Informationen zu laufenden Maßnahmen am Störmthaler Kanal

Gemeinsame Medieninformation
der Stadt Markkleeberg, Gemeinde Großpösna und LMBV

Leipzig/Markkleeberg/Großpösna. Der künstliche Kanal zwischen Störmthaler und Markkleeberger See im Südraum von Leipzig ist aufgrund von Böschungsschäden und Rissbildungen nahe der Kanuparkschleuse seit März 2021 gesperrt. Zur Gefahrenabwehr wurden zeitnah Querbauwerke ober- und unterhalb des Schleusenbauwerks errichtet.

Der Einbau des Stützkörpers im unteren Vorhafen hat zu einer wirksamen Reduzierung von Erosionsprozessen geführt. Dadurch verringerten sich sowohl der Druck zwischen den Wasserspiegeln im oberen und unteren Vorhafen als auch die Unterströmung und seitliche Umströmung an der Kanuparkschleuse. Bereits im August 2022 wurden Drucksondierungen entlang des Kanals abgeschlossen. Sie dienen dem besseren Verständnis der geotechnischen und hydrogeologischen Randbedingungen bzw. Prozesse und sind Grundlage für weitere Entscheidungen und Planungen. Das anfallende Überschusswasser aus dem Störmthaler See wird derzeit mittels einer Heberleitung (Kapazität bis 450 l/s) in den Markkleeberger See übergeleitet.

Bevor das grundsätzliche Ziel einer nachhaltigen Sanierung des Störmthaler Kanals umgesetzt werden kann, muss zunächst die Ursache für die festgestellten Defizite am Kanal ermittelt werden. Der Auftrag zur Ursachenermittlung wurde vergeben an KREBS+KIEFER Ingenieure GmbH und die Technische Hochschule Nürnberg, Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft. Seit 1. August 2022 läuft die Bearbeitung, abgeschlossen sein soll sie im Jahr 2023. Begleitet wird die Ursachenermittlung durch die Arbeitsgruppe Störmthaler Kanal, bestehend aus Vertretern von zuständigen Behörden, Anliegerkommunen und der LMBV.

Derzeit läuft außerdem ein umfassendes Monitoring der Grundwasserstände, der Vermessungspunkte im Gelände und am Bauwerk sowie der Porenwasserdruckgeber unterhalb der Schleuse. Erweitert wurde es um Korrosionsmessungen an den Spundwänden. Die LMBV führt darüber hinaus monatliche Sicherheitsbegehungen mit Fokus auf die Böschungsbereiche und das unmittelbare Umfeld der Kanuparkschleuse durch. Bisher wurden keine Auffälligkeiten im Rahmen des Monitorings festgestellt.

Hintergrund

Die Kanuparkschleuse verbindet den Störmthaler mit dem Markkleeberger See. Die Seen entstanden durch Flutung der Restlöcher des Braunkohlentagebaus Espenhain, deren Abschlussbetriebsplan die LMBV umsetzt.


§ 4‑Broschüre zur sächsischen Regionalentwicklung online

Leipzig/Freiberg. Die neue Broschüre „Impulse für die Regionalentwicklung in Sachsen 2021“ ist nunmehr sowohl gedruckt erhältlich als auch in der Mediathek der LMBV abrufbar. Herausgeber sind das Sächsische Oberbergamt und die LMBV. Im Tätigkeitsbericht zu den § 4-Maßnahmen werden auf insgesamt 16 Seiten die Arbeitsschwerpunkte in Ost- und Westsachsen erläutert, die im Rahmen des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung im zurückliegenden Zeitraum umgesetzt wurden.

