereich liegende bereits fertig gestellte Strandabschnitt besichtigt und das westlich davon im Bau befindliche Gewerbegebiet in der Gemarkung der Stadt Senftenberg vorgestellt.

Der Bereichsleiter des LMBV-Sanierungsbereiches Lausitz Gerd Richter erläuterte dem Ministerpräsidenten die noch weiter notwendigen Schritte zum sicheren Herstellen der Ufer des Bergbaufolgesees für künftige Nutzungen und die Abhängigkeiten für den noch erforderlichen Wasseraufgang im künstlichen Gewässer.

Zur weiteren geplanten touristischen Entwicklung in diesem Bereich des Sedlitzer Sees, insbesondere zum Arbeitsstand zur Vermarktung des künftigen Feriendorfes Lieske gab der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg Auskunft.

Neben der ehrenamtlichen Bürgermeisterin für die Ortsteile Bahnsdorf/Lieske, Simone Abt, waren auch Mitglieder der Gemeindevertretung Neu-Seeland, des Ortsbeirates Lieske und des SPD-Regionalverbandes präsent.

Der Sedlitzer See wird einmal 1.412 Hektar groß werden. Seine Fertigstellung und Flutung steht in den kommenden Jahren auf der Agenda der LMBV. 

Blick über den Sedlitzer See (Juli 2021)

Fotos: Steffen Rasche für LMBV


Am Knappensee beginnt Erschließung für künftiges Vereinszentrum in Groß Särchen

Finanzierung der infrastrukturellen Erschließung des Vereinszentrums erfolgt über § 4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung

Senftenberg/Lohsa. Am 23. August 2021 fiel am Knappensee der Startschuss zur Erschließung des Geländes für das künftige Vereinszentrum in Groß Särchen. Mit einem gemeinsamen Spatenstich machten Lohsas Bürgermeister Thomas Leberecht und Kai Oliver Dammer, Referent im Sächsischen Oberbergamt zusammen mit LMBV-Abteilungsleiter Karsten Handro sowie Jens Kieschnick, Beauftragter für Bergbausanierung der Gemeinde Lohsa, den Auftakt dafür.

Das Vereinszentrum entsteht auf dem ehemaligen Gelände des Zeltplatzes Z1 in Groß Särchen. Bis Ende des Jahres sollen hier Elektro- und Wasseranschlüsse verlegt, die benötigten Verkehrsanlagen errichtet und die Gestaltung des Umfeldes samt Ersatzpflanzungen vorgenommen werden.

„Es ist ein erster Schritt des Wiederaufbaus am Knappensee für die Zeit nach der Sanierung“, richtet Karsten Handro den Blick optimistisch in die Zukunft. Gemeinsam mit der Gemeinde Lohsa arbeitet die LMBV am Wiederaufbau der Infrastruktur für die betroffenen Vereine am Knappensee, die für die Sicherung des Sees weichen mussten.

Im Rahmen des §4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung werden die Kosten der infrastrukturellen Erschließung des Vereinszentrums zu 85 Prozent vom Freistaat Sachsen und 15 Prozent von der Kommune getragen. Mit Zuversicht über eine baldige Lösung zur Fortsetzung der Sanierungsarbeiten am Knappensee, werde weiter an der Wiederbelebung und Fortführung der Vereinstätigkeiten als auch an der Vorbereitung für einen touristischen Neuanfang am Knappensee gearbeitet. So seien unter anderem weitere §4-Maßnahmen rund um den Knappensee in Planung.

Fotos vom Spatenstich: Stefanie Klein


MdB Lay im Dialog mit Bürgermeister, Zweckverband und Bergbausanierer

Groß Särchen. Bereits zum achten Mal besuchte die Lausitzer Bundestagsabgeordnete Caren Lay im Rahmen ihrer Sommertour das Lausitzer Seenland. Im Rahmen dieses Besuches diskutierte die stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE am 20. August 2021 in Groß Särchen u.a. mit dem Bürgermeister von Lohsa, Thomas Leberecht, Hoyerswerdas Baudezernenten Dietmar Wolf, dem Geschäftsführer des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen Daniel Just sowie LMBV-Bereichsleiter Gerd Richter, die sie eingeladen hatte.

Für das Gespräch hatte das Mitglied des Bundestages Thesen zur Zukunft der Lausitz entworfen mit dem Ziel, das Lausitzer Seenland gemeinsam weiter zu entwickeln: Das Seenland müsse zudem ganzheitlich begriffen werden, unabhängig von der Landesgrenze. Auch bei der Frage, ob es eine eigenständige touristische Destination sei. Zudem forderte sie mehr Personal und Gelder für den sächsischen Teil des Zweckverbandes Lausitzer Seenland.

Auch das Fortführen von §4-Maßnahmen im Rahmen des VA BKS sei für sie eine wichtige politische Entscheidung. "Für einen echten Entwicklungsschub reichten aber die bisherigen Maßnahmen noch nicht aus. Ich möchte daher, dass bei der nächsten Fortschreibung des Finanzierungsabkommens zwischen Bund und den Ländern Sachsen und Brandenburg im Jahr 2022 die Mittel für die §4-Maßnahmen deutlich erhöht werden“ so die Parlamentarierin. Dazu solle auch das Seenland stärker als länderübergreifendes Projekt verstanden werden.

Diskussionsort: Krabathof in G. Särchen


LMBV und Zweckverband LSB: Reppister Höhe nach Umgestaltung feierlich eingeweiht

"Erlebbarmachung verschwundener Orte" im ehemaligen Tagebau Meuro am Großräschener See

Senftenberg. Nach der Freigabe des noch fehlenden Teilstückes des Radweges am Großräschener See Anfang Juni wurde am 19.08.2021 der Aussichtspunkt Reppister Höhe eingeweiht.

Der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg nahm die Fertigstellung der Baumaßnahme zum Anlass, um im Rahmen einer Feierlichkeit, die Neugestaltung des Aussichtspunktes zu präsentieren.

Neben dem Leiter für Infrastruktur des Zweckverbandes, Martin Wolf, dem Bürgermeister von Senftenberg, Andreas Fredrich und dem Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung Großräschen, Christoph Schmidtchen, waren als Zeitzeugen Einwohner und Einwohnerinnen der ehemaligen Orte eingeladen.

Die Umgestaltung steht im Zeichen der „Erlebbarmachung der verschwundenen Orte“. Zur Erinnerung an die bergbauliche Tätigkeit wurden verkleinerte Flächendarstellungen abgebaggerter Orte im Maßstab 1:150 in der Region aufgebaut.

Sie werden ergänzt durch die vorhandenen Gedenksteine und neue Cortenstahl-Stelen mit den Ortsnamen. Zusätzlich ist eine Rasthütte für Touristen und Fahrradfahrer entstanden.

Finanziert wurde das Vorhaben als Schnittstellen-Projekt aus §2 und §4 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung.

Impressionen vom Einweihen (F.: UST)


Wasserschutzpolizei von SN und BB legt gemeinsam am Geierswalder See ab

Geierswalde. Am 12. August 2021 eröffneten der sächsische Staatsminister des Innern, Prof. Dr. Roland Wöller und der brandenburgische Minister des Innern und für Kommunales, Michael Stübgen im Beisein des LMBV-Chefs Bernd Sablotny die neue gemeinsame Dienststelle der Wasserschutz-Polizeien beider Länder am Geierswalder See.

Damit wird die länderübergreifende Kooperation in der Region der Lausitzer Seen weiter optimiert.

Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller: »Das Gebäude bietet beste Voraussetzungen für den Dienst auf dem Wasser. Seit über acht Jahren sorgen sowohl die brandenburgischen als auch die sächsischen Beamten gemeinsam für mehr Sicherheit auf den Gewässern der Lausitzer Seen. Von dieser Kooperation profitieren auch die vielen Touristinnen und Touristen, die diese Region besuchen und sicher Wassersport betreiben sowie Bootsausflüge genießen können. Ich danke allen an dem Projekt Beteiligten für ihr großes Engagement und wünsche Allzeit gute Fahrt sowie stets eine Handbreit Wasser unterm Kiel.«

Innenminister Michael Stübgen: »Die Lausitzer Seenlandschaft wächst und mit ihr wächst auch die Herausforderung, einen reibungslosen Schiffs- und Sportbootsverkehr zu gewährleisten. Brandenburg und Sachsen sorgen deshalb gemeinsam für die Sicherheit auf dem Wasser. Die professionelle Zusammenarbeit der Wasserschutzpolizeien ist eine vorbildhafte Kooperation unserer beiden Länder. Mit der neuen Dienststelle am Geierswalder See erreicht diese Kooperation nun einen echten Meilenstein. Die Polizistinnen und Polizisten erhalten für ihren anspruchsvollen Einsatz eine Ausgangsstation, die den vielfältigen Aufgaben gewachsen ist. Die Lausitzer Seenkette ist damit gut aufgestellt, um wirtschaftlich und touristisch weiter zu gedeihen.«

Landrat und Verbandsvorsitzender des Zweckverbands Lausitzer Seenland, Michael Harig: »Das Lausitzer Seenland erstreckt sich über die Landegrenze zwischen Brandenburg und dem Freistaat Sachsen. Es handelt sich nicht nur um die größte Landschaftsbaustelle Europas, sondern um das größte von Menschenhand geschaffene Seengebiet im europäischen Raum. In nur drei Jahrzehnten ist es durch die gewaltige Kraftanstrengung des Bundes und der beiden Länder mittels der LMBV sowie der Städte und Gemeinden im Seenlandgebiet gelungen, ein attraktives Feriengebiet zu schaffen.

Mit dem Funktionsgebäude des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen (LSS) am Geierswalder See wurde die Möglichkeit geschaffen, einen gemeinsamen Dienstposten der Wasserschutzpolizei in Sachsen und Brandenburg einzurichten. Darüber freue ich mich sehr. Die Arbeit der Wasserschutzpolizei ist im Interesse aller Gewässernutzer, seien es Gäste oder Einheimische. Die gemeinsame Dienststelle wird somit zur Attraktivität des Lausitzer Seenlandes beitragen. Sie unterstreicht das gute Miteinander zwischen Brandenburg und Sachsen auf diesem Gebiet.«

Bereits seit 2013 bestreifen die länderübergreifend tätigen Wasserschutzpolizeien das Lausitzer Seenland gemeinsam. Mit dem Gebäude fallen nun die langen Wege zwischen den unterschiedlichen Dienststellen in Sachsen und Brandenburg weg. Somit kann die Polizei länger auf dem Wasser sein. Das neue Dienstgebäude umfasst zwei Büros, Technikraum, Umkleide, Dusche und Garage auf etwa 160 Quadratmetern.

Eigentümer der Immobilie ist der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen

Bauherr und Eigentümer des Multifunktionsgebäudes ist der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen. Die Baukosten, die größtenteils durch den Projektträger der Braunkohlesanierung, die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), mitfinanziert werden, belaufen sich auf etwa 1,35 Millionen Euro. Auch der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement unterstützt das Projekt finanziell, um die besonderen Anforderungen einer Polizeidienststelle zu realisieren.

Mitte des vergangenen Jahres wurde der Mietvertrag zwischen dem Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen und dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement für die Nutzung der Räumlichkeiten durch die Wasserschutzpolizeien unterschrieben. Mit der Gesamtmaßnahme verfolgt der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen das Ziel, den bereits vorhandenen Wasserwanderrastplatz am Geierswalder See zu erweitern – denn das neue Dienstgebäude der Wasserschutzpolizei hat zudem Sanitäreinrichtungen für Wasserwanderer.

Hintergrund: Mit der Überführung der LMBV-Bergbaufolgeseen in ehemaligen Braunkohletagebauen in der Lausitz in eine vorrangig touristische Nutzung wurde aufgrund der Zunahme schiffbarer Gewässer die enge Zusammenarbeit der Wasserschutzpolizeien des Freistaates Sachsen und des Landes Brandenburg notwendig. Eine am 1. Juni 2013 beschlossene Kooperationsvereinbarung der beiden Bundesländer sah neben der gemeinsamen schifffahrtspolizeilichen Präsenz beider Wasserschutzpolizeien auf allen Seen des Seenverbundes auch eine gemeinsame Dienststelle vor Ort vor.

Über die sächsische und brandenburgische Wasserschutzpolizei

Am Hafen des Geierswalder Sees wird künftig ein Boot der gemeinsamen Wasserschutzpolizei ablegen, das zum Bestand der Brandenburger Wasserschutzpolizei gehört.

Vorrangige Aufgabe der Wasserschutzpolizei – sowohl in Sachsen als auch in Brandenburg – ist die Gefahrenabwehr. Diese umfasst insbesondere alle Maßnahmen zur Beseitigung von Verkehrsstörungen, die Absicherung von Gefahrenstellen und die Verkehrsüberwachung zur Gewährleistung der Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs sowie Schiffskontrollen in der Berufs- und Freizeitschifffahrt.

Die brandenburgische Wasserschutzpolizei betreut insgesamt 2.600 Kilometer Wasserstraßen, davon sind ca. 1.000 Kilometer Bundeswasserstraßen – dies entspricht über 20 Prozent aller Bundeswasserstraßen. Die Brandenburger Gewässer sind Bestandteil des größten geschlossenen Wassersportreviers Europas: etwa 20 Prozent der privaten Sportboote im Bundesgebiet sind in Berlin und Brandenburg registriert. Die Kolleginnen und Kollegen aus Sachsen betreuen insgesamt 172 Kilometer Bundeswasserstraße entlang der Elbe sowie weitere 20 Fließgewässer und 94 Seen.

Organisatorisch ist die sächsische Wasserschutzpolizei beim Präsidium der Bereitschaftspolizei angegliedert und strukturell in die beiden Abschnitte Wasserschutzpolizei Dresden und Wasserschutzpolizei Riesa geteilt, die insgesamt fünf Dienstorte beinhalten.

Die Organisationseinheiten der Wasserschutzpolizei des Landes Brandenburg sind hingegen zentral an den Polizeidirektionen angebunden und in Reviere und Bootsliegeplätze untergliedert. Quelle: SMI v.12.08.21 | redigiert LMBV

Impressionen vom Einweihungstag


24-h-Einfahrbetrieb der neugebauten Wasserbehandlungsanlage Ruhlmühle gestartet

Senftenberg/Neustadt an der Spree/Ruhlmühle. Nach einer erfolgreichen Testphase und der Abnahme der Bauleistungen ist die modulare Wasserbehandlungsanlage (MWBA Ruhlmühle) der LMBV am 30.07.2021 in den konstanten Betrieb übergegangen. Damit ist ein wichtiger Meilenstein zur Behandlung des stark eisenbelasteten Grundwassers unweit des Neustädter Ortsteils Döschko erreicht.

„Bis zu 100 l/s Wasser können ab sofort aus dem ca. 1.800 Meter langen Altarm an der Ruhlmühle als einem Hotspot des Eisenanfalls gefasst und zu mindestens 90 Prozent vom Eisen befreit werden“, erklärt LMBV-Projektmanager Joachim Schmidt. Bis zu 1.200 Kilogramm Eisenfracht pro Tag werden so zukünftig dem Altarm, vor Eintritt in die Spree, mit der dritten modularen Wasserbehandlungsanlage der LMBV entzogen. Bisher lief dem Vorfluter die Eisenfracht aus dem Grundwasseranstrom des pleistozänen Grundwasserleiters „Spreewitzer Rinne“ ungereinigt zu.

Ziel ist es, das gelöste Eisen abzuscheiden und mithilfe von Kalk den pH-Wert des Wassers von ca. 4-5 auf 8-8,5 anzuheben. Das gereinigte Wasser wird in die Spree eingeleitet. Der über mehrere Verfahrensstufen eingedickte Eisenhydroxidschlamm wird mit Zentrifugen entwässert und in 10 m³ Containern zur Verwertung bzw. Entsorgung bereitgestellt. Mit Hilfe kontinuierlich arbeitender Messtechnik sowie Monitoringprogrammen wird die Anlagenfahrweise überwacht.

Mit einer Tagschichtbesetzung und zusätzlicher Fernüberwachung nachts läuft die Wasserbehandlungsanlage durchgehend im 24-Stunden-Betrieb. Für das Anlagenpersonal gilt es jetzt, im Einfahrbetrieb weitere Langzeiterfahrungen zu sammeln, Fehler zu beheben und sicherzustellen, dass die Anlage innerhalb der geplanten Parameter läuft.

Der Einfahrbetrieb wird noch in diesem Jahr gleitend in den Regelbetrieb übergehen. Ab dem Jahr 2022 wird die Firma Wasserverband Lausitz Betriebsführungs GmbH, die seit Januar 2021 auch für die Anlagen MWBA Neustadt/Spree und MWBA Burgneudorf zuständig ist, die Wasserbehandlungsanlage Ruhlmühle betreiben.

LMBV-Projektmanager Joachim Schmidt

Eindrücke von der MWBA Ruhlmühle der LMBV (Fotos: R. Kaltschmidt)


Im Erfahrungsaustausch mit Experten zum Nachbergbau von der TH Bochum

Strukturwandel und Erfahrungen nach dem Bergbau ist in Ost- und Westdeutschland im Fokus

Senftenberg. Für einen Erfahrungsaustausch zur Bergbausanierung trafen sich am 4. August 2021 Vertreter der Technischen Hochschule Georg Agricola Bochum in Begleitung des Lausitz-Beauftragten des Ministerpräsidenten Dr.-Ing. Klaus Freytag bei der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH in der Lausitz.

LMBV-Sanierungsbereichsleiter Gerd Richter führte die Fachleute des Bochumer Forschungszentrums Nachbergbau Prof. Dr.-Ing. Peter Goerke-Mallet und Dipl.-Ing. Jürgen Brüggemann durch das Lausitzer Sanierungsgebiet. Unter anderen waren die Arbeiten rund um den Sedlitzer See Teil der Besichtigungsroute.

Die Technische Hochschule Georg Agricola (THGA) ist eine Hochschule mit langer Tradition. 1819 wurde sie in Bochum als Bergschule für die Steigerausbildung gegründet. Die Technische Hochschule Georg Agricola ist eng mit dem Ruhrgebiet verbunden und hat sich zum Ziel gesetzt, den Strukturwandel in Stadt und Region zu bewältigen. Gelingen soll das durch Kooperationen mit Partnern aus regionaler, aber auch internationaler Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft.

Im weltweit einzigartigen Forschungszentrum Nachbergbau kümmert man sich deshalb um die dringenden Fragen, die kommen, wenn der Bergbau geht. Am Forschungszentrum wird untersucht, wie sich die komplexen Aufgaben rund um die Folgenutzung gestalten lassen – und nehmen vor allem die Zukunftspotenziale in den Blick.


MDR-Reporterin M. Arndt vor Ort im Rekultivierungsgebiet bei Lohsa

Senftenberg/Lohsa. Auf Anfrage trafen sich am 4. August der LMBV-Fachreferent Jörg Schlenstedt und LMBV-Pressesprecher Dr. Uwe Steinhuber mit der für den MDR arbeitenden Journalistin Madeleine Arndt zu einem Vorort-Termin am Speicherbecken Lohsa II.

Die Journalistin arbeitet an einem Online-Artikel und Radiobeitrag, in denen es um die Rekultivierung von Tagebaulandschaften geht.

Die LMBV-Gesprächspartner erläuterten das Vorgehen des Bergbausanierers bei der Wiedernutzbarmachung. Der studierte Forstwirt Schlenstedt erklärte dazu die Grundzüge der forstlichen Rekultivierung im Umfeld des Bergbaufolge-Gewässers.

Gezielt fragte M. Arndt auch zu den Gründen der vielen sichtbaren Sperrschilder und der dahinterliegenden Sperrungen der Innenkippen in der Lausitz. Derzeit sind im Freistaat Sachsen LMBV-weit noch etwa 11.000 ha geotechnisch gesperrt, darunter 3.700 ha noch nicht fertig gestellte Wasserflächen. Für die rund 7.700 ha an gesperrten Arealen auf Innenkippen werden derzeit auf Basis von Gutachten und Konzeptionen technische Wege zum schrittweisen Sichern dieser Flächen beraten.

Vorort-Interview im LMBV-Revier


Radweg am Sedlitzer See vom Bergbausanierer wieder freigegeben

Senftenberg/Sedlitz. Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg und LMBV haben zum 1. August 2021 die langjährige Radwegsperrung um den Sedlitzer See aufgehoben. Damit ist die Fahrt zwischen Lieske am Nordostufer entlang bis zum Überleiter 11 wieder befahrbar.

Das Teilstück am See entlang östlich der Ortslage Sedlitz ist aufgrund der Sanierungsarbeiten an der Brückenfeldkippe weiterhin gesperrt, die dortige Umleitung ist ausgeschildert.


Bergbausanierer feiert Richtfest an der Wasserbehandlungsanlage Plessa

Senftenberg/Plessa. Zum Schutz der Schwarzen Elster vor Eisen und Versauerung entsteht derzeit in Plessa am Zusammenfluss von Floß- und Hammergraben eine Wasserbehandlungsanlage der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV).

Zum Richtfest am 21. Juli 2021 erschienen zahlreiche Vertreter von Behörden und Verbänden, der bauausführenden Firmen und der LMBV.

„In der Anlage wird künftig das zusammengeführte Oberflächenwasser, das vom Bergheider See über die Kleine Restlochkette bis hierher fließt, gereinigt. So werden Umweltbelastungen für die Schwarze Elster minimiert, der Eisenwert sinkt und der pH-Wert steigt“, erklärte LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny zum Richtfest.

Traditionell wurde durch Bauherren und ausführende Firmen ein abschließender Handgriff organisiert: Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter Lausitz der LMBV, Frank Wogan vom Bundesministerium für Finanzen, Christoph Heil von der Firma Otto Heil GmbH sowie Göran Schrey, Amtsdirektor des Amtes Plessa schlugen jeweils einen Nagel in einen Dammbalken.

Die Gäste überzeugten sich vor Ort vom Fortschritt der Baumaßnahme, die rund 80 Millionen Euro kostet. „Das Betreiben der Anlage nach der Fertigstellung wird eine sehr langfristige Aufgabe sein", so Bernd Sablotny.

Die offiziellen Rundgänge nach der feierlichen Zeremonie führten die zahlreichen Gäste an diesem Tag bis in die Wehranlage, in der sich künftig Floß- und Hammergraben vereinen und gereinigt in die Schwarze Elster führen.

Die Wasserbehandlungsanlage wird bis Ende des Jahres 2025 fertiggestellt werden. Danach ist ein Probebetrieb geplant.

Zur Funktionsweise der Wasserbehandlungsanlage Plessa:

Das Wasser aus Floß- und Hammergraben wird über ein Wehr in die Anlage eingelassen und in die Reaktionsbecken gepumpt. Dort wird Kalkmilch zugesetzt sowie Flockungshilfsmittel. Danach fließt es weiter in die Sedimentationsbecken. Der Eisenhydroxidschlamm setzt sich in diesem Prozess langsam ab, das Klarwasser kann schließlich an der Oberfläche abgezogen werden. Das gereinigte Wasser wird über eine Ablaufleitung und Ablaufturbine zur Energierück-gewinnung wieder in der Hammergraben eingeleitet und der Schwarzen Elster zugeführt. Der verbleibende Eisenhydroxidschlamm wird aufbereitet, per LKW durch  einen Entsorgungsdienstleister abgeholt und einer stofflichen Verwertung zugeführt.

Hintergrund:

In der Region um Lauchhammer setzte um 1850 der industrielle Braunkohlenbergbau ein. In den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts entstand eines der größten zusammenhängenden Tagebaugebiete der ehemaligen DDR. Ein weit verbreiteter natürlicher Bestandteil im Lausitzer Boden sind Eisensulfide.  Durch die jahrzehntelange Grundwasserabsenkung entstanden wasserlösliche Eisen-, Säure- und Sulfatverbindungen. Nachdem ein Großteil der Lausitzer Tagebaue nach 1990 geschlossen wurde, stieg das Grundwasser allmählich wieder an. Damit wurden diese chemischen Verbindungen in unterschiedlichem Maße in die Flüsse und Seen der Lausitz getragen.
Wasserbehandlungsanlagen der LMBV finden sich somit an den Lausitzer Flüssen Spree und Schwarzer Elster. (UST | angepasst 27.10.25)


LMBV-Rundgänge an Baustelle der Wasserbehandlungsanlage Plessa ausgebucht

Die im Bau befindliche neue Eisenminderungsanlage öffnet für Interessierte am 21. Juli ihre Tore

Senftenberg/Plessa. Die LMBV und die beteiligten Firmen haben für Mittwoch, den 21. Juli 2021, Anwohner und Interessierte zu einem Rundgang auf die Baustelle der Wasserbehandlungsanlage Plessa an der B169 eingeladen.

Das Angebot stieß auf reges Interesse. Nunmehr sind die Rundgänge ausgebucht.

Die LMBV-Wasserbehandlungsanlage entsteht in Plessa am Zusammenfluss von Floß- und Hammergraben und wird künftig dem Schutz der Schwarzen Elster vor Eisen und Versauerung dienen.


Starkregen in Ostsachsen — LMBV-Flutungsabnahmen durch Speicher und Seen

Bis zu 16 Kubikmeter pro Sekunde aus Flüssen für Speicher und Bergbaufolgeseen entnommen

Senftenberg. Nach Auskunft der LMBV-Flutungszentrale Lausitz zur aktuellen Situation in den Lausitzer Flussgebieten und zu den Flutungsentnahmen für Bergbauspeicher und Bergbaufolgeseen kann die LMBV Folgendes mitteilen:

Die Niederschläge vom 16.07. und 17.07.2021 bewirkten einen rasanten Anstieg der Abflussmengen auch in den Lausitzer Flussgebieten von Lausitzer Neiße (HW-Warnstufe 2), Spree und Schwarzer Elster (HW-Warnstufe 2).

In Abstimmung mit der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen und dem LfU Brandenburg wurden zur Entlastung der Abflussspitzen in den Flüssen am Samstag folgende Flutungsbauwerke der LMBV in Betrieb genommen:

  • Speicherbecken Bärwalde [= Bärwalder See] – hier Einleitung aus der Spree mit bis zu 3 m³/s,    
  • Speicherbecken Dreiweibern [= Dreiweiberner See] – hier Einleiten aus der Kleinen Spree mit bis zu 1,6 m³/s,
  • Abnahme mit der LMBV-Pumpstation Spreewitz aus der Spree mit 1,6 m³/s und
  • zum Geierswalder See aus Schwarzer Elster mit 10 m³/s .

Die Zuleitung aus der Schwarzen Elster ermöglichte eine Weiterleitung von ca. 3,5 m³/s über den Sornoer Kanal und den Rosendorfer Kanal in das LMBV-Restloch Sedlitz [= Sedlitzer See].

Die Neißewasserüberleitung der LMBV (zur Spree) musste am Samstag aufgrund des hohen Eigendargebotes in der weiterführenden Vorflut (Schöpse und Spree) vorübergehend außer Betrieb genommen werden.

Zuvor war die LMBV-Pumpstation Steinbach (an der Neiße) bereits seit dem 08.07.21 mit einer Pumpe in Betrieb, da Niederschläge im Einzugsgebiet des Isergebirges seit Ende Juni in der Lausitzer Neiße abflusswirksam wurden.

Insgesamt hatte das Flutungsaufkommen für die Lausitzer LMBV-Speicher und Bergbaufolgeseen seit Anfang Januar 2021 bis zum 16.07.21 (vor dem Starkregen in Ostsachsen) bereits die Summe von 88,5 Mio. Kubikmeter erreicht – nun werden noch die Zahlen vom Wochenende dazu kommen (diese werden zur Zeit noch ermittelt bzw. berechnet). Dies sind sehr gute Abnahmemengen für die Bergbausanierer.


LMBV lädt ein zum Baustellenrundgang an entstehende Wasserbehandlungsanlage Plessa

Die im Bau befindliche neue Eisenminderungsanlage der Bergbausanierer öffnet für Interessierte ihre Tore

Senftenberg/Plessa. Neue Eisenminderungsanlage öffnet ihre Tore: Die LMBV und die am Bau beteiligten Firmen laden am Mittwoch, dem 21. Juli 2021, ab 16 Uhr Anwohner und Interessierte zu einem Rundgang auf die Baustelle der Wasserbehandlungsanlage Plessa an der B169 ein.

Die LMBV-Wasserbehandlungsanlage entsteht in Plessa am Zusammenfluss von Floß- und Hammergraben und wird künftig dem Schutz der Schwarzen Elster vor Eisen und Versauerung dienen.

Um an den Rundgängen teilzunehmen, ist festes Schuhwerk und eine vorherige Anmeldung erforderlich. Je nach gemeldeter Teilnehmerzahl wird es Führungen jeweils um 16:00 Uhr und 16:30 Uhr geben.

Wir freuen uns über eine rege Teilnahme und bitten um Anmeldung unter der Angabe „Rundgang Plessa“ an veranstaltungen@lmbv.de bis spätestens 18. Juli 2021.

Plessaer Baustellen-Impressionen


LfU: Wechselhaftes Wetter führt zur Entspannung der Niedrigwassersituation in der Lausitz

LMBV-Bergbau-Speicher stützen Niedrigwasseraufhöhung der Spree

Cottbus. In dieser Woche tagte die länderübergreifende Ad-hoc-Arbeitsgruppe „Extremsituation“ - unter Einbeziehung der LMBV -zum zweiten Mal in diesem Jahr, um die aktuelle Niedrigwassersituation in der Lausitz zu bewerten. Der über Wochen hinweg trockene und heiße Juni endete mit ergiebigen Niederschlägen in Brandenburg. Der Regen zum Monatswechsel und die seither wechselhafte Witterung des Julis haben zu einer Entspannung der Niedrigwassersituation in den Flussgebieten von Spree und Schwarzer Elster beigetragen. Besonders im Norden des Landes fielen innerhalb weniger Tage lokal enorme Regenmengen von teilweise mehr als 200 Millimeter. Die brandenburgischen Einzugsgebiete von Spree und Schwarzer Elster erhielten flächendeckend Regen im Bereich von 20 bis 40 Millimetern.

Spree

Die Niederschläge von Ende Juni sind im sächsischen Einzugsgebiet der Spree deutlich geringer ausgefallen als in Brandenburg. Durch vereinzelte Niederschlagsereignisse der ersten Juliwochen bewegen sich die Zulaufmengen zu den sächsischen Speichern aber dennoch nahe der langjährigen Mittelwerte. Bei einem mehrtägigen Ausbleiben von Niederschlägen ist aber nach wie vor ein zügiger Abflussrückgang zu beobachten, da die Grundwasserdefizite der Vorjahre noch nicht ausgeglichen sind.

Die in der 23. Kalenderwoche gestartete Niedrigwasseraufhöhung wird bedarfsgerecht fortgesetzt. Bisher wurden hierfür die Talsperre Quitzdorf, sowie ersatzweise die Speicher Lohsa I, Bärwalde und Lohsa II beansprucht. Die Talsperre Bautzen konnte aufgrund einer Baustelle im Unterlauf keine erhöhte Abgabe tätigen. Die Abgabe der Talsperre Spremberg erfolgt bedarfsgerecht zwischen 8 und 10 Kubikmeter pro Sekunde, um die Abflüsse in der Spree zu stützen. Aktuell liegt der Wasserstand der Talsperre Spremberg bei 91,28 Meter NHN (Normalhöhennull) und fällt um 1 Zentimeter pro Tag.

Der Abfluss am Pegel Leibsch UP am Ausgang des Spreewaldes schwankt in den letzten Wochen in Folge der Niederschlagsereignisse zwischen 2,5 und 7 Kubikmeter pro Sekunde. Heiße Tage machen sich dabei durch einen schnellen Abflussrückgang bemerkbar. Aktuell liegt der Abfluss in Leibsch UP bei 5,88 Kubikmeter pro Sekunde (Stand 12.07.2021), der mittlere Abfluss für den Monat Juli beträgt 7,26 Kubikmeter pro Sekunde (langjährige Reihe 1991 bis 2019).

Die im Juni zur Abflussstützung ergriffenen Maßnahmen, werden aufgrund des starken Schwankungsverhaltens mit häufiger Unterschreitung des Mindestabflusses, vorerst aufrechterhalten. Eine Umsetzung weiterer oder eine Intensivierung bestehender Maßnahmen ist jedoch nach aktuellem Stand nicht erforderlich.

Schwarze Elster

Die ausbleibenden Niederschläge im Einzugsgebiet der Schwarzen Elster hatten im Juni zu einem drastischen Einbruch des Abflusses geführt. Nachdem am Morgen des 22. Juni am Pegel Neuwiese (Sachsen, zwischen Hoyerswerda und Senftenberg) nur noch 70 Liter pro Sekunde registriert wurden, kam der Abfluss auf dem brandenburgischen Abschnitt der Schwarzen Elster bis zum Verteilerwehr Kleinkoschen nahezu vollständig zum Erliegen. Die Niederschläge Ende Juni und der ersten Juliwochen sorgten bisher wieder für eine permanente Wasserführung bis Kleinkoschen. Nach mehrtätiger Trockenheit ist aber auch in der Schwarzen Elster weiterhin ein starker Abflussrückgang zu beobachten, sodass die Gefahr des Trockenfallens nicht gebannt ist.

Am Pegel Neuwiese wurden am 12.07.2021 auf Grund nächtlicher Niederschläge von bis zu 20 Millimeter ein Abfluss von circa 1,5 Kubikmeter pro Sekunde gemessen. Der mittlere Abfluss liegt bei 2,95 Kubikmeter pro Sekunde. Der Abschnitt zwischen Verteilerwehr Kleinkoschen und der Mündung der Rainitza führt aktuell kein Wasser, da das wenige zur Verfügung stehende Wasser in das Speicherbecken Niemtsch (Senftenberger See) eingeleitet wird, um es unterhalb von Senftenberg zur Stützung des Mindestabflusses wieder in die Schwarze Elster einzuleiten.

Der Abfluss am Pegel Biehlen 1, unterhalb von Senftenberg, wird weiterhin über die Ausleitung aus der LMBV-Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza und durch die Abgabe aus dem Speicherbecken Niemtsch (Senftenberger See) gestützt. Der Abfluss am Pegel Biehlen 1 liegt aktuell bei 0,7 Kubikmeter pro Sekunde. Der mittlere Abfluss für diesen Pegel liegt im Juli bei 1,78 Kubikmeter pro Sekunde (langjährige Reihe von 1991 bis 2017).

Der Wasserstand am Speicherbecken Niemtsch liegt noch auf einem verhältnismäßig hohen Niveau von 98,96 Meter NHN. Eine zwischenzeitliche Wasserstandsabsenkung bis 98,90 Meter NHN konnte durch die gefallenen Niederschläge und den sporadischen Zulauf kompensiert werden. Bei steigenden Temperaturen und einem erneuten Ausbleiben von Niederschlägen wird sich die Abnahme des Wasserstandes aber wieder beschleunigen.

Aufgrund der Wetterprognosen und der vorhandenen Speicherfüllungen im Spree und Schwarze Elster Gebiet wird davon ausgegangen, dass sich die Niedrigwassersituation kurzfristig nicht verschärfen wird. Aus diesem Grund wird die länderübergreifenden Ad-hoc-AG „Extremsituation“ die Situation weiter beobachten und voraussichtlich erst wieder in der zweiten Augusthälfte zusammentreten. Quelle: PM der Ad-hoc-AG Extremsituation v. 14.07.2021 / MLUK / LfU

LMBV-Luftbilder von Bergbaufolgeseen und Speichern aus 2021 und 2020 (S. Rasche und P. Radke)


Presseinladung zum Richtfest an der Wasserbehandlungsanlage Plessa

Presseinformation: Baustellenrundgang an der entstehenden Wasserbehandlungsanlage Plessa für Bürger

Senftenberg/Plessa. Zum Schutz der Schwarzen Elster vor Eisen und Versauerung entsteht in Plessa am Zusammenfluss von Floß- und Hammergraben eine Wasserbehandlungsanlage. Zum Richtfest und offiziellem Nageleinschlag laden wir Sie am

Mittwoch, dem 21. Juli 2021, um 14 Uhr

auf die Baustelle an der B169 ein.

Im Anschluss folgen ein Baustellenrundgang und die Möglichkeit mit den am Bau beteiligten Firmen und Behörden ins Gespräch zu kommen. Um an den Rundgängen teilzunehmen, ist festes Schuhwerk erforderlich. Wir freuen uns über Ihre Teilnahme und bitten Sie um Ihre Rückmeldung bis zum 16. Juli 2021 über veranstaltungen@lmbv.de.

Gleichzeitig bitten wir um Veröffentlichung der Einladung zu einem Baustellenrundgang für die Bürger, der sich an den offiziellen Teil anschließen wird.

Presseinformation: Baustellenrundgang an der entstehenden Wasserbehandlungsanlage Plessa für Bürger

Die LMBV und die beteiligten Firmen laden am Mittwoch, dem 21. Juli 2021, ab 16 Uhr Anwohner und Interessierte zu einem Rundgang auf die Baustelle der Wasserbehandlungsanlage Plessa an der B169 ein.

Die Wasserbehandlungsanlage entsteht in Plessa am Zusammenfluss von Floß- und Hammergraben und wird künftig dem Schutz der Schwarzen Elster vor Eisen und Versauerung dienen.

Um an den Rundgängen teilzunehmen, ist festes Schuhwerk und eine vorherige Anmeldung erforderlich. Je nach gemeldeter Teilnehmerzahl wird es Führungen jeweils um 16:00 Uhr und 16:30 Uhr geben.

Wir freuen uns über eine rege Teilnahme und bitten um Anmeldung unter der Angabe „Rundgang Plessa“ an veranstaltungen@lmbv.de bis spätestens 18. Juli 2021.


Bergbausanierer übergibt Bootshaus an 1. Segelclub Partwitzer See e.V.

Festliche Schlüsselübergabe am Bergbaufolgesee an Verein erfolgt

Klein Partwitz. Mit einer festlichen Schlüsselübergabe feierte der 1. Segelclub Partwitzer See e.V. am Wochenende die Einweihung seines neuen Vereinsdomizils am Partwitzer See. LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz, Gerd Richter, übergab den Schlüssel vor zahlreichen Gästen an Vereinschef Jens Schuster.

Nicht umhin kamen die Beteiligten an diesem Tag, einen Blick zurück zu wagen. Immerhin ist die Geschichte des Vereins eng mit den Aufgaben der LMBV verknüpft: Nach den Rutschungsereignissen auf den Lausitzer Innenkippen um 2010 stand fest, dass der Knappensee, die ursprüngliche Heimstatt des Vereins, saniert und damit auf Jahre nicht zugänglich sein würde.

Der Verein musste nach Ausweichmöglichkeiten suchen und wurde gemeinsam mit Kommunen, LMBV, Sächsischem Oberbergamt und weiteren Partnern fündig. "Dass wir nun hier stehen und endlich unser Bootshaus haben, macht mich sehr froh", führte Jens Schuster aus.

Insgesamt 580.000 Euro hat das Vorhaben gekostet, das durch den Freistaat Sachsen über §4 des Verwaltungsabkommens VI zur Braunkohlesanierung als Maßnahme zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards finanziert werden konnte. Entstanden ist eine Bootshalle mit Vereinsräumen und sanitären Einrichtungen.

Gerd Richter verwies darauf, dass der Blick in die weitere Geschichte ebenfalls lohne: Zwischen 1939 und 1977 wurden im damaligen Tagebau Scado rund 239 Millionen Tonnen Rohbraunkohle gefördert. Mit der Flutung 2004 begann das Kapitel der Nachnutzung. "Nun werden weitere Kapitel Geschichte geschrieben, die mit dem Wassersport zu tun haben. Die Entwicklung im Herzen des Lausitzer Seenlands geht voran", sagte er.

Impressionen vom Bootshauseinweihen am 10. Juli 2021


Restloch Casel ab dem 09. Juli 2021 wieder frei zugänglich

Eine zweite Sperrung ab Herbst 2021 nötig

Senftenberg/Drebkau. Nach den von Mai bis Anfang Juli 2021 erfolgten Verdichtungsarbeiten am Restloch Casel wird die temporäre Sperrung des Gewässers ab Freitag, dem 09. Juli 2021 aufgehoben. Die Stubbenverwallungen werden beräumt und seitlich abgelagert.

Eine zweite Sperrung des Restloches Casel wird im Herbst nötig sein, wenn sich die Rütteldruckverdichtungsarbeiten der Ostböschung nähern. Laut Bauzeitenplan wird diese Sicherungsmaßnahme voraussichtlich in der Zeit von Mitte September bis Mitte November 2021 umgesetzt. Über den genauen Termin informiert die LMBV rechtzeitig.

Hintergrund:

Die Rütteldruckverdichtungsarbeiten i.A. der LMBV dienen zum Beseitigen der bergbaulichen Gefährdung im Kippengelände und somit zum Herstellen einer dauerhaften geotechnischen und öffentlichen Sicherheit. Sie werden im Rahmen der genehmigten „Rütteldruckverdichtung der Innenkippe Greifenhain: Kippe 10 bis Restloch Casel“ durchgeführt.

Die Arbeiten werden von der Firma GMB GmbH ausgeführt. Für die Gesamtmaßnahme, die im August 2020 begonnen wurde, sind fast 5.500 Verdichtungspunkte mit Rüttellanzen abzuarbeiten. In bis zu 25 bis 45 Meter Tiefe wird ein verdichteter Bereich auf 2.500 Meter Länge und 35 bis 70 Meter Breite in der Kippe hergestellt. Die Gesamtmaßnahme soll Ende November 2022 abgeschlossen werden.

Das Restloch Casel liegt an der Landstraße L 52 zwischen Drebkau und Casel. Es entstand in den Jahren 1956 bis 1961 durch eine nicht vollständige Verkippung eines Randbereiches des Tagebaus Greifenhain und wurde bereits im Jahr 2006 von der LMBV weitestgehend gesichert.

Geplante RDV-Trasse - in rot gekennzeichnet

Temporäre Sperren werden beseitigt

(Luftbilder: Steffen Rasche für LMBV)


Sanierungsstützpunkt am Sedlitzer See steht kurz vor seiner Vollendung

„Klaras Hütte“ ist fast fertig: Winterquartier für Wasserbehandlungsschiff entstanden

Senftenberg/Sedlitz. Am Nordufer des Sedlitzer Sees ist ein weiteres Sanierungsprojekt der LMBV auf der Zielgeraden: das künftige Winter-Domizil für das unternehmenseigene Wasserbehandlungsschiff „Klara“ ist fast fertig errichtet.

Noch im Juli 2021 wird das beauftragte Bauunternehmen STRABAG die fertiggestellte Halle am Sanierungsstützpunkt dann an die LMBV übergeben. Auch die 300 Meter lange Kaimauer mit künftiger Boots-Einlassstelle am noch in Flutung und Sanierung befindlichen Bergbaufolgesee wurde bereits errichtet.

Der Sanierungsstützpunkt wird künftig Werkstatt und zugleich Winterquartier für das LMBV-eigene Sanierungsschiff „Klara“. In der Wartungshalle finden das Sanierungsschiff mit seinen zwei Schuten Platz. Die Tankstelle zur Betankung der Schiffe ist bereits samt eines Leichtflüssigkeits-Abscheidersystems direkt vor der Halle installiert.

2019 war der Auftrag ausgeschrieben worden: das Errichten und Ausbauen einer Stahlhalle und eines Bürogebäudes inkl. technischer Gebäudeausrüstung auf einer Grundfläche von ca. 900 m² war eines der Hauptgewerke. Auch Wartungsleistungen für die technischen Anlagen bis Ende 2023 gehören zum Auftragsvolumen.

26 Stahlrohrdalben (Länge bis 15,5 m) waren zu liefern und einzubauen; zwei 4x20x1,5-Meter-Schwimmpontons herzustellen und einzuschwimmen, mit ca. 15.000 Tonnen Wasserbausteinen eine Ufersicherung mit Deckwerk auszubauen. Neben Erdarbeiten waren zudem für die Einsatzstelle ca. 4.000 m² Stahlspundbohlen bei Einzellängen bis 15 m zu liefern und einzubringen sowie 45 Tonnen Gurtung und ca. 850 Meter Rundstahlanker zu liefern und einzubauen.

Eine aktive Korrosionsschutzanlage für den bauzeitlichen und dauerhaften Betrieb sowie die Medienerschließungsarbeiten für Gas, Elektro, Trinkwasser, Telekommunikation und die Straßenbeleuchtung waren ebenso umzusetzen. Die entsprechenden Verkehrsflächen wurden in Asphaltbauweise errichtet. Zum Auftragsumfang gehörte auch die Lieferung und Errichtung einer Containertankanlage mit einem Volumen von gesamt ca. 10.000 Litern.

Der Sedlitzer See (Restloch Sedlitz) wird seit Jahren gezielt von der LMBV geflutet; jedoch erfolgte diese Flutung stets unter der Berücksichtigung von zahlreichen wasserstandsabhängigen Sanierungsarbeiten an den umlaufenden Uferbereichen und dem jeweiligen Wasserdargebot in Spree, Neiße und Schwarzer Elster. Nur wenn in diesen genannten Flüssen ein ausreichendes Wasserangebot vorhanden ist, kann Wasser für die Flutung der Bergbaufolgeseen verwendet werden.

Mit der Einleitung von 23 Mio. m³ Wasser aus Lausitzer Neiße, Spree und Schwarzer Elster konnte der Wasserstand im Jahr 2021 (hier: Flutungszeitraum von Januar bis Ende Mai 2021) um ca. 1,9 m angehoben werden. Der aktuelle Wasserstand beträgt 96,7 m NHN (94,4 m NHN im Juni 2020 und 94,8 m NHN im Dez. 2020).

Die Sanierungsarbeiten der von der LMBV beauftragten Firmen an den umlaufenden Böschungen des Sedlitzer Sees sind gut vorangekommen. Die Böschungssicherungsmaßnahmen im Nordfeld Sedlitz mit dem Wasserwanderrastplatz und vom Überleiter 11 bis nach Lieske sind abgeschlossen. Der Bau des Sanierungsstützpunktes wird im Sommer dieses Jahres abgeschlossen. Ebenso konnte die Böschungssicherung im Südfeld Sedlitz, südlich von der Landmarke fertiggestellt werden. Auf dem Skadodamm werden noch Restarbeiten durchgeführt.

Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen in den kommenden Jahren sind der Bau des Ableiters vom Sedlitzer See zur Schwarzen Elster, sowie die Sicherungsmaßnahmen im Brückenfeld Sedlitz (sSPV dort voraussichtlich ab Frühjahr 2023). Hier wird die Kippe durch eine schonende Sprengverdichtung und Bodenauffüllung gesichert. Eine Nutzung des künftigen Sees ist voraussichtlich ab einem Wasserstand von +100,0 m NHN möglich.

Drohnenaufnahmen vom 09.06.2021 v. FilmART | C. Horn für LMBV


Großes Interesse an angelaufenen Sanierungsmaßnahmen der LMBV bei Sedlitzern

Sanierungsbereich Lausitz informierte zu Brückenfeldkippe- und B 169-Sicherung

Senftenberg/Sedlitz. Im Rahmen des Ortsteilspaziergangs, zu dem Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich am späten Nachmittag des 22. Juni, geladen hatte, informierte die LMBV vor Ort zu den derzeitigen Sanierungsmaßnahmen in und um Sedlitz. Geschäftsführer Bernd Sablotny und Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter Lausitz des Unternehmens, begegneten dem Unmut der Sedlitzer Bürger mit großem Verständnis.

"Ich weiß, dass unsere Sanierungsmaßnahmen Sie alle im Moment sehr beschäftigen und Ihnen Kopfschmerzen bereiten", erklärte Gerd Richter. "Auch uns lassen sie nicht los und wir setzen alles daran, die Umsetzung so zügig wie möglich aber auch so sicher wie nötig, zu gestalten", fuhr er fort.

Er erklärte den Sedlitzern grundsätzlich die Vorgehensweise der Technologie der schonenden Sprengverdichtung auf der so genannten Brückenfeldkippe am See, die voraussichtlich in den nächsten Jahren auf sie zukommt. "Da der Wasserstand im Sedlitzer See aber noch nicht auf 98,5 bis 99 m NHN angestiegen ist, den wir benötigen, um gute Verdichtungserfolge zu erzielen, wird sich das Sprengen um mindestens ein Jahr verschieben", so Richter. Die Nachfrage, ob der Wald wirklich geholzt werden müsse, bejahte Richter und verwies auf Erfahrungen mit der Technologie in anderen Kippenbereichen. Die Bitte der Sedlitzer, ihre Häuser zu begutachten, um mögliche Schäden zu erkennen, nahm er an.

Das Thema, das den Einwohnern des Ortes unter den Nägeln brannte, war die derzeitig gesperrte B169, die zu großen Umwegen für alle führt. Die Erläuterungen Richters verfolgten die Sedlitzer mit großem Interesse. "Leider müssen wir aber hinnehmen, dass nicht nur unter der Bundesstraße unterirdische Hohlräume aus dem Altbergbau zu finden waren, sondern auch unter unserer geplanten Ausweich-Route", führte Gerd Richter aus. So zeichnet sich eine kurze Umleitungsstrecke auf dem Wirtschaftsweg zwar ab, die Verfüllung der Hohlräume darunter wird aber noch einige Wochen dauern.

Auf die Frage nach den Ausnahmegenehmigungen für die künftige Umleitung reagierte Senftenbergs Bürgermeister mit Augenmaß: Rettungsfahrzeuge und Pflegedienste gehe vor, jedoch werde in der Stadt wohlwollend geprüft, um auch Gewerbetreibende oder Gartenpächter zu berücksichtigen. Da stünden noch Entscheidungen aus.

Zu guter Letzt ergriff Detlef Wurzler, Geschäftsführer des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg, das Wort und erläuterte die Planungen am Sedlitzer See. Gut informiert machten sich die Sedlitzer schließlich nach rund anderthalb Stunden auf zur letzten Station des Ortsteilspaziergangs: zu Bratwurst und Getränken an der Feuerwache ihres Heimatdorfs. (KH / redigiert am 24.06.21)

Mit den Sedlitzern vor Ort im Gespräch


Landesamt für Umwelt informiert: Arbeitsgruppe Niedrigwasser und Ad-hoc-AG “Extrem-Situation“ nehmen Arbeit auf

Cottbus. Kaum Niederschlag im Juni in Verbindung mit hochsommerlichen Temperaturen führten zu einem deutlichen Rückgang der Abflüsse in der Spree und Schwarzen Elster.

Einige Mindestabflüsse können trotz erster ergriffener Maßnahmen nicht mehr gehalten werden. Das Landesamt für Umwelt berief deswegen am 17.06.2021 die länderübergreifende Ad-hoc-Arbeitsgruppe „Extremsituation“ ein, um der bereits angespannten Situation in Zusammenarbeit mit den sächsischen und Berliner Kolleginnen und Kollegen zu begegnen. Die LMBV ist mit ihren Experten von der Flutungszentrale Lausitz daran beteiligt.

Die Trockenjahre 2018 bis 2020 sind nicht vergessen. Aus diesem Grund reagierte das Landesamt für Umwelt frühzeitig auf die kritisch werdende Situation und berief erneut die Ad-hoc-AG „Extremsituation“ ein – eine länderübergreifende Arbeitsgruppe, deren Arbeit sich die letzten drei extremen Dürrejahre bewährt hat. Ziel ist es, Strategien und Maßnahmen zu erarbeiten, um die Abflüsse in der Spree und Schwarzen Elster so weit wie möglich zu stabilisieren.

Neben Temperaturen von zum Teil über 30 Grad Celsius fiel im Juni bisher deutlich zu wenig Regen. Seit Junibeginn wurden an der Messstation in Cottbus 3,8 Millimeter Niederschlag gemessen. Durchschnittlich fallen im Juni circa 50 Millimeter Regen in Cottbus (langjährige Reihe 1981 bis 2020). Die Vorhersagen kündigen zwar auch heftige Wärmegewitter an, wo diese allerdings auftreten und ob diese auch tatsächlich (Stark-)Regen bringen, ist nicht vorhersagbar.

Spree

Die sächsischen Speicher konnten in den Wintermonaten 2020 und 2021 ihr Stauziel erreichen und haben in der 23. Kalenderwoche mit der Niedrigwasseraufhöhung für Brandenburg und Berlin begonnen. Auch die Abgaben an der Talsperre Spremberg wurden auf 9,9 Kubikmeter pro Sekunde erhöht, um die Abflüsse in der Spree zu stützen. Aktuell liegt der Wasserstand der Talsperre Spremberg bei 91,70 Meter NHN (Normalhöhennull) und fällt um 2 Zentimeter pro Tag.

Trotz Abgabenerhöhung der Talsperre Spremberg konnte der Mindestabfluss von 4,5 Kubikmetern pro Sekunde am Pegel Leibsch UP am Ausgang des Spreewaldes aufgrund der sommerlichen Temperaturen und hohen Verdunstung nicht mehr gehalten werden. Der Abfluss in Leibsch UP liegt aktuell bei 3,28 Kubikmeter pro Sekunde (Stand 17.06.2021). Der mittlere Abfluss am Pegel Leibsch UP für den Monat Juni beträgt 7,76 Kubikmeter pro Sekunde (langjährige Reihe 1991 bis 2019).

Aus diesem Grund wurden bereits in der 23. Kalenderwoche 2021 erste Maßnahmen, wie die Reduzierung einzelner Ableitungen aus der Spree, ergriffen, um den Abfluss am Pegel Leibsch UP zu stützen. Am 14.06.2021 tagte in diesem Zusammenhang auch die AG Niedrigwasserbewirtschaftung – eine regional arbeitende Gruppe, bestehend aus dem Landesamt für Umwelt, den unteren Wasserbehörden und Gewässerunterhaltungsverbänden im mittleren Spreegebiet. Es wurden Strategien und Maßnahmen abgestimmt, um der zuspitzenden Situation zu begegnen. Den unteren Wasserbehörden wurde empfohlen, aufgrund der rückgehenden Abflussverhältnisse Allgemeinverfügungen zu erlassen, welche die Entnahme aus Oberflächengewässern beschränken. Die Veröffentlichung der Allgemeinverfügungen für die Landkreise im mittleren Spreegebiet ist für die 25. Kalenderwoche 2021 vorgesehen.

Schwarze Elster

Die ausbleibenden Niederschläge im Einzugsgebiet der Schwarzen Elster haben zu einem drastischen Einbruch des Abflusses geführt. Am Pegel Neuwiese (Sachsen, zwischen Hoyerswerda und Senftenberg) wurden am 17.06.2021 circa 0,23 Kubikmeter pro Sekunde gemessen. Der mittlere Abfluss liegt bei 2,95 Kubikmeter pro Sekunde. Am Pegel Kleinkoschen UP sind es aktuell nur noch 0,135 Kubikmeter pro Sekunde.

In der 23. Kalenderwoche 2021 wurde begonnen, mit Ausleitungen aus der Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza und durch Abgabenerhöhung aus dem Speicherbecken Niemtsch (Senftenberger See) den Pegel Biehlen 1 zu stützen. Der Abfluss am Pegel Biehlen 1 liegt aktuell bei 0,91 Kubikmeter pro Sekunde. Der mittlere Abfluss für diesen Pegel liegt im Juni normalerweise bei 2,17 Kubikmeter pro Sekunde (langjährige Reihe von 1991 bis 2017).

Durch die aufgenommene Stützung des Pegels Biehlen 1 fällt der Wasserstand am Speicherbecken Niemtsch um 1 bis 2 Zentimeter pro Woche und liegt aktuell bei 98,95 Meter NHN. Mit den steigenden Temperaturen und der damit zunehmenden Verdunstung wird sich die Abnahme des Wasserstandes beschleunigen.

Aufgrund der Wetterprognosen wird davon ausgegangen, dass die Niedrigwassersituation, die gerade erst begonnen hat, sich weiter verschärfen wird. Aus diesem Grund werden sowohl die länderübergreifenden Ad-hoc-AG „Extremsituation“ als auch die AG Niedrigwasserbewirtschaftung im mittleren Spreegebiet ihre Arbeit in regelmäßigen Abständen fortsetzen. Die nächste Sitzung ist für Juli geplant. Quelle: LfU v. 18.06.2021

Die Trockenjahre 2018 bis 2020 sind nicht vergessen


Trockenes Flussbett der Schwarzen Elster


LfU: Erste Maßnahmen zum Stützen des Spree-Abflusses im mittleren Spreegebiet ergriffen

Reduzierung der Abgabemengen aus der Spree für mehrere Gewässer vom LfU angeordnet

Cottbus. Ausbleibende Niederschläge und die ersten sommerlichen Temperaturen in diesem Jahr führen zum Rückgang der Abflüsse in der Spree. Eine schnelle Entspannung der meteorologisch-hydrologischen Verhältnisse sei derzeit nicht in Sicht, so das Landesamt für Umwelt (LfU). Deshalb habe das LfU im Vorgriff auf das Niedrigwasserkonzept für die mittlerer Spree in Absprache mit den Landkreisen Maßnahmen eingeleitet, um die Abflüsse der Spree zu stützen.

Das Landesamt informierte die unteren Wasserbehörden sowie Wasser- und Bodenverbände über die aktuelle Situation und leitet erste Schritte zur Abflussstützung, sowie Reduzierungen von Ausleitungen aus der Spree, ein. Als Hauptmaßnahme wurde die Reduzierung der Abgabemengen aus der Spree für mehrere Gewässer angeordnet. Das hydrologischen Messprogramm, also Abflussmessungen an ausgewählten Profilen und Ausleitungen, wurde außerdem bereits verdichtet.

Grund dafür sind die gestiegenen Temperaturen seit letzter Woche und fehlende Niederschläge. Seit Junibeginn sind lediglich 0,2 Liter pro Quadratmeter in Cottbus an Regen gefallen. Durchschnittlich fallen in Cottbus im Juni 50 Liter pro Quadratmeter Regen (langjährige Reihe 1981 bis 2010). Auch im Oberlauf der Spree fiel in dieser Zeit kaum Regen. Für die kommenden 14 Tage sind zudem keine Niederschläge in der gesamten Lausitz vorhergesagt.

Die Speicher in Sachsen sind zwar noch gut gefüllt, aber an der Talsperre Spremberg wurde die Abgabe zur Stützung des Spreegebietes auf aktuell 9,9 Kubikmeter die Sekunde erhöht. Aktuell sinkt der Beckenwasserstand um 3 Zentimeter pro Tag. Die sächsischen Speicher haben mit der Niedrigwasseraufhöhung begonnen. Unter diesen Bedingungen verringern sich die Reserven zügig. Trotz Abgabenerhöhung der Talsperre Spremberg konnte der Abfluss am Pegel Leibsch UP nicht mehr gehalten werden. Aufgrund der sommerlichen Temperaturen und der aufblühenden Vegetation, vor allem im Spreewald, stieg die Verdunstung deutlich an.

Am 09.06.2021 wurde am Pegel Leibsch UP ein Abfluss von lediglich 3,46 Kubikmeter pro Sekunde gemessen (Stand 09.06.2021). Der mittlere Abfluss am Pegel Leibsch UP liegt im Juni bei 7,76 Kubikmeter pro Sekunde basierend auf der langjährigen Reihe 1991 bis 2019. Aufgrund der Vorhersagen ist mit einem weiteren Rückgang der Abflüsse in der Spree sowie dem Erfordernis weiterer Maßnahmen zur Abflussstützung zu rechnen. Aus diesem Grund bittet das LfU schon jetzt, um einen sensiblen und sparsamen Umgang mit der Ressource Wasser.

Quelle: LfU-Medieninfo v. 10.06.21


Sächsisches Oberbergamt informiert: Erste Ergebnisse zu den Ursachen der Rutschung am Knappensee im März 2021

Die Sachverständigen legen erste Ergebnisse zu den Ursachen der Rutschung am Knappensee vom 11. März 2021 vor

Freiberg/Lohsa. Maßgebend für den Eintritt der umfangreichen Rutschung vom 11. März 2021 am Knappensee war die geotechnische Gefährdungssituation an den Uferbereichen der Ostböschung des Knappensees. Diese Gefährdungssituation ist in der Instabilität der Innenkippen begründet und war ein wesentlicher Grund für die umfangreichen Sanierungsarbeiten, die seit 2014 zur Sicherung des Knappensees durchgeführt werden. Das Ausfließen von Massen in den See wird durch sogenannte „versteckte Dämme“ zur Stabilisierung der Böschungen verhindert. Dieser Damm sollte an dem von der Rutschung betroffenen Uferabschnitt erst noch durch die planmäßige Sanierung mittels Rütteldruckverdichtung geschaffen werden. Ausgelöst wurde die Rutschung vom 11. März 2021 dann durch Initialeinträge bei seeseitigen Profilierungsarbeiten am Ufer zur Vorbereitung dieser geplanten Rütteldruckverdichtung, welche sich selbst verstärkten und zu dem eskalierenden Ausfließen der Kippenmassen und der Schwallwelle führten.

Diese Ursachenkette ermittelten die beauftragten externen Sachverständigen für Geotechnik und stellten sie nun dem Sächsischen Oberbergamt als zuständiger Gefahrenabwehrbehörde und der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) vor. Die Ursachenermittlung wurde am 2. Juni 2021 durch das Oberbergamt und die LMBV bestätigt. Der abschließende geotechnische Bericht der Sachverständigen für Geotechnik soll voraussichtlich am 18. Juni 2021 vorgelegt werden.

Die Rutschung kam an den bereits mit Rütteldruckverdichtung gesicherten benachbarten Uferbereichen zum Stehen. Diese Sicherungsdämme haben den großen Belastungen standgehalten und somit auch einen Nachweis der Wirksamkeit der Sanierungsmaßnahmen erbracht. Die Sachverständigenauswertung schafft für das Oberbergamt und die LMBV nunmehr die Basis für die weitere Planung. Neben den bereits erfolgten Sofortmaßnahmen nach der Rutschung müssen die Voraussetzung für eine Fortsetzung der regulären Sanierungsarbeiten geschaffen werden. Dazu wird zunächst der geotechnisch instabile Rutschungskessel gesichert. Bis zum 28. Juni 2021 soll durch die Sachverständigen ein Konzept zu den erforderlichen Sicherungs- und Sofortmaßnahmen erarbeitet werden. Über die Fortsetzung der regulären Sanierung des Knappensees in den betroffenen Bereichen kann dann erst im Frühjahr 2022 entschieden werden.

Am Knappensee laufen im Auftrag des Sächsischen Oberbergamtes seit mehreren Jahren aufwendige Sicherungsarbeiten. Die LMBV als Projektträgerin vergibt nach Ausschreibung die konkrete Umsetzung der Arbeiten an geeignete Sanierungsunternehmen. Da bis zum Abschluss der Sanierungsmaßnahmen geotechnische Risiken bestehen, erfolgen die Arbeiten abschnittsweise unter hohen Sicherheitsauflagen und werden von Sachverständigen begleitet und überwacht. Für die Zeit der Sicherung des Bergbaufolgesees ist das Gebiet eingezäunt und für jegliche öffentliche Nutzung gesperrt. Quelle: Medieninfo des SächsOBA v. 08.06.2021



Rundweg um den Großräschener See vollendet


Einweihung des Rundwegs um den Gr0ßräschener See
Bürgermeister von Großräschen und Senftenberg, zuschauende Radfahrer, ZV-Vorsteher und Vertreterin von GL4, OSL-Landrat sowie LMBV-Sanierungsbereichsleiter am 3. Juni 2021 konzertiert für die Freigabe im Einsatz (v.l.n.r.)

Senftenberg. Der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg und die LMBV weihten am 3. Juni 2021 gemeinsam mit den anrainenden Kommunen und beteiligten Behörden den letzten Abschnitt des Radweges um den Großräschener See ein.

Das 2,8 Kilometer lange, asphaltierte Radwegstück bildet den Lückenschluss des Rad- und Wanderweges rund um den Großräschener See. 1,4 Kilometer der Strecke sind naturnah als zweistreifige Asphaltstrecke gestaltet.

Der Radweg führt entlang des Aussichtspunktes Reppister Höhe, der im Zuge das Radwegbaus komplett überarbeitet und erneuert wurde. Zur Erinnerung an die bergbauliche Tätigkeit wurden verkleinerte Flächendarstellungen abgebaggerter Orte im Maßstab 1:150 in der Region aufgebaut. Sie werden ergänzt durch die vorhandenen Gedenksteine und neue Cortenstahl-Stelen mit den Ortsnamen. Bis Ende Juni 2021 soll auch der Unterstand und die teils noch fehlenden Stelen fertiggestellt werden.

Das Bauprojekt wurde im Zeitraum von März bis Mai 2021 umgesetzt. Finanziert wurde das Vorhaben als Schnittstellen-Projekt aus §2 und §4 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung. Von den ca. 700.000 € Baukosten wurden 80 Prozent vom Land Brandenburg getragen.

„Für den Großräschener See ist es ein weiterer Meilenstein“ sagte Gerd Richter, LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz. Am See seien nur noch wenige Arbeiten zu bewerkstelligen. Ein letzter großer zu sanierender Böschungsbereich stehe kurz vor der Bauabnahme. Es gelte noch einige Untiefen zu beseitigen, die Flutungsleitung zurückzubauen und die Verwahrung von Filterbrunnen fortzusetzen.

Aussichtspunkt Reppister Höhe ist nun gut erreichbar


Aussichtspunkt Reppister Höhe
Erneuerter Aussichtspunkt Reppister Höhe fast fertig gestellt
Aussichtspunkt Reppister Höhe
Erinnerung an verschwundene Orte am Aussichtspunkt Reppister Höhe

Neuer Radweg am Großräschener See
Neuer Radrundweg zur Reppister Höhe


Erste Testläufe für neugebaute Wasserbehandlungsanlage Ruhlmühle

Vorbereitungen für den Probe- und Einfahrbetrieb der Anlage zum Eisenreduzieren laufen auf Hochtouren

Senftenberg/Neustadt an der Spree/Ruhlmühle. Mit der Inbetriebnahme des ersten Moduls an der LMBV-Eisenminderungsanlage (MWBA Ruhlmühle) unweit des Neustädter Ortsteils Döschko ist ein wichtiger Meilenstein erreicht.

