Infogespräch Untertägiger Sicherungsbedarf in LMBV-Verantwortung
Leipzig. Die künftigen untertägigen Sicherungsmaßnahmen im Auftrag der LMBV standen am 22. August 2022 im Mittelpunkt eines Informationsgespräches. Bernd Sablotny begrüßte dazu 73 Gäste von insgesamt 36 Firmen im Leipziger Hotel Westin. Der Sprecher der LMBV-Geschäftsführung freute sich über die große Resonanz auf die Einladung und ging in seinem Vortrag auf die Ausgangssituation der LMBV nach 1990, den bisherigen Abarbeitungsstand der Sanierung und die Projektplanung bis 2050 ein.
Um Flächen aus der Bergaufsicht entlassen zu können, sind in den kommenden Jahren sowohl bei den Standorten des Lausitzer und Mitteldeutschen Braunkohlentiefbaus als auch im Bereich Kali-Spat-Erz umfangreiche und langfristige Sicherungs- und Verwahrungsmaßnahmen nötig. Vor allem bei den Entwässerungsstrecken und Filterbrunnen in Thüringen und Westsachsen wird das Spezialwissen und die Erfahrung vieler Firmen gefragt sein.
Im Podium: Geertje Buchwald, Bernd Sablotny und Dirk Sonnen (v.l.)
Der LMBV-Bereichsleiter Sanierungsplanung Dirk Sonnen verwies in seinem Statement u. a. auf die Handlungsgrundlage Braunkohlentiefbau zum Erbringen der Leistungen, die Leistungsprofile für Ingenieurbüros und Baufirmen sowie die besonderen Anforderungen zur Anfertigung risslicher Unterlagen.
Während der anschließenden Diskussion beantwortete er die verschiedenen Fragen der Teilnehmenden zusammen mit Bernd Sablotny und Geertje Buchwald, der Leiterin Projektgruppe Altbergbau Thüringen.
Unten finden Sie das Handout zum Download.
Impressionen von der Veranstaltung: LMBV/Claudia Hermann
Einladung zu LMBV-Informationsaustausch über zukünftigen untertägigen Sicherungsbedarf
Leipzig. In Vorbereitung des in 2023 beginnenden Verwaltungsabkommens für die Braunkohlesanierung wurde durch die LMBV eine Planung aller derzeit absehbaren Sanierungsleistungen bis zum Jahr 2050 aufgestellt und evaluiert.
Im Ergebnis hat sich gezeigt, dass im Leistungsfeld „Sicherung untertägiger Hohlräume“ noch umfangreiche und langfristige Aufgaben anstehen. Ziel ist es, diese Leistungen mit erfahrenen und leistungsfähigen Unternehmen als Partner gemeinsam konzentriert anzugehen.
Der Bergbausanierer lädt alle interessierten Unternehmen
am Montag, dem 22. August 2022 um 9:00 Uhr in das Hotel The Westin Leipzig, Gerberstraße 15, 04105 Leipzig
zu einem Informationsaustausch ein.
Dabei sollen der Sicherungsbedarf der LMBV in den nächsten Jahren – sowohl in der Braunkohlesanierung als auch im Bereich Kali-Spat-Erz – vorgestellt und die Möglichkeiten einer effektiven und effizienten Umsetzung erörtert werden.
Bei Interesse wird um Anmeldung mit Information zu Unternehmen und gewünschter Teilnehmerzahl an sandra.noatnick@lmbv.de gebeten.
Erkundung und Verwahrung BTG Nr. 131 „GERTRUD“ vor 1945 im Bereich Tagesbruch TB-TH/19/2670
Erkundungsbohrungen Kohletraditionsbahn Meuselwitz (2018/2019)
Exkursion führt Studierende zum Altstandort Kupferhammer
Leipzig/Röblingen am See. In Vorbereitung einer Lehrveranstaltung im Fachbereich Petrologie und Lagerstättenkunde an der Martin Luther Universität Halle-Wittenberg nutzten am 29. Juli rund 20 Studierende die Möglichkeit, sich am LMBV-Altstandort Kupferhammer über die Funktionsweise einer wetlandbasierten Grundwasserreinigungsanlage zu informieren.