Der Freistaat Sachsen verfolgt im Umfeld des stillgelegten Braunkohlenbergbaus eine nachhaltige Entwicklung für verschiedenartige Folgenutzungen an den Tagebaurestseen. Für Maßnahmen zur Beseitigung struktureller Mängel, zur nachträglichen Wiedernutzbarmachung und zur Unterstützung der regionalen Entwicklung stellt er deshalb finanzielle Mittel aus dem Landeshaushalt zur Verfügung. Da weder die eigentlichen Nachnutzungen noch die Schaffung der Voraussetzungen hierfür Aufgabe des zur Sanierung Verpflichteten ist, wird die Braunkohlesanierung im Freistaat Sachsen seit dem Jahr 2003 durch so genannte § 4-Maßnahmen im Rahmen des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung unterstützt. Die LMBV fungiert hier als Projektträger dieser § 4-Maßnahmen und gleichzeitig als gesetzlich Sanierungsverpflichteter.

Dank einer Neugestaltung des Mediathek-Layouts ist das Cover der Broschüre und seiner Vorgänger nunmehr auch als Thumbnail sichtbar - die Listenansicht lässt sich oben rechts in die Thumbnail-Ansicht umstellen. Die Reihe „Impulse für die Regionalentwicklung“ kann unter „Kategorie“ und „Berichte“ gefiltert werden, siehe https://www.lmbv.de/service/mediathek/.


Studie zur Nutzung der Schachtanlage Paul II ausgezeichnet

Im Rahmen der denkmal, der europäischen Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung, wurden am 25. November 2022 die drei Gewinner der 12. Messeakademie prämiert. Unter den Preisträgern befindet sich eine Machbarkeitsstudie zur künftigen Nutzung der Schachtanlage Paul II. Diese Anlage steht mit ihren Nebengebäuden seit 1961 unter Denkmalschutz und befindet sich im Besitzt der LMBV.

Als Organisator des Wettbewerbes lud die Leipziger Messe GmbH alle Teilnehmer zum Fachkolloquium ein. Hier stellte Alf Furkert, Landeskonservator, Landesamt für Denkmalpflege Sachsen und Vorsitzender der Jury für die 12. Messeakademie, die sieben Projekte vor, die mit einer Anerkennung ausgezeichnet wurden. Im Anschluss daran präsentierten die drei Preisträger ihre Projekte. Ausgezeichnet wurde jeweils der beste Entwurf zu einem der vorgegebenen Objekte Schloss Schnaditz (Sachsen), Schlosspark Altenburg (Thüringen) und Schachtanlage Paul II (Sachsen-Anhalt). Die zwei Entwürfe zum Schloss Senftenberg (Brandenburg) erhielten jeweils einen Anerkennungspreis. Insgesamt wurden 49 Entwürfe eingereicht.

Die LMBV freut sich, dass insgesamt 16 Entwürfe zur Schachtanlage Paul II eingereicht wurden und Konzepte zur künftigen Nutzung unterbreiten. Zur Preisverleihung war Benjamin Ulrich, Fachgebietsbearbeiter Planung Westsachsen/ Thüringen, als Vertreter vor Ort und gratulierte Mara Ludchen  zu ihrem Erfolg.

Der Entwurf von Mara Ludchen, die an der Hochschule Trier Innenarchitektur studiert, sieht eine kleinteilige Nutzung des Areals vor.  Die Arbeit steht unter dem Titel "Schachtanlage Paul II - ein Ausflugsort" und hat den gestalterischen Rahmen von "Die 4 C´s" entwickelt - Cycle, Carbo, Coffee und Continuance. Mit der Anbindung an den bestehenden Recarbo-Rad- und Wanderweg sollen gezielt Fahrradtouristen angesprochen werden und vor Ort die entsprechende Ausstattung vorfinden (Cycle). Auf dem Gelände selbst sollen ein Café (Coffee), ein kleine Ausstellung zum Schacht Paul II (Carbo) und Übernachtungsmöglichkeiten entstehen (Continuance).