Seit 2. Juni 2021 finden im Reaktionsbecken der Anlage die ersten verfahrenstechnischen Schritte zur Oxidation und Neutralisation statt. Zunächst wird ein Kalkhydrat im Reaktionscontainer der Kalkdosierstation als Suspension angemischt und anschließend in das Spundwandbecken eingebracht. Über mehrere Belüftungselemente wird dem Wasser-Kalk-Gemisch Sauerstoff zugeführt. Ziel ist es, dass das gelöste Eisen durchoxidiert und mithilfe des Kalkes der pH-Wert von ca. 4 auf 8,5 angehoben wird.

Die modulare Anlage besteht prinzipiell aus Reaktions-, Flockungs- und Sedimentationscontainern sowie Schlamm-Pufferschächten. In den nächsten Tagen sollen die weiteren Module der Wasserbehandlungsanlage gestartet und getestet werden, um anschließend in den zweimonatigen Probebetrieb zu wechseln.


Kalksilos, Reaktionscontainer und -becken der MWBA Ruhlmühle

Mit der neuen modularen Wasserbehandlungsanlage der LMBV an der Ruhlmühle sollen künftig bis zu 100 l/s aus dem Altarm der Spree als einem Hotspot des Eisenanfalls gefasst und weitestgehend vom Mineral Eisen befreit werden. Bisher läuft dem Vorfluter eine hohe Eisenfracht aus dem Grundwasseranstrom des pleistozänen Grundwasserleiters „Spreewitzer Rinne“ zu.

Dieses stark eisenbelastete Grundwasser wird zurzeit über den Altarm in die Spree abgeleitet. Zielsetzung der Maßnahme ist daher, den natürlich vorhandenen Altarm der Spree als Fassungselement synergetisch zu nutzen und das Wasser mittels Pumpstation in die MWBA zu heben. Bis zu 1.200 Kilogramm Eisenverbindungen sollen dem Altarm der Spree mit dieser dritten Anlage, neben der MWBA Neustadt/Spree und der MWBA Burgneudorf, künftig täglich - in einem 24/7-Betriebsregime - dauerhaft durch die LMBV entzogen werden. (RK)

Eindrücke von der MWBA Ruhlmühle der LMBV (Fotos: R. Kaltschmidt)


Inbetriebnahme des Reaktionsbeckens

Automatische Rechenreinigungsanlage fängt Schwemmgut vor der Pumpstation der MWBA ab

Blick von der eisenbelasteten Furt in Fließrichtung zur MWBA

LAUSITZWELLE-Reporter M. Pollmann im Interview mit LMBV-Arbeitsgruppenleiter S. Radigk


85 Mio. m³ bisher für Flutung der Lausitzer Bergbaufolgeseen des Bergbausanierers

Bis Ende Mai 2021 gutes Flutungsergebnis durch Flutungszentrale Lausitz erreicht

Senftenberg. Die Flutung der Lausitzer Bergbaufolgeseen der LMBV kam in den ersten 21 Wochen des Jahres 2021 kontinuierlich gut voran: bisher konnten mehr als 85 Mio. Kubikmeter aus Überschusswasser von Spree, Schwarzer Elster und Lausitzer Neiße zum Fluten der bergbaulichen Speicher und Bergbaufolgeseen der LMBV entnommen werden. Dies sei laut Doris Mischke, Leiterin der LMBV-Flutungszentrale Lausitz, „ein tolles Flutungsergebnis* bis heute. Solche Mengen hatten wir zuletzt in den Jahren 2007 und 2008 innerhalb des ersten Halbjahres erreicht.“

Aus dem Bereich der Spree standen in den Frühjahrsmonaten 2021 bisher in Summe etwa 56,5 Mio. m³, aus der Schwarzer Elster 16,4 Mio. m³ sowie aus Lausitzer Neiße 12,1 Mio. m³ zur Flutung der LMBV zur Verfügung, ermittelte die Flutungszentrale Lausitz der LMBV nach vorläufigen Zahlen per 31. Mai 2021. Hierbei sind die Mengen zum Füllen des LEAG-Gewässers Cottbuser Ostsee noch unberücksichtigt.

Hauptabnehmer waren das Speicherbecken (SB) Lohsa II, das Restloch Sedlitz, der Speicher Burghammer und der Speicher Dreiweibern. In das SB Lohsa II gingen davon 30,6 Mio. m³. In den Sedlitzer See wurden aus allen drei Flusseinzugsgebieten der Lausitz ca. 23 Mio. m³ eingeleitet. Damit konnte der etwa 1.400 ha große Sedlitzer See, an dessen Ufern noch verschiedene Sanierungsvorhaben der LMBV laufen, in den zurückliegenden fünf Monaten um bisher 186 Zentimeter höher eingestaut werden.

Das SB Bärwalde „schluckte“ etwa 7,2 Mio. m³, das Speicherbecken Dreiweibern 4,5 Mio. m³ und rund 5,3 Mio. m³ nahm der Speicher Burghammer (Bernsteinsee) auf. Dem Partwitzer See und dem Geierswalder See konnten seit Jahresbeginn zusammen rund 10,3 Mio. Kubikmeter Stützungswasser zugeführt werden.

Auch der Wasserstand des Großräschener See konnte aus Überleitungen mit etwa 2,5 Mio. m³ gestützt werden, der für touristische Nutzungen erforderliche Wasserstand von 100,0 m NHN konnte aber nicht erreicht werden.

*Im Vergleich zu den Flutungsmengen der vorangegangen Jahre (Die Jahresmengen 2018: 58 Mio.m³; 2019: 78 Mio.m³; 2020: 63 Mio. m³) ist das ein sehr gutes Ergebnis, so die FZL zu ihren vorläufigen Erhebungen.

Lausitzer-Seenland-Impressionen


Radweg an Ostböschung des Sedlitzer Sees teilweise frei

Senftenberg/Sedlitz. Senftenberg/Sedlitz. Die Vollsperrung des touristischen Rad-/Wanderwegs zwischen Ilse-Kanal und Lieske kann ab dem 4. Juni 2021 teilweise aufgehoben werden. Dies betrifft den Abschnitt vom Oberen Landgraben bis zum Gewerbegebiet/Sanierungsstützpunkt entlang der Ostböschung des Sedlitzer Sees. Die bestehende Umleitung des Radwegs am See verkürzt sich somit. Die Umleitung über Bahnsdorf, Allmosen und Dörrwalde nach Sedlitz und in die Gegenrichtung gilt weiterhin voraussichtlich bis 31. Juli 2021. Die Strecke ist ausgeschildert.

Der Sedlitzer See ist in der so genannten Restlochkette (Tagebaue Sedlitz/Skado/Koschen) der letzte See, der durch die LMBV gestaltet und geflutet wird. Die Ufergestaltung nimmt im Osten als auch im Westen des ehemaligen Braunkohletagebaus Sedlitz immer mehr Formen an. Am Seeufer entstehen unter anderem ein Gewerbegebiet, ein Sanierungsstützpunkt für das LMBV-eigene Gewässerbehandlungsschiff und ein Wasserwanderrastplatz.


Hochbau der neuen Wasserbehandlungsanlage Plessa schreitet voran

Erste Anlagenbestandteile des Eisenminderungsprojektes sind bereits gut zu erkennen

Das Fundament für das mittlere Sedimentationsbecken ist bereits betoniert

Senftenberg | Plessa. Auf Bitten von Antenne Brandenburg holte sich Reporter Daniel Mastow und Mitarbeiter Ralf Frenzel einen persönlichen Eindruck vom Baufortschritt auf der LMBV-Großbaustelle bei Plessa. Nach jahrelangem Planen erfolgte 2020 der erste Spatenstich für die neue Wasserbehandlungsanlage zur Eisenminderung von bergbaulich beeinflussten Wässern vor der Schwarzen Elster.

Die zuständigen LMBV-Abteilungsleiter Michael Matthes und LMBV-Projektmanager Andreas Meth standen dazu am 25. Mai 2021 vor Ort Rede und Antwort und begleiteten die RBB-Mitarbeiter über die Baustelle. Diese ist unmittelbar an der B 169 nahe der Ortslage Plessa zu finden.

Die einzelnen Komponenten der künftigen Anlage lassen sich schon gut erahnen. So sind die Fundamente der drei großen Sedimentationsbecken schon fast fertig gegossen worden - derzeit wachsen auch die Wände in die Höhe. Auch die Funktionsgebäude und das Reaktionsbecken sind bereits auszumachen. Insgesamt drehen sich derzeit fünf Baukräne auf der Baustelle, die die rund 80 Bauleute bei den Flecht- und Betonarbeiten unterstützen.

In der dreistraßigen Anlage werden künftig bis zu 1,6 Kubikmeter Wasser pro Sekunde behandelt. Der pH-Wert wird dadurch von circa drei auf 6,5 bis 8,5 angehoben. Die Eisenfracht soll zukünftig so von durchschnittlich 60 mg/l auf unter drei mg/l reduziert werden. Von der Planung bis zum Regelbetrieb der Wasserbehandlungsanlage Plessa sind 80 Millionen Euro veranschlagt. Das Bauende ist für Ende 2021 anvisiert. Danach folgt ein einjähriger Einfahr- und Probebetrieb.

Die rund 4,5 Hektar große Anlage wird nach ihrer Inbetriebnahme insbesondere die Schwarze Elster vor einem Eiseneintrag, insbesondere aus dem Hammergraben und Floßgraben, und einer damit einhergehenden Versauerung schützen.

A. Meth erläutert RBB-Reporter D. Mastow den Baufortschritt der WBA

Funktionsprinzip der Wasserbehandlungsanlage Plessa

 

Das Oberflächenwasser aus dem Floß- und Hammergraben wird oberhalb der Wehranlage über das Entnahmepumpwerk zur Eisenoxidation in das Reaktionsbecken geleitet. Durch die Zugabe von Kalkmilch wird die Eisenoxidation angeregt. Ein dem oxidierten Oberflächenwasser zugegebenes Flockungshilfsmittel sorgt dafür, dass der Eisenhydroxid-Rohschlamm (EHS) sich anschließend in den am Hammergraben entlang angeordneten Sedimentationsbecken absetzt. Über eine Ablaufleitung wird das an der Oberfläche abgezogene Klarwasser über eine Ablaufturbine zur Energierückgewinnung wieder in den Hammergraben eingeleitet.

Das EHS-Pumpwerk befördert den zurückgebliebenen Rohschlamm zur EHS-Aufbereitung. Dieser wird in den drei stationären Schlammeindickern durch die erneute Zugabe von Flockungshilfsmitteln konzentriert. Anschließend erfolgt die Schlammentwässerung und abschließend dessen Konditionierung mithilfe weiterer Flockungshilfsmittel und/oder Flugasche. Der dadurch hinsichtlich seiner Konsistenz transportfähige EHS wird schließlich auf LKWs verladen und einer Verwertung oder Entsorgung zugeführt.

Mit dem offiziellen Spatenstich in Plessa begannen am 10. Juli 2020 die Arbeiten für die neue Wasserbehandlungsanlage der LMBV. Mit ihrer Errichtung am Zusammenfluss von Floß- und Hammergraben, am östlichen Ortseingang in Plessa an der B 169, wurde Anfang April 2020 die Bietergemeinschaft WKS Technik GmbH und Otto Heil GmbH & Co. KG beauftragt. Zuvor erfolgte das Setzen der 955 Meter langen Dichtwand um die Anlage durch die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) WBA Plessa, bestehend aus den Firmen BAUER Spezialtiefbau GmbH, AMAND Bau Sachsen GmbH & Co. KG und BERGER Grundbautechnik GmbH. Diese schützt die Baustelle und später die WBA Plessa vor aufsteigendem Grundwasser aus dem feuchten Niederungsgebiet der Schwarzen Elster.

Baustellen-Impressionen


Halbzeitetappe bei Bodensanierung im Industriepark Schwarze Pumpe erreicht

Arbeiten in den Aushubbereichen Vorlagetanks und Destillation sind in vollem Gange

Schwarze Pumpe/Senftenberg. Etwas mehr als fünfzig Prozent des zu behandelnden Bodens in den Arealen der ehemaligen Gaswerksanlagen der Entphenolung, Vorlagetanks, Destillation, Extraktion und Teerscheidung Ost wurden bisher in der Vakuumthermischen Reinigungsanlage (VTRA) am Standort Schwarze Pumpe erfolgreich gereinigt.

Der Bodenaustausch ist in drei von sechs Bauabschnitten abgeschlossen. Bis Ende 2022 sollen rund 286.000 Tonnen kontaminierter Boden behandelt und wieder eingebaut werden. Insgesamt werden dabei rund 430.000 Tonnen Bodenaushub bewegt. Für die Entnahme des belasteten Bodens an den vier definierten Hauptschadstoffquellen wird eine Konstruktion aus Spundwandkästen in zwei Ebenen errichtet. Dies ermöglicht die Bodenentnahme unter Einsatz eines Teleskopbaggers bis in vierzehn Meter Tiefe. Insgesamt müssen im Inneren der Primärspundwandkästen 147 Einzelspundwandkästen gesetzt werden. Hiervon wurden 76 bereits bearbeitet.

Der aus den Kontaminationsbereichen entnommene Boden wird gemäß Kontaminationsbelastung der vorgegebenen Kategorien 1-3 (unbelastet – kontaminiert) zugeordnet und dann entsprechend zwischengelagert oder gereinigt. Nicht belasteter Boden wird in die Spundwandkästen im Grundwasser-Anschnittsbereich wieder eingebracht. (RK)

Voraushub im Bereich der Destillation

Impressionen von den Arbeiten im Industriepark Schwarze Pumpe


Bohr- und Verfüllarbeiten an B 169 und Begleitwegen kommen schrittweise voran

Ein Kernbohrgerät der Spezialfirma BLZ Gommern im Einsatz

Senftenberg. In den zurückliegenden Wochen sind im Auftrag der LMBV eine Vielzahl von Erkundungs- und Verfüllbohrungen im Bereich der gesperrten B 169 bei Sedlitz niedergebracht worden.

Dazu sind zwei Kernbohrgeräte und ein Spülbohrgerät der Firma BLZ Gommern im Einsatz. Begleitet und überwacht wird dies von der Fachfirma DMT.

Bei den bisher getätigten Bohrungen direkt im Verlauf der B 169 wurden zwei weitere hängende Brüche in 10 bzw. 30 Meter Teufe über der darunterliegenden Entwässerungsaltstrecke angetroffen, angebohrt, verrohrt und anschließend mit Verfüllmaterial verwahrt.

Sobald die notwendigen Bohrungen im Bereich des südöstlich verlaufenden Wirtschafts- und Radweges abgeschlossen werden können, sollen die Ausbau- und Wartungsarbeiten am Wirtschaftsweg für den Individual-Richtungsersatzverkehr in Richtung Sedlitz beginnen.

Die rote Linie zeigt den Verlauf der untertägigen Strecke unter der B 169

Impressionen von den Arbeiten an B 169


DEBRIV: Braunkohletag 2021 online — Zur Lage und Perspektiven des Strukturwandels in Revieren

Braunkohleindustrie fordert Verlässlichkeit | Beitrag der Bergbausanierung gewürdigt

Berlin. Der diesjährige Braunkohletag fand online mit rund 400 Teilnehmern statt. Der Ministerpräsident des Freistaats Sachsen, Michael Kretschmer, und der Präsident des Verbands der europäischen Kohleindustrie EURACOAL, Vladimir Budinsky, nahmen an der Veranstaltung mit Grußworten teil. Der Bundestagsabgeordnete Bernd Westphal sowie die Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Kerstin Andreae und Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) sowie der Vorstandvorsitzende und der Hauptgeschäftsführer des DEBRIV diskutierten Fragen der Umsetzung des KVBG und Aspekte der europäischen Energie- und Klimapolitik im Rahmen von Podiumsdiskussionen. Der Vorsitzende des Vorstands des Deutschen Braunkohle-Industrie-Vereins (DEBRIV), Dr. Helmar Rendez, ließ auch das zurückliegende Jahr Revue passieren.

Auch der Beitrag der Bergbausanierung wurde dabei im Statement von Dr. Helmar Rendez gewürdigt: „Der Projektträger der Bergbausanierung in Ostdeutschland, die LMBV, hat die Sanierung in vielen Einzelprojekten weitergeführt. Die LMBV hat 2020 Leistungen in einem Umfang von rund 263 Millionen Euro realisiert. Das Wassermanagement ist nach drei Jahren relativ starker Trockenheit in Ostdeutschland derzeit besonders herausfordernd. Ein Schwerpunkt der LMBV ist, die Zielvorgaben in den Fließgewässern, insbesondere im Bereich der Spree mit ihrer Bedeutung für die Bundeshauptstadt, zu gewährleisten. Weitere Hauptaufgabe bleibt die geotechnische Sicherung von Tagebaukippen als Aufgabe der öffentlichen Sicherheit. Das Verfahren der schonenden Sprengverdichtung kommt an vielen Standorten zum Einsatz. Insgesamt erwarten die LMBV noch für viele Jahre anspruchsvolle Aufgaben in der Bergbausanierung.“

Die deutsche Braunkohleindustrie fordert Verlässlichkeit in der Energie- und Klimapolitik, um den gesetzlich geregelten Kohleausstieg bis Ende 2038 erfolgreich zu gestalten. Zu keinem anderen energiepolitischen Thema habe, so der Vorsitzende des Vorstands des DEBRIV, Dr. Helmar Rendez, in den vergangenen Jahrzehnten ein ähnlich umfassender gesamtgesellschaftlicher Dialog stattgefunden, den es aus Sicht der Braunkohleindustrie zu sichern und zu festigen gilt.

Das Kohleausstiegsgesetz berücksichtigt nach Auffassung der Braunkohleindustrie angemessen die Interessen der Reviere. Die verbleibenden Zeiträume für die Kohlenutzung geben den Revieren eine faire Chance zur Anpassung und Neuausrichtung. Weitere die Energiewirtschaft treffende Klimazielverschärfungen oder Eingriffe in die Tagebauentwicklung würden dagegen das Risiko von Strukturbrüchen in den betroffenen Regionen verstärken. Tagebaue und Kraftwerke in den Braunkohlerevieren bleiben bis Ende 2038 notwendig, um die Sicherheit der Stromversorgung in Deutschland nicht zu gefährden. „In den ersten Monaten des laufenden Jahres haben wir gesehen, dass es jederzeit zu Dunkelflauten kommen kann, die eine Absicherung durch konventionelle Kraftwerke erfordert,“ sagte Rendez auf dem diesjährigen Braunkohletag, der in diesem Jahr online mit mehreren Hundert Teilnehmern durchgeführt wurde.

Verlässlichkeit für den weiteren Betrieb der Tagebaue und Kraftwerke sei unverzichtbar, da komplexe Tagebaue mit den zugehörigen Kraftwerken und Veredlungsbetrieben nicht stetig an geänderte Ausgangsvorgaben angepasst werden können. Dies sei auch nicht erforderlich, denn der deutsche Kohleausstiegspfad, so der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende, ist mit den Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens und den nationalen Minderungspflichten vereinbar: Bis 2019 hat die Braunkohle in Deutschland ihre CO2-Emissionen um 60 Prozent gemindert und steht damit an der Spitze der Industriesektoren. Bis zum Jahr 2023 wird der CO2-Ausstoß aus der Nutzung der Braunkohle in Deutschland um 70 Prozent unter dem Ausgangsniveau von 1990 liegen. Bis 2030 werden die Emissionen der deutschen Braunkohle etwa um 80 Prozent gegenüber 1990 zurückgehen und spätestens Ende 2038 bei Null liegen.

Der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende wandte sich auf dem diesjährigen Braunkohletag gegen einen neuen Überbietungswettbewerb bei den Klimazielen und Maßnahmen. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Einhaltung der Generationsverantwortung beim Klimaschutz müsse verantwortungsvoll und sachgerecht umgesetzt werden. Die jetzt vorgelegte Novelle des Bundes-Klimaschutzgesetzes darf nicht zu neuen Unsicherheiten und Risiken führen; für die Braunkohle steht der Ausstiegspfad bereits fest. Wer nun einen noch früheren Kohleausstieg fordert, der verkennt die Erforderlichkeit einer sicheren Energieversorgung der deutschen Wirtschaft für ihre Wettbewerbsfähigkeit sowie die Herausforderungen der Strukturentwicklung in den Revieren. Bund und Länder müssen die erst im Sommer 2020 beschlossenen Regelungen des KVBG bei allen relevanten Beratungen auf der EU-Ebene berücksichtigen, schützen und durchsetzen. Die Politik darf nicht aus den Augen verlieren, wie ambitioniert der aktuelle Minderungspfad in der Braunkohle nach dem KVBG bereits heute ist, erklärte der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende. Zudem werde der europäische Handel mit Emissionszertifikaten dafür sorgen, dass der europäische CO2-Reduktionspfad im Bereich der Kraftwerke und großen Industriebetriebe eingehalten werde.


Gespräche zum formellen Feststellen der Fertigstellung des Bärwalder Sees laufen

Ziel des Bergbausanierers ist es, möglichst vor der Saison 2022 eine entsprechende Vereinbarung zu unterzeichnen

Blick auf die Ortslage Boxberg - unweit vom Bärwalder See

Senftenberg/Boxberg. Die Sanierungsarbeiten der LMBV am Bärwalder See sind weitgehend abgeschlossen, die Bergaufsicht für den Bergbaufolgesee ist jedoch noch nicht beendet. Die Herstellung des Bärwalder Sees auf der Grundlage des dafür erlassenen wasserbehördlichen Planfeststellungsbeschlusses aus dem Jahre 2005 konnte von der zuständigen Behörde bislang auch noch nicht abgenommen werden.

Hiervon unabhängig können große Teile der Wasserfläche unter Berücksichtigung der kommunalen touristischen und wirtschaftlichen Wünsche und Interessen bereits seit einigen Jahren saisonal aufgrund privatrechtlicher Folgenutzungsverträge mit der Anliegergemeinde Boxberg und der erforderlichen wasserrechtlichen Genehmigungen touristisch genutzt werden. Die wirtschaftliche und touristische Nachnutzung der Bergbaufolgeseen wird somit ausdrücklich durch die LMBV unterstützt.

Am Beispiel des Bärwalder Sees zeigen sich im Übrigen sehr eindrucksvoll die Ergebnisse der Bergbausanierung der LMBV, die seit nunmehr 25 Jahren ehemals vom Braunkohlenbergbau geprägte industrielle Landschaften umgestaltet und für künftige Generationen nutzbar macht. Allerdings gehört die Organisation dieser Nachnutzung oder auch die Herstellung schiffbarer künstlicher Tagebaurestseen für die vorzeitige touristische Folgenutzung nicht zu den Aufgaben der LMBV.

Gegenwärtig werden Gespräche zwischen LMBV und Freistaat Sachsen geführt, um einzelne Bedingungen abzustimmen, die es der LMBV als Grundstückseigentümerin der Bergbaufolgeseen und berg- und wasserrechtlich Verpflichtete ermöglichen, die Zustimmung zur Feststellung der Fertigstellung (FdF) zu geben. Hier geht es insbesondere um den Vorrang noch erforderlicher Sanierungsmaßnahmen vor der touristischen Nutzung, um Fragen der Verkehrssicherungspflicht, der Unterhaltungspflicht und um Haftungsfreistellungen.

Sobald dazu eine Einigung schriftlich fixiert ist oder der Freistaat Sachsen den Bärwalder See als sächsisches Landesgewässer von der LMBV auf der Grundlage der bestehenden Gewässerrahmenvereinbarung übernimmt, kann seitens der LMBV die Zustimmung zur FdF erklärt werden. „Unser Ziel ist es, möglichst vor der Saison 2022 eine entsprechende Vereinbarung zu unterzeichnen“, so die zuständige LMBV-Bereichsleiterin Flächenmanagement Evelyn Künzler.

Impressionen vom LMBV-Bergbaufolgesee Bärwalder See (Fotos: P. Radke | 2020)


Mehr als 75 Millionen Kubikmeter Wasser in 2021 für Flutung in der Lausitz bisher genutzt

49 Millionen Kubikmeter kamen aus dem Einzugsgebiet der Spree

Senftenberg. Nach vorläufigen Zahlen der LMBV-Flutungszentrale Lausitz vom 7. Mai 2021 konnten bisher bereits mehr als 75 Millionen Kubikmeter in 2021 für die Flutung der bergbaulichen Speicher und Bergbaufolgeseen der LMBV in der Lausitz genutzt werden.

Dabei kamen 49 Millionen Kubikmeter aus dem Einzugsgebiet der Spree. Die Schwarze Elster steuerte etwas mehr als 16 Millionen Kubikmeter und die Lausitzer Neiße rund 10 Millionen Kubikmeter seit Jahresbeginn bei. Hauptabnehmer waren das Speicherbecken Lohsa II mit rund 28 Millionen Kubikmeter, der Speicher Burghammer mit fast 5 Millionen Kubikmeter und der Speicher Bärwalder See mit fast 7 Millionen Kubikmeter.

Der Sedlitzer See wurde mit etwa 20 Millionen Kubikmeter aus dem Dargebot der Flüsse und dem Überschusswasser aus benachbarten Restlöchern um ca. 1,5 Meter höher als zum Jahresanfang eingestaut. Dem Partwitzer See und dem Geierswalder See konnten seit Jahresbeginn zusammen rund 10 Millionen Kubikmeter Stützungswasser zugeführt werden. Die Gesamtjahresmenge 2020 für die Flutung der Lausitzer Bergbaufolgeseen und Speicher betrug im Vergleich dazu 63 Millionen Kubikmeter.

Für die Flutung des Cottbuser Ostsee (LEAG) konnten bisher in 2021 weitere 12,5 Millionen Kubikmeter (zu oben Genanntem) aus der der Spree entnommen werden, so die FZL am 7. Mai 2021.


Auslaufbauwerk am Speicher Lohsa II
Blick über das Auslaufbauwerk auf den Speicher Lohsa II

Speicher Lohsa II
Der Speicher Lohsa II wurde 2021 weiter angestaut - stieg seit Jahresbeginn um +2 m

LMBV-Speicher Burghammer - Bernsteinsee in der Lausitz

Auslaufbauwerk aus dem Speicher Burghammer zur Kleinen Spree


Zusätzliche Tonnen kennzeichnen Sperrbereich auf dem Senftenberger See

Senftenberg. Im Auftrag der LMBV mbH wurden in den vergangenen Wochen um die Insel im Senftenberger See zusätzlich zur schifffahrtsrechtlichen Austonnung (LfU) weitere rund 190 Tonnen mit Sperrbereichsbeschilderung ausgebracht. Diese Verdichtung dient der deutlichen, inselumlaufenden Abgrenzung des geotechnischen Sperrbereiches.
Zwischen den Tonnen wurden durch die ausführende Firma BUG Dienstleistungen GmbH & Co.KG so genannte Schwimmkugelketten gespannt, die ein versehentliches Überfahren bzw. Überwinden der Sperrkette verhindern sollen. Damit reagierte die LMBV auf eine Maßgabe des Sachverständigen für Geotechnik, mögliche Maßnahmen zu ergreifen, um unbefugtes Betreten, Anlegen und Ankern auf der Insel und den vorgelagerten Flachwasserbereichen auszuschließen.
So können Bootsführer, Stand-up-Paddler und Surfer deutlich auf die Gefahren im Sperrbereich hingewiesen werden. Im Herbst werden die Schwimmkugelketten zwischen den Tonnen wieder eingeholt, die Tonnen bleiben auf dem Wasser.


BGR setzt Messhubschrauber zur Untersuchung von Bergbaufolgen in der Lausitz ein

BGR-Messhubschrauber im Einsatz

Geophysikalische Messflüge im Raum Finsterwalde im Rahmen einer Pilotstudie

Hannover | Cottbus. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) führt vom 10. bis 12. Mai 2021 mit ihrem Hubschrauber im Rahmen einer Pilotstudie geophysikalische Messflüge südlich von Finsterwalde (Brandenburg) durch. Das Messgebiet überdeckt die „Finsterwalder Restlochkette“, eine Gruppe von ehemaligen Braunkohletagebauen südlich der Stadt.

Das aerogeophysikalische Programm findet in Zusammenarbeit mit der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) und in Absprache mit dem Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg (LBGR) statt. Die Untersuchungen in der Lausitz stehen in Zusammenhang mit der Gründung des Forschungs- und Entwicklungszentrums Bergbaufolgen (FEZB) in Cottbus. Das FEZB ist eine neue Einrichtung der BGR zur Förderung der nachhaltigen Gestaltung von Bergbaufolgelandschaften. Die im Fokus des FEZB stehenden Forschungsthemen sind auf die Bereiche Grundwasser und Boden, Sanierungsbergbau, Geotechnik und Umwelt-Monitoring ausgerichtet.

Zur Rehabilitation ehemaliger Gebiete des Braunkohletagebaus in der Lausitz werden großflächig Informationen zu Grundwasserleitern benötigt. Insbesondere stehen deren Mineralisation, Tiefe, Mächtigkeit und Deckschicht im Fokus der Untersuchungen der aktuellen Pilotstudie.

Während der ersten Messkampagne in der nächsten Woche wird der BGR-Hubschrauber (Kennung: D-HBGR) ein Gammastrahlen-Spektrometer an Bord haben, um Informationen über Altlasten und Oberflächeneigenschaften im Messgebiet zu erhalten. Im Juli sind weitere aerogeophysikalischen Messungen geplant, um den tieferen Untergrund zu untersuchen. Zur Pilotstudie

Kontakt:

BGR-Projektleiter:
Dr. Bernhard Siemon (BGR),
E-Mail: Bernhard.Siemon@bgr.de; Tel.: +49 511 643 3488


Gunnar John nimmt Arbeit als kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV auf

Senftenberg. Mit Wirkung vom 1. Mai 2021 wurde Gunnar John zum neuen kaufmännischen Geschäftsführer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) in Senftenberg berufen. Er folgt auf Dr. Hans-Dieter Meyer, der zum Jahresende 2020 aus dem Bundesunternehmen ausgeschieden war.

Gunnar John hat Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaft in Berlin, Paris und Berkeley studiert. Mit der Deutschen Einigung war er zunächst im Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung, dann in unterschiedlichen Leitungsfunktionen in der Staatskanzlei des Landes Brandenburg, in der Senatsverwaltung für Finanzen (SenFin) in Berlin und dann ab 2000 im Bundesministerium der Finanzen (BMF) mit den unterschiedlichsten Aspekten des Aufbaus Ost und der Strukturprobleme Ostdeutschlands – auch der Bergbaugebiete - bis 2012 betraut. Hilfreich für seine Tätigkeit in einem institutionellen Zuwendungsempfänger wie dem Bergbausanierer LMBV sind weiterhin seine langjährigen Erfahrungen in den Haushaltshausabteilungen im BMF und bei SenFin.

Gunnar John freut sich, zusammen mit seinem im letzten Jahr bestellten Geschäftsführer Kollegen Bernd Sablotny die vielfältig noch vor der LMBV stehenden Herausforderungen und Aufgaben zur weiteren Umsetzung der bergrechtlichen Verpflichtungen aus der DDR-Zeit anzugehen. Die LMBV wird in effizienter Weise noch bis ins nächste Jahrzehnt daran arbeiten. Er will seinen Beitrag dafür leisten, dass die LMBV weiter vertrauensvoll mit den ostdeutschen Ländern Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie Thüringen und den beteiligten Bundesministerien zusammenarbeiten wird.

Gunnar John - Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV


Gemeinsame Übergabe der neuen Rettungsstation am Berzdorfer See

Görlitz/Senftenberg. Am 29. April 2021 wurde die neue Rettungsstation Berzdorfer See offiziell an die Stadt Görlitz übertragen. Zu einem symbolischen Banddurchschnitt hatten daher die Stadtverwaltung und die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH an das Ufer der ehemaligen Tagebaus Berzdorf eingeladen. Die LMBV und die Stadt Görlitz schafften in den zurückliegenden zwei Jahren in einem gemeinsamen Bauprojekt das Errichten der neuen Rettungsstation für den Berzdorfer See. Am Nordstrand des Bergbaufolgesees vor den Toren von Görlitz wurde das Gebäude zur künftigen medizinischen Erstversorgung und Rettung in Projektträgerschaft von LMBV und Görlitz errichtet.

Anlässlich der feierlichen Einweihung sandte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer eine Videobotschaft: „Ich weiß noch, wie wir am Berzdorfer See standen und den damaligen Container in Betrieb genommen haben, der als Rettungsstation fungierte. Jetzt bekommt das Ganze Hand und Fuß mit einem richtigen Gebäude, mit adäquaten Arbeitsbedingungen.“ Der Sanierungsbereichsleiter der LMBV, Gerd Richter, und der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu übergaben dem zukünftigen Betreiber vom Deutschen Roten Kreuz zwei gerahmte Bilder mit einem historischen Foto des ehemaligen Tagebaus Berzdorf sowie eine aktuelle Luftaufnahme des Berzdorfer Sees. Die Rettungsstation dient künftig der Rettung und medizinischen Erstversorgung am See und wird für mehr Sicherheit am Bergbaufolgesee sorgen helfen. Zusätzlich soll die Möglichkeit bestehen, Veranstaltungen außerhalb der Bade- und Segelsaison abzusichern.

Die Station verfügt über eine Beobachtungsplattform, einen Erstversorgungsraum, einen Beobachtungsraum sowie WC und Dusche. Der Bergbausanierer LMBV war Träger der Baumaßnahme, die über den Paragrafen 4 des Verwaltungsabkommens zwischen Bund und Freistaat Sachsen zur "Erhöhung des Folgenutzungsstandards" finanziert wurde. Die Gesamtkosten für Planung und Realisierung belaufen sich dabei auf rund 600.000 Euro Fremdleistungen. Die gemeinsame Finanzierung erfolgte mit 80 Prozent durch den Freistaat Sachsen. Die Stadt Görlitz übernahm einen Anteil von 20 Prozent. „Nur die gemeinsame Finanzierung durch den Paragrafen 4 des Verwaltungsabkommens hat die Umsetzung dieses infrastrukturfördernden Projektes möglich gemacht. Im Rahmen der Bergbausanierung wäre das nicht möglich gewesen, gleichwohl hätte die Stadt so ein Projekt allein auch nicht umsetzen können“ erklärte Gerd Richter von der LMBV.

In Zusammenarbeit der LMBV als Projektträgerin und der Stadt Görlitz wurden bereits zuvor im Rahmen des Paragrafen 4 des Verwaltungsabkommen Braunkohlesanierung mit der Erschließung des Nordstrandes und dessen öffentlichen Zuwegungen, Medienverlegung, Errichtung von Stellplätzen und dem Bau des Bootsanlegers die Voraussetzungen für eine touristische Nutzung geschaffen. (UST/RK)

Übergabe der Rettungsstation (Fotos: Steffen Rasche für LMBV)


Temporäres Sperren des Restloches Casel für angrenzende RDV für zwei Monate nötig

„Rütteldruckverdichtung der Innenkippe Greifenhain: Kippe 10 bis Restloch Casel“

Senftenberg/Drebkau. Das zwischen Drebkau und Casel gelegene kleine Restloch Casel muss im Mai und Juni 2021 vorübergehend gesperrt werden. Eine angrenzende Sanierungsmaßnahme i.A. der LMBV nähert sich dem Gewässer an, sodass für diese zwei Monate der Zugang zum Restloch Casel nicht möglich sein wird. Dafür wird das Gewässer vorübergehend geotechnisch gesperrt, temporär umzäunt und die Angelnutzung zeitweise ausgesetzt.

Die Rütteldruckverdichtungsarbeiten i.A. der LMBV dienen zum Beseitigen der bergbaulichen Gefährdung im Kippengelände und somit zum Herstellen einer dauerhaften geotechnischen und öffentlichen Sicherheit. Sie werden im Rahmen der genehmigten „Rütteldruckverdichtung der Innenkippe Greifenhain: Kippe 10 bis Restloch Casel“ durchgeführt.

Die Arbeiten werden von der Firma GMB GmbH ausgeführt. Für die Gesamtmaßnahme, die im August 2020 begonnen wurde, sind fast 5.500 Verdichtungspunkte mit Rüttellanzen abzuarbeiten. In bis zu 25 bis 45 Meter Tiefe wird ein verdichteter Bereich auf 2.500 Meter Länge und 35 bis 70 Meter Breite in der Kippe hergestellt. Die Gesamtmaßnahme soll Ende November 2022 abgeschlossen werden.

Die LMBV informierte bei einem Vorort-Gespräch am Restloch Casel am 29.04.2021 über die ab Mai 2021 anstehenden Sicherungsarbeiten nahe diesem kleinen Restloch, das vorwiegend als Angelgewässer genutzt wird. Zu dem Informationsgespräch waren alle Beteiligten geladen, darunter der Landesforst Brandenburg als Flächeneigentümer, die GMB, die Sachverständigen für Geotechnik der GUB, der lokale Anglerverband, die Anrainer-Kommunen sowie das LBGR.

Das Restloch Casel liegt an der Landstraße L 52 zwischen Drebkau und Casel. Es entstand in den Jahren 1956 bis 1961 durch eine nicht vollständige Verkippung eines Randbereiches des Tagebaus Greifenhain und wurde bereits im Jahr 2006 von der LMBV weitestgehend gesichert.

Geplante RDV-Trasse - in rot gekennzeichnet

Vorort-Gespräch am Restloch Casel


Sachstand zu Ursachen der Sperrung der B 169 sowie zur Verwahrnotwendigkeit von Strecke

Gemeinsames Pressegespräch zur B 169 bei der LMBV

Senftenberg. Am 27.04.2021 fand ein Pressegespräch zur Verwahr-Notwendigkeit einer alten Untertage-Strecke unter der derzeit gesperrten B 169 bei Sedlitz am Sitz der LMBV statt. Dabei standen OSL-Landrat Siegurd Heinze, LBGR-Präsident Sebastian Fritze und Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich gemeinsam mit LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny Medienvertretern Rede und Antwort.

Die Bundesstraße 169 zwischen Sedlitz und Senftenberg musste am 15. April 2021 durch den Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg voll gesperrt werden. Grund dafür ist eine direkt unter und neben der Bundesstraße verlaufende alte rund 400 Meter lange Entwässerungsstrecke in mehr als 40 Meter Tiefe, die früher für die Tagebauentwässerung der Ilse Bergbau A.G. genutzt wurde.

Diese „Nördliche Grenzstrecke“ wurde vor etwa 100 Jahren bergmännisch im Untergrund vorgetrieben und als „Deutscher Türstock“ mit Holz ausgebaut. Dies ist u.a. dem Originalriss des Tagebaus Ilse-Ost aus dem Jahr 1929 zu entnehmen. Die Auskohlung im angrenzenden Bereich erfolgte 1943 und 1944. Mehrere Tagesbrüche und Einsenkungen im Verlauf der unterirdischen Grenzstrecke sind aktenkundig.

Im Zuge von planmäßigen Erkundungskontrollbohrungen i.A. der LMBV an dieser Strecke wurden am 12. April 2021 mehrere Hohlräume festgestellt, obwohl diese 1967/68 bereits mit Sand und später mit Braunkohlen-Filteraschen verwahrt worden war. Diese Hohlräume können von den Firsten her einbrechen bzw. zu Verbrüchen bis an die Straßenoberfläche führen.

Dies könnte die Sicherheit des darüber laufenden Straßenverkehrs gefährden. Zunächst sind in einer ersten Sicherungsphase weitere 20 bis 25 Kernbohrungen auf und an der B 169 von der LMBV geplant, um damit auch gleichzeitig mögliche Leerräume mit kohäsiven Verfüllbaustoff zu versetzen. Mit den dabei gewonnenen Erkenntnissen kann dann ggfs. über noch weitere nötige Sicherungs- und Verwahrarbeiten entschieden werden, zu denen bisher erste Variantenbetrachtungen vorliegen.

Als Zeitraum für die notwendigen Sanierungsarbeiten ist voraussichtlich mit sechs bis neun Monaten zu rechnen. Zur bauzeitlichen Verkehrsführung ist die LMBV mit der Stadt Senftenberg und der dem Landratsamt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz in der Abstimmung. Für den Individualverkehr zwischen Sedlitz und Senftenberg wird es eine zeitnahe Lösung für die Sedlitzer Bürgerinnen und Bürger geben.

Rißwerk aus dem Jahr 1929

Pressegespräch bei der LMBV


Pressegespräch zu Ursachen der Sperrung der B 169 bei Sedlitz sowie zum Ausblick geplant

Medienvertreter-Einladung zum Pressegespräch

Senftenberg. Die Bundesstraße 169 (B 169) zwischen Sedlitz und Senftenberg musste am 15. April 2021 durch den Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg voll gesperrt werden. Grund ist eine unter der Bundesstraße verlaufende alte Entwässerungsstrecke, die früher für die Tagebauentwässerung genutzt wurde.

Im Zuge von planmäßigen Erkundungskontrollbohrungen an dieser Strecke wurden Hohlräume festgestellt. Diese könnten die Sicherheit des Straßenverkehrs gefährden. Nach Auswertung durch Sachverständige für Geotechnik wird nun an einer Sicherungstechnologie zur Verwahrung dieser Altstrecke gearbeitet.

Am Dienstag, dem 27. April 2021, laden wir daher Medienvertreter von ca. 16:00 bis ca. 17:00 Uhr zu einem Pressegespräch gemeinsam mit den zuständigen Behörden in den Barbarasaal in der Knappenstraße 1 in Senftenberg zur LMBV ein, um über das weitere Vorgehen zu informieren.

Für Ihre Fragen und für O-Töne stehen Ihnen Vertreter der LMBV, des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, des Landkreises OSL und der Gelegenheitskommune Senftenberg zur Verfügung.

Wir bitten pandemiebedingt um Ihre vorherige Anmeldung bis 27. April 2021 14:00 Uhr unter veranstaltung@lmbv.de mit Namen, Arbeit-/Auftraggeber, E-Mail-Adresse und Telefonnummer. Während der Veranstaltung ist eine Maske zu tragen und die gültigen Abstände einzuhalten.


Zuwegung zur Reppister Höhe wurde im Tagebau Meuro fertig asphaltiert

Radweg-Lückenschluss-Baumaßnahme kommt voran

Senftenberg. Der bisher nur sandgeschlemmte LMBV-Wirtschaftsweg zum Aussichtspunkt Reppist, der vor allem für forstwirtschaftliche und Kontroll-Aufgaben genutzt wurde und als Wanderweg von Ausflüglern mitgenutzt wurde, wurde kürzlich ertüchtigt. Dazu wurde er u.a. asphaltiert.

Damit kann er in den zukünftigen Rundweg um den Großräschener See, der gegenwärtig i.A. des Zweckverbandes Lausitzer Seenlandes Brandenburg und der LMBV errichtet wird, eingebunden werden.

Am 8. März 2021 hatten südwestlich vom Großräschener See die Bauarbeiten für einen insgesamt 2,8 Kilometer langen Radwegeabschnitt begonnen. Dieser Radweg im Bereich der Reppister Höhe entsteht als drei Meter breiter Radweg in Asphaltbauweise und ist Teil einer Lückenschlussmaßnahme rund um den Großräschener See. Dieser Weg wird im Auftrag der LMBV vom Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg als Projektträger errichtet.

Übersichtskarte - in grün der zu bauende Wegeabschnitt (bereitgestellt v. ZV LSB)

Blick nach Westen zur Reppister Höhe


Ein Viertel der notwendigen Sprengungen auf Kippe Seese-Ost bereits umgesetzt

TDE-Bohrtrupp auf der Gefährdungsfläche Süd am Restloch 23 (Bischdorfer See) im Einsatz

Warum in Groß Lübbenau mitunter die Kaffeetassen in den Schränken klirren

Senftenberg/Groß Lübbenau. Südlich der Ortslage Groß Lübbenau laufen derzeit intensive Sanierungsarbeiten auf den Innenkippen des ehemaligen Tagebaus Seese-Ost im Rahmen einer von der Bergbehörde zugelassen Sicherungstechnologie. Im Auftrag der LMBV werden im gegenwärtigen Abschnitt rund 100 ha mit der sogenannten schonenden Sprengverdichtung bearbeitet. Runde ein Viertel der notwendigen Sprengungen auf den Kippen von Seese-Ost sind bereits umgesetzt, so kürzlich der für die Umsetzung zuständige LMBV-Abteilungsleiter Jens Bäcker.

Für diese Verdichtungsarbeiten hat die auftragnehmende Firma TDE zwei kippentaugliche Bohrgeräte sowie weitere Transportfahrzeuge zum Herstellen der Sprenglöcher im Einsatz. Derzeit erfolgen alle zwei Werktage am Nachmittag die Verdichtungssprengungen, nachdem zuvor zwischen drei und sechs Bohrlöcher je Bohrgerät – max. 12 p.d. - abgeteuft und nachfolgend mit Sprengladungen besetzt worden sind. Durchschnittlich muss dafür zwischen 20 und 30 Meter tief in den Kippenkörper gebohrt werden.

Es kommen je nach planmäßiger Vorgabe des Sachverständigen für Geotechnik zwischen 30 und 60 Kilogramm Sprengstoff je Sprenggruppe zum Einsatz. So werden beispielsweise drei Sprengladungen mit je 1 bis 1,5 kg in drei Ebenen in ein einzelnes Bohrloch ein gehangen und später Millisekundenabstand gezündet. Insgesamt sind in dieser Sanierungsphase bis Ende 2022 etwa 3.100 Bohrungen abzuteufen, wovon rund 900 bereits abgespengt wurden. Derzeit werden die sogenannte Gefährdungsfläche Nord mit einer Größe von etwa 73 ha und die Gefährdungsfläche Süd am Restloch 23 (Bischdorfer See) mit einer Größe von etwa 20 ha bis Ende 2022 bearbeitet.

Vor Beginn der Sanierungsarbeiten wurden Beweissicherungsverfahren zum Bautenzustand in der Umgebung vorgenommen. Zudem werden regelmäßig in elf Gebäuden in Groß Lübbenau und zwei Gebäuden in Bischdorf überwachende Schwinggeschwindigkeitsmessungen zur Überprüfung der durch die Sprengungen erzeugten Schwingungen vorgenommen. Diese Auswertungen erfolgen jeweils zeitnah nach den Sprengungen durch ein Fachbüro und liegen bisher immer unter den von der zuständigen Behörde vorgegebenen Immissionsschutz-Richtwerten. Dennoch sind die Sprengwellen oft auch noch in größerer Entfernung wahrzunehmen und bringen mitunter auch „die Kaffeetassen in den Schränken der Anrainer zum kurzzeitigen Wackeln“, so Bäcker.

Sollten im Zuge der Arbeiten auch nachweisliche Bauwerksschäden auftreten, werden diese vom Bergschadens-Management der LMBV auf Antrag von Betroffenen hin bearbeitet und ggfs. nach BBergG reguliert. Die ersten Arbeiten zur schonenden Sprengverdichtung in Seese-Ost hatten 2015 begonnen, wurden ortsnah 2017 bis 2019 fortgeführt und werden seit 2020 schrittweise weiter auf bisher noch nicht gesicherten Flächen voraussichtlich noch einige Jahre andauern, so der Bergbausanierer Jens Bäcker. Sprengmeister Lutz Rublack von der Fa. TDE und seine Bohr-Mitarbeiter arbeiten gewissenhaft an den Zielstellungen einer baldigen sicheren Bergbaufolgelandschaft und bemühen sich, alle Vorgaben zu einem möglichst schonenden Sprengen stets einzuhalten.

Raupengestützte Spezialtechnik der Fa. TDE zum Bohren auf Kippen
Verdichtete Kippenfläche im ehem. Tgb. Seese-Ost


Kurzfristiger Informations-Vorort-Termin an gesperrter Bundesstraße 169

OSL-Landrat, Senftenbergs Bürgermeister und Sedlitzer Ortsvorsteher erhielten vorläufigen Informationsstand aus erster Hand

Senftenberg. LMBV-Chef Bernd Sablotny informierte am 21. April 2021 zu der zwischen Senftenberg und Sedlitz gesperrten Bundesstraße 169 über die derzeitigen Erkenntnisse des Bergbausanierers hinsichtlich der Rissbildungen und Hohlraumvermutungen.

Seiner Einladung waren der Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, Siegurd Heinze, Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich sowie der Sedlitzer Ortsvorsteher Steffen Philipp gefolgt. Es wurden die nächsten Untersuchungsschritte und angelaufenen Planungen zur Gefahrenabwehr i. A. der LMBV erläutert. In der 17. KW sollen dann Festlegungen zum weiteren Umsetzen der nötigen Sicherungsarbeiten durch die LMBV in Abstimmung mit den Behörden erfolgen.

Landrat, Bürgermeister und Ortsvorsteher stimmten sich auch hinsichtlich der zu nutzenden Rettungswege und der betroffenen Schülerverkehre während der Sperrzeit ab. Die Erreichbarkeit des Ortsteils Sedlitz durch die Feuerwehr ist auch in der Zeit der Sperrung der B 169 sichergestellt. Die Feuerwehr und der Rettungsdienst werden im Einsatzfall einen Privatweg der Stadt Senftenberg am Großräschener See mit Sonderrechten nutzen, um Sedlitz schnell zu erreichen. Eine Nutzung der Privatwege am Großräschener See durch Busse der Verkehrsgesellschaft OSL wurde geprüft, ist jedoch aus Sicherheitsgründen nicht möglich.

Die Sperrung der Bundesstraße war am 15.04.2021 nach Hohlraumfeststellungen im Zuge planmäßiger Brunnenversatzarbeiten i.A. der LMBV im Randbereich des ehemaligen Tagebaus Sedlitz durch das Landesamt für Straßenwesen Brandenburg (LSB) veranlasst worden. Grund für die Vollsperrung ist u.a. eine unter der Bundesstraße verlaufende Altberg-Entwässerungsstrecke, die früher für die Tagebauentwässerung bis in den vierziger Jahren genutzt wurde. Im Zuge von planmäßigen Erkundungskontrollbohrungen an dieser Strecke wurden dort Hohlräume festgestellt. Diese könnten die Sicherheit des Straßenverkehrs gefährden.

Alle Involvierten sind sich der Erschwernisse durch das Sperren bewusst.

Gesperrte B 169 nach Gefahrerkennung


Streckenverwahrung bei Sedlitz wird voraussichtlich mehrere Monate dauern

Senftenberg. Die Bundesstraße 169 (B 169) zwischen Senftenberg und Sedlitz musste am 15. April 2021 durch den Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg voll gesperrt werden.

Die Sperrung wird voraussichtlich mehrere Monate dauern. Grund ist eine unter der Bundesstraße verlaufende Altberg-Entwässerungsstrecke, die früher für die Tagebauentwässerung in den vierziger Jahren genutzt wurde. Im Zuge von planmäßigen Erkundungskontrollbohrungen an dieser Strecke wurden dort Hohlräume festgestellt. Diese könnten die Sicherheit des Straßenverkehrs gefährden.

Nach Auswertung durch einen Sachverständigen wird nun eine Technologie zur Verwahrung der angetroffenen Strecke erarbeitet, die in den nächsten Monaten umgesetzt wird.

Blick auf die B169 bei Senftenberg (LMBV/Archivfoto 2017)


Sanierungsstützpunkt mit künftiger Boots-Einlassstelle am Sedlitzer See nimmt Gestalt an

Senftenberg. Am Nordufer des Sedlitzer Sees schreitet der Bau des künftigen LMBV-Sanierungsstützpunkts für das Gewässerbehandlungsschiff der LMBV und der öffentlichen Bootseinlassstelle sichtbar voran.

Die 300 Meter lange Kaimauer ist bereits fertiggestellt. Die Slipanlage für die öffentliche Bootseinlassstelle ist baulich vorbereitet und die Dalben für die Schwimmstege der künftigen Anlegestelle sind gesetzt. Die bevorstehenden Straßen- und Wegebauarbeiten werden das Ensemble vervollständigen. Letzte Betonierarbeiten sind erfolgt und aktuell werden die Borde für die geplante Infrastruktur gesetzt. Damit können die Pflasterarbeiten in den nächsten Tagen beginnen.

Neben der Bootseinlassstelle ist das Betriebsgebäude für das Gewässerbehandlungsschiff der LMBV errichtet worden. Das Gebäude befindet sich in der Phase des Innenausbaus. Die Trockenbauarbeiten sind abgeschlossen und gegenwärtig werden die Elektro-, Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärinstallationsarbeiten durchgeführt. Der Sanierungsstützpunkt wird künftig Werkstatt und zugleich Winterquartier für das LMBV-eigene Sanierungsschiff „Klara“. In der Wartungshalle finden das Sanierungsschiff mit seinen zwei Schuten Platz. Die Tankstelle zur Betankung der Schiffe ist bereits samt eines Leichtflüssigkeitsabscheidersystems direkt vor der Halle installiert.

Bis Ende Mai 2021 sollen die Asphaltierung der Straße, Zaunbaumaßnahmen sowie die Böschungsgestaltung folgen. Der Bau der öffentlichen Einlassstelle erfolgt über Fördermittel des Landes Brandenburg mit Eigenbeteiligung der Stadt Senftenberg.

Impressionen von der LMBV-Baustelle Fotos: S. Rasche für LMBV


Gewässerbehandlungsschiff “Klara” bekalkt erneut planmäßig den Partwitzer See

Senftenberg. Das LMBV-eigene Sanierungsschiff "Klara" ist derzeit erneut wieder auf dem Partwitzer See planmäßig im Einsatz. Obwohl schon seit längerem touristisch genutzt, muss dieses Bergbaufolgegewässer regelmäßig mit Kalk behandelt werden.

Grund für die notwendige Bekalkung ist u.a. die hohe Durchströmung des Sees mit Wasser, das für die Flutung des benachbarten Bergbaufolgesees genutzt wird. Damit verändert sich auch immer wieder der pH-Wert des Partwitzer Sees. Das Wasser fließt durch den Geierswalder und Partwitzer See weiter über den Sornoer und Rosendorfer Kanal bis in den Sedlitzer See.

Für die Betriebsführung des Bekalkungsschiffs ist seit Januar 2020 die BRAIN Brandenburg Innovation GmbH durch die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH beauftragt. Auch am Schlabendorfer See wird derzeit wieder bekalkt; dort ist das BRAIN-eigene Schiff "Barbara" für die Bergbausanierer im Einsatz.

Kalkeintrag im Partwitzer See (LMBV-Archiv 2017)


Schon 53 Mio. m³ für Flutung der Lausitzer Bergbaufolgeseen der LMBV abgenommen

Senftenberg. Die Flutung der Lausitzer Bergbaufolgeseen der LMBV kam in den ersten elf Wochen des Jahres 2021 gut voran. Bisher konnten rund 53,5 Mio. Kubikmeter Wasser für die Flutung der Bergbauspeicher und Bergbaufolgeseen genutzt werden. Im ersten Quartal 2020 waren es hingegen nur 22 Mio. Kubikmeter gewesen.

Aus der Spree konnten in diesem Jahr bereits 35,8 Mio. m³ Wasser, aus der Schwarzen Elster 12,3 Mio. m³ und aus der Lausitzer Neiße 5,4 Mio. m³ entnommen werden, ermittelte die Flutungszentrale Lausitz der LMBV in Senftenberg (Stand 23.03.2021).

In das Speicherbecken Lohsa II gelangten davon 18 Mio. m³, in das Speicherbecken Bärwalde 5,3 Mio. m³ sowie 6 Mio. Kubikmeter Wasser in das Speicherbecken Dreiweibern.

Die LMBV-Flutungsschwerpunkte in der Lausitz waren der Geierswalder See und der Partwitzer See, die beide ihre touristischen Zielwasserstände erreichten. Auch der Sedlitzer See konnte gespeist werden; hier sind bisher 5,2 Mio. Kubikmeter Wasser hinzugekommen. geändert 24.03.21

Blick über den bergbaulichen LMBV-Speicher Lohsa II 2020

LMBV-Speicher füllen sich in 2021 - Archivfotos aus 2020 von P. Radke


Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest durch Suche nach Fallwild

LMBV-Wälder in Ostsachsen werden intensiv abgesucht

Senftenberg. Derzeit sind Mitarbeiter der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) in den LMBV-eigenen Waldgebieten um die einstigen Braunkohletagebaue Spreetal/Scheibe, Burghammer, Lohsa/Dreiweibern und Bärwalde unterwegs, um so genanntes Fallwild zu suchen.

Auch um Nochten werden die Eigenjagdbezirke abgesucht. Nötig ist dies, um die Ausbreitung der hochansteckenden für Schweine tödlichen Afrikanischen Schweinepest einzudämmen. Veranlasst wurden die Suchaktionen durch die Landkreise Görlitz und Bautzen, die Sperrbereiche und Pufferzonen ausgewiesen haben.

Für die LMBV bedeutet dies, dass einmal monatlich pro Jagdbezirk die Waldflächen intensiv nach toten Wildschweinen abgesucht werden. Bisher wurde noch kein Fallwild gefunden.

Aktuell gilt die Anordnung zur Suche bis Ende April, jedoch ist davon auszugehen, dass die Landkreise diese Anordnungen verlängern werden. So werden auch in den kommenden Wochen Suchaktionen stattfinden.

LMBV-Mitarbeiter bei der Fallwildsuche nahe Nochten. (Foto: LMBV)


Bau modularer Wasserbehandlungsanlage Ruhlmühle an Spree-Altarm auf Zielgeraden

Probebetrieb der Anlage zum Eisenreduzieren soll voraussichtlich ab Mai 2021 starten

Endspurt auf der Baustelle der MWBA Ruhlmühle

Senftenberg | Neustadt an der Spree | Ruhlmühle. Die Bauarbeiten an der Eisenminderungsanlage nahe der Spree-Ruhlmühle (MWBA Ruhlmühle) befinden sich laut LMBV-Zuständigen in der Endphase.

Nach der derzeitigen Realisierung der Elektro-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik (EMSR) bis Ende April 2021, werden voraussichtlich bis Anfang Mai 2021 auch die Straßenbauarbeiten und die Einzäunung fertiggestellt. Voraussichtlich Mitte des II. Quartals 2021 kann die Anlage dann auch in einen planmäßigen Probe- und Einfahrbetrieb überführt werden.

Mit der neuen modularen Wasserbehandlungsanlage (MWBA) der LMBV an der Ruhlmühle sollen künftig bis zu 100 l/s aus dem Altarm der Spree als einem Hotspot des Eisenanfalls gefasst und weitestgehend vom Mineral Eisen befreit werden. Bisher läuft dem Vorfluter eine hohe Eisenfracht zu.

Bis zu 1.200 Kilogramm Eisenhydroxid sollen dem Altarm der Spree mit dieser dritten Anlage, neben der MWBA Neustadt/Spree und der MWBA Burgneudorf, künftig täglich entzogen werden.

Dafür arbeiten die beauftragten Ingenieur- und Baufirmen TWB Tief- und Wasserbau GmbH aus Boblitz/Spreewald sowie UMTEC GmbH aus Halle/Saale gemeinsam in einer ARGE und zusammen mit den Planern der LUG Engineering GmbH aus Cottbus und GIP Grundwasser-Ingenieurbau Planung GmbH aus Dresden kontinuierlich an der Umsetzung des LMBV-Vorhabens. (RK)


Durch Ausbau nimmt die Neuprofilierung der Kleinen Spree weiter Gestalt an

Bisher wurde etwa die Hälfte der geplanten Ausbaustrecke bereits fertiggestellt

Technikeinsatz an der Kleinen Spree

Senftenberg/Spreewitz. Durch den im Auftrag der LMBV derzeit laufenden Ausbau nimmt die Neuprofilierung der Kleinen Spree immer mehr Gestalt an. Der Ausbauabschnitt der Kleinen Spree von Burghammer bis Spreewitz in der Gemeinde Spreetal für eine maximale Abflusskapazität von 7 m³/s ist ein wichtiger Bestandteil des Wasserspeichersystems Lohsa II, das aus den drei Speicherbecken (SB) Dreiweibern, Lohsa II und Burghammer besteht.

Das Wasserspeichersystem Lohsa II dient der Niedrigwasseraufhöhung der Spree und damit dem Schutz des Biosphärenreservates Spreewald und der Stützung des Wasserhaushaltes von Berlin.

Grundlage für den derzeitigen Ausbau bildet das entsprechende Planfeststellungsverfahren zum „Wasserspeichersystem Lohsa II“ Teil 2 „Ausbau Kleine Spree von Burghammer bis Spreewitz“ vom 21. März 2018. Durch den Ausbau der Kleinen Spree auf einer Länge von 5,4 Kilometern soll das Wasserspeichersystem Lohsa II vollständig betriebsfähig werden.

Das Vorhaben schließt auch eine Entnahme vorhandener Eisenhydroxidschlamm-Ablagerungen im und am Gewässer ein. Dazu wurde mittels Saug-Spülverfahren der sedimentierte Eisenhydroxidschlamm über Landsammelleitungen zu geotextilen Entwässerungsschläuchen gepumpt und nach dortiger Entwässerung fachgerecht entsorgt.

Die vorbereitenden Arbeiten für den Gewässerausbau einschließlich der Kampfmittel-Suche und -Beräumung begannen schon im Herbst 2018. Seit Juli 2020 wird nach vollständiger Entschlammung der Ausbaustrecke innerhalb des ursprünglichen Gewässerverlaufes das neue Trapezprofil hergestellt. Die Arbeiten durch die auftragnehmende Firma HAGN Umwelttechnik GmbH aus Sulzemoos finden weitestgehend einseitig am Flusslauf statt. Die Ausbauabschnitte werden wechselnd an denjenigen Uferbereich gelegt, an dem mit geringeren ökologischen Auswirkungen zu rechnen ist.

Die Sohlbreite im Ausbaubereich wird im Mittel fünf bis sechs Meter betragen und eine mäandrierende Niedrigwasserrinne aufweisen. Das neue Gewässerbett wird insgesamt ca. zehn Meter breit sein. Der Gewässerausbau erfolgt in der „fließenden Welle“. Somit kann in weiten Teilen des Ausbaubereiches auf eine trockene Baugrube mit Wasserhaltung und Umflut verzichtet werden. Nur in Bereichen wo der Einbau von Wasserbaupflaster vorgesehen ist, wird eine Bauwasserhaltung erforderlich. Durch den Einbau eines hauptsächlich einlagigen ungebundenen Kornfilters werden Flusssohle sowie Böschungen gesichert. Zur Böschungssicherung erfolgt zudem der Auftrag von Oberboden und die Begrünung sukzessive zum Ausbaufortschritt, wobei die optische Integration des Gewässers in das vorhandene Landschaftsbild unterstützt werden soll.

Zur Verbesserung der Lebensbedingungen für die Fließgewässerfauna werden in ausgewählten Bereichen mit einer Gesamtlänge von ca. einem Kilometer Aufweitungen, kleine Inselflächen, Schilfflächen und unterschiedlich geneigte Böschungen angelegt, um gewässertypische Strukturen zur Verbesserung der Lebensbedingungen für die Gewässerfauna und –flora zu schaffen. Die Naturschutzfachlichen Anforderungen werden durch eine ökologische Baubegleitung überwacht und beinhalten u.a. auch das Umsetzen von Ameisennestern, das Bergen von Höhlenbäumen sowie das Anbringen von Nistkästen.

Bis Ende Februar 2021 konnte die Hälfte der geplanten Ausbaustrecke bereits fertiggestellt werden. Der Abschluss der Maßnahme zum Flussausbau ist derzeit witterungsabhängig im Frühjahr 2022 geplant. Anschließend erfolgt noch der Neubau einer Fußgängerbrücke, einer Wirtschaftsbrücke sowie der Ersatzneubau des Pegels Burgneudorf in der Nähe der Straßenbrücke des Ortes Burgneudorf. Das Bauvorhaben wird abschließend durch die Bepflanzung der beanspruchten Flächen entlang des Gewässers komplettiert.

Die erforderlichen umfangreichen Umverlegungs- bzw. Sanierungsmaßnahmen der querenden Rohrleitungen wurden und werden in enger Abstimmung mit den jeweiligen Medienträgern durchgeführt. Zudem wird die Gesamtmaßnahme, wie bereits schon im Planungsprozess, durch die Landestalsperrenverwaltung, welche die Unterhaltungslast der Kleinen Spree als Gewässer 1. Ordnung im Sinne des Sächsischen Wassergesetzes ausübt, im Rahmen der Ausführung begleitet. (UST Stand: 15.03.2021)

Aufnahmebehälter aus Geotextil für abgesaugten Schlamm aus Kleiner Spree

Ausbau-Fotos aus 2020


WCL: Erste Lausitzer WasserCluster-Konferenz in Cottbus informierte breites Publikum

Cottbus. Den großen Herausforderungen bei der Bewältigung der mit dem Strukturwandel in der Lausitz einhergehenden wasserwirtschaftlichen Aufgaben Rechnung tragend, sind drei Fachministerien der Einladung des Wasser-Cluster-Lausitz e.V. zur Teilnahme an der Wasserkonferenz gefolgt. Die Veranstaltung wurde am 12. März 2021 an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) als Hybridveranstaltung mit mehr als 450 Online-Teilnehmenden aus dem In- und Ausland sowie einem sehr begrenzten Personenkreis in Präsenz durchgeführt.