Arne Sander (Stab Sanierung Mitteldeutschland) und Jenny Findeisen (Unternehmenskommunikation Mittdeutschland) informierten zu Beginn über das Wirkungsfeld der LMBV, ihre genauen Aufgaben und Verpflichtungslagen, die LMBV als möglichen Arbeitgeber und über die Historie des Altstandortes Kupferhammer in Röblingen im See. Liane Rappsilber (Ingenieurbüro G.U.T) erläuterte im Anschluss die technischen Gegebenheiten und die genaue Funktionsweise der Anlage.
Bei der Grundwasserbehandlung in vertikalen Bodenfiltern werden kontaminierte Grundwässer durch Mikroorganismen gereinigt. Dabei wird das kontaminierte sauerstoffarme Grundwasser nach dem Prinzip eines Vertikal-Bodenfilters in abgegrenzte sauerstoffreiche Bereiche geleitet. Dadurch kann der biologische und chemische Abbau der Schadstoffe erheblich beschleunigt werden.
Kupferhammer war ein bedeutender Schwelereistandort im Nordraum Mitteldeutschlands, wo von 1862, beginnend mit der Schwelerei Auguste, Braunkohle verschwelt wurde. Der Boden und das Grundwasser wurden teilweise stark mit Schadstoffen belastet. Dies führte dazu, dass ab 1999 eine hydraulische Sicherung des Geländes durch die LMBV begann.
Impressionen von der Studienexkursion (Fotos: Jenny Findeisen)
Arne Sander (LMBV) und Liane Rappsilber (G.U.T.) erläutern Übersichtskarten
Die Belastung des Grundwassers mit Schadstoffen ließ sich eindrucksvoll an einem geöffnetem Brunnen “erschnuppern”
Liane Rappsilber (G.U.T.) erläuterte den Teilnehmern die Funktionsweise der Reinigungsanlage
Publikation
Gutachten für Störmthaler Kanal wird beauftragt — Erlangen einer wasserrechtlichen Genehmigung für künftigen Harthkanal-Bau bleibt Ziel
Leipzig | Senftenberg. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Sperrung des Störmthaler Kanals hat die LMBV-Unternehmenskommunikation auf mehrere Anfragen von Medienvertretern - u.a. auch zum Stand beim künftigen Harthkanal - geantwortet. Hier sind einige der Antworten des Bergbausanierers aus dem Juli 2022 wiedergegeben.
Begutachtung am Störmthaler Kanal
Wann der Störmthaler Kanal wieder nutzbar wird, lässt sich aber erst abschätzen, wenn ein Gutachten zu Ursachen und möglicher Sanierung vorliegt. Die Bearbeitung der Gutachter wird entsprechend abgestimmter Beauftragung ab August 2022 beginnen. Die Bearbeitung der Ursachenermittlung wird voraussichtlich im Jahr 2023 abgeschlossen werden.
„Das Gutachten zielt auf die ingenieurtechnische, geotechnische und hydrogeologische Herleitung und fachliche Wichtung der Ursachen der ermittelten Defiziteam Störmthaler Kanal und des Kompaktbauwerks ab. Dabei sind die vorhandenen Unterlagen aus den Planungsphasen, Bestandspläne, Genehmigungen, Gutachten, Modellierungsergebnisse und Monitoringdaten zu sichten, auszuwerten und zu interpretieren. Die Ursachenermittlung soll eine Entscheidungsgrundlage darstellen, welche unter den o. g. Gesichtspunkten die Defizite bewertet und die fachlich zugehörigen Ursachen nachvollziehbar ermittelt und aufzeigt.“ Das Gutachten ist den beteiligten Behörden OBA (Sächsisches Oberbergamt) und LDS (Obere Wasserbehörde) zur Bestätigung vorzulegen.
Auf Grundlage des bestätigten Gutachtens hat die LMBV dann ein Sanierungskonzept zur dauerhaften Gewährleistung der geotechnischen Standsicherheit zu erarbeiten und zur Zulassung beim OBA einzureichen. Sollten Änderungen an bereits genehmigten wasserrechtlicher Ausbaugenehmigungen vorgenommen werden müssen, ist dafür zudem ein eigenständiges wasserrechtliches Verfahren zu führen. Eine kurzfristige Wiedereröffnung des Kanals bzw. Schleuse ist unrealistisch. Die Ergebnisse des Gutachtens sind abzuwarten.