Modell des prämierten Entwurfs zur Schachtanlage Paul II

Der Wettbewerb

Denkmale dauerhaft erhalten und sinnvoll weiternutzen - diesem Thema widmet sich die Messeakademie 2022. Vier schützenswerte, historische Bauwerke, die dringend einer nachhaltigen, denkmalgerechten Umnutzung bzw. Erweiterung bedürfen, wurden für den Wettbewerb ausgewählt:

  • Schachtanlage Paul II, Teuchern, OT Naundorf, Sachsen-Anhalt
  • Schloss Schnaditz, Bad Düben, OT Schnaditz, Sachsen
  • Marstall / Schönhaus im Schlosspark Altenburg, Thüringen
  • Schloss Senftenberg, Brandenburg

Die Studenten informierten sich im Frühjahr 2022 vor Ort über die Objekte, die LMBV berichtete. Die Aufgabe bestand darin, Lösungen für die Nutzung der Denkmale zu entwickeln, die den Erhalt ihres unverwechselbaren Erscheinungsbildes garantieren. Es galt denkmalverträgliche Konzepte und – wenn gefordert – moderne Ergänzungsbauten zu entwerfen. Die LMBV unterstützte den Wettbewerb indem sie Unterlagen zur Verfügung stellte, die untertägige Situation erläuterte und Fragen der Studenten beantwortete.

Impressionen der Preisverleihung der 12. Messeakademie (Fotos: LMBV)


Vom Braunkohletagebau zum Geiseltalsee durch den Bergbausanierer

Merseburg. Am 17. November 2022 organisierte der Förderverein Sachzeugen der chemischen Industrie e. V. das 256. Kolloquium in der Hochschule Merseburg zum Thema "Vom Braunkohletagebau zum Geiseltalsee". Es war das letzte von neun Kolloquien dieses Jahr. Anhand zahlreicher Bilder, Videos und historischer Dokumente wurde der Bogen vom historischen Geiseltal, in dem die ca. 17 kilometer lange Geisel einst bis zu 30 Mühlen angetrieben haben soll, über den Tagebau Mücheln bis zum Flutungsprozess des Geiseltalsees gespannt. Während seines öffentlichen Vortrags informierte der ehemalige LMBV-Abteilungsleiter Dietmar Onnasch rund 50 Studenten, Alumni und Interessierte über die Besonderheiten der Lagerstätte, deren Abbau, Landinanspruchnahme und Devastierung. Er erläuterte, dass die 1993 begonnene Wiedernutzbarmachung seitens LMBV nur fünf Jahre vor der planmäßigen Einstellung der Braunkohleförderung einsetzte und welche verschiedenen Technologien zum Herstellen des künstlichen Sees genutzt. Wie viel technischen Erfindungsreichtum man zu DDR-Zeiten hatte, um für die Wirtschaft Energie bereitzustellen, zeigten Anekdoten aus seinem Arbeitsleben. Im Anschluss folgte eine rege Diskussion der Anwesenden zur neu geschaffenen Landschaft, in der auch die Frage geklärt wurde, warum der mittlere Endwasserstand bei 98,0 m NHN festgelegt wurde.

In Kürze wird der Artikel "Der Geiseltalsee - Ergebnis der bergbaulichen Wieder-nutzbarmachung des Braunkohletagebaus Mücheln"  von Dietmar Onnasch im Heft 46 (27. Jg., 2/2022) der Schriftenreihe „Merseburger Beiträge zur Geschichte der chemischen Industrie in Mitteldeutschland“ veröffentlicht werden. Die neue 256 Seiten dicke Publikation widmet sich dem Geiseltal und ist käuflich erwerbbar über den Herausgeber Deutsches Chemie-Museum Merseburg (dchm). Die Reihe existiert bereits seit 1996. Die ersten Publikationen titelten mit „Von der Kohle zum Kautschuk“. 

Download der Broschüre unter https://www.deutsches-chemie-museum.de/de/publikationen/2022.html.