Die Präsidentin der BTU Cottbus-Senftenberg Universität Prof. Gesine Grande unterstreicht in ihrer Eröffnungsrede die Rolle der Universität als Plattform für den fachlichen Austausch und den Diskurs: „Die Weichen, die wir heute für eine verantwortungsvolle und nachhaltige Nutzung unserer überaus wichtigen Ressource Wasser stellen, haben unmittelbare Auswirkungen auf unsere Zukunft und die unserer Region. Über meine Funktion im Nachhaltigkeitsbeirat des Landes Brandenburg werde ich die Brisanz des Themas, die Ergebnisse der Konferenz und das Know-how der BTU hinsichtlich der wasserwirtschaftlich zu lösenden Aufgaben einbringen.“

In ihrer Videobotschaft sagt die zuständige Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Berlin Regine Günther: „Die jahrzehntelangen massiven Eingriffe in den Wasserhaushalt durch die Braunkohleförderung sowie der beschleunigte Klimawandel stellen die Hauptstadtregion zukünftig vor enorme Herausforderungen bei der sicheren Wasserversorgung. Wir benötigen ein kluges und vorausschauendes Wassermanagement unter Berücksichtigung der Gewässerökologie. Dabei gilt es jetzt gemeinsam einer möglichen Wasserknappheit entgegen zu steuern. Die Wasserkonferenz ist hier ein wichtiger Beitrag.“

Auf die Rolle des Landes Brandenburg geht Umweltminister Axel Vogel ein: „Der Ausstieg aus der Braunkohle ist alleine schon aus Gründen des Klimaschutzes unvermeidlich und zwingend erforderlich. Die gravierenden Folgen des Kohleabbaus für den Wasserhaushalt werden uns noch lange begleiten und können nicht von einer Generation bewältigt werden. Für die dafür notwendigen Maßnahmen sind zuallererst die Bergbauunternehmen nach dem Verursacherprinzip in der Pflicht. Gleichzeitig arbeiten Brandenburg, Sachsen und Berlin länderübergreifend an Lösungen zur Stabilisierung des Wasserhaushalts.

Zur Absicherung aller ökologischen und wasserwirtschaftlichen Interessen, vor allem in niederschlagsarmen Zeiten, braucht es ein gemeinsames und zielgerichtetes Handeln auf allen Ebenen. Das gilt für das Einzugsgebiet von Spree und der Schwarzen Elster gleichermaßen. In Abstimmung mit Sachsen wird aktuell die Nutzung der Tagebaurestseen sowohl für den Wasserrückhalt in Hochwassersituationen als auch für die Niedrigwasseraufhöhung untersucht. Wir brauchen zur Bewältigung dieser Aufgaben, die dazu noch durch den fortschreitenden Klimawandel erschwert wird, zukunftsorientierte Anpassungsstrategien und weiterhin die gemeinsame Anstrengung von Unternehmen, Landnutzern, Politik, Wissenschaft und allen beteiligten Akteuren.“

Wie ein roter Faden durchzieht es alle Vorträge: Die Bewältigung der wasserwirtschaftlichen Folgen des Braunkohlebergbaues in Verbindung mit den zeitgleich wirkenden Einflüssen des Klimawandels sind als Mehrgenerationsaufgaben zu sehen. Dafür gibt es weltweit keine Beispiele. Hier hat das Bundesunternehmen Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) in den vergangenen 25 Jahren auf vorbildliche Weise gezeigt, wie trotz häufiger Trockenwetterperioden Bergbaufolgeseen aufgefüllt und zu erlebnisreichen Landschaften entwickelt werden können.

Dass auch in den niederschlagsarmen Jahren 2018 bis 2020 keiner der Spreeanrainer bis Berlin einen größeren Schaden genommen hat, liegt nach Ansicht von Sachsens Umweltminister Wolfram Günther am engen Schulterschluss zwischen Berlin, Brandenburg und Sachsen. Günther: „Mit unseren Speichern im Oberen Spreegebiet sorgt die sächsische Landestalsperrenverwaltung kontinuierlich für eine angemessene Wasserführung der Spree. Wir stimmen uns bereits seit vielen Jahren länderübergreifend ab, um das Wasser in den Einzugsgebieten von Spree und Schwarzer Elster zu bewirtschaften. Auf diese Zusammenarbeit werden wir bei der Bewältigung des Struktur- und Klimawandels aufbauen.“

Dazu sei auch ein besserer Wasserrückhalt in der Fläche, im Siedlungsraum und im unbebauten Offenland notwendig. „Die Folgen des Braunkohleabbaus für den Wasserhaushalt in der Lausitz werden uns noch Jahrzehnte begleiten und viel Geld kosten. Selbstverständlich müssen die Kohleunternehmen ihre gesetzlichen Verpflichtungen erfüllen. Die darüber hinaus gehenden Langzeitkosten können die Länder nicht allein stemmen. Hier ist der Bund gefragt, denn die jahrzehntelange Kohlenutzung war ein Teil der nationalen Energieversorgung“, so der Minister weiter.

Im Schlusswort der Wasserkonferenz betonte Sprembergs Bürgermeisterin und ehemaliges Mitglied der Kommission Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung, die so genannte „Kohlekommission“ Christine Herntier: „Ich fahre heute etwas beruhigter nach Hause und wünsche mir vor allem, dass neben künftigen regelmäßigen Wasserkonferenzen vor allem die noch bestehende Denkhindernisse an den Ländergrenzen zum Wohle der Lausitz aber auch der Hauptstadtmetropole noch schneller überwunden werden“. Quelle: WasserCluster Lausitz-Pressemeldung (c/o BTU) 12. März 2021, 15 Uhr


Sächsisches Oberbergamt informiert: Erste Experteneinschätzungen zur Knappensee-Böschungsbewegung

Etwa eine Mio. Kubikmeter ausgeflossen - Keine Freigabe des Altbergbaugewässers in 2022 zu erwarten

Freiberg/Lohsa. Nach ersten Experteneinschätzungen zur Knappensee-Böschungsbewegung vor Ort kommt das SächsOBA, die LTV gemeinsam mit Sachverständigen für Geotechnik sowie LMBV-Verantwortlichen zu folgenden ersten Einschätzungen: Am 11. März 2021 kam es im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen zu einem Setzungsfließen im Bereich G-Nord/Hochkippe am Ostufer des Knappensees. Die ausgeflossenen Massen umfassen ca. 1 Mio. Kubikmeter, ermittelt aus dem erfolgten Wasserspiegelanstieg und markscheiderischen Daten.

Der Wasserstand erhöhte sich aufgrund der ausfließenden Massen um 36 Zentimeter am Ereignistag, am Folgetag sank dieser auf 29 cm. Die Schwallwelle betrug nach Augenzeugenaussagen ca. 1,50 Meter und traf schräg zur Uferlinie im Bereich Südböschung/Groß Särchen auf. Es wurden mehrere eingeschossige Gebäude beschädigt sowie ein Grundstück. Personen kamen nicht zu Schaden.

Es handelt sich um ein singuläres Ereignis, das sich im Rahmen der Risikobetrachtung bewegt. Zum Initial des Setzungsfließens kann man zum jetzigen Zeitpunkt keine genauen Aussagen treffen, es können mehrere Faktoren (in Kombination) ursächlich sein.

Befliegungen des Rutschungsbereichs zur Erfassung der Kubatur und Lotungen zur Erfassung der Unterwassersituation werden in den nächsten Tagen stattfinden.

Eine Gefährdung von gesperrten Innenkippen liegt im Lausitzer Revier generell vor. Die besondere Situation der Sanierungsarbeiten am Knappensee mit einer Hochkippe im unsanierten Böschungsbereich kann nicht verallgemeinert werden.

Es wurde Baustopp für die Sanierungsarbeiten am Knappensee ausgesprochen, in den kommenden Tagen wird die Situation neu bewertet.

Der Knappensee kann nach jetzigem Kenntnisstand 2022 nicht freigegeben werden, so dass SächsOBA in seiner heutigen Einschätzung.

Seeseitige Ansicht der betroffenen Uferabschnitts am Knappensee

Archivaufnahme der Sanierung


Landseitige und seeseitige RDV-Technik am Knappensee im Einsatz - 2020


Sächsisches Oberbergamt informiert: Rutschung an noch unsaniertem Uferabschnitt am gesperrten Knappensee

Setzungsfließereignis an der Nordostböschung unterhalb der ehemaligen Hochkippe


Seeseitige Ansicht des betroffenen Uferabschnitts am Knappensee

Freiberg/Lohsa. Maßgebend für den Eintritt der umfangreichen Rutschung vom 11. März 2021 am Knappensee war die geotechnische Gefährdungssituation an den Uferbereichen der Ostböschung des Knappensees. Diese Gefährdungssituation ist in der Instabilität der Innenkippen begründet und war ein wesentlicher Grund für die umfangreichen Sanierungsarbeiten, die seit 2014 zur Sicherung des Knappensees durchgeführt werden. Das Ausfließen von Massen in den See wird durch sogenannte „versteckte Dämme“ zur Stabilisierung der Böschungen verhindert. Dieser Damm sollte an dem von der Rutschung betroffenen Uferabschnitt erst noch durch die planmäßige Sanierung mittels Rütteldruckverdichtung geschaffen werden. Ausgelöst wurde die Rutschung vom 11. März 2021 dann durch Initialeinträge bei seeseitigen Profilierungsarbeiten am Ufer zur Vorbereitung dieser geplanten Rütteldruckverdichtung, welche sich selbst verstärkten und zu dem eskalierenden Ausfließen der Kippenmassen und der Schwallwelle führten.

Diese Ursachenkette ermittelten die beauftragten externen Sachverständigen für Geotechnik und stellten sie nun dem Sächsischen Oberbergamt als zuständiger Gefahrenabwehrbehörde und der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) vor. Die Ursachenermittlung wurde am 2. Juni 2021 durch das Oberbergamt und die LMBV bestätigt. Der abschließende geotechnische Bericht der Sachverständigen für Geotechnik soll voraussichtlich am 18. Juni 2021 vorgelegt werden.

Die Rutschung kam an den bereits mit Rütteldruckverdichtung gesicherten benachbarten Uferbereichen zum Stehen. Diese Sicherungsdämme haben den großen Belastungen standgehalten und somit auch einen Nachweis der Wirksamkeit der Sanierungsmaßnahmen erbracht. Die Sachverständigenauswertung schafft für das Oberbergamt und die LMBV nunmehr die Basis für die weitere Planung. Neben den bereits erfolgten Sofortmaßnahmen nach der Rutschung müssen die Voraussetzung für eine Fortsetzung der regulären Sanierungsarbeiten geschaffen werden. Dazu wird zunächst der geotechnisch instabile Rutschungskessel gesichert. Bis zum 28. Juni 2021 soll durch die Sachverständigen ein Konzept zu den erforderlichen Sicherungs- und Sofortmaßnahmen erarbeitet werden. Über die Fortsetzung der regulären Sanierung des Knappensees in den betroffenen Bereichen kann dann erst im Frühjahr 2022 entschieden werden.

Am Knappensee laufen im Auftrag des Sächsischen Oberbergamtes seit mehreren Jahren aufwendige Sicherungsarbeiten. Die LMBV als Projektträgerin vergibt nach Ausschreibung die konkrete Umsetzung der Arbeiten an geeignete Sanierungsunternehmen. Da bis zum Abschluss der Sanierungsmaßnahmen geotechnische Risiken bestehen, erfolgen die Arbeiten abschnittsweise unter hohen Sicherheitsauflagen und werden von Sachverständigen begleitet und überwacht. Für die Zeit der Sicherung des Bergbaufolgesees ist das Gebiet eingezäunt und für jegliche öffentliche Nutzung gesperrt.

Quelle: Medieninfo des SächsOBA v. 08.06.2021

Landseitige und seeseitige RDV-Technik am Knappensee im Einsatz - 2020
Seeseitige RDV am Knappensee am Uferabschnitt D-Ost 2020


Baustart für Radwegbau rund um den Großräschener See am 8. März 2021

Lückenschluss des Radweges um den Großräschener See mit Umgestaltung der Reppister Höhe

Großräschen. Südwestlich vom Großräschener See starten am 8. März 2021 die Bauarbeiten für einen 2,8 Kilometer langen Radwegeabschnitt.

Dieser Radweg im Bereich der Reppister Höhe ist Teil der Lückenschlussmaßnahme rund um den Großräschener See. Er wird im Auftrag der LMBV vom Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg als Projektträger errichtet. Entstehen soll ein drei Meter breiter Radweg in Asphaltbauweise. Weiterhin wird in diesem Zuge die Reppister Höhe umgestaltet.

Die voraussichtliche Fertigstellung ist für Ende Mai 2021 vorgesehen. Der benannte Abschnitt ist während der Bauzeit voll gesperrt. Dieses Projekt wird überwiegend finanziert aus Mitteln des Landes Brandenburg des § 4 Verwaltungsabkommen zur Braunkohlensanierung.

Quelle: Pressemitteilung des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg vom 04.03.2021


Übersichtskarte - in grün der zu bauende Wegeabschnitt (zur Verfügung gestellt v. ZV LSB)

Aussichtspunkt Reppister Höhe ist nun gut erreichbar


Großräschener Hafen
Aussichtspunkt Reppister Höhe
Erinnerung an verschwundene Orte am Aussichtspunkt Reppister Höhe


Sanierungsarbeiten im Randschlauch Kostebrau 2021 auf der Zielgeraden

Senftenberg | Kostebrau | Klettwitz. Die im Jahr 2020 wieder angelaufenen Sanierungsarbeiten im Randschlauch Kostebrau gehen im Sommer 2021 auf die Zielgeraden. Neben der Böschungsgestaltung stehen vor allem künftig noch Aufforstungsarbeiten im Mittelpunkt.
Konkret handelt es sich bei den Sanierungsarbeiten im ehemaligen Randschlauch Kostebrau, ein besonders tiefliegendes Gebiet. Hier werden etwa 1,5 Millionen Kubikmeter Erdmassen umgeschichtet, wobei allein 38.000 Kubikmeter für die Verfüllung eines dort befindlichen kleinen Restloches benötigt werden.
Darüber hinaus erfolgt die Auffüllung von Tieflagen, als auch die standsichere Gestaltung der Böschungen. Insgesamt handelt es sich um eine 150 Hektar große zu rekultivierende Fläche nördlich der Straße von Kostebrau nach Klettwitz. Hier ist die Fa. Strabag i.A. der LMBV tätig.
Die Sanierung in diesem Bereich soll bis zum Sommer 2021 weitestgehend abgeschlossen werden. Anschließend sind Wegebauarbeiten und Böschungsbegrünungen vorgesehen, bis es letztlich an das Pflanzen eines neuen Waldes geht. Die Bergbaufolgelandschaft sieht in diesem Bereich die forstwirtschaftliche Nachnutzung vor. Es werden vor allem standortgerechte Bäume - d.h. nicht nur Monokulturen - nach Vorliegen des bodengeologischen Kartierungsberichtes gepflanzt.
Der südlich angrenzende Lauchhammeraner Ortsteil Kostebrau gilt als Halbinsel inmitten der großräumigen Bergbaulandschaft. Weite Kippenflächen, Randschläuche und wassergefüllte Restlöcher umgeben und prägen den Ort mit seinen etwa 500 Einwohnern. Nun wird hier im Umfeld bald wieder ein neuer Wald dank der LMBV-Aktivitäten heranwachsen. (RK)


Eisenfracht in der Spree 2020 erneut durch Bergbausanierer-Einsatz deutlich reduziert

Senftenberg/Dresden/Spremberg. Eine wichtige fortlaufende wasserwirtschaftliche Sanierungsaufgabe der LMBV war auch im Jahr 2020 die Reduzierung der sanierungsbergbaubedingten Stoffeinträge aus den Grundwasserleitern in die Fließgewässer. Dabei bildet das Einzugsgebiet der Spree einen Schwerpunkt der problembezogenen Handlungserfordernisse in der Lausitz.
„Die Maßnahmen zur Reduzierung der Eisenfracht in der Spree haben auch 2020 eine sehr gute Wirkung erzielt“, resümiert für die LMBV die Projektgruppe „Gewässergüte Fließgewässer Lausitz“ den Jahresbericht 2020 zum „Monitoring der Eisenbelastung der Spree und der Talsperre Spremberg“, der jüngst fertiggestellt wurde. Verfasst hat den neuen Bericht auch 2020 der LMBV-Fachgutachter Dr. Wilfried Uhlmann vom Dresdener Institut für Wasser und Boden (IWB).
Handlungsschwerpunkt war 2020 die Verringerung der Eisenfrachten im Spreegebiet mit dem Betrieb der Konditionierungsanlage an der Spree vor der Talsperre Spremberg. „Das Betreiben der Konditionierungsanlage und die kontinuierlichen Beräumungsmaßnahmen (Vorsperre Bühlow) im Zulauf der Spree zur Talsperre Spremberg sind“, so Marius Schlösser von der Projektgruppe, „zurzeit die wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen die Eisenbelastung der Spree und zum Schutz des Spreewaldes.“
Diese Konditionierungsanlage in der Spree im Zulauf zur Vorsperre Bühlow bestehend aus zwei Teilanlagen (TA I – Bekalkungsanlage im Bereich Spremberg-Wilhelmsthal und TA II - Flockungshilfsmittelzugabe am Einlaufbauwerk der Vorsperre) erzielte eine wirksame Erhöhung des Eisenrückhaltes in der Vorsperre Bühlow auf ca. 66 % (2019: 53%) bezogen auf die Eisenfracht in der Spree in Spremberg-Wilhelmsthal, entlastet damit die Hauptsperre und sichert gleichzeitig die Einhaltung der Zielwerte unterhalb der Talsperre am Pegel Bräsinchen.
Für den Parameter Eisen-gesamt wurden hier 2020 jahresdurchschnittlich 0,4 mg/l registriert. Die Talsperre Spremberg (Vor- u. Hauptsperre) leistet im Berichtszeitraum insgesamt einen Eisenrückhalt von ca. 94 %. Die Eisen-gesamt-Konzentration am Auslauf der Vorsperre Bühlow war erstmalig seit der kontinuierlichen Messreihe (ab 2012 gemessen an der Messstelle Bühlower Brücke) ganzjährig im Mittel der Tageswerte bei 1,8 mg/L. Somit wurde der Orientierungswert der Oberflächengewässerverordnung (OGewV) nach der Vorsperre Bühlow 2020 überwiegend unterschritten.
Mitverantwortlich für die reduzierte Eisenbelastung der Spree sind jedoch auch die Trockenjahre 2018 bis 2020. „Aufgrund der fehlenden Niederschläge und der damit verbundenen geringeren Grundwasserneubildung wurde zudem weniger Eisen aus dem Grundwasserleiter in die Oberflächengewässer eingetragen.“
Durch die verstärkte Eisenausfällung in der Vorsperre Bühlow steigen die Anforderungen an die bedarfsgerechte, zyklische Beräumung. In 2020 wurden die Maßnahmen zur Teilberäumung von eisenhydroxidbelasteten Schlämmen (EHS) mittels Saug-/Spülbaggerung in Projektträgerschaft der LMBV fortgeführt.
Die in 2020 an der Vorsperre angefallenen Eisenhydroxidschlämme (EHS) mit einer Gesamtmenge von ca. 45.000 t wurden im Auftrag der LMBV beprobt, analysiert und ausnahmslos als nicht gefährliche Abfälle einer stofflichen Verwertung zugeführt.
Durch den Einsatz von Flockungs- und Flockungshilfsmitteln und den damit verbundenen verbesserten Eisenrückhalt im Zuge der Konditionierungsmaßnahmen konnten zudem die Umweltbedingungen für die aquatische Fauna in den Gewässern verbessert werden. Sie haben sich 2020 weiter stabilisiert.
Zu diesem Ergebnis kommt der bereits im Dezember 2020 erstellte Monitoringberichtdes Instituts für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow.
Alle relevanten Berichte zum Thema sind auch auf der Homepage der LMBV unter dem Punkt Wassermanagement/Wasserbeschaffenheit/Lösungen für die Spree einsehbar und zugänglich.


BTUC: Bergbau-Wasser-Klima sind die Themen der 1. Wasserkonferenz Lausitz — LMBV dabei

Verantwortliche aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der drei Bundesländer Sachsen, Brandenburg und Berlin diskutieren mit einem breiten Fachpublikum

Cottbus | Senftenberg. Anlässlich des Weltwassertages findet am Freitag, 12. März 2021, an der BTU Cottbus-Senftenberg die erste Wasserkonferenz für die Lausitz statt. Mit dabei sind die Umweltminister von Sachsen und Brandenburg Wolfram Günther und Axel Vogel sowie die Berliner Umweltsenatorin Regine Günther. Für die LMBV wird Eckhard Scholz, Bereichsleiter Technik der LMBV, zu den Teilnehmern sprechen und vortragen.

Im Zeitraum nach 1990 konnten durch Wassereinleitungen des aktiven Braunkohlebergbaus die Wassermengen und deren Verteilung noch großflächig gesteuert werden. Sie wurden oft an den Bedarfen orientiert geregelt, beispielsweise in der Flussgebietsbewirtschaftung oder der Flutung der Tagebauseen.

Mit dem definitiven Kohleausstieg werden nunmehr wasserwirtschaftliche Herausforderungen für die Lausitz relevant, die mit rückläufigen Wassermengen in Flüssen einhergehen werden. Von dieser Niedrigwasser-Entwicklung wird nicht nur die Lausitzer Region betroffen sein. Die Wirkungen werden bis in die Metropolregion Berlin- Brandenburg spürbar werden und dies über einen langen Zeitraum.

Die Konferenz und die Initiativen des Wasser-Cluster-Lausitz e.V. sollen das umfangreiche Wissen und die Erfahrungen von Landeswasserbehörden, Bergverwaltungen und den Bergbauunternehmen LEAG und LMBV bündeln und für die Zukunft nachhaltig nutzbar machen.

Die Hybridveranstaltung wird gemeinsam von der BTU und dem Wasser-Cluster-Lausitz e.V. organisiert und durch das Land Brandenburg unterstützt. Das Interesse am Thema ist groß. Bisher liegen rund 230 Anmeldungen aus den Bereichen Politik, Kommunen, Wirtschaft und Behörden vor. Eine begrenzte Teilnehmerzahl wird im Audimax am Zentralcampus in Cottbus vor Ort sein, während der Großteil des Fachpublikums via Livestream dabei sein wird.

Anmeldungen für die Online-Teilnahme bis 28. Februar 2021 an: wassertag2021(at)wasser-cluster-lausitz.de

Das Programm besteht aus drei Themenblöcken:

  • BERGBAU: Zusammenhänge zwischen Braunkohle- und Sanierungsbergbau und dem regionalen Wasserhaushalt
  • WASSER: Wasserhaus­halt und bergbaubedingte Stoffbelastungen in Schwarzer Elster und Spree sowie sich daraus ergebende Handlungsoptionen
  • KLIMA: Klimaentwicklung, Auswirkungen auf Wasserhaushalt und Naturschutz

Quelle: PM der BTU v. 18.02.2021, redigiert

Große Insel im entstehenden Cottbuser Ostsee
Große Insel im entstehenden Cottbuser Ostsee


Winterbaustellen im Nordraum des LMBV-Sanierungsgebietes — z.B. bei Luckau — laufen

Senftenberg. Trotz der teils zweistelligen Minusgrade der vergangenen Tage waren die Sanierungstätigkeiten der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH im Nordraum weitgehend störungsfrei. So konnte bei der Rütteldruckverdichtungs- bzw. Rüttelstopfverdichtungsmaßnahme am Restloch A (Hindenberger See) bei Luckau planmäßig gearbeitet werden. Die Maßnahme dieser Kippenverdichtung dauert noch bis Frühjahr 2022. Rund elf Hektar werden in einer Teufe (Tiefe) von bis zu 24 Metern verdichtet, die Länge des entstehenden Rütteldamms beträgt 1233 Meter, die Breite 34 Meter.

Auch an der Vernässungsfläche Schlabendorf-Nord wird verdichtet. Der Hauptstützkörper wird 186 Meter lang und 45,5 Meter breit, es wird bis zu einer Teufe von 45,5 Meter verdichtet. Auch der dazugehörige Zuführungsstützkörper wird mit der Rütteldruckverdichtungstechnologie errichtet. Diese wird 186 Meter lang und 49 Meter breit. Die Rüttelteufe beträgt bis zu 44,5 Meter. Außerdem umfassen die Sanierungsleistungen auf dieser Fläche noch einen so genannten landseitigen Rucksack, ebenfalls einen Stützkörper, und einen seeseitigen Vorfeldstützkörper.

Die Arbeiten sind voraussichtlich im Herbst dieses Jahres abgeschlossen, die Rütteldruckverdichtungsmaßnahme wird bereits im zweiten Quartal 2021 beendet sein.

Die Rütteldruckverdichtung ist eine effektive Methode, um locker gelagerte, gleichförmige Lausitzer Sande bis in große Tiefen gleichmäßig zu verdichten. Das Verfahren ist besonders zur Stabilisierung erdfeuchter, wassergesättigter und somit setzungsfließgefährdeter Kippenböden geeignet.

Im Raum Schlabendorf-Nord wurde bis 1977 Braunkohle gefördert.

Fotos: Christian Horn für LMBV



Beginn der notwendigen Abbrucharbeiten an Wohnhaus in der Külz-Straße in Lauchhammer

Vor dem Rückbau: Gefährdetes Gebäude in der Külzstraße in Lauchhammer

Senftenberg/Lauchhammer. In dieser Woche beginnen erste notwendig gewordene Abbrucharbeiten an einem Wohnhaus in der Wilhelm-Külz-Straße in Lauchhammer in Abstimmung mit der Stadt Lauchhammer, dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz, dem Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg (LBGR) und dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg (MIL).

In der Wilhelm-Külz-Straße in Lauchhammer sind bekanntlich neun Gebäude, darunter 5 Wohn- und 4 Gewerbebebauungen, infolge des Grundwasserwiederanstiegs im Bereich von Kippen des Altbergbaus in der Stadt grundbruch- und ggf. setzungsfließgefährdet.

Für das Areal liegen geotechnische Gutachten vor, die eine Standortaufgabe bis zum 31.12.2022 empfehlen. Ein erstes Wohnhaus musste daraufhin bereits aufgegeben und freigezogen werden. Dieses Objekt wird jetzt in den kommenden Wochen unter Einhaltung strenger Verhaltensanforderungen in Projektträgerschaft der LMBV von einer Baufirma abgebrochen. Weitere Rückbaumaßnahmen im Bereich der Wilhelm-Külz-Straße sind derzeit nicht vorgesehen.


In den ersten fünf Wochen in 2021 bereits fast 14 Mio. m³ in Bergbaufolgeseen abgenommen

LMBV-Wasserspeicher und Restlöcher nehmen Überschusswasser aus Spree und Schwarzer Elster auf

Zulauf in den Sedlitzer See

Senftenberg. Nach Hochrechnungen der Flutungszentrale Lausitz wurden bis zum 05.02.2021 schon etwa 13,8 Mio. m³ Überschusswasser in die Bergbaufolgeseen der LMBV aus den Flüssen der Region abgenommen. Dazu gehörte der Bärwalder See (LMBV-Speicher Bärwalde) mit rund 3,2 Mio. m³ aus der Spree.

In ähnlicher Größenordnung von 2,99 Mio. m³ wurde der LMBV- Speicher Lohsa II aus der Spree zur Entlastung des Flusses geflutet. Etwa 1,8 Mio. m³ wurden in den Speicher Burghammer übergeleitet. In das LMBV-Restloch Koschen, der Geierswalder See, wurde - innerhalb seines geplanten Schwankungsbereiches - mit etwa 1,21 Mio. m³ aufgefüllt.

Auch der Zuleiter zum Restloch Bluno war geöffnet worden: aus der Schwarzen Elster gingen vom 20.01. bis 29.01.21 etwa 0,95 Mio. m³ in das Restloch Bluno, den künftigen Neuwieser See. Aus dem Oberen Landgraben (OLG) wurden etwa 2,2 m³/s Spreewasser in das Restloch Sedlitz abgeschlagen. Rund 0,8 Mio. m³ wurden zudem aus dem Restloch Skado in das Restloch Sedlitz übergeleitet und von dort in die LMBV-Wasserbehandlungsanlage Rainitza gepumpt. 0,4 Mio. m³ konnten davon zur Stützung des LMBV-Restloches Meuro abgegeben werden.

Hier wurde beispielhaft zur Entlastung der Vorfluter Wasser abgenommen (Stand 05.02.2021):

  • Aus der Spree in den Oberen Landgraben: Im Foto der Abschlag zum Sedlitzer See. Zurzeit läuft Pumpbetrieb der Pumpstation Spreewitz mit vier Pumpen (entspricht der möglichen Volllast) 2,2 m³/s
  • Ankommendes Wasser im Schulenburgkanal, einem Zulauf bei Klitten, kurz vor der Einleitung in den Bärwalder See
  • Zulaufanlage in den Speicher Lohsa II: Entlastung der Spree im überströmten Betrieb mit 6,2 m³/s ins Speicherbecken Lohsa II: Bilder zeigen die LMBV-Zulaufanlage, das Spreewehr der LEAG sowie die Absturzrampe ins Speicherbecken Lohsa II

Alle Fotos: LMBV, Martin Hoffmann (FZL)

Abflüsse ermöglichen Wasserentnahmen


Bis zu vier Kräne drehen sich nun gleichzeitig für den Hochbau der WBA Plessa

Konturen des künftigen Reaktionsbeckens sind bereits gut erkennen

Der Hochbau auf der Baustelle der WBA Plessa kommt voran - 4 Baukräne gleichzeitig im Einsatz

Senftenberg | Plessa. Der Baufortschritt im Hochbau für die künftige LMBV-Wasserbehandlungsanlage Plessa ist erfreulich. Rund ein Fünftel der notwendigen Arbeiten sind bereits umgesetzt, konnte der verantwortliche LMBV-Projektmanager Andreas Meth auf Nachfrage resümieren:

Der Baufortschritt hat etwa folgenden prozentualen Stand und sieht im Einzelnen so aus:

- Objekt 1 Wehranlage 25%

- Objekt 2 Entnahmepumpwerk 15%

- Objekt 3 Eisenoxydation 15 %

- Objekt 4 Sedimentation 15 %

- Objekt 6 Schlamm-Eindickung 15 %

- Objekt 7 Gebäude 20%

Optisch kann man von der Straße insbesondere die Konturen des künftigen Reaktionsbeckens bereits gut erkennen. Weiterhin wurde mit dem Bau der Rundbehälter begonnen; dazu wurden zwei zusätzliche Baukräne (auf den Fotos als gelbe Kräne erkennbar) aufgestellt. In den Pumpwerken sind die Keller fertiggestellt. Auch die Wände des Betriebsgebäudes sind fertig gestellt; hier ist als nächstes das Dachaufbringen vorgesehen. Bei zwei weiteren Gebäuden sind die Fertigteile gestellt.

Momentan können die Bau- und Beton-Arbeiten nur unter den erschwerten Winterbedingungen durchgeführt werden, d.h. mit Einhausungen bzw. teilweise dem örtlichen Einsatz von Heizungen.

Sichtbarer Baufortschritt auf der Baustelle der WBA Plessa


Start der ersten Holzungen für Sanierung der Brückenfeldkippe Sedlitz erfolgt

Baumfällarbeiten bei Sedlitz sind für künftige Sicherungsarbeiten notwendig

Senftenberg/OT Sedlitz. Anfang Februar hat die Fa. Oehme im Auftrag der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbausanierungsgesellschaft mbH (LMBV) mit den langfristig vorbereiteten und genehmigten Sanierungsarbeiten an der Brückenfeldkippe Sedlitz am Westufer des Sedlitzer Sees begonnen.

Um künftig Sicherheit zu gewährleisten, muss dieses Gebiet durch die LMBV geotechnisch saniert werden. Zunächst beginnen Holzungen und Rodungen auf ca. fünf Hektar Kippenfläche.

Es sind bergbaubedingte Gefährdungen zu beseitigen und daraus resultierende Nutzungseinschränkungen aufzuheben. Dazu sind im ersten Bauabschnitt auf fünf Hektar Holzungen, Rodungen und eine Flächenberäumung der zu sanierenden Kippenfläche vorgesehen. Es folgen ca. 30.000 m³ tiefenwirksame Oberflächenverdichtung (TOV) mit einer Polygonwalze sowie Erd- und Planierarbeiten als baubegleitende Sanierungsleistungen.

Vor der Sanierung sind vorhandene Schutzobjekte zu sichern und entsprechende baubegleitende Messeinrichtungen zu installieren. Etwa 610 Meter eines vorhandenen Forstweges sind zurückzubauen sowie der Wiederaufbau nach Verdichtung vorzunehmen.

Die Brückenfeldkippe nahe Sedlitz ist eine ungesicherte Tagebaukippe. Zwischen 1921 und 1980 förderte der Tagebau Ilse-Ost/Sedlitz dort Braunkohle. Diese Kippe besteht aus locker gelagertem Boden und ist nicht sicher, denn mit ansteigendem Grundwasser kann es zu spontanen Verflüssigungen bzw. zu Grundbrüchen kommen. Fotos: Steffen Rasche für LMBV

Fotos von den ersten Holzungen 2021


Spree-Vorsperre Bühlow wird vom Bergbausanierer auch in 2021 von EHS beräumt

Aufgrund der bergbaubedingten Eisenbelastung der Spree erfolgt auch in 2021 die Entnahme von eisenhydroxidhaltigen Sedimentablagerungen bei Bühlow im Auftrag der LMBV

Senftenberg/Spremberg. Die LMBV betreibt seit dem Jahr 2014 eine Konditionierungsanlage im Zulauf der Spree zur Talsperre Spremberg.

Seither wird mit dem ganzjährigen Betrieb der Anlage der Eisenrückhalt in der Vorsperre Bühlow signifikant verbessert. Die Eisen-gesamt-Konzentration am Auslauf der Talsperre Spremberg lag in 2020 jahresdurchschnittlich bei 0,4 mg/l und somit deutlich unterhalb des ökologisch relevanten Orientierungswertes von 1,8 mg/l.

Damit die zielgerichtete Eisenausfällung respektive der Eisenrückhalt bereits in der Vorsperre der Talsperre permanent stabil funktioniert, müssen die sedimentierten EHS-Ablagerungen hier regelmäßig bedarfsgerecht entnommen werden. Deshalb beräumt die LMBV als Projektträger seit 2017 jährlich den sedimentierten Eisenhydroxidschlamm (EHS) in der Vorsperre Bühlow, als sanierungsbergbaubedingten Mehraufwand zur regulären wasserwirtschaftlichen Gewässerunterhaltung durch das zuständige Landesamt für Umwelt (LfU) Brandenburg.

Die Grundvoraussetzung für den Betrieb der Konditionierungsanlage in der Spree ist daher die bedarfsgerechte, zyklische Beräumung der Vorsperre Bühlow, um deren Funktionalität als Rückhalteraum für den Eisenhydroxidschlamm (EHS) zu gewährleisten. Der Füllungsgrad der Vorsperre bleibt dabei weiterhin kritisch zu beobachten, da bei saisonal ansteigenden Durchflussmengen (z. B. Hochwasserspitzen) im hydrologischen Winterhalbjahr (von November bis April) gleichzeitig auch ein deutlicher EHS-Zuwachs aus dem Oberlauf der Spree prognostisch erwartbar ist.

Im Januar 2021 begann daher auch bereits die nächste EHS-Beräumungskampagne der Vorsperre Bühlow in Projektträgerschaft der LMBV mit der Wiederbefüllung des Sedimentationsbeckens II (SedB II). Als Vorleistung erfolgte am SedB II, eine komplette Beräumung mit anschließender EHS-Entsorgung als baustoffliche Verwertung, der im Jahr 2020 eingespülten EHS-Sedimente mit einer Gesamtmenge von ca. 28.000 t.

Seit dem 25.01.2021 führt die, von der LMBV beauftragte Fachfirma, TWB Tief- und Wasserbau GmbH Boblitz/Spreewald den regulären Betrieb mittels Saug-/Spülbaggerung zur Entnahme des sedimentierten EHS durch. Die Umsetzung der Leistung wird durch das Ingenieurbüro für Bauleitung Dipl. Ing. (FH) Ralf Mohwinkel im Auftrag der LMBV begleitet und überwacht.

Die Vorsperre Bühlow mit einer Fläche von mehr als 100.000 Quadratmetern hat ein Einstau-Volumen von etwa 300.000 Kubikmeter und ist aktuell etwa zu 30 Prozent mit EHS-Ablagerungen gefüllt. Dementsprechend hat die LMBV planmäßig die weiterführende Teilberäumung in 2021 vorbereitet.

Ziel der LMBV-Maßnahme ist, mit einem großen Saug/-Spülbagger (Förderleistung: ca. 800 bis 1.000 m³ pro Stunde) über eine schwimmende Rohrleitung das abgesaugte EHS-Gemisch an ca. 100 Arbeitstagen und einem Feststoffanteil von ca. 10 Prozent in das zuvor geräumte Sedimentationsbecken II an der Vorsperre Bühlow einzuspülen. Ein Abschluss der Entnahme aus der Vorsperre ist witterungsabhängig für das Frühjahr 2021 geplant. Anschließend erfolgt die Nachentwässerung, Beräumung und stoffliche Verwertung des eingespülten EHS bis Ende 4. Quartal 2021.

Optional wurde die weitere Beräumung der Vorsperre und das Wiederbefüllen des Sedimentationsbeckens III für das 2. Halbjahr 2021 durch die LMBV vertraglich vorbereitet. Auch hier erfolgt anschließend eine Nachentwässerung, Beräumung und die weitere stoffliche Verwertung des eingespülten EHS bis Ende 2. Quartal 2022 in Projektträgerschaft der LMBV. Finanziert wird die Maßnahme im Rahmen des § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung.

Fotos: Dipl. Ing. (FH) Ralf Mohwinkel für LMBV

EHS-Beräumung in der Vorsperre der Talsperre Spremberg

Saug/-Spülbagger auch 2021 auf der Vorsperre Bühlow im Einsatz
Das Einspülen in des Sedimentationsbecken begann am 25.01.2021

Blick auf die Vorsperre Bühlow
Saug-/Spülbaggern: EHS-Sedimentation am Zulauf zur Vorsperre sichtbar | Juli 2020
LMBV-Luftbild aus 2020


Region: LEAG plant mit EPNE Windpark bei Briesnig auf Lausitzer Rekultivierungsfläche

Bis zu 17 Windräder für Forst-Briesnig II geplant - Genehmigungsantrag im 1. Halbjahr

Cottbus. Ihr erstes Windparkprojekt in der Lausitz plant die LEAG auf einer Rekultivierungsfläche des Tagebaus Jänschwalde in unmittelbarer Nachbarschaft des bestehenden Windparks Forst-Briesnig I der LHI-Gruppe. Derzeit bereitet der Projektentwickler EP New Energies GmbH (EPNE) das Vorhaben Windpark Forst-Briesnig II für das Lausitzer Energieunternehmen vor. Vorgesehen ist die Errichtung von bis zu 17 Windenergieanlagen mit einer Höhe von bis zu 250 Metern. Erste Gespräche darüber mit Vertretern des Amtes Peitz, der Stadt Forst und der Anrainergemeinden sind bereits erfolgt.

Die Rekultivierungsfläche von etwa 320 Hektar, auf der Forst-Briesnig II entstehen soll, befindet sich in der bergrechtlichen Verantwortung der LEAG. Derzeit wird sie gemeinsam mit der ARGE Heinersbrück für die landwirtschaftliche Nutzung hergestellt. Neben der landwirtschaftlichen Nutzung sollen die Flächen der erneuerbaren Energiegewinnung dienen. Derzeit werden Eignung und Potentiale weiterer Flächen zum Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung, insbesondere auch im PV-Bereich, geprüft.

Die ABO Wind hat einen ersten Windpark mit fünf Anlagen auf dem Gebiet der Gemeinde Forst in Brandenburg errichtet. Das zum Ortsteil Briesnig gehörende Areal wurde bereits 2003 als Windeignungsgebiet ausgewiesen. 2018 hatte ABO Wind das Projekt von Vattenfall erworben. Die Windräder entstanden auf dem Gelände der rekultivierten Bergbaufolgelandschaft des Tagebaus.

Die Inbetriebnahme des Windparks Forst-Briesnig II ist für Ende 2023 / Anfang 2024 geplant. Der Windpark geht dann mit einer Kapazität ans Netz, mit der er etwa 270.000 MWh Strom im Jahr einspeisen kann. Das entspricht rechnerisch dem Jahresstrombedarf von 77.000 Drei-Personen-Haushalten. Die EPNE ist die jüngste EPH-Tochter in Deutschland. Sie entwickelt Erneuerbaren-Projekte für die LEAG und die MIBRAG in den Bereichen Sonne und Wind. Weitere Information finden Sie auf www.leag.de


Blick über einen Sanierungs-Seilbagger zum KW Jänschwalde und zu Windpark


Geotechnische Sicherung der Brückenfeldkippe bei Sedlitz in 2021ff geplant

Senftenberg/Sedlitz. Ende Januar beginnt die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbausanierungsgesellschaft mbH (LMBV) mit den langfristig vorbereiteten und genehmigten Sanierungsarbeiten an der Brückenfeldkippe Sedlitz am Westufer des Sedlitzer Sees.

Die Brückenfeldkippe nahe Sedlitz ist eine ungesicherte Tagebaukippe. Zwischen 1921 und 1980 förderte der Tagebau Ilse-Ost/Sedlitz dort Braunkohle. Diese Kippe besteht aus locker gelagertem Boden und ist nicht sicher, denn mit ansteigendem Grundwasser kann es zu spontanen Verflüssigungen bzw. zu Rutschungen kommen.

Um künftig Sicherheit zu gewährleisten, muss dieses Gebiet durch die LMBV geotechnisch saniert werden. Dabei kommen verschiedene Technologien zum Einsatz. Unter anderem wird die Bodenoberfläche mit einer Polygonwalze bearbeitet, aber auch das Verfahren des schonenden Sprengens wird in den nächsten Jahren durchgeführt. Nähere Informationen sind hier zu finden.

Bauabschnitte Brückenfeldkippe Sedlitz


Radweg am Sedlitzer See wird durch Überleitertunnel und Sedlitz umgeleitet

Senftenberg/Sedlitz. Ende Januar beginnt die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbausanierungsgesellschaft mbH (LMBV) mit den langfristig vorbereiteten und genehmigten Sanierungsarbeiten an der Brückenfeldkippe Sedlitz am Westufer des Sedlitzer Sees.

Damit einhergehend wird es notwendig, den uferbegleitenden Radweg für den Zeitraum der geplanten Sanierungsarbeiten zu sperren. Die Umleitungsstrecke wird ab dem Abzweig Überleiter 11 durch dessen Tunnel nach Sedlitz erfolgen. Die Strecke ist damit zudem etwas kürzer. Für die entsprechende Beschilderung wird rechtzeitig vor Baubeginn gesorgt.

Auf der beigefügten Karte ist der künftig gesperrte und nicht mehr nutzbare Wege-Abschnitt gelb, die Umleitung in orange bzw. rot dargestellt.

Die Brückenfeldkippe nahe Sedlitz ist eine ungesicherte Tagebaukippe. Zwischen 1921 und 1980 förderte der Tagebau Ilse-Ost/Sedlitz dort Braunkohle. Diese Kippe besteht aus locker gelagertem Boden und ist nicht sicher, denn mit ansteigendem Grundwasser kann es zu spontanen Verflüssigungen bzw. zu Rutschungen kommen.

Um künftig Sicherheit zu gewährleisten, muss dieses Gebiet durch die LMBV saniert werden. Dabei kommen verschiedene Technologien zum Einsatz. Unter anderem wird die Bodenoberfläche mit einer Polygonwalze bearbeitet, aber auch das Verfahren des schonenden Sprengens wird in den nächsten Jahren durchgeführt.

Ausführlichere Informationen zu dieser Maßnahme finden sich demnächst auch auf der Webseite der LMBV.


Altdöberner See füllt sich kontinuierlich durch Grundwasserzustrom weiter auf

Abschließende Sanierung der Restlochufer dauert noch weitere Jahre an

Senftenberg | Altdöbern. Der Wasserstand im LMBV-Restloch Greifenhain stieg zuletzt um durchschnittlich rund ca. 50 Zentimeter p.a. Die zuführende und ergänzende Flutung des Restloches Greifenhain konnte seit 2007 ausgesetzt werden, da zwischenzeitlich umfangreiche geotechnische Sanierungsarbeiten am entstehenden Bergbaufolgesee durchgeführt werden mussten, die einen zu haltenden Grenzwasserstand erforderten bzw. noch erfordern. Die Fremdflutung über eine Heberleitung aus dem Süden war am 29. Mai 1998 gestartet worden und dauerte im ersten Schritt bis 2007 an. Der Flutungsprozess des Großräschener Sees lief unabhängig davon parallel zwischen 2007 - bis 2019 - ebenfalls an.

Der Pegel des Bergbaufolgesees ist für einen Zielwasserstand von 82,40 m NHN konzipiert. Unterirdische Grundwasserleiter in einer eiszeitlichen Auswaschungsrinne, die vom damaligen Tagebau Greifenhain angebaggert wurden, tragen in das Restloch aus. Fragestellungen des künftigen Wasseranstiegs im LMBV-Bergbaufolgesee werden mit Hilfe eines hydrogeologischen Großraummodells betrachtet und berechnet. Dabei wird der gesamte Wasserhaushalt modelliert - dazu gehören auch Niederschlag, Versickerung, Verdunstung, Grundwassermengen und Fließrichtungen. Der Altdöberner See wird nach Abschluss der Sanierung und Füllung an die Vorflut angeschlossen werden und sein Überschusswasser in Richtung Spree abgeben. Das ist gegenwärtig Gegenstand der aktuellen Planung der LMBV.

Derzeit liegt das Füllvolumen des Restloches Greifenhain bei 85 % und der Wasserstand bei 76,28 m NHN (12/2020). Im Dezember des Vorjahres 2019 lag der Wasserstand bei 75,61 m NHN. Eine weitere Sanierung des Restloches war ursprünglich bis zum Jahr 2026 geplant. Inzwischen erfolgte eine neue strategische Einordnung und Priorisierung der noch ausstehenden Arbeiten am LMBV-Restloch anhand der technischen Zwänge und finanziellen Möglichkeiten im laufenden VA BKS bis 2022. Anrainer sahen nach Medienberichten in der LMBV-Ankündigung, dass der Altdöberner See nun voraussichtlich nicht vor 2030 nutzbar werde, eine „Retourkutsche“ gegen die Bürgerinitiative wegen das überlegten Einleitens von Eisenhydroxid-Schlamm. Dem hat die LMBV bereits widersprochen: „Eine „Retourkutsche“ entspräche weder Stil noch Art und Weise des Umgangs des Bundesunternehmens LMBV mit ihren Partnern in den Anrainerkommunen und Verbänden.“

Für den Abschuss der noch nötigen Sanierungsarbeiten gab es tatsächlich ursprünglich eine frühere Zielmarke der LMBV. Inzwischen erfolgte jedoch eine neue strategische Einordnung und Priorisierung von anstehenden Projekten anhand der technischen Zwänge und finanziellen Möglichkeiten. Nachvollziehbare Ursache für die in 2020 verkündeten Verzögerungen sind noch ausstehende, notwendige Ufer-Sanierungsarbeiten, die erst in den kommenden Jahren umsetzbar sind. "Unvorhergesehene Ereignisse wie die Insel-Rutschung am Senftenberger See, langfristige zusätzliche Aufgaben wie die Beräumung der Vorsperre Bühlow von Eisenhydroxidschlamm und Kostensteigerungen beim Bau beispielsweise der Wasserbehandlungsanlage Plessa sind nicht planbar gewesen, mussten aber kostenseitig ins laufende Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung bis 2022 integriert werden."

Daher wurden … Prioritäten der anstehenden Sanierungsarbeiten neu gesetzt und u.a. damit das Restloch Greifenhain später fertig.“ (Siehe dazu ggfs. auch die LMBV-Information v. 30.10.20). Die LMBV beabsichtigt, in 2021 oder im Folgejahr – in Übereinstimmung mit Altdöberns Bürgermeister Winzer - in einer Informationsveranstaltung ihr Vorgehen und den Ausblick noch einmal zu untersetzen und den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen, sofern die Corona-Pandemie dies organisatorisch zulässt.


Drei Viertel der Belegschaft des Bergbausanierers derzeit im mobilen Arbeiten

Infektionsgeschehen in den Revieren ist nach wie vor sehr dynamisch

Senftenberg. Die Geschäftsführung und der Gesamtbetriebsrat der LMBV wünschen allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie deren Angehörigen ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2021. „Lassen Sie uns die bevorstehenden Aufgaben gemeinsam mit Engagement in Angriff nehmen und unseren Anteil dazu leisten, dass es für die LMBV wieder ein erfolgreiches Jahr wird.“

Die aktuelle Pandemiesituation zeigt deutlich, dass auch im Jahr 2021 große Herausforderungen zur Sicherung der Prozesse in der LMBV zu bewältigen sein werden. In der Sitzung des Krisenstabes der LMBV vom 11.01.2021 wurde die aktuelle Lage erneut bewertet. Die Pandemiesituation in Deutschland hat sich trotz vielfältiger Einschränkungen im öffentlichen und persönlichen Leben nicht entspannt. Bund und Länder haben weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie beschlossen. Auch in der LMBV sind immer wieder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Pandemie betroffen.

Das Infektionsgeschehen in den Revieren ist nach wie vor sehr dynamisch. Für die gesamte LMBV ergibt sich aktuell folgende Statistik: Mittlerweile sind 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter positiv getestet worden, sieben befinden sich gegenwärtig noch im Krankenstand bzw. in Quarantäne. Drei Viertel der Belegschaft sind seit Dezember vorsorglich bereits im mobilen Arbeiten. Auch im Fall des mobilen Arbeitens soll und wird die telefonische Erreichbarkeit der Mitarbeiterschaft sichergestellt werden. Dort, wo eine Anwesenheit vor Ort unvermeidbar und nötig, werden die Maßnahmen zum Gesundheitsschutz und zur Eindämmung der Pandemie im Arbeitsalltag ebenfalls umgesetzt und eingehalten.

Aufgrund der aktuellen Lage hat der Krisenstab entschieden, dass voraussichtlich bis zum 31. Januar 2021 das mobile Arbeiten für das Gros der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterhin die Regelarbeitsweise ist. Abweichungen davon sind nur aus dringlichen betrieblichen Gründen zur Gewährleistung der Betriebsabläufe zugelassen.

Die Geschäftsführung und die Betriebsräte sehen die aktuellen Maßnahmen als notwendig zur Aufrechterhaltung der Betriebsabläufe an, aber auch vor allem als Beitrag zur Eindämmung der Pandemie in unseren Einzugsbereichen: „Wir wissen, dass diese Maßnahmen weiterhin Erschwernisse für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeuten und danken Ihnen ausdrücklich für Ihr Engagement.“


Vielfältige Herausforderungen an Bergbausanierer im Lausitzer Revier im Jahr 2021

Lausitzer Schwerpunktprojekte im vierten Jahr des laufenden Verwaltungsabkommens von 2018 bis 2022

Baumaßnahmen an der künftigen LMBV-Wasserbehandlungsanlage Plessa – eines der wichtigen Investitionsvorhaben im Süden Brandenburgs

Senftenberg. Nach der Weihnachtsruhe geht es auf den Baustellen der Bergbausanierung schrittweise im Januar 2021 wieder weiter. Auch hier sind das Beachten der AHA-Regeln zum Schutz vor Corona-Infektionen und persönliche Schutzmaßnahmen der Bergbausanierer wichtige Seiten des Arbeitsschutzes auf den Sanierungsbaustellen.

Während eine große Zahl von Mitarbeitern der LMBV – so z.B. bei der Planung und im Einkauf - die Möglichkeiten des mobilen Arbeitens nutzen können, leisten z.B. Projektmanager und Unternehmerkontrolleure gemeinsam mit den Beschäftigten der auftragnehmenden Firmen vor Ort auf den Baustellen ihren engaierten Beitrag zum Erfüllen der täglichen Sanierungsaufgaben.

Im Wesentlichen hat die LMBV daher all ihre Projektziele in 2020 erreichen können, so kürzlich Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung. Der Bergbausanierer wird nach Zusammenstellung aller Zahlenwerke und Abrechnungen voraussichtlich Ende des Frühjahrs 2021 seinen Sanierungsbericht für das Jahr 2020 vorlegen können.

Für die Lausitz stehen im Jahr 2021, dem vierten Jahr des laufenden Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung von 2018 bis 2022, eine Vielzahl von herausfordernden Projekten auf der Agenda, die es trotz der Einschränkungen der Corona-Pandemie zu meistern gilt. Die folgende Aufzählung ist nicht abschließend, gibt jedoch einen Überblick über wichtige Lausitzer Schwerpunkte der LMBV:

  • Weiterführung und Fertigstellung der geotechnischen Sicherungsmaßnahmen mittels RDV im Bereich des ehemaligen Tagebaus Schlabendorf-Nord
  • Start der langfristig geplanten und mit Anrainern abgestimmten geotechnischen Sicherungsleistungen am Hindenberger See im Bereich Schlabendorf (es geht hier dabei um die geotechnische Sicherung der kippenseitigen Anschlussböschung am Restloch A inklusive dazugehöriger Wasserstandsabsenkung)
  • Geotechnische Sicherungsleistungen mit der schonenden Sprengverdichtung (sSPV) auf der Innenkippe des Tgb. Seese-Ost – wichtig für die Technologiefortentwicklung durch die LMBV
  • Fortführung der Baumaßnahmen an der künftigen LMBV-Wasserbehandlungsanlage Plessa – einem der wichtigen Investitionsvorhaben im Süden Brandenburgs
  • Fortführen der Arbeiten am zukünftigen Sedlitzer See mit Beginn der Sicherung der Brückenfeldkippe Sedlitz
  • Abschluss der Errichtung des Sanierungsstützpunkts sowie Fortführung der Herstellung des Sedlitzer Ableiters aus der Restlochkette
  • Bauweiterführung und Fertigstellen des Überleiters 3a im Bereich Spreetal
  • Weiterer Betrieb der VTR-Anlage und des Bodenaustausches in Schwarze Pumpe
  • Weiterführung des Ausbaus der Kleinen Spree von Burghammer bis Spreewitz und der vorgesehenen Inbetriebnahme der MWBA Ruhlmühle
  • Begleitung der Standortaufgaben Pappelweg und Külz-Straße gemeinsam mit der Stadt Lauchhammer, dem MIL, dem Landkreis OSL und dem LBGR
  • Maßnahmen im Zusammenhang mit der bergbaulich beeinflussten Grundwasserbeschaffenheit in der Lausitz, u.a. Konditionierungs- und Beräumungsmaßnahmen an der Vorsperre Bühlow und den Wasserbehandlungsanlagen in den Spreegebieten Süd und Nord
  • Weiterführung der geotechnischen Sicherung am Knappensee


Jahresrückblick zur Bergbausanierung I – gespiegelt in Überschriften der Regionalzeitungen

I. Quartal 2020

Senftenberg | Sonderhausen |Leipzig. Nachfolgend soll ein Jahresrückblick zur Bergbausanierung – gespiegelt in den Überschriften
der Regionalzeitungen in den LMBV-Revieren – gegeben werden. Die Auswahl erfolgte selektiv aus Sicht der LMBV-Unternehmenskommunikation. Hier Teil I

 

Januar 2020

„Großbaustelle Blunodamm“ lautete eine Überschrift der LR-Ausgabe Hoyerswerda v. 27.01.2020 und erklärte das LMBV-Vorhaben zum Bau des Überleiters 3. Mit „Ferienhaus-Siedlung wächst am Partwitzer See“ beschrieb die LR am 28.01.2020 eine private Investition am Restloch Skado. „Am Knappensee bleibt es rebellisch“ hieß es bei der LR am 1. Februar. Die laufenden Sanierungsarbeiten der LMBV werden auch in diesem Jahr weiterhin kritisch von einer BI begleitet. Wichtigste Botschaft:
„Zum Saisonstart 2022 soll der Knappensee freigeben werden.“

 

Februar 2020

„Lober-Leine-Kanal soll zurückgebaut werden“, leitet am 3. Februar die MZ Bitterfeld den Auftrag zur vorlaufenden Kartierung ein. Die Sächsische Zeitung Hoyerswerda berichtete am 04.02.2020: „Unbekannte fluten Baustelle am Rostigen Nagel“. Hier hatten Unbekannte das LMBV-Wehr am Sornoer Kanal widerrechtlich geöffnet. „Kalk färbt den Partwitzer See“ heißt es kurz darauf in der SZ am 05.02., wo über die begonnene LMBV-Konditionierung berichtet wird. Die LVZ titelte am 05.02. zu einem Investitionsvorhaben an einem Bergbaufolgesee: „Am Bockwitzer See soll ein Surferparadies entstehen“. Für die LR war an diesem Tag wichtig, das am „Senftenberger See wieder saniert“ wird.

Bei der LR in Hoyerswerda war am 06.02. der für das Jahr am Geierswalder See geplante „Wasserwanderrastplatz im Fokus“. Die
Leipziger Bergbaufolgeseen haben laut Freier Presse v. 08.02. eine „Neue Plattform zum Neuseenland“. „Die Hochkippe Scheibe ist jetzt gesperrt“, so die SZ am 11.02. zur Ausweitung des Sperrbereiches im Umfeld des Speichers Lohsa II. Die Gemeinde Boxberg positioniert sich laut SZ v. 12.02 gegen die Ausweitung der einer Schutzzone für Vögel auf dem LMBV-Bärwalder See: „Boxberg lehnt größere Naturschutzzone ab“. „Neue schwimmende Häuser legen an“ lautete dagegen die Überschrift der LR am
29.02., d.h. weitere floating homes werden den Bärwalder See im Laufe des Jahres bereichern.

 

März 2020

„Kupferschatz in Halden“ heißt es bei der MZ v. 02.03. zum neuen Anlauf, aus LMBV-Halden des Kupfererzbergbaus im Mansfelder Land z.B. wertvolle Metalle zu gewinnen oder diese anderen Nutzungen wie z.B. als PV-Anlagenstandorte zu überführen. Eine Studie belege laut LR v. 02.03. die Möglichkeiten auch der LMBV-Bergbaufolgeseen als Option für Floating Solar-Kraftwerke – zunächst sei dies aber regionalplanerisch vorzubereiten, bevor es heißen kann: „Solarstrom von Lausitz-Seen“. „Gefühlte Erdbeben bei Groß Lübbenau“ bewegen die Anrainer am LMBV-Tagebau Seese-Ost, wo mit schonender Sprengverdichtung eine Innenkippe durch die Bergbausanierer gesichert wird, so die LR v. 03.03.2020. Die LVZ vermeldet am 09.03. bezüglich des Wirtschaftsweges
um den Bockwitzer See „Risse im Asphalt werden immer größer“. Die LMBV kündigte für anstehende Sanierungsarbeiten eine Sperrung an. Am 11.03. berichtet die SäZ über „Uferumgestaltungen am Geierswalder See“ und erläutert die Ufersicherungen der LMBV unterhalb des Leuchtturm-Hotels. Die LR zieht am 17.03. nach: „Geierswalder See bleibt Baustelle“.

Die LR nimmt am 14.03. ein futuristisches Gebäude in den Blick: Sedlitz bekommt Kanu-Landmarke“. Am 18.03. wird ebenda gemeldet; dass der „Senftenberger See ab April nutzbar“ wird. Am 19.03. wird unter „Flüsschen stützt Fluss“ über den LMBV-Beitrag aus der Reinigungsanlage Rainitza für die Schwarze Elster berichtet. Die LVZ zitiert am 19.03. unter „3D-Zeitreise zur See-Geschichte“ die geförderte Idee einer Darstellung des Störmthaler Sees. Im März sollte eigentlich eine Infoveranstaltung der LMBV zur Gestaltung der Gösel stattfinden, die coronabedingt gestrichen werden musste, wie die LVZ am 23.03. bedauert. Die LR erklärt am 25.03. ihren Lesern, dass (die) „See-Sanierung blockt Nutzung“ und untersetzt, dass die laufenden Arbeiten der LMBV auf und am Großräschener See noch Vorrang haben. "Wir können kein Wasser herbeizaubern“ – so die Überschrift der SZ vom 30.03. zur pausierenden Flutung in der Lausitz. Dagegen gibt es „Edle Tropfen von der Tagebaukante“ laut LVZ v. 30.03., wo über die 1.300 Rebstöcke am Störmthaler See gesprochen wird.

 

April 2020

Die MZ hat am 01.04. wieder die zur Veräußerung anstehenden „Flachhalden (der LMBV) im Blick“. Dagegen: „Am Senftenberger See werden die Sperrschilder abgebaut“, teilt die LR am selben Tag mit. „Still ruht der Bärwalder See“ erklärt die SZ die Corona-Auswirkungen bei Boxberg am Bergbaufolgesee der LMBV. Der Corona-Tod des StararchitektenMichael Sorkin, der als  „Baumeister“ in den 90er Jahren auch in Leipzig aktiv war, lässt die LVZ Anfang April titeln: „Erfinder des Leipziger Neuseenlandes an Covid-19 gestorben“. Am Geiseltalsee der LMBV gäbe es nun einen weiteren „Platz an der Sonne“, so die MZ über eine neue
Beherbergungsmöglichkeit in Oechlitz. Die LR würdigt am 02.04., dass die LMBV Wort gehalten habe: „Senftenberger See ohne Bagger-Pontons“. Die SZ schildert am 03.04. über die Vorbereitungen der LMBV von Einsatz- und Löschwasserentnahmestellen unter „Planungen für …Kalkschiffe“.

„Kleine Restlochkette jetzt am Netz“, so informiert die LR am 04.04. über das fertiggestellte LMBV-Ablaufsystem vom Bergheider See bis Grünewald. Die SZ sagt am 04.04. ein „Sonniges Wochenende am Berzdorfer See“ voraus, wo vor allem die Corona-geplagten Görlitzer erwartet werden. Die LVZ weist darauf hin, dass „Die Parkplätze weiter dicht“ an den Südraum Bergbaufolgeseenseen seien. „Rostiger Nagel steht an Großbaustelle“ bzw. „Neue Brücke im Lausitzer Seeland“ schildern Lausitzer Zeitungen am 07.04. Die MZ fragt am selben Tag hinsichtlich der Wassersportler „Was darf man noch auf der Goitzsche?“. Die SZ schildert ähnlich am 08.04.: “Autozufahrten zum Berzdorfer See gesperrt“, um eine Abstandsgebots-Einhaltung zu erreichen. „Wir halten die Sperrung der Zufahrten für falsch“, so die SZ drei Tage später. Auch der „Strand des Scheibesees (sei) gesperrt“, erklärt die LR am 11.04. ihren Lesern.


Kaufmännischer Kapitän verlässt zum Jahresende das Deck des Unternehmens

Tätigkeit von Geschäftsführer Dr. Hans-Dieter Meyer in der LMBV endet zum Jahresende

Senftenberg. Der langjährige kaufmännische Geschäftsführer der LMBV,
Dr. Hans-Dieter Meyer, scheidet zum Jahresende aus dem Unternehmen aus.
Die LMBV dankt Dr. Meyer für die über viele Jahre gezeigte
Leistungsbereitschaft und Führung und wünscht alles Gute für die nächste
Lebensetappe.

Der Lauchhammeraner stand dem Bergbausanierer seit 2008 in dieser
Funktion vor und hat die verschiedenen Unternehmungen seit 1990 mit
großem Engagement mitgestaltet. Hans-Dieter Meyer wurde 1957 in der
Stadt Lauchhammer geboren und wuchs in der Lausitz auf. Nach einem
Studium der Volkswirtschaft in Berlin promovierte er dort 1985 und
arbeitete im Anschluss in Bergbauunternehmen.

Nach 1990 wurde er u. a. zum Kaufmännischen Geschäftsführer der
Braunkohlenveredlung Lauchhammer sowie der Sanierungsgesellschaft
Lauchhammer berufen. Seit 1997 war er zunächst als Bereichsleiter
Einkauf, Verkauf, Materialwirtschaft und seit 2001 als Bereichsleiter
Controlling/Finanzen – jeweils mit Prokura ausgestattet – in der LMBV
tätig. Im Jahr 2007 nahm er darüber hinaus die Aufgaben eines
kaufmännischen Geschäftsführers der Gesellschaft zur Verwertung und
Verwahrung stillgelegter Bergwerke Sondershausen, einer damaligen
Tochtergesellschaft der LMBV, wahr.

Kienbaum Consultants International GmbH haben im November 2020 den
Auftrag übernommen, einen „Kaufmännischen Geschäftsführer (m/w/d)“ für
die LMBV zu suchen. In der veröffentlichten Stellenbeschreibung heißt es
u.a.: „Die komplexen Aufgaben in der Bergbausanierung, des
Wassermanagements, der Gestaltung des Landschaftswandels, der
Folgenutzung und der Flächenvermarktung werden die LMBV noch lange
fordern. Entsprechend zukunftsorientiert sind auch die
kaufmännisch-administrativen Prozesse des Unternehmens zu steuern. Als
öffentliche Zuwendungsempfängerin ist die LMBV den besonderen
Gegebenheiten öffentlicher Unternehmen unterworfen.“

Weiter wird betont: „Das Spannungsfeld zwischen sicheren und
nachhaltigen Lösungen einerseits und Kosteneffizienz andererseits
balanciere“ der oder die Gesuchte „in der Rolle aktiv aus“. Die
Organisation einer Ingenieurgesellschaft mit ihren rund 700
Beschäftigten an drei Standorten führe der künftige Geschäftsführer
gemeinsam mit dem Technischen Geschäftsführer. Er oder sie „befähige und
motiviere die Mitarbeitenden für die Aufgaben in Gegenwart und Zukunft.
Nach außen vertrete“ er/sie „die LMBV gegenüber Politik, Verwaltung,
Öffentlichkeit, Medien sowie sonstigen Stakeholdern.“ In seiner
Zuständigkeit liegen:

  • die Aufstellung, Einreichung und Umsetzung des Wirtschaftsplans
  • die Bewirtschaftung von Zuwendungsmitteln
  • Buchführung, Inventar, Controlling, Rechnungswesen und
    Jahresabschluss nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden
    handelsrechtlichen Vorschriften
  • die Vergabe von Aufträgen nach den einschlägigen vergaberechtlichen Vorschriften
  • die Führung der Ressorts Personalwesen, Justitiariat, Flächenmanagement

Erwartet werden u.a.:

  • ein erfolgreich abgeschlossenes Hochschulstudium (z. B.
    Master/Diplom/Staatsexamen in Volkswirtschaftslehre,
    Betriebswirtschaftslehre, Rechtswissenschaften oder einem vergleichbaren
    Studiengang)
  • mehrjährige Berufserfahrung mit Führungsverantwortung in der öffentlichen Verwaltung oder in öffentlichen Unternehmen
  • langjährige berufliche Erfahrung in der Regional- und
    Strukturpolitik sowie Förderpraxis, bevorzugt mit Blick auf die Länder
    Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
  • tiefe Kenntnisse des Haushaltsrechts und der Haushaltssystematik des
    Bundes und der Länder; solide Kenntnisse der einschlägigen gesetzlichen
    Vorschriften (insbesondere des Handels- und Vergaberechts)
  • langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit öffentlichen
    Verwaltungen und politischen Gremien, bevorzugt im Bund-Länder-Kontext

Kenntnisse im Immobilienmanagement seien von Vorteil, heißt es
abschließend in der Ausschreibung, die bis zum 31.12.2020 läuft. Mehr
unter www.kienbaum.de


Gestandener Bergmann Domnowski nimmt Abschied vom aktiven Berufsleben

Sanierungsbereichsleiter Kali-Spat-Erz Jörg Domnowski geht in die Ruhephase der Altersteilzeit

Führungskräftetagung 2020 der LMBV in Tauchritz am Berzdorfer See.