Künftiger Harthkanal
Die LMBV ist bergrechtlich verpflichtet, südlich von Leipzig eine hydraulische Ableitung (Überschusswasser sowie nach einem Hochwasserereignis zwischenzeitlich gespeichertes Wasser) aus dem Zwenkauer See zu errichten. Darüber hinaus soll eine mögliche Verbindung zwischen dem Zwenkauer See und dem Cospudener See auch touristisch genutzt werden können. Die Mehrkosten für die Schiffbarkeit des Kanals und die Errichtung einer Schleuse sollen durch den Freistaat Sachsen getragen werden.
Der Kenntnisstand der LMBV zu den zu erwartenden Projektgesamtkosten in Höhe von über 150 Mio. Euro ist unverändert. Zu den Fragen der Finanzierung des Vorhabens sind die Abstimmungen zwischen Bund und Ländern noch nicht abgeschlossen.
Nach Sicherstellung der Finanzierung des Vorhabens bleibt die anschließende Erlangung einer wasserrechtlichen Genehmigung zum Vorhaben das vorrangige Leistungsziel. Dabei ist noch zu klären, ob dies in einem Plangenehmigungs- oder Planfeststellungsverfahren zu erfolgen hat. Fachliche Aspekte zum Artenschutz (Vermeidung von Verbotstatbeständen gem. Bundesnaturschutzgesetz), zum Hochwasserschutz (Berücksichtigung der Erkenntnisse aus dem Extremhochwasser der Weißen Elster von 2013) und zum Klimawandel (sorgfältiger Umgang mit dem regional bestehenden Wasserdargebot) gilt es im dazu notwendigen wasserrechtlichen Verfahren sorgfältig abzuwägen bzw. zu berücksichtigen. Weitere Baumaßnahmen werden somit erst nach Sicherstellung der Finanzierung und Vorliegen einer bestandskräftigen Plangenehmigung begonnen werden können.
Stand: 29.07.2022
Archiv-Foto der LMBV vom Störmthaler Kanal vor der Sperrung | Peter Radke
Archivaufnahmen der LMBV
Interview vor Ort am Störmthaler Kanal 2021
Archiv-Foto der LMBV vom Störmthaler Kanal vor der Sperrung | Peter Radke
Ruhende Baustelle Harthkanal – Archivfoto v. P. Radke
Herstellung von Probebohrpfählen | 2021
Bodenbeschaffenheitsprüfung durch die Geotechnik Heiligenstadt GmbH auf der Baustelle Harthkanal am Zwenkauer See Foto aus 2019 | C. Bedeschinski
Mitglieder des StuBA waren in der Region Mansfeld-Südharz unterwegs
Halle (Saale). Im Rahmen ihrer turnusmäßigen Junisitzung lud die Geschäftsstelle für die Braunkohlesanierung am 28. Juni 2022 die Länderbeauftragten aus Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zur jährlichen Revierbefahrung des Steuerungs- und Budgetausschusses für die Braunkohlesanierung (StuBA) ein. Der 32 Personen starken Gruppe gehörten die aus Senftenberg angereisten LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny und Gunnar John sowie Planungschef Dirk Sonnen und Controlling-Leiter Christian Sander an.
Unter der Führung von Grit Uhlig, LMBV-Sanierungsbereichsleiterin Mitteldeutschland, startete die Exkursion in Halle an der Saale und führte entlang des Süßen Sees in Richtung Röblingen am See. Nach einem Spaziergang zum Altstandort Kupferhammer besichtigten die Exkursionsmitglieder eine von der LMBV 2019 in Betrieb gegangene Grundwasserreinigungsanlage westlich des Braunkohletagebaus Amsdorf.
Erläuterungen zur Grundwasser-Reinigungsanlage von Grit Uhlig.
Grit Uhlig berichtete von der Historie des 1869 in Betrieb gegangenen Schwelereistandortes und den ökologischen Altlasten in Boden und Grundwasser, die dazu führten, dass ab 1999 eine hydraulische Sicherung des Geländes durch die LMBV begann. Im Anschluss erhielten die Teilnehmer durch Eyk Hasselwander, Geschäftsführer der Gesellschaft für Umweltsanierungstechnologien mbH (G.U.T.), und seine Kollegen vielfältige Informationen zur genauen Funktionsweise der innovativen wetlandbasierten Anlage. Sie besteht aus einem ausgefeilten Vertikalfiltersystem. Ihm wird von einer Brunnengalerie aus 12 Förderbrunnen verunreinigtes Grundwasser zugeführt, welches nach Durchströmung mehrerer Filterschichten mit unterschiedlichen Tonfüllungen so gereinigt worden ist, dass es vor Ort reinfiltriert werden kann.