Fotos: LMBV/Claudia Hermann


Einladung zum öffentlichen Vortrag: Sanierung des Braunkohletagebaues Geiseltal nach 1990

Merseburg. Am Donnerstag, dem 17. November 2022 findet um 17:00 Uhr im Hörsaal 9 der Hochschule Merseburg folgender Vortrag statt: Bergbau-Techniker und ehemaliger LMBV-Abteilungsleiter Dietmar Onnasch wird zum Thema 

„Sanierung des Braunkohletagebaues Geiseltal nach 1990“

sprechen. Der Vortrag ist öffentlich zugänglich und kostenfrei.

Veranstaltungsort

Hochschule Merseburg
06217 Merseburg
Eberhard-Leibnitz-Straße 2

Das Kolloquium endet ca. 19:00 Uhr.

Anmeldung bitte bei den Sachzeugen der chemischen Industrie e.V. c/o Hochschule Merseburg per E-Mail an info@dchm.de.

Foto: LMBV/Christian Bedeschinski


30 Jahre Regionalplanung in Westsachsen

Grimma. Am 3. November 2022 fand im Kloster Nimbschen in Grimma ein Forum anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Regionalen Planungsverbandes (RPV) Leipzig-Westsachsen statt. Gefeiert wurde das Jubiläum mit rund 100 Gästen und regionalen Wegbegleitern. Der Leiter der Regionalen Planungsstelle, Prof. Dr. Andreas Berkner, und Landrat Henry Graichen als Verbandsvorsitzender moderierten das Forum und hielten Rückschau auf das Wirken des Verbandes seit der Gründung 1992. Das Grußwort richtete SMI-Abteilungsleiter Max Winter an die Anwesenden. Es folgten zahlreiche kurze Statements von regionalen Wegbegleitern und Mitarbeitern der Verbandsverwaltung, die von der breit gefächerten Arbeit der Regionalplaner berichteten oder kurzweilige Anekdoten darboten.

Als das Handlungsfeld Braunkohlesanierung angesprochen wurde, würdigte LMBV-Sanierungsbereichsleiterin Grit Uhlig in ihrem Statement die Arbeit des Gremiums: Das umfassende Umstrukturieren und Gesunden der ehemaligen Bergbauregionen sei „nur im Schulterschluss mit den lokalen und regionalen Akteuren möglich“ gewesen. Dass ein wesentlicher Teil der von Bund und Ländern im Rahmen von Verwaltungsabkommen bereitgestellten Haushaltsmitteln für den Sanierungsbergbau in Höhe von inzwischen fast 12 Milliarden Euro hier vor Ort verbaut und investiert werden konnte, sei u. a. dem Regionalen Planungsverband Leipzig-Westsachsen und seinen Mitgliedern mit zu verdanken.

Cover der Festpublikation

Präsentiert wurde die 264 Seiten starke Publikation „30 Jahre Regionalplanung für Leipzig-Westsachsen zwischen Rückblick, Positionsbestimmung und neuen Herausforderungen“. Sie wurde mit zahlreichen Statistiken und Karten angereichert.

Die Planungsregion Leipzig-Westsachsen besteht aus der kreisfreien Stadt Leipzig sowie den beiden umgebenden Landkreisen Leipzig und Nordsachsen. Der Regionale Planungsverband Leipzig-Westsachsen ist neben Oberes Elbtal-Osterzgebirge, Oberlausitz-Niederschlesien und der Region Chemnitz einer von vier Planungsverbänden im Freistaat Sachsen.

Impressionen des Forums in der Kulturscheune Kloster Nimbschen (Fotos: LMBV)


Abschluss der Schonenden Sprengverdichtung am Probefeld West Speicherbecken Borna

Leipzig/Borna. Nach insgesamt 42 Sprengtagen auf dem sogenannten Probefeld West südlich des Speicherbeckens Borna wurde die Sprengkampagne der LMBV am 28. Oktober 2022 erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde die Verdichtung der Mischbodenkippe auf sechs Spreng(Test)feldern mit der auf die Bergbausanierung angepassten Technologie der Schonenden Sprengverdichtung (SSPV) in unterschiedlichen Tiefen und mit verschiedenen Rastern erprobt: Am Rand bohrte der Auftragnehmer TDE die vertikalen Sprenglöcher bis in eine Tiefe von 30 Metern, während es in der Fläche nur 15 Meter waren. Die unterirdische Detonation – zum Teil auch gestaffelt als Dipol- und Tripolsprengung – führte zur Setzung des Kippenbodens und gewährleistete damit die Trittsicherheit in einem Radius von ca. 10 bis 15 Metern.