Senftenberg | Sonderhausen. Zum 31. Dezember 2020 wechselt der
Sanierungsbereichsleiter Kali-Spat-Erz Jörg Domnowski in die Ruhephase
der Altersteilzeit.

Vor mehr als 42 begann Jörg Domnowski nach dem Abitur sein
Arbeitsleben im Kaliwerk Bleicherode. Nach Armee und Studium an der
Verkehrshochschule „Friedrich List“ in Dresden war er im Schachtbau
Nordhausen und später wieder im Kaliwerk Bleicherode als
Transporttechnologe und im Investitionsbereich tätig.

Mitte 1990 war Jörg Domnowski in der neu gebildeten Kali Südharz AG
in die schwierige Umstrukturierung der ostdeutschen Kaliindustrie
eingebunden und wechselte Ende 1991 in den Liegenschaftsbereich. Nach
der Verschmelzung der Kali Südharz AG auf die GVV im Jahre 1993 führte
er seine Tätigkeiten in diesem Aufgabengebiet fort.

Von 2004 bis 2016 war er Abteilungsleiter und hat auch den Prozess
der Verschmelzung der GVV auf die LMBV im Jahr 2014 aktiv mitgestaltet.

Seit Oktober 2016 führte Jörg Domnowski mit Erfolg den
Sanierungsbereich Kali-Spat-Erz mit rund 90 direkt bzw. indirekt
zugeordneten Mitarbeitern und ist hier maßgeblich an der Ausrichtung des
Bereiches für die bevorstehenden z.T. noch sehr langwierigen Aufgaben
in der Verwahrung der ehemaligen untertägigen Bergwerke und ihren
Hinterlassenschaften beteiligt.

Die LMBV dankt ihm für die Leistungsbereitschaft und wünscht alles Gute für die nächste Lebensetappe.


Hochbau der Wasserbehandlungsanlage bei Plessa schreitet weiter zügig voran

Mehrere Baukräne für Hochbauten der künftigen Behandlungsanlage im Einsatz

Plessa
LMBV-Baustelle WBA Plessa

Senftenberg/Plessa. Der Hochbau für die bei Plessa entstehende Wasserbehandlungsanlage (WBA) geht weiterhin zügig voran.

Benötigten die Teilnehmenden am Spatenstich Anfang Juli dieses Jahres
noch einiges an Vorstellungsvermögen, ist mittlerweile der Aufbau der
zukünftigen Anlage deutlich zu erkennen. Fast alle Fundamente der
Gebäude und Anlagen sind gelegt.

Auch Gebäude nehmen immer mehr Gestalt an. So werden bereits die
Wände des Betriebsgebäudes errichtet. Auch die Bewehrung und Schalung
des Maschinenhauses, der Schlammentwässerung sowie des Gebäudes zur
Energieversorgung befinden sich in Arbeit. Zudem ist die Lage der drei
großen Sedimentationsbecken sowie der kleineren Becken zur
Schlammeindickung deutlich erkennbar.

Die Wehranlage, über die das Wasser des Floß- und Hammergrabens in
die WBA Plessa geleitet wird, nimmt ebenfalls immer mehr Gestalt an. So
wurde auf Seiten des Hammergrabens die Bodenplatte betoniert. Auch die
Flügelwände zur Umleitung des Floßgrabens sind ausgeschalt. Die
Verschalung der Wände für die Wehranlage sowie deren Bewehrung sind in
Arbeit.

Grund für den Bau der rund 4,5 Hektar großen Anlage ist der Schutz
der Schwarzen Elter vor einem Eiseneintrag aus Floß- und Hammergraben.
In der dreistraßigen Anlage werden künftig bis zu 1,6 Kubikmeter Wasser
behandelt. Der pH-Wert wird dadurch von circa drei auf 6,5 bis 8,5
angehoben. Die Eisenfracht soll dadurch von durchschnittlich 60 mg/l auf
unter drei mg/l reduziert werden.

Von der Planung bis zum Regelbetrieb der Wasserbehandlungsanlage
Plessa sind 80 Millionen Euro veranschlagt. Das voraussichtliche Bauende
ist für Ende 2022 anvisiert. Danach folgt ein einjähriger Einfahr- und
Probebetrieb.

Fotos: Steffen Rasche für LMBV


Fast 60 Mio. Kubikmeter zur Flutung in der Lausitz für Bergbaufolgeseen 2020 abgenommen

LMBV stellte aus Wasserreinigungsanlagen rund 41 Mio. Kubikmeter bisher in 2020 für die Vorflut in der Lausitz zur Verfügung

Senftenberg. Mehr als 58 Mio. Kubikmeter wurden bisher aus den
Lausitzer Vorflutern durch die LMBV in die Bergbaufolgeseen des
Bergbausanierers eingeleitet, wie die LMBV-Flutungszentrale in ihrer
jüngsten Hochrechnung vom 10. Dezember 2020 ausweist.

Dabei wurden im Jahresverlauf rund 7 Mio. Kubikmeter ökologisch
verträglich aus der Neiße „abgezapft“. Hauptspender war die Spree mit
mehr als 39 Mio. Kubikmeter über den gesamten Jahresverlauf. Die
Schwarze Elster als dritter „Lieferant“ steuerte rund 12 Mio. Kubikmeter
insbesondere in den niederschlagsreichen Monaten des Jahres bei.

Auf der Abnehmer-Seite profitierten insbesondere das Speicherbecken
(SB) Bärwalde mit rund 20 Mio. Kubikmeter im Jahresverlauf. In das SB
Dreiweibern, auch als Dreiweiberner See bekannt, flossen 2020 bisher
rund 5,6 Mio. Kubikmeter. Das zum Verbund-Wasserspeichersystem Lohsa II
gehörige SB Burghammer nahm etwa 6,6 Mio. Kubikmeter auf.

Neben dem Partwitzer See mit 6 Mio. Kubikmeter wurde auch der
Geierswalder See mit etwa 7 Mio. Kubikmeter im Laufe des Jahres
versorgt. Der Großräschener See wurde mit ca. 1,6 Mio. Kubikmeter
gestützt; rund 2 Mio. Kubikmeter gingen in den Gräbendorfer See. Rund 6
Mio. Kubikmeter wurden in den Sedlitzer See eingeleitet.

Darüber hinaus stellte die LMBV aus den Grubenwasserreinigungsanlagen
Rainitza und Pößnitz jeweils ca. 18 Mio.m³ zur Stützung der Schwarzen
Elster bereit. Das Vorflutsystem Altdöbern/Greifenhain wurde mit ca. 5
Mio. m³ gestützt. Aus dem Speichersystem Lohsa II wurden über den
Bernsteinsee weitere 10 Mio.  Kubikmeter zur Niedrigwasseraufhöhung der
Spree ausgeleitet.


Angesichts Pandemieentwicklung wechselt Bergbausanierer vornehmlich in mobiles Arbeiten

Nur noch betriebsnotwendiges Schlüsselpersonal an LMBV-Standorten vor Ort

Senftenberg | Sondershausen | Leipzig. Angesichts der weiter steigenden 7-Tage-Inzidenz im Umfeld der LMBV-Standorte, das heißt die Zahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner, hat der LMBV-Krisenstab in enger Abstimmung mit den Betriebsräten am 11. Dezember 2020 festgelegt, dass LMBV-Mitarbeiter ab 14. Dezember 2020 vornehmlich in mobiles Arbeiten bzw. in Urlaub wechseln.

Dies bedeutet, dass bis einschließlich 12. Januar 2021 nur noch das Personal für betriebsnotwendige Prozesse und sogenanntes Schlüsselpersonal an den Standorten verbleibt. Der Großteil der 680 Mitarbeiter wechselt in ein mobiles Arbeitssystem. Die Baustellen in der Bergbausanierung - soweit möglich - und der Untertage-Verwahrung werden weiter betrieben und alle betriebsnotwendigen Anlagen betreut. Die bekannten Erreichbarkeiten des Unternehmens werden weiter sichergestellt.


Das Jahr 2020 ist ein besonderes Jahr – Gedanken zum Barbaratag

Senftenberg | Leipzig | Sondershausen. Bereits im Mittelalter gilt
die Heilige Barbara als Schutzpatronin der Bergleute. Sie erbaten von
ihr Schutz und Beistand vor den unheilvollen Gefahren ihrer Arbeit im
Berg und vor dem Leid und den Entbehrungen, was vielen
Bergarbeiterfamilien trotz der schweren Arbeit gegeben war.

Seit der Entwicklung des modernen Bergbaus im 18. Jahrhunderts werden
am Namenstag der Barbara, dem 4. Dezember, Andachten zu Ehren der
Heiligen Barbara gehalten. Seit ihrer Gründung vor 25 Jahren führt auch
die LMBV diese Tradition fort, am Barbaratag Bilanz über das Erreichte
ziehen, einen Ausblick auf die bevorstehenden Aufgaben zu geben und den
Beteiligten mit einem kräftigen Händedruck und einem Bergmannstrunk Dank
zu sagen.

In diesem Jahr kann die LMBV-Barbarafeier nicht stattfinden. Das ist
bedingt durch die Corona-Pandemie nicht möglich. Der Schutz der
Gesundheit und des Wohlergehens der Menschen steht im Vordergrund
unseres Handelns.

Wir bringen St. Barbara ein Glückauf

 

Wir bringen Sankt Barbara ein Glückauf,

wir Männer vom Schlägel und Eisen,

wir wollen bei fröhlichen Festes Lauf

die Heilige ehren und preisen.

 

Glückauf unser Gruß in des Berges Nacht,

wo des Mannes Mut sich kann zeigen;

Glückauf unser Gruß wenn der Frohsinn lacht

beim Klange der Becher und Geigen!

 

Glückauf unser Gruß in Freude und Leid

wenn hinab zur Teufe wir fahren,

dann mag Sankt Barbara, die fromme Maid,

zur glücklichen Schicht uns bewahren.

 

Sie möge behüten des Berges Hort,

daß der Schatz der Teufe sich mehre!

Sie segne das Werk im Streb und vor Ort,

dem Wasser und Wetter sie wehre!

 

Daß fröhlich wir fahren hinab, hinauf,

laß fromm uns die Heilige preisen.

Wir bringen Stankt Barbara ein Glückauf,

wir Männer von Schlägel und Eisen!

 

Gedicht des saarländischen Bergmannsdichters Adolf Groß

Quelle: Recherche von Hans-Jürgen Schmidt


Winterbaustellen im Lausitzer Sanierungsrevier laufen weiter — Winterkampf

Erster Schnee im Winter 20/21 behindert die Bergbausanierungsarbeiten nur wenig

Senftenberg/Klein Partwitz. Das LMBV-Brückenbauwerk für den künftigen
Überleiter 3a zwischen Neuwieser See und Blunoer Südsee nahe Klein
Partwitz gewinnt dank den Mitarbeitern der STRABAG trotz Null Grad
Umgebungstemperatur weiter an Gestalt.

Am 3. Dezember 2020 begannen weitere Betonarbeiten, die auch vom
ersten Schnee des Winters 20/21 nicht unterbrochen wurden. Dafür kamen
im Halbstundentakt Betonmischfahrzeuge zum Zuge, die eine mobile
Betonpumpe mit Material bedienten.

Auch an der LMBV-Baustelle am Altarm der Spree nahe der Ruhlmühle
liefen die Arbeiten der Fa. TWB und der LUG zum Errichten einer dritten
MWBA kontinuierlich trotz Frost und Schnee weiter. Ende des I. Quartals
2021 soll die Anlage zur Eisenminderung voraussichtlich in Betrieb
gehen.

Ebenso intensiv drehten sich am 03.12.2020 die Langarmbagger und
Greifer für den Ausbau der Kleinen Spree bei Burghammer, wie die
Fotoimpressionen zeigen – dem Wintereinzug zum Trotz.

Impressionen von den Arbeiten auf den LMBV-Baustellen mit Schnee F.: UST


MLUK: Mindestabflüsse an Spree und Schwarzer Elster wieder erreicht, so Ad hoc-AG

Bewirtschaftungsprozesse der wichtigen Lausitzer Vorfluter normalisieren sich

Cottbus. In ihrer vorerst letzten Sitzung stellten die Experten der
Ad-hoc-AG „Extremsituation“ am 23.11.2020 fest, dass seit Mitte Oktober
die Mindestabflüsse in der Spree eingehalten werden und die Talsperren
in Sachsen und Brandenburg aufgrund der seitdem gefallenen Niederschläge
über 50 Prozent gefüllt sind.

In der Schwarzen Elster führt der trockengefallene Abschnitt zwischen
Kleinkoschen und der Mündung der Rainitza wieder Wasser. Der Stauraum
des Speicherbeckens Niemtsch (Senftenberger See) konnte
ebenfalls zu fast 50 Prozent wieder aufgefüllt werden. Im Ergebnis der
Beratung der Ad-hoc-AG wurde festgelegt, dass die reguläre
Wasserbewirtschaftung in den Einzugsgebieten von Spree und Schwarzer
Elster prinzipiell wiederaufgenommen werden kann.

Spree

Im Oktober lagen die Niederschläge sowohl im sächsischen als auch im
brandenburgischen Einzugsgebiet der Spree deutlich über den
durchschnittlichen, mittleren Monatsniederschlägen. Die Zuflüsse zu den Talsperren Bautzen und Quitzdorf
stiegen entsprechend. Die Talsperre Bautzen ist aktuell zu knapp 60
Prozent gefüllt (Stand 18.11.2020). Der Betriebsraum der Talsperre
Quitzdorf steht zurzeit mit rund 31 Prozent zur Verfügung.

Der Wasserstand der Talsperre Spremberg stieg
aufgrund der weiterhin relativ hohen Zuflüsse von bis zu 11,5 Kubikmeter
pro Sekunde auf aktuell 91,28 Meter Normalhöhennull (NHN, Stand
23.11.2020). Die Talsperre Spremberg ist damit zu knapp 60 Prozent
gefüllt. Die Abgabe der Talsperre Spremberg verbleibt weiterhin auf 7,2
Kubikmeter pro Sekunde, da aufgrund von Baumaßnahmen an der Talsperre
Spremberg bis Ende Dezember ein Stauziel von 91,50 Meter NHN nicht
überschritten werden soll. Des Weiteren wurde im November begonnen im
Spreewald den Winterstau anzusteuern.

Zurzeit werden am Unterpegel Leibsch 10,4 Kubikmeter pro Sekunde und
am Pegel Große Tränke (Berlin) 11,7 Kubikmeter pro Sekunde gemessen,
damit werden die erforderlichen Mindestabflüsse in der Spree
überschritten. Sollten sich die Abflüsse in der Spree weiterhin stabil
verhalten, wird voraussichtlich auch bald wieder die Flutung des Cottbusser Ostsees
fortgesetzt werden können. Die einleitbaren Mengen legt das Landesamt
für Umwelt fest und passt diese je nach Wetter und Abfluss an die
Situation täglich an.

Schwarze Elster

Im Schwarze-Elster-Gebiet bewirkten die Niederschläge im Oktober,
dass zum einen der gesamte Verlauf der Schwarzen Elster wieder Wasser
führt und dass zum anderen in das Speicherbecken Niemtsch (Senftenberger
See) Wasser eingeleitet werden konnte. Der Wasserstand des Speicherbeckens Niemtsch
stieg auf 98,69 Meter NHN, das entspricht einem Füllstand von 48
Prozent. Durch die geringen Niederschläge im November sind die Abflüsse
in der Schwarzen Elster wieder gesunken. Zur Schonung des
Wasserdargebotes im Speicherbecken Niemtsch stützt zurzeit die LMBV-Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza die Schwarze Elster.

Aufgrund der Entspannung der Niedrigwassersituation in den
Einzugsgebieten der Spree und Schwarzen Elster beendete die Ad-hoc-AG
„Extremsituation“ nun die Extrembewirtschaftung und formulierte weitere
Empfehlungen zur Wasserbewirtschaftung der Winterperiode. Vorsorglich
ist bereits eine Sitzung der Ad-hoc AG für Ende März 2021 zur
abschließenden Bewertung der Entwicklungen im Spree- und Schwarze
Elstergebiet anberaumt.

Alle Akteure der Wasserbewirtschaftung Sachsens, Berlins, Brandenburgs sowie der LMBV-Flutungszentrale Lausitz
arbeiten weiterhin gemäß den länderübergreifend abgestimmten
Bewirtschaftungsgrundsätzen eng zusammen. Diese Grundsätze geben Rang-
und Reihenfolge der Wasserbevorteilung im Spree- und
Schwarze-Elster-Gebiet vor. Die Mindestabflüsse und die Wiederauffüllung der Speicher zu sichern, hat dabei die höchste Priorität. Quelle: MLUK v. 25.11.2020 / redigiert


Bau der Behandlungsanlage Ruhlmühle ein Jahr nach Baustart weit vorangeschritten

Eisenminderungsanlagen der Bergbausanierer an der Spreeaue bis 2021 komplett

Senftenberg | Neustadt | Ruhlmühle. Die Bauarbeiten an der modularen Wasserbehandlungsanlage (MWBA) Ruhlmühle „biegen auf die Zielgerade ein“, so die LMBV-Zuständigen.

Durch bauzeitliche Anpassungen u.a. zum Schutz der Anlage gegen ein
100jähriges Hochwasser am Altarm der Spree waren nicht vorgesehene
Leistungen zusätzlich zu erbringen. Die Anlage sollte ursprünglich zum
Jahresende 2020 fertiggestellt und anschließend in die Bewirtschaftung
durch einen Betreiber überführt werden. Bedingt durch die COVID-19
Pandemie und damit verbundener Lieferengpässe bei (u.a. ausländischen)
Ausrüstungsherstellern haben sich zudem teilweise Bauleistungen zur
Errichtung der Anlage zeitlich etwas verschoben.

Weiterhin wurde aufgrund des anstehenden Wasserchemismus ergänzend
noch ein hilfreicher kathodischer Korrosionsschutz für die wesentlichen
Anlagenteile - zur Vermeidung von Materialdickenverlusten und den damit
einhergehenden Tragfähigkeitsverlusten – mit geplant. Auch diese
ergänzende Ausstattung der Anlage wird derzeit integriert. Diese
modulare Wasserbehandlungsanlage wird In Abhängigkeit der genannten
Ergänzungen und Einschränkungen aller Voraussicht nach Ende des 1.
Quartals 2021 in Betrieb genommen und in einen planmäßigen Probe- und
Einfahrbetrieb bis Ende Dezember 2021 überführt, an den sich ab Januar
2022 der Regelbetrieb anschließen soll.

Emsiges Geschehen auf der MWBA-Baustelle nahe der Spree-Ruhlmühle

Die MWBA Neustadt/Spree der LMBV wurde im November
2019 abgenommen und wird demgemäß seit ca. einem Jahr eingefahren. Bei
Eingangskonzentrationen von ca. 320 mg/L aus dem
Grundwasser-Abfanggraben Neustadt (Spree) reduziert die Anlage - mit
einem Wirkungsgrad von ≥ 90% - das behandelte Klarwasser auf
durchschnittlich 5 mg/L Eisen-gesamt als Ablaufwert in die Große Spree.
Die Anlage in Neustadt wird seit ihrer Fertigstellung dauerhaft, mit
saisonalen Schwankungen des zulaufenden Wassers, derzeit mit ca. 15 l/s,
aus dem Neustädter Graben, betrieben

Die MWBA Burgneudorf der LMBV musste im Jahr 2020 in
einem weiteren Nachjustierungsschritt verfahrenstechnisch optimiert
werden. Die Wasserbehandlungsanlage befindet sich derzeit bereits mit
einer der beiden Prozessstraßen wieder im Betrieb. Aufgrund der
Verdreifachung der Eisenkonzentration im Grundwasseranstrom zur Kleinen
Spreeaue, der Azidität sowie des Sauerstoffbedarfs bezüglich der zu
behandelnden Grundwässer, mussten die Reaktionscontainer der MWBA
umgebaut bzw. nachgerüstet werden. Die Anpassung betrifft chemisch die
Erhöhung der Neutralisations- und Oxydationsleistung (d. h. den
Kalkeintrag und die Belüftungsleistung), in Verbindung mit der
hydraulisch erforderlichen Erhöhung der Mischenergieerzeugung (zur
Kalklösung bei Trockendosierung) sowie der Turbulenzsteigerung (zur
Wasserumwälzung) in den Reaktionscontainern der modularen Anlage.

Diese verfahrenstechnischen Optimierungen werden voraussichtlich im
Dezember 2020 mit der Abnahme der Gesamtanlage, bestehend aus dem 10er
Brunnenriegel, den Rohrleitungssystemen zur Rohwasser-Überleitung und
Klarwasser-Ableitung sowie der fertiggestellten modularen,
containergestützten Wasserbehandlungsanlage nach ca. vier Jahren Bauzeit
abgeschlossen sein. Im Januar 2021 könnte dann die gesamte MWBA
Burgneudorf aufgrund der stark erhöhten Eisenabscheidung mit daraus
resultierenden Eisenhydroxidschlamm(EHS)-Anfall- bzw. Entsorgungsmengen
in einen dreischichtigen Einfahrbetrieb überführt werden.

LMBv-Eisenminderungsanlagen an der Spreeaue - hier im Überblick


Ausbau der Kleinen Spree — Wesentliche Arbeiten im Abschnitt III voraus. Ende 2020 fertig

5,4 km langer Streckenabschnitt der Kleinen Spree wird bis 2022 ertüchtigt

Ausbau der Kleinen Spree in Burgneudorf - Blick nach Norden

Senftenberg | Burgneudorf. Auf dem insgesamt ca. 5,4 km langen
Streckenabschnitt der Kleinen Spree, der sich in ca. drei gleich lange
Abschnitte (Abschnitt I; II und III) untergliedert, werden die
wesentlichen Flussausbaumaßnahmen im Abschnitt III voraussichtlich im
Jahr 2020 im Auftrag der LMBV von den Auftragnehmern fertiggestellt.

Dieser Abschnitt endet in Spreewitz mit der Einmündung in die Spree
und beginnt ca. 1,8 km stromauf an der Verkehrswegebrücke über die
Kleine Spree. In diesem Abschnitt befinden sich noch zwei Bereiche, in
denen Versorgungsleitungen für die Einhaltung von Mindestabständen der
herzustellenden Gewässersohle tiefergelegt werden müssen. Diese
Maßnahmen werden im Jahr 2020 begonnen und voraussichtlich im Jahr 2021
abgeschlossen. Zu diesem Leitungsbestand zählt die
Trinkwasserhaupt-Versorgungsleitung DN 600 bei Station 0+640 km und eine
Trinkwasserleitung bei Station 1+229 km.

Weiterhin erfolgen im Bauabschnitt II, der sich bis zur Brücke über
die Kleine Spree in Burgneudorf erstreckt, derzeit begleitende
Wegebaumaßnahmen und die Herstellung von Entwässerungsflächen für den
Aushub aus dem Flussausbau und der Voraushub für die
Gewässerprofilierung. Voraussichtlich wird dieser Flussabschnitt im 1.
Quartal 2022 fertiggestellt. In diesem Abschnitt befinden sich zwei
herzustellende Brückenbauwerke, zu denen gegenwärtig die
Planungsleistungen durchgeführt werden.

Der Flussausbau im Abschnitt I bis zur Kleine Spreebrücke in
Burghammer soll - aus heutiger Sicht - ebenfalls im Jahr 2022
fertiggestellt werden.


Zusätzliche Absperrungen am Sperrgebiet Schlabendorf-Süd ausgebaut

Zuwegungen in den Sperrbereich zusätzlich mittels Zäunen und Verwallungen verbaut

Senftenberg | Fürstlich Drehna | Zinnitz. Auch wenn das
Landschaftsbild auf den LMBV-Kippenflächen des ehemaligen Tagebaues
Schlabendorf-Süd ein idyllisches Naturbild vermittelt, so bestehen dort
nicht sichtbare Gefahren.

Es kam im gesperrten Tagebaugelände mehrmals in den zurückliegenden
Jahren zu unerwarteten Bodenbewegungen und Grundbrüchen größeren
Ausmaßes. Diese Ereignisse haben ihre Ursache in den besonderen
bodenmechanischen Eigenschaften des Schlabendorfer Kippenbodens (locker
gelagerte, gleichförmige Lausitzer Sande) im Zusammenhang mit dem hohen
Grundwasserstand.

Aufgrund des sehr hohen geotechnischen Gefährdungspotentials ist die
gesamte Kippenfläche als Sperrgebiet ausgewiesen, was ein
Betretungsverbot für die Öffentlichkeit bedeutet. Ein Betreten durch den
Bergbausanierer LMBV bzw. durch beauftragte und besonders eingewiesene
Personen findet nur bei absoluter Notwendigkeit und unter größtmöglichen
Sicherheitsanforderungen statt. Die Sperrbereichsgrenze ist auf der
gesamten Länge durch eine regelmäßige Beschilderung „Sperrbereich –
Betreten verboten – Lebensgefahr“ für jedermann kenntlich gemacht.

Trotz der Hinweisschilder wird der Sperrbereich, mit steigender
Tendenz, durch unbefugte Personen betreten und befahren. Zwischen dem
Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) und der LMBV mbH
wurde daraufhin vereinbart, die Zuwegungen in den Sperrbereich
zusätzlich mittels Zäunen und Verwallungen abzusperren.

Bis zum Abschluss der Sicherung der Kippenflächen bleibt das Betreten
der Sperrbereiche ausdrücklich untersagt, da es jederzeit und
unvorhersehbar zu Bodenbewegungen kommen kann, die eine akute
Lebensgefahr darstellen. Personen könnten verschüttet, eingeklemmt oder
zerquetscht werden, Fahrzeuge könnten umstürzen oder in plötzlich
entstehenden Wasserflächen versinken, in Waldbereichen bestehe die
Gefahr von umstürzenden Bäumen. Aufgrund der bestehenden Gefährdungen
weist die LMBV erneut darauf hin, die örtlichen Sperrschilder und
Kennzeichnungen zu beachten und den Sperrbereich nicht zu betreten.

Gefahren auf ungesicherten Kippen


Geotechnischer Beirat 2020 führt wieder Koryphäen der Geotechnik zusammen

GTB der LMBV tagt erneut beim Bergbausanierer

Senftenberg. Unter Leitung des LMBV-Bereichsleiters Technik Eckhard
Scholz versammelten sich auf Einladung des Bergbausanierers am 5.
November 2020 die Mitglieder des Geotechnischen Beirates des
Unternehmens in der Lausitz.

Der fachliche Austausch zu schwierigen Fragen der Lausitzer
Innenkippen versammelte u.a. Fachleute und Koryphäen der Geotechnik aus
ganz Deutschland in Senftenberg, darunter Prof. Dr.-Ing. Wolfram Kudla
von der TU Bergakademie Freiberg, Prof. Dr. Rolf Katzenbach von der TU
Darmstadt, Falk Hoffmann, Fa. G.U.B., Dr. Jürgen Keßler, vormals
Beratende Ingenieure für Umweltgeotechnik und Grundbau GmbH, Kai
Reinhardt, Prokurist der BIUG, Dr. Alfred Vogt, Geotechniker, Gutachter
Matthias Götz vom Erdbaulabor Leipzig, Dr.-Ing. Holger Mansel, Prokurist
der IGBW Ingenieurbüro für Grundwasser GmbH, Franziska Uhlig-May,
Leiterin Geotechnik der LEAG sowie Kathy Sommer, Leiterin Geotechnik
Lausitz der LMBV und Dr. Robert Böhnke, Leiter Geotechnik
Mitteldeutschland sowie die Geotechnikerinnen Katja Mühlig und Beate
Lucke.

Kathy Sommer beim Vortrag

Die Fachleute waren vom Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, Bernd
Sablotny, gemeinsam mit den LMBV-Prokuristen Eckhard Scholz und Dirk
Sonnen herzlich zu dieser Beiratssitzung 2020 begrüßt worden. Im
Ergebnis des Lausitzer Rutschungsereignisses bei Bergen auf der
Innenkippe Spreetal im Jahr 2010 und dem erkannten Handlungsbedarf wurde
damals unmittelbar mit der Gründung eines Beirats den neuen
Innenkippen-Herausforderungen Rechnung getragen und das Monitoringsystem
Langzeitstandsicherheit ausgeweitet sowie fortgeschrieben.

Die LMBV hatte ganz zeitnah schon 2010 zu ihrer fachlichen
Unterstützung diesen „Geotechnischen Beirat“ etabliert, der sich aus
anerkannten Wissensträgern aus der Wissenschaft und Forschung sowie der
Praxis zusammensetzt. Er tagte im zurückliegenden Jahrzehnt mehrmals zu
verschiedenen inhaltlichen Schwerpunkten, aus deren Fachdiskussionen
sich diverse neue Hinweise und Vorgaben für die praktischen
geotechnischen Sanierungsarbeiten ergaben. Es gilt nach wie vor,
eventuell vorhandene Wissens- und Kenntnislücken weiter zu
identifizieren und zu schließen. Foto: Steffen Rasche für LMBV

GTB der LMBV - Tagung 2020 - Fotos: Steffen Rasche für LMBV


B 97-Abschnitt zwischen Hoyerswerda und Schwarze Pumpe wieder frei

Senftenberg/Spreetal. Der seit Mitte August 2020
beschädigte B97-Abschnitt zwischen Hoyerswerda und Schwarze Pumpe wurde
im Auftrag der LMBV in den zurückliegenden Wochen instandgesetzt und ist
seit dem 5. November für den öffentlichen Verkehr wieder nutzbar. Drei
Wochen eher als anvisiert.

Gerd Richter, LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz, gab am
Donnerstagnachmittag gemeinsam mit Vertretern der Straßenverkehrsbehörde
des Landkreises Bautzen, des Landesamts für Straßenbau und Verkehr
(Lasuv) und Spreetals Bürgermeister Manfred Heine nach erfolgter Abnahme
die Straße frei.

Alle Beteiligten hatten sich um eine schnellstmögliche Reparatur des
beeinträchtigen Straßenabschnittes bemüht. Gerd Richter dankte vor Ort
allen involvierten Behörden, Ingenieurbüros und Straßenbaufirmen und
Mitarbeitern, die diese vorfristige Freigabe ermöglicht hatten, für ihr
Engagement und insbesondere der Gemeinde Spreetal und ihren Bürger für
das Verständnis für die Umleitungsphase.

Nach der nun erfolgten Straßenreparatur kann die B 97 jetzt wieder
unter den bestehenden Verhaltensregeln genutzt werden: Die Signalanlage,
die bei Eintritt eines Ereignisses sofort auf Rot schaltet, und die
bestehende Geschwindigkeitsbeschränkung werden wieder in Betrieb
genommen. Neu sind dabei die optischen Leiteinrichtungen in der
Straßenmitte und am Rand der 30-er Zone. Diese sollen die
Geschwindigkeitsbegrenzung unterstützen.

„Diese nun umgesetzte Maßnahme stellt damit eine mittelfristige
Sicherung dieses Straßenabschnitts dar“, unterstrich Bernd Sablotny,
Sprecher der Geschäftsführung der LMBV bereits im Oktober. Als
langfristige Lösung ist die Sanierung der jetzigen B 97-Trasse
vorgesehen. Von einer Verlegung der Trasse wird aufgrund der
geotechnischen Situation abgesehen. Der Zeitrahmen für die
Straßensanierung der B 97 wird unter Vollsperrung mit 5 bis 10 Jahren
eingeschätzt. Für die Vorbereitung der Maßnahme werden mehrere Jahre
benötigt. In dieser Zeit werden auch die Fragen der Umleitungen geklärt.

Hintergrund: Die Bundesstraße 97 zwischen
Hoyerswerda und Schwarze Pumpe war seit dem 07. Juli 2020 planmäßig auf
einer Länge von ca. drei Kilometer für Arbeiten der LMBV voll gesperrt.
Es handelte sich um einen Abschnitt auf locker gelagerter Kippe des
einstigen Tagebaus Spreetal. Im Juli und August 2020 waren parallel zur
Fahrbahn auf 220 Meter zusätzliche 1.800 Vertikaldrains mit
Spezialtechnik im Auftrag der LMBV bis zu 15 Meter in den umgebenden
Kippenboden gedrückt worden. Diese Vertikaldrains sollen mithelfen, die
1964 über Kippenbereiche des Tagebaus Spreetals geführte und nur
geringfügig verdichtete Straße im Bereich einer Tieflage zusätzlich zu
sichern.

Ein beauftragter Sachverständiger für Geotechnik hatte im Zuge
der LMBV-Arbeiten am 18. August 2020 ungleichmäßige Setzungen der
Fahrbahnen um bis zu vier bis sechs Zentimeter und aufgetretene Risse im
Straßenkörper registriert. Das Eindrücken von Vertikaldrains hatte zu
lokalen Verdichtungen des Bodens und zu Setzungen und Mitnahmesetzungen
bis unter den Straßenkörper auf Grund der lockeren Lagerung unter der
Straße geführt.

Es wurde nun in den zurückliegenden Wochen der Versatz und die
Anschlussbereiche gefräst. Auf diese Fläche wurde ein Glasfaserflies
aufgebracht, auf welches eine Asphaltbinderschicht und zum Abschluss
eine Asphaltdeckschicht aufgetragen wurde. Die Banketten wurden an die
neue Höhe angepasst, die Fahrbahnmarkierung aufgetragen und die
Verkehrszeichen aufgestellt.

Fotos: LMBV/Rasche


MIL|LBGR|LK OSL: Pappelweg in Lauchhammer: Eigentümer über Absiedlungzeitraum informiert

Potsdam | Lauchhammer. Zu den Ergebnissen eines neuerlichen
Gutachtens für das Gebiet Pappelweg in Lauchhammer hat am 3. November
2020 auf Einladung des Bürgermeisters der Stadt Lauchhammer, Roland
Pohlenz, eine Informationsveranstaltung für die Eigentümer und Anwohner
im Bereich des Pappelwegs in Lauchhammer stattgefunden. Hierbei
informierten das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR)
und der Landkreis Oberspreewald-Lausitz gemeinsam mit dem Ministerium
für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg und dem Bergbausanierer
LMBV zu den geotechnischen Untersuchungsergebnissen für den Bereich des
Wohngebietes Pappelweg in Lauchhammer.

Wie bereits auf der Einwohnerveranstaltung am 25. Juni 2020
angekündigt, haben das Landesbergamt und der Landkreis im Zuge des
Verfahrens ein weiteres, speziell geohydrologisches Gutachten
beauftragt. Widerlegt wurde damit die zwischenzeitlich bestehende
Befürchtung, die sofortige Beendigung aller Nutzungen müsse angeordnet
werden. Die gutachterliche Einschätzung lautet ungeachtet dessen, dass
die Absiedlung der Grundstücke im Hinblick auf die Gefahr der
Bodenverflüssigung des Untergrundes nach wie vor geboten ist. Nach
Ausschöpfung aller denkbaren Ermittlungen und Prüfungen mit
entsprechenden Sachverständigengutachten besteht demnach Einigkeit bei
den zuständigen Ordnungsbehörden, dass der Standsicherheitsgefahr nicht
anders als nur durch eine Absiedlung zu begegnen ist. Eine Sanierung und
damit Stabilisierung des Baugrunds unter den Gebäuden ist nicht
möglich. Wie lange das bestehende und nicht weiter verminderbare
Restrisiko noch tragbar ist, war Gegenstand ausgiebiger fachlicher
Erörterungen des Landkreises und des Landesbergamts mit verschiedenen
Gutachtern und Vertretern der LMBV. Im Ergebnis empfehlen das
Landesbergamt und der Landkreis als zuständige Ordnungsbehörden den
Anwohnern und Gartennutzern, im Interesse ihrer eigenen Sicherheit
möglichst schnell – jedoch spätestens bis zum Ende des Jahres 2022 –
umzuziehen.

Landrat Siegurd Heinze: „Auch das neuerliche Gutachten ändert nichts
an der Tatsache, dass es, wie schon bei der Grubenteichsiedlung und der
Wilhelm-Külz-Straße in Lauchhammer keine Alternative dazu gibt, den
Standort Pappelweg dauerhaft aufzugeben. Ich bedaure diesen Umstand
zutiefst und habe Verständnis für die Sorgen der betroffenen Anwohner.
Der Landkreis wird gemeinsam mit dem Landesbergamt als zuständige
Ordnungsbehörden weiterhin alles dafür tun, Lösungen für die betroffenen
Bürgerinnen und Bürger zu finden. Ich appelliere vor dem Hintergrund
der latent bestehenden Gefährdung an die betroffenen Bürgerinnen und
Bürger, im Interesse ihrer eigenen Sicherheit möglichst zeitnah zu
handeln.“ Gerd Richter, LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz: „Die LMBV
wird sich im Auftrag von Bund und Land Brandenburg um die weitere
Umsetzung der Entschädigungsfragen kümmern. Dazu gab es im Anschluss an
die Bürgerversammlung persönliche Gespräche mit den Eigentümern, die zu
weiteren vorabgestimmten Gesprächsterminen führen werden. Ziel ist eine
vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Pappelweg-Anwohnern bei voller
Unterstützung aller am Prozess Beteiligter.“

Roland Pohlenz, Bürgermeister der Stadt Lauchhammer: „Die von allen
Anwohnern bzw. Grundstückseigentümern lang erwartete weitere
gutachterliche Bewertung der Situation am Pappelweg hat nicht nur die
unumgängliche Notwendigkeit der Absiedlung bekräftigt, sondern zugleich
den zuständigen Behörden ermöglicht, eine klare Aussage zum noch
verfügbaren Zeitrahmen bis zur endgültigen Aufgabe des Wohnstandortes zu
definieren. Gleichzeitig bin ich jedoch froh, dass die von mir mehrfach
geäußerte Bitte, die Betroffenen nicht länger im Unklaren zu lassen,
erfüllt worden ist. Ich werde weiterhin alles dafür tun, dass der noch
verfügbare Zeithorizont genutzt wird, um eine einvernehmliche Lösung
zwischen den Betroffenen und den Entscheidern des Landes und des Bundes
zu finden.“ Jan Drews, Abteilungsleiter Gemeinsame Landesplanung
Berlin-Brandenburg (GL) im Infrastrukturministerium des Landes
Brandenburg (MIL): „Das Land Brandenburg hat ein großes Interesse daran,
dass alle Beteiligten gemeinsam Lösungen für die betroffenen Anwohner
finden. Wir sind uns bewusst, mit welchen Härten die notwendige
Absiedlung für sie verbunden ist. Die gestrige Informationsrunde der
zuständigen Behörden mit den Betroffenen hat hierfür eine gute
Arbeitsgrundlage geschaffen.“

Hintergrund: Das heutige Stadtgebiet von Lauchhammer ist durch
intensiven, lange währenden Braunkohlenbergbau geprägt. In und um die
ehemaligen Ortschaften der heutigen Stadt Lauchhammer wurden bereits
Mitte des 19. Jahrhunderts kleinere Tiefbaugruben betrieben. Ab Ende des
19. Jahrhunderts entstanden die ersten kleineren Tagebaue. Aufgrund der
sich weiter entwickelnden umliegenden Großtagebaue und der damit nahezu
dauerhaften Absenkung des Grundwassers wurden Siedlungen für die
Bergleute unter anderem auf gekippten Flächen im heutigen Stadtgebiet
errichtet. Seit Beendigung des Bergbaus Anfang der 1990er Jahre steigt
das Grundwasser wieder an. Damit verbunden sein können Vernässungen von
Gebäuden, aber auch Gefährdungen im Zusammenhang mit möglichen
Verflüssigungen im Untergrund, die bis hin zum Geländeeinbruch eine
Gefahr für die darauf befindlichen Gebäude darstellen.

Quelle: PM des MIL und des Landkreises OSL v. 04.11.2020


LMBV: Bergbausanierer verzichtet aufgrund Corona-Pandemie auf Barbarafeier 2020

Senftenberg. Aufgrund der aktuellen Entwicklung der
Corona-Pandemie in Deutschland entschied sich die LMBV, ihre für Anfang
Dezember in Cottbus geplante traditionelle Barbarafeier in diesem Jahr
nicht durchführen.

Seit Gründung des Unternehmens vor 25 Jahren nutzt die LMBV in
Fortsetzung altehrwürdiger bergbaulicher Traditionen alljährlich die
Gelegenheit, um mit den Partnern der Bergbausanierung, Vertretern von
Kommunen, Landkreisen, Bundes- und Landesinstitutionen sowie
Auftragnehmern und Mitarbeitern der LMBV anlässlich des Tages der
Heiligen Barbara am 4. Dezember Bilanz über die erreichten Ergebnisse zu
ziehen, einen Ausblick auf die bevorstehenden Aufgaben zu geben und
allen Beteiligten für ihren Anteil an der geleisteten Arbeit zu danken.

In diesem Jahr sollte sich der Fokus der Barbarafeier insbesondere
auf das 25jährige Bestehen des Unternehmens richten. Die im September
2020 geplante Veranstaltung zum Unternehmensjubiläums musste bereits
abgesagt werden. Zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligten sowie zur
Vermeidung einer weiteren Verbreitung des Coronavirus ist die
Entscheidung zur Absage der Veranstaltung aber notwendig.


Bereits ein Drittel der Kippenböschung von Neumanns Grube in Hosena verdichtet

Senftenberg | Hosena. Die Verdichtungsarbeiten an
der Kippenböschung der Neumanns Grube in Hosena, Ortsteil von
Senftenberg, gehen zügig voran. Seit September wurde bereits ein Drittel
der bisher ungesicherten Fläche im Auftrag der Lausitzer und
Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft durch die Firma ECOSOIL
gesichert.

Zum Einsatz kommt hierfür amphibische Technik, die vom Wasser aus die
insgesamt rund 45.000 Kubikmeter Massen mittels leichter
Rütteldruckverdichtung in Tiefen von bis zu acht Metern stabilisiert.
Allein für den Seebereich wurden fast 2.700 Ansatzpunkte definiert, an
denen der Rüttler zum Einsatz kommt. Der Wasserstand in der Neumanns
Grube wird während den Arbeiten permanent überwacht. Die
Verdichtungsarbeiten sind bis Ende dieses Jahres geplant.

Im Frühjahr nächsten Jahres beginnt anschließend der Bau des 70 Meter
langen Notüberlaufes zwischen Neumanns Grube und Germaniateich. Dieser
wird jeweils um ein Ein- und Auslaufbauwerk ergänzt, welche von einer 50
Zentimeter starken Granitsteinmauer eingefasst werden. Der Notüberlauf
dient zukünftig dem Wasserausgleich zwischen den beiden Gewässern.

Auch die im Februar geholzte Fläche wird 2021 wieder aufgeforstet und
bepflanzt. An diese Arbeiten schließen sich Pflegeleistungen für die
Fläche an, die voraussichtlich bis Ende 2022 andauern werden. Die Kosten
für die Sanierungsmaßnahme liegen bei rund einer Millionen Euro.

Hintergrund:

Neumanns Grube, auch Grube C oder Neumannsteich genannt, ist ein
ehemaliger Glassand-Tagebau in Hosena. Die LMBV sicherte in den
vergangenen Jahren bereits die Hosenaer Restlöcher Sondergrube und Werk 4
und führte Rekultivierungsarbeiten z.B. am Schilfteich, Klammersteich,
dem benachbarten Clubteich und Germaniateich durch.


Restloch Greifenhain bei Altdöbern voraussichtlich erst nach 2030 nutzbar

Künftiger Altdöberner See noch länger in der Sanierungsphase

LMBV-Sanierungsarbeiten am am Restloch Greifenhain (künftiger Altdöberner See)

Senftenberg/Altdöbern. Der künftige Altdöberner See, das Restloch
Greifenhain, wird nunmehr voraussichtlich erst nach 2030 nutzbar sein,
da noch notwendige Sanierungsarbeiten erst in den kommenden Jahren
umsetzbar sind.

Dazu informierten am 29. Oktober 2020 Bernd Sablotny, Sprecher der
Geschäftsführung der LMBV und Gerd Richter,
LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz, den Amtsdirektor des Amtes
Altdöbern sowie den Bürgermeister von Altdöbern.

„In den vergangenen Jahren haben wir in der Seenland-Region bereits
viel vorangebracht“, erklärte Gerd Richter. Unvorhergesehene Ereignisse
wie die Insel-Rutschung am Senftenberger See, langfristige zusätzliche
Aufgaben wie die Beräumung der Vorsperre Bühlow von Eisenhydroxidschlamm
und Kostensteigerungen beim Bau beispielsweise der
Wasserbehandlungsanlage Plessa seien jedoch nicht immer planbar, müssten
aber ins laufende Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung
integriert werden. „Daher werden derzeit Prioritäten der anstehenden
Sanierungsarbeiten neu gesetzt und u.a. damit das Restloch Greifenhain
später fertig“, so Richter. Auch wird eine Zwischennutzung des
entstehenden Bergbaufolgesees bis zum Erreichen der Sanierungsziele
nicht möglich.

Der Amtsdirektor Frank Neubert äußerte sein Unverständnis und die
Enttäuschung zu dieser Entscheidung sehr deutlich. Er hatte in den
vergangenen Monaten mit der bisherigen klaren Planungsschiene der LMBV
einer Seenutzung für den Zeitraum 2026 zahlreiche Investitionen
angeschoben. „Insbesondere die intensiven Vorbereitungen für private
Investitionen in der gewerblichen Gesundheitswirtschaft und im
touristischen Bereich in der Gemeinde Altdöbern werden durch die
deutliche Verschiebung nun infrage gestellt. Positiv ist zu bewerten,
dass mit der Erklärung zur Verschiebung der Fertigstellung des
Altdöberner Sees diesmal durch die LMBV Klartext zu den künftigen
Zeiträumen gesprochen wurde und somit die Planungen und Aktivitäten für
die touristische Ausrichtung nicht bis 2026 dann ins Leere laufen“.

Bürgermeister Peter Winzer zeigte sich angesichts des
notwendigerweise angepassten Sanierungszeitraumes, der eine spätere
Seefertigstellung umfasst, unzufrieden. Er äußerte aber auch Verständnis
für die faktischen Zwänge des Bergbausanierers: „Diese neue Zeitschiene
ist für die See-Anrainer natürlich unbefriedigend. Dennoch sind wir der
LMBV für ihre Offenheit und frühzeitige Veränderungsansage dankbar.
Damit können und müssen sich auch die Touristiker und Anwohner auf die
neuen Gegebenheiten mittelfristig einstellen“, so Winzer.

LMBV-Sanierungsarbeiten am RL Greifenhain dauern an


LMBV: Sichtbarer Baufortschritt am entstehenden Überleiter 3a bei Klein Partwitz

Weiteres Kernelement des schiffbaren Lausitzer Seenlands entsteht

Senftenberg | Klein Partwitz. Wie neue Aufnahmen der auftragnehmenden
Firma Strabag belegen, ist ein weiterer sichtbarer Baufortschritt am
entstehenden LMBV-Projekt Überleiter 3a zu verzeichnen. Derzeit finden
die Schalungsarbeiten an den Widerlagern der Brücke statt.

Der Überleiter 3a entsteht zwischen dem Neuwieser See und dem Blunoer
Südsee. Das Bauwerk wird künftig die beiden Bergbaufolgeseen bei Klein
Partwitz verbinden und ein Kernelement des schiffbaren Lausitzer
Seenlands werden. Ziel der Bergbausanierer ist es, das Bauwerk im Jahr
2021 fertigzustellen.

Fotos: Schneider, Fa. Strabag


Impressionen vom Bauvorhaben Überleiter 3 a


Neue Info-Tafel am Geierswalder See zu geplantem Wasserwanderrastplatz aufgestellt

Arbeiten am neuen Wasserwanderrastplatz Geierswalder See gehen gut voran

Senftenberg/Geierswalde. Viel hat sich bereits seit
dem ersten Spatenstich vor zwei Monaten, am 27. August, für das künftige
Multifunktionsgebäude am entstehenden Wasserwanderrastplatz
Geierswalder See getan. Vom, aus §4-Mitteln finanzierten, Gebäude steht
bereits das Erdgeschoss. In dieses wird unter anderem das
Hafenmeisterbüro einziehen.

Eine neue Tafel der LMBV und des Zweckverbandes Lausitzer Seenland
Sachsen informiert nun auch direkt gegenüber der Baustelle über die
geplanten Investitionen. Neben dem Multifunktionsgebäude werden eine
Bootseinlassstelle inkl. Hebeanlage für Menschen mit körperlichen
Beeinträchtigungen sowie 22 Landliegeplätze für Sportboote sam Trailern
entstehen. Zudem wird der Campingplatz ausgebaut.

Der Wasserwanderrastplatz gilt als Schlüsselprojekt des
Standortentwicklungskonzeptes. Die derzeitig laufenden Maßnahmen
ergänzen die bereits seit 2007 an der Südböschung, unterhalb des Hotels
„Der Leuchtturm“, verankerte Schwimmsteganlage für Boote.


Start der Arbeiten an B 97 zwischen Hoyerswerda und Schwarze Pumpe

Senftenberg. Am vergangenen Freitag, 16. Oktober
2020, begannen die Arbeiten zur Instandsetzung der Bundesstraße 97 mit
dem Abfräsen der beschädigten Asphaltschicht. Den Zuschlag für die
Straßenbauarbeiten erhielt die Firma EUROVIA GmbH aus Berlin. In dieser
Woche erfolgt das Fräsen der Bankette, damit in der kommenden Woche die
Asphaltarbeiten beginnen können.

Die Instandsetzung des derzeitig auf einer Länge von 3 Kilometern
gesperrten Abschnittes zwischen Hoyerswerda und Schwarze Pumpe soll bis
Ende November 2020 abgeschlossen sein. Dies teilte Bernd Sablotny,
Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, am 9. Oktober gemeinsam mit dem
Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LA SuV) während einer
Informationsveranstaltung für die von der Sperrung betroffenen
Anrainerkommunen und Behörden mit.

Danach kann die B97, wie bisher auch, unter den bestehenden
Verhaltensregeln genutzt werden: Die Signalanlage, die bei Eintritt
eines Ereignisses sofort auf rot schaltet, und die bestehende
Geschwindigkeitsbeschränkung werden wieder in Betrieb genommen. „Diese
Maßnahme stellt eine mittelfristige Sicherung des Straßenabschnitts
dar“, so Bernd Sablotny.

Als langfristige Lösung ist die Sanierung der jetzigen B97-Trasse
vorgesehen. Von einer Verlegung der Trasse wird aufgrund der
geotechnischen Situation abgesehen. Der Zeitrahmen für die
Straßensanierung der B97 wird unter Vollsperrung mit 5 bis 10 Jahren
eingeschätzt. „Für die Vorbereitung der Maßnahme werden mehrere Jahre
benötigt. In dieser Zeit werden die Fragen der Umleitung geklärt“,
führte der zuständige Referatsleiter Verkehr im Sächsischen Ministerium
für Wirtschaft und Arbeit, Dietmar Pietsch, aus.

 

Hintergrund:

Die Bundesstraße 97 zwischen Hoyerswerda und Schwarze Pumpe ist
derzeit auf einer Länge von ca. 3 Kilometern voll gesperrt. Es handelt
sich um einen Abschnitt auf locker gelagerter Kippe des einstigen
Tagebaus Spreetal.

Hier sind in den zurückliegenden Wochen parallel zur Fahrbahn auf 220
Metern zusätzliche 1.800 Vertikaldrains mit Spezialtechnik im Auftrag
der LMBV bis zu 15 Meter in den umgebenden Kippenboden gedrückt worden.
Diese Vertikaldrains helfen, die 1964 über Kippenbereiche des Tagebaus
Spreetals geführte und nur geringfügig verdichtete Straße im Bereich
einer Tieflage zusätzlich zu sichern.

Zugleich wurde die Sperrpause für Überwachungsarbeiten des
Kippenumfeldes und weitere geotechnische Untersuchungen zur B97 genutzt.
Dabei hatte der beauftragte Sachverständige für Geotechnik eine
ungleichmäßige Setzung der Fahrbahnen um bis zu 4 bis 6 Zentimeter und
aufgetretene Risse im Straßenkörper registriert. Das Eindrücken der
Vertikaldrains führte zu lokalen Verdichtungen des Bodens und zu
Setzungen und Mitnahmesetzungen bis unter den Straßenkörper auf Grund
der lockeren Lagerung unter der Straße.

Asphaltfräsarbeiten auf dem gesperrten Abschnitt der B97


Bergbaufolgeseen nach Niederschlägen mit Wasser versorgt — FZL steuert

Senftenberg. Flächendeckende Niederschläge von in
Summe 50 bis 80mm innerhalb von vier Tagen (13. bis 16. Oktober)
bewirkten in den drei Lausitzer Flüssen Spree, Schwarze Elster und
Lausitzer Neiße erhöhte Abflüsse. Damit war es möglich, unter anderem
den Bärwalder See, das Speicherbecken Lohsa II, den Dreiweiberner und
den Geierswalder See mit Wasser zu versorgen. Dies teilte die
Flutungszentrale der LMBV heute mit.
An einzelnen Flusspegeln waren
kurzzeitig erhöhte Abflussmengen bis hin zur Hochwasserwarnstufe 1 (von 4
Warnstufen) erreicht. Der langjährige Monatsmittelwert für
Niederschläge im Monat Oktober liegt z.B. an der Station
Bautzen/Kubschütz bei 58 mm, an dieser Station wurden in den vier Tagen
ca. 65 mm registriert. 

Für die Wiederauffüllung der Bergbauspeicher und Bergbaufolgeseen
wurden Ende vergangener Woche Flutungsentnahmen aus der Spree von ca. 5
Mio. Kubikmetern und aus der Schwarzen Elster von ca. 1 Mio. Kubikmetern Wasser möglich. Die Schwerpunkte der Flutungsentnahmen waren:

  • der Bärwalder See mit max. Entnahmen von bis zu 4 m³/s,
  • das Speicherbecken Lohsa II mit bis zu 4 m³/s,
  • der Dreiweiberner See mit max. Entnahmen von bis zu 2,3 m³/s, und
  • der Geierswalder See mit einer max. Entnahmen von bis zu 6 m³/s.

Am 16. Oktober konnte, nachdem der Hochwasserscheitel im Schöpsgebiet
langsam abflachte, auch die Pumpstation Steinbach mit einer Pumpe in
Betrieb genommen werden und das Wasser aus der Lausitzer Neiße über die
Pumpstation Spreewitz und den Oberen Landgraben in den Sedlitzer See
übergeleitet werden.
Seit Sonntag sind die Durchflussmengen an den
Flusspegeln wieder rückläufig und die ersten Flutungsentnahmen wie z. B.
am Speicherbecken Lohsa II mussten bereits am Montag wieder geschlossen
werden. Die Schwarze Elster führt seit dem 15. Oktober auch unterhalb
vom Verteilerwehr Kleinkoschen bis nach Senftenberg wieder Wasser. Damit
können die Umbindungsarbeiten von der Rainitza in das neue Grabenbett
im Bereich des neuen Sielbauwerks an der Schwarzen Elster wie geplant in
dieser Woche durchgeführt werden.


Spreetaler See bleibt vorerst ohne Zwischennutzung

Senftenberg/Spreetal. Um die Instandsetzung der B97 und
die Nutzung des Spreetaler Sees ging es in einem Gespräch zwischen dem
Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, Bernd Sablotny, und dem
Bürgermeister der Gemeinde Spreetal, Manfred Heine, Ende vergangener
Woche.
Begleitet wurde Manfred Heine von Gemeinderatsmitglied
Hans-Jörg Herholz, aufseiten der LMBV saß Gerd Richter,
Sanierungsbereichsleiter Lausitz, mit am Tisch.
Für das Vorhaben,
die B97 bis Ende November instand zu setzen und gleichzeitig die
Planungen für eine langfristige Grundsanierung als qualifizierte
Erhaltungsmaßnahme voranzutreiben, zeigten die Gemeindevertreter
Verständnis. Manfred Heine verwies jedoch auf die wichtige Anbindung
auch für Radfahrer. „Es wäre das falsche Signal, die Straße
grundsätzlich zu sanieren und einen straßenbegleitenden Radweg zu
vergessen“, erklärte Heine. Beide Seiten waren sich bewusst, dass
diesbezüglich die Straßenverkehrsbehörden die notwendigen Verfahren
führen müssten.
Ein wichtiges Thema des Gesprächs war auch die
künftige Nutzung des Spreetaler Sees. „Wir haben Erkenntnisse über das
hydrogeologische Großraummodell erhalten, die noch präzisiert werden
müssen. Dementsprechend können wir heute noch nicht sagen, wann, ob und
wie eine Zwischennutzung des Sees möglich ist“, führte Bernd Sablotny
aus. Demnach wird der bisher geplante Endwasserstand von 108,0 m NHN
nicht erreicht, im Moment liegt der Wasserstand bei unter 106 m NHN.
„Die letzten Meter der Flutung sind entscheidend, aber wir wollen keine
Hoffnungen auf Investitionen schüren, die sich nicht erfüllen lassen“,
erklärte er.
Manfred Heine forderte daraufhin eine komplette
Betrachtung der Situation mit den neuen Erkenntnissen. „Mich überrascht
diese Aussage nicht, aber eine Komplettbetrachtung ist sehr wichtig, um
einzuschätzen, ob der Aufwand der Maßnahmen vertretbar ist oder nicht.“
LMBV
und Gemeindevertretung werden in den nächsten Wochen zu einem erneuten
Gespräch zusammenkommen, um weitere gemeinsame Fragen zu klären.


Wasserzuleiter zum Klinger See wird vorerst zurückgestellt

Senftenberg/Klinge. Um die Flutung des Klinger Sees
ging es in einem Gespräch zwischen LMBV-Geschäftsführung, dem
Ortsvorsteher des Ortsteiles Gosda der Gemeinde Wiesengrund, Vertretern
des Heimatvereins Klinge e.V. sowie der Interessengemeinschaft Klinger
See e.V. in der vergangenen Woche.

Anlass dafür gab das überarbeitete hydrogeologische Großraummodell
(HGM), nach dem im Klinger See der bisher geplante Endwasserstand von
71,5 m NHN nicht erreicht wird. Die aktuell ermittelten
Grundwasserverhältnisse führen zu weitreichenden Fragestellungen, die
auch den Klinger See betreffen. Dessen planfestgestellter Endwasserstand
ließe sich nur über eine dauerhafte Wasserzuleitung aus der Tranitz
gewährleisten. Nach jetzigem Stand wird der mittlere Endwasserstand im
Bereich des Klinger Sees demnach bei circa 68,6 Metern NHN liegen,
derzeit liegt er bei 53,3 m NHN.

Die hydrogeologischen Modelle bilden die Grundlage für alle weiteren
Planungen zur Bergbausanierung. „Wir sind an genehmigungsrechtliche
Fragen gebunden, die erst geklärt werden müssen. Auch wenn es jetzt
Differenzen gibt, die LMBV muss hierbei genau prüfen“, erklärte Bernd
Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung. Der Bau des Zuleiters wird
vorerst zurückgestellt.

Dagegen erklärten die Vertreter des Ortes Klinge: „Es soll jederzeit
die Möglichkeit geben, das Wasser nicht aus der Region abfließen zu
lassen, was wir in den letzten Jahren immer wieder erleben mussten.
Wasserabschläge aus z.B. einem Frühjahrshochwasser müssen möglich sein.
Deshalb fordern wir nach 20 Jahren Planvorbereitung die funktionsfähige
Herstellung des Zuleiters auf der Grundlage der Genehmigung des
Planfeststellungsbeschlusses.“

Die LMBV wird als nächstes die Randbedingungen für die weitere
Flutung des Klinger Sees klären und die genehmigungsrechtlichen
Voraussetzungen schaffen. Erst dann können weitere Festlegungen für die
Sanierungsarbeiten getroffen werden.


Neue Auszubildende zum Tag des Berufsanfängers im Lausitzer Seenland unterwegs

Senftenberg. Anlässlich des LMBV-Tages für
Berufsanfänger besuchten am Montag, den 12. Oktober, zwölf Auszubildende
aus dem ersten Lehrjahr und eine Auszubildende aus dem zweiten Lehrjahr
den LMBV-Standort in Senftenberg, um sich über ihren (neuen)
Arbeitgeber zu informieren. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen
werden an zwei Ausbildungsstätten in Lauchhammer und Espenhain zu
Fachkräften für Lagerlogistik, zu Kauffrauen und -männer für
Büromanagement sowie zur Restaurantfachfrau ausgebildet.

Sowohl die Personalabteilung als auch der Betriebsrat begrüßten die
neuen Auszubildenden herzlich zum Start der Ausbildung. In einführenden
Vorträgen stellten sie die Hauptaufgaben der LMBV sowie die Arbeit des
Betriebsrates vor. Zwei Vertreter der IG BCE informierten im Anschluss
zur Arbeit der Gewerkschaft und über die Jugendorganisation der IG BCE.

Nach dem Mittagessen ging es mit der Unternehmenskommunikation auf
eine kleine, zweistündige Befahrung durch das nahegelegene Lausitzer
Seenland. Ausgangspunkt bildete das Sielbauwerk des Ableiters Sedlitz.
Hier wurde das Wassermanagement der LMBV genauer erläutert. Anschließend
ging es zur LMBV-Großbaustelle an den Sedlitzer See, an dem die
Auszubildenden einiges über die laufenden Arbeiten der LMBV erfuhren. Am
Beispiel des vor kurzem fertiggestellten Seestrandes in Lieske wurde
auch die Zusammenarbeit der LMBV mit externen Partnern, Gemeinden und
Kommunen erläutert. Im am Seestrand liegenden Informationscontainer des
Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg lernten die Auszubildenden
zudem die Geschichte des Lausitzer Bergbaus näher kennen.

Den Abschluss bildeten die IBA-Terrassen am Großräschener See, an
denen die touristische Nachnutzung der ehemaligen Bergbauflächen noch
einmal deutlich wurde. Auch die Entwicklung des Lausitzer Seenlandes
wurde thematisiert. Am späteren Nachmittag trat die Gruppe schließlich
ihre Heimreise nach Espenhain bzw. Richtung Lauchhammer an.

Die neuen Auszubildenden der LMBV zu Besuch am Standort in Senftenberg


Seestrand Lieske ist fertiggestellt

Senftenberg
LMBV
Bauabnahme Sedlitzer See Strand Lieske

Senftenberg/Lieske. Nachdem im Jahr 2019 der zweite
Bauabschnitt am Seestrand Lieske begonnen wurde, konnte heute die
Bauabnahme zur Fertigstellung erfolgen. Gemeinsam mit dem Zweckverband
Lausitzer Seenland Brandenburg wurden in den vergangenen Monaten die
Gestaltung der Strandbereiche Nordwest und Südost auf einer Länge von
230 und 390 m realisiert. Außerdem konnten Zuwegungen über Rampen und
Treppenanlagen gebaut und Freiflächen gestaltet werden.

Auch eine Slipanlage für Sportboote im Bereich Südost und ein
Fahrgastschiffsanleger im Bereich Nordwest sind entstanden. Im Frühjahr
2021 erfolgen noch Komplettierungsarbeiten (Ausgleichspflanzungen,
Mobilar) durch den Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg

Die Maßnahme enthielt außerdem die Ertüchtigung des Einlaufs des Oberen Landgrabens in den Sedlitzer See.
Genutzt
werden kann der fertiggestellte Strand aufgrund des noch nicht
erreichten Endwasserstands im Sedlitzer See (Nutzung ab 100,0 NHN
möglich, Endwasserstand 101m NHN) noch nicht. Derzeit beträgt der
Wasserstand 94,38 m NHN.

Nun erfolgen jedoch enge Abstimmungen zwischen Zweckverband Lausitzer
Seenland Brandenburg, der LMBV und dem Land Brandenburg, um zügig
Teilnutzungen der hergestellten Fläche zu ermöglichen.

Mit der Bauabnahme am Donnerstag wird die Übergabe des Seestrands
Lieske an den Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg vorbereitet.

Finanziert wurde die Baumaßnahme aus den Paragrafen 2 und 4 im Rahmen
des VA VI der Braunkohlesanierung, insgesamt betragen die Kosten für
diesen Abschnitt rund zwei Millionen Euro. Ausführende Firma war die
Firma Steinle Bau GmbH (Löbau).

Fotos: Steffen Rasche/LMBV


Führungskräfte-Tagung 2020 gab Impulse zum Bewältigen anstehender Herausforderungen

Gruppenbild der Teilnehmer 2020

Tauchritz | Senftenberg. Unweit des Berzdorfer Sees, einem
Bergbaufolgesee der LMBV, haben sich am 30. September und 1. Oktober
2020 im „Gut am See“ auf Einladung der Geschäftsführung 42
Führungskräfte und Vertreter des Gesamtbetriebsrates der LMBV
zusammengefunden.