Es folgte die Begehung des Betriebsgeländes der ROMONTA GmbH im nahen Ortsteil Amsdorf des Seegebietes Mansfelder Land. In zwei Gruppen wurden sowohl der Tagebau Amsdorf vom Aussichtspunkt besichtigt, als auch die Funktionsweise der Montanwachsproduktion erklärt. Auch der zentrale Leitstand im Kraftwerksbereich wurde vorgestellt. Hierbei erfolgte ein reger Erfahrungsaustausch zwischen den Betriebsleitern Gerhard Schuster (Montanwachsfabrik/Veredlungsanlage) und Olaf Böhmer (Tagebau) und den StuBA-Mitgliedern.
Interesse erregte vor allem die Tatsache, dass das Tagebaurestloch mit einem Defizit von 200 Millionen Tonnen im Anschluss an die Auskohlung ab 2030 sukzessive verfüllt – also nicht geflutet – werden soll. Dabei werden bergbaufremde Massen für die Böschungsstabilisierung und -gestaltung im Endböschungssystem bergmännisch verbaut. Etwa 400 Arbeitnehmer und 30 Auszubildende arbeiten beim weltweit führenden und florierenden Unternehmen für die Herstellung von Rohmontanwachs, das am 2. Juli 2022 seinen 100. Geburtstag mit einem Tag der offenen Tür feiern wird.
Das aus der gewonnenen Braunkohle aufwändig extrahierte Montanwachs wird traditionell in Schuhcremes, Polituren, Schmierstoffen, Emulsionen zur Baustoffhydrophobierung, der Asphaltindustrie, im Gießereiwesen und in der Druckgussindustrie eingesetzt, wie ROMONTA-Geschäftsführerin Rena Eichhardt während einer abschließenden Präsentation erklärte. Für 2024 ist aktuell der Ausstieg aus der Kohleverstromung geplant, dafür wurden und werden bereits die Weichen für erneuerbare Energien und nicht fossile Energieträger, zum Beispiel einen 28 Hektar großen Solarpark am Tagebaurand, gestellt. Die Weiterentwicklung des Industriestandortes ist geplant, u. a. an der Südböschung, wo eine Recyclinganlage errichtet werden soll.
Im Vordergrund liegt die kompakte Grundwasserreinigungsanlage Kupferhammer, direkt dahinter liegen der Tagebau und das Betriebsgelände von ROMONTA.
Weitere informative Redebeiträge während der Busexkursion lieferten der stellvertretende Leiter der Geschäftsstelle, Steffen Reußner, zur Stadt Halle und der Bergbau-Referatsleiter Frank Ranneberg vom Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt zur GTS Grube Teutschenthal Sicherungs GmbH & Co. KG in der gleichnamigen Ortslage.
Hintergrund: Der Steuerungs- und Budgetausschuss für die Braunkohlesanierung (StuBA) ist das Entscheidungsgremium zur Umsetzung der Verwaltungsabkommen und zur Sicherung einer effizienten Durchführung der Braunkohlesanierung. Unter dem Vorsitz von Dr. Martin Hillebrecht von Liebenstein entscheiden und kontrollieren Bund und Länder die Sanierungsmaßnahmen. Die Arbeit dieses Ausschusses wird organisiert durch die in Berlin ansässige Bund-Länder-Geschäftsstelle für die Braunkohlesanierung (GS StuBA). Die Geschäftsstelle wird geführt von Dr. Gero von Daniels. Sie unterstützt den StuBA bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben vor allem durch die Vorbereitung und Durchführung der Sitzungen.
Impressionen der Befahrung:
Fotos: Anika Dollmeyer, Luftbild: C. Horn
Auf dem Weg zur Anlage in Kupferhammer
Besichtigung der wetlandbasierten Anlage.
Blick zum geruchsintensivem Wasser vor der Reinigung.
Ein Teil des Wassers ist mit Öl belastet, das zuerst abgesondert wird.
Fachaustausch zur Funktionsweise der Anlage.
Blick zu den Brunnen, die das Wasser filtern und zu denen, die es gereinigt zurückgeben.
Ankunft am Werksgelände von ROMONTA.
Vor der ROMONTA-Besichtigung.