Alle entstandenen Sprengmulden werden später eingeebnet, sodass das Oberflächenwasser gezielt abgeführt wird. Das Volumendefizit wird nicht aufgefüllt werden. Das Probefeld wird während der gesamten Maßnahme großflächig überwacht, u. a. durch Schwingungsmessungen an naheliegenden Bauwerken und in Privathaushalten.

https://www.lmbv.de/wp-content/uploads/2022/10/TDE_Sven_Krause_sSPV_SB_Borna_PF_West_Tripol_Gh010011.mov

Im Überwachungsvideo des Sprengmeisters sieht man, wie die Detonationen einer Tripolsprengung sowohl die Plastikrohre in den Sprenglöchern als auch das Wasser aus den unterirdischen Hohlräumen nach oben drückt. Im Zeitraffer lässt sich erkennen, wie der Kippenboden zusammensackt und kleine Mulden entstehen (Video: TDE/Sven Krause).

In die Bohrlöcher kommen 4 bis 12 Kilogramm Sprengladung für Dipol- und Einpolsprengungen.

Der Erdsprengung vorausgegangen war in einem kleineren Teil des Probefeldes West das Austesten der stopfenden Rütteldruckverdichtung (sRDV) auf insgesamt acht Rüttel(Test)feldern. Die Sanierungstechnologie wurde ca. ein anderthalbes Jahr lang erprobt. In den kommenden Jahren wird auch für das Probefeld Ost – östlich des Erosionsgerinnes – die beste Sanierungstechnologie ermittelt werden.

Als Nächstes startet Anfang November 2022 die Nacherkundung des Probefeldes West mit Hilfe von Linerbohrungen. Im Anschluss an die Oberflächenprofilierung läuft eine Drucksondierungskampagne. Nach Auswertung aller Ergebnisse kann das Sächsische Oberbergamt die in den jeweiligen Teilbereichen entsprechend angepassten Sanierungstechnologien für die Hauptsanierung genehmigen. Zielstellung aller Sanierungsmaßnahmen am Speicher Borna ist die gefahrlose Nutzung der Flächen und damit die Aufhebung des geotechnischen Sperrbereiches.

Auswertung der Sprengarbeiten zwischen TDE und LMBV.
Gelbes RDV-Trägergerät und rotes Bohrgerät für die Sprenglöcher.

Impressionen von den SSPV-Vorbereitungen (Fotos: LMBV/Anika Dollmeyer)


Am Geiseltalsee ist die Ufersicherung Frankleben gestartet

Leipzig/Frankleben. Die LMBV plant als bergrechtlich verantwortliches Unternehmen für den ehemaligen Tagebau Mücheln die Maßnahme „Sicherung der Uferböschung im Teilrestloch Braunsbedra im ehemaligen Tagebau Mücheln“. Die Flutung des Tagebaus Mücheln begann im Jahre 2003. Der mittlere Zielwasserstand des heutigen Geiseltalsees von +98,0 m NHN wurde im April 2011 erreicht. Ab dem Jahr 2012 wurden am Auslauf des Geiseltalsees Tendenzen einer Verlandung festgestellt. Der Auslauf liegt unmittelbar südöstlich eines derzeit als Badestrand genutzten Uferabschnittes. Um der Verlandung des Auslaufes entgegenzuwirken, wurde eine Steinschüttung als Sperrbauwerk errichtet.