In dem denkmalgerecht sanierten und kürzlich neben dem Tauchritzer
Wasserschloss eröffneten Hotel wurden die kommenden Herausforderungen in
den Jahren 2021/22 in der Bergbausanierung von dem Sprecher der
Geschäftsführung und den Bereichs-, Abteilungs- und
Arbeitsgruppenleitern der LMBV analysiert und entsprechende
Schlussfolgerungen zwischen den Leitungsebenen diskutiert. Leitthema
waren die mittelfristigen Anforderungen an die Bergbausanierung und die
strategische Ausrichtung der Prozessführung und der Führungstätigkeit.
Geschäftsführer Bernd Sablotny führte mit seinen Erkenntnissen,
Erfahrungen und Erwartungen aus den ersten 300 Tagen in der LMBV ein.

Im Mittelpunkt der Tagung stand neben der mittel- und langfristigen
Projektplanung (Basisvortrag zum „Stand der Projektplanung
Braunkohlesanierung im Vorfeld der Evaluierung und Verhandlungen zum VA
VII BKS“) für den Zeitraum bis 2027 und Folgejahre auch die Projektion
in die weitere Aufgabenzukunft des Sanierungsbereiches KSE ebenso wie
die Budget- und Aufgabenerfüllung in den einzelnen Sanierungsbereichen
unter Berücksichtigung entsprechender Vorgaben des derzeit gültigen
Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung. Olaf Gunder, Vorsitzender
des Gesamtbetriebsrates der LMBV, gab differenzierte Hinweise für die
kommende Aufgabenbewältigung. Diskutiert wurden auch Anforderungen an
die Corporate Identity der LMBV in der künftigen Projektentwicklung.

Die Führungskräfte von den verschiedenen LMBV-Standorten Leipzig,
Senftenberg und Sonderhausen nutzen die Tagung zum kollegialen
Erfahrungsaustausch und zur fachlichen Diskussion. Am Abend besichtigten
sie u.a. das ehemalige Wasserschloss und die Heimatsstube Tauchritz
sowie den vor einigen Jahren von der LMBV als historisches
Anschauungsobjekt bereitgestellten Schaufelradbagger 1452, der heute vom
Verein bergbaulicher Zeitzeugen e.V. Berzdorfer Straße 102 in 02827
Görlitz OT Hagenwerder erhalten wird. Das Tagebaugroßgerät mit der
Typenbezeichnung SRs 1200 war im Jahr 1961 vom VEB Schwermaschinenbau
Lauchhammerwerk hergestellt worden und arbeitete zunächst im Tagebau
Phönix im Altenburger Land. Bis 2001 war er noch im Einsatz im
Sanierungsbetrieb im LMBV-Tagebau Berzdorf.


Präsidentin der Landesdirektion Sachsen, Regina Kraushaar, auf Informationstour

Senftenberg. Zu einer Informationstour durch das
sächsische Lausitzer Sanierungsgebiet starteten am Mittwoch Vertreter
des Sanierungsbereichs der LMBV und die Präsidentin der Landesdirektion
Sachsen, Frau Regina Kraushaar.

Unter der Leitung von Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter Lausitz,
ging es nach einer kurzen Einführung zur Entwicklung der LMBV und ihren
Aufgaben an den Überleiter 9, den Barbara-Kanal, der im vergangenen
Jahr freigegeben werden konnte. Des Weiteren besichtigte die Präsidentin
den Überleiter 3 und 3a sowie den Aussichtspunkt Bergen. Dort gewann
sie einen Einblick in die Dimension des geotechnischen Ereignisses, das
sich mittlerweile zum 10. Mal jährt.

Auch der Industriepark Schwarze Pumpe war Anlaufpunkt der Tour. Die
dortige Vakuumthermische Reinigungsanlage der LMBV zeigte eindrucksvoll,
wie notwendig die Bodensanierung an diesem Standort ist. Die
Wasserbehandlungsanlage Burgneudorf und der Horizontalfilterbrunnen 3
der Stadt Hoyerswerda gaben Einblick in die vielseitigen Aufgaben der
LMBV, die mit dem Wiederanstieg des Grundwassers und der
Wasserbeschaffenheit zusammenhängen.

"Es war eine sehr informative Befahrung, an der ich gern teilgenommen
habe. Sie hat mir einen guten, fundierten Einblick in die Arbeit der
LMBV gewährt", bedankte sich Regina Kraushaar im Anschluss an die
Befahrung bei den Teilnehmern und Organisatoren.


Frischer Anstrich für historische Senftenberger Lok zum LMBV-Jubiläum

LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny und Bürgermeister Andreas Fredrich vor Senftenbergs Lok mit frischem Anstrich am 10.09.2020 (Foto: S. Rasche für LMBV)

Senftenberg. Der Bergbausanierer LMBV begeht in
diesen Tagen sein 25. Unternehmensjubiläum. Alle Veranstaltungen aus
diesem Anlass wurden jedoch Corona-bedingt abgesagt. Ursprünglich war im
September 2020 in Berlin eine Veranstaltung der LMBV mit
Bundesvertretern und den Ministerpräsidenten der ostdeutschen
Braunkohleländer geplant, die jedoch angesichts der Coronapandemie nicht
mehr durchführbar war.

„Die frei gewordenen Mittel haben wir deshalb gut und sinnvoll zum
Erhalt eines Zeugnisses des Braunkohlenbergbaus einsetzen können", freut
sich Bernd Sablotny. Am 10. September 2020 präsentierte der Sprecher
der Geschäftsführung der LMBV die fertige E-Lok samt Abraumwagen dem
Bürgermeister der Stadt Senftenberg, Andreas Fredrich. Dieser zeigte
sich zufrieden mit dem frischen Farbanstrich, der gleichzeitig
Korrosionsschutz ist.

Lok und Abraumwagen stehen unter Denkmalschutz. Die auch
„Hundert-Tonnen-Loks“ genannten, mit Gleichstrom betriebenen Maschinen
gehören der am meisten gebauten E-Lok-Baureihe Deutschlands an. Die
Senftenberger Lok ist eine EL2 mit der Nummer 4-1204-100-B3. Sie wurde
1986 an das damalige VEB Braunkohlenkombinat Senftenberg geliefert und
war im Tagebau Seese-Ost im Einsatz. Für die Laubag fuhr sie vermutlich
bis 1994, nach ihrer Aufarbeitung 2003 in Senftenberg ist sie als
Denkmal am Ortseingang präsent.

Für weiterführende Informationen zur Geschichte des Lausitzer Braunkohlenbergbaus seit 1990 sei die LMBV-Reihe „Wandlungen
und Perspektiven" empfohlen, die fast alle Tagebaugebiete in der
Lausitz und in Mitteldeutschland in Verantwortung der LMBV historisch
aufarbeitet und mit ihren Entwicklungen darstellt. Im September
erscheint außerdem eine Darstellung der bisherigen Meilensteine der LMBV
anlässlich des 25-jährigen Unternehmensjubiläums, die ebenfalls auf der
Homepage abrufbar sein wird.

Frischer Anstrich


MLUK: Weiterhin kritische Niedrigwassersituation an Spree und Schwarzer Elster

25. Ad hoc-Arbeitsgruppe „Extremsituation“ hat in Cottbus beraten

Cottbus. Am 14. September 2020 tagte die
länderübergreifende Ad-hoc-Arbeitsgruppe „Extremsituation“ bereits zum
25. Mal in Cottbus. Sie mahnte die weiterhin kritische
Niedrigwassersituation an Spree und Schwarzer Elster an. „Nachdem sich
Ende August durch flächendeckende Niederschläge eine leichte Entspannung
der Niedrigwassersituation abzeichnete, blieben seither weitere
Niederschläge nahezu aus. Durch die erneute sehr trockene und warme
Witterung herrschen in den Einzugsgebieten von Spree und Schwarzer
Elster weiterhin extreme Niedrigwasserverhältnisse.

Informationen zur Spree

Die Niedrigwassersituation im Oberlauf der Spree und den sächsischen
Zuflüssen hatte sich Anfang September nur kurzzeitig entspannt. In Folge
ausbleibender Niederschläge und weiterhin sehr geringer
Grundwasserzuflüsse gingen die Abflüsse wieder deutlich zurück. Die
Talsperre Bautzen ist momentan zu 39 Prozent gefüllt und stützt den
Abfluss der Spree geringfügig. Die Talsperre Quitzdorf steht wegen
fehlenden Speicherinhalts weiterhin nicht für die aktive Bewirtschaftung
zur Verfügung. Das LMBV-Speicherbecken Bärwalde konnte durch
die starken Niederschläge von Ende August auf 25 Prozent des
Speichervolumens aufgefüllt werden
, welches bei Bedarf weiterhin genutzt werden kann, um die Abflüsse der Spree bis Ende September zu stützen.

Die Talsperre Spremberg erhielt in den ersten Septembertagen in Folge
der Niederschläge erhöhte Zuflüsse, sodass der Wasserstand um einige
Zentimeter anstieg. Bereits seit dem 4. September sind die Abflüsse am
Pegel Spremberg wieder auf einem sehr niedrigen Niveau und entsprechen
etwa der Abgabemenge von rund 6 Kubikmetern pro Sekunde. Aktuell
(14.09.2020) beträgt der Beckenwasserstand, bei leicht fallender
Tendenz, 90,27 Meter NHN. Der Abfluss am Unterpegel Leibsch hat sich
aufgrund der flächendeckenden Niederschläge etwas stabilisiert. Anfang
September erhöhte sich der Abfluss kurzzeitig bis auf 9 m³/s. Im
Spreewald kommt es zu einer stark verzögerten Abgabe von
Niederschlagswasser, sodass die Abflüsse bis Mitte September nur
sukzessive abnahmen. Aktuell beträgt der Abfluss 3,5 Kubikmetern pro
Sekunde und liegt deutlich unter dem mittleren Abfluss für September.
Dieser beträgt für den Referenzzeitraum (1991 – 2017) 11,2 Kubikmetern
pro Sekunde. In den kommenden Tagen muss bei ausbleibenden
Niederschlägen von einer weiteren geringen Abnahme der Abflüsse am
Unterpegel Leibsch ausgegangen werden. Eine Unterschreitung des temporär
festgelegten Mindestabflusses von 1,5 m³/s ist jedoch nicht zu
erwarten. Quelle MLUK v. 16.09.2020

Informationen zur Schwarzen Elster

An der Schwarzen Elster hatten die späten Augustniederschläge
zunächst zu einer Verbesserung der extremen Niedrigwassersituation
beigetragen. Da aber auch in diesem Einzugsgebiet seit Anfang September
weitere nennenswerte Niederschläge ausblieben, verschlechtert sich die
Abflusssituation gegenwärtig. Der trockengefallene Abschnitt der
Schwarzen Elster zwischen Neuwiese und Kleinkoschen, der in Folge der
Niederschläge wieder Wasser führte, fällt nun erneut trocken. Kurzzeitig
konnte der verfügbare Abfluss jedoch genutzt werden, um den
Senftenberger See (Speicherbecken Niemtsch) und den Geierswalder See
(Restloch Koschen) mit Wasser zu versorgen
.

Im Stadtgebiet von Senftenberg erfolgt weiterhin die Stützung des Abflusses der Schwarzen Elster durch die Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza.
Der Abfluss am Pegel Biehlen beträgt aktuell 0,47 Kubikmeter pro
Sekunde. Der mittlere Abfluss für diesen Pegel liegt im September
normalerweise bei rund 2,19 Kubikmetern pro Sekunde.

Durch die Augustniederschläge und die kurzeitige Einleitung von Wasser, stieg der Wasserstand im Senftenberger See (Speicherbecken Niemtsch) Anfang September um wenige Zentimeter.
Seither können die Abflüsse der Schwarzen Elster wieder in geringem
Maße durch eine Wasserabgabe gestützt werden. Der Wasserstand des
Senftenberger Sees liegt aktuell bei 98,49 Meter NHN. Der
Wasserstand fällt nur sehr langsam; daher wird es im September keine
Nutzungseinschränkungen für den Senftenberger See geben.
Quelle MLUK v. 16.09.2020

E. Scholz arbeitet in der Adhoc-AG mit


Start der 1. Messkampagne des gemeins. Reviernivellements bei Bad Muskau erfolgt

Vertreter der LVÄ sowie der Bergbauunternehmen trafen sich vor Ort in Bad Muskau zu ersten gemeinsamen Messungen im Grenzübergangsbereich der beiden Bundesländer

Bad Muskau. Die Vermessungsämter der Länder (LVÄ) Brandenburg und
Sachsen sowie die im Lausitzer Braunkohlerevier wirkenden
Bergbauunternehmen LMBV und LEAG werden die im Revier vorhandenen und
regelmäßig beobachteten Nivellementslinien zukünftig einer gemeinsamen
Bearbeitung unterwerfen.

Dazu trafen sich Vertreter der LVÄ sowie der Bergbauunternehmen vor
Ort in Bad Muskau zu ersten gemeinsamen Messungen im
Grenzübergangsbereich der beiden Bundesländer.

Grundlage bilden einschlägige Vorschriften aus dem Vermessungs- und
Bergrecht, aufgrund derer die Höhen im Gebiet des Lausitzer
Braunkohlereviers regelmäßig zu aktualisieren sind. Wegen der
weitgehenden Übereinstimmung der durch die Landesvermessungsbehörden und
die Bergbauunternehmen angelegten Höhenfestpunktnetze ist eine
gemeinsame, abgestimmte und arbeitsteilige Bearbeitung dieser
Höhenfestpunktnetze im gegenseitigen Interesse. Zudem führt die
gemeinsame Höhenbestimmung nach abgestimmten Standards zu einem
länderübergreifend einheitlichen und hinreichend kontrollierten
Höhennachweis für alle Beteiligten.

Dazu wurde eine Rahmenvereinbarung zwischen der LEAG (Lausitz Energie
Bergbau AG), der LMBV (Lausitzer und Mitteldeutsche
Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH), dem GeoSN (Staatsbetrieb
Geobasisinformation und Vermessung Sachsen) sowie der LGB
(Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg) geschlossen.

Die Vertragsparteien vereinbaren, die im Lausitzer
Braunkohlerevier vorhandenen und regelmäßig zu beobachtenden
Nivellementslinien zukünftig einer gemeinsamen Bearbeitung zu
unterziehen. Grundlage bilden einschlägige Vorschriften aus dem
Vermessungs- und Bergrecht, aufgrund derer die Höhen im Gebiet des
Lausitzer Braunkohlereviers regelmäßig zu aktualisieren sind
.

Wegen der weitgehenden Übereinstimmung der durch die
Landesvermessungsbehörden (LVB) und die Bergbauunternehmen (BBU)
angelegten Höhenfestpunktnetze ist eine gemeinsame, abgestimmte und
arbeitsteilige Bearbeitung dieser Höhenfestpunktnetze im allseitigen
Interesse einer effizienten Aufgabenerledigung. Zudem führt die
gemeinsame Höhenbestimmung nach abgestimmten Standards zu einem
einheitlichen und hinreichend kontrollierten Höhennachweis für alle
beteiligten Stellen und deren Nutzer.

Oben: Gemeinsames Foto mit den Verantwortlichen

  • Janus Czodrowski, Referatsleiter 32 - Geodätischer Raumbezug - vom Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen,
  • Stephan Bergweiler, Dezernatsleiter D 21 - Geodätischer Raumbezug - der Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg,
  • Marko Hein, Leiter der Markscheiderei der LEAG und
  • Stefan Weber, Mitarbeiter der Markscheiderei der LMBV sowie

den Nivellementstrupps der GMB und des GeoSN bei Bad Muskau.

Feldanweisung der Landesvermessungsbehörden und Bergbauunternehmen für die gemeinsame Aktualisierung der Höhen im Lausitzer Braunkohlerevier erarbeitet

Bad Muskau. Auf Basis dieser länderübergreifend abgestimmten
Rahmenvereinbarung und der darauf fußenden Feldanweisung fand am
15.09.2020 der Start der ersten Messkampagne im Netz 1. Ordnung
unmittelbar an der Landesgrenze zwischen dem Freistaat Sachsen und dem
Land Brandenburg statt.

Die mit den Landesvermessungen abgestimmten Feldanweisung sagt u.a. aus: „Aufgrund
der einschlägigen Vorschriften aus dem Vermessungs- und Bergrecht sind
die Höhen im Gebiet des Lausitzer Braunkohlereviers regelmäßig zu
aktualisieren. Wegen der weitgehenden Übereinstimmung der durch die
Landesvermessungsbehörden (LVB) und die Bergbauunternehmen (BBU)
angelegten Höhenfestpunktnetze ist eine konzertierte und arbeitsteilige
Bearbeitung dieser Höhenfestpunktnetze im allseitigen Interesse an einer
effizienten Aufgabenerledigung.

Zudem führt die gemeinsame Höhenbestimmung nach abgestimmten
Standards zu einem einheitlichen und hinreichend kontrollierten
Höhennachweis. Die Wiederholungsmessungen in der Lausitz sollen sowohl
der Analyse des Höhenänderungsgeschehens dienen als auch der
Bereitstellung von einheitlichen, anforderungsgerechten Höhen in der
Gebietsfläche als Anschlusshöhen für die Vermessungspraxis.

Diese Feldanweisung konzentriert sich auf das digitale
Präzisionsnivellement als das aktuelle für die geforderten Genauigkeiten
geeignete Verfahren. Das Vorhaben der beteiligten Stellen, im Bereich
der Lausitz bis zur Entlassung der Gebiete aus der Bergaufsicht die
Höhen gemeinsam zu aktualisieren, ist jedoch grundsätzlich offen für
alternative oder ergänzende Technologien, sofern diese hinsichtlich
ihrer Genauigkeit und Zuverlässigkeit den rechtlichen Anforderungen
genügen.

Aufgrund der komplexen Thematik kann und soll diese Feldanweisung
kein erschöpfender Leitfaden für alle beim Präzisionsnivellement
anfallenden Tätigkeiten sein. Vielmehr wird auf die anerkannten Regeln
des Präzisionsnivellements mittels Digitalnivellieren verwiesen, die in
den einschlägigen Erlassen, Richtlinien und fachlichen Weisungen der
Landesvermessungsbehörden sowie in den Lehrbüchern und DIN- und
ISO-Normen enthalten sind.

Foto: Netzentwurf für das Rahmennetz des Lausitzer Braunkohlereviers, Rahmennetzlinien (rot), Anschluss-UF (schwarze Ringe)


Zwanzig Jahre arbeitet bereits die Flutungszentrale Lausitz in Senftenberg

Zwei Jahrzehnte erfolgreiches Lausitzer Wassermanagement nach dem Bergbau in enger Abstimmung mit Behörden und Institutionen

Das Team der Flutungszentrale (Archivfoto)

Senftenberg. Zwei Jahrzehnte erfolgreiches Lausitzer Wassermanagement nach dem Bergbau in enger Abstimmung mit Behörden und Institutionen sind mit der Flutungszentrale Lausitz der LMBV verbunden. Die Gewinnung der Braunkohle in der Vergangenheit griff auch tiefgreifend und nachhaltig in den Wasserhaushalt der Region ein.

Daher gehörte zur mehr als 25-jährigen Sanierungstätigkeit der
Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV)
seit jeher auch die wasserwirtschaftliche Bergbausanierung mit all ihren komplexen Aufgaben. Einen wichtigen Teil dieser Arbeiten übernahm am 14. September 2000 die eigens gegründete Flutungszentrale Lausitz der LMBV (FZL) mit dem Ziel, die verfügbaren Wasserressourcen optimal für die Flutung und Nachsorge der rund 30 größeren Lausitzer Bergbaufolgeseen zu nutzen.

Eckhard Scholz, LMBV-Bereichsleiter Technik, einer der Gründungsväter
der Zentrale, blickt zufrieden auf die vergangenen zwei Jahrzehnte
zurück. „Seit nunmehr 20 Jahren bringt die Flutungszentrale die Generationsaufgabe der wasserwirtschaftlichen Bergbausanierung erfolgreich mit voran.“ Dabei stehe die FZL – anfänglich in Brieske ansässig – in enger, länderübergreifender Abstimmung mit allen beteiligten Behörden und Institutionen.
Im Jahr 2007 zog die FZL mit ihrer Betriebssteuerung mit an den neu
angemieteten Hauptsitz der LMBV in die Senftenberger Knappenstraße.

Im Laufe der vergangenen 20 Jahre änderte sich mit den veränderten
Voraussetzungen und Anforderungen auch das Aufgabenspektrum der FZL. Anfangs stand noch die mengenorientierte Bewirtschaftung der Bergbaufolgeseen im Fokus. Mit der Einführung des Gütesteuermodells im Jahr 2005 wandelte sich die Ausrichtung der Bewirtschaftung hin zu einer zunehmend güteorientierten Steuerung.

„In unserer Arbeit spielen daher nicht nur Wassermengen eine
entscheidende Rolle, sondern auch die Wasserbeschaffenheit zum Schutz
der Gewässer und somit auch von Mensch und Natur“, so Eckhard Scholz.
Der Flutung der Lausitzer Bergbaufolgeseen steht dabei heute
hinsichtlich der Rangigkeit der Entnahmen mittlerweile an letzter
Stelle. Künftig werden es vor allem länderübergreifende, komplexe Konzepte zur Niedrigwasserbewirtschaftung
sein, welche die FZL beschäftigen. Dazu gehören, laut Eckhard Scholz,
auch neue Planungen und Ansätze zu Mindestwasserabflüssen im Rahmen der
Bewirtschaftungsgrundsätze und unter Berücksichtigung der zahlreichen
Nutzer in den Flussgebieten.

Senftenberg. Zwei Jahrzehnte erfolgreiches Lausitzer Wassermanagement nach dem Bergbau in enger Abstimmung mit Behörden und Institutionen sind mit der Flutungszentrale Lausitz der LMBV verbunden. Die Gewinnung der Braunkohle in der Vergangenheit griff auch tiefgreifend und nachhaltig in den Wasserhaushalt der Region ein.


Hohe Anforderungen an die Flutungszentrale Lausitz: Vielfältige Stellhandlungen möglich


Braunkohlenausschuss Brandenburg vor Ort im ehemaligen Tagebau Schlabendorf-Seese

Senftenberg. Die Fachexkursion 2020 des
Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg führte die Mitglieder in
diesem Jahr in den LMBV-Sanierungsbereich Schlabendorf und Seese.

Die 31 Teilnehmerinnen und Teilnehmer informierten sich hier beim
Bergbausanierer über die aktuellen Entwicklungen und laufenden
Sanierungsarbeiten.

Erster Halt war das Restloch A (Hindenberger See), dessen Uferbereich
in der ersten Hälfte des kommenden Jahres mittels Rütteldruck- und
Rüttelstopfverdichtung gesichert wird. Voraussetzung für das Sichern der
rund elf Hektar großen Fläche ist jedoch das Absenken des
Kippenwasserspiegels über acht Vertikalfilterbrunnen, die das Wasser,
nach vorheriger Konditionierung, in den Lichtenauer See abgeben.

Die Teilnehmenden informierten sich am Schlabendorfer See über dessen
Konditionierung und das dazu beauftragte Sanierungsschiff „Barbara“.
Nach der Besichtigung des Natur-Erlebniszentrums Wanninchen, wurde die
Vernässungsfläche bei Zinnitz angefahren. Diese wird mittels
Rütteldruckverdichtung gesichert. Hier konnten die
Braunkohlenausschuss-Mitglieder die Arbeiten aus unmittelbarer Nähe
verfolgen.

Am Nachmittag richtete sich die Aufmerksamkeit auf die
Sanierungsarbeiten im Gebiet der ehemaligen Braunkohletagebaue
Seese-West und Seese–Ost. So wird die Tieflage am Restloch 1a
(Kittlitzer See) auf einer Fläche von 29,9 Hektar seit Februar 2019
mittels mobilem Erdbau aufgefüllt. Hierfür werden täglich zwischen 500
und 700 Kubikmeter Massen bewegt.

Abschließend informierte sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über
die schonende Sprengverdichtung auf der Innenkippe in Seese-Ost. Diese
LMBV-Sanierungsmaßnahme läuft seit Oktober 2018. Der aktuelle Abschnitt
umfasst eine Fläche von 120 Hektar, die voraussichtlich bis Dezember
2022 gesichert wird.

Der Braunkohlenausschuss Brandenburg setzt sich zusammen aus
gewählten und berufenen ehrenamtlichen Mitgliedern. Sie wirken an der
Braunkohlen- und Sanierungsplanung mit und unterstützen hierbei die
regionale Willensbildung. Sitz des Ausschusses ist in Cottbus.

Impressionen von der Befahrung


Unternehmenspräsentation zur EinheitsExpo in Potsdam bis 4. Oktober 2020

Großes Interesse von Politikern und Bürgern an LMBV-Schaufenster in Landeshauptstadt

Senftenberg/Potsdam. Die EinheitsExpo zum 30.
Jahrestag der Deutschen Einheit öffnete am 5. September 2020 in Potsdam
offiziell. Die Lausitzer und Mitteldeutsche
Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH stellt dabei im Rahmen der
Landespräsentation Brandenburg am Alten Markt in Potsdam den Wandel des
Lausitzer Braunkohlenreviers zum Lausitzer Seenland dar.

Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke und Staatsministerin Kathrin
Schneider ließen sich es am Sonnabend zum Rundgang nicht nehmen, den
Kaufmännischen Geschäftsführer der LMBV, Dr. Hans-Dieter Meyer, vor dem
LMBV-Ausstellungs-Cube zu begrüßen.

Gezeigt wird auf großformatigen Orthofotografien das Lausitzer
Seenland im Jahr 2006 sowie auf der Rückseite im Jahr 2019.
Erstaunliches lässt sich da ablesen: Der Tagebau Meuro bei Großräschen
beispielsweise ist 2006 noch eine graue Kippenlandschaft, dreizehn Jahre
später füllt eine blaue Wasserfläche mit einem Steg am Ufer und einem
Hafenbecken die Fläche – der heutige Großräschener See.

Auch eine großformatige Abbildung des „liegenden Eiffelturms“, der
stillgelegten Förderbrücke F60 am Bergheider See, ist zu sehen. Außerdem
verweist das Unternehmen in seinem Cube auf die Nutzung der
entstandenen Gewässer: Liegestühle und Sonnensegel folgen nach den
Sanierungsmaßnahmen. So lässt sich der Landschaftswandel auch plastisch
darstellen. Über einen QR-Code können Besucher das Unternehmen auch
„online“ weiterverfolgen, der Link zur Homepage verweist ebenso wie das
Sonderlogo auf das 25-jährige Bestehen des Unternehmens in diesem Jahr.

Die begehbare Stadtkulisse in Potsdam, die noch bis zum 4.Oktober
unter dem Motto "Kommen- gucken - staunen" steht, umfasst zahlreiche so
genannte City-Cubes, Ausstellungscontainer, und ist so an die aktuelle
Corona-Pandemie angepasst. Digitalstelen vermitteln den Besuchern
Informationen und Höhepunkte aus 30 Jahren deutscher Geschichte. Ein
Wegeleitsystem, das zwischen Freundschaftsinsel, Bassinplatz,
Hegelallee, Luisenplatz und Lustgarten führt, hilft bei der Orientierung
in der Stadt.


MLUK: Leichte Entspannung: Niederschläge verbessern Situation an Spree und Schw. Elster

In der länderübergreifenden „Ad-hoc-AG Extremsituation" sind die Zuständigen der Länder Berlin, Brandenburg und Sachsen sowie Lausitzer Bergbauunternehmen vertreten, um gemeinsame Lösungen zu finden

Cottbus. Zum zweijährigen Bestehen der länderübergreifenden „Ad-hoc-AG Extremsituation“
am 31.08.2020 verhalfen flächendeckende Niederschläge zu einer leichten
Verbesserung der angespannten Lage und haben in den Einzugsgebieten von
Spree, Schwarzer Elster und Lausitzer Neiße für kurzfristige
Entspannung der Niedrigwassersituation geführt.

Die hohen Niederschlagsmengen, von lokal bis zu 60 Liter pro
Quadratmeter, ermöglichen es, erste Maßnahmen wieder schrittweise
einzustellen. Die generell prekäre Speichersituation hat sich jedoch
kaum verbessert. Bei einem erneuten Ausbleiben von Niederschlägen ist
von einer zügigen Rückkehr zu den extremen Niedrigwasserverhältnissen
auszugehen.

Schwarze Elster

An der Schwarzen Elster haben die ausgiebigen Niederschläge ebenfalls
zu einer Verbesserung der extremen Niedrigwassersituation beigetragen.
Der etwa 12 Kilometer lange Abschnitt der Schwarzen Elster, welcher
zwischen Hoyerswerda und Senftenberg über viele Wochen trockengefallen
war, führt aktuell wieder Wasser. Der hierdurch wieder verfügbare Abfluss wird genutzt, um den Senftenberger See (Speicherbecken Niemtsch) und den Geierswalder See (Restloch Koschen) mit Wasser zu versorgen.

Im Stadtgebiet von Senftenberg erfolgt weiterhin die Stützung des
Abflusses der Schwarzen Elster durch die Grubenwasserreinigungsanlage
Rainitza. Durch das zufließende Niederschlagswasser betrug der Abfluss
am Pegel Biehlen am 31.08.2020 1,12 Kubikmeter pro Sekunde. Der mittlere
Abfluss für diesen Pegel liegt im August normalerweise bei rund 1,91
Kubikmetern pro Sekunde.

Die Bewirtschaftung des Senftenberger Sees
(Speicherbecken Niemtsch) zur Niedrigwasseraufhöhung ist aktuell
eingestellt. Der aktuelle Wasserstand liegt bei 98,51 Meter NHN (Stand
02.09.2020). Bleiben weitere Niederschläge aus, ist in den kommenden
Wochen von einem erneuten Trockenfallen der Schwarzen Elster zwischen
dem Pegel Neuwiese und Senftenberg auszugehen. Durch die nun kurzzeitig
mögliche Einspeicherung von Wasser in den Seen ist im September nicht
mit Nutzungseinschränkungen für den Senftenberger See zu rechnen. Quelle: MLUK-Presseinformation v. 3. September 2020

Spree

Im Oberlauf der Spree und den sächsischen Zuflüssen hat sich die
Niedrigwassersituation durch die ergiebigen Niederschläge des 30. und
31. August zumindest kurzfristig entspannt. Die Talsperren Bautzen und
Quitzdorf erhalten aktuell erhöhte Zuflüsse aus ihren Einzugsgebieten.
Die Talsperre Bautzen ist momentan zu 40 Prozent gefüllt
und stützt den Abfluss der Spree. In der Talsperre Quitzdorf steht
weiterhin nicht genügend Wasser für die aktive Bewirtschaftung zur
Verfügung. Auch die gefallenen Niederschläge werden nicht für eine
ausreichende Wiederauffüllung genügen. Im Speicherbecken Bärwalde stehen
noch 20 Prozent des Speichervolumens zur Verfügung.

Die Talsperre Spremberg erhielt in den vergangenen
Wochen nur einen sehr niedrigen Zufluss von etwa 6 Kubikmetern pro
Sekunde. Durch schrittweise Reduzierung der Abgabe auf zuletzt 5,9
Kubikmetern pro Sekunde konnte das schnelle Sinken des
Beckenwasserstandes deutlich verlangsamt werden. Die jüngst gefallenen
Niederschläge haben den Abwärtstrend zunächst gestoppt. Aktuell beträgt
der Beckenwasserstand 90,28 Meter NHN (Normalhöhennull, Stand
02.09.2020).

Der Abfluss am Unterpegel Leibsch hat sich aufgrund
der flächendeckenden Niederschläge auch etwas entspannt. Der mittlere
Abfluss für diesen Pegel liegt im August normalerweise bei 8,19
Kubikmetern pro Sekunde. Er betrug am Morgen des 31. August 3,96
Kubikmeter pro Sekunde. Ein solcher Wert wurde zuletzt Mitte Mai
erreicht. In den nächsten Tagen wird sich der Abfluss am Unterpegel
Leibsch wieder verringern, jedoch ist in den kommenden Wochen keine
erneute Unterschreitung des Mindestabflusses von 1,5 Kubikmetern pro
Sekunde zu erwarten.

Die mit den Abgabereduzierungen und der warmen Witterung notwendig
gewordenen Maßnahmen zur Gewährleistung eines Mindestabflusses am
Ausgang des Spreewaldes, können aufgrund der verbesserten
Ausgangssituation teilweise abgeschwächt werden. So werden einige
Spreeausleitungen, die in den vergangenen Wochen zum Teil komplett
eingestellt wurden, wieder mit Wasser beschickt.

Die Niederschläge haben zu einer leichten Entlastung der zuletzt
extrem kritischen Situation beigetragen. In den tieferen Bodenschichten
besteht jedoch nach wie vor ein außergewöhnliches Wasserdefizit, sodass
den Gewässern kaum Grundwasser zufließt. Die weiterhin sehr geringe
Speicherfüllung erlaubt nur im begrenzten Maße ein Gegensteuern. Der
sparsame Umgang mit Wasser bleibt oberstes Gebot für alle Bürger und
Nutzer. Quelle: MLUK-Presseinformation v. 3. September 2020

Der entstehende Bergbaufolgesee der LEAG - Aufnahme vom 14.07.2020 von P. Radke

LEAG: Wasserabgaben des Bergbau- und Energieunternehmens stützen Spree - Verschiedene Bewirtschaftungsmodelle für Cottbuser Ostsee gerechnet

Cottbus. Brandenburg erlebt das dritte Trockenjahr in Folge – mit
Folgen für die Wassermengen in der Spree und den Cottbuser Ostsee.
Kohlegegner nutzen die Situation für eine Generalkritik: Wie schätzt
LEAG die derzeitige Situation im August 2020 ein? Franziska Uhlig-May,
Leiterin LEAG-Geotechnik, gab dazu Auskunft:

Cottbuser Ostsee:

"Für die unterschiedlichen Flutungsszenarien wurde mit vielfältigen
Wetter- und Wasserdargebotsdaten gearbeitet. Unter Beachtung der
komplexen Zusammenhänge im Spreeeinzugsgebiet wurden verschiedene
Bewirtschaftungsmodelle errechnet. Die resultierenden Szenarien liegen
zwischen vier und sechs Jahren im pessimistischen Fall. Aktuell bewegen
wir uns im mittleren bis trockenen Szenario. Das hieße, der See wäre bis
2025/26 geflutet."

Stützung der Spree:

"Der Bergbau ist gerade in Trockenzeiten eine wesentliche Quelle für
eine ausreichende Wasserführung in der Spree." Von den rund 640 m³
gehobenen Grundwassers/Minute, gibt die LEAG 68 % zurück in den
regionalen Wasserhaushalt. In diesem Jahr betrug der LEAG-Anteil an
Spreezu- und -abflüssen bei Spremberg ca. 60 %, in Richtung Spreewald
erhöht sich dieser Anteil durch den Tgb. Jänschwalde-Nord sogar. Quelle: LEAG-Info v. 31.08.2020


Belastungstests und Planungen für Instandsetzung geschädigter B 97 angelaufen

Erster Belastungstest mit Vierzig-Tonnen-Fahrzeugen auf beeinträchtigtem Abschnitt erfolgt

Senftenberg | Spreetal. Bei den am 1. September 2020 im Auftrag der LMBV erfolgten ersten Belastungsfahrten mit vier voll beladenen 40 t-LKW mit verschiedenen Fahrzeuganordnungen und Geschwindigkeiten wurden nur minimale Verformungen an aufgetretenen einzelnen Risskanten im Belag der B 97 festgestellt.

Der Sachverständige und das fachlich begleitende LASuV werten dies
als einen Beleg dafür, dass der Straßenoberbau einschließlich
Schotterschicht weitestgehend satt auf dem Untergrund aufliegt und keine
etwaigen Hohllagen bestehen. 

Der Fahrbahn-Höhenunterschied zwischen den mittigen Rissufern hatte
sich nach dem abgeschlossenen Einbringen der Vertikaldrainagen auf der
Ostseite nahezu egalisiert. Ob die nun durchgeführten Überfahrten zu
möglichen geringen flächigen Setzungen geführt haben, werden die
Experten nach einer Auswertung der in den kommenden Tagen erfolgenden
genauen Vermessung ermitteln können.

Darauf werden die Planungen für die weiter nötigen Instandsetzungsarbeiten der Fahrbahnen aufsetzen.
Dann kann auch die Festlegung der Ansatzpunkte der für die nächsten
Wochen geplanten und notwendigen Kernbohrungen erfolgen, mit denen an
ausgewählten Stellen des B 97-Abschnittes die Situation hinsichtlich des
Ausschließens von Hohllagen durch die geotechnische Begleitung direkt
geprüft werden.

In den kommenden Tagen wird zudem parallel der schrittweise Verguss
der Risse am Bankett und das Nachverfüllen von sich durch die
Starkniederschläge wieder geöffneten Löchern im Bereich der
Vertikaldrainagen im Umfeld der Bundesstraßentieflage beginnen. Fotos: CDM Smith Consult GmbH, Niederlassung: Berlin


Sielmanns Naturlandschaft in Wanninchen in Ausstellung geführt neu zu erkunden

Zwanzig Jahre Stiftungs-Bergbaufolgelandschaft als zweite Chance für die Natur

Gerd Richter und Jens Baecker in neuer Ausstellung

Senftenberg | Wanninchen. Unter dem Motto "Landschaft im Wandel" wurde am 27. August 2020 in Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen bei Luckau im Landkreis Dahme-Spreewald eine neue Schau eröffnet.

Informiert wird dort über Geschichte und Entwicklung der Region vom Tagebau zu einer Landschaft, die einer Wildnis ähnle, teilte die Stiftung mit. In Wanninchen entstand die erste von heute fünf Sielmanns Naturlandschaften in Brandenburg. Das Heinz Sielmann Natur-Erlebniszentrum Wanninchen hatte bereits vor zwei Jahren den 100.000 Gast begrüßen können. Stifter Heinz Sielmann (1917-2006) war ein bekannter Naturfilmer. Er wurde u.a. durch seine Sendereihe "Expedition ins Tierreich" bekannt.

Vor 20 Jahren erwarben Heinz und Inge Sielmann die ersten 722 Hektar in Wanninchen in einer einstigen Tagebau-Landschaft von der LMBV. Es entwickelten sich dort neue Wasserflächen und Areale mit großem Artenreichtum. Mit der neu konzipierten Ausstellung können Besucher das bislang aus Sicherheitsgründen gesperrte Kippengebiet besser kennenlernen. Dieses Projekt der Naturlandschaft wurde mit 456.000 Euro vom Land Brandenburg über das MLUK finanziell unterstützt, wie der
zuständige Abteilungsleiter Naturschutz, Dr. Frank Reichel, unterstrich.

Die ersten Gäste, unter ihnen auch Gesa Dähnhardt und Angiola König vom MIL sowie LMBV-Abteilungsleiter Jens Bäcker, zeigten sich beeindruckt von der visuell ansprechend und modern gestalteten Schau. Die neue Darbietung illustriere nach Angaben der Ausstellungsmacher auch die sich stetig vollziehende Entwicklung des Gebietes vom stillgesetzten Tagebau hin zu einer wildnisähnlichen Landschaft mit
bizarren Formationen, sich verändernden Kippenflächen mit einem außerordentlichen Artenreichtum.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion, an der auch der LMBV-Sanierungsbereichsleiter Gerd Richter auf Einladung der Stiftung teilnahm, wurden u.a. die künftige Potenziale der gesperrten Bergbaufolgelandschaften für ein weiteres wissenschaftliches Monitoring und die Naturerlebnisbildung erörtert. Udo List, Leiter des Naturparks Niederlausitzer Landrücken und Manuela Handschick vom Tourismusverband Niederlausitzer Land e.V. sprachen sich für eine stärkere Einbindung in den Spreewald-Tourismus und eine enge Anbindung an das entstehende Radwegenetz zwischen Luckau und Lübbenau aus.

Im Sommer 2000 war ein erster Vertrag mit der LMBV zum Kauf von 722 Hektar in der damals von Kohlebaggern ausgeräumten Landschaft des vormaligen Tagebaus Schlabendorf-Süd bei Wanninchen unterzeichnet worden.  Mittlerweile ist das Stiftungsareal rund um Wanninchen auf 3.300 Hektar vergrößert worden und konnte zum Schutzraum für Fauna und Flora ausgebaut werden.

Im Jahr 2002 konnte zunächst das erste Heinz Sielmann Natur-Erlebniszentrum in Wanninchen eröffnet werden. Seitdem haben viele naturbegeisterte Kinder-, Reise- und Fachgruppen die Naturerlebnisangebote und Kranich-Führungen angenommen. Auch Tagesgäste, wie Familien, Radfahrer und Naturfreunde jeder Art haben in den letzten
Jahren die Ausstellung und das Gelände erkundet, merkte Ralf Donat, der Leiter des Besucherzentrums, an. Wanninchen sei heute ein Vorzeigeprojekt des Naturschutzes. Die positive Entwicklung des Natur-Erlebniszentrum ist vor allem auf das große Engagement von Ralf Donat und seinen Mitarbeitern zurückzuführen. (redigiert 2.9.2020)

Podiumsdiskussion - u.a. mit Gerd Richter von der LMBV

Impressionen von der Eröffnung


Sofortsicherungsmaßnahmen an Gebäuden Pappelweg 11 und 31 In Lauchhammer beauftragt

Spannanker und Abstützung für zwei gefährdete Gebäudeteile beauftragt

Lauchhammer | Senftenberg. Am 1. September informierte die Stadt Lauchhammer wie folgt: „Im
Auftrag der LMBV beginnen in der 36. Kalenderwoche die
Sofortsicherungsmaßnahmen an den Gebäuden Pappelweg 11 und 31 In
Lauchhammer-Ost. Am Gebäude Nr. 11 wird ein Spannanker gesetzt, am
Gebäude Nr. 31 ein Garagendach abgestützt.

Die Arbeiten werden von der Firma Bau-Service Senftenberg
durchgeführt. Das Gebiet am Pappelweg befindet sich auf Kippenland der
ehemaligen Grube Lauchhammer lll. Es besteht die Gefahr von
Bodenverflüssigungen. Das Gelände muss perspektivisch abgesiedelt werden
.“

Im Zuge der gutachterlichen Untersuchung des Geländes am Pappelweges
wurden an zwei Wohngebäuden am Pappelweg baustatische Mängel
festgestellt, an denen vorsorglich ergänzende Sofortsicherungsmaßnahmen
durchgeführt werden müssen. Zunächst erfolgt die dafür notwendige
Materialbeschaffung durch die beauftragte Firma Bau-Service Senftenberg.
Die Umsetzung der baulichen Sicherungen an den zwei Gebäuden dauert
dann ca. 3 bis 5 Tage.

Die Kosten dafür werden durch den Bund und das Land Brandenburg im
Rahmen des § 3 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlensanierung
getragen; die LMBV wirkt hier als Erfüllungsgehilfe. Zur Bestimmung des
Absiedlungszeitpunktes der Betroffenen am Pappelweg in Lauchhammer wird
im Auftrag des Landkreises Oberspreewald-Lausitz als zuständiger
Sonderordnungsbehörde derzeit ein entsprechendes Gutachten erstellt.
Dieses befindet sich derzeit noch in Arbeit. Ansätze zur zeitlichen
Bemessung sind aktuell nicht bekannt.

Mit allen privaten und gewerblichen Grundstückseigentümern im Bereich
des gefährdeten Abschnitts der Wilhelm-Külz-Straße werden Verhandlungen
geführt. Bisher konnten mit drei privaten Eigentümer abschließende
Vereinbarungen getroffen werden. Foto: Archivaufnahme von der Bebauung am Pappelweg


Bundestagsabgeordnete Caren Lay informierte sich erneut zum Lausitzer Seenland

Scheibe-See diesmal im Mittelpunkt der Lausitz-Sommertour der Abgeordneten

Hoyerswerda | Senftenberg. Am 31. August 2020 informierte sich die
Bundestagsabgeordnete Caren Lay (Linke) bei ihrer jährlichen
Lausitz-Sommertour diesmal zum Scheibe-See.

Als Gesprächspartner standen neben der MdL Antonia Mertsching unter
anderem Spreetals Bürgermeister Manfred Heine (parteilos) und
Hoyerswerdas Oberbürgermeister-Kandidatin Dorit Baumeister sowie Daniel
Just (GF des ZV LSS) und Marcus Heberle (TV LS) und Karsten Handro
(LMBV-Abteilungsleiter Projektmanagement Ostsachsen) zur Verfügung, die
jeweils aus ihren Funktionen heraus  über die aktuelle Situation am
LMBV-Bergbaufolgegewässer bei Hoyerswerda berichteten und sich der
Diskussion stellten.

Dabei ging es u.a. um den Stand des von der LMBV bei der
Landesdirektion Sachsen für die Herstellung des Scheibe-Sees
eingereichten Planfeststellungsverfahrens sowie weitere geplante
Entwicklungen am Bergbaufolgesee, darunter eine vorzubereitende
Einsatzstelle für ein Wasserbehandlungsschiff am Südwestufer. Neben der
intensiv und erfolgreich vorangetriebenen kommunalen Erschließung am
westlichen Ufer war die vom ZV LSS vorgesehene rund 28 Meter hohe
Landmarke am Westufer von besonderem Interesse. In der Diskussion wurden
die mangelnde Finanzkraft der Seenland-Kommunen, die derzeit
unterschiedlichen Ausprägungen der Seenland-Schifffahrtsregeln in
Sachsen und Brandenburg sowie das Thema „Wohnen am Wasser“ tangiert.


Erster Spatenstich mit ZV LSS für den Wasserwanderrastplatz Geierswalder See

Franziska Richter, Hauptamtsleiterin der Gemeinde Elsterheide, der Bautzener Landrat Michael Harig, Daniel Just, Geschäftsführer des Zweckverbands Lausitzer Seenland und Gerd Richter, Bereichsleiter Sanierung Lausitz bei der LMBV (v.l.n.r.)

Senftenberg/Geierswalde. Die Arbeiten der LMBV und
des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen (ZV LSS) im Rahmen der
§4-Maßnahmen am Geierswalder See gehen weiter. Der am Donnerstag, den
27.08.2020, vollzogene erste Spatenstich für das künftige
Multifunktionsgebäude war auch ein Zeichen für die weitere Erschließung
des entstehenden Wasserwanderrastplatzes. Dieser wird im Auftrag des ZV
LSS durch die LMBV geplant und umgesetzt.

Der Bautzener Landrat Michael Harig dankte allen Beteiligten für ihre
Zusammenarbeit. Erst dadurch sei die Verwirklichung des Großprojektes
möglich. Daniel Just, Geschäftsführer des Zweckverbandes LSS, betonte
die Bedeutung des öffentlichen Wasserwanderrastplatzes. Er gilt als
Schlüsselprojekt und dient der Entwicklung des Standortes Geierswalder
See. LMBV-Bereichsleiter Sanierung Lausitz Gerd Richter sprach ebenfalls
den Beteiligten seinen Dank aus und gab einen kurzen Überblick über die
bisherigen LMBV-Maßnahmen am Geierswalder See.

Hierzu zählt unter anderem die Sicherung der Böschung mittels rund
8.000 Tonnen Wasserbausteinen unterhalb des Hotel „Der Leuchtturm“. Die
rund 30 geladenen Gäste konnten sich im Anschluss an den Spatenstich
über den neu entstehenden Wasserwanderrastplatz informieren. Er ergänzt
die bereits seit 2007 an der Südböschung, unterhalb des
Leuchtturm-Hotels, verankerte Schwimmsteganlage für Boote.

Direkt neben dem Segel- und Inklusionszentrum des 1.
Wassersportvereins Lausitzer Seenland e.V. entsteht ein modernes
Multifunktionsgebäude. In dessen Erdgeschoss werden sich Sanitäranlagen
für Gäste mit Duschen und Toiletten befinden. Zudem wird das Büro des
Hafenmeisters in das Gebäude verlegt. Eine Besonderheit im Gebäude ist
die gemeinsame Wache der Wasserschutzpolizei der Bundesländer
Brandenburg und Sachsen. Zudem gehört zum Gebäude eine große Terrasse
mit Blick auf den Geierswalder See.

Im Umfeld entstehen, in unmittelbarer Nähe zum See, Stellplätze für
Caravans, Wohnmobile und Zelte. Auch die bereits vorhandene
Bootseinlassstelle wird um einen barrierefreien Beladungssteg sowie
Landliegeplätze für 22 Sportboote samt Trailern erweitert. Die
Barrierefreiheit auf dem gesamten Wasserwanderastplatz ist dem ZV LSS
ein wichtiges Anliegen und soll in allen Maßnahmen, soweit wie möglich,
umgesetzt werden.


Bärwalder See gewinnt durch bereits zehn schwimmende Häuser an Attraktivität

Sachsen Ministerpräsident überzeugt sich vom Baufortschritt der Investition - Das Seenland erobert damit weiter den Tourismusmarkt

Senftenberg | Boxberg. Am Bärwalder See errichtet die Firma FHG
Floating House GmbH aus Berlin eine Anlage für bis zu 26 Hausboote und
schwimmende Ferienhäuser am größten See Sachsens. Der Bärwalder See, ein
Bergbaufolgesee der LMBV, gewinnt durch bereits zehn schwimmende Häuser
weiter an Attraktivität.

Ein Projekt dieser Dimension laufe etwa fünf Jahre – drei zur
Vorbereitung und zwei Jahre für den Bau, so die FHG anlässlich des
Besuchs von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer am 24. August
2020. „Die Eröffnung der ersten schwimmenden Häuser am Bärwalder See
sind ein besonderes Highlight und stärken die touristische Entwicklung
in der Region.“ Hier lasse sich die einzigartige Natur rund um Sachsens
größten See auf ganz besondere Weise erleben, so M. Kretschmer später
bei Twitter.

Seit mehreren Jahren – nach Bewilligung des aufgestellten B-Planes –
trieb der Investor das Vorhaben kontinuierlich weiter voran. 2019 konnte
das erste Musterhaus zu Wasser gelassen werden. Geschäftsführer Ulf
Sybel lobte insbesondere die Zusammenarbeit mit den holländischen
Herstellern der Hausboote, aber auch mit der planungsrechtlich
zuständigen Gemeinde Boxberg und dem See-Eigner LMBV. Die Produktion der
ersten schwimmenden Häuser für den Bärwalder See begann im September
2019. Die schwimmenden Häuser bieten eine Gesamtwohnfläche von exakt 67
Quadratmetern, davon 44 Quadratmeter Wohn- und Nebenräume, dazu eine
Terrasse am Bug des Schiffes, eine Bewegungsfläche am Heck sowie eine
große Terrasse auf dem Oberdeck. Die winterfesten Häuser kosten etwa
317.000 Euro pro Stück.

Rund 7,6 Mio. Euro wurden bisher laut Sybel in das Vorhaben
investiert und rund 100 ganzjährig zu mietende Überachtungsbetten damit
entstehen – vergleichbar mit einer mittelständischen Hotelinvestition.
Alle Arbeiten an Land, wie die Medienerschließung, begannen im April
2020. Damit beauftragt waren neben dem Planungsbüro Sweco in Rietschen
Unternehmen der Region in den Gewerken Sanitär und Heizung, Metallbau,
Elektrik und Tiefbau. Lediglich der Auftrag für Wasserbau ging an eine
Spezialfirma außerhalb der Region. Mehr als 35 regionale und
überregionale Partnerunternehmen wirkten mit am Entstehen der neuen
Anlage.

Die meisten der schwimmende Häuser wurden ab etwa 290.000 Euro an
Erwerber aus ganz Deutschland verkauft, die teilweise ihre Häuser in
eine zentrale Vermietung einbringen. Vertraglich gebundener Dienstleiter
für das Beherbergungsgeschäft ist einer Pächter des unweit gelegenen
Marina Campingplatzes M. Schmidt. „Die meisten Investoren vermieten die
Häuser gleich als Ferienhaus weiter, kommen so auf bis zu 180
Übernachtungen im Jahr“, so Sybel. Die Preise sollen um 150 Euro pro
Nacht und Haus liegen. Mit Floatinghouses.de
wurde zudem die „größte Buchungswebsite für schwimmende Häuser und
Hausboote“ geschaffen. Die Firma HouseAway ist für die Vermietung für
den Standort Bärwalder See im Lausitzer Seenland zuständig.

Die Boxberger hatten sich vorab das Projekt an der Goitzsche,
ebenfalls ein von der LMBV gefluteter Bergbaufolgesee, angeschaut. So
was konnten sich die Kommune hier in der Lausitz am Bärwalder See
ebenfalls gut vorstellen, betonte Boxbergs Bürgermeister Achim Junker.
FHG habe bereits 160 „Wasserhäuser“ deutschlandweit errichten lassen.
Ulf Sybel mahnte u.a. die noch immer fehlende Fahrgastschifffahrt an.
Wenig begeistert ist der Investor von den Plänen der Landesdirektion,
den Naturschutzbereich inmitten des Bergbaufolgesees auszuweiten und
adressierte dies an die anwesende Präsidentin des Landesdirektion
Sachsen, Regina Kraushaar. Sachsens größter Binnensee sei mit seinen
beliebten weitläufigen Sandstränden nicht nur bei Badegästen, sondern
auch bei Anglern, Seglern und nun auch Eignern Mietern, beliebt.

Die FHG bietet schwimmende Urlaubsangebote an drei weiteren
Bergbaufolgeseen der LMBV an. Der Geiseltalsee ist ein Tagebaurestsee im
südlichen Sachsen-Anhalt. Der Bergbaufolgesee entstand im Zuge der
Wiedernutzbarmachung im früheren Braunkohleabbaugebiet Geiseltal
nordöstlich von Mücheln. Weitere Angebote hat FHG auch am Großen
Goitzschesee, der aus dem ehemaligen Braunkohlentagebau Goitzsche in
Sachsen-Anhalt hervorgegangen ist. Dieser Tagebaurestsee gehört zum
Bitterfelder Bergbaurevier. Der Gräbendorfer See, niedersorbisch
Grabicański jazor, ist ein 450 ha großer rekultivierter Tagebausee der
LMBV im Lausitzer Seenland im Land Brandenburg. Sein Flutungsende war
2007 erreicht worden, 2019 konnte die Bergaufsicht für das künstliche
Gewässer enden.

Impressionen von der FHG-Einweihungsveranstaltung


Aufsichtsrat des Unternehmens tagte diesmal im Südraum von Leipzig

95. Aufsichtsratssitzung im 25. Jubiläumsjahr des Bergbausanierers

Befahrungsgruppe am Hafen Zwenkau

Leipzig | Großpösna. Am 19. August 2020 trat der Aufsichtsrat der LMBV
zu seiner 95. Sitzung in Großpösna unter Beachtung der noch geltenden
Corona-Hygienevorschriften zusammen. Die Beratung stand unter Leitung
von Ministerialrat a.D. Dr. Ulrich Teichmann, der den Vorsitz innehat.

Der Veranstaltung vorgelagert war eine Informationstour durch den
Südraum von Leipzig. Die LMBV-Geschäftsführung und beauftragte
LMBV-Mitarbeiter informierten die Räte über laufende und künftige
Sanierungsvorhaben im Bereich Mitteldeutschland, darunter an der
Baustelle für den in Planung befindlichen Harthkanal zwischen Zwenkauer
See und Cospudener See.

Der LMBV-Aufsichtsrat besichtigte auch die benachbarte
BAB-72-Baustelle in Begleitung des sächsischen LASUV bei Rötha, die
teilweise über Kippenflächen des vormaligen Tagebaus Espenhain führt.
Hier errichtet eine ARGE den Abschnitt 5.1 von der B 95 / B 176 bei
Borna bis zur B 95 bei Rötha über eine Länge von 9,5 km. Die Planungen
für diesen Abschnitt liefen seit November 2004. Die 2020 noch bestehende
7,2 km lange Endlücke - beginnend an der Anschlussstelle Espenhain Nord
- ist bis voraussichtlich 2026 im Bau. Alle Fotos: Christian Bedeschinski für LMBV

LMBV-Informationen zum Harthkanal-Vorhaben am Zwenkauer See
Impressionen von der Tour der Räte


TV LS: Neue Rätselradtour für Familien um Senftenberger See und Geierswalder See

Rätselradtour lädt Familien mit Kindern im Grundschulalter ein, den spektakulären Wandel vom Bergbaurevier zum Wasserparadies auf dem Drahtesel zu erleben

Senftenberg. Welche Bezeichnung hat der Koschener Kanal in der
Sprache der Bergbausanierer, die aus der ehemaligen Kohlegrube den
Senftenberger See geschaffen haben?

Mit solchen Fragen konfrontiert das Maskottchen des Lausitzer
Seenlandes Interessierte. Ob in Bergmannskluft oder im Neoprenanzug,
immer macht das Maskottchen Pit eine gute Figur. Neuerdings ziert Pit
auch einen neuen Flyer zu einer Rätselradtour. Sie lädt Familien mit
Kindern im Grundschulalter ein, den spektakulären Wandel vom
Bergbaurevier zum Wasserparadies auf dem Drahtesel zu erleben. Die 37 km
lange Tour führt um den Geierswalder See und Senftenberger See.

An acht Stationen fordert Pit die Kinder auf, eine Rätselfrage aus
dem Flyer zu beantworten. An markanten Orten wie einer Baggerschaufel
oder einem Schleusenwärterhaus erfahren sie so spielerisch Wissenswertes
zum Braunkohletagebau, zu abgebaggerten Orten und zur Flutung der Seen.
Die Route verläuft entlang der flachen, weitestgehend autofreien
Radrundwege um den Geierswalder See und den Senftenberger See.

Familien mit jüngeren Kindern können sie problemlos in zwei Etappen
von 19 und 18 Kilometern aufteilen. Wer mit dem korrekt ausgefüllten
Flyer in den Tourist-Informationen Senftenberg und Hoyerswerda sowie im
touristischen Informationspunkt am Stadthafen Senftenberg vorbeikommt,
erhält ein kleines Geschenk. Sechs Fahrradvermietungen in Senftenberg
und am Senftenberger See verleihen Fahrräder.

Der Flyer ist in den Tourist-Informationen Senftenberg und
Hoyerswerda sowie im touristischen Informationspunkt am Stadthafen
Senftenberg erhältlich. Außerdem kann er unter www.lausitzerseenland.de
als PDF heruntergeladen werden. Quelle: PM des ZV LS

Promo-Foto v. Tourismusverband Lausitzer Seenland / Fotografin Nada Quenzel: Familiäres Radeln am Senftenberger See


„Farbe statt Festakt“ – 25jähriges Jubiläum der LMBV steht im September an

Doch alle Feierlichkeiten und Events wurden Corona-bedingt abgesagt. Dafür heißt es nun „Gute Taten statt Feiern“

"Farbe statt Festakt" - Neuer Lok-Anstrich

Senftenberg. Der Bergbausanierer LMBV begeht in den kommenden Wochen
seinen 25. Geburtstag. Doch alle Feierlichkeiten und Events wurden
Corona-bedingt abgesagt. Dafür heißt es nun „Gute Taten statt Feiern“.

Dazu wurde beispielsweise das Erneuern des verblassenden
Farbanstriches einer ehemaligen LMBV-Grubenlok – ein Erinnerungsrelikt,
welches heute der Stadt Senftenberg gehört – unmittelbar an der B 96 am
Ortausgang der OSL-Kreisstadt unter dem Motto „Farbe statt Festakt“
veranlasst. Ursprünglich war im September 2020 in Berlin ein Festakt der
LMBV mit Bundesvertretern und den Ministerpräsidenten der ostdeutschen
Braunkohleländer geplant, der jedoch in der geplanten Form angesichts
der Coronapandemie nicht mehr so durchführbar war.

Zu den Aktivitäten rund um das 25jährige Jubiläum der LMBV gehören
das Erstellen einer Übersichts-Chronik, die einige wesentliche
Meilensteine der Bergbausanierung festhält, ebenso wie das Entwickeln
von 25 Lentikularkarten zu 25 ausgewählten Bergbaufolgeseen bzw.
Sanierungs- und Verwahrprojekten. Diese „Wackelkarten“-Motive machen den
vollzogenen Landschaftswandel in den Revieren auf eigene Art erlebbar.
Im Rahmen der Landesausstellung Brandenburg in Potsdam zum Tag der
Deutschen Einheit unter dem Leitmotto „Auf zu neuen Ufern“ wird auch ein
LMBV-Container mit großformatigen Orthofotos und Bildern vom
Strukturwandel in der Lausitz ab 5. September 2020 zu sehen sein.

Wer sich selbst einen Eindruck von den vielen Umbrüchen in den
ehemaligen Tagebaulandschaften machen will, dem sei auch die LMBV-Reihe
„Wandlungen und Perspektiven „an Herz“ gelegt. Hier sind bereits zweimal
25 Broschüren in den zurückliegenden Jahren erstellt worden, die fast
alle Tagebaugebiete in der Lausitz und in Mitteldeutschland
in Verantwortung der LMBV historisch aufgearbeitet und mit ihren
Entwicklungen darstellen. Die Septemberausgabe der Unternehmenszeitung „konkret
wird im „Format 5x5“ insbesondere Mitarbeiter zu Wort kommen lassen,
die bereits fünf, zehn, fünfzehn, zwanzig oder fünfundzwanzig für die
Firma aktiv sind.


Erfolgreich umgesetzte LMBV-Projekte


MDR-Dreh an Drainage-Baustelle auf Kippe an der B 97 bei Schwarze Pumpe bzw. Spreetal

Erweitern der Vertikaldrainagen (VD) an der B 97 in der Tempo-30-Zone bei Spreetal

Senftenberg | Spreetal. Auf Bitten des MDR-Sachsenspiegel drehte am
17. August 2020 ein MDR-Team unter Leitung von Rico Herkner an der
komplett gesperrten Bundestraße 97 vor Schwarze Pumpe.

Hier bringen Spezialisten der SGL Spezial- und
Bergbau-Servicegesellschaft Lauchhammer mbH und der holländischen
Subfirma Cofra Ground Improvement Specialist im Auftrag der LMBV mit
einem Spezialgerät tausende Meter Vertikaldrainagen in den Kippenboden
zu beiden Seiten des gesperrten Bundesstraßenabschnitts ein.

Zum Erhöhen der geotechnischen Sicherheit im Bereich der
Geschwindigkeitsbegrenzung der Bundesstraße 97 (Tempo-30-Zone) wird
zwischen dem Abzweig S 130 nach Burgneudorf und der Landesgrenze
Sachsen/Brandenburg (Ortslage Spreetal) an der Tieflage F die bestehende
Anlage aus Vertikaldrainagen mit weiteren Drainageelementen
ausgestattet, verlängert und auf der Nordostseite der B 97 durch eine
neue Anlage ergänzt. Langfristig ist zudem eine dauerhafte Sicherung
dieses B 97-Bereichs für den Grundwasserendstand durch abschnittsweisen
Ersatzneubau notwendig und vorgesehen.

Bisher haben die Bergbausanierer bereits mehr als 500 Löcher im Boden
mit den textilen Kunststoff-Wasserdruckableitern bis zu 15 Meter in den
unverdichteten Kippenboden gedrückt, so Abteilungsleiter Karsten
Handro. Insgesamt sollen alle 1.800 Vertikaldrainagen im Boden versenkt
sein. Diese Maßnahme dient dem funktionalen Erhalt der bereits
eingebauten Sicherungselemente und stellt eine mittelfristige Sicherung
dar. Weiterhin wurden umfangreiche Erkundungen im Untergrund des
Straßenkörpers der B 97 durchgeführt und ein System zur dauerhaften
Setzungsmessung an der B 97 installiert. (Stand 20.08.)

MDR-Dreh an der VD-Baustelle


Illegales Befahren eines Bergbaufolgesees und Insel-Campen unter Lebensgefahr

Unvorsichtige Paddler und leichtsinnige Camper mit Feuerwehrbooten ans Ufer begleitet


Senftenberg | Lohsa. 5 Personen und 2 Hunde wurden am 11.08.2020 auf
einer gesperrten und rutschungsgefährdeten Insel im LMBV-Speicherbecken
Lohsa II gesichtet. Da die ungesicherte Insel im Sperrbereich liegt,
wurden die Sperrbereichs-Verletzer von der Feuerwehr und der Polizei am
Vormittag des 12.08.2020 mit zwei Feuerwehrbooten an Land begleitet.
Berg- und Ordnungsbehörden wurden über den Vorfall informiert. Die
Kriminalpolizei ermittelt nun nach Medienberichten wegen
Landfriedensbruch. "Der Campingausflug dürfte nach Einschätzung der
Polizei den Personen außerdem teuer zu stehen kommen", so das
Hoyerswerdaer Tagesblatt in der Sächsischen Zeitung.

Schraffiert: Sperrbereich Lohsa II

Zur Historie der gewollt ungesicherten Inseln im Bergbau-Speicherbecken Lohsa II

Im Jahr 1984, nach über drei Jahrzehnten wurde der Tagebau Lohsa
stillgelegt, die beiden Förderbrücken außer Betrieb genommen und in den
Tagebau Bärwalde umgesetzt. Im Jahr 1984 wurde ein großer Teil an die
Nationale Volksarmee der DDR als militärisches Übungsgelände übergeben.
Mit dem Ende der DDR und der NVA war diese Nutzungsoption obsolet.

Das Erfordernis der Sanierung der im Urzustand hinterlassenen
Bergbaufolgelandschaft kam auf die Tagesordnung. Besondere Schwerpunkte
sind dabei Maßnahmen zur Schaffung eines ausgeglichenen Wasserhaushalts,
zur Herstellung der Standsicherheit der Böschungen, zur naturnahen
Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft und zu deren Einbindung in das
regionale Umfeld. Darüber hinaus muss die Sanierung die Voraussetzungen
zur Erfüllung der künftigen wasserwirtschaftlichen Funktionen des
Speichers Lohsa II schaffen.