137. Sitzung des StuBA am 30.06.2022
Sächsischer Umwelt-Staatsminister Günther auf Exkursion mit LTV und LMBV
Zwenkau. LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny hatte den sächsischen Staatsminister für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft Wolfram Günther zum Info-Besuch in den Südraum Leipzig eingeladen. Er kam zusammen mit Dr. Regina Heinecke-Schmitt, Leiterin der Abteilung Technischer Umweltschutz und Wasser, als weitere Vertreterin des sächsischen Staatsministeriums für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft (SMEKUL).
Ebenfalls beim Termin anwesend waren Experten der Landestalsperrenverwaltung (LTV) Sachsen: Vom Hauptsitz in Pirna angereist war Geschäftsführer Eckehard Bielitz. Aus Rötha kamen Axel Bobbe, LTV-Betriebsleiter Elbaue/Mulde/Untere Weiße Elster, sowie Betriebsteilleiter Markus Freygang.
Von Seiten der LMBV waren zugegen Bernd Sablotny als Sprecher der Geschäftsführung, Grit Uhlig als Bereichsleiterin Sanierungsbereich Mitteldeutschland, Dr. Oliver Totsche als Abteilungsleiter Grundsätze Geotechnik/Wasserwirtschaft, Jens Konschak vom Projektmanagement Westsachsen/Thüringen und Claudia Hermann von der Unternehmenskommunikation des Bergbausanierers.
Expertenrunde mit Minister und LMBV-Chef vor dem Hafenbecken
An insgesamt drei Stationen entlang des Zwenkauer Sees tauschten sich die Fachkollegen aus. Treffpunkt war der Hafen am Kap Zwenkau, wo es Erläuterungen zum Sanierungstagebau Zwenkau/Cospuden und zu den Sanierungsschwerpunkten am Zwenkauer See gab. Daneben standen die Bewirtschaftungsmöglichkeiten des Zwenkau-Cospudener Seenverbundes mit Zu- und Ausleitung, auch für die Niedrigwasserbewirtschaftung mit Blick auf den unteren Bereich des Leipziger Auwaldes im Fokus.
Diskussion im schattigen Wald der Imnitzer LachenErinnerungsfoto am Einlaufbauwerk Zitzschen
In der abschließenden Diskussionsrunde in einem Tagungsraum waren sich die Vertreter von SMEKUL, LTV und LMBV einig, dass es einen Paradigmenwechsel in der Wasserwirtschaft gibt, dass Kompetenzen sowie Fachverstand künftig gebündelt werden sollten und dass ein wasserwirtschaftliches Gesamtkonzept für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt erstellt werden muss. Außerdem seien „naturschutzfachliche Diskussionen offen zu führen“, wie Wolfram Günther betonte.
Zusätzlich wurde die Renaturierung und die Restrukturierung der so genannten „Betonelster“ als wichtiger Baustein der nachhaltigen Gewässer- und Auenentwicklung im Südraum Leipzig genannt. Es wurde gemeinsam nach Lösungsansätzen für die Umsetzung eines Sanierungsprojektes für die Weiße Elster gesucht, die einst für den Bergbau aber nicht durch den Bergbautreibenden verlegt und zur Sicherung des Tagebaues vor Grundbrüchen mit einer Asphaltdichtung versehen worden ist
Impressionen von der Exkursion: LMBV / Claudia Hermann
Treffpunkt war an der Hafenmole Zwenkau
Dr. Oliver Totsche informierte über das Wasserdargebot im Südraum Leipzig
Axel Bobbe berichtet von alten Festlegungen und neuen Rahmenbedingungen
Grit Uhlig spricht zum Thema Vernässung in der Bergbaufolgelandschaft
v.l.n.r.: G. Uhlig, Dr. R. Heinecke-Schmitt, W. Günther und B. Sablotny
Begutachtung des Abschlagsbauwerks mit Hubschützen an der Weißen Elster
Verein Kohlebahnen e.V. feiert 25-jähriges Jubiläum mit Festwochenende
Meuselwitz. Am 17. Juni 2022 lud der Verein Kohlebahnen e. V. mit einem Jahr Verzögerung zur Jubiläumsveranstaltung in den Lokschuppen auf dem Kulturbahnhof Meuselwitz. Der Vereinsvorsitzende Dr. Karsten Waldenburger blickte auf die 25-jährige bewegte Geschichte im Bereich des Bahnen- und Schienennetzes zurück und gab einen Ausblick auf künftige Vorhaben.