In den folgenden Jahren konnten Kliffbildungen und Prozesse der rückschreitenden Erosion im Uferbereich sowie eine weitere fortschreitende Versandung vor dem Sperrbauwerk beobachtet werden. Im Hinterland befindet sich ein asphaltierter Wirtschaftsweg, welcher durch die rückschreitende Erosion der Uferlinie langfristig gefährdet ist. Die Baumaßnahme hat das Ziel, den betroffenen Uferbereich einschließlich des Wirtschaftsweges dauerhaft gegen rückschreitende Erosion zu sichern sowie die langfristige Entlastung des Sperrbauwerkes vor dem Auslauf des Geiseltalsees zu gewährleisten.

Die erforderlichen Maßnahmen wurden mit der 161. Ergänzung zum Abschlussbetriebsplan Tagebau Mücheln „Sicherung der Uferböschung im Teilrestloch Braunsbedra im ehemaligen Tagebau Mücheln“ sachsen-anhaltinischen Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB) genehmigungsrechtlich beantragt und mit Schreiben vom 22.04.2022 zugelassen.

Die Baumaßnahme umfasst u. a. folgende Arbeiten:

  • Erdbauliche Maßnahmen: Brechen/Abziehen von Kliffkanten, Neuprofilierung der Uferlinie durch Massenabtrag, Ausbaggern von kiesigem Material vor dem Absperrbauwerk,
  • Einbringen von 9 Holzbuhnenreihen inklusive Schüttung und Rückbau entsprechenden Rammplanums im See und Kampfmittelfreimessung,
  • Einbringen einer Kiesauflage im Uferbereich,
  • Anschüttung des Absperrbauwerkes vor dem Geiselauslauf mit Wasserbausteinen.

Die geplante Bauzeit läuft vom 17. Oktober 2022 bis 31. Mai 2023. Die wesentlichen Arbeiten vor Ort sollen bis Ende Februar 2023 abgeschlossen worden sein. Das ausführende Bauunternehmen ist Meliorations,- Straßen- und Tiefbau GmbH Laucha (MST). Finanziert wird die Ufersicherung über den § 2 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung.

 

Planungsunterlage Sicherung der Uferböschung bei Frankleben

Fotos: LMBV/Christian Bedeschinski


Befragung des SMWK zur Weiterentwicklung der Tourismusstrategie – Aufruf zum Beteiligen an Umfrage

Dresden. Die Staatsministerin Kultur und Tourismus, Barbara Klepsch, hat kürzlich eine Befragung zur Weiterentwicklung der Tourismusstrategie für den Freistaat Sachsen gestartet.

Der Tourismus zähle zu den bedeutendsten Wirtschaftsbereichen in Sachsen. Um den sächsischen Tourismus langfristig weiterzuentwickeln, beginnt das SÄCHSISCHE STAATSMINISTERIUM FÜR WISSENSCHAFT, KULTUR UND TOURISMUS mit dem Prozess der Erarbeitung einer neuen Tourismusstrategie für den Freistaat, den „Masterplan Tourismus“. Diese Aufgabe wurde bereits im Koalitionsvertrag festgelegt.

In einem breiten Beteiligungsverfahren möchte das SMWK die Branche in die Erarbeitung des Masterplans einbeziehen, um sich gemeinsam drängenden Themen zu stellen. Die Staatsministerin lädt deshalb Akteure und Interessierte herzlich ein, sich an dieser Befragung zu beteiligen, die unter folgendem Link aufgerufen werden kann:

Befragung_Masterplan_Tourismus

Die Umfrage widmet sich u.a. den Themen Fachkräftebedarf, Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Unterstützungsmaßnahmen und Fördermittel sowie Mobilität und Barrierefreiheit.

Um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten, werden touristische Akteure und Beteiligte gebeten, den Link zum Fragebogen möglichst breit weiter zu streuen und z. B. über Websiten, Newsletter, Social Media-Kanäle oder Business-Plattformen zu verbreiten.