Durch die Flutung des Restlochs des ehemaligen Tagebaus Lohsa
entsteht der Wasserspeicher Lohsa II und damit ein neues
landschaftliches Element im Gebiet zwischen den Städten Hoyerswerda und
Weißwasser. Mit einer Wasserfläche von rund 1.081 Hektar, die in
Abhängigkeit von der Einstauhöhe schwankt, wird, entwickelt sich der See
zum bedeutendsten Bestandteil eines wasserwirtschaftlichen
Speichersystems. Im Ergebnis der Flutung der beiden ehemaligen Tagebaue
Lohsa und Dreiweibern wird der durch den Bergbau entstandene
Grundwasserabsenkungstrichter in diesem Raum maßgeblich wieder
aufgefüllt.

Seit 1997 wurde das Restloch des ehemaligen Tagebaus Lohsa im
Probestau bei Ende 2016 geflutet. Die Beendigung der Füllung des
Speicherbeckens hängt von den verfügbaren Niederschlagsmengen ab. Mit
Erreichung des unteren Stauziels erreichte der Speicher eine
Wasserfläche von rund 1.081 Hektar und mit 37 Mio. Kubikmeter Volumen
und befindet sich Einstauregime.

Um dies zu erreichen, waren in der Vergangenheit umfangreiche
Sanierungsmaßnahmen notwendig. Die Jahrzehnte währende Tagebautätigkeit
hat ein Gebiet hinterlassen, das in seiner Komplexität hohe
Anforderungen an die Sanierung durch die LMBV stellte. Mehr als zehn
Kilometer gekippte und 14 Kilometer gewachsene Böschungsbereiche umgaben
das Restloch Lohsa. Inmitten des Tagebaus lagerte die Innenkippe, die
vor 1984 durch die Abraumförderbrücke geschüttet und mit dem Anstieg des
Wasserstandes zu einer Insel mitten im ehemaligen Tagebau wurde.

Die Kippen bestanden aus Material der Tagebaue Lohsa, Scheibe und
Bärwalde und neigten durch die Sättigung mit dem aufsteigenden
Grundwasser zur Verflüssigung, d. h. zu plötzlichen Rutschungen. Aus
diesem Grund waren die Kippenflächen, die an die tiefliegenden
wassergefüllten Bereiche angrenzten, für die Öffentlichkeit gesperrt.
Zwei grundlegend verschiedene Varianten zur Sanierung der Innenkippe
wurden in Betracht gezogen. Die erste sah einen vollständigen Abtrag der
rund 300 Hektar großen Kippe bis zwei Meter unter den niedrigsten
Wasserstand vor. Die zweite setzte auf das Ausbaggern tiefer
Schutzgräben, um mit dem Anstieg des Wassers die „Kippeninsel“
abzuschotten.

Die Entscheidung fiel aus ökologischer, aber auch zeitlicher Sicht
zugunsten der zweiten Variante, da für erstere der Grundwasserspiegel
über Jahre hätte abgesenkt werden müssen, um den Großgeräten die nötige
Standsicherheit zu bieten. Die Notwendigkeit der Innenkippensanierung
wurde angesichts einer gewaltigen Rutschung im Jahr 2002, die große
Teile der Kippenlandschaft nachhaltig veränderte, deutlich. Ungefähr 30
Millionen Kubikmeter Erdmassen kamen dabei auf der Innenkippe, die
teilweise schon unter Wasser stand, in Bewegung. Bagger, die zu dieser
Zeit dort arbeiteten, wurden hochgehoben, während um sie herum alles
wegrutschte. Nach wenigen Minuten war das Schauspiel vorbei. Abgeknickte
Bäume und schwarze Spuren der nach oben gedrückten Erdmassen überzogen
das Gebiet.

Die Insel, zu der die Innenkippe durch das ansteigende Wasser
geworden war, wurde in der Folgezeit zu einem Vorranggebiet für Natur
und Landschaft erklärt. Der Schutzgraben zwischen der Insel und dem
„Festland“ ist später aus Sicherheitsgründen noch einmal vertieft
worden. Grundbrüche sind im Bereich der Innenkippe nach wie vor nicht
ausgeschlossen, was sich im Jahr 2011 erneut zeigte. Der Boden sank bei
diesem Ereignis auf einer Fläche von rund 800 mal 400 Metern um mehrere
Meter ein.

Auch an den gekippten Randböschungen des Tagebaus Lohsa und an der
Außenkippe Bärwalde, die im Osten an das Restloch angrenzt, waren durch
die LMBV umfangreiche Maßnahmen zur Sicherung zu realisieren. Um flache
und somit sichere Böschungen zu schaffen, wurden steile,
rutschungsgefährdete Abschnitte abgespült. Konnte eine flache
Böschungsneigung wegen der örtlichen Gegebenheiten nicht erreicht
werden, so wurde das Ufer mit Geotextilien und Steinen befestigt. In
grundwasserführenden Kippenbereichen kamen die Spreng- aber auch die
Rütteldruckverdichtung zum Einsatz, um sogenannte versteckte Dämme, die
ein Abrutschen der Kippenböschungen verhindern, herzustellen. Auf
Kippenflächen in der Nähe künftiger Uferzonen wurde die Trittsicherheit
mit Vibrationswalzen geschaffen.


Lob des Ministerpräsidenten für bisher Erreichtes im Lausitzer Strukturwandel

Steg-Projekt des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg eingeweiht

Gemeinsam für das Seenland

Senftenberg | Kleinkoschen. Brandenburgs Ministerpräsident Dr.
Dietmar Woidke lobte anlässlich der Einweihung eines neuen Anlegers nahe
der Schleuse im Koschener Kanal am 7. August 2020 u.a. die LMBV für
ihre vielfältigen nachhaltigen Aktivitäten im Lausitzer Revier und das
gemeinsam mit vielen weiteren Akteuren bisher Erreichte im dem seit 1990
laufenden Strukturwandel rund um Senftenberg.

Zu dem Presse-Event des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg
wurden neben dem Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg auch
Staatssekretär Dr. Frank Pfeil vom Sächsischen Staatsministerium für
Umwelt und Landwirtschaft sowie der Landrat des Landkreises OSL Siegurd
Heinze sowie BZ-Landrat Michael Harig und LMBV-Sanierungsbereichsleiter
Gerd Richter nebst weiteren Gästen begrüßt.

An dem bereits sehr beliebten Ausflugsziel der Schleuse im Koschener
Kanal ist es nun möglich, dass auch Bootsnutzer direkt vom Wasser aus
anhalten und die Infrastruktur des Schleusenhauses mit Gastronomie und
Toiletten besuchen können. Dafür hat der Zweckverband LSB mit
Finanzierung der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg
eine neue Anlegemöglichkeit für Boote am oberen Vorhafen geschaffen.

2013 war der von der LMBV errichtete Koschener Kanal als erster
schiffbarer Überleiter des Lausitzer Seenlandes in Betrieb genommen
worden. Mit dem Boot kann man seitdem von Brandenburg nach Sachsen und
umgekehrt fahren und dabei auch die Schwarze Elster unterqueren. Seit
einigen Jahren verkehrt mit der AquaPhönix auch ein Fahrgastschiff vom
Senftenberger zum Geierswalder See.

Die Zahl der Bootspassagen wächst kontinuierlich. Im ersten
Dienstjahr 2014 waren es rund 5.200 Boote, berichtete Norbert Noack,
Leiter Tourismus beim Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen. Im Jahr
2019 waren es dann schon 7.235 Boote. 2020 ist die bisher einzige in
Betrieb befindliche Schleuse des Seenlandes ebenfalls gut genutzt. Vom
Wasser aus sehen die Gäste, dass es hier eine funktionierende
Gastronomie gibt. Im Schleusengebäude des Zweckverbandes sind auch
öffentliche Toiletten vorhanden. Nur konnte man mit seinem Boot bislang
nicht sicher anlegen.

Daher wurde jetzt binnen eines Jahres für rund 80.000 Euro eine 33
Meter lange und zwei Meter breite Schwimmsteganlage mit drei
Fingerstegen zum Anlegen gebaut. Bis zu zehn Boote können hier
zeitgleich festmachen. Verwendet wurde vor allem witterungsbeständiger
Kunststoff. Wenige Tagen zuvor wurde bereits das insgesamt 50.000ste
Boot seit Bestehen des Koschener Kanals geschleust. Zur feierlichen
Einweihung der Anlegestelle wurde dieses Boot der Familie Dahl aus
Senftenberg erneut als offizielle „Erstanleger“ begrüßt.


Region: Kommunale Ausschreibung von Flächen zur touristischen Nutzung am Bärwalder See

Boxberg sucht Investoren für den Hotel- und Gastronomiebereich sowie den Freizeitsport und verkauft Grundstücke dazu

Boxberg. Im Boxberger Amtsblatt Nummer 7 | 2020 der Gemeinde
Boxberg/O.L. wurde ein Exposé einer öffentlichen Ausschreibung von
touristisch zu nutzenden Grundstücken (Beherbergung, Freizeitanlagen) am
Boxberger Ufer des größten Binnensees im Freistaat Sachsen
bekanntgemacht.

Mit seinen drei Sandstränden ist der LMBV-Bergbaufolgesee nicht nur
bei Badegästen, sondern auch bei Wassersportlern sehr beliebt. Zur
Steigerung der Attraktivität am Bärwalder See werden Investoren für den
Hotel- und Gastronomiebereich sowie den Freizeitsport gesucht. Die
Gemeinde stellt dafür geeignete Grundstücke zur Verfügung.

Der Verkehrswert der beiden Grundstücke liegt laut Gemeinde bei
250.770 € bzw. 175.200 €. Die Verkaufsobjekte liegen im Uferbereich von
Boxberg/O.L. Die kompletten Ausschreibungsunterlagen und auch konkrete
Angaben aus dem Bebauungsplan finden Sie unter folgendem Link der
ausschreibenden Gemeinde: https://www.baerwalder-see.eu/de/aktuelles/aktuelle-meldungen.html


Brandenburgs Wirtschaftsminister Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach bei LMBV zu Gast

Bergbausanierung bleibt ein wichtiger Bestandteil des Strukturwandels in der Lausitz

Senftenberg. Der Sprecher der Geschäftsführung der LMBV Bernd
Sablotny begrüßte am 29. Juli 2020 den Minister für Wirtschaft, Arbeit
und Energie des Landes Brandenburg, Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach,
persönlich zusammen mit dem LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz Gerd
Richter an der LMBV-Baustelle für den künftigen Sanierungsstützpunkt
bzw. des kommunalen Gewerbegebietes am Nordufer des Sedlitzer Sees. Dort
wurde der Minister über die vielfältigen Aspekte der Arbeit des
Bergbausanierers informiert.

Im Mittelunkt standen die Ufersicherungsarbeiten an dem
Bergbaufolgesee – bei noch sechs Meter unter dem künftigen
Zielwasserstand liegenden Seewasserspiegel. Der künftige Hallenstandort
für das Wasserbehandlungsschiff wurde ebenso vorgestellt. Die
Bürgermeister der Stadt Welzow und der Stadt Senftenberg informierten
über die städtischen Vorhaben im Lausitzer Seenland. Betont wurde die
Bedeutung und das Zusammenwirken von
Wiedernutzbarmachung/Bergbausanierung und regionalen Anliegen zur
wirtschaftlichen und touristischen Stärkung der Region für die Zeit nach
dem Bergbau und der bereits gelebte Strukturwandel seit Mitte 1990er
Jahre.

Der Minister ließ sich ebenfalls von der LMBV die Arbeitsweise des
derzeit auf dem Sedlitzer See arbeitenden Sanierungsschiffes „Klara“ bei
einer Inspektionsfahrt erläutern. Den Abschluss fand der Arbeitsbesuch
am Hafen der Stadt Senftenberg, die einen positiven Eindruck des von
Touristen und Einheimischen gut besuchten Bergbaufolgesees vermittelte. Fotos: Steffen Rasche und Dr. Uwe Steinhuber für LMBV

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Impressionen vom LMBV-Besuch


Lausitzer Bundestagsabgeordneter bei Bergbausanierer zu Arbeitsgespräch

MdB Dr. Klaus-Peter Schulze zu Gast bei LMBV-Geschäftsführer B. Sablotny

Senftenberg. Am 23.07.2020 weilte das Mitglied des Bundestages Dr. Klaus-Peter Schulze zu einem Arbeitsbesuch bei der LMBV. Er wurde vom Sprecher der Geschäftsführung, Bernd Sablotny und vom Sanierungsbereichsleiter Lausitz, Gerd Richter, empfangen. Der Abgeordnete und vormalige Bürgermeister der Stadt Spremberg begleitet die Bergbausanierung bereits seit vielen Jahren. Zu den beiderseits interessierenden Themen gehörten die Maßnahmen der LMBV zur Eisenminderung in der Spree ebenso wie die derzeitige Trockenheit in der Lausitz und die damit verbundene Wasserknappheit im Jahr 2020 sowie die Arbeit der Flutungszentrale der LMBV. Dr. Schulze wurde von der Mitarbeiterin Patricia Herrmann begleitet.

Neben dem persönlichen Kennenlernen war Klaus-Peter Schulze die Thematisierung des Lausitzer Wasserhaushaltes wichtig, denn dieser bereitet Schulze als Mitglied des Umweltausschusses große Sorgen. Die aktuellen Wassermengen vieler Bergbaufolgeseen oder auch der Spree hängen ganz entscheidend von der Einspeisung gehobenen Grubenwassers aus den Tagebauen ab. „Es muss also geklärt werden, wie der Wasserhaushalt in der Lausitz nach dem Kohleausstieg erhalten werden kann“, so Schulze. Nach seiner Auffassung sollten, wie auch bereits in Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern des Bundesumweltministeriums sowie des Umweltbundesamtes betont, "unbedingt die bereits bestehenden und gut funktionierenden Strukturen der LMBV in den Prozess des Erhalts des Wasserhaushaltes eingegliedert werden".

Der Lausitzer Politiker ist u.a. Ehrenbergmann der LMBV. Geboren wurde er am 3. Juli 1954 in Döbern, studierte von 1975 bis 1979 in Potsdam, machte dort seinen Abschluss als Diplomlehrer für Biologie und Chemie. Von 1979 bis 1982 war er Lehrer. 1982 bis 1985 erfolgte seine Aspirantur an der Zentrale für Wasservogelforschung der DDR zur Bearbeitung ethologischer Fragestellungen und 1985 seine Promotion zum Dr. rer. nat.. 1990 bis 1994 war er Amtsleiter und Dezernent im Landratsamt Spremberg, 1994 bis 2002 Beigeordneter des Landrates im Landkreis Spree-Neiße sowie von 2002 bis 2013 Hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Spremberg. Seit 2013 ist das CDU-Mitglied Dr. Klaus-Peter Schulze Abgeordneter des Deutschen Bundestages für den Wahlkreis 64.


Aktuelle Luftbildaufnahmen von der Bergbausanierung aus dem Jahr 2020

Faszinierende Blicke auf die LMBV-Bergbaufolge-Landschaften im Osten Deutschlands

RDV-Bagger am RL Greifenhain - Kippenböschungsverdichten am Atdöberner See

Senftenberg/Leipzig/Sonderhausen. Im Auftrag der LMBV war in den Sommermonaten der Fotografenmeister Peter Radke erneut im Hubschrauber unterwegs, um Sanierungs- und Verwahrungsprojekte der Bergbausanierung in den Revieren abzulichten.

Dabei überflog der Fotograf u.a. die Pinge bei Altenberg, die Halden im Mansfelder Land wie auch die Rütteldruckverdichter am Gräbendorfer See oder den Seilbagger am Klinger See. Eindrucksvoll sind auch Bilder von den verschiedenen Bergbaufolgeseen, wobei einige bereits weit entwickelt und andere noch in der Sanierungs- und Flutungsphase sind. Ob es der Große Goitzschesee bei Bitterfeld, der Bischdorfer See bei Lübbenau, der künftige Ilsestrand am Großräschener See oder der Biedermeierstrand am Hayner Ufer und die Sportbucht am  Schladitzer See nördlich von Leipzig ist - sie alle sind Hingucker, Bergbaufolgeseen made by LMBV.

PS: Die berühmte Altenberger Pinge ist ein beeindruckendes Zeugnis der Bergbaugeschichte in Europa. Verursacht durch den Zusammenbruch von unterirdischen Grubenbauen entstand ein Einsturztrichter von beachtlichen Ausmaßen - etwa 400 Meter Durchmesser und 130 Meter Tiefe. 1545 und 1578 stürzten Teile des Grubenbaus ein, was zu mehreren Tagebrüchen führte. Trotzdem wurde der unkontrollierte Erzabbau bis zum großen Pingenbruch am 24. Januar 1620 fortgesetzt. Nach diesem Bruch schlossen sich die betroffenen Gruben zur »Zwitterstocks-Gewerkschaft« zusammen und bauten fortan die Bruchmassen ab. Erst nach 1990 endete der Zinnbergbau in Altenberg und fiel in die Verantwortung der GVV, heute LMBV.

Wohnbebauung an der Goitzsche
Verichtung der Inselufer im künftigen Cottbuser Ostsee
Windräder nahe des Bischdorfer Sees

LMBV-Luftbilder 2020 v. P. Radke


MLUK: Niederschläge helfen nur punktuell – weiterhin Niedrigwasser an Spree u. Elster

Länderübergreifende Ad-hoc-Arbeitsgruppe „Extremsituation“ kam am 20. Juli zum 21. Mal zusammen

Senftenberg. In der jüngsten länderübergreifenden Ad-hoc-Arbeitsgruppe „Extremsituation“, die diesmal in Senftenberg am 20.07.2020 zum 21. Mal zusammenkam, wurden länderübergreifend Maßnahmen abgestimmt, um den angespannten Abflussverhältnissen in den Einzugsgebieten von Spree und Schwarzer Elster zu begegnen. Das wechselhafte Wetter der letzten Wochen führte bisher nur lokal und kurzfristig zur Entspannung.

Daher muss weiterhin umsichtig mit den schwindenden Wasserreserven umgegangen werden. Doris Mischke, Leiterin der LMBV-Flutungszentrale, vertrat diesmal wieder die LMBV in diesem länderübergreifenden Arbeitsgremium - im Foto links.

FZL-Leiterin Doris Mischke

Situation an der Spree

Nachdem sich der Abfluss am Pegel Leibsch UP Anfang Juli noch stabilisierte, sanken die Abflüsse nach dem sommerlichen, zweiten Juliwochenende deutlich. Am 15. Juli konnte am Pegel Leibsch nur noch ein Abfluss von 0,32 Kubikmeter pro Sekunde verzeichnet werden. Um dieser kritischen Situation entgegenzuwirken wurden kurzfristig Fischaufstiegsanlagen und mehrere Spreeausleitungen verschlossen. Mit der schnellen Maßnahmenumsetzung durch die Gewässerunterhaltungsverbände verbesserten sich die Abflussverhältnisse am Ausgang des Spreewaldes wieder. Aktuell (20.07.2020) liegt der Abfluss am Pegel Leibsch UP bei 1,7 Kubikmeter pro Sekunde. Der mittlere Abfluss für den Monat Juli von 7,6 Kubikmetern pro Sekunde (Zeitreihe 1991-2017) wird weiter deutlich unterschritten. Die Niedrigwassersituation bleibt somit weiterbestehen.

Die Talsperre Spremberg erhielt in den vergangenen Wochen nur noch einen niedrigen Zufluss von etwa 6 Kubikmeter pro Sekunde. Zur Stützung des unteren Spreegebietes müssen jedoch weiter über 7 Kubikmeter pro Sekunde abgegeben werden. Der Wasserstand fällt daher täglich um 2 bis 3 Zentimeter und beträgt aktuell 90,89 Meter NHN (Normalhöhennull, Stand 20.07.2020). Das Absenkziel für den Monat Juli wurde somit bereits um 11 Zentimeter unterschritten.

Im Oberlauf der Spree und den sächsischen Zuflüssen bleibt die Niedrigwassersituation durch ausbleibende Niederschläge weiter sehr angespannt. Die Talsperre Bautzen ist aktuell noch zu 66 Prozent gefüllt, und es wurde mit der Niedrigwasseraufhöhung für Brandenburg begonnen. Die Talsperre Quitzdorf kann in diesem Jahr kein Wasser für das Niedrigwasseraufhöhen bereitstellen. Im Speicherbecken Bärwalde stehen noch 21 Prozent des Speichervolumens zur Verfügung. Das noch nutzbare Volumen wird bedarfsgerecht eingesetzt und kann voraussichtlich auch bis September in geringem Maße zur Stützung der Abflüsse in der Spree verwendet werden. Die verbleibenden Reserven in den Talsperren und Speichern werden weiterhin soweit wie möglich schonend eingesetzt.

Situation an der Schwarzen Elster

An der Schwarzen Elster hat sich die angespannte Situation von Anfang Juli weiter verschärft. Am Pegel Neuwiese (Sachsen, zwischen Hoyerswerda und Senftenberg) werden nur noch ca. 43 Liter pro Sekunde gemessen (Stand 20.07.2020). An der Landesgrenze zu Brandenburg führt die Schwarze Elster kein Wasser mehr.

Die Stützung des Abflusses der Schwarzen Elster im Raum Senftenberg erfolgt zu einem großen Teil aus der LMBV-Wasserreinigungsanlage Rainitza mit bis zu 700 Liter pro Sekunde mit dem Ziel, am Pegel Biehlen einen Mindestabfluss zu sichern, der die Wasserqualität und insbesondere den pH-Wert unterhalb von Plessa stabilisieren soll. Aktuell beträgt der Abfluss am Pegel Biehlen 0,516 Kubikmeter pro Sekunde (Stand 20.07.2020). Der mittlere Abfluss für diesen Pegel liegt im Juli normalerweise bei rund 1,78 Kubikmetern pro Sekunde.

Da der Abfluss am Pegel Biehlen in den vergangenen Wochen mehrfach unter 0,5 Kubikmeter pro Sekunde gefallen ist, erfolgt zusätzlich eine moderate Stützung durch die Abgabe aus dem Speicherbecken Niemtsch (Senftenberger See). Der Wasserstand des Speicherbecken Niemtsch liegt aktuell bei 98,62 Meter NHN (20.07.2020) und fällt um ca. 0,5 Zentimeter pro Tag. Quelle: MLUK Presseinformation v. 23. Juli 2020 / redigiert UST


Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe zu Gast

Erfahrungsaustausch zwischen LMBV und BGR-Experten

Senftenberg/Hannover. Der Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Prof. Dr. Ralph Watzel war am 13. Juli 2020 mit Mitarbeitern, darunter dem Abteilungsleiter Prof. Dr. Thomas Himmelsbach sowie PD Dr. habil. Christoph Neukum sowie Stabsmitarbeiterin Claudia Blume zu einem Arbeitsbesuch in der Lausitz beim Bergbausanierer LMBV. Sie wurden von Dr. Peer Hoth vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) begleitet.

Die Wissenschaftler wurden herzlich vom Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny, am Sitz des Unternehmens in Senftenberg begrüßt. Im Rahmen von Fachgesprächen, an denen der Bereichsleiter Technik, Eckhard Scholz sowie der Sanierungsbereichsleiter Lausitz, Gerd Richter, teilnahmen, wurden beiderseits interessierende Fragen besprochen und bei einer anschließenden Befahrung von Lausitzer Sanierungsbaustellen und Bergbaufolgeseen vertieft. So informierten sich die Experten u.a. am Ableiter vom Sedlitzer See, am Gewässerbehandlungsschiff „Klara sowie und am Großräschener See über Sanierungsstrategien der Bergbausanierer.

Impressionen vom Arbeitsbesuch der BGR-Vertreter in der Lausitz


Offizieller Spatenstich für Hochbau der Wasserbehandlungsanlage Plessa erfolgt

Der gemeinsame Spatenstich für den Start des Hochbaus der künftigen WBA Plessa

Plessa. Mit dem offiziellen Spatenstich in Plessa begannen am 10. Juli 2020 die Arbeiten für die neue Wasserbehandlungsanlage der LMBV. Mit ihrer Errichtung am Zusammenfluss von Floß- und Hammergraben, am östlichen Ortseingang in Plessa an der B 169, wurde Anfang April dieses Jahres die Bietergemeinschaft WKS Technik GmbH und Otto Heil GmbH & Co. KG beauftragt. Zuvor erfolgte das Setzen der 955 Meter langen Dichtwand um die Anlage durch die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) WBA Plessa, bestehend aus den Firmen BAUER Spezialtiefbau GmbH, AMAND Bau Sachsen GmbH & Co. KG und BERGER Grundbautechnik GmbH. Diese schützt die Baustelle und später die WBA Plessa vor aufsteigendem Grundwasser aus dem feuchten Niederungsgebiet der Schwarzen Elster.

Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, verwies in seinem Grußwort auf die lange Bergbaugeschichte des Großraumes Lauchhammer‒Plessa. Damit verbunden ist auch der vor über 150 Jahren beginnende Eingriff in den Wasserhaushalt. „Mit dem offiziellen Baustart für die Errichtung der Wasserbehandlungsanlage Plessa setzen wir einen ganz wesentlichen Meilenstein für die Bewältigung der bergbaulichen Hinterlassenschaften in der Region.“ Bernd Sablotny dankte dem Bund, vertreten durch Michael Röder vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, sowie dem Land Brandenburg und der anwesenden Gesa Dähnhardt von der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg als Finanziers dieses Projekts.

Im Anschluss schritten Bernd Sablotny, Gerd Richter (LMBV-Bereichsleiter Sanierung Lausitz), Anja Heller (Allgemeine Stellvertreterin des Amtsdirektors Plessa), Gesa Dähnhardt, Michael Röder sowie die beiden Geschäftsführer der ausführenden Baufirmen, Christoph Heil (Otto Heil GmbH & Co. KG) und Petra Räuber (WKS Technik GmbH) zum Spatenstich.

Die rund 4,5 Hektar große Anlage wird nach ihrer Inbetriebnahme die Schwarze Elster vor einem Eiseneintrag, insbesondere aus dem Hammergraben und Floßgraben, und einer damit einhergehenden Versauerung schützen. Eine Wasserbehandlung der einzelnen kleinen Gewässer in der sogenannten Kleinen Restlochkette wäre technisch zu aufwendig und erzielt durch weiter zuströmendes Grundwasser nur kurzfristig einen Erfolg. Während des Anlagenbaus wird das Wasser aus dem Hammergraben über eine insgesamt 430 Meter lange Rohleitung umgeleitet.

In der dreistraßigen Anlage werden künftig bis zu 1,6 Kubikmeter Wasser pro Sekunde behandelt. Der pH-Wert wird dadurch von circa drei auf 6,5 bis 8,5 angehoben. Die Eisenfracht soll zukünftig so von durchschnittlich 60 mg/l auf unter drei mg/l reduziert werden. Von der Planung bis zum Regelbetrieb der Wasserbehandlungsanlage Plessa sind 80 Millionen Euro veranschlagt. Das Bauende ist für Ende 2021 anvisiert. Danach folgt ein einjähriger Einfahr- und Probebetrieb.

Funktionsprinzip der Wasserbehandlungsanlage Plessa

Das Oberflächenwasser aus dem Floß- und Hammergraben wird oberhalb der Wehranlage über das Entnahmepumpwerk zur Eisenoxidation in das Reaktionsbecken geleitet. Durch die Zugabe von Kalkmilch wird die Eisenoxidation angeregt. Ein dem oxidierten Oberflächenwasser zugegebenes Flockungshilfsmittel sorgt dafür, dass der Eisenhydroxid-Rohschlamm (EHS) sich anschließend in den am Hammergraben entlang angeordneten Sedimentationsbecken absetzt. Über eine Ablaufleitung wird das an der Oberfläche abgezogene Klarwasser über eine Ablaufturbine zur Energierückgewinnung wieder in den Hammergraben eingeleitet.

Das EHS-Pumpwerk befördert den zurückgebliebenen Rohschlamm zur EHS-Aufbereitung. Dieser wird in den drei stationären Schlammeindickern durch die erneute Zugabe von Flockungshilfsmitteln konzentriert. Anschließend erfolgt die Schlammentwässerung und abschließend dessen Konditionierung mithilfe weiterer Flockungshilfsmittel und/oder Flugasche. Der dadurch hinsichtlich seiner Konsistenz transportfähige EHS wird schließlich auf LKWs verladen und einer Verwertung oder Entsorgung zugeführt.

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Bildunterschrift: Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny; Anja Heller, Stellvertreterin des Amtsdirektors Plessa, Michael Röder vom Bundesumweltministerium, die Geschäftsführer Christoph Heil von der Otto Heil GmbH und Petra Räuber (WKS Technik GmbH), Gesa Dähnhardt (Gemeinsame Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg des MIL) sowie LMBV-Bereichsleiter Sanierung Lausitz Gerd Richter (von rechts) beim gemeinsamen Spatenstich. Foto: Steffen Rasche für LMBV

Eindrücke vom Spatenstich (Fotos: Filmart Potsdam, Steffen Rasche)


LMBV: Weiterer Bergbaufolgesee für Angelei und Fischerei verpachtet und geöffnet

Ab 8.7.2020 mit Angelerlaubnis der Brandenburger und sächsischen Verbände als Pächter des Seeherstellers und Eigners LMBV ist der Geierswalder See für Angler nutzbar

Senftenberg/Geierswalde. Fünf Angel- und Fischereiverbände aus
Sachsen und Brandenburg hatten am 8. Juli 2020 an den Geierswalder See,
einem Bergbaufolgesee der LMBV, eingeladen. Anläßlich des kürzlich im
Umlaufverfahren unterzeichneten Pachtvertrages zwischem dem
Bergbausanierer und einer ARGE “Lausitzer Seenland“ konnte nun ein
weiterer Bergbaufolgesee für Angelei und Fischerei verpachtet und
geöffnet werden.

Der Geierswalder See, auch als Speicherbecken Koschen bekannt, ist
ein sich noch in Herstellung befindliches, künstliches Gewässer, das zur
sogenannten bergbaulichen Restlochkette Sedlitz, Skado, Koschen gehört,
bei dem der Betrieb noch unter Bergaufsicht steht. Die Sanierung des
ehemaligen Tagebaus Koschen ist nahezu abgeschlossen. Es wird ein
Gewässer hergestellt, welches künftig überwiegend der Erholung, d.h. für
Baden, Segeln, Angeln usw. dienen wird, aber auch in Teilbereichen
wertvolle Naturschutzfunktionen erfüllt.

Der größte Teil des Gewässers befindet sich im Freistaat Sachsen – im
Landkreis Bautzen liegen 532 ha. Etwa 15 Prozent der Gewässerfläche
gehören zum Land Brandenburg und liegen im Landkreis
Oberspreewald-Lausitz; das sind rund 98 ha. Der See liegt im südlichen
Kernbereich des „Lausitzer Seenlands“. Einige Uferbereiche im Norden und
Westen liegen im Naturschutzgebiet „Sorno-Rosendorfer-Buchten“. Rund
509 ha der bereits vorzeitig vielfältig genutzten Wasserfläche des Sees -
aufgrund des Gemeingebrauchs und der Schiffbarkeit - sollen nun ab Juli
2020 auch fischereilich genutzt werden können.

Auf Grundlage der Gewässerrahmenvereinbarungen zwischen der LMBV und
dem Freistaat Sachsen bzw. zwischen der LMBV und dem Land Brandenburg
werden die länderbezogenen Bereiche des Gewässers nach Beendigung der
Sanierung an das jeweilige Bundesland übergeben. Vor diesem Hintergrund
wurde auf der Grundlage der Bestimmungen der Fischereigesetze des
Freistaates Sachsen (SächsFischG) sowie des Landes Brandenburg
(BbgFischG) das Fischereiausübungsrecht ausgeschrieben.

Im Ergebnis einer Ausschreibung im Jahr 2019 wurde das
Fischereiausübungsrecht von der LMBV an die Arbeitsgemeinschaft (ARGE)
zur Förderung, Erhaltung und Pflege des Fischbestandes und der Gewässer
im „Lausitzer Seenland“ vergeben. Dazu wurde ein Pachtvertrag mit dieser
ARGE geschlossen, zu der der AVE, der LVSA, der SLFV; der LFVB sowie
der LAVB gehören. Der Pachtvertrag läuft zunächst über 15 Jahre bis Ende
2035.

Als Vertreter dieser Arbeitsgemeinschaft “Lausitzer Seenland“ aus den
fünf Verbänden, welche nun am Geierswalder See
fischeiausübungsberechtigt ist, begrüßte stellvertretend der Präsident
des AVE, BZ-Vize-Landrat Udo Witschas die zahlreich geladene Vertreter
sächsischer und Brandenburger Ministerien, Verbände und Landkreise, um
gemeinsam mit Vertretern der LMBV als Seeherstellerin, Eignerin und
Verpächterin des Fischereirechtes die Freigabe offiziell zu besiegeln.
Er sparte in seinem Begrüßungsworten nicht mit Lob für das Engagement
der LMBV zum Herstellen solcher nachnutzbaren Gewässer.

Für die Brandenburger Verbände sprach MdL Günter Baaske, Präsident
des Landesanglerverbandes Brandenburg und begrüßte das gemeinschaftliche
Vorgehen. Er wurde u.a. begleitet vom Hauptgeschäftsführer des
Landesanglerverbandes Brandenburg Andreas Koppetzki und MOL-Landrat
Gernot Schmidt, Präsident des LFVB. Auch Bautzens Landrat Michael Harig
war wie auch der Verbandvorsteher des ZV LSB Detlef Wurzler und der
Geschäftsführer des ZV LSS Daniel Just der Einladung gefolgt.

Für die LMBV verwies der Abteilungsleiter Umweltschutz/Rekultivierung
Michael Stärke auf die Wiedernutzbarmachungs-Verpflichtung der LMBV.
Die Ergebnisse der langjährigen Arbeit der Bergbausanierer beim
Herstellen von neutralen Bergbaufolgeseen, die ab einem bestimmten
Zeitpunkt auch der Hegeverpflichtung unterliegen, sind nicht nur am
Geierswalder See auszumachen. Auch für den Dreiweibener See, den
Bärwalder See, den Berzdorfer See sowie den Gräbendorfer See konnten
Regelungen zwischen LMBV und Verbänden in der Lausitz erreicht werden.
Die gute Zusammenarbeit mit den Verbänden ist u.a. auch am Zwenkauer See
und am Störmthaler See bereits für die Nutzer spürbar.

Ab 15.00 Uhr des 08.07.20202 darf das frisch freigegebene Gewässer im
Lausitzer Seenland unter Beachtung der geltenden Regelungen beangelt
werden. Angeln dürfen vorerst nur Mitglieder des LVSA sowie des LAVB.
Mitglieder des LAVB benötigen zudem ein gültiges Fangbuch bzw.
Erlaubnisschein des LVSA. Gastangelkarten können vorerst nicht
ausgegeben werden. Dies ist jedoch für die Zukunft vorgesehen. Anläßlich
der Veranstaltung erfolgt zudem noch ein gemeinsammer symbolischer
weiterer Fischbesatz mit Schleien im See.

Fakten: Der Geierswalder See der LMBV wird in seiner
Endkontur einmal folgende Ausmaße haben: max. Nord-Südausdehnung: ca.
3.400 m, max. Ost-Westausdehnung: ca. 3.300 m; Seefläche bei max. 
Wasserstand + 101,0 m NHN ca. 630,0 ha.

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WinWin-Situation für Bergbausanierer und Nachnutzer:
Gemeinsam am Geierswalder See waren die Präsidenten aus Brandenburg wie
MOL-Landrat G. Schmidt (Präsident LFVB) und MdL G. Baaske (Präsident
LAVB) und die sächsischen AVE-Präsidenten Witschas und Friedrich
Richter, Präsident SLFV, die zusammen einen symbolischen Schlei-Besatz
des Bergbaufolgesees vornahmen (Foto oben).

Gemeinsam zum Erfolg für das Angeln und Fischen am Bergbaufolgesee


LMBV und ARGE „Lausitzer Seenland“ geben Geierswalder See für Fischer & Angler frei

An den nicht als gesperrt gekennzeichneten Ufern und Seeflächen kann geangelt werden. Quelle: Angelatlas

Senftenberg | Dresden | Geierswalde. Am Mittwoch, den 08.07.2020 um
15.00 Uhr wird der Geierswalder See (D07-170) für das Angeln
freigegeben. Am Vormittag treffen sich Vertreter der Arbeitsgemeinschaft
“Lausitzer Seenland“ (ARGE), welche am Geierswalder See
fischeiausübungsberechtigt ist, sowie geladene Vertreter sächsischer und
Brandenburger Ministerien, um gemeinsam mit Vertretern der LMBV (als
Seeherstellerin, Eignerin und Verpächterin des Fischereirechtes) die
Freigabe offiziell zu besiegeln. Aufgrund der aktuellen Situation,
bedingt durch das Coronavirus, bitten die Verbände und die LMBV um
Verständnis, dass dieser Teil nicht öffentlich durchgeführt werden kann.

Ab 15.00 Uhr darf das frisch freigegebene Gewässer im Lausitzer
Seenland unter Beachtung der geltenden Regelungen beangelt werden.
Angeln dürfen vorerst nur Mitglieder des LVSA sowie des LAVB. Mitglieder
des LAVB benötigen zudem ein gültiges Fangbuch / Erlaubnisschein des
LVSA. Gastangelkarten können vorerst nicht ausgegeben werden. Dies ist
jedoch für die Zukunft vorgesehen.

Die Verbände und die LMBV freuen sich, dass die gemeinsame Arbeit der
ARGE nun Früchte trägt und die Freigabe des Geierswalder See
bekanntgegeben werden kann. Sie wünschen hiermit allen Anglern viel
Freude und Petri Heil am Gewässer. Weitere Informationen rund um die ARGE können hier abgerufen werden: Informationen zur ARGE Quelle: https://www.anglerverband-sachsen.de/2020/07/

 

Sonderregelungen am Geierswalder See - D07-170

  • Grundlage für das Angeln ist die angezeigte Karte zur Beangelung des Geierswalder See (D07-170)
  • Das Mindestmaß für die Fischarten Hecht und Zander beträgt 60 cm.
  • Die Fischarten Störhybride, Zwergwels und Sonnenbarsch sind zu verwerten.
  • Für die Beangelung ist ein Fangbuch/Erlaubnisschein des
    Landesverbandes Sächsischer Angler e.V. notwendig. (Bezug über die
    Regionalverbände AVE, AVL und AVS -grünes Buch- oder den Vereinen des
    Landesanglerverband Brandenburg e.V. als Austauschkarte -blaues Buch-)
  • Das Angeln von Steganlagen ist verboten.
  • Gesperrte Bereiche lt. Hinweisschilder, dürfen nicht betreten werden.
  • In der Zeit vom 01.04. – 31.10. eines Jahres ist das Angeln an den Badestellen sowie den Wasserskiflächen verboten.

Weiterführende Links:

Für die Befahrung des Geierswalder See mit dem Boot gilt die derzeit
gültige Allgemeinverfügung der Landesdirektion Sachsen mit Stand vom 24.
April 2018: Allgemeinverfügung

Über mögliche Bootseinlassstellen am Geierswalder See bzw. am
Senftenberger See kann man sich auf der Seite des Lausitzer
Tourismusverband informieren www.lausitzerseenland.de/

Alle Regelungen zum Angeln am Geierswalder See sind im Angelatlas-Sachsen (App bzw. Webseite) zu finden: Angelatlas


Flutungszentrale Lausitz — Neiße ermöglicht derzeit Flutung im Lausitzer Seenland

Lausitzer Neiße wurde mit bisher 800.000 m³ für den Sedlitzer See „angezapft“ - Neißewasserüberleitung genutzt

Senftenberg. Starkniederschläge im Isergebirge von bis zu 120 mm innerhalb 24 Stunden verursachten am Wochenende 19.06 bis 21.06.2020 ein Hochwasser in der Lausitzer Neiße.

Der Abfluss am Pegel Görlitz stieg innerhalb eines Tages von ca. 7 m³/s auf ca. 179 m³/s. Das entspricht fast der Hochwasser-Alarmstufe A3. Bei einer derartigen Abflusssituation konnte die im Auftrag der LMBV mbH agierende Firma ECOSOIL die Pumpstation Steinbach noch am 20.06.2020 in Betrieb nehmen.

In der gesamten 26. Kalenderwoche hielt eine sehr komfortable Dargebotssituation von 29 bis 35 m³/s an, was den Betrieb der LMBV-Neißewasser-Überleitungsanlage bis zum 01.07.2020 ermöglichte. Mit der Pumpstation Spreewitz wurde zeitversetzt der Betrieb am 22.06.2020 aufgenommen, um die äquivalente Menge gemäß Genehmigung aus der Spree zu entnehmen und über den Oberen Landgraben dem LMBV-Restloch Sedlitz - künftiger Sedlitzer See - zuzuleiten. Der Seewasserstand konnte damit dort stabilisiert und die derzeitigen Verdunstungsverluste kompensiert werden.

Aufgrund der anhaltenden wechselhaften Witterung und erneuter ergiebiger Niederschläge im Einzugsgebiet der Lausitzer Neiße am Wochenende 27./28.06.2020 kann auch in den nächsten Tagen mit einer Fortsetzung der Flutungswasserentnahme für das Lausitzer Seenland gerechnet werden. Die Mitarbeiter der Firmen Ecosoil Ost, TDE und der Koark Automation sind im Auftrag der LMBV im ständigen Einsatz, um einen stabilen Betrieb der technischen Flutungsanlagen zu gewährleisten.

Bis zum 01.07.2020 konnten in dieser Juni-Kampange zusammen ca. 800.000 m³ der Lausitzer Neiße bisher entnommen werden.

Die Fotos machte die Fa. Ecosoil Ost: Der Durchfluss der Neiße lag bei ca. 40 m³/s, wie das Pegel-Foto vom 22.06.2020 anzeigt. Der einzuhaltende und abzusichernde Mindestabfluss der Neiße am dortigen LMBV-Entnahmebauwerk liegt bei 10 m³/s. Ein weiteres Symbolbild zeigt die LMBV-Pumpstation Spreewitz an der Spree.

Symbolfotos: Hochwasser in der Neiße und Abnahme an der Spree


Halbseitige Sperrung der B 97 für Einbau von Kippen-Drainagen beginnt am 6. Juli

Erweitern der Vertikaldrainagen (VD) an der B 97 in der Tempo-30-Zone bei Spreetal in der Zeit vom 06.07. bis 30.08.2020 vorgesehen und notwendig

Senftenberg/Schwarze Pumpe. Ab dem 6. Juli 2020 muss die Bundesstraße 97 im Bereich einer Tempo-30-Zone halbseitig entsprechend der verkehrsrechtlichen Anordnung gesperrt werden.

Zum Erhöhen der geotechnischen Sicherheit im Bereich der Geschwindigkeitsbegrenzung der Bundesstraße 97 (Tempo-30-Zone) wird zwischen dem Abzweig S 130 nach Burgneudorf und der Landesgrenze Sachsen/Brandenburg (Ortslage Spreetal) an der Tieflage F die bestehende Anlage aus Vertikaldrainagen (VD) mit weiteren Drainageelementen ausgestattet, verlängert und auf der Nordostseite der B 97 durch eine neue Anlage ergänzt.

Es ist anschließend - voraussichtlich ab dem 27. Juli 2020 - für ca. fünf Wochen eine Straßenvollsperrung für das Erkunden des Straßenkörpers und das weitere Einbringen der Vertikaldrainagen notwendig. Die erforderliche Umfahrungstrasse wird vom zuständigen Straßenverkehrsamt vorab bekannt gegeben und ausgeschildert werden.

Diese Maßnahme dient dem funktionalen Erhalt der bereits eingebauten Sicherungselemente und stellt eine mittelfristige Sicherung dar. Insgesamt sollen beidseitig der B 97 ca. 1.800 Stück Vertikaldrainagen mit einer Gesamtlänge von ca. 27.300 Meter eingebaut werden. Weiterhin werden umfangreiche Erkundungen im Untergrund des Straßenkörpers der B 97 durchgeführt und ein System zur dauerhaften Setzungsmessung an der B 97 installiert. Notwendige Vorarbeiten an der B 97 wie das Holzen, das Installieren und Einbinden von zusätzlichen Porenwasserdruckmessgebern sowie das Einrichten eines Probefeldes an einem adäquaten Standort wurden bereits realisiert.

Die nun geplanten Arbeiten sollen entsprechend behördlicher Abstimmung in den Sommerferien der Länder Sachsen und Brandenburg in der Zeit vom 06.07.2020 bis voraussichtlich Ende August 2020 in einem als äußerst sensiblen einzuordnenden Kippenareal ausgeführt werden. Daher sind zum Schutz von Personen und Öffentlichkeit Sperrungen der B 97 unumgänglich. Langfristig ist zudem eine dauerhafte Sicherung der B 97 für den Grundwasserendstand durch abschnittsweisen Ersatzneubau notwendig und vorgesehen.

Test zum Einbringen der Drainagen


LBGR|OSL: Gefährdungssituation für Eigentümer und Bewohner des Pappelwegs in Lauchhammer

25 Betroffene vom Pappelweg wurden in Lauchhammer über die Notwendigkeit einer Absiedlung informiert

Lauchhammer/Senftenberg. Am 25. Juni 2020 hatte auf Einladung des Bürgermeisters der Stadt Lauchhammer, Roland Pohlenz, eine gemeinsame Informations-Veranstaltung des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) und des Landkreises OSL sowie des Bergbausanierers LMBV für Eigentümer und Anwohner im Bereich des Pappelwegs in Lauchhammer stattgefunden.

Hierbei informierte ein von den Bergbehörden anerkannter Sachverständiger über die geotechnischen Untersuchungsergebnisse für den Bereich des Wohngebietes Pappelweg in Lauchhammer. Der von der LMBV beauftragte Sachverständige und Gutachter Matthias Götz hatte für diesen Bereich die Verkippungstechnologie und Kippenzusammensetzung der früheren Braunkohlentagebaue untersucht, mit dem Ziel, notwendige Sicherungsmaßnahmen festzulegen.

Die gutachterliche Einschätzung lautete, dass aufgrund der komplizierten geologischen und geotechnischen Situation eine Gefährdungssituation besteht und die Nutzung der Wohngebäude und der in angrenzenden Gartengrundstücken genutzten Gebäude langfristig nicht aufrechterhalten werden kann. Der Landkreis prüft derzeit die Beauftragung eines weiteren Gutachtens.

Die weiteren Schritte werden nun von einer Adhoc-Arbeitsgruppe aus Vertretern des Landkreises, des Landes Brandenburg, der Stadt Lauchhammer und der LMBV unter enger Einbeziehung der betroffenen Bürger abgestimmt.

„Nach der Grubenteichsiedlung und der Wilhelm-Külz-Straße ist nunmehr nach momentaner Gutachterlage eine dauerhafte Nutzung der Grundstücke im Bereich Pappelweg nicht mehr möglich. Weitere Untersuchungen sind notwendig, jedoch ist es mir ein Anliegen, die Bewohner zeitnah über die bereits vorliegenden gutachterlichen Erkenntnisse und Einschätzungen der Behörden zu informieren. Über weitere Entwicklungen werden die Anwohner des Pappelwegs und die Stadt Lauchhammer unterrichtet“, erklärt Landrat Siegurd Heinze und betont: „Letztendlich gilt es, nun gemeinsam Lösungen für die Zukunft der betroffenen Bürgerinnen und Bürger zu finden.

„Die LMBV wird mit ihren Erfahrungen in der Bergbausanierung - und hier besonders in und um Lauchhammer – die zuständigen Behörden auf Grundlage einer Vereinbarung bei der Lösung der anstehenden Herausforderungen zur Seite stehen und als unterstützende Projektträgerin gemeinsam mit den Betroffenen Handlungsoptionen aufzeigen“, so Gerd Richter, LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz.

„Die Landesregierung ist sich der Härten für die betroffenen Anwohner sehr bewusst. Wie schon in der Grubenteichsiedlung und aktuell in der Wilhelm-Külz-Straße werden wir alles dafür tun, dass im Rahmen der Möglichkeiten des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung den Betroffenen das größtmögliche Maß an Entschädigung zukommt. Zunächst wird es aber darauf ankommen, Gefahrenlage und Sanierungsbedarf konkret festzustellen und daraus Handlungskonzepte abzuleiten“, erläutert Jan Drews, Abteilungsleiter Gemeinsame Landesplanung Berlin-Brandenburg (GL) im Infrastrukturministerium des Landes Brandenburg (MIL).

Hintergrund: Das heutige Stadtgebiet von Lauchhammer ist durch intensiven, lange währenden Braunkohlenbergbau geprägt. In und um die ehemaligen Ortschaften der heutigen Stadt Lauchhammer wurden bereits Mitte des 19. Jahrhunderts kleinere Tiefbaugruben betrieben. Ab Ende des 19. Jahrhunderts entstanden die ersten kleineren Tagebaue. Aufgrund der sich weiter entwickelnden umliegenden Großtagebaue und der damit nahezu dauerhaften Absenkung des Grundwassers wurden Siedlungen für die Bergleute unter anderem auf gekippten Flächen im heutigen Stadtgebiet errichtet.

Seit Beendigung des Bergbaus Anfang der 1990er Jahre steigt das Grundwasser wieder an. Damit verbunden sein können Vernässungen von Gebäuden, aber auch Gefährdungen im Zusammenhang mit möglichen Verflüssigungen im Untergrund, die bis hin zum Geländeeinbruch eine Gefahr für die darauf befindlichen Gebäude darstellen.

Die LMBV führt als Projektträgerin im Auftrag von Bund und Braunkohleländern im Rahmen des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung Untersuchungen für diese Folgen des Grundwasserwiederanstiegs durch. Für die Durchführung von erforderlichen Gefahrenabwehrmaßnahmen sind die genannten weiteren Abstimmungen erforderlich.

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe und des Landkreises Oberspreewald-Lausitz vom 26.06.2020 / redigiert

Pressegespräch am 26.06.2020 im OSL-Landratsamt in Senftenberg


Pandemie-Krisenstab bewertete aktuelle Lage im Unternehmen u. auf Sanierungsbaustellen

Krisenstab des Bergbausanierers trat am 24. Juni 2020 erneut zusammen

Senftenberg/Leipzig/Sondershausen. Der Pandemie-Krisenstab der LMBV kommt in seiner aktuellen Lageeinschätzung für die LMBV zu dem Ergebnis, dass sich die ergriffenen Maßnahmen gut bewährt und einen hohen Anteil daran haben, dass der Betriebsablauf in der Pandemiephase ohne bedeutende Einschränkungen gewährleistet werden konnte. Auf den Sanierungs- und Verwahrungsbaustellen konnten in allen Bereichen im ersten Halbjahr 2020 insgesamt sehr gute Ergebnisse erreicht werden.

Gleichzeitig wird aber darauf hingewiesen, dass die festgelegten Maßnahmen, insbesondere die Einhaltung der Abstandsregeln und Hygieneschutzmaßnahmen, weiterhin einen hohen Stellenwert bei der Bekämpfung der Pandemie haben und behalten werden.

Die LMBV wird deshalb weiterhin in den internen Abläufen und auch im Außenverkehr die direkten Arbeitskontakte auf das dringlich notwendige Maß beschränken und Arbeitsberatungen sowie Außenkontakte mit ihren Partnern und Auftragnehmern nur mit dem absolut notwendigen Personenkreis durchführen.

Die LMBV-Geschäftsführung bedankt sich an dieser Stelle bei ihren Partnern und Auftragnehmern für die Mitwirkung und Unterstützung in der für alle Bereiche schwierigen Situation der Bewältigung der Corona COVID 19 Pandemie.

Der Pandemie-Krisenstab der LMBV wird seine Arbeit auch im 2. Halbjahr 2020 entsprechend der aktuellen Bedingungen fortführen.


FHG: Kranen der nächsten acht Schwimmenden Ferienhäuser am Bärwalder See steht an

Bald darauf werden dann eine 2. Steganlage und weitere 4 „floating houses“ gekrant und montiert

Klitten/Berlin. Wie die Investoren der FHG floating house GmbH am 12. Juni 2020 informierten, seien die Bauarbeiten für insgesamt künftig 26 Schwimmende Ferienhäuser am Bärwalder See derzeit in vollem Gange.

Neben dem schwimmenden Musterhaus, das im Mai 2019 bereits eröffnet worden war, und dem ersten „floating house“, welches sich seit dem 01.06.2020 in der Vermietung an Urlauber befindet, folgen jetzt schrittweise weitere acht Schwimmende Ferienhäuser.

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Pünktlich und wie geplant seien in der 24. Kalenderwoche die Bestandteile für die erste Steganlage der FHG geliefert worden. Auch die Dalben zur Befestigung der Stege konnten bereits eingerammt werden, wie auch die FHG-Luftaufnahme von der ergänzenden Steganlage am Bärwalder See zeugt. Am Dienstag, den 16.06.2020 könnten nun die nächsten vier Schwimmenden Ferienhäuser der 1. Charge gekrant und am neuen Steg befestigt werden. Die Erschließungsarbeiten auf dem Steg für Elektro und Sanitär begännen zeitgleich.

Die folgenden vier Schwimmenden Ferienhäuser der 2. Charge kämen dann am Donnerstag, den 18.06.2020 auf dem Parkplatz in der Marina Klitten an und würden sofort zum Kranen vorbereitet, so die Informationen der FHG. In der 26. Kalenderwoche werden dann die 2. Steganlage und die vier „floating houses“ gekrant und montiert. Damit werden dann insgesamt zehn Schwimmende Ferienhäuser der Investoren in der Marina Klitten vor „Anker“ liegen.

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500-Tonnen-Kran hebt Anlegedalbe ins Restloch Koschen, den Geierswalder See

Rammen der Dalbe an der Südböschung des Restlochs Koschen

Senftenberg/Geierswalde. Ein 500-Tonnen-Kran dominiert in diesen Tagen das Ortsbild von Geierswalde. Mehrere Baumaßnahmen sind derzeit am Restloch Koschen, dem Geierswalder See, in vollem Gang.

Zum einen werden im Rahmen des §2 des VA VI derzeit die Sicherungsarbeiten der Südböschung durch eine Vorschüttung aus Wasserbausteinen umgesetzt - dies wurde nach den Herbststürmen 2017 nötig.

Des Weiteren werden in Abstimmung mit der Gemeinde Elsterheide und dem Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen als §4-Maßnahme in erschütterungsarmer Verfahrensweise Rammarbeiten am bzw. im Wasser durchgeführt: Spundwände werden eingebracht sowie Dalben an der Bootseinlassstelle gesetzt. Am 8. Juni 2020 wurde nun die seeseitige Dalbe mit dem großen Kran ins Wasser eingebracht.

Im Sommer soll mit dem Hochbau an den Außenanlagen des Wasserwanderrastplatzes begonnen werden, dabei ist ein Multifunktionsgebäude mit Serviceeinrichtungen für Wasserwanderer und Camper sowie Räumlichkeiten für die Wasserschutzpolizei Brandenburg/Sachsen geplant.

Ebenso sollen die Außenanlagen für den Caravanstellplatz und ein Landliegeplatz für Boote hergerichtet und die vorhandene Löschwasserentnahmestelle zur Slipanlage mit Begleitsteg und Landgang ertüchtigt werden. Wie der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen mitteilte, sind die Ausschreibungen dazu gestartet.


Vorort-Termin an Überleiter 3a-Baustelle der Bergbausanierer bei Klein Partwitz

Gegenwärtig erfolgt der Bau eines Absperrbauwerkes – Vollendung der Überleiterbauwerks bis Ende 2020

Senftenberg/Klein Partwitz. Reges Baugeschehen derzeit am Überleiter 3a: Dort entsteht momentan ein Sperrbauwerk. Dafür mussten rund 580 Kubikmeter Beton allein unter Wasser eingebracht werden. Weitere 450 Kubikmeter Stahlbeton folgen in den kommenden Wochen, kündigte der zuständige LMBV-Projektmanager Steffen Kowalick kürzlich in einem Gespräch vor Ort an. Mittels dieses Absperrbauwerkes kann künftig vorallem die Durchflussrichtung variiert werden, ergänzte LMBV-Abteilungsleiter Karsten Handro bei diesem Vororttermin. Nach Fertigstellen der hydraulischen Verbindungen im Bereich der Innenkippe Spreetal besteht dann die Möglichkeit, Wasser vom Sabrodter See über den Blunoer Südsee zum Neuwieser See durch den Kanal strömen zu lassen oder das Wasser in die andere Richtung über den Sabrodter und Bergener See zu schicken. Geregelt wird das Ganze mittels eines Stemmtores, das demnächst eingebaut werden soll.

Die hydrologische Funktion daher beim Überleiter 3a künftig im Vordergrund. Erst danach komme die wassertouristischen Aspekte. „Auch der Überleiter 3a wird mittelfristig schifffahrtstauglich ausgestattet. Bei einer Breite von sechs Metern passen dann auch Fahrgastschiffe problemlos hindurch“, ergänzte Karsten Handro. Der künftige Überleiter Nr. 3a zwischen dem Blunoer Südsee und dem Neuwieser See wird mit einer Länge von lediglich 40 Metern einmal der kürzeste im gesamten Lausitzer Seenland sein. Seine Überführung selbst soll eine Länge von 27 Metern haben und voraussichtlich bis zum Jahresende 2020 vollendet sein. Der Blunoer Südsee ist derzeit bereits zu 77 Prozent gefüllt, der Neuwieser See steht bei 71 Prozent.

Die künftige Kanalbrücke mit einer Fahrbahnbreite von 3,50 Meter wird auch nach ihrer Vollendung zunächst für die Öffentlichkeit noch gesperrt bleiben. Denn sowohl an den Bergbaufolgeseen als auch auf der Spreetaler Innenkippe stehen noch umfangreiche Sanierungsarbeiten der LMBV an. Fast der gesamte Bereich der Spreetaler Innenkippe ist nach wie vor noch geotechnisch gesperrt. Außerdem sind noch Überhöhen in den beiden Bergbaufolgeseen zu beseitigen und die Spreetaler Kippen mit schonender Sprengverdichtung zu sichern. Perspektivisch soll die Kanalbrücke allerdings auch Teil einer neuen Ortsverbindung sein. „Wir wollen die historische Trasse von Klein Partwitz nach Bluno langfristig wieder herstellen“, so Kowalick gegenüber der Regionalzeitung.

Archivbild: Lage des künftigen Überleiters 3a - Vor Beginn der Arbeiten


Verdichtungsarbeiten im Südwesten des Restloches Greifenhain kommen gut voran

Zwei Rütteldruckverdichter der Fa. V&C Metzner im Auftrag der LMBV an der sog. Rutschungsumfahrung unterwegs

Senftenberg/Altdöbern. „In zwei Spuren sind derzeit raupengestützte Seilbagger mit Rütteldruck-Verdichtungslanzen am Südwestufer des Restloches Greifenhain unterwegs“, so Jens Bäcker, zuständiger LMBV-Abteilungsleiter.

„Sie sichern dort die gekippten Uferböschungen des künftigen Altdöberner Sees und erweitern abschnittsweise den ‚versteckten‘ Damm im oberen Teil der gekippten Restlochböschung mittels Rütteldruckverdichtung (RDV) südlich der am 27.03.2006 gegangenen Rutschung bei Altdöbern.“

Altdöbern
Sanierungsarbeiten im Auftrag der LMBV am Altdöberner See

Bereits im Zeitraum 2008 bis 2011 erfolgte die Realisierung der ersten Verdichtungsetappe im Verhältnis zum damaligen Restlochwasserstand in diesem Abschnitt. Aufgrund des weiter angestiegenen Grund- und Restlochwasserstandes folgte seit 2019 nun die zweite Verdichtungsetappe mittels RDV. Der derzeitige Wasserstand im Restloch liegt bei fast 75,9 m NHN und damit noch 6,5 Meter unter dem künftigen oberen Zielwasserstand.

Die aktuelle Maßnahme erfolgt vom gewachsenen Bereich ausgehend oberhalb der gekippten Restlochböschung. Dabei werden auf einer Gesamtlänge von 840 Meter und einer Breite zwischen 80 und 145 Meter, beginnend mit 5 bis zu 30 Meter Teufe, insgesamt ca. 2,2 Mio. m³ Kippenboden im Untergrund verdichtet. Den Auftrag der LMBV führt die Firma V&C Metzner GmbH seit der 34. Kalenderwoche 2019 – mit zunächst einem RDV-Gerät - aus. Ein zweiter Rüttler ist seit April 2020 parallel im Einsatz.

Im Zusammenhang mit der laufenden RDV-Maßnahme erfolgen zudem Erdbauleistungen zur Zugabe von Boden für die Verdichtung, zur Herstellung der RDV-Trasse und zur Geländeprofilierung. Der zu verdichtende Bereich befindet sich in der sich später einstellenden Wasserwechselzone. Die Maßnahme der LMBV dient ausschließlich der geotechnische Sicherung der gekippten Restlochböschung und nicht dem Herstellen eines zukünftigen Strandes oder Hafenbeckens.

Im Nachgang an diese Verdichtungsetappe erfolgt abschließend eine weitere Maßnahme zur Herstellung der erforderlichen uneingeschränkten Stabilität der Kippenböschung. Dabei erfolgt eine Oberflächenverdichtung und die abschließende Profilierung (Wellenausgleichsprofil) der Böschung.

Fotos vom 26/05/2020: Steffen Rasche für LMBV

Archivfoto aus 2019: SW-Böschung des RL Greifenhain

Impresionen der Sanierungsarbeiten


Für zwei Ausbildungsrichtungen 2020/2021 werden 12 Azubis vom Bergbausanierer gesucht

Seit dem Bestehen der LMBV wurde schon mehr als 1.670 jungen Menschen durch eine qualitativ hochwertige Erstausbildung der Eintritt ins Berufsleben ermöglicht

Senftenberg/Lauchhammer/Espenhain. Die LMBV stellt erneut 12 neue Ausbildungsplätze für das Ausbildungsjahr 2020/21 zur Verfügung. Die dreijährige Ausbildung wird in nachfolgend genannten Ausbildungsstätten realisiert:

  • für Fachkraft für Lagerlogistik (m/w/d) in Lauchhammer (Ausbildungseinrichtung ist die TÜV Rheinland Akademie GmbH; Berufsschule ist das Oberstufenzentrum Elbe-Elster, Feldstraße 7a in 04910 Elsterwerda)
  • für Kaufmann/-frau für Büromanagement in Espenhain (Ausbildungseinrichtung ist die TDE Personal Service GmbH; Berufsschule ist das Berufliche Schulzentrum 6 der Stadt Leipzig, Am kleinen Feld 3/5 in 04205 Leipzig)

Bewerbungsende ist am 30.06.2020. Die Bewerbungen für diese Ausbildungsberufe sind mit

  • Bewerbungsschreiben,
  • tabellarischem Lebenslauf,
  • Schulzeugnis des letzten Schuljahres und dem Halbjahreszeugnis des laufenden Schuljahres und
  • ggfs. Nachweisen von Praktika (Schulpraktika)

an die LMBV mbH Abteilung Personalwesen Knappenstraße 1 in 01968 Senftenberg zu senden.


Initialneutralisation des Sedlitzer Sees startet mit dem Einheben des Bekalkungsschiffes

"Klara" hängt am Haken - damit das noch saure Restloch bald "klarer" wird

23 Tonnen hängen in der Luft - "Klara" wird sicher in den Sedlitzer See eingehoben

Senftenberg/Sedlitz. Das Tagebau-Restloch Sedlitz wird von Juni bis September 2020 im Auftrag der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) bekalkt. Am 3. Juni wurde das Gewässerbehandlungsschiff "Klara" mit seinen zwei Leichtern zu Wasser gelassen. Der Einsatz erfolgt in den nächsten Tagen im Probebetrieb. LMBV-Auftragnehmer ist die BRAIN Brandenburg Innovation GmbH.

Mit der Initial-Neutralisation werden in diesem Jahr rund 10.000 Tonnen Kalk in den Sommermonaten in das Bergbaufolgegewässer eingebracht, pro Tag werden es rund 150 Tonnen sein. Das Schiff wird an der temporären Einlass-Stelle am Westufer bei Sedlitz befüllt. Dazu fahren täglich bis zu sieben Silofahrzeuge durch den Ort Sedlitz und liefern Kalk an.

Notwendig ist die Bekalkung der Bergbaufolgegewässer im Lausitzer Seenland, um einen sich selbst regulierenden Wasserhaushalt und eine gute Wasserqualität herzustellen. Damit werden die Voraussetzungen für das Leben von Mikroorganismen und Fischen geschaffen. Dazu muss der pH-Wert im neutralen Bereich liegen. In den vergangenen Jahren wurden bereits der Partwitzer, der Geierswalder sowie der Großräschener See mit dem Einbringen von Kalk behandelt. (Fotos: S. Rasche)

Anlieferung des Schiffes mit Schwerlasttransport am Sedlitzer See


Fortschritt auf Lausitzer Baustellen der Bergbausanierer an Bergbaufolgeseen

Kaimauer und Hochbau am künftigen Sanierungsstützpunkt am Sedlitzer See kommen voran

Senftenberg. Das sonnige Mai-Wetter ermöglicht einen guten Baufortschritt auf verschiedenen Baustellen der LMBV in der Lausitz. Hier einige Impressionen vom 27.05.2020. Zu sehen sind u.a. die Baustelle des Auftragnehmers STRABAG am Nordufer des Sedlitzer Sees, wo die Spundwand-Kaimauer und der künftige Sanierungsstützpunkt entstehen.

Zwei §4-Vorhaben in Projektträgerschaft der LMBV gedeihen ebenfalls: Am Ufer des Großräschener Sees wächst der von der Kommune beauftragte Parkplatz für den künftigen Stadtstrand, auch als Ilsestrand bezeichnet. Gleiches gilt für den künftigen SEE-Strand bei Lieske, für den sich der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg als Auftraggeber verantwortlich zeigt.