Jubiläumsschild des thüringischen Vereins
Mit einem großen Bahnhofsfest feierte der Verein sein Jubiläum am 18. Und 19. Juni mit zahlreichen Besuchern. Neben den Fahrten nach Regis-Breitingen mit der historischen Schöma-Diesellok CFL-200 V von 1962 auf 900 mm Spurweite wurden den Besuchern vielfältige Aktivitäten geboten. Bergbautypische Ausstellungen im Original und im Modell, die Herstellung von Briketts mit einer historischen Presse, Führerstands- und Draisinefahrten sowie eine Echtdampfeisenbahn für Kinder gehörten zu den Programmpunkten am Wochenende. Zudem präsentierten sich verschiedene Eisenbahnvereine und Tourismusverbände. Zu den Ausstellern zählten die Bergbrüderschaft Meuselwitz-Rositzer Braunkohlerevier e.V., der Bergbau-Technik-Park Leipzig, die Brikettfabrik Herrmannschacht, die Mansfelder Bergwerksbahn und der Modellbahnclub Hoyerswerda e. V.
Aussteller Hagen Jurczok vom Modellclub Hoyerswerda e. V.
Im Bahnhof Meuselwitz befindet sich neben historischen Zügen ein technisches Museum mit großem Freigelände, vielen Geräten, Anlagen, bergmännischen Exponaten und Dokumenten. Die Ausstellung zeigt die mehr als einhundertjährige Geschichte des Braunkohlenbergbaus in der Region an der Grenze zwischen Thüringen und Sachsen.
Impressionen: LMBV/Claudia Hermann und Kathrin Murvai
Kulturbahnhof Meuselwitz
Ankunft der Traditionsbahn
Renate Struzina und Andreas Schumann von der Bergbrüderschaft Meuselwitz-Rositzer Braunkohlerevier e. V.
Ausstellung und Präsentation im Lokschuppen
Modellbahnanlage
Sanierung des Gremminer Sees im Fokus von internationalen Künstlern
Gräfenhainichen. Die Bergbaufolgelandschaft des ehemaligen Tagebaus Golpa-Nord und der strukturelle Wandel in der Region Dübener Heide stand am 7. Juni 2022 im Mittelpunkt künstlerischen Interesses. LMBV-Projektmanager André Schönberg führte zusammen mit seiner Kollegin Claudia Hermann die Photokünstlerin Mika Sperling, die aus Norilsk, einer Bergbaustadt in Nordsibirien stammt, und den bolivianischen bildenden Künstler Daniel Mebarek an zentrale Orte der Sanierungstätigkeit von der Halbinsel mit den ehemaligen Tagebaugroßgeräten über den Mühlgraben und den Kunstpfad bis zum Gräfenhainicher Stadtbalkon. Neben der Tagebauhistorie und den einzelnen Arbeitsschritten vom Restloch bis zur Entstehung eines Sees wurden vor allem Aufforstung, Naturschutz, Überschusswasserableitung und Filterbrunnenverwahrung thematisiert.
Denn die Ressourcennutzung und der Umgang mit den Folgen rückt mehr und mehr in den Mittelpunkt künstlerischer Auseinandersetzung, wobei das Dokumentationspotenzial der Fotografie eine große Rolle spielt. Der Informationsaustausch war für alle Beteiligten inspirierend. Während sich Mika Sperling u. a. mit Traumatabewältigung in "unverbrauchten" Wäldern auseinandersetzt, arbeitet Daniel Mebarek mit Cyanotypie, einem Verfahren zur Herstellung fotografischer Bilder. Er interessierte sich besonders für Pflanzen, die zur Renaturierung von Tagebauen eingesetzt werden. Fortführend sind ein Informationsaustausch mit dem BUND in der Goitzsche-Wildnis sowie ein Besuch bei MIBRAG im Südraum Leipzig geplant.
Der sachsen-anhaltinische Kultur- und Kunstverein Kemberg hatte die beiden Künstler für die zweite Artist-in-Residence-Runde für Juni 2022 ausgewählt. Die Jury, die aus den Bewerbungen die Residenzkünstler ausgewählt hat, bestand in diesem Jahr unter anderem aus Jule Schaffer, Kustodin der Sammlung Fotografie des Kunstmuseums Moritzburg Halle, und Milena Carstens, leitende Fotoredakteurin des ZEIT Magazins. Das 2021 begonnene Projekt läuft unter der künstlerischen Leitung von Jan Stradtmann.
Projektmanager André Schönberg gibt einen ersten Überblick über das Sanierungsgebiet.