Die Befragung läuft bis zum 06. November 2022. Für Ihre Unterstützung bedankt sich die Staatsministerin Kultur und Tourismus Barbara Klepsch schon vorab sehr herzlich

Bergbaufolgeseen der LMBV in Sachsen ziehen Touristen an (Fotos: Christian Bedeschinski für LMBV)


Fachexkursion am Zwenkauer See

Zwenkau. Eine Runde um den See führte die Befahrung der BWK. Hinter der Abkürzung verbirgt sich der Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau, eine Gruppe des Wasser- und Bodenverbandes „Dahme-Notte“. Die Fachleute zum Thema Wasser waren bereits in der Vergangenheit im Lausitzer Revier unterwegs und interessierten sich nun für die wasserbaulichen Anlagen am Zwenkauer See.

Ziel der Exkursion war es, Erkenntnisse für die eigene Arbeit zu gewinnen und von anderen Teilnehmern zu lernen. Mit Beginn am KAP Zwenkau besuchten die rund 15 Ingenieure aus dem Raum Frankfurt (Oder) die Hochwasserentlastungsanlage Zitzschen, das Auslaufbauwerk Weiße Elster und die Baustelle zum Harthkanal an der der A38. Seitens der LMBV informierten Jörg Schöne, Projektgruppe Harthkanal, und Jens Konschak, Projektmanagement Zwenkau, die Gäste.

Angefangen am Kap Zwenkau standen die Herstellung des Zwenkauer Sees und die Aufgaben der LMBV im Mittelpunkt. Fragen zur Flutung, zum aktuellen Wasserstand und der Wassergüte interessierten die Teilnehmer aus verschiedenen Ingenieurbüros und dem brandenburgischen Landesumweltamt besonders. Zudem standen die wasserbaulichen Anlagen wie das Hochwasserentlastungswehr und das Auslassbauwerk im Fokus.

Als letzte Station ging es zur Baustelle des Harthkanals, wo noch einmal Fragen zur Schiffbarkeit und Nutzung der Seen im Südraum Leipzigs besprochen wurden. Die Gäste waren sehr dankbar über die fachlichen Ausführungen und setzten am Nachmittag ihr Programm mit einer Rundfahrt über den Cospudener See fort.

Start am Zwenkauer See: Die Gruppe des Wasser- und Bodenverbandes "Dahme-Notte" mit Jens Konschak und Jörg Schöne, LMBV

Der Wasser- und Bodenverband „Dahme-Notte“ betreut über 1.000 Kilometer Wasserläufe, Staue und Wehre sowie drei Schöpfwerke. Seit 1995 unterhält der Verband im Auftrag des Landesumweltamtes bzw. seit 2009 per Gesetz auch die Gewässer I. Ordnung mit sechs Schleusen und etlichen Wehren. Der Verband wurde 1991 gegründet und ist für die Einzugsgebiete Dahme, Notte-Kanal, Großbeerener Graben, oberer Buschgraben und oberes Hammerfließ zuständig.

Mit der Übernahme bundesdeutscher Gesetze und der Umstrukturierung in den Verwaltungsbereichen wurde auch die Unterhaltungspflicht der Gewässer und wasserwirtschaftlichen Anlagen neu geordnet. Die Vielzahl von Verpflichtungen, die allgemein mit dem Wasser zusammenhängen, übersteigt jedoch die Kraft der einzelnen Kommunen oder der Eigentümer. Deshalb bildeten sich schon in der Vergangenheit Gemeinschaftsorganisationen – die Gewässerunterhaltungsverbände. Diese Verbände können neben dem Bau und der Unterhaltung der Gewässer und Anlagen Aufgaben im Bereich des Umweltschutzes, des Wegebaus, des naturnahen Rückbaus von Wasserläufen u. Ä. übernehmen.

Impressionen einzelner Stationen auf der Befahrung (Fotos: LMBV)