Postkarten-Wetter in der Lausitz


Eisenminderungsmaßnahmen an der Spree bisher im Umfang von mehr als 58 Mio. € realisiert

Für das Umsetzen des Barrierekonzeptes im Süd-Spreegebiet, für Investitionen sowie Aufwendungen für den lfd. Betrieb werden im folgenden Jahrzehnt ca. 20 bis 25 Mio. € pro Jahr nötig

Senftenberg. Der Leiter der LMBV-Projektgruppe Gewässergüte Fließgewässer Lausitz, Sven Radigk, hat kürzlich Fragen der Sächsischen Zeitung mit vielfältigen Antworten untersetzt, die hier dem wesentlichen Inhalt nach wieder gegeben werden.

Der Schwerpunkt der Eisenbelastungen liege demzufolge weiterhin im Spreegebiet Südraum in Ostsachsen. Hier sind ca. drei Kilometer der Kleinen Spree von Burgneudorf bis Spreewitz und sieben Kilometer der Großen Spree, beginnend am Wehr Ruhlmühle in Neustadt/Spree (OT Döschko) bis Spreewitz, durch die Exfiltration von bergbaulich beeinflusstem Grundwasser in die v. g. Fließgewässer stark eisenbelastet. Nach dem Zusammenfluss von Kleiner und Großer Spree wurden im Jahr 2019 am Gütepegel in Zerre durchschnittliche und aktuelle Eisen-gesamt-Konzentrationen von ca. 7,0 mg/L gemessen. Dies bedeutet bei einem derzeitigen Niedrigwasserabfluss von ca. 6 m³/s eine Eisenfracht von rund 6.000 kg pro Tag, die von Sachsen nach Brandenburg abfließen und dabei das Stadtgebiet von Spremberg passieren.

Diese Eisenfracht wird dann, durch die Maßnahmen der LMBV im Zulauf der Spree zur Talsperre Spremberg, in deren Vor- und Hauptsperre um ca. 90 Prozent reduziert, sodass am Ablauf des Stausees am Pegel Bräsinchen unkritische Eisen-gesamt-Konzentrationen von ca. 0,5 mg/L gemessen werden, die nachfolgend die „Unterlieger“ (hier vor allem: das Stadtgebiet Cottbus und das UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald) nicht mehr gefährden. Link zum Jahresbericht 2019:

Im Zeitraum von 2013 bis 2019 hat die LMBV im Spreegebiet Nord- und Südraum, in Brandenburg und Ostsachsen, im Projekt mit der Nr. 184 und dem Titel „Bergbaulich beeinflusste Grundwasserbeschaffenheit Lausitz“ (Eisenminderungsmaßnahmen | „Braune Spree“) insgesamt 58,8 Mio. € an Fremdleistungen beauftragt und realisiert. Insofern sind in der Rückschau der vergangenen sechs Jahre durchschnittlich 10 Mio. € pro Jahr aufgewendet worden.

Zurzeit (2020) und in den folgenden zehn Jahren von 2021 bis 2030 werden die Investitionen sowie die Aufwendungen für den laufenden Betrieb der bereits installierten Anlagen, jedoch insbesondere zur Umsetzung des Barrierekonzeptes im Spreegebiet Südraum in Ostsachsen, auf voraussichtlich ca. 20 bis 25 Mio. € pro Jahr anwachsen.

Im Zeitraum von 2014 bis 2019 hat die LMBV auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz ein Pilot- und Demonstrationsvorhaben zur Eisen- und Sulfatreduktion durch Bakterien, die mit Stoffeinträgen (hier: Glyzerin, Stickstoff und Phosphor) „gefüttert“ werden, durchgeführt. Bei der Vermehrung der Bakterien durch Zellteilung wird Sauerstoff reduziert und dadurch gelöstes Eisen und Sulfat als Eisensulfid-Verbindung im Untergrund festgelegt.  

Die Ergebnisse im v. g. Langzeitversuch auf einer Länge von 100 Meter waren grundsätzlich positiv. Das Pilot-Verfahren ist jedoch für die Spreesanierung auf Belastungsabschnitten von 10 km (siehe oben) nicht geeignet. Zurzeit erfolgt für dieses Verfahren im Hinblick auf ein Folgeprojekt in Mitteldeutschland, die Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie zur „Mikrobiell induzierten Eisenretention im Grundwasser-Anstrom der Pleiße am Standort Kippe Witznitz II“ im Auftrag der LMBV.

Bei der chemischen Wasserbehandlung von eisenhaltigen Wässern in technischen (z.B. MWBA Neustadt) oder naturräumlichen (z.B. Vorsperre Bühlow) Anlagen wird zielgerichtet (durch pH-Wertanhebung) die Fällungsreaktion von Klarwassereisen (Fe2+) in partikuläres Eisenhydroxid (Fe[OH]3) induziert.

Dabei entsteht ein voluminöser, wässriger Eisenhydroxidschlamm (EHS) der überwiegend (> 90 %) nicht toxisch (also ungiftig) ist und somit als nicht gefährlicher Abfall gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG), einer stofflichen Verwertung (z.B. als Zuschlagstoff zur Ersatzbaustoffherstellung) zugeführt werden muss statt durch ein Beseitigungsverfahren (z.B. Deponierung) entsorgt zu werden. Weitere Hinweise sind hier zu finden: Umgang der LMBV mit EHS

Beispiele der LMBV-Eisenminderungs-Projekte an der Spree im Südraum


Position unverändert: Akute Verschärfung der Sulfatproblematik wird derzeit nicht gesehen

Sulfatkonzentrationen im Spreeverlauf werden regelmäßigen von der AG Flussgebietsbewirtschaftung begutachtet

Senftenberg. Die Sulfat-Konzentrationen im Spreeverlauf werden in regelmäßigen Abständen von der AG Flussgebiets-Bewirtschaftung begutachtet. In dieser sind neben den Vertretern der Ministerien und Fachbehörden der Länder Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt auch die sächsische Landestalsperren-Verwaltung, die LMBV und die LEAG vertreten.

Spree - Symbolbild

Aufgrund der derzeitigen Niedrigwassersituation trifft sich die Ad-Hoc-Arbeitsgruppe-Extremsituation der AG Flussgebietsbewirtschaftung im zweiwöchigen Rhythmus, um über Maßnahmen zur Wassermengen- und Wassergütebewirtschaftung zu sprechen und notwendige Maßnahmen festzulegen. Grundsätzlich ist es auch richtig, dass die geringe Wasserführung der Spree in der Konsequenz auch eine höheren Sulfatkonzentration mit sich bringt. Derzeit ist jedoch die Mengenproblematik vorrangig. Eine akute Verschärfung der Sulfatproblematik wird derzeit nicht gesehen.

Aus Sicht der LMBV ist die Situation im Wasserwerk Briesen in den zurückliegenden Monaten und Jahren, trotz der Niedrigwassersituationen, bisher nicht kritisch gewesen. Auch während der letzten beiden Trockenjahre hat die FWA Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft mbH ihren Versorgungsauftrag erfüllen können, so LMBV-Pressesprecher Dr. Steinhuber. Eine kürzlich von verschiedenen Seiten angesprochene und als notwendig angesehene Gefährdungseinschätzung dient nach Kenntnis der LMBV dazu, abzuklären, unter welchen Bedingungen das Wasserwerk Briesen tatsächlich Probleme bekommen könnte.

Dies bestätigte auch der Prokurist der Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft mbH Michael Scheel laut MOZ online v. 19.05.2020 in einem Artikel von Frank Groneberg wie folgt: „…es müsse auch niemand befürchten, dass die Versorgung mit Trinkwasser gefährdet sei, weil das Wasserwerk in Briesen seinen Betrieb einstellen müsste, wie vergangene Woche zu hören war. "Es gibt keinen Grund dafür, zu befürchten, dass das Wasserwerk in Briesen in diesem Jahr abgeschaltet werden müsste", beruhigt er.

"Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser ist sicher." Damit das so bleibt, müsse aber das Problem mit der Sulfatbelastung endlich gelöst werden. Aktuell liegt sie bei 210 Milligramm je Liter (mg/l) Trinkwasser und damit noch immer unter dem in der deutschen Trinkwasserverordnung festgelegten Grenzwert von 250 mg/l…“ Quelle: MOZ „Sulfatbelastung: Wasserwerk Müllrose könnte sofort saniert werden“

"Ein langfristig weiterer Anstieg der Sulfatfrachten wird nach Expertenmeinung nicht erwartet“, so LMBV-Pressesprecher Dr. Uwe Steinhuber auf Nachfrage.

Hintergrund: Der aktive sowie der stillgesetzte Braunkohlenbergbau in der Lausitz tragen aus Grubenwasser-Reinigungsanlagen, aus der Kühlturmabflut von Braunkohlenkraftwerken, aus Bergbaufolgeseen und durch diffuse Grundwasserzutritte in Gebieten des Grundwasserwiederanstiegs Sulfat in die Spree ein. Das Bundesunternehmen LMBV als Projektträgerin der Bergbausanierung ist jedoch hinsichtlich der Sulfateinträge in der Lausitz nicht nur Teil des Problems, sondern vor allem Teil der Lösungen: da es derzeit keine großtechnisch einsetzbaren Technologien zur Sulfat-Abreicherung gibt, kann momentan nur durch Verdünnen ein Senken der Sulfatkonzentrationen in den Vorflutern erreicht werden.

Spree-Impressionen F.: P. Radke| LMBV


Initialneutralisation des Sedlitzer Sees wird voraussichtlich im Juni 2020 beginnen

Blick ins Lausitzer Seenland: Künftiger Sedlitzer See im Hintergrund des Fotos

Senftenberg/Sedlitz. Das Tagebaurestloch Sedlitz wird voraussichtlich ab Juni 2020 im Auftrag der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) bekalkt.
Diese Initial-Neutralisation erfolgt mit dem LMBV-eigenen Gewässerbehandlungsschiff „Klara“, das bereits auf dem Partwitzer See im Einsatz war. Die Maßnahme wird voraussichtlich bis Ende September 2020 durchgeführt.
Rund 10.000 Tonnen so genannter Branntkalk werden dann in den Sommermonaten in das Bergbaufolgegewässer eingebracht, pro Tag werden es rund 150 Tonnen sein.
Das Schiff wird an der temporären Einlassstelle (Löschwasserentnahme) am Westufer bei Sedlitz zu Wasser gelassen und befüllt. Dazu ist es notwendig, dass täglich bis zu sieben Silofahrzeuge durch den Ort Sedlitz fahren und den Kalk anliefern.

Bilck vom Rostigen Nagel hinüber zum Sedlitzer See

Impressionen vom Sedlitzer See


Weltbienentag am 20. Mai – Wild- und Honig-Bienen in den Bergbaufolge-Landschaften

Bergbausanierer LMBV hat neun Standorte für Honigbienen regionalen Imkern zur Verfügung gestellt – Wilde schwarze Mauerbiene kommt in der Lausitz nur in ehemaligen Tagebauen Schlabendorf und Seese vor

Senftenberg/Leipzig. Untersuchungen ergaben, dass beispielsweise im „Naturparadies Grünhaus“, einer Bergbaufolgelandschaft der Tagebaue Kleinleipisch/Klettwitz, welches durch die NABU-Stiftung betreut wird, u.a. insgesamt elf wertgebende, nicht parasitisch lebende Bienenarten vorkommen.

So auch die spezialisierte Dünen-Seidenbiene und die auf Abbruchkanten und Steilhänge angewiesene Gebänderte Pelzbiene. In Sachsen wurden in den Bergbaufolgelandschaften bis zu 98 vom Aussterben bedrohte und stark gefährdete Arten nachgewiesen, in Sachsen-Anhalt waren es 68 Arten. Dazu zählen auch solche, die regional bereits als ausgestorben bzw. verschollen gelten.

Winterimpression vom Ufer des Schlabendorfer Sees nahe Wanninchen im Sanierungsbereich Lausitz

Neben den Wildbienen, die in den Bergbaufolgelandschaften einen idealen Lebensraum finden, gibt es auf den Flächen der ehemaligen Tagebaue auch Standorte, die regionalen Imkern für Honigbienen zur Verfügung gestellt werden. Derzeit gibt es diesbezüglich acht Nutzungsverträge im mitteldeutschen Raum und einen aktiven Vertrag der Lausitz. Anfragen von Imkern werden grundsätzlich positiv beantwortet, sofern es sich um begehbare Flächen außerhalb geotechnischer Sperrbereiche handelt.

Bergbaufolgelandschaften des Braunkohlenbergbaus bieten auch für die kleinen, leicht zu übersehenden Arten große Chancen. Die großen, oft unzerschnittenen Nachbergbau-Flächen, die Armut an Nährstoffen und die relative Störungsarmut gegenüber der normalen Kulturlandschaft sind die Voraussetzungen für das Vorkommen hunderter, häufig gefährdeter und selten gewordener Tier- und Pflanzenarten. Insbesondere für Insekten und Spinnen sind es geradezu ideale Lebensräume. Die Lebensraummosaike aus offenen Flächen, Gras- und Buschflächen, kleinen Steilkanten und Hängen und schließlich Waldflächen unterschiedlichster Dichte und Struktur bieten eine große Vielfalt an Nahrungs- und Brutplätzen.

So sind die Bergbaufolgelandschaften das Zuhause mehrerer in Deutschland hochgradig gefährdeter Wildbienenarten. Neben einzeln lebenden Arten gibt es unter ihnen auch in Brutkolonien nistende oder wie die Honigbiene auch staatenbildende Arten. Parasitisch lebende Kuckucksbienen sammeln dagegen keine Nahrung, sondern schmuggeln ihre Eier in die Brutzellen anderer Arten.  Zwei vom Aussterben in Deutschland bedrohte Arten sind die die Samthummel und die Schwarzbürstige Mauerbiene.

Letztere kommt in blütenreichen Säumen und Lichtungen von Wäldern der Lausitz einzig im Bereich der ehemaligen Tagebaue Schlabendorf-Seese vor. In den Bergbaufolgelandschaften sind diese Lebensräume regelmäßig vorhanden, so dass die Schwarzbürstige Mauerbiene eine gute Chance hat, sich wieder im Lausitzer Revier auszubreiten und damit ihr Vorkommen zu stabilisieren.

Es gibt übrigens etwa 50 verschiedene mitteleuropäische Arten der Mauerbiene. Eine der häufigsten und mit am weitesten verbreitete Art ist die Rote Mauerbiene, in der Fachsprache als "Osmia rufa" bezeichnet. Sie ist neun bis 14 Millimeter groß, hat einen schwarzen Kopf, der bei den Weibchen schwarz, bei den Männchen weiß behaart ist, und einen rötlichbraunen Körper.

Fotos: Dr. C. Saure für NaturschutzFonds Brandenburg | Ralf Donat, Siemann-Stiftung, für LMBV| Christian Bedeschinski für LMBV, Bergbaufolgelandschaft bei Wanninchen | Peter Radke Luftbild für LBMV | STMUV Bayern


Ausgabe 03/2020 der Unternehmens-Zeitschrift “konkret” Mitte Mai erschienen

Senftenberg/Leipzig/Sonderhausen. Blickt man zurück in die vergangenen Wochen und wagt einen Ausblick auf Kommendes, so wird eines klar: Es sind bewegte Zeiten, in denen auch die Mitarbeiter der LMBV und der von ihr beauftragten Firmen und Institutionen tätig sind.

Das belegt auch die neue Ausgabe der „LMBV konkret“ einmal mehr. Im Editorial würdigt der heutige LMBV-Prokurist und Bereichsleiter Technik Eckhard Scholz die nun schon seit 20 Jahren andauernde Erfolgsgeschichte der Flutungszentrale Lausitz, die er mit aufgebaut hat.

Gewaltig wirken auf Außenstehende die Spundbohlen für die künftige Kaimauer am Sedlitzer See, die in diesen Tagen eingerammt werden: dort entsteht am Nordufer eine Anlegestelle für den Sanierungsstützpunkt der LMBV und das in Erschließung befindliche Gewerbegebiet der Stadt Senftenberg.

Auf dem von der LMBV mit geschaffenen Weinberg am Ufer des Geiseltalsees begann kurz vor Ostern die Winzerfamilie Reifert östlich der Altanlage mit ergänzenden maschinellen Pflanzarbeiten. Auf insgesamt 5,1 Hektar wurden weitere Rebstöcke des "Goldenen Steigers" am Geiseltalsee gepflanzt. Als Würdigung für die gute Zusammenarbeit mit der LMBV während der letzten zwei Jahrzehnte blieb es Dietmar Onnasch, langjähriger LMBV-Abteilungsleiter Projektmanagement Sachsen-Anhalt, vorbehalten, den letzten Rebstock zu setzen. Am 16. April 2020 pflanzte er einen Grauburgunder-Setzling mit Schaufel und Wassereimer.

Die Maßnahmen zur Reduzierung der Eisenfracht in der Spree haben auch 2019 eine sehr gute Wirkung erzielt, konnte Sven Radigk, Leiter der LMBV-Projektgruppe Gewässergüte Fließgewässer Lausitz den Jahresbericht zum „Monitoring der Eisenbelastung der Spree und der Talsperre Spremberg“, der jüngst fertiggestellt wurde, resümieren. Verfasst wurde dieser Bericht vom LMBV-Fachgutachter Dr. Wilfried Uhlmann vom Dresdener Institut für Wasser und Boden (IWB).

Vorbereitungen für Abdichtungsmaßnahmen haben an weiteren Gebäuden begonnen – Ziel der LMBV ist die nachhaltige Sicherung von Gebäuden in Delitzsch gegen ansteigendes Grundwasser. Keller von Wohn- und Geschäftshäuser in der Ritterstraße und der Badergasse sollen in den kommenden Monaten durch den Einbau einer Schwarzen Wanne nachhaltig gegen das aufsteigende Grundwasser im Auftrag der LMBV gesichert werden.

Der Rückbau der rund 65 Kilometer langen Flutungsleitung im Südraum Leipzig i.A. der LMBV schreitet weiter voran. Im Bereich der Weißen Elster, in der Nähe der Ortschaft Kleindalzig, wurde Ende April ein 150 Meter langes Teilstück der Ringleitung erfolgreich aus einem Düker gezogen. Bislang wurden rund 12 Kilometer der nun nicht mehr benötigten Ringleitung abgebaut.

An anderer Stelle wird derzeit an einer neuen Leitung gebaut, nämlich an der Haldenlaugenleitung Menteroda-Wipperdorf. In der Ortslage Friedrichsrode konnte kürzlich mit dem Bau eines großen Speicherschachtes für die Laugenleitung begonnen werden. Dieser Speicherschacht dient zukünftig der Zwischenspeicherung der Lauge für Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten an dieser Leitung. "Insgesamt sind bereits 10,8 Kilometer der insgesamt mehr als 12,4 Kilometer langen künftigen Laugenleitung erstellt", so zuständige Bereichsleiter Jörg Domnowski.


Spreestraße K 8481 wieder vorfristig halbseitig freigegeben und befahrbar

Senftenberg/Neustadt (Spree). Am Nachmittag des 15.05.2020 konnte die Vollsperrung der K 8481 vierzehn Tage vorzeitig aufgehoben werden - geplant war die Sperrung bis zum 29.05.2020. Die weiterführenden Arbeiten der Filterbrunnenverwahrung finden gemäß der Verkehrsrechtlichen Anordnung der Straßenverkehrsbehörde mit halbseitiger Sperrung statt.

Die vorzeitige Aufhebung ist der schnellen fachgerechten Arbeit der Bohrgesellschaft Landsberg GmbH geschuldet, so die auftraggebende LMBV.

Hintergrund: Für diese Filterbrunnen-Nachverwahrung auf LMBV-Flächen im Randbereich des Tagebaus Nochten war vom 30. März 2020 bis einschließlich 29. Mai 2020 eine Vollsperrung der K 8481 zwischen dem Abzweig Grubenwasserreinigungsanlage (GWRA) Tzschelln und der S 130 geplant gewesen.

Die Sperrung erfolgte dabei in zwei Etappen. In der ersten Etappe war der Abschnitt der K 8481 zwischen dem Abzweig Ruhlmühle und der S 130 bis Mitte April betroffen. Danach erfolgte die Sperrung innerhalb der 2. Etappe vom Abzweig Ruhlmühle bis zur GWRA Tzschelln.

Die LMBV und ihre Auftragnehmer sind weiter bemüht, die Beeinträchtigungen durch die noch laufenden Arbeiten möglichst gering zu halten.


MLUK: Klar Schiff mit LEADER: Fast halbe Mio. Euro für neues Ilseseesport-Vereinshaus

Förderung hilft Akteuren im Lausitzer Seenland - Auf dem Weg zum Freizeitparadies

Potsdam/Großräschen. Das Brandenburger Umweltministerium (MLUK) unterstützt den Bau des Vereinshauses für den Ilsesee-Sportverein Sedlitz-Großräschen e.V. einschließlich der 4.000 Quadratmeter Außenlagen mit einem Anteil in Höhe von 466.372 Euro. „Bei Gesamtkosten von 621.830 Euro kommen damit 75 Prozent der Investitionsmittel aus dem LEADER-Programm unter dem Dach des EU-Agrarfonds ELER, mit dessen Hilfe sich das Lausitzer Seenland und insbesondere die Stadt Großräschen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz immer mehr zu einem Paradies für Wassersportler entwickelt“, so dass MLUK.

Das neue Vereinshaus am Großräschener See wird dem Ilsesee-Sportverein optimale Bedingungen bieten. Neben dem Vereinsraum haben hier eine Küche sowie sanitäre Anlagen Platz. Das Haus steht damit neben Mitgliedern auch Besucherinnen und Besuchern offen, die sich bei Veranstaltungen im maritimen Ambiente wohlfühlen können.

Mit dem Lausitzer Seenland an der brandenburgisch-sächsischen Grenze entsteht aus gefluteten ehemaligen Tagebaurestlöchern der LMBV im Lausitzer Kohlerevier bis Ende des Jahrzehnts die größte künstliche schiffbare Seenkette in Europa. Der Großräschener See, ein Bergbaufolgesee der LMBV, liegt an dessen nordwestlichem Ende, günstig zu Autobahn und Bundesstraßen. Auf den Beginn der Flutung des Tagebaus Meuro im Jahr 2007 geht die Entstehung des einstigen Ilse-Sees, des heutigen Großräschener Sees, zurück. Quellen: PM des MLUK Brandenburg v. 11.05.2020; LMBV-Foto aus 2019 v. P. Radke


Zunehmende Sichttiefen im Senftenberger See nach Sanierungsarbeiten-Ende gemessen

LfU: Prozess der Aufklarung des Freiwassers im Speicher Niemtsch setzt sich fort

Potsdam/Senftenberg. Nach Informationen des Brandenburger Landesamtes für Umwelt (LfU) dauerte die notwendige bergtechnische Sanierung des Gewässergrunds rund um die Insel des Senftenberger Sees i.A. der LMBV von November 2019 bis Anfang April 2020 an, so der Sprecher des LfU, Thomas Frey Anfang Mai 2020 auf Nachfrage: „Während dieses Zeitraums wurden auch die möglichen Veränderungen der Wasserbeschaffenheit durch den Vorhabensträger gemessen und die gewonnenen Daten im Anschluss dem LfU übergeben.“

Wie der untenstehenden Abbildung zu entnehmen sei, wurden seit Beendigung der Arbeiten wieder leicht zunehmende Sichttiefen gemessen. Dieser Prozess der Aufklarung des Freiwassers im See sollte sich in den kommenden Wochen zunächst sehr langsam und unstetig weiter fortsetzen. Die sehr sonnenscheinreiche Witterung im April 2020 trug zur zeitigen Entwicklung der Frühjahrsblüte des Phytoplanktons bei und stellt eine weitere, natürliche Ursache der augenblicklichen Trübung dar.

Durch den Witterungseinfluss ist nicht zu prognostizieren, in welcher Geschwindigkeit und Stetigkeit der Aufklarungsprozess in den nächsten Wochen weiter vorankommen wird. In den Jahren 2005 bis 2016 lag die Sichttiefe des Senftenberger Sees im April und Mai im Bereich zwischen 1,8 m und 4,0 m, meistens um 2,5 und 3,5 m. Weitere Messergebnisse werden derzeit nicht erwartet, da nun die Sanierungsarbeiten ruhen.

Ergänzend noch folgende Erklärung: die Messungen der Sichttiefe erfolgen über einer repräsentativen Stelle im Freiwasser. In Ufernähe kann die Sichttiefe durch Aufwirbelungen abgesunkener Schwebstoffe erheblich kleiner ausfallen. Wer also nicht vom Boot aus die Sichttiefe beobachtet, kann eine andere Wahrnehmung haben. Daher rühren möglicherweise auch lokal abweichende Seeufer-Wahrnehmungen zu den vorliegend erhobenen Daten. Am 11. Mai 2020 betrug der Wasserstand am Auslauf-Pegel 98,89 m NHN, so die jüngsten Werte für die LfU-Messstelle.


Böschungs-Profilieren und ‑Sichern mittels Wasserbausteinen nahe des Leuchtturm-Hotels

Ramme setzt zudem Spundwand für spätere Boots-Einlassstelle nahe der Marina am Geierswalder See

Senftenberg/Elsterheide OT Geierswalde: Hinter der sperrigen
Maßnahmenbezeichnung „Böschungssicherung Restloch Koschen, Abschnitt II“
verbirgt sich eine hoch anspruchsvolle bergtechnische
Sanierungsmaßnahme der LMBV in Kombination mit ergänzenden §4-Maßnahmen
am Ufer des Geierswalder Sees. Die Leistungen dieses Böschungssicherns
im § 2 des VA BKS umfassen auf 215 Meter das Profilieren und Sichern
mittels ca. 8.000 t Wasserbausteinen unterhalb des Leuchtturm-Hotels.

Parallel wird eine Spundwand i.A. der Gemeinde Elsterheide als §
4-Maßnahme des VA BKS realisiert. Zur Böschungssicherung am
Bergbaufolgesee wurde in den vergangenen Wochen begonnen, im Bereich der
Löschwasserentnahmestelle eine Spundwand herstellt. Zudem werden noch
Dalben eingebracht. Dabei entsteht eine spätere Bootseinlassstelle. Die
Spundwand hat dazu die Form eines „U“ mit insgesamt 60 Meter Länge.

Dazu wurde zunächst eine Rammebene vorbereitet. Bei einer Rammtiefe
von bis 12 Metern werden von dort aus ca. 700 m² Spundbohlen
eingebracht. Die Spundbohlen werden rückverankert und abschließend die
Asphaltbefestigung wiederhergestellt. Zudem erfolgt eine Pfahlgründung
für einen später geplanten 10t-Bootshebekran.

In den zurückliegenden Wochen gab es wegen eines großräumigen Rammhindernisses an der westlichen Flanke der Spundwand eine besondere Herausforderung auf der Baustelle: dort, wo die Ramme den Untergrund nicht durchdringen konnte bzw. auf Widerstand traf, musste mittels Bohrgerät eine Großraumbohrung mit einem Durchmesser von bis 120 Zentimeter durchgeführt werden. Dieses zusätzlich nötige Ausbohren des Hindernisses mit der Großtechnik führt zu etwa einem Monat Bauverlängerung bis voraussichtlich 30.05.2020. Zum Einsatz kommt ein Drehbohrgerät Liebherr LB 28 auf Raupenfahrwerk mit Mäkler von fast 26 Meter Höhe und einem Gesamt-Dienstgewicht von über 90 Tonnen.

Ergänzt wird das Vorhaben durch das Setzen von Dalben – hier handelt es sich um ein §4-Projekt des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen. Dazu werden zwei Rohrdalben zur Ertüchtigung der Löschwasserentnahmestelle zu einer Slipanlage eingebracht. Die Kosten des Gesamtvorhabens verteilen sich zu ca. 50% auf die Grundsanierung nach §2 und zu 50% auf den §4. Hierbei trägt im §4 wiederum die Gemeinde Elsterheide den größten Anteil mit ca. 85%, der mit 15 % vom ZV Lausitzer Seenland Sachsen ergänzt wird.

Impressionen von der Baustelle


Pumpversuche im am ehemaligen Loberwehr in Delitzsch dienen Erfolgskontrolle

Pumpversuche i.A. der LMBV finden von Mitte Mai bis Mitte Juni 2020 statt

Leipzig/Delitzsch. Im Bereich des ehemaligen Loberwehrs, zwischen Mozartstraße und Am Wallgraben, ist an der Pumpversuchsgruppe (Flurstück 2878, Flur 5) ein Pumpversuch vorgesehen. Dieser dient der Erfolgskontrolle der bisher erfolgten Maßnahmen zum Loberausbau.

Der Pumpversuch soll von Mitte Mai bis Ende Juni 2020 durchgeführt werden und dauert circa 14 Tage. In dieser Zeit kann es durch den 24-Stunden-Betrieb der Pumpen zu Lärmbelästigungen kommen.  

Mit dem Ausbau des Lobers findet eine langfristige Sanierungsmaßnahme zum Schutz vor Vernässungen durch den Grundwasser-Wiederanstieg im Raum Delitzsch statt. Ziel ist das Herstellen der hydraulischen Durchgängigkeit sowie der Anschluss des Lobers an den Hangendgrundwasserleiter, so dass es zu einer spürbaren Grundwasser-Absenkung im Bereich der Stadt Delitzsch kommt.


Böschungsarbeiten am Westufer des Berzdorfer Sees bis Juni 2020 nötig

LMBV bittet darum, auf die Beschilderung am Wirtschaftsweg zu achten und die Sperrungen zu respektieren

Senftenberg/Schönau-Berzdorf. Noch bis Juni 2020 arbeitet die LMBV am Berzdorfer See an der Erneuerung eines so genannten Absturzes, einer Regenwasserableitung, am Westufer des Bergbaufolgesees. Dies wurde notwendig, da der bisherige Ablauf unterspült war und seine Funktion nicht mehr erfüllen konnte – austretendes Wasser aus der Böschung und abfließendes Niederschlagswasser hatten in den vergangenen Jahren zur Zerstörung des Bauwerks geführt.

Nun werden in so genannter Kaskadenbauweise auf Zwischenebenen Entwässerungsgräben und Rohrdurchlässe hergestellt, damit das Wasser künftig wieder ohne Schäden abgeleitet werden kann. Auch Geländeprofilierungen und Wegebau auf den Sanierungsebenen sind Bestandteil der Baumaßnahme.

Betroffen von den Bauarbeiten ist auch der Wirtschaftsweg der LMBV am Ufer des Berzdorfer Sees, der für diese Baumaßnahme ab dem Kreisverkehr bis zum Beginn des Naturschutzgebietes gesperrt wird. Diese Maßnahme dient der Sicherheit, da schwere Baufahrzeuge den Weg passieren müssen. Radfahrer und Fußgänger werden gebeten, sich auf den Wirtschaftswegen der LMBV an die Beschilderungen zu halten und Baustellen nicht zu befahren bzw. zu betreten.

 


Arbeiten der Bergbausanierer an den Ufern des Großräschener Sees gehen voran

Eindrucksvolle Fotos von der Böschungsgestaltung am See

Drohnenaufnahme der Stadt Großräschen vom künftigen Stadtstrand am See

Großräschen. Die Arbeiten am Großräschener See gehen weiter voran. Nachdem am Stadtstrand von Großräschen gut 20.000 Kubikmeter Sand aufgetragen wurden, begann man nun mit der Erweiterung der Zufahrtsstraße durch die Firma Hoch- und Tiefbau Nagora.

Des Weiteren werden Stützmauern und ein Parkplatz gebaut sowie Zugänge zum Strand geschaffen. Die verkehrstechnische Erschließung des Stadtstrandes am Nordufer des Großräschener Sees erfolgen im Rahmen der §4-Maßnahmen im Auftrag der Stadt Großräschen.

An der Nordböschung wird zudem die Filterbrunnenverwahrung weitergeführt, die 2019 begann. Insgesamt sind circa 130 Filterbrunnen zu sichern. Zu den Arbeiten gehört auch der Rückbau von Leitungen sowie weitere Beräumungsarbeiten. Die notwenige Verwahrung ist bis Ende dieses Jahrs geplant.

An dem der Stadt gegenüberliegendem Ufer, der Westböschung, sowie an der Südböschung beim Senftenberger OT Sedlitz, werden vorhandene Erosionsrinnen weiter aufgefüllt und die Böschung sicher endgestaltet. Hierfür werden Gräben zur Wasserableitung hergestellt und die Fläche anschließend rekultiviert. Die in ihrem Umfang größte Maßnahme am Großräschener See soll voraussichtlich Ende dieses Jahres enden.

Fotos: Steffen Rasche für LMBV


Unterzeichnen eines Fischerei-Pacht-Vertrages für Geierswalder See vor Abschluss

Wegen Corona-Pandemie erfolgt das Unterschriften-Einholen im Umlaufverfahren bis Ende Mai 2020

Der Geierswalder See 2019

Senftenberg/Elsterheide. Die Unterzeichnung eines Fischereipachtvertrages für den Geierswalder See war ursprünglich in einem öffentlichkeitswirksamen gemeinsamen Termin aller Vertragsbeteiligten Ende März vorgesehen. Dieser Termin fiel jedoch den Kontaktbeschränkungen infolge der Corona-Pandemie zum Opfer. Die Unterzeichnung des Vertrages wurde daher als Umlaufverfahren zwischen den Vertragspartnern unter Beteiligung der Fischereibehörden des Freistaates Sachsen und des Landes Brandenburg auf den Weg gebracht. Die Landesgrenze zwischen den beiden Bundesländern verläuft durch den Bergbaufolgesee.

Das Vorliegen des vollständig unterzeichneten Vertrages wird bis Ende Mai 2020 erwartet, so Evelyn Künzler, Bereichsleiterin Flächenmanagement der LMBV auf Nachfrage. „Die Freigabe des Geierswalder Sees für das Angeln bedarf mit Wirksamkeit des Vertrages dann zwar noch einiger (länderübergreifender) Abstimmungen und praktischer Vorbereitungen; sie rückt damit aber in greifbare Nähe und dürfte im Verlaufe des Sommers 2020 Realität werden“, präzisiert der u.a. mit den Verhandlungen beauftragte zuständige LMBV-Abteilungsleiter Flächenmanagement Lausitz, Jörg Lietzke.

Für den Partwitzer See wird zum Erreichen eines vergleichbaren Standes noch einige Zeit ins Land gehen, so die Flächenmanagement-Verantwortlichen. Hier seien zunächst fischereiliche Untersuchungen und in deren Ergebnis eine Klassifizierung des Gewässers erforderlich, bevor die LMBV eine Fischereiverpachtung aktiv angehen kann. Dies wird nicht vor dem Jahr 2022 geschehen.


MLUK: Ausgeprägte Trockenheit: Schwieriges Wasserbewirtschaften in Spree & Schwarzer Elster

Ab Mai wird Abgabe der Talsperre Spremberg von aktuell 7 m³/s auf max. 10 m³/s zum Stützen der Spree angehoben

Talsperre Spremberg - Archivfoto Staumauer

Potsdam/Cottbus. Die länderübergreifende „Ad-hoc-AG Extremsituation“
hat in ihrer 15. Beratung zum Wochenbeginn die Abflussverhältnisse in
den Einzugsgebieten von Spree und Schwarzer Elster angesichts der
langanhaltenden Trockenperiode bewertet.

Wegen der weiterhin angespannten Situation wird die seit Juni
vergangenen Jahres regelmäßig tagende Arbeitsgruppe mit Mitgliedern aus
Brandenburg und Sachsen ihre Treffen fortsetzen.

Bedingt durch extrem geringe Niederschlagsmengen im April 2020 –
lediglich 5 Prozent der mittleren Niederschlagsmenge sind bisher
gefallen – und der jahreszeitlich zunehmenden Verdunstung sind die
Abflussverhältnisse weiterhin auf niedrigem Niveau; sie zeigen zum Teil
bereits erste fallende Tendenzen.

Während die brandenburgischen Speicher, Talsperre Spremberg und
Speicherbecken Niemtsch, das Speicherziel nahezu erreicht haben, war in
den sächsischen Talsperren Bautzen und Quitzdorf aufgrund der
hydrologisch-meteorologischen Situation eine vollständige
Wiederauffüllung nicht möglich.

Aktuelle Berechnungen zeigen, dass voraussichtlich nur 7 Millionen
Kubikmeter Wasser zur Niedrigwasseraufhöhung der Spree aus den
sächsischen Speichern zur Verfügung stehen werden. Dies würde lediglich
35 Prozent der unter normalen Bedingungen zur Verfügung stehenden
Wassermenge (20 Millionen Kubikmeter) entsprechen.

Aufgrund der akuten hydrologisch kritischen Situation tritt der
Ad-hoc-AG „Extremsituation“ ab sofort wieder 14-tägig zusammen. Da alle
weiteren Maßnahmen von der meteorologischen Situation abhängig sind,
können keine belastbaren Ausblicke hinsichtlich zukünftiger
Einschränkungen für das Jahr 2020 gegeben werden.

In den Einzugsgebieten der Spree und Schwarzen Elster ist bereits
jetzt ein äußerst sparsamer und gewissenhafter Umgang mit den begrenzten
Wasserressourcen angeraten. (Quelle: PM des MLUK v. 28.04.2020)

Spree

Durch die trockene Witterung war im unteren Spreegebiet die normale Bewirtschaftung weiterhin nicht umsetzbar. Der Abfluss in der Spree am Unterpegel Leibsch beträgt aktuell 3,54 Kubikmeter pro Sekunde und liegt damit drastisch unter dem mittleren Abfluss für den Monat April von 22,3 Kubikmetern pro Sekunde.

Im Sinne eines sparsamen Umgangs mit dem zur Verfügung stehenden Wasserdargebot wurde durch die „Ad-hoc-AG Extremsituation“ festgelegt, dass der Mindestwasserabfluss am Pegel Leibsch UP vorübergehend von 4,5 Kubikmeter pro Sekunde auf 2,5 Kubikmeter pro Sekunde herabgesetzt wird.

Die Talsperre Spremberg hat einen aktuellen Beckenwasserstand von 91,95 m NHN (Normalhöhennull). Ab Anfang Mai wird die Abgabe der Talsperre Spremberg von aktuell 7 Kubikmeter pro Sekunde auf 9,0 bis maximal 10 Kubikmeter pro Sekunde zur Stützung der Spree angehoben.

Schwarze Elster

An der Schwarzen Elster bleibt die Lage auf einem sehr niedrigen Niveau unverändert. Der Wasserstand im Speicher Niemtsch (Senftenberger See) konnte durch die konsequente Einspeicherung auf aktuell 98,93 Meter NHN gehalten werden.

Der Abfluss der Schwarzen Elster am Pegel Biehlen wird zusätzlich zur Abgabe aus der Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza, mit cirka 0,2 Kubikmeter pro Sekunde aus dem Speicher Niemtsch gestützt. Ziel ist es, zur Sicherung der Wasserqualität, den Abfluss am Pegel Biehlen unterhalb von Senftenberg mindestens zwischen 0,7 bis 1,0 Kubikmeter pro Sekunde zu halten.

Der mittlere Abfluss für diesen Pegel liegt im April normalerweise bei rund 2,9 Kubikmetern pro Sekunde. Die Sanierung am Senftenberger See wurde durch die LMBV fristgemäß beendet. Seit Anfang April ist der Senftenberger See wieder zur Nutzung freigegeben.

Impressionen von Spree und Schwarzer Elster (mit Archivaufnahmen aus 2019)


Sicherungsmaßnahmen an der B 97 werden im Kippenumfeld im Sommer 2020 ergänzt

Erweitern der Vertikaldrainagen an der B 97 bei Spreetal in der Zeit vom 01.07.2020 bis 31.08.2020 vorgesehen

Senftenberg/Schwarze Pumpe. Zum Erhöhen der geotechnischen Sicherheit im
Bereich der Geschwindigkeitsbegrenzung der Bundesstraße 97
(Tempo-30-Zone) wird zwischen dem Abzweig S 130 nach Burgneudorf und der
Landesgrenze Sachsen/Brandenburg (Ortslage Spreetal) an der Tieflage F
die bestehende Anlage aus Vertikaldrainagen mit weiteren
Drainageelementen ausgestattet, verlängert und auf der Nordostseite der B
97 durch eine neue Anlage ergänzt.

Diese Maßnahme dient dem funktionalen Erhalt der bereits eingebauten Sicherungselemente und stellt eine mittelfristige Sicherung dar. Insgesamt sollen beidseitig der B 97 ca. 1.800 Stück Vertikaldrainagen mit einer Gesamtlänge von ca. 27.300 Meter eingebaut werden.
Die Vertikaldrains werden im Westen der B 97 auf einer Fläche von 1.730
m² eingebracht und im Osten ebenfalls auf einer Fläche von 1.730 m², gesamt 3.470 m².
Die Drains werden in den Kippenboden eingedrückt. Weiterhin werden
umfangreiche Erkundungen im Untergrund des Straßenkörpers der B 97
durchgeführt und ein System zur dauerhaften Setzungsmessung an der B 97
installiert.

Notwendige Vorarbeiten an der B 97 wie das Holzen, das Installieren
und Einbinden von zusätzlichen Porenwasserdruckmessgebern sowie das
Einrichten eines Probefeldes an einem adäquaten Standort wurden bereits
realisiert. Die nun geplanten Arbeiten sollen entsprechend behördlicher
Abstimmung in den Sommerferien der Länder Sachsen und Brandenburg in der Zeit vom 01.07.2020 bis 31.08.2020
in einem als äußerst sensiblen einzuordnenden Kippenareal ausgeführt
werden. Daher sind zum Schutz von Personen und Öffentlichkeit Sperrungen der B 97 unumgänglich.

Es sind halbseitige Straßensperrungen von ca. drei Wochen im Juli
2020 für weitere Beräumung, Rodung, Geländeregulierung und anschließend
ca. fünf Wochen Straßenvollsperrung für das Erkunden des Straßenkörpers
und das Einbringen der Vertikaldrainagen notwendig. Die erforderliche Umfahrungstrasse
wird vom zuständigen Straßenverkehrsamt vorab bekannt gegeben und
ausgeschildert werden. Langfristig ist zudem eine dauerhafte Sicherung
der B 97 für den Grundwasserendstand durch abschnittsweisen Ersatzneubau
notwendig und vorgesehen. PM 12/2020

Bereich der Geschwindigkeitsbegrenzung an der Bundesstraße 97 (Tempo-30-Zone)

Fotos vom VD-Probefel: CDM Smith


Spundwand für künftige Kaimauer am Sanierungsstützpunkt am Sedlitzer See begonnen

Bohlen-Einrammen für Anlegestelle am Nordufer-Sanierungsstützpunkt beim Gewerbegebiet gestartet

Sedlitzer Nordufer: Rammarbeiten für Kai an Einlassstelle und Sanierungsstützpunkt

Senftenberg/Lieske. Auf der Baustelle der LMBV und der Stadt Senftenberg am Nordufer des Sedlitzer Sees hat der Auftragnehmer STRABAG kürzlich mit dem Einbau von Bohlen begonnen. Dazu kommt ein Ramm- und Bohrgerät vom Typ LRB 155 mit Hydraulikhammer zum Einsatz. Die Fa. Liebherr gibt für dieses raupengestützte Gerät mit einem 612-PS-Motor bei einer Mäklerlänge von bis zu 24 Meter ein Dienstgewicht von etwa 66 Tonnen an.

Auf einer Fläche von 30 Hektar entsteht am Nordufer ein neues Gewerbegebiet der Stadt Senftenberg, welches aus Mitteln des Bundes und des Landes Brandenburg im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur –GRW Infrastruktur“ gefördert wird. Der Kai für die Einlassstelle und den Sanierungsstützpunkt der LMBV ergänzt das künftige Gebiet für wasseraffines Gewerbe und Dienstleistungen am Nordufer des Sedlitzer Sees.

Zur Schaffung einer Rammebene war zunächst eine Vorschüttung entlang der Spundwandachsen herzustellen. Diese überdeckt im Bereich der Einlassstelle teilweise die vorhandene Kliffsicherung. Nach der Rammung wird die Vorschüttung wieder entfernt. Die Teile der Vorschüttung, die seeseitig unterhalb der Höhenkote von 95,0 m NHN auf der Kliffsicherung liegen und ohne eine Befahrung der Kliffsicherung nicht erreichbar sind, verbleiben auf der Kliffsicherung, um diese nicht zu beschädigen.

Mit der Ramme entsteht eine ca. 290 Meter lange, rückverankerte Spundwand. Die ca. 250 Einzel- und Doppel-Spundbohlen haben insgesamt ein Gewicht von ca. 600 Tonnen und eine Ansichtsfläche von ca. 4.000 m². Die einzelnen Bohlen sind bis zu ca. 15 Meter lang und binden im Endzustand bis zu ca. 9 Meter in den Untergrund ein. Die Rammung erfolgt auf einer extra dafür hergestellten Rammebene.

Für die gesamte Kaianlage wird eine 290 Meter lange Uferwand mit Spundwänden errichtet. Die Spundwände werden an den äußeren Flügeln als unverankerte Wand ausgebildet. Im Bereich mit zu erwartenden bzw. eingeplanten Verkehrslasten werden die Spundwände rückverankert. Die Verankerung erfolgt durch eine Gurtung und Horizontalanker in verschiedenen Höhen und mit rückwärtigen Ankerwänden. Die Stahl-Anker sind 2,85 bis 23,65 Meter lang. Die Ankerwände sind ebenfalls Spundwände und haben als Doppelstahlbohle eine Länge von bis zu 2,20 Meter.

Der obere Abschluss der Spundwand wird auf einer Länge von ca. 230 m mit einem Betonholm ausgebildet. Die übrigen Spundwände im westlichen Flügelbereich und an der Sliprampe erhalten eine Abdeckung als Stahlholm. Die Spundwände, Anker, Gurtungen und Holme werden werkseitig vollständig mit einem Korrosionsschutz ausgestattet und geliefert. Es wird zudem ein Beschichtungssystem nach der Liste der zugelassenen Systeme für Binnengewässer verwendet, welches eine Zulassung in Verbindung mit den chemischen Verhältnissen des Grund- und Seewassers, hier insbesondere dem derzeit noch geringen pH-Wert von um die 3,0 im Bergbaufolgesee und in Verbindung mit dem gleichzeitigen Betrieb einer Kathodischen Korrosionsschutzanlage besitzt.

Bauschild vom künftigen Gewerbegebiet der Stadt Senftenberg am Sedlitzer Nordufer

Impressionen vom Nordufer


Ausbauarbeiten an Kleiner Spree i. A. der LMBV vom Auftragnehmer HAGN UT begonnen

Nach langwieriger Munitionsverdachtssuche konnte Ausbauvorhaben baulich beginnen

Senftenberg/Spreetal. An dem rund 5,4 Kilometer langen Abschnitt der Kleinen Spree zwischen dem Auslauf vom Restloch Burghammer bis zur Einmündung in die Spree haben die genehmigten erdbaulichen Maßnahmen der LMBV im April 2020 beginnen können. Auftragnehmende Firma ist hier die HAGN Umwelttechnik GmbH aus Sulzemoos. Eine ökologische Baubegleitung wird durch die Fachfirma SWECO sichergestellt.

Zunächst laufen derzeit nach Herstellen einer Baustraße sowie von Entwässerungsplätzen im nördlichen Bauabschnitt III erste Entschlammungsarbeiten. Dabei wird mit einem Bagger mit angeschlossener Saugpumpe die teilweise EHS-belastete Kolmationsschicht ausgesaugt. Das Baggergut wird in große geotextile Geotubes eingeleitet und nach einem ca. vierwöchigen Trocknungsprozess fachgerecht beprobt und entsorgt.

Es folgen dann abschnittsweise erdbauliche Maßnahmen zum Herstellen des Flussprofils. Dazu wird die Sohle auf ca. 5 bis 6 Meter verbreitert und die Sohlschichten u.a. mit Grobkies neu aufgebaut. Dabei entsteht durchgängig auch eine Niedrigwasserrinne. Auf ca. einem Kilometer wird zudem das Profil aufgeweitet und naturnah ausgebaut. Die Arbeiten sollen im Wesentlichen bis 2021 umgesetzt werden. Es folgt noch der separat auszuschreibende Ersatzneubau von zwei Brückenbauwerken für die Realisierung in 2021. Nach den Ausbauarbeiten sind standorttypische Ersatzpflanzungen vorgesehen.

Der Ausbau der Kleinen Spree wurde im März 2018 planfestgestellt. Er dient vorrangig der Erhöhung des Durchflusses von bisher ca. vier Kubikmeter/Sekunde auf sieben Kubikmeter/Sekunde innerhalb des langfristigen Bergbausanierungs-Projektes „Speichersystem Lohsa II“. Seit Herbst 2018 liefen bereits bauvorbereitende Maßnahmen in enger Abstimmung mit der Kommune Spreetal und den Anliegern. Es folgten 2019 archäologische Grabungen durch das Landesamt für Archäologie Sachsen sowie eine aufwendige Kampfmittelsondierung entlang des Flusslaufes bis März 2020, bei der bereits in der Kleinen Spree u.a. mittels Bagger Materialien zur Munitionsverdachtsprüfung an den Ufern von den Kampfmittelbeseitigern abgelegt wurde.

Bereits entschlammter Flussabschnitt der der Kleinen Spree bei Spreewitz

Impressionen von der Baustelle im Abschnitt III - Fotos: Uwe Steinhuber


Vereins-Regattastrecke am Dreiweiberner See wird errichtet

Lohsa. Am Dreiweiberner See wird derzeit eine Regattastrecke mit automatischer Startanlage für muskelbetriebene Sportboote errichtet. Hintergrund der Maßnahme ist die aus geotechnischen Gründen erforderlich gewordene Sperrung des Knappensees, an dem der Wassersportverein "Am Blauen Wunder" e.V. Dresden ursprünglich seinen Sitz hatte.

Um diesem eine Weiterarbeit zu ermöglichen, wurde der Nordstrand des Dreiweiberner Sees im Rahmen einer LMBV-§4-Maßnahmen mit der Gemeinde Lohsa soweit ertüchtigt, dass ein Vereinsgebäude entstehen konnte, das 2017 fertiggestellt werden konnte. Nun ergänzt der Verein wiederum in einem §4-Teilprojekt diese Maßnahme durch eine neue Regattastrecke, durch motorisierte Begleitfahrzeugtechnik und durch den vom Knappensee an den Dreiweiberner See umgesetzten Bootssteg.

Die Regattastrecke soll, wie bereits am Knappensee praktiziert, auch am neuen Standort für die Austragung internationaler Wettkämpfe geeignet sein. Die Projektträgerschaft für diese Maßnahme ist von der LMBV mbH auf den Wassersportverein "Am Blauen Wunder" e.V. übertragen worden, da dieser auch der Folgenutzungsträger für die Regattastrecke ist.


Boxberg sucht für LMBV-Bergbaufolgesee Betreiber für Fahrgast- bzw. Ausflugsschifffahrt

Vom Heimathafen Klitten aus soll neben Rundfahrten auch ein Linienverkehr auf dem Bärwalder See angeboten werdenin

Ein Kopflander fährt bereits auf anderen Seen

Senftenberg/Boxberg. Wie die Anliegerkommune Boxberg/O.L., kürzlich informierte, sucht die Gemeinde nun einen „Reeder“ über ein Interessenbekundungsverfahren zum „Betrieb einer Fahrgast- bzw. Ausflugsschifffahrt auf dem Bärwalder See“.

Die Gemeinde Boxberg/O.L. sucht einen gewerblichen Dienstleister, der gemäß den Planungen des Strategiekonzepts „Tourismus Bärwalder See 2025“ auf Grundlage der vorliegenden wasserrechtlichen Genehmigungen eine Fahrgast- bzw. Ausflugsschifffahrt auf dem Bärwalder See dauerhaft gewährleistet. Die Grundlagen und Konzepte für zukünftige Entwicklungen am Bärwalder See finden Sie unter: https://www.baerwalder-see.eu/de/baerwalder-see/projekte.html).

Im Klittener und Boxberger Uferbereich wurden in Projektträgerschaft der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) bereits Voraussetzungen für eine erweiterte Schifffahrt geschaffen. Errichtet wurden dort jeweils eine Anlanderampe (Heimathafen Klitten), diverse Anschlüsse zur Elektroenergie- und Trinkwasserversorgung, zur Schmutzwasserentsorgung sowie der Beleuchtung. Zukünftig geplant sind weiterhin eine Anlanderampe im Uferbereich Uhyst und eine Helling-Anlage.

Das moderne, umweltfreundliche und barrierefreie Fahrgast- bzw. Ausflugsschiff könnte neben Rundfahrten auch einen Linienverkehr – zunächst zwischen den Uferbereichen Boxberg/O.L. und Klitten (Heimathafen) bzw. später auch Uhyst anbieten. Der Transport von Fahrrädern und Ähnlichem sollte idealerweise möglich sein.

Anbieter senden Ihr Angebot sowie alle notwendigen Unterlagen zum Nachweis der Eignung bis spätestens 31.10.2020 in einem verschlossenen Umschlag an die Gemeindeverwaltung Boxberg/O.L., Südstraße 4, 02943 Boxberg/O.L. mit der Aufschrift „Fahrgast- und Ausflugsschifffahrt auf dem Bärwalder See“, zu. Für weitere Informationen erreichen Sie den Amtsleiter „BgA Landschaftspark Bärwalder See“ während der Sprechzeiten unter Telefon: +49 35774 354-33 oder per mail: baerwalder-see@boxberg-ol.de.

LMBV hat vorbereitende Arbeiten für Anlegestellen geleistet


Wasserwirtschaftliche Bergbausanierung — Zwanzig Jahre Flutungszentrale Lausitz

Aktualisierte LMBV-Broschüre stellt Aufgabenspektrum und Grundsätze der FZL vor

Senftenberg. Seit mehr als 25 Jahren saniert die LMBV im Auftrag von Bund und Ländern die Hinterlassenschaften des DDR-Braunkohlenbergbaus in den Revieren der Lausitz und Mitteldeutschlands.

Sicher gestaltete Landschaften entstehen, die neue wirtschaftliche und naturräumliche Perspektiven bieten - für die Menschen, die hier leben und arbeiten, aber auch für die über einen langen Zeitraum bergbaulich genutzte Landschaft.

Mitarbeiterteam der FZL

Als Projektträgerin der Bergbausanierung ist die LMBV verantwortlich für die Sicherung der Kippenflächen, die Gestaltung der Tagebaurestlöcher, die Sanierung nicht mehr genutzter Braunkohlenveredlungsanlagen und Altlastenverdachtsflächen sowie die Wiederherstellung eines sich weitestgehend selbst regulierenden Wasserhaushaltes. Daraus resultieren wasserwirtschaftliche Sanierungsaufgaben, denen die LMBV mit Unterstützung einer eigens eingerichteten Flutungszentrale Lausitz (FZL) gerecht wird.

Durch ihre Arbeit können die entwässerten Tagebaugebiete sowie die verbliebenen Restlöcher des Bergbaus gezielt geflutet werden. In enger, länderübergreifender Abstimmung mit allen beteiligten Behörden und Institutionen bringt die FZL seit nunmehr 20 Jahren die Generationsaufgabe wasserwirtschaftliche Bergbausanierung erfolgreich voran. Dabei spielen nicht nur Wassermengen eine entscheidende Rolle, sondern auch die Wasserbeschaffenheit zum Schutz der Gewässer und somit von Mensch und Natur.  Mit der Herstellung der Bergbauspeicher, wie das Speicherbecken Bärwalde und das Wasserspeichersystem Lohsa II werden wichtige Bewirtschaftungselemente im Flussgebiet der Spree geschaffen, welche künftig eine zunehmende Bedeutung bei der Stützung der Spree in Niedrigwasserzeiten übernehmen.

Ein Ergebnis der bisherigen erfolgreichen Bergbausanierung ist unbestritten das Lausitzer Seenland. Neun Seen mit schiffbaren Verbindungen und einer Gesamtwasserfläche von 7000 Hektar entstehen. Vielfältige Nachnutzungen werden zu einer überregionalen Bedeutung verhelfen. In den Trockenjahren 2018/19 war die Bewältigung des Wassermangels in den Oberflächengewässern und die Wiederauffüllung der Talsperren und Speicher die größte Herausforderung in den Lausitzer Flussgebieten. Die anstehenden Aufgaben zum Kohleausstieg, gepaart mit der Problematik des Klimawandels stellt die Akteure im Wassermanagement vor neue große Aufgaben und Herausforderungen. Künftig sind länderübergreifende, komplexe Konzepte zur Niedrigwasserbewirtschaftung erforderlich, mit neuen Planungen und Ansätzen zu Mindestwasserabflüssen im Rahmen der Bewirtschaftungsgrundsätze und unter Berücksichtigung der zahlreichen Nutzer in den Flussgebieten.

Eine kürzlich aktualisierte LMBV-Broschüre stellt nun das Aufgabenspektrum und Grundsätze der FZL auf acht Seiten kompakt vor.


Umfangreicher Wasserwirtschaftlicher Jahresbericht der LMBV für 2019 erarbeitet

2019 konnten insg. 63,6 Mio. m³ Wasser gehoben und 101 Mio. m³ zur Flutung und Nachsorge eingesetzt werden

Senftenberg/Leipzig. Unter Federführung der Flutungszentrale bei der LMBV in Zusammenarbeit mit der Abteilung Grundsätze Geotechnik/Wasserwirtschaft ist kürzlich im LMBV-Bereich Technik der Wasserwirtschaftliche Jahresbericht für das Jahr 2019 erarbeitet worden.

In den Lausitzer und Mitteldeutschen Braunkohlerevieren setzte sich m Jahr 2019 die Wiederherstellung eines sich weitgehend selbst regulierenden Wasserhaushaltes kontinuierlich fort.

Im Berichtszeitraum setzte sich die 2018 eingetretene außergewöhnliche Dürre fort. Überregional erhöhte sich das Niederschlagsdefizit in 2019 gegenüber den Normalwerten um rund 120 mm. Unter Berücksichtigung des Vorjahres wuchs das Gesamtniederschlagsdefizit auf rund 300 mm an. Diese anhaltende extreme Trockenheit stellte die wasserwirtschafte Sanierung der LMBV revierübergreifend vor besondere Herausforderungen. Die witterungsbedingt sehr angespannte Situation im Landschaftswasserhaushalt zeigte sich unter anderem sehr deutlich an den Abflussverhältnissen der Vorfluter. Der Jahresgang der Abflüsse ist in 2019 abgesehen von kurzzeitigen Peaks weitestgehend durch einen Verlauf auf Niedrigwasserniveau gekennzeichnet. Die geringen Abflüsse des Vorjahres wurden in 2019 noch einmal deutlich unterschritten. Die Schwarze Elster fiel beispielsweise unterhalb des Pegels Neuwiese erneut komplett trocken. Hochwässer blieben im Berichtszeitraum vollständig aus.

Mit dem Ziel der möglichst schonenden Nutzung der dezimierten Bewirtschaftungskontingente wurde im Juni 2019 erneut die sich bereits im Extremjahr 2018 bewährte Lausitzer „Ad-hoc AG Extremsituation“ einberufen. Durch den Beschluss umfangreicher zusätzlicher Maßnahmen konnten die Dargebote von Spree und Schwarze Elster auf niedrigem Niveau stabilisiert werden. Aufgrund der außergewöhnlichen Dürre blieb das Wasserdefizit sowohl in den Bergbaufolgeseen als auch im Grundwasser gegenüber dem Vorjahr revierübergreifend nahezu konstant. Ursächlich sind die hohen Verdunstungs- und Abstromverluste in den aufeinanderfolgenden „Trockenjahren“ 2018 und 2019.

Im Vergleich zum ursprünglichen Defizit von 7,0 Mrd. m³ beträgt das Restdefizit zum Jahresende weiterhin ca. 0,9 Mrd. m³. Dieses Restdefizit bezieht sich auf den vorbergbaulichen Zustand. Im Vergleich zum nachbergbaulichen Endzustand wird in der Lausitz ein bleibendes Defizit von 0,3 Mrd. m³ ausgewiesen. Der Grundwasserwiederanstieg ist in Bezug auf den nachbergbaulichen Endzustand zu 93 % abgeschlossen. Das Jahr 2019 war überdurchschnittlich warm, sehr sonnenscheinreich und insgesamt zu trocken. Nach 2018 und 2014 reiht es sich als das drittwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor über 140 Jahren in die Folge überdurchschnittlich warmer Jahre ein (Quelle: DWD).

Auch in Mitteldeutschland, mit den Einzugsgebieten der Mulde, Pleiße, Selke, Weißen Elster und Saale, veränderte sich das Wasserdefizit im Berichtszeitraum nicht. Gegenüber dem ursprünglichen Defizit von 5,7 Mrd. m³ beläuft sich das Restdefizit unverändert auf 1,3 Mrd. m³. Im Mitteldeutschen Revier werden sich die Grundwasserverhältnisse im nachbergbaulichen Endzustand insgesamt nicht von denen des vorbergbaulichen Zustandes unterscheiden. Der Grundwasserwiederanstieg ist hier zu ca. 70 % abgeschlossen.

Im Jahr 2019 wurden 63,6 Mio. m³ Wasser gehoben. Der Anteil im Jahr 2019 beträgt in der Lausitz 56,0 Mio. m³ und wird zu 69 % durch eine optimierte Haltung der sanierungsbedingten Grenzwasserstände innerhalb der Restlochkette gebildet. Aufgrund von Umbaumaßnahmen am Brunnenriegel bei Burgneudorf fand dort in 2019 keine Wasserhebung statt. In Mitteldeutschland wurden 7,6 Mio. m³ gehoben, wobei allein das Halten des sanierungsbedingten Wasserstandes im Bereich Nachterstedt eine Wasserhebung von 5,7 Mio. m³ erforderte. In den fünf betriebseigenen Wasserbehandlungsanlagen der LMBV wurden 2019 rund 63 Mio. m³ bergbaulich geprägtes Wasser behandelt. Diese Menge entspricht annähernd der Vorjahresmenge.

Für die Flutung und Nachsorge konnte im Lausitzer Revier mit rund 78 Mio. m³ eine gegenüber dem Vorjahr rund 25 % höhere Menge genutzt werden. Die Wasserabgaben bestehen aus dem Abschlag sanierungsbedingter Wasserhaltungen an die Vorflut, aus Abgaben in Erfüllung von wasserrechtlichen Auflagen zur Mindestwasserstützung sowie aus den im Rahmen der Nachsorge aus den Bergbaufolgeseen wieder ausgeleiteten Wassermengen und erreichten in der Lausitz die Summe von 78 Mio. m³. Auf Grund der eingeschränkten Speicherlamelle des SB Niemtsch und der dürrebedingten geringen Wasserführung der Schwarzen Elster musste die Stützung der Rainitza aus der GWRA Rainitza auf bis zu 0,7 m³/s erhöht werden. Dafür wurden von den Grundwasserüberschüssen des Bernsteinsees 1,9 Mio. m³ über den Oberen Landgraben im Sedlitzer See zwischengespeichert. Insgesamt erfolgte eine Stützung der Rainitza als Vorfluter der Schwarzen Elster mit 13,1 Mio. m³, etwa 3,5 Mio.m³ mehr als in einem Normaljahr.

Mit rund 23 Mio. m³ blieb im Mitteldeutschen Revier die für Flutung und Nachsorge der Bergbaufolgeseen genutzte Menge rund 30 % hinter der Vorjahresmenge zurück. Dieser deutliche Rückgang ist nicht zuletzt auf die Ende 2018 eingestellte Wasserüberleitung aus den MIBRAG Tagebauen zurückzuführen. Für das mitteldeutsche Revier wurden zudem Abgaben 33 Mio. m³ getätigt. Bereits zu Zeiten des Gewinnungsbergbaus des Tagebaus Espenhain wurde Wasser in die Kleine Pleiße zur Aufrechterhaltung ihres Fließcharakters abgegeben. Zur Sicherung des im Planfeststellungsbeschluss verankerten Mindestabflusses in der Kleine Pleiße erfolgt dies auch heute noch. In den unmittelbaren Jahren nach dem Hochwasserereignis und der Füllung des Großen Goitzsche-Sees im Jahr 2002 waren die Abgaben durch die Ausleitungen aus diesem See geprägt. In den letzten Jahren, wie auch 2019, erfolgten die meisten Abgaben in das Einzugsgebiet der Pleiße. Maßgebend ist hier vor allem der Cospudener See aufgrund der Einleitung von Wasser der Weißen Elster in den vorgelagerten Zwenkauer See. Der Rückgang der Abgaben gegenüber dem Vorjahr ist auch hier auf geringere Ausleitungen aus den Bergbaufolgeseen zurückzuführen.

Die Wasserabgaben an die Vorflut entwickelten sich im Trockenjahr 2019 in allen Revieren der LMBV rückläufig und sind vorrangig auf die geringeren Ausleitungen aus den Bergbaufolgeseen zurückzuführen. In der Lausitz konnte den Vorflutern dennoch mit insgesamt 78 Mio. m³ die gleiche Menge zurückgegeben werden, wie für die Flutung und wasserwirtschaftliche Nachsorge entnommen wurde. Seit Beginn der Flutungen wurden rund 4,2 Mrd. m³ Wasser für die Flutung und Nachsorge der Bergbaufolgeseen genutzt. Der größere Anteil von rund 2,4 Mrd. m³ konnte für die Bergbaufolgeseen der Lausitz erschlossen werden, 1,7 Mrd. m³ gingen in die Mitteldeutschen Bergbaufolgeseen.

Der Anteil des im Jahr 2019 genutzten Wassers zur Flutung und Nachsorge summierte sich im Mitteldeutschen und Lausitzer Revier der LMBV auf insgesamt 101 Mio. m³. Dieser Wert liegt nur geringfügig über dem Wert des Vorjahres, jedoch deutlich unterhalb der Flutungsmenge des Jahres 2017, was auf die seit 2018 anhaltende Trockenheit zurückzuführen ist. Mit einer Jahressumme von 78,3 Mio. m³ für die Flutung und wasserwirtschaftliche Nachsorge im Lausitzer Revier konnte die Menge gegenüber dem Vorjahr um ein Viertel gesteigert werden. Dabei diente das Wasser zu 98 % der Nachsorge bereits fertiggefluteter Seen. Im Jahr 2019 konnten im Mitteldeutschen Revier insgesamt 22,6 Mio. m³ Wasser zur Flutung und Nachsorge der Bergbaufolgeseen genutzt werden.