Hintergrund: Der Kultur- und Kunstverein Kemberg e.V. bei Wittenberg richtet in diesem und nächsten Jahr eine Künstlerresidenz unter dem Titel „Passage“ aus. Für vier Wochen sind eine Künstlerin und ein Künstler eingeladen, sich mit der Region der Dübener Heide vor Ort zu beschäftigen. Der Verein möchte damit nicht nur den Austausch zwischen Künstlern und Bewohnern fördern, sondern auch den Blick auf die Region lenken und den strukturellen Wandel aufzeigen. Denn die Änderung des Landschaftsbildes in den letzten Jahrzehnten sind maßgeblich geprägt von den sichtbaren Folgen des Braunkohleabbaus am westlichen Rand der Heide, die in Kontrast zum heutigen postindustriellen Landschaftsbild mit renaturierter Natur stehen.
Die ersten beiden Künstler waren Laura Pannack (Großbritannien) und Bert Villa (Belgien). Letzterer interessierte sich als Architekt im Besonderen für den Umbau der Landschaft in Folge des Tagebaus. Beide waren im November 2021 in der Region. Das Projekt wird durch das LEADER-Programm in der Dübener Heide unterstützt und erhält Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds.
Impressionen von der Befahrung: LMBV/Claudia Hermann
Wasserwirtschaftliche Zusammenhänge werden am Haltepunkt Ferropolis erklärt
Landschaftskunst – diese “Rote Büchse” wurde im Rahmen der Expo 2000 entwickelt und als Wetterschutz für Wanderer gebaut.
Ausblick von der Roten Büchse auf die Baggerstadt Ferropolis
LMBV präsentiert sich auf der World Canals Conference in Leipzig
Leipzig. Vom 30. Mai bis 3. Juni 2022 präsentiert sich die LMBV auf der World Canals Conference (WCC). Der internationale Kongress findet in diesem Jahr in Leipzig und damit erstmals in Deutschland statt.
Für die LMBV referierte am Eröffnungstag des Kongresses Abteilungsleiter Rolf Schlottmann zum Thema Transformation: Industrieller und landschaftlicher Wandel. Über Nachsorgestrategien zur Sicherung der Wasserqualität von Bergbaufolgeseen im Süden von Leipzig informierte mit Benno Janisch ein weiterer LMBV-Experte. Über die erfolgten Arbeiten am Markkleeberger und Cospudener See informierte auf einer Exkursion LMBV-Fachmann Dr. Friedrich-Carl Benthaus britische Kollegen.
Rund 100 Referenten aus 20 Nationen betrachten im Rahmen des hochkarätigen Konferenz- und Exkursionsprogramms, wie inmitten eines tiefgreifenden Transformationsprozesses von der Braunkohle- zur Gewässerlandschaft Wasserwege, Tourismus, Regionalentwicklung, Hochwasser- und Umweltschutz sowie Stadterneuerung effizient gefördert sowie Wasser und Gesundheit gemeinsam gedacht werden können.
In seinem Vortrag gab LMBV-Abteilungsleiter Rolf Schlottmann u. a. einen Überblick über die Reviere und die entstandenen Seengebiete
LMBV-Mitarbeiter Benno Janisch thematisierte in seinem Vortrag Strategien und Maßnahmen zur Verbesserung der Wassergüte
Impressionen vom Kongress (Fotos von Anika Dollmeyer)
Auf dem Podium: Rolf Schlottmann
Überblick vom Ausstellungsbereich
Im Gespräch: Mitarbeiterinnen der LMBV-Unternehmenskommunikation mit Kongressteilnehmern
Der Kongress gab Gelegenheit zum fachlichen Austausch
Ausschnitt des WCC-Infoblattes
Harbke/Helmstedt. Zum Jubiläum des 30-jährigen Jahrestages der Deutschen Einheit war es geplant gewesen, doch erst zwei Jahre später konnte das 1. FLÖZerfest am Lappwaldsee pandemiebedingt stattfinden. Mehrere Tausend Menschen nutzten am 29. Mai 2022, einem Sonntag, die Möglichkeit, per pedes oder per Fahrrad auf das in Sanierung befindliche Gelände der LMBV im Bereich des Grenzkohlepfeilers zwischen den ehemaligen Tagebauen Wulfersdorf und Helmstedt bis ans Seeufer zu gelangen. Den Erlebnistag organisiert hatte der Planungsverband Lappwaldsee in Zusammenarbeit mit den Bergbauunternehmen, um über die regionale Entwicklung zu informieren sowie an die einzigartige deutsch-deutsche Geschichte des Grenztagebaus zu erinnern. Zur Verdeutlichung der Verbindung zum Bergbau und zum Braunkohleflöz, wurde der Name FLÖZerfest gewählt. Auf insgesamt fünf Eventflächen gab es Infostände, Führungen und Mitmachaktionen. Pferdekutschfahrten am Ostufer von Harbke in Richtung Flöz und Bootsfahrten unweit eines stählernen Bergbaurelikts, an dem der geplante Endwasserstand von 103,00 m NHN mit einem blauen Helium-Ballons visualisiert wurde, komplettierten die Angebote für Jung und Alt.