Im Lausitzer Revier wurden zudem 63,1 Mio. m³ bergbaulich geprägtes Wasser in vier betriebseigenen Wasserbehandlungsanlagen (WBA) behandelt. Im Mitteldeutschen Revier wird eine WBA im Bereich Borna-West durch die LMBV betrieben. Hier treten als Folge des Grundwasserwiederanstieges bergbaulich beeinflusste, eisenhaltige Wässer zu Tage, die sich in Gräben sammeln und der WBA zum Eisen-Abreinigen zugeleitet werden. Das gereinigte Wasser wird in die Pleiße abgegeben.

Darüber hinaus wurden im Berichtszeitraum an zehn Bergbaufolgeseen der LMBV In-Lake-Behandlungen zur Sicherung der Wasserbeschaffenheit durchgeführt. Neben den Nachsorgebehandlungen an acht Lausitzer Bergbaufolgeseen erfolgten in Mitteldeutschland am Störmthaler sowie Hainer See nach der Beendigung der Fremdwasserzuführung erstmals technische Behandlungen mittels Gewässerbehandlungsschiff. Der Konditionierungsmitteleinsatz erhöhte sich in 2019 gegenüber dem Vorjahr insgesamt um acht Prozent.

Bei der überwiegenden Anzahl der Seen im Lausitzer Revier und auch bei einigen Seen in Mitteldeutschland müssen für die Zielerreichung der geplanten neutralen Seewasserbeschaffenheit Maßnahmen zur Wasserbeschaffenheitsverbesserung durchgeführt werden. Durch verschiedene technische Maßnahmen wird die Gewässerbeschaffenheit entsprechend den wasserwirtschaftlichen Anforderungen eingestellt.

Die sich in Flutung bzw. in der Nachsorge befindenden Bergbaufolgeseen Mitteldeutschlands - drei Gewässer wurden 2019 behandelt - zeigen inzwischen überwiegend neutrale Verhältnisse. Nur der Kahnsdorfer See und der Lappwaldsee sind derzeit noch stark sauer. Der Kahnsdorfer See wird als Sukzessionssee sich selbst überlassen. Langfristig werden hier neutrale pH-Verhältnisse prognostiziert. Für den Lappwaldsee geht man mit dem derzeit geplanten Flutungsregime von einer Anhebung des pH-Wertes (und Reduzierung der Sulfatkonzentration) aus.

Die extrem trockene Witterung des Jahres 2019 beeinflusste auch die Salzlaststeuerung im Bereich Kali-Spat-Erz deutlich. Im Vergleich zu den Vorjahren halbierte sich der Eintrag diffuser Haldenabwässern in die Vorflut. Gleichzeitig konnten aufgrund der ebenfalls geringeren Abflüsse in der Wipper unter Beachtung des Grenzwertes für Chlorid gegenüber den Vorjahren deutlich weniger Haldenlauge in die Vorflut abgeschlagen werden. Das Füllvolumen des Laugenstapelbeckens Wipperdorf stieg dadurch innerhalb des Berichtszeitraumes um mehr als 120.000 m³ an. Sofern eine dem Jahr 2019 entsprechende Niederschlags- und Abflusssituation im Jahr 2020 fortbesteht, ist im Laufe des Jahres 2020 mit dem Erreichen des maximalen Beckenfüllstandes zu rechnen.

Im Jahr 2019 wurde im LMBV-Verantwortungsbereich eine Gesamtchloridfracht im Vorfluter von 47.105 t/a durch die Haldensickerwässer der Haldenstandorte Sondershausen, Bleicherode, Sollstedt, Bischofferode sowie Volkenroda und Roßleben verursacht. Daraus ergibt sich eine Jahresgesamtchloridfracht für den Vorfluter Wipper von 44.963 t/a. Die Haldenabwässer des Haldenstandortes Roßleben (Chloridfracht 2.142 t/a) werden in den Vorfluter Unstrut geleitet und sind daher nicht für das Einzugsgebiet der Wipper relevant. Zurzeit werden die Haldenabwässer des Haldenstandortes Volkenroda in die Grube Volkenroda/Pöthen eingeleitet (Flutung).

Zukünftig werden die anfallenden Haldenabwässer über eine Laugenleitung dem Becken Wipperdorf zugeführt, so dass die Haldenabwässer schon heute in der Gesamtchloridfracht der Wipper mit bilanziert werden. Die erreichte Gesamtchloridfracht überschreitet dabei nicht die zulässige max. Jahresfracht von 165.000 t Chlorid pro Jahr am Pegel Hachelbich (Wipper). Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich die Jahresfracht halbiert. Die Gesamtchloridfracht ergibt sich aus dem diffusen Austrag der jeweiligen Halden sowie dem Abstoß aus dem „Zentralen Laugenstapelbecken Wipperdorf“ und im Bedarfsfall aus dem Becken Sondershausen. Im Berichtszeitraum erfolgte aus dem Becken Sondershausen kein Haldenlaugenabstoß in den Vorfluter Wipper.

Die Maßnahmen zur Reduzierung der Eisenfracht im Einzugsgebiet der Spree wurden in 2019 fortgesetzt. Schwerpunkte der Arbeiten bildeten die Fortführung der Teilberäumung der Vorsperre Bühlow von Eisenhydroxidschlämmen, die Optimierung der containergestützten, modularen Wasserbehandlungsanlage am Standort Burgneudorf, die Inbetriebnahme der modularen Wasserbehandlungsanlage am Standort Neustadt/Spree sowie der Weiterbetrieb der bereits bestehenden Behandlungsanlagen. Durch den Betrieb der Konditionierungsanlage vor der Talsperre Spremberg konnte in 2019 rund 53 % der Eisenfracht der Spree in der Vorsperre zurückgehalten werden. Unterhalb der Talsperre Spremberg wurden die bisher niedrigsten Eisenfrachten in der siebenjährigen Messreihe seit dem Jahr 2012 nachgewiesen. In den übrigen Schwerpunktbereichen bewegten sich die Eisenkonzentrationen der Spree in 2019 überwiegend auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres (jahresdurchschnittlich ≤ 1,0 mg/L).

Die witterungsbedingte Wasserknappheit forderte in 2019 einen noch ressourcenschonenderen Einsatz der Speicherkontingente zur Sulfatlaststeuerung in der Spree. Vor diesem Hintergrund bewegte sich die Sulfatkonzentration ganzjährig auf dem Niveau des Immissionsrichtwertes, welcher im Juni auf 500 mg/L angehoben wurden. Mit 418 mg/L im Jahresmittel lag die Sulfatkonzentration lediglich 5 mg/L über dem Mittelwert des Vorjahres. Das Kontingent der Niedrigwasseraufhöhung der Spree aus sächsischen Talsperren in Höhe von 20 Mio. m³ wurde in 2019 vollständig aufgebraucht.

Fluten und Nachsorgen - Beispielfotos


Bau modularen „Eisenfängers“ am Spree-Altarm nahe der Ruhlmühle kommt gut voran

Ziel: Bis Oktober 2020 soll Anlage zum Eisenreduzieren in den Probebetrieb gehen

Senftenberg/Neustadt an der Spree. Im Rahmen der Bergbausanierung entsteht derzeit im Ortsteil Döschko nahe der Ruhlmühle eine weitere modulare Wasserbehandlungsanlage i.A. der LMBV.

Die Firmen TWB und UMTEC errichten in Sachsen seit November 2019 am Altarm der Spree eine weiterentwickelte Anlage zum Eisenreduzieren. Ziel aller Beteiligten der ARGE MWBA Ruhlmühle ist es, bis Oktober 2020 die Anlage in den Probebetrieb zu nehmen.

Dafür arbeiten die beauftragten Ingenieur- und Baufirmen LUG, GIP, UMTEC und TWB kontinuierlich an der Umsetzung des LMBV-Vorhabens. Die Aufstellflächen für die EHS-Container der Zentrifuge wurden bereits hergestellt. Zur Wasserentnahme aus dem Altarm wurde bereits eine Sohlschwelle in den Flusslauf gebaut und der Altarm dafür temporär in einem Rohr umgeleitet. Künftig wird mit Pumpen das eisenbelastete Vorflutwasser in die MWBA gehoben. Es kommt zunächst in das Reaktionsbecken, dessen künftige Konturen sich durch die Spundwände bereits erahnen lassen.

Impressionen vom Bau der MWBA Ruhlmühle im OT Döschko


Neu erarbeitete Rekultivierungsbroschüre der Bergbausanierer online

Ein Blaukehlchen in der Folgelandschaft

Senftenberg. "Landschaft entsteht und wandelt sich durch menschliches Handeln und das Wirken der Naturkräfte. Ressourcenabbau verändert eine Landschaft und ihre Ausstattung stetig. Während auf der Gewinnungsseite Vorhandenes zerstört wird, entsteht im ausgebeuteten Bereich Neues."
Die Entstehung vom Neuem in den Bergbaufolgelandschaften und die Widernutzbarmachung der vom Braunkohlenbergbau beanspruchten Flächen wird in der neuen LMBV-Fachbroschüre Den Boden für die Zukunft bereiten. Rekultivierung von Bergbaufolgelandschaften erläutert.
Auf 44 Seiten wird dabei ein konzentrierter Einblick in die wichtigsten Arbeitsfelder gegeben. Die Themen Boden, landwirtschaftliche sowie forstliche Rekultivierung, Fischerei und Wegebau stehen dabei im Fokus. Rechtliche Grundlagen werden, wie Fragen der Renaturierung, ebenfalls beleuchtet. Großformatige Fotos aus dem Lausitzer und Mitteldeutschen Revier sowie dem Bereich Kali-Spat-Erz verdeutlichen, neben zahlreichen Grafiken, die Erläuterungen. In enger Kooperation zwischen der Abteilung Umweltschutz/Rekultivierung und der Unternehmenskommunikation der LMBV ist diese Zusammenfassung erarbeitet worden. LMBV-Fachreferent Jörg Schlenstedt übernahm die fachliche Betreuung.
Für den internationalen Know-How-Austausch wurde die Broschüre zudem ins Englische, Chinesische, Polnische, Russische und Spanische übersetzt. Die deutsche und die englische Ausgabe stehen ab sofort unter "Mediathek – Publikationen" als PDF-Version zur Verfügung. Die Druckversion liegt ab Mitte April vor und kann gegen Zusendung eines adressierten und ausreichend frankierten Rückumschlages an die LMBV-Unternehmenskommunikation bestellt werden.

Impressionen der Bergbaufolgelandschaften - Fotos: L. Piltz für LMBV

Publikationen


Vorsorge zum Eindämmen der Pandemie — Krisenstab bewertet jeweils aktuell die Lage

Senftenberg/Leipzig/Sondershausen. Im Zusammenhang mit der aktuellen Entwicklung der Corona-Virus-Infektionskrankheit (COVID-19) hat die LMBV einen Pandemieplan für das Unternehmen in Kraft gesetzt und einen Krisenstab berufen. Dieser hat bis zum 27. März bereits 13 mal getagt und unternehmensseitige Klärungen zum jeweilige Fortschreiben dieses Pandemieplanes herbeigeführt.

Der Pandemieplan der LMBV beinhaltet allgemeine Verhaltensregeln für die Mitarbeiter und betriebsablauforganisatorische Maßnahmen zum Schutz vor der Erkrankung, zur Gewährleistung der Sicherheit im Verantwortungsbereich der LMBV sowie zur Aufrechterhaltung des Betriebsablaufes insbesondere in Anlagen mit Sicherheits- bzw. Umweltrelevanz. Die zuständigen Behörden der Länder wurden von den ergriffenen Maßnahmen der LMBV unterrichtet.

Um eine Verbreitung des Virus einzudämmen, wurden und werden nicht dringliche Arbeitsberatungen und Außenkontakte mit einer hohen Teilnehmerzahl auf das dringend Notwendige beschränkt bzw. vermieden. An Auftragnehmer und Partner: Bitte vermeiden Sie deshalb unnötige Besuche bei der LMBV.

Für den Fall von Eigenbetroffenheit oder Kontakten mit Betroffenen wurden Verhaltensvorgaben für die Mitarbeiter und innerbetriebliche Maßnahmen festgelegt. Die Maßnahmen der LMBV richten sich nach den gesetzlichen Vorgaben und den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Zum Schutz der Mitarbeiter bei gleichzeitiger Sicherung der betrieblichen Abläufe wurden umfassende Maßnahmen zur Flexibilisierung der Arbeitszeiten im Unternehmen bereits umgesetzt und auch das mobile Arbeiten zu Hause geregelt.

Derzeit laufen alle wesentlichen Sanierungsbaustellen der LMBV zusammen mit den Auftragnehmern unter Beachtung der Verhaltensregeln intensiv weiter.

(Stand: 16.03.2020, ergänzt am 27.03.2020)


Bagger-Pontons vom Senftenberger See runter – Sanierungs-Zwischenziel erreicht

Bergbausanierer haben trotz teilweise widriger Bedingungen gute Arbeit geleistet – Schrittweiser Rückbau der Sperrschilder geplant

Senftenberg. Die LMBV kann den erfolgreichen Abschluss der zweiten
Sanierungsphase der Sofortmaßnahme auf dem Senftenberger See vermelden:
Die Bagger-Pontons und Schuten vom Senftenberger See werden jetzt nach
Erreichen des Sanierungs-Zwischenziels Stück für Stück an Land gebracht.

Derzeit laufen noch Lotungs- und Vermessungsarbeiten zur
Dokumentation der erfolgten Baggerarbeiten. Die Bergbausanierer der
beauftragten Fa. ETK haben trotz teilweise widriger Bedingungen in den
zurückliegenden Wintermonaten gute Arbeit auf dem Bergbaufolgesee
geleistet, so die vorläufige Einschätzung von
LMBV-Sanierungsbereichsleiter Gerd Richter.

Aus heutiger Sicht kann die zuständige Behörde, das LBGR, die
Sperrmaßnahmen auf dem See zum 31. März 2020 auf das notwendige Maß
reduzieren. Es ist daher von der LMBV geplant, ab 1. April 2020
schrittweise die Sperrschilder, beginnend am Anleger Großkoschen in
Uhrzeigerrichtung bis zum Überleiter 12, voraussichtlich bis zum 3.
April 2020 zurückzubauen zu lassen.

Archiv-Bilder


Spreestraße für Filterbrunnen-Nachverwahrung temporär gesperrt

Senftenberg/Boxberg. Die Alt-Filterbrunnen im Randbereich des Tagebaus Nochten, die sich in LMBV-Verantwortung befinden, werden weiter gesichert. Nachdem 2018 auf dem ersten Bauabschnitt der auch als Spreestraße bekannten Kreisstraße K 8481 Brunnen verwahrt wurden, erfolgen nun weitere Verwahrarbeiten. Dazu sind auf dem gut 6 km langen Abschnitt Bohrarbeiten auf der Fahrbahn notwendig.

Für diese Arbeiten ist vom 30. März 2020 bis einschließlich 29. Mai 2020 eine Vollsperrung der K 8481 zwischen dem Abzweig Grubenwasserreinigungsanlage (GWRA) Tzschelln und der S 130 erforderlich. Die Sperrung erfolgt dabei in zwei Etappen. In der ersten Etappe ist die K 8481 zwischen dem Abzweig Ruhlmühle und der S 130 bis Mitte April betroffen. Danach erfolgt die Sperrung innerhalb der 2.Etappe vom Abzweig Ruhlmühle bis zur GWRA Tzschelln.

Die Zufahrt zur Ruhlmühle ist während der Sperrung über die B 156/K 8481 (1. Etappe) oder über die S 130/K 8481 (2. Etappe) gewährleistet.

Die LMBV und ihre Auftragnehmer sind bemüht, die Beeinträchtigungen durch die Vollsperrung möglichst gering zu halten.

Der gesperrte Streckenabschnitt liegt zwischen der S 130 und der GWRA Tzschelln.


Eisenfracht in der Spree 2019 vom Bergbausanierer erneut deutlich reduziert

Spremberg/Senftenberg/Dresden. „Die Maßnahmen zur Reduzierung der Eisenfracht in der Spree haben auch 2019 eine sehr gute Wirkung erzielt“, resümiert Sven Radigk, Leiter der LMBV-Projektgruppe „Gewässergüte Fließgewässer Lausitz“ den Jahresbericht zum „Monitoring der Eisenbelastung der Spree und der Talsperre Spremberg“, der jüngst fertiggestellt wurde. Verfasst wurde der Bericht vom LMBV-Fachgutachter Dr. Wilfried Uhlmann vom Dresdener Institut für Wasser und Boden (IWB).

Die Konditionierungsanlage vor der Talsperre Spremberg, die aus der Bekalkungsanlage in Spremberg-Wilhelmsthal sowie der 1,5 Kilometer entfernten, am Einlaufbauwerk der Vorsperre Bühlow befindlichen Flockungshilfsmitteldosierstation besteht, erzielte eine deutliche Erhöhung des Eisenrückhaltes. Rund 53 Prozent der Eisenfracht der Spree konnten durch die Maßnahme in der Vorsperre zurückgehalten werden. Damit wurde die Hauptsperre der Talsperre Spremberg entlastet. „Die Konditionierungsanlage im Zulauf der Spree zur Talsperre Spremberg ist“, so Sven Radigk, „zurzeit die wichtigste Anlage im Kampf gegen die Eisenbelastung der Spree und zum Schutz des Spreewaldes.“

Dies belegen auch die Messwerte, die bislang die niedrigsten Eisenfrachten in der siebenjährigen Messreihe seit dem Jahr 2012 nachweisen. 2019 lag die Eisen-gesamt-Konzentration am Auslauf der Talsperre bei durchschnittlich 0,5 mg/l. Im gesamten Jahr wurde hier eine Eisen-gesamt-Konzentration von 2 mg/l und somit die Sichtbarkeitsschwelle für partikuläres Eisen in der Spree nicht überschritten.

Bezogen auf die Eisenfracht in der Spree, erzielte die Talsperre Spremberg (Vor- und Hauptsperre) dabei einen Eisenrückhalt von insgesamt ca. 90 Prozent. Verantwortlich für die guten Ergebnisse sind im Spreegebiet Südraum, die bereits in Betrieb befindlichen Abfangmaßnahmen des Barrierekonzeptes.

Mitverantwortlich für die reduzierte Eisenbelastung der Spree sind jedoch auch die Trockenjahre 2018 und 2019. „Aufgrund der fehlenden Niederschläge und der damit verbundenen geringeren Grundwasserneubildung wurde zudem weniger Eisen aus dem Grundwasserleiter in die Oberflächengewässer eingetragen.“

Die in 2019 an der Vorsperre angefallenen Eisenhydroxidschlämme (EHS) wurden im Auftrag der LMBV beprobt, analysiert und ausnahmslos als nicht gefährliche Abfälle fachgerecht entsorgt. Rund 31.000 Tonnen EHS wurden so baustofflich verwertet.

Durch den Einsatz von Flockungs- und Flockungshilfsmitteln konnten zudem die Umweltbedingungen für die aquatische Fauna in den Gewässern verbessert werden. Sie haben sich 2019 weiter stabilisiert. Zu diesem Ergebnis kommt der bereits im Dezember 2019 erstellte Monitoringbericht des Instituts für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow.

Alle relevanten Studien zum Thema sind auf der Homepage der LMBV unter dem Punkt Wassermanagement/Wasserbeschaffenheit/Lösungen für die Spree einsehbar und zugänglich.

Publikationen


Sperrbereiche und Verhaltensanforderungen unbedingt beachten!

Die LMBV betreibt in der Lausitz und im Raum Mitteldeutschland als bergrechtlich verantwortliche Projektträgerin Sanierungsbergbau inklusive Planung, Ausschreibung, Vergabe, Kontrolle und Abnahme der Sanierungsarbeiten mit dem Ziel der Beendigung der Bergaufsicht stillgelegter Bergwerke

Dabei sind zahlreiche berg- und wasserrechtliche Sanierungs- und Sicherheitsmaßnahmen noch nicht gänzlich abgeschlossen und zum Schutz der Bevölkerung so genannte geotechnische Sperrbereiche ausgewiesen.
Diese sind mit Schildern gekennzeichnet.
Im geotechnischen Sperrbereich besteht eine latente Gefahr für die Sicherheit. Das Betreten oder Befahren dieser Bereiche ist verboten.

Die LMBV weist darauf hin, folgende Verhaltensanforderungen einzuhalten:
Alle Warn- und Hinweisschilder entlang der durch die LMBV freigegebenen Wirtschaftswege sind unbedingt zu beachten! Die Nutzung der durch die LMBV freigegebenen Wirtschaftswege erfolgt auf eigene Gefahr.

In Teilen der Kippenflächen ehemaliger Tagebaue sind aufgrund der noch erforderlichen Sicherung Sperrbereiche ausgewiesen, die durch Beschilderung „Sperrbereich –  Betreten verboten – Lebensgefahr“ kenntlich gemacht sind.

Im Sperrbereich besteht die Gefahr
• von Geländeeinbrüchen und Setzungsfließereignissen aufgrund von Bodenverflüssigungen
• von Böschungsrutschungen, Böschungserosionen und deren Auswirkungen
• einer nicht ausreichenden Tragfähigkeit der Oberfläche
• von Bodensenkungen, Tagesbrüchen
• tiefen Erosionsrinnen
In den zur Nutzung freigegebenen Flächen der Bergbaufolgeseen dürfen die mit gelben Bojen gekennzeichneten zugelassenen Seebereiche nicht verlassen werden. Die Bereiche hinter den Bojenketten sind noch nicht gesichert und somit rutschungsgefährdet.
Jedes Betreten oder Befahren kann ein Initial für das Auslösen von Böschungsrutschungen und deren Auswirkungen (z. B. Nachbrüche, Schwallwellen) darstellen. Weitere Gefahren bestehen in der Wind-/Wellenabrasion (Kliffbildung) und deren Auswirkungen (z. B. Nachbrüche) sowie tiefen Erosionsrinnen.
Die ausgewiesenen Sperrbereiche sind über das Geoportal der LMBV jederzeit aktuell einsehbar.
Bitte beachten Sie, dass sich jederzeit kurzfristige Änderungen der geotechnischen Sperrbereiche ergeben können und informieren Sie sich im Geoportal der LMBV.


Schwimmender Rütteldruckverdichter derzeit dicht an der B 96 bei Maukendorf aktiv

Eindrucksvolle Einblicke in laufende Sanierungsarbeiten von B 96 - außerhalb des Sperrbereiches - aus möglich

Senftenberg/Maukendorf. Im Zuge der Sanierungsarbeiten der LMBV am Knappensee i.A. des Sächsische Oberbergamt (SächsOBA) erreichte am 24. Februar 2020 einer der eingesetzten Seilbagger auf einem Ponton einen auch von der Sperrbereichsgrenze gut einsehbaren Arbeitsbereich an der Bundestraße 96 nahe Maukendorf.

Der für diese Rütteldruckverdichtungsarbeiten ausgerüstete Bagger sichert hier vom Wasser aus derzeit im Teilabschnitt A/B entlang des Hochwasserdeiches die Uferböschung des Bergbaufolgesees. Auftragnehmer der LMBV ist hierfür die ARGE Knappensee.

Es sind derzeit am Knappensee drei RDV Geräte in den Sanierungsbereichen D-West, U und A/B im Einsatz. Zudem läuft eine Profilierung im Bereich B-Süd. Die Seefläche des Knappensees wird voraussichtlich zur Saison 2022 wieder freigegeben werden können und ist dann für jedermann nutzbar, so kürzlich das SächsOBA auf Nachfragen. Außerhalb der Badesaison müssen auch in den kommenden Jahren jedoch noch weitere Sanierungsarbeiten durchgeführt werden. Diese erfordern teilweise eine erneute Sperrung am See in den Wintermonaten. Gegenstand aktueller Untersuchungen ist noch, ob auch alle Badestrände bereits 2022 freigegeben werden können.

Der Knappensee wird in etwas zwei Jahren durch das Sächsische Oberbergamt durch Aufhebung der geltenden Allgemeinverfügung freigegeben, insofern hat das Sächsische Oberbergamt hier „das letzte Wort“. Hinsichtlich des Befahrens mit Wasserfahrzeugen ist der Knappensee, auch als Speicherbecken Knappenrode geführt, laut Anlage 2. Nr.1. des Sächsischen Wassergesetzes mit Einschränkungen schiffbar. Der Gemeingebrauch, der u.a. auch das Baden und Tauchen umfasst, ist durch die Untere Wasserbehörde zu genehmigen. Die Gemeinde Lohsa und der Zweckverband Lausitzer Seenland sowie das Landratsamt Bautzen bereiten bereits in diesen Monaten inhaltlich die geplante Wiederinbetriebnahme des Knappensees zum Gemeingebrauch vor. Erste Abstimmungen dazu fanden bereits im Mai des vergangenen Jahres 2019 statt.

Impressionen von aktuellen Sanierungsarbeiten am Knappensee | Fotos: Peter Radke für LMBV


Auftragnehmer BAUER berichtet zu Bodensanierungsarbeiten im IP Schwarze Pumpe

Bodenaushub in 147 Einzelspundwandkästen beauftragt - Mobile Luftabsauganlagen nötig

Schwarze Pumpe. Die Vergangenheit hat ihre Spuren hinterlassen: Das ehemalige Gaskombinat auf dem Areal des Industrieparks Schwarze Pumpe im Freistaat Sachsen sowie im Bundesland Brandenburg bestand früher aus mehreren vernetzten Gaswerken, Kokereien und Brikettfabriken, durch die eine erhebliche Verunreinigung ausging.

Als Folge sind Grundwasser und Boden durch diverse Schadstoffe immer noch schwer belastet. Seit 2017 führen nun die BAUER Resources GmbH und die BAUER Spezialtiefbau GmbH mit einem Partner umfangreiche Bodensanierungsarbeiten im Industriepark Schwarze Pumpe im Auftrag der LMBV durch. Das Ziel: Durch Quellstärkereduzierung mittels Bodenaustausch den Schadstoffeintrag in das Grundwasser zu verringern.

Die Aufgabenstellung ist gigantisch: So werden sechs Bauabschnitte mit ca.1,3 km Primärspundwänden bis in eine Tiefe von 20 m eingekapselt. Weitere 147 Einzelspundwandkästen mit einer Grundfläche von jeweils 10 x 11 m werden errichtet, der Bodenaushub erfolgt mit einem Spezialbagger bis in eine Tiefe von 14 m. „Während der Umsetzung der gesamten Sanierungsmaßnahmen werden sehr hohe Anforderungen an den Arbeits- und Umweltschutz gestellt. Mittels zweier mobiler Luftabsauganlagen und mehrerer Nebelkanonen werden beim Bodenaustausch Schadstoffbelastungen der Umgebungsluft wirksam unterbunden. Zudem wird die Umgebungsluft permanent innerhalb und außerhalb der Baustelle messtechnisch überwacht, sodass für die Umgebung keine Gefahr besteht“, erläutert Holm Uhlig, Projektleiter bei der BAUER Resources GmbH.

Nach dem Aushub wird der kontaminierte Boden mittels verschließbarer Lkws abtransportiert und zur Reinigung in die speziell errichtete vakuumthermische Bodenreinigungsanlage auf dem Werksgelände gebracht. Dort werden vorhandene Stoffe aus dem ausgehobenen Boden entfernt. Anschließend wird der gereinigte Boden zusammen mit dem unbelasteten Voraushub zur Wiederverfüllung der Bauabschnitte genutzt.

„Der Bauabschnitt ‚Teerscheidung Ost‘ konnte bereits 2019 erfolgreich abgeschlossen werden“, berichtet LMBV-Abteilungsleiter Karsten Handro. Er umfasste die Errichtung von acht Spundwandkästen und den Aushub von ca. 20.000 m³ Boden. Die Arbeiten im Aushubbereich „Vorlagetanks“ sind schon in vollem Gange und der erste Bauabschnitt wird voraussichtlich Ende März beendet sein. „Das Team arbeitet zielstrebig daran, die Sanierungsmaßnahmen bei den verbleibenden Bauabschnitten planmäßig zum Abschluss zu bringen“, so Holm Uhlig.

Die Arbeiten seitens Bauer sollen termingerecht bis Ende 2022 abgeschlossen werden. Bis dahin werden insgesamt über 286.000 t kontaminierter Boden bewegt und gereinigt. Nach Projektabschluss kann die Fläche wieder von Industrie und Gewerbe genutzt werden.

Quelle: PM der BAUER Resources GmbH und die BAUER Spezialtiefbau GmbH v. 25.02.2020 / Details zum Projekt erklärt auch das folgende BAUER-Baustellen-Video: https://www.youtube.com/watch?v=xHW4eXFPJv8

Foto oben: Bis Projektende werden insgesamt 286.000 t kontaminierter Boden bewegt und gereinigt. © BAUER Group / Luftbild: LMBV / Peter Radke

LMBV-Luftbild von der Bodensanierung aus 2019 / Fotograf Peter Radke

Impressionen von der Bodensanierung | Dr. Uwe Steinhuber für LMBV


MLUK: Trotz Regen bleiben Sorgenfalten bei der Bewirtschaftung von Spree und Schwarzer Elster

Durch die Witterungsbedingungen konnte im unteren Spreegebiet zuletzt auf normale Bewirtschaftung abgestellt werden - Schwarze Elster führt auf einem sehr niedrigen Niveau Wasser

Cottbus. Wegen der unverändert angespannten Abflussverhältnisse in den Einzugsgebieten von Spree und Schwarzer Elster wird die seit Juni 2019 regelmäßig tagende länderübergreifende Ad-hoc-AG „Extremsituation“ ihre Arbeit fortsetzen. Mitte Februar 2020 bewertete die Arbeitsgruppe zum 13. Mal die Abflussverhältnisse in den Einzugsgebieten als Folge der extremen Trockenperiode. Mit den wiederholten Regenschauern und den witterungsbedingt geringen Verdunstungsverlusten sind die Abflussverhältnisse auf niedrigem Niveau stabil. Der Regen reichte jedoch bisher nicht, um die Talsperren und Speicher auf das erforderliche Niveau aufzufüllen.

Spree

Durch die Witterungsbedingungen konnte im unteren Spreegebiet zuletzt auf die normale Bewirtschaftung abgestellt werden. Die Einhaltung der Mindestabflüsse wurde gewährleistet. Der Abfluss in der Spree am Unterpegel Leibsch beträgt aktuell 9,2 Kubikmeter pro Sekunde, liegt damit aber weiterhin deutlich unter dem mittleren Abfluss für den Monat Februar von 19,2 Kubikmetern pro Sekunde. Die Talsperre Spremberg wird bei dem erreichten Winterstauziel von 91,80 Meter NHN (Normalhöhennull) gehalten. Im oberen Einzugsgebiet der Spree (Sachsen) war aufgrund der hydrologisch-meteorologische Situation eine relevante Wiederauffüllung der Talsperren und Bergbauspeicher bisher nicht möglich. 

Schwarze Elster

An der Schwarzen Elster ist die Lage unverändert. Die Schwarze Elster führt auf einem sehr niedrigen Niveau Wasser. Unterhalb von Senftenberg am Pegel Biehlen 1 beträgt der Abfluss etwa 0,5 Kubikmeter pro Sekunde. Der mittlere Abfluss für diesen Pegel liegt im Februar normalerweise bei rund 3,72 Kubikmetern pro Sekunde. Der Abfluss am Pegel Biehlen 1 wird im Wesentlichen mit Wasser aus der Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza gestützt. Der Wasserstand im Speicher Niemtsch konnte durch die konsequente Einspeicherung auf aktuell 98,78 Meter NHN angehoben werden. Der See ist zurzeit aufgrund von Sanierungsarbeiten für jegliche Nutzung gesperrt. Um für die Sommermonate eine Reserve zu erzielen, sind alle Bewirtschaftungsmaßnahmen auf die weitere Einspeicherung, zunächst weiter in den Speicher Niemtsch und danach in den Geierswalder beziehungsweise Partwitzer See ausgerichtet. Quelle: PM des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg v.19.02.2020


Anfang April beginnt wieder die Wassersportsaison am größten See Sachsens

Bärwalder See verfügt über wasser- und landseitige Dauerliegeplätze

Wasserliegeplätze am Bärwalder See

Boxberg. Die Gemeinde Boxberg weist darauf hin, dass die öffentliche außersaisonale Benutzung der im Eigentum der Gemeinde Boxberg/O.L. befindlichen baulichen Anlagen im Hafen Klitten, am Bootsanleger in Boxberg/O.L. und Uhyst zurzeit nicht gestattet sei.

Besonders weist die Gemeinde Boxberg noch einmal auf das Benutzungsverbot der Wasserflächen im Zeitraum bis 31.03.2020 hin. Die Ausnahmeregelungen zum Ufer- und Bootsangeln finden Interessierte unter www.anglerverband-sachsen.de.

Am 01.04.2020 beginnt die neue Wassersportsaison am größten Binnensee des Freistaates Sachsen. Alle zur Verfügung stehenden wasser- und landseitigen Dauerliegeplätze sind derzeit ausgebucht. Interessierte Wassersportfreunde können jedoch das elektronische Antragsformular zur Beantragung eines Bootsliegeplatzes auf der offiziellen Internet-Seite www.baerwalder-see.eu ausfüllen und direkt per Mausklick senden. Die Gemeinde Boxberg setzt nach Prüfung den Antrag dann zunächst auf eine Warteliste.

Wassersportfreunde mit einem bestehenden Nutzungsvertrag müssen keinen neuen Antrag stellen. Den Vertragspartnern wurde bereits eine entsprechende Rechnung gestellt. Mit Zahlung des Nutzungsentgeltes wird der Vertrag für die Wassersportsaison 2020 automatisch verlängert. Die Einweisung, Belehrung und Übergabe aller notwendigen Unterlagen erfolgt zum Saisonbeginn durch den Hafenmeister unter +49 1577 354 1401 oder hafenmeister@baerwalder-see.eu.

LMBV-Archivfoto von Peter Radke


Sturmschäden an Stränden des Berzdorfer Sees werden alsbald beseitigt

Görlitzer Nordstrand und Sandstrand Deutsch Ossig am Bergbaufolgesee temporär betroffen

Uferveränderungen am Berzdorfer See sind fast in jedem Jahr in den stürmischen Zeiten zu verzeichnen und daher nicht explizit nur auf den Sturm „Sabine“ zurückzuführen. Zur Beseitigung dieser aufgetretenen Kliffbildungen wird am Bergbaufolgesee bei Görlitz - wie in den vorangegangenen Jahren auch - eine Sanierungsfirma vom See-Eigner LMBV vertraglich gebunden werden,“ so der für Ostsachen zuständige Karsten Handro, LMBV-Abteilungsleiter Projektmanagement.

Konkret ist es in der ersten Februarhälfte 2020 im Bereich des Sandstrandes Deutsch Ossig östlich der Stein-Buhne zu einer Kliffbildungen bis ein Meter Höhe und einer Landnahme von bis zu fünf Meter gekommen. Weiterhin hat die LMBV und von ihr Beauftragte – zeitlich nach dem Sturm-Tief „Sabine“ - auf ca. 200 Meter an verschiedenen Stellen des nördlichen Sandstrandes ebenfalls Landnahmen bis zu zwei Meter Rückgriff und Abbruchkanten bis H = 0,6 m festgestellt. In den zuvor genannten Bereichen sind bereits temporäre Hinweiswarnschilder durch den Bewirtschafter der LMBV aufgestellt worden. Zudem mussten am See mehrere Bäume in Folge von Windbruch auf dem Rundweg bzw. an Bermen beseitigt werden.

Aus Sicht der LMBV haben solche lokalen Massenumlagerungen an den Ufern der Bergbaufolgeseen im Herbst-/Winterhalbjahr nicht unerwartete, witterungsbedingt auftretende Ursachen, die auf starke Winde mit hoch auflaufenden Wellen, mitunter auch auf Eisgang mit Schollentreiben gegen den Uferausbau, etc. zurückzuführen sind.

Fotos: LUG | Matthias Hölzel für LMBV

Uferschäden am Berzdorfer See 02/2020


Sturmschäden an Stränden des Berzdorfer Sees werden alsbald beseitigt

Görlitzer Nordstrand und Sandstrandes Deutsch Ossig am Bergbaufolgesee temporär betroffen

Uferveränderungen am Berzdorfer See sind fast in jedem Jahr in den stürmischen Zeiten zu verzeichnen und daher nicht explizit nur auf den Sturm „Sabine“ zurückzuführen. Zur Beseitigung dieser aufgetretenen Kliffbildungen wird am Bergbaufolgesee bei Görlitz - wie in den vorangegangenen Jahren auch - eine Sanierungsfirma vom See-Eigner LMBV vertraglich gebunden werden,“ so der für Ostsachen zuständige Karsten Handro, LMBV-Abteilungsleiter Projektmanagement.

Konkret ist es in der ersten Februarhälfte 2020 im Bereich des Sandstrandes Deutsch Ossig östlich der Stein-Buhne zu einer Kliffbildungen bis ein Meter Höhe und einer Landnahme von bis zu fünf Meter gekommen. Weiterhin hat die LMBV und von ihr Beauftragte – zeitlich nach dem Sturm-Tief „Sabine“ - auf ca. 200 Meter an verschiedenen Stellen des nördlichen Sandstrandes ebenfalls Landnahmen bis zu zwei Meter Rückgriff und Abbruchkanten bis H = 0,6 m festgestellt. In den zuvor genannten Bereichen sind bereits temporäre Hinweiswarnschilder durch den Bewirtschafter der LMBV aufgestellt worden. Zudem mussten am See mehrere Bäume in Folge von Windbruch auf dem Rundweg bzw. an Bermen beseitigt werden.

Aus Sicht der LMBV haben solche lokalen Massenumlagerungen an den Ufern der Bergbaufolgeseen im Herbst-/Winterhalbjahr nicht unerwartete, witterungsbedingt auftretende Ursachen, die auf starke Winde mit hoch auflaufenden Wellen, mitunter auch auf Eisgang mit Schollentreiben gegen den Uferausbau, etc. zurückzuführen sind.

Fotos: LUG | Matthias Hölzel für LMBV

Uferschäden am Berzdorfer See 02/2020


SächsOBA: Änderung des Sperrbereiches zur Gefahrenabwehr an der lnnenkippe Lohsa Il

Umsetzen der Maßnahmen zur Gefahrenabwehr obliegt der Projektträgerin LMBV

Freiberg. Das Sächsische Oberbergamt erließ am 03.12.2019 eine Allgemeinverfügung über Maßnahmen zur Gefahrenabwehr im Tagebau Ill Werminghoff/ Lohsa: lnnenkippe Lohsa Il, wobei der räumliche Umfang des Sperrbereiches geändert wurde. Das Sächsische Oberbergamt ist die gemäß § 3 SächsPolG i.V.m. §§ 1 und 3 SächsHohlrVO sachlich zuständige Polizeibehörde für die zur Gefahrenabwehr erforderliche Durchführung der Maßnahmen an dem nicht mehr unter Bergaufsicht stehenden Restloch des ehemaligen Tagebaus Lohsa. Die Umsetzung der Maßnahmen zu der Gefahrenabwehr obliegt der hierfür bestimmten Projektträgerin, der LMBV mbH.

Hintergrund: Die Kippenflächen und Restlöcher in dem Gefahrenbereich entstanden durch den Braunkohlenbergbau im Tagebau III Werminghoff (Baufelder Ill bis V), später Tagebau Lohsa genannt, und den Tagebau Scheibe südöstlich und nordöstlich von Lohsa. lm Tagebau Lohsa wurde im Zeitraum 1950 bis 1984 in den Baufeldern III bis V das 2. Lausitzer Flöz abgebaut. Der angefallene Abraum wurde entsprechend der technologischen Entwicklung ab 1960 als lnnenkippe aufgefahren. lm gesamten Bereich ist die AFB - Kippe vorhanden.

Die AFB-Kippe bildet die heutige Geländeoberfläche, welche planiert und rekultiviert wurde. Die Verkippung erfolgte in den Jahren 1965 - 1967. Die Kippenmächtigkeit beträgt 40 - 45 m. Unmittelbar nordwestlich des Tagebaus Lohsa wurde ab dem Jahr 1982 der Tagebau Scheibe aufgeschlossen. Die Aufschlussmassen wurden in den Jahren 1984 bis 1987 im Nordwesten des Restloches des Tagebaus Lohsa als Hochkippe Scheibe aufgeschüttet. Die Kippenmischböden weisen lockere bis sehr lockere Lagerungsverhältnisse auf und sind verflüssigungs- und grundbruchgefährdet. Die Flächen sind durch den Grundwasserwiederanstieg betroffen.

Mit Schreiben vom 31. Januar 2011 erließ das Sächsische Oberbergamt eine Allgemeinverfügung für den Bereich des ehemaligen Tagebaus Ill Werminghoff/ Lohsa, die anschließend unter der Bezeichnung „Geotechnischer Sperrbereich lnnenkippe Lohsa II" geführt wurde. Das Ziel war der Schutz der Öffentlichkeit vor möglichen Auswirkungen der Sanierung sowie der vorliegenden geotechnischen Gefährdungen.

Die Allgemeinverfügung wurde mit Schreiben vom 6. März 2017 räumlich angepasst. Insgesamt wurden 400 ha freigegeben. lm Herbst 2018 und im Frühjahr 2019 ereigneten sich im Bereich der Hochfläche Nordmarkscheide Geländeeinbrüche und Rutschungen mit großflächigen Geländeabsenkungen von bis zu 6 m. Die Rutschung reicht bereichsweise an den Stützkörper der Außenkippe Scheibe heran (Rütteldamm), wobei der Stützkörper eine weitere Ausbreitung des Ereignisses verhindert hat. Der Stützkörper ist funktionell unbeschädigt.

Die Rutschungsmassen breiteten sich nach Westen, Norden und Osten in den Speicher Lohsa aus. Im Ergebnis der Rutschung und dem Abrutschen des Vorlandes liegt die Bruchkontur innerhalb des Rütteldammes, der damit dem Wind- und Wellenschlag ausgeliefert ist (Staulamelle). Das erforderliche Ausgleichsprofil im Stützkörper und dessen Vorland ist nicht mehr gegeben.

Mittel- bis langfristig ist hier mit selbstständigen bzw. windwellenbedingten Umbildungen zu rechnen. Im Falle einer raumgreifenden Verflüssigung der wassergesättigten, unverdichteten Kippe ist die hinter dem Stützkörper befindliche Böschung der Hochkippe nicht ausreichend sicher gegen ein Versagen. Bei einem ausreichend ausgedehnten Böschungsbruch der Hochkippe kann es zudem zu einem „Überströmen“ des Stützkörpers kommen.

Gemäß Festlegung vom 22.10.2010 verläuft die Geotechnische Sperrbereichsgrenze im Stützkörperbereich und dabei im Abschnitt mit vorgelagerter Hochfläche an der Vordergrenze des Stützkörpers. Im Ergebnis der Ereignisse im Herbst 2018 und im Frühjahr 2019 wurde nun die Hochkippe der Außenkippe Scheibe in den Geotechnischen Sperrbereich einbezogen. Die Geotechnische Sperrbereichsgrenze verläuft nunmehr westlich der Hochkippe Scheibe. Die LMBV mbH wurde vom Sächsischen Oberbergamt angewiesen, die Beschilderung entlang der neu definierten Sperrgrenze aufzustellen.

Hochkippe Scheibe (gelb) nun im Sperrbereich

LMBV-Luftbilder vom Speicher Lohsa II | Fotos: Peter Radke 2019


Neiße-Wasser kommt über Oberen Landgraben heran und hilft bei Seenland-Flutung

Bis zu ein Kubikmeter pro Sekunde Neißewasser für den Sedlitzer See

Senftenberg. Auf Anfrage bestätigte die Leiterin der Flutungszentrale der LMBV, Doris Mischke, dass derzeit bis zu ein Kubikmeter pro Sekunde Neißewasser über die Neißewasserüberleitung der Bergbausanierer zur Seenland-Flutung herangeführt werden kann, da im Grenzfluss momentan bis zu 22 Kubikmeter pro Sekunde im mittleren Durchfluss unterwegs sind. Dieses Wasser wird im letzten Abschnitt über den Oberen Landgraben in den Sedlitzer See eingeleitet.

An dem rund 1.400 Hektar großen Bergbaufolgesee laufen derzeit noch verschiedene Ufersicherungsarbeiten, die einen temporären Grenzwasserstand von 95,00 m NHN benötigen. Bis dahin kann das Restloch, dessen Pegel sich derzeit auf einem Niveau von 94,16 m NHN bewegt, weiter gefüllt werden. Rund 400.000 Kubikmeter gutes Vorflutwasser konnten so bisher seit Anfang Februar 2020 dort eingeleitet werden.

Die Rahmenbedingungen für das Fluten im Einzugsgebiet von Spree und Schwarzer Elster bleiben kompliziert. Nach den Entscheidungen der zuständigen Adhoc-Arbeitsgruppe der Länder wird gegenwärtig aus der Schwarzer Elster vorrangig der Speicher Niemtsch wieder aufgefüllt. Am 12.02.2020 konnte dort vom LfU bereits ein ansteigender Pegel von 98,72 NHN verzeichnet werden. Die Bergbausanierer geben flussabwärts im Rahmen ihrer bergrechtlichen Verpflichtungen bis zu 0,5 Kubikmeter pro Sekunde aus der GWRA Rainitza über die Rainitza in die Schwarze Elster bei Buchwalde hinzu.

Die LMBV schlägt derzeit bis zu 1,8 Kubikmeter pro Sekunde aus der Spree in den bergbaulichen Speicher Bärwalde ab. Weitere 0,2 Kubikmeter pro Sekunde können aus der Kleinen Spree in das Restloch Dreiweibern abgenommen werden. Rund 0,3 Kubikmeter pro Sekunde nimmt das Restloch Burghammer auf - bei gleichzeitiger Abgabe von 1,0 Kubikmeter pro Sekunde in das Flussgebiet.

Hintergrund für die komplizierten Flutungsbedingungen sind die beiden Trockenjahre 2018 und 2019. Konnten in den Vorjahren noch größere Mengen aus den Lausitzer Vorfluter genutzt werden, überstiegen die Abgaben 2018 mit 64 Mio. Kubikmeter erstmals die Abnahmen in die Restlöcher mit 58 Mio. Kubikmeter. 2019 sah diese Bilanz bereits wieder besser aus: 78 Mio. Kubikmeter Entnahmen aus den Flüssen standen 30 Mio. Kubikmeter Ausleitungen aus den Bergbaufolgeseen gegenüber.

Fotos vom 12.02.2020: Steffen Rasche für LMBV

Oberer Landgraben / Sedlitzer See 2020


Unbekannte beschädigten am 02.02.2020 das Wehr im Sornoer Kanal

Die auf der Seite des Sedlitzer Sees liegende derzeitige LMBV-Baustelle wurde dabei zeitweise geflutet

Senftenberg. Am Sonntag, dem 02.02.2020, gegen 13:45 Uhr, wurde der Diensthabende der LMBV informiert, dass Wasser durch das Wehr am Sornoer Kanal läuft. Es lag eine Sachbeschädigung am Wehr vor: Die Abdeckung vom Steuerteil des automatischen Antriebs (Oberschütz) war aufgebrochen. Die auf der Seite des Sedlitzer Sees liegende derzeitige Baustelle der LMBV wurde dabei zeitweise geflutet. Zeitgleich wurde bereits die zuständige Polizeidienststelle und die Leitstelle Cottbus informiert, welche die Feuerwehr alarmierte.

Der Diensthabende der LMBV hat daraufhin den Bereitschaftsdienst der Bewirtschaftung Überleiter RLK Sedlitz, Skado, Koschen angefordert. Gegen 15:00 Uhr traf dann der Diensthabende der LMBV am Ereignisort ein. Die Feuerwehr hatte das Wehr bereits wieder hochgefahren. Durch den Bewirtschafter wurde das Wehr freigeschalten. Im Anschluss kontrollierte die LMBV den auf der Baustelle befindlichen Bagger und stellte keine Unregelmäßigkeiten fest. Die LMBV hat wegen Fremdeinwirkung und Sachbeschädigung des Wehrs eine Strafanzeige gestellt.

Archivfoto vom Wehr am Sornoer Kanal | P. Radke 2019


WCL: 1. Wasserkonferenz Lausitz „Bergbau-Wasser-Klima“ am 19. März 2020 geplant

Wassercluster Lausitz plant Fachtagung im Großen Hörsaal auf dem Campus Senftenberg

Cottbus/Senftenberg. Die BTU Cottbus-Senftenberg und der Wasser-Cluster-Lausitz e.V. laden anlässlich des Weltwassertages 2020 zu einer 1. Wasserkonferenz Lausitz „Bergbau- Wasser-Klima“ am 19. März 2020 auf dem Campus in Senftenberg ein.

Wasserfachleute aus Berlin, Brandenburg und Sachsen werden mit Vertretern aus Politik, Kommunen, Wirtschaft und Behörden die mit dem bevorstehenden Kohleausstieg verbundenen Herausforderungen im Wasserhaushalt der Schwarzen Elster und der Spree und den sich daraus ergebenden Handlungsoptionen thematisieren.

War es seit 1990 gelungen, mit den stetig vom aktiven Braunkohlenbergbau bereit gestellten Wassermengen eine allen Nutzern genügende Flussgebietsbewirtschaftung inklusive der Flutung der LMBV-Bergbaufolgeseen durchzuführen, wird diese wasserwirtschaftliche Leitplanke künftig allmählich schwächer werden und mit dem Kohleausstieg wegfallen.

Von dieser rückläufigen Entwicklung der Wassermengen wird nicht nur die ganze Lausitzer Region betroffen sein, sondern die Wirkungen werden bis in die Metropolregion Berlin spürbar werden und dies über einen langen Zeitraum. Dank der bisher vorbildlichen Arbeitsweise und Zusammenarbeit der Landeswasserbehörden, Bergverwaltungen und den beiden Bergbauunternehmen LEAG und LMBV liegt umfangreiches Wissen über die Zusammenhänge von Bergbau und Wasserhaushalt der Flussgebiete vor, welches es für die Zukunft zu nutzen und weiter zu entwickeln gilt.

Zur Veranstaltung in Senftenberg werden die beiden Umweltminister von Sachsen und Brandenburg in der Lausitz von den Organisatoren erwartet. Der LMBV-Bereichsleiter Technik, Eckhard Scholz wird im geplanten „Bergbaublock“ zu Erfahrungen aus dem LMBV Bereich sprechen und einen Rückblick vornehmen und einen Ausblick aus Sicht der Bergbausanierer geben. Im „Wasserblock werden u.a. die LTV und Dr. Wilfried Uhlmann vom IWB Dresden sprechen. Im „Klimablock“ sind u.a. das LfULG und ein Cottbusser Ingenieurbüro für Renaturierung vertreten. Symbolfotos: P. Radke für LMBV

Symbolfotos von Spree und Schwarzer Elster / LMBV-Archiv


Im Juni 2020 könnten die Bauwerke am künftigen Überleiter 3 schon fertig sein

910 m³ Beton werden für das Bauwerk benötigt und 160 t Betonstahl verbaut

Senftenberg/Bluno. Bei einem Reportage-Vorort-Termin lobte der zuständige LMBV-Projektmanager Steffen Kowalick den bisher erreichten Baufortschritt auf der Bergbausanierungsbaustelle am Überleiter 3 im Lausitzer Seeland.

Hier errichtet die Firma Strabag derzeit für die Bergbausanierer zwei Widerlager für eine Stahlbetonrahmenbrücke, die einmal den Überleiter 3 überspannen wird. Der geplante Baukostenrahmen für das gesamte Bauwerk liegt bei knapp 5 Mio. Euro.

Die lichte Weite zwischen den beiden schon fertig betonierten Widerlagern beträgt 24,4 Meter und schafft so den Raum für die künftig schiffbare Verbindung zwischen dem Sabrodter See und dem Blunoer Südsee. Der Einbau des biegesteifen Stahlbetonrahmens folgt in den kommenden Wochen – derzeit entsteht schon die Verschallung dafür. Der Wirtschaftsweg über diese Brücke wird einmal 5,50 Meter breit sein sowie insgesamt 450 Meter lang und schafft künftig eine südliche Anbindung an das derzeit noch geotechnisch gesperrte Spreetaler Innenkippengebiet.

Auf der Baustelle erfolgt derzeit auch ein Auffüllen mit Bodenmassen von der extra errichteten Baustellen-Umfahrung aus. Für diese temporäre Umfahrung waren zuvor Stahlbohlen in den Boden eingepresst worden. Bereits 2004 war der Blunodamm mit der Rüttelstopfverdichtung für diese Arbeiten vorverdichtet worden. Um die Baustelle wasserfrei zu halten sowie den Druckausgleich zwischen den Restlöchern gewährleisten zu können, wurde zudem eine temporäre Druckleitung südlich der Widerlager eingerichtet, die bis zu 80 Liter in der Sekunde zwischen den Restlöchern überleiten kann.

An den Widerlagen und Fundamenten sind derzeit gut sichtbar die verbauten schwarzen Betonschutzmatten, die einen Bautenschutz vor den derzeit noch sauren Wässern in den Restlöchern gewährleisten. Insgesamt werden rund 910 Kubikmeter Beton für das Bauwerk benötigt sowie rund 160 Tonnen Betonstahl verbaut werden. Zudem werden rund 23.000 Kubikmeter Boden umgesetzt bzw. wieder eingebaut.

Impressionen vom Vorort-Termin auf der Baustelle / Fotos: U. Steinhuber


Reger Winter-Sanierungs-Schiffsverkehr auf dem Senftenberger See

Spezialgerät auch zum Totholzbergen auf dem See aktiv

Senftenberg. Auf dem Senftenberger See ist derzeit ein reger Sanierungs-Schiffsverkehr zu beobachten. Im Rahmen der von der LMBV beauftragten Sofortmaßnahme sind mehrere Schiffseinheiten auf dem Bergbaufolgesee unterwegs. Mehrere Schubeinheiten transportieren dazu die von drei Geräten ausgebaggerten Massen.

Derzeit laufen die Arbeiten mit jeweils drei Pontoneinheiten und Baggern sowie bis zu sieben Schubeinheiten. Diese auf dem Senftenberger See tätigen Baggerplattformen und Schubeinheiten sind auch vom Ufer aus zu sehen.

In der 3. KW erfolgte zudem die Lieferung eines „Eisbrechers“. Das vormalige Bugsierschiff Renate II wurde dazu vom Auftragnehmer als Eisbrecher umgerüstet und im Senftenberger See gewassert. Während der Sofortmaßnahme im Winter 2019/2020 erfolgt auch ein baubegleitendes Monitoring u.a. zur Trübungsmessung sowie zu weiteren Parametermessungen. Nach Vorlage der Ergebnisse aus der Kartierung und aus dem Monitoring werden die naturschutzfachlichen Unterlagen ergänzt.

Fotos: Marian Ehrt/LMBV

Totholzbergung mit Spezialgerät auf dem Senftenberger See 01/2020

LMBV-Sofortmaßnahme II im Winter 2019/2020 - Fotos: M. Ehrt


AGH-Monographie zum 4. Polnisch-deutschen Forum in Brehna liegt vor

Zu Planungs-, Natur- und Kulturvoraussetzungen für die Rekultivierung und Revitalisierung von Bergbaufolgelandschaften in Polen und Deutschland

Senftenberg/Krakau. Ende 2019 konnte eine gemeinsam von der LMBV und der Bergakademie Krakau AGH editierte Monographie vorgelegt werden. Diese Publikation fasst vor allem den Stand und das Wissen vom 4. Polnisch-Deutschen Forum zur Wiedernutzbarmachung vom September 2017 in Brehna bei Leipzig zusammen. Es knüpft damit an die Monographie über „Geotechnische und Umweltaspekte bei der Rekultivierung und Revitalisierung von Bergbaufolgelandschaften in Polen und Deutschland“ an, die bereits durch die Wydawnictwa [Verlage] der AGH im Jahr 2014 herausgegeben wurde.

Bergbau, insbesondere im Tagebau, ist eine die Landschaft tiefgreifend verändernde und im heutigen Verständnis neugestaltende Tätigkeit des Menschen. Die Bergbautätigkeit wird in Mitteleuropa je nach Region mit unterschiedlicher Intensität geführt und in manchen Fällen abrupt oder allmählich eingestellt. Die Gestaltung der Hinterlassenschaften des Bergbaus ist Pflicht der Unternehmen und Gegenstand von Gesetzen und Planungen in den jeweiligen Ländern.

Im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen werden die Funktionen der Landschaft für den Naturhaushalt und den Wirtschaftsraum neu geordnet und wiederhergestellt. Beziehungsnetze müssen auf allen Ebenen neu geknüpft werden. Dies betrifft auf ökologischer Ebene die Wiederbesiedlung der Kippen und Halden oder die Erstbesiedlung von Tagebaurestseen und Wasserspeichern und auf ökonomischer Ebene die Einbindung der ehemaligen Tagebaustandorte in die lokalen, regionalen und darüber hinaus reichenden Wirtschaftsnetzwerke. Daneben gibt es auch soziale und kulturelle Funktionen, die neugeordnet und entwickelt werden müssen.

Die Planung von Bergbauvorhaben erfordert die Berücksichtigung und angemessene Bewertung sämtlicher Funktionen der Landschaft für den Menschen und den Naturhaushalt. Das Bergbauunternehmen als Vorhabensträger einerseits und die staatlichen und kommunalen Verantwortlichen der Region andererseits sind hierzu gesetzlich verpflichtet.

Beispiele aus dem Lausitzer und dem mitteldeutschen Braunkohlenrevier und aus den polnischen Bergbauregionen thematisieren diese zentrale Aufgabe der Berücksichtigung der Landschaftsfunktionen für Bergbaufolgelandschaften. Insbesondere durch die Raumplanung sind hier frühzeitig entscheidende Entwicklungsrichtungen vorzugeben.

Die Umwidmung und Wiedereingliederung von ehemaligen Anlagen der Bergbauindustrie in sinnvolle ökonomische Kreisläufe und Funktionsbeziehungen ist in den Bergbauregionen beider Länder eine wichtige, bisher nur teilweise erfolgreich gelöste Aufgabe. Eine nüchterne Analyse mit definierten Parametern, wie im Projekt INKULA aus der Lausitz vorgestellt, unterstützt, insbesondere bei angestrebter touristischer Nachnutzung, die Entscheidungsfindung. Industrielle Zeugnisse des untertägigen Bergbaus eignen sich ebenso für die anspruchsvolle touristische Neuausrichtung.

Am Beispiel des konkreten Projektes Tarnower Seenland zeigt sich die Übertragbarkeit des Wissens und der Erfahrungen in der Gestaltung von großen Bergbaufolgelandschaften auch auf Sandtagebaue, Anlagen zwar einzeln von geringeren Dimensionen, aber in beiden Ländern mit in Summe großen Flächen und zahlreich vertreten.

Bergbaufolgelandschaften bieten vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und der Erholung. Kleinere Restlochseen und ehemalige Auffangbecken können zu interessanten Angelgewässern entwickelt werden. Dies wurde anhand der erfolgreichen Beispiele aus Polen gezeigt. Im viel größeren Maßstab werden Bergbaufolgelandschaften zu sehr wertvollen Flächen für den Arten- und Biotopschutz und die Umweltbildung. Vergleiche mit der gewachsenen Kulturlandschaft und naturnahen Landschaften zeigen die hohe Bedeutung der Bergbaufolgelandschaften für den Arten- und Biotopschutz sowohl in Polen als auch in Deutschland. Sie geben aber auch wichtige Hinweise für die erfolgreiche Rekultivierung und Revitalisierung von Bergbauhalden und ganzen Bergbaufolgelandschaften.

Einer Phase monostrukturierter, alle anderen Landschaftsfunktionen und Güter verhindernder Nutzung folgt eine Phase der Neuordnung und der Wiederherstellung der Landschaft, ihrer Funktionen und Güter. Diese Phase setzt mit der ordnenden Raumplanung ein und begleitet bei langfristigen Bergbauvorhaben die Phase der Rohstoffgewinnung. Die Zerstörung der historischen, aber auch modernen Veränderungen unterliegenden Kulturlandschaften, mit gewachsenen Feld-Waldverteilungen, Dörfern und Fließgewässern, ist eine zwangsläufige Folge großflächiger Materialgewinnung. Diese Zerstörung ist für die Verursacher Verpflichtung und zugleich Chance, neue, vielfältige Lebensräume für den Menschen und das natürliche Leben zu gestalten. Freiräume für menschliche Freizeitaktivitäten gehören ebenso wie Freiräume für weitestgehend unbeeinflusste und nicht regulierte natürliche Entwicklungen dazu. Die beiden Länder Polen und Deutschland verfügen über eine reiche, wissenschaftlich fundierte Erfahrung in der Wiederherstellung von durch den Bergbau massiv beeinflussten Landschaften, die auch dieser Tagungsband dokumentiert.

Publikationen


Spree-Vorsperre Bühlow wird vom Bergbausanierer auch 2020 von EHS beräumt

Aufgrund der bergbaubedingten Eisenbelastung der Spree erfolgt auch in 2020 die Entnahme von Eisenhydroxidschlamm (EHS)-haltigen Sedimentablagerungen in der Vorsperre Bühlow

Senftenberg/Bühlow. Die Beräumung der Spree-Vorsperre Bühlow unter Ägide der LMBV läuft im Januar 2020 erneut an. Die Vorbereitungen dazu erfolgten bereits Ende Dezember 2019.

Die LMBV betreibt seit 2014 eine Konditionierungsanlage im Zulauf der Spree zur Talsperre Spremberg.

Mit dem ganzjährigen Betrieb der Anlage wurde und wird der Eisenrückhalt in der Vorsperre Bühlow signifikant verbessert. Damit die zielgerichtete Eisenausfällung in der Vorsperre funktioniert, müssen die Ablagerungen regelmäßig bedarfsgerecht beräumt werden. Deshalb beräumt die LMBV nach 2015, 2017, 2018 und 2019 nun auch im Jahr 2020 den sedimentierten Eisenhydroxidschlamm (EHS) in der Vorsperre als sanierungsbergbaubedingten Mehraufwand zur regulären Gewässerunterhaltung.

Nach einer planmäßigen Außerbetriebnahme der mobilen Anlage zur Schlammseparation (Dekanter) 2019 konnte am 20.12.2019 die Funktionsprobe für das Wiederbefüllen des Sedimentationsbeckens II gemeinsam mit dem Auftragnehmer der Maßnahme Fa. TWB erfolgreich durchgeführt werden. Als Vorleistung erfolgte zudem die komplette Becken-Beräumung der in den Jahren 2017/2018 eingespülten EHS-Sedimenten mit einem Volumen von etwa 45.000 m³. Voraussichtlich in der 2. Kalenderwoche 2020 wird dann durch den Auftragnehmer der reguläre Betrieb zur Entnahme des EHS begonnen.

Die Vorsperre Bühlow mit einer Fläche von mehr als 100.000 Quadratmetern hat ein Einstau-Volumen um die 300.000 Kubikmeter und ist aktuell etwa zu 50 Prozent gefüllt. Entsprechend hat die LMBV planmäßig die Teilberäumung in 2020 vorbereitet. Ziel der LMBV-Maßnahme ist es, mit einem großen Saug/-Spülbagger über eine schwimmende Leitung den abgesaugten EHS - rund 70.000 Kubikmeter an ca. 100 Arbeitstagen mit einem Feststoffanteil von ca. 10 Prozent - in ein zuvor geräumtes Absetzbecken einzuspülen.

Ein Abschluss der Entnahme ist witterungsabhängig für das Frühjahr 2020 geplant. Anschließend erfolgt das Nachentwässern, Beräumen und Entsorgen bzw. Verwerten der dann noch ca. 25.000 t des eingespülten EHS bis ins IV. Quartal 2020. - Alle Fotos: Marius Schösser / LMBV

Impressionen vom Spültest Ende Dez. 2019 | Autor: M. Schlösser


Assessor des Bergfachs Bernd Sablotny ist neuer Technischer Geschäftsführer der LMBV

Planmäßiger Führungswechsel beim Bergbausanierer

Senftenberg. Am 2. Januar 2020 hat der vom Gesellschafter neu berufene Technische Geschäftsführer der LMBV, Dipl.-Ing. und Assessor des Bergfachs Bernd Sablotny, in Senftenberg seine Arbeit aufgenommen.

Der 56-Jährige Bergbau-Experte folgt auf Klaus Zschiedrich, der zum Jahresende 2019 in den Ruhestand getreten war. Gemeinsam mit dem Kaufmännischen Geschäftsführer Dr. Hans-Dieter Meyer leitet Bernd Sablotny nun den Bergbausanierer.

Bernd Sablotny studierte von 1984 bis 1990 Bergbau an der RWTH Aachen. Nach dem Referendariat und der großen Staatsprüfung startete er 1993 im Sächsischen Oberbergamt ins Berufsleben. Nach verschiedenen Stationen im Sächsischen Oberbergamt sowie im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit, unter anderem als Stellvertreter des Präsidenten des Sächsischen Oberbergamtes, war Sablotny zuletzt von 2010 bis 2019 Abteilungsleiter Verkehr im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.

Aus meiner beruflichen Vergangenheit kenne ich die LMBV als starken Partner in der Bergbausanierung“, so Sablotny. „Hier aktiv Verantwortung u.a. für die sichere Gestaltung von Böschungen und Kippen, bei der Flutung und Gütebehandlung als auch der Verwahrung untertägiger Grubenbaue zu übernehmen, sind eine große Herausforderung, der ich mich gerne stelle. Mich in die Gestaltung und Wiedernutzbarmachung der Bergbaufolgelandschaften einbringen zu können, freut mich sehr,“ so der neue Geschäftsführer. 

Foto: LMBV/Rasche