Die Eventfläche am Restloch Helmstedt, im Hintergrund liegt das Restloch Wulfersdorf.
Die LMBV war mit einem Infostand am Seeufer vertreten und hatte darüber hinaus auf der Zuwegung verschiedener Infotafeln installiert. Die LMBV-Mitarbeiter Mirko Mennert, Mathias Siebert, Rüdiger Szobries und Claudia Hermann informierten die Besucher über die zahlreichen aktuellen und bereits realisierten Sanierungsmaßnahmen, die 1986 im Tagebau Wulfersdorf begannen und nach der politischen Wende von der LMBV im Auftrag von Bund und Ländern fortgesetzt wurden, um die Hinterlassenschaften des Braunkohlenbergbaus im ehemaligen Tagebau Wulfersdorf zu beseitigen. Beispielhaft zu nennen sind: 1) Rekultivierung, Erosionsschutzmaßnahmen und Tagebausicherung im Raum Wulfersdorf, 2) Böschungssanierung Südwestböschung Hochkippe Wulfersdorf und Ostböschung und 3) Erosionsrinnenbeseitigung im Bereich unterer Glüsig. Auf niedersächsischer Seite ist seit 2014 die Helmstedter Revier GmbH (HSR), eine Tochter der MIBRAG, für die Sanierung des Tagebaus Helmstedt zuständig. Gemeinsames Ziel ist es, ein länderübergreifendes Gewässer zur Bade- und Freizeitnutzung herzustellen.
LMBV-Team zur Betreuung des Informationsstandes
Die Veranstaltung soll künftig jährlich stattfinden, wobei das jetzige Veranstaltungsgelände am Ufer des Tagebaurestlochs Helmstedt bereits in ein bis zwei Jahren unter Wasser stehen wird. Wenn das Wasser im Tagebaurestloch Helmstedt bei fortschreitender Flutung auf 89,2 m NHN gestiegen ist, werden sich die Wasserflächen vereinigen und aus den zwei Tagebaurestlöchern Helmstedt und Wulfersdorf entsteht ein Bergbaufolgesee.
Die Flutung erfolgt mit Sümpfungswässern aus dem Tagebau Schöningen in das Restloch Helmstedt und durch Eigenaufgang des Wassers im südlicheren Restloch Wulfersdorf. Die Flutung soll nach aktuellem Stand im Jahr 2032 beendet sein. Der Lappwaldsee wird dann einen Endwasserstand von 103 Metern NHN, ein Volumen von etwa 120 Millionen Kubikmetern haben und eine Fläche von 4 Quadratkilometern umfassen. Der aktuelle Flutungsstand liegt bei 85,5 Metern NHN bzw. 36,4 Millionen Kubikmetern und damit bei 51 Prozent der Zielmarke (Stand: April 2022). Der pH-Wert beträgt zurzeit 3,3.
Bereits im vergangenen Jahr haben die beiden Bergbauträger, HSR und LMBV, gemeinsam mit Vertretern des Planungsverbandes Lappwaldsee einen ehemaligen Kohle-Förderbandträger als bergbautypisches Monument im Bereich des ehemaligen Grenzkohlepfeilers am Uferbereich in Harbke abgelegt. Dieses Relikt soll später als Ziel für Tauchgänge im See dienen.
Impressionen vom Erlebnistag: LMBV/Claudia Hermann
Der Weg ans Wasser war etwa 2 km lang
Eventfläche 5 unterhalb von Harbke
Informationsmaterialien waren sehr gefragt
Reges Interesse der Besucher
Bootsfahrten vom DLRG nahe dem ehemaligen Kohle-Förderbandträger im Bereich des Grenzkohlepfeilers
Bootsfahrt auf dem Lappwaldsee
Taucher testeten die Sichtverhältnisse